505 Original-Studien1976–2026Alle mit Original-Link

Studiendatenbank

505 einzelne wissenschaftliche Publikationen zur männlichen Spermienqualität und Fruchtbarkeit, jede mit ausführlicher deutscher Zusammenfassung (Studientyp, Stichprobengröße, Methodik, Ergebnisse) und direktem Link zum Original auf PubMed. Das ist die Rohdaten-Grundlage hinter dem Studienbericht, aufgeteilt in 16 Themenbereiche und komplett durchsuchbar.

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Die 10 neuesten Studien

Pränatale Exposition gegenüber einer Mischung endokriner Disruptoren und Biomarker männlicher Fruchtbarkeit: eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie

Hull SD et al. — Andrology

In dieser bevölkerungsbasierten Kohortenstudie (Fetal Programming of Semen Quality-Kohorte, eine Sub-Kohorte der dänischen Geburtskohorte) wurde bei 841 jungen erwachsenen Männern untersucht, ob die pränatale Exposition ihrer Mütter gegenüber einer Mischung endokriner Disruptoren (PFAS, Phthalatmetabolite, Triclosan, gemessen im mütterlichen Blut) mit Biomarkern männlicher Fruchtbarkeit im jungen Erwachsenenalter zusammenhängt. Mittels Quantil-g-Computation wurde der Effekt eines Anstiegs um ein Quartil in der Gesamtmischung sowie separat für eine PFAS-Mischung und eine Mischung nicht-persistenter Chemikalien geschätzt. Eine Erhöhung der Gesamtchemikalienmischung um ein Quartil war assoziiert mit 4,0 Mio./ml niedrigerer Spermienkonzentration, 16,1 Mio. niedrigerer Gesamtspermienzahl, 0,5 ml kleinerem Hodenvolumen, 5 % höherem Anteil unbeweglicher Spermien und 7 % höherem FSH – allerdings mit breiten Konfidenzintervallen, die auch keinen Effekt einschließen. Ähnliche, wenn auch schwächere, Assoziationen zeigten sich für die PFAS-Mischung, während die nicht-persistente Chemikalienmischung keine Effekte zeigte. Die Ergebnisse sind mit einem PFAS-getriebenen Effekt vereinbar, aber statistisch nicht eindeutig gesichert.

PMID 40220336 — Original auf PubMed →

Spermien-DNA-Fragmentierung bei Männern mit Varikozele: eine systematische Übersicht und Metaanalyse

Palani A et al. — The world journal of men's health

Diese systematische Übersicht und Metaanalyse untersuchte den Zusammenhang zwischen Varikozele und Spermien-DNA-Fragmentierung (SDF) sowie klassischen Spermaparametern. Aus 476 gefundenen Artikeln wurden 40 Studien eingeschlossen, davon 35 in die quantitative Synthese. Männer mit Varikozele zeigten eine signifikant höhere SDF als Männer ohne Varikozele (mittlere Differenz 15,34 %, 95%-KI 9,74-20,9; p<0,001), unabhängig von der verwendeten Testmethode. Zudem war eine Varikozele signifikant assoziiert mit geringerer Spermienkonzentration (-29 Mio./ml), niedrigerer Gesamtspermienzahl (-188 Mio./Ejakulat), geringerer Vitalität (-5,7 %), geringerer Gesamt- und progressiver Motilität (jeweils -17 %), weniger normal geformten (-3,1 %) und mehr abnormal geformten Spermien (+2,25 %; alle p≤0,007). Samenvolumen und Gesamtzahl motiler Spermien unterschieden sich dagegen nicht signifikant. Die Autoren folgern, dass die Varikozele die männliche Fertilität wesentlich über eine erhöhte DNA-Fragmentierung beeinträchtigt, und befürworten den routinemäßigen Einsatz der SDF-Analyse zur Entscheidungsfindung bei operativer Varikozelenbehandlung.

PMID 40583011 — Original auf PubMed →

Entwicklung eines Nomogramms zur Vorhersage der Spermiengewinnung bei microTESE bei idiopathischer nicht-obstruktiver Azoospermie: eine multizentrische Kohortenstudie

Russo GI et al. — Andrology

Multizentrische retrospektiv-prospektive Kohortenstudie (2022–2024, 333 Männer mit nicht-obstruktiver Azoospermie [NOA] ohne genetische Auffälligkeiten an sechs akademischen Zentren) zur Entwicklung eines Vorhersagemodells (Nomogramm) für den Erfolg der Spermiengewinnung mittels mikrochirurgischer testikulärer Spermienextraktion (microTESE). Erfasst wurden Alter, BMI, Hormonprofil (FSH, LH, Testosteron), genetische Befunde, sonografisches Hodenvolumen sowie histopathologische Befunde; die Auswertung erfolgte per logistischer Regression mit interner Validierung über 1000 Bootstrap-Stichproben. Die Gesamterfolgsrate der Spermiengewinnung lag bei 52,55 %. Unabhängige Prädiktoren für Misserfolg waren höhere FSH-Werte (OR 0,97; p=0,049), Reifungsarrest (OR 0,04; p<0,01) und Sertoli-Cell-only-Syndrom (OR 0,03; p<0,01). Das Nomogramm erreichte einen C-Index von 0,75, eine Sensitivität von 73 % und eine Spezifität von 82 %. Es soll künftig die präoperative Beratung und Therapieplanung bei Paaren mit NOA-bedingter Unfruchtbarkeit unterstützen; eine externe Validierung steht noch aus.

PMID 40884056 — Original auf PubMed →

Quecksilberbelastung und männliche Fruchtbarkeit: Untersuchung der Auswirkungen der Umwelt-Bioakkumulation auf die Spermienqualität

Henriques MC et al. — Food and chemical toxicology

Querschnittsstudie zum Zusammenhang zwischen Quecksilberbelastung (Hg) und Spermienqualität anhand von Kopfhaar- und Samenproben sowie einem Fragebogen zu soziodemografischen, sozioökonomischen, Lebensstil- und Reproduktionsfaktoren. Die Analyse zeigte eine deutliche Hg-Bioakkumulation in allen Haarproben, wobei 41 % über 1000 ng/g und 11 % über 2000 ng/g lagen. Es fand sich eine signifikante positive Korrelation zwischen dem Gesamt-Hg-Gehalt im Haar und Defekten am Hauptstück der Spermien sowie einem erhöhten Teratozoospermie-Index (Anteil abnormal geformter Spermien). Fischkonsum wurde als wichtiger Beitragsfaktor zur Hg-Belastung identifiziert. Die Autoren interpretieren die Ergebnisse als zusätzlichen Beleg für ein reproduktionstoxisches Risiko durch Quecksilber und fordern eine kontinuierliche Expositionsüberwachung zum Schutz der männlichen Fruchtbarkeit. Konkrete Zahlen zur Stichprobengröße werden im Abstract nicht genannt.

PMID 41077376 — Original auf PubMed →

Die Rolle des seminalen Oxidations-Reduktions-Potenzials bei männlicher Unfruchtbarkeit: systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse

Christoforaki V et al. — Reproductive biomedicine online

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse (Literatursuche in MEDLINE, CENTRAL, Embase und Studienregistern bis Dezember 2024) zur Frage, ob sich das seminale oxidativ-reduktive Potenzial (ORP) als Marker für oxidativen Stress zwischen fertilen und unfruchtbaren Männern unterscheidet und mit der Spermienqualität zusammenhängt. In die Metaanalyse gingen 13 Studien ein. Fertile Männer hatten niedrigere ORP-Werte als unfruchtbare Männer (gewichtete mittlere Differenz [WMD] -4,07; 95%-KI -5,80 bis -2,35), ebenso Männer mit normalen im Vergleich zu abnormalen Spermienparametern (WMD -2,39). Hohe ORP-Werte gingen mit niedrigerer Spermienkonzentration (WMD -35,76), niedrigerer Gesamtspermienzahl (WMD -126,41), reduzierter Gesamt- und progressiver Motilität sowie schlechterer Morphologie und einem höheren Anteil unbeweglicher Spermien einher. Die Autoren schlussfolgern, dass das seminale ORP negativ mit männlicher Fertilität und mehreren Spermienqualitätsparametern assoziiert ist und sich als ergänzender diagnostischer Marker für oxidativen Stress bei männlicher Unfruchtbarkeit eignen könnte.

PMID 41207812 — Original auf PubMed →

Auswirkungen einer Ureaplasma-urealyticum-Infektion des Urogenitaltrakts auf Spermien-DNA und Samenqualität bei männlichen Patienten

Zhao L et al. — European journal of clinical microbiology & infectious diseases

Laboranalytische Studie zu den Auswirkungen einer Infektion mit Ureaplasma urealyticum (UU) im männlichen Genitaltrakt auf Spermien-DNA und Samenqualität. Die Spermienmorphologie wurde mikroskopisch nach HE-Färbung beurteilt, biochemische Samenparameter (Zink, Fruktose, Zitronensäure, neutrale α-Glukosidase, Elastase, Akrosin-Aktivität) automatisiert bestimmt, die DNA-Fragmentierung (DFI) sowie hohe DNA-Anfärbbarkeit (HDS) mittels Sperm-Chromatin-Structure-Assay (SCSA) gemessen. In der UU-positiven Gruppe waren die seminale Elastase (p=0,0006) und der Anteil morphologisch abnormaler Spermien signifikant erhöht; auch der DFI-Wert lag signifikant höher als in der UU-negativen Vergleichsgruppe. Die Autoren schlussfolgern, dass eine UU-Infektion nicht nur biochemische Samenparameter und die Spermienmorphologie verschlechtert, sondern auch die DNA-Fragmentierung erhöht und die DNA-Integrität der Spermien senkt, was einen relevanten Pathomechanismus für UU-assoziierte männliche Unfruchtbarkeit darstellen könnte. Genaue Stichprobenzahlen werden im verfügbaren Abstract nicht genannt.

PMID 41217668 — Original auf PubMed →

Eine nordamerikanische Präkonzeptionsstudie zu Schlafgesundheit und Spermienqualität

Coleman CM et al. — Human reproduction (Oxford, England)

Querschnittsanalyse innerhalb der nordamerikanischen Präkonzeptionskohorte "Pregnancy Study Online" mit 690 männlichen Teilnehmern (≥21 Jahre, 1247 Samenproben, Einschluss 2015–2023), bei der selbstberichtete Angaben zu Schlafdauer, Schlafstörungshäufigkeit und (bei einer Teilstichprobe) zum Pittsburgh-Schlafqualitätsindex mit Ergebnissen eines Heim-Testkits für Spermienparameter verknüpft wurden. Mittels GEE-Modellen zeigte sich: Sehr kurzer bzw. sehr langer Schlaf, häufige Schlafstörungen und schlechte Schlafqualität waren mit reduzierter Spermienkonzentration, Gesamtspermienzahl und gesamtbeweglicher Spermienzahl assoziiert, kurzer Schlaf und häufige Schlafstörungen zusätzlich mit vermindertem Samenvolumen. Bei schlechter im Vergleich zu guter Schlafqualität lagen die prozentualen Unterschiede bei -19,2 % für die Gesamtspermienzahl und -18,1 % für die Spermienkonzentration. Trotz möglicher Fehlklassifikation durch Selbstauskünfte und einer auf internetaffine, kinderwunschplanende Paare beschränkten Stichprobe stützen die Ergebnisse einen Zusammenhang zwischen schlechter Schlafgesundheit und verminderter Spermienqualität.

PMID 41330355 — Original auf PubMed →

Einfluss von humanen Papillomaviren auf Spermienparameter und männliche Unfruchtbarkeit: eine Einzelzentrumsstudie

Matik S et al. — JBRA assisted reproduction

Single-Center-Fall-Kontroll-Studie mit 50 Männern aus unfruchtbaren Paaren und 10 Männern mit nachgewiesener Fertilität als Kontrollen, die den Nachweis von seminalem HPV (mittels Real-Time-PCR mit Genotypisierung) und dessen Zusammenhang mit computerassistierter Spermienanalyse untersuchte. HPV-DNA fand sich bei 9 von 50 Männern (18,0 %) aus unfruchtbaren Paaren und bei 1 von 10 fertilen Kontrollen (10,0 %). Innerhalb der unfruchtbaren Gruppe war HPV-Positivität mit veränderten Spermienparametern assoziiert, unter anderem erhöhter progressiver Motilität, vermehrtem residualem Zytoplasma und reduziertem Anteil normaler Akrosomen. Im Vergleich zu fertilen Kontrollen zeigten HPV-positive unfruchtbare Männer signifikant niedrigere Spermienkonzentration, geringere Gesamtzahl beweglicher Spermien, schlechtere Penetrationsfähigkeit in Zervixschleim sowie mehr Flagellum-, Hals- und Mittelstückdefekte. Die kleine Stichprobe begrenzt die Aussagekraft, dennoch deuten die Ergebnisse auf eine mögliche Rolle von HPV als Kofaktor männlicher Unfruchtbarkeit hin.

PMID 41428716 — Original auf PubMed →

Saisonale Schwankungen der menschlichen Spermienparameter: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse

Dehghanbanadaki H et al. — Andrology

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse (Literatursuche in PubMed, Web of Science und Scopus bis März 2025, 641 zunächst identifizierte Studien, 21 in die Metaanalyse eingeschlossen) zu saisonalen Schwankungen menschlicher Spermienparameter. Mittels Random-Effects-Modellen wurden gepoolte mittlere Differenzen zwischen den Jahreszeiten berechnet. Winter und Frühling zeigten insgesamt eine bessere Spermienqualität als Sommer und Herbst: höhere Spermienkonzentration (+3,24 bis 6,07 Mio./mL), höhere Gesamtspermienzahl (+14,63 bis 19,74 Mio.) und geringere langsame Motilität (-5,17 bis -11,75 Prozentpunkte). Im Winter fand sich zudem eine um 1,30 Prozentpunkte höhere normale Morphologie als in Herbst/Sommer, im Frühling eine um 4,34–4,38 Millionen höhere Gesamtzahl beweglicher Spermien sowie bessere Morphologie als im Sommer; im Sommer war die langsame Motilität niedriger als im Herbst. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Jahreszeit bei Planung und Interpretation von Spermiogrammen berücksichtigt werden sollte, da Winter und Frühling im Mittel günstigere Werte liefern.

PMID 41474168 — Original auf PubMed →

Bewertung der Monotherapie mit Coenzym Q10, L-Carnitin oder Kombinationstherapie auf Spermienparameter bei idiopathischer männlicher Unfruchtbarkeit: eine placebokontrollierte doppelblinde randomisierte klinische Studie

Higazy A et al. — Arab journal of urology

Placebokontrollierte, doppelblinde randomisierte klinische Studie mit 200 Männern mit idiopathischer Oligoasthenoteratozoospermie (OAT), aufgeteilt in vier gleich große Gruppen (CoQ10-Monotherapie, L-Carnitin-Monotherapie, Kombinationstherapie, Placebo); 174 Patienten schlossen die dreimonatige Nachbeobachtung ab. Primärer Endpunkt war die Veränderung der Spermienparameter, sekundäre Endpunkte waren der Spermien-DNA-Fragmentierungsindex (SDF) und das Hormonprofil. Sowohl Mono- als auch Kombinationstherapie führten nach drei Monaten zu einer hochsignifikanten Verbesserung aller Spermienparameter und des SDF-Index gegenüber dem Ausgangswert, während die Placebogruppe keine Verbesserung zeigte. In den Behandlungsgruppen stieg zudem der Testosteronspiegel und das luteinisierende Hormon (LH) sank, während sich in der Placebogruppe nichts änderte; Prolaktin blieb in allen Gruppen unverändert. Die Kombination aus CoQ10 und L-Carnitin erzielte eine stärkere Verbesserung als die jeweilige Monotherapie und erscheint damit als wirksamste antioxidative Behandlungsoption bei idiopathischer OAT.

PMID 41509099 — Original auf PubMed →