Anogenitalabstand: Abstand zwischen After und Genitale; in einigen Studien als Marker der Hormonwirkung vor der Geburt verwendet [s162, s181].
Antispermien-Antikörper (ASA): Antikörper, die sich an Spermien binden und deren Beweglichkeit oder Befruchtungsfähigkeit beeinträchtigen können; nach Vasektomie und Umkehr untersucht [s388, s88].
Asthenozoospermie: verminderte Beweglichkeit der Spermien.
Atrophie (Hodenatrophie): Schrumpfung des Hodens, meist nach Durchblutungsstörung; in Studien klinisch oder per Ultraschall bestimmt [s256, s215].
Azoospermie: keine Spermien im Ejakulat. Obstruktive Azoospermie: Samenwege verlegt, die Spermienbildung ist grundsätzlich vorhanden. Nichtobstruktive Azoospermie: die Spermienbildung im Hoden selbst ist gestört.
Bruchsack: Aussackung des Bauchfells, die beim Leistenbruch durch die Bauchwand tritt.
Chordee: Verkrümmung des Penis, häufig bei Hypospadie [s173].
Confounding (Störgröße): Ein dritter Faktor, der sowohl die Behandlung als auch das Ergebnis beeinflusst und so einen scheinbaren Zusammenhang erzeugt, zum Beispiel die Dauer der Torsion bei Orchiektomie [s139].
Cochrane-Übersicht: systematische Übersicht nach festen Methoden, meist von randomisierten Studien [s171, s31].
Durchgängigkeit (Patency): nach Umkehr der Nachweis von Spermien im Ejakulat; die Definition variiert (jedes Spermium, mehr als 1 Million pro Milliliter, bewegliche Spermien) [s14, s247].
FSH, LH: Hormone der Hirnanhangsdrüse, die Hoden steuern; erhöhte Werte weisen oft auf eine verminderte Hodenfunktion hin.
Flagellum: Geißel des Spermiums (der bewegliche Anteil hinter dem Kopf); Anomalien von Kopf, Hals und Flagellum gehören zur Formbeurteilung der Spermien [s155].
GRADE: System zur Bewertung der Sicherheit der Evidenz („hoch“ bis „sehr niedrig“).
Hazard Ratio (HR): Verhältnis der Ereignisraten in zwei Gruppen über die Zeit; Werte unter 1 bedeuten weniger Ereignisse (zum Beispiel weniger leibliche Kinder) [s189].
Heterogenität (I²): Maß, wie stark die Ergebnisse einzelner Studien in einer Metaanalyse voneinander abweichen; Werte um 98 % bedeuten sehr große Unterschiede [s119].
Hodendysgenesiesyndrom (testikuläres Dysgenesiesyndrom): Annahme, dass Hodenhochstand, Hypospadie, verminderte Samenqualität und Hodenkrebs eine gemeinsame Ursache in der Entwicklung des Hodens haben können [s301, s162].
Hodenhochstand (Kryptorchismus): Hoden liegt nicht im Hodensack; abdominal, inguinal oder hoch skrotal.
Hodentorsion: Verdrehung des Samenstrangs mit Unterbrechung der Durchblutung des Hodens. Detorsion: Rückdrehung. Orchidopexie: Anheftung des Hodens im Hodensack. Orchiektomie: operative Entfernung des Hodens.
Hydrozele: Flüssigkeitsansammlung um den Hoden.
Hypospadie: angeborene Fehlmündung der Harnröhre an der Penisunterseite; distal (nahe der Spitze), proximal (weiter hinten, schwerere Form).
ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion): Verfahren der assistierten Reproduktion, bei dem ein einzelnes Spermium in die Eizelle eingebracht wird.
IIEF: Fragebogen zur erektilen Funktion.
Inhibin B: Hormon der Sertoli-Zellen; in Studien als Marker der Samenbildung verwendet.
Intussuszeption: Einstülpungstechnik bei der Vasoepididymostomie, bei der der Samenleiter in den eröffneten Nebenhodenkanal eingenäht wird [s135].
Johnsen-Score: histologische Bewertung der Spermienbildung im Hodengewebe; niedrige Werte bedeuten stärkere Störung [s51].
Kohortenstudie, Fall-Kontroll-Studie, Querschnittsstudie: Beobachtungsstudien, die Gruppen vergleichen, ohne die Behandlung zuzuteilen.
Konfidenzintervall (KI): Bereich, in dem der wahre Wert mit einer festgelegten Wahrscheinlichkeit (meist 95 %) liegt.
Kryokonservierung: Einfrieren von Samen oder Gewebe zur späteren Verwendung.
Leistenbruch (Leistenhernie): Vorwölbung von Bauchinhalt durch eine Schwachstelle der Bauchwand in der Leiste.
Lichtenstein-Operation, TAPP, TEP: Verfahren der Leistenbruchreparatur mit Netz; Lichtenstein ist ein offener Zugang, TAPP und TEP sind laparoskopische Verfahren (transabdominal präperitoneal beziehungsweise total extraperitoneal) [s123, s227].
Metaanalyse: statistische Zusammenfassung mehrerer Studien.
Mikro-TESE (mikrochirurgische testikuläre Spermienextraktion): operative Gewinnung von Spermien aus dem Hodengewebe unter dem Operationsmikroskop. TESE: Hodenspermiengewinnung; MESA/PESA: Gewinnung aus dem Nebenhoden.
Mikrolithiasis: feine Verkalkungen im Hodengewebe im Ultraschall [s213].
Minipubertät: kurze hormonelle Aktivierung der Hoden in den ersten Lebensmonaten [s23].
Netz (Polypropylen): Kunststoffgewebe zur Verstärkung der Bauchwand bei der Leistenbruchreparatur; kann eine Fibroblastenreaktion am Samenstrang auslösen [s85].
Odds Ratio (OR): Verhältnis von Chancen in zwei Gruppen; Werte über 1 bedeuten höhere Chance in der ersten Gruppe [s55].
Oligozoospermie: verminderte Spermienkonzentration. Teratozoospermie: Anteil abnormer Spermienformen erhöht.
Randomisierte kontrollierte Studie (RCT): Studie, in der die Zuteilung zur Behandlung per Zufall erfolgt.
Relatives Risiko (RR): Verhältnis der Ereignishäufigkeiten in zwei Gruppen.
Samenleiter, Nebenhoden, Samenstrang: Samenleiter (Vas deferens) transportiert Spermien vom Nebenhoden zur Harnröhre; der Nebenhoden speichert und reift Spermien; der Samenstrang enthält Samenleiter, Gefäße und Nerven.
Sertoli-Zellen, Spermatogonien: Stütz- und Nährzellen der Samenkanälchen beziehungsweise Stammzellen der Spermienbildung.
Spermiengranulom: knotige Entzündungsreaktion durch ausgetretene Spermien, zum Beispiel am Samenleiter nach Vasektomie [s346].
Spermiogramm (Samenanalyse): Laboruntersuchung des Ejakulats (Volumen, Konzentration, Beweglichkeit, Form, Vitalität).
Spermien-DNA-Fragmentierung: Anteil der Spermien mit Brüchen im Erbgut; Maß der Spermienqualität jenseits des Spermiogramms [s36].
Surrogatendpunkt: Ersatzmaß (zum Beispiel Hormon- oder Volumenwerte), das stellvertretend für das eigentliche Ziel (Lebendgeburt) gemessen wird.
Varikozele: Erweiterung der Venen des Samenstrangs; die Operation (Varikozelektomie) wird hier nur im Exkurs behandelt [s171].
Vasektomie: operative Durchtrennung oder Unterbindung der Samenleiter zur Zeugungsverhütung. Vasovasostomie: Wiederverbindung der Samenleiterenden nach Vasektomie. Vasoepididymostomie: Verbindung des Samenleiters mit dem Nebenhodenkanal, wenn weiter oben ein Verschluss besteht. Verschlussintervall: Zeit zwischen Vasektomie und Umkehr.
WHO-Referenzwerte: Referenzbereiche der Weltgesundheitsorganisation für das Spermiogramm; beschreiben die Verteilung bei fruchtbaren Männern und sagen für Einzelfälle nach Umkehr die Fruchtbarkeit nicht sicher voraus [s225].
Widerstandsindex (Doppler): Ultraschallmaß für den Gefäßwiderstand im Hoden [s316].