Mikrobiom und Probiotika · Kapitel 9 von 33 · Studienlage: Beobachtungsstudien

B. Samenmikrobiom und Samenplasma: DNA-Integrität, Oxidationspotenzial, Stoffwechselprodukte und Methodenvergleich bis D. Paare und assistierte Reproduktion: Samen- und Scheidenmikrobiom gemeinsam betrachtet

B. Samenmikrobiom und Samenplasma: DNA-Integrität, Oxidationspotenzial, Stoffwechselprodukte und Methodenvergleich

Die folgenden Studien verknüpfen die Bakterienzusammensetzung mit funktionellen Samenmerkmalen oder prüfen, wie stark Ergebnisse von der Methode abhängen.

Garcia-Segura et al. 2022 [s077]

Originaltitel: Seminal Microbiota of Idiopathic Infertile Patients and Its Relationship With Sperm DNA Integrity.

  • Land: Spanien (Autonome Universität Barcelona; Proben aus dem Instituto de Fertilidad, Palma de Mallorca).
  • Design: Vergleichende Querschnittsstudie mit Korrelationsanalysen; Volltext lag vor.
  • Population: 56 kaukasische Teilnehmer aus dem westlichen Mittelmeerraum: 14 Samenspender ohne Unfruchtbarkeitsdiagnose und 42 Patienten mit idiopathischer Unfruchtbarkeit ohne erkennbaren weiblichen Faktor. Nach dem Methodenteil waren die Patienten normozoosperm, was der Abstract nicht erwähnt. Ausschluss bei Antibiotikatherapie in den letzten 21 Tagen. Karenz 2 bis 5 Tage; Händewaschen und Waschen des Penis mit Seife und Wasser vor der Probe [s077].
  • Exposition: Zusammensetzung des Samenmikrobioms und Fruchtbarkeitsstatus.
  • Messung: Spermiogramm nach WHO 2010 (Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie nach Kruger, Volumen, pH, Viskosität), Oxidations-Reduktions-Potenzial (MiOXSYS), DNA-Fragmentierung (TUNEL, alkalischer und neutraler Comet-Test) und Protaminierung des Chromatins (Chromomycin A3). Ganzlängen-16S-Sequenzierung (V1 bis V9) auf einem MiSeq, Zuordnung mit Kraken2. Im Mittel 221.543 Reads je Probe; 168 Gattungen. Kontrollen aus Probenraum, Extraktion und PCR hatten im Mittel 6.321 Reads (etwa zehnmal weniger) und wurden als ausreichend gering bewertet, deshalb wurde keine Kontaminantenkorrektur angewendet [s077].
  • Ergebnisse: Häufigste Stämme: Firmicutes (etwa 59 %), Proteobacteria (etwa 19 %), Actinobacteria (etwa 8 %), Bacteroidetes (etwa 5 %). Häufigste Gattungen waren Finegoldia, Peptoniphilus, Anaerococcus, Campylobacter, Streptococcus, Staphylococcus, Moraxella, Prevotella, Ezakiella, Corynebacterium und Lactobacillus (zusammen 75,24 % der Reads); Ezakiella wurde erstmals im Ejakulat beschrieben. Auf jeder taxonomischen Ebene ergaben sich zwei Profile; Spender und Patienten verteilten sich gleich darauf (Gattungsebene 8 und 6 Spender, 27 und 15 Patienten; p = 0,633), und die Profile hingen weder mit Spermiogramm noch mit Chromatin oder Oxidationspotenzial zusammen. Die Alpha-Diversität unterschied sich nicht zwischen Spendern und Patienten; sie korrelierte nur mit dem Anteil neutral-Comet-fragmentierter Spermien (ρ = 0,320; p = 0,016). Einzelkorrelationen (Spearman, ohne Angabe einer Korrektur für mehrfaches Testen): Peptoniphilus negativ mit progressiver Motilität (ρ = −0,306); Gardnerella positiv mit progressiver Motilität (ρ = 0,289) und negativ mit normaler Morphologie (ρ = −0,417); Flavobacterium positiv mit progressiver Motilität (ρ = 0,292) und negativ mit der Fragmentierung im alkalischen Comet-Test (ρ = −0,317); Brevundimonas negativ mit dem Oxidationspotenzial (ρ = −0,280) und mit TUNEL-Fragmentierung (ρ = −0,365); Lactobacillus negativ mit alkalischer Fragmentierung (ρ = −0,280); Ralstonia negativ mit Konzentration (ρ = −0,322); Paenibacillus negativ mit Konzentration (ρ = −0,328) und mit schlechter Protaminierung (ρ = −0,358), positiv mit neutraler Fragmentierung (ρ = 0,264). Zwischen Spendern und Patienten unterschieden sich Propionibacteriaceae (p = 0,008; AUC für „unfruchtbar" 0,735, 95-%-KI 0,593 bis 0,876; Grenzwert 0,78 %), Oligotropha (p = 0,036; AUC 0,660), Rhodopseudomonas (p = 0,008; AUC 0,711) und Cutibacterium (p = 0,024; AUC 0,701). Ein aus den drei Gattungen gebildeter Kombinationswert erreichte AUC 0,780 (95-%-KI 0,650 bis 0,909; p = 0,001). Phyllobacteriaceae und Vibrionaceae kamen bei Patienten häufiger vor (OR 0,052; 95-%-KI 0,005 bis 0,364 und OR 0,122; 95-%-KI 0,034 bis 0,467), bei sehr niedriger Sensitivität (0,038 und 0,094) [s077].
  • Störgrößen: Nicht adjustiert; eine multivariable Analyse wird nicht berichtet.
  • Stärken: Ganzlängen-16S, nach Angabe der Autoren erstmals eine Verknüpfung mit Chromatin-Integrität und Oxidationspotenzial, mehrere DNA-Tests, Kontrollen aus Probenraum, Extraktion und PCR, öffentlich hinterlegte Daten.
  • Schwächen: Sehr kleine Kontrollgruppe (n = 14); hunderte Korrelationen (Phyla, Familien, Gattungen mal Messgrößen) ohne berichtete Korrektur, sodass viele der beschriebenen Einzelbefunde Zufall sein können; Biomarker mit sehr niedrigen Grenzwerten (0,001 %) und niedriger Sensitivität; die AUC-Werte stammen aus denselben Daten und sind nicht extern geprüft; der Zusammenhang einer Gattung mit der Fragmentierung hängt vom Test ab (TUNEL und alkalischer Comet-Test zeigen unterschiedliche Taxa). Bei einigen der beschriebenen Gattungen gibt es Kontaminationsverdacht: Ralstonia wurde in der Studie von Osadchiy als verdächtiger Kontaminant entfernt [s056], Flavobacterium wird bei Mowla im Zusammenhang mit früheren Kontaminationsstudien erwähnt [s043]; in der vorliegenden Studie wurde keine Kontaminantenkorrektur durchgeführt.
  • Einordnung: Die Studie ist eine Quelle für die Hypothese, dass Samenbakterien DNA-Integrität und Oxidationslage beeinflussen. Die Einzelbefunde (zum Beispiel Lactobacillus mit weniger Fragmentierung, Flavobacterium mit besserer Motilität) widersprechen teils anderen Studien: Mowla fand Flavobacterium bei auffälliger Samenqualität und Morphologie vermehrt [s043]. Die Autoren selbst fordern weitere Studien zur Wirkung einzelner Taxa [s077].

Garcia-Segura et al. 2023 [s067]

Originaltitel: Characterization of Seminal Microbiome of Infertile Idiopathic Patients Using Third-Generation Sequencing Platform.

  • Land: Spanien (dieselbe Gruppe und dieselben 56 Proben wie in der Studie 2022).
  • Design: Methodenvergleich an denselben Proben (Querschnitt); Volltext lag vor.
  • Population: 14 Kontrollproben von Samenspendern und 42 Proben von Männern mit idiopathischer Unfruchtbarkeit (normozoosperm, kein erkennbarer weiblicher Faktor), aus dem Instituto de Fertilidad Palma und der Autonomen Universität Barcelona [s067].
  • Exposition: Sequenzierplattform (Nanopore MinION gegen Illumina MiSeq), gleiche Extraktion und gleiche erste PCR, danach Aufteilung der Proben.
  • Messung: Ganzlängen-16S auf dem MinION; Vergleich mit den bereits veröffentlichten MiSeq-Ergebnissen [s077]. Mock-Community (ZymoBIOMICS) als Positivkontrolle; Leerkontrollen mit im Mittel 40,33 Reads je Kontrolle; keine Korrektur angewendet [s067].
  • Ergebnisse: Im Mittel 129.469,73 Reads hoher Qualität je Probe. Stämme: Firmicutes (etwa 67 %), Proteobacteria (etwa 21 %), Bacteroidetes (etwa 5 %), Actinobacteria (etwa 5 %); 95 Gattungen oberhalb von 0,01 %. Häufigste Gattungen waren Peptoniphilus, Finegoldia, Staphylococcus, Anaerococcus, Campylobacter, Prevotella, Streptococcus, Lactobacillus und Ezakiella (zusammen 70,10 % der klassifizierten Reads). Beim paarweisen Vergleich der Plattformen unterschieden sich Firmicutes (etwa 59 % mit Illumina, etwa 67 % mit Nanopore) und Actinobacteria (etwa 8 % gegen etwa 5 %) deutlich; Staphylococcus war mit Nanopore häufiger, Lactobacillus mit Illumina besser erfasst (laut Mock-Community). Die zehn häufigsten Gattungen waren auf beiden Plattformen dieselben, aber die relative Häufigkeit je Person stimmte nicht überein, mit Abweichungen bis zu 50 Prozentpunkten in Einzelfällen. Illumina fand 804, Nanopore 963 Gattungen, von denen 397 auf beiden Plattformen vorkamen; oberhalb von 0,01 % waren es 168 gegen 97, davon 65 gemeinsam. Auch die Clusterprofile unterschieden sich auf Familien- und Gattungsebene zwischen den Plattformen [s067].
  • Störgrößen: Nicht anwendbar (Methodenvergleich).
  • Stärken: Dieselben Proben auf zwei Plattformen, Mock-Community als Referenz, Ganzlängen-16S.
  • Schwächen: Es geht nicht um Spermienqualität; eine Aussage, welche Plattform näher an der Wirklichkeit liegt, ist nur über die Mock-Community möglich (beide Plattformen erfassten die Proteobacteria zu niedrig). Die Autoren räumen ein, dass Nanopore Fehler bei GC-reichen Sequenzen und Staphylococcus-Überrepräsentation zeigen kann.
  • Einordnung: Die Studie ist für dieses Kapitel vor allem als Methodenwarnung wichtig: Gattungsprofile hängen von der Plattform ab, und das kann ein Grund für widersprüchliche Ergebnisse zwischen Studien sein. Für die Einzelstudien mit nur einer Plattform heißt das: Gattungsanteile sind nicht ohne Weiteres zwischen Studien vergleichbar [s067].

Baud et al. 2024 [s047]

Originaltitel: Impact of semen microbiota on the composition of seminal plasma.

  • Land: Schweiz (Universitätsspital Lausanne, Labor für Andrologie und Reproduktionsbiologie).
  • Design: Querschnittsstudie mit Verknüpfung von Mikrobiom und Metabolom; Volltext lag vor.
  • Population: Proben aus der Kinderwunschambulanz vom Oktober 2014 bis Juli 2016, also aus demselben Zeitraum wie die Studie 2019 [s101, s047]. Es wurden 19 Proben mit Metabolom ausgewertet (eine von 20 fiel durch die Qualitätskontrolle); 10 waren Lactobacillus-angereichert, 9 Prevotella-angereichert (Konzentration laut Tabelle 38,7 gegen 16,6 Mio./ml; Alter insgesamt 34,3 Jahre, Spanne 23,2 bis 53,1; Rauchen 31,6 %). Unter den 19 Proben waren 5,3 % azoosperm, 36,8 % oligozoosperm, 42,1 % asthenozoosperm und 57,9 % teratozoosperm [s047].
  • Exposition: Mikrobiotaprofil (Lactobacillus- oder Prevotella-dominiert) und Spermiogrammbefund.
  • Messung: Profil aus der früheren 16S-Analyse; im filtrierten Samenplasma gezielte Massenspektrometrie (Flüssigchromatographie mit Tandem-Massenspektrometrie) von Stoffwechselprodukten; Spearman-Korrelation zwischen Bakteriengattungen und Metaboliten; in-vitro-Test von Urocanat an gewaschenen Spermien (Viabilität und mitochondriales Membranpotenzial nach 24 Stunden) [s047].
  • Ergebnisse: Hauptgruppen der Metabolite waren Aminosäuren (etwa 50 %) und Acylcarnitine (mehr als 25 %); Acetylcarnitin machte 11,6 % aus. Die Profile Lactobacillus und Prevotella unterschieden sich insgesamt nicht in der Metabolitzusammensetzung (Hauptkomponentenanalyse). Urocanat war in Proben mit mindestens einem Parameter unter dem Referenzwert mehr als vierfach angereichert (adjustierter p-Wert unter 0,001) und mit Prevotella positiv korreliert; 3-Methylhistamin war bei niedriger progressiver und Gesamtmotilität angereichert; mehrere Acylcarnitine waren bei Normalbefund höher. Urocanat zeigte in physiologischer und zehnfach höherer Konzentration keinen Einfluss auf Viabilität und Membranpotenzial der Spermien nach 24 Stunden [s047].
  • Störgrößen: Nicht adjustiert; 42,1 % der Teilnehmer hatten andrologische oder urologische Erkrankungen.
  • Stärken: Seltene Verknüpfung von Bakterienprofil und Stoffwechselprodukten im Samenplasma; Gegenprobe im Zellversuch.
  • Schwächen: Nur 19 Proben, die nach Angabe der Autoren bereits früher mikrobiologisch charakterisiert worden waren (Zeitraum und Ethikvotum entsprechen der Studie von 2019); laut Tabelle war Teratozoospermie in der Prevotella-Gruppe viel häufiger (88,9 %) als in der Lactobacillus-Gruppe (15,8 %; der Wert passt rechnerisch nicht zu einer Gruppe von 10 Proben); keine Kontrollgruppe fruchtbarer Männer; viele Metaboliten, wenige Proben; Urocanat hatte im Zellversuch keine direkte Wirkung, also bleibt der Weg offen.
  • Einordnung: Die Studie liefert einen möglichen Marker (Urocanat, ein Zwischenprodukt des Histidinabbaus) für das Prevotella-Profil, aber keinen Wirkmechanismus. Bakterien verändern die Samenflüssigkeit also eher spezifisch als global [s047].

C. Mehrere Körperorte: Darm, Urin und Ejakulat bei unfruchtbaren Männern

Die Studien dieses Abschnitts untersuchen neben dem Ejakulat auch den Darm und teils den Urin. Sie prüfen die Vorstellung einer „Darm-Hoden-Achse" beim Menschen, die im Tierversuch beschrieben ist [s097].

Lundy et al. 2021 [s092]

Originaltitel: Functional and Taxonomic Dysbiosis of the Gut, Urine, and Semen Microbiomes in Male Infertility.

  • Land: USA (Cleveland Clinic, Ohio; Affiliation laut Europe-PMC-Eintrag).
  • Design: Prospektive Vergleichsstudie (vom Autorenteam als Pilotstudie bezeichnet); nur die Zusammenfassung lag vor, der Volltext war nicht abrufbar.
  • Population: 25 Männer mit primärer idiopathischer Unfruchtbarkeit und 12 gesunde Männer mit nachgewiesener Vaterschaft [s092].
  • Exposition: Unfruchtbarkeitsstatus; zusätzlich Varikozele, oxidativer Stress und Leukozytospermie als Untergruppenmerkmale; Vasektomie als natürliches Experiment.
  • Messung: Rektalabstriche, Ejakulat und Mittelstrahlurin sowie experimentelle Kontrollen. Umfassende Samenanalyse, 16S-rRNA-Sequenzierung für eine hochaufgelöste Taxonomie und Schrotschuss-Metagenomik mit im Median 140 Millionen Reads je Probe für funktionelle Stoffwechselwege [s092].
  • Ergebnisse: Das Ejakulat enthielt ein vielfältiges Mikrobiom mit mäßiger Ähnlichkeit zum Urinmikrobiom. Unfruchtbare Männer hatten im Ejakulat eine höhere Alpha-Diversität, eine abweichende Beta-Diversität und mehr Aerococcus, im Rektum weniger Anaerococcus. Die Häufigkeit von Prevotella war umgekehrt mit der Spermienkonzentration verbunden, die von Pseudomonas direkt mit der Gesamtzahl beweglicher Spermien. Eine Vasektomie schien das Samenmikrobiom zu verändern, was die Autoren als Hinweis auf einen Beitrag aus Hoden oder Nebenhoden lesen. Bei unfruchtbaren Männern mit Varikozele waren Anaerobier im Ejakulat stark überrepräsentiert; oxidativer Stress und Leukozytospermie gingen nur mit geringen Unterschieden einher. Die Metagenomik zeigte Veränderungen im S-Adenosyl-L-Methionin-Zyklus, der über DNA-Methylierung, oxidativen Stress und Polyaminsynthese eine Rolle spielen könnte [s092].
  • Störgrößen: Im Abstract nicht berichtet.
  • Stärken: Gleichzeitige Untersuchung dreier Körperorte bei denselben Männern, Kombination aus 16S und Metagenomik, gut definierte Gruppen (idiopathisch, nachgewiesene Vaterschaft), experimentelle Kontrollen.
  • Schwächen: Kleine Stichprobe (12 gegen 25); Untergruppen (Varikozele, Vasektomie) noch kleiner; die Studie wurde nur als Abstract ausgewertet, sodass Adjustierung, Kontaminationsbehandlung und Zahlen zu den Effekten nicht geprüft werden konnten; zahlreiche Vergleiche.
  • Einordnung: Das Ergebnis zu Pseudomonas (positiv mit beweglichen Spermien) widerspricht der Deutung von Weng, wo Pseudomonas-dominierte Gemeinschaften mit schlechter Qualität verbunden waren [s116]; Osadchiy fand, dass einzelne Pseudomonas-Arten in verschiedene Richtungen weisen [s056]. Lundy ist Mitautor der Studie von Campbell [s065]. Die Befunde sind als Hypothesen für größere Studien zu lesen, wie es die Autoren selbst formulieren.

Cao et al. 2023 [s066]

Originaltitel: Characterization of the semen, gut, and urine microbiota in patients with different semen abnormalities.

  • Land: China (Zentralkrankenhaus der Shandong First Medical University, Jinan).
  • Design: Querschnittsstudie mit fünf Gruppen; Volltext lag vor.
  • Population: 53 Männer: 12 mit normalem Spermiogramm (Kontrolle), 12 mit Asthenozoospermie ohne Hyperviskosität (Gruppe 1), 6 mit Oligozoospermie unter 15 Mio./ml (Gruppe 2), 9 mit schwerer Oligozoospermie oder Azoospermie unter 2 Mio./ml (Gruppe 3) und 14 mit isolierter Samenhyperviskosität (Gruppe 4). Ausschluss bei Antibiotika in den letzten drei Monaten, urogenitaler Operation im letzten Jahr, Tumor, Testosteron in den letzten zwei Jahren, Bluthochdruck und Diabetes. Die Gruppen sollten laut Autoren nach Alter, BMI, Rauchen und Alkohol ähnlich sein [s066].
  • Exposition: Spermiogrammbefund; Mikrobiota aus Darm (Stuhl), Urin und Ejakulat.
  • Messung: Karenz 2 bis 7 Tage; dreimaliges Waschen von Händen und Penis (Eichel und Eichelfurche) mit Seife und Trocknen mit steriler Gaze. Reihenfolge der Proben: Ejakulat, dann Mittelstrahlurin, dann Stuhl, alle innerhalb von 24 Stunden. 16S-Sequenzierung der Regionen V3 bis V4 (Illumina), Clustering in OTUs bei 97 %, Gruppenvergleiche mit dem Welch-t-Test, außerdem verallgemeinerte lineare Modelle [s066].
  • Ergebnisse: Es wurden 157 Proben (zwei fehlende) ausgewertet; 11.140.437 saubere Sequenzen und 9.612 OTUs (Darm 6.270, Urin 5.920, Ejakulat 3.547; allen drei gemeinsam 1.058). Die Alpha-Diversität war im Darm am höchsten, Urin und Ejakulat unterschieden sich nicht; die Beta-Diversität unterschied sich zwischen allen drei Orten. Im Ejakulat dominierten Lactobacillus, Prevotella, Finegoldia, Staphylococcus, Streptococcus und Ureaplasma. Zwischen Kontrollen und Patientengruppen unterschieden sich Alpha- und Beta-Diversität des Samenmikrobioms nicht. Im Darm war Collinsella in den Gruppen 1, 3 und 4 vermindert, Bifidobacterium und Blautia in Gruppe 1, Bacteroides in Gruppe 3 vermehrt; im Ejakulat war Staphylococcus in den Gruppen 1 und 4 vermehrt; im Urin war Lactobacillus in den Gruppen 2 und 4 vermindert. In den verallgemeinerten linearen Modellen hingen Lactobacillus und Collinsella positiv mit Konzentration und Gesamtzahl zusammen, Collinsella und Bifidobacterium positiv mit der progressiven Motilität, Bacteroides, Prevotella und Alicycliphilus negativ mit Konzentration und Gesamtzahl [s066].
  • Störgrößen: Gruppen ähnlich nach Alter, BMI, Rauchen und Alkohol laut Autoren; allerdings reichte der Raucheranteil von 25 % bis 83 % (Gruppe 2: 5 von 6 Männern) und der pH war in Gruppe 1 niedriger als bei den Kontrollen (Median 7,22 gegen 7,40; p < 0,05).
  • Stärken: Gleichzeitige Erfassung von Darm, Urin und Ejakulat bei denselben Männern, öffentlich hinterlegte Daten, definierte Entnahmereihenfolge.
  • Schwächen: Sehr kleine Gruppen (6 bis 14 Männer); die Autoren geben selbst an, dass weder Negativkontrollen noch Software zur Entfernung von Kontaminationen verwendet wurden; Mittelstrahlurin und Ejakulat enthalten Harnröhrenflora; jede Probe nur einmal sequenziert; Welch-t-Tests ohne Angabe einer Korrektur für mehrfaches Testen. Die Schlussfolgerung, der Darm habe den größten Einfluss auf die Samenqualität, beruht auf der Zahl der in jedem Kompartiment unterschiedlichen OTUs und nicht auf einem direkten Test.
  • Einordnung: In dieser Studie war Staphylococcus im Ejakulat bei Männern mit schlechterem Befund vermehrt, während Baud Staphylococcus gerade in der Normalgruppe fand [s101]. Die Autoren nennen Collinsella, Bifidobacterium, Blautia und Lactobacillus „potenzielle Probiotika" und Bacteroides und Staphylococcus „potenzielle Krankheitserreger"; das sind Hypothesen, keine Befunde zur Wirkung. Ihr Befund einer unveränderten Diversität stimmt mit Baud 2019 überein [s101].

Lu et al. 2025 [s041]

Originaltitel: Comprehensive microbiome and metabolome analysis revealed the changes of semen microbial characteristics and metabolic phenotypes in patients with idiopathic oligoasthenozoospermia.

  • Land: China (Krankenhaus der Chengdu University of Traditional Chinese Medicine).
  • Design: Fall-Kontroll-Studie mit Mikrobiom- und Metabolomanalyse; Volltext lag vor.
  • Population: 40 unbehandelte Patienten mit idiopathischer Oligoasthenozoospermie (IOA) und 30 gesunde fruchtbare Männer, Rekrutierung März 2023 bis Januar 2024. Kontrollen: Partnerin hatte im letzten Jahr ein Kind geboren oder war schwanger, aktuelles Spermiogramm normal. Patienten: WHO-Kriterien, keine Genitalinfektion in den letzten drei Monaten, negative Samenkultur sowie negative Tests auf Mykoplasmen und Chlamydien, keine Antibiotika im letzten Monat, keine Systemerkrankung, keine genetischen Faktoren. Untergruppen: 23 Männer mit Oligozoospermie (IOA-1), 6 mit Asthenozoospermie (IOA-2), 11 mit Oligoasthenozoospermie (IOA-3) [s041].
  • Exposition: Idiopathische Oligoasthenozoospermie.
  • Messung: Masturbation nach 3 bis 5 Tagen Karenz in sterilen Glasgefäßen, Lagerung bei −80 °C innerhalb von 2 Stunden. 16S-Sequenzierung (V3 bis V4, NovaSeq 6000, DADA2, Silva 138) und ungezielte Metabolomik (GC-MS und LC-MS) des Samenplasmas durch kommerzielle Labore; Spearman-Korrelation zwischen Gattungen und Metaboliten [s041].
  • Ergebnisse: 11.507 ASVs bei 70 Proben. Die vier häufigsten Stämme waren in allen Gruppen dieselben (Bacteroidetes, Firmicutes, Proteobacteria, Actinobacteria; zusammen über 90 %). Auf Gattungsebene lagen Muribaculaceae und Lachnospiraceae_NK4A136_group an der Spitze (zusammen 40 bis 50 %). Die Beta-Diversität unterschied die Gruppen nicht signifikant (PERMANOVA p = 0,059); der Artenreichtum war am höchsten in IOA-2, danach Kontrolle, IOA-1 und IOA-3. Prevotella war in den drei Patientengruppen gegenüber den Kontrollen vermehrt (p = 0,036); LEfSe nannte Prevotella, Dialister und weitere Taxa für IOA-1, Bacteroides für die Kontrollen. Die Metabolomik ergab 489 differenzielle Metabolite für IOA-1 gegen Kontrolle (155 hoch, 334 herunterreguliert) und 462 für IOA-3 (97 und 365); das Modell für IOA-2 war überangepasst und wurde nicht ausgewertet. Angereicherte Stoffwechselwege waren unter anderem Tyrosin-Stoffwechsel (p = 0,0002) und Galaktose-Stoffwechsel (p = 0,001). Dialister war negativ mit vier Metaboliten korreliert (L-Acetylcarnitin, Syringasäure und zwei Phosphatidylcholine) [s041].
  • Störgrößen: Eine Adjustierung für Alter, Rauchen oder Ernährung wird nicht berichtet.
  • Stärken: Zwei Datenschichten (Mikrobiom und Metabolom) an denselben Proben; klar definierte, infektionsfreie Patientengruppe mit negativer Kultur; fruchtbare Kontrollen mit kürzlicher Vaterschaft.
  • Schwächen: Kleine Gruppen, besonders IOA-2 (n = 6); im Abstract heißt es, Zusammensetzung und Artenreichtum unterschieden sich, im Ergebnisteil ist die Beta-Diversität dagegen nicht signifikant. Im Methodenteil werden weder Negativkontrollen noch eine Kontaminantenbehandlung beschrieben. Auffällig ist, dass die häufigsten Gattungen (Muribaculaceae, Lachnospiraceae_NK4A136_group) typische Darm-Taxa sind und ein völlig anderes Bild zeigen als die übrigen Studien dieses Kapitels (Lactobacillus, Prevotella, Streptococcus, Finegoldia); die Autoren kommentieren das nicht. Unter den auffälligsten Metaboliten stehen Substanzen mit Arzneimittelnamen (Lenalidomid, Triflusal), was auf Unsicherheit bei der Annotation hinweist (Einschätzung des Verfassers dieses Kapitels). Der Abstract nennt für die Metabolitenauswahl eine FDR unter 0,05, der Methodenteil nur p < 0,05 und VIP über 1; welche Korrektur angewendet wurde, ist unklar. Einzelzentrum, Querschnitt.
  • Einordnung: Die Studie liefert Hypothesen zu Stoffwechselwegen. Sie bestätigt Prevotella als bei Patienten vermehrt, schließt aber an keine der bekannten Gemeinschaftstypen aus anderen Ländern an. Der Zusammenhang zu Lu 2026 ist eng (siehe unten) [s041, s014].

Lu et al. 2026 [s014]

Originaltitel: Interpretable machine learning uncovers core seminal microbial signatures in idiopathic oligoasthenospermia.

  • Land: China (Krankenhaus der Chengdu University of Traditional Chinese Medicine; dieselbe Einrichtung wie Lu 2025).
  • Design: Fall-Kontroll-Studie mit maschinellem Lernen zur Markersuche; Volltext lag vor.
  • Population: 40 unbehandelte Patienten mit idiopathischer Oligoasthenozoospermie und 30 fruchtbare Kontrollen. Kontrollen: Partnerin hat im letzten Jahr ein Kind geboren oder war schwanger, zwei normale Samenanalysen im Abstand von 2 bis 4 Wochen. Patienten: Konzentration unter 15 Mio./ml und progressive Motilität unter 32 % in beiden Analysen, dazu dieselben Ausschlusskriterien wie 2025. Das Alter betrug 30,60 ± 5,43 Jahre bei den Kontrollen und 32,55 ± 2,71 bei den Patienten (p = 0,079) [s014].
  • Exposition: Idiopathische Oligoasthenozoospermie.
  • Messung: Samenprobe nach 3 bis 5 Tagen Karenz; 16S-Sequenzierung V3 bis V4 (NovaSeq 6000, DADA2, Silva 138). Zur Kontaminationskontrolle wurde die Probenreihenfolge randomisiert, es wurden nur Proben mit mindestens 1,0 ng/µl DNA verwendet, und Gattungen, die in großen Niedrigbiomasse-Studien als Laborkontaminanten gelten (Cutibacterium, Ralstonia, Sphingomonas, Methylobacterium), wurden von Hand ausgeschlossen. Drei Verfahren des maschinellen Lernens (LASSO, Random Forest, SVM-RFE) bestimmten Kerngattungen; als Klassifikator diente eine Firth-penalisierte logistische Regression mit geschachtelter Kreuzvalidierung (5-fach, 20 Wiederholungen); Beitrag der Gattungen mit SHAP-Werten; Funktionsvorhersage mit PICRUSt2 [s014].
  • Ergebnisse: 11.535 ASVs. Bacteroidota und Firmicutes waren die beiden häufigsten Stämme (über 85 %); häufigste Gattungen waren Muribaculaceae, Lachnospiraceae_NK4A136_group, Lactobacillus und Bacteroides (zusammen über 50 %). Alpha-Diversität (Chao1, Shannon) unterschied sich nicht. Die Beta-Diversität unterschied sich signifikant (PERMANOVA F = 1,08; R² = 0,016; p = 0,0160), die Streuung nicht (p = 0,963). 24 Gattungen unterschieden sich; fünf Kerngattungen blieben nach den drei Verfahren: Blautia (mittlerer absoluter SHAP-Wert 0,132; überwiegend protektiv), Prevotella (0,115; mit höherer Häufigkeit mehr Wahrscheinlichkeit für IOA), Bacteroides (0,066; beidseitig), Nesterenkonia (0,059) und [Eubacterium] oxidoreducens group (0,032). Das Modell erreichte eine Fläche unter der Kurve von 0,773 (95-%-KI 0,661 bis 0,885). Die vorhergesagten Stoffwechselwege waren bei IOA für Glykolyse/Glukoneogenese (p = 0,00667) und Informationsverarbeitung (p = 0,016) angereichert [s014].
  • Störgrößen: Alter und BMI waren ähnlich; weitere Adjustierung wird nicht berichtet.
  • Stärken: Geschachtelte Kreuzvalidierung ohne Informationsleck, mehrere Algorithmen mit Schnittmenge, Kalibrierungsdarstellung, Kontaminationsliste, offene Darstellung der Einschränkungen.
  • Schwächen: Nur interne Validierung (keine externe Kohorte); R² von nur 1,6 % für die Gruppenunterscheidung zeigt, dass die Gemeinschaftsstruktur den Befund kaum erklärt; kleine Stichprobe; die Funktionsanalyse ist nur eine Vorhersage aus 16S-Daten. Die Rekrutierungszeiträume unterscheiden sich von Lu 2025 (Juli 2024 bis März 2025 gegen März 2023 bis Januar 2024), während Gruppengröße (40 und 30), Einrichtung und Ethikvotum (2024KL-016) übereinstimmen; ob dieselben Proben beiden Veröffentlichungen zugrunde liegen, geht aus den Texten nicht hervor. Die dominanten Taxa (Muribaculaceae, Lachnospiraceae_NK4A136_group) sind wie in Lu 2025 untypisch für Ejakulatstudien. Die Deutung von Blautia als „protektiv" stützt sich nach Angabe der Autoren überwiegend auf Literatur zur Darmflora.
  • Einordnung: Die AUC von 0,773 zeigt eine mäßige Trennung von Patienten und Kontrollen in einer kleinen Gruppe; ein Nutzen als Test ist nicht belegt. Die Studie ist ein Beispiel für methodisch anspruchsvolle Auswertung kleiner Daten, die dennoch eine externe Prüfung braucht [s014].

Luo et al. 2026 [s015]

Originaltitel: Functional remodeling of the gut microbiome and metabolome in primary idiopathic male infertility.

  • Land: China (West China Second University Hospital der Sichuan-Universität, Chengdu).
  • Design: Fall-Kontroll-Studie zum Darmmikrobiom und Stuhl-Metabolom (nicht zum Ejakulat); Volltext lag vor.
  • Population: 19 Männer mit primärer idiopathischer Unfruchtbarkeit (PIMI, mindestens 12 Monate ungewollt kinderlos, ohne identifizierbare Ursache) und 12 fruchtbare Kontrollen (Vaterschaft in den letzten zwei Jahren). Ausschluss bei Varikozele ab Grad II, Kryptorchismus oder Orchitis in der Vorgeschichte, Chromosomenanomalien oder Y-Mikrodeletionen, obstruktiven Veränderungen, endokrinen Störungen, aktiven Infektionen, Antibiotika, Probiotika oder Hormonen in den letzten drei Monaten und chronischen Systemerkrankungen. Alter 18 bis 55 Jahre, Mischkost. Die Patienten waren jünger (31 ± 5,5 gegen 35 ± 2,0 Jahre; p = 0,021), und nur in der Patientengruppe gab es Raucher (6 aktuelle, 2 frühere; p = 0,029). Samenparameter: Konzentration 47,4 gegen 78,6 Mio./ml (p = 0,038), progressive Motilität 38,0 gegen 59,5 % (p = 0,003), Rundzellen 0,4 gegen 0,2 Mio./ml (p = 0,015) [s015].
  • Exposition: Primäre idiopathische Unfruchtbarkeit.
  • Messung: Frischer Stuhl (möglichst am Tag der Samenuntersuchung), Lagerung bei −80 °C. Schrotschuss-Metagenomik (MGISEQ-T7) mit Taxonomie gegen die NCBI-NR-Datenbank und KEGG-Funktionen; ungezielte LC-MS/MS-Metabolomik; Spearman-Korrelationen mit FDR-Korrektur; Random-Forest-Modell; multiple lineare Regression mit Adjustierung für Alter und Rauchstatus [s015].
  • Ergebnisse: 8.053 Arten. Alpha-Diversität (Chao1 p = 0,7; Shannon p = 0,9838) und Beta-Diversität (Bray-Curtis; adonis R² = 0,044; p = 0,15) unterschieden sich nicht. Explorative Tests fanden Pseudomonadota (p = 0,0089) und Escherichia coli (p = 0,00192) bei den Patienten vermehrt. LEfSe nannte 23 Arten (bei Patienten Shigella flexneri, Shigella sonnei, Escherichia coli und Escherichia sp.; bei Kontrollen Bifidobacterium sp., Catenibacterium mitsuokai, Eubacterium ramulus und Dorea amylophila). 53 Stoffwechselwege des Mikrobioms unterschieden sich nominell. Die Metabolomik ergab 4.434 Metabolite, davon 780 mit VIP über 1 und p < 0,05 (353 höher, 427 niedriger bei Patienten); nach Korrektur für mehrfaches Testen wurden die meisten Signale schwächer. Nach Adjustierung für Alter und Rauchen blieben sechs von acht ausgewählten Metaboliten und sechs von acht Arten mit dem Unfruchtbarkeitsstatus verbunden [s015].
  • Störgrößen: Alter und Rauchen unterschieden sich zwischen den Gruppen und wurden in einer Regression berücksichtigt; Ernährung und Hormone wurden nicht systematisch erfasst; keine Vergleichsgruppe mit bekannter Ursache der Unfruchtbarkeit.
  • Stärken: Metagenomik statt nur 16S, Metabolomik, Qualitätskontrollen der Metabolomik (gepoolte Proben alle fünf Messungen), offene Darstellung der Einschränkungen im Text.
  • Schwächen: Sehr kleine Stichprobe; globale Zusammensetzung unverändert; viele Befunde nur nominell signifikant; ausgewählte Arten und Metabolite wurden teilweise nach biologischer Plausibilität vorgewählt; AUC ohne Konfidenzintervall und ohne geschachtelte Kreuzvalidierung (die Autoren räumen das ein); Raucherstatus kann Escherichia/Shigella verschieben (so die Autoren selbst). Es wurden keine Ejakulatproben sequenziert; der Zusammenhang zwischen Darmbefund und Samenqualität wird nur über Korrelationen mit Samenmerkmalen gezogen.
  • Einordnung: Die Studie ist ein Hinweis auf Veränderungen von Darmarten und Stuhlstoffwechsel bei Männern mit idiopathischer Unfruchtbarkeit, aber kein Beleg für eine Darm-Hoden-Achse beim Menschen. Gerade der Befund von mehr Escherichia/Shigella ist mit dem Raucheranteil in der Patientengruppe verwoben [s015].

D. Paare und assistierte Reproduktion: Samen- und Scheidenmikrobiom gemeinsam betrachtet

Die Studien dieses Abschnitts untersuchen beide Partner, teils mit dem Schwangerschaftsergebnis nach Insemination oder künstlicher Befruchtung als Zielgröße. Das ist die einzige Gruppe von Beobachtungsstudien in diesem Kapitel, die ein Ergebnis jenseits des Spermiogramms berichtet.

Mändar et al. 2015 [s113]

Originaltitel: Complementary seminovaginal microbiome in couples.

  • Land: Estland (Universität Tartu; Affiliation laut Europe-PMC-Eintrag).
  • Design: Paarstudie (Kohorte) mit Probenentnahme vor und nach dem Geschlechtsverkehr; nur die Zusammenfassung lag vor.
  • Population: 23 Paare. Weitere Merkmale (Gesundheitszustand, Unfruchtbarkeit, Alter) nennt der Abstract nicht [s113].
  • Exposition: Leukozytospermie des Mannes und Geschlechtsverkehr.
  • Messung: 16S-Sequenzierung (Region V6, Illumina HiSeq2000) von Ejakulat und Scheidenflüssigkeit der Partnerin, Scheidenprobe vor und nach dem Verkehr [s113].
  • Ergebnisse: Die Gemeinschaften im Ejakulat waren deutlich vielfältiger, aber bei geringerer Gesamtkonzentration der Bakterien als in der Scheide. Gardnerella vaginalis herrschte bei der Hälfte der Frauen vor, deren Partner eine bedeutsame Leukozytospermie hatte, aber nur bei einer von 17 Frauen, deren Partner keine Leukozytospermie hatte. Nach dem Verkehr nahm die relative Häufigkeit von Lactobacillus crispatus in der Scheide signifikant ab, und die Übereinstimmung zwischen Ejakulat- und Scheidenproben war hoch [s113].
  • Störgrößen: Im Abstract nicht berichtet.
  • Stärken: Paarweise Probenentnahme, Vorher-nachher-Vergleich der Scheidenflora.
  • Schwächen: Kleine Zahl; Zahlen zu Kontrollen und zur Statistik nicht im Abstract; kein Fertilitätsergebnis.
  • Einordnung: Die Studie zeigt, dass sich die Scheidenflora nach dem Verkehr mit der Samenflüssigkeit verändern kann und dass Gardnerella-Dominanz bei der Frau mit Entzündungszeichen beim Mann zusammenfällt. Das liefert eine Grundlage für die Idee eines gemeinsamen Genitalmikrobioms des Paares [s113].

Amato et al. 2020 [s095]

Originaltitel: Differential Composition of Vaginal Microbiome, but Not of Seminal Microbiome, Is Associated With Successful Intrauterine Insemination in Couples With Idiopathic Infertility: A Prospective Observational Study.

  • Land: Italien (Krankenhaus San Raffaele, Mailand).
  • Design: Prospektive Beobachtungsstudie an Paaren mit idiopathischer Unfruchtbarkeit vor intrauteriner Insemination (IUI); Volltext lag vor.
  • Population: 25 aufeinanderfolgende Paare mit primärer idiopathischer Unfruchtbarkeit zur ersten IUI (Mai 2015 bis November 2017), nach zwei Ausfällen 23 Paare; alle europäischer Herkunft. Alter 33 ± 3 Jahre (Frauen) und 34 ± 4 Jahre (Männer). Ausschluss bei hormonellen Erkrankungen, polyzystischem Ovarialsyndrom, Endometriose, Tubenerkrankung und Oligoasthenoteratozoospermie nach WHO 2010; mindestens zwei Samenanalysen. Fünf von 23 Frauen (21,7 %) wurden nach IUI klinisch schwanger [s095].
  • Exposition: Zusammensetzung von Scheiden- und Samenmikrobiom am Tag der IUI.
  • Messung: Ejakulat durch Masturbation nach 2 bis 4 Tagen Karenz, aufbereitet über einen Dichtegradienten; Scheidenabstrich aus dem hinteren Scheidengewölbe; Lagerung bei −80 °C; 16S-Sequenzierung (V3 bis V4, MiSeq); Bakterienlast mit quantitativer PCR. Als Kontrollen dienten externe Sequenzen: öffentliche Daten für die Scheide und Sequenzen gesunder Männer aus einer früheren, unveröffentlichten Studie der Gruppe. Gruppenvergleiche mit Mann-Whitney-Tests, multivariater ADONIS-Analyse (adjustiert für Alter, BMI, Spermienzahl) und FDR-Korrektur [s095].
  • Ergebnisse: Insgesamt 8.945.927 Sequenzen. Bei den Männern gab es keine signifikanten Unterschiede der Zusammensetzung zwischen den Patienten und den Kontrollen und auch nicht zwischen Männern mit und ohne IUI-Erfolg; häufigste Familien waren Tissierellaceae, Lactobacillaceae, Streptococcaceae, Prevotellaceae und Corynebacteriaceae. Die Alpha-Diversität (Shannon) war im Ejakulat der unfruchtbaren Männer höher als bei den Kontrollen (4,8 ± 0,5 bei IUI-Erfolg und 4,3 ± 1,1 bei IUI-Misserfolg gegen 3,1 ± 1,3; p = 0,004), aber zwischen den Patientengruppen gleich. Die Spermienkonzentration vor der Aufbereitung war bei den Männern der erfolgreichen Paare höher (67,00 gegen 33,38 Mio./ml; p = 0,05, Grenzwert). Bei den Frauen war die Dominanz von Lactobacillus crispatus der einzige stark mit dem IUI-Erfolg verbundene Faktor: Die fünf Frauen mit Erfolg hatten 87 bis 91 % L. crispatus; bei den 18 ohne Erfolg war L. crispatus bei 6 Frauen dominant (50 bis 82 %), L. iners bei 6 (53 bis 92 %), L. gasseri bei 2, bei 2 Frauen gab es keine klare Lactobacillus-Dominanz. Die Shannon-Diversität der Scheide war bei Erfolg niedriger (0,8 ± 0,9 gegen 1,5 ± 1,1; p = 0,003). Der multivariate Unterschied der Lactobacillus-Cluster hatte ADONIS R² = 0,216 (p = 0,001), für L. crispatus lag der FDR-adjustierte p-Wert bei 0,0002 [s095].
  • Störgrößen: Alter, BMI und Spermienzahl wurden in der Clusteranalyse berücksichtigt; die Gruppe der Erfolge besteht aus nur fünf Paaren.
  • Stärken: Prospektives Design, gleichzeitige Erfassung beider Partner, klar definierter klinischer Endpunkt, einheitliche Behandlung (erste IUI, niedrig dosierte Stimulation), Bakterienlast gemessen.
  • Schwächen: Sehr kleine Stichprobe (fünf Erfolge); Kontrollen stammen aus externen Daten, nicht aus derselben Erhebung; im Methodenteil werden keine Negativkontrollen beschrieben; viele Vergleiche bei wenigen Ereignissen, sodass ein Zufallsbefund schwer auszuschließen ist; nur Paare mit idiopathischer Unfruchtbarkeit.
  • Einordnung: Für den Mann ergibt sich aus dieser Studie kein Hinweis darauf, dass die Zusammensetzung des Samenmikrobioms den IUI-Erfolg bestimmt; der Befund betrifft die Frau. Damit steht sie zu Koort [s070], wo auch die Männergemeinschaft mit dem Erfolg verbunden war, in einem Spannungsverhältnis, das mit den kleinen Zahlen beider Studien erklärt werden kann [s095, s070].

Koort et al. 2023 [s070]

Originaltitel: Lactobacillus crispatus-dominated vaginal microbiome and Acinetobacter-dominated seminal microbiome support beneficial ART outcome.

  • Land: Estland (Kinderwunschklinik Nova Vita, Tallinn; Auswertung an der Universität Tartu).
  • Design: Paarkohorte mit Schwangerschaft als Endpunkt, plus kleine Vergleichsgruppe; Volltext lag vor.
  • Population: 97 Paare vor assistierter Reproduktion (39 % IVF, 61 % ICSI), Unfruchtbarkeit mindestens ein Jahr, vorher auf sexuell übertragbare Infektionen getestet und gegebenenfalls behandelt; dazu 12 gesunde Paare (Alter 20 bis 45 Jahre, mindestens eine gemeinsame Schwangerschaft in den letzten fünf Jahren, normaler BMI, Leukozyten im Ejakulat unter 0,2 Mio./ml). Alter im Mittel 34,1 Jahre (Frauen) und 37,4 Jahre (Männer) in der ART-Gruppe; 48,5 % der Männer hatten bereits Kinder; Leukozytospermie nach WHO bei 7,3 % der Männer, nach reduziertem Grenzwert bei 39,6 %. Bei 93 Frauen wurde ein Embryo übertragen; 28 wurden klinisch schwanger (30,1 %) [s070].
  • Exposition: Gemeinschaftstyp von Scheide und Ejakulat; Kombination beider Partner.
  • Messung: Proben am Tag der Follikelpunktion; Ejakulat nach 2 bis 7 Tagen Karenz, Eichelwaschung mit Seife und Wasser; Scheidenabstrich mit Nugent-Score; DNA mit QIAamp, 16S-Region V6, Illumina HiSeq2000; hierarchisches Clustering in Gemeinschaftstypen; Vergleich der Typen mit der klinischen Schwangerschaftsrate (Chi-Quadrat-Test); PERMANOVA für Störgrößen [s070].
  • Ergebnisse: Männer in der ART-Gruppe hatten im Ejakulat signifikant weniger Sequenzen als gesunde Männer (80.170 gegen 140.549). Im Ejakulat ergaben sich sechs Gemeinschaftstypen: I Acinetobacter in verschiedenen Kombinationen (n = 48), II gramnegative Anaerobier und mikroaerophile Keime (Prevotella, Porphyromonas, Dialister, Campylobacter; n = 14), III gemischte Gemeinschaft (n = 14), IV L. iners mit Scheidenbakterien (n = 13), V Corynebacterium (n = 4), VI L. iners (n = 2). Die Schwangerschaftsrate lag bei Typ I bei 35,4 % (17 von 48), bei Typ II bei 7,1 % (1 von 14; p < 0,05). Bei den Frauen war die klinische Schwangerschaftsrate bei Typen mit L. iners, L. gasseri oder bakterieller Vaginose niedriger (22,2 %) als bei Typen mit L. crispatus oder gemischten Milchsäurebakterien (41,2 %; p < 0,05). Bei den 15 Paaren, in denen beide Partner „günstige" Typen hatten, betrug die Schwangerschaftsrate 53 %, bei den übrigen 25 % (p = 0,023). Die Männer mit Acinetobacter-Gemeinschaft hatten auch am häufigsten bereits Kinder (27 % mit früherer, 33 % mit aktueller Partnerin). Nach Adjustierung (Embryoqualität, Alter, BMI der Frau) blieb der Zusammenhang zwischen Gemeinschaftstyp und Schwangerschaft signifikant (p = 0,0461). Die männlichen Faktoren außer dem Gemeinschaftstyp beeinflussten die Schwangerschaftsrate nicht. Im Ejakulat der ART-Männer waren Lactobacillus tendenziell vermindert sowie Porphyromonas und Campylobacter vermehrt (p < 0,05) [s070].
  • Störgrößen: Alter, BMI, Embryoqualität und Zahl der übertragenen Embryonen wurden geprüft. Die Männer mit „günstigem" Typ I waren im Mittel älter (38,6 gegen 36,4 Jahre).
  • Stärken: Beide Partner und ein klinischer Endpunkt; konsekutive Rekrutierung; Prüfung von Störgrößen; ausführliche Beschreibung der Gemeinschaftstypen.
  • Schwächen: Die Kontrollgruppe ist mit 12 Paaren klein, und die Gesunden wurden nach strengeren Kriterien ausgewählt als die ART-Paare. Die Gruppen für die Schwangerschaftsrate sind klein (zum Beispiel 14 Männer in Typ II), die Zusammenfassung zu „günstigen" und „weniger günstigen" Typen richtet sich nach der beobachteten Erfolgsrate (so in der Tabelle der Studie beschrieben); eine Korrektur für mehrfaches Testen wird nicht berichtet. Dass Acinetobacter den günstigen Typ bilden soll, ist ungewöhnlich: Die Gattung ist in der Umwelt und auf der Haut verbreitet, und die Autoren räumen ein, dass Laborkontamination bei dieser Gattung nicht vollständig auszuschließen ist; sie führen an, dass die Scheidenproben im selben Labor entstanden und diese Gattung nicht in hoher Zahl enthielten. Im verfügbaren Volltext werden keine Negativkontrollen erwähnt (Methodendetails stehen in Zusatztabellen). Probe nur einmal, am Tag der Punktion.
  • Einordnung: Die Studie ist wegen des klinischen Endpunkts und der beiden Partner wertvoll, aber der Befund „günstige Typen bei beiden Partnern" ist eine Beobachtung in einer Gruppe von 97 Paaren, die eine Bestätigung braucht, wie auch die Autoren schreiben. Dass der Befund auf der Männerseite an einer in Umwelt und auf der Haut verbreiteten Gattung hängt, mahnt zur Vorsicht [s070].

Baud et al. 2025 [s035]

Originaltitel: Genital microbiota in infertile couples.

  • Land: Schweiz (Universitätsspital Lausanne).
  • Design: Beobachtungsstudie an Paaren in Kinderwunschbehandlung mit metagenomischer Analyse; nur die Zusammenfassung lag vor. Weitere Angaben stammen aus der Beschreibung bei Mowla [s043].
  • Population: Männliche und weibliche Partner von Paaren in Fertilitätsbehandlung. Laut der Darstellung bei Mowla waren es 65 Paare mit verschiedenen Diagnosen einschließlich idiopathischer Unfruchtbarkeit [s035, s043].
  • Exposition: Körperregion und Partnerschaft.
  • Messung: Vaginal- und Penisabstriche, Follikelflüssigkeit und Ejakulat, mit Sequenzierung; laut Mowla mit umfangreichen Negativkontrollen und rechnerischer Entfernung möglicher Kontaminanten [s035, s043].
  • Ergebnisse: Die Gemeinschaften der Körperregionen waren verschieden. Weibliche Proben waren überwiegend von Lactobacillus geprägt; männliche Proben hatten eine größere Vielfalt mit genitalspezifischen und hautassoziierten Taxa, darunter mit bakterieller Vaginose verbundene Bakterien. Es gab Unterschiede zwischen den Probenarten und innerhalb der Paare, Korrelationen zwischen Partnerproben deuten auf mögliche Übertragung oder gemeinsame Einflüsse hin. Insgesamt sei die Evidenz für eine Übertragung begrenzt [s035]. Laut Mowla waren etwa 90 % der weiblichen Proben Lactobacillus-dominiert, Proben desselben Mannes (Ejakulat und Penisabstrich) ähnlicher als Proben verschiedener Männer, und der Einfluss des männlichen Mikrobioms auf die Partnerin gering [s043].
  • Störgrößen: Im Abstract nicht berichtet; Mowla nennt fehlende Angaben zur sexuellen Aktivität der Paare als Einschränkung.
  • Stärken: Vier Probenorte, Paardesign, Kontaminationskontrolle laut Mowla.
  • Schwächen: Nur Abstract geprüft; keine Zahlen im Abstract; kein Fertilitätsendpunkt im Abstract; Querschnitt, daher nur begrenzte Aussage zur Übertragung.
  • Einordnung: Die Studie relativiert die Vorstellung eines starken Austauschs von Samenbakterien auf die Scheidenflora [s035]; sie stammt aus derselben Gruppe wie Baud 2019 und 2024 [s101, s047].
Alle Kapitel und Anhänge (36)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. 2.1 Männliche Unfruchtbarkeit: Definition und Häufigkeit bis 2.4 Messgrößen: Samenanalyse, WHO-Referenzwerte 2021 und Mikrobiomdiagnostik
  4. 2.5 Historie der Forschungsfrage und 2.6 Was aus dem Hintergrund für die folgenden Kapitel folgt
  5. Gegenstand, Abgrenzung und Lesehinweise bis Systematische Übersicht: Puerta-Suárez und Cardona Maya 2025 [s044]
  6. Metaanalyse: Campbell et al. 2026, Genitaltrakt-Infektionen und Samenqualität [s004] bis Systematische Übersicht: Corbett, Crosby und McAuliffe 2021, Probiotika bei Paaren mit Unfruchtbarkeit [s087]
  7. Metaanalyse: Maleki-Hajiagha et al. 2025, vaginale Probiotika vor Embryotransfer (Frauen) [s042] bis Lücken und Grenzen dieses Kapitels
  8. A. Sequenzierungsstudien am Ejakulat: Vergleiche nach Spermienqualität und Fruchtbarkeitsstatus
  9. B. Samenmikrobiom und Samenplasma: DNA-Integrität, Oxidationspotenzial, Stoffwechselprodukte und Methodenvergleich bis D. Paare und assistierte Reproduktion: Samen- und Scheidenmikrobiom gemeinsam betrachtet
  10. E. Azoospermie: Ejakulat und Hodengewebe und F. Besondere Populationen: Prostatitis, Beckenschmerz, sexueller Beginn und HIV
  11. G. Kultur- und PCR-Studien: Bakteriospermie und Genitalinfektionen bis I. Humanproben aus einer überwiegend tierexperimentellen Studie
  12. J. Zusammenschau der Beobachtungsstudien
  13. Quellenbasis und Lesehinweise bis Ernährungsintervention: Koreanische gegenüber westlicher Kost (Jung et al. 2024)
  14. Registrierte und laufende Vorhaben bis Tierversuche und experimentelle Studien
  15. Querschnittsbewertung der klinischen Evidenz und Lücken und nicht belegbare Punkte
  16. Lesehilfe: Wie die Belegstärke eingestuft wird bis 4. Oxidativer Stress und DNA-Integrität
  17. 5. Die Darm-Hoden-Achse: Barriere, Endotoxin und Immunsystem bis 10. Das Genitalmikrobiom des Paares
  18. 11. Warum ein Probiotikum wirken könnte: die vorgeschlagenen Wirkwege bis 16. Fazit des Kapitels
  19. Vorbemerkung: Was „Dosis“ hier bedeuten kann bis 3. Zeitverlauf
  20. 4. Altersgruppen bis 7. Was Dosis, Alter, Vorerkrankung und Zeit für klinische Endpunkte bedeuten
  21. 8. Wo Daten fehlen: Lückenübersicht bis 10. Hinweise zu Zahlenwidersprüchen in den Quellen
  22. Englisch und Deutsch
  23. Französisch bis Portugiesisch
  24. Spanisch
  25. Chinesisch und Japanisch
  26. Koreanisch und Russisch
  27. Arabisch und Türkisch
  28. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  29. Limitationen der Evidenz
  30. Offene Forschungsfragen
  31. Praktische Einordnung
  32. Glossar
  33. Quellenverzeichnis
  34. Diagramme
  35. Quellen
  36. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle