Diese Studien betreffen nicht die pränatale Exposition, sondern das eigene Rauchen erwachsener Männer oder das Rauchen Schwangerer in Regionen, aus denen kaum Studien zu Söhnen vorliegen. Sie sind relevant als Kontext: Sie zeigen, was über die direkte Wirkung auf Spermien bekannt ist, und sie belegen, dass der Datenstand zu Wasserpfeife und zum Nahen Osten und Nordafrika weitgehend aus Prävalenzdaten besteht.
Ragheb und Mitarbeiter 2025: Rauchstopp und Samenparameter, Ägypten (prospektive Vorher-Nachher-Studie, n = 60) [s33]. Evaluating the effect of smoking and its cessation on semen parameters (Reprod Fertil). 200 männliche Raucher im Alter von 20 bis 50 Jahren, die ein Rauchstopp-Programm in Anspruch nahmen, wurden eingeladen; 69 willigten ein, neun schieden aus, 60 schlossen die Studie ab (mittleres Alter 32 ± 7 Jahre, Raucherindex 2,5 bis 60 Packungsjahre) [s33]. Zu drei Zeitpunkten (vor dem Rauchstopp sowie nach drei und sechs Monaten) wurden je zwei Samenproben im Abstand von zwei Wochen nach WHO-Richtlinien analysiert; die Einhaltung des Rauchstopps wurde über Nikotin im Urin überwacht [s33]. Die Werte stiegen signifikant: Ejakulatvolumen 3,33 ± 1,07, 3,88 ± 0,80 und 4,34 ± 0,67 ml; Konzentration 14,77 ± 6,49, 17,71 ± 6,41 und 19,27 ± 6,46 Mio./ml; Gesamtzahl 49,33 ± 25,31, 70,16 ± 30,85 und 84,01 ± 31,00 Mio.; progressive Beweglichkeit 20,7, 35,3 und 42,28 %; Gesamtbeweglichkeit 41,48, 60,33 und 67,67 %; abnorme Morphologie 69,32, 50,88 und 40,82 % (jeweils p < 0,001) [s33]. Die Verbesserung korrelierte mit der Zeit nach dem Rauchstopp, und höhere Raucherindizes waren mit stärkeren Verbesserungen verbunden (Flächen unter der Kurve 0,867, 0,852 und 0,863) [s33]. Schwächen (nach den Autoren): keine nicht rauchende Kontrollgruppe, mögliche Störgrößen wie Ernährung oder berufliche Exposition, keine Fruchtbarkeitsendpunkte (Schwangerschaft, Lebendgeburt), keine Hormonprofile; zudem nahmen nur 69 von 200 Eingeladenen teil [s33]. Einordnung: Die Studie betrifft die Reversibilität bei Erwachsenen und ist nicht auf die pränatale Exposition übertragbar; ohne Kontrollgruppe lassen sich Zeittrend, Regression zur Mitte und Verhaltensänderungen nicht vom Rauchstopp trennen.
Farag und Mitarbeiter 2024: Blei und Arsen bei Rauchern, Ägypten (Fall-Kontroll-Studie, n = 80) [s42]. Serum and seminal plasma levels of lead and arsenic in cigarette smokers and their relation to the semen parameters (Biol Trace Elem Res). Von 80 verheirateten Männern im Alter von 30 bis 50 Jahren in einer Andrologie-Ambulanz waren 60 Raucher (mehr als ein Jahr, in drei Gruppen zu je 20 nach Zigaretten pro Tag: 1 bis 10, 11 bis 20, über 20) und 20 gesunde Nichtraucher; ausgeschlossen waren Männer mit beruflicher Blei- oder Arsenexposition, Medikamenteneinnahme oder Operationen mit Einfluss auf das Sperma [s42]. Raucher hatten gegenüber Nichtrauchern signifikant niedrigere Spermienzahl, Beweglichkeit und Vitalität sowie mehr abnorme Formen (p = 0,001, 0,025, 0,034 und 0,002), höhere Blei-Konzentrationen in Serum und Seminalplasma (p = 0,002 bzw. 0,001), höhere seminale Arsenwerte (p = 0,024); das seminale Blei korrelierte negativ mit der Spermienzahl (r = minus 0,320; p = 0,004), die Vitalität negativ mit dem seminalen Arsen (r = minus 0,264) und abnorme Formen positiv mit dem seminalen Arsen (r = 0,414) [s42]. Die Koitusfrequenz war bei Rauchern signifikant niedriger (p < 0,001) [s42]. Schwächen: sehr kleine Kontrollgruppe (20), Fall-Kontroll-Design ohne zeitliche Abfolge, die niedrigere Koitusfrequenz als mögliche nicht berücksichtigte Störgröße, Korrelationen erlauben keinen Kausalschluss auf Blei und Arsen als Vermittler. Einordnung: Die Studie liefert einen Mechanismushinweis für Rauchen im Erwachsenenalter, nicht für pränatale Exposition.
Bazid und Mitarbeiter 2022: Zink und Cadmium bei Rauchern, Ägypten (Fall-Kontroll-Studie, n = 70) [s70]. Evaluating the Serum and Seminal Plasma Levels of Zinc and Cadmium in Smokers and Their Relation to the Semen Parameters (Biol Trace Elem Res). Untersucht wurden 70 Männer, davon 35 Raucher (mehr als 20 Zigaretten pro Tag, Raucherindex unter 400) und 35 gleichaltrige Nichtraucher; die Samenanalyse folgte dem WHO-Handbuch 2010, Zink und Cadmium wurden mit Atomabsorptionsspektrometrie in Blutplasma und Samen bestimmt [s70]. Raucher hatten signifikant niedrigere Spermiendichte, Beweglichkeit (p = 0,001) und Vitalität (p = 0,002) sowie mehr abnorme Formen; das seminale Zink war niedriger (p = 0,038), das seminale Cadmium höher (p = 0,022); seminales Cadmium korrelierte negativ mit Spermiendichte (p = 0,005), Beweglichkeit (p = 0,047) und Vitalität (p = 0,039), seminales Zink positiv mit Beweglichkeit (p = 0,008) und Vitalität (p = 0,001), und beide waren miteinander negativ korreliert (p = 0,020) [s70]. Schwächen: kleine Stichprobe, Querschnittsvergleich, Korrelationen erlauben keinen Kausalschluss. Einordnung: Wie die Blei- und Arsenstudie [s42] betrifft dies das Rauchen Erwachsener und liefert einen Mechanismushinweis (Schwermetalle im Samen), keinen pränatalen Befund.
Albeitawi und Mitarbeiter 2020: Wasserpfeife und Samenparameter, Jordanien (Querschnitt, n = 104) [s93]. Effect of hookah (water pipe) smoking on semen parameters (Andrologia). Von 104 nicht Zigaretten rauchenden Männern im Alter von 25 bis 45 Jahren, die ohne chronische Erkrankung in In-vitro-Fertilisations-Laboren zur Samenanalyse kamen, waren 54 Wasserpfeifenraucher und 50 Nichtraucher [s93]. Ejakulatvolumen, normale Morphologie und progressive Beweglichkeit waren bei Wasserpfeifenrauchern etwas niedriger (3,21 ml, 10,2 %, 29,56 %) als bei Nichtrauchern (3,45 ml, 11,5 %, 33,20 %), die Unterschiede waren statistisch nicht signifikant [s93]. Schwächen: kleine Stichprobe, Klinikstichprobe von Männern, die zur Samenanalyse kamen, daher geringe Power. Einordnung: Der Befund zeigt keinen Nachweis, aber auch keinen Beleg für Unbedenklichkeit.
El-Shahawy und Mitarbeiter 2021: Rauchen in der Schwangerschaft in Kairo (Befragung mit Nachbefragung, n = 200) [s86]. Exclusive and dual cigarette and hookah smoking is associated with adverse perinatal outcomes among pregnant women in Cairo, Egypt (Int J Environ Res Public Health). Zwischen Juni 2015 und Mai 2016 wurden Schwangere im letzten Trimester in Kairoer Geburtskliniken rekrutiert; 200 Frauen im Alter von 16 bis 37 Jahren beantworteten einen Fragebogen, außerdem wurde das ausgeatmete Kohlenmonoxid gemessen, und Gestationsalter und Geburtsgewicht wurden telefonisch nachträglich erhoben [s86]. 29,0 % rauchten (Zigaretten, Wasserpfeife oder beides), Wasserpfeife war beliebter als Zigaretten; 46,6 % der Frauen, die schon vor der Schwangerschaft geraucht hatten, behielten ihr Rauchverhalten bei und 46,6 % wechselten von dualem zu reinem Wasserpfeifenrauchen. Rauchende hatten höheres Kohlenmonoxid (2,97 ± 1,45 gegenüber 0,25 ± 0,60 ppm; p < 0,001) und Neugeborene mit niedrigerem Geburtsgewicht (2.583 ± 300 gegenüber 2.991 ± 478 g; p < 0,001); Dual-Raucherinnen hatten das höchste Risiko [s86]. Die Autoren nennen als Einschränkung, dass Haushaltserhebungen zu Frauenrauchen in Ägypten wegen kultureller Stigmatisierung Unterberichterstattung unterliegen können, und beschreiben die Rekrutierung aus der größten öffentlichen Geburtsklinik und zwei Privatpraxen als Maßnahme gegen Selektionsverzerrung [s86]. Einordnung: Die Studie misst keine Samenqualität; sie liefert Expositionsdaten (Prävalenz, Biomarker) für eine Region, aus der Söhne-Studien fehlen.
Kheirallah und Mitarbeiter 2021: Rauchen Schwangerer in Jordanien, Sekundäranalyse der Demografie- und Gesundheitserhebung [s88]. Trends of maternal waterpipe, cigarettes, and dual tobacco smoking in Jordan. A decade of lost opportunities (PLoS One). Ausgewertet wurden vier Wellen der Jordan Demographic and Health Survey (2007, 2009, 2012, 2017) für Frauen, die zum Befragungszeitpunkt schwanger waren: 1.313 (2007), 1.137 (2009), 1.084 (2012) und 1.493 (2017) Schwangere im Alter von 15 bis 44 Jahren (13,6, 12,9, 11,1 und 12,2 % der Befragten) [s88]. Das Rauchen von Zigaretten nahm leicht zu (4,1 % 2007, 5,7 % 2017), das der Wasserpfeife von 2,5 % auf 6,4 %; reiner Wasserpfeifenkonsum lag nach 2007 über reinem Zigarettenkonsum, dualer Konsum stieg kontinuierlich, vor allem nach 2009; Bildung war umgekehrt, Haushaltsvermögen positiv mit Rauchen assoziiert [s88]. Schwächen: Querschnittserhebung zum Befragungszeitpunkt, Selbstangabe, keine Zielgröße beim Kind. Einordnung: Die Studie ist reine Expositionsepidemiologie und ein Hinweis, dass Wasserpfeifenrauchen in der Schwangerschaft ein wachsendes, in Studien zu Söhnen bisher nicht untersuchtes Thema ist.
Zhu und Mitarbeiter 2024: Rauchstopp des Partners bei PCOS (Sekundäranalyse einer randomisierten Studie, n = 861) [s51]. Spouse smoking cessation benefits the pregnancy outcomes of the women with polycystic ovary syndrome (Zhonghua Nan Ke Xue; auf Chinesisch, deutsche Übersetzung des Titels: „Der Rauchstopp des Ehepartners verbessert die Schwangerschaftsergebnisse von Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom"). Die Sekundäranalyse nutzte 861 Teilnehmerinnen der Studie „Acupuncture Combined with Clomiphene for PCOS" (2011 bis 2015), eingeteilt nach dem Rauchstatus der Ehemänner in Raucher (n = 345), Nichtraucher (n = 387) und Rauchstopp (n = 129) [s51]. Die Gesamttestosteron- und LDL-Cholesterinspiegel der Frauen in der Rauchstoppgruppe entsprachen denen der Nichtraucher-Gruppe und waren signifikant niedriger als in der Raucher-Gruppe (p = 0,014 und 0,011); die Ovulationsrate der Rauchstoppgruppe entsprach der der Nichtraucher-Gruppe und war höher als in der Raucher-Gruppe (p = 0,038); Rauchstopp des Partners war ein protektiver Faktor für die Ovulation (OR 1,74; KI 1,04 bis 2,92; p = 0,035) [s51]. Schwächen: Sekundäranalyse; die Zuteilung zu den Rauchgruppen war nicht randomisiert; die Zusammenfassung nennt keine Angaben zur Samenqualität der Männer. Einordnung: Der Befund betrifft die Partnerin und ist kein Beleg für Auswirkungen auf Söhne; er wird hier wegen des Bezugs zu väterlichem Rauchen geführt.
Jenkins und Mitarbeiter 2017: Spermien-DNA-Methylierung bei Rauchern (Fall-Kontroll-Studie, 78 Raucher, 78 Nierauchende) [s128]. Cigarette smoking significantly alters sperm DNA methylation patterns (Andrology). Untersucht wurden 78 rauchende Männer und 78 nie rauchende Männer mit dem Infinium Human Methylation 450 BeadChip; geprüft wurden konsistent veränderte Methylierung an einzelnen CpG-Stellen oder Regionen und stochastische Veränderungen als erhöhte genomweite Variabilität [s128]. Es wurden 141 signifikant unterschiedlich methylierte CpG-Stellen im Zusammenhang mit Rauchen identifiziert, außerdem ein Trend zu erhöhter genomweiter Varianz der Methylierungsmuster bei Rauchern [s128]. Die Autoren halten die Befunde für vereinbar mit den Gesundheitsunterschieden bei Nachkommen nach väterlichem Rauchen vor der Zeugung, nennen sie aber ausdrücklich Anlass zu weiterer Forschung und lassen offen, ob die Veränderungen auf Nachkommen oder Folgegenerationen übertragen werden [s128]. Schwächen: Querschnittsvergleich zweier Gruppen von Männern, kein Nachweis der Übertragung. Einordnung: Dies ist der wichtigste Humanbefund zu einem möglichen Mechanismus väterlicher Präkonzeptionsexposition; er belegt Methylierungsunterschiede in Spermien von Rauchern, nicht Folgen bei Söhnen.
Reina Bouvet und Mitarbeiter 2007: Rauchen und Spermatogenese bei idiopathischer Infertilität, Argentinien (Beobachtungsstudie, n = 131) [s195]. Efecto del tabaquismo sobre la espermatogénesis en hombres con infertilidad idiopática (Wirkung des Rauchens auf die Spermatogenese bei Männern mit idiopathischer Infertilität; Arch Esp Urol). In einem Kollektiv von 131 Männern mit idiopathischer Infertilität fanden sich nach den Angaben des spanischsprachigen Recherche-Dokuments signifikante Unterschiede der Spermienkonzentration und -morphologie zwischen Rauchern und Nichtrauchern (p < 0,001) [s195]. Weitere Zahlen liegen in den Eingabedokumenten nicht vor, die Originalarbeit wurde hier nicht ausgewertet. Es handelt sich um eine Exposition des erwachsenen Mannes, nicht um eine pränatale.
Pressebericht zu einer Kopenhagener Arbeit 2010 [s178]. Mère fumeuse, enfants moins fertiles (Raucherin als Mutter, weniger fruchtbare Kinder; Le Quotidien du Médecin). Ein Pressebericht beschreibt, nach den Angaben des französischen Recherche-Dokuments, dass Rauchen der Mutter im ersten Trimester die Zahl der Keimzellen und somatischen Zellen der fetalen Gonaden beider Geschlechter vermindern könnte, mit stärkeren Folgen beim Jungen; nur der frei zugängliche Teil konnte gelesen werden, die Originalpublikation wird dort nicht genannt [s178]. Eine Bewertung der Methodik ist deshalb nicht möglich; die Quelle wird nur als Hinweis auf den damaligen Diskussionsstand geführt und nicht als Beleg gezählt.