Operationen und Anatomie: Hypospadie, Leistenbruch, Vasektomie · Kapitel 23 von 31 · Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Koreanisch bis Türkisch

Koreanisch

Für Koreanisch gibt es in dieser Recherche keine einzige Quelle in der Originalsprache: Das Etikett Koreanisch bleibt leer. Der Grund liegt im Zugang, nicht notwendigerweise in der Literatur: Die koreanischen Datenbanken waren automatisiert nicht nutzbar. Beim Korea Citation Index (KCI) war die Startseite erreichbar, die Stichwortsuche per Adresse ließ sich aber nicht umsetzen; KoreaMed lieferte für „vasectomy“ und „cryptorchidism“ jeweils „0 results“, was nach der Einschätzung der Recherche auf ein Problem des automatisierten Abrufs und nicht auf fehlende Literatur hinweist; DBpia lief in eine Zeitüberschreitung. Was hier steht, stammt daher ausschließlich aus PubMed-indizierten, englischsprachigen Arbeiten koreanischer Einrichtungen. Die koreanischen Zeitschriften World Journal of Men's Health, Clinical and Experimental Reproductive Medicine, Investigative and Clinical Urology und Korean Journal of Urology enthalten zudem viele Arbeiten aus anderen Ländern; diese wurden nach dem Herkunftsland der Einrichtung ausgeschlossen oder in anderen Abschnitten geführt.

Vasektomie-Umkehr. Die koreanischen Zentren (Seoul, Yonsei, Chonbuk, Ulsan, CHA-Universität) veröffentlichen vor allem zur Vasektomie und ihrer Umkehr. Eine Seouler Studie an 44 Männern mit wiederholter Umkehr fand eine Durchgängigkeit von 86,4 % und eine Schwangerschaft ohne Reproduktionstechnik bei 56,8 %, ohne Unterschied zwischen gleicher und anderer Partnerin; ein Alter der Partnerin unter 35 Jahren ging mit einem Odds Ratio von 4,13 (95-%-Konfidenzintervall 1,06 bis 16,10) einher [s343]. Ein Vergleich von Mikroskop und Lupe bei 50 Männern (einschichtige Vasovasostomie) fand eine Durchgängigkeit von 96 % (24 von 25) gegenüber 72 % (18 von 25) bei vergleichbarer Spermienkonzentration; die Arbeit bezeichnet sich als „retrospektiv mit Randomisierung“, was die Autoren im Abstract nicht auflösen [s310]. Eine Serie mit 82 Männern (Lupe und Prolene-Stent) berichtet eine Durchgängigkeit von 90,2 % und eine natürliche Schwangerschaft bei 45,1 %; der Erfolg sank mit der Zeit seit der Vasektomie (Odds Ratio 0,869; 0,760 bis 0,993) [s223]. In einer Serie mit 97 Einschicht-Vasovasostomien hing die Spermienkonzentration einen Monat nach der Operation mit dem Intervall zwischen Vasektomie und Umkehr zusammen [s292]. Zwei kleine Befragungsstudien (22 und 36 Männer) betreffen Operationen bei Schmerz nach Vasektomie; in der einen sank der Schmerzwert von 6,64 auf 1,14, in der anderen war kein Unterschied zwischen Epididymektomie und Umkehr zu sehen [s289, s263]. Die Samenqualität ist dort nicht Hauptendpunkt. Eine prospektive Studie nach Nadelstich-Vasektomie (114 Männer mit Ultraschall) fand keinen Unterschied der Nebenhodendurchmesser zwischen Männern mit und ohne Skrotalschmerz [s299].

Hodenhochstand und Hodenentfernung. Aus Pusan stammt eine Serie von 20 Erwachsenen mit Hodenhochstand: Bei den zwölf biopsierten Männern war der Befund in allen Fällen abnormal; ein Hodentumor trat in der Nachbeobachtung nicht auf [s260]. Eine Übersicht mit vorgeschlagenem Behandlungsablauf für den postpubertären Hodenhochstand erwähnt das erhöhte Tumorrisiko [s245]. In Orchiektomiepräparaten von 31 Männern mit postpubertärem einseitigem Hodenhochstand fand sich bei einem Mann (3,2 %) eine intratubuläre Keimzellneoplasie, und bei 27 von 31 bestand eine eingeschränkte Spermatogenese (Johnsen-Score unter 5) [s251]. Eine Auswertung der Seoul National University zu 160 Orchidopexien nach dem fünften Lebensjahr (etwa 15 % aller Orchidopexien 2004 bis 2012) nennt als Hauptgründe der Verzögerung solche auf Seiten der Eltern [s257]. Die Metaanalyse zur Spermiengewinnung nach Orchidopexie aus Seoul (13 Studien) fand eine mittlere Gewinnungsrate von 63,3 % und eine Schwangerschaftsrate von 30,1 % [s128].

Register und Torsion. Die koreanische Besonderheit sind die Bevölkerungsdaten zur Hodentorsion. Das Register der Koreanischen Urologischen Gesellschaft (2006 bis 2011) verzeichnete jährlich zwischen 210 und 345 Torsionsfälle, eine Inzidenz von 1,1 je 100.000 Männer (2,9 bei unter 25-Jährigen) und einen Hodenerhalt von 75,7 % [s264]; eine landesweite Auswertung der Krankenversicherungsdaten (2009 bis 2019) nennt 2,02 Fälle je 100.000 Personenjahre (6,99 bei unter 19-Jährigen) und einen Hodenerhalt von 75,22 % (79,91 % bei Kindern) [s143]. Beide Arbeiten berichten keine Samenparameter; sie zeigen nur, wie oft der Hoden erhalten werden kann. Aus einem Seouler Zentrum stammt außerdem eine Auswertung von 1.919 Männern mit Azoospermie oder schwerer Oligozoospermie, darunter 168 mit Deletion im Azoospermie-Faktor-Bereich, mit einer operativen Gewinnungsrate von 54,8 % bei isolierter AZFc-Deletion; bei AZFa und AZFb wurden keine Spermien gewonnen [s279].

Leitlinie. Die Koreanische Gesellschaft für Sexualmedizin und Andrologie legte 2026 klinische Empfehlungen zur männlichen Infertilität vor: paarzentrierte Versorgung, Behandlung beeinflussbarer Risikofaktoren, krankheitsspezifische Wege für Varikozele, Endokrinopathien und Azoospermie, selektiver Einsatz von ICSI und Nachsorge nach Lebendgeburt statt nach Zwischenwerten. Evidenzgrade oder Zahlen zu einzelnen Operationen nennt der Abstract nicht [s30]. Dies ist die einzige im Sprachraum gefundene Leitlinie mit Bezug zum Thema.

Einordnung. Auch hier ist die Literatur dünn und durch den Zugang begrenzt: In der Landessprache wurde nichts abgerufen, und Hypospadie, Leistenbruchoperation und Hodentorsion mit Samenanalyse fehlen aus Korea ganz. Es handelt sich ausschließlich um retrospektive Serien, Register und eine Leitlinie.

Russisch

Mit 40 Quellen ist der russischsprachige Bestand der größte unter den nicht englischen Sprachräumen, aber er ist methodisch der schwächste: Die Zusammenfassungen sind oft knapp, Konfidenzintervalle fehlen meist, und viele Studien haben keine Kontrollgruppe. Ein Teil erschien auf Russisch in russischen und postsowjetischen Zeitschriften (Chirurgija, Nowosti Chirurgii, Urologija, Wjestnik Awizenny, Gesundheitswesen Tadschikistans), ein Teil auf Englisch in PubMed-indizierten Fassungen russischer Zeitschriften; Autoren stammen aus Moskau, Dagestan, Georgien, Tadschikistan, Usbekistan und Belarus.

Schwerpunkt Leistenbruchoperation und Fruchtbarkeit. Das ist das Hauptthema des Sprachraums. Eine Aktenauswertung bei 512 Männern, die 2018 wegen ausbleibender Schwangerschaft zum Andrologen kamen, fand bei 74 eine frühere Leistenbruchoperation und wertet dies als Risikofaktor in 14,4 % der Fälle; die 14,4 % beschreiben jedoch den Anteil operierter Männer in einer Kinderwunschsprechstunde und nicht die Häufigkeit von Unfruchtbarkeit nach der Operation, eine Vergleichsgruppe und Werte vor der Operation fehlen [s187]. Mehrere Studien vergleichen Operationsverfahren: In einer Gruppe von 448 Patienten sank bei einer Stichprobe von 135 Männern nach spannungsbehafteter Plastik die Spermienkonzentration um 41,0 ± 12,3 Mio./ml, nach Lichtenstein-Plastik um 7,8 ± 10,9 Mio./ml und bis zum Jahresende um weitere 15,3 ± 20,9 Mio./ml, nach laparoskopischer Plastik gab es keine negative Veränderung; die Aufteilung der 135 Männer auf die Gruppen und eine Prüfstatistik nennt der Abstract nicht. Titel: „Влияние различных способов герниопластики на качество жизни и фертильность пациентов“ (Einfluss verschiedener Hernioplastik-Verfahren auf Lebensqualität und Fertilität der Patienten) [s274]. Eine in einer russischen Zeitschrift veröffentlichte Studie georgischer Autoren an 215 Patienten fand eine Oligospermie mit 30 bis 35 % weniger Spermien nur in der Lichtenstein-Gruppe (66 Männer) und nicht in der Gruppe, die nach einem nach dem Erstautor benannten Verfahren operiert wurde (149 Männer); die Gruppen waren ungleich groß und nicht randomisiert, und die Schlussfolgerung, das Verfahren beuge männlicher Unfruchtbarkeit vor, geht über das Gemessene hinaus. Titel: „Профилактика развития мужского бесплодия после различных способов паховой герниопластики с использованием сетчатого эксплантата“ (Prophylaxe der männlichen Unfruchtbarkeit nach verschiedenen Verfahren der Leistenhernioplastik mit Netzimplantat) [s275]. Eine Studie aus Dagestan (56 Männer, TAPP gegenüber Lichtenstein) behauptet höhere Spermienzahl und Beweglichkeit nach TAPP (p < 0,001), obwohl die berichteten Mittelwerte der Beweglichkeit praktisch gleich sind; der Abstract ist an mehreren Stellen fehlerhaft oder abgeschnitten [s118]. Dagegen fand eine Studie mit 155 Lichtenstein-Patienten keinen signifikanten Unterschied zwischen Polypropylen- und Polyesternetz [s220]. Eine Nachuntersuchung 18 bis 20 Jahre nach kindlicher Operation erreichte nur 10 von 127 Angeschriebenen (Rücklauf unter 10 %): Bei sieben Männern bestanden Samenveränderungen, bei drei Unfruchtbarkeit; die Autoren betonen selbst, bei den kleinen Gruppen sei eine negative Wirkung nicht eindeutig zu belegen [s273]. Studien zur Durchblutung und Oxidation bei Leistenbruch vor der Operation (25, 34 und 60 Männer mit 30 gesunden Freiwilligen) beschreiben verminderte Durchblutung des Samenstrangs auf der Bruchseite; in der Studie mit 60 Männern betrug die mittlere arterielle Geschwindigkeit dort 11,28 cm/s gegenüber 14,08 cm/s auf der Gegenseite und 15,22 cm/s bei Gesunden [s276, s159, s86]. Zwei Übersichten stellen den Dissens dar, ohne ihn aufzulösen: Die eine nennt einen positiven Einfluss der spannungsfreien Plastik und zugleich zunehmende Hinweise auf Durchblutungsstörungen des Samenleiters [s205], die andere hebt das Risiko durch die Fibroblastenreaktion auf Polypropylennetze hervor [s85]; eine dritte nennt 370.000 Hernioplastiken jährlich in Russland und den Einfluss auf die Spermatogenese als umstritten [s204]. Tierversuche mit Kaninchen (20 und 18 Tiere) fanden nach 40 Tagen ein kleineres Hodenvolumen und eine schlechtere Spermatogenese in der Netzgruppe [s180] und eine fibrotische Wandverdickung des Samenleiters mit verengtem Lumen (175,3 ± 16,5 µm) gegenüber Kontrolltieren [s54]; nur die zweite Studie hatte eine Scheinoperationsgruppe.

Hodenhochstand, Hypospadie, Torsion. Eine Analyse von 245 Patienten im Alter von 16 bis 32 Jahren mit angeborenen Erkrankungen der Leisten-Skrotal-Region (Kryptorchismus, Hydrozele, Leistenhernie, Spermatozele) fand bei einem Drittel der im Kindesalter wegen Kryptorchismus Operierten schon im jungen Erwachsenenalter hormonelle Zeichen sekretorischer Unfruchtbarkeit; die Abnahme der spermatogenen Funktion hing nicht von Lage des Hodens, Alter bei der Operation oder Operationsmethode ab [s296]. Eine Gruppe um Morosow und Raigorodskaja untersuchte 100 Männer nach einseitigem Kryptorchismus (60 nach Orchidopexie, 40 nach Orchiektomie) und liefert Hodenvolumina, Hormone und Prostatabefunde; ihre Arbeiten sind nicht unabhängig voneinander, und zwei Zusammenfassungen zu 32 Jungen von verschiedenen Autorengruppen sind nahezu wortgleich und zählen einmal [s244, s277, s285, s219]. Zur Hypospadie gibt es eine einzige direkte Untersuchung der Samenqualität im Sprachraum: Bei hinteren Formen und Geschlechtsentwicklungsstörungen lag die Spermienzahl bei 0,3 ± 0,27 Mio./ml; die Teilnehmerzahl nennt der Abstract nicht, und der Gradient nach Schweregrad ist mit dem Krankheitsbild vereinbar, nicht mit einem Operationseffekt [s307]. Zur Torsion berichtet eine Serie mit 472 Patienten, 24 hätten eine beidseitige asynchrone Torsion gehabt, und hält die Fixation des Gegenhodens für angezeigt; eine Kontrollgruppe ohne Fixation wird nicht ausgewertet [s230].

Varikozele und weitere. Aus Russland stammen mehrere Arbeiten zur Varikozele, die hier nur am Rand stehen: 33 Männer mit erhöhter Spermien-DNA-Fragmentierung, deren Median von 32 % auf 14,4 % drei Monate nach mikrochirurgischer Operation fiel [s105], und eine Serie zu Rezidiven [s102]. Eine Pilotstudie bei 80 Männern mit erworbenem proximalem Samenwegsverschluss fand Spermien bei 10 von 80, zu wenige für eine natürliche Empfängnis [s12].

Zugang und Einordnung. Die Datenbank CyberLeninka war über ihre Programmierschnittstelle erreichbar, lieferte aber nur Zusammenfassung und Literaturliste, keinen Volltext, und antwortete bei schnellen Abfragen mit Fehler 503; eLIBRARY.ru blockte mit HTTP 403, sodass viele Dissertationen und Tagungsbände fehlen. Eine Leitlinie oder ein Register mit Samendaten wurde im russischen Sprachraum nicht gefunden. Im russischsprachigen Bestand gibt es keine randomisierte Studie mit Samenparametern als Zielgröße zu Leistenbruch, Hypospadie, Orchidopexie oder Vasektomie-Umkehr; die Verfahrensvergleiche beim Leistenbruch sind alle nicht randomisiert, und mehrere nennen eigene Verfahren oder enthalten Widersprüche in den Zahlen.

Arabisch

Arabischsprachige Originalliteratur wurde nicht gefunden. Das Etikett Arabisch (31 Quellen) steht für englischsprachige Veröffentlichungen aus der arabisch geprägten Region: Ägypten (Alexandria, Beni-Suef, Sohag, Tanta, Kairo, Suez), Saudi-Arabien, Katar, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, dem Sudan, Palästina und Marokko. Arabische Suchbegriffe in Europe PMC ergaben bei sechs Begriffen keinen Treffer; die arabischen Plattformen IASJ, ASJP und Mandumah lieferten keinen Abruf, die Arab World Research Source (EBSCO) eine Fehlerseite (HTTP 404), vermutlich wegen eines Abonnements. Über arabischsprachige Fachzeitschriften sagt diese Recherche deshalb nichts aus.

Eigene Kohorten. Die Studien betreffen häufig anwendungsnahe Fragen. Zur Spermiengewinnung bei nichtobstruktiver Azoospermie wertet eine ägyptische Serie 869 Männer aus: Die Gewinnungsrate betrug bei Skrotalhoden 36,8 % und bei Hodenhochstand 23,9 %, aus abdominellen Hoden wurden keine Spermien gewonnen, und nach früherer Orchidopexie war die Rate höher (37,2 % gegenüber 12,2 %) [s17]. Zur Torsion fand eine prospektive ägyptische Studie an 62 postpubertären Patienten bei 58 (93,5 %) eine erfolgreiche Spermiengewinnung zur Kryokonservierung und nach sechs Monaten eine Azoospermie bei 21 (33,8 %), nach Orchiektomie bei 45,2 % und nach Orchidopexie bei 10 % [s120]; die Metaanalyse zu Orchidopexie gegenüber Orchiektomie bei Torsion stammt aus Alexandria [s33]. Zum Hodenhochstand untersucht die Region vor allem Verzögerungen: In Riad war eine verzögerte Operation mit der Überweisung durch Kinderärzte verbunden [s06], in einer sudanesischen Fallserie zur Laparoskopie bei nicht tastbarem Hoden waren 67,2 % der Patienten älter als fünf Jahre [s145], und eine ägyptische Kohorte nennt für Atrophie nach laparoskopischer Orchidopexie bei nicht tastbarem Hoden 23,0 % [s01]. Bei erwachsenen Männern nach Orchidopexie fand eine saudische Studie mit 58 Männern häufiger Angst, Depression und Stress als bei Kontrollen [s96]. Zur Vasektomie-Umkehr stammen zwei Arbeiten aus der Region: eine ägyptische Aktenauswertung (145 Akten, 48 telefonisch erreicht), in der sich die Schwangerschaftsrate bei niedrigen und hohen Antispermien-Antikörper-Anteilen nicht unterschied (68,4 % gegenüber 72,4 %) [s88], und eine Serie von 382 Männern, deren jordanische Autoren Patienten in London behandelten, mit spermienpositiven Ejakulaten bei 85,3 % bei einem Intervall unter fünf Jahren und 26,9 % über 15 Jahren; sie zählt trotz der Autorenadresse nicht als Population des arabischen Raums [s339]. Zu Hydrozele und Fruchtbarkeit liegen zwei ägyptische Studien vor (eine nicht randomisierte Pilotstudie mit 61 Männern ohne signifikanten Unterschied der Schwangerschaften nach einem Jahr: 22,58 % gegenüber 16,67 %; eine Kohorte mit 60 Männern vor ICSI) [s40, s196]. Zur Hypospadie liegen Untersuchungen der Genitalmaße aus Katar und Ägypten vor, ohne Samenbefunde [s162, s181], sowie ein ägyptischer randomisierter Vergleich von Hüllgewebelappen bei 88 Kindern, in dem urethrokutane Fisteln bei 20,9 % gegenüber 4,9 % auftraten [s74].

Varikozele. Die Region stellt zahlreiche Beiträge zur Varikozele, darunter Metaanalysen aus dem Netzwerk des Global Andrology Forum und eine randomisierte Studie, die Operation mit Antioxidanzien vergleicht [s70, s36, s53, s02, s41, s05, s129, s207]; sie gehören nicht zum Kern dieses Kapitels.

Zeitschriften und Einordnung. Genannt sind unter anderem das Arab Journal of Urology [s181, s207], die Urology Annals [s06], das Asian Journal of Urology [s96], Urologia [s17] sowie The World Journal of Men's Health und das Asian Journal of Andrology für die Metaanalysen und Serien [s02, s05]. Regionale Besonderheiten sind in den Zusammenfassungen nur punktuell erkennbar: der späte Zugang zur Versorgung im Sudan, Verzögerungen der Orchidopexie in Saudi-Arabien und die Bearbeitung von Genitalmaßen bei Hypospadie. Es gibt keine Register mit Samendaten und keine in der Region verfasste Leitlinie in der Auswahl; die Studien sind überwiegend klein und retrospektiv. Der Bestand ist methodisch dünn, aber nicht klein; er ist nur über die englische Sprache sichtbar.

Türkisch

Siebenunddreißig Quellen tragen das Etikett Türkisch. Viele erschienen auf Englisch in internationalen Zeitschriften, ein Teil auf Türkisch mit englischer Zusammenfassung in Zeitschriften, die über den Index TR Dizin erreichbar sind: Yeni Üroloji Dergisi, Türk Üroloji Dergisi, Türkiye Klinikleri, Bakırköy Tıp Dergisi, Anadolu Kliniği, Kocaeli Tıp Dergisi, Acta Medica Alanya, die Gümüşhane Üniversitesi Sağlık Bilimleri Dergisi und andere [s229, s259, s323, s300, s317, s365, s309, s191, s270, s209, s156]. Die Varikozele-Leitlinie des Global Andrology Forum (31 Aussagen, 24 Fachleute im Delphi-Verfahren) hat einen Erstautor mit Adresse in Mersin (Türkei) [s10].

Eigene Kohorten und Querschnittsdaten. Die ungewöhnlichste Quelle ist eine Musterungsstudie aus Izmir an 2.061 jungen Männern (Alter 20,3 ± 1,0 Jahre): Bei 681 (33,0 %) fanden sich Anomalien, Varikozele bei 24,2 %, Meatusstenose bei 4,0 %, Leistenhernie und Hodenhochstand je 1,8 %, Hypospadie bei 0,9 %; nur 35 der Männer mit Anomalie (4,7 %) waren operiert worden. Es ist eine große, nicht ausgewählte Stichprobe ohne Samenanalyse [s300]. Zum Hodenhochstand gehören kleine Serien: 14 junge Männer mit einseitig unbehandeltem inguinalem Hoden (Konzentration 53,8 ± 41,3 Mio./ml bei acht Samenanalysen; die Schlussfolgerung der Autoren einer deutlichen Beeinträchtigung lässt sich aus den Zahlen ohne Vergleichsgruppe nicht nachvollziehen) [s259], eine histologische Serie an 42 Männern mit abnormer Spermatogenese in allen Fällen [s365], 28 Re-Operationen nach erfolgloser Orchidopexie [s229] und 51 spätpubertäre Männer, deren Hoden vor der Orchiektomie nach Lage verglichen wurden (abdominal gegenüber inguinal) [s81]. Eine Kohorte aus Ordu mit 283 Patienten zeigt, dass von Eltern bemerkter Hodenhochstand später operiert wurde als vom Arzt entdeckter (5,08 gegenüber 3,57 Jahre), wobei die meisten Eingriffe über der Leitlinienschwelle von 18 Monaten lagen [s19]; eine endokrinologische Überweisungskohorte (99 Jungen) fand bei 72,7 % eine unzureichende Testosteronantwort im hCG-Test und ist für den typischen isolierten Hodenhochstand nicht repräsentativ [s49]. Zur Mikrodissektions-TESE bei Einzelhoden zeigen zwei Studien keine verminderte Gewinnungsrate (54,1 % gegenüber 56,76 % bei 74 gegen 74 Männern; 51,1 % gegenüber 50,4 % bei 45 Patienten) [s98, s104]. Zur Vasektomie erfasste eine prospektive Studie an 212 Männern Erektionsfunktion und Lebensqualität und fand bei 18 Patienten nach sechs Monaten noch bewegliche Spermien [s203]. Zur Leistenbruchoperation liegt eine kleine randomisierte Studie vor (40 Männer, Polypropylen, präperitoneales Netz gegenüber Lichtenstein): keine Unterschiede in Hodenvolumen, Durchblutung und Nebenhodengangdurchmesser, aber ohne Samenanalyse als Zielgröße und mit nur sechs Monaten Beobachtung [s309]; dazu kommen zwei Fallberichte seltener Komplikationen (Hodenischämie, Samenstrangtorsion nach Netzoperation) [s317, s199]. Zur Varikozele berichten türkische Serien Verbesserungen der Samenparameter, bei detaillierter Formanalyse änderte sich nur die Anomalie „verlängerter Kopf“, nicht aber Anomalien von Kopf, Flagellum oder Hals [s155, s270, s209].

Genetik, Tierversuch, Hypospadie. Fallberichte beschreiben genetische Ursachen einer Hypospadie mit Unfruchtbarkeit (WWOX-Variante bei Kind und Vater; homozygote INHA-Mutation bei zwei Brüdern mit Azoospermie) [s11, s141]; eine Befragung von Müttern von 193 Kindern mit Hypospadie konnte keinen eindeutigen Einfluss der Kinderwunschbehandlung belegen [s156]. Samenparameter nach Hypospadiekorrektur werden in TR Dizin nicht direkt bearbeitet. Charakteristisch sind Tierversuche: zur Ischämie-Reperfusion nach Torsion bei Ratten [s18, s42], zur Samenleiterchirurgie [s131, s163, s266, s261, s191] und zum Hodenhochstand [s127, s323]; ihre Übertragbarkeit auf den Menschen ist offen.

Zugang und Einordnung. Die Such-Schnittstelle von TR Dizin lieferte Titel, Zusammenfassungen und Autoren; DergiPark leitete auf eine Prüfseite („Arama Doğrulama“) um und war nicht nutzbar. Ältere TR-Dizin-Treffer (1999 bis 2014) sind überwiegend kleine Serien mit kurzen Zusammenfassungen. Eine türkische Leitlinie oder ein Register mit Samendaten wurde in der Auswahl nicht gefunden. Der türkische Sprachraum ist über Europe PMC und TR Dizin mittelgut abgedeckt, aber methodisch begrenzt: Kleine, retrospektive Serien und Tierversuche überwiegen.

Kapitel 05: Einordnung der Befunde, Grenzen der Evidenz und offene Fragen

Dieses Kapitel fasst zusammen, wo sich die Studien zu Operationen und anatomischen Besonderheiten (Hypospadie, Leistenbruchoperation, Vasektomie und Refertilisierung, Hodenoperationen) widersprechen, wie belastbar die Evidenz insgesamt ist und was noch ungeklärt bleibt. Alle Zahlen stammen aus den Zusammenfassungen (Abstracts) der in [Quellenverzeichnis](#quellenverzeichnis) geführten Studien; Volltexte wurden in der Regel nicht ausgewertet. Mehrere zentrale Zahlen (Boorjian, Magheli, Herrel, Majzoub, Trost, Adnyana) wurden für dieses Kapitel erneut über die E-utilities der NCBI abgerufen und stimmten mit den Berichten überein [s346, s312, s247, s225, s79, s55]. Das Kapitel enthält keine Therapieempfehlung und ersetzt keine ärztliche Diagnostik.

Alle Kapitel und Anhänge (35)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Hypospadie bis Refertilisierung nach Vasektomie (Vasovasostomie und Vasoepididymostomie)
  5. Hodenhochstand und Orchidopexie bis Gesamteinordnung der Übersichten
  6. Hypospadie
  7. Erwachsene: randomisierte Studien und prospektive Kohorten mit Samenanalyse bis Kinder: Hodenatrophie, Technikvergleiche, Langzeitbefunde
  8. Tierversuche zu Netz, Naht und Samenstrang und Einordnung der Beobachtungsstudien zum Leistenbruch
  9. Vasektomie
  10. Refertilisierung nach Vasektomie: Vasovasostomie
  11. Vasoepididymostomie und Rekonstruktion bei Nebenhodenverschluss
  12. Samenqualität und Vaterschaft im Erwachsenenalter nach Orchidopexie bis Spermiengewinnung bei nichtobstruktiver Azoospermie nach Hodenhochstand
  13. Operationsalter in der Versorgungsrealität und Einordnung der Beobachtungsstudien zum Hodenhochstand
  14. Hodentorsion bis Hydrozele, Nebenhodenzysten, Zirkumzision und Prostataoperation
  15. Varikozelenoperation: Einzelstudien bis Gesamteinordnung der Beobachtungsstudien
  16. Leitlinien und Konsensdokumente und Hypospadie
  17. Leistenbruchoperation und Vasektomie
  18. Refertilisierung nach Vasektomie (Vasovasostomie, Vasoepididymostomie) und Hodenoperationen: Orchidopexie bei Hodenhochstand
  19. Hodenoperationen: Hodentorsion und Hodenentfernung bei Tumor, Hodentrauma und weitere Eingriffe (Querverweise)
  20. Mechanismen und biologische Plausibilität
  21. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  22. Englisch bis Japanisch
  23. Koreanisch bis Türkisch
  24. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  25. Limitationen der Evidenz
  26. Offene Forschungsfragen
  27. Praktische Einordnung
  28. Glossar
  29. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 3)
  30. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 3)
  31. Quellenverzeichnis (Teil 3 von 3)
  32. Diagramme
  33. Quellen s01–s197
  34. Quellen s198–s393
  35. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle