Mikrobiom und Probiotika · Kapitel 14 von 33 · Studienlage: Klinische Studien, Leitlinien und Tierversuche

Registrierte und laufende Vorhaben bis Tierversuche und experimentelle Studien

Registrierte und laufende Vorhaben

Das Studienprotokoll von Shamsi-Goushki et al. 2026 (Trials) [s023] beschreibt eine doppelblinde, randomisierte klinische Studie mit 84 übergewichtigen oder adipösen Männern in Kerman (Iran) über drei Monate, vierarmig: kalorienreduzierte MIND-Diät plus Probiotikum, MIND-Diät plus Placebo, übliche Reduktionskost plus Probiotikum, übliche Reduktionskost plus Placebo. Zielgrößen sind Spermiogramm, Androgene, sexuelle Funktion und sexuelle Lebensqualität; registriert als IRCT20240313061277N1 am 31. März 2024 [s023]. Ergebnisse liegen nicht vor, das Protokoll ist keine Evidenz zur Wirksamkeit. Außerdem verzeichnet die japanische Forschungsdatenbank KAKEN ein Projekt der Universität Osaka (精索静脈瘤に着目した精液細菌叢の解明と細菌叢標的治療の開発; Aufklärung der Samenbakterienflora mit Schwerpunkt Varikozele und Entwicklung einer auf die Bakterienflora zielenden Therapie; Kennung 22K20974; 31. August 2022 bis 31. März 2024), das die Samenflora von Varikozelenpatienten vor und nach der Operation mit Sequenzierung und Oxidationsstress untersuchen wollte; Ergebnisse wurden nicht gefunden [s081].

Zusammenfassende Auswertungen der Interventionsstudien (kompakt)

Die ausführliche Darstellung der Metaanalysen steht in einem anderen Kapitel der Gesamtstudie. Hier folgt nur, was für die Beurteilung der einzelnen Interventionsstudien wichtig ist.

Prihadi et al. 2026: Metaanalyse zu Probiotika bei idiopathischer männlicher Unfruchtbarkeit

Die Arbeit „Probiotic supplementation improved sperm parameters in idiopathic infertility male: a systematic review and meta-analysis“ (Urología Colombiana) [s020] liegt als PDF vor. Gesucht wurde in PubMed, EBSCO, ProQuest und Google Scholar; es gab 471 Treffer (PubMed 64, EBSCO 6, ProQuest 389, Google Scholar 12), nach Entfernen von 21 Dubletten wurden 450 Treffer gesichtet, 439 ausgeschlossen, elf im Volltext geprüft und sieben davon ausgeschlossen (vier wegen nicht passender Population, zwei wegen anderer Endpunkte, eine wegen bekannter Ursache). Es blieben vier Studien: Valcarce 2017 (n = 9), Maretti 2017 (20 und 21), Helli 2020/2022 (25 und 25) und Abbasi 2021 (28 und 28). Die Summe 9 + 41 + 50 + 56 ergibt die berichteten 156 Teilnehmer. Drei der vier Studien sind randomisiert, eine ist einarmig. Zur Risikobewertung dienten RoB 2 (randomisierte Studien) und ROBINS-I (nicht randomisierte Studie); nach den Angaben der Recherche-Dokumente wurden zwei randomisierte Studien mit niedrigem, eine mit unklarem Risiko (im Bereich der Endpunkterhebung) bewertet, die einarmige Studie mit niedrigem Risiko. Die Auswertung lief in RevMan 5.4 mit Modellen mit zufälligen Effekten bei I² über 50 %; für die Prüfung auf Publikationsverzerrung nennen die Autoren Egger-Test und Trichterdiagramme, Ergebnisse dazu sind im gelesenen Text nicht berichtet [s020].

Ergebnisse als standardisierte Mittelwertdifferenzen (SMD) mit 95-%-Konfidenzintervall: Spermienkonzentration 1,96 (0,08 bis 3,84; p = 0,04; I² = 95 %); Beweglichkeit 1,28 (0,28 bis 2,28; p = 0,01; I² = 86 %); Ejakulatvolumen 0,89 (0,10 bis 1,67; p = 0,03; I² = 79 %). Zwei Studien zur DNA-Fragmentierung hätten eine Verbesserung mit Rückgang von Entzündungs- und Oxidationsmarkern berichtet [s020]. Zuordnung: Der Ergebnisteil des PDFs ordnet die drei Werte der Reihe Konzentration, Beweglichkeit, Volumen zu (mit den genannten I²-Werten); der Abstract desselben Artikels führt „Konzentration, Volumen und Beweglichkeit“ mit denselben Zahlen in dieser Reihenfolge auf, würde also 1,28 dem Volumen und 0,89 der Beweglichkeit zuordnen. Die Master-Grafik dieser Gesamtstudie folgt dem Ergebnisteil.

Einordnung: Die untere Grenze der Konzentration liegt bei 0,08, nahe null; ein I² von 79 bis 95 % bedeutet, dass die vier Studien sehr unterschiedliche Effekte zeigen; ein SMD von fast 2 ist für Spermaparameter ungewöhnlich groß und bei vier kleinen Studien eher als Hinweis auf Überschätzung zu lesen. Wie die einarmige Studie in die gepoolten Schätzer einging, ist im gelesenen Text nicht erläutert (die Forest-Plots sind Abbildungen). Entscheidend ist der Einschluss von Helli et al. [s079]: 50 der 156 Männer stammen aus einer später zurückgezogenen Studie [s021]. Der Autorenhinweis „All selected studies had shown that probiotics ... successfully showed constant results“ steht in Spannung zu der hohen Heterogenität. Zur Dauer: Die Tabelle der Metaanalyse nennt für Valcarce zwölf Wochen, der Abstract der Originalarbeit drei und sechs Wochen Einnahme [s112, s020]. Weitere Abweichungen zwischen Tabelle und Original: Helli 25 und 25 statt 26 und 26 Teilnehmer, ein Unterschied, der in den Quellen nicht erklärt ist; bei Abbasi nennt die Tabelle die 28 und 28 Randomisierten, die Diskussion der Metaanalyse 22 Männer in der Interventionsgruppe, was dem Unterschied zwischen Randomisierung und Auswertung entspricht.

Oliveira et al. 2024: systematische Übersicht über vier RCT

„Probiotics supplementation in the treatment of male infertility: A Systematic Review“ (JBRA Assisted Reproduction) [s055]. Gesucht wurde in PubMed, Cochrane, Science Direct und SciELO, auch mit portugiesischen Begriffen; 85 Artikel wurden gefunden, vier Studien (veröffentlicht 2017 bis 2021) bei Männern mit idiopathischer Unfruchtbarkeit eingeschlossen: Valcarce, Maretti, Helli, Abbasi. Es gibt keine gepoolte Schätzung. Die Autoren berichten antioxidative Eigenschaften der Probiotika (Bekämpfung reaktiver Sauerstoffspezies mit Schutz der Spermien-DNA), eine Verbesserung aller Spermaparameter, besonders der Beweglichkeit, und sehen Probiotika als „potenzielle therapeutische Alternative“; sie bewerten die Studien qualitativ. In der Zusammenfassungstabelle werden die Teilnehmerzahlen mit 9, 41, 50 (Helli) und 47 (Abbasi) angegeben [s055].

Corbett, Crosby und McAuliffe 2021: Probiotika bei unfruchtbaren Paaren

„Probiotic therapy in couples with infertility: A systematic review“ (European Journal of Obstetrics, Gynecology, and Reproductive Biology) [s087]. Gesucht wurde am 7. Mai und am 26. August 2019 in MEDLINE, CINAHL, EMBASE, Web of Science und Cochrane; 882 Artikel, 26 im Volltext, vier eingeschlossen. Primärer Endpunkt war die klinische Schwangerschaftsrate. Von den zwei Studien, die ihn berichteten, fand nur eine einen nicht signifikanten Anstieg der klinischen Schwangerschaftsrate (48,0 % auf 58,8 %; p = 0,47) bei einer höheren Fehlgeburtenrate in der Probiotikagruppe (30 % gegenüber 16,6 %; p = 0,47). Beide Studien bei Männern mit oralem Probiotikum fanden eine signifikant bessere Beweglichkeit. Die Autoren schließen: Für Männer sei ein Nutzen für die Beweglichkeit beobachtet worden, für Frauen unter assistierter Reproduktion sei die Evidenz widersprüchlich; hochwertige randomisierte Studien fehlten [s087]. Aus dem Abstract geht nicht hervor, welche Einzelstudien die beiden Männerstudien sind und bei wem die Schwangerschaftsrate erhoben wurde; die Zahlen sind daher nicht auf den Mann zu beziehen.

Weitere Übersichten und Vergleichsmaßstab

Die systematische Übersicht von Shamsi-Goushki et al. 2026 (Nutrition and Health) [s022] schloss 15 Studien ein (fünf an Menschen, zehn an Tieren; Suche bis November 2024, Risikobewertung mit SYRCLE für Tierstudien und Cochrane RoB für Humanstudien) und berichtet verbesserte Zahl, Beweglichkeit, Morphologie und Antioxidansmarker bei gleichzeitig erheblicher Heterogenität der Designs [s022]. Die Metaanalyse von Melhem et al. 2026 (Andrology) [s017] (41 RCT, 3615 Männer) behandelt Arzneimittel und Nahrungsergänzung bei idiopathischer Unfruchtbarkeit nach Wirkmechanismus; Probiotika werden im Abstract als eigene Klasse nicht genannt. Sie dient hier als Maßstab: Antioxidantien gingen mit höheren Werten einher (SMD Konzentration 1,09, 95-%-KI 0,10 bis 2,08; progressive Beweglichkeit 1,11, 0,32 bis 1,90; Gesamtbeweglichkeit 0,69, 0,26 bis 1,13; normale Morphologie 0,43, 0,05 bis 0,82), die Vorhersageintervalle schlossen aber bei allen null ein, die Heterogenität lag bei I² über 80 %, und die Sicherheit der Evidenz wurde als sehr niedrig bewertet [s017]. Die ähnlich großen SMD bei Probiotika und Antioxidantien liegen damit in einem Bereich, in dem die Streuung zwischen den Studien größer ist als die Unterschiede zwischen den Interventionsklassen.

Leitlinien und Stellungnahmen

EAU-Leitlinie zur Sexual- und Reproduktionsmedizin, Kapitel männliche Unfruchtbarkeit

Das Kapitel „Male Infertility“ der EAU-Leitlinien [s006] wurde für diese Studie vollständig abgerufen (Abschnitte 11.4.4 und 11.5). Die Seite nennt kein Ausgabejahr; die Quellenliste führt die Ausgabe 2026, die Übersicht von Kaltsas et al. spricht von den EAU-Leitlinien 2025 [s009]. Die folgenden Inhalte sind wörtliche Aussagen der Leitlinie bzw. ihre sinngemäße Wiedergabe; sie sind keine Empfehlung dieser Studie.

Probiotika (Abschnitt 11.5.1.c): „Prebiotic/probiotic supplementation may influence hormone secretion; facilitating the scavenging of free radicals, and improving the microenvironment of the prostate and indirectly enhance sperm function.“ Als Belege nennt die Leitlinie zwei RCT: eine mit 56 Männern mit idiopathischer Unfruchtbarkeit (präbiotisch-probiotisches Präparat gegen Placebo; höhere Konzentration, Beweglichkeit und normale Morphologie sowie höhere DNA-Integrität in der Behandlungsgruppe) und eine mit 78 infertilen Männern nach Varikozelenoperation (nach drei Monaten höhere Konzentration und normale Morphologie unter Probiotikum). Das entspricht der Abbasi-Studie [s085] und der Asadi-Studie [s064]. Die Leitlinie schließt: „Further high-powered RCTs are warranted“ [s006].

Evidenzzusammenfassung (Abschnitt 11.5.2) mit Evidenzgrad 1b: „No conclusive data are available regarding the beneficial treatment with prebiotic/probiotic in males with idiopathic infertility; although, they may improve semen parameters.“ Dasselbe formuliert die Leitlinie für Antioxidantien. Empfehlung mit Stärke „schwach“: „Do not routinely treat patients with idiopathic infertility with antioxidants, prebiotic/probiotic, selective oestrogen receptor modulators or aromatase inhibitors.“ Mit Stärke „stark“ empfiehlt die Leitlinie, unfruchtbare Männer über schädliche Wirkungen von Adipositas, Bewegungsmangel, Rauchen und hohem Alkoholkonsum auf die Spermaqualität aufzuklären [s006].

Zu Antioxidantien führt der Text aus: ein Cochrane-Review mit 34 RCT und 2876 Paaren, das einen positiven Einfluss auf Lebendgeburt- und Schwangerschaftsraten bei subfertilen Paaren in ART-Zyklen sah; eine Metaanalyse mit 61 Studien und 6264 infertilen Männern mit ähnlichen Ergebnissen; „The quality of the reported studies is poor“; die MOXI-Studie (Males, Antioxidants, and Infertility), in der Antioxidantien Spermaparameter und DNA-Integrität gegenüber Placebo nicht verbesserten und die kumulative Lebendgeburtrate nach sechs Monaten sich nicht unterschied (Antioxidans 15 %, Placebo 24 %) [s006].

Zu Infektionen (Abschnitt 11.4.4): Nach Ausschluss eines Harnwegsinfekts deuten mehr als 10⁶ peroxidasepositive Leukozyten/ml auf einen Entzündungsprozess hin; mehr als 10³ KbE/ml Harnwegserreger im Ejakulat gelten als signifikante Bakteriospermie. Der Effekt symptomatischer oder asymptomatischer Infektionen auf die Spermaqualität sei „contradictory“. Eine systematische Übersicht zu sexuell übertragbaren Infektionen (Chlamydia trachomatis, genitale Mykoplasmen, Neisseria gonorrhoeae, Trichomonas vaginalis, Viren) konnte wegen der begrenzten Datenqualität keinen starken Zusammenhang mit männlicher Unfruchtbarkeit feststellen. Eine Metaanalyse fand keinen Zusammenhang für Ureaplasma parvum und Mycoplasma genitalium, wohl aber für U. urealyticum (Odds Ratio 3,03; 95-%-Konfidenzintervall 1,02 bis 8,99) und Mycoplasma hominis (Odds Ratio 2,8; 0,93 bis 3,64; das Intervall schließt 1 ein). Zur Leukozytospermie: ihre klinische Bedeutung sei „controversial“; eine Metaanalyse von Fall-Kontroll-Studien fand bei Männern ohne Symptome einer Genitaltraktinfektion keinen Zusammenhang mit verminderter Fertilität nach ART oder veränderter Samenqualität; es gebe keinen Beleg, dass die alleinige Behandlung einer Leukozytospermie ohne Erregernachweis die Konzeptionsrate verbessere. Evidenzzusammenfassung: Akzessorische Geschlechtsdrüseninfektionen seien nicht klar mit beeinträchtigter natürlicher Zeugung verbunden (Evidenzgrad 3); eine antibiotische Behandlung könne die Spermaqualität bessern, erhöhe aber nicht die Wahrscheinlichkeit einer Konzeption (Evidenzgrad 2a). Die Leitlinie empfiehlt (schwach), akzessorische Geschlechtsdrüseninfektionen zu behandeln, da dies die Spermaqualität verbessern könne, und (stark), Sexualpartner bei bekannter oder vermuteter sexuell übertragbarer Ursache zur Abklärung und Behandlung zu verweisen [s006].

Das Mikrobiom des Ejakulats im Sinne von Sequenzierungsbefunden kommt im gelesenen Text der Leitlinie nicht vor. Eine Stärke ist die ausdrückliche Gewichtung der Evidenz (Evidenzgrade, Empfehlungsstärken); die Leitlinie stützt sich bei Probiotika nur auf zwei kleine Einzelstudien. Zwischen dem Leitlinientext und einer Beschreibung bei Kaltsas et al. besteht eine Abweichung: Kaltsas et al. schreiben, die EAU-Leitlinien enthielten „zum ersten Mal“ eine „qualifizierte Erwähnung“ von Probiotika als möglicher ergänzender Therapie [s009]. Im abgerufenen Leitlinientext selbst steht dagegen die schwache Empfehlung, Männer mit idiopathischer Unfruchtbarkeit nicht routinemäßig mit Probiotika zu behandeln; beides lässt sich nur vereinbaren, wenn man die Erwähnung der beiden RCT mit dem Hinweis „they may improve semen parameters“ meint. Maßgeblich ist hier der Wortlaut der Leitlinie.

Übersichten mit Aussagen zum Einsatz von Probiotika

Kaltsas et al. 2026 (Journal of Personalized Medicine) [s009] beschreiben, bei Probiotika handle es sich bislang um ein Zusatzverfahren: Frühe klinische Studien berichteten Verbesserungen von einem oder mehreren WHO-Spermaparametern und von Oxidations- oder Entzündungsmarkern (Surrogatendpunkte); Schwangerschaft und Lebendgeburt würden selten berichtet und blieben unbewiesen. Wegen der Heterogenität der Patienten erfordere ein personalisierter Ansatz vorab festgelegte klinische Phänotypen und messbare Kontrollgrößen statt unterschiedsloser Einnahme; Probiotika seien derzeit „an adjunct rather than a stand-alone therapy“. Die Autoren zählen als mögliche Phänotypen die idiopathische Unfruchtbarkeit und die frühe Phase nach Varikozelenoperation auf und fordern kontaminationsbewusste Mikrobiomstudien sowie ausreichend große RCT mit Schwangerschaft und Lebendgeburt als Endpunkten [s009]. Die Übersicht stellt außerdem die sechs RCT tabellarisch zusammen (Zarehoroki, Asadi, Helli, Abbasi, Maretti, Valcarce); in keiner wurden Schwangerschaft oder Lebendgeburt berichtet, und als Hauptlimitation nennt sie bei allen Einzelzentrum-Design und kurze Dauer [s009].

Kaltsas et al. 2026 (Diagnostics) [s010] schlagen für die Prostatitis-assoziierte Unfruchtbarkeit einen diagnostischen Rahmen vor: Leukozytospermie und erhöhte Zytokine im Ejakulat (vor allem Interleukin-8) gehen mit eingeschränkter Beweglichkeit, veränderter Viskosität und Verflüssigung, oxidativem Stress und höherer DNA-Fragmentierung einher; empfohlen werde ein Biomarker-gesteuertes Vorgehen (Entzündungsmarker, Oxidationstest, gezielte Mikrobiologie mit Kultur plus Nukleinsäuretest, DNA-Fragmentierungstest bei ausgewählten Männern, Bildgebung bei Verdacht auf Obstruktion). Die Autoren verlangen standardisierte Fruchtbarkeitsendpunkte und die Validierung mikrobiomgerichteter Interventionen, die bisher fehlen [s010].

Kuribayashi et al. 2026 (Fertility and Sterility) [s011] fassen zusammen: Kleine Studien mit Antibiotika und/oder Probiotika zeigten „variable benefits“, Dauerhaftigkeit und Fortpflanzungsendpunkte seien begrenzt; die Studienlage bestehe überwiegend aus kleinen Querschnittsstudien, und es fehlten längsschnittliche, paarbezogene Kohorten sowie ausreichend große RCT zur gezielten Mikrobiommodulation. Puerta-Suárez und Cardona Maya 2025 [s044] (35 Artikel, PROSPERO CRD42024519245) bezeichnen den Einfluss von Lactobacillus auf die Samenqualität als „controversial, especially regarding the methodology used“ und halten fest, die Einnahme von Probiotika mit Lactobacillus könne Spermaparameter verbessern; weitere Studien seien nötig [s044]. Chatzokou et al. 2025 [s036] beschreiben gegensätzliche Wirkungen von Lactobacillus und Prevotella auf Spermienqualität und DNA-Integrität, fordern standardisierte Methoden und nennen keine abschließende Handlungsempfehlung [s036].

Deutschsprachige Stellungnahmen und historische Übersichten

Der Beitrag „Infertilität des Mannes: Welche Rolle spielen das Darm-, Urin- und Spermamikrobiom?“ (Aktuelle Urologie 2022; 53(3): 218 bis 219) [s075] ist als Kommentar zur Arbeit von Lundy et al. [s092] eingeordnet; für diese Studie waren nur Titel, Zeitschrift, Jahr und Seitenzahl abrufbar, weder ein Abstract noch Inhalte. Deshalb kann hier keine Aussage des Kommentars wiedergegeben werden. Eine AWMF-Leitlinie wurde nicht geöffnet; deutsche Fachgesellschaften haben im bisherigen Recherchematerial keine Stellungnahme zu Probiotika bei männlicher Unfruchtbarkeit geliefert, was nicht beweist, dass keine existiert.

Ludwig et al. 2001 („Prostatitis syndrome. Changes in the ejaculate and effects on fertility“, Der Urologe A; Gießen) [s120] beschreiben Entzündungen und Infektionen des männlichen Genitaltrakts als wichtigen und potenziell erfolgreich behandelbaren Faktor der männlichen Unfruchtbarkeit; ein standardisiertes Diagnoseverfahren sei Voraussetzung für die genaue Bewertung von Ejakulatveränderungen. Leuko- und Bakteriospermie sowie Entzündungsmediatoren (Zytokine, reaktive Sauerstoffspezies) werden als relevante Mechanismen diskutiert. Klinische Studien zur Ejakulatqualität bei den Formen des Prostatitissyndroms hätten widersprüchliche Ergebnisse geliefert; nur die antimikrobielle Therapie sei als Behandlungsoption ausreichend beschrieben [s120]. Der Text ist ein Übersichtsartikel aus der Zeit vor der Sequenzierung.

Aus der französischen Tradition liegen zwei Übersichten vor. Auroux 1988, „Infection urogénitale et fertilité masculine“ (Urogenitale Infektion und männliche Fruchtbarkeit) [s123]: Der Einfluss urogenitaler Infektionen auf die männliche Fruchtbarkeit sei umstritten; in einer eigenen Untersuchung seien Ureaplasma urealyticum und Escherichia coli die am häufigsten kultivierten Keime im Samen unfruchtbarer Männer; mögliche direkte Wirkungen (verminderte Zahl, Beweglichkeit, Morphologie, Befruchtungsfähigkeit) und indirekte (veränderte Samenflüssigkeit, polymorphkernige Zellen, Antispermien-Antikörper); Therapieversuche seien „noch nicht entscheidend“, und es seien streng kodifizierte bakteriologische Protokolle nötig. Arvis 1989, „Infection du sperme dans la stérilité masculine“ (Spermainfektion bei männlicher Sterilität) [s122]: Eine Spermainfektion müsse nachgewiesen sein (auch Leukozyten über 10⁵ oder 10⁶/ml reichten nicht aus); für viele Keime, besonders Chlamydien und Mykoplasmen, sei die Wirkung auf die Spermien nicht erkannt oder belegt; die Autorin schließt, eine echte Spermainfektion sei „sehr selten“, solle aber bei Verdacht (besonders nach kürzlicher Genitalinfektion) gesucht und gezielt behandelt werden. Beide Arbeiten liegen nur als Abstract vor.

Italienische Fachgesellschaft

Die Stellungnahme der Società Italiana di Andrologia (SIA) ist nur über einen Pressebericht belegt („Infertilità: nel liquido seminale batteri capaci di ridurre gli spermatozoi“, Sanità Informazione; Unfruchtbarkeit: Im Samenplasma Bakterien, die Spermien vermindern können) [s126]. Danach sei früher angenommen worden, das Ejakulat sei von Natur aus keimfrei und jeder Keim Zeichen einer Infektion; der SIA-Präsident Alessandro Palmieri sagte laut Bericht, das Sperma habe „eine eigene mikrobielle Gemeinschaft“ und das Samenmikrobiom sei „noch ein vernachlässigter Aspekt der Diagnostik“. Das ist keine Leitlinie; eine italienische Leitlinie zum Einsatz von Probiotika bei männlicher Unfruchtbarkeit wurde nicht gefunden. Entsprechend wurden für den portugiesischsprachigen, japanischen, koreanischen und arabischsprachigen Raum keine Leitlinienaussagen zu Probiotika belegt, und Leitlinien chinesischer Fachgesellschaften wurden nicht geöffnet.

Tierversuche und experimentelle Studien

Tierversuche liefern Hinweise auf mögliche Mechanismen, aber keine Aussage über die Wirkung beim Menschen. Die Übersicht von Ma et al. 2026 („Animal models of gut microbiota-male reproductive interactions: methodological assessment, translational bottlenecks, and optimization strategies“, Frontiers in Endocrinology) [s016] ordnet die Modelle nach der Art der Kausalfrage und bewertet ihre interne, externe und Konstruktvalidität. Sie stellt fest, dass einzelne Modelle, besonders solche zu einzelnen molekularen Signalwegen, Expositionsstärken, -wege und -zeiträume verwenden, die den für die idiopathische Unfruchtbarkeit angenommenen lang anhaltenden, schwachen Störungen nicht entsprechen; nachgewiesen sei eine „bedingte biologische Kapazität“ eines Signalwegs, nicht seine ursächliche Bedeutung beim Menschen. Die Autoren schlagen drei Kriterien (endogene Signalherkunft, pathomimetisches Expositionsprofil, ausschließliche Zuschreibbarkeit) und ein Berichtsraster (MIGTARS) vor; nach ihrem Abstract machen idiopathische Fälle 30 bis 40 % der männlichen Unfruchtbarkeit aus [s016]. Die folgenden Studien sind im Licht dieser Einschränkung zu lesen.

Darm-Hoden-Achse im Nagetiermodell

Al-Asmakh et al. 2014 (PLoS ONE) [s114] verglichen keimfreie (germ-free) Mäuse mit Mäusen ohne spezifische Pathogene (SPF). Die Lumenbildung in den Hodenkanälchen, die mit der Entwicklung der Blut-Hoden-Schranke zusammenfällt, war bei keimfreien Mäusen am 16. Tag nach der Geburt verzögert; Perfusionsversuche mit Evans-Blau zeigten eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hoden-Schranke, und die Zelladhäsionsproteine Occludin, ZO-2 und E-Cadherin waren vermindert. Die Gabe von Clostridium tyrobutyricum, das viel Butyrat bildet, stellte die Schranke und die Proteinspiegel wieder her. Keimfreie Mäuse hatten niedrigere Serumspiegel von LH und FSH, und der intratestikuläre Testosterongehalt war niedriger als bei SPF-Tieren oder den mit dem Keim behandelten Tieren [s114]. Zahlenwerte stehen im Abstract nicht. Die Studie zeigt, dass Darmbakterien in der Entwicklung die Hodenschranke beeinflussen können; sie untersucht keine Probiotika bei erwachsenen Tieren.

Ding et al. 2020 (Gut) [s097]: „Impairment of spermatogenesis and sperm motility by the high-fat diet-induced dysbiosis of gut microbes“. C57BL/6-Mäuse (sechs Wochen alt) wurden in vier Gruppen zu je sechs Tieren geteilt: Normalkost (ND), fettreiche Kost mit 45 % Fett (HFD) sowie zwei Gruppen mit Stuhltransplantation (ND-FMT, HFD-FMT) auf Normalkost. Nach vier Wochen Diät wurden Stuhlproben der Spendertiere gewonnen; die Empfängertiere erhielten 15 Wochen lang alle zwei Tage 200 µl Überstand per Schlundsonde, ohne vorherige Antibiotikabehandlung (die Autoren wollten Stoffwechselnebenwirkungen vermeiden). HFD erzeugte Gewichtszunahme, höheres Cholesterin und Glukoseintoleranz; Spermienkonzentration und Beweglichkeit sanken (p < 0,001), und in den Hodenkanälchen waren Spermatozyten und runde Spermatiden vermindert [s097].

Bei den Empfängertieren (HFD-FMT gegenüber ND-FMT) waren Spermienkonzentration und Beweglichkeit signifikant vermindert, und die Expression von Markern für Spermatozyten und Spermatiden (Smc3, Izumo3, Acrv1) war gesenkt, nicht aber die der Marker von Leydig-Zellen, Sertoli-Zellen und Spermatogonien. Körpergewicht, Futteraufnahme, Blutzucker, Cholesterin und Leptin änderten sich nicht, das Blutendotoxin stieg aber bis in den Bereich einer Endotoxämie. Auf Familienebene stiegen Bacteroidaceae und Prevotellaceae, auf Gattungsebene Bacteroides, Prevotella, Rikenella und Lactobacillus, AF12 sank; Bacteroides war in den HFD-FMT-Tieren um mehr als das 80-Fache erhöht, ebenso in den ursprünglich fettreich ernährten Spendertieren. Zusätzlich fanden sich eine Infiltration von T-Zellen und Makrophagen im Darm, höhere proinflammatorische Zytokine im Nebenhoden und eine verminderte Expression von Genen der Meiose und der Mitochondrienfunktion im Hoden. Beim Menschen (Stuhl-, Sperma- und Blutproben von gesunden Männern und Patienten mit Asthenozoospermie, Oligozoospermie und Teratozoospermie; registriert als NCT03634644) fand sich eine starke negative Korrelation zwischen der Häufigkeit von Bacteroides-Prevotella und der Spermienbeweglichkeit und eine positive Korrelation zwischen Blutendotoxin und Bacteroides; hohe Häufigkeit von Prevotella copri (über 15 % aller Arten) ging mit niedriger Beweglichkeit einher [s097]. Die Zahl der Männer wurde im abgerufenen Text nicht festgestellt. Stärken: Übertragung der Wirkung durch Stuhltransplantat ohne Gewichtsunterschied. Schwächen: kleine Gruppen (sechs Tiere), Transplantation ohne Antibiotika (auf Phylumebene unterschieden sich die Empfängergruppen nicht, Unterschiede zeigten sich erst auf Familien- und Gattungsebene), und die Humankorrelation ist querschnittlich.

Hao et al. 2022 (Microbiology Spectrum) [s078] zeigten in Mäusen, dass die Transplantation von Darmbakterien, die durch Alginat-Oligosaccharid (AOS, 10 mg/kg über drei Wochen bei Spendertieren) verändert worden waren (A10-FMT), die durch fettreiche Kost verminderte Samenqualität und Fertilität besserte: Spermienkonzentration 286,1 ± 14,1 gegenüber 217,9 ± 17,4 Mio./ml, Beweglichkeit 40,1 ± 0,7 gegenüber 29,0 ± 0,9 %, Trächtigkeitsrate 87,4 ± 1,1 gegenüber 70,2 ± 6,1 %. Bacteroides stieg im Kolon von 8,3 ± 0,6 auf 24,9 ± 1,1 %, Mucispirillum sank von 2,8 ± 0,4 auf 0,3 ± 0,1 %. Die Autoren führen den Effekt auf eine veränderte Fettsäurebilanz zurück: höhere n-3-Fettsäuren, etwa Eicosapentaensäure im Blut (55,5 ± 18,7 gegenüber 20,3 ± 2,4) und Docosahexaensäure im Hoden (121,2 ± 6,2 gegenüber 89,4 ± 6,7) [s078]. Das ist kein Probiotikum und keine Behandlung beim Menschen; Spender waren mit einem Oligosaccharid behandelte Tiere. Bemerkenswert: Bacteroides stieg hier im behandelten Fall, während es bei Ding et al. [s097] als schädlich auftrat; Datenlage und Kontext unterscheiden sich (Spenderbehandlung, Mausstamm, Kost).

Zhao et al. 2021 (Microbiome) [s094] untersuchten Triptolid-induzierte Hodenschäden bei Mäusen. Triptolid führte zu einem Spermin-Mangel durch gestörte Polyaminsynthese und -aufnahme im Hoden und zu einer Störung der Darmflora. Spermin besserte die Hodenfunktion, erhöhte die Expression von Genen früher und später Spermatogenese und die durch Triptolid verringerte Zahl der Nachkommen. Verlust der Darmflora durch Antibiotika verminderte das Spermin im Darm und verstärkte die Schädigung; Stuhltransplantation von unbehandelten Mäusen und die Gabe des Polyamin-bildenden Bakteriums Parabacteroides distasonis stellten die Hodenfunktion wieder her; die Schutzwirkung von Spermin hing von der Hochregulation von Hitzeschockprotein 70 ab [s094]. Zahlenwerte stehen im Abstract nicht.

Zheng et al. 2026 (Nature Communications) [s031] etablierten ein Rattenmodell chronischer Stressbelastung (erzwungenes Schwimmen, CFSS). CFSS erhöhte Kortikosteron (351,8 ± 25,49 gegenüber 209,8 ± 14,70 ng/ml bei Scheinbelastung), ACTH (218,6 ± 11,65 gegenüber 128,5 ± 16,50 ng/ml) und die CRH-Menge im Hypothalamus. Die Spermienkonzentration sank von 19,21 ± 1,24 auf 9,21 ± 0,85 Mio./ml (p = 0,0096), die Beweglichkeit von 69,33 ± 3,80 auf 31,14 ± 4,12 % (p < 0,0001; Angabe des Texts zu den Beweglichkeitsparametern); mit CFSS-Männchen verpaarte Weibchen hatten niedrigere Schwangerschaftsraten und kleinere Würfe (6,50 ± 0,43 gegenüber 11,60 ± 0,50 Junge, p < 0,0001); es waren sieben Tiere in der CFSS-Gruppe und sechs in den anderen Gruppen. Exogenes Kortikosteron reproduzierte den Phänotyp, der Glukokortikoidrezeptor-Antagonist RU-486 verhinderte ihn weitgehend. Nach den Autoren schädigte das Glukokortikoid die Darmbarriere, Lactobacillus nahm ab, der Stoffwechsel der Vitamine A und E war gestört (Hochregulation von Sting1, Herunterregulation von Slc9c2 im Nebenhoden); die Wiederherstellung von Lactobacillus und die Gabe von Vitamin A und E besserten den Phänotyp [s031]. Die Studie ist ein Beispiel dafür, dass in einem Tiermodell ein Lactobacillus-Mangel als Vermittler zwischen Stress und Spermienqualität auftreten kann; ein Beleg für den Menschen ist sie nicht.

Yao et al. 2026 (Frontiers in Cellular and Infection Microbiology) [s027] kombinierten eine retrospektive Humananalyse mit einem Mausmodell. Der klinische Teil umfasste 58 Männer: 24 vermutlich fruchtbare Kontrollen (nur anhand normaler Samenwerte, ohne bestätigte Schwangerschaft) und 34 Männer mit nichtobstruktiver Azoospermie (NOA) bei normalem FSH, die nach dem Ergebnis der Mikro-TESE nachträglich eingeteilt wurden. Das Verhältnis der Serumspiegel von AMH zu Inhibin B sagte den Erfolg der Spermiengewinnung vorher (Fläche unter der Kurve 0,92; 95-%-Konfidenzintervall 0,86 bis 0,98; optimaler Grenzwert 0,65; Sensitivität 88,2 %; Spezifität 85,7 %). Im Busulfan-Mausmodell waren Bacteroidales und Muribaculaceae vermindert; Stuhltransplantation stellte diese Gruppen und die Hodenfunktion wieder her und erhöhte Marker für Zellteilung, Blut-Hoden-Schranke und Steroidsynthese (p < 0,05), vermittelt über kurzkettige Fettsäuren [s027]. Die Mikrobiomaussage stammt damit nur aus dem Tierversuch (“from mouse data”); die klinische Vorhersage betrifft Hormonwerte. Die Autoren sprechen selbst von einem möglichen künftigen Biomarker „pending validation“.

Hu et al. 2025 (Frontiers in Endocrinology) [s039] testeten Morinda-officinalis-Oligosaccharide (MOS) im Gossypol-Modell der Asthenozoospermie bei C57BL/6J-Mäusen: sechs Gruppen (Normalkontrolle, Modell, MOS niedrig 12,5 mg/kg, mittel 25 mg/kg, hoch 50 mg/kg und Positivkontrolle L-Carnitin 10 mg/kg); Gossypol 20 mg/kg alle drei Tage über 30 Tage, danach 14 Tage Gabe per Schlundsonde. MOS verbesserte die Spermienbeweglichkeit dosisabhängig, stellte Testosteron wieder her, senkte morphologische Anomalien und erhöhte bei hoher Dosis die mikrobielle Alpha-Diversität mit Anreicherung von Anaerococcus; Übertragung von Anaerococcus und Gabe von Rapamycin sprachen für eine Abhängigkeit vom IGF-1/PI3K/mTOR-Signalweg [s039]. Gegenläufig ist, dass Anaerococcus in der humanen Studie von Hou et al. 2013 [s117] im Ejakulat mit schlechter Spermienqualität verbunden war (Angabe der Recherche-Dokumente); Kompartiment und Spezies unterscheiden sich, die Befunde sind nicht vergleichbar.

Probiotika und Präbiotika im Nagetiermodell

Tian et al. 2019 (Frontiers in Cellular and Infection Microbiology) [s103]: Lactobacillus plantarum TW1-1 erhöhte bei Mäusen, die Diethylhexylphthalat (DEHP) ausgesetzt waren, das Serumtestosteron, besserte die Samenqualität und die Entwicklungsdefekte der Gonaden, senkte die Entzündungsmarker (TNF-alpha, IL-1-beta, IL-6) und die erhöhte Darmdurchlässigkeit samt Serum-Lipopolysaccharid und verschob die gestörte Darmflora Richtung Kontrolle. Das Verhältnis Firmicutes zu Bacteroidetes sank durch DEHP von 0,28 (Kontrolle) auf 0,13 und wurde durch den Stamm wiederhergestellt. Je Gruppe wurden acht Mäuse untersucht; Prevotella und Bacteroidales waren negativ mit relativem Hodengewicht, Testosteron, Spermienkonzentration und Vitalität assoziiert [s103]. Die Studie untersucht Schutz vor einer Chemikalie, nicht Behandlung einer idiopathischen Störung.

Wu et al. 2024 (Ecotoxicology and Environmental Safety) [s059]: Zwei Stämme mit Bisphenol-A-Abbau in vitro (Lactobacillus rhamnosus, L. plantarum) verminderten in BPA-exponierten Mäusen die BPA-Rückstände in Darm, Serum und Hoden, stellten Vitamin-D-Stoffwechsel und Gallensäuren im Darm sowie die Darmbarriere wieder her, senkten oxidativen Stress, stellten das Gleichgewicht kurzkettiger Fettsäuren wieder her und reparierten Hodenkanälchen und die blockierte Spermiogenese [s059]. Zahlenwerte sind im Abstract nicht angegeben.

Tas et al. 2026 (Scientific Reports) [s025]: In Ratten mit Streptozotocin-induziertem Typ-1-Diabetes wurden Lactobacillus rhamnosus GG (lebend) und inaktiviertes LGG (Paraprobiotikum) in neun Gruppen (unter anderem therapeutisch und vorbeugend) untersucht. Diabetes senkte Körper- und Hodengewicht, Spermienbeweglichkeit und Testosteron und erhöhte oxidativen Stress; die Probiotikagruppen zeigten Verbesserungen von Beweglichkeit, Testosteron, Histologie sowie Veränderungen der globalen DNA-Methylierung und der DNMT-Expression [s025]. Zahlenwerte stehen im Abstract nicht; es ist nach Angabe der Autoren die erste Beschreibung des Effekts von LGG auf die Methylierung im Hoden bei experimentellem Diabetes.

Harati et al. 2026 (Microorganisms) [s008] fütterten Ratten zehn Wochen lang fettreich (HFD) und verabreichten ein Präbiotikum-Probiotikum-Gemisch (1,03 × 10⁹ KbE/kg/Tag gefriergetrocknete Stämme plus 31 mg/kg/Tag Inulin) entweder gleichzeitig ab Beginn (P-HFD) oder erst ab der sechsten Woche (HFD-P). Die Gewichtszunahme betrug 43,59 % (Normalkost), 62,02 % (HFD), 50,36 % (P-HFD) und 49,63 % (HFD-P); das relative Hodengewicht lag bei 0,38, 0,31, 0,32 und 0,33 g/100 g Körpergewicht, das Gemisch stellte es nicht wieder her. Spermienkonzentration und Morphologie verschlechterten sich in allen drei HFD-Gruppen; die Beweglichkeit war numerisch, aber nicht signifikant niedriger. Die frühe Gabe erhielt die Histologie des Hodens, senkte TNF-alpha und normalisierte das Testosteron teilweise; die späte Gabe brachte keine Besserung und in mancher Hinsicht stärkere Entzündung und Degeneration als HFD allein. Die Zusammensetzung der Darmflora wurde nicht vollständig wiederhergestellt [s008]. Das Ergebnis ist ein Beispiel für die Zeitabhängigkeit; die Autoren sehen nur eine Abschwächung der Entzündung, keine funktionelle Erholung.

Gegenbeispiel: vaginales Lactobacillus crispatus bei der Ratte

Li et al. 2021 (Frontiers in Cell and Developmental Biology) [s091], „Vaginal Probiotic Lactobacillus crispatus Seems to Inhibit Sperm Activity and Subsequently Reduces Pregnancies in Rat“, zeigten in vitro, dass L. crispatus (Stamm Lcr-MH175) sowie attenuierte Salmonella typhimurium VNP20009 (mit und ohne DNase I) und E. coli O157:H7 die Beweglichkeit menschlicher Spermien hemmten, indem sie die intrazelluläre Kalziumkonzentration beeinflussten, und stark an Spermien hafteten (Adhäsionsindizes von etwa 65, 83, 206 und 521 pro 100 Spermien für VNP20009, VNP20009 DNase I, E. coli und L. crispatus). Gesamtbeweglichkeit sank unter 40 %, progressive unter 30 %; in einem Methylcellulose-Medium verminderte L. crispatus die in 2 cm Tiefe eindringenden Spermien um etwa 90 %, VNP20009 DNase I und E. coli um 50 und 80 %. Im Rattenmodell (25 Tage vaginale Gabe) lagen die Schwangerschaftsraten bei 62,5 % (VNP20009), 50 % (VNP20009 DNase I), 75 % (E. coli) und 62,5 % (L. crispatus); die Rate der Kontrollgruppe ist im Fließtext nicht als Zahl genannt (sie steht in einer Abbildung). L. crispatus verringerte die Embryozahl nicht und hatte positive Wirkungen auf Mutter und Nachkommen, die anderen Keime schädigten Embryonen und Gebärmutter. Die Autoren empfehlen Vorsicht beim Einsatz von L. crispatus als vaginales Präparat bei Frauen im gebärfähigen Alter, besonders wenn die Partner auffällige Spermien haben, und vermuten einen Beitrag zu ungeklärter Unfruchtbarkeit [s091]. Die Studie ist ein Modell und eine Hypothese; dass „nützlich“ vom Kompartiment abhängt, ist eine Lehre, kein Befund beim Menschen. Sie steht in Spannung zu Studien, die Laktobazillen im Ejakulat mit besseren Spermawerten in Verbindung bringen.

Hund, Nutz- und Versuchstiere

Losacco et al. 2026 (Frontiers in Veterinary Science) [s013]: 14 klinisch gesunde Zuchthunde (zwei bis vier Jahre, 10 bis 30 kg) wurden randomisiert in eine Kontroll- und eine Probiotikagruppe geteilt; die Probiotikagruppe erhielt 70 Tage lang (annähernd ein Spermatogenesezyklus, beim Hund etwa 62 Tage) täglich 400 Milliarden lyophilisierte Bakterien eines Mehrstammpräparats (Slab51/SivoMixx; Streptococcus thermophilus, Bifidobacterium lactis, Lactobacillus acidophilus, L. helveticus, L. paracasei, L. plantarum, L. brevis). Samen wurde vor Beginn und nach 35 und 70 Tagen untersucht (CASA, oxidativer Status). Konzentration (Mio./ml, Tag 0/35/70): Kontrolle 160,4/183,3/118,9, Probiotikum 147,8/215,2/318,6 (Gruppe, Zeit und Wechselwirkung p < 0,001); Gesamtbeweglichkeit Kontrolle 91,5/93,5/97,0 %, Probiotikum 92,0/94,5/98,75 %; progressive Beweglichkeit 60,7/65,0/69,0 gegenüber 58,82/69,25/71,75 %. Reaktive Sauerstoffmetaboliten im Samenplasma stiegen in der Kontrollgruppe von 148,7 auf 215,0 U Carr und blieben in der Probiotikagruppe nahe bei 150 (149,5 auf 157,1); die Gesamtantioxidanskapazität stieg dort von 13,02 auf 17,13 µmol/g Protein, in der Kontrollgruppe fiel sie von 12,61 auf 11,02. Im Serum sanken Harnstoff-Stickstoff, Triglyzeride und Cholesterin [s013]. Schwächen laut Autoren: kleine Kohorte, keine Mikrobiom- und Hormonanalyse, keine Fruchtbarkeitsdaten, die Befunde erlaubten keine Kausalaussage. Besonders auffällig: Die Kontrollgruppe verschlechterte sich über 70 Tage, ohne dass dies im gelesenen Ausschnitt erklärt wird; ein Teil der Differenz geht damit auf einen Abfall der Kontrollen zurück.

Mahiddine et al. 2022 (Frontiers in Veterinary Science) [s080]: Neun gesunde Pudel erhielten drei Wochen lang täglich ein Gemisch dreier Laktobazillen (3,0 × 10⁹ KbE L. acidophilus, 2,7 × 10⁸ KbE L. salivarius, 1,3 × 10⁹ KbE L. reuteri) mit Fruktooligo- und Galaktooligosaccharid (0,8 % der Futtermenge). Im Stuhl sanken Proteobacteria und Tenericutes, Firmicutes stieg; Fusobacterium perfoetens und Anaerobiospirillum succiniciproducens nahmen ab, Limosilactobacillus reuteri zu. Gleichzeitig verbesserten sich Gesamt- und progressive Beweglichkeit, Akrosomintegrität und kinetische Parameter (jeweils p < 0,05, n = 9), und Firmicutes korrelierten positiv, Proteobacteria negativ mit den Spermaparametern [s080]. Eine parallele Kontrollgruppe ist im gelesenen Text nicht beschrieben (alle Hunde erhielten das Gemisch).

Mahiddine et al. 2023 (Veterinary Research Communications) [s072]: Hunde erhielten sechs Wochen lang Lactobacillus rhamnosus; Stuhl und Samen wurden bei 0, 3 und 6 Wochen untersucht. Kinetik, Vitalität, DNA- und Akrosomintegrität und Morphologie der Spermien besserten sich, und die mRNA-Spiegel von Genen für Fruchtbarkeit, DNA-Reparatur und Antioxidation waren erhöht; die Spermaparameter korrelierten positiv mit Actinobacteria, Allobaculum, Phascolarctobacterium und Catenibacterium, negativ mit Faecalibacterium und Streptococcus [s072]. Die Tierzahl steht im abgerufenen Abstract nicht.

Ngo et al. 2026 (Theriogenology) [s018]: Sieben Duroc-Eber, Probenahme vor dem Absetzen der Antibiotika (Tag 0), nach 48 und nach 96 Tagen unter einem antibiotikafreien Fütterungsprogramm mit Probiotika. An Tag 96 waren Gesamtbeweglichkeit (−17,5 %, p = 0,024), Vitalität (−20,4 %, p = 0,002) und Akrosomintegrität (−25,8 %, p = 0,002) gegenüber Tag 0 niedriger; der Anteil gramnegativer Keime im Frischsamen stieg von 69,5 % auf 88,0 %, der Anteil von E. coli von 18,7 % auf 76,0 %. Im Samenmikrobiom dominierten Enterobacterales (41,4 %) bei Ebern mit schlechter, Bacteroidales (14,2 %) bei solchen mit guter Samenqualität. Die Probiotikagabe veränderte die Vielfalt der Stuhlflora (p = 0,048), aber nicht die des Samens und nicht die Samenqualität [s018]. Das ist kein Erfolg, sondern ein Negativbefund des Wechsels von Antibiotika auf Probiotika; es gab keine Kontrollgruppe ohne Wechsel.

Sindi et al. 2026 (Probiotics and Antimicrobial Proteins) [s024]: 33 Kaninchenböcke in drei Gruppen (je 11) erhielten dreimal wöchentlich ein Vier-Stamm-Gemisch (Lacticaseibacillus casei, Bacillus subtilis, Lactiplantibacillus plantarum, Bifidobacterium bifidum) in 0,25 oder 0,5 × 10⁹ KbE je Tier und Gabe oder nichts. Beide Dosen steigerten Volumen, Vitalität und Beweglichkeit und senkten Anomalien (p < 0,05), erhöhten Antioxidans-Marker im Samenplasma, senkten Malondialdehyd und Protein-Carbonyle, Entzündungsmarker (IL-6, TNF-alpha, TLR4) und erhöhten FSH, LH und Testosteron; Darm- und Hodenhistologie waren besser [s024]. Die Dauer der Gabe und Absolutwerte stehen im Abstract nicht.

Akbari Nargesi und Falahatkar 2023 (Fish Physiology and Biochemistry) [s063]: 48 männliche Regenbogenforellen erhielten acht Wochen lang 0, 1, 2 oder 4 × 10⁹ KbE/kg eines Mehrstammprobiotikums im Futter; die mittlere Dosis (2 × 10⁹) ergab die höchsten Werte für Spermatokrit, Konzentration und Beweglichkeitsdauer, nicht die höchste Dosis [s063]. Das ist ein Hinweis auf eine nichtlineare Dosis-Wirkung, aber an einem Fischmodell.

Inatomi und Otomaru 2018 (Scientific Reports) [s106]: 180 männliche Masthuhn-Elterntiere (Cobb, 60 Wochen alt) erhielten sechs Wochen lang Futter mit Bacillus amyloliquefaciens TOA5001 oder Basisfutter; die Autoren berichten bessere Darmmorphologie, Darmflora, Oxidationsstatus und Samenqualität, im Abstract ohne Zahlen [s106].

Ömür et al. 2026 (Reproduction in Domestic Animals) [s019] untersuchten Probiotika als Zusatz zum Verdünner bei der Kryokonservierung von Bullensamen: 24 Ejakulate von vier Simmentaler Bullen wurden gepoolt und fünf Gruppen zugeteilt (antibiotikafreie Kontrolle, Antibiotikum, Lactobacillus acidophilus, Bifidobacterium longum, L. rhamnosus; je 10⁹ KbE/ml). Gesamtbeweglichkeit nach dem Auftauen: 42,81 ± 0,46 % (Kontrolle), 49,03 ± 2,83 % (Antibiotikum), 54,40 ± 4,17 % (L. acidophilus), 59,68 ± 2,69 % (B. longum), 58,16 ± 0,53 % (L. rhamnosus); progressive Beweglichkeit 31,83, 31,85, 39,31, 41,21 und 40,46 %. B. longum senkte die Lipidperoxidation, L. rhamnosus erhöhte dagegen Malondialdehyd und Apoptosemarker, was auf stammspezifische, zum Teil prooxidative Wirkungen hinweist [s019]. Es ist ein In-vitro-Zusatz im Verdünner, keine Einnahme durch das Tier.

Zellkultur und Spermien in vitro

Lee et al. 2024 (International Journal of Molecular Sciences) [s053]: Lacticaseibacillus paracasei, L. rhamnosus und Limosilactobacillus fermentum erhöhten die Beweglichkeit und Vitalität reifer Mäusespermien aus dem Samenleiter um 30 bis 40 % gegenüber unbehandelten Spermien; als Mechanismus werden die Mitochondrienfunktion und die Faktoren AMPK und SIRT1 genannt [s053]. Shim et al. 2025 (Clinical and Experimental Reproductive Medicine) [s045]: In der Leydig-Zelllinie TM3 erhöhten L. rhamnosus, Limosilactobacillus fermentum und Bifidobacterium longum subsp. longum die Expression von Proteinen der Testosteronsynthese und die Mitochondrienaktivität gegenüber unbehandelten Zellen [s045]. Beide Ergebnisse stammen aus Zellkulturen bzw. Spermien in vitro mit direktem Kontakt der Keime und sind weit von einer Einnahme beim Menschen entfernt.

Bewertung der Tierversuche

Die Tiermodelle zeigen ein weitgehend einheitliches Muster: Störungen der Darmflora (Fettkost, Chemikalien, Stress, Antibiotika) gehen mit schlechterer Spermatogenese und Beweglichkeit einher, und Eingriffe an der Darmflora (Stuhltransplantation, Probiotika, Präbiotika) können das teilweise abmildern. Dem stehen Einschränkungen gegenüber: kleine Gruppen (sechs bis 14 Tiere), Gabe in hohen oder zeitlich eng gefassten Dosen, induzierte Pathologien statt idiopathischer Subfertilität, keine Prüfung klinischer Fruchtbarkeit (nur wenige Modelle messen Schwangerschaft, Wurfgröße oder Nachkommenzahl: Li, Zheng, Hao, Zhao), teilweise fehlende Kontrollgruppen [s080, s018], fehlende Zahlen in Abstracts und unterschiedliche Spezies. Das Beispiel der späten Gabe bei Harati et al. [s008] und der stammspezifischen Wirkungen bei Ömür et al. [s019] zeigt, dass Effekte von Zeitpunkt und Stamm abhängen und nicht verallgemeinert werden dürfen. Die Lehre aus den Modellen für die Beurteilung der Humanstudien: Antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen sind plausibel; ob sie beim Menschen die Spermaqualität verändern, zeigen die Tierstudien nicht.

Alle Kapitel und Anhänge (36)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. 2.1 Männliche Unfruchtbarkeit: Definition und Häufigkeit bis 2.4 Messgrößen: Samenanalyse, WHO-Referenzwerte 2021 und Mikrobiomdiagnostik
  4. 2.5 Historie der Forschungsfrage und 2.6 Was aus dem Hintergrund für die folgenden Kapitel folgt
  5. Gegenstand, Abgrenzung und Lesehinweise bis Systematische Übersicht: Puerta-Suárez und Cardona Maya 2025 [s044]
  6. Metaanalyse: Campbell et al. 2026, Genitaltrakt-Infektionen und Samenqualität [s004] bis Systematische Übersicht: Corbett, Crosby und McAuliffe 2021, Probiotika bei Paaren mit Unfruchtbarkeit [s087]
  7. Metaanalyse: Maleki-Hajiagha et al. 2025, vaginale Probiotika vor Embryotransfer (Frauen) [s042] bis Lücken und Grenzen dieses Kapitels
  8. A. Sequenzierungsstudien am Ejakulat: Vergleiche nach Spermienqualität und Fruchtbarkeitsstatus
  9. B. Samenmikrobiom und Samenplasma: DNA-Integrität, Oxidationspotenzial, Stoffwechselprodukte und Methodenvergleich bis D. Paare und assistierte Reproduktion: Samen- und Scheidenmikrobiom gemeinsam betrachtet
  10. E. Azoospermie: Ejakulat und Hodengewebe und F. Besondere Populationen: Prostatitis, Beckenschmerz, sexueller Beginn und HIV
  11. G. Kultur- und PCR-Studien: Bakteriospermie und Genitalinfektionen bis I. Humanproben aus einer überwiegend tierexperimentellen Studie
  12. J. Zusammenschau der Beobachtungsstudien
  13. Quellenbasis und Lesehinweise bis Ernährungsintervention: Koreanische gegenüber westlicher Kost (Jung et al. 2024)
  14. Registrierte und laufende Vorhaben bis Tierversuche und experimentelle Studien
  15. Querschnittsbewertung der klinischen Evidenz und Lücken und nicht belegbare Punkte
  16. Lesehilfe: Wie die Belegstärke eingestuft wird bis 4. Oxidativer Stress und DNA-Integrität
  17. 5. Die Darm-Hoden-Achse: Barriere, Endotoxin und Immunsystem bis 10. Das Genitalmikrobiom des Paares
  18. 11. Warum ein Probiotikum wirken könnte: die vorgeschlagenen Wirkwege bis 16. Fazit des Kapitels
  19. Vorbemerkung: Was „Dosis“ hier bedeuten kann bis 3. Zeitverlauf
  20. 4. Altersgruppen bis 7. Was Dosis, Alter, Vorerkrankung und Zeit für klinische Endpunkte bedeuten
  21. 8. Wo Daten fehlen: Lückenübersicht bis 10. Hinweise zu Zahlenwidersprüchen in den Quellen
  22. Englisch und Deutsch
  23. Französisch bis Portugiesisch
  24. Spanisch
  25. Chinesisch und Japanisch
  26. Koreanisch und Russisch
  27. Arabisch und Türkisch
  28. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  29. Limitationen der Evidenz
  30. Offene Forschungsfragen
  31. Praktische Einordnung
  32. Glossar
  33. Quellenverzeichnis
  34. Diagramme
  35. Quellen
  36. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle