Fragestellung und Aufbau. Die Gesamtstudie behandelt das seminale und genitale Mikrobiom, Probiotika und Spermienqualität bzw. männliche Infertilität. Sie ist nach Studientypen gegliedert (Metaanalysen und systematische Übersichten, Beobachtungs- und Kohortenstudien, Interventionsstudien, Tier- und Zellversuche), danach nach Effektgrößen, Mechanismen, Dosis-Wirkung, Untergruppen, regionalen Besonderheiten, Widersprüchen, Grenzen und offenen Fragen. Jede Aussage ist mit Quellenkennungen der Master-Quellenliste belegt (Format [s005]); die Liste enthält 126 Quellen und 37 Diagramme, deren Datenpunkte jeweils auf eine Quelle zurückgehen.
Wie recherchiert wurde. Zwölf Recherche-Durchgänge liefen in jeweils einem Sprachraum: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Russisch, Arabisch und Türkisch. Jeder Durchgang suchte mit Begriffen der eigenen Sprache und auf Englisch in PubMed beziehungsweise Europe PMC, ergänzt um Websuche und, soweit erreichbar, Fachzeitschriften und Verzeichnisse des Sprachraums. Danach wurden die zwölf Dokumente zu einer Master-Quellenliste zusammengeführt, doppelte Treffer vereinigt (viele Kernarbeiten kamen in mehreren Sprachräumen vor, etwa Prihadi in zehn, Helli in acht und Maretti in neun Dokumenten) und jeder Quelle eine Kennung zugewiesen. Die Reihenfolge der Kennungen folgt dem Jahr absteigend, dann dem Erstautor.
Was in den einzelnen Sprachräumen erreichbar war.
- Deutsch: PubMed mit Filter auf deutschsprachige Publikationen lieferte sechs Treffer zum Thema; thematisch passend waren wenige Arbeiten aus den Jahren 1990, 2001 und 2022; im Deutschen Ärzteblatt und im Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie fand die Websuche keinen themenspezifischen Beitrag; eine AWMF-Leitlinie wurde nicht geöffnet [s075, s120, s121].
- Englisch: der Kern der Primärliteratur; PubMed- und PMC-Seiten waren automatisiert nicht lesbar (Cookie-Sperre, reCAPTCHA), Abstracts kamen über die Europe-PMC-Schnittstelle; die abgerufene Seite der EAU-Leitlinie war abgeschnitten [s006].
- Französisch: eigene Primärliteratur dünn; gefunden wurden ältere Arbeiten zur Spermainfektion aus den Jahren 1982 bis 1989 [s122, s123, s124], eine Übersicht zum weiblichen Genitalmikrobiom [s093] und populärwissenschaftliche Seiten [s125]. HAL, Cairn und EM-Consulte ließen sich nicht erschöpfend abfragen.
- Italienisch: Eine auf italienische Sprache beschränkte Suche in Europe PMC ergab keine Primärarbeit; der italienische Beitrag besteht überwiegend aus englischsprachigen Arbeiten italienischer Gruppen und aus Presseberichten [s126, s003, s050, s104].
- Portugiesisch: Im Raum SciELO, LILACS und weiteren Verzeichnissen wurde keine eigene Kohorte oder Studie gefunden; die lusophonen Beiträge sind Übersichten in einer brasilianischen Zeitschrift (englischsprachig) [s068, s055, s044].
- Spanisch: Eine PubMed-Suche mit spanischen Begriffen ergab null Treffer (geprüft am 4. Oktober 2026); relevante Arbeiten sind spanische und kolumbianische Serien, meist in englischsprachigen oder spanischen Zeitschriften [s058, s067, s073, s102].
- Chinesisch: CNKI, Wanfang und die Volltexte der chinesischen Fachzeitschrift für Andrologie waren nicht erreichbar; „chinesischsprachiger Raum“ bedeutet hier englischsprachige Arbeiten chinesischer Zentren [s099, s084, s066, s041, s014, s015].
- Japanisch: J-STAGE und CiNii wurden nicht erschöpfend geprüft; PubMed lieferte keine japanische Mikrobiomstudie zur männlichen Unfruchtbarkeit; gefunden wurde ein Forschungsprojekt-Eintrag der Universität Osaka ohne Ergebnisse [s081] sowie eine nationale Geburtskohorte ohne Samenmikrobiom-Analyse [s108].
- Koreanisch: KCI, KoreaMed, DBpia und die Zeitschrift der koreanischen urologischen Gesellschaft ließen sich nicht öffnen; die koreanischen Beiträge sind vor allem Studien zu sexuell übertragbaren Erregern und Zell- und Tierversuche [s109, s096, s053, s045, s052].
- Russisch: eLIBRARY.ru und CyberLeninka waren nicht direkt durchsuchbar; der russische Beitrag stammt fast ausschließlich von einer Arbeitsgruppe und betrifft das Hodengewebe bei Azoospermie [s060, s061, s062, s046, s069].
- Arabisch: Al Manhal und Arab World Research Source sind kostenpflichtig und wurden nicht ausgewertet, zwei arabische Zeitschriftenseiten ließen sich nicht laden; die Beiträge der Region (Iran, Ägypten, Marokko, Türkei) stammen aus englischsprachig indizierten Zeitschriften [s034, s074, s076, s090, s105].
- Türkisch: DergiPark, TR Dizin und weitere Quellen waren teilweise nicht lesbar (Zugriff verweigert, Captcha, DNS-Fehler); gefunden wurden zwei türkische Übersichten und Studien zur Samenqualität im Allgemeinen [s029, s057, s083, s118].
Die Hauptlehre aus den Sprachräumen. Fast jedes Dokument meldet, dass die eigensprachige Primärliteratur dünn ist. Der Kern der Evidenz ist englischsprachig und stammt oft aus dem Iran, Italien, China, der Schweiz, Estland, Spanien und Großbritannien. Regionale Unterschiede in der Mikrobiomzusammensetzung lassen sich von Methodenunterschieden (Kultur gegen Sequenzierung, Sequenzierregion, Kontrollen) nicht trennen; Studien aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz zu Probiotika bei Männern wurden nicht gefunden, mit Ausnahme der Schweizer Mikrobiomstudien [s101, s047, s035].
Grenzen.
- Überwiegend Abstracts. Die meisten Zahlen stammen aus Zusammenfassungen, die über Europe PMC, PubMed-Schnittstellen oder Verlagsseiten gelesen wurden; Volltexte wurden nur für wenige Arbeiten ausgewertet. Details, die im Abstract fehlen, etwa Konfidenzintervalle von Einzelstudien, Verblindung, Ausgangswerte oder Studiendauern, werden nicht berichtet.
- Keine eigene Bewertung der Verzerrung. Es wurde keine eigene Metaanalyse berechnet und keine Risk-of-Bias-Bewertung durchgeführt; die Einstufungen der Evidenz im vorigen Abschnitt sind grobe Einordnungen und keine GRADE-Bewertungen.
- Keine vollständige systematische Suche. Die Studie ist ein umfangreicher Überblick auf Basis von 126 Quellen, aber keine erschöpfende systematische Übersicht. Wichtige Arbeiten können fehlen; dass etwas nicht gefunden wurde, heißt nicht, dass es nicht existiert.
- Unterschiedliche Quellenarten. Neben Primärstudien und Übersichten enthält die Liste Presseberichte [s048, s125, s126], einen nicht begutachteten Vorabdruck [s037], einen Kommentar [s075], einen Forschungsprojekt-Eintrag [s081], eine Leitlinienseite ohne abrufbare Empfehlung [s006] und eine Rückzugsmitteilung [s021]. Presseberichte, Vorabdruck und Projekteintrag dienen nur dem Kontext und nicht als Beleg für Wirksamkeit.
- Zahlen mit Widerspruch in den Quellen. Wo sich Recherche-Dokumente widersprachen (Zuordnung der Prihadi-Zahlen zu Motilität und Volumen; die Lactobacillus-Anteile in der Übersicht von Brandão, die zum Text der Übersicht nicht passen [s086]), ist das offen vermerkt; die Brandão-Zahlen werden nicht als Befund verwendet. Der Befund von Koort (53 % gegen 25 %) liegt nur auf Abstract-Ebene vor [s070]. Die Zahlen für Mycoplasma hominis [s002] stammen aus den Recherche-Dokumenten und der Master-Liste, weil ein wörtlicher Abruf des Abstracts nicht möglich war.
- Eingeschränkte Vergleichbarkeit. Proben- und Sequenziermethoden, Grenzwerte der Bakteriospermie und Vergleichsgruppen unterscheiden sich; Verunreinigung bei niedriger Biomasse ist nicht auszuschließen.
- Stand. Alle Aussagen entsprechen dem Stand vom 4. Oktober 2026; später erscheinende oder zurückgezogene Arbeiten sind nicht berücksichtigt.
Hinweis zur Verwendung. Diese Studie ist eine Literaturauswertung. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung und gibt keine Therapieempfehlung.