Eine klassische Dosis-Wirkung-Beziehung gibt es bei Operationen nicht: Es wird nicht „mehr oder weniger Operation“ verabreicht. In der Literatur stehen stattdessen Größen, die sich wie eine Dosis verhalten: die Dauer eines Verschlusses (Vasektomie), die Dauer einer Durchblutungsstörung (Torsion), der Schweregrad einer Fehlbildung (Hypospadie), die Seitigkeit (einseitig oder beidseitig), das Alter bei der Operation (Hodenhochstand), die Zahl der Chemotherapiezyklen (Hodenkrebs) und die Dosis eines begleitend gegebenen Medikaments (Prednison nach Umkehr). Alle diese Zusammenhänge stammen aus Beobachtungsstudien, mit Ausnahme der Prednisondosis. Sie sind deshalb Assoziationen; Mitursachen (zum Beispiel das Alter der Partnerin) können mit der „Dosis“ verknüpft sein und das Bild verzerren.
Vasektomie und Umkehr: Verschlussdauer, Alter der Partnerin, Technik
Die Verschlussdauer ist der am besten untersuchte „Dosis“-Faktor. Die Metaanalyse von Herrel et al. fand für ein Intervall unter 10 Jahren gegenüber mindestens 10 Jahren ein gepooltes Inzidenzverhältnis von 1,17 (95-%-KI 1,09 bis 1,25) für die Durchgängigkeit und von 1,24 (1,12 bis 1,38) für die Schwangerschaft [s247]. Die Einzelstudien zeigen das Muster, aber nicht einheitlich:
| Studie | Verschlussintervall | Durchgängigkeit | Schwangerschaft |
|---|---|---|---|
| Belker 1991 (USA, 1.012 beziehungsweise 810 Männer mit Angaben) [s383] | unter 3 Jahre | 97 % | 76 % |
| 3 bis 8 Jahre | 88 % | 53 % | |
| 9 bis 14 Jahre | 79 % | 44 % | |
| 15 Jahre und mehr | 71 % | 30 % | |
| Boorjian 2004 (213 Operationen, ein Operateur) [s346] | unter 5 / 5 bis 10 / 10 bis 15 Jahre | 91 / 88 / 91 % | 89 / 82 / 86 % |
| über 15 Jahre | 89 % | 44 % (p < 0,05) | |
| Kolettis 2002 (drei Operateure) [s355] | 10 bis 15 Jahre | 74 % | 40 % |
| 16 bis 19 Jahre | 87 % | 36 % | |
| mindestens 20 Jahre | 75 % | 27 % | |
| Fuchs 2002 (173 Männer) [s353] | 15 bis 19 / 20 bis 25 / über 25 Jahre | nicht berichtet | 49 / 39 / 25 % |
| Jeon 2017 (Korea, 82 Männer) [s223] | bis 7 Jahre (n = 51) | 96,1 % | 41,2 % (natürlich) |
| über 7 Jahre (n = 31) | 80,6 % | 51,6 % (natürlich) | |
| Peng 2013 (Peking, 36 Nachverfolgte) [s280] | unter 15 Jahre (n = 25) | 84 % | 29 % (natürliche Vaterschaft) |
| über 15 Jahre (n = 11) | 64 % | 14 % | |
| Amarin und Obeidat 2005 (382 Männer) [s339] | unter 5 / 5 bis 10 / 10 bis 15 / über 15 Jahre | Spermien im Ejakulat 85,3 / 75,3 / 50,3 / 26,9 % | nicht berichtet |
Gegenläufig sind zwei Befunde: Magheli et al. (334 Patienten) fanden keinen Zusammenhang von Verschlussintervall und Durchgängigkeit oder Schwangerschaft; einziger unabhängiger Prädiktor war das Alter der Partnerin (p = 0,015) [s312]. Bei Jeon et al. lag die natürliche Schwangerschaftsrate im Intervall über 7 Jahren nominell höher (51,6 % gegenüber 41,2 %), obwohl die Durchgängigkeit niedriger war; die Autoren fanden dennoch einen sinkenden Erfolg mit der Zeit (OR 0,869; 95-%-KI 0,760 bis 0,993) [s223]. Yahyazadeh et al. fanden die Dauer des Verschlusses als einzigen Prädiktor der Durchgängigkeit (OR 1,112; p = 0,037) [s176]. Lipshultz et al. fanden in der größten Serie (4.568 Patienten) Durchgängigkeit und Konzentration „überraschend invers“ mit der Zeit seit der Vasektomie korreliert und erklären dies teils mit der Überrepräsentation schlecht verlaufender Fälle bei späten Kontrollen [s25]. Die Konzentration einen Monat nach der Operation hing in einer koreanischen Serie mit dem Intervall zusammen (mittleres Intervall 9,69 Jahre bei Azoospermie, 6,02 bei Oligospermie, 7,82 bei normaler Konzentration; p = 0,035) [s292].
Alter der Partnerin. Dieser Faktor beeinflusst die Schwangerschaft, kaum die Durchgängigkeit:
| Studie | Alter der Partnerin | Durchgängigkeit | Schwangerschaft |
|---|---|---|---|
| Gerrard 2007 (294 Patienten) [s332] | 20 bis 24 | 90 % | 67 % |
| 25 bis 29 | 89 % | 52 % | |
| 30 bis 34 | 90 % | 57 % | |
| 35 bis 39 | 86 % | 54 % | |
| ab 40 | 83 % | 14 % | |
| Fuchs 2002 (173 Männer, Intervall mindestens 15 Jahre) [s353] | unter 30 | nicht berichtet | 64 % |
| 30 bis 35 | nicht berichtet | 49 % | |
| 36 bis 40 | nicht berichtet | 32 % | |
| über 40 | nicht berichtet | 28 % | |
| Kim 2005 (Seoul, 44 Patienten, Wiederholungsumkehr) [s343] | unter 35 | – | OR 4,13 (95-%-KI 1,06 bis 16,10) |
Zusätzlich fanden Magheli et al. das Alter der Partnerin als einzigen unabhängigen Prädiktor [s312]; bei Vasoepididymostomie waren Partnerinnen unter 35 Jahren mit höherer Schwangerschaftsrate verbunden [s157, s254], ab 35 Jahren mit niedrigeren Raten [s28]; in einer multizentrischen chinesischen Serie fiel die Schwangerschaftsrate bei Partnerinnen über 35 Jahren stärker ab, und nur bei 35,5 % dieser Partnerinnen war vorher die Fruchtbarkeit untersucht worden [s132].
Spermien in der Samenleiterflüssigkeit und Beweglichkeit. Spermien oder Spermienteile in der Flüssigkeit erhöhten die Chance der Durchgängigkeit 4,1-fach (OR 4,1; 95-%-KI 2,3 bis 7,3; I² = 22 %) [s252]. Bei beweglichen Spermien im Samenleiter hatten 95 % nach sechs Monaten Durchgängigkeit gegenüber 76 % ohne (p = 0,04) [s336]. Bei beidseitig fehlenden Spermien und Vasovasostomie lag die Durchgängigkeit bei 60 % und die Schwangerschaft bei 31 % [s383]. Nach Wiederholungsoperation sind die Raten niedriger (Durchgängigkeit 75 %, Schwangerschaft 43 %) [s383]. Die EAU nennt zahnpastaartige Flüssigkeit ohne Spermien als Hinweis auf einen sekundären Nebenhodenverschluss [s393].
Qualität der Samenparameter nach Umkehr und Schwangerschaft. Spontanschwangerschaften traten auch bei Konzentration unter 5 Mio./ml (15 %), Beweglichkeit unter 10 % (21,3 %) und normaler Morphologie unter 1 % (14,8 %) auf; insgesamt 49,6 % (69 von 139) [s225]. In einer Metaanalyse fiel die Durchgängigkeit von 77 % auf 33 %, wenn statt Spermien über 1 Million/ml mindestens 30 % bewegliche Spermien verlangt wurden [s14]. Bei Vasoepididymostomie sagten die Spermienkonzentration (HR 4,988; 95-%-KI 2,777 bis 8,957) und die Vorwärtsbeweglichkeit (HR 1,751; 1,042 bis 2,945) nach der Operation die Schwangerschaft voraus; das Alter des Mannes hing negativ zusammen (HR 0,407; 0,203 bis 0,816) [s226].
Subgruppen bei Vasoepididymostomie. Die Raten hängen von technischen Merkmalen und dem Befund im Nebenhodenfluid ab:
| Merkmal | Ergebnis (Durchgängigkeit, wenn nicht anders angegeben) | Quelle |
|---|---|---|
| Beidseitige gegenüber einseitiger Anastomose | RR 1,42 (95-%-KI 1,25 bis 1,61); RR 1,32 (1,15 bis 1,50) | Metaanalysen [s134, s135] |
| 80,7 % gegenüber 27,6 % | Peking-Serie [s303] | |
| 77,6 % (45/58) gegenüber 45,5 % (5/11) | Fujian-Serie [s216] | |
| 58,9 % gegenüber 40,7 % | Shanghai-Serie [s185] | |
| Bewegliche Spermien im Nebenhodenfluid | RR 1,52 (1,18 bis 1,97) | Metaanalyse [s135] |
| 83,7 % gegenüber 40 % (unbewegliche) | [s303] | |
| 82,2 % (37/45) gegenüber 54,2 % (13/24) | [s216] | |
| OR 11,80 (1,79 bis 77,65) | [s233] | |
| Anastomose distal gegenüber proximal | RR 1,42 (1,09 bis 1,85) | Metaanalyse [s135] |
| Kopf 38,5 %, Körper 78,8 %, Cauda 100 % (Cauda: 8 Männer) | [s303] | |
| Kopf 47,8 % (11/23) gegenüber Körper oder Cauda 84,8 % (39/46) | [s216] | |
| Gefäßschonende gegenüber üblicher Technik | 83,60 % gegenüber 65,20 % | Metaanalyse [s134] |
| 83,0 % gegenüber 67,0 % (p < 0,01) | Metaanalyse [s52] | |
| Dreinaht-Querintussuszeption gegenüber Zweinaht und longitudinal | 89,0 % gegenüber 72,0 % und 58,0 % (p < 0,01) | Metaanalyse [s52] |
| Nebenhodenentzündung in der Vorgeschichte | mit 73,0 % gegenüber ohne 81,7 % (p = 0,243) | [s153] |
| Begleitende Samenleiterobstruktion | mit 74,14 % gegenüber ohne 82,17 % (p > 0,05) | [s76] |
| Vorherige PESA | Hazard Ratio 0,505 (p = 0,001) | [s26] |
Für Vasovasostomie gilt: Die Operationsfrequenz des Operateurs wirkt (besser bei mindestens zehn Eingriffen jährlich) [s288]; die Durchgängigkeit nach einem Jahr schwankte zwischen Operateuren von 54 bis 93 % (Median 82 %) [s25]. Roboterassistierte Vasovasostomie erreichte gepoolt 94,4 % gegenüber 87,5 % mikrochirurgisch und 83,7 % makroskopisch (Beobachtungsstudien) [s106]; Mikroskop gegenüber Lupe 96 % gegenüber 72 % in einer koreanischen Serie [s310], aber 91 % gegenüber 89 % in einer taiwanesischen [s341]; einschichtig gegenüber zweischichtig Durchgängigkeit 91,43 % gegenüber 92,59 % [s50] und 95,7 % gegenüber 94,7 % [s192]. Aktives Rauchen war in einer explorativen Univariatanalyse mit geringerer Durchgängigkeit verbunden [s07].
Dosis eines Medikaments: Prednison nach Umkehr (randomisiert). Die einzige randomisierte Dosisstudie dieser Auswertung (iPRED, 73 Männer mit Einjahresdaten) [s79]:
| Arm | Männer | Schwangerschaft nach 12 Monaten |
|---|---|---|
| Kontrolle | 25 | 65 % |
| Niedrige Dosis | 23 | 67 % |
| Bedarfsweise | 11 | 38 % |
| Hohe Dosis | 14 | 17 % |
Die Durchgängigkeit insgesamt (99 %) und die Spermienkonzentration unterschieden sich nicht; die Arme mit hoher und bedarfsweiser Dosis wurden vorzeitig beendet; Dosen von 5 bis 20 mg beeinflussten die Spermienkonzentration nicht. Dem steht eine Fallserie mit acht Männern gegenüber, bei der niedrig dosiertes Prednison die Gesamtzahl beweglicher Spermien im Median um 6 Mio. erhöhte [s111].
Spermienklärung nach Vasektomie als Zeit-Wirkung-Beziehung. Die Daten zur Zeit bis zur Spermienfreiheit:
| Quelle | Befund |
|---|---|
| Griffin 2005 (56 Studien) [s340] | Nach drei Monaten und 20 Ejakulationen stets mehr als 80 % azoosperm (Median); Wiederauftreten unbeweglicher Spermien bis 22 Monate |
| Gómez de Vicente 2004 (239 Vasektomien) [s347] | 80 % azoosperm nach 200 Tagen, 90 % nach 260 Tagen; am Ende 13 % mit Spermien |
| Estigarribia Benítez 2022 (1.807 Eingeschlossene) [s147] | 1.297 azoosperm nach drei Monaten; 501 mit unbeweglichen Restspermien: Azoospermie nach im Mittel 4,5 Monaten (4 bis 10); alle mit beweglichen Spermien brauchten einen Zweiteingriff |
| Cháfer Rudilla 2007 (984 Vasektomien) [s331] | 55,5 % erreichten die Freigabekriterien; 0,5 % frühe, 0,1 % späte Rekanalisation |
| Yılmaz und Yıldız 2019 (212 Vasektomien) [s203] | nach sechs Monaten bewegliche Spermien bei 18 (aus den Zahlen 8,5 %) |
| Japanische Praxis (234 Vasektomien) [s87] | Azoospermie 93,2 % nach der ersten, 94,9 % nach der zweiten Kontrolle |
| Davies 1990 [s387] | 2,5 % „special clearance“; bei 49 von 50 Nachuntersuchten nach mindestens drei Jahren azoosperm |
| Beder 2020 [s182] | erste Probe Azoospermie oder seltene unbewegliche Spermien bei 97,5 % |
Die Rekanalisationsrate hängt von der Technik ab: 25 % bei Ligatur und Durchtrennung ohne Faszieninterposition, 0 % bei thermischer Kauterisation mit Faszieninterposition, gesamt 13 % (95-%-KI 12 bis 15 %) [s338].
Hypospadie: Schweregrad als „Dosis“
| Studie | Distale oder isolierte Form | Proximale, komplexe oder syndromale Form |
|---|---|---|
| Asklund 2010 (Median) [s308] | Konzentration 52 Mio./ml, Gesamtzahl 173 Mio., beweglich 70 %, normal 9 % | Konzentration 32 Mio./ml (p = 0,02), Gesamtzahl 101 Mio. (p = 0,03), beweglich 58 % (p = 0,007), normal 4 % (p = 0,004) |
| Tack 2022 (Oligo- oder Azoospermie) [s152] | 18,6 % (32 von 172) aller NSH-Männer | komplexe NSH 31,3 % (5 von 16); klein für das Gestationsalter Geborene 59,1 % (13 von 22) |
| Skarin Nordenvall 2020 (HR leibliche Kinder) [s189] | gesamt 0,87 (0,83 bis 0,92); distal 0,90 (0,85 bis 0,96) | proximal 0,59 (0,42 bis 0,81) |
| Kumar 2016 [s237] | Samenparameter mit Kontrollen vergleichbar (p > 0,05) | schlechter (14 Fälle) |
| Popkov 2011 [s307] | vorn: geringfügig verminderte Konzentration und Beweglichkeit; Mitte: subfertil | hinten und Störung der Geschlechtsentwicklung: 0,3 ± 0,27 Mio./ml |
| Kroon 2026 [s21] | – | Inhomogenität des Hodenparenchyms schwer und komplex p < 0,001; Zusammenhang mit Zahl der Penisoperationen und verminderter Konzentration |
Der Gradient nach Schweregrad ist in allen vier quantitativen Quellen gleichgerichtet. Er ist mit dem Krankheitsbild vereinbar und spricht nicht für einen Operationseffekt [s307].
Hodenhochstand: Seitigkeit und Operationsalter
Beidseitig gegenüber einseitig.
| Studie | Einseitig | Beidseitig |
|---|---|---|
| Lee 2001 (Vaterschaft unter Versuchenden) [s359] | 89,7 % (Kontrollen 93,2 %) | 65,3 % |
| Cortes 2001 [s357] | normale Spermienzahl 83 % (54 von 65); Verdacht auf Unfruchtbarkeit 8 % | normale Spermienzahl 19 % (14 von 75); Verdacht 56 % |
| Cortes 2001 (Keimzellen fehlten bei der Operation) [s357] | 18 % (88 von 496) | 30 % (61 von 202) |
| Adnyana 2025 (Metaanalyse) [s55] | Referenz | Azoospermie OR 2,3 (1,57 bis 3,37); FSH +3,77 IE/l; Inhibin B −44,86 pg/ml |
| Fan 2024 (Reproduktionszentrum) [s94] | Konzentration 28,09 ± 27,99; ICSI nötig 66,07 % | Konzentration 7,99 ± 14,68; ICSI nötig 95,35 % |
| Okuno 1992 [s382] | normaler Samenbefund 61,5 % (16 von 26) | normal 3 von 4, Azoospermie 1 von 4 |
| D'Agostino 1993/1996 [s372, s375] | – | Azoospermie 18 % |
| Henriksen 2025 (sechs Studien) [s63] | höhere Vaterschaftsraten in fünf von sechs | niedrigere |
| Mathers 2011 / Rübben 2016 (unbehandelt, Schätzung) [s302, s241] | Azoospermie etwa 10 % (Rübben) | Azoospermie etwa 90 % (Mathers) beziehungsweise etwa 32 % (Rübben) |
Die beiden Übersichten zur Azoospermiehäufigkeit bei beidseitigem Hodenhochstand widersprechen sich (etwa 90 % [s302] gegenüber etwa 32 % [s241]); die Abstracts erklären das nicht. Bei der Spermiengewinnung bei Azoospermie fanden Kim et al. dagegen keinen Unterschied nach Seitigkeit (RR 1,02; 0,89 bis 1,16) [s128], Ismaeil et al. 40 % gegenüber 17,9 % (p = 0,0517) [s17].
Operationsalter. Die Studien sind uneinheitlich:
| Studie | Befund |
|---|---|
| Kaushal 2025 (Atrophie bei Operation vor dem 12. Lebensmonat) [s64] | OR 1,05 (0,49 bis 2,23), kein Unterschied; niedrige Sicherheit |
| Imaji 2015 (Atrophie) [s256] | 15 von 76 (Operation vor dem 2. Lebensjahr) gegenüber 15 von 33 (ab dem 2. Lebensjahr); p = 0,01 |
| Henriksen 2025 (assistierte Reproduktion) [s63] | 5 % höhere Notwendigkeit je sechs Monate Verzögerung (eine große Studie); deutlich höhere Nutzung nach Operation später als 18 Monate |
| Kim 2023 (Gewinnungsrate bei Azoospermie) [s128] | Orchidopexie vor dem 10. Lebensjahr RR 1,25 (1,06 bis 1,47) |
| Xu 2023 [s136] | Orchidopexie bis zum 10. Lebensjahr 79,5 % gegenüber 55,9 % (p = 0,03) |
| Ismaeil 2026 [s17] | 37,2 % (Orchidopexie mit 12,4 ± 9,4 Jahren) gegenüber 12,2 % (24,9 ± 13,8 Jahre); p = 0,007 |
| He 2024 [s99] | erfolgreiche Gewinnung: Orchidopexie 3,35 Jahre früher (−6,34 bis −0,36) |
| Qin 2025 [s73] | kein Einfluss von Alter bei Orchidopexie oder TESE auf die Gewinnungsrate |
| Trsinar 2009 [s321] | einseitig, Operation vor dem 8. Lebensjahr: höheres Inhibin B (p = 0,006), Hodenvolumen (p = 0,007), niedrigeres FSH (p = 0,01) |
| Vinardi 2001 [s360] | kein Zusammenhang zwischen Operationsalter und Samenqualität |
| Ismailow 2012 [s296], D'Agostino [s372] | Samenstörung unabhängig vom Operationsalter |
| Cortes 1996 [s371] | bei höchstens 1 % Spermatogonien je Tubulus später in 33 % Konzentration von höchstens 5 Mio./ml |
Die Einzelstudien zur Gewinnungsrate sind retrospektive Serien nur mit Azoospermie; Alter bei der Operation und Dauer bis zur Untersuchung sind verwechselbar [s17]. Eine randomisierte Studie zum Operationsalter mit Spermienzahl oder Vaterschaft als Endpunkt fehlt.
Lage des Hodens. Hoch skrotal, inguinal und intraabdominell unterscheiden sich in der Gewinnungsrate (p < 0,05 [s99]); in der Serie von Ismaeil et al. 36,8 % bei skrotalen Hoden, 33,3 % bei inguinalen und 0 % bei abdominalen oder gemischten [s17]; in einer Kohorte mit Orchidopexie nach der Pubertät war die hohe Hodenlage mit OR 6,50 (2,15 bis 19,64) assoziiert, größeres Hodenvolumen mit geringerem Risiko; die Zielgröße benennt die Zusammenfassung dort nicht ausdrücklich [s51]. Nach laparoskopischer Orchidopexie bei nicht tastbaren Hoden lag die klinische Atrophie je nach Technik bei 13,2, 29,7 und 19,8 %, mit Anomalie von Samenleiter oder Nebenhoden als stärkstem Prädiktor (HR 4,28) [s01]. Die EAU nennt für Gefäßschäden 1 bis 2 % allgemein, 12 % bei nicht tastbaren Hoden mit langem Gefäßstiel und bis zu 40 % bei gestufter Orchidopexie [s393].
Hodentorsion: Dauer und Verfahren
Dauer der Durchblutungsstörung.
| Studie | Befund |
|---|---|
| Milivojevic 2025 (Kinder, 103) [s68] | Hoden erhalten bei Intervention unter 6 Stunden 100 %, 6 bis 12 Stunden 64,7 %, über 12 Stunden 20,8 % (p < 0,001) |
| Bartsch 1980 [s391] | bei Detorsion binnen 8 Stunden normale Hodengröße; nach Verzögerung über 8 Stunden deutliche Verkleinerung; selbst bei Detorsion binnen 4 Stunden war die exokrine Funktion nur bei 50 % normal |
| Aggarwal 2022 [s139] | mediane Zeit bis Vorstellung 48 Stunden (Orchiektomie) gegenüber 12 Stunden (Erhalt) |
| Almekaty 2023 [s120] | Torsionsdauer Median 32,5 Stunden; Prädiktor des Erhalts OR 0,75 (0,61 bis 0,93) |
| Başaran 2026 [s08] | manuelle Detorsion am wirksamsten bei Beschwerdedauer bis 6 Stunden (63,64 %); 5 von 6 Orchiektomierten mit mindestens 13 Stunden |
| Tryfonas 1994 [s374] | bei Torsion über 24 Stunden mit fraglicher Vitalität Atrophie die Regel |
| Anderson 1986 [s389] | Dauer korrelierte mit der Atrophie (p < 0,001), nicht mit der späteren Spermienkonzentration |
Orchiektomie gegenüber Orchidopexie.
| Studie | Orchiektomie | Orchidopexie |
|---|---|---|
| Nasr 2026 (Metaanalyse, 197 gegenüber 341) [s33] | FSH SMD 1,63, LH SMD 1,31 höher; Konzentration −18 Mio./ml (p = 0,01); Gesamtzahl, Normalform, Beweglichkeit nicht unterschiedlich | ipsilaterale Atrophie 38 % |
| Almekaty 2023 [s120] | Azoospermie nach sechs Monaten 45,2 % | 10 % (p = 0,006) |
| Ichikawa 1993 [s376] | Dichte und Gesamtzahl niedriger (p < 0,05); 4 von 8 mit mehr als zwei Jahren weiter oligozoosperm | alle dauerhaft normal |
| Anderson 1992 [s380] | mittlere Dichte 29,0 Mio./ml, Samenqualität vermindert (p = 0,001) | kein signifikanter Unterschied zu fertilen Spendern, FSH erhöht |
| Yang 2021 [s179] | Konzentration 27,60 ± 7,58 Mio./ml; natürliche Schwangerschaft 75,0 % | 27,74 ± 6,80 Mio./ml; 83,8 % (alle p > 0,05) |
| Aggarwal 2022 [s139] | Testosteron niedriger | Atrophie etwa 47 %; sonst vergleichbar |
Die Studien sind uneinheitlich: Die Metaanalyse und kleine Serien finden niedrigere Konzentration oder höhere Gonadotropine nach Orchiektomie, eine chinesische Serie nicht. Orchiektomie wird bei schwererer Schädigung gewählt; die Gruppen sind nicht vergleichbar [s33].
Leistenbruchoperation: Verfahren, Netzmaterial, Nachbeobachtung
| Studie | Gruppen | Befund |
|---|---|---|
| Peeters 2010 (randomisiert, 59 Männer, ein Jahr) [s314] | Marlex gegenüber VyproII oder TiMesh | Beweglichkeit −9,5 % und −5,5 % mit leichten Netzen gegenüber +2 % mit Marlex (p = 0,013); beidseitig −10 % und −17 % gegenüber +1 % |
| Peeters 2014 (Nachbeobachtung, 49 Männer, Median 39,1 Monate) [s267] | dieselben | −8,5 % und −8 % gegenüber −2,8 % (p = 0,23), nicht mehr signifikant |
| Dong 2018 (Übersicht) [s208] | leichte gegenüber schwere Netze | nach einem Jahr stärkere Minderung der Beweglichkeit, nach drei Jahren kein Unterschied |
| Damous 2023 (randomisiert, 37 Auswertbare) [s123] | Lichtenstein gegenüber TAPP | kein Gruppenunterschied; zwei Oligospermien nach Lichtenstein |
| Askerchanow 2014 (135 Männer, ein Jahr) [s274] | spannungsbehaftet gegenüber Lichtenstein gegenüber laparoskopisch | Konzentration −41,0 ± 12,3 Mio./ml; −7,8 ± 10,9 (bis Jahresende weitere −15,3 ± 20,9); keine negative Veränderung |
| Gwenetadse 2014 (215 Patienten, beidseitig) [s275] | Lichtenstein gegenüber Eigenverfahren | Oligospermie mit 30 bis 35 % weniger Spermien nur nach Lichtenstein (p < 0,01) |
| Kordzadeh 2017 (zehn Studien) [s224] | offen gegenüber beidseitig laparoskopisch mit Netz | obstruktive Azoospermie 0,03 % gegenüber 2,5 % |
| Protasov 2020 (Kinderwunschsprechstunde) [s187] | rechts, links, beidseits | Beweglichkeitsstörungen bei 47,2 %, 34,7 %, 20 % der operierten Männer; Azoospermie nach beidseitiger Operation |
Die Bruchoperation-Befunde zu Beidseitigkeit stützen sich auf Registrierung in Kinderwunschsprechstunden und kleine Serien; die „Dosis“ der Beidseitigkeit (zwei Netze) wird in der Literatur als Risikofaktor genannt, ist aber nur in der Übersicht von Kordzadeh et al. quantifiziert (2,5 % gegenüber 0,03 %; Nenner nicht aufgeschlüsselt) [s224].
Subgruppen: wer ist betroffen?
- Schweregrad und Begleitfehlbildungen (Hypospadie): proximale Formen, komplexe Formen und klein für das Gestationsalter Geborene sind am stärksten betroffen (siehe Tabelle oben) [s152, s308, s189].
- Alter bei der Operation und Alter der Partnerin: Der Zeitpunkt der Operation wirkt beim Hodenhochstand uneinheitlich, das Alter der Partnerin bei der Umkehr konsistent [s332, s353].
- Nach kindlicher Hernienoperation: Beidseitige Vasovasostomie war erfolgreicher als einseitige (82,4 % gegenüber 42,9 %; p = 0,027), unabhängig von Alter, BMI und Zeit nach der Operation [s184]; die Durchgängigkeit lag bei 56,5 %, 75,86 % und 87,5 % in drei chinesischen Serien [s258, s83, s217]; bei einseitiger gegenüber beidseitiger Umkehr nach Vasektomie fanden Yahyazadeh et al. keinen Unterschied (88,1 % gegenüber 88,7 %) [s176]. Der Ort der Verletzung hing nicht vom Alter bei der Operation oder dem Intervall ab [s138].
- Bruchsack und Alter: Atrophie nach kindlicher Hernienoperation trat nur bei Kindern unter 5 Jahren auf, am häufigsten bei Hodenhochstand (13,9 gegenüber 5,1 pro 10.000 Personenjahre insgesamt) [s215].
- Männer mit Hodenhochstand und Azoospermie: mehr Männer mit Spermiennachweis nach früher Orchidopexie; Lage, Hodenvolumen und Histologie als Prädiktoren [s99, s231, s186]; Spermiengewinnung ist nach Orchidopexie häufiger erfolgreich als bei idiopathischer nichtobstruktiver Azoospermie (RR 1,90; 1,40 bis 2,58) [s128].
- Einzelner Hoden: Gewinnungsrate bei solitärem Hoden 54,1 % gegenüber 56,76 % bei zwei Hoden [s98] und 51,1 % gegenüber 50,4 % [s104].
- Nebenhodenentzündung in der Vorgeschichte, begleitende Samenleiterobstruktion, Samenleitergefäße: Siehe Tabelle der Vasoepididymostomie.
- Hodenkrebs: größerer Tumor und geringere tumorfreie Gewebebreite sind mit schlechterer Spermatogenese verbunden (Regressionskoeffizient −0,422 für den Tumordurchmesser; reife Spermien bei 93,0 % mit tumorfreier Gewebebreite ab 7,5 mm gegenüber 41,3 % darunter) [s253]; AFP über 1.000 ng/ml sagte schlechte Kryokonservierungsqualität voraus [s240]; Seminome hatten höhere Konzentration als Nichtseminome (21,5 gegenüber 11,8 Mio./ml) [s240]; Hodenkrebs mit Hodenhochstand in der Vorgeschichte: 5 von 9 azoosperm [s165].
- Rauchen, Operateur, Zentrum: Rauchen explorativ mit geringerer Durchgängigkeit verbunden [s07]; die Operateurunterschiede der Durchgängigkeit sind groß (54 bis 93 %) [s25].
- Ein- gegenüber beidseitig bei Hodentrauma: Nach einseitigem Trauma gute Erholung, bei Beidseitigkeit häufiger Testosteronmangel und schlechte Samenwerte [s91].
Reversibilität
Die Frage lautet: Kommt die Samenqualität nach dem Eingriff oder nach der Schädigung zurück, und wie schnell? Die Befunde unterscheiden sich stark nach Eingriff.
Vorübergehende Effekte, die sich zurückbilden.
| Effekt | Zeitverlauf | Quelle |
|---|---|---|
| Spermienbeweglichkeit nach Hernienreparatur | Bis 48 Stunden (Übersicht) | [s224] |
| Beweglichkeit nach laparoskopischer Reparatur mit leichtem Netz | −5,5 % bis −9,5 % nach einem Jahr (beidseitig −10 % und −17 %); nach im Median 39,1 Monaten nicht mehr signifikant verschieden von Marlex | [s314, s267] |
| Hodendurchblutung nach kindlicher offener Hernienoperation | vermindert 1 Tag bis 1 Woche; 1 bis 6 Monate kein erhöhter Widerstand | [s93] |
| Flussgeschwindigkeiten im Farbdoppler nach Netzreparatur | früh verändert, spät zurück zum Ausgangswert | [s293] |
| Hormone nach TEP-Reparatur | LH 4,3 auf 5,0 IE/l, Inhibin B niedriger; Autoren sehen keine klinische Relevanz | [s227] |
| Hodenvolumen und Samenqualität nach Hernienplastik bei Erwachsenen | nach 90 und 180 Tagen unverändert; Morphologie in einer Gruppe besser | [s123] |
| Inhibin B nach Orchidopexie | nach sechs Monaten höher als vor der Operation (+14,03 pg/ml) | [s24] |
| AMH nach Orchidopexie im ersten Lebensjahr | steigt über zwölf Monate, bleibt unter den Kontrollen | [s100] |
| Samenvolumen nach Vasektomie | wie bei Kontrollen | [s32] |
| Hodenfunktion nach Hodentrauma (einseitig) | nach einem Jahr Erholung unabhängig vom Grad | [s91] |
Verzögerte Rückkehr und Spätversagen nach Umkehr. Die mittlere Zeit bis zur Durchgängigkeit lag bei 1,7 bis 4,3 Monaten nach Vasovasostomie und 2,8 bis 6,6 Monaten nach Vasoepididymostomie; Spätversagen 0 bis 12 % nach Vasovasostomie, 1 bis 50 % nach Vasoepididymostomie [s197, s393]. In Einzelserien: 4,11 ± 2,74 Monate bis zur Durchgängigkeit, 87,8 % innerhalb von sechs Monaten [s185]; 86,0 % innerhalb von sechs Monaten bei 75,3 % Durchgängigkeit [s109]; natürliche Schwangerschaft nach 9,9 ± 4,2 Monaten [s303]; von 51 Paaren ohne Schwangerschaft im ersten Jahr nach Durchgängigkeit konzipierten etwa 39,2 % (20/51) in den Jahren 1 bis 3 natürlich, bei einer natürlichen Gesamtschwangerschaftsrate von 72,8 % nach im Mittel 56 Monaten [s28]. Spätere Kontrollen sehen niedrigere Raten, was wegen Überrepräsentation schlechter Verläufe überpessimistisch sein kann [s25]. Ein Fallbericht beschreibt nach einer Kontrolle mit zwei unbeweglichen Spermien acht Monate später bewegliche Spermien und eine Schwangerschaft der Partnerin (vermutete Rekanalisation) [s34]. Eine zweite oder wiederholte Umkehr ist möglich: Durchgängigkeit 86,4 % und Schwangerschaft ohne Reproduktionstechnik 56,8 % nach Wiederholungsumkehr [s343], 66,67 % nach Re-Umkehr [s169].
Dauerhafte oder nicht rückgängig gemachte Schäden.
- Hoden nach Torsion: Atrophie nach Orchidopexie 38 % (gepoolt) [s33]; etwa 47 % in einer indischen Serie [s139]; nach Orchiektomie bei langer Torsion (im Mittel 69 Stunden) war die Samenqualität vermindert [s380], und ein auffälliger Gegenhoden war Prädiktor der Azoospermie [s120]. Nach Orchiektomie wegen Torsion blieb bei 4 von 8 Männern mit mehr als zwei Jahren Nachbeobachtung die Oligozoospermie bestehen [s376].
- Samenleiter nach kindlicher Operation: Die Verletzung ist als solche nicht rückbildbar; chirurgische Rekonstruktion gelingt in 56,5 bis 89 % der Fälle, bei 21,0 % (13 von 62) blieb es bei der Exploration, weil das distale Samenleiterende nicht aufzufinden war [s258]; die EAU hält große beidseitige Defekte meist für nicht korrigierbar [s393]. Auch nach Netzreparatur konnte bei 8 von 14 Männern wiederhergestellt werden (57 %) [s344].
- Hodenhochstand: Die Orchidopexie verlegt den Hoden, aber die Keimzellschädigung besteht schon bei der Operation [s357]; die AUA-Leitlinie hält fest, dass die Verlagerung Spätfolgen verringern, aber nicht verhindern kann [s262]; die Hodenvolumina bleiben auf der operierten Seite kleiner [s244, s100, s322]; Samenparameter nach Orchidopexie im Erwachsenenalter bleiben oft unter denen der Bevölkerung [s392, s321, s382]; in einer postpubertären Kohorte hatten 43,3 % eine schwere Spermatogenesestörung [s51]. Die Autoren dieser Kohorte schließen, die Orchidopexie mache die Schädigung wohl kaum wesentlich rückgängig [s51].
- Hypospadie: Es gibt keine Daten zur Reversibilität; die Samenparameter sind mit der Fehlbildung verknüpft und nicht mit der Operation (siehe oben).
- Vasektomie: Nach dem Eingriff ist die Spermatogenese beim Menschen nach Jahrzehnten ohne messbaren Unterschied zu Kontrollen [s283]; kurz nach Umkehr bleibt die Samenqualität oft unter Normwerten [s225, s121]. Tierversuche zur Rückbildung der Hodenschäden nach Wiederherstellung liegen in dieser Auswahl nicht vor; bei Männern ist die Wiederherstellung auch nach mehr als 15 Jahren möglich, mit niedrigerer Schwangerschaftsrate [s346, s353].
Reversibilität nach Hodenkrebs-Chemotherapie (Querverweis, Dosis als Zykluszahl). Die japanischen Serien zeigen eine deutliche Zyklusabhängigkeit der Erholung:
| Quelle | Befund |
|---|---|
| Suzuki 2013 (49 Patienten, 45 mit BEP) [s281] | Von 45 BEP-Patienten erholten 44 die Spermatogenese; Erholungsrate innerhalb von zwei Jahren nach 1 bis 2, 3 und 4 Zyklen: 83,3 %, 80,0 % und 66,7 %; nach 5 bis 6 Zyklen bei keinem innerhalb von zwei Jahren |
| Namekawa 2016 (35 Patienten, Cisplatin) [s239] | Spermien traten bei 85,7 % wieder auf, normale Werte bei 54,3 %; unabhängig mit der Normalisierung verbunden: Alter unter 25 Jahren (p = 0,0057), weniger als vier Zyklen (p = 0,0042), FSH unter 18 mIU/ml (p = 0,0220); mediane Zeit bis zur Normospermie 40 Monate (22 bis 96) |
| Ishikawa 2004 (Hochdosischemotherapie, 10 Nachuntersuchte) [s348] | Spermatogenese erholte sich bei 5 von 10 |
| Yamashita 2021 (567 Überlebende) [s177] | Vaterschaft ohne Kryosperma 20 % (33 von 169) ohne Chemotherapie gegenüber 10 % (39 von 398) mit Chemotherapie (p < 0,05); 12 % nach drei und 5 % nach vier Zyklen (p < 0,05) |
| Okaneya 1993 [s379] | bei 3 Patienten Normalisierung 22 Monate nach Chemotherapie |
| Japanische Samenbank (14 Jahre, 163 Patienten) [s335] | nach der Behandlung 20,9 % der Männer mit Hodenkrebs und 57,9 % mit hämatologischer Erkrankung ohne Erholung |
| Yokohama-Samenbank (10 Jahre) [s352] | nach Chemotherapie 40 % (29 von 72) azoosperm |
| Pape 2025 (Metaanalyse) [s72] | Infertilität nach einseitigem Hodenkrebs 14 % (9 bis 21 %), Azoospermie 8 % (6 bis 12 %); mit guter Prognose und Standardtherapie 4 % (2 bis 10 %) |
Immunologisch bedingte Befunde (Antispermien-Antikörper) sind nach Umkehr nicht in allen Studien mit einer niedrigeren Schwangerschaftsrate verbunden (siehe oben) [s388, s88, s378]. Die einzige randomisierte Studie zur Beeinflussung der Samenparameter nach Umkehr (Prednison) fand bei höherer Dosis eine niedrigere Schwangerschaftsrate [s79].
Was nicht untersucht ist. Es gibt keine Studie, die bei gleicher Fehlbildung Männer mit und ohne Operation vergleicht (Hypospadie, Hodenhochstand, Leistenbruch); keine randomisierte Studie zum Operationsalter beim Hodenhochstand mit Spermienzahl oder Vaterschaft als Endpunkt; keine Cochrane-Übersicht zu Hypospadie, Hodenhochstand oder Vasektomie-Umkehr, die in der Abfrage gefunden wurde (ob keine existiert, wurde nicht abschließend geprüft); keine Samenanalysen bei Kindern, die später die Frage nach dem Spätergebnis beantworten würden; keine portugiesischsprachige Studie; AWMF-, ESHRE- und SIA-Volltexte waren nicht auswertbar. Bei Hydrozele und Skrotalchirurgie fanden sich aus Ostasien keine Samenbefunde; Studien zur Hodentorsion berichten Vaterschaft kaum. Die Samenanalysen, Hormonwerte und Vaterschaftsraten sind überwiegend Zwischenmaße; die Nachsorge solle sich laut der koreanischen Empfehlung an Lebendgeburt und Behandlungsbelastung statt an Zwischenwerten der Samenparameter orientieren [s30].
Gesamteinschätzung. Am besten belegt sind drei Befunde: Nach Vasektomie wird die Azoospermie bei den meisten nach etwa drei Monaten und 20 Ejakulationen erreicht, bei einem Teil dauert es deutlich länger [s340, s347, s147]. Nach Refertilisierung sind Spermien im Ejakulat bei etwa 85 bis 90 % nachweisbar, die Schwangerschaftsrate liegt in Metaanalysen bei 73 % (gewichtet) beziehungsweise in großen Serien bei 30 bis 76 %, abhängig von Verschlussdauer, Alter der Partnerin und intraoperativem Befund [s247, s383, s332]; die Spermienparameter bleiben oft unter den WHO-Normwerten, ohne dass eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist [s225]. Beidseitiger Hodenhochstand geht mit deutlich schlechterer Samenqualität einher als einseitiger (OR für Azoospermie 2,3 [s55]). Dünn oder widersprüchlich sind Hypospadie, Leistenbruch bei Kindern, Hodentorsion (Vaterschaft), die Wirkung von Glukokortikoiden nach Umkehr [s79, s111] und der Einfluss des Verschlussintervalls auf die Durchgängigkeit [s346, s312, s247]. Keine der Aussagen ist eine Therapieempfehlung; Entscheidungen über Eingriffe oder Fruchtbarkeitsmaßnahmen gehören in die ärztliche Beratung im Einzelfall.