Mikrobiom und Probiotika · Kapitel 13 von 33 · Studienlage: Klinische Studien, Leitlinien und Tierversuche

Quellenbasis und Lesehinweise bis Ernährungsintervention: Koreanische gegenüber westlicher Kost (Jung et al. 2024)

Dieses Kapitel stellt die Interventionsstudien am Menschen, die Fallserien und unkontrollierten Beobachtungen, die verfügbaren Leitlinien und Stellungnahmen sowie die Tierversuche zum Thema Mikrobiom, Probiotika und männliche Fruchtbarkeit einzeln dar. Beobachtungsstudien zur Zusammensetzung des Ejakulatmikrobioms (Querschnitts-, Fall-Kontroll- und Kohortenstudien) und die ausführliche Darstellung der Metaanalysen zum Mikrobiom stehen in anderen Kapiteln der Gesamtstudie. Zahlen stammen entweder aus den Recherche-Dokumenten oder aus Quellen, die für dieses Kapitel erneut abgerufen wurden. Eine Therapieempfehlung ergibt sich aus diesem Kapitel nicht; wo Leitlinien Empfehlungen aussprechen, wird nur wiedergegeben, was dort steht.

Quellenbasis und Lesehinweise

Für dieses Kapitel wurden mehrere Arbeiten im Volltext gelesen, die in den Recherche-Dokumenten nur als Abstract vorlagen. Im Volltext (über Europe PMC bzw. die Verlagsseite) wurden ausgewertet: Gholipour et al. 2026 [s007], Asadi et al. 2023 [s064], Abbasi et al. 2021 [s085], Huerga López et al. 2025 [s040], Jung et al. 2024 [s052], die Metaanalyse von Prihadi et al. 2026 [s020] (PDF der Zeitschrift), die systematische Übersicht von Oliveira et al. 2024 [s055], die Übersicht von Kaltsas et al. 2026 [s009] sowie die Tierstudien von Ding et al. 2020 [s097], Li et al. 2021 [s091], Losacco et al. 2026 [s013], Harati et al. 2026 [s008] und Zheng et al. 2026 [s031]. Außerdem wurde der Text des Kapitels zur männlichen Unfruchtbarkeit in den EAU-Leitlinien zur Sexual- und Reproduktionsmedizin [s006] vollständig abgerufen; die in der Master-Quellenliste vermerkte Abbruchstelle der früheren Abfrage bestand beim erneuten Abruf nicht mehr. Bei allen übrigen Studien lag nur der Abstract vor; das ist jeweils vermerkt, und Details, die dort nicht stehen, werden nicht berichtet.

Zwei Begriffe vorab. Die meisten Probiotikastudien beim Mann verwenden Präparate, die ein Präbiotikum enthalten (Synbiotika); im Folgenden steht „Probiotikum“ als Sammelbegriff, wenn die Studie selbst so spricht. Zielgrößen sind fast durchgehend Surrogatendpunkte (Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie, DNA-Fragmentierung, Oxidationsmarker); Schwangerschaft oder Lebendgeburt wird nur von einer Studie, und dort bei Paaren, als Endpunkt berichtet [s040].

Randomisierte kontrollierte Studien mit Probiotika beim Mann

Die Evidenz aus randomisierten Studien besteht aus sechs Veröffentlichungen mit Ergebnissen [s111, s085, s079, s064, s028, s007], von denen eine zurückgezogen wurde [s021]. Eine siebte Studie ist nur als Protokoll veröffentlicht [s023]. Die folgende Tabelle gibt den Rahmen; die Einzelstudien werden danach ausführlich besprochen.

StudieLandPopulationGruppenDauerPräparat
Maretti und Cavallini 2017 [s111]Italienidiopathische OAT20 Flortec, 21 Stärke6 MonateLactobacillus paracasei B21060 (5 × 10⁹ Zellen) plus Präbiotika und L-Glutamin
Abbasi et al. 2021 [s085]Iran (Teheran)idiopathische Unfruchtbarkeit28 vs. 28 randomisiert, 22 vs. 25 ausgewertet80 TageFamiLact 500 mg (Synbiotikum)
Helli et al. 2022 [s079]Iranidiopathische OAT26 vs. 2610 WochenProbiotikum 500 mg täglich (zurückgezogen [s021])
Asadi et al. 2023 [s064]Irannach Varikozelenoperation45 vs. 45 randomisiert, 38 vs. 40 ausgewertet3 MonateFamiLact
Zarehoroki et al. 2026 [s028]Iranidiopathische OAT73 in zwei Armen3 MonateSperiGen plus Placebo vs. SperiGen plus FamiLact 500 mg
Gholipour et al. 2026 [s007]Iran (zwei Zentren)idiopathische OAT35 Probiotikum, 38 Antioxidans, 37 Placebo (Auswertung)3 MonateFamiLact vs. SperiGen vs. Placebo

OAT steht für Oligoasthenoteratozoospermie, also die Kombination aus verminderter Konzentration, eingeschränkter Beweglichkeit und erhöhtem Anteil auffälliger Formen.

Maretti und Cavallini 2017: Flortec bei idiopathischer OAT

Die Arbeit „The association of a probiotic with a prebiotic (Flortec, Bracco) to improve the quality/quantity of spermatozoa in infertile patients with idiopathic oligoasthenoteratospermia: a pilot study“ (Andrology) [s111] ging nach Angabe späterer Autoren von einer zufälligen Beobachtung aus: Bei drei Männern, die Flortec wegen einer Darmdysbiose einnahmen, fielen bessere Spermiogramme auf [s085, s007]. Daraus entstand die Pilotstudie. Eingeschlossen wurden 41 Patienten mit idiopathischer OAT ohne Chromosomenaberration; 20 erhielten sechs Monate lang einen Beutel Flortec täglich, 21 eine Kontrollsubstanz (Stärke). Ein Beutel enthielt Lactobacillus paracasei B21060 (5 × 10⁹ Zellen), Arabinogalaktan (1243 mg), Fruktooligosaccharide (700 mg) und L-Glutamin (500 mg) [s111]; die Dosisangaben von Arabinogalaktan, Fruktooligosacchariden und Glutamin bestätigt auch die Übersicht von Oliveira et al. [s055].

Erhoben wurden Anamnese, Skrotal-Doppler, Y-Mikrodeletion, Karyotyp, Mukoviszidose-Screening, die Hormone FSH, LH, Östradiol, Testosteron und Prolaktin sowie zwei Spermiogramme, jeweils zu Beginn und nach sechs Monaten. Verglichen wurde mit dem nichtparametrischen Wilcoxon-Test für gepaarte Daten; Nebenwirkungen wurden mit dem Chi-Quadrat-Test verglichen [s111].

Ergebnisse (Mediane, Gruppe Flortec, vorher zu nachher): Ejakulatvolumen 2,4 auf 3,1 ml, Spermienkonzentration 15,2 auf 28,3 Mio./ml, progressive Beweglichkeit 16,2 auf 42,0 %, typische Formen 7 auf 16,3 %, jeweils p < 0,01. FSH, LH und Testosteron verbesserten sich (p < 0,01), Östradiol und Prolaktin nicht. In der Kontrollgruppe blieb nach Wortlaut des Abstracts „in 42 der untersuchten Parameter“ jede Veränderung aus; Nebenwirkungen traten in keiner Gruppe auf [s111]. Der Abstract enthält außerdem einen Satzfehler bei der Konzentration („28,3 × 10⁶/39 mL“), der in den Recherche-Dokumenten als Tippfehler eingeordnet wurde.

Stärken: Es gab eine Kontrollgruppe, eine feste Dosis, eine lange Beobachtung von sechs Monaten (mehr als ein Spermatogenesezyklus) und eine standardisierte Vorabklärung. Schwächen: Die angegebenen Tests vergleichen vorher und nachher innerhalb jeder Gruppe; ein direkter Vergleich der Gruppen mit Effektschätzer und Konfidenzintervall steht im Abstract nicht. Die Gruppen sind klein, das Präparat enthält mehrere Wirkstoffe, sodass der Anteil des Probiotikums nicht abgrenzbar ist. Auffällig ist, dass ein Probiotikum die Hormone FSH, LH und Testosteron verbessert haben soll; spätere Studien fanden dafür keine Bestätigung (siehe Helli, unten). Spätere Übersichten beschreiben die Studie als „double-blind, placebo-controlled“ [s055, s009]; im Abstract der Originalarbeit steht „pilot study“ und „control substance (starch)“. Schwangerschaften wurden nicht berichtet.

Abbasi, Abbasi und Niroumand 2021: FamiLact in Teheran

„Synbiotic (FamiLact) administration in idiopathic male infertility enhances sperm quality, DNA integrity, and chromatin status: A triple-blinded randomized clinical trial“ (Int J Reprod Biomed) [s085]. Männliche Partner unfruchtbarer Paare aus dem Imam-Reza-Krankenhaus in Teheran wurden von November 2019 bis Mai 2020 aufgenommen. Einschlusskriterium war mindestens einer der WHO-Grenzwerte (Konzentration < 15 Mio./ml und/oder normale Morphologie < 4 % und/oder Gesamtbeweglichkeit < 40 %). Ausgeschlossen wurden unter anderem Kryptorchismus, Varikozele, Chromosomenanomalien, Leukozytospermie, Nebenhodenentzündung, Prostatitis, Hormontherapie und kürzliche sexuell übertragbare Infektionen. Von 60 geeigneten Männern wurden 56 randomisiert (je 28), mit einer Permutationsblock-Randomisierung; Patienten, Behandler, Datenerheber und Statistiker waren verblindet. Die Studie ist unter IRCT20190824044599N1 registriert [s085].

Die Gruppe „FamiLact“ erhielt 80 Tage lang täglich eine Kapsel (500 mg) mit Lactobacillus rhamnosus, L. casei, L. bulgaricus, L. acidophilus, Bifidobacterium breve, B. longum und Streptococcus thermophilus (insgesamt 10⁹ KbE) sowie Fruktooligosaccharide; die Kontrollgruppe eine identische Placebokapsel. Zwei Spermaproben vor und nach der Behandlung (zwei bis sieben Tage Karenz) wurden nach WHO-Vorgaben analysiert. Zusätzlich wurden die DNA-Fragmentierung mit dem Sperm Chromatin Structure Assay (SCSA, Durchflusszytometrie, etwa 10 000 Spermien je Probe), die Lipidperoxidation mit der Sonde BODIPY C11 und der Protamindefekt mit Chromomycin A3 (CMA3) bestimmt [s085].

Der Abstract nennt 56 Männer; im Ergebnisteil sind es nur 47: Sieben Teilnehmer erschienen nicht zur Folgeprobe, einer brach wegen einer eingetretenen Schwangerschaft ab, einer zog die Einwilligung zurück; ausgewertet wurden 22 Männer in der FamiLact-Gruppe und 25 in der Placebogruppe. Das Alter betrug im Mittel 34,5 und 33,8 Jahre (p = 0,61) [s085]. Die EAU-Leitlinie und die Übersicht von Kaltsas et al. nennen „n = 56“ [s006, s009]; die Metaanalyse führt 28 und 28 [s020]; Oliveira et al. nennen 47 [s055]. Das ist kein Widerspruch der Daten, sondern ein Unterschied zwischen Randomisierung und Auswertung. Eine Auswertung nach Intention-to-treat ist nicht beschrieben.

Mittelwerte vor und nach der Behandlung (FamiLact, n = 22 / Placebo, n = 25): Konzentration 28,85 ± 17,1 auf 44,1 ± 24,97 Mio./ml gegenüber 21,54 ± 15,48 auf 27,98 ± 17,42; Gesamtbeweglichkeit 38,4 ± 25,08 auf 50,81 ± 34,94 % gegenüber 33,54 ± 20,3 auf 34,44 ± 30,31 %; Anteil abnormer Formen 86,62 ± 11,61 auf 79,5 ± 5,54 % gegenüber 85,25 ± 9,61 auf 83,5 ± 8,21 %; Volumen 2,75 auf 2,97 ml gegenüber 2,54 auf 2,54 ml. Die Unterschiede zwischen den Gruppen nach der Behandlung waren für Konzentration p = 0,01, Beweglichkeit p = 0,04 und normale Morphologie p = 0,03 signifikant; vor der Behandlung bestand kein Unterschied (p = 0,13, 0,46, 0,66) [s085].

Die Oxidations- und Chromatinwerte zeigen ein differenzierteres Bild: Die Lipidperoxidation sank im FamiLact-Arm von 29,53 ± 19,4 auf 26 ± 18,82 % (gepaarter Test p = 0,02), im Placeboarm von 26,32 auf 24,72 % (nicht signifikant); der Unterschied zwischen den Gruppen nach der Behandlung war nicht signifikant (p = 0,8). Die CMA3-Positivität sank numerisch (39,97 auf 34,33 % gegenüber 37,97 auf 33,67 %), jedoch ohne signifikante Änderung (p = 0,11 und p = 0,14). Der DNA-Fragmentierungsindex sank im FamiLact-Arm von 28,81 ± 13,27 auf 25,19 ± 7,22 % (p = 0,005) und im Placeboarm von 26,75 ± 10,54 auf 25,32 ± 6,66 % (p = 0,03); zwischen den Gruppen nach der Behandlung bestand kein signifikanter Unterschied (p = 0,47) [s085]. Die Aussage „reduziert die DNA-Schädigung“ aus der Zusammenfassung der Autoren stützt sich also auf den Vorher-nachher-Vergleich im FamiLact-Arm; die Fragmentierung sank aber auch unter Placebo. Die Autoren erklären das mit möglicher, dem Team verborgener Begleiteinnahme von Nahrungsergänzungsmitteln [s085].

Stärken: dreifache Verblindung, Registrierung, Zusatzmessungen zu Chromatin und Oxidation, eine für die Studien dieser Art vergleichsweise ausführliche Ausschlussliste. Schwächen: Verlust von neun der 56 Randomisierten (16 %), ungleiche Gruppengrößen nach Verlust, mehrere Endpunkte ohne Korrektur für Mehrfachtests, Einzelzentrum, 80 Tage, keine Schwangerschaftsdaten. Die Endpunkt-Signifikanzen liegen zum Teil knapp unter 0,05 (0,03 und 0,04).

Helli et al. 2022: Probiotikum bei OAT, Rückzug 2026

„Probiotic effects on sperm parameters, oxidative stress index, inflammatory factors and sex hormones in infertile men“ (Human Fertility) [s079]. Randomisierte, doppelblinde Studie mit 52 Männern mit idiopathischer OAT, die in einer urologischen Klinik behandelt wurden (je 26 pro Gruppe); die Interventionsgruppe nahm zehn Wochen lang täglich 500 mg Probiotikum, die Kontrollgruppe Placebo. Registrierung IRCT20141025019669N7. Gemessen wurden Spermaparameter, Gesamtantioxidanskapazität (TAC) und Malondialdehyd (MDA) im Plasma, Entzündungsmarker und Geschlechtshormone [s079].

Laut Abstract stiegen in der Interventionsgruppe Ejakulatvolumen, Spermienzahl, Konzentration, Anteil beweglicher Spermien und die TAC des Plasmas, während MDA und Entzündungsmarker sanken [s079]. Die Übersicht von Oliveira et al. nennt dazu p-Werte: Volumen p = 0,041, Gesamtzahl p = 0,001, Konzentration p = 0,001, Gesamtbeweglichkeit p = 0,037, lebende Spermien p = 0,003; TAC p < 0,001 und MDA p = 0,002 im Vergleich mit Placebo; CRP und TNF-alpha sanken; Testosteron stieg, FSH, LH und Prolaktin sanken, jeweils ohne Signifikanz [s055]. Die Metaanalyse [s020] führt die Studie mit 25 und 25 Teilnehmern (mittleres Alter 32,23 ± 4,11 und 33,01 ± 3,91 Jahre) und einer Dosis von 2 × 10¹¹ KbE; das Primärpapier gibt nur „500 mg täglich“ an [s079, s020]. Oliveira et al. nennen n = 50 [s055]. Die Abweichung zwischen 52 Teilnehmern (26 + 26) im Primärabstract und 50 Teilnehmern (25 + 25) in zwei Übersichten ist in den Quellen nicht geklärt.

2026 erschien in derselben Zeitschrift eine Rückzugserklärung („Retraction Statement: Probiotic effects on sperm parameters, oxidative stress index, inflammatory factors and sex hormones in infertile men“, Human Fertility, PMID 42050763) [s021]. Der Grund des Rückzugs stand in den für diese Studie abgerufenen Quellen nicht; nur Titel und Kennung der Erklärung waren zugänglich. Praktische Folge: Das Ergebnis ist nicht als Evidenz zu zählen. Die Metaanalyse von Prihadi et al. [s020] schließt die Studie ein (Tabelle 1, Risk-of-Bias-Tabelle „Low risk“), sodass ihre gepoolten Schätzer teilweise auf einem zurückgezogenen Beitrag beruhen; die Veröffentlichung der Metaanalyse im Frühjahr 2026 (online 11.03.2026) liegt vor dem Rückzug (28.04.2026 laut Crossref-Angabe in den Recherche-Dokumenten). Ob die Autoren die Analyse inzwischen korrigiert haben, ist nicht bekannt. Weitere Übersichten, die Helli einschließen (Oliveira et al. [s055], Kaltsas et al. [s009] in Tabelle 3), sind betroffen.

Asadi et al. 2023: Probiotikum nach mikrochirurgischer Varikozelenoperation

„Effects of probiotic supplementation on semen parameters after varicocelectomy: a randomized controlled trial“ (Journal of Research in Medical Sciences) [s064]. Doppelblinde Studie von September 2021 bis März 2023, registriert unter IRCT20150420021869N4. Eingeschlossen wurden Männer ab 18 Jahren mit linksseitiger Varikozele und Kinderwunsch von mindestens einem Jahr, bei denen eine subinguinale mikrochirurgische Varikozelenoperation geplant war. Ausgeschlossen waren unter anderem frühere urogenitale Operationen, idiopathische Unfruchtbarkeit, Kryptorchismus, Hodentumor, Hodentrauma, Mumps nach der Pubertät, Stoffwechselerkrankungen, obstruktive Störungen, eine fruchtbarkeitsfördernde Diät, übermäßiger Drogenkonsum und HIV-Infektion [s064].

Die Randomisierung erfolgte mit einer Excel-Zufallsfunktion (gerade und ungerade Zahlen), die Zuteilung wurde mit verschlossenen Umschlägen verdeckt gehalten. 45 Männer sollten das Synbiotikum FamiLact zweimal täglich drei Monate lang erhalten (Lactobacillus rhamnosus, L. casei, L. bulgaricus, L. acidophilus, Bifidobacterium breve, B. longum, Streptococcus thermophilus, je Kapsel 10⁹ KbE, dazu Fruktooligosaccharide), ebenso viele Placebo. Neun Teilnehmer schieden aus, drei gingen für die Nachbeobachtung verloren; ausgewertet wurden 78 Männer, 38 in der Probiotikagruppe und 40 in der Placebogruppe. Die Fallzahlplanung (Annahme eines Effekts von 9,7 bei einer Standardabweichung von 4,4, Power 0,8) ergab rechnerisch nur 10 Teilnehmer; ausgewertet wurden 78 [s064]. Ein Mann der Probiotikagruppe brach wegen Blähungen ab. Das Spermiogramm wurde bei Diagnose der Varikozele und drei Monate nach der Operation mit computergestützter Analyse (CASA) bestimmt; operiert haben zwei Chirurgen mit gleicher Erfahrung [s064].

Ausgangswerte: Die Gruppen unterschieden sich bei Alter (31,9 ± 3,4 gegenüber 32,3 ± 4,5 Jahre), Body-Mass-Index (25,1 gegenüber 26,2 kg/m²) und Infertilitätsdauer (28,2 gegenüber 28,5 Monate) nicht, und auch nicht bei den Spermaparametern. Drei Monate nach der Operation (Mittelwerte, Standardabweichung in Klammern; Placebo gegenüber Probiotikum): Volumen 3,4 (2,3) gegenüber 3,9 (2,1) ml (p = 0,897); Konzentration 21,1 (16,1) gegenüber 33,7 (22,5) Mio./ml (p = 0,046); Anteil beweglicher Spermien 34,2 (33,2) gegenüber 43,0 (38,7) % (p = 0,177); normale Morphologie 12,0 (11,5) gegenüber 15,0 (8,9) % (p = 0,016). Vor der Operation lagen die Konzentrationen bei 18,0 (11,0) im Placeboarm und 16,3 (11,4) im Probiotikaarm [s064].

Wichtig für die Einordnung: Auch in der Placebogruppe stiegen Konzentration (p = 0,007), Beweglichkeit (p = 0,007) und normale Morphologie (p = 0,026) gegenüber den Ausgangswerten signifikant; das spiegelt den bekannten Effekt der Operation wider. Der Zugewinn durch das Probiotikum ergibt sich im Vergleich der Veränderungen zwischen den Gruppen: Konzentration +17,3 (16,9) gegenüber +3,0 (14,6) Mio./ml (p = 0,049), normale Morphologie +6,1 (7,4) gegenüber +3,9 (9,1) Prozentpunkte (p = 0,038), Beweglichkeit +15,4 gegenüber +6,1 Prozentpunkte (p = 0,347) [s064]. Im Text der Originalarbeit steht an einer Stelle „normal sperm morphology“ bei p = 0,347; gemeint ist offenbar die Beweglichkeit. Die EAU-Leitlinie nennt diese Studie mit n = 78 und dem Befund einer frühen Verbesserung von Konzentration und Morphologie [s006].

Stärken: Randomisierung mit verdeckter Zuteilung, Placebo, standardisierte Operation, CASA. Schwächen: Verlust von zwölf der 90 Randomisierten (13 %), p-Werte knapp unter 0,05 bei mehreren Vergleichen ohne Korrektur für Mehrfachtests, Einzelzentrum, drei Monate (ungefähr die Dauer eines Spermatogenesezyklus, daher ist ein später Effekt der Operation selbst nicht ausgeschlossen), keine Schwangerschaftsdaten. In der Einleitung verweisen die Autoren auf eine unveröffentlichte Studie der Gruppe, in der Probiotika Antioxidantien überlegen gewesen seien; das ist vermutlich die später erschienene Studie von Gholipour et al. [s064, s007]. Beide Arbeiten teilen mehrere Autoren (Asadi, Gholipour, Rahavian) und dasselbe Präparat.

Zarehoroki et al. 2026: Synbiotikum zusätzlich zu einem Antioxidans

„Investigating the Effect of Synbiotic and SperiGen Supplementations on Spermatogram in Idiopathic Oligoasthenoteratozoospermia: A Double-Blinded Randomized Clinical Trial“ (International Journal of Urology) [s028]. Vorliegend ist nur der Abstract. 73 Männer mit idiopathischer OAT wurden verblindet in zwei Gruppen randomisiert: Beide erhielten das Multivitamin-Mineralpräparat SperiGen (als Antioxidans), eine Gruppe zusätzlich Placebo, die andere zusätzlich 500 mg Synbiotikum (FamiLact) täglich über drei Monate. Registriert unter IRCT20190810044500N6 (5. September 2020) [s028].

Ergebnisse laut Abstract: Die Kombination steigerte im Vergleich zu SperiGen plus Placebo die mittlere Veränderung der progressiven Beweglichkeit (p = 0,001) und der DNA-Fragmentierung (p = 0,001; die Fragmentierung sank laut Schlussfolgerung) und senkte den Anteil unbeweglicher Spermien (p = 0,018). Innerhalb der Gruppen besserten sich alle Parameter in beiden Armen, mit Ausnahme der nichtprogressiven Beweglichkeit in der Gruppe SperiGen plus Placebo. Die Autoren schließen, die Kombination sei „much more effective“ als das Antioxidans allein bei DNA-Fragmentierung, Konzentration und progressiver Beweglichkeit; Zahlenwerte zur Konzentration und andere Mittelwerte stehen im Abstract nicht [s028]. Die Übersicht von Kaltsas et al. führt die Arbeit mit dem Datum 2025 und vermerkt: Einzelzentrum, Antioxidans in beiden Armen, drei Monate, keine Fruchtbarkeitsendpunkte, Konzentration und Morphologie nicht berichtet [s009]; die Quellenliste dieser Studie datiert die Arbeit auf 2026. Wegen des gleichen Hintergrundpräparats in beiden Armen beantwortet die Studie nicht, ob ein Probiotikum allein wirkt, sondern ob es zu einem Antioxidans etwas hinzufügt.

Gholipour et al. 2026: Probiotikum, Antioxidans oder Placebo

„Probiotics Outperform Antioxidants in Improving Semen Parameters of Men with Idiopathic Oligoasthenoteratozoospermia: A Randomized Controlled Trial“ (Iranian Journal of Medical Sciences) [s007] ist die einzige Studie, die Probiotikum und Antioxidans direkt vergleicht; sie liegt im Volltext vor.

Design: dreimonatige, multizentrische (Yazd und Isfahan), dreifach verblindete, placebokontrollierte Studie von Juli 2021 bis April 2022, registriert als IRCT20150420021869N5. 203 Männer mit primärer idiopathischer Unfruchtbarkeit wurden auf Eignung geprüft (136 aus Isfahan, 67 aus Yazd). Aufgenommen wurden Männer unter 45 Jahren mit WHO-2010-Werten unterhalb der fünften Perzentile (Konzentration < 15 Mio./ml, normale Morphologie < 4 %, Beweglichkeit A+B+C < 40 %). Ausgeschlossen waren unter anderem Pyospermie, Varikozele, Hodenoperationen, Chemo- und Strahlentherapie, Rauchen, Medikamente mit Wirkung auf die Spermatogenese, sexuell übertragbare Infektionen, Nebenhodenentzündung, Prostatitis und Chromosomenanomalien. Die Zuteilung erfolgte einfach randomisiert im Verhältnis 1:1:1 mit einer Zufallssoftware; Teilnehmer, Behandler und Auswerter waren verblindet. Ausgewertet wurde per Protokoll („per-protocol approach“) [s007].

Interventionen: Probiotikum Familact (zwei Kapseln täglich, eine alle zwölf Stunden, 90 Tage; Lactobacillus casei, L. rhamnosus, L. acidophilus, L. bulgaricus, Streptococcus thermophilus, Bifidobacterium longum, B. breve plus Fruktooligosaccharide); Antioxidans Sperigen (B-Vitamine, Vitamine A, C und E, Selen, Zink, Glutathion, L-Carnitin, L-Arginin, Coenzym Q10 und weitere Stoffe); Placebo desselben Herstellers wie das Probiotikum. Probiotikum und Placebo waren äußerlich nicht unterscheidbar, das Antioxidans unterschied sich leicht. Es wurden je Patient vier Spermaproben gewonnen (zwei vor, zwei nach drei Monaten, im Abstand einer Woche nach 48 Stunden Karenz) und die Mittelwerte je Zeitpunkt verwendet; Konzentration mit einer Zählkammer, Beweglichkeit und Morphologie mit einem CASA-System. Statistik: lineare gemischte Modelle mit Zeit, Gruppe und Wechselwirkung als feste Effekte, adjustiert für das Zentrum, paarweise Vergleiche nach drei Monaten mit Bonferroni-Korrektur [s007].

Teilnehmer: In die Endauswertung gingen 110 Männer ein (mittleres Alter 34,3 ± 4,5 Jahre), 63 aus Zentrum 1 und 47 aus Zentrum 2; 38 Antioxidans, 35 Probiotikum und 37 Placebo. Die Verteilung der übrigen der 203 geprüften Männer ist im Fließtext nicht aufgeschlüsselt (sie steht im Flussdiagramm). Die Therapietreue betrug 94,9 % (Placebo), 97,2 % (Probiotikum) und 92,7 % (Antioxidans). Ein Mann der Probiotikagruppe brach wegen Blähungen ab; weitere arzneimittelbedingte Nebenwirkungen wurden nicht berichtet [s007].

Ergebnisse (adjustierte Randmittel; jeweils Ausgangswert auf Wert nach drei Monaten):

ParameterAntioxidansProbiotikumPlaceboZeit-mal-Gruppe-Wechselwirkung
Konzentration (Mio./ml)5,03 auf 8,555,13 auf 10,42 (SE 1,11)4,79 auf 4,91p = 0,003
Beweglichkeit (%)22,16 auf 26,5823,54 auf 46,65 (SE 3,73)21,72 auf 22,75p < 0,001
Normale Morphologie (%)1,47 auf 2,211,60 auf 4,31 (SE 0,21)1,47 auf 1,52p < 0,001
Volumen (ml)3,62 auf 4,093,67 auf 4,113,49 auf 3,60p = 0,71

Paarweise Vergleiche nach drei Monaten: Konzentration Probiotikum gegenüber Placebo p = 0,007 (mittlere Differenz 5,51 × 10⁶/ml), Probiotikum gegenüber Antioxidans p = 0,89 (nicht signifikant), Antioxidans gegenüber Placebo p = 0,11; Beweglichkeit Probiotikum gegenüber Antioxidans p = 0,009 und gegenüber Placebo p = 0,001, Antioxidans gegenüber Placebo p > 0,999; Morphologie Probiotikum gegenüber Antioxidans und gegenüber Placebo je p < 0,001, Antioxidans gegenüber Placebo p = 0,15; Volumen keine Unterschiede (alle p > 0,999). Die Autoren berechnen daraus relative Zugewinne: Konzentration +103 % unter Probiotikum, +70 % unter Antioxidans; Beweglichkeit +98 % gegenüber +20 %; normale Formen +170 % gegenüber +50 % [s007]. Der Titel nennt „Probiotikum besser als Antioxidans“; bei der Konzentration stützt das die Auswertung nicht, weil dieser Unterschied nicht signifikant war.

Einordnung: Die Absolutwerte bleiben niedrig. Die Konzentration liegt mit 10,42 Mio./ml nach drei Monaten weiter unter 15 Mio./ml, die Morphologie von 4,31 % knapp über der Einschlussgrenze von 4 %. Ob das klinisch relevant ist, wurde nicht geprüft. Die Autoren nennen als Limitationen: keine Hormonprofile, keine DNA-Fragmentierung, keine antioxidative Kapazität des Spermas, kurze Dauer, keine Fertilitätsraten oder Erfolg assistierter Reproduktion, unbekannte Wirkungsdauer nach Absetzen, keine Prüfung der Kombination von Antioxidans und Probiotikum, Verschiedenheit der Handelsprodukte [s007]. Weitere Punkte: Per-Protocol-Auswertung (kein Intention-to-treat), die Verteilung der Ausfälle zwischen 203 Gescreenten und 110 Ausgewerteten ist im Text nicht belegt, mehrere Endpunkte, eine Fallzahlplanung ist im gelesenen Methodenteil nicht beschrieben, und die Gruppe teilt Präparat und Autoren mit der Studie von Asadi et al. [s064]. Zu Beginn bestand kein Unterschied bei Alter (Median 34, 35 und 32 Jahre, p = 0,158) und Infertilitätsdauer (31, 31 und 32 Monate, p = 0,326) [s007].

Gemeinsame Merkmale und Grenzen der sechs Studien

Fünf der sechs RCTs wurden im Iran durchgeführt, eine in Italien. Vier verwenden dasselbe kommerzielle Synbiotikum FamiLact (als Hersteller nennen drei Arbeiten Zist Takhmir) [s085, s064, s028, s007]; die Studien von Asadi und Gholipour stammen aus derselben Arbeitsgruppe. Alle untersuchen Surrogatendpunkte; keine hat Schwangerschaft oder Lebendgeburt als Endpunkt. Die Beobachtungszeit liegt zwischen zehn Wochen und sechs Monaten. Die Fallzahlen reichen von 41 bis 110. Die Übersicht von Kaltsas et al. weist auf Einzelzentrum-Design, Mehrfachtests ohne Korrektur, mögliche Produktbindung und unvollständige Angaben zu Finanzierung hin und kommt zu einer geringen Sicherheit der Evidenz mit erheblichem Verzerrungs- und Unschärferisiko [s009]; ob und wie die einzelnen Studien finanziert wurden, wurde für dieses Kapitel nicht geprüft.

Unkontrollierte Studien, Fallserien und historische klinische Beobachtungen

Valcarce et al. 2017: Neun asthenozoosperme Männer

„Probiotic administration improves sperm quality in asthenozoospermic human donors“ (Beneficial Microbes) [s112]. Neun asthenozoosperme Männer ohne medizinische Behandlung und mit vergleichbarer Ernährung nahmen zwei als antioxidativ ausgewählte Stämme ein, Lactobacillus rhamnosus CECT8361 und Bifidobacterium longum CECT7347 (laut Übersichten je 50 % einer Kapsel, insgesamt 10⁹ KbE täglich [s020, s055]). Die Samenqualität wurde vor der Einnahme, während der Einnahme (nach drei und sechs Wochen) und nach dem Ende (drei und sechs Wochen später) bestimmt: Beweglichkeit mit CASA, DNA-Fragmentierung mit dem SCSA, Zellvitalität und intrazelluläres Wasserstoffperoxid (H₂O₂, als Maß für reaktive Sauerstoffspezies) mit Durchflusszytometrie [s112].

Ergebnisse laut Abstract: Die Beweglichkeit verbesserte sich „drastisch“ (etwa um den Faktor 6), die DNA-Fragmentierung nahm um etwa den Faktor 1,2 ab, das intrazelluläre H₂O₂ um etwa den Faktor 3,5; die Vitalität änderte sich nicht [s112]. Die Übersicht von Oliveira et al. gibt aus dem Volltext weitere Werte wieder: Der DNA-Fragmentierungsindex sank von 25,74 % auf 21,11 % nach drei und 21,58 % nach sechs Wochen und stieg nach Absetzen wieder auf 21,64 % (drei Wochen danach) und 23,09 % (sechs Wochen danach), die Verbesserung hielt also nicht an. Der Anteil H₂O₂-positiver Zellen lag in der Kontrollphase bei 16,57 ± 3,34 %, nach drei Wochen Einnahme bei 5,02 ± 0,93 %, nach sechs Wochen bei 6,2 ± 1,77 % und blieb auch drei und sechs Wochen nach Absetzen niedrig (7,27 ± 2,37 % und 7,9 ± 1,36 %). Oliveira et al. schreiben, die Beweglichkeit sei nach Absetzen für sechs Wochen erhalten geblieben; die Übersicht von Kaltsas et al. spricht dagegen von einer „Abschwächung nach dem Auswaschen“ [s055, s009].

Die Einordnung der Studie unterscheidet sich zwischen den Übersichten: Oliveira et al. führen sie als „randomized“ und mit sechs Wochen [s055], Kaltsas et al. als „randomized cross-over“ [s009], die Metaanalyse als einarmige Studie mit zwölf Wochen und bewertete sie mit dem Instrument für nicht randomisierte Studien (ROBINS-I) [s020]. Im Abstract der Originalarbeit ist von einer Kontrollgruppe nicht die Rede; die Beobachtung vor, während und nach der Einnahme bei denselben Männern gehört zu einem Vorher-nachher-Design. Die Dauer der Einnahme nennt das Original mit drei und sechs Wochen. Stärken: engmaschige Messung auch nach dem Absetzen, mehrere Endpunkte zu Oxidation und DNA. Schwächen: nur neun Männer, keine parallele Kontrollgruppe (damit keine Trennung von Zeiteffekt, Messvariabilität oder Erwartung), kurze Dauer.

Gupte et al. 2025: Fallserie mit acht Männern (Preprint)

„Successful conception following probiotic intervention in males with semen dysbiosis: a case series“ [s037] liegt nur als nicht begutachteter Preprint vor (Research Square, Kennung PPR982866). Nach dem Abstract handelt es sich um eine retrospektive Fallserie mit acht Männern mit auffälligem Spermiogramm (Asthenoteratozoospermie, Oligozoospermie, Teratozoospermie, Asthenozoospermie), die als Ausdruck einer Samen-Dysbiose gedeutet wurde. Die Intervention bestand in einem Probiotikum, besonders mit Lactobacillus und Bifidobacterium bifidum, über 90 Tage. Nach 90 Tagen seien bei allen Teilnehmern „significant improvements“ in progressiver Beweglichkeit, Spermienzahl und normaler Morphologie aufgetreten [s037]. Zahlenwerte stehen im Abstract nicht. Die Autoren folgern, Probiotika könnten „effectively address semen dysbiosis“ und eine ergänzende Therapie sein. Diese Schlussfolgerung geht über die Daten hinaus: Es gibt keine Kontrollgruppe, die Fallauswahl (retrospektiv) ist nicht zufallsbedingt, acht Fälle erlauben keine Aussage über Häufigkeit oder Ursächlichkeit, und der Titel („Successful conception“) nennt Schwangerschaften, die im Abstract nicht quantifiziert werden. Die Arbeit hat keine Begutachtung durchlaufen und ist als Hinweis, nicht als Beleg zu lesen.

Ensslen et al. 1990: Bakteriospermie und orale Herde (Aachen)

„Male subfertility and oral bacterial diseases“ (Männliche Subfertilität und orale bakterielle Erkrankungen; Zentralblatt für Gynäkologie) [s121] ist die einzige deutschsprachige klinische Beobachtung im Material und nur als Abstract belegt. Mehr als 70 % der Ehemänner, die seit Juni 1987 wegen Sterilität die Frauenklinik der RWTH Aachen aufsuchten, benötigten eine Behandlung wegen Bakteriospermie mit Keimzahlen über 10⁴ KbE/ml Ejakulat. Bei 23 % der behandelten Männer gelang keine überzeugende Keimzahlsenkung. 36 Patienten mit therapieresistenter Bakteriospermie wurden in die Zahnklinik überwiesen; dort fanden sich zahlreiche intraorale Herde, die saniert wurden. Intraoperativ entnommene Proben wurden mikrobiologisch untersucht, wobei das Keimspektrum der Mundproben und der Spermiogramme „identisch“ gewesen sei. Sechs Monate nach der Zahnsanierung waren zwei Drittel der Spermiogramme „bereits steril“, außerdem hätten sich Beweglichkeit, Morphologie und Dichte verbessert. Die Autoren sehen einen unmittelbar ursächlichen Zusammenhang zwischen symptomatischer Zahnerkrankung und Bakteriospermie [s121].

Die Arbeit ist als Fallserie ohne Kontrollgruppe und ohne die heute üblichen Verfahren (Kultur mit eigenen Definitionen, keine Sequenzierung, keine Kontaminationskontrollen) zu lesen; die Zahl der Männer im ersten Teil ist nicht angegeben, nur der Anteil. Die Beobachtung ist als historischer Beleg für die Idee interessant, dass Keime im Ejakulat aus anderen Körperregionen stammen können; als Stütze einer ursächlichen Aussage trägt sie nicht.

Granouillet et al. 1982: Spermaflora bei unfruchtbaren Männern (Frankreich)

„Étude de la flore bactérienne du sperme chez des hommes infertiles“ (Untersuchung der bakteriellen Spermaflora bei unfruchtbaren Männern) [s124] untersuchte zwei Gruppen unfruchtbarer Männer (65 und 132 Patienten) in zwei Laboratorien mit zwei verschiedenen Samengewinnungsverfahren; die bakteriologischen Ergebnisse waren ähnlich. Isoliert wurden unter anderem betahämolysierende Streptokokken, Proteus, Staphylococcus epidermidis, Micrococcus, Corynebakterien, Klebsiellen, Pseudomonas, Enterobacter, Bacillus, Neisserien, Escherichia coli, anaerobe Staphylokokken und Streptokokken sowie Pilze. 20 % der Patienten seien ohne klinische Zeichen chronisch infiziert, vermutlich prostatischen Ursprungs, mit mehr als 3000 Keimen/ml. Einen Zusammenhang zwischen den bakteriologischen Daten und den physikalischen und zytologischen Samenmerkmalen fand die Studie nicht, mit Ausnahme des pH-Werts: Proben mit niedrigem pH seien meist azoosperm und stark kontaminiert [s124]. Auch hier liegt nur der Abstract vor; die Arbeit beschreibt Flora, keine Intervention.

Interventionsstudien an Paaren und Frauen mit Bezug zum Ejakulat

Huerga López et al. 2025: Ligilactobacillus salivarius CECT5713 bei ungeklärter Unfruchtbarkeit vor IVF

„Ligilactobacillus salivarius CECT5713 Increases Term Pregnancies in Women with Infertility of Unknown Origin: A Randomized, Triple-Blind, Placebo-Controlled Trial“ (Nutrients) [s040] ist die einzige Studie im Material, die einen harten Endpunkt (Lebendgeburt) berichtet. Sie untersucht aber Paare, nicht Männer.

Design: Nichtunterlegenheitsstudie, randomisiert, dreifach verblindet, placebokontrolliert, am Hospital Clínico San Carlos in Madrid; registriert als NCT06290518. Die Fallzahl wurde auf Grundlage der IVF-Erfolgsrate des Zentrums bei ungeklärter Unfruchtbarkeit (32 %) und einer Pilotstudie mit demselben Stamm (56 % erfolgreiche Schwangerschaften bei Frauen mit Fortpflanzungsversagen) geschätzt; bei einer Nichtunterlegenheitsgrenze von 10 %, Power 80 % und einseitigem Niveau 2,5 % ergaben sich 32 Paare je Gruppe, mit 20 % erwarteten Ausfällen 70 Paare. Aufgenommen wurden Paare ab 12 Monaten unerfülltem Kinderwunsch ohne erkennbare Ursache mit IVF-Indikation und einer erwarteten Wartezeit von mehr als fünf Monaten; Rekrutierung vom 17. November 2020 bis 22. November 2022, letzter Embryotransfer am 6. Juni 2023. Ausschlüsse waren unter anderem Sterilität eines Partners (zum Beispiel Azoospermie), Tubenverschluss, schwere Erkrankungen und eine chronische Antibiotikatherapie [s040].

Intervention: Beide Partner nahmen täglich eine Kapsel mit insgesamt 3 × 10⁹ lebensfähigen Zellen L. salivarius CECT5713 mit Maltodextrin als Hilfsstoff oder nur Maltodextrin (Placebo), und zwar während der sechs Monate vor der IVF und im ersten IVF-Zyklus (ein bis zwei Monate); bei Schwangerschaft setzten die Frauen die Einnahme in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen fort. Die Einnahme wurde per Tagebuch erfasst; weniger als 85 % der Soll-Dosis galt als Protokollabweichung. Vor Beginn und unmittelbar vor der IVF (oder früher bei Schwangerschaft) wurden von jedem Paar ein Vaginalabstrich und eine Samenprobe mikrobiologisch (Kultur, 16S-rRNA-Sequenzierung der V3-V4-Region, Illumina MiSeq, negative Kontrollen in allen PCR-Ansätzen) und immunologisch (TGF-beta1, VEGF, Zytokine) untersucht. Primärer Endpunkt: Zahl der Teilnehmer mit erfolgreicher Schwangerschaft, die zur Geburt eines Kindes ohne Fehlbildung führte [s040].

Teilnehmer und Hauptergebnis: Von 285 geprüften Paaren erfüllten 153 die Einschlusskriterien nicht, 62 lehnten ab; 70 Paare wurden randomisiert (35 und 35). 5 Paare der Placebo- und 8 der Probiotikagruppe schieden aus oder brachen ab; es schlossen 30 Placebo- und 27 Probiotikapaare ab. Die mittlere Einnahmedauer betrug 154,9 Tage (Placebo) und 161,9 Tage (Probiotikum). Spontane Schwangerschaften vor der Stimulation: 3/30 (10,0 %) und 3/27 (11,1 %). Eizellentnahme: 22 und 22 Frauen; Embryotransfer: 14/22 (66,7 %) und 17/22 (77,3 %); Schwangerschaft nach Transfer: 4/14 (28,6 %) gegenüber 11/17 (64,7 %), p = 0,045. Gesamtzahl der Schwangerschaften (spontan und IVF): 8/30 (26,7 %) gegenüber 14/27 (51,8 %), p = 0,051. Aborte: 2/30 und 1/27. Primärer Endpunkt, Geburt eines Kindes ohne Fehlbildung: 6/30 (20,0 %) gegenüber 13/27 (48,1 %), einseitiger Chi-Quadrat-Test p = 0,024 bei einem festgelegten Niveau von 0,025; absolute Risikozunahme 28 % (95-%-Konfidenzintervall 5 bis 52 %). Die Autoren leiten daraus Nichtunterlegenheit und, da die untere Grenze über null liegt, mögliche Überlegenheit ab [s040]. Alle Schwangerschaften waren Einlingsschwangerschaften, alle Kinder wurden zwischen der 37. und 42. Woche geboren, bis auf ein Kind der Probiotikagruppe (34+5 Wochen nach vorzeitigem Blasensprung bei Chorioamnionitis). Nebenwirkungen wurden von keinem Paar berichtet [s040].

Befunde im Ejakulat: In der Kultur wuchsen in 97 von 101 Samenproben Bakterien (479 Isolate, Bacillota 60,1 %, Actinomycetota 39,5 %, 27 Gattungen, 95 Arten; am häufigsten Staphylococcus epidermidis in 46 und Enterococcus faecalis in 36 Proben); zwischen den Gruppen bestand in Artenzahl und Keimzahl (im Mittel 4,15 log₁₀ KbE/ml) kein Unterschied. In der Sequenzierung (90 Samenproben, rund 60,6 Millionen Reads) blieb die Gesamtzusammensetzung unverändert (Bray-Curtis p = 0,450; Jaccard p = 0,965); im Probiotikaarm stieg der Simpson-Index (p = 0,010), der Shannon-Index nicht (p = 0,127). Bei den Zytokinen im Ejakulat ergab sich nach der Intervention (Median, pg/ml; Placebo gegenüber Probiotikum): IL-6 3,41 gegenüber 1,88; IFN-gamma 48,81 gegenüber 27,17; TNF-alpha 6,17 gegenüber 4,04; IL-4 0,61 gegenüber 0,53; TGF-beta1 345,5 gegenüber 491,8 ng/ml; IL-8 und IL-10 änderten sich nicht. Im Probiotikaarm sanken IL-6, IFN-gamma und TNF-alpha um etwa 50 %, IL-4 um 19 %, TGF-beta1 stieg von 257,3 auf 491,8 ng/ml; im Placeboarm änderte sich keine dieser Größen. Vor der Intervention waren IL-4 und TNF-alpha im Probiotikaarm leicht höher. Probenzahlen zum zweiten Zeitpunkt: 25 (Placebo) und 19 (Probiotikum). Im Vaginalsekret wurde L. salivarius-DNA nach der Intervention bei 17/19 Frauen (89,5 %) des Probiotikaarms gefunden, gegenüber 2/26 (7,7 %) unter Placebo (p < 0,001); der oral gegebene Stamm erreichte also den Genitaltrakt oder wurde dort nachweisbar [s040].

Einordnung und Grenzen: Der Titel spricht von „Term Pregnancies in Women“, der Abstract von „pregnancy success“; der primäre Endpunkt war die Geburt eines Kindes ohne Fehlbildung (live birth). Beide Partner erhielten das Präparat, sodass ein Effekt über die Frau oder den Mann nicht trennbar ist. Das Design war eine Nichtunterlegenheitsstudie; die Autoren begründen das damit, dass nur ein bescheidener Nutzen erwartet worden sei und ein Überlegenheitsdesign eine unpraktisch große Studie erfordert hätte, räumen aber ein, dass die Fallzahl dadurch niedrig bleibt und die Aussagekraft begrenzt. Der Test war einseitig; für die Gesamtzahl der Schwangerschaften (zweiseitig) lag p bei 0,051. Die sekundären Endpunkte sind ohne Anpassung für Mehrfachtests und ausdrücklich als explorativ zu lesen. Einschränkungen nach Angabe der Autoren: Beginn der Studie während der COVID-19-Pandemie, dadurch fehlten Proben, überwiegend von Frauen mit Geburt aus der Probiotikagruppe (31 % der zum zweiten Zeitpunkt vorgesehenen Proben dieser Gruppe); keine Stuhlproben; die Ergebnisse seien „preliminary“. Außerdem tranken Männer der Probiotikagruppe häufiger Alkohol (81,5 % gegenüber 53,3 %, p = 0,024), überwiegend gelegentlich. Bemerkenswert ist, dass sich die Zusammensetzung des Samenmikrobioms nicht änderte, die Zytokine aber schon; die Autoren führen die Wirkung nicht auf einen Umbau des Mikrobioms zurück [s040].

Antonio et al. 2009: Sperma und vaginale Besiedlung mit Lactobacillus crispatus CTV-05

Die Arbeit „Vaginal colonization by probiotic Lactobacillus crispatus CTV-05 is decreased by sexual activity and endogenous Lactobacilli“ (Journal of Infectious Diseases) [s119] ist eine Studie an Frauen; sie betrifft nicht die männliche Fruchtbarkeit, zeigt aber, dass Sperma die Besiedlung durch ein Probiotikum beeinflussen kann. 90 sexuell aktive Frauen im Alter von 14 bis 21 Jahren wurden randomisiert und erhielten drei Tage lang zweimal täglich vaginal Kapseln mit 10⁶ oder 10⁸ KbE CTV-05. 87 kamen zu mindestens zwei Nachkontrollen. Von 40 Teilnehmerinnen ohne L. crispatus bei Beginn wurden 36 (90 %) besiedelt, von 47 Teilnehmerinnen, die schon L. crispatus trugen, nur 24 (51 %) (p < 0,001). Gegenüber sexueller Enthaltsamkeit verringerte Geschlechtsverkehr mit Kondom die Besiedlung (Odds Ratio 6,3; 95-%-Konfidenzintervall 1,3 bis 29,4; p = 0,02), ungeschützter Verkehr deutlich stärker (Odds Ratio 75,5; 95-%-Konfidenzintervall 6,9 bis 820,6; p < 0,001) [s119]. Das sehr weite Konfidenzintervall zeigt die Unschärfe der zweiten Schätzung. Die Studie sagt nichts über Spermienqualität.

Vaginale Probiotika vor Embryotransfer (Metaanalyse, Frauen)

Maleki-Hajiagha et al. 2025 (BMC Pregnancy and Childbirth) [s042] werteten prospektive Interventionsstudien (RCT oder quasi-experimentell) zu vaginalen Probiotika vor einem Embryotransfer aus (Suche bis 17. Oktober 2024, PROSPERO CRD42024550798): sechs Studien mit 850 Teilnehmerinnen (419 Intervention, 431 Kontrolle). Klinische Schwangerschaft: 157/419 (37,47 %) gegenüber 136/431 (31,55 %), relatives Risiko 1,19, p = 0,07, also nicht signifikant. Biochemische Schwangerschaft: RR 1,04 (p = 0,74); fortlaufende Schwangerschaft: RR 1,09 (p = 0,53); Fehlgeburt: RR 0,67 (p = 0,12). Ein Anamnese-Subgruppenvergleich (wiederholtes Einnistungsversagen) ergab ähnliche Befunde. Die Autoren mahnen zur Vorsicht [s042]. Diese Studie betrifft den vaginalen Einsatz bei der Frau und nicht den Mann; sie ist hier nur der Vollständigkeit halber aufgeführt, weil die Mikrobiota von Frau und Mann beim Paar zusammenwirken können [s011].

Ernährungsintervention: Koreanische gegenüber westlicher Kost (Jung et al. 2024)

„Effects of Korean Versus Western Diets on Reproductive Function in Young Korean Men: A 12-Week Randomized Parallel Clinical Trial“ (Journal of Lifestyle Medicine) [s052] misst kein Mikrobiom und ist hier als Beispiel für eine Interventionsstudie mit Ernährung aufgenommen. Die Studie lief laut Volltext vom 23. Mai bis 17. September 2008 am Universitätsklinikum Jeonbuk; 63 Freiwillige gaben ihre Einwilligung, 20 erfüllten die Kriterien (19 bis 30 Jahre, gesund). Die Teilnehmer wurden nach Spermiogramm in „normal“ und „auffällig“ (Kriterien für auffällig: Spermienzahl höchstens 20 Mio./ml, Beweglichkeit höchstens 50 %, Einzelvolumen höchstens 2,5 ml) eingeteilt und innerhalb dieser Gruppen offen (open-label) im Verhältnis 1:1 auf koreanische (KD) oder westliche Kost (WD) randomisiert; fünf je Untergruppe. Alle aßen drei Mahlzeiten täglich im Studienzentrum bei etwa 2600 kcal. Ein Teilnehmer der Gruppe KD (auffällig) zog die Einwilligung zurück; ausgewertet wurden 19 Männer (KD n = 9, WD n = 10). Die Therapietreue fiel in der KD-Gruppe von 77,8 % bis Woche 8 auf 67,6 % zwischen Woche 9 und 12 (WD: 87,5 % und 81,7 %) [s052].

Ergebnisse (Mittelwert ± Standardabweichung, Woche 0, 8, 12; Wechselwirkung Gruppe mal Zeit): Beweglichkeit KD 54,6 ± 20,0, 64,6 ± 22,1, 55,0 ± 18,7 % (Verlauf innerhalb der Gruppe p = 0,098) gegenüber WD 53,7 ± 23,7, 45,7 ± 21,6, 53,1 ± 16,3 % (p = 0,387), Wechselwirkung p = 0,057; Spermienzahl KD 66,8 auf 105,5 Mio./ml gegenüber WD 66,4 auf 85,6 (Wechselwirkung p = 0,557); freies Testosteron KD 13,5, 16,8, 17,5 pg/ml (p = 0,080) gegenüber WD 14,1, 16,9, 13,2 pg/ml (p = 0,006), Wechselwirkung p = 0,020 [s052]. Der Abstract spricht von einem signifikanten Anstieg der Beweglichkeit in der KD-Gruppe nach acht Wochen; im Gesamttest der Tabelle liegt der Verlauf innerhalb der Gruppe bei p = 0,098, sodass dieser Befund nur im Post-hoc-Vergleich entstanden sein kann. Die Autoren selbst werten die Studie als Hinweis. Schwächen: 19 ausgewertete Männer, offene Zuteilung, gesunde junge Männer mit zum Teil normalem Spermiogramm, Dauer 12 Wochen, hohe Ausfälle bei der Einhaltung der Kost. Zum Mikrobiom macht die Studie keine Aussage, die Veröffentlichung erfolgte 2024 für Daten von 2008.

Alle Kapitel und Anhänge (36)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. 2.1 Männliche Unfruchtbarkeit: Definition und Häufigkeit bis 2.4 Messgrößen: Samenanalyse, WHO-Referenzwerte 2021 und Mikrobiomdiagnostik
  4. 2.5 Historie der Forschungsfrage und 2.6 Was aus dem Hintergrund für die folgenden Kapitel folgt
  5. Gegenstand, Abgrenzung und Lesehinweise bis Systematische Übersicht: Puerta-Suárez und Cardona Maya 2025 [s044]
  6. Metaanalyse: Campbell et al. 2026, Genitaltrakt-Infektionen und Samenqualität [s004] bis Systematische Übersicht: Corbett, Crosby und McAuliffe 2021, Probiotika bei Paaren mit Unfruchtbarkeit [s087]
  7. Metaanalyse: Maleki-Hajiagha et al. 2025, vaginale Probiotika vor Embryotransfer (Frauen) [s042] bis Lücken und Grenzen dieses Kapitels
  8. A. Sequenzierungsstudien am Ejakulat: Vergleiche nach Spermienqualität und Fruchtbarkeitsstatus
  9. B. Samenmikrobiom und Samenplasma: DNA-Integrität, Oxidationspotenzial, Stoffwechselprodukte und Methodenvergleich bis D. Paare und assistierte Reproduktion: Samen- und Scheidenmikrobiom gemeinsam betrachtet
  10. E. Azoospermie: Ejakulat und Hodengewebe und F. Besondere Populationen: Prostatitis, Beckenschmerz, sexueller Beginn und HIV
  11. G. Kultur- und PCR-Studien: Bakteriospermie und Genitalinfektionen bis I. Humanproben aus einer überwiegend tierexperimentellen Studie
  12. J. Zusammenschau der Beobachtungsstudien
  13. Quellenbasis und Lesehinweise bis Ernährungsintervention: Koreanische gegenüber westlicher Kost (Jung et al. 2024)
  14. Registrierte und laufende Vorhaben bis Tierversuche und experimentelle Studien
  15. Querschnittsbewertung der klinischen Evidenz und Lücken und nicht belegbare Punkte
  16. Lesehilfe: Wie die Belegstärke eingestuft wird bis 4. Oxidativer Stress und DNA-Integrität
  17. 5. Die Darm-Hoden-Achse: Barriere, Endotoxin und Immunsystem bis 10. Das Genitalmikrobiom des Paares
  18. 11. Warum ein Probiotikum wirken könnte: die vorgeschlagenen Wirkwege bis 16. Fazit des Kapitels
  19. Vorbemerkung: Was „Dosis“ hier bedeuten kann bis 3. Zeitverlauf
  20. 4. Altersgruppen bis 7. Was Dosis, Alter, Vorerkrankung und Zeit für klinische Endpunkte bedeuten
  21. 8. Wo Daten fehlen: Lückenübersicht bis 10. Hinweise zu Zahlenwidersprüchen in den Quellen
  22. Englisch und Deutsch
  23. Französisch bis Portugiesisch
  24. Spanisch
  25. Chinesisch und Japanisch
  26. Koreanisch und Russisch
  27. Arabisch und Türkisch
  28. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  29. Limitationen der Evidenz
  30. Offene Forschungsfragen
  31. Praktische Einordnung
  32. Glossar
  33. Quellenverzeichnis
  34. Diagramme
  35. Quellen
  36. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle