Karten und geografische Verteilung von Spermienqualitäts-relevanten Schadstoffen

Viele der in dieser Übersicht besprochenen Einflussfaktoren auf die Spermienqualität – PFAS, Pestizidrückstände, Feinstaub, Mikroplastik oder endokrine Disruptoren wie Bisphenol A – sind nicht überall gleich verteilt. Wer in einer landwirtschaftlich intensiv genutzten Region lebt, in der Nähe eines Industriestandorts trinkt oder in einer Stadt mit hoher Luftverschmutzung wohnt, ist anderen Belastungen ausgesetzt als jemand in einer ländlichen Region mit sauberer Luft und geringem Pestizideinsatz. Es liegt daher nahe, nach Karten zu suchen, die diese geografische Verteilung sichtbar machen. Die gute Nachricht: Für einige Schadstoffgruppen existieren tatsächlich beeindruckende, gut recherchierte interaktive Karten und offene Datensätze. Die schlechte Nachricht: Die meisten davon lassen sich aus rechtlichen oder technischen Gründen nicht einfach per <iframe> in eine fremde Website einbetten, und nicht für jeden Schadstoff gibt es eine echte Landkarte – für den weltweiten Rückgang der Spermienzahl beispielsweise existiert vor allem eine wissenschaftliche Trendgrafik, keine Weltkarte im eigentlichen Sinn.

Im Folgenden werden die wichtigsten real existierenden Kartenwerke und Datenquellen vorgestellt, die im Rahmen dieser Recherche direkt aufgerufen und geprüft wurden. Zu jeder Quelle wird eingeordnet, was sie zeigt, wie belastbar und aktuell sie ist, ob eine Einbettung technisch und rechtlich sinnvoll erscheint und ob offene Rohdaten vorliegen, aus denen sich bei Bedarf eigene, schlankere Visualisierungen für diese Seite bauen lassen.

Kartenquelle 1: Das Forever Pollution Project – PFAS-Kontamination in Europa

Das "Forever Pollution Project" ist die wohl umfangreichste öffentlich zugängliche Karte zur PFAS-Belastung ("Ewigkeitschemikalien") in Europa. Sie wurde 2023 von einem Konsortium aus 16 europäischen Redaktionen veröffentlicht, darunter Le Monde, NDR, WDR, Süddeutsche Zeitung und The Guardian, koordiniert von der Arena for Journalism in Europe und finanziell unterstützt von Journalismfund.eu und Investigative Journalism for Europe (IJ4EU). 29 Journalistinnen und Journalisten sowie sieben wissenschaftliche Beraterinnen und Berater werteten rund 100 Datensätze und zahlreiche Informationsfreiheitsanfragen aus. Das Ergebnis ist eine interaktive Karte mit fast 23.000 bestätigten und rund 21.500 mutmaßlichen PFAS-Kontaminationsstandorten sowie über 2.300 "Hotspots", an denen die gemessenen PFAS-Konzentrationen einen von Fachleuten als gesundheitsgefährdend eingestuften Schwellenwert überschreiten. Die Karte ist über die Projektseite und unter der Kurz-URL lemde.fr/PFASmap erreichbar. Die Daten werden mittlerweile vom "PFAS Data Hub" am französischen Forschungszentrum CNRS weitergepflegt und aktualisiert (Stand der zuletzt geprüften Version: November 2023 bzw. laufende Aktualisierungen beim CNRS). Die Projektseite selbst erlaubt eine freie Weiternutzung der Daten, sofern das Forever Pollution Project und die jeweilige Seite zitiert und die Projektleiterin informiert wird – eine klassische offene Lizenz (etwa Creative Commons) wird jedoch nicht ausdrücklich genannt. Eine direkte technische Prüfung der Antwort-Header der Kartenseite ergab keinen blockierenden X-Frame-Options-Header, was eine Einbettung technisch grundsätzlich zulässt; eine offizielle, dokumentierte Erlaubnis zur Einbettung per iframe auf fremden Websites konnte jedoch nicht gefunden werden, weshalb im Zweifel eine reine Verlinkung empfohlen wird. Für eigene, schlankere Auswertungen bietet der CNRS PFAS Data Hub strukturierte Downloads als CSV- und Parquet-Datei sowie eine einfache API an.

Kartenquelle 2: PFAS Data Hub des CNRS – Fortführung und offene Rohdaten

Der PFAS Data Hub (pdh.cnrs.fr) ist die wissenschaftliche Fortführung des Forever Pollution Project am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS), dem größten staatlichen Forschungszentrum Frankreichs. Er bietet eine eigene, weiterentwickelte Kartenansicht sowie einen Downloadbereich, über den der komplette Datensatz als CSV- oder Parquet-Datei heruntergeladen werden kann; zusätzlich existiert eine einfache API mit automatisch generierter Dokumentation. Damit ist dies aktuell die praktikabelste Quelle, um eigene Auswertungen zu PFAS-Standorten in Europa zu erstellen, etwa eine vereinfachte Länder- oder Regionenübersicht der Anzahl an Kontaminationsstandorten. Eine explizite Lizenzangabe (z. B. Creative Commons) fehlt auf der Downloadseite; bei Unklarheiten verweist der Betreiber auf eine Kontaktadresse. Auch hier wurde bei der technischen Prüfung kein blockierender X-Frame-Options-Header festgestellt, eine offizielle Embed-Freigabe ist aber nicht dokumentiert, sodass für die direkte Kartenansicht eher eine Verlinkung, für eigene Diagramme jedoch die Rohdaten empfehlenswert sind.

Kartenquelle 3: EWG PFAS Contamination Map – USA

Die Environmental Working Group (EWG), eine US-amerikanische Umwelt-NGO, betreibt mit der "PFAS Contamination Map" die bekannteste Übersichtskarte zu PFAS-belasteten Standorten und Trinkwassersystemen in den Vereinigten Staaten. Die Karte weist aktuell mehrere Tausend bekannte PFAS-Kontaminationsstandorte in allen 50 Bundesstaaten aus und verweist darauf, dass rund 176 Millionen Menschen in den USA Trinkwasser beziehen, das positiv auf PFAS getestet wurde. Neben der Hauptkarte bietet die EWG weitere Spezialkarten an, etwa zu militärischen Standorten mit PFAS-haltigem Löschschaum und zu Kontaminationen in der Nähe von Stammesgebieten indigener Gemeinschaften. Bei der direkten technischen Prüfung der Antwort-Header wurde ein X-Frame-Options: SAMEORIGIN-Header festgestellt – die Seite lässt sich damit technisch nicht in ein fremdes <iframe> einbetten, der Browser blockiert dies aktiv. Zusätzlich untersagen die allgemeinen Nutzungsbedingungen der EWG ausdrücklich das Kopieren, Reproduzieren oder Weiterverbreiten von Inhalten der Website ohne vorherige schriftliche Genehmigung; für Nachdrucke wird auf ein Genehmigungsverfahren per E-Mail verwiesen. Ein offen zugänglicher, strukturierter Rohdatensatz (CSV, GeoJSON) zum Download konnte nicht gefunden werden – die zugrunde liegenden Daten scheinen nicht als offenes Datenpaket veröffentlicht zu sein. Empfehlung: ausschließlich verlinken, keine Einbettung und keine Datenübernahme ohne Rückfrage bei der EWG.

Kartenquelle 4: Pestizideinsatz weltweit – FAOSTAT und Our World in Data

Die zuverlässigste Quelle für den Pestizideinsatz je Land ist die FAOSTAT-Datenbank "Pesticides Use" der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die Daten von 1990 bis 2023 für praktisch alle Länder der Welt bereitstellt, unter anderem den Indikator Kilogramm Pestizid-Wirkstoff je Hektar Ackerfläche. Die Rohdaten sind über den FAOSTAT-Datenbrowser (fao.org/faostat, Domäne "RP") abrufbar, aber nicht als fertige, leicht einbettbare Weltkarte gestaltet – der Browser ist ein komplexes Analysewerkzeug und für die Einbettung auf fremden Websites nicht vorgesehen. Praktikabler ist die Aufbereitung durch Our World in Data (OWID), die denselben FAOSTAT-Datensatz als interaktive Weltkarte mit Zeitschieberegler, Ländervergleich und direktem CSV-Download anbietet. OWID stellt seine Inhalte ausdrücklich unter einer offenen Creative-Commons-BY-Lizenz zur Verfügung und bietet für seine Diagramme reguläre Einbettungsfunktionen an; bei der technischen Prüfung wurde für die Kartenseite kein blockierender X-Frame-Options-Header gefunden, eine Einbettung ist also sowohl rechtlich als auch technisch möglich. Aus dem tatsächlich heruntergeladenen CSV-Datensatz (Stand 2023, jüngste verfügbare Jahreszahl) ergibt sich ein sehr heterogenes Bild: Die Niederlande (6,95 kg/ha), Brasilien (12,63 kg/ha), Chile (9,23 kg/ha), Neuseeland (8,93 kg/ha) und Japan (10,61 kg/ha) liegen weit über dem globalen Mittel von rund 2,4 kg/ha, während Indien (0,24 kg/ha), Schweden (0,8 kg/ha) und Nigeria (1,09 kg/ha) zu den Ländern mit dem geringsten flächenbezogenen Einsatz zählen. Deutschland (3,41 kg/ha), Österreich (3,79 kg/ha), die Schweiz (3,63 kg/ha), Frankreich (3,65 kg/ha) und Spanien (3,19 kg/ha) liegen im mittleren bis oberen Bereich. Die exakten Werte für 25 Länder sind in der begleitenden Datendatei dieser Recherche hinterlegt.

Kartenquelle 5: WHO Ambient Air Quality Database – Feinstaub weltweit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) pflegt mit der "Ambient Air Quality Database" die offizielle globale Referenzdatenbank für Feinstaub (PM2,5 und PM10) und Stickstoffdioxid, mit Messwerten aus mittlerweile über 8.000 Orten in 127 Mitgliedstaaten (Version 8.0, Datenstand bis 2024). Die WHO stellt dazu eine interaktive Web-Anwendung sowie einen vollständigen Excel-Download bereit und verweist explizit auf ihre allgemeinen Nutzungs- und Lizenzbedingungen. Bei der direkten Prüfung der Antwort-Header der WHO-Seite wurden sowohl ein X-Frame-Options: SAMEORIGIN-Header als auch eine sehr restriktive Content-Security-Policy mit einer engen frame-ancestors-Liste (im Wesentlichen nur who.int-Subdomains und ausgewählte Partnerdienste) gefunden – eine Einbettung auf einer fremden Domain wie bosslevel.eu ist damit technisch ausgeschlossen. Die WHO weist zudem ausdrücklich darauf hin, dass die Datenbank aufgrund unterschiedlicher Messmethoden nicht für ein direktes Ranking der am stärksten belasteten Städte verwendet werden sollte. Der Excel-Rohdatensatz selbst ist grundsätzlich für eine eigene Kartenerstellung geeignet, wurde im Rahmen dieser Recherche aber nicht bis auf einzelne Länderwerte ausgewertet.

Kartenquelle 6: IQAir World Air Quality Report – Feinstaub-Rangliste

Das Schweizer Unternehmen IQAir veröffentlicht jährlich den "World Air Quality Report" mit einer interaktiven Weltkarte der PM2,5-Konzentrationen für über 9.000 Städte in mehr als 140 Ländern und Territorien, gespeist aus über 40.000 amtlichen Messstationen und privaten Sensoren. Der Bericht liefert die aktuell greifbarsten Länderwerte: Für 2025 führten Pakistan (67,3 µg/m³), Bangladesch (66,1 µg/m³), Tschad (53,6 µg/m³), die Demokratische Republik Kongo (50,2 µg/m³) und Indien (48,9 µg/m³) die Rangliste der am stärksten belasteten Länder an – Werte, die die WHO-Jahresrichtwertempfehlung von 5 µg/m³ um das Zehn- bis Dreizehnfache überschreiten. Am anderen Ende lagen Australien (4,4 µg/m³) und Neuseeland (5,1 µg/m³) nahe am WHO-Richtwert; Mitteleuropa bewegt sich mit Deutschland (9,4 µg/m³), Österreich (10,4 µg/m³), der Schweiz (9,7 µg/m³), Frankreich (9,6 µg/m³), Spanien (9,1 µg/m³) und den Niederlanden (9,7 µg/m³) im mittleren Bereich. Bei einem direkten technischen Zugriffsversuch auf die interaktive Kartenseite reagierte der Server mit einer aktiven Bot- und Zugriffs-Schutzmaßnahme (HTTP 429 mit Vercel-"Challenge"-Mechanismus), sodass sich die X-Frame-Options-Konfiguration nicht zuverlässig prüfen ließ. Angesichts dieser aktiven Schutzmechanismen und des Umstands, dass es sich um ein kommerzielles Angebot mit eigenem Datengeschäft handelt, wird eine Einbettung als unsicher eingestuft und von einer iframe-Nutzung abgeraten; strukturierte Rohdaten auf Länderebene sind nicht ersichtlich frei herunterladbar, der PDF-Jahresbericht hingegen schon.

Kartenquelle 7: EEA European Air Quality Viewer

Die Europäische Umweltagentur (EEA) betreibt mit dem "European City Air Quality Viewer" ein Ranking-Werkzeug, das 761 europäische Städte anhand ihrer PM2,5-, NO2- und Ozonbelastung in zehn Risikoklassen (Dezile) einordnet, ergänzt um Länder-Faktenblätter aus dem begleitenden "Urban PM2.5 Atlas". Daneben stellt die EEA einen "European Air Quality Index" mit Live-Daten von über 3.500 Messstationen sowie interpolierte PM2,5-Rasterkarten für ganz Europa bereit. Bei der technischen Prüfung der EEA-Domain wurde eine Content-Security-Policy mit einer klar auf eea.europa.eu- und wenige Partnerdomains beschränkten frame-ancestors-Direktive gefunden – eine Einbettung auf einer externen Website wie bosslevel.eu ist damit ausgeschlossen. Die EEA stellt ihre Geodaten jedoch über einen eigenen Geodatenkatalog bereit, aus dem sich grundsätzlich Rohdaten für eigene Karten beziehen lassen; die genauen Dateiformate wurden im Rahmen dieser Recherche nicht im Detail geprüft. Für diese Website empfiehlt sich daher eine reine Verlinkung auf den European City Air Quality Viewer bzw. den European Air Quality Index.

Kartenquelle 8: Weltweiter Rückgang der Spermienzahl – die Levine/Swan-Metaanalysen

Anders als bei den bisher genannten Umweltschadstoffen gibt es zum weltweiten Rückgang der Spermienzahl selbst keine klassische Landkarte, sondern zwei viel zitierte wissenschaftliche Metaanalysen des Teams um Hagai Levine und Shanna Swan, veröffentlicht im Fachjournal Human Reproduction Update. Die erste Studie von 2017 wertete 185 Studien mit Daten von 1973 bis 2011 aus und fand bei "unselektierten" (also nicht wegen Fruchtbarkeitsproblemen ausgewählten) Männern aus Nordamerika, Europa, Australien und Neuseeland einen Rückgang der Spermienkonzentration um 52,4 Prozent und der Gesamtspermienzahl um 59,3 Prozent. Für Südamerika, Asien und Afrika fand die Studie 2017 dagegen keinen statistisch signifikanten Rückgang – ein Unterschied zwischen den Weltregionen, der damals auch mit der noch geringeren Zahl verfügbarer Studien aus diesen Kontinenten begründet wurde. Die Aktualisierung von 2022/2023 erweiterte den Studienzeitraum bis 2018 und bezog erstmals deutlich mehr Studien aus Süd- und Mittelamerika, Asien und Afrika ein. Das Ergebnis: Über alle Kontinente hinweg sank die mittlere Spermienkonzentration unselektierter Männer zwischen 1973 und 2018 um 51,6 Prozent, die Gesamtspermienzahl um 62,3 Prozent – und der jährliche Rückgang beschleunigte sich nach dem Jahr 2000 von 1,16 Prozent auf 2,64 Prozent pro Jahr. Die Publikationen enthalten kein geografisches Kartenmaterial, sondern Streudiagramme mit Trendlinien, die zwei Ländergruppen gegenüberstellen: "Nordamerika-Europa-Australien" (NEA) und "Südamerika-Asien-Afrika" (SAA). Während 2017 nur in der NEA-Gruppe ein signifikanter Rückgang nachweisbar war, zeigte die Aktualisierung 2022/2023 einen Rückgang auch in der SAA-Gruppe, wenn auch mit geringerer Steigung. Der Originalartikel von 2017 ist nicht frei zugänglich (kostenpflichtig bzw. institutioneller Zugang erforderlich); auch die Aktualisierung von 2022/2023 liegt hinter der üblichen Verlagsbezahlschranke von Oxford University Press. Eine Einbettung der Fachartikel per iframe ist weder sinnvoll noch vorgesehen; empfehlenswert ist stattdessen, die zentralen Prozentzahlen als eigenes, einfaches Balkendiagramm dieser Website nachzubilden, gestützt auf die tatsächlich veröffentlichten Zahlen aus beiden Studien.

Kartenquelle 9: NOAA Marine Microplastics Database – Mikroplastik im Ozean

Die US-amerikanische Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA betreibt über ihr National Centers for Environmental Information (NCEI) die "Marine Microplastics Database", eine globale, laufend aktualisierte Sammlung von Mikroplastik-Messungen im Meer – von der Wasseroberfläche bis zum Meeresboden –, gespeist sowohl aus wissenschaftlichen als auch aus Citizen-Science-Erhebungen. Die zugehörige interaktive Karte ist über das ArcGIS-Hub-Portal der NOAA erreichbar und erlaubt es, Messpunkte nach Datum, Ort und Partikeltyp zu filtern und die zugrunde liegenden Daten direkt als CSV-, JSON- oder GeoJSON-Datei herunterzuladen. Da es sich um Daten einer US-Bundesbehörde handelt, gelten sie als gemeinfrei ("public domain") und sind ohne Einschränkung frei nutzbar. Bei der technischen Prüfung der Kartenseiten wurde kein blockierender X-Frame-Options-Header gefunden – ArcGIS-Kartenanwendungen dieser Art sind in der Regel für die Einbettung auf fremden Websites konzipiert, auch wenn NOAA selbst keine gesonderte Embed-Anleitung veröffentlicht. Diese Quelle eignet sich damit sowohl für eine direkte Einbettung als auch für den Bau einer eigenen, vereinfachten Karte auf Basis der frei herunterladbaren Rohdaten. Inhaltlich zeigt die Datenbank die bekannte Anreicherung von Mikroplastik in den fünf subtropischen Wirbeln der Weltmeere (Nordpazifik, Südpazifik, Nord- und Südatlantik sowie Indischer Ozean); die meisten Datenpunkte stammen aus dem Atlantik (rund 62 Prozent), die wenigsten aus dem Südpolarmeer (rund 0,2 Prozent) – ein Hinweis darauf, dass die Karte auch die ungleiche Verteilung der Forschungsaktivität und nicht nur die reale Schadstoffverteilung widerspiegelt.

Kartenquelle 10: Die "Garbage Patches" – geografische Einordnung durch NOAA

Ergänzend zur eigentlichen Messdatenbank stellt NOAA über ihr Marine Debris Program und die Abteilung Ocean Exploration frei zugängliche Informationsseiten zu den fünf großen ozeanischen "Müllstrudeln" bereit, allen voran dem "Great Pacific Garbage Patch" zwischen Hawaii und Kalifornien. Dieser wird mit einer geschätzten Fläche von rund 1,6 Millionen Quadratkilometern beziffert – etwa der dreifachen Fläche Frankreichs –, wobei NOAA ausdrücklich betont, dass es sich nicht um eine sichtbare "Müllinsel", sondern um eine Zone erhöhter Konzentration meist kleinteiliger, oft mit bloßem Auge kaum erkennbarer Plastikpartikel handelt, deren genaue Grenzen sich mit Strömung und Wind laufend verschieben. Diese Seiten sind klassische redaktionelle Informationsseiten mit statischen Grafiken, keine interaktiven Kartenwerkzeuge, und eignen sich daher nur zur Verlinkung und als Grundlage für eine eigene, vereinfachte Illustration der fünf großen Meereswirbel – nicht zur Einbettung per iframe.

Kartenquelle 11: Bisphenol A und Phthalate – warum es (noch) keine Ländervergleichskarte gibt

Für Bisphenol A und Phthalate existiert bislang keine öffentlich zugängliche, echte Ländervergleichskarte, wie sie für PFAS oder Feinstaub verfügbar ist. Die European Human Biomonitoring Initiative (HBM4EU) hat zwischen 2014 und 2021 in den sogenannten "Aligned Studies" harmonisierte Biomonitoring-Daten von über 10.000 Teilnehmenden aus 23 europäischen Ländern zu Bisphenolen, Phthalaten und weiteren Substanzgruppen erhoben. Die zugehörige wissenschaftliche Auswertung (open access unter einer Creative-Commons-BY-4.0-Lizenz veröffentlicht) weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass wegen der Beschränkung auf aggregierte Perzentilwerte "keine geografischen Vergleiche auf europäischer Ebene" möglich seien – die Autorinnen und Autoren nennen dies selbst als Limitation ihrer Arbeit und regen entsprechende Regionalanalysen für künftige Untersuchungen an. Das zugehörige "European HBM Dashboard" (betrieben vom flämischen Forschungsinstitut VITO im Rahmen von HBM4EU und dem Nachfolgeprojekt PARC) erlaubt zwar den Vergleich von Expositionswerten verschiedener Studien, ist aber kein Kartenwerkzeug, und der zugrunde liegende Datensatz mit Zusammenfassungsstatistiken wird nur auf Anfrage per E-Mail herausgegeben, nicht offen zum Download angeboten. Bei der technischen Prüfung wurde außerdem ein X-Frame-Options: SAMEORIGIN-Header in Kombination mit einer auf die eigene Domain beschränkten frame-ancestors-Regel gefunden, sodass eine Einbettung ohnehin ausgeschlossen ist. In den USA erhebt das amerikanische Centers for Disease Control and Prevention (CDC) im Rahmen der NHANES-Erhebung regelmäßig bundesweite (nicht regional aufgeschlüsselte) Urinkonzentrationen von Bisphenol A und Phthalatmetaboliten und veröffentlicht diese im "National Report on Human Exposure to Environmental Chemicals" – auch hier handelt es sich um eine reine Zeitreihe für die USA insgesamt, nicht um eine Karte oder einen internationalen Ländervergleich. Für diese Website bedeutet das: Zu Bisphenol A und Phthalaten lässt sich seriös keine Karte einbinden oder nachbauen, da die dafür nötigen geografisch aufgeschlüsselten Rohdaten schlicht nicht öffentlich vorliegen; stattdessen sollte im Text transparent auf diese Datenlücke hingewiesen und auf die vorhandenen, aber nicht geografisch vergleichbaren HBM4EU- und CDC-Berichte verlinkt werden.

Quellen

  1. Forever Pollution Project: Die Karte. foreverpollution.eu/map
  2. Forever Pollution Project: Dataset and Maps. foreverpollution.eu/map/dataset-and-maps
  3. PFAS Data Hub (CNRS): Download-Bereich. pdh.cnrs.fr/download
  4. PFAS Data Hub (CNRS): Karte. pdh.cnrs.fr/map
  5. Environmental Working Group: Interactive Map – PFAS Contamination Crisis. ewg.org/interactive-maps/pfas_contamination
  6. FAO: Pesticides use and trade, 1990–2023. fao.org – Pesticides use and trade 1990–2023
  7. Our World in Data: Pesticide use per hectare of cropland (FAOSTAT-Daten, inkl. CSV-Download). ourworldindata.org/grapher/pesticide-use-per-hectare-of-cropland
  8. World Health Organization: WHO Ambient Air Quality Database. who.int – Ambient Air Quality Database
  9. IQAir: World Air Quality Report. iqair.com/world-air-quality-report
  10. IQAir: World's Most Polluted Countries & Regions. iqair.com/world-most-polluted-countries
  11. European Environment Agency: European City Air Quality Viewer. eea.europa.eu – European City Air Quality Viewer
  12. Levine H, Jørgensen N, Martino-Andrade A, et al. Temporal trends in sperm count: a systematic review and meta-regression analysis. Human Reproduction Update 2017;23(6):646–659. academic.oup.com/humupd/article/23/6/646/4035689
  13. Levine H, Jørgensen N, Martino-Andrade A, et al. Temporal trends in sperm count: a systematic review and meta-regression analysis of samples collected globally in the 20th and 21st centuries. Human Reproduction Update 2023;29(2):157–176. academic.oup.com/humupd/article/29/2/157/6824414
  14. NOAA NCEI: Marine Microplastics. ncei.noaa.gov/products/microplastics
  15. NOAA NCEI: Marine Microplastics – interaktive Kartenansicht. marinemicroplastics-noaa.hub.arcgis.com/pages/web-map
  16. NOAA NCEI: Global Atlas Expands Reach of NOAA Microplastics Database. ncei.noaa.gov/news/global-atlas-expands-reach-noaa-microplastics-database
  17. NOAA Ocean Exploration: What is the Great Pacific Garbage Patch? oceanexplorer.noaa.gov/ocean-fact/garbagepatch
  18. NOAA Marine Debris Program: Garbage Patches. marinedebris.noaa.gov/discover-marine-debris/garbage-patches
  19. HBM4EU: Bisphenols Factsheet. hbm4eu.eu/factsheets/bisphenols
  20. European Human Biomonitoring Dashboard (VITO / HBM4EU / PARC). hbm.vito.be/eu-hbm-dashboard
  21. Time Patterns in Internal Human Exposure Data to Bisphenols, Phthalates, DINCH, Organophosphate Flame Retardants, Cadmium and PAHs in Europe. PMC10610666. pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10610666

Eingebettete interaktive Karten

Unabhängig auf blockierende Header (X-Frame-Options/CSP) geprüft und einbettbar.

Pestizideinsatz je Hektar Ackerfläche, weltweit — Our World in Data / FAOSTAT (CC BY)
Mikroplastik-Messungen in den Weltmeeren — NOAA (Public Domain)

Eigene Auswertungen aus den recherchierten Rohdaten

Pestizideinsatz je Land (kg/ha)

Brasilien
12.63 kg/ha
Japan
10.61 kg/ha
Chile
9.23 kg/ha
Neuseeland
8.93 kg/ha
Niederlande
6.95 kg/ha
Argentinien
6.33 kg/ha
Australien
5.81 kg/ha
Italien
4.17 kg/ha
Kolumbien
3.89 kg/ha
Österreich
3.79 kg/ha
Frankreich
3.65 kg/ha
Schweiz
3.63 kg/ha
Deutschland
3.41 kg/ha
Südafrika
3.39 kg/ha
Spanien
3.19 kg/ha
Ägypten
2.87 kg/ha
Vereinigtes Königreich
2.79 kg/ha
USA
2.78 kg/ha
Kanada
2.5 kg/ha
Polen
1.73 kg/ha

Feinstaub PM2.5 je Land (µg/m³)

Pakistan
67.3 µg/m³
Bangladesch
66.1 µg/m³
Tschad
53.6 µg/m³
DR Kongo
50.2 µg/m³
Indien
48.9 µg/m³
Ägypten
40.6 µg/m³
Irak
38.1 µg/m³
China
29.6 µg/m³
Nigeria
23.4 µg/m³
Österreich
10.4 µg/m³
Niederlande
9.7 µg/m³
Schweiz
9.7 µg/m³
Frankreich
9.6 µg/m³
Deutschland
9.4 µg/m³
Spanien
9.1 µg/m³
Kanada
7.4 µg/m³
USA
7.3 µg/m³
Finnland
5.2 µg/m³
Neuseeland
5.1 µg/m³
Australien
4.4 µg/m³

Rückgang der Spermienzahl nach Weltregion (%)

Weltweit, alle Kontinente – unselektierte Männer, Gesamtspermienzahl
62.3 %
Nordamerika/Europa/Australien/Neuseeland – unselektierte Männer, Gesamtspermienzahl
59.3 %
Nordamerika/Europa/Australien/Neuseeland – unselektierte Männer, Spermienkonzentration
52.4 %
Weltweit, alle Kontinente – unselektierte Männer, Spermienkonzentration
51.6 %
Südamerika/Asien/Afrika – unselektierte Männer
0 %