# Operationen und anatomische Besonderheiten und die Spermienqualität: Hypospadie, Leistenbruchoperation, Vasektomie und Refertilisierung, Hodenoperationen

Quelle: https://bosslevel.eu/recherche/operationen-anatomie.html · Stand 22. Oktober 2026 · Redaktion: Bernd Peter (bosslevel.eu) · 103.736 Wörter, 393 Quellen

> Mit KI-Unterstützung aus Fachliteratur in zwölf Sprachräumen zusammengestellt. Zahlen stammen überwiegend aus Abstracts. Keine individuelle Diagnose, keine Therapieempfehlung.

## Kurzantwort

Die Studienlage ist überwiegend beobachtend und mäßig bis niedrig gesichert. Nach Vasektomie und Umkehroperation sind die Befunde am besten belegt: Spermien kehren meist zurück, Schwangerschaften sind seltener. Beidseitiger Hodenhochstand geht mit schlechterer Samenqualität einher als einseitiger. Nach Leistenbruchoperation beim Erwachsenen zeigt sich meist keine anhaltende Beeinträchtigung. Bei Hypospadie lassen sich Operation und Fehlbildung nicht trennen.

## Häufige Fragen

### Verschlechtert eine Leistenbruchoperation die Spermienqualität?

Bei Erwachsenen finden randomisierte und prospektive Studien überwiegend keine anhaltende Beeinträchtigung. Auffällig war eine vorübergehend verminderte Beweglichkeit nach laparoskopischer Operation mit leichten Netzen, die nach drei Jahren nicht mehr signifikant war. Seltene Verschlüsse des Samenleiters werden beschrieben. Die Studien sind klein, die Gewissheit liegt zwischen niedrig und mäßig.

### Wie lange dauert es nach einer Vasektomie, bis keine Spermien mehr im Ejakulat sind?

Bei den meisten Männern sind die Spermien nach etwa drei Monaten und 20 Ejakulationen verschwunden. In 56 ausgewerteten Studien lag der mediane Anteil spermienfreier Männer dann stets über 80 Prozent. Ein Teil braucht deutlich länger, in einer spanischen Serie bis zu 260 Tage. Die Fristen der Leitlinien unterscheiden sich, die Gewissheit ist mäßig.

### Wie oft sind nach einer Vasektomie-Umkehr wieder Spermien vorhanden und wie oft kommt es zur Schwangerschaft?

In großen Serien finden sich bei etwa 86 bis 89 Prozent der Männer wieder Spermien im Ejakulat. Die Schwangerschaftsrate liegt mit 52 bis 73 Prozent niedriger. Sie sinkt meist mit der Dauer seit der Vasektomie und deutlich mit dem Alter der Partnerin. Einzelne Studien weichen ab, die Gewissheit ist mäßig.

### Sind Schwangerschaften nach der Umkehr auch bei schlechten Spermienwerten möglich?

Ja, das zeigte eine Studie an 139 Männern: Spontane Schwangerschaften kamen bei 49,6 Prozent vor, auch bei Konzentrationen unter 5 Millionen pro Milliliter oder sehr geringer Beweglichkeit. Die Referenzwerte der Weltgesundheitsorganisation sagten die Fruchtbarkeit nach Umkehr nicht gut voraus. Höhere Werte erhöhen aber die Chancen. Die Evidenz ist niedrig bis mäßig.

### Beeinträchtigt ein Hodenhochstand die Spermienqualität auch nach der Operation?

Der Unterschied zwischen beidseitigem und einseitigem Hodenhochstand ist am besten belegt: Nach beidseitiger Operation ist die Azoospermie häufiger, und die Vaterschaftsrate lag bei 65,3 Prozent gegenüber 89,7 Prozent bei einseitigem Befund. Ob eine frühe Operation die Samenqualität verbessert, ist nicht belastbar geklärt, weil Vergleiche mit nicht operierten Männern fehlen.

### Was weiß man über die Zeugungsfähigkeit nach einer Hypospadie-Operation?

Bei distaler Form zeigen die Studien wenig Auffälligkeiten, bei proximaler Form und Begleitfehlbildungen deutlichere. In schwedischen Registerdaten lag das Verhältnis für leibliche Kinder bei proximaler Hypospadie bei 0,59. Ob die Operation oder die Fehlbildung die Ursache ist, lässt sich nicht trennen. Die Gewissheit ist niedrig.

### Was geschieht mit der Spermienqualität nach einer Hodentorsion?

Über das Schicksal des Hodens entscheidet vor allem die Dauer der Durchblutungsstörung. Nach Entfernung des Hodens waren FSH und LH höher und die Spermienkonzentration im Mittel um 18 Millionen pro Milliliter niedriger als nach Erhalt. Verlässliche Daten zur Vaterschaft fehlen, die Gruppen sind klein und kaum vergleichbar. Die Gewissheit ist niedrig.

### Wie belastbar sind die Ergebnisse dieser Studie insgesamt?

Die Studie wertet 393 Quellen aus, gelesen wurden überwiegend Zusammenfassungen und keine Volltexte. Fast alle Arbeiten sind Beobachtungsstudien, randomisierte Studien mit Spermienwerten sind selten und klein. Die Anatomie, die zur Operation führt, kann selbst die Spermienbildung stören. Die Gewissheit reicht von mäßig bis sehr niedrig.

*Stand 5. Oktober 2026*

## Kurzfassung

Diese Studie wertet die Literatur zu der Frage aus, ob und auf welchem Weg Operationen und angeborene anatomische Besonderheiten im Genital- und Leistenbereich die Spermienqualität und die Zeugungsfähigkeit eines Mannes verändern. Betrachtet werden vier Eingriffsgruppen: die Hypospadie (angeborene Fehlmündung der Harnröhre), die Leistenbruchoperation, die Vasektomie samt ihrer Rückgängigmachung (Refertilisierung) und Operationen am Hoden (Orchidopexie bei Hodenhochstand, Operation bei Hodentorsion, Hodenentfernung bei Tumor). Die Varikozele wird nur als kurzer Exkurs behandelt. Grundlage sind 393 Quellen aus zehn Sprachräumen, von Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch über Chinesisch und Japanisch bis Russisch, Türkisch und dem englischsprachig publizierenden arabischen Raum. Gelesen wurden überwiegend Zusammenfassungen (Abstracts), nicht Volltexte.

Am dichtesten ist die Evidenz dort, wo die Samenanalyse der Standardendpunkt ist. Nach einer Vasektomie sind die meisten Männer nach etwa drei Monaten und 20 Ejakulationen frei von Spermien [s340]; ein Teil braucht deutlich länger [s347, s147]. Nach der Rückgängigmachung finden sich in großen Serien bei etwa 86 bis 89 % der Männer wieder Spermien im Ejakulat, die Schwangerschaftsrate liegt mit 52 bis 73 % deutlich niedriger und hängt vom Verschlussintervall und vom Alter der Partnerin ab [s247, s383, s332]. Die Spermienwerte bleiben nach der Operation oft unter den Referenzwerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), ohne dass dies eine Schwangerschaft ausschließt [s225]. Bei der Rekonstruktion am Nebenhoden (Vasoepididymostomie) liegen die gepoolten Durchgängigkeitsraten um 67 bis 69 % [s134, s135, s113].

Beim Hodenhochstand ist der Unterschied zwischen beidseitigem und einseitigem Befund der am besten belegte Befund: Nach beidseitiger Orchidopexie ist die Azoospermie häufiger (Odds Ratio 2,3; 95-%-Konfidenzintervall 1,57 bis 3,37) [s55], und die Vaterschaftsrate liegt mit 65,3 % unter der nach einseitigem Hodenhochstand (89,7 %) und der von Kontrollmännern (93,2 %) [s359]. Ob eine frühe Operation die Samenqualität verbessert, ist dagegen nicht belastbar geklärt; es fehlen Studien, die operierte mit nicht operierten Männern vergleichen. Bei der Hodentorsion bestimmt vor allem die Dauer der Durchblutungsstörung das Schicksal des Hodens; nach Entfernung des Hodens sind FSH und LH höher und die Spermienkonzentration niedriger als nach Erhalt (Mittelwertdifferenz minus 18 Mio./ml) [s33], verlässliche Vaterschaftsdaten fehlen.

Bei der Leistenbruchoperation des Erwachsenen finden randomisierte und prospektive Studien überwiegend keine anhaltende Beeinträchtigung der Samenqualität; auffällig war eine vorübergehend verminderte Beweglichkeit nach laparoskopischer Operation mit leichten Netzen [s314, s267]. Die gravierendere Spätfolge ist der Verschluss des Samenleiters, besonders nach Operationen im Kindesalter. Sie ist nur aus Fallserien von Männern bekannt, die wegen unerfüllten Kinderwunsches vorstellig wurden, ein absolutes Risiko lässt sich daraus nicht berechnen [s381, s138, s184]. Zur Hypospadie zeigen die Studien bei distaler Form wenig, bei proximaler Form und bei Begleitfehlbildungen deutlichere Auffälligkeiten (etwa Hazard Ratio 0,59 für leibliche Kinder bei proximaler Hypospadie) [s189, s152]; ob die Operation oder die Fehlbildung die Ursache ist, lässt sich nicht trennen.

Alle vier Eingriffsgruppen eint ein methodisches Grundproblem: Die Anatomie, die zur Operation führt, kann selbst mit gestörter Spermienbildung verbunden sein. Randomisierte Studien mit Spermienparametern oder Vaterschaft als Endpunkt sind selten und klein. Die Gewissheit der Aussagen reicht deshalb von mäßig (Vasektomie, Refertilisierung, einseitig gegenüber beidseitig bei Hodenhochstand) bis sehr niedrig (Samenleiterschäden nach kindlicher Hernienoperation). Diese Studie gibt keine Therapieempfehlung; wo Leitlinien oder Autoren Empfehlungen aussprechen, werden sie als deren Aussage berichtet.

## Das Wichtigste in Kürze

Die Einstufung folgt zwei Angaben: Die Evidenzstärke beschreibt die Art der tragenden Studien (hoch: randomisierte Studien oder Metaanalysen randomisierter Studien; mäßig: Metaanalysen und große Kohorten aus Beobachtungsstudien; niedrig: kleine oder retrospektive Serien; sehr niedrig: Fallberichte, Tierversuche, Meinungsarbeiten). Die Gewissheit ist die Einordnung, wie sicher die Aussage nach Fallzahl, Konsistenz und möglichen Verzerrungen ist. Beides ist eine eigene Einschätzung dieser Studie und keine formale GRADE-Bewertung.

1. **Nach der Vasektomie verschwinden die Spermien bei den meisten Männern innerhalb von etwa drei Monaten, bei einem Teil dauert es länger.** In 56 Studien lag der mediane Anteil azoosperm gewordener Männer nach drei Monaten und 20 Ejakulationen stets über 80 % [s340]. In einer spanischen Serie (239 Männer) waren 80 % nach 200 und 90 % nach 260 Tagen frei von Spermien [s347]; bei Männern mit unbeweglichen Restspermien dauerte es im Mittel 4,5 Monate [s147]. Eine frühe Rekanalisation ist technikabhängig und lag in einer kanadischen Auswertung insgesamt bei 13 % (95-%-Konfidenzintervall 12 bis 15 %) [s338]. Evidenzstärke mäßig, Gewissheit mäßig.

2. **Die Vasektomie verändert den Hoden histologisch messbar, das Ejakulatvolumen aber nicht.** Hodenbiopsien nach längerem Verschluss zeigten weniger späte Keimzellen (zum Beispiel elongierte Spermatiden minus 39 %) und eine 2,7-fach erhöhte Fibrose [s350]; nach 22 bis 42 Jahren fand sich in einer anderen Studie kein Unterschied zu Kontrollen [s283]. Das Samenvolumen blieb unverändert (Unterschied zwischen den Gruppen p = 0,19) [s32]. Die Belege stammen aus selektierten Männern und Tierversuchen. Evidenzstärke niedrig, Gewissheit niedrig.

3. **Nach der Vasovasostomie sind wieder Spermien im Ejakulat nachweisbar, die Schwangerschaftsrate liegt deutlich darunter.** Die Metaanalyse von 31 Studien (6.633 Männer) ergab stichprobengewichtet 89,4 % Durchgängigkeit und 73,0 % Schwangerschaft [s247]; die 1.469 Eingriffe der Vasovasostomy Study Group 86 % und 52 % [s383]. Mit zunehmendem Verschlussintervall sinken beide Raten (unter 3 Jahren 97 % und 76 %, ab 15 Jahren 71 % und 30 %) [s383]; die Serien widersprechen sich aber beim Einfluss des Intervalls [s346, s312]. Evidenzstärke mäßig, Gewissheit mäßig.

4. **Das Alter der Partnerin ist ein unabhängiger Faktor der Schwangerschaft.** Bei Partnerinnen ab 40 Jahren lag die Schwangerschaftsrate bei 14 %, bei den jüngeren Altersgruppen zwischen 52 und 67 %; die Durchgängigkeit blieb mit 83 bis 90 % nahezu gleich [s332]. In einer anderen Serie war es der einzige unabhängige Prädiktor (p = 0,015) [s312]. Evidenzstärke niedrig bis mäßig, Gewissheit mäßig.

5. **Nach der Refertilisierung bleiben die Spermienwerte oft unter den WHO-Normwerten, und Schwangerschaften sind trotzdem möglich.** Bei 139 Männern kam es in 49,6 % zur Spontanschwangerschaft, auch bei Konzentration unter 5 Mio./ml (15 %), Beweglichkeit unter 10 % (21,3 %) und normaler Morphologie unter 1 % (14,8 %) [s225]. Je nach Definition der Durchgängigkeit schwankt der Erfolg stark: 77 % bei mehr als 1 Million Spermien/ml, aber 33 %, wenn mindestens 30 % bewegliche Spermien verlangt werden [s14]. Evidenzstärke niedrig, Gewissheit mäßig.

6. **Die Vasoepididymostomie erreicht in Metaanalysen eine Durchgängigkeit um 67 bis 69 % und eine natürliche Schwangerschaftsrate um 38 bis 40 %.** Die Werte lauten 67,2 % (51 Studien) [s134], 69,3 % (25 Studien) [s135] und 68 % (24 Studien) [s113]; die Metaanalysen überschneiden sich in den Primärstudien erheblich und dürfen nicht addiert werden. Günstig waren beidseitige Anastomose, bewegliche Spermien in der Nebenhodenflüssigkeit und eine distale Anastomose [s135, s134]. Evidenzstärke mäßig (nur Beobachtungsstudien), Gewissheit mäßig.

7. **Beidseitiger Hodenhochstand geht mit schlechterer Samenqualität einher als einseitiger.** Azoospermie Odds Ratio 2,3 (1,57 bis 3,37), höheres FSH und LH, niedrigeres Inhibin B [s55]; Vaterschaft 65,3 % gegenüber 89,7 % und 93,2 % bei Kontrollen [s359]; normale Spermienzahl 19 % gegenüber 83 % [s357]. Evidenzstärke mäßig, Gewissheit mäßig.

8. **Ob eine frühe Orchidopexie die spätere Samenqualität verbessert, ist nicht belastbar geklärt.** Die Metaanalyse zum Zeitpunkt fand für Hodenatrophie keinen Unterschied (Odds Ratio 1,05; 0,49 bis 2,23) bei niedriger Sicherheit der Evidenz [s64]; eine Übersicht zur Vaterschaft spricht für weniger assistierte Reproduktion nach früher Operation, beruht aber auf nur sechs Studien [s63]. Keine Studie der Auswahl vergleicht operierte mit nicht operierten Männern. Evidenzstärke niedrig, Gewissheit niedrig.

9. **Bei Azoospermie nach Orchidopexie gelingt die Spermiengewinnung aus dem Hoden in etwa 57 bis 63 %.** Metaanalysen: 60,9 % je Zyklus [s73], 57 % [s99], 63,3 % [s128]; die Rate lag höher als bei idiopathischer nichtobstruktiver Azoospermie (relatives Risiko 1,90; 1,40 bis 2,58) [s128]. Die klinische Schwangerschaftsrate lag bei 30,1 % [s128] beziehungsweise 37,6 % je ICSI-Zyklus [s73]. Ob das Operationsalter die Rate beeinflusst, wird widersprüchlich berichtet [s128, s99, s73]. Evidenzstärke mäßig, Gewissheit mäßig.

10. **Bei der Hodentorsion entscheidet die Zeit, die Operationsart beeinflusst Hormone und teils die Konzentration.** Die Torsionsdauer war der unabhängige Prädiktor des Hodenerhalts (Odds Ratio 0,75; 0,61 bis 0,93) [s120]. Nach Orchiektomie waren FSH und LH höher und die Spermienkonzentration niedriger als nach Orchidopexie [s33]; Vaterschaftsdaten fehlen. Eine Biopsiestudie von 1986 fand bei 20 von 35 Patienten eine vorbestehende Reifungsstörung [s389]. Evidenzstärke niedrig, Gewissheit niedrig.

11. **Die Leistenbruchoperation beeinträchtigt beim Erwachsenen die Samenqualität überwiegend nicht anhaltend.** Die einzige konsistente Auffälligkeit war eine verminderte Beweglichkeit nach einem Jahr mit leichten Netzen (minus 9,5 und minus 5,5 gegenüber plus 2 Prozentpunkten bei einem schweren Netz) [s314], nach drei Jahren nicht mehr signifikant [s267]. Übersichten finden keinen klinisch relevanten Effekt, räumen aber seltene obstruktive Azoospermien ein, bei beidseitiger laparoskopischer Operation mit Netz 2,5 % gegenüber 0,03 % nach offener Operation [s224, s208]. Evidenzstärke niedrig bis mäßig (kleine randomisierte Studien), Gewissheit niedrig bis mäßig.

12. **Der Samenleiterverschluss nach Leistenbruchoperation im Kindesalter ist eine seltene, aber gut beschriebene Spätfolge, deren Häufigkeit unbekannt ist.** Von 724 subfertilen Männern hatten 10 einen einseitigen Verschluss (26,7 % unter denen mit kindlicher Operation) [s381]; das unterbrochene Ende lag in 74,0 % der Seiten am inneren Leistenring [s138]. Die Rekonstruktion gelang je nach Serie in 56,5 bis 88,9 % [s258, s370]. Alle Daten stammen aus Infertilitätskollektiven. Evidenzstärke sehr niedrig, Gewissheit sehr niedrig.

13. **Bei der Hypospadie zeigen distale Formen wenig, proximale und komplexe Formen deutlichere Auffälligkeiten; die Operation ist von der Fehlbildung nicht zu trennen.** Schwedische Registerdaten: Hazard Ratio für leibliche Kinder 0,87 gesamt, 0,90 distal und 0,59 proximal [s189]; Oligo- oder Azoospermie bei 18,6 % der jungen Männer mit nicht syndromaler Hypospadie [s152]. Evidenzstärke niedrig bis mäßig, Gewissheit niedrig.

14. **Die Studienlage ist insgesamt beobachtend.** Randomisierte Studien mit Samenparametern oder Vaterschaft als Endpunkt sind selten, klein und kurz (Leistenbruchoperation: 40 bis 64 Männer, Samenparameter nur in zwei dieser Studien als Endpunkt [s309, s314, s316]; Prednison nach Refertilisierung: 75 Männer [s79]). Die Hauptlücke ist der Vergleich zwischen operierten und nicht operierten Männern mit derselben Anatomie. Gewissheit des Gesamtbildes: niedrig bis mäßig.

## Aufbau und Methodik dieser Studie

### Fragestellung und Abgrenzung

Die Frage lautet: Was berichtet die veröffentlichte Literatur über die Spermienqualität (und, wo vorhanden, Vaterschaft und Schwangerschaft) bei Männern nach vier Gruppen von Eingriffen und bei den zugehörigen anatomischen Besonderheiten? Die Eingriffsgruppen sind Hypospadiekorrektur, Leistenbruchoperation, Vasektomie und Refertilisierung (Vasovasostomie, Vasoepididymostomie) sowie Hodenoperationen (Orchidopexie, Operation bei Hodentorsion, Hodenentfernung bei Tumor). Die Varikozelenoperation war im Auftrag nicht genannt; sie wird in den Quellen häufig als Hodenoperation mit der Samenqualität als Zielgröße untersucht und deshalb nur in einem Exkurs über Leitlinien und Syntheseartikel aufgenommen. Die Hodentumor-Literatur wird nur dort berührt, wo die Operation selbst (Orchiektomie, hodenerhaltende Operation) betroffen ist; Chemotherapie und Krebsfolgen sind ein eigenes Thema dieser Website.

### Wie recherchiert wurde

Die Recherche lief am 5. Oktober 2026 in drei Teilsträngen nach Sprachgruppen: Strang a umfasste Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch, Strang b Chinesisch, Japanisch und Koreanisch, Strang c Russisch, Arabisch und Türkisch. Die PubMed-Webseite war für die Recherche gesperrt. Titel, Abstracts und Metadaten stammen deshalb aus der Europe-PMC-Schnittstelle (REST) und den NCBI-E-utilities (efetch). Hinzu kamen sprachraumspezifische Quellen, soweit sie erreichbar waren: J-STAGE (Japan), CyberLeninka (Russland), TR Dizin (Türkei), HAL (Frankreich) und Dialnet (Spanien). Zwei Leitlinien, die AUA-Leitlinie zur Vasektomie (2026) und die EAU-Leitlinie zur männlichen Infertilität, wurden in der Webfassung im Volltext ausgewertet; für die AUA-Leitlinie zum Hodenhochstand und die AUA/ASRM-Leitlinie zur männlichen Infertilität gilt dasselbe für die ausgewerteten Abschnitte [s44, s43, s393, s262, s90].

Die drei Teilrecherchen führten zusammen zu 407 Einträgen, die nach Zusammenführung von Doppelungen zu 393 Quellen mit den Kennungen s01 bis s393 wurden. Strang a lieferte 153 Quellen, Strang b 146 (nach Herkunft der Einrichtung: China 77, Japan 47, Korea 17, Taiwan 4, Hongkong 1) und Strang c 108. Nach den Angaben in der Quellenliste verteilen sich die Quellen (Mehrfachzuordnung möglich) auf folgende Sprachräume: Englisch 327, Russisch 40, Türkisch 37, Arabisch 31, Chinesisch 20, Japanisch 19, Französisch 10, Spanisch 9, Deutsch 7, Italienisch 2. Portugiesisch ist mit keiner Quelle vertreten.

Die Quellen verteilen sich über die Zeit sehr ungleich: Vier stammen aus der Zeit vor 1990 (die älteste von 1976 [s392]), 25 aus den 1990er Jahren, 47 aus den 2000er, 121 aus den 2010er und 195 aus den 2020er Jahren, davon allein 54 aus 2026. Nach der Studienart enthält die Auswahl rund 44 systematische Übersichten oder Metaanalysen, 16 Leitlinien und Konsensdokumente, 29 Tierversuche, 19 Fallberichte und rund 80 Übersichtsarbeiten (gezählt nach der Design-Angabe der Quellenliste, mit Überschneidungen). Zehn Einträge tragen die Bezeichnung einer randomisierten Studie; bei mehreren davon ist die Randomisierung eingeschränkt oder widersprüchlich beschrieben [s310, s316, s338].

### Was die Quellenbasis leisten kann und was nicht

Gelesen wurden Abstracts. Volltexte der Studien wurden nicht ausgewertet; ausgenommen sind die genannten Leitlinien-Webfassungen. Alle Zahlen dieser Studie stammen aus den Abstracts oder den Leitlinienseiten. Wo ein Abstract keine Zahl oder kein Konfidenzintervall nennt, steht das auch hier nicht. Für fünf zentrale Zahlen (Adnyana 2025 [s55], Skarin Nordenvall 2020 [s189], Majzoub 2017 [s225], Herrel 2015 [s247], Belker 1991 [s383]) wurde der Abstract für dieses Kapitel erneut über Europe PMC abgerufen und die Werte stimmten überein. Die Referenzwerte der WHO im Hintergrundkapitel stammen aus drei Arbeiten außerhalb der Studienliste (Cooper et al. 2010, Campbell et al. 2021, Boitrelle et al. 2021), die ebenfalls über Europe PMC abgerufen wurden; sie tragen deshalb keine Kennung.

Daraus folgen Grenzen, die für die ganze Studie gelten:

- **Abstracts statt Volltexte.** Methodische Einzelheiten (Adjustierung, Ausfallraten, Definition der Endpunkte) sind oft nicht erkennbar. Konfidenzintervalle fehlen in vielen Abstracts.
- **Keine vollständige systematische Übersicht.** Die Suche war auf Europe PMC, PubMed-Daten und die genannten Fachdatenbanken beschränkt. Insbesondere zur Varikozele und zur Spermiengewinnung bei Azoospermie unterschiedlicher Ursache gibt es Hunderte weitere Titel, die nicht aufgenommen wurden.
- **Nicht erreichbare Quellen.** Die AWMF-Leitlinien (Hypospadie, Hodenhochstand) lieferten nur eine Skriptseite ohne Text und wurden deshalb nur über Sekundärarbeiten erfasst [s48, s302, s110, s246]. Gesperrt oder nicht erreichbar waren unter anderem die Cochrane-Suchseite, eLIBRARY.ru, Cairn, SciELO, LILACS, die arabischen Plattformen (Mandumah, IASJ, ASJP) und der koreanische KCI-Index. Dadurch fehlen portugiesischsprachige Quellen vollständig, und arabischsprachige Originalliteratur war nicht auffindbar; der arabische Raum ist ausschließlich über englischsprachige Zeitschriftenartikel vertreten. Koreanische Studien liegen nur mit englischem Abstract vor. Wo sich Aussagen über einen Sprachraum auf das stützen, was erreichbar war, ist das Ergebnis kein Beleg für das Fehlen von Forschung dort.
- **Überschneidungen.** Mehrere Einträge beschreiben dieselben Daten und werden nicht doppelt gezählt: zwei Einträge mit gleichlautendem Abstract zu 172 Erwachsenen nach Orchidopexie [s372, s375], zwei Veröffentlichungen derselben Pekinger Kohorte [s303, s291], eine französische Abschlussarbeit und die spätere Veröffentlichung derselben 45 Patienten [s234, s222], eine Lupen-Serie als Teilmenge einer größeren Vergleichsstudie [s342, s341], zwei Zusammenfassungen mit nahezu gleichem Wortlaut zu 32 Jungen nach Operation bei einseitigem Hodenhochstand [s277, s219] und die vier Metaanalysen zur Vasoepididymostomie, die sich in den Primärstudien erheblich überschneiden [s134, s135, s113, s52].
- **Fehler in Abstracts.** Wo Abstracts offensichtliche Unstimmigkeiten enthalten (etwa ein Medianwert außerhalb des angegebenen Intervalls [s227] oder ein Prozentwert, der zur Fallzahl nicht passt [s184]), ist das in den Fachkapiteln vermerkt und die Zahl wird nicht verwendet.
- **Länderangabe.** Sie folgt der Adresse der Autoren, nicht dem Studienort. Ein Beispiel ist die Studie jordanischer Autoren mit Patienten aus London [s339].

### Einordnung der Evidenz

Jede Aussage wird mit Studienart, Fallzahl und bekannten Schwächen genannt. Die Begriffe der Evidenzstärke und der Gewissheit sind im Abschnitt „Das Wichtigste in Kürze“ erklärt. Statistische Angaben (Odds Ratio, Hazard Ratio, relatives Risiko, standardisierte Mittelwertdifferenz) sind so wiedergegeben, wie die Abstracts sie nennen; Vergleiche zwischen Metaanalysen werden nur gezogen, wenn Endpunkt und Vergleich übereinstimmen. Die Studie enthält keine Therapieempfehlung. Empfehlungen von Leitlinien und von Studienautoren sind als deren Aussagen gekennzeichnet.

## Hintergrund

Dieses Kapitel erklärt, was in den Studien gemessen wird, wie die Eingriffe die Samenbildung und die Samenwege berühren können und worauf die Forschung zu dieser Frage zurückgeht. Es bleibt bei Aussagen, die sich auf die ausgewerteten Quellen stützen.

### Biologie: Wo Spermien entstehen und welchen Weg sie nehmen

Spermien entstehen im Hoden in den Samenkanälchen aus Keimzellen, die mehrere Reifungsstufen durchlaufen. Die Stufen tauchen in den Studien vor allem dort auf, wo Hodengewebe untersucht wurde: In einer stereologischen Untersuchung nach Vasektomie wurden Pachytän-Spermatozyten, runde, elongierende und elongierte Spermatiden gezählt [s350]. Eine zweite Zellart im Kanälchen, die Sertoli-Zelle, unterstützt die Keimzellen; ihre Funktion wird über Hormone wie Inhibin B und das Anti-Müller-Hormon abgebildet [s23, s100]. Die Hirnanhangsdrüse steuert den Hoden über FSH und LH; ist die Spermienbildung gestört, steigt FSH typischerweise an, und die Studien nutzen diesen Zusammenhang als Ersatzmaß: Bei Männern nach Orchidopexie hing ein höheres FSH mit kleinerem Hodenvolumen, geringerer Spermienkonzentration, schlechterer Beweglichkeit und weniger normalen Formen zusammen [s360], und nach beidseitiger Orchidopexie war die Konzentration positiv mit Inhibin B und negativ mit FSH verknüpft [s321]. Das Hodengewebe selbst wird häufig nach dem Johnsen-Score beurteilt, der den Grad der Spermatogenese beschreibt: Bei postpubertär operierten Männern mit Hodenhochstand hatten nur 17 von 200 biopsierten Hoden einen Wert über 8 [s51], und bei Männern mit einseitigem Hodenhochstand und Orchiektomie lag der mittlere Wert bei 3,42 [s251].

Die in den Samenkanälchen entstandenen Spermien gelangen über den Nebenhoden (mit Kopf, Körper und Cauda) in den Samenleiter und von dort über die Ejakulationsgänge in die Harnröhre. Diese Gliederung ist für die Rekonstruktion wichtig: Die Metaanalysen zur Vasoepididymostomie unterscheiden den Ort der Anastomose und finden bessere Durchgängigkeit bei distaler Lage (relatives Risiko 1,42; 1,09 bis 1,85) [s135, s134]. Der Samenleiter verläuft im Samenstrang durch den Leistenkanal, zusammen mit Gefäßen und Nerven. Eine mikroskopische Beschreibung des Samenstrangs bei 100 Männern fand im Mittel 14 Samenvenen, 1,3 Arterien und etwa drei Lymphgefäße [s207]. Dass Samenleitergewebe im Leistenbereich nahe am Operationsfeld liegt, zeigt eine histologische Auswertung von 7.314 Bruchsäcken bei Jungen: In 17 (0,23 %) lag Samenleitergewebe, in 22 (0,30 %) Nebenhodengewebe [s367]. Anatomische Varianten wie ein verdoppelter Samenleiter [s183, s167] oder eine etwa 20 cm lange überschüssige Samenleiterschlinge [s29] sind als Einzelbefunde beschrieben und gelten als Risiko für unbeabsichtigte Verletzung.

Der Hoden entwickelt sich im Bauchraum und tritt vor der Geburt in den Hodensack. Bleibt er zurück, spricht man von Hodenhochstand (Kryptorchismus). Er betrifft nach einer deutschen Übersicht bis zu einem Drittel der Frühgeborenen und 2 bis 5 % der Reifgeborenen; nach drei Monaten sinkt die Häufigkeit auf 1 bis 2 % [s302]. Als Wege der Schädigung beim Hodenhochstand nennt eine Übersicht erhöhte Temperatur und Druck, Apoptose von Keim- und Sertoli-Zellen, eine gestörte Hypothalamus-Hypophysen-Achse, oxidativen Stress, Antispermien-Antikörper und den Verlust von Ad-Spermatogonien [s27]. Die Orchidopexie verlagert den Hoden in den Hodensack; sie ändert nichts an einer früh angelegten Störung der Keimzellreifung. Bei Biopsien während der Operation fehlten Keimzellen ab einem Alter von 18 Monaten, bei 30 % (61 von 202) der beidseitigen und 18 % (88 von 496) der einseitigen Fälle [s357].

Die Hypospadie ist eine angeborene Fehlmündung der Harnröhre an der Unterseite des Penis, je nach Lage distal bis proximal; bei 25 % der Patienten besteht eine Penisverkrümmung [s173]. Häufige Begleitbefunde sind Hodenhochstand und andere Auffälligkeiten des Genitale [s45]. Mehrere Studien ordnen Hypospadie, Hodenhochstand und gestörte Samenqualität gemeinsam dem Konzept des testikulären Dysgenesiesyndroms zu, also einer gemeinsamen Störung der fetalen Hodenentwicklung [s301, s162, s327, s188]. Auch bei Säuglingen mit Hypospadie waren in der Minipubertät FSH, Testosteron und freies Testosteron höher, Inhibin B und Anti-Müller-Hormon niedriger als bei Vergleichskindern, was die Autoren als diskrete Hodenfunktionsstörung deuten [s23].

Beim Leistenbruch tritt Bauchinhalt durch den Leistenkanal, also durch die Region, in der Samenstrang und Samenleiter verlaufen. Die Operation geschieht deshalb in unmittelbarer Nähe der Samenwege und der Hodengefäße. Bei der Hodentorsion verdreht sich der Samenstrang und unterbricht die Durchblutung des Hodens; als anatomische Anlage nennt eine Übersicht die „Glockenklöppel“-Anomalie, die in der Mehrzahl der Fälle vorliege [s117]. Die Vasektomie schließlich verschließt den Samenleiter absichtlich; in Tierversuchen entsteht hinter dem Verschluss ein Druckanstieg mit Spermiengranulom, der Spermatiden aus dem Epithel ablösen soll [s191, s238].

### Auf welchen Wegen ein Eingriff oder eine Besonderheit die Spermienqualität berühren kann

Aus den Quellen lassen sich sechs Wege ableiten, die in den folgenden Kapiteln immer wieder auftauchen:

1. **Die zugrunde liegende Entwicklungsstörung.** Hypospadie, Hodenhochstand und Torsionsneigung können mit einer Störung der Hodenentwicklung einhergehen, die unabhängig von der Operation besteht. Belege sind der Vergleich von Vätern von Jungen mit Hypospadie mit Kontrollen (mediane Spermienkonzentration 54,1 gegenüber 81,2 Mio./ml) [s328], die Biopsiebefunde bei Torsion [s389] und die Deutung der Autoren, dass nach postpubertärer Orchidopexie die Schädigung der Spermatogenese oft schon vor der Operation besteht [s51].
2. **Verletzung oder Verschluss der Samenwege.** Eine Hernienoperation, besonders im Kindesalter, kann den Samenleiter durchtrennen oder einengen [s138, s370]; ein Netz kann eine Fibrose um den Samenleiter auslösen [s344]; auch eine frühere Orchidopexie wird als Ursache unwillkürlicher Samenleiterresektion genannt [s393, s29]. Bei der Vasektomie ist der Verschluss das Ziel.
3. **Durchblutungsstörung und Atrophie.** Nach Hernienoperation im Kindesalter wurde eine Hodenatrophie mit 5,1 pro 10.000 Personenjahren beobachtet [s215]; nach Orchidopexie bei nicht tastbarem Hoden trat eine klinische Atrophie in 23,0 % auf (Fowler-Stephens-Technik 29,7 %, einzeitig mit Gefäßerhalt 13,2 %) [s01]; bei der Torsion hängt der Hodenerhalt von der Zeit ab [s120, s68].
4. **Fremdkörperreaktion durch Netzimplantate.** In Tierversuchen führten Netze zu Entzündung, Fibrose und verengtem Samenleiter [s345, s54]; beim Menschen sind die Befunde viel schwächer und widersprüchlich [s224, s208, s314].
5. **Verlust von Hodengewebe und hormonelle Rückkopplung.** Nach Entfernung eines Hodens (Torsion, Tumor, Hodenhochstand im Erwachsenenalter) steigen FSH und LH [s33, s356]; dass ein einzelner Hoden die Chance der Spermiengewinnung bei Azoospermie nicht senken muss, zeigt der Vergleich mit Männern mit zwei Hoden (54,1 % gegenüber 56,76 %) [s98].
6. **Immunologische Folgen.** Antispermien-Antikörper wurden nach Samenleiterverschluss und nach Umkehroperation untersucht; die Ergebnisse sind uneinheitlich: Bei Männern mit reiner IgG-Antwort lag die Konzeptionsrate nach Vasovasostomie bei 85,7 %, bei zusätzlichem IgA nur bei 42,9 % [s388]; in einer kleinen späteren Serie unterschieden sich die Schwangerschaftsraten bei niedrigen und hohen Werten nicht (68,4 % gegenüber 72,4 %) [s88].

### Definitionen und Messgrößen

Die Samenanalyse beschreibt das Ejakulat durch Volumen, Spermienkonzentration (Millionen pro Milliliter), Gesamtspermienzahl, Beweglichkeit (progressiv oder gesamt), Vitalität und Morphologie, also den Anteil normal geformter Spermien. Die Form umfasst Kopf, Hals und Flagellum; eine Studie zur Varikozele wertete diese Anteile gesondert aus und fand nach der Operation nur bei der Anomalie „verlängerter Kopf“ eine Veränderung, nicht bei Anomalien von Kopf, Flagellum oder Hals [s155]. Verbreitete Sammelbegriffe sind Normozoospermie, Oligozoospermie (zu wenige Spermien), Asthenozoospermie (zu geringe Beweglichkeit), Teratozoospermie (zu wenige normal geformte) und Azoospermie, das vollständige Fehlen von Spermien im Ejakulat. Bei der Azoospermie unterscheiden die Quellen den Verschluss der Samenwege (obstruktive Azoospermie, etwa nach Vasektomie oder nach einer Hernienoperation) von der gestörten Spermienbildung (nichtobstruktive Azoospermie, etwa nach Hodenhochstand). Als weitere Spermienqualität gilt die DNA-Fragmentierung: Eine Metaanalyse fand sie bei Männern mit Varikozele erhöht (Mittelwertdifferenz 15,34; 95-%-Konfidenzintervall 9,74 bis 20,9) [s36].

Neben der Samenanalyse verwenden die Studien eine Reihe weiterer Größen. Das Hodenvolumen gilt als Prädiktor der Hodenfunktion: Ein rechtes Volumen unter 15 ml sagte in einer Querschnittsstudie eine niedrige Hodenfunktion voraus (Odds Ratio 2,79; 1,18 bis 6,66) [s211]. Hormone (FSH, LH, Testosteron, Inhibin B, Anti-Müller-Hormon) sind Ersatzmarker; für die Vorhersage der Spermiengewinnung bei nichtobstruktiver Azoospermie war die Trennschärfe von FSH und Hodenvolumen begrenzt (Fläche unter der zusammenfassenden Kurve 0,61 für FSH und 0,64 für das Hodenvolumen) [s212]. Harte Endpunkte sind Vaterschaft, klinische Schwangerschaft, spontane Schwangerschaft und Lebendgeburt. Nach der Refertilisierung ist die Durchgängigkeit (englisch Patency) der Standardendpunkt, also Spermien im Ejakulat. Ihre Definition schwankt: Fünf Studien einer Übersicht werteten jedes Spermium als Durchgängigkeit, eine mehr als 1 Million Spermien/ml [s14]; in einer chinesischen Serie galten mehr als 10.000 Spermien/ml [s280, s303]. Raten aus verschiedenen Studien sind deshalb nur eingeschränkt vergleichbar. Bei Azoospermie nach Hodenoperation ist die Spermiengewinnungsrate der Endpunkt, also der Anteil der Männer, bei denen operativ Spermien aus dem Hoden gewonnen werden (konventionell als TESE oder mikrochirurgisch als Mikro-TESE); danach folgen die Ergebnisse der Spermieninjektion in die Eizelle (ICSI).

### Die WHO-Referenzwerte

Die Studien beurteilen Samenwerte meist an den Referenzwerten der WHO. Diese sind keine Grenze zwischen fruchtbar und unfruchtbar, sondern die untere Grenze (5. Perzentil) der Verteilung bei Männern, deren Partnerinnen innerhalb von höchstens zwölf Monaten schwanger wurden. Die Ausgabe von 2010 (Cooper et al., Human Reproduction Update; Daten von mehr als 4.500 Männern aus 14 Ländern) nannte folgende untere Referenzgrenzen:

| Parameter | WHO 2010: untere Referenzgrenze (5. Perzentil, 95-%-Konfidenzintervall) | Aktualisierte Verteilung 2021 (Campbell et al., Andrology): 5. Perzentil |
|---|---|---|
| Samenvolumen | 1,5 ml (1,4 bis 1,7) | im abgerufenen Abstract nicht genannt |
| Gesamtspermienzahl | 39 Millionen je Ejakulat (33 bis 46) | im abgerufenen Abstract nicht genannt |
| Spermienkonzentration | 15 Millionen je ml (12 bis 16) | 16 Millionen je ml |
| Vitalität | 58 % lebende Spermien (55 bis 63) | im abgerufenen Abstract nicht genannt |
| Progressive Beweglichkeit | 32 % (31 bis 34) | 30 % |
| Gesamtbeweglichkeit | 40 % (38 bis 42) | 42 % |
| Normal geformte Spermien | 4,0 % (3,0 bis 4,0) | 4 % |

Die Aktualisierung (Campbell et al. 2021) wertete Daten von mehr als 3.500 Männern aus zwölf Ländern auf fünf Kontinenten aus, um der WHO 2021 eine aktualisierte Verteilung zu liefern; die Autoren betonen, dass die Werte keine scharfen Grenzen zwischen fruchtbaren und weniger fruchtbaren Männern darstellen und dass Daten aus vielen Ländern fehlen. Die sechste Ausgabe des WHO-Laborhandbuchs erschien im Juli 2021. Nach der kritischen Auswertung von Boitrelle et al. gibt sie den Begriff der Referenzgrenzen auf und schlägt stattdessen „Entscheidungsgrenzen“ vor, benennt aber für die Basisparameter keine. Für die vorliegende Studie heißt das: Die Studien arbeiten je nach Veröffentlichungsjahr und Labor mit unterschiedlichen Grenzen (eine Kinderwunschstudie nutzte die Ausgabe von 2010 [s187]; viele Abstracts nennen die verwendete Ausgabe nicht), und Angaben wie „im Normbereich“ sind nur mit Vorsicht zu vergleichen. Wo die Studien Mittelwerte mit der WHO-Grenze vergleichen, geschieht das im Text der jeweiligen Kapitel.

Der Wert der Referenzgrenzen nach Refertilisierung ist selbst Gegenstand der Forschung: Eine Studie an 139 Männern fand, dass die WHO-Normwerte von 2010 die Fruchtbarkeit nach Umkehr nicht gut vorhersagten und dass bei zuvor fruchtbaren Männern niedrigere Werte genügen könnten [s225]. Die WHO-Leitlinie zur Infertilität von 2025 wählt nach einem Leitlinienvergleich einen Public-Health-Ansatz mit zentraler Rolle der Samenanalyse und gibt eine spezifische Empfehlung zur Varikozele [s04].

### Epidemiologischer Rahmen

Eine Untersuchung von 2.061 jungen Männern bei der Musterung in Izmir fand bei 33,0 % Anomalien, am häufigsten eine Varikozele (24,2 %), vor Meatusstenose (4,0 %), Penisverkrümmung (2,0 %), Leistenhernie und Hodenhochstand (je 1,8 %) und Hypospadie (0,9 %); nur 4,7 % der Männer mit Anomalie waren operiert [s300]. In Deutschland blieben die Diagnosezahlen zur Hypospadie zwischen 2006 und 2024 mit 3.225 bis 3.850 Fällen pro Jahr stabil, während die Zahl der Eingriffe von 3.828 (2006) auf 5.564 (2018) stieg und 2024 bei 5.725 lag [s48]. Der Leistenbruch betrifft nach einer russischen Übersicht etwa 5 bis 10 % der Bevölkerung, und in Russland würden jährlich 370.000 Hernioplastiken durchgeführt [s204]. Zur Hodentorsion berichtet ein koreanisches Register eine Inzidenz von 1,1 je 100.000 Männer (bei unter 25-Jährigen 2,9) mit einem Hodenerhalt von 75,7 % [s264]; die spätere Auswertung der Krankenversicherungsdaten nennt 2,02 je 100.000 Personenjahre (bei unter 19-Jährigen 6,99) und 75,22 % Erhalt [s143]. Unter Männern mit diagnostizierter Infertilität hätten nach einer deutschen Übersicht etwa 10 bis 20 % in der Vorgeschichte eine Orchidopexie [s241]. Zur Vasektomie schreiben deutschsprachige Übersichten, dass bis zu 6 % der Männer [s108] beziehungsweise 5 bis 7 % [s20] nach dem Eingriff erneut den Wunsch nach Kindern entwickeln.

### Geschichte der Forschungsfrage

Die älteste Arbeit der Auswahl untersuchte 1976 die Hodenfunktion nach Orchidopexie bei einseitigem Hodenhochstand und fand bei 29 Männern eine mittlere Spermiendichte von nur einem Drittel der Kontrollen; die Autoren folgerten, dass die Spermatogenese nach Orchidopexie abnorm sein könne und dass Männer mit einseitigem Hodenhochstand möglicherweise beidseitige Hodenanomalien hätten [s392]. In den frühen Jahren stand die Frage im Vordergrund, ob die Hoden nach dem Ereignis (Hodenhochstand, Torsion) noch normal arbeiten: 1980 erschienen Spätergebnisse nach Hodentorsion [s391], 1986 eine prospektive Studie mit Biopsien, die auf eine vorbestehende Störung hindeutete [s389], 1992 ein Vergleich mit Samenspendern [s380].

Parallel entstand die Mikrochirurgie der Samenwege. Ein früher japanischer Fallbericht von 1983 beschreibt die zweischichtige mikrochirurgische Vasovasostomie bei zwei Männern [s390]; 1991 legte die Vasovasostomy Study Group die Ergebnisse von 1.469 Eingriffen vor [s383], im selben Jahr beschrieb eine japanische Gruppe die Seit-zu-Ende-Epididymovasostomie [s385]. Ebenfalls aus Japan stammt die Beobachtung von 1992, dass 10 von 724 subfertilen Männern einen einseitigen Samenleiterverschluss nach kindlicher Hernienoperation hatten [s381]. Für die Netzimplantate lieferte 1999 ein Hundeversuch Auffälligkeiten am Hoden bei 3 von 6 Tieren mit Netz [s368], 2004 ein Rattenversuch Hinweise auf Entzündung und Fibrose [s345], und 2005 beschrieb eine multizentrische Fallserie 14 Männer mit Azoospermie durch Samenleiterverschluss nach Netzreparatur [s344]. Die randomisierte Studie zur Beweglichkeit nach laparoskopischer Reparatur mit Netzen erschien 2010 [s314].

Für die Vasektomie bildeten sich Regeln der Erfolgskontrolle heraus: 1990 wurde der Langzeitverlauf nach „special clearance“ bei 6.067 Eingriffen ausgewertet [s387], 2002 und 2016 veröffentlichte die britische Gesellschaft Laborleitlinien [s354, s232], 2005 fasste eine systematische Übersicht 56 Studien zur Nachkontrolle zusammen [s340], 2012 erschien die europäische Leitlinie zur Vasektomie [s287] und 2026 die AUA-Leitlinie in zwei Teilen [s44, s43]. Beim Hodenhochstand erschien 2014 die AUA-Leitlinie [s262]; in Deutschland wurden nach einer Leitlinienänderung 2009 95 % der Operationen nicht leitlinienkonform ausgeführt, vor der Änderung 78 % [s246]. Für die Hypospadie nennt eine deutsche Auswertung die S2k-Leitlinie von 2016 mit Aktualisierung 2021 [s48].

In den letzten zwei Jahrzehnten verschob sich die Frage. Bei der Refertilisierung geht es nicht mehr nur um die Wiederherstellung der Durchgängigkeit, sondern um den Vergleich mit der Spermiengewinnung und der künstlichen Befruchtung (ICSI): Vergleichs- und Kostenstudien in deutscher, französischer und englischer Sprache [s362, s313, s108, s164] und eine Serie, die Umkehr und TESE kombiniert [s319]. In China vervierfachte sich nach der Einführung der Zwei-Kind-Politik 2015 das jährliche Operationsvolumen der Vasektomie-Umkehr [s132]. Beim Hodenhochstand rückte die Spermiengewinnung bei Azoospermie in den Mittelpunkt, mit drei Metaanalysen zwischen 2023 und 2025 [s128, s99, s73]. Bei der Hypospadie hat die schwedische Registerstudie von 2020 mit 1,2 Millionen Männern und Geschwistervergleich die Datenlage zur Zeugungsfähigkeit verändert [s189]. Gleichzeitig kamen Leitlinien und Syntheseartikel dazu, die Evidenzlücken ausdrücklich benennen [s04, s10, s90].

### Das methodische Grundproblem: Operation oder Anlage?

Fast alle Studien dieser Literatur sind Beobachtungsstudien. Männer, die operiert wurden, unterscheiden sich von anderen durch genau die Eigenschaften, die zur Operation geführt haben: Der Hoden, der nicht abgestiegen ist, die Fehlbildung der Harnröhre, der Hoden, der sich verdreht hat. Wer nach einer Operation eine schlechtere Samenqualität findet, sieht deshalb nicht automatisch eine Folge des Eingriffs. Beispiele aus den Quellen: Die schwedischen Registerdaten zeigten, dass der anfängliche Zusammenhang der Hypospadie mit der Diagnose männlicher Infertilität in Sensitivitätsanalysen ohne Hodenhochstand verschwand [s189]; die Studie aus Gent und Wien belegt eine Assoziation mit der Fehlbildung, nicht mit der Operation [s152]. Eine Fallserie bei Männern, die wegen Kinderlosigkeit vorstellig wurden und früher eine Hernienoperation hatten, überschätzt das Risiko des Eingriffs in der Allgemeinbevölkerung, weil nur Männer mit Problem erfasst sind [s381, s187].

Weitere wiederkehrende Verzerrungen sind: Zuweisungskollektive (wie die Männer mit Azoospermie und Hodenhochstand in Studien zur Spermiengewinnung [s17]), Ausfälle in der Nachbeobachtung (Rücklauf von 33,8 % in einer Befragung nach Orchidopexie [s286], von 9,45 % in einer Nachuntersuchung nach kindlicher Hernienoperation [s273]), Vorher-Nachher-Studien ohne Kontrollgruppe, die für die Regression zur Mitte anfällig sind [s298], Surrogatendpunkte statt Vaterschaft (Hormone im Säuglingsalter [s23], Atrophie statt Samenwerte [s64]) und der Vergleich verschiedener Eingriffe, die sich in Indikation und Schweregrad unterscheiden [s33, s362]. Hinzu kommt, dass der Operateur selbst eine Rolle spielt: In der größten Serie der Refertilisierung schwankte die Durchgängigkeit nach einem Jahr je nach Operateur zwischen 54 und 93 % [s25]. Aus diesen Gründen werden in den folgenden Kapiteln Zusammenhänge als Zusammenhänge beschrieben und nur dort als Wirkungen gedeutet, wo Studienart und Befundlage es tragen.

# Kapitel 02: Operationen und anatomische Besonderheiten und die Spermienqualität: Studienlage

**Abgrenzung dieses Kapitels.** Dieses Kapitel fragt, was die veröffentlichte Literatur über die Spermienqualität (Konzentration, Beweglichkeit, Form, DNA-Unversehrtheit, Hormonmarker der Keimdrüse, Zeugungsfähigkeit) von Männern nach vier Gruppen von Eingriffen und anatomischen Besonderheiten aussagt: Hypospadie (angeborene Fehlmündung der Harnröhre) und ihre Korrektur, Leistenbruch und seine Operation, Vasektomie und die Wiederherstellung der Durchgängigkeit (Vasovasostomie, Vasoepididymostomie) sowie Hodenoperationen im weiteren Sinn (Orchidopexie bei Hodenhochstand, Operation bei Hodentorsion, Hodenentfernung bei Tumor, Eingriffe bei Hydrozele). Die Varikozelenoperation ist im Auftrag nicht ausdrücklich genannt, wird aber in der Literatur so häufig mit der Samenqualität als Zielgröße untersucht, dass sie als eigener Abschnitt mitgeführt wird. Behandelt werden Metaanalysen, systematische und erzählende Übersichten sowie Beobachtungsstudien (Kohorten, Fall-Kontroll-Studien, Querschnittsstudien, Fallserien, Registerauswertungen) und die wenigen randomisierten Studien, soweit sie Samenparameter oder Zeugungsfähigkeit berichten. Bewusst nicht in diesem Kapitel stehen Leitlinien und Konsensusdokumente [s43, s44, s287, s232, s354, s262, s393, s90, s69, s170, s04, s166, s09, s10, s30], Befragungen von Ärztinnen und Ärzten [s144] und Mechanismus- und Tierstudien zu Schutzstoffen; sie gehören in andere Kapitel der Gesamtstudie. Tierversuche erscheinen hier nur kurz, soweit sie eine Wirkung des Eingriffs selbst oder der anatomischen Besonderheit auf die Keimdrüse beschreiben. Das Kapitel enthält keine Therapieempfehlung; wo Autoren Empfehlungen aussprechen, wird das als deren Aussage kenntlich gemacht.

**Wie die Zahlen zu lesen sind.** Alle Zahlen stammen aus den in der Quellenliste der Gesamtstudie geführten Arbeiten. Für die große Mehrheit lag nur der Abstract vor; wo der Abstract eine Angabe nicht enthält (Konfidenzintervall, Fallzahl einer Untergruppe, Maß der Heterogenität), wird sie nicht ergänzt, sondern als fehlend benannt. Einzelne Kernstudien wurden am Original-Abstract in PubMed gegengeprüft; dabei bestätigten sich die hier wiedergegebenen Angaben, auch dort, wo der Abstract selbst offensichtlich fehlerhaft ist (siehe die Studie von Roos et al. [s227] und die systematische Übersicht von Griffin et al. [s340]). Wo Zahlen in einem Abstract in sich widersprüchlich sind, werden sie wortgetreu wiedergegeben und der Widerspruch wird benannt, nicht aufgelöst. Raten für die „Durchgängigkeit“ nach Samenleiter- und Nebenhodenoperation sind nur innerhalb einer Studie vergleichbar, weil die Definitionen (jedes Spermium, mehr als 10.000 pro ml, mehr als 1 Million pro ml, bewegliche Spermien) zwischen den Arbeiten schwanken. Originaltitel stehen im Original; bei nicht englischen und nicht deutschen Titeln folgt die deutsche Übersetzung in Klammern, so wie sie in der Quellenliste geführt wird. Die Quellenkennungen [s01] bis [s393] verweisen auf diese Liste.

**Ein Grundproblem aller Studien dieses Kapitels.** Die Anatomie, die zur Operation führt (Hodenhochstand, Hypospadie, Leistenbruch, Torsionsneigung), kann selbst mit einer Störung der Spermienbildung zusammenhängen. Wer nach einer Operation eine schlechtere Samenqualität findet, sieht deshalb nicht automatisch eine Folge des Eingriffs. Die Literatur enthält fast keine Vergleiche zwischen operierten und nicht operierten Männern mit derselben Fehlbildung; fast alle Vergleiche gehen auf Schweregrade, Operationszeitpunkte oder Verfahren oder auf gesunde Kontrollgruppen. Hinzu kommt, dass viele Studien aus Zuweisungskliniken für Kinderlosigkeit stammen und damit nur Männer erfassen, bei denen etwas aufgefallen ist (Selektion). Diese Probleme werden bei den einzelnen Arbeiten wiederholt benannt.

## Studienlage: Metaanalysen und Übersichten

Dieser Abschnitt ist nach Eingriffen gegliedert. Innerhalb jeder Gruppe stehen zuerst die quantitativen Zusammenfassungen (Metaanalysen mit Konfidenzintervallen), dann systematische Übersichten ohne gepoolte Schätzer und zuletzt erzählende Übersichten.

### Hypospadie

Für die Hypospadie gibt es keine Metaanalyse zur Samenqualität; die vorhandenen Übersichten stützen sich auf wenige, überwiegend kleine Primärstudien oder werten andere Endpunkte (Sexualfunktion, Operationspraxis) aus.

**Siregar et al. 2026: systematische Übersicht zu Sexualfunktion und Fruchtbarkeit nach Hypospadiekorrektur im Kindesalter [s46].** Titel: „Investigating adult male sexual function and fertility after childhood hypospadias repair surgery - a systematic review.“ (BMC urology, 2026). Design: systematische Übersicht nach PRISMA mit Suche in PubMed, Embase und Scopus und Qualitätsbewertung mit der Newcastle-Ottawa-Skala. Von 288 zunächst gefundenen Artikeln erfüllten 14 die Einschlusskriterien; sie umfassten zusammen 6.737 Teilnehmende für Fruchtbarkeitsergebnisse und 933 für Sexualfunktion. Die Studienqualität wird als durchschnittlich bewertet. Ergebnis: Bei distaler Hypospadie fielen Sexualfunktion und Fruchtbarkeit günstiger aus als bei proximalen Formen; bei diesen seien Ejakulationsstörungen, eine geringere Samenqualität und Infertilität häufiger. Stärken: breite Datenbasis. Schwächen: Der Abstract nennt keine gepoolten Effektschätzer; die Endpunkte (Vaterschaft, Samenparameter) sind uneinheitlich, die Primärstudien überwiegend klein oder registerbasiert, und die Autoren fordern ausdrücklich eine multizentrische Bestätigung. Einordnung: Die Übersicht stützt das Muster „Schweregrad der Fehlbildung bestimmt das Ergebnis“, ohne eine Größenordnung angeben zu können.

**Effendi et al. 2025: systematische Übersicht mit Metaanalyse zur Sexualfunktion nach Hypospadiekorrektur [s59].** Titel: „Adult Sexual Function Following Hypospadias Repair in Childhood: A Systematic Review and Meta-Analysis of Long-Term Patient Outcomes.“ (Urology, 2025). PRISMA-Übersicht mit gepoolten Inzidenzen aus 13 Studien. Gepoolte Häufigkeit erektiler Dysfunktion 12 % (95-%-Konfidenzintervall 7 bis 19 %), sexuelle Unzufriedenheit 16 % (95-%-KI 12 bis 22 %); erhebliche Heterogenität durch unterschiedliche Operationstechniken, Populationen und Nachbeobachtungsdauern. Relevanz für die Samenqualität: nur indirekt, denn Spermienparameter sind kein Endpunkt. Stärke: quantitative Zusammenfassung. Schwächen: hohe Heterogenität, Patientenberichte, keine Samenanalyse.

**Geada et al. 2024: Übersichtsarbeit zu Langzeitfolgen häufiger kinderurologischer Operationen für Fortpflanzung und Sexualität [s95].** Titel: „Long-term impact of commonly performed operations in pediatric urology on reproductive and sexual health.“ (Therapeutic advances in urology, 2024). Narrative Übersicht, die Studien mit großen Fallzahlen priorisiert (Chordee, Hypospadie, hintere Harnröhrenklappen, Varikozele, Hodenhochstand, Hodentorsion). Zur Hypospadie berichten die Autoren, Operierte gäben eine verminderte Penislänge an, Zufriedenheit, Libido und Samenqualität seien aber mit Kontrollen vergleichbar. Zu den übrigen Eingriffen: frühere Varikozelenbehandlung gehe mit besseren Langzeitergebnissen einher, frühere Orchidopexie mit besseren Fruchtbarkeitsraten; nach einseitiger Orchiektomie wegen Torsion seien die Samenparameter vermindert, die Fruchtbarkeitsrate dagegen nicht beeinträchtigt. Schwächen: keine systematische Suche, im Abstract keine Zahlen; die Aussagen fassen andere Arbeiten zusammen und werden in diesem Kapitel an den Primärquellen geprüft.

**Spinoit et al. 2021: Fruchtbarkeit und Sexualität bei angeborenen urologischen Erkrankungen, männliche Aspekte [s173].** Titel: „Fertility and sexuality issues in congenital lifelong urology patients: male aspects.“ (World journal of urology, 2021). PubMed-Übersicht (Stand Dezember 2018) zu Spina bifida, Blasenekstrophie-Epispadie-Komplex und Hypospadie. Berichtet wird unter anderem, dass etwa 75 % der Männer mit Spina bifida eine erektile Dysfunktion haben und bei 25 % aller Hypospadiepatienten eine Penisverkrümmung (Chordee) besteht; schwerere Hypospadie sei mit mehr Komplikationen verbunden. Samenparameter werden im Abstract nicht beziffert. Der Nutzen liegt im Rahmen, nämlich im Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin, nicht in Spermiendaten.

**Kunz 2026: „Hypospadie als chronisches Problem? – Nachsorge, Versorgung und Komplikationsmanagement im Jugend- und Erwachsenenalter“ (deutschsprachige Übersicht, englischer Abstract) [s22].** Titel: „Hypospadie als chronisches Problem? – Nachsorge, Versorgung und Komplikationsmanagement im Jugend- und Erwachsenenalter.“ (Aktuelle Urologie, 2026). Beschrieben wird das Spektrum später Folgeprobleme (Harnröhrenstrikturen, Fisteln, Nachträufeln, Divertikel, Restverkrümmung, Narben, wiederkehrende Harnwegsinfekte, Lichen sclerosus) und die Schwierigkeit, dass Erwachsene oft weder Schweregrad noch Operationstechnik kennen. Spermienparameter kommen im Abstract nicht vor. Die Arbeit zeigt, dass die Datenlage im Erwachsenenalter auch durch fehlende Dokumentation der Primäroperation erschwert wird.

**Einordnung der Übersichten zur Hypospadie.** Die drei Übersichten mit Aussagen zur Fruchtbarkeit [s46, s95, s173] liefern keine gepoolten Schätzer für die Samenqualität. Das Gesamtbild beruht auf wenigen Primärstudien, die im Beobachtungsteil dieses Kapitels einzeln besprochen werden. Die Gewissheit ist niedrig.

### Leistenbruchoperation

Drei Fragen werden in der Literatur getrennt behandelt: Verändert die Netzoperation beim Erwachsenen Samenqualität und Hormone? Kann der Eingriff, vor allem im Kindesalter, den Samenleiter verletzen? Gefährdet er die Durchblutung des Hodens? Zur ersten Frage liegen Übersichten mit Gesamtzahlen im fünfstelligen Bereich vor, zur zweiten und dritten fehlen quantitative Zusammenfassungen weitgehend.

**Kordzadeh et al. 2017: systematische Übersicht mit gepoolter Analyse zur männlichen Infertilität nach Leistenbruchreparatur [s224].** Titel: „Male infertility following inguinal hernia repair: a systematic review and pooled analysis.“ (Hernia : the journal of hernias and abdominal wall surgery, 2017). Suche in Medline, Scopus, Embase und Cochrane Library von 1966 bis Oktober 2015 nach PRISMA, Qualitätsprüfung mit CASP; zehn Studien mit 35.740 Patienten. Ergebnisse: Die Spermienbeweglichkeit könne nach jeder Art der Reparatur beeinflusst sein, aber nur in der unmittelbaren Zeit nach der Operation (bis 48 Stunden). Eine obstruktive Azoospermie wurde bei 0,03 % der offenen Operationen und bei 2,5 % der beidseitigen laparoskopischen Operationen (TAP) mit Netz beobachtet; männliche Infertilität bei 0,8 % der offenen Netzoperationen, ohne Zusammenhang mit leichtem oder schwerem Netz. Die Autoren folgern, dass die Reparatur ohne Netz keinen Einfluss auf Fruchtbarkeit und obstruktive Azoospermie habe und dass bei beidseitiger Netzoperation männliche Infertilität in die Aufklärung noch nicht abgeschlossener Familienplanung gehöre (Aussage der Autoren). Stärke: große Gesamtzahl. Schwächen: nur zehn Studien bei sehr unterschiedlichen Designs; der Abstract schlüsselt nicht auf, auf wie vielen Fällen die 2,5 % bei beidseitiger laparoskopischer Operation beruhen; die Erhebungsmethoden (Spermiogramm gegenüber Fallmeldung) sind nicht einheitlich.

**Dong et al. 2018: systematische Übersicht mit deskriptiver Analyse zu Netz und männlicher Infertilität [s208].** Titel: „Does the use of hernia mesh in surgical inguinal hernia repairs cause male infertility? A systematic review and descriptive analysis.“ (Reproductive health, 2018). Cochrane Library, PubMed, Embase, Web of Science und eine chinesische biomedizinische Datenbank; Jadad-Score und Oxford-Evidenzstufen. 29 Studien mit 36.552 Patienten, darunter sieben randomisierte Studien mit 616 Patienten und zehn klinische Studien mit 1.230 Patienten (Netz gegen kein Netz); sechs randomisierte Studien von hoher, eine von niedriger Qualität. Ergebnisse: Serum-Testosteron, LH und FSH sanken in der laparoskopischen gegenüber der offenen Gruppe, das Hodenvolumen stieg nur leicht ohne Signifikanz; Hoden- und Sexualfunktion blieben nach TAPP und TEP unverändert. Leichtgewichtige Netze (VyproII, Timesh) verminderten die Spermienbeweglichkeit nach einem Jahr stärker als schwere (Marlex), nach drei Jahren bestand kein Unterschied mehr. Offene Verfahren (Lichtenstein, Mesh-Plug, präperitoneale Netzplatzierung, vordere spannungsfreie Reparatur) verursachten keine Infertilität. Schlussfolgerung der Autoren: kein signifikanter Effekt auf die männliche Fruchtbarkeit. Schwächen: rein deskriptiv, keine gepoolten Effektmaße im Abstract, überwiegend kurze Nachbeobachtung; die Aussage „Hormone sanken“ steht neben „Hodenfunktion unverändert“, ohne dass der Abstract Zahlen nennt.

**Tekatli et al. 2012: Übersicht zu Mechanismus, Erfassung und Häufigkeit männlicher Infertilität nach Leistenbruchoperation [s294].** Titel: „Mechanism, assessment, and incidence of male infertility after inguinal hernia surgery: a review of the preclinical and clinical literature.“ (American journal of surgery, 2012). Übersicht präklinischer und klinischer Literatur (Embase, MEDLINE, Cochrane). Tiermodelle zeigen erhebliche Effekte auf die Samenstrangstrukturen, ausgeprägter bei Netzreparaturen; die wenigen klinischen Studien mit begrenzten Patientenzahlen deuteten nicht auf einen klinischen Einfluss auf die Fruchtbarkeit des Menschen hin. Gefordert werden Studien mit beidseitig Erkrankten. Der Abstract nennt keine Zahlen.

**Muff et al. 2026: Cochrane-Übersicht, laparoskopische gegen offene Reparatur beim kindlichen Leistenbruch [s31].** Titel: „Laparoscopic versus open repair for paediatric inguinal hernia.“ (The Cochrane database of systematic reviews, 2026). Zwölf randomisierte Studien mit 1.247 Kindern, Nachbeobachtung zwei Monate bis zwei Jahre. Rezidive: OR 0,64 (95-%-KI 0,26 bis 1,61; p = 0,35; neun Studien, 1.099 Teilnehmende; niedrige Sicherheit der Evidenz). Komplikationen der Clavien-Dindo-Stufe 3b bis 4: OR 1,82 (95-%-KI 0,07 bis 47,61; p = 0,72). Keine intraoperativen Verletzungen berichtet. Wichtig für das Thema: Weder Hodenatrophie noch Samenleiterverletzung noch Fruchtbarkeit sind Zielgrößen dieser Übersicht; chronische Schmerzen und Langzeitkomplikationen wurden in keiner Studie berichtet. Die Übersicht belegt damit vor allem, dass für die Frage nach Spermien- und Hodenfolgen der Kinderoperation randomisierte Daten fehlen.

**Eurlings et al. 2024: systematische Übersicht mit Metaanalyse zur Hodendurchblutung nach kindlicher Leistenbruchoperation [s93].** Titel: „Testicular Vascularization after Pediatric Inguinal Hernia Repair: A Systematic Review and Meta-Analysis.“ (Children (Basel, Switzerland), 2024). Zehn Studien, sechs davon in der Metaanalyse. Nach offener Operation war die Hodendurchblutung kurzzeitig (1 Tag bis 1 Woche) vermindert, nach laparoskopischer Operation nicht; im längeren Verlauf (1 bis 6 Monate) fand sich kein erhöhter Gefäßwiderstand mehr, die Störung scheint vorübergehend. Die Folgen für Hodenfunktion und Samenqualität im Erwachsenenalter bleiben unklar. Der Abstract nennt keine Effektgrößen.

**Russischsprachige Übersichten [s204, s205, s85].** Titel: „Паховая герниопластика и мужское здоровье (Leistenhernioplastik und männliche Gesundheit)“ (Research'n Practical Medicine Journal, 2019). Kulchenko 2019 [s204]: Der Leistenbruch betreffe etwa 5 bis 10 % der Bevölkerung, in Russland würden 370.000 Hernioplastiken jährlich durchgeführt; nach dem Rückgang der Rezidive seien Infektion, Schmerzen, Missempfindungen im Skrotum und Pathospermie in den Vordergrund getreten, der Einfluss von Bruch und Operation auf die Spermatogenese sei umstritten. Titel: „Паховые грыжи и грыжесечение как причины нарушения репродуктивной функции у мужчин (Leistenbrüche und Herniotomie als Ursachen einer Störung der reproduktiven Funktion bei Männern)“ (Новости хирургии, 2019). Magomedbekow und Magomedow 2019 [s205]: Zusammenschau spannungsbehafteter und spannungsfreier Verfahren; viele Autoren sähen einen Einfluss spannungsbehafteter Plastik, für die spannungsfreie Plastik werde ein positiver Einfluss gezeigt, zugleich mehrten sich Hinweise auf Durchblutungsstörungen des Samenleiters mit venöser Hypertonie im Kontaktbereich zum Implantat; randomisierte Studien seien nötig. Titel: „ГЕРНИОПЛАСТИКА-ВЛИЯНИЕ НА МУЖСКУЮ ФЕРТИЛЬНОСТЬ (ЛИТЕРАТУРНЫЙ ОБЗОР) (Hernioplastik und ihr Einfluss auf die männliche Fertilität (Literaturübersicht))“ (Universum: медицина и фармакология, 2025). Gasijewa et al. 2025 [s85]: Weltweit würden über eine Million Polypropylennetze jährlich implantiert; das Netz löse eine Fibroblastenreaktion aus, die zu Verwachsungen mit dem Samenstrang und zu einem kleineren Samenleiterdurchmesser führen könne; eine zusätzliche Schicht über dem Transplantat vermindere die implantatassoziierte Entzündung. Alle drei sind Literaturübersichten ohne eigene Zahlen im Abstract; sie zeigen den Dissens, ohne ihn mit Daten aufzulösen.

**Einordnung der Übersichten zum Leistenbruch.** Die beiden Übersichten mit Gesamtzahlen im Bereich von 35.000 Patienten [s224, s208] kommen übereinstimmend zu keinem Nachweis einer klinisch relevanten Infertilität nach Leistenbruchoperation beim Erwachsenen, räumen aber seltene obstruktive Azoospermien ein, besonders nach beidseitiger Netzreparatur. Beide beruhen auf heterogenen Primärstudien ohne einheitliche Erhebung. Für das Kind liegt keine Übersicht mit Samendaten vor [s31, s93]. Die Gewissheit ist für den Erwachsenen niedrig bis mäßig, für das Kind sehr niedrig.


### Vasektomie

Zur Vasektomie selbst gibt es zwei Teilfragen mit Bezug zur Samenqualität: wie schnell und wie vollständig die Spermien aus dem Ejakulat verschwinden und wie das kontrolliert wird, und ob der Eingriff Hoden und Spermatogenese verändert.

**Griffin et al. 2005: systematische Übersicht zur Nachkontrolle nach Vasektomie [s340].** Titel: „How little is enough? The evidence for post-vasectomy testing.“ (The Journal of urology, 2005). 56 Studien (Suche bis März 2003; Medline, Current Contents, Cochrane Library, Embase). Einschluss, wenn Daten zu mindestens einer der Größen Zeit oder Zahl der Ejakulationen bis zur Azoospermie, Schwangerschaft, wiederholter Vasektomie oder Histologie des Samenleiters vorlagen. Die Zeit bis zur Azoospermie schwankte; der Median des Anteils azoospermer Männer lag nach drei Monaten und nach 20 Ejakulationen stets über 80 %. Ein kleiner Anteil („14,845 or 1.4 %“, so wörtlich im Abstract, auch nach Gegenprüfung am PubMed-Original) zeigte anhaltend unbewegliche Spermien, einige davon wurden später azoosperm; das Wiederauftreten unbeweglicher Spermien wurde in sieben Studien beschrieben, bis zu 22 Monate nach dem Eingriff. Die Autoren sehen die Evidenz für ein Protokoll mit einer Probe nach drei Monaten und 20 Ejakulationen; für die histologische Untersuchung des entnommenen Samenleiters fand sich keine Evidenz. Stärke: umfassende Suche. Schwächen: heterogene Primärstudien; die Angabe „14,845 or 1.4 %“ ist im Abstract nicht erläutert und deshalb nur mit Vorbehalt verwendbar.

**Khalafalla et al. 2024: erzählende Übersicht zur Samenanalyse nach Vasektomie (Katar) [s101].** Titel: „Post-Vasectomy Semen Analysis: What's All the Fuss about?“ (Diagnostics (Basel, Switzerland), 2024). Die Vasektomie sei mit über 98 % Erfolg ein verlässliches Verhütungsmittel, aber nicht fehlerfrei; die Kontrolle erfolge meist 8 bis 16 Wochen danach; als Erfolg gelte bei frischer, nicht zentrifugierter Probe Azoospermie, seltene unbewegliche Spermien oder weniger als 100.000 unbewegliche Spermien pro Milliliter. Heimtests seien bequem, aber nicht immer zuverlässig; Leitlinien und Praxis wichen voneinander ab. Keine eigenen Daten; als Orientierung für die Definition von Erfolg und Fehlschlag brauchbar.

**Übersichten aus dem chinesischsprachigen Raum und aus Taiwan [s178, s57].** Titel: „Review of Vasectomy Complications and Safety Concerns“ (The world journal of men's health, 2021). Die Übersicht aus Chengdu [s178] hält fest, dass die Spermienqualität nach der Vasektomie nur sehr langsam sinke und dass Vasovasostomie und ICSI Paaren später helfen können. Titel: „The review of the long-term health risks associated with vasectomy“ (International journal of impotence research, 2025). Die Übersicht aus Taiwan [s57] sieht keinen überzeugenden Beleg für Langzeitrisiken der Vasektomie und behandelt auch Antispermien-Antikörper und Hormonveränderungen. Beide Abstracts nennen keine Zahlen.

**Roth et al. 2025: routinemäßige Spermienkryokonservierung vor Vasektomie, Scoping-Review mit Kosten-Wirksamkeits-Modell (USA) [s75].** Titel: „Routine Sperm Cryopreservation Before Vasectomy Is not Cost-effective and Does not Increase Live Birth Rates Compared to Surgical Sperm Retrieval or Vasectomy Reversal.“ (Urology, 2025). Scoping-Review plus Modellrechnung mit drei Szenarien. Kosten pro Lebendgeburt nach Kryokonservierung 140.247 US-Dollar (Spanne 48.232 bis 552.807) gegenüber 20.458 US-Dollar (Spanne 20.458 bis 30.698) bei Wiederherstellung der Fruchtbarkeit; Schwangerschaftsrate in der Fertilitätswiederherstellungsgruppe 62 % (Spanne 44 bis 66 %) gegenüber 46 % (36 bis 58 %). Die Modellannahmen stammen aus Literaturwerten, nicht aus einer Vergleichsstudie; es ist eine Kostenrechnung, keine Messung der Samenqualität.

**Einordnung.** Zum Verschwinden der Spermien nach Vasektomie liegt eine tragfähige systematische Übersicht vor [s340]. Zur Frage, ob die Vasektomie die Keimdrüse verändert, gibt es keine Metaanalyse; die Befunde stehen im Beobachtungsteil.

### Refertilisierung nach Vasektomie (Vasovasostomie und Vasoepididymostomie)

Dies ist der Bereich mit der dichtesten Studienlage zur Spermienqualität, weil die Samenanalyse hier der Standardendpunkt ist. Unterschieden werden Durchgängigkeit (Patency, meist Spermien im Ejakulat) und Schwangerschaft; dazwischen liegen die Samenparameter, die nach der Wiederherstellung oft niedriger sind als bei Gesunden.

**Herrel et al. 2015: Metaanalyse mikrochirurgischer Vasovasostomie [s247].** Titel: „Outcomes of microsurgical vasovasostomy for vasectomy reversal: a meta-analysis and systematic review.“ (Urology, 2015). 31 Studien mit 6.633 Patienten; mittleres Alter bei der Umkehr 38,9 Jahre, mittleres Verschlussintervall 7,2 Jahre. Mittlere stichprobengewichtete Durchgängigkeits- und Schwangerschaftsraten 89,4 % und 73,0 %. Vergleich Verschlussintervall unter 10 Jahren gegen mindestens 10 Jahre: gepoolte Inzidenzverhältnisse (IR) 1,17 (95-%-KI 1,09 bis 1,25) für die Durchgängigkeit und 1,24 (1,12 bis 1,38) für die Schwangerschaft. Modifizierte Einschichttechnik gegenüber Zweischichttechnik: IR 1,04 (1,00 bis 1,08). Weitere Prädiktoren (Spermiengranulom, Qualität der Samenleiterflüssigkeit, weibliche Faktoren) waren wegen zu weniger Studien nicht poolbar. Stärken: große Fallzahl, Zufallseffektemodell. Schwächen: nur englischsprachige Studien, uneinheitliche Definitionen der Durchgängigkeit (die Autoren fordern einheitliche Definitionen), gewichtete Mittelwerte bei heterogenen Serien.

**Seth et al. 2024: systematische Übersicht mit Metaanalyse zu makroskopischer, mikrochirurgischer und roboterassistierter Vasovasostomie [s106].** Titel: „Vasovasostomy: A systematic review and meta-analysis comparing macroscopic, microsurgical, and robot-assisted microsurgical techniques.“ (Andrology, 2024). Bei PROSPERO registriert; 95 Studien verschiedener Designs, Gesamtstichprobe 48.132. Gepoolte Durchgängigkeit: roboterassistiert 94,4 %, rein mikrochirurgisch 87,5 %, makroskopisch 83,7 %; gepoolte Schwangerschaftsrate mikrochirurgisch gegenüber makroskopisch 47,4 gegenüber 43,7 %; die definitive Schwangerschaftsrate der Robotertechnik sei noch offen. Schwächen: heterogene Studien (Beobachtung, nicht randomisiert) bei großen Unterschieden der Operateure und Zentren, der Abstract nennt keine Konfidenzintervalle; die Autoren fordern randomisierte Studien.

**Elzanaty et al. 2012: systematische Übersicht zu Prädiktoren der Samenleiterdurchgängigkeit [s288].** Titel: „Vasovasostomy and predictors of vasal patency: a systematic review.“ (Scandinavian journal of urology and nephrology, 2012). Nach der besten verfügbaren Evidenz hänge die Durchgängigkeit von der Operationsfrequenz des Operateurs ab (bessere Ergebnisse bei mindestens zehn Eingriffen jährlich); Ein- und Zweischichttechnik seien gleichwertig; die Durchgängigkeit sei hoch bei klarer intraoperativer Samenleiterflüssigkeit auf mindestens einer Seite und auch bei langem Verschlussintervall. Postoperative Samenqualität und Alter der Partnerin bestimmten die Chance auf spontane Empfängnis. Im Abstract stehen keine Effektschätzer; es handelt sich um eine narrative systematische Übersicht.

**Farber et al. 2019: Kinetik der Spermienrückkehr und Spätversagen [s197].** Titel: „The Kinetics of Sperm Return and Late Failure Following Vasovasostomy or Vasoepididymostomy: A Systematic Review.“ (The Journal of urology, 2019). 24 Artikel (PubMed, 1960 bis 2017, englischsprachig, nur mikrochirurgisch). Die mittlere Zeit bis zur Durchgängigkeit lag nach Vasovasostomie bei 1,7 bis 4,3 Monaten, nach Vasoepididymostomie bei 2,8 bis 6,6 Monaten. Spätversagen: 0 bis 12 % nach Vasovasostomie, 1 bis 50 % nach Vasoepididymostomie; mittlere Zeit bis zum Spätversagen 9,7 bis 13,6 bzw. 6 bis 14,2 Monate. Die Heterogenität schränkt den Vergleich der Serien ein. Die Autoren folgern, die Kryokonservierung von Spermien solle besprochen werden (Aussage der Autoren).

**Scovell et al. 2015: Metaanalyse, Spermien in der Samenleiterflüssigkeit und Durchgängigkeit [s252].** Titel: „Association between the presence of sperm in the vasal fluid during vasectomy reversal and postoperative patency: a systematic review and meta-analysis.“ (Urology, 2015). Vier Fallserien und zwei retrospektive Kohorten mit 1.293 Patienten; mittleres Alter 37,8 Jahre, mittleres Verschlussintervall 7,1 Jahre. Die Chance auf Durchgängigkeit war bei Spermien oder Spermienteilen in der Flüssigkeit 4,1-fach höher (OR 4,1; 95-%-KI 2,3 bis 7,3; I² = 22 %). Die Autoren mahnen zur Vorsicht, weil nur zwei Kohortenstudien aussagekräftige Daten lieferten; die methodische Qualität der vorhandenen Evidenz sei schlecht.

**Wang et al. 2023: Metaanalyse der Vasoepididymostomie mit Invaginationstechnik (Peking) [s135].** Titel: „Outcomes of microsurgical vasoepididymostomy using intussusception technique: a systematic review and meta‑analysis.“ (Scientific reports, 2023). 25 Beobachtungsstudien (von 273 geprüften Artikeln), 1.400 Männer; mittlere Durchgängigkeit 69,3 % (95-%-KI 64,6 bis 73,6 %; I² = 63,7 %). Bewegliche Spermien in der Nebenhodenflüssigkeit (RR 1,52; 95-%-KI 1,18 bis 1,97; p = 0,001), beidseitige Anastomose (RR 1,32; 1,15 bis 1,50; p < 0,0001) und distale Anastomose (RR 1,42; 1,09 bis 1,85; p = 0,009) gingen mit höheren Durchgängigkeitsraten einher.

**Wan et al. 2023: Metaanalyse der Vasoepididymostomie (Hainan) [s134].** Titel: „Current progress on the curative effects of vasoepididymostomy for patients with obstructive azoospermia: An updated systematic review and meta-analysis of human studies“ (Andrology, 2023). 51 englischsprachige Studien, 2.853 Männer. Durchgängigkeit 67,20 % (95-%-KI 63,30 bis 71,10 %), natürliche Schwangerschaft 40,05 % (35,30 bis 45,60 %). Beidseitig gegenüber einseitig RR 1,42 (1,25 bis 1,61); Cauda/Corpus RR 1,17 (1,04 bis 1,32), Cauda RR 1,20 (1,03 bis 1,41). Gefäßschonende Technik 83,60 % (75,40 bis 91,70 %) gegenüber üblicher 65,20 % (61,40 bis 69,10 %). Der Abstract notiert die p-Werte uneinheitlich als „p < 0,00“ und „p < 0,04“. Schwächen: nur Beobachtungsstudien, Heterogenität im Abstract nicht berichtet, nur englischsprachige Literatur.

**Xiao et al. 2024: Metaanalyse der Zweinaht-Intussuszeption, einarmig gegenüber doppelarmig [s113].** Titel: „Comparative evaluation of double- and single-armed two-suture longitudinal intussusception techniques in microsurgical vasoepididymostomy: An updated systematic review and meta-analysis“ (PloS one, 2024). 24 Studien, 1.574 Männer. Durchgängigkeit etwa 68 % (63 bis 72 %), Zeit bis zur Durchgängigkeit 4,63 Monate (4,15 bis 5,12), Spermienkonzentration 26,90 Mio./ml, Beweglichkeit 23,74 %, natürliche Schwangerschaft 38 % (31 bis 46 %). Kein Unterschied zwischen einarmig und doppelarmig.

**Zhu et al. 2026: aktualisierte Metaanalyse der mikrochirurgischen Vasoepididymostomie [s52].** Titel: „Treatment Efficacy of Microsurgical Vasoepididymostomy for Obstructive Azoospermia: An Updated Systematic Review and Meta-Analysis.“ (Andrology, 2026). 56 Studien, 3.204 Männer. Durchgängigkeit, Schwangerschaft und relative Schwangerschaft (natürliche Schwangerschaften bei Partnern mit Durchgängigkeit): Seit-zu-Ende/Ende-zu-Ende 65,0, 23,0 und 38,0 %; longitudinale Intussuszeption (LIVE) 68,0, 27,0 und 40,0 % (Unterschied nicht signifikant). Die Dreinaht-Querintussuszeption (TIVE) hatte mit 89,0 % eine höhere Durchgängigkeit als die Zweinaht-Querintussuszeption (72,0 %) und die longitudinale (58,0 %; p < 0,01). Einarmig gegenüber doppelarmig: 69,0 gegenüber 64,0 % Durchgängigkeit, 31,0 gegenüber 26,0 % Schwangerschaft, 46,0 gegenüber 39,0 % relative Schwangerschaft (alle nicht signifikant). Gefäßschonend einarmig 83,0 % gegenüber klassisch 67,0 % (p < 0,01), Schwangerschaft 38,0 gegenüber 31,0 %, relative Schwangerschaft jeweils 47,0 %. Bilaterale Operation, Genitalinfektion und bewegliche Spermien waren mit höherer Durchgängigkeit verbunden. Späte Fehlschläge 23,0 % insgesamt, bei Ende-zu-Ende/Seit-zu-Ende 32,0 % gegenüber 15,0 % bei Intussuszeption (p = 0,03). Konfidenzintervalle nennt der Abstract nicht.

**Gemeinsame Einschränkung der vier Vasoepididymostomie-Metaanalysen [s134, s135, s113, s52].** Die eingeschlossenen Primärstudien überschneiden sich erheblich; eine zusammenfassende Zahl aus mehreren dieser Arbeiten wäre eine Doppelzählung und wird hier nicht gebildet. Alle beruhen ausschließlich auf Beobachtungsstudien mit uneinheitlicher Definition der Durchgängigkeit und möglicher Publikationsverzerrung.

**Ghaleb et al. 2026: Langzeitdurchgängigkeit und Schwangerschaft nach Vasovasostomie, Übersicht [s14].** Titel: „Long-term patency and pregnancy after vasovasostomy: a comprehensive review.“ (Archivio italiano di urologia, andrologia : organo ufficiale [di] Societa italiana di ecografia urologica e nefrologica, 2026). Nur vier Studien mit Langzeitdurchgängigkeit und sechs mit Schwangerschaftsraten (jeweils mindestens 12 Monate). Durchgängigkeit 77 bis 99 % (mittlere Nachbeobachtung 25 Monate); definiert als jedes Spermium in fünf Studien, als mehr als 1 Million Spermien/ml in einer. Mit der Definition „mehr als 1 Million“ lag die Durchgängigkeit bei 77 % nach 12 Monaten und fiel auf 33 %, wenn mindestens 30 % bewegliche Spermien verlangt wurden. Schwangerschaftsraten 28 bis 54 % (mittlere Nachbeobachtung 21 Monate). Die Zahlen zeigen, wie stark die Qualität der Spermien (Beweglichkeit) die Bewertung des Erfolgs verändert. Schwäche: nur PubMed, wenige Studien.

**Dubin et al. 2021: Umkehr gegen Spermiengewinnung mit künstlicher Befruchtung, Übersicht (USA) [s164].** Titel: „Vasectomy reversal vs. sperm retrieval with in vitro fertilization: a contemporary, comparative analysis.“ (Fertility and sterility, 2021). Beide Wege seien vernünftig; die Schwangerschaftsraten seien insgesamt ähnlich; ohne Versicherungsdeckung sei die Umkehr oft kosteneffektiver, bei weiblichem Fruchtbarkeitsfaktor oft die assistierte Befruchtung; Antispermien-Antikörper trügen nach erfolgreicher Umkehr wahrscheinlich nicht zur Infertilität bei. Der Abstract nennt keine Zahlen.

**Huyghe et al. 2023: systematische Übersicht zu Operationen zur Verbesserung der männlichen Fruchtbarkeit (Frankreich) [s126].** Titel: „Chirurgies visant à améliorer la fertilité masculine. (Operationen zur Verbesserung der männlichen Fruchtbarkeit)“ (Progres en urologie : journal de l'Association francaise d'urologie et de la Societe francaise d'urologie, 2023). Vasovasostomie: Durchgängigkeit 70 bis 97 %, Schwangerschaft 30 bis 76 %; Vasoepididymostomie: Durchgängigkeit 80 bis 84 %, Schwangerschaft 40 bis 44 %. Als Prädiktoren natürlicher Schwangerschaft werden Verschlussdauer und Alter der Partnerin genannt. Transurethrale Resektion der Ejakulationsgänge verbessere die Samenparameter bei 63 bis 83 %, Spontanschwangerschaft in 12 bis 31 %; die subinguinale mikrochirurgische Varikozelenoperation habe Rezidivraten unter 4 %. Nur PubMed-Suche; die Zahlen sind Spannen aus Primärstudien, nicht gepoolt.

**Deutsch- und französischsprachige Übersichten zur Entscheidung zwischen Umkehr und assistierter Fortpflanzung [s108, s20, s313].** Titel: „Kinderwunsch nach Vasektomie : Refertilisierung oder medizinisch assistierte Reproduktionstechniken?“ (Urologie (Heidelberg, Germany), 2024). Soave et al. 2024 [s108]: Bis zu 6 % der Männer entwickelten nach Vasektomie einen erneuten Kinderwunsch; es bestehe kein Unterschied bei Schwangerschafts- und Geburtenrate zwischen Refertilisierung und MESA/TESE mit assistierter Reproduktion; mit MESA/TESE trete die Schwangerschaft schneller ein; die Refertilisierung sei kosteneffektiver und weniger belastend; auch bei höherem Alter der Partnerin sei die Kombination Refertilisierung plus TESE kosteneffektiver. Keine Zahlen zur Spermienqualität. Titel: „Vasektomie Reversal : Literature Review.“ (Wiener medizinische Wochenschrift (1946), 2026). Kollitsch et al. 2026 [s20] (Wiener Medizinische Wochenschrift): 5 bis 7 % der Männer wünschten eine Wiederherstellung der Fruchtbarkeit; Durchgängigkeit und Schwangerschaft nach Vasovasostomie etwa 88 % und 47 %, nach Vasoepididymostomie etwa 64 % und 31 %; roboterassistierte Mikrochirurgie zeige erste gute Ergebnisse, der konventionelle mikrochirurgische Eingriff bleibe der Standard; neue Scoring-Systeme sollen Vasektomiereue vorhersagen. Der Abstract nennt keine Konfidenzintervalle. Titel: „Désir de grossesse après vasectomie: vasovasostomie ou procréation médicalement assistée? (Schwangerschaftswunsch nach Vasektomie: Vasovasostomie oder medizinisch assistierte Fortpflanzung?)“ (Revue medicale suisse, 2010). Mroue et al. 2010 [s313] (Schweiz, französischsprachig): kumulative Schwangerschaftsrate der Vasovasostomie 28 bis 40 %; Schwangerschaftsraten nach ICSI 29 bis 41 % pro Transfer, kumulativ 60 bis 80 %; das Alter der Partnerin und die Zeit seit der Vasektomie seien die wichtigsten Faktoren; Fehlbildungsraten nach ICSI in diesem Kollektiv seien nicht untersucht; beide Wege würden nicht erstattet.

**Japanische und chinesische Übersichten [s214, s142, s349].** Titel: „Vasovasostomy and vasoepididymostomy: Review of the procedures, outcomes, and predictors of patency and pregnancy over the last decade“ (Reproductive medicine and biology, 2018). Namekawa et al. 2018 [s214] (Japan): Übersicht der letzten zehn Jahre mit mittlerer Durchgängigkeit von 87 % und mittlerer Schwangerschaftsrate von 49 % nach mikrochirurgischer Vasovasostomie oder Vasoepididymostomie bei Vasektomie-Umkehr; Obstruktionsintervall, Granulom und intraoperativer Spermiennachweis sagten die Durchgängigkeit voraus, Alter der Partnerin und die gleiche Partnerin die Schwangerschaft; roboterassistierte Techniken werden genannt; narrative Übersicht, keine Metaanalyse. Titel: „Advances in the study of vasovasostomy under the microscope“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2022). Cao et al. 2022 [s142] (chinesischsprachig): Übersicht zur Vasovasostomie unter dem Mikroskop (mikrochirurgisch, roboterassistiert, laparoskopisch assistiert) ohne Zahlenangaben im Abstract. Titel: „Diagnosis and treatment of obstructive azoospermia“ (Hinyokika kiyo. Acta urologica Japonica, 2004). Muguruma et al. 2004 [s349] (Japan): Übersicht zur obstruktiven Azoospermie mit Operationen (Vasovasostomie, Epididymovasostomie, transurethrale Ejakulationsgangresektion) und eigenen Ergebnissen, ohne Zahlen im Abstract; die Autoren betonen, dass Patienten mit obstruktiver Azoospermie keine unnötige assistierte Reproduktion erhalten sollten (Aussage der Autoren).

**Einordnung der Übersichten zur Refertilisierung.** Übereinstimmend zeigen die Zusammenfassungen: Die Durchgängigkeit nach Vasovasostomie ist hoch (gewichtet 89,4 % [s247]; roboterassistiert, mikrochirurgisch und makroskopisch 94,4, 87,5 und 83,7 % [s106]), die Schwangerschaftsrate deutlich niedriger und von Partnerinnenalter und Verschlussintervall abhängig [s247, s126, s313]. Spermien oder Spermienteile in der Samenleiterflüssigkeit [s252] und bewegliche Spermien im Nebenhodenfluid [s135, s52] sagen die Durchgängigkeit voraus. Nach Vasoepididymostomie liegt die Durchgängigkeit in den vier Metaanalysen zwischen etwa 65 und 69 % [s134, s135, s113, s52], bei Schwangerschaftsraten um 23 bis 40 % je nach Definition. Wie stark die Definition von „Erfolg“ das Bild verschiebt, zeigt die Übersicht von Ghaleb et al., in der die Durchgängigkeit von 77 auf 33 % fällt, wenn bewegliche Spermien verlangt werden [s14]. Offen sind der Einfluss des Verschlussintervalls (siehe die widersprüchlichen Serien im Beobachtungsteil), die Rolle der Robotertechnik und die einheitliche Definition des Erfolgs. Die Gewissheit ist für die Durchgängigkeit und ihre Prädiktoren mäßig, für Spätergebnisse niedrig.


### Hodenhochstand und Orchidopexie

Der Hodenhochstand (Kryptorchismus) ist der Hodenbefund mit der längsten Forschungsgeschichte zur Samenqualität. Die Operation verlegt den Hoden in den Hodensack; die Samenqualität im Erwachsenenalter spiegelt aber meist die Grundstörung, die frühe Schädigung der Keimzellreifung, wider.

**Adnyana et al. 2025: beidseitiger gegenüber einseitigem Hodenhochstand nach Orchidopexie (Erwachsene), Metaanalyse [s55].** Titel: „Does bilateral undescended testis have worst testicular function than unilateral cases? A meta-analysis of adult orchidopexy patients.“ (Archivio italiano di urologia, andrologia : organo ufficiale [di] Societa italiana di ecografia urologica e nefrologica, 2025). Zehn Studien mit 563 beidseitigen und 1.259 einseitigen Fällen; Datenbanken PubMed, ScienceDirect und Google Scholar (ohne Embase). Nach beidseitiger Orchidopexie: FSH höher (Mittelwertdifferenz 3,77 IE/l; 95-%-KI 1,65 bis 5,89), LH höher (1,27 IE/l; 0,27 bis 2,26), Inhibin B niedriger (−44,86 pg/ml; −69,58 bis −20,15) und Azoospermie häufiger (OR 2,3; 1,57 bis 3,37). Dies ist die quantitativ klarste Aussage zur Samenqualität in dieser Literatur. Schwächen: keine Embase-Suche; die Gruppen unterscheiden sich in Schweregrad und Operationsalter; Beobachtungsdaten.

**Kaushal et al. 2025: Zeitpunkt der Orchidopexie und Ersatzendpunkte der Fruchtbarkeit, Metaanalyse [s64].** Titel: „Timing of orchidopexy and effect on surrogate outcomes for fertility: a systematic review and meta-analysis.“ (Pediatric surgery international, 2025). Systematische Übersicht mit Metaanalyse (PRISMA, fünf Datenbanken, GRADE); 16 Studien. Fünf Studien mit 1.855 Hoden: kein signifikanter Unterschied der Hodenatrophie bei Operation vor dem 12. Lebensmonat (OR 1,05; 95-%-KI 0,49 bis 2,23; I² = 0 %); drei Studien mit 757 Hoden: kein signifikanter Unterschied der postoperativen Komplikationen (OR 1,15; 0,44 bis 2,99; I² = 36 %). Die Sicherheit der Evidenz wird für beide Endpunkte als niedrig bewertet. Wichtig: Die Arbeit prüft Atrophie und Komplikationen, nicht Spermienparameter; die breiten Konfidenzintervalle lassen einen Effekt in beide Richtungen zu. Nach den Autoren empfehlen aktuelle Leitlinien die Orchidopexie zwischen dem 6. und 18. Lebensmonat.

**Henriksen et al. 2025: Vaterschaft nach Behandlung des Hodenhochstands, systematische Übersicht [s63].** Titel: „Paternity After Treatment of Cryptorchidism: A Systematic Review.“ (Journal of clinical medicine, 2025). PRISMA, PROSPERO (CRD420251010710), Medline, Embase und PubMed 1990 bis Februar 2025, Bewertung nach Newcastle-Ottawa; sechs Studien. Fünf von sechs fanden höhere Vaterschaftsraten nach einseitigem als nach beidseitigem Hodenhochstand. Eine große Studie zeigte eine um 5 % höhere Notwendigkeit assistierter Reproduktion je sechs Monate Verzögerung der Operation, mit deutlich höherer Nutzung nach Operation später als 18 Monate. Bilateraler Hodenhochstand und verzögerte Orchidopexie seien mit geringerer Fruchtbarkeit und mehr assistierter Reproduktion verbunden. Stärke: Fokus auf das harte Ergebnis Vaterschaft. Schwächen: nur sechs Studien, kein gepoolter Schätzer im Abstract; „5 %“ ist der Wert einer einzelnen Studie.

**Pantjoro et al. 2025: tastbarer gegenüber nicht tastbarem Hodenhochstand, Metaanalyse hormoneller Marker [s71].** Titel: „Evaluating hormonal differences in post-orchidopexy patients: a meta-analysis of palpable vs. nonpalpable undescended testis.“ (Archivio italiano di urologia, andrologia : organo ufficiale [di] Societa italiana di ecografia urologica e nefrologica, 2025). Vier Studien mit 207 Patienten (160 tastbar, 47 nicht tastbar). Kein signifikanter Unterschied bei FSH (Mittelwertdifferenz 0,78 IE/l; −0,34 bis 1,90; p = 0,14), LH (−0,17; −0,45 bis 0,12; p = 0,25) und Testosteron (−0,08; −0,64 bis 0,48; p = 0,78). Schwäche: sehr kleine Gruppe der nicht tastbaren Fälle.

**Li et al. 2026: Serum-Inhibin B nach Orchidopexie, Metaanalyse [s24].** Titel: „Changes in Serum Inhibin B Following Orchiopexy for Cryptorchidism: A Systematic Review and Meta-Analysis of Endocrine Recovery.“ (Journal of visualized experiments : JoVE, 2026). Sechs Studien mit selbstkontrolliertem Design, 394 Jungen. Bei Nachbeobachtung nach sechs Monaten war Inhibin B nach der Operation höher als davor (Mittelwertdifferenz 14,03 pg/ml; 95-%-KI 4,05 bis 24,01; p = 0,014; I² = 67,5 %); FSH (−0,03 IE/l; −0,30 bis 0,24) und LH (−0,02; −0,07 bis 0,04) unverändert. Die Daten nach einem und zwölf Monaten seien begrenzt und inkonsistent. Inhibin B im Kindesalter ist ein Ersatzmarker für die Sertoli-Zell-Funktion, nicht für spätere Spermienzahlen.

**Rajagukguk et al. 2026: Hormon- plus Operationstherapie gegenüber alleiniger Operation, Metaanalyse [s37].** Titel: „Impact of hormonal and surgical interventions versus surgery alone on fertility potential in undescended testes: A systematic review and meta-analysis.“ (Journal of pediatric urology, 2026). Neun Studien mit 652 Patienten. Mehr Spermatogonien je Tubulus mit kombinierter Therapie (Mittelwertdifferenz 0,23; 95-%-KI 0,07 bis 0,38; p = 0,003), ausgeprägter bei beidseitigem Hodenhochstand (0,35; 0,17 bis 0,53); keine Verbesserung bei Spermienzahl, Inhibin B oder Testosteron; FSH etwas niedriger (−0,77 IE/l; −1,29 bis −0,26). Die Autoren sehen keinen klaren Langzeitnutzen und fordern Studien mit Spermienzahl und Vaterschaft als Endpunkten.

**Hadziselimovic 2024: Standpunktartikel zur hormonellen Behandlung des Hodenhochstands [s97].** Titel: „Advocating hormonal treatment to prevent adult in-fertility in patients diagnosed with congenital un-descended testes.“ (International braz j urol : official journal of the Brazilian Society of Urology, 2024). Übersicht aus der Sicht des Autors: Der nordische Konsens von 2007 habe die Hormonbehandlung wegen schlechter Sofortergebnisse und möglicher Nebenwirkungen verworfen; der Autor hält dagegen, dass eine gestörte Minipubertät eine der häufigsten Ursachen nichtobstruktiver Azoospermie bei Hodenhochstand sei und GnRH-Agonisten nach der Operation Unfruchtbarkeit verhindern könnten, und er hält die Hitzetheorie für nicht überzeugend belegt. Argumentierende Übersicht ohne neue Daten im Abstract; sie steht im Gegensatz zur Metaanalyse von Rajagukguk et al. [s37].

**Qin et al. 2025: Spermiengewinnung und ICSI-Ergebnisse bei Azoospermie nach Orchidopexie, Metaanalyse (Wuhan) [s73].** Titel: „Sperm recovery and ICSI outcomes in non-obstructive azoospermia with cryptorchidism treated by orchiopexy: a systematic review and meta-analysis.“ (Reproductive biomedicine online, 2025). 23 Artikel mit 1.496 Patienten mit nichtobstruktiver Azoospermie und Orchidopexie. Gesamte Spermiengewinnungsrate pro TESE-Zyklus 60,9 % (95-%-KI 55,7 bis 66,2 %); klinische Schwangerschaftsrate pro ICSI-Zyklus 37,6 % (29,1 bis 46,1 %; 913 Zyklen) und Lebendgeburtenrate 32,6 % (24,9 bis 40,4 %; 799 Zyklen). Alter bei TESE und Orchidopexie, Hodenvolumen, FSH, LH und Testosteron beeinflussten die Gewinnungsrate nicht; es wurden keine wirksamen Prädiktoren gefunden.

**He et al. 2024: mikrochirurgische TESE nach Orchidopexie, Metaanalyse (Fujian) [s99].** Titel: „Microdissection testicular sperm extraction outcomes in azoospermic patients post-orchidopexy surgery: A systematic review and meta-analysis.“ (PloS one, 2024). Neun Studien mit 935 Patienten; Gesamtgewinnungsrate 57 % (95-%-KI 51 bis 63 %). Bei erfolgreicher Gewinnung war die Orchidopexie in jüngerem Alter erfolgt (−3,35 Jahre; −6,34 bis −0,36) und die Mikro-TESE in höherem Alter (1,81 Jahre; 1,17 bis 2,45); die Lage des Hodens (hoch skrotal, Leistenkanal, intraabdominell) beeinflusste die Rate (p < 0,05); Hormone und Hodenvolumen nicht. Das Intervall von der Orchidopexie bis zur Mikro-TESE war bei erfolgloser Gewinnung kürzer (34,09 Monate; 0,40 bis 67,77). Die Autoren raten zu möglichst früher Orchidopexie und mahnen, bei spät erkanntem Hodenhochstand nicht unmittelbar nach der Orchidopexie die Mikro-TESE durchzuführen (Aussagen der Autoren).

**Kim et al. 2023: Azoospermie nach Orchidopexie und TESE, Metaanalyse (Seoul) [s128].** Titel: „Azoospermic Men with a History of Cryptorchidism Treated by Orchiopexy Have Favorable Outcomes after Testicular Sperm Extraction: A Systematic Review and Meta-Analysis.“ (The world journal of men's health, 2023). 13 Studien (1995 bis 2021) mit Orchidopexie in der Vorgeschichte und Azoospermie. Gesamtgewinnungsrate 63,3 % (95-%-KI 57,6 bis 68,6 %; I² = 62,4 %), klinische Schwangerschaftsrate 30,1 % (22,6 bis 38,8 %; I² = 69,9 %). Kein Unterschied zwischen beidseitiger und einseitiger Orchidopexie (RR 1,02; 0,89 bis 1,16; p = 0,79); Orchidopexie vor dem Alter von 10 Jahren erhöhte die Gewinnungsrate (RR 1,25; 1,06 bis 1,47; p = 0,008); die Rate lag höher als bei idiopathischer nichtobstruktiver Azoospermie (RR 1,90; 1,40 bis 2,58; p < 0,0001). Schwächen: nur Beobachtungsstudien, mäßige bis erhebliche Heterogenität, Spermiengewinnung und Operationsalter nicht kausal zu deuten.

**Widerspruch innerhalb der drei TESE-Metaanalysen [s73, s99, s128].** Kim et al. und He et al. finden einen Vorteil früher Orchidopexie auf die Gewinnungsrate, Qin et al. keinen Einfluss des Operationsalters. Die Metaanalysen schließen teilweise dieselben Primärstudien ein, wählen aber unterschiedliche Vergleiche (Alterschwelle 10 Jahre gegenüber stetigem Alter); die Abstracts erklären den Unterschied nicht. Auch bei der Seitigkeit besteht eine Spannung: Kim et al. finden bei der Gewinnungsrate keinen Unterschied zwischen beidseitiger und einseitiger Orchidopexie, während die Einzelstudie von Ismaeil et al. [s17] 40 gegenüber 17,9 % berichtet (siehe Beobachtungsteil).

**Li et al. 2018: Metaanalyse zu Prädiktoren der Spermiengewinnung bei Mikro-TESE (Wuhan) [s212].** Titel: „Predictive value of FSH, testicular volume, and histopathological findings for the sperm retrieval rate of microdissection TESE in nonobstructive azoospermia: a meta-analysis“ (Asian journal of andrology, 2018). 21 Artikel zur Vorhersage der Gewinnungsrate bei nichtobstruktiver Azoospermie (nicht auf Hodenhochstand beschränkt). Flächen unter der zusammenfassenden ROC-Kurve: FSH 0,6119, Hodenvolumen 0,6389, Hypospermatogenese 0,6758, Reifungsstopp 0,5535, Sertoli-Zell-Only 0,2763. Diagnostische Odds-Verhältnisse: Hodenvolumen 1,98, Hypospermatogenese 16,49, Reifungsstopp 1,26; Sensitivität 0,80, 0,30 und 0,27, Spezifität 0,35, 0,98 und 0,76. Alle Faktoren hätten begrenzten Vorhersagewert; die Histologie helfe etwas. Die Fläche für Sertoli-Zell-Only liegt unter 0,5 und wird im Abstract nicht erklärt.

**Florou et al. 2023: Orchidopexie im Kindes- und Jugendalter und Hodenkrebs, Metaanalyse [s124].** Titel: „Orchidopexy for congenital cryptorchidism in childhood and adolescence and testicular cancer in adults: an updated systematic review and meta-analysis of observational studies.“ (European journal of pediatrics, 2023). Sechs Studien (drei Fall-Kontroll, drei Kohorten) mit 371.681 Patienten und 1.786 Hodentumoren; gepoolte OR 3,99 (95-%-KI 2,80 bis 5,71; I² = 51 %). Die Orchidopexie im ersten Lebensjahr verhindere Hodenschäden und senke das Gesamtkrebsrisiko (Aussage der Autoren). Dies betrifft das Tumorrisiko, nicht die Samenqualität.

**Deutsch- und französischsprachige Übersichten [s302, s241, s315].** Titel: „Hodenhochstand und Infertilität unter besonderer Berücksichtigung der interdisziplinären Leitlinie.“ (Der Urologe. Ausg. A, 2011). Mathers et al. 2011 [s302] (Der Urologe A, deutsch): Hodenhochstand betreffe bis zu einem Drittel der Frühgeborenen und 2 bis 5 % der Reifgeborenen; nach drei Monaten sinke die Häufigkeit auf 1 bis 2 %; nach den meisten Studien sei ein Abwarten nach sechs Monaten nicht gerechtfertigt; sicher sei nur, dass etwa 90 % der unbehandelten Männer mit beidseitigem Hodenhochstand eine Azoospermie entwickeln, bei den übrigen Konstellationen seien Fruchtbarkeit und Vaterschaftswahrscheinlichkeit nicht vorhersehbar. Dies ist die einzige deutsche Quelle mit explizitem Bezug zur interdisziplinären Leitlinie. Titel: „Hodenhochstand und Fertilität.“ (Der Urologe. Ausg. A, 2016). Rübben 2016 [s241] (Der Urologe A, deutsch): Azoospermie bei etwa 10 % der Männer mit einseitigem und etwa 32 % mit beidseitigem Hodenhochstand; etwa 10 bis 20 % der Männer mit diagnostizierter Infertilität hätten eine Orchidopexie in der Vorgeschichte; der Abstract nennt die Fragestellung (welche Faktoren im ersten Lebensjahr die spätere Spermatogenese bestimmen), keine Antwort. Titel: „Cryptorchidie: de la physiopathologie à l'infertilité. (Kryptorchismus: von der Pathophysiologie zur Infertilität)“ (Gynecologie, obstetrique & fertilite, 2010). Robin et al. 2010 [s315] (französischsprachig): narrative Übersicht; der Hodenhochstand sei der am besten charakterisierte Risikofaktor für verminderte Fruchtbarkeit und Hodenkrebs; hormonelle, genetische und Umweltfaktoren kämen als Ursachen in Frage; keine Zahlen.

**Japanische und chinesische erzählende Übersichten [s333, s245, s27, s77].** Titel: „Future treatment strategies for cryptorchidism to improve spermatogenesis“ (Hinyokika kiyo. Acta urologica Japonica, 2007). Kojima et al. 2007 [s333] (Nagoya, japanischsprachig): Orchidopexie fördere die Fruchtbarkeit, garantiere aber bei beidseitigem Hodenhochstand nicht die spätere Vaterschaft; die Vaterschaft sei bei früherem beidseitigem, nicht aber einseitigem Hodenhochstand gegenüber Kontrollen signifikant vermindert; nach eigenen Ergebnissen sei bei etwa 20 % der pubertären Jungen nach Orchidopexie auch mit Hodenspermiengewinnung und ICSI kein Spermiennachweis im Hoden zu erwarten; die Autoren empfehlen kein Abwarten bei beidseitiger Orchidopexie in der Kindheit, besonders bei erhöhtem FSH und kleinem Hodenvolumen, und diskutieren Wachstumsfaktor-, Gen- und Stammzelltherapien als Zukunftsoptionen (Aussagen der Autoren). Titel: „Individualized Treatment Guidelines for Postpubertal Cryptorchidism“ (The world journal of men's health, 2015). Chung und Lee 2015 [s245] (Pusan): narrative Übersicht mit einem vorgeschlagenen individualisierten Behandlungsablauf für den postpubertären Hodenhochstand, erwähnt das erhöhte Tumorrisiko und die Abwägung gegen Orchiektomie; keine Zahlen. Titel: „Cryptorchidism and infertility: what do we know so far?“ (Asian journal of andrology, 2026). Übersicht aus Jinan [s27]: Der Hodenhochstand schädige über erhöhte Temperatur und Druck, Apoptose von Keim- und Sertoli-Zellen, gestörte Hypothalamus-Hypophysen-Achse, oxidativen Stress, Antispermien-Antikörper und Verlust von Ad-Spermatogonien; unilaterale Fälle könnten über eine Nervenverletzung den Gegenhoden beeinflussen. Titel: „The timing of cryptorchidism surgery: analysis of the contradiction between guideline consensus and clinical practice implementation“ (Pediatric surgery international, 2025). Übersicht aus Chongqing [s77]: Die Leitlinien empfehlen die Hodenfixation innerhalb von 6 bis 18 Monaten, viele Kinder würden später operiert; Gründe seien Ethnie, Begleitfehlbildungen, wirtschaftlicher Status und Stadium.

**Einordnung der Übersichten zum Hodenhochstand.** Übereinstimmend zeigen die Zusammenfassungen: Nach beidseitigem Hodenhochstand ist die Samenqualität deutlich schlechter als nach einseitigem (Azoospermie OR 2,3; 95-%-KI 1,57 bis 3,37 [s55]; Vaterschaft in fünf von sechs Studien höher nach einseitigem Befund [s63]). Unklar ist, ob die Operation vor dem 12. Lebensmonat die Hodenatrophie senkt (OR 1,05; 0,49 bis 2,23 [s64]); für Spermienzahlen oder Vaterschaft fehlen randomisierte oder gut kontrollierte Studien. Keine Übersicht in dieser Auswahl vergleicht Operierte mit nicht operierten Männern. Die Gewissheit ist für den Unterschied zwischen beidseitigem und einseitigem Hodenhochstand mäßig, für den Nutzen früher Operation niedrig.

### Hodentorsion

**Nasr et al. 2026: Orchidopexie gegenüber Orchiektomie bei Hodentorsion, Metaanalyse [s33].** Titel: „Gonadal function and fertility outcomes after orchiopexy versus orchiectomy for testicular torsion: A systematic review and meta-analysis.“ (Journal of pediatric surgery, 2026). PRISMA, mehrere Datenbanken, Newcastle-Ottawa-Skala, GRADE, Zufallseffektemodell; elf Studien mit 538 Teilnehmenden (197 Orchiektomie, 341 Orchidopexie). Nach Orchiektomie waren FSH (standardisierte Mittelwertdifferenz 1,63; p < 0,0001) und LH (1,31; p < 0,0001) höher; Testosteron (Mittelwertdifferenz 0,31 ng/ml; p = 0,4) und Inhibin B (−0,14; p = 0,87) waren vergleichbar. Die Spermienkonzentration war nach Orchiektomie niedriger (−18 Mio./ml; p = 0,01), nicht aber Spermiengesamtzahl (13,9 Mio.; p = 0,43), Normalform (4,97 %; p = 0,12) und Gesamtbeweglichkeit (4,05 %; p = 0,49). Die gepoolte Rate ipsilateraler Atrophie nach Orchidopexie lag bei 38 %, vermutlich abhängig von der Ischämiedauer. Die Autoren folgern, dass die Wahl des Eingriffs den Hormonhaushalt und die meisten Samenparameter nicht wesentlich beeinflusse, und betonen fehlende verlässliche Vaterschaftsdaten. Stärken: breite Datenbanksuche, Bewertung der Evidenzgewissheit. Schwächen: Konfidenzintervalle und Heterogenität stehen nicht im Abstract; die Gruppen sind nicht randomisiert, und die Orchiektomie erfolgt bei schwerer Schädigung, sodass die Gruppen nicht vergleichbar sind; die Zahl der Männer mit Samenanalyse je Gruppe wird nicht genannt.

**Übersichten zu Fixationsmethoden und Pathophysiologie [s117, s306].** Titel: „Современные подходы к фиксации яичка после устранения внутриоболочечной тестикулярной торсии (Moderne Ansätze zur Fixation des Hodens nach Beseitigung der intravaginalen Hodentorsion)“ (Экспериментальная и клиническая урология, 2024). Sablin et al. 2024 [s117] (russisch): Übersicht über 43 Quellen (PubMed und eLibrary) zu Fixationsmethoden nach Torsion; in jedem dritten Fall werde der gedrehte Hoden für nicht lebensfähig gehalten und entfernt; vier Gruppen von Methoden (Knotennähte ohne Hüllmodellierung; Fenestrierung, Umstülpung oder Resektion der Hodenhülle; Dartos-Tasche; exotische Verfahren); die Anomalie vom Typ „Glockenklöppel“ finde sich in der Mehrzahl der Fälle; die Autoren stellen fest, dass es zu den Methoden sehr wenige Analysen gibt. Titel: „Inverted testis: pathogenesis, diagnostics, treatment (Hodentorsion: Pathogenese, Diagnostik, Behandlung)“ (Сибирское медицинское обозрение, 2011). Belyj 2011 [s306] (russisch): Übersicht zu Pathogenese, Ischämie-Reperfusionsschaden, Ultraschall- und Szintigraphiekriterien, kritischer Bewertung der manuellen Detorsion und Prinzipien der Operation. Beide ohne eigene Zahlen.

**Einordnung.** Für die Torsion liegt genau eine Metaanalyse vor [s33]. Sie spricht für gleichwertige Hormonwerte (bis auf FSH und LH) und die meisten Samenparameter nach beiden Verfahren, mit niedrigerer Spermienkonzentration nach Orchiektomie; Vaterschaftsdaten fehlen. Die Gewissheit ist niedrig.


### Hodenentfernung bei Tumor und weitere Operationen am Hoden

Die Literatur zu Hodentumoren und Fruchtbarkeit ist Gegenstand eines eigenen Themas dieser Website (Krebs und Fruchtbarkeit) und wird hier nur gestreift.

**Pape et al. 2025: onkologische Behandlungen und Fruchtbarkeitsprognose, Metaanalyse [s72].** Titel: „Oncological treatments have limited effects on the fertility prognosis in testicular cancer: A systematic review and meta-analysis.“ (Andrology, 2025). 30 Studien mit 13.718 Männern nach einseitigem Hodenkrebs in der qualitativen und 23 in der quantitativen Synthese. Gepoolte Infertilitätsprävalenz 14 % (95-%-KI 9 bis 21 %), Azoospermie 8 % (6 bis 12 %); bei Patienten mit guter Prognose und Standardtherapie 4 % (2 bis 10 %). Die Studie bezieht sich auf Therapien nach der Orchiektomie, nicht auf den Eingriff allein.

**Weitere Übersichten zu Hodentumor und Fruchtbarkeit [s221, s198, s62, s66, s15].** Titel: „Fertility preservation of patients with testicular cancer“ (Reproductive medicine and biology, 2017). Hirosaki 2017 [s221]: Chemo- und Strahlentherapie schädigen die Spermatogenese, die retroperitoneale Lymphknotenausräumung die Ejakulation; Hodenspermiengewinnung nach Chemotherapie könne gelingen; gelagerte Spermien würden selten (8 %) genutzt, die Konzeptionsraten bei Nutzung seien nicht schlechter. Titel: „Impacts of treatments of testicular tumor on the sexual and reproductive functions of the patients“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2019). Shanxi 2019 [s198] (chinesischsprachig): beschreibt Mechanismen therapiebedingter Veränderungen der Sexual- und Fortpflanzungsfunktion bei Hodentumor. Titel: „Best evidence summary for the fertility management in testicular cancer patients“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2025). Changsha 2025 [s62] (chinesischsprachig): Evidenzzusammenfassung aus 21 Dokumenten (4 klinische Entscheidungen, 8 Leitlinien, 4 Expertenkonsense, 3 systematische Übersichten, 2 Metaanalysen) mit 33 Evidenzaussagen in sechs Bereichen (Fruchtbarkeitsbeurteilung, Beratung, Zeitpunkt und Verfahren der Fertilitätserhaltung, Antitumortherapie und Fertilität, Zeitpunkt der Empfängnisverhütung). Titel: „Microdissection testicular sperm extraction for men with nonobstructive azoospermia who have a testicular tumor in situ at the time of sperm retrieval“ (Asian journal of andrology, 2025). Peking 2025 [s66]: Übersicht zur Onko-Mikro-TESE bei nichtobstruktiver Azoospermie und gleichzeitigem Hodentumor (Technik, Erfolgsfaktoren, bildgebende Hilfen, ethische Abwägung) ohne Zahlenangaben im Abstract. Titel: „Testiskanseri hastalarında fertilitenin korunması: Mevcut durum ve klinik zorluklar (Fertilitätserhalt bei Patienten mit Hodenkrebs: aktueller Stand und klinische Herausforderungen)“ (Androloji Bülteni, 2026). Taşkapu et al. 2026 [s15] (türkisch, englische Zusammenfassung): erzählende Übersicht zum Fertilitätserhalt bei Hodenkrebs; der Hodenkrebs sei die häufigste solide Krebserkrankung bei 15- bis 44-jährigen Männern; radikale inguinale Orchiektomie, Chemotherapie und Bestrahlung könnten bis zu dauerhafter Unfruchtbarkeit führen; Kryokonservierung sei der wichtigste Weg, werde aber nur bei etwa 30 bis 40 % der Patienten genutzt; Hindernisse bestünden auf Seite von Ärzten und Patienten sowie wirtschaftlich und soziokulturell.

**Nebenhodenzysten und Samenwege [s206].** Titel: „Современный взгляд на лечение кист придатка яичка как фактора обструктивной азооспермии (Moderner Blick auf die Behandlung von Nebenhodenzysten als Faktor der obstruktiven Azoospermie)“ (Вестник урологии, 2019). Sarkisjan und Winogradow 2019 [s206] (russisch): Literaturübersicht zu Nebenhodenzysten als Ursache der obstruktiven Azoospermie; minimalinvasive Verfahren wie die Sklerotherapie seien den traditionellen Operationen an Wirksamkeit und Sicherheit nicht unterlegen; Daten zum Einfluss auf die Fruchtbarkeit fehlten praktisch.

### Varikozelenoperation (Exkurs)

Die Varikozelenoperation hat eine sehr große Literatur (Hunderte Treffer, viele kleine Studien). Hier werden die Metaanalysen und Übersichten dargestellt, die in der Quellenliste geführt werden; eine vollständige Aufarbeitung gehört in ein eigenes Thema. Für die Metaanalysen gilt: Sie fassen überwiegend Beobachtungsstudien zusammen.

**Persad et al. 2021: Cochrane-Übersicht, operative oder radiologische Behandlung der Varikozele bei subfertilen Männern [s171].** Titel: „Surgical or radiological treatment for varicoceles in subfertile men.“ (The Cochrane database of systematic reviews, 2021). 48 randomisierte Studien mit 5.384 Teilnehmenden (Suche am 4. April 2020; GRADE). Behandlung gegenüber keiner oder verzögerter Behandlung: Lebendgeburt unklar (RR 2,27; 95-%-KI 0,19 bis 26,93; 2 Studien, n = 204; I² = 74 %; sehr niedrige Sicherheit); Schwangerschaft möglicherweise erhöht (RR 1,55; 1,06 bis 2,26; 13 Studien, n = 1.193; I² = 65 %; niedrige Sicherheit; 21 % Schwangerschaftschance bei keiner oder verzögerter Behandlung, 22 bis 48 % nach Behandlung). Operativ gegenüber radiologisch: Schwangerschaft RR 1,13 (0,75 bis 1,70; 5 Studien, n = 456; niedrige Sicherheit), Rezidiv RR 1,31 (0,82 bis 2,08; 3 Studien, n = 380). Mikroskopische subinguinale Operation gegenüber anderen Verfahren: Schwangerschaft RR 1,18 (1,02 bis 1,36; 12 Studien, n = 1.473; mäßige Sicherheit), Rezidiv RR 0,48 (0,29 bis 0,79; 14 Studien, n = 1.565; mäßige Sicherheit). Samenparameter sind keine Hauptendpunkte dieser Cochrane-Übersicht; sie berichtet Lebendgeburt, Schwangerschaft, Nebenwirkungen und Rezidive. Die Autoren sehen die Evidenz als begrenzt und fordern Studien mit Lebendgeburt als Endpunkt.

**Agarwal et al. 2023: Auswirkung der Varikozelenkorrektur auf Samenparameter im Vergleich zu unbehandelten Kontrollen, Metaanalyse [s119].** Titel: „Impact of Varicocele Repair on Semen Parameters in Infertile Men: A Systematic Review and Meta-Analysis.“ (The world journal of men's health, 2023). 16 Studien mit 2.420 infertilen Männern mit klinischer Varikozele (1.424 behandelt, 996 unbehandelt). Standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD) für Spermienkonzentration 1,739 (95-%-KI 1,129 bis 2,349; I² = 97,6 %), Gesamtspermienzahl 1,894 (0,566 bis 3,222; I² = 97,8 %), progressive Beweglichkeit 3,301 (2,164 bis 4,437; I² = 98,5 %), Gesamtbeweglichkeit 0,887 (0,036 bis 1,738; I² = 97,3 %), Normalform 1,673 (0,876 bis 2,470; I² = 98,5 %); Samenvolumen ohne Unterschied (SMD 0,313; −0,242 bis 0,868). Publikationsbias für Konzentration und progressive Beweglichkeit. Die Autoren sprechen von „hoher Evidenz“; die Heterogenität (I² um 98 %) und die überwiegend nicht randomisierten Primärstudien sprechen für Zurückhaltung bei dieser Bewertung.

**Baazeem et al. 2011: Metaanalyse und Übersicht der Varikozelenkorrektur [s298].** Titel: „Varicocele and male factor infertility treatment: a new meta-analysis and review of the role of varicocele repair.“ (European urology, 2011). Vier randomisierte Studien zur Schwangerschaft bei Oligozoospermie: gepooltes OR 2,23 (95-%-KI 0,86 bis 5,78; p = 0,091), nicht signifikant. Prospektive Vorher-Nachher-Studien: Spermienkonzentration +12,32 Mio./ml (9,45 bis 15,19; p < 0,0001; 22 Studien), Gesamtbeweglichkeit +10,86 % (7,07 bis 14,65; 17 Studien), progressive Beweglichkeit +9,69 % (4,86 bis 14,52; p = 0,003; 5 Studien). Die Autoren schließen, ein Beleg für höhere Spontanschwangerschaftsraten sei nicht schlüssig, die Samenparameter besserten sich aber. Vorher-Nachher-Daten ohne Kontrollgruppe sind für die Regression zur Mitte anfällig.

**Zhou et al. 2015: Metaanalyse zur Varikozelenoperation bei Jugendlichen (China) [s255].** Titel: „Effect of varicocelectomy on testis volume and semen parameters in adolescents: a meta-analysis“ (Asian journal of andrology, 2015). Sieben Studien (randomisierte und nicht randomisierte). Der mittlere Hodenvolumenunterschied zwischen Operation und Beobachtung betrug 2,9 ml (95-%-KI 0,6 bis 5,2) auf der Varikozelenseite und 1,5 ml (0,3 bis 2,7) auf der gesunden Seite (p < 0,05); bei den Samenparametern ergaben sich keine signifikanten Unterschiede (Konzentration 13,7 × 10⁶/ml, −1,4 bis 28,8, p = 0,075; Gesamtbeweglichkeit 2,5 %, −3,6 bis 8,6, p = 0,424; normale Morphologie 2,9 %, −3,0 bis 8,7, p = 0,336). Die Autoren fordern gut geplante randomisierte Studien.

**Metaanalysen aus dem Netzwerk des Global Andrology Forum und verwandte Arbeiten [s36, s53, s70, s38, s02, s150].** Titel: „Sperm DNA Fragmentation in Men with Varicocele: A Systematic Review and Meta-Analysis“ (The world journal of men's health, 2026). [s36] (40 Studien eingeschlossen, 35 in der quantitativen Synthese; Spermien-DNA-Fragmentierung bei Varikozele): höhere Fragmentierung (Mittelwertdifferenz 15,34; 95-%-KI 9,74 bis 20,9; p < 0,001), niedrigere Konzentration (−29 Mio./ml; −37 bis −21), niedrigere Gesamtzahl (−188 Mio.; −325 bis −52; p = 0,007), geringere Vitalität (−5,7 %; −8,6 bis −2,8), Gesamtbeweglichkeit (−17 %; −29,0 bis −5,3; p = 0,004), progressive Beweglichkeit (−17 %; −23 bis −11) und normale Formen (−3,1 %; −4,3 bis −1,8); Volumen und Gesamtzahl beweglicher Spermien unterschieden sich nicht (−113 Mio.; −244,0 bis 18,1; p = 0,09). Titel: „Impact of Varicocele on Reproductive Hormones in Men: A Systematic Review and Meta-Analysis“ (The world journal of men's health, 2026). [s53] (32 Studien; Hormone, Hodenvolumen und Samen bei Varikozele gegenüber Männern ohne): FSH +2,18 IU/l (1,37 bis 2,99), LH +0,63 (0,08 bis 1,17; p = 0,02), Gesamttestosteron −0,71 ng/ml (−1,20 bis −0,23; p = 0,004); Hodenvolumen rechts −1,40 ml (−2,69 bis −0,12) und links −2,97 ml (−4,03 bis −1,91); Konzentration −34,72 Mio./ml (−48,41 bis −21,03), Beweglichkeit −20,62 % (−29,69 bis −11,55), Vitalität −14,75 % (−24,60 bis −4,90), normale Form −10,15 % (−16,53 bis −3,78). Titel: „Impact of Varicocele Repair on Assisted Reproductive Technique Outcomes in Infertile Men: A Systematic Review and Meta-Analysis“ (The world journal of men's health, 2025). [s70] (Varikozelektomie vor assistierter Fortpflanzung; 9 Beobachtungsstudien aus 1.554 Artikeln): intrauterine Insemination, klinische Schwangerschaft OR 1,01 (0,42 bis 2,45); ICSI: Befruchtungsrate +10,9 (5,94 bis 15,89), klinische Schwangerschaft OR 1,38 (1,07 bis 1,78), Lebendgeburt OR 2,07 (1,45 bis 2,97). Titel: „Impact of Intraoperative Doppler Ultrasound on Outcomes of Microsurgical Subinguinal Varicocelectomy: A Systematic Review and Meta-Analysis“ (The world journal of men's health, 2026). [s38] (intraoperativer Doppler bei mikrochirurgischer Operation; 7 Studien, 1.044 Patienten; russische Erstautoren): progressive Beweglichkeit +12,10 % (3,47 bis 20,72; p = 0,006); Operationszeit einseitig −5,90 min (−9,78 bis −2,02); erhaltene Arterien +0,44 (0,32 bis 0,57); mehr unterbundene Venen +1,06 (0,80 bis 1,33); keine Unterschiede bei Konzentration, Form, Schwangerschaft, Rezidiv, Hydrozele und Atrophie. Titel: „Effect of Varicocelectomy on Testosterone Parameters in Hypogonadism: A Systematic Review and Meta-Analysis“ (The world journal of men's health, 2026). Aboukhshaba et al. 2026 [s02] (Testosteron nach Varikozelektomie bei Hypogonadismus; 18 Studien, 1.225 Patienten): Testosteron +113,87 ng/dl (103 bis 124,75; p < 0,00001), Erektionswert +3,25 (1,49 bis 5,01); LH −0,28 mIU/ml (p = 0,04). Titel: „Effect of redo varicocelectomy on semen parameters and pregnancy outcome: An original report and meta-analysis“ (Andrologia, 2022). [s150] (Wiederholungsoperation bei Rezidiv; eigene Serie mit 32 Patienten plus 7 Studien): Konzentration +20,281 Mio./ml, Gesamtbeweglichkeit +9,659 %, Zahl beweglicher Spermien +23,258 Mio. und normale Form +4,460 % (jeweils p ≤ 0,001); Schwangerschaftsrate 34,6 %; keine Hormonänderung. Die Zusammenfassungen nennen keine Heterogenität.

**Systematische Übersicht aus Russland [s133].** Titel: „Predictors of microsurgical varicocelectomy efficacy in male infertility treatment: critical assessment and systematization“ (Asian journal of andrology, 2023). Schomarufow et al. 2023 [s133]: Gesamtzahl beweglicher Spermien plus Konzentration vor der Operation seien die wichtigsten Prädiktoren; für die Samenverbesserung kämen auch Doppler-Parameter, der DNA-Fragmentierungsindex und die beidseitige Operation hinzu. Keine Effektschätzer im Abstract.

**Einordnung.** Cochrane-Übersicht, Metaanalysen und Beobachtungsserien kommen zu unterschiedlich starken Aussagen: Die Cochrane-Übersicht sieht eine möglicherweise erhöhte Schwangerschaftsrate bei niedriger Sicherheit und kann zur Lebendgeburt nichts sagen [s171]; die Metaanalyse von Agarwal et al. findet große Verbesserungen aller Samenparameter bei hoher Heterogenität [s119]; die Vorher-Nachher-Analyse von Baazeem et al. findet verbesserte Samenparameter, aber keinen schlüssigen Beleg für höhere Spontanschwangerschaftsraten [s298]. Bei Jugendlichen zeigt die Metaanalyse nur beim Hodenvolumen, nicht bei den Samenparametern signifikante Unterschiede [s255].

### Gesamteinordnung der Übersichten

Am besten belegt sind drei Befunde: (1) Nach Vasektomie wird die Azoospermie bei den meisten nach etwa drei Monaten und 20 Ejakulationen erreicht, bei einem Teil dauert es länger [s340]. (2) Nach Refertilisierung sind Spermien im Ejakulat bei etwa 85 bis 90 % nachweisbar, die Schwangerschaftsrate liegt in der Metaanalyse bei 73 % (gewichtet) [s247], die Spermienparameter bleiben oft unter den WHO-Normwerten (siehe Beobachtungsteil [s225]). (3) Beidseitiger Hodenhochstand geht mit deutlich schlechterer Samenqualität einher als einseitiger (OR für Azoospermie 2,3 [s55]). Dünn oder widersprüchlich sind: Hypospadie (keine Metaanalyse zur Samenqualität), Leistenbruch (Übersichten stützen sich auf kleine, kurz beobachtete Studien; der seltene Samenleiterverschluss ist nur als Fallserie belegt), Hodentorsion (eine Metaanalyse mit niedriger Gewissheit) und die Hodenspermiengewinnung nach Hodenhochstand (drei Metaanalysen, die sich beim Einfluss des Operationsalters widersprechen).


## Studienlage: Beobachtungsstudien

Dieser Abschnitt bespricht Kohorten, Fall-Kontroll-Studien, Querschnittsstudien, Fallserien, Registerauswertungen und die wenigen randomisierten Einzelstudien, geordnet nach Eingriff. Studien, die in mehreren Sprachräumen erfasst wurden, stehen nur einmal.

### Hypospadie

Die Literatur zur Samenqualität im Erwachsenenalter ist dünn: eine Handvoll Querschnittsstudien mit Samenanalyse, eine große schwedische Registerkohorte zu Vaterschaft und Fruchtbarkeit und Arbeiten zu Hormonen, Hodenbefunden, Genetik und Entstehung. Die Frage, ob die Operation selbst die Spermienbildung verändert, wird durch keine der Studien direkt geprüft; verglichen werden Schweregrade, Operationszeitpunkte und Gruppen mit und ohne Begleitfehlbildung.

#### Studien mit Samen-, Hormon- oder Vaterschaftsdaten bei Erwachsenen und Jugendlichen

**Asklund et al. 2010: Samenqualität, Hormone und Fruchtbarkeit operierter Männer (Dänemark) [s308].** Titel: „Semen quality, reproductive hormones and fertility of men operated for hypospadias.“ (International journal of andrology, 2010). Querschnitt mit Kontrollgruppe aus der dänischen Allgemeinbevölkerung (junge Männer) plus Registerauswertung. Population: 92 Männer mit isolierter Hypospadie (IH) und 20 mit Hypospadie und zusätzlichen Genitalstörungen (HAGD) aus dem Raum Kopenhagen; zusätzlich Fruchtbarkeitsdaten von 1.083 im Register als wegen Hypospadie operiert geführten Männern. Ergebnisse: Die Samenqualität der IH-Männer unterschied sich nicht von den Kontrollen, bei HAGD war sie vermindert. Mediane für IH bzw. HAGD: Spermienkonzentration 52 bzw. 32 Mio./ml (p = 0,02), Gesamtspermienzahl 173 bzw. 101 Mio. (p = 0,03), Anteil beweglicher Spermien 70 bzw. 58 % (p = 0,007), Anteil morphologisch normaler Spermien 9 bzw. 4 % (p = 0,004). Bei IH waren FSH und LH leicht erhöht, bei HAGD deutlicher. Von den 1.083 Registermännern waren 24,0 % als Vater mindestens eines Kindes verzeichnet, in der altersgleichen Allgemeinbevölkerung 29,4 % (p < 0,01). Stärken: Kombination aus Samenanalyse und Registerdaten, Trennung nach Begleitfehlbildungen. Schwächen: Querschnitt, kleine HAGD-Gruppe (n = 20), Teilnahmeverzerrung möglich; die niedrigere Vaterschaftsquote kann auch psychosoziale oder sexuelle Ursachen haben, wie die Autoren selbst schreiben.

**Kumar et al. 2016: Fruchtbarkeitspotenzial bei erwachsenen Hypospadiepatienten (Indien) [s237].** Titel: „Fertility Potential in Adult Hypospadias.“ (Journal of clinical and diagnostic research : JCDR, 2016). Prospektive Querschnittsstudie mit 73 erwachsenen Patienten (mittleres Alter 23,73 Jahre; 14 proximal, 59 distal; 43 erst im Erwachsenenalter operiert) und 70 gesunden altersgleichen Kontrollen. Gemessen wurden Penismaße, Hodenvolumen, LH, FSH, Testosteron, Samenanalyse und Fragebögen (IIEF-5). Ergebnisse: Penislänge schlaff bzw. erigiert 7,92 ± 1,33 bzw. 9,62 ± 1,31 cm gegenüber 10,78 ± 0,94 bzw. 13,15 ± 1,15 cm bei Kontrollen (p < 0,001); Zufriedenheit und Libido vergleichbar (p > 0,05). Samenvolumen, Konzentration, Beweglichkeit und normale Morphologie bei distaler Hypospadie mit den Kontrollen vergleichbar (p > 0,05), bei proximaler Form schlechter. FSH und LH signifikant höher, Testosteron niedriger (p < 0,001); Hodengröße ohne Unterschied. Kein signifikanter Unterschied im Fruchtbarkeitspotenzial zwischen im Kindes- und im Erwachsenenalter Operierten. Stärken: Vergleich mit Kontrollen, Vergleich des Operationszeitpunkts. Schwächen: kleine Gruppe proximaler Fälle (n = 14), Einzelzentrum, besondere Population (späte Operation), die konkreten Spermienwerte stehen nicht im Abstract.

**Tack et al. 2022: Endokrinologie und Samenparameter junger Männer mit nicht syndromaler Hypospadie (Gent, Wien) [s152].** Titel: „Endocrine outcome and seminal parameters in young adult men born with hypospadias: A cross-sectional cohort study.“ (EBioMedicine, 2022). Querschnittskohorte mit 193 Männern im Alter von 16 bis 21 Jahren mit nicht syndromaler Hypospadie (NSH) gegenüber 50 gesunden Kontrollen, mit Untersuchung, Samenanalyse, Hormonmessung und Exom-Genpanel (474 Gene). Ergebnisse: Alle erlebten eine spontane Pubertät, bei höheren LH- und INSL3-Spiegeln als Kontrollen. Oligo- oder Azoospermie bei 32 von 172 NSH-Männern (18,6 %; 99-%-KI 12,2 bis 27,4 %); bei 5 von 16 mit komplexer NSH (31,3 %; 99-%-KI 11,1 bis 62,4 %) und bei 13 von 22 der klein für das Gestationsalter Geborenen (59,1 %; 99-%-KI 33,2 bis 80,7 %). Keine (wahrscheinlich) krankheitsverursachenden kodierenden Varianten. Stärken: größte Kohorte mit Samenanalyse, zwei Zentren, genetische Zusatzdaten. Schwächen: Alter 16 bis 21 Jahre, nur 172 von 193 mit auswertbarer Samenprobe, breite Konfidenzintervalle in den Untergruppen; die Samenwerte der Kontrollen sind im Abstract nicht beziffert. Die Studie belegt eine Assoziation mit der Fehlbildung, nicht mit der Operation.

**Skarin Nordenvall et al. 2020: Fruchtbarkeit erwachsener Männer mit Hypospadie, schwedische Registerkohorte [s189].** Titel: „Fertility in adult men born with hypospadias: A nationwide register-based cohort study on birthrates, the use of assisted reproductive technologies and infertility.“ (Andrology, 2020). Bevölkerungsbezogene Kohorte von 1,2 Millionen in Schweden 1964 bis 1998 geborenen Männern; logistische und Cox-Modelle, geschwisterstratifizierte Analyse zur Kontrolle familiärer Störfaktoren. Ergebnisse: Männer mit Hypospadie hatten eine geringere Wahrscheinlichkeit, leibliche Kinder zu haben (adjustierte HR 0,87; 95-%-KI 0,83 bis 0,92); distale Form HR 0,90 (0,85 bis 0,96), proximale Form HR 0,59 (0,42 bis 0,81). Sie wurden häufiger über assistierte Reproduktion Väter, unabhängig von einem begleitenden Hodenhochstand. Der anfängliche Zusammenhang mit der Diagnose männlicher Infertilität verschwand in Sensitivitätsanalysen ohne Hodenhochstand. Stärken: sehr große Fallzahl, Geschwistervergleich. Schwächen: Geburtenraten sind ein grobes Fruchtbarkeitsmaß bei Familienplanung; keine Samenparameter; Operationsdetails werden im Abstract nicht ausgewertet. Die Autoren werten die Gesamtschau als Hinweis auf beeinträchtigte Fruchtbarkeit.

**Asklund et al. 2007: Fortpflanzungsgesundheit der Väter von Jungen mit Hypospadie [s328].** Titel: „Increased frequency of reproductive health problems among fathers of boys with hypospadias.“ (Human reproduction (Oxford, England), 2007). Vergleich von 64 Vätern von Jungen mit Hypospadie mit 349 Partnern Schwangerer als Kontrollen; Samenprobe, Blutprobe, Untersuchung, Fragebogen. Ergebnisse: mediane Spermienkonzentration 54,1 gegenüber 81,2 Mio./ml (p = 0,004), Gesamtspermienzahl 222,0 gegenüber 326,0 Mio. (p = 0,009); urogenitale Störungen berichteten 11 von 64 gegenüber 16 von 349 (p < 0,001); keine signifikant andere Wartezeit bis zur Schwangerschaft, aber 15 % der Väter hatten eine Fruchtbarkeitsbehandlung erhalten. Die Autoren vermuten gemeinsame Anfälligkeitsgene von Vätern und Söhnen. Bedeutung: Die Samenqualität hängt in dieser Familienperspektive mit der Fehlbildung zusammen, nicht mit einem Eingriff.

**Kroon et al. 2026: Hodensonografie als Screening bei Hypospadie [s21].** Titel: „The role of testicular ultrasonography as a screening tool for testicular dysfunction in hypospadias.“ (BJU international, 2026). Fall-Kontroll-Querschnitt mit 244 Männern mit Hypospadie (200 im Tanner-Stadium 5) und 51 Kontrollen; drei Untersucher mit guter Übereinstimmung (κ = 0,735 für Mikrokalk, 0,647 für Inhomogenität). Inhomogenität des Hodenparenchyms häufiger bei Hypospadie (insgesamt p = 0,004; mild p = 0,006; schwer und komplex p < 0,001) und zunehmend mit der Pubertät; Assoziation mit verminderter Spermienkonzentration, Zahl der Penisoperationen, kürzerer erwachsener Penislänge und kleinem Geburtsgewicht. Positiver prädiktiver Wert für Oligozoospermie 29,6 %, negativer für Azoospermie 84,8 %. Mikrokalk ohne Unterschied (p = 0,599). Die Verbindung mit der Zahl der Penisoperationen ist eine Assoziation; der Abstract trennt nicht zwischen Ursache und Schweregrad.

**Fang et al. 2022: genetische Fallserie bei angeborener Samenleiterabwesenheit mit Hypospadie (China) [s148].** Titel: „Congenital absence of the vas deferens with hypospadias or without hypospadias: Phenotypic findings and genetic considerations“ (Frontiers in genetics, 2022). 50 Männer mit angeborener Samenleiterabwesenheit; 29 trugen mindestens eine CFTR-Variante, ADGRG2-Varianten fanden sich nicht. Bei sieben Männern mit zusätzlicher Hypospadie ergab die Exomsequenzierung keine homozygoten oder zusammengesetzt heterozygoten Varianten. Diese Männer hatten ein kleineres Hodenvolumen (9,71 ± 2,14 ml gegenüber 14,45 ± 2,93 ml; p < 0,001) und höheres FSH (7,28 ± 3,91 gegenüber 4,24 ± 1,96 IU/l; p = 0,027) als die ohne Hypospadie. Die Autoren schließen auf eine geringere Hodenspermatogenese und eine andere genetische Grundlage. Schwäche: nur sieben Männer.

**Popkov et al. 2011: Ejakulatparameter nach Operation verschiedener Hypospadieformen (Russland, Baschkortostan) [s307].** Titel: „Параметры эякулята у пациентов с вариантами гипоспадии в отдаленном периоде после хирургического лечения (Ejakulatparameter bei Patienten mit Hypospadievarianten im späten Verlauf nach chirurgischer Behandlung)“ (Медицинский вестник Башкортостана, 2011). Beobachtungsstudie an Männern, die im Kindesalter wegen unterschiedlicher Hypospadieformen operiert wurden; die Zahl der Teilnehmer nennt die Zusammenfassung nicht. Bei vorderen Formen fanden sich eine geringfügig verminderte Spermienkonzentration und Beweglichkeit. Bei mittleren Formen wurde der Samen als subfertil gewertet (mäßige Oligo-Astheno-Teratozoospermie). Am schwersten waren die Veränderungen bei hinteren Formen und bei Hypospadie im Rahmen einer Störung der Geschlechtsentwicklung: Die Spermienzahl lag bei 0,3 ± 0,27 Millionen pro Milliliter, der Samen galt als nicht fertil. Die Ausprägung der Pathospermie korreliere direkt mit der Schwere der Hypospadie. Stärken: einzige direkte regionale Untersuchung des Zusammenhangs, Staffelung nach Schweregrad. Schwächen: keine Teilnehmerzahl, keine p-Werte oder Konfidenzintervalle im Abstract, keine Kontrollgruppe, keine Angabe zu Operationsverfahren und Alter bei der Operation. Eine Vermischung von Operationsfolge und Grunderkrankung ist nicht auflösbar: Die schwersten Fälle gehören zu Störungen der Geschlechtsentwicklung, bei denen schon die Hoden selbst gestört sein können.

**Raigorodskaja et al. 2013: Pubertät und Sertoli-Zell-Funktion bei Hypospadie (Russland) [s285].** Titel: „Становление пубертата у мальчиков с гипоспадией (Pubertätsverlauf bei Jungen mit Hypospadie)“ (Бюллетень медицинских интернет-конференций, 2013). 39 Patienten mit Hypospadie am Schaft oder am Skrotum. Die Untersuchung beschreibt einen veränderten Pubertätsverlauf und eine Störung der Sertoli-Zell-Funktion. Die Durchblutung im Hoden und das Prostatavolumen korrelierten stark mit FSH und Inhibin B. Zahlen nennt die Zusammenfassung nicht. Aussagekraft: Hinweis auf eine gonadale Mitbeteiligung, kein Samenbefund.

**Volodko et al. 2025: proximale Hypospadie und Störung der Geschlechtsentwicklung (Russland) [s84].** Titel: „Оптимизированная программа реабилитации пациентов с проксимальной гипоспадией и вариантами нарушения формирования пола (Optimiertes Rehabilitationsprogramm für Patienten mit proximaler Hypospadie und Varianten der Geschlechtsentwicklungsstörung)“ (Репродуктивное здоровье детей и подростков, 2025). 22 Patienten (15 bis 38 Jahre, Median 19) mit proximaler Hypospadie und Störung der Geschlechtsentwicklung: 10 mit partieller Gonadendysgenesie 46,XY, 5 mit gemischter Gonadendysgenesie 45,X/46,XY, 4 mit nicht näher bestimmter Variante 46,XY und 3 mit partieller Androgenresistenz. 15 Patienten bildeten die Hauptgruppe (diagnostisches Programm, stufenweise Harnröhrenplastik nach Hodenverlagerung und Entfernung müllerscher Reste, danach Betreuungsprogramm), 7 die Vergleichsgruppe (Operation vor der Diagnose ohne Betreuungsprogramm). Samenwerte werden nicht berichtet. Relevanz für die Fruchtbarkeit: indirekt, über die Notwendigkeit einer diagnostischen Einordnung vor der Operation.

#### Studien bei Säuglingen und Kindern (Hormon- und Hodenbefunde als Ersatzmaße)

**Leunbach et al. 2026: Reproduktionshormone in der Minipubertät bei Jungen mit Hypospadie [s23].** Titel: „Reproductive Hormones During Minipuberty Suggest Subtle Testicular Impairments in Boys With Hypospadias.“ (The Journal of clinical endocrinology and metabolism, 2026). Prospektive Kohorte (Mai 2021 bis Januar 2023), 139 Säuglinge, 113 eingeschlossen; 89 (79 %) mit distaler Hypospadie. Geburtsgewichts- und Plazentaperzentilen bei proximaler Form niedriger (p = 0,014 bzw. 0,038). FSH (im Abstract „FHS“ geschrieben) 0,83 SDS, Testosteron 0,71 SDS, freies Testosteron 0,83 SDS höher (p < 0,001); Inhibin B −0,38 SDS, AMH −0,23 SDS, INSL3 −0,31 SDS, Androstendion −0,52 SDS und DHEA-S −0,50 SDS niedriger. Hormonwerte unterschieden sich nicht nach Schweregrad. Die Autoren deuten dies als diskrete Hodenfunktionsstörung. Schwäche: ein Surrogat im Säuglingsalter; ob später schlechtere Spermien folgen, ist nicht untersucht.

**Shen et al. 2026: Hormonspiegel bei 323 Kindern mit Hypospadie mit und ohne Begleitfehlbildungen (China) [s45].** Titel: „Clinical Characteristics and Sex Hormone Levels in 323 Cases of Hypospadias With or Without Associated Malformations.“ (Children (Basel, Switzerland), 2026). Retrospektiv; 68 von 323 (21,05 %) hatten Begleitfehlbildungen, meist urogenital (75,00 %), am häufigsten Hodenhochstand. Operationsalter bei Begleitfehlbildungen höher (Median 3,34 gegenüber 2,42 Jahren). Nach Propensity-Matching waren FSH und Prolaktin bei urogenitalen Begleitfehlbildungen erhöht (jeweils p < 0,05). Keine Spermiendaten; relevant als Hinweis, dass Hypospadie mit Begleitanomalie eine eigene Untergruppe sein könnte.

**Nakamura et al. 2018: Hodenmikrolithiasis bei Kindern mit Hypospadie (Sapporo) [s213].** Titel: „Prevalence and risk factors of testicular microlithiasis in patients with hypospadias: a retrospective study“ (BMC pediatrics, 2018). Retrospektive Aktenanalyse mit 121 Kindern mit Hypospadie (66 mild, 55 schwer; 16 mit Hodenhochstand), die eine Hodensonografie erhalten hatten. Mikrolithiasis fand sich bei 17 Kindern (14,0 %), klassische Mikrolithiasis bei 8 (6,6 %). Der Hodenhochstand war der einzige signifikante Risikofaktor: Mikrolithiasis 43,8 % gegenüber 9,5 % (p = 0,002), klassische Mikrolithiasis 37,5 % gegenüber 1,9 % (p < 0,001). Die Autoren folgern, dass isolierte Hypospadie ein geringeres Risiko für eine Hodenschädigung zu tragen scheint. Schwächen: retrospektiv, kurze Nachbeobachtung (medianes Alter bei Ultraschall 1,7 Jahre), Mikrolithiasis nur indirekter Hinweis.

**Iwatsuki et al. 2011: Hormone bei präpubertären Jungen nach Operation von Hodenhochstand, Hypospadie oder beidem (Nagoya) [s301].** Titel: „Endocrine assessment of prepubertal boys with a history of cryptorchidism and/or hypospadias: a pilot study“ (The Journal of urology, 2011). Pilotstudie mit 82 präpubertären Jungen, die wegen Kryptorchismus (23), Hypospadie (49), beidem (10) oder Hydrozele (7, Kontrollgruppe) operiert worden waren. Das follikelstimulierende Hormon (FSH) lag in der Gruppe mit beiden Fehlbildungen in den Altersklassen 12,5 bis 13,5 und über 13,5 Jahre sowie in den Tanner-Stadien 2 und 3 höher als in den übrigen Gruppen (p < 0,05); luteinisierendes Hormon und Testosteron unterschieden sich nicht. Die Autoren sehen darin eine stärkere Beeinträchtigung der Hodenfunktion bei beiden Fehlbildungen zusammen, vereinbar mit der Hypothese des Hodendysgenesie-Syndroms. Schwächen: Pilotstudie, Hormone nur als Ersatzmaß für die spätere Samenqualität, keine Samenanalyse.

**Kon et al. 2016: Kopienzahlvarianten der Azoospermie-Faktor-Region bei Kindern mit Hypospadie (Japan) [s236].** Titel: „Copy Number Variations of the Azoospermia Factor Region and SRY Are Not Associated with the Risk of Hypospadias“ (Sexual development : genetics, molecular biology, evolution, endocrinology, embryology, and pathology of sex determination and differentiation, 2016). Bei 89 japanischen Kindern mit Hypospadie wurden Kopienzahlvarianten der Azoospermie-Faktor-Region (AZF) und von SRY mittels MLPA untersucht. AZF-verbundene Varianten fanden sich in 39 von 89 Fällen (vier Typen, darunter eine neue einfache Duplikation) mit einer Häufigkeit, die der Gesunder vergleichbar war; SRY-Varianten fehlten. Kein Zusammenhang zwischen diesen Varianten und dem Hypospadierisiko.

#### Langzeitergebnisse nach Operation ohne Samenanalyse

**Bocchino et al. 2024: Langzeitergebnisse nach Hypospadiekorrektur (Florenz) [s89].** Titel: „Long-term Functional, Sexual, and Cosmetic Outcomes in Adult Patients Who Underwent Hypospadias Repair During Childhood at a Highly Specialized Italian Pediatric Hospital.“ (Urology research & practice, 2024). Retrospektive Kohorte mit Fragebogen: 799 Operierte 1993 bis 2004, 239 Teilnehmende nach 17 bis 28 Jahren; Komplikationsrate 27 % (65 von 239); mittlerer IIEF-5 24,10 ± 1,02, mittlerer IPSS 0,96 ± 1,97, HOSE 15,47 ± 0,45. Es wurden keine Samenparameter erhoben. Die Arbeit ergänzt das Bild der funktionellen Ergebnisse, liefert aber nichts zur Spermienqualität; die Teilnahme von 239 der 799 erlaubt Auswahlverzerrung.

**Kanematsu et al. 2016: Befragung nach Hypospadiekorrektur, Sexualleben, Heirat und Vaterschaft (Hyogo, Japan) [s235].** Titel: „Multivariate Analysis of the Factors Associated With Sexual Intercourse, Marriage, and Paternity of Hypospadias Patients“ (The journal of sexual medicine, 2016). Retrospektive Befragungskohorte: Fragebögen im April 2012 an Patienten, die zwischen 1973 und 1998 als Kinder von einem einzigen Operateur nach derselben Linie behandelt worden waren und zum Zeitpunkt der Befragung mindestens 18 Jahre alt waren. Von 518 angeschriebenen Personen erfüllten 108 die Einschlusskriterien (Alter 18 bis 50 Jahre, Median 28). Erstbehandelt wurden 79 zweizeitig und 12 einzeitig, 17 Fälle waren Reoperationen nach Erstbehandlung andernorts. Der Typ war bei 57 mild (31 glandulär, 26 penil), bei 36 proximal (13 penoskrotal, 23 skrotoperineal), bei 15 unbekannt. In Cox-Modellen und Log-Rank-Tests war Geschlechtsverkehr mit dem milden Typ verbunden (p = 0,025 und 0,0076), Heirat mit stabiler Anstellung (p = 0,020 und 0,026) und Vaterschaft mit dem Ausbleiben zusätzlicher Operationen nach der Erstkorrektur (p = 0,013 in der multivariaten Analyse). Stärken: einheitliche Technik und Operateur, multivariate Analyse. Schwächen: geringer Rücklauf (108 von 518), nicht validierte Fragen zu Sexualleben und Vaterschaft, keine Samenanalyse, Selbstauskunft.

**Kanematsu et al. 2019: Reoperationen wegen Harnröhrenenge und Vaterschaft (Hyogo, Japan) [s200].** Titel: „Analysis of the association between paternity and reoperation for urethral obstruction in adult hypospadias patients who underwent two-stage repair in childhood“ (BMC urology, 2019). Dieselbe Klinik, 90 Patienten nach zweizeitiger Korrektur bei einem Operateur. 26 Patienten (28,9 %) hatten insgesamt 43 Reoperationen. Zwölf wurden wegen einer Harnröhrenengstelle (obstruktive Komplikation) reoperiert (Studiengruppe); sie wurden mit 78 Männern verglichen (14 nur aus nicht obstruktiven Gründen reoperiert, 64 nicht reoperiert). Keiner aus der Studiengruppe wurde Vater; der Unterschied war signifikant (p = 0,032, Log-Rank), ebenso unter den 31 Verheirateten (p = 0,012). Der Lebensqualitätswert des Internationalen Prostata-Symptom-Scores lag bei 2,3 ± 2,0 gegenüber 1,4 ± 1,2 (p = 0,031), Ejakulationsprobleme betrafen 66,7 % gegenüber 17,4 % (p = 0,003). Die Heiratsrate mit 32,5 Jahren lag unter der der Allgemeinbevölkerung (p = 0,048). Die Autoren sehen vielfältige Ursachen (Heiratsalter, Ejakulationsstörungen) und mahnen eine unkomplizierte Harnröhrenplastik an. Schwächen: sehr kleine Gruppe von zwölf Männern, keine Samenparameter, keine Vaterschaftsabsicht erfasst. Beide Arbeiten stammen aus derselben Klinik und derselben Operationsreihe und überschneiden sich vermutlich teilweise.

**Sondermann et al. 2026: Trends der Hypospadiechirurgie in Deutschland 2006 bis 2024 [s48].** Titel: „Trends in surgical management of hypospadias in Germany: A nationwide analysis on legislative and guideline changes.“ (Journal of pediatric urology, 2026). Auswertung deutscher Krankenhausqualitätsberichte mit Joinpoint-Regression. Die Diagnosezahlen blieben stabil bei 3.225 bis 3.850 Fällen pro Jahr, die Eingriffe stiegen von 3.828 (2006) auf 5.564 (2018), sanken 2019 bis 2021 und lagen 2024 bei 5.725. Die überarbeitete S2k-Leitlinie (erstmals 2016, aktualisiert 2021) beeinflusse die Operationspraxis stärker als die Gesetzesänderung (BGB § 1631e), die keinen erkennbaren Effekt auf proximale Korrekturen zeigte. Dies ist die einzige deutsche leitliniennahe Quelle zur Hypospadie in dieser Recherche; zur Samenqualität enthält sie nichts.

#### Entstehung, Genitalmaße, Gene und Operationstechnik

**Solonzow et al. 2026: Genitalbefunde bei Jungen nach künstlicher Befruchtung (Moskau) [s47].** Titel: „Spectrum of genital findings in ART-conceived male neonates: A blinded case series analyzing parental reproductive history“ (Urologia, 2026). Verblindete Fallserie an 294 konsekutiv geborenen Jungen, davon 71 nach künstlicher Befruchtung. In der Gruppe nach künstlicher Befruchtung hatten 40 Jungen (56 %) normale Genitalien, 31 (44 %) Auffälligkeiten. Eine Einlingsschwangerschaft war schützend für normale Genitalien (p = 0,004). Die Hypospadie-Häufigkeit betrug 4,2 % und lag damit über den im Abstract angegebenen allgemeinen Raten von 0,06 bis 0,7 %. Sie war mit männlichem Faktor der Unfruchtbarkeit (p = 0,041) und mit mütterlicher Frühgeburt (p = 0,032) verbunden; der Komplex von Penismissbildungen mit mütterlich-endokriner Unfruchtbarkeit (p = 0,033), zweieiigen Zwillingen (p = 0,014) und Frühgeburt (p = 0,017). Die Autoren deuten dies als Hinweis auf zugrunde liegende elterliche Subfertilität, mit der Befruchtungstechnik als möglichem Störfaktor. Stärken: Verblindung der Untersuchung, Einzeluntersucher. Schwächen: explorative, hypothesengenerierende Serie, nur 71 Kinder in der Vergleichsanalyse, kein Vergleich ohne künstliche Befruchtung im Abstract quantifiziert, Vergleichswerte aus der Literatur.

**Kaya und Sahin 2022: Empfängnisart und Hypospadie (Türkei) [s156].** Titel: „Gebe Kalma Şeklinin Çocuklarda Hipospadias Oluşumu Üzerine Etkisinin Belirlenmesi (Einfluss der Empfängnisart auf die Entstehung von Hypospadie bei Kindern)“ (Gümüşhane Üniversitesi Sağlık Bilimleri Dergisi, 2022). Befragung von Müttern von 193 Kindern mit Hypospadie, davon 166 nach Spontanschwangerschaft und 27 nach assistierter Fortpflanzung (86,0 % gegenüber 14,0 %). In der Gruppe nach assistierter Fortpflanzung waren höheres Alter von Mutter und Vater, längere Ehedauer und mütterliche gynäkologische Erkrankungen häufiger (p < 0,05), ebenso die Pflicht-Kaiserschnittrate. Begleitende Urogenitalanomalien waren in dieser Gruppe häufiger (p = 0,036). Ein eindeutiger Einfluss der Kinderwunschbehandlung auf Hypospadie ließ sich nicht belegen. Schwäche: Alle Kinder haben Hypospadie; es gibt keine Kinder ohne Hypospadie als Vergleich.

**Abbas und Ali 2021: Genitalmaße bei Hypospadie und Kryptorchismus (Katar) [s162].** Titel: „Scrotal base distance: A new key genital measurement in males with hypospadias and cryptorchidism“ (Current urology, 2021). Fall-Kontroll-Studie mit 61 Jungen mit Hypospadie (17,4 ± 6,3 Monate), 51 mit Kryptorchismus (11,4 ± 4,8 Monate) und 102 gesunden Reifgeborenen als Vergleich. Der neu eingeführte Skrotalbasisabstand, der Anogenitalabstand und die Penislänge waren bei Hypospadie niedriger als bei Kontrollen (p < 0,01). Bei Kryptorchismus lagen die Werte höher als bei Hypospadie (p < 0,01) und niedriger als bei Kontrollen. Interpretation der Autoren: Marker einer gestörten fetalen Hormonwirkung im Sinne des testikulären Dysgenesiesyndroms. Schwäche: Die Kontrollen stammen aus Beschneidungen; kein Samenbefund, da die Kinder Kleinkinder sind.

**Abdelhalim und El-Sakka 2020: Anogenitalabstand bei Hypospadie (Ismailia, Ägypten) [s181].** Titel: „Relationship between maternal age and anogenital distance in patients with primary hypospadias: A case-control study“ (Arab journal of urology, 2020). Fall-Kontroll-Studie mit 52 Jungen mit Hypospadie und 30 gesunden Kontrollen. Der Anogenitalabstand betrug 4,64 (SD 1,23) gegenüber 5,33 (SD 1,01) cm (p = 0,011). Höheres Alter der Mutter ging mit kürzerem Anogenitalabstand einher (p < 0,001 in der Hypospadiegruppe, p = 0,001 bei Kontrollen). Ein mütterliches Alter von mindestens 34 Jahren sagte einen schweren Hypospadie-Score voraus (Sensitivität 100 %, Spezifität 68,3 %). Die Schweregrade verteilten sich auf 40,4 % leicht, 38,5 % mittel und 21,1 % schwer. Schwäche: kleine Gruppen, Schwellenwert aus denselben Daten bestimmt.

**Denkboy Ongen et al. 2026: Fallbericht, WWOX-Variante bei Hypospadie und väterlicher Subfertilität (Bursa) [s11].** Titel: „The Role of WWOX Gene Variant in Hypospadias and 46,XY Disorders of Sexual Development“ (Reproductive sciences (Thousand Oaks, Calif.), 2026). Ein 7 Monate alter Junge mit skrotaler Hypospadie, Chordee und Hodenhochstand nach IVF-Schwangerschaft wegen männlichen Faktors. Der Junge trägt homozygot die WWOX-Variante p.Ala141Thr; der Vater (mit Unfruchtbarkeitsgeschichte, aber ohne körperliche Untersuchung) ist ebenfalls homozygot, die Mutter heterozygot. Die WWOX-Proteinmenge war bei Kind und Vater deutlich vermindert. Aussagekraft: ein Einzelfall, der eine mögliche Verbindung zwischen Hypospadie und väterlicher Subfertilität nahelegt, ohne Kausalbeleg.

**Arslan Ates et al. 2022: Fallbericht, INHA-Mutation bei zwei Brüdern (Istanbul) [s141].** Titel: „Homozygosity for a novel INHA mutation in two male siblings with hypospadias, primary hypogonadism, and high-normal testicular volume“ (European journal of endocrinology, 2022). Zwei Brüder mit homozygoter INHA-Mutation (c.208_209delAG): Hypospadie in der Vorgeschichte, niedriges Testosteron, hohe Gonadotropine und hohes AMH, kaum messbares Inhibin; beide hatten im Spermiogramm eine Azoospermie. Die heterozygoten Eltern waren unauffällig. Aussagekraft: seltene genetische Ursache einer Hypospadie mit Unfruchtbarkeit.

**Ramez et al. 2025: randomisierte Studie, Dartos-Lappen gegen Lappen aus der Tunica vaginalis bei Hypospadiekorrektur (Mansoura) [s74].** Titel: „Tunica vaginalis or dartos as second layer coverage for distal and mid-shaft penile hypospadias, quo vadis?“ (World journal of urology, 2025). 88 Kinder mit distaler oder mittlerer Hypospadie nach TIP-Verfahren. Urethrokutane Fisteln traten bei 9 (20,9 %) gegenüber 2 (4,9 %) auf (p = 0,029); die Operationszeit betrug im Median 100 gegenüber 145 Minuten (p < 0,001); ein Hodenhochstand nach 12 Monaten trat bei 0 gegenüber 3 Kindern (7,3 %) auf (p = 0,071). Kinder mit früherer Orchidopexie, Orchiektomie oder Leistenbruchoperation waren ausgeschlossen. Relevanz: Die Entnahme von Hüllgewebe des Hodens berührt anatomisch den Hoden; Samenparameter wurden nicht erhoben, ein Langzeitbefund zur Fruchtbarkeit fehlt.

**Lee et al. 2010: Tierversuch zur frühen Testosterongabe bei Ratten (Korea) [s311].** Titel: „Timing of prepubertal androgen administration may have different effects on future fertility as well as penile size in normal male rats“ (Urology, 2010). 80 Sprague-Dawley-Ratten, je 20 pro Gruppe; wöchentliche Testosteroninjektionen in den Wochen 1 bis 3, 3 bis 5 oder 1 bis 5 gegenüber unbehandelt. Die Penislänge war bei Gabe in den Wochen 3 bis 5 größer (41,18 gegenüber 39,13 mm; p = 0,011) und bei Gabe in den Wochen 1 bis 3 kleiner (37,24 gegenüber 39,13 mm; p = 0,020). Das Hodengewicht war in allen Testosterongruppen niedriger (1,79; 2,16; 2,24 gegenüber 2,78 g in den Gruppen 1 bis 3 und Kontrolle), ebenso Nebenhodengewicht, Tubulusdurchmesser und Keimzellzahl. Relevanz: Hinweis auf möglichen Hodenschaden durch frühe Androgengabe, wie sie vor Hypospadiekorrekturen vorkommt; Übertragbarkeit auf den Menschen offen.

#### Einordnung der Beobachtungsstudien zur Hypospadie

Die belastbarsten Aussagen zur Samenqualität stammen aus vier Quellen: der dänischen Querschnittsstudie [s308], der indischen [s237], der belgisch-österreichischen [s152] und der schwedischen Registerkohorte [s189]. Alle vier finden bei distaler Hypospadie wenig oder keine Auffälligkeit und bei proximaler, komplexer oder mit Begleitfehlbildungen verbundener Hypospadie eine deutlichere Beeinträchtigung; Tack et al. finden aber auch in der gesamten NSH-Gruppe eine Oligo- oder Azoospermie in 18,6 % [s152]. Die russische Staffelung nach Schweregrad [s307] passt dazu. Die Befunde zu Hormonen im Säuglingsalter [s23, s45], zu Genitalmaßen [s162, s181] und zu Begleitbefunden [s213, s301, s21] sprechen dafür, dass die Hypospadie häufig Teil einer allgemeineren Störung der Hodenentwicklung ist; elterliche Subfertilität, Frühgeburt und Störungen der Geschlechtsentwicklung hängen mit ihr zusammen [s328, s47, s156]. Ob die Operation selbst die Samenqualität verändert, wird nicht isoliert geprüft; der beobachtete Gradient nach Schweregrad ist mit dem Krankheitsbild vereinbar und spricht nicht für einen Operationseffekt. Die Daten beruhen auf kleinen oder registerbasierten Studien; die Gewissheit ist niedrig bis mäßig.


### Leistenbruch und Leistenbruchoperation

Der Leistenbruch ist der Bereich mit den meisten Studien, vor allem aus dem russischsprachigen Raum. Zwei Fragen werden dabei oft vermischt: Schadet der Bruch selbst dem Hoden (Druck auf den Samenstrang, Durchblutung)? Und verändert die Operation, besonders mit Polypropylennetz, die Samenqualität? Studien, die beide Einflüsse trennen (Samenwerte vor und nach der Operation, mit Kontrollgruppe), sind selten.

#### Erwachsene: randomisierte Studien und prospektive Kohorten mit Samenanalyse

**Damous et al. 2023: Lichtenstein gegen TAPP bei beidseitigem Leistenbruch, randomisierte Studie (São Paulo, Brasilien) [s123].** Titel: „Bilateral inguinal hernia repair and male fertility: a randomized clinical trial comparing Lichtenstein versus laparoscopic transabdominal preperitoneal (TAPP) technique.“ (Surgical endoscopy, 2023). 48 Patienten (20 bis 60 Jahre) randomisiert, 37 ausgewertet (19 Lichtenstein, 18 TAPP; Alter 44 ± 11 Jahre), jeweils mit Polypropylennetz; Kontrolle präoperativ sowie nach 90 und 180 Tagen mit Hormonen (Testosteron, FSH, LH, SHBG), Hodensonografie, Samenqualität und Lebensqualität. Hormone, Doppler, Hodenvolumen und Samenqualität unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht; die Spermienmorphologie war in der Lichtenstein-Gruppe nach 180 Tagen besser (p < 0,05 gegen präoperativ), zwei Patienten nach Lichtenstein hatten nach 180 Tagen eine Oligospermie. Kein Patient berichtete Veränderungen der Sexualität. Registriert (NCT05799742). Schwächen: kleine Zahl (37 Auswertbare), nur 180 Tage, keine Fruchtbarkeit als Endpunkt; der Endpunkt Schwangerschaft wurde nicht erfasst.

**Roos et al. 2017: beidseitige TEP-Reparatur, prospektive Beobachtungsstudie (Niederlande) [s227].** Titel: „Bilateral endoscopic totally extraperitoneal (TEP) inguinal hernia repair does not impair male fertility.“ (Hernia : the journal of hernias and abdominal wall surgery, 2017). 57 Männer (22 bis 60 Jahre) mit primären, reponiblen beidseitigen Leistenbrüchen, Polypropylennetz, 44 vollständig nachbeobachtet nach sechs Monaten. Hodendurchblutung und -volumen unverändert, Samenqualität ohne Unterschied. LH stieg (präoperativ Median 4,3 IE/l, IQR 3,4 bis 5,3; postoperativ 5,0 IE/l, IQR 3,6 bis 6,5; p = 0,03); Inhibin B war postoperativ niedriger (präoperativ Median 139,0 ng/l, IQR 106,5 bis 183,0; postoperativ im Abstract „27,0 ng/l“ mit IQR 88,3 bis 170,9; p = 0,01). Der postoperative Medianwert liegt nach dem Intervall zu urteilen vermutlich nicht bei 27,0; der Abstract (am PubMed-Original gegengeprüft) enthält hier offenbar einen Druckfehler. FSH und Testosteron unverändert. Die Autoren sehen keine klinische Relevanz der Hormonunterschiede. Schwächen: 13 von 57 ohne Nachbeobachtung, keine Kontrollgruppe.

**Skawran et al. 2011: beidseitige TEP-Reparatur, retrospektive und prospektive Studie (Deutschland) [s305].** Titel: „Bilateral endoscopic total extraperitoneal (TEP) inguinal hernia repair does not induce obstructive azoospermia: data of a retrospective and prospective trial.“ (World journal of surgery, 2011). 59 Männer (18 bis 60 Jahre), 21 prospektiv (leichtes Netz), 38 retrospektiv (schweres Netz); Hodenvolumen, Durchblutung, Hormone, Ejakulatvolumen und Spermienzahl mindestens drei Monate postoperativ. Kein signifikanter Unterschied zwischen prä- und postoperativen Werten in der prospektiven Gruppe, alle postoperativen Werte der retrospektiven Gruppe im Normbereich; kein Hinweis auf eine operationsbedingte Beeinträchtigung. Schwächen: retrospektive Hälfte ohne Ausgangswerte, kurzer Abstand zur Operation.

**Sucullu et al. 2010: Lichtenstein gegen Mesh-Plug bei einseitigem Leistenbruch, randomisiert (Türkei) [s316].** Titel: „The effects of inguinal hernia repair on testicular function in young adults: a prospective randomized study.“ (Hernia : the journal of hernias and abdominal wall surgery, 2010). 64 Männer (20 bis 30 Jahre), je 32 pro Gruppe, Doppleruntersuchung und Spermiogramm präoperativ und nach drei Monaten. Der Widerstandsindex stieg in beiden Gruppen (Lichtenstein p = 0,027; Mesh-Plug p = 0,012); Hodenvolumen, Spermienkonzentration und Anteil progressiv beweglicher Spermien unverändert. Schwächen: nur drei Monate; die Randomisierung erfolgte per systematischer Stichprobe, nicht per Zufallszuteilung im engeren Sinn.

**Peeters et al. 2010: laparoskopische Reparatur mit leichtem oder schwerem Netz, randomisiert (Belgien) [s314].** Titel: „Laparoscopic inguinal hernia repair in men with lightweight meshes may significantly impair sperm motility: a randomized controlled trial.“ (Annals of surgery, 2010). 59 Männer, Marlex (Polypropylen) gegen VyproII oder TiMesh, Samenanalyse und Hodensonografie präoperativ und nach einem Jahr. Die Spermienbeweglichkeit sank mit leichten Netzen (−9,5 % bei VyproII, −5,5 % bei TiMesh) gegenüber +2 % bei Marlex (p = 0,013); im beidseitigen Teil −10 % bzw. −17 % gegenüber +1 % (p = 0,037). Konzentration, Morphologie und Alpha-Glukosidase unverändert; Lebensqualität ohne Unterschied; nach einem Jahr keine Rezidive; drei Patienten (6 %) mit chronischen behindernden Schmerzen. Registriert (NCT00925067). Schwächen: kleine Gruppen, Untergruppenanalyse beidseitig, Beweglichkeit als einziger auffälliger Parameter.

**Peeters et al. 2014: Dreijahres-Nachbeobachtung derselben Studie [s267].** Titel: „Sperm motility after laparoscopic inguinal hernia repair with lightweight meshes: 3-year follow-up of a randomised clinical trial.“ (Hernia : the journal of hernias and abdominal wall surgery, 2014). 49 von 59 (83,1 %) nachuntersucht (Median 39,1 Monate). Die Beweglichkeit blieb gegenüber dem ersten Jahr unverändert, der Unterschied zwischen leichten Netzen und Marlex war nicht mehr signifikant (−8,5 % und −8 % gegenüber −2,8 %; p = 0,23). Chronische Schmerzen 6,1 % (3 Patienten), Rezidiv 5,9 % (3 Patienten). Die beiden Berichte zeigen, wie ein früher Befund (nach einem Jahr) bei längerer Beobachtung seine Signifikanz verlieren kann; die Fallzahl bleibt klein.

**Stula et al. 2012: Hodendurchblutung und Spermienautoimmunität nach Netzreparatur (Kroatien) [s293].** Titel: „Influence of inguinal hernia mesh repair on testicular flow and sperm autoimmunity.“ (Hernia : the journal of hernias and abdominal wall surgery, 2012). 43 Patienten, Farbdoppler vor der Operation sowie früh und spät postoperativ; Antispermien-Antikörper vorher und nach fünf Monaten. Frühe signifikante Änderungen der Flussgeschwindigkeiten in beiden Gruppen (laparoskopisch, offen), spät Rückkehr zum Ausgangswert; Antikörper nur in der offenen Gruppe signifikant verändert, jedoch im Normbereich. Fazit der Autoren: kein klinisch bedeutsamer Einfluss. Es wurde kein Spermiogramm berichtet.

**Hatipoğlu et al. 2010: prospektive randomisierte Studie, präperitoneales Netz gegen Lichtenstein (Türkei) [s309].** Titel: „The comparison of the effects of the anterior preperitoneal mesh repair and Lichtenstein procedure on testicular blood flow and volume in patients with inguinal hernias“ (Bakırköy Tıp Dergisi, 2010). 40 Männer (Durchschnitt 34,14 Jahre, 20 bis 45), je 20 mit präperitonealem Netz (vordere Technik) oder Lichtenstein, jeweils Polypropylen. Hodenvolumen, Hodendurchblutung, Venendurchmesser des Plexus pampiniformis und Nebenhodengangdurchmesser wurden vor der Operation sowie nach einem und nach sechs Monaten verglichen. Es gab keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen vorher und nachher und zwischen den Verfahren. Fazit der Autoren: Netz oder Technik beeinträchtige die strukturelle und funktionelle Unversehrtheit des Samenstrangs nicht. Stärke: einer der wenigen randomisierten Vergleiche im gesamten Korpus. Schwächen: nur 40 Männer; die Samenanalyse fehlt als Zielgröße; sechs Monate Nachbeobachtung.

#### Erwachsene: Studien aus dem russischsprachigen Raum

**Protasov, Kulchenko und Vinogradov 2020: Pathospermie bei Männern mit früherer Leistenbruchoperation (Moskau) [s187].** Titel: „Association of tension-free inguinal hernia repair and pathospermia in fertile men (Originaltitel russisch; hier die englische PubMed-Fassung; deutsch: Zusammenhang zwischen spannungsfreier Leistenbruchoperation und Pathospermie bei fertilen Männern)“ (Khirurgiia, 2020). Retrospektive Auswertung der Akten von 512 Männern, die sich 2018 wegen ausbleibender Schwangerschaft der Partnerin beim Andrologen vorstellten. Bei 74 war früher ein Leistenbruch operiert worden (36 rechts = 48,6 %, 23 links = 31 %, 15 beidseits = 20,2 %); die Dauer der Kinderlosigkeit betrug im Mittel 4,2 ± 2,1 Jahre. Nach rechtsseitiger Operation überwogen Beweglichkeitsstörungen (17 Männer = 47,2 %), nach linksseitiger fand sich eine Asthenozoospermie bei 8 (34,7 %), nach beidseitiger bei 3 (20 %); die schwersten Befunde (Azoospermie) traten nach beidseitiger Operation auf. Die Autoren werten die spannungsfreie Leistenbruchplastik als Risikofaktor männlicher Unfruchtbarkeit in 14,4 % der Fälle. Stärken: Samenanalyse nach WHO 2010, größere Gesamtzahl. Schwächen: Es wurden nur Männer mit Kinderwunsch-Problem eingeschlossen (der Titel spricht von fertilen Männern, die Stichprobe besteht aber aus Paaren ohne Schwangerschaft); keine Vergleichsgruppe von Männern ohne Bruchoperation, keine Werte vor der Operation, kein Operationsverfahren im Detail. Die 14,4 % beschreiben den Anteil operierter Männer in einer Kinderwunschsprechstunde (74 von 512) und nicht die Häufigkeit von Unfruchtbarkeit nach Operation.

**Magomedov, Chamidov und Damadaev 2024: Lichtenstein gegen TAPP bei primärem Leistenbruch (Dagestan) [s118].** Titel: „СРАВНИТЕЛЬНЫЙ АНАЛИЗ ФЕРТИЛЬНОСТИ МУЖЧИН ПРИ РАЗЛИЧНЫХ МЕТОДАХ ГЕРНИОПЛАСТИКИ (Vergleichende Analyse der Fertilität von Männern bei verschiedenen Methoden der Hernioplastik)“ (Медико-фармацевтический журнал «Пульс», 2024). 56 Männer (18 bis 45 Jahre) mit primärem Leistenbruch: 29 nach Lichtenstein, 27 mit TAPP. Mittlere Beweglichkeit 41,51 ± 6,62 % (Median 40 %) gegenüber 41,76 ± 1,16 % (Median 41 %); dennoch geben die Autoren an, Zahl und Beweglichkeit seien in der TAPP-Gruppe signifikant höher (p < 0,001). Die Operationszeit betrug 45,8 ± 6,28 gegenüber 68,5 ± 16,31 Minuten (p < 0,001). Das Hodenvolumen rechts lag bei 14,19 ± 3,16 (Median 14) gegenüber 14,68 ± 3,07 ml (Median 14,8); für links ist der Abstract an der entscheidenden Stelle unvollständig (Bruchstücke: 12,15 ml, 14,25 ± 3,19 ml; ein Unterschied mit p = 0,029 wird genannt, ohne dass klar ist, welche Gruppen verglichen werden). Postoperative Missempfindungen 5 % (TAPP) gegenüber 14 % (Lichtenstein), chronischer Schmerz 1,5 % gegenüber 6 %. Schwächen: Die berichteten Mittelwerte der Beweglichkeit sind praktisch gleich und widersprechen der Aussage zu p < 0,001; der Abstract ist an mehreren Stellen fehlerhaft oder abgeschnitten; die Gruppen sind klein, eine Randomisierung wird nicht genannt.

**Askerchanow und Aitekowa 2014: Vergleich von drei Verfahren mit Verlaufsmessung der Fruchtbarkeit (Russland) [s274].** Titel: „Влияние различных способов герниопластики на качество жизни и фертильность пациентов (Einfluss verschiedener Hernioplastik-Verfahren auf Lebensqualität und Fertilität der Patienten)“ (Новости хирургии, 2014). 448 Patienten: spannungsbehaftet (116), Lichtenstein-Netz (288), laparoskopisch (44). Für die Fruchtbarkeit wurde eine Stichprobe von 135 Männern (18 bis 40 Jahre) vor der Operation, nach 4 Monaten und nach einem Jahr untersucht. In der Gruppe mit spannungsbehafteter Plastik sank die Spermienkonzentration um 41,0 ± 12,3 Mio./ml, also auf die Hälfte des Ausgangswerts, der Anteil beweglicher Formen um 10 % vom Ausgangsverhältnis. Nach Lichtenstein sank die mittlere Konzentration um 7,8 ± 10,9 Mio./ml (9 %), bis zum Jahresende um weitere 15,3 ± 20,9 Mio./ml (15 % des Ausgangswerts). Nach laparoskopischer Plastik gab es keine negative Veränderung, am Jahresende sogar mehr bewegliche Spermien. Stärken: Messung im Verlauf, drei Verfahren. Schwächen: keine Randomisierung, die Aufteilung der 135 Männer auf die Gruppen wird nicht genannt, keine Prüfstatistik im Abstract; die laparoskopische Gruppe ist mit 44 Patienten klein. Die Streuung der Veränderungen (Standardabweichung größer als Mittelwert) lässt einzelne starke Abfälle vermuten.

**Gwenetadse et al. 2014: beidseitige Leistenbrüche, Lichtenstein gegen ein Eigenverfahren (Georgien) [s275].** Titel: „Профилактика развития мужского бесплодия после различных способов паховой герниопластики с использованием сетчатого эксплантата (Prophylaxe der männlichen Unfruchtbarkeit nach verschiedenen Verfahren der Leistenhernioplastik mit Netzimplantat)“ (Новости хирургии, 2014). 215 Patienten (19 bis 40 Jahre) mit beidseitigen Leistenbrüchen: 66 (30,7 %) nach Lichtenstein, 149 (69,3 %) nach der Methode von Gwenetadse, einer Technik, die den Namen des Erstautors trägt. Spermiogramm zwei Tage vor sowie 30 Tage und 6 Monate nach der Operation. Eine Oligospermie mit 30 bis 35 % weniger Spermien wurde nur in der Lichtenstein-Gruppe gefunden (p < 0,01), in der anderen Gruppe keine Veränderung; kein Rezidiv in beiden Gruppen; bei 68 Patienten nach der Gwenetadse-Operation wurden Kinder geboren. Schwächen: Die Gruppen sind ungleich groß und nicht randomisiert; die Schlussfolgerung (die Methode sei eine Prävention männlicher Unfruchtbarkeit) geht über das Gemessene hinaus, weil Kinder nur in einer Gruppe gezählt wurden und keine Vergleichsrate genannt wird.

**Klimow et al. 2018: Lichtenstein-Plastik, Polypropylen- gegen Polyesternetz (Moskau) [s220].** Titel: „Выбор сетчатого имплантанта для пластики Lichtenstein у мужчин репродуктивного возраста (Auswahl des Netzimplantats für die Lichtenstein-Plastik bei Männern im reproduktiven Alter)“ (Вестник Российского университета дружбы народов. Серия: Медицина, 2018). 155 Patienten mit Lichtenstein-Plastik, verglichen nach Polypropylen- und Polyesternetz, mit Spermiogramm, MAR-Test auf Antispermien-Antikörper und Fragebogen zur Erektionsfunktion (IIEF-5). Es gab keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Materialien. Ein Patient der Polypropylengruppe zeigte einen starken Einbruch der Samenqualität bis zur möglichen Sterilität sowie einen IIEF-5-Wert unter der Norm. Schwäche: kein Vergleich mit Männern ohne Netz und kein Ausgangswert vor der Operation im Abstract.

**Sobennikow et al. 2014 und 2012: Doppler, Hormone und Spermiogramm nach Hernioplastik (Russland) [s278, s297].** Titel: „Оценка воздействия хирургической травмы при выполнении паховой герниопластики на функциональное состояние яичка и потенциал фертильности (Bewertung der Wirkung des Operationstraumas bei der Leistenhernioplastik auf die Funktion des Hodens und das Fertilitätspotenzial)“ (Российский медико-биологический вестник имени академика И. П. Павлова, 2014). Titel: „Гипогонадизм и мужское бесплодие у больных косой паховой грыжей после перенесенной герниопластики (Hypogonadismus und männliche Unfruchtbarkeit bei Patienten mit schräger Leistenhernie nach Hernioplastik)“ (Андрология и генитальная хирургия, 2012). Die erste Arbeit [s278] untersucht 24 Patienten mit schräger Leistenhernie im Verlauf von Doppler-Durchblutungswerten, Geschlechtshormonen und Spermiogrammen vor und nach der Hernioplastik und identifiziert ein „wenig traumatisches“ Verfahren; Zahlen nennt der Abstract nicht. Die zweite [s297] bewertet den andrologischen Status und die Fertilitätsprognose bei 35 Männern nach einseitiger Leistenhernioplastik im Rahmen eines „systemisch-syndromalen“ Erklärungsansatzes; Ergebnisse sind im Abstract nicht berichtet. Aussagekraft: gering, da nur die Methodik beschrieben wird.

**Polivkan 2014: Durchblutung und Hodenhistologie bei schräger Leistenhernie (Moskau) [s276].** Titel: „Показатели гемодинамики и структурные изменения в яичке в условиях косой паховой грыжи (Kennwerte der Hämodynamik und strukturelle Veränderungen im Hoden bei schräger Leistenhernie)“ (Вестник Российского университета дружбы народов. Серия: Медицина, 2014). Bei 25 Männern im reproduktiven Alter mit schräger Leistenhernie wurden mit Ultraschallangiographie sowie Histologie und Elektronenmikroskopie von Hodenbiopsien Durchblutungsstörungen und deren negativer Einfluss auf Gewebe und Feinstruktur beschrieben; ein Leistenbruch vom Typ II verschlechtere die Durchblutung deutlich und führe zu einer Störung der Spermatogenese. Keine Zahlen im Abstract, keine Kontrollgruppe benannt.

**Abdullosoda et al. 2022: Lipidperoxidation und Hypoxie bei Leistenbruch (Tadschikistan) [s159].** Titel: „ЗНАЧЕНИЕ ОКСИДАНТНОГО ЭНДОТОКСИКОЗА И ГИПОКСИИ В ПАТОГЕНЕЗЕ ТЕСТИКУЛЯРНОЙ НЕДОСТАТОЧНОСТИ У БОЛЬНЫХ ПАХОВЫМИ ГРЫЖАМИ (Bedeutung der oxidativen Endotoxikose und Hypoxie in der Pathogenese der testikulären Insuffizienz bei Patienten mit Leistenhernien)“ (Здравоохранение Таджикистана, 2022). 34 Patienten (18 bis 30 Jahre) in drei Gruppen: lange bestehender Bruch (5 Jahre und mehr; 14), Bruch mit Varikozele (12) und Unfruchtbarkeit nach Bruchoperation (8). Marker der Lipidperoxidation und Hypoxie waren im peripheren Blut erhöht; in der ersten Gruppe lagen Dienkonjugate bei 1,3 ± 0,02 und Malondialdehyd bei 2,4 ± 0,09 nmol/ml, zusammen mit erhöhtem Laktat. Die Autoren sehen eine Ischämie durch Druck des Bruchsacks auf den Samenstrang. Schwächen: keine gesunde Vergleichsgruppe im Abstract, kleine Gruppen, indirekter Zusammenhang zur Samenqualität.

**Safarsoda 2025: Duplexsonographie, Hormone und Spermiogramm bei einseitigem Leistenbruch (Tadschikistan) [s86].** Titel: „СОСТОЯНИЕ КРОВОТОКА В СОСУДАХ СЕМЕННОГО КАНАТИКА У МУЖЧИН С ПАХОВОЙ ГРЫЖЕЙ: КЛИНИКО-УЛЬТРАЗВУКОВОЕ ИССЛЕДОВАНИЕ И КОРРЕКЦИЯ ТЕСТИКУЛЯРНОЙ ДИСФУНКЦИИ (Durchblutung der Samenstranggefäße bei Männern mit Leistenhernie: klinisch-sonographische Untersuchung und Korrektur der testikulären Dysfunktion)“ (Здравоохранение Таджикистана, 2025). Prospektive Studie mit 60 Männern mit einseitigem Leistenbruch und 30 gesunden Freiwilligen. Duplexsonographie der Samenstrang- und Hodengefäße; bei 40 Patienten und 20 Kontrollen Hormone, bei 35 Patienten ein Spermiogramm; außerdem Marker oxidativen Stresses. Die mittlere arterielle Geschwindigkeit war auf der betroffenen Seite niedriger (11,28 cm/s; Spannweite 10,2 bis 12,5) als auf der Gegenseite (14,08; 12,3 bis 15,8; p < 0,001) und bei Gesunden (15,22; 14,5 bis 16,3; p < 0,001). Größerer und länger bestehender Bruch gingen mit stärker verminderter Durchblutung einher; Spermiogramm und Testosteron waren bei langem Bruchträgertum und großen Brüchen vermindert; nach der Operation besserten sich Durchblutung und Funktion, besonders nach laparoskopischer und kombinierter Plastik. Schwächen: Zahlen zum Spermiogramm fehlen im Abstract, nur 35 Samenproben, keine Randomisierung der Operationsverfahren; die Eigenentwicklung eines Algorithmus der Autoren wird als Ergebnis dargestellt.

**Zhiborev 2008: angeborene Leistenhernie und männliche Unfruchtbarkeit (Russland) [s326].** Titel: „Врожденная паховая грыжа и Мужское бесплодие в аспекте полигенной природы тестикулярной недостаточности (Angeborene Leistenhernie und männliche Unfruchtbarkeit unter dem Aspekt der polygenen Natur der testikulären Insuffizienz)“ (Российский медико-биологический вестник имени академика И. П. Павлова, 2008). Beobachtung von Patienten mit angeborener Leistenhernie und männlicher Unfruchtbarkeit über 5 Jahre; der Abstract hält fest, dass Prophylaxe und Behandlung reproduktiver Störungen eine fächerübergreifende Betreuung (Endokrinologie, Embryologie, Genetik) verlangen. Keine Zahlen.

#### Samenleiterverschluss und Samenleiterverletzung nach Leistenbruchoperation

Die bedeutsameren Fälle von Samenleiterverletzung stammen aus der Kindheit und von nicht netzbasierten offenen Verfahren; sie werden fast nur bei Männern gefunden, die wegen Kinderlosigkeit vorstellig wurden. Bei fast allen Serien dieses Abschnitts fehlt deshalb der Nenner: Die Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung lässt sich daraus nicht berechnen.

**Shin et al. 2005: Samenleiterverschluss durch Polypropylennetz (USA, acht Zentren) [s344].** Titel: „Herniorrhaphy with polypropylene mesh causing inguinal vasal obstruction: a preventable cause of obstructive azoospermia.“ (Annals of surgery, 2005). 14 Fälle von Azoospermie durch Verschluss des Samenleiters nach Netzreparatur; mittleres Alter 35,5 Jahre, mittlere Dauer der Kinderlosigkeit 1,8 Jahre, 6,3 Jahre zwischen Hernienoperation und urologischer Abklärung. Offene (10), laparoskopische (2) oder beide (2) Verfahren. Neun mit beidseitigem Verschluss, fünf einseitig mit kontralateraler Hodenatrophie oder Nebenhodenverschluss. Bei der Freilegung in allen Fällen dichte fibroblastische Reaktion um das Netz mit eingeklemmtem oder verschlossenem Samenleiter. Wiederherstellende Operation bei 8 von 14 (57 %). Es ist eine Fallserie ohne Nenner; ihr Wert liegt im Mechanismus (Fibrose um das Netz).

**Matsuda und Horii 1992: einseitiger Samenleiterverschluss nach Leistenbruchoperation im Kindesalter (Kyoto) [s381].** Titel: „Unilateral obstruction of the vas deferens caused by childhood inguinal herniorrhaphy in male infertility patients.“ (Fertility and sterility, 1992). Retrospektiv: 10 von 724 subfertilen Patienten hatten einen einseitigen Samenleiterverschluss nach kindlicher Hernienoperation; bei subfertilen Männern mit entsprechender Vorgeschichte betrug die Häufigkeit 26,7 %. Der Verschluss war bei 7 von 10 durch Tasten des Skrotalinhalts zu erkennen. Nach mikrochirurgischer Zweischicht-Vasovasostomie besserte sich die Samenqualität bei 5, zwei Partnerinnen wurden schwanger. Schwäche: selektierte Infertilitätspatienten, daher überschätzt der Anteil das Risiko in der Allgemeinbevölkerung (die Autoren bezeichnen ihn als unerwartet hoch); sehr kleine Fallzahl.

**Matsuda et al. 1993: Antispermien-Antikörper bei Samenleiterverschluss nach kindlicher Hernienoperation (Japan) [s377].** Titel: „Serum antisperm antibodies in men with vas deferens obstruction caused by childhood inguinal herniorrhaphy“ (Fertility and sterility, 1993). Bei 13 Patienten mit Vasobstruktion nach kindlicher Leistenbruchoperation waren 7 (54 %) im Serum für Antispermien-Antikörper der Klasse IgG und 2 (15 %) der Klasse IgA positiv, alle negativ für IgM, ohne Unterschied zwischen Patienten mit und ohne mögliche Nebenhodenobstruktion. Schwäche: 13 Patienten, keine Kontrollgruppe.

**Matsuda et al. 1998: Anatomie und Rekonstruktion des Verschlusses nach kindlicher Leistenbruchoperation (Japan) [s370].** Titel: „Seminal tract obstruction caused by childhood inguinal herniorrhaphy: results of microsurgical reanastomosis“ (The Journal of urology, 1998). 22 Männer (Alter im Mittel 30,5 Jahre, Obstruktionsdauer im Mittel 27,1 Jahre; 9 beidseitig, 13 einseitig; 14 azoosperm). Das distale Ende des Samenleiters lag bei 57,1 % der Vasa am inneren Leistenring oder im kleinen Becken, bei 37 % waren mehr als 3 cm reseziert. Im Samenleiterfluss fanden sich Spermien bei 45,2 %. Die Durchgängigkeit nach inguinaler Vasovasostomie lag bei 88,9 %. Bei 5 Patienten mit sekundärer Nebenhodenobstruktion führte eine zusätzliche Epididymovasostomie zu normaler Spermiendichte und 3 Schwangerschaften. Von den 14 zuvor azoospermen Männern hatten 12 danach Spermien im Ejakulat; bei 4 von 8 nicht azoospermen stieg die Dichte offenbar an. 7 von 21 verheirateten Männern (33,3 %) wurden Väter. Stärken: ausführliche Beschreibung der Anatomie des Verschlusses. Schwächen: kleine, selektierte Serie, Mehrfacheingriffe.

**Matsuda 2000: Übersichtsarbeit zur eigenen Serie (Japan) [s363].** Titel: „Diagnosis and treatment of post-herniorrhaphy vas deferens obstruction“ (International journal of urology : official journal of the Japanese Urological Association, 2000). Häufigkeit der Vasobstruktion 26,7 % bei subfertilen Männern mit kindlicher Leistenbruchoperation; distales Ende am inneren Ring oder im Becken in 56,7 %, mehr als 3 cm reseziert in 37,9 %, Spermien im Samenleiterfluss in 45,5 %. Nach Zweischicht-Vasovasostomie traten bei 39 % Spermien auf; eine anschließende Epididymovasostomie führte bei allen im Ejakulat zu Spermien und bei 50 % zu natürlichen Schwangerschaften; die Gesamtschwangerschaftsrate der Paare betrug 43 % bei 18 Patienten (ohne In-vitro-Fertilisation und ICSI). Autorenempfehlung: Aufklärung über Rekonstruktion oder assistierte Reproduktion mit Nebenhoden- oder Hodenspermien.

**Yamaguchi et al. 2008: Fallbericht mit Literaturübersicht, rasch fortschreitender Samenleiterverschluss nach Netzplastik (Kobe) [s325].** Titel: „Rapidly progressing, late-onset obstructive azoospermia linked to herniorrhaphy with mesh“ (Fertility and sterility, 2008). 30-jähriger Mann mit beidseitiger Leistenbruchoperation mit Polypropylen-Netz fünf Jahre zuvor und rasch fortschreitender Samenleiterobstruktion innerhalb von Monaten; die Hodenspermiengewinnung links ergab viele bewegliche Spermien. Die Autoren raten Männern nach Netzplastik, Spermien vor Eintritt einer Azoospermie zu kryokonservieren (Aussage der Autoren). Ein einzelner Fall; keine Aussage zur Häufigkeit.

**Chen et al. 2014: Rekonstruktion nach kindlicher beidseitiger Leistenbruchoperation (China) [s258].** Titel: „Clinical features and therapeutic strategies of obstructive azoospermia in patients treated by bilateral inguinal hernia repair in childhood“ (Asian journal of andrology, 2014). 62 Patienten mit Obstruktion nach kindlicher beidseitiger Leistenbruchoperation (2007 bis 2012). Durchgängigkeit insgesamt 56,5 % (35/62), natürliche Schwangerschaft 25,8 % (16/62). 30 Männer (48,4 %) erhielten beidseitige inguinale Vasovasostomie (Durchgängigkeit 76,7 %, 23/30; natürliche Schwangerschaft 36,7 %, 11/30), 19 (30,6 %) zusätzlich ein- oder beidseitige Vasoepididymostomie (63,2 %, 12/19; 26,3 %, 5/19); bei 13 (21,0 %) blieb es bei der Exploration, weil das distale Samenleiterende nicht auffindbar war. Autoren: Die mikrochirurgische Re-Anastomose sei bei einem Teil der Männer wirksam.

**Wang et al. 2018: Rekonstruktion bei Azoospermie nach kindlicher Leistenbruchoperation (China) [s217].** Titel: „Treatment for Vas Deferens Obstruction Following Childhood Herniorrhaphy“ (Urology, 2018). 56 Männer mit Azoospermie nach kindlicher Leistenbruchoperation. Bei 16 wurde die Operation wegen pastösen Vasalfluids ohne Spermien abgebrochen. Von den 40 anastomosierten Männern hatten 22 (55,0 %) beidseitig Vasa im Leistenbereich (Durchgängigkeit 90,9 %, 20/22; natürliche Schwangerschaft 50,0 %, 11/22), 7 (17,5 %) auf einer Seite laparoskopische Mobilisierung (85,7 %, 6/7; 42,9 %, 3/7) und 11 (27,5 %) beidseitig laparoskopische Mobilisierung (81,8 %, 9/11; 27,3 %, 3/11). Gesamt: Durchgängigkeit 87,5 % (35/40), natürliche Schwangerschaft 42,5 % (17/40), ohne Komplikationen. Die Prozentwerte beziehen sich auf die 40 operierten Männer, nicht auf alle 56.

**Liang et al. 2020: Erholung nach mikroskopischer Vasovasostomie bei Samenleiterverschluss durch kindliche Hernienoperation (China, chinesischsprachig) [s184].** Titel: „Factors influencing recovery from childhood inguinal herniorrhaphy-induced vas deferens obstruction after microscopic vasovasostomy“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2020). Retrospektiv, 41 Patienten, bei 39 gelang die Vasovasostomie, 37 (94,8 %) wurden nachverfolgt (Alter 25,54 ± 2,85 Jahre, BMI 24,92 ± 2,79, 18,97 ± 2,58 Jahre nach der Hernienoperation, Nachbeobachtung 13,05 ± 3,74 Monate). Erfolg (Spermien in zwei oder mehr Proben) bei 78,4 % (29/37), unabhängig von Alter (p = 0,795), BMI (p = 0,807), Zeit seit Hernienoperation (p = 0,982) und intraoperativem Spermiennachweis (60,0 % mit gegenüber 82,4 % ohne Spermien; p = 0,428). Beidseitige Operation war erfolgreicher als einseitige (82,4 %, 26/30, gegenüber 42,9 %, 3/7; p = 0,027); in der multivariaten Analyse war die Operationsseite unabhängig assoziiert (p = 0,022). Im Abstract steht für die Gruppe mit mindestens 19 Jahren Abstand „18,3 % (18/23)“, was nach dem p-Wert von 0,982 wohl ein Druckfehler für etwa 78 % ist; die Zahl wird nicht verwendet. Schwäche: kleine Gruppen (7 einseitig).

**Zhao et al. 2023: hohe Bruchsackligatur als Ursache iatrogener Samenleiterverletzung (China) [s138].** Titel: „High ligation of the hernia sac in open nonmesh inguinal herniorrhaphy is an important cause of iatrogenic vas deferens injury.“ (Asian journal of andrology, 2023). Retrospektiv, 43 Männer (mittleres Alter 24,95 Jahre) mit ein- oder beidseitiger Obstruktion nach offener netzfreier Hernienoperation im Mittel mit 7,23 Jahren; Obstruktionsintervall 17,72 ± 2,73 Jahre; 73 Leistenseiten freigelegt. Das getrennte Samenleiterende fand sich am inneren Leistenring an 54 Seiten (74,0 %), im Leistenkanal an 16 (21,9 %), im kleinen Becken an 3 (4,1 %). Der Ort hing nicht vom Alter bei der Operation (12 Jahre und älter oder jünger) oder vom Intervall (15 Jahre) ab. Die Durchgängigkeitsrate nach Vasovasostomie lag bei 85,3 % (29 von 34). Die Autoren mahnen zur Vorsicht bei der hohen Ligatur des Bruchsacks.

**Nan et al. 2023: Rekonstruktion mit kombinierter Spiegelung und Mikroskop gegenüber nur Mikroskop (China, chinesischsprachig) [s130].** Titel: „Application analysis of laparoscopic assisted microsurgical vasovasostomy in the treatment of vas deferens obstruction caused by inguinal herniorrhaphy“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2023). 48 Patienten, 14 mit kombinierter Spiegelung und Mikroskop gegenüber 34 nur mit Mikroskop. Krankenhausaufenthalt 5,07 ± 0,26 gegenüber 7,09 ± 1,86 Tage (p < 0,01), Operationsdauer 211,93 ± 58,55 gegenüber 162,26 ± 40,70 Minuten (p < 0,01). Der Abstract nennt eine „postoperative Rezidivrate“ von 85,7 % gegenüber 73,5 % (p > 0,05); vermutlich ist die Erfolgsrate der Wiederherstellung gemeint, die Angabe ist im Abstract widersprüchlich bezeichnet. Frühkomplikationen 0 % gegenüber 2,9 %.

**Zhao et al. 2025: laparoskopische Auffindung des Beckenanteils bei Samenleiterverletzung nach Kindheitsoperation (China) [s83].** Titel: „Totally extraperitoneal laparoscopy-assisted microsurgical vasovasostomy for the treatment of obstructive azoospermia caused by pediatric bilateral inguinal herniorrhaphy“ (Andrology, 2025). 37 Männer (27 ± 4,31 Jahre), alle mit beidseitiger Hernienoperation im Alter von 1 bis 10 Jahren. Bei 31 wurde zur Auffindung des Beckenanteils eine total extraperitoneale Laparoskopie eingesetzt, bei 30 gelang die Vasovasostomie; 5 von 6 Männern ohne Laparoskopie wurden anastomosiert. Ort der Verletzung: Skrotum 1/37 (2,70 %), Leistenkanal 2/37 (5,41 %), Becken 29/37 (78,37 %), mehrere Orte 5/37 (13,51 %). Operationsdauer 339 ± 96,73 Minuten. Nach 5 bis 48 Monaten (33 nachverfolgt, 4 verloren): Durchgängigkeit 75,86 % (22/29), Schwangerschaft 46,67 % (14/30), natürliche Schwangerschaft 36,84 % (7/19; drei ohne Familienplanung); sieben Paare benötigten assistierte Reproduktion, bei zwei mit frischen Ejakulatspermien.

**Khodari et al. 2015: Azoospermie nach Leistenbruchoperation im Erwachsenenalter (Frankreich, französischsprachig) [s249].** Titel: „Azoospermie et antécédent de cure de hernie inguinale chez l'adulte. (Azoospermie und Leistenbruchoperation in der Vorgeschichte beim Erwachsenen)“ (Progres en urologie : journal de l'Association francaise d'urologie et de la Societe francaise d'urologie, 2015). Retrospektiv, 1990 bis 2011: 69 azoosperme Männer mit Hernienoperation im Erwachsenenalter, bei 60 chirurgische Spermiengewinnung, erfolgreich in 75 % (45 von 60). Die Erfolgsrate sank in der Untergruppe mit Risikofaktoren für Infertilität (61,4 %) und bei beidseitigem Leistenbruch (67,9 %); kein signifikanter Unterschied nach Operationstechnik oder Polypropylennetz (p > 0,05). Die Autoren sehen den Verschluss als seltene und unterschätzte iatrogene Ursache; der Einfluss des Netzes sei nicht klar belegt. Auch hier ein Nenner-Problem: selektierte Zuweisungspatienten.

**Fallberichte und anatomische Varianten [s190, s193, s175, s183, s167, s29].** Titel: „Laparoscopy-assisted vasovasostomy for post-herniorrhaphy vas deferens obstruction“ (IJU case reports, 2020). Bei einem 42-jährigen Japaner [s190] mit Leistenbruchoperation im Alter von drei Jahren, Azoospermie, normalen Hormonwerten und Karyotyp 46,XY,t(1;21) endeten wiederholte ICSI mit Hodenspermien in Fehlgeburten; nach laparoskopisch assistierter Vasovasostomie war die Samenanalyse fast normal und nach ICSI mit Ejakulatspermien trat eine Schwangerschaft ein. Titel: „Laparoscopic assisted treatment of obstructive azoospermia after hernia repair: A case report“ (Urology case reports, 2020). [s193] (China): natürliche Schwangerschaft nach laparoskopisch assistierter Mikrochirurgie. Titel: „Intra-abdominal robot-assisted vasovasostomy of obstructive azoospermia in an Asian population following multiple bilateral inguinal herniorrhaphy in childhood: a case report and literature review“ (Translational andrology and urology, 2021). [s175] (China): Beschreibung einer roboterassistierten intraabdominellen Vasovasostomie bei Zustand nach dreifacher Hernienoperation; Ergebnisse zu Spermien nicht genannt. Titel: „Duplicated vas deferens as an incidental finding during indirect inguinal hernia repair: A case report and literature review“ (Qatar medical journal, 2020). Ismaiel et al. 2020 [s183] (Kuwait) und Titel: „Duplicated vas deferens: A case report and comprehensive review of the literature“ (Andrologia, 2021). Karaisli und Ezer 2021 [s167] (Türkei) betreffen den verdoppelten Samenleiter als Zufallsbefund bei der Leistenbruchoperation. Nach [s183] beträgt die geschätzte Rate dieser Anomalie in den USA 0,01 %; sie könne eine versehentliche Verletzung des Samenleiters begünstigen, und das Übersehen könne zu Verletzung, Verschluss oder Spermiengranulom führen; bei einer Vasektomie könne das Übersehen den Eingriff scheitern lassen. Nach [s167] sind seit 1959 nur drei Leichen und 31 Patienten beschrieben; das neue Beispiel betrifft einen 66-Jährigen. Die Häufigkeitsangaben stammen aus den Abstracts, nicht aus eigenen Daten dieser Fallberichte. Titel: „A 20-cm redundant vas deferens loop during late orchidopexy: aberrant ductal anatomy as an intraoperative pitfall in a 17-year-old male“ (International journal of surgery case reports, 2026). Maachi et al. 2026 [s29] (Rabat, Marokko): Bei einem 17-Jährigen mit lebenslangem einseitigem Hodenhochstand fand sich während der Orchidopexie eine etwa 20 cm lange überschüssige Samenleiterschlinge, die durch systematisches Verfolgen erhalten wurde; die Autoren warnen vor einer versehentlichen Durchtrennung mit nachfolgender obstruktiver Azoospermie. Alle diese Fälle haben keine Gruppenaussage.

**Fallberichte zu Hodenverlust nach Netzoperation [s317, s199].** Titel: „Kasık fıtığı onarımı sonrası görülen nadir bir komplikasyon: Tam testis iskemisi ve nekroz (Seltene Komplikation nach Leistenbruchreparatur: vollständige Hodenischämie und Nekrose)“ (Türk Üroloji Dergisi/Turkish Journal of Urology, 2009). Titel: „A rare complication after inguinal hernia repair: testicular torsion“ (The European Research Journal, 2019). Germiyanoğlu et al. 2009 [s317] (Türkei) und Eren et al. 2019 [s199] (Türkei) berichten zwei seltene Komplikationen. Im ersten Fall (32 Jahre) trat sechs Tage nach Herniorrhaphie mit Prolene-Netz wegen eingeklemmten Bruchs eine vollständige Hodenischämie auf (kein Fluss im Doppler, Hämatom), es folgten Entfernung des Hämatoms und skrotale Orchiektomie; Pathologie: ausgedehnte ischämische Nekrose. Im zweiten Fall (68 Jahre) lag eine Woche nach Netzoperation eine 360-Grad-Samenstrangtorsion distal des Netzes mit Thrombose der Hodenarterie und Nekrose vor, Orchiektomie. Beide zeigen, dass die Operation selten den Hoden verlieren lassen kann; Häufigkeiten lassen sich aus Einzelfällen nicht ableiten.

**Steigman et al. 1999: Samenstrangstrukturen in Bruchsäcken von Jungen (USA) [s367].** Titel: „The incidence of spermatic cord structures in inguinal hernia sacs from male children.“ (The American journal of surgical pathology, 1999). Histologische Auswertung von 7.314 Jungen (neugeboren bis 19 Jahre) über 14,5 Jahre: 17 Bruchsäcke enthielten Samenleiter (0,23 %), 22 Nebenhoden (0,30 %), 30 embryonale Reste (0,41 %); Samenleiter oder Nebenhoden zusammen bei 0,53 %. Kein Fall mit beidseitigem Samenleiter. Die Arbeit liefert Vergleichswerte für die Qualitätskontrolle, keine Spermienparameter.

#### Kinder: Hodenatrophie, Technikvergleiche, Langzeitbefunde

**Sonderman et al. 2018: Hodenatrophie nach Leistenbruchoperation im Kindesalter (TRICARE, USA) [s215].** Titel: „Testicular atrophy following inguinal hernia repair in children.“ (Pediatric surgery international, 2018). Kohorte aus Versicherungsdaten, 8.897 Jungen unter 12 Jahren (Median 2 Jahre, IQR 1 bis 5), mediane Nachbeobachtung 3,57 Jahre. Inzidenz der Hodenatrophie 5,1 pro 10.000 Personenjahre, am höchsten bei Hodenhochstand (13,9 pro 10.000 Personenjahre); alle Fälle bei Kindern unter 5 Jahren, 72 % unter 2 Jahren; mediane Zeit bis zur Diagnose 2,4 Jahre (IQR 0,64 bis 3), 30 % binnen eines Jahres, 75 % binnen drei Jahren. Stärken: große, bevölkerungsähnliche Stichprobe. Schwächen: Diagnose aus Abrechnungsdaten, Nachbeobachtung kurz, keine Samenqualität.

**Akramow et al. 2014: reproduktiver Status nach klassischer Hernioplastik im Kindesalter (Kasan) [s273].** Titel: „Репродуктивный статус мужчин после классической герниопластики, выполненной в детском возрасте при паховой грыже (Reproduktiver Status von Männern nach klassischer, im Kindesalter durchgeführter Hernioplastik bei Leistenhernie)“ (Казанский медицинский журнал, 2014). Nachuntersuchung 18 bis 20 Jahre nach klassischer einseitiger Operation im Kindesalter. Von 127 angeschriebenen Patienten antworteten 12 (9,45 %), vollständig untersucht wurden 10 (7,87 %), dazu 10 Freiwillige ohne Bruchoperation. In der operierten Gruppe fanden sich Verkalkungen im Hoden bei 4 Patienten, bei den Freiwilligen keine; auf der operierten Seite trat eine Hodenhypotrophie bei 4 Patienten auf, zu 75 % mit erhöhtem Widerstandsindex der Gefäße. Bei 7 Männern bestanden Samenveränderungen, bei 3 Unfruchtbarkeit. Die Autoren betonen, bei den kleinen Gruppen sei eine negative Wirkung nicht eindeutig zu belegen. Schwächen: Rücklauf unter 10 %, starke Auswahlverzerrung, sehr kleine Gruppen. Stärke: seltener Langzeitblick auf Operationen im Kindesalter.

**Technikserien mit Hodenerhalt als Endpunkt [s149, s158, s82].** Titel: „Risks and benefits of pediatric inguinal hernia repair: Conventional open repair vs laparoscopic percutaneous extraperitoneal closure“ (Asian journal of endoscopic surgery, 2022). [s149] (Japan): 570 Kinder (329 laparoskopische perkutane Verschlüsse, 241 offene Operationen); Rezidiv 0,3 % gegenüber 0,4 % (p = 0,825), Hodenaszension 0,3 % gegenüber 0,8 % (p = 0,391), keine Hodenatrophie, kontralaterale metachrone Hernie nur nach offener Operation (4,1 %; p < 0,001); die Autoren halten eine längere Nachbeobachtung für die männliche Fruchtbarkeit für nötig. Titel: „Application of Noncontact Laparoscopic High Ligation of the Hernia Sac of the Vas Deferens in Children with Indirect Inguinal Hernia“ (Journal of laparoendoscopic & advanced surgical techniques. Part A, 2022). [s158] (China): 146 Jungen, kontaktfreie Ligatur am Samenleiter (82) gegenüber Standard (64): Operationszeit 10,4 ± 2,6 gegenüber 12,8 ± 1,4 Minuten (p < 0,01); in der kontaktfreien Gruppe eine Samenstranggefäßverletzung; nach zwei Jahren keine Komplikationen oder Rezidive; keine Samenuntersuchung. Titel: „Comparative study of free vas deferens separation for repair of inguinal hernia and transabdominal preperitoneal prosthesis for adult males“ (BMC surgery, 2025). [s82] (China): 189 Männer, laparoskopische Freilegung des Samenleiters mit TAPP (95) gegenüber Standard-TAPP (94): Operationszeit einseitig 0,97 ± 0,20 gegenüber 1,60 ± 0,21 Stunden, beidseitig 1,21 ± 0,17 gegenüber 2,01 ± 0,30 Stunden (p < 0,001); Skrotalhämatom 5 gegenüber 17, chronischer Schmerz 6 gegenüber 11; nach 12 bis 24 Monaten in der Freilegungsgruppe keine ischämische Orchitis, Hodenatrophie oder Ejakulationsstörung. Alle drei Arbeiten sind retrospektive Technikvergleiche ohne Samenanalyse; sie sind nur wegen der Frage nach Samenleiter- und Hodenschutz aufgenommen.

**Saad et al. 2026: randomisierte Studie, perkutane Verschlussnaht des inneren Rings gegen laparoskopische Abtrennung des Bruchsacks bei Jungen (Alexandria) [s39].** Titel: „Percutaneous internal ring suturing versus conventional laparoscopic repair of congenital inguinal hernia: a randomized controlled trial“ (Surgical endoscopy, 2026). 109 Jungen mit 120 Leistenhernien. Operationszeit einseitig 8,5 ± 3,9 gegenüber 40,8 ± 9,9 Minuten (p < 0,001); Ödem des Samenstrangs nach der Operation 19,6 % gegenüber 1,9 % (p < 0,05); Rezidive 5,4 % gegenüber 1,9 % (p > 0,05). Samenparameter sind bei Kindern nicht messbar; der Bezug zur Fruchtbarkeit besteht über den Schutz von Samenstrang und Samenleiter.

**Ergun und Yagiz 2022: Aussparen des Bauchfells über dem Samenleiter bei der kindlichen Operation (Ankara) [s146].** Titel: „Skipping the cord during laparoscopic percutaneous internal ring suturing in children, is it reasonable?“ (Pediatric surgery international, 2022). 101 Jungen mit 125 Leistenhernien: bei 63 Hernien wurde das Bauchfell über dem Samenleiter beim Nähen ausgespart, bei 62 nicht; je zwei Rezidive (je 3 %), sonst keine Komplikationen. Die Autoren bewerten das Aussparen als vertretbar, um Samenstrang und Gefäße zu schonen. Schwäche: retrospektive Auswertung von Aufnahmen, keine Langzeitdaten zur Fruchtbarkeit.

#### Tierversuche zu Netz, Naht und Samenstrang

Tierversuche sind kein Ersatz für Humandaten; sie beschreiben, welche Mechanismen (Entzündung, Fibrose, Durchblutung) bei Menschen mit Netzreparatur eine Rolle spielen könnten.

**Berndsen et al. 2004: Ratten, Netzarten und Samenstrang [s345].** Titel: „Does mesh implantation affect the spermatic cord structures after inguinal hernia surgery? An experimental study in rats.“ (European surgical research. Europaische chirurgische Forschung. Recherches chirurgicales europeennes, 2004). 30 Ratten, drei Gruppen (Nahtreparatur, Lichtenstein-nahe Operation mit schwerem Polypropylennetz, leichtes Polypropylen/Polyglactin-Kompositnetz), Vasografie nach 90 Tagen. Alle Samenleiter durchgängig; in der Kompositnetzgruppe niedrigeres Testosteron in der Samenstrangvene und verringerte Querschnittsfläche des Samenleiters auf der operierten gegenüber der Kontrollseite; signifikant mehr Entzündung und Fibrose nach Netz als nach Naht, ohne Unterschied zwischen den Netzen.

**Uzzo et al. 1999: Hunde, Marlex-Netz gegen Shouldice [s368].** Titel: „The effects of mesh bioprosthesis on the spermatic cord structures: a preliminary report in a canine model.“ (The Journal of urology, 1999). Zwölf Beagle, nach 6 und 12 Monaten Hodenvolumen, Temperatur, Testosteron, Durchblutung, Vasografie, Histologie und Spermienbeweglichkeit und -morphologie. Hodenvolumen ohne signifikanten Unterschied (Trend nach Netz: 17,8 ml vor, 12,6 ml nach der Operation; p = 0,17); der Samenleiterquerschnitt nahm in beiden Gruppen gegenüber der Kontrollseite ab (p < 0,05); makroskopisch auffällig waren 3 von 6 Tieren mit Netz (zwei Hydrozelen, ein ischämischer Hoden) und 0 von 6 nach Shouldice; alle Vasogramme durchgängig; Spermienmorphologie und -beweglichkeit ohne Unterschied zwischen den Gruppen.

**Ardia et al. 2023: Kaninchen, Lichtenstein gegen Isolation des Samenstrangs vom Netz (Georgien) [s122].** Titel: „CHANGES IN SPERMATOGENESIS AFTER SIMULATED INGUINAL HERNIA REPAIR IN EXPERIMENT.“ (Georgian medical news, 2023). 16 männliche Kaninchen, je acht pro Gruppe; Samenuntersuchung zwei Tage vor sowie drei und sechs Monate nach der Operation. Die Autoren berichten, die Reparatur mit Isolation des Samenstrangs beeinträchtige die Spermatogenese nicht. Der Abstract nennt keine Zahlen und keine statistischen Tests; die Aussage für die Lichtenstein-Gruppe fehlt. Sehr kleine Tierzahl; geringe Aussagekraft.

**Fung et al. 2023: Ratten, Nahtmaterial am Samenleiter (Hongkong) [s125].** Titel: „Does the Choice of Suture Materials Affect the Vas Deferens after Hernia Ring Closure in Inguinal Hernia Surgery: An Experimental Study in Rats.“ (Journal of pediatric surgery, 2023). Zehn Ratten, Seide gegen Polypropylen, Histologie nach 14 Tagen: Der Samenleiter war in der Seidengruppe kleiner (Durchmesser 0,2 gegenüber 0,6 ± 0,2; p = 0,005); stärkere Verklebung bei Seide (Grad 2,8 ± 1,3 gegenüber 1,8 ± 0,8; p = 0,1, nicht signifikant); Entzündungs- und Fibrosewert ohne Unterschied.

**Xu et al. 2014: Ratten, Netzmaterial und Samenstrang (China) [s272].** Titel: „Application of tension-free hernioplasty with hernia meshes of different materials and the postoperative effects on the reproductive function of male rats“ (Molecular medicine reports, 2014). 40 Ratten in fünf Gruppen (Schein, Netz aus expandiertem Polytetrafluorethylen, Polypropylen, leichtes Polypropylen, unbehandelt); nach 90 Tagen. In den Polypropylen- und Leichtnetzgruppen haftete das Netz zu mehr als 50 % am Samenstrang; es fanden sich Stauung und Nekrose in den Tubuli, ein deutlich verminderter Anteil der Spermien der Grade a und b sowie erhöhte Werte für Antispermien-Antikörper und HIF-1α. Die Autoren sehen das Netz aus expandiertem Polytetrafluorethylen als verträglicher. Schwäche: Tiermodell, Übertragbarkeit offen.

**Kulchenko 2021: Kaninchen, Netzplastik und Spermatogenese (Russland) [s180].** Titel: „МОРФОЛОГИЧЕСКИЕ ИЗМЕНЕНИЯ В ЯИЧКЕ ПОСЛЕ МОДЕЛИРОВАНИЯ ПЛАСТИКИ ПАХОВОЙ ГРЫЖИ В ЭКСПЕРИМЕНТЕ (Morphologische Veränderungen im Hoden nach Modellierung einer Leistenbruchplastik im Experiment)“ (Research'n Practical Medicine Journal, 2021). Kaninchen (120 Tage, 3,8 ± 0,9 kg), 20 Tiere: 10 mit Modell einer spannungsfreien Plastik mit Polypropylennetz, 10 mit unangetasteten Leistenstrukturen. Nach 40 Tagen war das Hodenvolumen in der Netzgruppe dreifach kleiner (p < 0,05), die Spermatogenese schlechter (p < 0,05): Hypoplasie des Keimepithels, in einem Achtel der Kanälchen subtotale Aplasie, Sertoli-Zell-Syndrom in 2 %, keine Atrophie. In der Kontrollgruppe war die Spermatogenese in fast 90 % unauffällig. Die Autorin schließt auf eine Hemmung der Keimzellreifung nach 1,5 Monaten. Schwächen: Die Kontrollgruppe war unoperiert; ein Scheineingriff als Kontrolle (Hautschnitt und Naht) fehlt, sodass Narkose- und Operationsfolgen nicht abgegrenzt sind; Übertragbarkeit auf den Menschen offen; keine Konfidenzintervalle im Abstract.

**Kulchenko und Vinogradov 2026: Kaninchen, Histologie des Samenstrangs nach Lichtenstein-Plastik (Russland) [s54].** Titel: „МОРФОМЕТРИЧЕСКИЕ ИЗМЕНЕНИЯ СЕМЯВЫНОСЯЩЕГО ПРОТОКА ПОСЛЕ НЕНАТЯЖНОЙ ПАХОВОЙ ГЕРНИОПЛАСТИКИ В ЭКСПЕРИМЕНТЕ (Morphometrische Veränderungen des Samenleiters nach spannungsfreier Leistenhernioplastik im Experiment)“ (Вестник Медицинского института непрерывного образования, 2026). 18 Kaninchen in drei Gruppen zu je 6: Lichtenstein-Plastik mit Polypropylennetz, Scheinoperation und unoperierte Tiere; nach 40 Tagen Histologie des Samenstrangs. Der Samenleiter der operierten Tiere zeigte eine fibrotische Wandverdickung mit größerem Außendurchmesser (1851,7 ± 24,6 µm) bei gleichzeitig verengtem Lumen (175,3 ± 16,5 µm) gegenüber Kontroll- und unoperierter Gruppe (p < 0,05); im Lumen lagen Entzündungszellen. Die Autoren sehen darin eine Grundlage für eine mögliche Obstruktion und obstruktive Azoospermie. Stärke: Scheinoperationsgruppe vorhanden. Schwächen: Vergleichswerte der Kontrollgruppen stehen nicht im Abstract; kleine Gruppen; Beobachtungszeit 40 Tage; keine Samenanalyse und keine Fruchtbarkeitsprüfung.

#### Einordnung der Beobachtungsstudien zum Leistenbruch

Beim Erwachsenen finden randomisierte und prospektive Studien mit Samenanalyse überwiegend keine anhaltende Beeinträchtigung; der einzige konsistente Befund ist eine vorübergehend verminderte Beweglichkeit mit leichten Netzen nach laparoskopischer Reparatur, die nach drei Jahren nicht mehr signifikant nachweisbar war [s314, s267]. Die russischsprachigen Studien sind uneinheitlich: Rückgänge der Konzentration nach spannungsbehafteter und Lichtenstein-Plastik [s274, s275] und im Kaninchenmodell [s180, s54] stehen gegen fehlende Unterschiede zwischen Netzmaterialien [s220] und gegen eine randomisierte Studie ohne Strukturunterschied, aber ohne Samenzielgröße [s309]. Mehrere russischsprachige Vergleiche sind nicht randomisiert und bevorzugen das laparoskopische oder das vom Erstautor benannte Verfahren [s118, s274, s275, s86]; dazu kommen innere Widersprüche in den berichteten Zahlen [s118]. Die bedeutsameren Fälle von Samenleiterverletzung stammen aus der Kindheit und von netzfreien offenen Verfahren, besonders der hohen Bruchsackligatur [s381, s138, s184, s83]. Kein Studientyp liefert einen belastbaren Wert für das absolute Risiko im Kindesalter. Die Gewissheit ist für den Erwachsenen niedrig bis mäßig, für das Kind sehr niedrig.


### Vasektomie

Die Literatur besteht aus Kohorten zum Spermiogramm nach Vasektomie (darunter spanisch- und französischsprachige Serien), aus wenigen Untersuchungen am Menschen zu Hoden, Hormonen und Ejakulatvolumen und aus Tierversuchen zur Spermatogenese nach Samenleiterverschluss.

#### Spermiogramm nach Vasektomie: Dauer bis zur Azoospermie, Restspermien, Rekanalisation

**Labrecque et al. 2006: frühe Rekanalisation nach Vasektomie, randomisierte Studie plus Beobachtungsstudie (Kanada) [s338].** Titel: „Frequency and patterns of early recanalization after vasectomy.“ (BMC urology, 2006). Auswertung der Verlaufsdiagramme von 826 Männern (randomisierter Vergleich von Samenleiterdurchtrennung mit und ohne Faszieninterposition) und 389 Männern (Beobachtungsstudie zur Kauterisation). Die vermutete frühe Rekanalisation zeigte sich als sehr niedrige Spermienkonzentration in den ersten zwei Wochen mit anschließender Rückkehr großer Spermienzahlen; Gesamtanteil 13 % (95-%-KI 12 bis 15 %), am höchsten bei Ligatur und Durchtrennung ohne Faszieninterposition (25 %), am niedrigsten bei thermischer Kauterisation mit Faszieninterposition (0 %); die höchsten Anteile bei den als Vasektomieversager eingestuften Männern. Schwäche: „vermutete“ Rekanalisation, beurteilt anhand von Diagrammen durch drei Gutachter.

**Labrecque et al. 1998: Wirksamkeit und Komplikationen in zwei Kliniken der Region Québec (französischsprachiger Originaltitel) [s369].** Titel: „Efficacité et complications associées à la vasectomie dans deux cliniques de la région de Québec. (Wirksamkeit und Komplikationen der Vasektomie in zwei Kliniken der Region Québec)“ (Canadian family physician Medecin de famille canadien, 1998). Retrospektive Kohorte, 1.223 Männer 1994 bis 1996, No-Scalpel-Technik; Privatklinik (n = 775, Tantalklammern) gegenüber Familienplanungsklinik (n = 448, Kauterisation mit Faszieninterposition). Komplikationsbedingte Konsultationen 5,0 % (39) gegenüber 12,3 % (55; p < 0,001); frühe oder späte Rekanalisation bei 2,8 % (15) gegenüber 1,2 % (4) der Männer mit Spermiogramm (p < 0,14). Fazit der Autoren: weniger Komplikationen in der Privatklinik, aber höhere Wirksamkeit in der Familienplanungsklinik; Unterschiede der Technik erklärten dies teilweise.

**Cháfer Rudilla et al. 2007 (a): Einfluss des Analyseprozesses auf Auftreten und Verschwinden von Spermien nach Vasektomie (Spanien) [s330].** Titel: „Influencia del proceso analítico en la aparición y desaparición de los espermatozoides del semen tras la vasectomia. (Einfluss des Analyseverfahrens auf Auftreten und Verschwinden der Spermien im Ejakulat nach Vasektomie)“ (Actas urologicas espanolas, 2007). Retrospektiv, Albacete 2002 bis 2004: 984 Vasektomien, 1.430 Samenproben (im Mittel 2 pro Patient). Präanalytisch waren 134 Proben (9,4 %) nicht vollständig gesammelt, 269 Männer (18,8 %) lieferten weniger als 2 ml; analytisch waren 432 Ejakulate (30,5 %) extrem zähflüssig, 62 (4,3 %) enthielten viele Zellen; postanalytisch hatten 153 Patienten (20,9 %) wechselnd negative und positive Befunde mit seltenen unbeweglichen Spermien. Schlussfolgerung der Autoren: Zwei Proben je Patient seien nötig; ein negativer Befund solle als Wert unter der Nachweisgrenze angegeben werden. Laborbefunde einer einzelnen Einrichtung.

**Cháfer Rudilla et al. 2007 (b): Bewertung eines Protokolls zur Kontrolle der Vasektomie (Spanien) [s331].** Titel: „Evaluación de un protocolo para el control de la vasectomía y modificaciones a realizar. (Bewertung eines Protokolls zur Kontrolle der Vasektomie und notwendige Änderungen)“ (Actas urologicas espanolas, 2007). Gleiches Kollektiv: 67 % lieferten Proben, nur 55,5 % erreichten die Freigabekriterien; im Mittel zwei Proben, 39,6 % gaben nur eine, mehr als 23 % mehr als drei ab. 43 technische Misserfolge, 4 frühe Rekanalisationen (0,5 %), eine späte (0,1 %), 13 Patienten (1,7 %) erneute Vasektomie. Die Autoren schlagen zwei Untersuchungen im sechsten und siebten Monat vor.

**Gómez de Vicente et al. 2004: natürlicher Verlauf der Spermienklärung nach Vasektomie (Spanien) [s347].** Titel: „La historia natural del aclaramiento de espermatozoides en el semen tras la vasectomía. (Der natürliche Verlauf der Spermienklärung im Ejakulat nach Vasektomie)“ (Actas urologicas espanolas, 2004). 239 aufeinanderfolgende ambulante Vasektomien 1998 bis 1999, Nachbeobachtung 41 bis 853 Tage (Mittel 144, Median 104), Kaplan-Meier-Analyse. Anhaltend Spermien bei 31 Patienten (13 %) am Ende; 10 Patienten (4,2 %) brachen die Nachsorge trotz positiver Probe ab. Zeit bis zur negativen Probe 58 bis 362 Tage (Mittel 133, Median 99); die Wahrscheinlichkeit, 200 bzw. 260 Tage nach der Vasektomie azoosperm zu sein, lag bei 80 bzw. 90 %. Die Autoren halten mindestens 200 Tage für nötig, um bei 80 % alle Spermien zu klären, und schlagen die erste Probe nach sieben Monaten vor (Aussage der Autoren).

**Estigarribia Benítez et al. 2022: klinische Bedeutung von Spermien in Spermiogrammen nach Vasektomie, Serie von 2.168 Patienten (Spanien) [s147].** Titel: „Significación clínica de la presencia de espermatozoides en los seminogramas posvasectomía. Análisis de una serie de 2.168 pacientes. (Klinische Bedeutung von Spermien in Spermiogrammen nach Vasektomie. Analyse einer Serie von 2.168 Patienten)“ (Revista internacional de andrologia, 2022). Querschnittsanalyse von 2.168 Vasektomien 2010 bis 2017; 1.807 Patienten eingeschlossen, 1.297 azoosperm nach drei Monaten, 501 mit unbeweglichen Restspermien. Nur 24 dieser 501 hatten mehr als 100.000 Spermien/ml; bei 9 Fällen waren bewegliche Spermien nachweisbar. Alle mit unbeweglichen Spermien wurden mit monatlichen Spermiogrammen verfolgt: Azoospermie nach im Mittel 4,5 Monaten (Spanne 4 bis 10 Monate), im Mittel 2,5 Untersuchungen, unabhängig vom Ausgangswert; alle mit beweglichen Spermien brauchten einen Zweiteingriff. Die Autoren schließen, serielle Kontrollen bis zum negativen Spermiogramm seien entbehrlich (Aussage der Autoren). Die Zahlen 1.297 + 501 ergeben 1.798, nicht die genannten 1.807; der Abstract erklärt die Differenz nicht.

**Hourié et al. 2017: Praxis und Kosten der Vasektomie, französische Einzelzentrumserfahrung (Frankreich) [s222], mit der Abschlussarbeit derselben Kohorte [s234].** Titel: „Évaluation des pratiques et des coûts de la vasectomie. Expérience monocentrique française. (Bewertung von Praxis und Kosten der Vasektomie. Französische Einzelzentrumserfahrung)“ (Progres en urologie : journal de l'Association francaise d'urologie et de la Societe francaise d'urologie, 2017). Retrospektive Kohorte, 45 Patienten, Juli 2001 bis Mai 2016, mittleres Alter 41,3 Jahre; die Bedenkzeit wurde bei 24 % nicht eingehalten; schriftliche Einwilligung bei 89 %; im Kontrollspermiogramm waren 54,3 % azoosperm, wobei die Drei-Monats-Frist bei 23 % nicht eingehalten wurde; kein Patient bereute den Eingriff; mittlere Kosten 660,63 Euro, mittlerer Ertrag 524,50 Euro, Verlust 136,13 Euro. Sehr kleine Stichprobe; der Wert liegt in der Beschreibung der französischen Praxis nach dem Gesetz vom 4. Juli 2001. Titel: „Évaluation des pratiques et impact micro-économique de la vasectomie : expérience monocentrique française (Bewertung der Praxis und der mikroökonomischen Auswirkung der Vasektomie: französische Einzelzentrumserfahrung)“ (Masterarbeit (HAL-DUMAS), 2016). Die Abschlussarbeit [s234] (HAL, 2016) beschreibt dieselbe Kohorte und gibt ergänzend an, dass präventive Kryokonservierung in 78 % der Fälle angeboten wurde und dass das Kontrollspermiogramm in 22 % nicht durchgeführt wurde; als zusätzliche Evidenz zählt sie nicht.

**Sim et al. 2024: Histologie des Samenleiters bei Vasektomie (Italien) [s107].** Titel: „Vasectomy histology: Is it still useful?“ (Archivio italiano di urologia, andrologia : organo ufficiale [di] Societa italiana di ecografia urologica e nefrologica, 2024). Retrospektiv, 388 Patienten 2018 bis 2022, 191 (49,2 %) mit Spermiogramm nach Vasektomie. Kein signifikanter Unterschied bei azoospermen Proben (95,4 % gegenüber 91,2 %), Proben mit seltenen unbeweglichen Spermien (2,6 % gegenüber 8,8 %) und Proben mit Spermien (2,0 gegenüber 0 %) zwischen vollständig und einseitig unvollständig durchtrenntem Samenleiter in der Histologie; vier Revisionen, drei wegen der Histologie. Die Autoren sehen eine Rolle der Histologie bei geringer Spermiogramm-Teilnahme. Schwäche: kleine Zahlen in den Untergruppen, deshalb keine Aussage zur Gleichwertigkeit.

**Davies et al. 1990: Langzeitverlauf nach „special clearance“ (Oxford) [s387].** Titel: „The long-term outcome following "special clearance" after vasectomy.“ (British journal of urology, 1990). Von 6.067 ambulanten Vasektomien 1980 bis 1985 erhielten 151 Männer (2,5 %) eine „special clearance“ (weniger als 10.000 Spermien/ml in zwei aufeinanderfolgenden Proben mindestens sieben Monate nach der Operation). Von diesen lieferten nach mindestens drei Jahren 50 Männer eine Probe, alle bis auf einen waren azoosperm; keine Schwangerschaft durch Versagen der Vasektomie bekannt. Schwäche: Nachbeobachtung nur bei 50 von 151.

**Beder et al. 2020: klinische Auswirkung der britischen Laborleitlinie (Großbritannien) [s182].** Titel: „The clinical impact of British guidelines on post-vasectomy semen analysis.“ (Central European journal of urology, 2020). Retrospektiv, Vasektomien 2014 bis 2018, vor und nach Einführung der Leitlinie von 2016. Die Erkennung seltener unbeweglicher Spermien stieg von 18 % auf 27 % (p < 0,01); vor der Einführung benötigte kein Patient eine besondere Freigabe, danach 10; die Kosten der Samenverarbeitung stiegen auf das Fünffache. Die erste Probe zeigte Azoospermie oder seltene unbewegliche Spermien bei 97,5 %. Die Autoren schlagen vor, die britische Empfehlung an die europäische anzugleichen, bei der eine Freigabe nach einer einzelnen nicht zentrifugierten Probe möglich ist. Schwäche: Einzelzentrum, Vorher-Nachher-Vergleich.

**Yılmaz und Yıldız 2019: Erektionsfunktion und Lebensqualität nach 212 Vasektomien (Izmir, Türkei) [s203].** Titel: „DOES VASECTOMY AFFECT ERECTILE FUNCTIONS AND QUALITY OF LIFE?“ (İzmir Eğitim ve Araştırma Hastanesi Tıp Dergisi, 2019). Prospektive Beobachtung von 212 aufeinanderfolgenden Vasektomien (No-Scalpel-Technik) mit IIEF- und SF-36-Fragebögen am Operationstag und nach 3, 6 und 12 Monaten. Der mittlere IIEF-Wert stieg signifikant (p < 0,05), SF-36 blieb unverändert (p > 0,05). Bei 18 Patienten fanden sich nach sechs Monaten noch bewegliche Spermien; 12 wurden erneut vasektomiert, 6 lehnten ab; 186 Patienten wurden prospektiv ausgewertet; ein Hämatom (0,45 %). Die Studie misst nicht die Samenqualität, sondern Erektion und Lebensqualität; der Bezug zur Fragestellung besteht über die Verbleibquote beweglicher Spermien (18 von 212 nach 6 Monaten, aus den Zahlen berechnet 8,5 %) und die Re-Vasektomie.

**Technik- und Praxisserien aus China und Japan [s265, s80, s87, s34].** Titel: „Percutaneous no-scalpel vasectomy via one puncture in China“ (Urology journal, 2014). [s265] (China): 150 Männer mit modifizierter einstichiger Vasektomie gegenüber 120 mit Standardverfahren; Operationsdauer 9,8 Minuten, ein Wundheilungsproblem (0,67 %); keine Samenangaben. Titel: „Application of sterilization of vas deferens by irrigation in clinic“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2025). [s80] (China, chinesischsprachig): 86 Männer, 50 Standardvasektomie gegenüber 36 Spülverfahren; Alter 32,0 ± 5,5 gegenüber 31,0 ± 6,3 Jahre, Hodenvolumen 16,0 ± 4,8 gegenüber 17,0 ± 4,4 ml, Spermienkonzentration vor dem Eingriff 39,6 ± 20,2 gegenüber 40,2 ± 22,6 × 10⁶/ml, Testosteron 4,3 ± 0,8 gegenüber 4,4 ± 0,8 ng/ml; Erholungsdauer (nach „künstlicher Obstruktionsazoospermie“) und Zufriedenheit unterschieden sich signifikant (p < 0,05), die Durchgängigkeit zwischen beiden Hodenkanälchen-Seiten ebenfalls (91,7 % gegenüber 83,3 %; p < 0,05); die Angabe ist im Abstract nicht eindeutig zugeordnet. Titel: „オフィスユロロジーでの精管結紮術の実際とラーニングカーブ (Vasektomie in der Praxis: Vorgehen und Lernkurve)“ (北関東医学, 2025). [s87] (Japan, japanischsprachig, J-STAGE): 234 Vasektomien einer Praxis (2010 bis 2025), in fünf Perioden unterteilt; mittlere Operationsdauer von 27,0 Minuten (95-%-KI 25,8 bis 28,2) auf 21,5 Minuten (19,7 bis 23,3; p = 0,00166); Nebenwirkungen: Wundinfektion 0,9 %, Nebenhodenentzündung 3,4 %, Blutung oder Hämatom 2,6 %; Azoospermie bestätigt bei 93,2 % nach der ersten und 94,9 % nach der zweiten Kontrolle; eine Reoperation (0,4 %); 11 Männer (4,7 %) ohne Samenkontrolle. Titel: „A CASE OF PREGNANCY POST VASECTOMY“ (Hinyokika kiyo. Acta urologica Japonica, 2026). [s34] (Japan, japanischsprachig): Fallbericht eines 43-Jährigen, Vasektomie mit Skalpell und doppelter Ligatur ohne Mukosakauterisation; einen Monat danach zwei unbewegliche Spermien im gesamten Gesichtsfeld, acht Monate später Schwangerschaft der Partnerin und 10 bis 20 bewegliche Spermien je Gesichtsfeld, vermutet wurde eine Rekanalisation; die Autoren betonen die Aufklärung auch der Partnerin. Alle sind Einzelzentrumsserien ohne Vergleichsgruppe zur Spermienqualität.

#### Hoden, Hormone und Ejakulatvolumen nach Vasektomie

**Raleigh et al. 2004: Stereologie des menschlichen Hodens nach Vasektomie (Australien) [s350].** Titel: „Stereological analysis of the human testis after vasectomy indicates impairment of spermatogenic efficiency with increasing obstructive interval.“ (Fertility and sterility, 2004). Retrospektiv; Hodenbiopsien von 34 Vasektomierten 1 bis 20 Jahre nach dem Eingriff (bei der Vasovasostomie entnommen) und 10 normalen Männern (Kontrollen bei der Vasektomie). Die Vasektomie ging mit weniger Keimzellen der späten Spermatogenesestufen einher: Pachytän-Spermatozyten −18 %, runde Spermatiden −40 %, elongierende Spermatiden −23 %, elongierte Spermatiden −39 %. Der Spermatidenverlust hing mit der Dauer des Verschlusses zusammen. Die gesamte Fibrose war 2,7-fach erhöht und stieg ebenfalls mit dem Verschlussintervall. Keine Beziehung zu Spermienantikörpern oder zu Spermienzahlen bis zwei Jahre nach Vasovasostomie. Stärke: quantitative Stereologie. Schwäche: Die Männer wurden bei der Umkehr biopsiert, also selektiert; kleine Kontrollgruppe.

**Xiang et al. 2013: Langzeiteffekt der Vasektomie auf die Spermatogenese des Mannes (Sichuan, China) [s283].** Titel: „Long-term effect of vasectomy on spermatogenesis in men: a morphometric study.“ (Asian journal of andrology, 2013). Querschnitt, Hodenbiopsie bei Leistenbruchoperation: 51 Männer ab 50 Jahren, 25 Kontrollen und 26 Vasektomierte (22 bis 42 Jahre nach beidseitiger Vasektomie). In sieben Vasektomierten und einem Kontrollmann bestand das Gewebe fast nur aus Bindegewebe. Bei den übrigen 43 keine signifikanten Unterschiede in Hoden- und Nebenhodengröße, Histologie, Tubulusdurchmesser und Volumenanteil. Die Autoren schließen auf ein statisches Gleichgewicht von Spermienproduktion und -abbau, vermutlich durch Altersdegeneration oder vasektomiebedingte Fibrose. Schwächen: kleine Gruppen, ältere Männer, altersbedingter Zusammenhang nicht trennbar, Biopsie nur bei Hernienpatienten, keine Samenanalyse; die Studie sagt nichts über den Zeitraum kurz nach der Vasektomie. Ein weiterer Hinweis, wie eng die Themen Hernie und Vasektomie verknüpft sind.

**Naelitz et al. 2026: Änderungen des Samenvolumens nach Vasektomie (USA) [s32].** Titel: „Changes in Semen Volume Following Vasectomy: A Retrospective Case-Control Analysis.“ (Andrology, 2026). Retrospektive Fall-Kontroll-Studie, 957 Männer (319 Vasektomierte, 638 Kontrollen im Verhältnis 1:2 nach Alter gematcht). Ausgangsvolumen 3,51 ± 1,51 ml in beiden Gruppen (p = 0,98); späteres Volumen 3,07 ± 1,42 gegenüber 3,19 ± 1,60 ml (p = 0,22). In beiden Gruppen sank das Volumen leicht (Vasektomierte −0,44 ml, Kontrollen −0,32 ml; beide p < 0,0001), der Unterschied zwischen den Gruppen war nicht signifikant (p = 0,19); multivariabel β = 0,04 ml (p = 0,50). Die Vasektomie selbst verändere das Samenvolumen nicht. Stärke: Kontrollgruppe, die die Alterung herausrechnet. Schwäche: selektierte Männer mit normalem Ausgangsbefund, retrospektiv, nur ein Zentrum.

**Cao et al. 2007: hochauflösender Ultraschall des Nebenhodens mehr als zehn Jahre nach Vasektomie (Sichuan, chinesischsprachig) [s329].** Titel: „Ultrasonographic changes in the epididymis after long-term vasectomy“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2007). 64 Männer mehr als zehn Jahre nach Vasektomie und 60 Männer ohne Vasektomie, die wegen Nebenhodenbeschwerden überwiesen worden waren. Nach Vasektomie waren häufiger verdickt: Nebenhodenkörper 64,1 % gegenüber 15,0 %, Cauda 78,1 % gegenüber 51,7 %, alle drei Abschnitte 42,2 % gegenüber 8,3 %; Ektasie der Nebenhodenkanälchen 54,7 % gegenüber 8,3 %; erhöhte Durchblutung seltener (15,6 % gegenüber 61,7 %). Schwäche: Die Kontrollen waren ebenfalls Patienten mit Nebenhodenindikation, keine Samenanalyse.

**Shi et al. 2017: Androgene bei Männern ab 40 Jahren nach Vasektomie (Zunyi, chinesischsprachig) [s228].** Titel: „Vasectomy has no obvious longterm influence on the levels of serum androgens in aging males“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2017). Querschnitt an 437 Männern ab 40 Jahren (232 vasektomiert, 205 nicht). Roh waren Gesamttestosteron (16,01 ± 5,41 gegenüber 17,39 ± 6,57 nmol/l), SHBG (58,91 ± 36,89 gegenüber 70,28 ± 40,90 nmol/l) und LH (8,86 ± 6,49 gegenüber 10,85 ± 11,73 IU/l) nach Vasektomie höher und der freie Testosteronindex niedriger (0,33 ± 0,15 gegenüber 0,30 ± 0,12; alle p < 0,05; Reihenfolge der Werte: nicht vasektomiert gegenüber vasektomiert). Nach Adjustierung blieb kein Unterschied (Gesamttestosteron β = 1,015, 95-%-KI −0,180 bis 2,210; SHBG β = 5,118, −2,069 bis 12,305; LH β = 1,011, −0,811 bis 2,834). Autoren: kein deutlicher Langzeiteinfluss auf Androgene. Schwäche: Querschnitt, keine Samenanalyse.

**Zhao et al. 2018: Hormone, PSA und Lebensqualität nach Vasektomie (China) [s218].** Titel: „Long-term safety, health and mental status in men with vasectomy“ (Scientific reports, 2018). 485 vasektomierte Männer und 1.940 Männer ohne Vasektomie. In der multiplen linearen Regression hatten fast alle Faktoren (Hormone, PSA, Blutchemie) keinen Zusammenhang mit der Vasektomie, mit Ausnahme von vier Maßen: Somatik-Wert der Aging-Males-Symptoms-Skala 0,31 (95-%-KI 0,02 bis 0,61), SF-36-Gesamtwert −18,8 (−32,00 bis −5,60), „Role emotional“ −6,28 (−10,34 bis −2,22) und „Mental health“ −1,55 (−3,08 bis −0,02). Keine langfristige Wirkung auf Sexualhormone, kein höheres PSA. Schwäche: Querschnitt, Selektion, keine Samenanalyse.

**Cho et al. 2011: Skrotalschmerz und Nebenhodendurchmesser nach Nadelstich-Vasektomie (Seoul) [s299].** Titel: „Associations of ultrasonographic features with scrotal pain after vasectomy“ (Korean journal of urology, 2011). Prospektive Studie: 178 Männer mit Nadelstich-Vasektomie, 114 mit Befragung und Ultraschall nach zwei Monaten (Alter im Mittel 36,3 Jahre). Zwischen 23 Männern mit Skrotalschmerz und 91 ohne bestanden keine Unterschiede im Durchmesser von Nebenhodenkopf und -körper. Die Autoren vermuten andere Schmerzursachen als die Obstruktion.

**Zhang et al. 2013: Nebenhodenstauung nach Vasektomie (China, chinesischsprachig) [s284].** Titel: „High-frequency ultrasonography for epididymal stasis after vasectomy“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2013). 23 Männer mit Nebenhodenstauung nach Vasektomie (5 leicht, 11 mittel, 7 schwer). Ultraschall zeigte bei 14 beidseitig vergrößertes Nebenhodenvolumen. Konservativ gebessert wurden 18 (5, 11 und 2 der jeweiligen Gruppen); 5 schwere Fälle wurden mit konservativer Behandlung und Rückgängigmachung der Vasektomie entlastet.

#### Tierversuche zur Spermatogenese nach Samenleiterverschluss

**Ribas-Maynou et al. 2022: Spermienabbau nach Vasektomie bei Mäusen (Spanien/USA) [s151].** Titel: „Sperm degradation after vasectomy follows a sperm chromatin fragmentation-dependent mechanism causing DNA breaks in the toroid linker regions.“ (Molecular human reproduction, 2022). Vasektomierte Mäuse, Comet-Test und Pulsfeld-Gelelektrophorese 1, 2 und 3 Wochen nach der Operation. Der Olive-Tail-Moment (DNA-Doppelstrangbrüche) im Samenleiter lag bei 21,78 ± 2,29, 19,71 ± 1,79 und 32,59 ± 1,81 gegenüber 7,04 ± 1,03, 10,10 ± 1,29 und 8,64 ± 0,85 nach Scheinoperation (p < 0,001); ähnlich im unteren Nebenhodenabschnitt (Cauda epididymidis), nicht im Nebenhodenkopf (p > 0,05). Die Brüche lagen überwiegend in den Toroid-Linker-Regionen (15 bis 145 kb). Die Autoren deuten dies als aktivierten Abbaumechanismus der Spermien-DNA im Samenleiter, wenn die Spermien nicht ejakuliert werden können. Übertragbarkeit auf den Menschen offen.

**Ren et al. 2011: Ratte, beidseitige Vasektomie (Japan) [s304].** Titel: „Effect of short period vasectomy on FSH, LH, inhibin and testosterone secretions, and sperm motility in adult male rats“ (Experimental animals, 2011). Nach beidseitiger Vasektomie stieg das Nebenhodengewicht, die Spermatogenese war histologisch geschädigt (mehrkernige Riesenzellen in Tubuli, degenerierende Spermatiden im Nebenhoden). LH, FSH und Testosteron fielen nur an Tag 3, das hemmende Inhibin war an Tag 3 erhöht. Die computergestützten Beweglichkeitsmaße (gerade und gekrümmte Geschwindigkeit, Kopfauslenkung) nahmen ab Tag 60 ab. Autoren: Vasektomie senkt die Beweglichkeit ab Tag 60; frühe Hormonwirkung gering.

**Ma et al. 2016: Ratte, einseitige Doppelligatur ohne Durchtrennung (China) [s238].** Titel: „Morphometric study of the testis and reproductive tract (including sperm granuloma) after vasectomy in mature rats“ (Asian journal of andrology, 2016). 12 Tiere, Entnahme nach 37 Tagen. Bei 5 von 12 Hoden fand sich ausgeprägte Spermatogenese-Schädigung (Spermatiden und Spermatozyten in 43 % der Tubulusprofile erschöpft), verbunden mit kleineren oder fehlenden Spermiengranulomen; bei den 7 übrigen normaler Befund mit im Mittel um 111 % erhöhtem Lumenvolumen und größeren Granulomen. Rete-testis-Dicke im Mittel +66 %. Autoren: Die Schädigung ist auch bei der Ratte druckvermittelt und hängt vom Granulom ab.

**Zhang et al. 2012: Beagle, Vasektomie nach 12 Monaten (China) [s295].** Titel: „Long-term reproductive consequences of no-scalpel vasectomy in beagles“ (Journal of Huazhong University of Science and Technology. Medical sciences = Hua zhong ke ji da xue xue bao. Yi xue Ying De wen ban = Huazhong keji daxue xuebao. Yixue Yingdewen ban, 2012). 5 vasektomierte gegen 5 scheinoperierte Tiere. Das Tubulusepithel war ungeordnet, es fanden sich Atrophie und Apoptose in Hoden, Nebenhoden und Samenleiter. Die Autoren sehen die vollständige Samenleiterobstruktion nicht als absolut sicher für die spätere Umkehrbarkeit und fordern druckentlastende Verfahren. Sehr kleine Gruppen.

**Qu et al. 2008: Maus, Vasektomie und Autoimmunorchitis (Tokio) [s324].** Titel: „Caput epididymitis but not orchitis was induced by vasectomy in a murine model of experimental autoimmune orchitis“ (Reproduction (Cambridge, England), 2008). Vasektomie allein löste keine Entzündung aus; Scheinvasektomie plus Immunisierung mit Keimzellen erzeugte Autoimmunorchitis ohne Nebenhodenentzündung; Vasektomie plus Immunisierung dagegen verhinderte die Orchitis und führte zu einer Entzündung des Nebenhodenkopfes mit T-Zellen, B-Zellen und Makrophagen und erhöhter IL-6- und IL-10-mRNA; die Autoantikörper richteten sich gegen das Akrosom reifer Spermatiden und Spermien. Grundlagenstudie; Bezug zur Fertilität nur mittelbar.

**Kubota et al. 2001: Ratte, Mechanismus der Spermatogenese-Störung nach Samenleiterligatur (Japan, japanischsprachig) [s361].** Titel: „ラット精管結紮後の造精機能障害発生機序の研究 (Studie zum Entstehungsmechanismus der Spermatogenesestörung nach Samenleiterligatur bei der Ratte)“ (日本泌尿器科学会雑誌, 2001). Zehn Wochen alte Wistar-Ratten, linker Samenleiter ligiert, Auswertung nach 1, 2, 5 und 10 Wochen. Ab Woche 5 nahm auf der Ligaturseite die Zahl apoptotischer Keimzellen deutlich zu (Woche 5 und 10: p < 0,01), begleitet von höherer iNOS-Expression und verstärktem Eintritt von NFκB p65 in die Zellkerne. Die Autoren sehen eine Beteiligung von iNOS und NFκB an der apoptosevermittelten Spermatogenesestörung.

**Şahintürk et al. 2020: Ratte, einseitige Vasektomie, Stereologie (Türkei) [s191].** Titel: „Deneysel Vazektominin Farklı Dönemlerde Erişkin Sıçan Testisinde Oluşturduğu Değişikliklerin Histomorfometrik İncelemesi (Histomorphometrische Untersuchung der Veränderungen im Hoden erwachsener Ratten in verschiedenen Zeiträumen nach experimenteller Vasektomie)“ (ANADOLU KLİNİĞİ TIP BİLİMLERİ DERGİSİ, 2020). 48 Wistar-Ratten; einseitige Vasektomie gegenüber alleinigem Bauchschnitt, Entnahme des linken Hodens nach 1, 12 und 24 Wochen (je Gruppe 8 Tiere). Nach 1 und 12 Wochen fanden sich höhere Dichten von Spermatogonien, Sertoli- und Myoidzellen und weniger Spermatiden; nach 24 Wochen waren die Zellen der Samenkanälchen vermindert. Kollagenfasern nahmen zu, abhängig von der Zeit seit der Vasektomie; Riesenzellen im Kanälchenlumen nach 1 Woche. Die Autoren erklären dies mit einem Ausgleichsmechanismus in der Basalkammer und einem Druckanstieg durch Spermiengranulom im Nebenhoden, der Spermatiden ablösen lasse. Stärke: Scheinoperationskontrolle, quantitative Stereologie.

**Lisowa 2016: Blockade der Samenleiter und Spermatogenese (Grodno, Belarus; Tierart nicht genannt) [s243].** Titel: „Влияние блокады семявыносящих протоков на сперматогенез (Einfluss der Blockade der Samenleiter auf die Spermatogenese)“ (Журнал Гродненского государственного медицинского университета, 2016). Nach 30 Tagen kleinerer Durchmesser der Samenkanälchen und kleineres Kernvolumen der interstitiellen Zellen, verformte Ultrastruktur der Blut-Hoden-Schranke und deutlich weniger entwickelte Keimzellen einschließlich Spermien. Die Tierart wird im Abstract nicht genannt, Zahlen fehlen.

#### Einordnung der Beobachtungsstudien zur Vasektomie

Zum Verschwinden der Spermien gibt es eine gute Evidenzbasis: Die meisten Männer sind nach etwa drei Monaten und 20 Ejakulationen azoosperm, ein einstelliger bis niedriger zweistelliger Prozentsatz hat noch Restspermien, und die Dauer reicht in spanischen Serien bis zu mehr als sechs Monaten [s347, s147]. Frühe Rekanalisation ist technikabhängig und häufiger, als lange angenommen [s338]. Für die Hodenmorphologie zeigen Biopsien nach längerem Verschluss weniger Spermatiden und mehr Fibrose [s350], nach Jahrzehnten aber ein Gleichgewicht ohne Unterschied zur Kontrolle [s283]; das Samenvolumen bleibt gleich [s32]. Die Hormonlage unterscheidet sich nach Adjustierung nicht [s228, s218]. Die Aussagekraft ist durch die Selektion der biopsierten Männer begrenzt; die Spermatogenese-Schädigung wird überwiegend im Tier belegt [s304, s238, s295, s361, s191]. Die Evidenz ist für alle Aussagen niedrig bis mäßig.


### Refertilisierung nach Vasektomie: Vasovasostomie

Hier ist die Samenanalyse der Standardendpunkt. Die folgenden Studien sind nach Fragestellung geordnet: große Serien und Prognosefaktoren, Spermienparameter nach der Umkehr, Immunologie und Medikamente, Technikvergleiche, Studien aus dem asiatischen Raum, deutsch- und französischsprachige Kosten- und Entscheidungsanalysen.

#### Große Serien und Prognosefaktoren

**Belker et al. 1991: Vasovasostomy Study Group, 1.469 mikrochirurgische Umkehr-Operationen (USA) [s383].** Titel: „Results of 1,469 microsurgical vasectomy reversals by the Vasovasostomy Study Group.“ (The Journal of urology, 1991). Fünf Zentren, neun Jahre. Von 1.247 Männern mit Erstoperation hatten 865 von 1.012 (86 %) mit Samenanalyse Spermien im Ejakulat; Schwangerschaft bei 421 von 810 Paaren (52 %) mit Angaben. Nach Verschlussintervall: unter 3 Jahren Durchgängigkeit 97 % und Schwangerschaft 76 %, 3 bis 8 Jahre 88 % und 53 %, 9 bis 14 Jahre 79 % und 44 %, 15 Jahre und mehr 71 % und 30 %. Zweischicht- und modifizierte Einschichtmethode gleich gut; bei beidseitig fehlenden Spermien in der intraoperativen Flüssigkeit und Vasovasostomie (statt Vasoepididymostomie) Durchgängigkeit 50 von 83 (60 %), Schwangerschaft 20 von 65 (31 %); Spermiengranulom und Anästhesieart ohne Einfluss; Wiederholungsoperationen weniger erfolgreich: 222 Eingriffe, Durchgängigkeit 150 von 199 (75 %), Schwangerschaft 52 von 120 (43 %). Eine Klassikerstudie von 1991; Beobachtungsdaten, Technik und Methode der Zeit.

**Boorjian et al. 2004: Verschlussintervall und Spermiengranulom (USA) [s346].** Titel: „The impact of obstructive interval and sperm granuloma on outcome of vasectomy reversal.“ (The Journal of urology, 2004). 213 mikrochirurgische Umkehr-Operationen eines Operateurs. Durchgängigkeit 91 %, 88 %, 91 % und 89 % bei Intervallen unter 5, 5 bis 10, 10 bis 15 und mehr als 15 Jahren; Schwangerschaftsraten 89, 82 und 86 % bis 15 Jahre, bei mehr als 15 Jahren signifikant niedriger (44 %; p < 0,05). Mindestens einseitiges Spermiengranulom: Durchgängigkeit 95 % gegenüber 78 % ohne (p = 0,07, nicht signifikant); Schwangerschaftsrate ohne Unterschied. Die Autoren sehen die Umkehr bei Intervallen unter 15 Jahren der IVF/ICSI überlegen, darüber gleichwertig oder besser (Aussage der Autoren). Die Schwangerschaftsraten von 82 bis 89 % liegen weit über dem Metaanalysewert von 73 % [s247] und über anderen Serien; sie stammen von einem einzelnen Operateur, was die Übertragbarkeit einschränkt.

**Magheli et al. 2010: Verschlussintervall und Spermiengranulom (Deutschland, USA) [s312].** Titel: „Impact of obstructive interval and sperm granuloma on patency and pregnancy after vasectomy reversal.“ (International journal of andrology, 2010). 334 Patienten mit vollständiger Nachbeobachtung. Kein Zusammenhang von Spermiengranulom oder Verschlussintervall mit Durchgängigkeit und Schwangerschaft; einziger unabhängiger Prädiktor der postoperativen Fruchtbarkeit war das Alter der Partnerin (p = 0,015). Der Befund widerspricht der Metaanalyse [s247], die für ein Intervall unter 10 Jahren höhere Raten findet, ein Beispiel für die Inkonsistenz der Literatur.

**Fuchs et al. 2002: Umkehr 15 Jahre oder mehr nach Vasektomie (USA) [s353].** Titel: „Vasectomy reversal performed 15 years or more after vasectomy: correlation of pregnancy outcome with partner age and with pregnancy results of in vitro fertilization with intracytoplasmic sperm injection.“ (Fertility and sterility, 2002). 173 Männer, retrospektiv, ein Operateur. Schwangerschaftsraten 49 %, 39 % und 25 % bei Intervallen von 15 bis 19, 20 bis 25 und mehr als 25 Jahren; nach Alter der Partnerin 64 % (unter 30), 49 % (30 bis 35), 32 % (36 bis 40), 28 % (über 40). Gesamtrate 43 %, ähnlich den 40 % der ICSI bei obstruktiver Azoospermie; 62 % brauchten eine ein- oder beidseitige Epididymovasostomie.

**Kolettis et al. 2002: Intervalle von mindestens 10 Jahren (USA) [s355].** Titel: „Outcomes for vasectomy reversal performed after obstructive intervals of at least 10 years.“ (Urology, 2002). Retrospektiv, drei Operateure. Gesamtschwangerschaftsrate 37 %; Durchgängigkeit/Schwangerschaft bei Intervallen von 10 bis 15, 16 bis 19 und mindestens 20 Jahren 74/40 %, 87/36 % und 75/27 %; Rate lebender Geburten insgesamt 35 %. Bei einer angenommenen Lebendgeburtenrate von 25 % pro ICSI-Zyklus werde die Rate der Umkehr erst ab einem Verschlussintervall von mindestens 20 Jahren übertroffen, bei 28,6 % pro Zyklus ab mindestens 15 Jahren. Die ICSI-Vergleichswerte sind angenommene Zahlen.

**Gerrard et al. 2007: Alter der Partnerin und Schwangerschaftsrate (USA, zwei Zentren) [s332].** Titel: „Effect of female partner age on pregnancy rates after vasectomy reversal.“ (Fertility and sterility, 2007). 294 Patienten. Durchgängigkeit 90, 89, 90, 86 und 83 % bei Partnerinnen von 20 bis 24, 25 bis 29, 30 bis 34, 35 bis 39 und ab 40 Jahren; Schwangerschaftsraten 67, 52, 57, 54 und 14 %. Bei Partnerinnen ab 40 Jahren 14 % gegenüber 56 % bei jüngeren.

**Lipshultz et al. 2026: multizentrische Kohorte zu Ergebnissen und Langzeitverlauf (USA) [s25].** Titel: „Vasectomy reversal outcomes and long-term kinetics: a multiinstitutional cohort.“ (Fertility and sterility, 2026). Acht Zentren, 4.568 Patienten, davon 2.398 mit mindestens zwei Samenanalysen und 1.222 mit mindestens einer Kontrolle nach über einem Jahr. Durchgängigkeit nach einem Jahr je nach Operateur 54 bis 93 % (Median der Operateure 82 %), mediane Spermienkonzentrationen 0 bis 18,5 Mio./ml (Median der Operateure 10,3 Mio./ml). Fast alle operativen und postoperativen Faktoren unterschieden sich zwischen den Operateuren; der Anteil von Epididymovasostomien stieg linear mit der Zeit seit der Vasektomie. Die Spermiendurchgängigkeit und -konzentration nahmen im Verlauf im Allgemeinen ab, waren aber überraschend invers mit der Zeit seit der Vasektomie korreliert. Die Spermienprüfung nach einem Jahr unterschied zwischen den Operateuren am besten; Patienten mit Kontrolle nach über einem Jahr hatten schlechtere Ergebnisse als ohne, was nach den Autoren darauf hinweise, dass spätere Ergebnisse überpessimistisch seien, weil schlecht verlaufende Patienten überrepräsentiert sind. Stärke: größte verfügbare Serie, Operateurvergleich. Schwäche: überwiegend retrospektiv, uneinheitliche Datenerhebung.

**Amarin und Obeidat 2005: Vasovasostomie und Vasoepididymostomie bei 382 Männern (Jordanien, Patienten in London) [s339].** Titel: „Patency following vasectomy reversal. Temporal and immunological considerations“ (Saudi medical journal, 2005). 382 Männer mit ein- oder beidseitiger Mikrochirurgie, 1997 bis 2001. Mittleres Alter 44,6 Jahre, mittleres Intervall seit der Vasektomie 12,8 Jahre. Die Gesamt-Durchgängigkeit betrug 62,9 %. Spermien im Ejakulat fanden sich bei 85,3 % bei einem Intervall unter 5 Jahren, 75,3 % bei 5 bis 10 Jahren, 50,3 % bei 10 bis 15 Jahren und 26,9 % bei über 15 Jahren. Antispermien-Antikörper waren bei 31 Patienten (9,1 %) positiv, davon hatten 12 (38,7 %) Spermien im Ejakulat; sie gingen mit schlechterer Zahl, Beweglichkeit und Form einher. Stärken: große Serie, klare Staffelung nach Intervall. Schwächen: Das Intervall ist mit dem Alter von Patient und Partnerin verknüpft; Schwangerschaften werden im Abstract nicht berichtet; trotz Autorenadresse gehören die Daten nicht zur Patientenpopulation des arabischen Raums.

#### Spermienparameter nach der Umkehr und ihre Aussagekraft

**Majzoub et al. 2017: Spermiogramm nach Umkehr, neue Referenzwerte und Schwangerschaft (Cleveland Clinic) [s225].** Titel: „Vasectomy reversal semen analysis: new reference ranges predict pregnancy.“ (Fertility and sterility, 2017). Retrospektive Fall-Kontroll-Studie, 139 Patienten (2010 bis 2014); mittleres Verschlussintervall 9,5 ± 1,2 Jahre. Spontanschwangerschaft bei 49,6 % (69 von 139), verknüpft mit besserer Qualität der intraoperativen Samenleiterflüssigkeit und mit postoperativer Spermienkonzentration, Beweglichkeit und strenger Morphologie. Spontanschwangerschaften wurden auch bei Konzentration unter 5 Mio./ml (15 %), Beweglichkeit unter 10 % (21,3 %) und normaler Morphologie unter 1 % (14,8 %) berichtet. Folgerung der Autoren: Die WHO-Normwerte von 2010 sagten die Fruchtbarkeit nach Umkehr nicht gut voraus; niedrigere Werte könnten bei vorher fruchtbaren Männern genügen. Dies ist der zentrale Beleg für die Frage, was „Spermienqualität“ nach Refertilisierung heißt.

**Yang et al. 2007: Kinetik der Rückkehr beweglicher Spermien (USA) [s336].** Titel: „The kinetics of the return of motile sperm to the ejaculate after vasectomy reversal.“ (The Journal of urology, 2007). Retrospektive Kohorte, 150 Patienten (Alter im Mittel 42,9 Jahre, Nachbeobachtung im Mittel 12,5 Monate). Bei beweglichen Spermien im Samenleiter hatten 95 % nach sechs Monaten Durchgängigkeit gegenüber 76 % ohne bewegliche Spermien (p = 0,04). Ein Verschlussintervall von höchstens 8 Jahren und Vasovasostomie (statt Epididymovasostomie) sagten eine raschere Durchgängigkeit in den ersten drei Monaten voraus; das Patientenalter hatte keinen Einfluss.

**Shin et al. 2012: Spermienkonzentration einen Monat nach Einschicht-Vasovasostomie (Chonbuk, Korea) [s292].** Titel: „Preoperative factors influencing postoperative results after vasovasostomy“ (The world journal of men's health, 2012). Retrospektiv, 97 Einschicht-Vasovasostomien (2003 bis 2010). Einteilung nach Spermienkonzentration einen Monat danach: Azoospermie (I), Oligospermie (II), normal (III). Das mittlere Obstruktionsintervall betrug 9,69 (I), 6,02 (II) und 7,82 Jahre (III; p = 0,035). 32 Männer mit seriellen Samenanalysen (1, 3, 6 Monate): Alter, Intervall und FSH ohne Unterschied; die natürliche Schwangerschaftsrate war in den Gruppen mit Abnahme der Konzentration niedriger, aber nicht signifikant. Schlussfolgerung: Die Spermienkonzentration hängt mit dem Intervall zwischen Vasektomie und Umkehr zusammen.

**Amjadi et al. 2023: einschichtige makroskopische gegen zweischichtige mikroskopische Vasovasostomie (Iran) [s121].** Titel: „One-layer macroscopic verus two-layer microscopic vasovasostomy: Our experience in two referral hospitals.“ (Urologia, 2023). 100 Patienten, zwei Kliniken, 2014 bis 2017. Fruchtbarkeitsrate in beiden Gruppen 15 %; signifikanter Unterschied nur im Anteil normaler Spermienmorphologie je nach Technik (p = 0,045); Spermienzahl und Beweglichkeit ohne Unterschied. Schlussfolgerung der Autoren: gleichwertige Ergebnisse, aber niedrige Spermienzahl, Beweglichkeit und Normalmorphologie nach der Operation, weshalb assistierte Reproduktion nötig werde. Die Angaben im Abstract zu Schwangerschaftsinzidenzen (87,5 % und 58,3 % nach 15 und 24 Monaten, 98,7 % und 95,8 % bei einseitiger Anastomose nach 13 und 15 Monaten) sind kumulative Schätzungen einer Überlebenszeitanalyse und widersprechen der Fruchtbarkeitsrate von 15 %; der Abstract klärt dies nicht.

**Barretta et al. 2026: roboterassistierte Vasovasostomie, Langzeitergebnisse (Einzelzentrum) [s07].** Titel: „Robot-assisted vasovasostomy for vasectomy reversal: long-term outcomes from a high-volume tertiary centre.“ (Journal of robotic surgery, 2026). Retrospektive Analyse prospektiv geführter Daten, 60 Männer (Alter Median 42 Jahre, IQR 38 bis 47; Intervall Median 6 Jahre, IQR 4 bis 9), 2008 bis 2025. Funktionelle Durchgängigkeit (≥ 1 Mio./ml) bei 56 (93,3 %); unter 44 Männern mit Kinderwunsch Spontanschwangerschaft bei 36 (81,8 %). Aktives Rauchen war mit geringerer Durchgängigkeit assoziiert (explorative Univariatanalyse). Kein Vergleich mit konventioneller Technik.

**Parekattil et al. 2012: roboterassistierte gegen rein mikrochirurgische Umkehr [s290].** Titel: „Robotic assisted versus pure microsurgical vasectomy reversal: technique and prospective database control trial.“ (Journal of reconstructive microsurgery, 2012). Erste prospektiv kontrollierte klinische Studie zum Vergleich; der Abstract nennt keine Zahlen und berichtet von kürzerer Operationsdauer und rascherer Erholung der postoperativen Gesamtzahl beweglicher Spermien. Die Aussage lässt sich ohne Zahlen nicht prüfen.

#### Immunologie und Medikamente

**Meinertz et al. 1990: Antispermien-Antikörper und Fruchtbarkeit nach Vasovasostomie (Dänemark) [s388].** Titel: „Antisperm antibodies and fertility after vasovasostomy: a follow-up study of 216 men.“ (Fertility and sterility, 1990). 216 Männer, Nachweis von IgG-, IgA- und sekretorischem IgA an der Spermienmembran mittels gemischter Antiglobulinreaktion. Konzeptionsrate bei reiner IgG-Antwort 85,7 %, bei zusätzlichem IgA nur 42,9 %; bei IgA auf 100 % der Spermien 21,7 %; bei IgA auf allen Spermien und starker Immunantwort (Serumtiter mindestens 256) 0 %.

**Abouelgreed et al. 2024: Antispermien-Antikörper und Schwangerschaftsraten nach Umkehr (Ägypten, Vereinigte Arabische Emirate) [s88].** Titel: „Effects of antisperm antibodies post vasectomy reversal on pregnancy rates.“ (Archivio italiano di urologia, andrologia : organo ufficiale [di] Societa italiana di ecografia urologica e nefrologica, 2024). Retrospektive Aktenauswertung mit Telefoninterviews, Mai 2015 bis April 2023. 145 Akten geprüft; Medianalter bei der Operation 43 Jahre, mittlere Verschlussdauer 7,7 Jahre, Medianalter der Partnerinnen 29 Jahre; 80 % beidseitige Vasovasostomie. Nach Antispermien-Antikörpern (ASA) im ersten Spermiogramm hatten 60 Patienten (41,4 %) niedrige (unter 50 %) und 85 (58,6 %) hohe Werte (mindestens 50 %). Telefonisch erreicht wurden 48 Männer: Von 19 mit niedrigen ASA-Werten erzielten 13 (68,4 %) eine Schwangerschaft, davon 6 (31,6 %) spontan; von 29 mit hohen ASA-Werten 21 (72,4 %), davon 11 (38 %) spontan (Fisher-Test p = 0,2). Schlussfolgerung: kein signifikanter Zusammenhang der ASA mit Schwangerschaftsrate oder Empfängnisart. Schwächen: Nur 48 der 145 Männer (33 %) lieferten Ergebnisdaten, mit entsprechender Auswahlverzerrung; sehr kleine Gruppen, daher geringe statistische Trennschärfe (ein fehlender Unterschied ist kein Beleg für Gleichheit); die Schwangerschaftsrate hängt auch vom Alter der Partnerin ab, das nicht adjustiert wurde.

**Trost et al. 2025: iPRED-Studie, Prednison nach Umkehr, randomisiert (USA) [s79].** Titel: „Impact of prednisone on vasectomy reversal outcomes (iPRED study): results from a randomized, controlled clinical trial.“ (Fertility and sterility, 2025). 75 Männer, 73 mit Einjahresdaten (Kontrolle 25, Pred High 14, Pred PRN 11, Pred Low 23). Schwangerschaftsraten nach 12 Monaten: Kontrolle 65 %, Pred Low 67 %, Pred High 17 %, Pred PRN 38 %; Pred High und Pred PRN wurden wegen niedrigerer Schwangerschaftsraten in der Zwischenauswertung vorzeitig beendet. Durchgängigkeit insgesamt 99 %, ohne Unterschiede bei Durchgängigkeit und Spermienkonzentrationen (Median der Mediane 5 bis 16 Mio./ml). Hochdosiertes Prednison verringerte die Schwangerschaftsrate unabhängig von der Spermienkonzentration, dosisabhängig; Dosen von 5 bis 20 mg beeinflussten die Spermienkonzentration nicht. Stärke: randomisiert, registriert (NCT04788823). Schwäche: sehr kleine Arme, vorzeitiger Abbruch zweier Arme.

**White et al. 2024: niedrig dosiertes Prednison bei sich verschlechternden Samenparametern nach Vasovasostomie (USA) [s111].** Titel: „Low-dose prednisone is an effective rescue for deteriorating semen parameters following vasovasostomy.“ (International braz j urol : official journal of the Brazilian Society of Urology, 2024). Retrospektiv, acht Patienten; alle verbesserten die Gesamtzahl beweglicher Spermien (Median +6 Mio., relativ +433 %); Konzentration und Beweglichkeit verbesserten sich ebenfalls; keine Nebenwirkungen. Sehr kleine Fallserie ohne Kontrollgruppe; der Befund steht im Spannungsverhältnis zur randomisierten Studie [s79], die bei höherer Dosis weniger Schwangerschaften sah.

#### Technikvergleiche und Wiederholungsoperationen

**Yahyazadeh et al. 2021: einseitige gegen beidseitige Vasovasostomie (Iran) [s176].** Titel: „Vasectomy reversal: Unilateral versus bilateral vasovasostomy.“ (Andrologia, 2021). 95 Patienten (42 einseitig, 53 beidseitig); Durchgängigkeit 88,1 % (38) gegenüber 88,7 % (48; p = 0,907), Schwangerschaften 22 (52,4 %) gegenüber 29 (54,7 %; p = 0,713); in der multivariaten Analyse sagte nur die Dauer des Verschlusses die Durchgängigkeit voraus (OR 1,112; p = 0,037). Die Autoren schlagen vor, einseitig zu operieren, um Zeit und Kosten zu sparen (Aussage der Autoren). Ein Gegensatz zu den Daten von Liang et al. bei kindlicher Hernienoperation [s184], wo die beidseitige Anastomose besser abschnitt; die Populationen unterscheiden sich.

**Friedrich et al. 2006: zweischichtige mikrochirurgische Vasovasostomie, Patientenbefragung und Vergleich mit der einschichtigen Technik (Deutschland) [s337].** Titel: „Erfolgsraten der zweischichtigen mikrochirurgischen Vasovasostomie. Ergebnisse einer Patientenbefragung und Vergleich mit der einschichtigen Technik.“ (Aktuelle Urologie, 2006). 141 Operierte 1996 bis 2001, Fragebogen an 90, Antwort von 63 (70 %); mittleres Intervall 9,5 Jahre. Durchgängigkeit 86 %, Geburtenrate 24 %; keine schweren oder mittelschweren Komplikationen. Historische Vergleichsgruppe (n = 64; Einschichttechnik unter der Lupe, mittleres Intervall 6,9 Jahre): Durchgängigkeit 87 %, Schwangerschaftsrate 48 %. Die hohen Schwangerschaftsraten über 80 % aus früheren Veröffentlichungen ließen sich nicht reproduzieren; die Zweischichttechnik biete keine besseren Ergebnisse. Schwächen: Rücklauf 70 % von 90 von 141, die Geburtenrate beruht auf Befragung, historische Kontrolle.

**Lorenzini et al. 2021: Re-Umkehr nach gescheiterter Vasovasostomie (Brasilien) [s169].** Titel: „Vasectomy re-reversal: effectiveness and parameters associated with its success.“ (International braz j urol : official journal of the Brazilian Society of Urology, 2021). 18 Patienten, mittleres Alter 44,11 ± 6,55 Jahre. Spermien in der Samenleiterflüssigkeit beidseitig bei 8, einseitig bei 4, fehlend bei 6. Nach der Re-Umkehr Normozoospermie bei 9, Oligozoospermie bei 3, Azoospermie bei 6; Durchgängigkeit 66,67 %; nur der intraoperative Spermiennachweis hing mit dem Erfolg zusammen (p < 0,01). Sehr kleine Gruppe.

**Heidenreich et al. 2000: mikrochirurgische Vasovasostomie im Zeitalter der Reproduktionsmedizin, Kosten-Nutzen-Analyse (Deutschland) [s362].** Titel: „Die mikrochirurgische Vasovasostomie im Zeitalter der modernen Reproduktionsmedizin. Eine Kosten-Nutzen-Analyse.“ (Der Urologe. Ausg. A, 2000). 157 zweischichtige mikrochirurgische Vasovasostomien 1993 bis 1998 (mittleres Verschlussintervall 7,6 Jahre, Spanne 0,5 bis 18): Durchgängigkeit 77 %, Schwangerschaftsrate 52 %, lokale Komplikationen 4,7 %. MESA/ICSI bei 69 Paaren und TESE/ICSI bei 42 Paaren: Schwangerschaftsraten 22,5 % und 19,5 %. Kosten pro Lebendgeburt nach Vasovasostomie 2.800 Euro, nach MESA/TESE-Zyklus 14.100 Euro; Mehrlingsgeburten 15,8 % nach ICSI, 0,7 % nach Vasovasostomie. Die Vergleichsgruppen unterscheiden sich in der Indikation (Nebenhodenverschlüsse, Hodenatrophie), nicht nur in der Technik; die Kostenangaben stammen aus dem Jahr 2000.

**Juárez del Dego Pendás et al. 2009: Vasektomie-Umkehr mit systematischer Kryokonservierung testikulärer Spermien (Spanien) [s319].** Titel: „Reversión de vasectomía con criopreservación sistemática de espermatozoides testiculares (Vasektomie-Umkehr mit systematischer Kryokonservierung testikulärer Spermien)“ (Revista Internacional de Andrología 7(4):215-221, 2009). Ein Behandlungsprogramm mit vereinfachter ambulanter mikrochirurgischer Umkehr in Lokalanästhesie (Einebenentechnik) und gleichzeitiger TESE zur Kryokonservierung; 48 Paare. Spermien im Ejakulat bei 85,5 %, Spontanschwangerschaftsrate 45,8 %; unter Einbeziehung assistierter Reproduktion (inklusive 12,5 %) insgesamt 58,3 % Schwangerschaften. Die Autoren sehen in dieser Kombination den bevorzugten Weg (Aussage der Autoren). Schwäche: Einzelzentrum, keine Kontrollgruppe, die zusammengezählte Schwangerschaftsrate vermischt Wege.

**Panasowski und Arkatow 2020: mikrochirurgische Wiederherstellung bei obstruktiver Azoospermie nach Vasektomie (Russland) [s195].** Titel: „МЕТОДЫ ХИРУРГИЧЕСКОГО ЛЕЧЕНИЕ ЯТРОГЕННЫХ ФОРМ ВАЗАЛЬНОЙ АЗООСПЕРМИИ (Methoden der chirurgischen Behandlung iatrogener Formen der vasalen Azoospermie)“ (Sciences of Europe, 2020). 28 Männer mit nachgewiesener obstruktiver Azoospermie nach beidseitiger Vasektomie zur Verhütung; andere Ursachen der Azoospermie wurden ausgeschlossen. Mit einer zweischichtigen Technik unter starker optischer Vergrößerung sei die Durchgängigkeit in 87 % wiederhergestellt worden und bei 63 % der Paare sei eine natürliche Schwangerschaft eingetreten; die zweischichtige Naht sei der einschichtigen überlegen. Schwächen: Der Abstract nennt weder Teilnehmerzahlen je Technik noch Nachbeobachtungszeit, den Zeitabstand zur Vasektomie oder einen statistischen Test; die Aussage zur Überlegenheit der zweischichtigen Naht ist damit nicht überprüfbar.

#### Studien aus dem asiatischen Raum zur Vasovasostomie

**Hirao et al. 1983: früheste japanische Fallberichte (zwei Männer) [s390].** Titel: „Experience with microsurgical two-layer vasovasostomy“ (Hinyokika kiyo. Acta urologica Japonica, 1983). 36-Jähriger drei Jahre nach Vasektomie, Spermien im Vasalfluid, später Vater; 43-Jähriger zehn Jahre nach Vasektomie mit Spermiengranulom, ebenfalls Vater. Autoren: kürzere Dauer und ein vorhandenes Granulom erhöhen die Wahrscheinlichkeit der Fertilitätswiederherstellung (zwei Fälle, keine Aussage zur Häufigkeit).

**Kim et al. 2005: wiederholte Vasektomie-Umkehr (Seoul) [s343].** Titel: „A different female partner does not affect the success of second vasectomy reversal“ (Journal of andrology, 2005). 44 Patienten mit wiederholter Umkehr. Durchgängigkeit 86,4 % (38 Männer), Schwangerschaft ohne Reproduktionstechnik 56,8 % (25 Paare). Zwischen gleicher und anderer Partnerin kein Unterschied (57,1 % gegenüber 56,3 %; p = 0,954). Partnerin unter 35 Jahren: Odds Ratio 4,13 (95-%-KI 1,06 bis 16,10; p = 0,041); Fläche unter der ROC-Kurve für das Partnerinnenalter 73,0 % (56,8 bis 89,2; p = 0,011). Autoren: erneute Umkehr bleibe sinnvoll, der Erfolg nehme mit dem Alter der Partnerin ab. Schwäche: 44 Männer, breites Konfidenzintervall.

**Hsieh et al. 2005: Einschicht-Vasovasostomie mit Lupenbrille gegen Mikroskop (Taiwan, Chang Gung) [s342, s341].** Titel: „Loupe-assisted modified one-layer vasovasostomy“ (Archives of andrology, 2005). Titel: „Loupe-assisted vs microsurgical technique for modified one-layer vasovasostomy: is the microsurgery really better?“ (BJU international, 2005). [s342]: 32 Männer (28 bis 64 Jahre), modifizierte Einschicht-Vasovasostomie nur mit 3-facher Lupenbrille; Vasektomiedauer 9,2 ± 4,8 Jahre, Operationsdauer 150 ± 35 Minuten, Durchgängigkeit 89 % (25/28), Schwangerschaft 39 % (11/28) nach mindestens zwei Jahren. [s341]: 74 Männer, davon 42 mit Mikroskop und 32 mit Lupe: Durchgängigkeit und Schwangerschaft 91 % und 43 % gegenüber 89 % und 39 %, kein signifikanter Unterschied, Operation mit Lupe signifikant kürzer. Die 32 Lupenpatienten entsprechen vermutlich [s342]. Schwäche: retrospektiv, nicht randomisiert.

**Jee et al. 2010: Einschicht-Vasovasostomie mit Mikroskop oder Lupe (CHA-Universität, Korea) [s310].** Titel: „One-layer vasovasostomy: microsurgical versus loupe-assisted“ (Fertility and sterility, 2010). 50 Männer mit Azoospermie nach Vasektomie; als „retrospektiv mit Randomisierung“ bezeichnet (widersprüchlich). Operationsdauer 106,4 ± 10,3 gegenüber 78,3 ± 5,7 Minuten. Bei durchgängigen Männern sechs Monate danach Spermienkonzentration 21,5 gegenüber 20,7 Mio./ml und Beweglichkeit 32,5 % gegenüber 30,8 % ohne signifikanten Unterschied. Durchgängigkeit 96 % (24/25) gegenüber 72 % (18/25) (signifikant), Schwangerschaft 40 % (10/25) gegenüber 28 % (7/25) (nicht signifikant); vier Strikturen, alle in der Lupengruppe. Autoren: Das Mikroskop gehe mit höherer Durchgängigkeit einher.

**Jeon et al. 2017: Lupen-Vasovasostomie mit Prolene-Stent (Ulsan, Korea) [s223].** Titel: „Loupe-Assisted Vasovasostomy Using a Prolene Stent: A Simpler Vasectomy Reversal Technique“ (The world journal of men's health, 2017). 82 Männer; Alter 39,8 Jahre, Intervall 6,6 Jahre (1 bis 19), Operationsdauer 87,0 Minuten; Durchgängigkeit 90,2 %, natürliche Schwangerschaft 45,1 %. Der Erfolg sank mit der Zeit seit der Vasektomie (Odds Ratio 0,869; 95-%-KI 0,760 bis 0,993; p = 0,039). Intervall über 7 Jahre (n = 31): 80,6 % und 51,6 %; bis 7 Jahre (n = 51): 96,1 % und 41,2 %.

**Peng et al. 2013: Vasovasostomie, Dauer der Obstruktion (Peking, chinesischsprachig) [s280].** Titel: „Efficacy of microsurgical vasectomy reversal on patients after vasectomy“ (Beijing da xue xue bao. Yi xue ban = Journal of Peking University. Health sciences, 2013). 41 Männer (Alter 45 Jahre, Dauer 12 Jahre), 40 Vasovasostomien (6 mit zusätzlicher seitlicher, 1 mit beidseitiger Vasoepididymostomie). Nachverfolgt wurden 36 (5 verloren). Bei Obstruktion unter 15 Jahren (n = 25): Durchgängigkeit 84 % (21/25), Spermiendichte 2 bis 46 Mio./ml, Beweglichkeit 0 bis 60 %, natürliche Vaterschaft 29 % (6/21; mehr als 6 Monate Nachbeobachtung); über 15 Jahre (n = 11): Durchgängigkeit 64 % (7/11) und Vaterschaft 14 % (1/7). Autoren: Der Erfolg hänge von der Dauer ab.

**Wang et al. 2020: Einschicht-Vasovasostomie über Stent gegen Zweischicht-Mikrochirurgie (Fujian) [s192].** Titel: „Comparison of low-power magnification one-layer vasovasostomy with stent and microscopic two-layer vasovasostomy for vasectomy reversal“ (International journal of impotence research, 2020). 42 Männer, Einschicht-Vasovasostomie über Stent mit niedriger Vergrößerung (23) gegenüber Zweischicht-Mikrochirurgie (19). Operationsdauer 62 ± 8 gegenüber 133 ± 15 Minuten (p < 0,001), Durchgängigkeit 95,7 % gegenüber 94,7 % (p > 0,999), je eine Nebenhodenentzündung. Autoren: nicht randomisiert, prospektive Prüfung nötig.

**Ren et al. 2023: Multizenterstudie aus sieben chinesischen Kliniken mit 448 Umkehr-Fällen aus 13 Jahren [s132].** Titel: „Vasectomy reversal in China during the recent decade: insights from a multicenter retrospective investigation“ (Asian journal of andrology, 2023). Telefonbefragung. Das jährliche Operationsvolumen vervierfachte sich nach Einführung der Zwei-Kind-Politik 2015. Nicht mikrochirurgische Operation und lange Vasektomiedauer waren mit niedrigerer Durchgängigkeit verbunden. Allgemeine Schwangerschaftsrate 27,2 %, bei Partnerinnen über 35 Jahren stärkerer Abfall; nur bei 35,5 % dieser Partnerinnen war vor dem Eingriff die Fruchtbarkeit untersucht worden. Stärken: große Zahl, mehrere Zentren. Schwächen: retrospektiv, Telefonbefragung, uneinheitliche Techniken.

**Wang et al. 2026: modifizierte Einschicht- gegen formale Zweischicht-Vasovasostomie (Zhejiang) [s50].** Titel: „Comparison of modified one-layer and formal two-layer microsurgical vasovasostomy for vasectomy reversal“ (Basic and clinical andrology, 2026). 62 Männer (2017 bis 2024), modifizierte Einschicht- (35) gegenüber formaler Zweischicht-Vasovasostomie (27). Operationsdauer 118,89 ± 7,99 gegenüber 152,52 ± 9,31 Minuten (p < 0,001), Durchgängigkeit 91,43 % (32/35) gegenüber 92,59 % (25/27) (p = 0,448), Schwangerschaft 34,29 % (12/35) gegenüber 37,04 % (10/27) (p = 0,822); Spermienkonzentration und Beweglichkeit ohne Unterschied. Einzelner Operateur, retrospektiv.

**Matsuda et al. 1993: mikrochirurgische Vasovasostomie und Epididymovasostomie bei Samenwegsobstruktion (Japan) [s378].** Titel: „Microsurgical vasovasostomy and epididymovasostomy for seminal tract obstruction: cause of obstruction and operative outcome“ (Nihon Hinyokika Gakkai zasshi. The japanese journal of urology, 1993). Japanischsprachiges Original (englische Zusammenfassung): 42 Männer mit Samenwegsobstruktion (Ursache Vasektomie 7, kindliche Leistenbruchoperation 15, Nebenhodenentzündung 5, Young-Syndrom 3, andere 12; 28 beidseitig). Nach 51 Operationen, darunter 11 Reoperationen bei 9 Männern: Durchgängigkeit 83,3 %, Normalisierung des Samenbefunds 21,4 %, Schwangerschaft 31,0 %; Erfolg der Vasovasostomie 57,7 %, der Epididymovasostomie 78,3 %. Ungünstig wirkten Young-Syndrom, Obstruktion über 10 Jahre, fehlende Spermien im Vasalfluid, hohes FSH und Anomalien der Samenwege; Antispermien-Antikörper im Serum hatten keinen Einfluss auf die Schwangerschaftsrate.

**Schmerz nach Vasektomie und Operationen zur Linderung [s289, s263].** Titel: „Efficacy of vasectomy reversal according to patency for the surgical treatment of postvasectomy pain syndrome“ (International journal of impotence research, 2012). [s289] (Yonsei, Korea): 32 Männer mit Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom, 22 befragt (Alter 45,09 Jahre; Nachbeobachtung 3,22 Jahre); Durchgängigkeit 68,2 % (15/22), Schwangerschaft 36,4 % (8/22); Schmerzskala 6,64 auf 1,14 (p < 0,001); Schmerzabnahme in der Durchgängigkeitsgruppe größer (6,00 gegenüber 4,43; p = 0,011), ebenso die Zufriedenheit (p = 0,014). Titel: „A comparison of epididymectomy with vasectomy reversal for the surgical treatment of postvasectomy pain syndrome“ (International urology and nephrology, 2014). [s263]: 50 Männer mit Post-Vasektomie-Schmerz; 20 Epididymektomie, 16 Umkehr; Schmerzskala 6,78 auf 1,13 (p < 0,001), kein Unterschied zwischen den Verfahren (p = 0,227) und in der Zufriedenheit (p = 0,124); Durchgängigkeit und Schwangerschaft nach Umkehr wurden erhoben, die Zahlen nennt der Abstract nicht. Beides sind kleine, retrospektive Befragungsstudien; die Samenqualität ist nicht Hauptendpunkt.

#### Tierversuche zur Samenleiterchirurgie

**Pampal et al. 2023: Ratte, Anastomosetechniken und Kontraktionen des Samenleiters (Ankara) [s131].** Titel: „The effects of different vasovasostomy techniques on motility of vas deferens (vas motility following vasovasostomy)“ (World journal of urology, 2023). 24 Ratten in vier Gruppen: Kontrolle; Durchtrennung des Samenleiters mit mikroskopischer, makroskopischer Anastomose oder Annäherung ohne Naht. Nach 12 Wochen wurden die linken Samenleiter auf Kontraktionen unter elektrischer Feldstimulation und Arzneistoffen geprüft. Nach makroskopischer Anastomose stiegen die Kontraktionsantworten, nach reiner Annäherung sanken sie; nach mikroskopischer Anastomose stieg nur die zweite Phase bei maximaler Frequenz. Die Autoren folgern, ein Verfahren mit geringer Schädigung des Samenleiters könne die Motilität günstig beeinflussen. Genaue p-Werte sind im Abstract nicht genannt; die Bedeutung für die Befruchtungsfähigkeit ist ungeprüft.

**Nasir et al. 2014 (Ankara) [s266] und Kadioglu et al. 2014 (Istanbul, Australien) [s261]: zwei Rattenversuche zur Überbrückung langer Samenleiterdefekte mit gegensätzlichem Ergebnis.** Titel: „Comparison of different autogenous graft materials for reconstruction of large segment vas deferens defect: experimental study in rat“ (Urology journal, 2014). Titel: „Interpositional substitution of free vas deferens segment autografts in rat: feasibility and potential implications“ (BMC urology, 2014). In [s266] wurden 42 Ratten mit Samenleiter-, Arterien- (Carotis) und Venentransplantaten (Jugularis) von 1,0 oder 1,5 cm (Defekte von 30 % und 50 % der Samenleiterlänge; je Untergruppe n = 7) versorgt: Es zeigte sich in keinem Transplantat Durchgängigkeit, Spermiengranulome entstanden an der hodenseitigen Naht; die Autoren sehen die Vasoepididymostomie als einzige Behandlung großer Defekte. In [s261] bekamen 15 Ratten beidseits ein 2,5 cm langes, nicht durchblutetes Samenleiter-Autotransplantat: 9 von 15 Tieren (60 %) zeugten Nachwuchs, 24 Transplantate (80 %) waren durchgängig und lebensfähig, bei 6 (20 %) entstanden große Granulome an der proximalen Naht; die Vorwärtsbeweglichkeit lag bei 76 % gegenüber 78 % in der Kontrolle (p > 0,05). Mögliche Gründe sind das unterschiedliche Transplantatmaterial (Gefäße gegenüber Samenleiter) und die Längen; die Abstracts prüfen das nicht. Beide Arbeiten lassen keinen Schluss auf Menschen zu.

**Demir et al. 2021: Ratte, End-zu-End-Naht mit Umhüllung durch Amnionmembran (Kırıkkale) [s163].** Titel: „Contribution of amniotic membrane to the healing of iatrogenic vas deferens injury“ (Turkish journal of medical sciences, 2021). 40 Ratten in vier Gruppen zu je 10: ohne Eingriff, Samenleiterdurchtrennung mit Spontanheilung, End-zu-End-Naht, End-zu-End-Naht mit Umhüllung durch Amnionmembran. Nach 60 Tagen heilten die Nähte mit Amnion besser mit geringerer Stenose; Unterschiede zeigten sich bei Lumendurchgängigkeit (p = 0,009), Verwachsungen (p = 0,02) und Auseinanderweichen der Enden (p = 0,03). Die Autoren betonen, dass die Anwendung beim Menschen weitere Studien braucht. Spermienbefunde wurden nicht berichtet.

#### Einordnung der Beobachtungsstudien zur Vasovasostomie

Übereinstimmend sind folgende Befunde: Die Durchgängigkeit ist hoch (in großen Serien etwa 85 bis 90 %), die Schwangerschaftsrate deutlich niedriger und von der Partnerin und dem Verschlussintervall abhängig [s383, s332, s353]. Bewegliche Spermien oder Spermien in der Samenleiterflüssigkeit sagen den Erfolg voraus [s336, s169]. Die Spermienparameter nach Umkehr bleiben oft unter den Normwerten, ohne dass dies eine Schwangerschaft ausschließt [s225, s121]. Offen sind der Einfluss des Verschlussintervalls (widersprüchliche Serien: die Metaanalyse [s247] und die Serien von Belker, Fuchs und Kolettis [s383, s353, s355] finden einen Einfluss, Magheli et al. [s312] und Boorjian et al. [s346] bis 15 Jahre nicht), die Rolle des Roboters (Daten nur aus Beobachtungsserien), die Wirkung von Glukokortikoiden (eine kleine randomisierte Studie mit Schaden bei hoher Dosis [s79] gegen eine kleine Fallserie mit Nutzen bei niedriger [s111]) und die einheitliche Definition des Erfolgs [s25]. Die deutsche Serie mit niedrigerer Geburtenrate [s337] ist die auffälligste Abweichung von den amerikanischen Serien. Die Gewissheit ist für Durchgängigkeit und Prädiktoren mäßig, für Spätergebnisse und Medikamente niedrig bis sehr niedrig.

### Vasoepididymostomie und Rekonstruktion bei Nebenhodenverschluss

Der überwiegende Teil der chinesischen Literatur zu diesem Thema stammt aus wenigen andrologischen Zentren (Peking, Shanghai, Fujian, Nanjing). Der wichtigste Endpunkt ist die Durchgängigkeit (Spermien im Ejakulat nach der Operation), daneben die natürliche Schwangerschaft; die Definition der Durchgängigkeit ist nicht einheitlich (ein Beispiel ist „mehr als 10.000 Spermien/ml“). Die meisten Arbeiten sind retrospektive Einzelzentrumsserien mit häufig mehr als 15 % ausgefallener Nachsorge.

**Matsuda und Horii 1991: Seit-zu-Ende-Epididymovasostomie (Japan, japanischsprachig) [s385].** Titel: „Microsurgical side-to-end epididymovasostomy: surgical technique and outcomes“ (Hinyokika kiyo. Acta urologica Japonica, 1991). 10 Männer (2 Young-Syndrom, 1 Nebenhodenüberlauf nach Vasektomie, 1 gescheiterte Epididymoepididymostomie, 4 nach Nebenhodenentzündung, 2 unklar). Spermien traten bei 9 Männern auf, der Samenbefund normalisierte sich bei 4, und diese vier schwängerten ihre Partnerinnen. Der Autor hält das Verfahren für einfacher als Silbers Einzelkanälchen-Technik. Kleine Serie ohne Kontrollgruppe.

**Matsuhashi 1994: künstliche Spermatozele (Japan, japanischsprachig) [s373].** Titel: „Study on the fertility of epididymal sperms“ (Nihon Hinyokika Gakkai zasshi. The japanese journal of urology, 1994). Bei 35 Fällen mit künstlicher Spermatozele im Nebenhoden (Gewinnung von Nebenhodenspermien für Insemination) kam es nur zu 2 Schwangerschaften. Die Befruchtungsfähigkeit der gewonnenen Spermien war niedrig: Anteil quellender Spermien im hypoosmotischen Test 15,0 bis 83,3 % (Mittel 47,6 ± 16,1 %), Hamster-Ei-Penetration 0 bis 25 % (Mittel 8,2 ± 10,0 %), jeweils niedriger als bei Normalprobanden. Laborstudie mit kleiner Fallzahl; sie belegt, dass operativ gewonnene Nebenhodenspermien aus dieser Methode in vitro nur eingeschränkt funktionstüchtig waren.

**Ho et al. 2009: Vasoepididymostomie (Hongkong) [s318].** Titel: „Microsurgical vasoepididymostomy for obstructive azoospermia“ (Hong Kong medical journal = Xianggang yi xue za zhi, 2009). 22 Männer, 23 Eingriffe (2001 bis 2007), mittleres Alter 36 Jahre (Partnerinnen 30). 6 Eingriffe mit Berger-Triangulation, 17 mit Zweinaht-Intussuszeption nach Marmar oder Chan. Operationsdauer 164 Minuten einseitig, 203 beidseitig, mediane Nachbeobachtung 15 Monate. Durchgängigkeit 57 % (50 % einseitig, 64 % beidseitig), 71 % bei Spermien im Nebenhodenfluid. Beste Spermienzahl im Mittel 23,1 Mio./ml, Vorwärtsbeweglichkeit 19 %, normale Morphologie 7 %. Vaterschaft 32 % (3 natürlich, 4 assistiert). Schwächen: sehr kleine Serie, kurze Nachbeobachtung.

**Peng et al. 2011 und 2012: longitudinale Intussuszeption (Peking) [s303, s291].** Titel: „Factors affecting the results of microsurgical vasoepididymostomy“ (Beijing da xue xue bao. Yi xue ban = Journal of Peking University. Health sciences, 2011). Titel: „Patency rates of microsurgical vasoepididymostomy for patients with idiopathic obstructive azoospermia: a prospective analysis of factors associated with patency--single-center experience“ (Urology, 2012). Dieselbe Kohorte: 73 Männer (Alter 22 bis 48 Jahre), 53 (72,6 %) nachverfolgt (13,5 ± 5,3 Monate). Gesamte Durchgängigkeit 71,7 % (38/53); bei beidseitiger Operation 80,7 % gegenüber 27,6 % einseitig [s303]; Anastomose am Nebenhodenkopf 38,5 %, am Körper 78,8 %, an der Cauda 100 %; bewegliche Spermien im Nebenhodenfluid 83,7 % gegenüber 40 % bei unbeweglichen [s303]; in [s291] 87,2 % bei prall gefülltem Nebenhoden. Natürliche Schwangerschaft 33,3 % (17/53) nach 9,9 ± 4,2 Monaten. Die Cauda-Gruppe war klein (8 Männer, laut [s303]). Zwei Veröffentlichungen derselben Daten dürfen nicht doppelt gezählt werden.

**Peng et al. 2014: Vasoepididymostomie nach gescheiterter Spermiengewinnung und ICSI [s268].** Titel: „Microsurgical vasoepididymostomy is an effective treatment for azoospermic patients with epididymal obstruction and prior failure to achieve pregnancy by sperm retrieval with intracytoplasmic sperm injection“ (Human reproduction (Oxford, England), 2014). 268 Männer mit Nebenhodenverschluss wurden 2009 bis 2012 operiert; eingeschlossen wurden 68 mit mindestens einem gescheiterten ICSI-Zyklus nach Spermiengewinnung (PESA 28, TESE 40). Verschluss am Nebenhoden bei 62 (91,2 %), intratestikulär bei 2 (2,9 %), am Samenleiter bei 4 (5,9 %); 53 nachverfolgt (19,8 ± 9,1 Monate). Durchgängigkeit 79,2 % (n = 42), natürliche Schwangerschaft 35,8 % (n = 19), Lebendgeburtenrate 28,3 %; kein Unterschied zwischen PESA- und TESE-Vorbehandlung. Autoren: Rekonstruktion sei auch nach gescheitertem ICSI wirksam; sie fordern eine randomisierte Studie gegen IVF/ICSI.

**Peng et al. 2017: größte Einzelzentrumskohorte, Prädiktoren der Schwangerschaft [s226].** Titel: „Pregnancy and live birth rates after microsurgical vasoepididymostomy for azoospermic patients with epididymal obstruction“ (Human reproduction (Oxford, England), 2017). 241 Männer (2011 bis 2013), 198 (82,2 %) ausgewertet; Alter der Männer 31,0 ± 5,8, der Partnerinnen 28,4 ± 4,4 Jahre. Spermien im Ejakulat bei 151 (76,3 %). Schwangerschaft der Partnerin bei 81 von 198 (40,9 %), 73 Neugeborene, Lebendgeburtenrate 34,8 %. Vorhersagend für eine Schwangerschaft waren das Alter des Mannes (Hazard Ratio 0,407; 95-%-KI 0,203 bis 0,816; p = 0,011), die Spermienkonzentration nach der Operation (HR 4,988; 2,777 bis 8,957; p < 0,001) und die Vorwärtsbeweglichkeit (HR 1,751; 1,042 bis 2,945; p = 0,035). Die Frauen über 35 Jahre waren zu wenige, um das Alter der Frau zu beurteilen. Stärken: größte Einzelzentrumskohorte, Cox-Regression. Schwächen: retrospektiv, 17,8 % nicht erfasst.

**Hong et al. 2016: einarmige Zweinaht-Intussuszeption (China) [s233].** Titel: „Multiple factors affecting surgical outcomes and patency rates in use of single-armed two-suture microsurgical vasoepididymostomy: a single surgeon's experience with 81 patients“ (Asian journal of andrology, 2016). 81 Männer, einzelner Operateur; vollständige Daten bei 62 (Alter 31 Jahre, Nachbeobachtung im Mittel 8,8 Monate). Durchgängigkeit 66,1 % (41/62), natürliche Schwangerschaft 34,1 % (14/41), insgesamt 22,6 % (14/62). Mit höherer Durchgängigkeit verbunden: Anastomosenort (p = 0,035) und bewegliche Spermien im Nebenhodenfluid (p = 0,006; Odds Ratio 11,80; 95-%-KI 1,79 bis 77,65). 19 Männer verloren.

**Zhao et al. 2015: modifizierte einarmige Technik (China) [s254].** Titel: „Retrospective analysis of early outcomes after a single-armed suture technique for microsurgical intussusception vasoepididymostomy“ (Andrology, 2015). 51 Männer (2012 bis 2013), 39 mit mindestens einer Samenprobe. Durchgängigkeit 61,5 % (24), Schwangerschaft 38,5 % (15). Bewegliche Spermien im Nebenhodenfluid bei 58,3 % (14) der Männer mit Durchgängigkeit gegenüber 20 % (3) ohne (p < 0,05); Partnerinnenalter bei Schwangerschaft 26,5 gegenüber 32,7 Jahren (p < 0,05).

**Tang et al. 2018: einarmige longitudinale Intussuszeption (Fujian, chinesischsprachig) [s216].** Titel: „Retrospective analysis of factors affecting patency rates and causes of failure in use of single-armed two-suture microsurgical vasoepididymostomy“ (Zhonghua yi xue za zhi, 2018). 87 Patienten; 80 erfolgreich anastomosiert, 5 aufgegeben, 2 gekreuzte Vasovasostomien. 69 Männer in der Endauswertung (Nachbeobachtung 12,0 ± 1,7 Monate): Durchgängigkeit 72,5 % (50/69), Spermienkonzentration im Mittel 29 ± 21 Mio./ml (Spanne 0,1 bis 137,2), progressive Beweglichkeit 29,9 ± 21,1 %. Durchgängigkeit bei beweglichen Spermien im Nebenhodenfluid 82,2 % (37/45) gegenüber 54,2 % (13/24); beidseitig 77,6 % (45/58) gegenüber einseitig 45,5 % (5/11); Anastomose am Kopf 47,8 % (11/23), an Körper oder Cauda 84,8 % (39/46). Natürliche Schwangerschaft 34,0 % (17/50).

**Li et al. 2019: neutrale α-Glucosidase im Seminalplasma als Prädiktor [s201].** Titel: „Seminal plasma neutral alpha-glucosidase activity as an early predictor of patency and natural pregnancy after microsurgical vasoepididymostomy“ (Andrologia, 2019). 84 Männer; Durchgängigkeit 60,71 %, natürliche Schwangerschaft 33,33 %. Die Aktivität der neutralen α-Glucosidase im Seminalplasma einen Monat nach der Operation sagte beides voraus (AUC 0,78; 95-%-KI 0,68 bis 0,88 für Durchgängigkeit, AUC 0,82; 0,73 bis 0,92 für Schwangerschaft); beste Schwellenwerte 15,9 und 17,0 mIU/Ejakulat. Bewegliche Spermien an der Anastomosenstelle waren ebenfalls unabhängiger Prädiktor. Einzelzentrum, kleine Zahl, Schwellenwerte nicht extern validiert.

**Liu et al. 2020 (Shanghai) [s185] und Li et al. 2021 (Shanghai) [s168]: einarmige Technik und Gefäßschonung.** Titel: „A modified single-armed microsurgical vasoepididymostomy for epididymal obstructive azoospermia: intraoperative choice and postoperative consideration“ (BMC urology, 2020). Titel: „Vasal vessel-sparing microsurgical single-armed vasoepididymostomy to epididymal obstructive azoospermia: A retrospective control study“ (Andrologia, 2021). [s185]: 134 Männer, einarmige Technik; Durchgängigkeit 55,2 % (bilateral 58,9 %, einseitig 40,7 %, proximale Anastomose 36,4 %, distale 58,9 %); Zeit bis Durchgängigkeit 4,11 ± 2,74 Monate, 87,8 % (65/74) innerhalb von sechs Monaten; Schwangerschaft 40,9 % (29/66), natürliche 30,3 % (20/66); bei proximaler Anastomose 0 % natürliche Schwangerschaft, weshalb die Autoren Spermienbanking bevorzugen. [s168]: 40 Fälle (je 20 mit und ohne Schonung der Samenleitergefäße); Durchgängigkeit 82,5 % (80 % gegenüber 85 %), natürliche Schwangerschaft 51,5 % (17/33; 50,0 % gegenüber 52,9 %, p > 0,05); nach sechs Monaten Durchgängigkeit 70 % gegenüber 80 % (p = 0,465) und natürliche Schwangerschaft 0 % gegenüber 31,3 % (p = 0,022). Autoren: gefäßschonend verbessere die frühe Schwangerschaftsrate; kleine Gruppe, nicht randomisiert.

**Zhang et al. 2022: Vasoepididymostomie gegen ICSI nach Spermiengewinnung (China) [s157].** Titel: „Clinical outcome of microsurgical vasoepididymostomy versus epididymal or testicular sperm retrieval combined with intracytoplasmic sperm injection in obstructive azoospermia males“ (Andrologia, 2022). 69 Männer mit Vasoepididymostomie (2018 bis 2019) und 351 Männer mit erstem ICSI-Zyklus nach Spermiengewinnung. Schwangerschaftsrate 44,6 % gegenüber 27,6 %, Geburtenrate 38,5 % gegenüber 25,8 %. Günstige Faktoren: Alter der Frau unter 35 Jahren (OR 1,15; 95-%-KI 1,08 bis 1,21), höhere Spermienkonzentration (OR 1,12; 1,08 bis 1,23) und Vorwärtsbeweglichkeit (OR 1,10; 1,06 bis 1,20) nach der Operation. Nicht randomisiert, die Gruppen sind nicht notwendigerweise vergleichbar (die Auswahl für den Eingriff kann das Ergebnis beeinflussen); die Autoren fordern hochwertige Studien.

**Tang Y. et al. 2022: Nebenhodenentzündung in der Vorgeschichte (Peking, chinesischsprachig) [s153].** Titel: „Influence of epididymitis history on the results of vasoepididyostomy in patients with epididymal obstruction“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2022). 205 Männer operiert, 163 mit 25,4 Monaten nachverfolgt; 37 (22,2 %) mit Nebenhodenentzündung in der Vorgeschichte gegenüber 126 (77,8 %) ohne. Kein signifikanter Unterschied in der Durchgängigkeit (73,0 % gegenüber 81,7 %; p = 0,243), Spermienkonzentration (18 [1,3 bis 33,6] gegenüber 15,2 [0,8 bis 33,4] × 10⁶/ml; p = 0,710), progressiver Beweglichkeit (27,5 % gegenüber 19,3 %; p = 0,592) und Spontanschwangerschaft (24,3 % gegenüber 38,9 %; p = 0,104). Die Autoren schließen, dass die Vorgeschichte das Ergebnis nicht beeinflusse; wegen der Fallzahl ist ein Unterschied der Schwangerschaftsrate nicht auszuschließen.

**Tang S. et al. 2025: begleitende Samenleiterobstruktion (Fujian) [s76].** Titel: „Comparison of clinical characteristics and surgical outcomes in non-vasectomized epididymal obstructive azoospermia patients with or without concurrent vas-deferens obstruction“ (Andrology, 2025). 225 Männer mit Nebenhodenverschluss ohne Vasektomie; bei 77 (34,22 %) bestand zugleich eine Samenleiterobstruktion. Vorhersagend war die Nebenhodenentzündung in der Vorgeschichte (OR 9,06; p < 0,001). Die operativ nutzbare Obstruktionslänge betrug im Mittel 1,31 ± 0,54 cm (0,50 bis 2,50), bei nicht operablen Fällen 15,26 ± 5,79 cm (p < 0,001). Durchgängigkeit 82,17 % ohne gegenüber 74,14 % mit begleitender Samenleiterobstruktion, Schwangerschaft 34,11 % gegenüber 34,48 % (jeweils p > 0,05); beidseitige Operation war bei begleitender Obstruktion seltener möglich (p < 0,001).

**Tang et al. 2024: Zeit bis zur Durchgängigkeit (China) [s109].** Titel: „Factors affecting patency time and semen quality in a single-armed microsurgical vasoepididymostomy“ (Asian journal of andrology, 2024). 181 Männer (einarmige Technik), 150 mit mehr als 12 Monaten Nachbeobachtung. Durchgängigkeit 75,3 %, 86,0 % davon innerhalb von sechs Monaten. Weder Alter, Nebenhodenentzündung, Operationsdauer, Seite, Beweglichkeit im Nebenhodenfluid noch Anastomosenort korrelierten mit der Zeit bis zur Durchgängigkeit; nur der Anastomosenort sagte die postoperative Gesamtzahl beweglicher Spermien unabhängig voraus.

**Zhou et al. 2024: einseitige einarmige Vasoepididymostomie bei angeborener oder erworbener Samenleiterabwesenheit (Shanghai) [s116].** Titel: „Clinical effectiveness of unilateral single-armed vasoepididymostomy in obstructive azoospermia: a single-center experience“ (BMC urology, 2024). 46 Männer (13 angeborene einseitige Samenleiterabwesenheit, 33 erworben). Durchgängigkeit insgesamt 50,0 % (23/46): 38,5 % (5/13) gegenüber 54,5 % (18/33) (p > 0,05); natürliche Schwangerschaft 20,0 % gegenüber 33,3 % (p > 0,05).

**Zhao et al. 2024: longitudinale Intussuszeption gegen Vier-Naht-Seit-zu-Ende (China, chinesischsprachig) [s115].** Titel: „Longitudinal intussusception versus end-to-side vasoepididymostomy: Comparison of their recanalization rates“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2024). 127 Männer (2013 bis 2024), longitudinale Intussuszeption (87) gegenüber Vier-Naht-Seit-zu-Ende (40). Spermien nach der Operation bei 90 (70,9 %). Operationsdauer 22,0 gegenüber 17,0 Minuten (p < 0,05), Rekanalisation 85,0 % gegenüber 64,4 % (p < 0,05); am Nebenhodenkopf 50,0 % (1/2) gegenüber 33,3 % (3/9). Die Autoren sehen Vorteile des Seit-zu-Ende-Verfahrens, die weiter zu prüfen sind.

**Liu et al. 2026: Vasoepididymostomie mit oralem Escin (Nanjing) [s26].** Titel: „Modifiable predictors of patency after microsurgical vasoepididymostomy: associations of adjunctive escin, prior percutaneous epididymal sperm aspiration, and postoperative ejaculatory frequency“ (World journal of urology, 2026). 134 Männer, davon 63 mit zusätzlichem oralem Escin. Durchgängigkeit 87,3 % gegenüber 73,2 % (p = 0,043), kürzere Zeit bis zur Durchgängigkeit (Log-Rank p < 0,001). In der Cox-Regression: Escin HR 1,645 (p = 0,013); vorherige PESA HR 0,505 (p = 0,001); beidseitige Anastomose HR 2,627 (p = 0,006); hohe Ejakulationsfrequenz in den ersten drei Monaten HR 1,916 (p = 0,005). Logistisch (endgültige Durchgängigkeit): PESA OR 0,238 (p = 0,043), beidseitig OR 5,039 (p = 0,040), Ejakulationsfrequenz OR 3,004 (p = 0,041); AUC des Modells 0,778. Escin war nicht unabhängig mit der endgültigen Durchgängigkeit verbunden. Die Autoren betonen den beobachtenden, explorativen Charakter.

**Long et al. 2026: gefäßschonende Vasoepididymostomie bei Nebenhodenverschluss ohne Vasektomie (China) [s28].** Titel: „Long-term pregnancy outcomes after deferential vessel‑sparing microsurgical vasoepididymostomy“ (Translational andrology and urology, 2026). 197 Männer. Durchgängigkeit 80,1 % (141/176). Von den Männern mit Durchgängigkeit wurden 114 (81 %) im Mittel 56 Monate nachverfolgt; natürliche Schwangerschaft 72,8 % (83/114). Von 51 Paaren ohne Schwangerschaft im ersten Jahr nach Durchgängigkeit konzipierten etwa 39,2 % (20/51) natürlich im Zeitraum von 1 bis 3 Jahren. Ein Alter der Partnerin ab 35 Jahren und eine begleitende linksseitige Varikozele sagten niedrigere Raten voraus. Die Autoren vermuten, dass frühere Studien die natürliche Schwangerschaftsrate wegen kurzer Nachbeobachtung unterschätzten.

**Gao et al. 2026: Spermienkryokonservierung während der Vasoepididymostomie (China) [s13].** Titel: „Intraoperative epididymal sperm cryopreservation during microsurgical vasoepididymostomy for obstructive azoospermia: intracytoplasmic sperm injection outcomes from a single-center cohort“ (Translational andrology and urology, 2026). 117 Männer mit Spermienkryokonservierung (73 Nebenhoden-, 44 Hodenspermien); 29 nutzten aufgetaute Nebenhodenspermien, 6 Hodenspermien. Befruchtungsrate 0,72 ± 0,24 (aufgetaut, Nebenhoden) gegenüber 0,74 ± 0,24 (frisch, Ejakulat) und 0,67 ± 0,24 (aufgetaut, Hodenpunktion); klinische Schwangerschaften im Frischtransfer 40,0 % gegenüber 44,3 % gegenüber 46,2 % (p = 0,86), im Frosttransfer 48,1 % gegenüber 37,2 % gegenüber 41,6 % (p = 0,41). Autoren: Epididymale Spermien seien gleichwertig; kleine Gruppen, retrospektiv.

**Tian et al. 2025: Ratte, zirkuläre gegen longitudinale Intussuszeption (China) [s78].** Titel: „A new surgical method of vasoepididymostomy for epididymal obstructive azoospermia to improve the success rate in the rat“ (Translational andrology and urology, 2025). 33 Tiere; nach drei Wochen Nebenhodenobstruktion. Funktionelle Durchgängigkeit (bewegliche Spermien im Samenleiter) 90,9 % gegenüber 63,6 % (einseitiger Test p = 0,042), Spermiengranulome 0 % gegenüber 18,2 % (p = 0,24). Die Autoren räumen eine unzureichende Stichprobe ein.

**Zhang et al. 2023: Samenblasenspiegelung mit Thulium-Laser bei Ejakulationsgangverschluss (Nanjing, chinesischsprachig) [s137].** Titel: „Seminal vesiculoscopy-assisted thulium laser ablation for the treatment of ejaculatory duct obstruction: An analysis of clinical outcomes“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2023). 42 Männer mit Oligo- oder Azoospermie durch Ejakulationsgangverschluss (2018 bis 2020). Operationsdauer 52,7 Minuten. Samenvolumen, Spermienkonzentration und Gesamtbeweglichkeit besserten sich nach 3, 6 und 9 Monaten signifikant gegenüber dem Ausgangswert (p < 0,01). Spermien fanden sich bei 40 Männern nach drei Monaten, bei 2 nach 6 und 9 Monaten. Komplikationen bei 7 (Nebenhodenentzündung, Damm- oder Hodenschmerz, Hämaturie); keine retrograde Ejakulation, Rektumverletzung, Harnröhrenenge oder Inkontinenz. Retrospektiv, ohne Kontrollgruppe.

#### Einordnung der Beobachtungsstudien zur Vasoepididymostomie

Die Einzelserien bestätigen die Prädiktoren aus den Metaanalysen: bewegliche Spermien im Nebenhodenfluid [s303, s233, s254, s216, s201], beidseitige Anastomose [s303, s216, s185, s26], distale Anastomose [s303, s216, s185]. Die Durchgängigkeit liegt in den Serien zwischen etwa 50 und 80 %, die natürliche Schwangerschaftsrate zwischen etwa 20 und 40 % bei kurzer Nachbeobachtung und bis 72,8 % bei sehr langer Nachbeobachtung [s28]. Widersprüchlich sind der Nutzen gefäßschonender Verfahren (höhere Durchgängigkeit in den Metaanalysen [s134, s52], aber kein Unterschied bei der Schwangerschaftsrate [s52] und ein Unterschied nur nach sechs Monaten in [s168]) und der Vergleich mit ICSI [s157, s268]. Alle Serien sind nicht randomisiert.


### Hodenhochstand und Orchidopexie

Der Hodenhochstand ist das Thema mit der größten Zahl direkter Samenbefunde, überwiegend aus retrospektiven Serien. Gemeinsames Muster: Auch nach operativer Verlagerung bleibt die Hodengröße oft kleiner, und Samenstörungen sind häufig; Aussagen zum Zeitpunkt der Operation sind nur teilweise belegt. Keine Studie in dieser Auswahl vergleicht Operierte mit nicht operierten Männern.

#### Samenqualität und Vaterschaft im Erwachsenenalter nach Orchidopexie

**Lee et al. 2001: Fruchtbarkeit nach beidseitigem Hodenhochstand (Pittsburgh, USA) [s359].** Titel: „Fertility after bilateral cryptorchidism. Evaluation by paternity, hormone, and semen data.“ (Hormone research, 2001). Kohorte mit Fragebogen und einer Untergruppe mit Untersuchung, Hormonen und Samenanalyse; Operationen 1955 bis 1975. Vaterschaftsraten unter denen, die versucht hatten, Kinder zu zeugen: 65,3 % bei früher beidseitig, 89,7 % bei früher einseitig (p < 0,001) und 93,2 % bei Kontrollen (p < 0,001). Die beidseitige Gruppe hatte signifikant niedrigere Spermiendichte und Inhibin-B-Werte und höhere FSH- und LH-Werte. Stärke: Vaterschaft als harter Endpunkt und eine Kontrollgruppe. Schwäche: Operationen vor Jahrzehnten, spätere Operationsalter als heute.

**Cortes et al. 2001: Fruchtbarkeit und Neoplasien bei 1.335 Jungen mit Biopsie bei der Operation (Dänemark) [s357].** Titel: „Cryptorchidism: aspects of fertility and neoplasms. A study including data of 1,335 consecutive boys who underwent testicular biopsy simultaneously with surgery for cryptorchidism.“ (Hormone research, 2001). Biopsien (1.638 Präparate) bei der Orchidopexie. Keimzellen fehlten ab dem Alter von 18 Monaten; bei 30 % (61 von 202) der beidseitigen und 18 % (88 von 496) der einseitigen Fälle, mit zunehmender Häufigkeit mit dem Alter. Bei den 140 inzwischen Erwachsenen: normale Spermienzahl bei 19 % (14 von 75) nach beidseitiger und 83 % (54 von 65) nach einseitiger Orchidopexie; Verdacht auf Unfruchtbarkeit bei 56 % (42 von 75) bzw. 8 % (5 von 65) (jeweils p < 0,00005). Die Spermatogonienzahl pro Tubulus bei der Operation war mit der späteren Spermienzahl verknüpft, bei den früher beidseitigen Fällen, nicht bei einseitigen (p = 1,0). Das Risiko für Infertilität bei fehlenden Keimzellen lag bei 78 bis 100 % (beidseitig) und 33 % (einseitig). Neoplasierisiko 5 % (7 von 150) bei intraabdominellem Hoden, abnormen äußeren Genitalien oder bekanntem abnormen Karyotyp, gegenüber 0 % (0 von 1.185) ohne diese Merkmale. Die Autoren empfehlen eine Operation vor dem Alter von 15 bis 18 Monaten (Schlussfolgerung der Autoren).

**Trsinar et al. 2009: Fruchtbarkeitspotenzial nach einseitiger und beidseitiger Orchidopexie (Slowenien) [s321].** Titel: „Fertility potential after unilateral and bilateral orchidopexy for cryptorchidism.“ (World journal of urology, 2009). 68 Männer (25 bis 30 Jahre), 49 einseitig operiert. Nach beidseitiger gegenüber einseitiger Orchidopexie: verminderte Spermienkonzentration (p = 0,047), Beweglichkeit (p = 0,003), Inhibin B (p = 0,036) und Hodenvolumen (p = 0,040). In der beidseitigen Gruppe starke negative Korrelation zwischen Inhibin B und FSH (p < 0,001; rs = −0,772), Spermienkonzentration positiv mit Inhibin B (rs = 0,627) und negativ mit FSH (rs = −0,435). Bei einseitiger Operation vor dem Alter von 8 Jahren: höheres Inhibin B (p = 0,006) und Hodenvolumen (p = 0,007), niedrigeres FSH (p = 0,01). Kleine Gruppen; der Abstract nennt keine Korrektur für Mehrfachvergleiche.

**Cortes et al. 1996: Fruchtbarkeitspotenzial nach einseitiger Orchidopexie mit Biopsie (Dänemark) [s371].** Titel: „Fertility potential after unilateral orchiopexy: simultaneous testicular biopsy and orchiopexy in a cohort of 87 patients.“ (The Journal of urology, 1996). 87 Jungen im Alter von 10 bis 12 Jahren; im Erwachsenenalter Daten von 56 (Hormone, Hodenvolumen) und 54 (Samenanalyse). Die Zahl der Spermatogonien je Tubulusquerschnitt korrelierte mit dem Volumen des operierten und des gesamten Hodens. Bei 1 % oder weniger (ungefähr nur Sertoli-Zellen) hatten 33 % später 5 Mio. Spermien/ml oder weniger; bei mehr als 1 % war die spätere Samenqualität gegenüber der Bevölkerung nicht signifikant vermindert. Die Autoren sehen die Behandlung vor dem Alter von 15 Monaten auch bei einseitiger Form als folgerichtig (Schlussfolgerung der Autoren).

**Lipshultz et al. 1976: Hodenfunktion nach Orchidopexie bei einseitigem Hodenhochstand (USA) [s392].** Titel: „Testicular function after orchiopexy for unilaterally undescended testis.“ (The New England journal of medicine, 1976). 29 Männer (21 bis 35 Jahre), operiert mit 4 bis 12 Jahren, gegen 30 Kontrollen. Testosteron nicht signifikant verschieden, LH nur leicht höher; mittlere Spermiendichte nur ein Drittel der Kontrollen (p < 0,001), FSH-Antwort auf GnRH verdoppelt (p < 0,001). Folgerung der Autoren: Die Spermatogenese könne nach Orchidopexie abnorm sein; Männer mit einseitigem Hodenhochstand hätten möglicherweise beidseitige Hodenanomalien. Eine Klassikerstudie von 1976, mit damaligen Methoden.

**Vinardi et al. 2001: Hodenfunktion nach Behandlung in der Kindheit (Italien) [s360].** Titel: „Testicular function in men treated in childhood for undescended testes.“ (Journal of pediatric surgery, 2001). 57 Männer (mittleres Alter 19 Jahre), 47 einseitig und 10 beidseitig; 37 nach hormoneller Vorbehandlung (LHRH, dann hCG) operiert. Hodenvolumen unter 12 ml bei 6 von 64 Hoden (9,3 %); LH, FSH und Testosteron im Normbereich; FSH invers mit Volumen (p = 0,002), Spermienkonzentration (p = 0,013), Beweglichkeit (p = 0,023) und normalen Formen (p = 0,019) verknüpft. Kein Zusammenhang zwischen Operationsalter und Samenqualität; unter direkt Operierten bessere Spermienzahlen als nach Hormonvorbehandlung.

**D'Agostino et al. 1996 [s372] und 1993 [s375]: Hodenhochstand und Fruchtbarkeit im Erwachsenenalter (Italien, italienischsprachig).** Titel: „Criptorchidismo e fertilità: valutazione in età adulta. (Kryptorchismus und Fruchtbarkeit: Beurteilung im Erwachsenenalter)“ (La Pediatria medica e chirurgica : Medical and surgical pediatrics, 1996). Titel: „Criptorchidismo e fertilità: valutazione in età adulta. (Kryptorchismus und Fruchtbarkeit: Beurteilung im Erwachsenenalter)“ (La Pediatria medica e chirurgica : Medical and surgical pediatrics, 1993). Zwei Einträge mit gleichlautendem Abstract: 172 Erwachsene mit einseitigem oder beidseitigem Hodenhochstand, im Kindesalter operiert; Spermiogramm, Schwellungstest der Spermienmembran, Antispermien-Antikörper. Die Fruchtbarkeit sei bei beidseitigem Hodenhochstand deutlich vermindert gegenüber einseitigem; Azoospermie bei 18 % der beidseitigen Fälle; Operationszeitpunkt und anatomische Lage beeinflussten die Fruchtbarkeit nicht. Beide Einträge werden getrennt geführt, beschreiben aber offenbar dieselbe Kohorte; sie sind nicht als unabhängige Evidenz zu werten.

**Crespo Chozas et al. 1999: gonadale Funktion bei postpubertären Patienten nach Behandlung des Kryptorchismus in der Kindheit (Spanien) [s364].** Titel: „Evaluación de la función gonadal en pacientes postpuberales tratados de criptorquidia en la infancia. (Bewertung der Gonadenfunktion bei postpubertären Patienten, die in der Kindheit wegen Kryptorchismus behandelt wurden)“ (Anales espanoles de pediatria, 1999). 20 Männer (mittleres Alter 17,35 Jahre). FSH bei 3 erhöht, bei 17 normal; 14 mit normaler Spermatogenese (mehr als 20 Mio./ml); bei 7 (35 %; 5 einseitig, 2 beidseitig) unter 20 Mio./ml (Spanne 0,8 bis 18,4 Mio./ml); die drei mit erhöhtem FSH hatten eine Oligozoospermie. Der Abstract gibt 20 Männer an, aber „14 + 7“ ergibt 21; die Differenz bleibt unerklärt.

**Fernández Valadés et al. 2001: Kernreife der Spermien bei Hodenhochstand in der Vorgeschichte (Spanien) [s358].** Titel: „Alteraciones de la madurez nuclear en espermatozoides de varones con antecedentes de criptorquidia. (Veränderungen der Kernreife in Spermien von Männern mit Kryptorchismus in der Vorgeschichte)“ (Cirugia pediatrica : organo oficial de la Sociedad Espanola de Cirugia Pediatrica, 2001). Fall-Kontroll-Vergleich der Kernproteine: mangelhafte Umwandlung von Histonen in Protamine bei Männern mit Hodenhochstand in der Vorgeschichte, mit verbliebenen unreifen Histonen. Keine Zahlen im Abstract. Der Befund ist ein Beispiel für Spermienqualität jenseits des Spermiogramms.

**Calleja Aguayo et al. 2012: Fruchtbarkeitsbefragung nach Operation im Kindesalter (Spanien) [s286].** Titel: „Encuesta de fertilidad en pacientes operados de criptorquidia en edad pediátrica. (Fruchtbarkeitsbefragung bei im Kindesalter wegen Kryptorchismus operierten Patienten)“ (Cirugia pediatrica : organo oficial de la Sociedad Espanola de Cirugia Pediatrica, 2012). Fragebogen an 278 Erwachsene, 94 Antworten (33,8 %); 53 hatten versucht, Kinder zu bekommen, 44 (83,1 %) mit Erfolg; 34 (64,2 %) als fruchtbar eingestuft (mittlere Zeit bis zur Schwangerschaft 4,15 Monate); 19 (35,8 %) versuchten länger als 12 Monate, 10 erreichten es (18,9 %; 5 % natürlich, 2 mit Ovulationsbehandlung, 3 mit IVF); 9 (16,9 %) blieben ohne Kind. Keine signifikanten Unterschiede nach Lage, Operationsalter oder Spermiendichte; signifikanter Unterschied zwischen natürlicher Vaterschaft und einseitigem oder beidseitigem Hodenhochstand. Schwäche: geringer Rücklauf (33,8 %), Auswahlverzerrung.

**Okuno et al. 1992: Samenbefund nach Orchidopexie vor der Pubertät (Kyoto, japanischsprachig) [s382].** Titel: „Long-term outcome of cryptorchism after orchiopexy“ (Hinyokika kiyo. Acta urologica Japonica, 1992). 43 Männer, vor der Pubertät operiert und bei der Untersuchung über 15 Jahre alt (Nachbeobachtung 11 bis 23 Jahre; 39 einseitig, 4 beidseitig). Mit den Grenzwerten 20 × 10⁶/ml und 50 % Beweglichkeit: bei einseitigem Hodenhochstand normaler Samenbefund bei 16 (61,5 %), Oligozoospermie bei 8 (30,8 %), Asthenozoospermie bei 1 (3,8 %), Azoospermie bei 1 (3,8 %); bei beidseitigem 3 (75,0 %) normal, 1 (25,0 %) Azoospermie. Von 8 verheirateten Männern mit einseitigem Hodenhochstand hatten 7 (87,5 %) Kinder. Die Spermienkonzentration korrelierte nicht umgekehrt mit dem Alter bei der Operation; das Volumen des gesunden Hodens war größer als das des betroffenen, und die Konzentration neigte zur Korrelation mit dem Volumen des gesunden Hodens. Die Prozentzahlen beziehen sich auf die Männer mit Samenanalyse (bei einseitigem Befall 26), nicht auf alle 39.

**Sumiya et al. 1991: Fruchtbarkeit nach Orchidopexie bei einseitigem Hodenhochstand (Chiba, japanischsprachig) [s386].** Titel: „Fertility after orchiopexy for unilateral retention testis“ (Nihon Hinyokika Gakkai zasshi. The japanese journal of urology, 1991). Die Spermienkonzentration sank mit dem Alter bei der Operation, begleitet von steigenden Gonadotropinen und kleinerer Hodengröße. Die Verschlechterung der Spermien hing stärker mit der Größe des normal deszendierten Gegenhodens zusammen als mit der des operierten Hodens; die Gonadotropine korrelierten umgekehrt mit der Größe des Gegenhodens. Folgerung der Autoren: Die Fruchtbarkeit nach einseitiger Orchidopexie hänge vom Alter bei der Operation und von der Entwicklung des gegenseitigen Hodens ab. Fallzahl im Abstract nicht genannt.

**Ismailow et al. 2012: angeborene Erkrankungen der Leisten-Skrotal-Region, Samenbefunde nach Korrektur (Tadschikistan, russisch) [s296].** Titel: „Исходы хирургического лечения врождённых заболеваний пахово-мошоночной области у детей (Ergebnisse der chirurgischen Behandlung angeborener Erkrankungen der Leisten-Skrotal-Region bei Kindern)“ (Вестник Авиценны, 2012). Retrospektive Analyse von 245 Patienten im Alter von 16 bis 32 Jahren, von denen 212 operiert wurden: Kryptorchismus 92, Hydrozele 51, Leistenhernie 48, Spermatozele 21. Ein Drittel der wegen Kryptorchismus im Kindesalter Operierten hatte schon im jungen Erwachsenenalter hormonelle Zeichen einer sekretorischen Unfruchtbarkeit. Die Abnahme der spermatogenen Funktion hing nicht von der Lage des Hodens, vom Alter bei der Operation oder von der Operationsmethode ab. Das Ejakulat von 92 Patienten wurde 15 bis 22 Jahre (im Mittel 17,5 ± 2,5) nach der Korrektur untersucht: Pathospermie bei 81, davon dominierte die Astheno-Teratozoospermie (53,4 %, n = 39; die Zahlen im Abstract passen nicht zueinander, 39 von 81 sind 48 %). FSH wurde bei 51 Patienten bestimmt; erhöhte Werte bei einseitiger Hydrozele 5 (11,3 %), bei beidseitiger 1 (14,2 %). Schwächen: keine Vergleichsgruppe; innere Widersprüche in den Prozentangaben; „Kinder“ im Titel, aber Patienten bis 32 Jahre; Einzelzentrum.

**Pimenowa 2009: Beobachtung nach Korrektur des einseitigen Hodenhochstands (Saratow, russisch) [s322].** Titel: „Характер нарушений репродуктивной системы при одностороннем крипторхизме (Art der Störungen des Fortpflanzungssystems bei einseitigem Kryptorchismus)“ (Саратовский научно-медицинский журнал, 2009). Beobachtung von Kindern und Jugendlichen mit einseitigem Hodenhochstand vor der Operation sowie von jungen Männern nach Korrektur im Kindesalter: Hodenvolumen und Durchblutung waren bei allen auf der betroffenen Seite vermindert; es bestanden Veränderungen der Prostata und der Samenblasen bei Jugendlichen und bei Männern im Langzeitverlauf; minimale Veränderungen im Hormonregelkreis bei Erwachsenen; kein antispermaler Autoimmunprozess im Verlauf nach Verlagerung; im Langzeitverlauf Veränderungen im Ejakulat. Keine Zahlen im Abstract.

**Morosow et al. 2016: Langzeitergebnisse nach operierter einseitiger Kryptorchidie (Russland) [s244].** Titel: „Оценка репродуктивной системы и расчет риска развития субфертильности у пациентов с односторонним крипторхизмом (Beurteilung des Fortpflanzungssystems und Berechnung des Risikos einer Subfertilität bei Patienten mit einseitigem Kryptorchismus)“ (Детская хирургия, 2016). 100 Männer langfristig nach operierter einseitiger Kryptorchidie (60 nach Orchidopexie, 40 nach Orchiektomie), dazu prospektiv 48 Jungen vor der Operation und 36 gesunde Jungen. Bei Männern nach Orchidopexie waren Volumen des verlagerten Hodens und seines Nebenhodens halb so groß wie auf der Gegenseite und viermal kleiner als bei Männern nach Orchiektomie (womit der Abstract vermutlich den verbliebenen Hoden meint; er präzisiert das nicht). Testosteron, FSH, LH, Prolaktin und Antispermien-Antikörper lagen bei den meisten im Normbereich. Das mittlere Prostatavolumen war nach Orchiektomie um 58,3 % größer als nach Orchidopexie; diffuse Veränderungen und Sklerosezonen der Prostata zeigten sich bei 47 % nach Orchidopexie gegenüber 15 % nach Orchiektomie. Aus dem Spermiogramm wurden fünf Hauptrisikofaktoren für fruchtbarkeitsrelevante Veränderungen abgeleitet und per logistischer Regression ein prozentuales Subfertilitätsrisiko nach Orchidopexie berechnet; die Zahlen nennt der Abstract nicht. Stärken: größte russische Studie mit Orchiektomiegruppe als Vergleich, Einbezug von Prostata und Hormonen. Schwächen: retrospektive Untersuchung, keine Konfidenzintervalle, Risikomodell ohne externe Validierung im Abstract.

**Raigorodskaja et al. 2014 [s277] und Isakow et al. 2018 [s219]: Jungen nach Operation wegen einseitigen Kryptorchismus (Russland, Usbekistan).** Titel: „Становление пубертата у мальчиков с односторонним крипторхизмом (Pubertätsverlauf bei Jungen mit einseitigem Kryptorchismus)“ (Вестник урологии, 2014). Titel: „К ОЦЕНКЕ ПОЛОВОГО РАЗВИТИЯ МАЛЬЧИКОВ, ОПЕРИРОВАННЫХ ПО ПОВОДУ ОДНОСТОРОННЕГО КРИПТОРХИЗМА (Zur Beurteilung der sexuellen Entwicklung von Jungen, die wegen einseitigen Kryptorchismus operiert wurden)“ (Вестник магистратуры, 2018). Beide Abstracts beschreiben identisch eine prospektive Studie an 32 Jungen (11 bis 15 Jahre) nach Operation wegen einseitigen Kryptorchismus: Hodenhypotrophie auf der operierten Seite bereits bei Pubertätsbeginn und mit fortschreitender Pubertät zunehmend; in [s277] zusätzlich dystrophe Veränderungen der Prostata und keine signifikanten Änderungen von Gonadotropinen und Testosteron. Es handelt sich um zwei Zusammenfassungen mit nahezu gleichem Wortlaut von unterschiedlichen Autorengruppen; die Daten werden hier nur einmal gewertet. Die Gruppe um Morosow und Raigorodskaja liefert mit [s285, s244, s277] einen großen Teil der russischen Langzeit- und Pubertätsbefunde; die Befunde sind also nicht unabhängig voneinander.

**Malikow et al. 2022: einzeitige Operation bei Leistenhernie und Kryptorchismus unter optischer Vergrößerung (Tadschikistan) [s160].** Titel: „ХИРУРГИЧЕСКОЕ ЛЕЧЕНИЕ ПАХОВОЙ ГРЫЖИ В СОЧЕТАНИИ С КРИПТОРХИЗМОМ (Chirurgische Behandlung der Leistenhernie in Kombination mit Kryptorchismus)“ (Вестник Авиценны, 2022). 22 Patienten (3 bis 28 Jahre), einzeitig operiert (2005 bis 2020): rechts bei 12 (54,5 %), links bei 8 (36,4 %), beidseitig bei 2 (9,1 %). Ein vorübergehendes Skrotalödem trat bei 3 (13,6 %) auf. Nach 6 Monaten waren alle Hodenmaße (Länge, Volumen) gegenüber dem Ausgangswert signifikant größer (p < 0,05), und die lineare Blutflussgeschwindigkeit in der Hodenarterie auf der betroffenen Seite stieg (p < 0,001); die Größe der verlagerten Hoden glich in allen Altersgruppen außer der Dicke bei 3- bis 5-Jährigen der der gesunden Seite an. Die Autoren sehen eine positive Wirkung auf die Fruchtbarkeit. Schwächen: Samenbefunde fehlen; kein Vergleichskollektiv; die Auswirkung auf die Fertilität ist daher Interpretation.

**Saruhan et al. 2014: einseitig unbehandelter inguinaler Hoden (Türkei) [s259].** Titel: „Tek taraflı tedavi edilmemiş inguinal testis hastalarında endokrin fonksiyonlar ve spermatogenez (Endokrine Funktionen und Spermatogenese bei Patienten mit einseitig unbehandeltem inguinalem Hoden)“ (Yeni Üroloji Dergisi, 2014). 14 junge Männer (Durchschnitt 21,92 ± 2,23 Jahre) mit einseitig unbehandeltem inguinalem Hoden und normalem anderem Hoden; Spermiogramm bei 8, Hormone bei 11. Testosteron 4,42 ± 1,24 ng/ml, LH 7,56 ± 4,1 mIU/ml, FSH 8,59 ± 6,68 mIU/ml. Eine Azoospermie; Ejakulatvolumen 1,93 ± 1,2 ml, Konzentration 53,8 ± 41,3 Mio./ml, normale Form 78,1 ± 17,1 %, Beweglichkeit (a + b) 41,4 ± 24,2 %. Die Autoren schließen, ein einseitiger inguinaler Hoden führe zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Spermienqualität. Dieser Schluss lässt sich aus den berichteten Werten allein nicht nachvollziehen: Es gibt weder Vergleichsgruppe noch Referenzwerte im Abstract, und bei 8 Männern ist die Streuung groß (Standardabweichung der Konzentration 41,3 Mio./ml).

**Koçak et al. 1999: Histologie bei Hodenhochstand nach der Pubertät (Türkei) [s365].** Titel: „Histopathological changes and carcinoma in situ in postpubertal cryptorchid testis“ (Türkiye Klinikleri Journal of Medical Research, 1999). 42 Männer (20 bis 27 Jahre) mit Hodenhochstand: bei allen abnorme Spermatogenese, bei einem (2,3 %) Carcinoma in situ. Die Autoren folgern, dass nach der Pubertät belassene Hodenhochstand-Hoden nicht zur Fruchtbarkeit beitragen und ein Entartungspotenzial haben können. Älteste Studie im türkischen Teil; Messmethoden und Kontrollen im Abstract nicht beschrieben.

**Yenigürbüz et al. 2025: Samenanalyse und Histologie bei einseitigem Hodenhochstand vor Orchiektomie (Istanbul) [s81].** Titel: „Evaluation of semen parameters and histopathological comparison of inguinal and abdominal orchiectomy specimens in late post pubertal men with unilateral undescended testis“ (Basic and clinical andrology, 2025). 51 spätpubertäre Männer mit einseitigem Hodenhochstand, vor der Orchiektomie nach Lage eingeteilt: abdominal 11, inguinal 40; Medianalter beider Gruppen 21 Jahre. Das Hodenvolumen war in der abdominalen Gruppe niedriger (p = 0,002); progressive Beweglichkeit (p = 0,019) und normale Form (p = 0,029) waren in der inguinalen Gruppe höher; histopathologisch gab es keinen Unterschied (p > 0,05). Die Autoren leiten daraus eine mögliche Rolle des inneren Leistenrings ab. Stärken: Samenanalyse und Histologie am selben Kollektiv. Schwächen: nur Männer, die orchiektomiert wurden (Selektion), kleine abdominale Gruppe (11), keine Kontrolle mit normalem Hoden.

**Jeong et al. 2014: später Hodenhochstand bei Erwachsenen (Pusan, Korea) [s260].** Titel: „Clinical characteristics and treatment of cryptorchidism in adults: a single center experience“ (The world journal of men's health, 2014). 20 erwachsene Patienten. Bei 17 mit einseitigem Befund betrug das Alter bei der Operation 31,1 ± 12,5 Jahre; 14 hatten einen tastbaren, kleinen Hoden (Lage inguinal 14, prepubisch 2, intraabdominal 1). 14 von 15 Männern mit Operationswunsch erhielten eine Orchidopexie. Von 6 verheirateten Männern hatten 4 Kinder. Die Hodenbiopsie bei 12 Männern war in allen Fällen abnormal, 3 von 4 Samenanalysen abnormal. Bei den 3 Männern mit beidseitigem Befund (Alter 35,7 ± 12,5 Jahre) waren Biopsie und Samenanalyse in allen Fällen abnormal; zwei verheiratete Männer waren kinderlos. Kein Hodentumor in der Nachbeobachtung. Die Autoren halten Orchidopexie mit regelmäßiger Kontrolle für eine geeignete Option (Aussage der Autoren). Schwäche: 20 Männer.

**Ryang et al. 2015: Orchiektomiepräparate bei postpubertärem einseitigem Hodenhochstand (Wonju, Korea) [s251].** Titel: „The incidence and histological characteristics of intratubular germ cell neoplasia in postpubertal cryptorchid testis“ (Korean journal of urology, 2015). Präparate von 31 postpubertären Männern (Alter im Mittel 34 Jahre, 17 bis 74) mit einseitigem Hodenhochstand. Ein Mann (3,2 %, 20 Jahre) hatte eine intratubuläre Keimzellneoplasie. Der mittlere Johnsen-Score betrug 3,42 (Spanne 1 bis 9); bei 27 von 31 Männern bestand eine eingeschränkte Spermatogenese mit Score unter 5. Autoren: immunhistochemische Färbungen und die Diskussion einer vorbeugenden Orchiektomie bei postpubertärem Hodenhochstand.

**Wu et al. 2026: primäre Orchidopexie nach der Pubertät (China) [s51].** Titel: „Clinical Outcomes of Orchiopexy and the Risk of Malignancy in Postpubertal Cryptorchid Patients“ (Andrology, 2026). 194 Männer (210 nicht deszendierte Hoden) mit primärer Orchidopexie nach der Pubertät (2018 bis 2024), meist hohe Lage (196/210, 93,3 %); betroffenes Hodenvolumen bei einseitigem Befund im Median 6 gegenüber 18 ml. Anatomischer Erfolg nach drei Monaten 80,0 % (148/185), Rezidiv 9,7 %, Atrophie 10,3 %. Bei einseitigem Befund keine Azoospermie, aber 16 von 44 Männern (36,4 %) mit mindestens einer Abweichung in Konzentration, Beweglichkeit oder Morphologie; bei beidseitigem Befund häufig Azoospermie oder extrem niedrige Zahlen. Nur 17 von 200 biopsierten Hoden (8,5 %) hatten einen Johnsen-Score über 8; 71 von 164 Männern (43,3 %) hatten eine schwere Spermatogenesestörung (Score höchstens 3). Hohe Hodenlage: OR 6,50 (95-%-KI 2,15 bis 19,64; p < 0,001), adjustiert 6,01 (1,95 bis 18,49; p = 0,002); größeres Volumen des betroffenen Hodens senkte das Risiko (adjustiert OR 0,78 je ml; 0,64 bis 0,95; p = 0,013). Ein Seminom (0,5 %) 48 Monate nach der Operation bei einer medianen Nachbeobachtung von 54,6 Monaten (12 bis 78). Schlussfolgerung der Autoren: Die Spermatogenese-Schädigung bestehe oft schon vor der Operation und werde durch die Orchidopexie wohl kaum wesentlich rückgängig gemacht; Hauptnutzen seien anatomische Lage, Pathologie und Überwachung. Stärke: große postpubertäre Kohorte mit Histologie. Schwäche: retrospektiv, Einzelzentrum.

**Fan et al. 2024: Spermienparameter und ICSI-Ergebnisse nach einseitiger und beidseitiger Orchidopexie (China) [s94].** Titel: „Bilateral versus unilateral orchidopexy: IVF/ICSI-ET outcomes“ (Frontiers in endocrinology, 2024). Reproduktionszentrum einer Frauen- und Kinderklinik: 99 infertile Männer nach Orchidopexie vor dem ersten IVF/ICSI-Zyklus. Nach einseitiger gegenüber beidseitiger Orchidopexie waren Spermienkonzentration (28,09 ± 27,99 gegenüber 7,99 ± 14,68; p = 0,001) und Vitalität (33,34 ± 22,52 gegenüber 11,95 ± 17,85; p = 0,001) höher, ICSI wurde seltener benötigt (66,07 % gegenüber 95,35 %; p < 0,001). Befruchtungsrate, klinische Schwangerschaft, Lebendgeburt und Fehlbildungen waren ähnlich; der Anteil von Jungen unter den Geburten war bei beidseitiger Orchidopexie niedriger (27,27 % gegenüber 58,62 %; p = 0,026). Autoren: Ein beidseitiger Eingriff in der Vorgeschichte bedeute schlechtere Spermienparameter und höheren ICSI-Bedarf, aber keinen Unterschied in der Lebendgeburtenrate. Schwächen: Einrichtung der Reproduktionsmedizin, Selektion, Jungenanteil bei kleiner Zahl.

#### Hormonmarker und Hodengröße bei Kindern nach Orchidopexie

**Huang et al. 2024: Anti-Müller-Hormon und Inhibin B nach Orchidopexie im ersten Lebensjahr (Fujian) [s100].** Titel: „Evaluating testicular function changes in unilateral cryptorchid chinese infants underwent orchidopexy in the first year of life“ (International urology and nephrology, 2024). Prospektive Kohorte: 51 Säuglinge mit einseitigem Leistenhoden, orchidopexiert im ersten Lebensjahr, gegen 42 gesunde Kontrollen. Nach 6 und 12 Monaten stieg das Hodenvolumen (nach Angabe des Abstracts auf 0,98 ± 0,12 und 1,01 ± 0,12 ml; die Angabe ist nicht eindeutig als Zuwachs oder Absolutwert gekennzeichnet) und das Anti-Müller-Hormon von 76,40 ± 15,77 auf 81,52 ± 15,32 und 87,50 ± 15,36 ng/ml, blieb aber signifikant unter dem der Kontrollen (jeweils p < 0,001); Inhibin B stieg und lag nach 6 Monaten über dem der Kontrollen (p < 0,001). Der Hodenatrophie-Index betrug 16,7 % nach 6 und 8,6 % nach 12 Monaten. Die Autoren empfehlen die frühestmögliche Behandlung (Aussage der Autoren).

**Imaji et al. 2015: Gründe verspäteter Operation und Hodenatrophie (Japan, japanischsprachig) [s256].** Titel: „当科における精巣固定術施行症例の手術時期遅延理由および精巣萎縮についての検討 (Untersuchung zu den Gründen verspäteter Operationen und zur Hodenatrophie bei Orchidopexien in unserer Abteilung)“ (日本小児外科学会雑誌, 2015). 109 Hodenfixationen (2008 bis 2014; 48 rechts, 38 links, 23 beidseitig; mittleres Alter 2 Jahre 3 Monate, Median 1 Jahr 7 Monate). Atrophie (mindestens 20 % Volumenverlust im Ultraschall oder deutlicher Tastbefund): 15 von 76 Kindern bei Operation vor dem 2. Lebensjahr gegenüber 15 von 33 bei Operation ab dem 2. Lebensjahr (p = 0,01). Autoren: Aufklärung über den empfohlenen Zeitpunkt sei nötig.

**Ahn et al. 2014: Orchidopexien nach dem fünften Lebensjahr (Seoul National University) [s257].** Titel: „Reasons for delayed orchiopexies in a korean tertiary care hospital“ (Korean journal of urology, 2014). 160 Orchidopexien nach dem fünften Lebensjahr (etwa 15 % aller Orchidopexien 2004 bis 2012). Hauptgründe der Verzögerung lagen bei den Eltern; erworbener Hodenhochstand 21 Fälle (13,1 %), meist mit Hypospadie. Operationsschwierigkeiten durch kurzen Samenstrang in 48 Fällen (30,2 %); das Hodenvolumen war im Vergleich zu altersgleichen Normwerten deutlich kleiner. Autoren: Der empfohlene Zeitpunkt werde oft verfehlt.

**Aksoy et al. 2017: erneute Operation nach erfolgloser Orchidopexie (Türkei) [s229].** Titel: „Inguinal re-operation after an unsuccessful primary orchiopexy: Approach through internal oblique muscle incision“ (Yeni Üroloji Dergisi, 2017). 28 Patienten (29 Hoden, einer beidseits) mit erneuter Operation, Durchschnittsalter bei der Reoperation 12 ± 5,7 Jahre (2 bis 27). Bei 19 Hoden von 18 Patienten gelang die Re-Orchidopexie; bei 10 von 19 (52,6 %) wurde zur spannungsfreien Mobilisation von Samengefäßen und Samenleiter der innere schräge Bauchmuskel eingeschnitten. Intraoperativ fanden sich ein offener Processus vaginalis bei 6 (31,5 %) und eine misslungene Bruchoperation bei 3 (15,7 %); 10 Hoden wurden wegen Atrophie oder kurzen Samenstrangs entfernt. 11 der 19 Patienten (57,8 %) kamen zur Nachuntersuchung (im Mittel 37,4 ± 27,9 Monate, 4 bis 95): alle Hoden lagen ohne Atrophie im Skrotum. Der Abstract nennt, dass bei Postpubertären Samenanalyse und Hodenvolumen erhoben wurden, berichtet die Ergebnisse aber nicht. Anatomisch bemerkenswert ist der Zusammenhang mit der Leistenbruchoperation: Fehlschlag einer früheren Leistenoperation bei 3 von 19 Hoden.

**Abdelmohsen 2026: laparoskopische Orchidopexie bei nicht tastbaren Hoden (Kairo) [s01].** Titel: „Laparoscopic management of intra-abdominal undescended testes: Diagnostic limitations, technique variability, and risk factors for postoperative testicular atrophy“ (Journal of pediatric urology, 2026). Retrospektive Kohorte von Jungen unter 18 Jahren (2015 bis 2025): von 332 Fällen erfüllten 282 die Kriterien (53 einzeitig mit Gefäßerhalt, 128 Fowler-Stephens, 101 Traktion). Klinische Atrophie trat bei 65 (23,0 %) auf: 13,2 %, 29,7 % und 19,8 % (p < 0,001). Unabhängige Prädiktoren (bereinigte Hazard Ratio): Fowler-Stephens 2,61, Volumen klein für das Alter 3,45, nicht messbares Volumen 2,41, hypoplastisches Aussehen 2,62 und Anomalien von Samenleiter oder Nebenhoden 4,28; Alter und Erfahrung des Operateurs waren nicht signifikant. Übereinstimmung klinischer und Ultraschallbefunde κ = 0,78. Konfidenzintervalle stehen im Abstract nicht. Relevanz: Atrophie als Surrogat für verlorene Samenbildung; die Anomalie von Samenleiter und Nebenhoden als stärkster Prädiktor ist ein anatomischer Befund.

**Elgaili Salah und Elssayed Ahmed 2022: Laparoskopie bei nicht tastbarem Hoden (Sudan) [s145].** Titel: „The role of laparoscopy in non-palpable undescended testicle: Analysis and review of the experience from two cities in Sudan“ (African journal of paediatric surgery : AJPS, 2022). Fallserie: Alter 18 Monate bis 65 Jahre (Mittel 12,4), 94 Patienten (67,2 %) älter als 5 Jahre; bei 12 (8,4 %) war Unfruchtbarkeit das Leitsymptom. Der Ultraschall fand bei mehr als der Hälfte den Hoden nicht. Einzeitige laparoskopische Orchidopexie bei 90 (62,9 %), Orchiektomie bei 13 (9,1 %), Hoden nicht gefunden bei 12 (8,4 %), gestufte Verfahren bei 28 (19,6 %). Komplikationen bei 14 (9,8 %): Blutung, Samenleiterverletzung, Hodenatrophie. Die Gesamtzahl (etwa 140) wird im Abstract nicht ausdrücklich genannt und ist aus den Prozentwerten berechnet. Auffällig ist das hohe Alter bei Operation, das einen späten Zugang zur Versorgung anzeigt.

**Ghanem et al. 2024: Erwachsene nach einseitiger Orchidopexie im Kindesalter, Sexualfunktion und seelische Belastung (Jazan, Saudi-Arabien) [s96].** Titel: „Long-term outcomes of erectile function in adult orchidopexy patients“ (Asian journal of urology, 2024). 58 erwachsene Männer nach einseitiger Orchidopexie im Kindesalter, mit Kontrollgruppe. Erhoben wurden IIEF-15, Testosteron, FSH, Samenanalyse, Vaterschaftsraten sowie Angst, Depression und Stress. Die IIEF-Bereichswerte unterschieden sich nicht, die erektile Dysfunktion war aber bei den Orchidopexie-Patienten häufiger (p = 0,000 laut Abstract); bei im Median 16,3 Jahren Nachbeobachtung hatten 15,5 % mäßige bis schwere erektile Dysfunktion. Angst 72,4 % gegenüber 20,7 %, Depression 19,0 % gegenüber 5,2 %, Stress 60,3 % gegenüber 10,3 % (jeweils p < 0,05); erektile Dysfunktion korrelierte negativ mit Angst (r = −0,518), Depression (r = −0,448) und Stress (r = −0,591) und hing mit Alter, Unfruchtbarkeit und niedrigem Testosteron zusammen. Die erhobenen Samenparameter und Vaterschaftsraten stehen nicht im Abstract. Schwächen: Der Widerspruch zwischen unverändertem IIEF-Bereichswert und höherer Dysfunktionsrate wird nicht erklärt; kleine Gruppe, Selbstauskünfte.

**Sütçü et al. 2026: Jungen mit Hodenhochstand in der pädiatrischen Endokrinologie (Istanbul) [s49].** Titel: „Clinical, hormonal, and genetic spectrum of cryptorchidism: a comprehensive evaluation of patients referred for pediatric endocrinological assessment“ (Journal of pediatric endocrinology & metabolism : JPEM, 2026). 99 Jungen, die nach Orchidopexie endokrinologisch vorgestellt wurden: Frühgeburt 23,2 %, beidseitig 50,5 %, Hodenatrophie 34,3 %, Skrotumhypoplasie 18,2 %, Mikropenis 12,1 %, Hypospadie 10,1 %. Bei hCG-Test zeigten 72,7 % eine unzureichende Testosteronantwort; die gezielte Gen-Diagnostik erreichte in einer Hochrisikogruppe eine diagnostische Ausbeute von 45,4 %; 44,4 % hatten einen nicht isolierten Hodenhochstand (syndromal 17,2 %). Die Autoren schließen, dass viele überwiesene Fälle komplexe syndromale oder endokrine Zustände seien. Schwäche: eine bereits ausgewählte Überweisungskohorte; die Ergebnisse gelten nicht für den typischen isolierten Hodenhochstand.

**Fallbericht Azher 2025 [s56].** Titel: „Familial novel androgen receptor gene variant associated with bilateral cryptorchidism and severe male infertility: A case report“ (Urology case reports, 2025). Mann mit schwerer Oligo-Astheno-Teratozoospermie und beidseitigem Hodenhochstand (Mekka); neue AR-Variante p.Tyr364His (partielle Funktionsstörung vorhergesagt), gleiche Variante beim Bruder mit Hodenhochstand und Zeichen partieller Androgenresistenz. Ein Fall ohne Gruppenaussage.

**Fallbericht Seminom nach beidseitiger Orchidopexie bei Oligozoospermie [s320].** Titel: „Testicular tumor detected in a male infertility patient with prior orchiopexy“ (Hinyokika kiyo. Acta urologica Japonica, 2009). 37-Jähriger mit hochgradiger Oligozoospermie, beidseitiger Orchidopexie in der Vorgeschichte und einem Seminom im linken Hoden (Japan, japanischsprachig); die Autoren weisen auf den Zusammenhang zwischen männlicher Infertilität und Hodenkrebs nach Orchidopexie hin. Ein Einzelfall.

#### Spermiengewinnung bei nichtobstruktiver Azoospermie nach Hodenhochstand

**Ismaeil et al. 2026: Spermiengewinnung bei Männern mit und ohne Hodenhochstand (Beni-Suef, Ägypten) [s17].** Titel: „Surgical sperm retrieval in cases with non obstructive azoospermia, comparative study between maldescended and normal positioned testis.“ (Urologia, 2026). Retrospektiv, 869 Männer mit nichtobstruktiver Azoospermie und Mikrodissektions-TESE (2016 bis 2023); 777 mit skrotal gelegenen Hoden, 92 mit Hodenhochstand (66 inguinal, 24 abdominal, 2 gemischt). Gewinnungsrate 36,8 % bei skrotal gelegenen gegenüber 23,9 % bei Hodenhochstand (p = 0,015), kein Spermium bei abdominellen oder gemischten Hoden; inguinal 33,3 %. Frühere Orchidopexie (12,4 ± 9,4 Jahre) gegenüber späterer (24,9 ± 13,8 Jahre): 37,2 % gegenüber 12,2 % (p = 0,007); einseitig 40 % gegenüber beidseitig 17,9 % (p = 0,0517). Die Autoren sehen die höhere Rate besonders bei Orchidopexie vor 16,5 Jahren. Stärke: große Serie mit Lagebeschreibung. Schwächen: retrospektiv; Patienten mit Azoospermie bilden eine Auswahl (Männer mit Hodenhochstand und Spermien im Ejakulat sind nicht erfasst); Alter bei der Operation und Dauer sind verwechselbar; der Schwellenwert 16,5 Jahre wirkt datengetrieben; Konfidenzintervalle fehlen. Das Ergebnis zur Seitigkeit steht im Widerspruch zur Metaanalyse von Kim et al. [s128].

**Osaka et al. 2020: Mikro-TESE bei beidseitigem Hodenhochstand und nichtobstruktiver Azoospermie (Saitama, Japan) [s186].** Titel: „Testicular volume in non-obstructive azoospermia with a history of bilateral cryptorchidism may predict successful sperm retrieval by testicular sperm extraction“ (Reproductive medicine and biology, 2020). 52 Männer mit nichtobstruktiver Azoospermie und beidseitigem Hodenhochstand in der Vorgeschichte. In der Gruppe mit Spermienfund waren das mittlere Hodenvolumen größer, LH, FSH und BMI niedriger; in der multivariaten Analyse war das Hodenvolumen unabhängig mit dem Erfolg verbunden. Zahlen nennt der Abstract nicht.

**Xu et al. 2023: schrittweise Mini-Inzision bei Mikro-TESE nach Hodenhochstand (China) [s136].** Titel: „Stepwise mini-incision microdissection testicular sperm extraction in NOA patients with a history of cryptorchidism: a case-control study“ (Basic and clinical andrology, 2023). Fall-Kontroll-Studie: 73 Mikro-TESE-Eingriffe bei Männern mit nichtobstruktiver Azoospermie nach Hodenhochstand, schrittweise Mini-Inzision (37) gegenüber Standard (36). Gesamte Gewinnungsrate 68,5 % (50/73); 78,4 % (29/37) gegenüber 58,3 % (21/36) (p = 0,1); im ersten Mini-Schritt allein 46,0 % (17/37). Operationsdauer 72,6 ± 33,9 gegenüber 90,4 ± 36,4 Minuten (p = 0,04). Orchidopexie bis zum 10. Lebensjahr: 79,5 % (31/39) gegenüber 55,9 % (19/34) (p = 0,03). Keine Komplikationen (Nachbeobachtung mindestens 6 Monate). Schwäche: kleine, nicht randomisierte Gruppen.

**Sangwan et al. 2021: nichtobstruktive Azoospermie mit und ohne Hodenhochstand in der Vorgeschichte, Wege zur Elternschaft (Frankreich) [s172].** Titel: „Non-obstructive idiopathic azoospermia vs azoospermia with antecedents of cryptorchidism: ways and probabilities of becoming parents.“ (Basic and clinical andrology, 2021). Eine Gruppe mit 125 Männern mit idiopathischer nichtobstruktiver Azoospermie und eine mit 55 Männern mit operiertem Hodenhochstand. Mehr als die Hälfte wurde Eltern; Hauptweg bei idiopathischer Form Spender-Samen oder Embryospende (72 %), bei Hodenhochstand mehrheitlich Kind nach TESE-ICSI (58,8 %). Die Zahlen der Gewinnungsraten stehen nicht im Abstract. Abstract zweisprachig (Englisch, Französisch).

**Dauvergne 2016: Azoospermie und Hodenhochstand in der Vorgeschichte, andrologische Betreuung und assistierte Reproduktion bei 314 Patienten (HAL, französisch, Abschlussarbeit) [s231].** Titel: „Azoospermie et antécédent de cryptorchidie : analyse de la prise en charge andrologique et en assistance médicale à la procréation d'une population de 314 patients (Azoospermie und Hodenhochstand in der Vorgeschichte: Analyse der andrologischen Betreuung und der assistierten Reproduktion bei 314 Patienten)“ (Masterarbeit (HAL-DUMAS), 2016). 314 Patienten mit Azoospermie und Hodenhochstand in der Vorgeschichte, 1995 bis 2014 (249 ohne anderen Risikofaktor). Positive TESE-Rate 61,4 % gegenüber 40 % bei idiopathischer nichtobstruktiver Azoospermie (p = 0,0000009); mit positiver TESE assoziiert: Alter bei Orchidopexie, FSH, Hodenvolumen und Histologie; Seitigkeit ohne Einfluss; kein Einfluss des Hodenhochstands auf die ICSI-Ergebnisse. Eine nicht begutachtete Abschlussarbeit; das Ergebnis deckt sich mit den Metaanalysen [s128, s73, s99].

**Hasirci et al. 2024 (Ankara) [s98] und Özer et al. 2024 (Adana) [s104]: Mikro-TESE bei solitärem Hoden.** Titel: „Parameters affecting the success rate of microscopic testicular sperm extraction in male patients with a solitary testis and non-obstructive azoospermia“ (International urology and nephrology, 2024). Titel: „Microdissection testicular sperm extraction in non-obstructive azoospermic patients with solitary testis: a retrospective case-control study“ (Revista internacional de andrologia, 2024). Mikrodissektions-TESE bei nichtobstruktiver Azoospermie und solitärem Hoden (angeboren oder erworben, etwa nach Orchiektomie). [s98]: multizentrisch, 74 Männer mit solitärem Hoden gegenüber 74 abgestimmten Männern mit zwei Hoden aus 2.770; Spermien gewonnen bei 40 (54,1 %) gegenüber 42 (56,76 %); FSH und LH waren bei solitärem Hoden höher (p < 0,01), und größere Hoden gingen bei Spermiengewinnung mit höherer Erfolgsrate einher (p < 0,05). [s104]: 45 Patienten, Abstimmung 1:3; Gewinnungsrate 51,1 % gegenüber 50,4 %; Unterschied nur bei FSH und LH; Komplikationen unverändert. Beide Studien stützen, dass ein einzelner Hoden die Chance auf Spermiengewinnung nicht verringere, sofern die Hodengröße ausreicht. Schwächen: kleine Zahlen; angeborener und erworbener Einzelhoden werden in [s104] gemeinsam betrachtet.

#### Operationsalter in der Versorgungsrealität

**Hensel et al. 2015: 3.587 Orchidopexien in 13 deutschen Kliniken [s246].** Titel: „Operative management of cryptorchidism: guidelines and reality--a 10-year observational analysis of 3587 cases.“ (BMC pediatrics, 2015). Retrospektiv 2003 bis 2012. Vor der Leitlinienänderung 2009 wurden 78 % (n = 1.245) nicht leitlinienkonform operiert, nach der Änderung 95 % (n = 1.472; so die Angaben der Studie); 42 % der Orchidopexien betrafen Patienten im Alter von 4 bis 17 Jahren. 46 % der niedergelassenen Kinderärzte kannten die Diskrepanz nicht, 38 % würden erst nach dem ersten Lebensjahr operativ vorgehen lassen. In Kliniken mit Kinderchirurgie wurde häufiger im ersten Lebensjahr operiert (p < 0,001). Die Leitlinie sei nicht ausreichend umgesetzt. Stärke: große Fallzahl, Versorgungsrealität.

**von Cube et al. 2024: Zeitpunkt der Orchidopexie und Befolgung der AWMF-Leitlinie (Deutschland) [s110].** Titel: „A closer look to the timing of orchidopexy in undescended testes and adherence to the AWMF-guideline.“ (Pediatric surgery international, 2024). Retrospektiv 2009 bis 2022, 2.694 Jungen; 1.843 (68,4 %) mit angeborenem, 851 (31,6 %) mit erworbenem Hodenhochstand. Bei angeborenem Hodenhochstand wurden 24,9 % vor dem 12. Lebensmonat operiert, das mediane Alter lag bei 16 Monaten (Spanne 7 bis 202); der Anteil vor dem zweiten Lebensjahr stieg von 40 % (2009) auf 60 % (2022). Mediane Zeit von der Überweisung bis zur Operation 46 Tage. Gründe für späte Operation: verspätete Überweisung (51,2 %), relevante Begleiterkrankungen (28,2 %). Diese Arbeit weicht von der Vorarbeit [s246] ab, weil sie angeborenen von erworbenem Hodenhochstand trennt.

**Oliveros-Rivero et al. 2026: Operationsalter in Lateinamerika (14 Länder, 31 Zentren) [s35].** Titel: „Timing of orchiopexy in children with congenital undescended testis in Latin America: A multicenter retrospective study.“ (Journal of pediatric urology, 2026). 4.481 Patienten, medianes Alter bei der Operation 50 Monate (IQR 24 bis 90); nur 18,2 % wurden bis zum Alter von 18 Monaten operiert, 81,8 % später; Spanne zwischen den Kliniken 4,7 % (Uruguay) bis 62,0 % (Argentinien). Bei der hierarchischen Analyse war eine intraabdominelle Lage mit geringerer Chance auf Operation nach 18 Monaten verknüpft (OR 0,71; 95-%-KI 0,55 bis 0,91). Häufigste Faktoren bei später Operation: verspätete Überweisung und Zugangsbarrieren. Die breiteste lateinamerikanische Quelle; sie enthält keine Samendaten.

**Ngalle et al. 2024: Hodenhochstand bei Kindern in Douala, Kamerun (französischsprachig) [s103].** Titel: „Testicule non descendu chez l’enfant: aspects épidémiologique, diagnostique et thérapeutique dans trois hôpitaux de référence de Douala, Cameroun. (Hodenhochstand beim Kind: epidemiologische, diagnostische und therapeutische Aspekte in drei Referenzkrankenhäusern in Douala, Kamerun)“ (The Pan African medical journal, 2024). Retrospektiv über zehn Jahre, 105 Fälle; mittleres Alter 6,65 ± 3,13 Jahre; Leistenzugang bei 99 (94,3 %), Laparoskopie bei 6 (5,7 %). Keine Samendaten; die Studie belegt das späte Operationsalter im frankophonen Afrika.

**Alqasimi et al. 2026 (Riad) [s06] und Keleş et al. 2026 (Ordu) [s19]: Verzögerungen bis zur Orchidopexie.** Titel: „Assessment of factors associated with delayed diagnosis of cryptorchidism and orchidopexy“ (Urology annals, 2026). Titel: „Does the Initial Source of Recognition-Clinician versus Caregiver-Affect the Age at Orchidopexy for Undescended Testis? A Retrospective Comparative Analysis of 283 Cases“ (Journal of clinical practice and research, 2026). [s06]: krankenhausbezogene Auswertung bei Kindern bis 14 Jahre (2018 bis 2023); verzögerte Operation war mit Überweisung durch Kinderärzte verbunden (OR 2,512; p = 0,041), ein bei der Geburt normaler Hoden senkte die Chance (OR 0,184; p = 0,005); Zahlen zur Gesamtstichprobe fehlen im Abstract. [s19]: 283 Patienten (2012 bis 2022), mittleres Alter bei Orchidopexie 4,8 ± 5,6 Jahre; bei 185 mit dokumentierter Erstentdeckung wurden Fälle, die Eltern bemerkt hatten, später operiert als vom Arzt entdeckte (5,08 ± 4,98 gegenüber 3,57 ± 3,68 Jahre; p = 0,020; ohne Erwachsene p = 0,016); die meisten Eingriffe lagen in beiden Gruppen deutlich über der 18-Monats-Schwelle der Leitlinien. Beide Studien zeigen Systemverzögerungen im jeweiligen Land; die Samenqualität ist nicht Gegenstand.

**Söylemez et al. 2011: Anomalien bei 2.061 jungen Männern bei der Musterung in Izmir (Türkei) [s300].** Titel: „Askerlik çağındaki erkeklerde inguinal ve genital organ anomalisi sıklığı ve farkındalığı (Häufigkeit und Bewusstsein für Leisten- und Genitalanomalien bei Männern im Wehrpflichtalter)“ (Türk Üroloji Dergisi/Turkish Journal of Urology, 2011). Querschnittsstudie an 2.061 jungen Männern (Alter 20,3 ± 1,0): bei 681 (33,0 %) wurden 746 Anomalien gefunden: Varikozele 24,2 %, Meatusstenose 4,0 %, Penisverkrümmung 2,0 %, Leistenhernie 1,8 %, Hodenhochstand 1,8 %, Hypospadie 0,9 %, Hydrozele 0,7 %, atrophischer Hoden 0,4 %, Pendelhoden 0,4 %; 18 (0,9 %) waren nicht beschnitten. Nur 35 (4,7 %) der Männer mit Anomalie waren operiert worden. Die Autoren verweisen auf die Bedeutung früher Behandlung für die spätere Fruchtbarkeit (Aussage der Autoren). Stärke: große unausgewählte Stichprobe; Grenze: Untersuchung ohne Samenanalyse und nur Männer, die zur Musterung kamen.

**Russischsprachige Übersichten zum Hodenhochstand [s194, s327].** Titel: „КРИПТОРХИЗМ КАК ОДНА ИЗ ОСНОВНЫХ ПРОБЛЕМ СНИЖЕНИЯ РЕПРОДУКТИВНОГО ПОТЕНЦИАЛА МУЖСКОГО НАСЕЛЕНИЯ (ОБЗОР) (Kryptorchismus als eines der Hauptprobleme der Minderung des reproduktiven Potenzials der männlichen Bevölkerung (Übersicht))“ (Медицинский альманах, 2020). Karpowa et al. 2020 [s194]: Ultraschall sei bei tastbarem Hoden zu 88 % verlässlich; es gebe etwa 250 Operationsverfahren, am häufigsten Petriwalski-Shoemaker und Fowler-Stephens; die hormonelle Behandlung wirke in höchstens 15 %; auch bei rechtzeitiger Verlagerung bestehe eine Fertilitätsstörung bis zu 50 %. Titel: „Крипторхизм проявление синдрома тестикулярной дисгенезии (Kryptorchismus als Erscheinung des testikulären Dysgenesiesyndroms)“ (Вестник репродуктивного здоровья, 2008). Latyschew et al. 2008 [s327]: Nach Nieschlag und Behre (5.061 Patienten mit Reproduktionsstörung, im Abstract zitiert) seien die häufigsten kindheitsbedingten Ursachen männlicher Unfruchtbarkeit Varikozele (15 %), Hypogonadismus (10 %) und Kryptorchismus (8 %). Beide enthalten keine eigenen Daten.

**Tierversuche zum Hodenhochstand [s127, s323].** Titel: „Protective Effects of N-Acetyl Cysteine on Undescended Testis after Orchiopexy: A Rat-model Study“ (Journal of the College of Physicians and Surgeons--Pakistan : JCPSP, 2023). Kemahli et al. 2023 [s127] (Bolu, Türkei): Flutamid-Modell des Hodenhochstands bei Ratten, 4 Gruppen zu je 8: Kontrolle, Hodenhochstand, Hodenhochstand plus Orchidopexie, Orchidopexie plus N-Acetylcystein. Nach Orchidopexie war die Spermienzahl höher als ohne (p < 0,001), mit N-Acetylcystein höher als ohne und ähnlich wie bei Kontrollen (p = 0,102); Malondialdehyd war niedriger (p < 0,001) und Glutathionperoxidase höher (p = 0,001 und p = 0,002), Apoptosen niedriger (p < 0,001). Titel: „Deneysel inmemiş testis modelinde beta HCG tedavisinin fertilite indeksi üzerindeki etkisi (Wirkung der Beta-hCG-Behandlung auf den Fertilitätsindex im experimentellen Kryptorchismus-Modell)“ (Yeni Üroloji Dergisi, 2008). Ateş et al. 2008 [s323] (Türkei): 30 Ratten (22 Tage alt) mit experimentellem Hodenhochstand; der Fertilitätsindex war in der Scheingruppe am höchsten; Beta-hCG zeigte keinen signifikanten zusätzlichen negativen Effekt (Verminderung ohne Signifikanz). Das Tiermodell [s127] zeigt einen Vorteil der Orchidopexie und zusätzlich eines Antioxidans; [s323] findet keinen zusätzlichen Schaden durch hCG. Übertragbarkeit auf den Menschen offen.

#### Einordnung der Beobachtungsstudien zum Hodenhochstand

Übereinstimmend zeigen die Studien: Nach beidseitigem Hodenhochstand ist die Samenqualität deutlich schlechter als nach einseitigem (Vaterschaft 65,3 % gegenüber 89,7 % [s359]; normale Spermienzahl 19 % gegenüber 83 % [s357]; Azoospermie etwa 18 % bei beidseitigem Befund in Italien [s372]). Auch nach einseitiger Orchidopexie liegt die Spermiendichte oft unter der der Gesamtbevölkerung [s392, s321]; die russischen und türkischen Serien berichten konsistent Samenstörungen und kleinere Hoden nach Orchidopexie [s296, s322, s244, s277, s259, s81]. Ein Vorteil früher Operation wird durch Histologie bei der Operation [s357, s371], die Spermiengewinnung bei Azoospermie [s17, s136, s231] und die Hodenatrophie [s256] gestützt; Gegenbefunde liefern die Studien [s360] und [s296], die keinen Zusammenhang zwischen Operationsalter und Samenqualität fanden. Der Befund aus Wu et al., dass der Schaden oft schon vor der Operation besteht [s51], ist mit beiden Lesarten vereinbar. Die Gewissheit ist für den Unterschied zwischen beidseitigem und einseitigem Hodenhochstand mäßig, für den Nutzen früher Operation niedrig.


### Hodentorsion

Bei der Hodentorsion hängt das Ergebnis weniger von der Operationstechnik als von der Dauer der Durchblutungsstörung ab. Wichtig ist außerdem ein Befund aus einer älteren Studie: Hoden, die zur Torsion neigen, könnten schon vorher eine gestörte Spermatogenese haben [s389]. Die Samenqualität nach Torsion ist daher nicht allein eine Folge des Ereignisses. Aus dem asiatischen Sprachraum stammen kaum aktuelle Samenbefunde.

#### Studien am Menschen mit Samen-, Hormon- oder Vaterschaftsdaten

**Anderson et al. 1986: Schicksal der Hoden nach einseitiger Torsion (Großbritannien) [s389].** Titel: „The fate of the human testes following unilateral torsion of the spermatic cord.“ (British journal of urology, 1986). Prospektiv, 56 Patienten mit akuter Torsion, kontralaterale Hodenbiopsie bei der Orchidopexie, Kontrolle nach 3 bis 6 Monaten. Die Dauer der Torsion korrelierte eng mit der Atrophie (p < 0,001), nicht aber mit der späteren Spermienkonzentration. Bei 20 von 35 Patienten bestand histologisch eine vorbestehende partielle Reifungsstörung der Spermatogenese; 15 von 19 mit dieser Auffälligkeit hatten eine Oligozoospermie, alle mit normaler Histologie hatten normale Spermienkonzentrationen. Antispermien-Antikörper kaum nachweisbar. Folgerung: Hoden, die zur Torsion neigen, zeigten bereits eine beeinträchtigte Spermatogenese. Die Aussage stammt aus einer einzigen Biopsiestudie und wurde in dieser Recherche nicht in einer neueren Studie bestätigt.

**Anderson et al. 1992: Samenqualität und Hormone nach akuter Hodentorsion (USA) [s380].** Titel: „Semen quality and endocrine parameters after acute testicular torsion.“ (The Journal of urology, 1992). 16 postpubertäre Patienten: 9 mit Detorsion und beidseitiger Orchidopexie, 7 mit ipsilateraler Orchiektomie und kontralateraler Orchidopexie; Vergleich mit nachweislich fruchtbaren Samenspendern. Samenqualität nach Detorsion ohne signifikanten Unterschied zu Kontrollen (p = 0,25), aber FSH erhöht. Orchiektomiegruppe (mittlere Torsion 69 Stunden): Samenqualität signifikant vermindert (p = 0,001), mittlere Spermiendichte 29,0 Mio./ml, FSH auffällig. Die Autoren schließen auf Schäden auch im kontralateralen Hoden unabhängig von der Therapie; bei früher Detorsion bleibe die Samenqualität wahrscheinlich im Normbereich. Sehr kleine Gruppen. Nicht zu verwechseln mit der Studie von Anderson et al. 1986 [s389]; es sind andere Erstautoren.

**Bartsch et al. 1980: Spätergebnisse nach Hodentorsion (Österreich) [s391].** Titel: „Testicular torsion: late results with special regard to fertility and endocrine function.“ (The Journal of urology, 1980). 42 Patienten nach Detorsion und Fixation, bei 30 postpubertären exokrine und endokrine Funktion. Bei Detorsion binnen 8 Stunden normale Hodengröße und nur geringe Veränderungen; bei Verzögerung über 8 Stunden deutliche Verkleinerung. Die Samenqualität war bei 15 normal, bei 3 fraglich, bei 12 pathologisch; selbst bei Detorsion innerhalb von 4 Stunden war die exokrine Funktion nur bei 50 % normal. FSH und LH bei den Auffälligen höher. Eine frühe Arbeit mit kleinen Gruppen.

**Tryfonas et al. 1994: späte Ergebnisse nach Torsion im Kindesalter (Griechenland) [s374].** Titel: „Late postoperative results in males treated for testicular torsion during childhood.“ (Journal of pediatric surgery, 1994). 75 Fälle 1979 bis 1991, elf Orchiektomien, 64 Detorsionen mit Orchidopexie beider Hoden; 25 Patienten nach 1 bis 12 Jahren nachuntersucht, bei vier postpubertären eine Samenanalyse. Atrophie korrelierte mit Dauer der Symptome und Operationsbefund; bei Torsion über 24 Stunden mit fraglicher Vitalität war die Atrophie die Regel. Samenwerte werden im Abstract nicht berichtet.

**Ichikawa et al. 1993: Hodenfunktion nach Samenstrangtorsion (Chiba, Japan) [s376].** Titel: „Testicular function after spermatic cord torsion“ (Hinyokika kiyo. Acta urologica Japonica, 1993). 24 Männer nach Samenstrangtorsion, 12 mit beidseitiger Orchidopexie, 12 mit Orchiektomie der betroffenen und Orchidopexie der Gegenseite. Spermiendichte und Gesamtspermienzahl waren in der Orchiektomiegruppe signifikant niedriger (jeweils p < 0,05), das FSH signifikant höher (p < 0,05). Alle Männer der Orchidopexiegruppe hatten dauerhaft normale Samen- und Hormonwerte. In der Orchiektomiegruppe zeigten 4 von 8 Männern mit mehr als zwei Jahren Nachbeobachtung weiterhin eine Oligozoospermie (unter 20 × 10⁶/ml; einer azoosperm); sie waren bei der Operation signifikant älter (p < 0,05), die Dauer der Torsion unterschied sich nicht. Die Autoren sehen frühzeitige bilaterale Orchidopexie als günstig und eine Orchiektomie bei Jüngeren als weniger schädlich für den Gegenhoden. Schwäche: 12 gegen 12 Männer, nicht randomisiert, die Gruppen unterscheiden sich im Eingriff und im Verlauf der Torsion.

**Aggarwal et al. 2022: Langzeitfolgen der Hodentorsion (Indien) [s139].** Titel: „Long-term impact of testicular torsion and its salvage on semen parameters and gonadal function.“ (Indian journal of urology : IJU : journal of the Urological Society of India, 2022). Ambispektive Studie 2014 bis 2019; von 85 Patienten wurden 67 erreicht (44 Orchiektomie, 23 Hodenerhalt), Nachbeobachtung im Mittel 42 ± 12 Monate. Mediane Zeit bis zur Vorstellung 48 Stunden (Orchiektomie) gegenüber 12 Stunden (Erhalt). Etwa 47 % der Erhaltgruppe entwickelten eine Atrophie. Testosteron war in der Orchiektomiegruppe und bei Atrophie signifikant niedriger; übrige Hormone, Samenanalyse und Erektionsfunktion vergleichbar. Antispermien-Antikörper im Normbereich. Schwäche: 67 von 85 erreicht, kleine Gruppen.

**Törzsök et al. 2022: Langzeitnachbeobachtung nach Hodentorsion, prospektiv (Österreich) [s154].** Titel: „Long-Term Follow-Up after Testicular Torsion: Prospective Evaluation of Endocrine and Exocrine Testicular Function, Fertility, Oxidative Stress and Erectile Function.“ (Journal of clinical medicine, 2022). 49 Patienten, mittlere Nachbeobachtung 101 Monate (25 explorative Operation, 20 Detorsion, 4 Orchiektomie); Samenanalyse inklusive oxidativer Stress (MyOxSIS). Oxidativer Stress, Erektionsfunktion und Spermiogrammkategorien unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Gruppen; Hodenerhalt war mit mehr Rundzellen (p = 0,002) und höherem FSH (p = 0,003) verbunden; oxidativer Stress korrelierte negativ mit Spermienkonzentration (p < 0,001) und Gesamtzahl (p = 0,006). Nur vier Orchiektomierte; die Aussage zur Orchiektomie stützt sich auf sehr wenige Fälle.

**Almekaty et al. 2023: Azoospermie und Spermiengewinnung bei postpubertärer Torsion (Ägypten) [s120].** Titel: „Azoospermia and Sperm Retrieval in Post-Pubertal Testicular Torsion; Benefits and limitations.“ (Urology, 2023). Prospektiv, 62 Patienten (Alter Median 19 Jahre, IQR 18 bis 20,7; Torsionsdauer Median 32,5 Stunden, IQR 18,3 bis 48). Hodenerhalt gelang bei 20 (32,3 %), Orchiektomie bei 42. Die Torsionsdauer war der unabhängige Prädiktor des Hodenerhalts (OR 0,75; 95-%-KI 0,61 bis 0,93; p = 0,008). Alle Fälle erhielten eine konventionelle testikuläre Spermienextraktion zur Kryokonservierung, erfolgreich bei 58 (93,5 %; 40 aus dem betroffenen, 18 aus dem kontralateralen Hoden). Nach sechs Monaten hatten 21 (33,8 %) eine Azoospermie, 19 (45,2 %) nach Orchiektomie und 2 (10 %) nach Orchidopexie (p = 0,006). Ein auffälliger kontralateraler Hoden war der unabhängige Prädiktor (OR 92; 8,4 bis 101,5; p < 0,001; die Intervallangabe im Abstract ist so wörtlich wiedergegeben). Azoospermie gehe mit höherem FSH und LH und niedrigerem Testosteron einher. Die Schlussfolgerung der Autoren ist die Kryokonservierung zum Operationszeitpunkt. Stärke: prospektiv mit Samenanalyse. Schwäche: das ungewöhnlich breite OR-Intervall, das auf wenige Ereignisse hindeutet.

**Yang et al. 2021: Einfluss unterschiedlicher Behandlungen der einseitigen Torsion auf die langfristige Fruchtbarkeit (China, chinesischsprachig) [s179].** Titel: „Influence of different treatments of unilateral testicular torsion on the long-term fertility of the patient“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2021). 92 Fälle 2000 bis 2014, 77 ausgewertet (40 Orchiektomie, 37 Orchidopexie). Nach Orchiektomie gegenüber Orchidopexie: Samenvolumen 4,09 ± 0,89 gegenüber 4,11 ± 0,76 ml, Konzentration 27,60 ± 7,58 gegenüber 27,74 ± 6,80 Mio./ml, Beweglichkeit 60,14 ± 14,50 gegenüber 60,29 ± 16,36 %, progressiv bewegliche 38,37 ± 10,88 gegenüber 38,82 ± 9,73 %, abnorme Formen 29,80 ± 7,29 gegenüber 29,55 ± 7,03 %; natürliche Schwangerschaftsrate 75,0 % (30 von 40) gegenüber 83,8 % (31 von 37); Zeit bis zur Schwangerschaft 18,0 ± 5,7 gegenüber 14,6 ± 3,8 Monate (alle p > 0,05). Die Autoren sehen nach Orchiektomie eine geringere Samenqualität ohne signifikante Fruchtbarkeitsminderung. Die berichteten Mittelwerte unterscheiden sich kaum (zum Beispiel Beweglichkeit 60,14 gegenüber 60,29 %); die Aussage „niedrigere Samenqualität“ der Autoren lässt sich aus den Mittelwerten nicht ablesen.

**Milivojevic et al. 2025: Hodenatrophie nach Torsion bei Kindern (Serbien) [s68].** Titel: „Testicular Atrophy Following Torsion in Pediatric Patients: Results of a Long-Term Follow-Up.“ (Urology, 2025). 103 Patienten (mittleres Alter 12,9 ± 3,0 Jahre), sonographisch nachbeobachtet nach Detorsion (Median 65 Monate); Gruppen nach Interventionszeitpunkt (< 6 Stunden, 6 bis 12 Stunden, > 12 Stunden). Ein vorhandener Hoden bei 100 % in Gruppe 1, 64,7 % in Gruppe 2, 20,8 % in Gruppe 3 (p < 0,001); Hodenvolumen in Gruppe 1 größer; homogene Struktur bei 20 (55,6 %) in Gruppe 1 und bei keinem in den Gruppen 2 und 3. Die Autoren sehen ein Atrophierisiko über dem der Literatur und einen möglichen Einfluss erhaltener, aber heterogener Hoden auf die Fruchtbarkeit. Keine Samenparameter. Der Abstract nennt für die Gruppe 1 „alle Fälle“, aber keine Fallzahl.

**Epidemiologie, Verfahrensvergleich und Notfallversorgung [s264, s143, s67, s08, s230, s03].** Titel: „A nationwide epidemiological study of testicular torsion in Korea“ (Journal of Korean medical science, 2014). [s264] (Korea, Register des Urologenverbands 2006 bis 2011): jährliche Torsionsfälle 225, 250, 271, 277, 345 und 210; Inzidenz 1,1 je 100.000 Männer, bei unter 25-Jährigen 2,9 je 100.000; Hodenerhalt insgesamt 75,7 %. Titel: „The incidence of testicular torsion and testicular salvage rate in Korea over 10 years: A nationwide population-based study“ (Investigative and clinical urology, 2022). [s143] (Korea, Krankenversicherungsdaten 2009 bis 2019): Inzidenz 2,02 je 100.000 Personenjahre, bei unter 19-Jährigen 6,99; Hodenerhalt 75,22 %, bei Kindern 79,91 %; hohe Orchiektomierate bei Säuglingen und den Ältesten. Titel: „Diagnostic and treatment strategies for testicular torsion“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2025). [s67] (Hebei, China, chinesischsprachig): 134 einseitige Torsionen innerhalb von 48 Stunden, mediane Alter 15 Jahre, Dauer bis zur Vorstellung 15 Stunden, Torsionsgrad 360°; 21 Orchiektomien, 113 Erhalte; die Orchiektomie war bei längerer Dauer und größerem Torsionswinkel häufiger (p < 0,05); manuelle Detorsion mit Operation (28 Männer, 1 Resektion, 3,6 %) gegenüber Operation allein (68 Männer, 7 Resektionen, 10,3 %) ohne signifikanten Unterschied; der abgerufene Abstract bricht dort ab. Titel: „The role of manual detorsion in the management of testicular torsion in the emergency department: A single-group observational study“ (Medicine, 2026). Başaran et al. 2026 [s08] (Düzce, Türkei): 41 Patienten (Median 16 Jahre, Quartilsabstand 13 bis 27) mit akutem Hodenschmerz oder Schwellung, bei denen in der Notaufnahme eine manuelle Detorsion erfolgte; Schmerz bei 92,68 %, rechts 51,22 %. Als Ersteingriff wurden 65,85 % operiert, 34,15 % manuell behandelt und später elektiv operiert. Die manuelle Detorsion war bei Beschwerdedauer bis 6 Stunden am wirksamsten (63,64 %; p = 0,056); nach elektiver Operation (1 bis 14 Tage) trat keine neue Torsion auf, und keine Orchiektomie war nötig; von den orchiektomierten Patienten hatten 5 von 6 mindestens 13 Stunden Beschwerden. Schwächen: retrospektiv, keine Vergleichsgruppe, p = 0,056 ist nicht signifikant, Samenwerte fehlen. Titel: „Профилактическая орхопексия в лечении детей с заворотом яичк (Prophylaktische Orchidopexie in der Behandlung von Kindern mit Hodentorsion)“ (Российский вестник детской хирургии, анестезиологии и реаниматологии, 2017). Schtschedrow und Beresnjak 2017 [s230] (Russland): Aus 472 Patienten mit Hodentorsion hatten 24 eine beidseitige asynchrone Torsion; nach der ersten Torsion wurde der Gegenhoden nach einer eigenen Methode fixiert. Die Fixation zeigte keine Komplikationen und verhindere die asynchrone Torsion; die Autoren halten sie für alle Patienten mit Hodentorsion für angezeigt (Aussage der Autoren). Die Aussage zum Nutzen stützt sich auf die Beobachtung, dass im Verlauf ausblieb, was ohne Fixation eingetreten wäre; eine Kontrollgruppe ohne Fixation wird im Abstract nicht ausgewertet. Titel: „Neonatal unilateral testicular torsion in the first 16 hours of life: A case report and literature review“ (Medicine, 2026). Abu-Sharikh et al. 2026 [s03] (Hebron, Palästina): Fallbericht eines 16 Stunden alten Jungen mit extravaginaler 360-Grad-Torsion rechts, infarziertem Hoden, Orchiektomie, vorbeugender Orchidopexie links; Heilung ohne Komplikationen; die Autoren betonen die Bedeutung frühen Erkennens für die spätere Fruchtbarkeit. Die Arbeiten [s264, s143, s67] berichten keine Samenparameter; sie zeigen nur, wie häufig der Hoden erhalten werden kann.

**Nagasawa et al. 2022: Fallbericht, autoimmunes polyglanduläres Syndrom Typ 4 nach Torsion und Orchidopexie (Japan, japanischsprachig) [s161].** Titel: „精巣捻転後の原発性精巣機能低下症:その発症に自己免疫学的機序の関与が強く示唆された症例 (Primäre Hodenfunktionsstörung nach Hodentorsion: ein Fall, bei dem ein autoimmuner Mechanismus stark nahegelegt wurde)“ (Reproductive Immunology and Biology, 2022). 30-jähriger Mann mit wiederholter Torsion links, nach der Orchidopexie ein autoimmunes polyglanduläres Syndrom Typ 4 (primäre Hoden- und Nebennierenrindeninsuffizienz); die Hodenspermiengewinnung ergab keine Spermien, und eine Testosteronsubstitution stellte die Spermatogenese nicht wieder her. Ein Einzelfall mit Hypothese zu einem autoimmunen Mechanismus.

#### Tierversuche zur Torsion

**Goto 1991: Wistar-Ratten, Schaden des Gegenhodens nach einseitiger Torsion (Yokohama) [s384].** Titel: „Histological and immunohistochemical studies on the damage of contralateral testis following the unilateral testicular torsion in Wistar rats“ (Nihon Hinyokika Gakkai zasshi. The japanese journal of urology, 1991). Nach experimenteller einseitiger Torsion entstand der Schaden des Gegenhodens nur bei erwachsenen Tieren, 3 bis 5 Wochen danach, mit starker Abnahme der Spermatozyten, Fehlen von Spermatiden und Spermien und zahlreichen Tubuli nur mit Sertoli-Zellen; Tubulusdurchmesser und das Verhältnis von Gegenhodengewicht zu Körpergewicht waren signifikant niedriger (p < 0,05). In der Immunfluoreszenz färbte nur das Serum der Tiere mit Gegenhodenschaden Spermatiden und Spermien an, was auf Antispermien-Antikörper hinweist. Die Autoren sehen eine humorale Immunreaktion als einen der Mechanismen.

**Wen et al. 2013: junge Ratten, Detorsion gegen Orchiektomie (China, chinesischsprachig) [s282].** Titel: „Histological effects of unilateral spermatic cord torsion without removal of the ipsilateral necrotic testis on the contralateral testis in rats“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2013). 33 junge Ratten in drei Gruppen (Schein 11, Torsion mit Erhalt 12, Torsion mit Orchiektomie 10); 720°-Torsion links, nach 96 Stunden Detorsion oder Orchiektomie, Auswertung nach drei Monaten. Testosteron ohne Unterschied; Antispermien-Antikörper positiv bei nur einem Tier der Erhaltungsgruppe. Deutliche morphologische Veränderungen des Gegenhodens bei 1, 3 und 0 Tieren (Schein, Erhalt, Orchiektomie). Das Volumen des Gegenhodens war in beiden Torsionsgruppen um 19 % und 21 % größer (p < 0,05). Die Orchiektomie veränderte die Histologie des Gegenhodens nicht wesentlich. Tiermodell, kleine Gruppen. Die beiden Rattenstudien widersprechen sich: [s282] findet nach Orchiektomie keinen nennenswerten Schaden des Gegenhodens an jungen Sprague-Dawley-Ratten, [s384] findet einen Schaden an erwachsenen Wistar-Ratten.

**Ischämie-Reperfusion bei der Ratte [s18, s42, s92].** Titel: „Effects of Iloprost on TRPM7-Mediated Apoptosis and Oxidative Stress in an Experimental Testicular Torsion-Detorsion Model“ (International journal of molecular sciences, 2026). Kaya Tektemur et al. 2026 [s18] (Elazığ, Türkei): 35 Ratten in fünf Gruppen; 60 Minuten Torsion, danach Iloprost (2 µg/kg), Auswertung nach 48 Stunden. Iloprost verbesserte den oxidativen Status (gesamte Antioxidanskapazität stieg, Oxidanskapazität sank), verringerte aber Gewebeschaden, Apoptoserate, TRPM7- und Bax-Expression nicht signifikant. Titel: „Time-dependent protective effects of syringic acid following testicular torsion-detorsion: an experimental rat model“ (Acta cirurgica brasileira, 2026). Sabuncu et al. 2026 [s42] (Istanbul): 48 Ratten, Torsion 720 Grad über 2 Stunden, Reperfusion 4 oder 24 Stunden, Syringinsäure 10 mg/kg: bessere Antioxidanswerte und Entzündungs- und Apoptosemarker (p < 0,05), niedrigere Cosentino- und höhere Johnsen-Werte (p < 0,05), kein Unterschied bei Malondialdehyd. Titel: „Comparison of the therapeutic effect of platelet-rich plasma and injectable platelet-rich fibrin on testicular torsion/detorsion injury in rats“ (Scientific reports, 2024). Eisa et al. 2024 [s92] (Zagazig, Ägypten): 40 Ratten, 1080 Grad über 3 Stunden; thrombozytenreiches Plasma oder injizierbares thrombozytenreiches Fibrin 3 Stunden nach Detorsion in den Hoden; nach 30 Tagen waren Samenqualität und Hormone in den behandelten Gruppen besser, beim Fibrin mehr (p < 0,001). Die Befunde der drei Arbeiten sind unverbunden und auf Tiere beschränkt; sie belegen, dass nach Torsion ein Keimzellverlust messbar ist, sagen aber über Menschen wenig aus.

#### Einordnung der Beobachtungsstudien zur Hodentorsion

Die Studien stützen, dass das Zeitfenster bis zur Operation den Hodenerhalt und die Atrophie bestimmt [s68, s139, s120, s391], dass eine Orchiektomie die Hormone (FSH, LH) und mitunter die Spermienkonzentration beeinflusst [s33, s380, s376] und dass die Fruchtbarkeitsunterschiede zwischen Orchiektomie und Orchidopexie klein oder nicht belegbar sind [s179, s154]. Die Vaterschaft als harter Endpunkt fehlt weitgehend. Die Gewissheit ist niedrig.

### Hodentumor, hodenerhaltende Operation und Kryokonservierung

Japanische Zentren veröffentlichen hier seit den 1990er Jahren; die Befunde zeigen, dass die Samenqualität bei Hodentumor bereits vor jeder Behandlung eingeschränkt sein kann, dass Chemotherapie sie oft zeitweise weiter verschlechtert und dass eine Wiedererholung möglich, aber nicht sicher ist. Weil Hodenkrebs ein eigenes Thema der Website ist, werden die Studien kurz dargestellt.

#### Samenqualität vor der Orchiektomie und kurz danach

**Petersen et al. 1999: Samenqualität und Hormone vor der Orchiektomie (Dänemark) [s366].** Titel: „Semen quality and reproductive hormones before orchiectomy in men with testicular cancer.“ (Journal of clinical oncology : official journal of the American Society of Clinical Oncology, 1999). 83 Patienten mit Hodenkeimzelltumor (Samenanalyse bei 63), 45 mit malignem Lymphom und 141 gesunde Kontrollen (Samen), 193 Registerkontrollen (Hormone). Mediane Spermienkonzentration 15 Mio./ml (Spanne 0 bis 128) gegenüber 48 (0,04 bis 250) bei Lymphom und 48 (0 bis 402) bei Gesunden (jeweils p < 0,001); Gesamtspermienzahl Median 29 Mio. gegenüber 146 und 162 Mio. FSH 5,7 IE/l bei Hodentumor gegenüber 3,3 (Lymphom, p = 0,001) und 4,1 (gesund, p = 0,007); LH niedriger als bei Gesunden (3,6 gegenüber 4,7 IE/l; p = 0,01). Die Spermatogenese sei schon vor der Orchiektomie beeinträchtigt; weder Tumordruck noch allgemeine Krebswirkung erklärten das vollständig. Im Abstract steht für die Gesamtspermienzahl die Einheit Mio./ml; sie ist vermutlich Mio. pro Ejakulat.

**Dieckmann et al. 2025: Samenqualität vor gegenüber kurz nach der Orchiektomie (Deutschland, zwei Zentren) [s58].** Titel: „Preoperative semen quality is superior to the quality shortly after orchiectomy in patients with testicular germ cell tumour - a retrospective study from two centres in Germany.“ (Basic and clinical andrology, 2025). Retrospektiv, 163 Patienten vor, 242 kurz nach der Orchiektomie. Alle wichtigen Parameter waren präoperativ besser: Ejakulatvolumen 3 gegenüber 2 ml, Gesamtspermienzahl 56,9 × 10⁶ gegenüber 13 × 10⁶, progressive Beweglichkeit 40 gegenüber 25 %, Azoospermie 4,9 gegenüber 14,9 %. Limitationen laut Autoren: Gruppenvergleich statt intraindividuellem Verlauf, selektive Einschlüsse bei Patienten mit Wunsch nach Kryokonservierung. Die Schlussfolgerung der Autoren (Kryokonservierung vor der Orchiektomie) ist deren Aussage.

**Flores et al. 2025: Onko-TESE bei radikaler Orchiektomie (USA) [s61].** Titel: „The Outcomes of Onco-Testis Sperm Extraction at the Time of Radical Orchiectomy.“ (Urology, 2025). 38 Männer mit Azoospermie und Hodentumor (Alter Median 35 Jahre), 42 % bilaterale Tumoren; Spermien wurden bei 24 % gefunden; keine Variable war signifikant mit dem Erfolg assoziiert.

**Tomomasa et al. 2002: Samenbefunde nach Orchiektomie bei Keimzelltumor (Teikyo, Japan) [s356].** Titel: „Gonadal function in patients with testicular germ cell tumors“ (Archives of andrology, 2002). 18 Patienten mit Keimzelltumor; Samenbefunde nach Orchiektomie bei 15, davon 6 nach adjuvanter Chemotherapie nachverfolgt. Abnormal waren Samenvolumen bei 5 von 15 (33,3 %), Spermienkonzentration 8 von 15 (53,3 %), Beweglichkeit 13 von 15 (86,7 %), Morphologie 7 von 13 (53,8 %) und Vitalität 9 von 12 (75,0 %). Die Konzentration besserte sich nach der Chemotherapie bei 5 von 6 (83,3 %). FSH, LH und Prolaktin stiegen nach der Orchiektomie bei allen Untersuchten (n = 7), Testosteron stieg bei 4 und sank bei 2. Die Autoren sehen sowohl vorbestehende Defekte als auch Störungen der Hypothalamus-Hypophysen-Achse. Schwäche: sehr kleine Fallzahlen.

**Topuz et al. 2021: Spermiogramm vor Orchiektomie wegen Hodentumor (Ankara) [s174].** Titel: „Examination of clinical data and semen analysis results of patients undergoing orchiectomy for testicular tumor“ (Revista da Associacao Medica Brasileira (1992), 2021). 53 Männer (33,51 ± 12,86 Jahre) mit Orchiektomie wegen Hodentumor (2016 bis 2019). Spermiogramm und Kryokonservierung vor der Operation wurden bei 29 (54,7 %) durchgeführt; mittlere Spermienkonzentration 24,21 Mio./ml; Beweglichkeitsgruppen A 0,79 %, B 39,10 %, C 9,83 %, D 22,69 %. Mittlere Tumorgröße 34,68 ± 23,32 mm; multiple Lokalisationen 11,3 %, Mikrolithiasis 13,2 %. Die Autoren schließen, dass die Spermatogenese schon vor der Behandlung durch Tumor und systemische Wirkung beeinträchtigt sei. Schwäche: keine Kontrollgruppe und keine Referenzwerte im Abstract; nur 29 von 53 Männern hatten ein Spermiogramm.

**Hamano et al. 2018: Spermien vor der Behandlung eingefroren (Hirosaki, Japan) [s210].** Titel: „Differences in semen characteristics between patients with testicular cancer and other malignancies using various cut-off values“ (International journal of urology : official journal of the Japanese Urological Association, 2018). 111 Patienten mit Tumor, die vor der Behandlung Spermien einfrieren ließen (29 mit Hodenkrebs, 82 mit anderen Tumoren). Die Spermienkonzentration war bei Hodenkrebs niedriger; der Anteil über dem WHO-Grenzwert betrug 41 % gegenüber 66 %. Seminom und Nichtseminom sowie Stadium I gegenüber II und III unterschieden sich nicht; vor der Behandlung bestimmte Samenwerte korrelierten nicht mit dem ICSI-Ergebnis, das als akzeptabel gilt.

**Pong et al. 2016: Kryokonservierung vor gonadotoxischer Behandlung (Taipeh) [s240].** Titel: „The Biochemical and Pathological Correlates of Successful Semen Cryopreservation From Patients With Testicular Cancer: A Single Tertiary Center Experience“ (Urology, 2016). 50 Männer (16 bis 36 Jahre). Erfolgreiche Kryokonservierung bei 52 %. AFP (4.113,1 gegenüber 81,2 ng/ml) und Tumorvolumen (77,7 gegenüber 25,5 ml) waren in der Misserfolgsgruppe höher; Verhältnis Seminom zu Nichtseminom 9/17 gegenüber 3/21 (p = 0,066). AFP über 1.000 ng/ml sagte schlechte Qualität mit Sensitivität 0,625 und Spezifität 1,0 voraus (Youden-Index 0,689). Multivariat: AFP (p = 0,013), Tumorvolumen (p = 0,047), AFP über 1.000 ng/ml (p = 0,010). Spermienkonzentration bei Seminom 21,5 gegenüber 11,8 Mio./ml bei Nichtseminom (p < 0,027).

**Suzuki et al. 2015: Spermatogenese im Gewebe neben dem Tumor (Dokkyo, Japan) [s253].** Titel: „Spermatogenesis in tumor-bearing testes in germ cell testicular cancer patients“ (Human reproduction (Oxford, England), 2015). 102 Patienten (104 Hoden) mit Keimzelltumor, Johnsen-Score im Abstand von 1 bis 12,5 mm vom Tumorrand. 78 Seminome (mittlerer Johnsen-Score 4,7 ± 2,4) und 26 Nichtseminome (3,9 ± 2,5), kein signifikanter Unterschied. Der Tumordurchmesser war negativ mit der Spermatogenese assoziiert (Regressionskoeffizient −0,422; p < 0,001; multivariat −0,437; p < 0,001). Reife Spermien fanden sich bei 93,0 % der Patienten mit nicht tumorbefallener Gewebebreite ab 7,5 mm und bei 41,3 % darunter (p < 0,001). Die Autoren leiten daraus ab, dass die Spermiengewinnung während der Orchiektomie (Onko-TESE) fern vom Tumor aussichtsreicher sei. Retrospektiv, keine präoperativen Samenwerte als Vergleich.

**Hagiuda et al. 2021: Keimzelltumor und Hodenhochstand in der Vorgeschichte (Ichikawa, Japan) [s165].** Titel: „Frequent azoospermia in patients with testicular germ cell cancer and a history of cryptorchidism: a report of nine cases and review of the literature“ (Systems biology in reproductive medicine, 2021). Fallserie mit Übersicht: 9 Männer mit Keimzelltumor und Hodenhochstand in der Vorgeschichte; 5 hatten eine Azoospermie, davon 3 schon vor der Orchiektomie. Die Autoren empfehlen, bei dieser Konstellation Kryokonservierung vor der Orchiektomie oder Onko-TESE zu erwägen (Aussage der Autoren). Sehr kleine Fallzahl.

**Selvi et al. 2020: testikuläres Dysgenesiesyndrom und Tumorprognose (Karabük, Türkei) [s188].** Titel: „Effects of testicular dysgenesis syndrome components on testicular germ cell tumor prognosis and oncological outcomes“ (International braz j urol : official journal of the Brazilian Society of Urology, 2020). 69 Patienten mit radikaler Orchiektomie wegen Keimzelltumor (2010 bis 2014); Komponenten des testikulären Dysgenesiesyndroms (Hodenhochstand, Hypospadie, gestörte Samenparameter) wurden aus der Vorgeschichte erfasst. 16 Männer (23,1 %) hatten das Syndrom; im fortgeschrittenen Stadium war es häufiger (36,1 % gegenüber 9,1 %; p = 0,008). Lokalrezidiv 50 % gegenüber 11,3 % (p < 0,001), Fernmetastasen 93,6 % gegenüber 3,8 % und tumorspezifische Sterblichkeit 87,5 % gegenüber 3,8 % (jeweils p < 0,001); rezidivfreie Zeit 13,70 ± 5,13 gegenüber 100,96 ± 2,83 Monaten. Methodische Vorbehalte: Die genannten Prozentwerte (93,6 % von 16 Männern) lassen sich mit ganzen Personenzahlen nicht erzeugen; die Angaben zum Dysgenesiesyndrom beruhen auf der Erinnerung der Patienten; der Effekt ist für eine Gruppe von 16 Männern außergewöhnlich groß und braucht Bestätigung; es handelt sich um Tumorprognose und nicht um Samenqualität.

#### Erholung nach Chemotherapie, Vaterschaft und Samenbankserien

**Okaneya et al. 1993: Fertilität nach Behandlung bei Hodentumor (Shinshu, japanischsprachig) [s379].** Titel: „Fertility after treatment for testicular tumor“ (Nihon Hinyokika Gakkai zasshi. The japanese journal of urology, 1993). 34 Patienten mit Stadium 1 oder 2A überlebten fünf Jahre, bei 18 Patienten mit Stadium 2B oder 3 (nur nichtseminomatös) lag die Fünfjahresüberlebensrate unter 50 %. Bei 3 Patienten normalisierte sich die Spermatogenese 22 Monate nach der Chemotherapie. Fünf Patienten mit retroperitonealer Lymphknotenausräumung und Durchtrennung der unteren Mesenterialarterie hatten gestörte Ejakulation, drei ohne Durchtrennung normale Ejakulation. Die Autoren folgern, dass die chemotherapiebedingte Spermatogenesestörung bei Stadium 1 oder 2 reversibel sei und bei lokalisierten paraaortalen Metastasen die Ausräumung ohne Durchtrennung der unteren Mesenterialarterie erfolgen solle, um die Fertilität zu erhalten (Schlussfolgerung der Autoren).

**Ishikawa et al. 2004: Hochdosischemotherapie (Kobe) [s348].** Titel: „Fertility after high-dose chemotherapy for testicular cancer“ (Urology, 2004). 27 Patienten mit Hochdosischemotherapie (Carboplatin 1.250 mg/m², Etoposid 1.500 mg/m², Ifosfamid 7,5 g/m²), 10 mit Nachsorgedaten (Alter bei Behandlung 32,2 ± 8,4 Jahre). Bei 5 von 10 erholte sich die Spermatogenese; Spermienkonzentration 42,4 ± 10,4 Mio./ml, Beweglichkeit 67,2 ± 17,0 %. FSH war bei nicht azoospermen Männern signifikant niedriger (11,7 ± 3,4 gegenüber 32,8 ± 14,4 mIU/ml; p = 0,0472); Alter 28,2 ± 8,7 gegenüber 36,2 ± 6,5 Jahre. Sehr kleine Zahl.

**Suzuki et al. 2013: Erholung nach BEP-Chemotherapie (Yokohama) [s281].** Titel: „Regeneration of spermatogenesis after testicular cancer chemotherapy“ (Urologia internationalis, 2013). 49 Patienten (45 mit BEP, 4 mit Hochdosischemotherapie), wiederholte Samenanalysen. Von 45 BEP-Patienten erholten 44 die Spermatogenese. Erholungsrate innerhalb von zwei Jahren nach 1 bis 2, 3 und 4 Zyklen: 83,3 %, 80,0 % und 66,7 %; nach 5 bis 6 Zyklen trat innerhalb von zwei Jahren bei keinem Patienten eine Erholung ein. Alter und Samenwerte vor der Chemotherapie sagten die Erholung nicht voraus.

**Namekawa et al. 2016: nach hoher Orchiektomie und Cisplatin-Chemotherapie (Chiba) [s239].** Titel: „Testicular function among testicular cancer survivors treated with cisplatin-based chemotherapy“ (Reproductive medicine and biology, 2016). 35 Patienten (Beobachtungszeit 13,3 ± 5,6 Jahre). Spermien traten bei 85,7 % wieder auf, normale Spermienwerte bei 54,3 %. Unabhängig mit der Normalisierung verbunden waren ein Alter unter 25 Jahren (p = 0,0057), weniger als vier Zyklen (p = 0,0042) und FSH unter 18 mIU/ml am Ende der Chemotherapie (p = 0,0220). Mediane Zeit bis zur Normospermie 40 Monate (22 bis 96).

**Ping et al. 2014: Fruchtbarkeit nach Behandlung eines einseitigen Hodentumors (Shanghai) [s269].** Titel: „Fertility outcome of patients with testicular tumor: before and after treatment“ (Asian journal of andrology, 2014). 125 Patienten mit einseitigem Hodentumor (Operation, Chemo- oder Strahlentherapie), 117 (93,6 %) erreicht. Von 81 vor der Diagnose Verheirateten hatten 21 Kinder gezeugt, 6 berichteten Azoospermie. Von 73 Männern, die nach der Behandlung Kinder wollten, zeugten 16 natürlich und 19 mit assistierter Reproduktion; es wurden 37 gesunde Kinder ohne Fehlbildungen geboren. Von den Männern ohne Kind vor der Behandlung bankten 21,9 % (21/96) Spermien, 23,8 % (5/21) setzten sie später ein. Lymphknotenausräumung, Chemo- und Strahlentherapie waren mit ausbleibender Zeugung am stärksten verbunden. Die Autoren empfehlen das Einfrieren von Samen (Aussage der Autoren). Schwächen: Befragung, retrospektiv.

**Yamashita et al. 2021: multizentrische Querschnittsbefragung von Hodenkrebsüberlebenden (acht japanische Zentren) [s177].** Titel: „Fertility and reproductive technology use in testicular cancer survivors in Japan: A multi-institutional, cross-sectional study“ (International journal of urology : official journal of the Japanese Urological Association, 2021). 2018 bis 2019: 567 Hodenkrebsüberlebende (Median 43 Jahre); 398 erhielten Chemotherapie (106 mit drei, 147 mit vier Zyklen Cisplatin). Von 153 Männern mit Kryokonservierungsversuch gelang sie bei 133 (87 %). Von 28 Männern, die eingefrorene Spermien nutzten, wurden 17 (61 %) Väter. 72 Männer wurden ohne eingefrorene Spermien Väter, davon 59 (82 %) natürlich. Ohne Chemotherapie wurden 33 von 169 (20 %) Väter ohne Kryosperma, mit Chemotherapie 39 von 398 (10 %; p < 0,05); die Vaterschaftsrate betrug 12 % nach drei und 5 % nach vier Zyklen (p < 0,05). Von 121 Männern mit Kinderwunsch erhielten nur 14 (12 %) eine Beratung zur Fruchtbarkeitsbehandlung. Stärke: größte Stichprobe im Sprachraum. Schwächen: Querschnitt, Selbstauskunft, Rücklaufverzerrung.

**Japanische Samenbank-Erfahrungen [s352, s335].** Titel: „Semen cryopreservation for patients with malignant or non-malignant disease: our experience for 10 years“ (Nihon Hinyokika Gakkai zasshi. The japanese journal of urology, 2003). [s352] (Yokohama, 10 Jahre): 154 Patienten (42 Keimzelltumor, 110 andere Tumoren, 2 nichtmaligne). Nur 7 von 35 (20 %) einseitigen Hodentumorpatienten ohne Chemotherapie erfüllten die WHO-Kriterien für Konzentration und Beweglichkeit, aber keiner war azoosperm. Bei Nicht-Keimzelltumoren ohne Chemotherapie erfüllten 20 von 38 (52 %) die Kriterien, mit Chemotherapie nur 9 von 72 (13 %); 29 von 72 (40 %) mit Chemotherapie waren azoosperm. Kryokonserviert wurden 74 von 77 (96 %) Proben ohne und 34 von 75 (45 %) mit Chemotherapie. Titel: „Semen cryopreservation for patients with malignant or non-malignant disease: our 14-year experience“ (Hinyokika kiyo. Acta urologica Japonica, 2007). [s335] (14 Jahre, japanischsprachig): 163 Patienten (72 Keimzelltumor, 76 hämatologisch, 15 andere); 48 (29,4 %) lagerten noch Spermien; nur 6 (3,7 %) hatten sie genutzt; 115 Proben wurden verworfen, meist wegen Erholung der Spermatogenese; nach der Behandlung hatten 20,9 % der Männer mit Hodenkrebs und 57,9 % mit hämatologischer Erkrankung keine Erholung. Die Autoren empfehlen das Einfrieren vor der Behandlung (Aussage der Autoren).

#### Hodenerhaltende Operation, Einzelhoden, Hodentrauma

**Xiao et al. 2019: hodenerhaltende Operation gegen radikale Orchiektomie (Shanghai) [s202].** Titel: „Radical and testis-sparing surgery for primary testicular tumors: A single-center experience“ (Molecular and clinical oncology, 2019). Retrospektive Kohorte mit 158 Patienten, davon 23 mit hodenerhaltender Operation (jünger: 31,9 gegenüber 47,7 Jahre; kleinere Tumoren: 26,0 gegenüber 51,5 mm). Gesamt- und rezidivfreies Überleben ohne Unterschied; die kumulative Vaterschaftsrate war nach Kaplan-Meier in der Erhaltungsgruppe höher als nach radikaler Orchiektomie. Die Gruppen waren nicht vergleichbar (Alter und Tumorgröße), eine Verzerrung durch Auswahl ist wahrscheinlich; die Autoren fordern weitere Untersuchungen.

**Kleine Serien zur Hodenerhaltung [s271, s250, s114].** Titel: „Testis-sparing surgery for benign testicular tumor“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2014). [s271] (Nanjing, chinesischsprachig): 8 Männer mit gutartigem Hodentumor; im Mittel 4 Jahre Nachbeobachtung ohne Rezidiv, ohne signifikante Änderung von Testosteron, IIEF-Wert und Samenparametern gegenüber dem Ausgangswert. Titel: „Experiences and outcomes of organ-sparing surgery for testicular tumour with benign tendency“ (Canadian Urological Association journal = Journal de l'Association des urologues du Canada, 2015). [s250] (Nanjing): 11 Patienten, hormonelle und Samenwerte vor und nach der Operation ohne signifikanten Unterschied. Titel: „Testis-sparing microsurgery for benign testis tumor: A report of 16 cases“ (Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology, 2024). [s114] (Qingdao, chinesischsprachig): 16 Männer (Median 23 Jahre), Tumoren im Median 1,85 cm; Testosteron und Samenparameter waren vor der Operation normal und blieben nach 14 bis 40 Monaten im Normbereich; zwei natürliche Konzeptionen nach 16 und 18 Monaten. Alle drei sind kleine, retrospektive Serien ohne Vergleichsgruppe.

**Fälle und kleine Berichte [s334, s351, s248].** Titel: „Testicular sperm extraction in patients with persistent azoospermia after chemotherapy for testicular germ cell tumor“ (International journal of urology : official journal of the Japanese Urological Association, 2007). [s334] (Showa, Japan): zwei Männer mit persistierender Azoospermie nach Chemotherapie; die Hodenspermiengewinnung fand beim 32-Jährigen (6 Zyklen BEP und eine Hochdosistherapie) eine Keimzellaplasie mit fokalen Inseln vollständiger Spermatogenese (zwei ICSI-Zyklen ohne Schwangerschaft), beim 33-Jährigen (4 Zyklen) ein Sertoli-Zell-Only-Syndrom (Schwangerschaft nach einem ICSI-Zyklus). Titel: „A case of organ sparing surgery for metachronous bilateral testicular tumor with maintaining testicular function“ (Nihon Hinyokika Gakkai zasshi. The japanese journal of urology, 2004). [s351] (Akita, japanischsprachig): Teilentfernung bei metachronem beidseitigem Tumor; nach drei BEP-Zyklen Azoospermie, Erholung in den Normbereich innerhalb von 18 Monaten, gesundes Kind zwei Jahre später. Titel: „THREE CASE REPORTS OF METACHRONOUS BILATERAL TESTICULAR TUMOR: INVESTIGATION OF SEXUAL FUNCTION AND FERTILITY“ (Nihon Hinyokika Gakkai zasshi. The japanese journal of urology, 2015). [s248] (japanischsprachig): drei Männer mit metachronem beidseitigem Keimzelltumor; einer mit beidseitiger Orchiektomie mit niedrigem Testosteron, hohem LH und FSH und ohne Erektion und Ejakulation; bei den anderen Erektion und Ejakulation erhalten.

**Ebiloglu et al. 2024: Hodentrauma, Hormone und Spermiogramm nach einem Jahr (Ankara) [s91].** Titel: „A new grading system for testicular trauma and one-year follow-up results on male testicular function: Gülhane Grading System“ (Ulusal travma ve acil cerrahi dergisi = Turkish journal of trauma & emergency surgery : TJTES, 2024). 41 Patienten (Alter 25,56 ± 6, 16 bis 39 Jahre) mit Hodentrauma, nach dem Gülhane-Schema eingeteilt: Grad 1 konservativ, Grad 2 operative Naht, Grad 3 Orchiektomie. Beidseitig war das Trauma bei 10 (25 %), rechts bei 14 (34 %), links bei 17 (41 %). Nach einem Jahr hatten Patienten mit einseitigem Grad-1-Trauma normale Hormone und Spermiogramme; bei einseitigem Grad 2 oder 3 waren FSH und LH leicht erhöht, Testosteron und Samenwerte normal; bei Grad 3 mit Grad 1 deutlich erhöhte FSH/LH und niedrigere Morphologie; bei Grad 3 mit Grad 2 niedrigere Spermienzahlen; bei Grad 3 beidseits alle übrigen Hormon- und Samenwerte null (so im Abstract). Fazit: Nach einseitigem Trauma gute Erholung unabhängig vom Grad, bei Beidseitigkeit häufiger Testosteronmangel und schlechte Samenwerte. Stärke: Hormone, Ultraschall und Spermiogramm in einer Serie. Schwächen: sehr kleine Untergruppen, keine Zahlen je Untergruppe im Abstract, Eigenentwicklung eines Bewertungsschemas.

#### Einordnung

Bei Hodentumor ist die Samenqualität schon vor der Orchiektomie vermindert [s366, s58, s356, s174], die Chemotherapie verschlechtert sie meist zeitweise, die Erholung ist nach wenigen Zyklen häufig, nach vielen Zyklen selten [s281, s239, s348]. Ein einzelner Hoden verringert die Chance auf Spermiengewinnung nicht, sofern die Hodengröße ausreicht [s98, s104]. Die Gewissheit ist niedrig bis mäßig; ausführlich gehört das Thema in das Kapitel zu Krebs und Fruchtbarkeit.

### Hydrozele, Nebenhodenzysten, Zirkumzision und Prostataoperation

**Saber-Khalaf et al. 2026: Hydrozelenoperation bei infertilen Männern, Pilotstudie (Sohag, Ägypten) [s40].** Titel: „Hydrocelectomy versus conservative follow-up for symptomatic hydroceles in infertile men: A pilot study“ (Clinical and experimental reproductive medicine, 2026). Pilotstudie an Männern mit Kinderwunsch seit einem Jahr, symptomatischer Hydrozele über 100 ml und abnormen Samenwerten: 31 wurden operiert, 30 entschieden sich für Beobachtung. Nach 6 Monaten gab es keine signifikanten Unterschiede der Samenanalyse; Schwangerschaften nach einem Jahr 7 (22,58 %) gegenüber 5 (16,67 %), nicht signifikant; mild verminderte Hodengröße nach Operation (p < 0,001); Zufriedenheit über 80 %, Komplikationsrate 15 %, zwei Folgeeingriffe. Primäre Unfruchtbarkeit 65 %. Schwächen: nicht randomisiert („entschieden sich“), Pilot, kleine Zahlen.

**Elgergawy et al. 2019: Hydrozele und ICSI-Ergebnisse (Tanta, Ägypten) [s196].** Titel: „Outcomes of Intracytoplasmic Sperm Injection in Infertile Men with Nontense Vaginal Hydrocele: A Prospective Cohort Study“ (Journal of human reproductive sciences, 2019). 60 Männer mit Oligoasthenospermie, mit oder ohne nicht gespannte Hydrozele: Zahl und Beweglichkeit der Spermien waren bei Hydrozele schlechter (p < 0,001), das Hodenvolumen vermindert (p < 0,001); Befruchtungsrate, Embryozahl und -qualität und Schwangerschaftsrate nach ICSI unterschieden sich nicht. Die Autoren folgern, eine Operation der Hydrozele vor ICSI sei nicht angezeigt (Schlussfolgerung der Autoren).

**Gamidow et al. 2026: Bovhyaluronidase-Azoximer bei obstruktiver Azoospermie (Moskau) [s12].** Titel: „Pilot study of bovhyaluronidase azoximer in patients with acquired proximal seminal tract obstruction (Originaltitel russisch; hier die englische PubMed-Fassung; deutsch: siehe Titel)“ (Urologiia (Moscow, Russia : 1999), 2026). 80 Männer mit obstruktiver Azoospermie durch erworbenen proximalen Verschluss (Nebenhoden, proximaler Samenleiter), 40 gegen 40 mit Bovhyaluronidase-Azoximer rektal oder intramuskulär, einmalige Kontrolle nach 95 bis 105 Tagen; Spermien erschienen bei 10 von 80 (12,5 %), im Median 0,85 Mio./ml, 1,65 Mio. gesamt, 0,1815 Mio. beweglich gesamt; 6 von 40 (15,0 %) gegenüber 4 von 40 (10,0 %) (p = 0,737). Pilotstudie; die Spermienmenge reiche nicht für eine natürliche Empfängnis.

**Firinci et al. 2025: Zirkumzision beim Kaninchen (Erzurum, Türkei) [s60].** Titel: „Neurodegenerative consequences of electrocautery-assisted circumcision on spermatogenesis: A stereological preliminary experimental study in rabbits“ (Medicine, 2025). Kaninchen (18 Tiere): Kontrolle, chirurgische Zirkumzision, monopolare Elektrokoagulationszirkumzision. Die Dichte degenerierter Neurone im Onuf-Kern und in Ganglien sowie die Spermienzahlen: Gruppe I 4 ± 1, 9 ± 3 und 96.891 ± 11.893; Gruppe II 11 ± 4, 154 ± 45 und 93.156 ± 8.365; Gruppe III 121 ± 34, 2.121 ± 318 und 76.783 ± 4.956. Die Autoren nennen p-Werte (I gegen II p < 0,005; II gegen III p < 0,0005; I gegen III p < 0,00001), ohne zu sagen, auf welchen Parameter sie sich beziehen. Sie vermuten, dass die Nervenschädigung die Hodeninnervation stören und die Spermienproduktion mindern könnte. Schwächen: unterschiedliche Tierzahlen (5, 5, 8), nur 3 Wochen Beobachtung, Kaninchen.

**Transurethrale Prostataresektion [s140, s16].** Titel: „The Effect of Transurethral Resection of the Prostate on Erectile and Ejaculatory Functions in Patients with Benign Prostatic Hyperplasia“ (Urologia internationalis, 2022). Al Demour et al. 2022 [s140] (Jordanien; 91 Patienten, 41 mit normaler, 50 mit gestörter Erektion): Der IIEF-5 blieb in der ersten Gruppe unverändert (22,88 ± 0,81 gegenüber 22,63 ± 2,63; p = 0,065) und besserte sich in der zweiten, der Verlust der Ejakulationsfunktion war aber signifikant. Titel: „Factors predicting the success of ejaculation preserving transurethral resection of the prostate: a prospective cohort study“ (Prostate international, 2026). Higazy et al. 2026 [s16] (Kairo; 108 Patienten mit ejakulationserhaltender TURP): Die antegrade Ejakulation blieb bei 63 (58,3 %) erhalten; 81,1 % bei Prostata unter 80 g gegenüber 36,4 % bei 80 g und mehr; größeres Prostatavolumen (OR 0,97; 95-%-KI 0,95 bis 0,99; p = 0,018), stärkere intravesikale Prostataprotrusion (OR 0,75; 0,56 bis 0,99; p = 0,023) und ein Mittellappen (OR 0,73; 0,54 bis 0,99; p = 0,048) waren jeweils mit geringerer Wahrscheinlichkeit der Erhaltung verbunden. Beide messen die Ejakulationsfunktion mit Fragebogen und nicht die Samenqualität; die Abgrenzung zur Fragestellung besteht darin, dass Samen die Harnröhre nur bei antegrader Ejakulation erreicht.

### Varikozelenoperation: Einzelstudien

Die Einzelstudien stammen überwiegend aus Russland, den arabisch geprägten Ländern und der Türkei; die meisten sind unkontrollierte Serien, bei denen unklar bleibt, wie viel der Samenverbesserung auf die Operation und wie viel auf Zufallsschwankung zurückgeht.

**Russland.** Titel: „Efficiency of microsurgical subinguinal varicocelectomy in patients with increased level of sperm DNA fragmentation (Originaltitel russisch; hier die englische PubMed-Fassung; deutsch: Wirksamkeit der mikrochirurgischen subinguinalen Varikozelektomie bei Patienten mit erhöhter Spermien-DNA-Fragmentierung)“ (Urologiia (Moscow, Russia : 1999), 2024). Ryzhkov 2024 [s105]: 33 Männer (DNA-Fragmentierung über 15 %): Median 32 % (Quartile 21 bis 42) vor und 14,4 % (7,5 bis 17,4) drei Monate nach mikrochirurgischer Operation (p < 0,001), mittlere Reduktion 19,1 % (9,5 bis 25,7); bei 21 Männern (63,6 %) Normwert (der Abstract nennt für die übrigen „11 (35,4 %)“, 11 von 33 sind 33,3 %); Korrelation mit dem Ausgangswert r = 0,626. Titel: „Recurrent varicocele: causes and treatment (Originaltitel russisch; hier die englische PubMed-Fassung; deutsch: Rezidivvarikozele: Ursachen und Behandlung)“ (Urologiia (Moscow, Russia : 1999), 2024). Kotow et al. 2024 [s102]: 74 Rezidivpatienten; Rezidiv im Ultraschall nach wiederholter Mikrochirurgie 13 % (3 Patienten) gegenüber 38,5 % (5) nach endovaskulärem Verfahren; Schwangerschaften bei Unfruchtbarkeit 57,1 % (n = 4) nach nichtmikrochirurgischem Ersteingriff und 27,3 % (n = 3) nach mikrochirurgischem; keine Atrophie, keine Hydrozele.

**Arabisch geprägter Raum.** Titel: „Varicocelectomy versus antioxidants in infertile men with isolated teratozoospermia: A randomized controlled trial“ (Clinical and experimental reproductive medicine, 2026). Saber-Khalaf 2026 [s41] (randomisiert, 81 Männer mit isolierter Teratozoospermie): Operation gegenüber Antioxidanzien: größerer Anstieg normaler Formen (p = 0,007) und stärkere Senkung der DNA-Fragmentierung (p = 0,013); natürliche Schwangerschaften 9 (22,5 %) gegenüber 5 (12,5 %; der Abstract nennt Gruppengrößen 40 und 41, 5 von 41 sind 12,2 %); Rundkopf- und Punktkopf-Formen sagten ein schlechteres Ergebnis voraus (p = 0,003). Die einzige randomisierte Studie dieses Abschnitts vergleicht mit Antioxidanzien statt mit unbehandelten Männern. Titel: „Outcomes following varicocele treatment: a comparative study of microsurgical and angioembolization approaches“ (Asian journal of andrology, 2026). Al Homsi 2026 [s05] (Abu Dhabi, 264 Männer, 214 mikrochirurgisch, 50 Embolisation): Konzentration, Beweglichkeit und Gesamtzahl beweglicher Spermien stiegen nach der Operation, nach Embolisation nicht; Komplikationen nur nach Operation (8,9 %); Zweiteingriffe 14,0 % gegenüber 6,6 %. Titel: „Efficacy of varicocelectomy on semen parameters and conception rates“ (Urology annals, 2023). Lamy 2023 [s129] (Saudi-Arabien, 86 Akten): verbesserte Beweglichkeit nach 180 Minuten, kein Effekt auf die übrigen Parameter. Titel: „Microscopic subinguinal varicocelectomy in 100 consecutive cases: Spermatic cord vascular anatomy, recurrence and hydrocele outcome analysis“ (Arab journal of urology, 2018). Al-Kandari 2018 [s207] (Kuwait, 100 Fälle): anatomische Beschreibung des Samenstrangs unter dem Mikroskop (im Mittel 14 Samenvenen, 1,3 Arterien, etwa 3 Lymphgefäße; Gubernakulumvenen links bei 75 %, rechts bei 85 %); Rezidiv 2 %, Hydrozele „0,07 %“ (so im Abstract).

**Türkei.** Titel: „Effect of varicocelectomy on detailed sperm morphology parameters: An observational retrospective clinical cohort study“ (Medicine, 2022). Yaris und Kilinc 2022 [s155] (79 Patienten): Volumen (p = 0,006), Konzentration (p = 0,003), Gesamtzahl (p = 0,001), progressive Beweglichkeit und normale Form (jeweils p < 0,001) stiegen; bei der detaillierten Formanalyse änderte sich nur die Anomalie „verlängerter Kopf“ (p = 0,037), nicht aber Anomalien von Kopf, Flagellum oder Hals. Titel: „Varikoselektominin sperm kalitesi ve doğurganlığa etkisi: 240 hastanın retrospektif incelemesi (Wirkung der Varikozelektomie auf Spermienqualität und Fruchtbarkeit: retrospektive Untersuchung von 240 Patienten)“ (Kocaeli Tıp Dergisi, 2014). Kocaaslan et al. 2014 [s270] (240 Akten, 148 ausgewertet; TR Dizin): bei 125 Patienten besserte sich mindestens ein Samenparameter, 80 Paare erzielten eine spontane Schwangerschaft. Titel: „İnfertil Erkeklerde Varikoselektominin Semen Analizi ve Gebelik Üzerine Etkiler (Wirkungen der Varikozelektomie auf Spermiogramm und Schwangerschaft bei infertilen Männern)“ (Acta Medica Alanya, 2018). Demirelli et al. 2018 [s209] (180 Männer): spontane Schwangerschaft 99 (55 %); Konzentration besserte sich bei 22,7 %, Beweglichkeit bei 59,4 %, Form bei 51,1 % (p < 0,05).

### Hodenanatomie, Hodenvolumen und genetische Prädiktoren

Eine Gruppe von Arbeiten aus China und Korea untersucht anatomische und genetische Merkmale als Vorhersage der Samenqualität oder der Spermiengewinnung. Sie betreffen nicht den Eingriff selbst, sondern die Frage, welche Befunde vor einem Eingriff etwas über die Spermatogenese aussagen.

**Zhou et al. 2016: Anogenitalabstand und Samenparameter bei Studenten (Chongqing) [s242].** Titel: „Anogenital distance is associated with serum reproductive hormones, but not with semen quality in young men“ (Human reproduction (Oxford, England), 2016). 656 Studenten; zwei Maße des Anogenitalabstands (AGDAP und AGDAS) waren nicht mit Samenparametern assoziiert. In der Regression war der Abstand AGDAP negativ mit Östradiol (95-%-KI −0,198 bis −0,043; p = 0,002) und positiv mit dem Testosteron/Östradiol-Quotienten (0,004 bis 0,011; p = 0,001) assoziiert, nach Adjustierung für den BMI. Die Autoren raten, den Abstand zur Vorhersage der Samenqualität erwachsener Männer vorsichtig zu verwenden. Schwächen: nur eine Samenprobe, Querschnitt.

**Huang et al. 2018: rechtes Hodenvolumen als Prädiktor (Shanghai, Renji) [s211].** Titel: „Right testicular volume is a dominant predictor of testicular function determined by sperm parameters and total testosterone“ (Andrologia, 2018). 301 Männer (274 mit Oligoasthenozoospermie oder niedrigem Testosteron, 27 Kontrollen). Das rechte Hodenvolumen war der beste unabhängige Faktor für Spermienkonzentration (β = 0,292; p < 0,001), Beweglichkeit (β = 0,227; p < 0,001) und Gesamttestosteron (β = 0,245; p < 0,001). Ein rechtes Volumen unter 15 ml war einziger Prädiktor einer niedrigen Hodenfunktion (OR 2,79; 95-%-KI 1,18 bis 6,66; p = 0,020); beim Schwellenwert 15,47 ml betrugen Sensitivität 66,7 % und Spezifität 62,4 %. Die Autoren schließen, dass das rechte Hodenvolumen aussagekräftiger sei als das linke; die diskriminatorische Güte ist nur mäßig.

**Xiao et al. 2024: Hodenvolumen und Mikro-TESE bei nichtobstruktiver Azoospermie (Fujian) [s112].** Titel: „Testicular volume is a noninvasive predictor of sperm retrieval failure in idiopathic nonobstructive azoospermia“ (Asian journal of andrology, 2024). 193 Männer mit nichtobstruktiver Azoospermie und Mikro-TESE. Das Hodenvolumen war ein unabhängiger Faktor für das Scheitern der Spermiengewinnung bei idiopathischer Form (OR 0,79; p < 0,05; Schwellenwert 6,5 ml, AUC 0,694); Männer mit gleichmäßiger Tubulusverteilung hatten ein anderes Volumen und andere Gewinnungsraten als solche mit uneinheitlicher Verteilung. Bei Männern mit bekannter Ursache war die Gewinnungsrate höher.

**Lin et al. 2025: Anatomie von Hoden und Skrotum bei nichtobstruktiver Azoospermie (Peking) [s65].** Titel: „Anatomical considerations, testicular, and scrotal anatomy of nonobstructive azoospermia patients“ (Asian journal of andrology, 2025). Übersichtsarbeit zur Anatomie von Hoden und Skrotum mit chirurgischen Überlegungen zur Mikro-TESE; stellt fest, dass nur begrenzte anatomische Daten zu dieser Gruppe vorliegen; keine Zahlen im Abstract.

**Park et al. 2013: AZF-Deletionen und Spermiengewinnung (Cheil, Korea) [s279].** Titel: „Success rate of microsurgical multiple testicular sperm extraction and sperm presence in the ejaculate in korean men with y chromosome microdeletions“ (Korean journal of urology, 2013). 1.919 Männer mit Azoospermie oder schwerer Oligozoospermie, 168 mit AZF-Deletion (13 AZFa, 10 AZFb, 95 AZFc, 37 AZFbc, 13 AZFabc). Bei isolierter AZFc-Deletion hatten 51 von 95 Spermien im Ejakulat; bei den anderen Deletionen nur zwei Männer. Chirurgische Gewinnungsrate 7,1 % (1/14) bei AZFbc und 54,8 % (17/31) bei isolierter AZFc; bei AZFa und AZFb wurden keine Spermien gewonnen. Autoren: AZFa- und AZFb-Deletionen bedeuten schwere Spermatogenesestörung, über die Hälfte der Männer mit AZFc haben Spermien. Genetischer Befund, keine Operationswirkung.

### Gesamteinordnung der Beobachtungsstudien

**Was die Literatur trägt.** Am besten belegt sind drei Befunde: (1) Nach Vasektomie wird die Azoospermie bei den meisten nach etwa drei Monaten und 20 Ejakulationen erreicht, bei einem Teil dauert es deutlich länger [s340, s347, s147]. (2) Nach Refertilisierung sind Spermien im Ejakulat bei etwa 85 bis 90 % nachweisbar, die Schwangerschaftsrate liegt in Metaanalysen bei 73 % (gewichtet) und in großen Serien bei 30 bis 76 %, abhängig von Verschlussdauer, Alter der Partnerin und intraoperativem Befund [s247, s383, s332]; die Spermienparameter bleiben oft unter den WHO-Normwerten, ohne dass eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist [s225]. (3) Beidseitiger Hodenhochstand geht mit deutlich schlechterer Samenqualität einher als einseitiger [s55, s359, s357].

**Dünn oder widersprüchlich** sind: Hypospadie (wenige kleine Samenstudien; die Hauptdaten zur Fruchtbarkeit stammen aus einem schwedischen Register [s189]); Leistenbruch (die Studien mit Samendaten sind klein, die Nachbeobachtung kurz; der seltene Samenleiterverschluss ist nur als Fallserie belegt; für Kinder fehlen Daten zur Samenqualität); Hodentorsion (kleine Serien, Vaterschaft kaum untersucht); die Wirkung von Glukokortikoiden nach Vasovasostomie (eine randomisierte Studie mit Schaden bei hoher Dosis gegen eine Fallserie mit Nutzen bei niedriger [s79, s111]); der Einfluss des Verschlussintervalls auf die Durchgängigkeit [s346, s312, s247]; der Einfluss des Operationsalters auf die Spermiengewinnung nach Hodenhochstand [s73, s99, s128].

**Nicht gefunden.** Keine kontrollierte Studie, die Männer mit und ohne Operation bei gleicher Fehlbildung vergleicht; keine randomisierte Studie zum Operationsalter beim Hodenhochstand mit Spermienzahl oder Vaterschaft als Endpunkt (die Cochrane-Übersicht zur kindlichen Hernie enthält überhaupt keinen Fruchtbarkeitsendpunkt [s31]); keine Cochrane-Übersicht zu Hypospadie, Hodenhochstand oder Vasektomie-Umkehr in den durchgeführten Abfragen (ob keine existiert, wurde nicht abschließend geprüft); keine portugiesischsprachigen Studien; keine Studie zu Hydrozele und Skrotalchirurgie mit Samenparametern aus dem chinesisch-, japanisch- oder koreanischsprachigen Raum. Zur Hypospadie lässt sich die Samenanalyse nach Operation nicht von der Fehlbildung selbst trennen.

**Grenzen.** Die Auswahl der Quellen ist breit, aber nicht vollständig im Sinne einer systematischen Übersicht: Die Suchen waren auf Europe PMC, PubMed und einzelne nationale Datenbanken beschränkt; für die meisten Arbeiten wurden Abstracts statt Volltexte gelesen; nicht alle Treffer (insbesondere zur Varikozele und zu TESE bei Azoospermie unterschiedlicher Ursache) wurden aufgenommen. Datenbanken in chinesischer, koreanischer, arabischer und russischer Sprache waren nur zum Teil erreichbar; die Literatur dieser Sprachräume ist deshalb mit Sicherheit unvollständig erfasst. Die Gewissheitsangaben („niedrig“, „mäßig“) sind Einordnungen nach Studiendesign und Fallzahl, keine formale GRADE-Bewertung. Das Kapitel ist eine Literaturauswertung und enthält keine Behandlungsempfehlung.

## Studienlage: Klinische Studien, Leitlinien und Tierversuche

Dieses Kapitel fasst zusammen, was die ausgewertete Literatur über den Zusammenhang zwischen vier Gruppen von Eingriffen und der Spermienqualität aussagt: Hypospadiekorrektur, Leistenbruchoperation, Vasektomie und ihre Umkehr (Refertilisierung) sowie Operationen am Hoden (Orchidopexie bei Hodenhochstand, Operation bei Hodentorsion, Hodenentfernung bei Tumor). Die Operation der Varikozele und einige kleinere Eingriffe (Hydrozele, Zirkumzision, transurethrale Prostataresektion) werden knapp als Querverweis behandelt. Das Quellenverzeichnis der Gesamtstudie umfasst 393 Quellen aus zehn Sprach- und Herkunftsräumen (Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch, Arabisch, Türkisch); für Portugiesisch und Koreanisch war keine Originalliteratur abrufbar, die ägyptische, saudische und weitere arabisch geprägte Arbeiten sind überwiegend englischsprachig; die Kennungen [s01] bis [s393] verweisen darauf. Gelesen wurden Zusammenfassungen (Abstracts), die über die Europe-PMC-Schnittstelle und die NCBI-E-utilities abgerufen wurden, und in einzelnen Fällen die Webfassungen von Leitlinien. Volltexte der Studien wurden nicht ausgewertet; Angaben, die nur dort stünden, fehlen deshalb. Wo ein Abstract offensichtlich fehlerhafte Zahlen enthält, ist das vermerkt und die Zahl wird nicht verwendet. Eine Therapieempfehlung wird nicht gegeben; wo Empfehlungen genannt werden, sind es die Aussagen der jeweiligen Leitlinie oder der Studienautoren.

Zur Lesart vorab: Fast alle Studien sind Beobachtungsstudien. Die Anatomie, die zur Operation führt (Hodenhochstand, Hypospadie, Leistenbruch), kann selbst mit einer Störung der Spermienbildung verbunden sein. Eine schlechtere Samenqualität nach einer Operation ist deshalb nicht ohne Weiteres eine Folge des Eingriffs. Bei der Vasektomie liegt der Fall umgekehrt: Der Eingriff soll die Spermien aus dem Ejakulat entfernen, und die Frage nach der „Qualität“ betrifft hier den Verlauf der Spermienklärung, die Hodenfolgen eines dauerhaften Verschlusses und die Samenparameter nach einer Wiederherstellung.

### Leitlinien und Konsensdokumente

Die Leitlinien werden hier inhaltlich wiedergegeben, nicht bewertet. Wo nur der Abstract zugänglich war, steht das ausdrücklich dabei; dann lässt sich über einzelne Empfehlungen und deren Stärke nichts sagen.

**AUA-Leitlinie Vasektomie 2026, Teile I und II [s44, s43].** Das Panel unter dem Vorsitz von Schlegel begann die Arbeit 2023; die methodische Unterstützung leistete ein unabhängiges Team von ECRI, die Literatursuche reichte vom 1. Januar 1990 bis zum 30. Januar 2024. Aus der Webfassung (Abruf am 5. Oktober 2026) stammen die folgenden Aussagen. Zur Kontrolle des Erfolgs: Mindestens eine ordnungsgemäß gewonnene Samenprobe nach der Vasektomie (moderate Empfehlung, Evidenzgrad C); eine nicht zentrifugierte Probe könne im Labor, in der Praxis oder per Post untersucht werden (bedingte Empfehlung, C). Die Verhütung könne beendet werden bei vollständiger Azoospermie oder bei höchstens 100.000 seltenen unbeweglichen Spermien pro ml in einer einzelnen, nicht zentrifugierten und innerhalb von zwei Stunden untersuchten Probe (bedingte Empfehlung, Evidenzgrad B); bei Untersuchung nach mehr als zwei Stunden sei Azoospermie erforderlich (Expertenmeinung). Die Probe könne frühestens acht Wochen nach der Vasektomie abgegeben werden (bedingte Empfehlung, C). Bei beweglichen Spermien nach sechs Monaten solle eine Wiederholung der Vasektomie besprochen werden, bei mehr als 100.000 unbeweglichen Spermien pro ml nach sechs Monaten eine gemeinsame Entscheidungsfindung (Expertenmeinung). Zur Okklusionstechnik: Kombination aus Mukosakauterisation und Faszieninterposition (starke Empfehlung, Evidenzgrad B), nicht ausschließlich Ligatur und Exzision eines kurzen Samenleitersegments (starke Empfehlung, Evidenzgrad A). Zur Fruchtbarkeitswiederherstellung: Aufklärung, dass sowohl die chirurgische Rekonstruktion als auch die chirurgische Spermiengewinnung mit ICSI Optionen sind (Expertenmeinung); Verschlussdauer, Alter des Patienten und Alter der Partnerin als beste präoperative Prädiktoren (moderate Empfehlung, C); mikroskopische Untersuchung der Samenleiterflüssigkeit, weil Spermien an der Rekonstruktionsstelle der beste intraoperative Prädiktor der Durchgängigkeit seien (starke Empfehlung, B); mikrochirurgische Vasovasostomie mit modifizierter Ein- oder Zweischichtanastomose nach Operateurspräferenz (moderate Empfehlung, C). Die Webseite nennt außerdem für ein Studienergebnis eine Freigaberate von 64 % (71 von 111) bei dem Kriterium Azoospermie und von 98 % (109 von 111) bei dem Kriterium unter 100.000 unbeweglichen Spermien pro ml; die dort zitierte Primärstudie wurde hier nicht identifiziert. Die PubMed-Abstracts der beiden Teile enthalten dagegen nur Methodik und Zielsetzung.

**Europäische Leitlinie zur Vasektomie 2012 (Dohle et al., spanische Fassung) [s287].** Titel: „Guía clínica de la Asociación Europea de Urología sobre la vasectomía“ (Klinische Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie zur Vasektomie). Evidenzgrundlage waren Medline, Embase und Cochrane von 1980 bis 2010 mit 113 Einzelquellen; Veröffentlichungen in anderen Sprachen als Englisch wurden ausgeschlossen. Absolute Gegenanzeigen gebe es nicht; als relative Gegenanzeigen könnten fehlende Kinder, ein Alter unter 30 Jahren, schwere Erkrankung, keine aktuelle Partnerschaft und Hodenschmerz gelten. Mukosakoagulation und Faszieninterposition verringerten das Frühversagen gegenüber einfacher Ligatur; für späte Rekanalisation und spontane Schwangerschaften gebe es keine belastbaren Daten für ein überlegenes Verfahren. Die Freigabe könne bei dokumentierter Azoospermie oder bei seltenen unbeweglichen Spermien frühestens drei Monate nach dem Eingriff erfolgen. Der Abstract nennt keine Wirksamkeitszahlen.

**Britische Laborleitlinien zum Spermiogramm nach Vasektomie 2016 [s232] und 2002 [s354] (Hancock et al.).** Die Fassung von 2016 empfiehlt die Untersuchung frühestens zwölf Wochen nach dem Eingriff und nach mindestens 20 Ejakulationen, die Beurteilung innerhalb von vier Stunden nach der Gewinnung (bei unbeweglichen Spermien weitere Proben innerhalb einer Stunde), eine einzelne Probe als ausreichend bei Azoospermie unter vollständiger Beachtung der Methodik und einen Wert für die „besondere Freigabe“ unter 100.000 unbeweglichen Spermien pro ml, ausschließlich ohne bewegliche Spermien und nach zwei Proben. Die Fassung von 2002 sah die erste Beurteilung nach 16 Wochen und nach mindestens 24 Ejakulationen vor und die Freigabe nach zwei aufeinanderfolgenden spermienfreien Ejakulaten. Beide sind Experten- und Konsensusdokumente; die Abstracts enthalten keine Studiendaten. Der Schwellenwert von höchstens 100.000 unbeweglichen Spermien pro ml entspricht dem der AUA-Leitlinie.

**AUA-Leitlinie Evaluation and Treatment of Cryptorchidism [s262].** Veröffentlicht 2014, die Gültigkeit wurde 2025 bestätigt (Webfassung). Panel Kolon et al.; Evidenzbasis war ein AHRQ-Vergleichsbericht von 2012 mit Ergänzungssuchen bis März 2013 (704 Studien); eine Aktualisierungsrecherche 2018 mit 93 Referenzen ergab keine neuen Aussagen. Zentrale Aussagen: Überweisung von Säuglingen ohne spontane Hodendeszension bis zum sechsten Lebensmonat (korrigiert für das Gestationsalter; Standard, Evidenzgrad B); keine Hormontherapie zur Induktion des Deszensus wegen niedriger Ansprechrate und fehlendem Nachweis einer Langzeitwirkung (Standard, B); Operation innerhalb des folgenden Jahres, wenn bis zum sechsten Monat kein Deszensus eingetreten ist (Standard, B); Aufklärung von Jungen mit Hodenhochstand oder Monorchie und von deren Eltern über Infertilitäts- und Krebsrisiko (klinisches Prinzip). In der Diskussion verweist die Leitlinie auf eine Studie, in der beidseitig kryptorche Männer eine deutlich verlängerte Zeit bis zur Schwangerschaft hatten (33,9 Monate gegenüber 11,1 Monaten bei einseitig Betroffenen und Kontrollen), und auf einen Befund, wonach die Vaterschaft bei Monorchie der bei einseitigem Hodenhochstand und bei Kontrollen entspricht. Sie hält fest, dass eine erfolgreiche Verlagerung Spätfolgen verringern, aber nicht verhindern kann.

**EAU-Leitlinie Sexuelle und reproduktive Gesundheit, Kapitel Männliche Infertilität (Webfassung) [s393].** Das Kapitel enthält Aussagen zu mehreren Eingriffen. Zum Hodenhochstand im Erwachsenenalter: Die Behandlung angeborener und erworbener Formen führe zu ähnlichen Hormonprofilen, Samenanalysen und Hodenvolumina; Hodenvolumen und Hormonfunktion seien aber nach angeborenem beidseitigem Hodenhochstand gegenüber einseitigem vermindert. Eine Behandlung zwischen dem sechsten und achtzehnten Lebensmonat werde empfohlen, um spermatogoniale Stammzellen zu erhalten; Studien zu GnRH und hCG zeigten schlechte Erfolgsraten. In der Evidenzzusammenfassung steht, die Vaterschaft nach korrigiertem einseitigem Hodenhochstand sei nahezu gleich wie bei Männern ohne Hodenhochstand (Evidenzstufe 1b), der beidseitige Hodenhochstand verringere die Wahrscheinlichkeit der Vaterschaft deutlich (1b). Vaskuläre Schäden seien die schwerste Komplikation der Orchidopexie und könnten in 1 bis 2 % der Fälle eine Atrophie verursachen, bei nicht tastbaren Hoden mit langem Gefäßstiel in 12 %, bei gestufter Orchidopexie bis zu 40 %. Für Operationen im Erwachsenenalter nennt die Leitlinie unter anderem eine starke Empfehlung, Männern mit einseitigem Hodenhochstand und normaler Hormonfunktion oder Spermatogenese eine Orchiektomie anzubieten, und eine schwache Empfehlung der Orchidopexie bei biochemischem Hypogonadismus oder Spermatogenesestörung. Zur Varikozele: Metaanalysen zeigten eine Verbesserung der Samenparameter bei abnormen Samenwerten; in Studien mit abnormen Samenparametern waren Schwangerschaftsrate (OR 1,29; 95-%-KI 1,00 bis 1,65; p = 0,04) und Gesamtspermienzahl (Mittelwertdifferenz 12,34 Mio./ml; 95-%-KI 3,49 bis 21,18; p = 0,006) unter Behandlung gegenüber Beobachtung verbessert, nicht jedoch progressive Beweglichkeit und Normalform; die Leitlinie empfiehlt die Behandlung bei klinischer Varikozele, abnormen Samenparametern und sonst ungeklärter Infertilität bei guter Eizellreserve der Partnerin (starke Empfehlung) und rät bei normalem Spermiogramm und subklinischer Varikozele davon ab (starke Empfehlung). Zur Vasektomie-Umkehr: stichprobengewichtete mittlere Durchgängigkeits- und Schwangerschaftsraten von 90 bis 97 % und 52 bis 73 %, eine durchschnittliche Zeit bis zur Durchgängigkeit von 1,7 bis 4,3 Monaten und ein Spätversagen in 0 bis 12 %; das Fehlen von Spermien in der intraoperativen Samenleiterflüssigkeit, besonders bei dickflüssiger „zahnpastaartiger“ Flüssigkeit, spreche für einen sekundären Nebenhodenverschluss. Zur Leistenbruchoperation hält die Leitlinie fest, dass große beidseitige Samenleiterdefekte durch unwillkürliche Resektion der Samenleiter bei einer Hernienoperation in früher Kindheit oder bei vorheriger Orchidopexie meist nicht korrigierbar seien; Spermien könnten dann durch TESE, MESA, PESA oder proximale Samenleiteraspiration zur Kryokonservierung gewonnen werden. Für diese letzte Aussage gibt die Leitlinie keine eigenen Zahlen an.

**AUA/ASRM-Leitlinie Männliche Infertilität (Webfassung; Aktualisierung 2024 [s90]).** Die Aktualisierungsrecherche fand 4.093 neue Abstracts, von denen 125 geeignet waren; 22 Studien gingen in die endgültige Evidenzbasis ein. Neu sind überarbeitete Schwellen für Y-Chromosom-Mikrodeletionstests, Indikationen für Becken-MRT und Hinweise zur Verwendung testikulärer Spermien bei nicht azoospermen Männern. Aus der Webfassung: Die chirurgische Varikozelenoperation sei bei Männern mit Kinderwunsch, tastbarer Varikozele, Infertilität und abnormen Samenparametern (ausgenommen azoosperme Männer) in Betracht zu ziehen (moderate Empfehlung, Evidenzgrad B); bei nur bildgebend nachgewiesener, nicht tastbarer Varikozele werde sie nicht empfohlen (starke Empfehlung, C); bei klinischer Varikozele und nichtobstruktiver Azoospermie solle vor der chirurgischen Spermiengewinnung über das Fehlen eindeutiger Evidenz informiert werden (Expertenmeinung). Zur Spermiengewinnung: mikrochirurgische TESE bei nichtobstruktiver Azoospermie (moderate Empfehlung, C); ICSI mit frischen oder kryokonservierten Spermien möglich (bedingte Empfehlung, C); bei obstruktiver Azoospermie Gewinnung aus Hoden oder Nebenhoden möglich (bedingte Empfehlung, C).

**EAU-Leitlinie Männliche Infertilität 2021 und 2025 [s170, s69] (Minhas et al.).** Die Fassung von 2025 betont die umfassende urologische Untersuchung aller Männer mit Fruchtbarkeitsproblemen, die parallele Untersuchung der Partnerin und die Aufklärung über Gesundheitsrisiken; neu sind Abschnitte zu Exom-Sequenzierung und Probiotika. Die Fassung von 2021 hält fest, die Rolle der Hormonstimulation sei umstritten und außerhalb von Studien nicht empfohlen; für die verbreitete Anwendung empirischer Behandlungen und operativer Maßnahmen (zum Beispiel Antioxidantien und chirurgische Spermiengewinnung bei Männern ohne Azoospermie) fehle ausreichende Evidenz; die TESE (konventionell oder mikrochirurgisch) bleibe die Methode der Wahl bei nichtobstruktiver Azoospermie. In den Abstracts stehen keine Zahlen.

**Leitlinie des Global Andrology Forum zur Varikozele 2026 [s10].** 31 Aussagen und Empfehlungen, von 24 Fachleuten im modifizierten Delphi-Verfahren mit GRADE bewertet. Die klinische Varikozele mit abnormen Spermienparametern sei die vorrangige einstimmige Indikation zur Korrektur; für eine medikamentöse Therapie gebe es keine ausreichende Evidenz. Es handelt sich um einen Expertenkonsens; der Abstract nennt keine Effektzahlen.

**Vergleich der WHO-Leitlinie 2025 mit AUA/ASRM, EAU, ESHRE und NICE [s04] (Achermann et al. 2026).** Die WHO-Leitlinie wähle einen Public-Health-Ansatz mit Betonung von Prävention, standardisierter Diagnostik und zentraler Rolle der Samenanalyse und gebe eine spezifische Empfehlung zur Varikozele. AUA/ASRM und EAU seien spezialistenorientiert; ESHRE und NICE seien paarzentriert mit begrenztem Fokus auf männerspezifische Wege. Die Evidenz für häufig genutzte Maßnahmen (Antioxidantien, Hormontherapien, erweiterte Diagnostik) wird als lückenhaft bezeichnet. Die ESHRE-Texte selbst wurden nicht abgerufen; ihr Inhalt ist hier nur über diesen Vergleichsartikel bekannt.

**Französische Empfehlungen von AFU und SALF 2021 [s166] (Huyghe et al.).** Titel: „Recommandations de l'AFU et de la SALF concernant l'évaluation de l'homme infertile“ (Empfehlungen der französischen Urologengesellschaft und der französischsprachigen Andrologiegesellschaft zur Abklärung des infertilen Mannes). PubMed-Recherche bis 1. Januar 2020, HAS-Evidenzgrade 2013. Empfohlen werden unter anderem eine systematische Anamnese, zwei Spermiogramme nach WHO, wenn das erste mindestens eine Auffälligkeit zeigt, eine Skrotalsonografie, Testosteron und FSH, ein Karyotyp bei Spermienkonzentration von höchstens 10 × 10⁶/ml, Yq-Mikrodeletionen bei höchstens 1 × 10⁶/ml und eine CFTR-Analyse bei Verdacht auf Fehlen des Samenleiters. Zu Operationen enthält der Abstract nichts; die Leitlinie betrifft die Abklärung.

**Italienische Leitlinie SIAMS und SIEDP 2026, Teil 2 [s09].** Die Leitlinie wertet englischsprachige Literatur zu Kryptorchismus, Mikropenis, Hypospadie, Hodentumoren, Epididymitis, Orchitis, Varianten der Geschlechtsentwicklung und Hodentorsion aus (GRADE) und formuliert Empfehlungen zu Diagnose, Management und Behandlung. Der Abstract enthält weder einzelne Empfehlungen noch Zahlen; der Volltext wurde nicht eingesehen. Es ist die einzige gefundene italienische Fachgesellschaftsleitlinie zu Hypospadie, Hodenhochstand und Torsion.

**Koreanische klinische Empfehlung zur männlichen Infertilität 2026 [s30] (Moon et al.).** Die Empfehlung der Koreanischen Gesellschaft für Sexualmedizin und Andrologie betont eine paarzentrierte Versorgung unter Berücksichtigung des weiblichen Zeitfensters, die Behandlung beeinflussbarer Risikofaktoren, die Beschränkung empirischer Arzneitherapie auf zeitlich begrenzte, phänotypgesteuerte Versuche und krankheitsspezifische Wege für Varikozele, Endokrinopathien sowie obstruktive und nichtobstruktive Azoospermie, mit individueller Wahl zwischen mikrochirurgischer Rekonstruktion und chirurgischer Spermiengewinnung. ICSI solle selektiv eingesetzt werden; die Nachsorge solle sich an Lebendgeburt und Behandlungsbelastung statt an Zwischenwerten der Samenparameter orientieren. Evidenzgrade oder Zahlen zu einzelnen Operationen nennt die Zusammenfassung nicht.

**Deutschsprachige Leitlinienbezüge [s48, s302, s110, s246].** Die AWMF-Leitlinien zu Hypospadie (S2k, erstmals 2016, aktualisiert 2021) und zum Hodenhochstand waren als Volltext nicht abrufbar (das AWMF-Register lieferte nur eine JavaScript-Hülle). Ihr Inhalt ist deshalb nur über Sekundärarbeiten greifbar. Sondermann et al. werten die deutschen Krankenhausqualitätsberichte 2006 bis 2024 aus: Die überarbeitete S2k-Leitlinie beeinflusse die Operationspraxis stärker als die Gesetzesänderung (BGB §1631e) [s48]. Zum Hodenhochstand berichten Hensel et al. und von Cube et al. über die Befolgung der Leitlinie (siehe Abschnitt Hodenhochstand) [s246, s110]; Mathers et al. geben den Leitlinienbezug aus Sicht der interdisziplinären Leitlinie wieder [s302]. Eine chinesische Evidenzzusammenfassung aus 21 Dokumenten (acht Leitlinien, vier Expertenkonsense, vier klinische Entscheidungen, drei systematische Übersichten, zwei Metaanalysen) mit 33 Evidenzaussagen zur Fertilitätserhaltung bei Hodentumor [s62] nennt im Abstract die Themenbereiche, aber keine Ergebnisse.

**Was die Leitlinien gemeinsam haben.** Die Leitlinien stützen sich überwiegend auf Beobachtungsstudien; die genannten Evidenzgrade liegen meist bei B oder C, viele Aussagen sind Expertenmeinung. Einig sind sich AUA, EAU und die britischen Laborleitlinien im Kern: Spermiogramm als Erfolgskontrolle der Vasektomie mit Schwelle bei höchstens 100.000 unbeweglichen Spermien pro ml, Prädiktoren der Vasovasostomie (Verschlussdauer, Alter der Partnerin, Spermien in der Samenleiterflüssigkeit) und ein Zeitfenster von sechs bis achtzehn Monaten für die Orchidopexie. Unterschiedlich sind die Details: Wartezeit bis zur ersten Samenprobe (AUA acht Wochen, britische Leitlinie von 2016 zwölf Wochen, EAU 2012 drei Monate), Anzahl der Proben und die Bewertung hormoneller Behandlung des Hodenhochstands (AUA lehnt sie ab; ein Standpunktartikel hält dagegen [s97]).

### Hypospadie

Die Hypospadie ist eine angeborene Fehlmündung der Harnröhre an der Unterseite des Penis. Die Literatur zur Samenqualität im Erwachsenenalter ist dünn: Es gibt eine Handvoll Querschnittsstudien mit Samenanalyse, eine große schwedische Registerkohorte zu Vaterschaft und Fruchtbarkeit und systematische Übersichten, die überwiegend die Sexualfunktion auswerten. Ob die Operation selbst die Spermienbildung verändert, prüft keine der gefundenen Studien direkt; verglichen werden Schweregrade, Begleitfehlbildungen und Operationszeitpunkte, nicht operierte mit nicht operierten Männern mit gleicher Fehlbildung. Aus dem chinesischen, japanischen und koreanischen Sprachraum fand sich keine direkte Samenanalyse nach Hypospadiekorrektur; aus dem russischen, arabischen und türkischen Raum nur eine einzige, sehr knapp berichtete.

**Übersichten.** Siregar et al. 2026 werteten in einer systematischen Übersicht nach PRISMA (PubMed, Embase, Scopus; Newcastle-Ottawa-Skala) von 288 Artikeln 14 aus, mit zusammen 6.737 Teilnehmenden für Fruchtbarkeitsergebnisse und 933 für Sexualfunktion; die Qualität wird als durchschnittlich bewertet [s46]. Bei distaler Hypospadie fielen Sexualfunktion und Fruchtbarkeit günstiger aus als bei proximalen Formen, bei denen Ejakulationsstörungen, geringere Samenqualität und Infertilität häufiger seien. Der Abstract nennt keine gepoolten Effektschätzer, die Endpunkte sind uneinheitlich, die Autoren fordern eine multizentrische Bestätigung. Effendi et al. 2025 (Metaanalyse, 13 Studien) fanden eine gepoolte Häufigkeit erektiler Dysfunktion von 12 % (95-%-KI 7 bis 19 %) und sexueller Unzufriedenheit von 16 % (12 bis 22 %) bei erheblicher Heterogenität; Spermienparameter sind dort kein Endpunkt [s59]. Geada et al. 2024 berichten in einer narrativen Übersicht, Operierte gäben eine verminderte Penislänge an, Zufriedenheit, Libido und Samenqualität seien aber mit Kontrollen vergleichbar; die Übersicht hat keine systematische Suche und im Abstract keine Zahlen [s95]. Spinoit et al. 2021 geben in einer Übersicht an, bei 25 % aller Hypospadiepatienten bestehe eine Penisverkrümmung; Samenparameter werden nicht beziffert [s173]. Kunz 2026 beschreibt in einer deutschsprachigen Übersicht („Hypospadie als chronisches Problem?“) späte Folgeprobleme (Harnröhrenstrikturen, Fisteln, Nachträufeln, Divertikel, Restverkrümmung, Narben, wiederkehrende Harnwegsinfekte, Lichen sclerosus) und die Schwierigkeit, dass Erwachsene oft weder Schweregrad noch Operationstechnik kennen [s22].

**Asklund et al. 2010 (Dänemark) [s308].** Querschnitt mit Kontrollgruppe aus der dänischen Allgemeinbevölkerung plus Registerauswertung. 92 Männer mit isolierter Hypospadie (IH) und 20 mit Hypospadie und zusätzlichen Genitalstörungen (HAGD); zusätzlich Fruchtbarkeitsdaten von 1.083 im Register als wegen Hypospadie operiert geführten Männern. Die Samenqualität der IH-Männer unterschied sich nicht von den Kontrollen, bei HAGD war sie vermindert. Mediane für IH beziehungsweise HAGD: Spermienkonzentration 52 beziehungsweise 32 Mio./ml (p = 0,02), Gesamtspermienzahl 173 beziehungsweise 101 Mio. (p = 0,03), Anteil beweglicher Spermien 70 beziehungsweise 58 % (p = 0,007), Anteil morphologisch normaler Spermien 9 beziehungsweise 4 % (p = 0,004). FSH und LH waren bei IH leicht, bei HAGD deutlicher erhöht. Von den 1.083 Registermännern waren 24,0 % als Vater mindestens eines Kindes verzeichnet, in der altersgleichen Allgemeinbevölkerung 29,4 % (p < 0,01). Schwächen: Querschnitt, kleine HAGD-Gruppe, Teilnahmeverzerrung; die niedrigere Vaterschaftsquote kann auch psychosoziale oder sexuelle Ursachen haben, wie die Autoren selbst schreiben.

**Asklund et al. 2007 (Dänemark) [s328].** Reproduktive Gesundheit der Väter von Jungen mit Hypospadie: 64 Väter gegenüber 349 Partnern Schwangerer als Kontrollen. Mediane Spermienkonzentration 54,1 gegenüber 81,2 Mio./ml (p = 0,004), Gesamtspermienzahl 222,0 gegenüber 326,0 Mio. (p = 0,009); urogenitale Störungen berichteten 11 von 64 gegenüber 16 von 349 (p < 0,001); die Wartezeit bis zur Schwangerschaft unterschied sich nicht signifikant, aber 15 % der Väter hatten eine Fruchtbarkeitsbehandlung erhalten. Die Autoren vermuten gemeinsame Anfälligkeitsgene. Die Samenqualität hängt hier mit der Fehlbildung der Söhne zusammen, nicht mit einem Eingriff.

**Kumar et al. 2016 (Indien) [s237].** Prospektive Querschnittsstudie mit 73 erwachsenen Patienten (mittleres Alter 23,73 Jahre; 14 proximal, 59 distal; 43 erst im Erwachsenenalter operiert) und 70 gesunden Kontrollen. Penislänge schlaff beziehungsweise erigiert 7,92 ± 1,33 beziehungsweise 9,62 ± 1,31 cm gegenüber 10,78 ± 0,94 beziehungsweise 13,15 ± 1,15 cm (p < 0,001); Zufriedenheit und Libido vergleichbar. Samenvolumen, Konzentration, Beweglichkeit und normale Morphologie waren bei distaler Hypospadie mit den Kontrollen vergleichbar (p > 0,05), bei proximaler schlechter; FSH und LH höher, Testosteron niedriger (p < 0,001), Hodengröße ohne Unterschied. Zwischen im Kindes- und im Erwachsenenalter Operierten bestand kein signifikanter Unterschied im Fruchtbarkeitspotenzial. Schwächen: nur 14 proximale Fälle, Einzelzentrum, besondere Population (späte Operation); die konkreten Spermienwerte stehen nicht im Abstract.

**Tack et al. 2022 (Gent, Wien) [s152].** Querschnittskohorte: 193 Männer von 16 bis 21 Jahren mit nicht syndromaler Hypospadie (NSH) gegenüber 50 gesunden Kontrollen, mit Untersuchung, Samenanalyse, Hormonmessung und Exom-Genpanel (474 Gene). Alle erlebten eine spontane Pubertät, bei höheren LH- und INSL3-Spiegeln als Kontrollen. Oligo- oder Azoospermie bei 32 von 172 NSH-Männern (18,6 %; 99-%-KI 12,2 bis 27,4 %), bei 5 von 16 mit komplexer NSH (31,3 %; 11,1 bis 62,4 %) und bei 13 von 22 der klein für das Gestationsalter Geborenen (59,1 %; 33,2 bis 80,7 %). Keine (wahrscheinlich) krankheitsverursachenden kodierenden Varianten. Größte Kohorte mit Samenanalyse; Schwächen: Alter 16 bis 21 Jahre, nur 172 von 193 mit auswertbarer Probe, breite Konfidenzintervalle, Kontrollwerte im Abstract nicht beziffert. Belegt ist eine Assoziation mit der Fehlbildung, nicht mit der Operation.

**Skarin Nordenvall et al. 2020 (Schweden) [s189].** Bevölkerungsbezogene Kohorte von 1,2 Millionen in Schweden 1964 bis 1998 geborenen Männern mit Cox-Modellen und geschwisterstratifizierter Analyse. Männer mit Hypospadie hatten eine geringere Wahrscheinlichkeit, leibliche Kinder zu haben (adjustierte HR 0,87; 95-%-KI 0,83 bis 0,92); distale Form HR 0,90 (0,85 bis 0,96), proximale Form HR 0,59 (0,42 bis 0,81). Sie wurden häufiger über assistierte Reproduktion Väter, unabhängig von einem begleitenden Hodenhochstand. Der anfängliche Zusammenhang mit der Diagnose männlicher Infertilität verschwand in Sensitivitätsanalysen ohne Hodenhochstand. Stärken: sehr große Fallzahl, Geschwistervergleich. Schwächen: Geburtenraten sind ein grobes Fruchtbarkeitsmaß, keine Samenparameter, Operationsdetails nicht ausgewertet.

**Hormon- und Ultraschallbefunde bei Kindern und Jugendlichen.** Leunbach et al. 2026 (prospektive Kohorte, 113 Säuglinge, 79 % distal): In der Minipubertät waren FSH 0,83 SDS, Testosteron 0,71 SDS und freies Testosteron 0,83 SDS höher (p < 0,001), Inhibin B −0,38 SDS, AMH −0,23 SDS, INSL3 −0,31 SDS, Androstendion −0,52 SDS und DHEA-S −0,50 SDS niedriger; Geburtsgewichts- und Plazentaperzentilen waren bei proximaler Form niedriger. Die Hormonwerte unterschieden sich nicht nach Schweregrad; die Autoren deuten dies als diskrete Hodenfunktionsstörung [s23]. Das Säuglingsalter liefert nur ein Surrogat; ob später schlechtere Spermien folgen, ist nicht untersucht. Kroon et al. 2026 (244 Männer mit Hypospadie, 200 davon im Tanner-Stadium 5, und 51 Kontrollen): Inhomogenität des Hodenparenchyms war bei Hypospadie häufiger (insgesamt p = 0,004; schwer und komplex p < 0,001) und nahm mit der Pubertät zu; sie war mit verminderter Spermienkonzentration, der Zahl der Penisoperationen, kürzerer erwachsener Penislänge und kleinem Geburtsgewicht verbunden. Der positive prädiktive Wert für Oligozoospermie betrug 29,6 %, der negative für Azoospermie 84,8 %; Mikrokalk unterschied sich nicht (p = 0,599) [s21]. Der Zusammenhang mit der Zahl der Operationen ist eine Assoziation; der Abstract trennt nicht zwischen Ursache und Schweregrad. Shen et al. 2026 (China, 323 Kinder): 68 (21,05 %) hatten Begleitfehlbildungen, am häufigsten Hodenhochstand; nach Propensity-Matching waren FSH und Prolaktin bei urogenitalen Begleitfehlbildungen erhöht [s45]. Raigorodskaja et al. 2013 (39 Patienten, russisch) beschreiben einen veränderten Pubertätsverlauf und eine Störung der Sertoli-Zell-Funktion; Zahlen nennt die Zusammenfassung nicht [s285]. Iwatsuki et al. 2011 (Nagoya, 82 präpubertär operierte Jungen mit Kryptorchismus, Hypospadie, beidem oder Hydrozele): Das FSH war bei Hypospadie plus Kryptorchismus in höheren Altersklassen höher als in den übrigen Gruppen (p < 0,05), LH und Testosteron nicht; die Autoren sehen eine Vereinbarkeit mit der Hypothese eines Hodendysgenesie-Syndroms [s301]. Nakamura et al. 2018 (Sapporo, 121 Kinder mit Hypospadie, Hodensonografie): Mikrolithiasis bei 17 (14,0 %); einziger signifikanter Risikofaktor war der Hodenhochstand (43,8 % gegenüber 9,5 %, p = 0,002) [s213]. Abbas und Ali 2021 (Katar, 61 Jungen mit Hypospadie, 51 mit Kryptorchismus, 102 Kontrollen) und Abdelhalim und El-Sakka 2020 (Ägypten, 52 Jungen mit Hypospadie, 30 Kontrollen) fanden einen kürzeren Anogenitalabstand bei Hypospadie (4,64 gegenüber 5,33 cm, p = 0,011 in der ägyptischen Studie) und deuten ihn als Marker einer gestörten fetalen Hormonwirkung [s162, s181]. Samenbefunde gibt es dort nicht, da es sich um Kleinkinder handelt.

**Langzeit- und Versorgungsstudien ohne Samenanalyse.** Bocchino et al. 2024 (Florenz): 799 Operierte 1993 bis 2004, 239 Teilnehmende nach 17 bis 28 Jahren; Komplikationsrate 27 % (65 von 239); mittlerer IIEF-5 24,10 ± 1,02, mittlerer IPSS 0,96 ± 1,97; keine Samenparameter, Auswahlverzerrung wegen der Teilnahme von 239 der 799 [s89]. Kanematsu et al. 2016 (Hyogo): Befragungskohorte, 108 von 518 Angeschriebenen erfüllten die Einschlusskriterien; Vaterschaft war in der multivariaten Analyse mit dem Ausbleiben zusätzlicher Operationen nach der Erstkorrektur verbunden (p = 0,013); keine Samenanalyse, Selbstauskunft [s235]. Kanematsu et al. 2019 (dieselbe Klinik, 90 Patienten nach zweizeitiger Korrektur): 26 (28,9 %) hatten 43 Reoperationen; von zwölf wegen einer Harnröhrenengstelle Reoperierten wurde keiner Vater (p = 0,032, Log-Rank), Ejakulationsprobleme betrafen 66,7 % gegenüber 17,4 % (p = 0,003); sehr kleine Gruppe, keine Samenparameter [s200]. Sondermann et al. 2026 zeigen für Deutschland stabile Diagnosezahlen von 3.225 bis 3.850 Fällen pro Jahr und Operationszahlen von 3.828 (2006) über 5.564 (2018) bis 5.725 (2024); zur Samenqualität enthält die Arbeit nichts [s48]. Popkov et al. 2011 (Baschkortostan) sind die einzige russischsprachige Studie mit direkten Samendaten: Bei vorderen Formen fanden sich eine geringfügig verminderte Konzentration und Beweglichkeit, bei mittleren Formen ein subfertiler Samen (mäßige Oligo-Astheno-Teratozoospermie), bei hinteren Formen und bei Hypospadie im Rahmen einer Störung der Geschlechtsentwicklung eine Spermienzahl von 0,3 ± 0,27 Mio./ml. Die Zahl der Teilnehmer, Statistik, Kontrollgruppe und Operationsverfahren nennt die Zusammenfassung nicht [s307]. Volodko et al. 2025 (22 Patienten mit proximaler Hypospadie und Geschlechtsentwicklungsstörung) berichten keine Samenwerte [s84]. Ramez et al. 2025 (Ägypten, randomisiert, 88 Kinder): Urethrokutane Fisteln traten bei 9 (20,9 %) mit Dartos-Lappen gegenüber 2 (4,9 %) mit Lappen aus der Tunica vaginalis auf (p = 0,029); ein Hodenhochstand nach zwölf Monaten bei 0 gegenüber 3 Kindern (7,3 %; p = 0,071); Samenparameter wurden nicht erhoben, ein Langzeitbefund zur Fruchtbarkeit fehlt [s74].

**Genetik und Entstehung (Querverbindungen).** Solonzow et al. 2026 (Moskau, 294 Jungen, davon 71 nach künstlicher Befruchtung): Die Hypospadiehäufigkeit betrug 4,2 % und war mit männlichem Faktor der Unfruchtbarkeit (p = 0,041) und mütterlicher Frühgeburt (p = 0,032) verbunden; explorative Serie [s47]. Kaya und Sahin 2022 (Türkei, 193 Kinder mit Hypospadie, 27 nach assistierter Fortpflanzung): kein belegbarer Einfluss der Kinderwunschbehandlung; ohne Vergleichsgruppe gesunder Kinder [s156]. Kon et al. 2016 (89 japanische Kinder): Kopienzahlvarianten der AZF-Region fanden sich bei 39 von 89 mit einer Häufigkeit wie bei Gesunden, ohne Zusammenhang mit dem Hypospadierisiko [s236]. Fang et al. 2022 (50 Männer mit angeborener Samenleiterabwesenheit): Die sieben mit zusätzlicher Hypospadie hatten ein kleineres Hodenvolumen (9,71 ± 2,14 gegenüber 14,45 ± 2,93 ml; p < 0,001) und höheres FSH (7,28 ± 3,91 gegenüber 4,24 ± 1,96 IU/l; p = 0,027) [s148]. Zwei Fallberichte beschreiben seltene genetische Verbindungen von Hypospadie mit Subfertilität: eine homozygote WWOX-Variante bei einem Jungen und seinem Vater [s11] und eine homozygote INHA-Mutation bei zwei Brüdern mit Azoospermie [s141]. Beide haben keine Gruppenaussage.

**Tierversuch.** Lee et al. 2010 (Ratte, Korea; 80 Tiere, je 20 pro Gruppe): Wöchentliche Testosteroninjektionen in den Wochen 1 bis 3, 3 bis 5 oder 1 bis 5 veränderten die Penislänge (größer bei Gabe in den Wochen 3 bis 5: 41,18 gegenüber 39,13 mm, p = 0,011; kleiner bei Gabe in den Wochen 1 bis 3: 37,24 mm, p = 0,020); das Hodengewicht war in allen Testosterongruppen niedriger (1,79; 2,16; 2,24 gegenüber 2,78 g), ebenso Nebenhodengewicht, Tubulusdurchmesser und Keimzellzahl. Das ist ein Hinweis auf möglichen Hodenschaden durch frühe Androgengabe, wie sie vor Hypospadiekorrekturen vorkommt; die Übertragbarkeit auf Menschen ist offen [s311].

**Einordnung.** Die belastbarsten Aussagen zur Samenqualität stammen aus vier Quellen [s308, s237, s152, s189]. Alle vier finden bei distaler Hypospadie wenig oder keine Auffälligkeit und bei proximaler, komplexer oder mit Begleitfehlbildungen verbundener Hypospadie eine deutlichere Beeinträchtigung; Tack et al. finden aber auch in der gesamten NSH-Gruppe in 18,6 % eine Oligo- oder Azoospermie. Ob die Operation selbst die Samenqualität verändert, wird nicht isoliert geprüft. Die Daten sprechen für den Schweregrad der Fehlbildung als gemeinsamen Faktor. Die Gewissheit ist niedrig bis mäßig.

### Leistenbruchoperation

Drei Fragen werden in der Literatur getrennt behandelt. Erstens: Verändert die Operation, vor allem die Netzoperation, beim Erwachsenen die Samenqualität (Beweglichkeit, Konzentration, Morphologie) und die Hormone? Zweitens: Kann der Eingriff, vor allem im Kindesalter, den Samenleiter verletzen und so zu einem einseitigen oder beidseitigen Verschluss führen? Drittens: Gefährdet die Operation die Durchblutung des Hodens (Hodenatrophie)? Zur ersten Frage gibt es Studien an erwachsenen Männern, zur zweiten Fallserien von Männern, die wegen Kinderlosigkeit vorstellig wurden, zur dritten Kinderstudien. Hinzu kommt eine eigene Frage der russischsprachigen Literatur: Schadet der Bruch selbst dem Hoden (Druck auf den Samenstrang, Durchblutung)? Studien, die beide Einflüsse trennen, sind selten.

**Systematische Übersichten.** Kordzadeh et al. 2017 (zehn Studien, 35.740 Patienten; Medline, Scopus, Embase, Cochrane 1966 bis Oktober 2015) fanden, die Spermienbeweglichkeit könne nach jeder Art der Reparatur beeinflusst sein, aber nur in der unmittelbaren Zeit nach der Operation (bis 48 Stunden). Eine obstruktive Azoospermie wurde bei 0,03 % der offenen Operationen und bei 2,5 % der beidseitigen laparoskopischen Operationen (TAP) mit Netz beobachtet; männliche Infertilität bei 0,8 % der offenen Netzoperationen, ohne Zusammenhang mit leichtem oder schwerem Netz. Die Autoren folgern, die Reparatur ohne Netz habe keinen Einfluss auf Fruchtbarkeit und obstruktive Azoospermie, und bei beidseitiger Netzoperation gehöre männliche Infertilität in die Aufklärung noch nicht abgeschlossener Familienplanung. Schwächen: sehr unterschiedliche Designs; der Abstract schlüsselt nicht auf, auf wie vielen Fällen die 2,5 % beruhen [s224]. Dong et al. 2018 (29 Studien, 36.552 Patienten, darunter sieben randomisierte Studien mit 616 und zehn klinische Studien mit 1.230 Patienten) berichten, Testosteron, LH und FSH seien in den laparoskopischen gegenüber den offenen Gruppen gesunken, das Hodenvolumen nur leicht ohne Signifikanz gestiegen; Hoden- und Sexualfunktion seien nach TAPP und TEP unverändert geblieben. Leichtgewichtige Netze (VyproII, Timesh) verminderten die Spermienbeweglichkeit nach einem Jahr stärker als schwere (Marlex), nach drei Jahren nicht mehr; offene Verfahren verursachten keine Infertilität. Die Analyse ist rein deskriptiv ohne gepoolte Effektmaße [s208]. Tekatli et al. 2012 überprüften präklinische und klinische Literatur: Tiermodelle zeigten erhebliche Effekte auf die Samenstrangstrukturen, ausgeprägter bei Netzreparaturen; die wenigen klinischen Studien mit begrenzten Patientenzahlen deuteten nicht auf einen klinischen Einfluss auf die Fruchtbarkeit hin; gefordert werden Studien mit beidseitig Erkrankten [s294]. Muff et al. 2026 (Cochrane-Übersicht, zwölf randomisierte Studien, 1.247 Kinder) verglichen laparoskopische mit offener Reparatur beim kindlichen Leistenbruch: Rezidive OR 0,64 (95-%-KI 0,26 bis 1,61; niedrige Sicherheit der Evidenz); weder Hodenatrophie noch Samenleiterverletzung noch Fruchtbarkeit waren Zielgrößen [s31]. Die Übersicht belegt damit vor allem, dass für die Frage nach Spermien- und Hodenfolgen der Kinderoperation randomisierte Daten fehlen.

**Erwachsene: randomisierte Studien und Kohorten.** Damous et al. 2023 (Brasilien, randomisiert, registriert): 48 Patienten mit beidseitigem Leistenbruch, 37 ausgewertet (19 Lichtenstein, 18 TAPP, jeweils Polypropylennetz); Kontrollen präoperativ sowie nach 90 und 180 Tagen. Hormone, Doppler, Hodenvolumen und Samenqualität unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht; die Spermienmorphologie war in der Lichtenstein-Gruppe nach 180 Tagen besser (p < 0,05 gegenüber präoperativ), zwei Patienten nach Lichtenstein hatten nach 180 Tagen eine Oligospermie. Schwächen: 37 Auswertbare, nur 180 Tage, Schwangerschaft nicht erfasst [s123]. Roos et al. 2017 (Niederlande, prospektiv): 57 Männer mit beidseitiger TEP-Reparatur (Polypropylen), 44 nach sechs Monaten nachbeobachtet. Hodendurchblutung, Hodenvolumen und Samenqualität unverändert; LH stieg (Median 4,3 auf 5,0 IE/l; p = 0,03), Inhibin B war postoperativ niedriger (p = 0,01); FSH und Testosteron unverändert. Die Autoren sehen keine klinische Relevanz. Der im Abstract genannte postoperative Medianwert von Inhibin B ist offenbar fehlerhaft und wird hier nicht wiedergegeben. Schwächen: 13 von 57 ohne Nachbeobachtung, keine Kontrollgruppe [s227]. Skawran et al. 2011 (Deutschland): 59 Männer mit beidseitiger TEP-Reparatur, 21 prospektiv mit leichtem Netz, 38 retrospektiv mit schwerem Netz; in der prospektiven Gruppe kein signifikanter Unterschied zwischen prä- und postoperativen Werten (Hodenvolumen, Durchblutung, Hormone, Ejakulatvolumen, Spermienzahl), alle postoperativen Werte der retrospektiven Gruppe im Normbereich; die retrospektive Hälfte hatte keine Ausgangswerte [s305]. Sucullu et al. 2010 (Türkei, 64 Männer von 20 bis 30 Jahren, je 32 pro Gruppe, Lichtenstein gegenüber Mesh-Plug): Der Widerstandsindex stieg in beiden Gruppen (p = 0,027 beziehungsweise 0,012), Hodenvolumen, Spermienkonzentration und progressiv bewegliche Spermien nach drei Monaten unverändert; die Zuteilung erfolgte per systematischer Stichprobe, nicht streng zufällig [s316]. Peeters et al. 2010 (Belgien, randomisiert, registriert): 59 Männer, Marlex-Polypropylen gegenüber VyproII oder TiMesh nach laparoskopischer Reparatur. Die Beweglichkeit sank mit leichten Netzen (−9,5 % bei VyproII, −5,5 % bei TiMesh) gegenüber +2 % bei Marlex (p = 0,013); im beidseitigen Teil −10 % beziehungsweise −17 % gegenüber +1 % (p = 0,037); Konzentration, Morphologie und Alpha-Glukosidase unverändert; nach einem Jahr keine Rezidive, drei Patienten (6 %) mit chronischen behindernden Schmerzen [s314]. Peeters et al. 2014 (Nachbeobachtung derselben Studie, 49 von 59, Median 39,1 Monate): Die Beweglichkeit blieb gegenüber dem ersten Jahr unverändert, aber der Unterschied zwischen leichten Netzen und Marlex war nicht mehr signifikant (−8,5 % und −8 % gegenüber −2,8 %; p = 0,23); chronische Schmerzen 6,1 %, Rezidiv 5,9 % [s267]. Die beiden Berichte zeigen, wie ein früher Befund nach einem Jahr bei längerer Beobachtung seine Signifikanz verlieren kann; die Fallzahl bleibt klein. Stula et al. 2012 (Kroatien, 43 Patienten): Frühe Änderungen der Flussgeschwindigkeiten im Farbdoppler in beiden Gruppen (laparoskopisch, offen), spät Rückkehr zum Ausgangswert; Antispermien-Antikörper nur in der offenen Gruppe signifikant verändert, aber im Normbereich; kein Spermiogramm berichtet [s293].

**Erwachsene aus dem russischsprachigen Raum.** Askerchanow und Aitekowa 2014 verglichen drei Verfahren bei 448 Patienten (spannungsbehaftet 116, Lichtenstein-Netz 288, laparoskopisch 44); für die Fruchtbarkeit wurden 135 Männer von 18 bis 40 Jahren vor der Operation, nach vier Monaten und nach einem Jahr untersucht. Nach spannungsbehafteter Plastik sank die Spermienkonzentration um 41,0 ± 12,3 Mio./ml, also auf die Hälfte des Ausgangswerts; nach Lichtenstein um 7,8 ± 10,9 Mio./ml (9 %) und bis zum Jahresende um weitere 15,3 ± 20,9 Mio./ml (15 % des Ausgangswerts); nach laparoskopischer Plastik gab es keine negative Veränderung. Keine Randomisierung, die Aufteilung der 135 Männer ist nicht genannt, keine Prüfstatistik im Abstract [s274]. Gwenetadse et al. 2014 (Georgien): 215 Patienten mit beidseitigen Brüchen, 66 nach Lichtenstein, 149 nach der Methode des Erstautors; eine Oligospermie mit 30 bis 35 % weniger Spermien fand sich nur in der Lichtenstein-Gruppe (p < 0,01); die Gruppen sind ungleich groß und nicht randomisiert, und die Schlussfolgerung (Prävention männlicher Unfruchtbarkeit) geht über das Gemessene hinaus, weil Kinder nur in einer Gruppe gezählt wurden [s275]. Protasov et al. 2020 (Moskau): Aktenauswertung von 512 Männern, die sich 2018 wegen ausbleibender Schwangerschaft beim Andrologen vorstellten; bei 74 war früher ein Leistenbruch operiert worden (36 rechts, 23 links, 15 beidseits); nach rechtsseitiger Operation überwogen Beweglichkeitsstörungen (17 Männer, 47,2 %), nach linksseitiger Asthenozoospermie bei 8 (34,7 %), nach beidseitiger bei 3 (20 %); die schwersten Befunde (Azoospermie) traten nach beidseitiger Operation auf. Die Autoren werten die spannungsfreie Plastik als Risikofaktor in 14,4 % der Fälle; diese 14,4 % beschreiben jedoch den Anteil operierter Männer in einer Kinderwunschsprechstunde (74 von 512), nicht die Häufigkeit von Unfruchtbarkeit nach Operation; es gibt keine Vergleichsgruppe und keine Werte vor der Operation [s187]. Magomedov et al. 2024 (Dagestan, 56 Männer, 29 Lichtenstein, 27 TAPP): Die Autoren geben eine signifikant höhere Spermienzahl und -beweglichkeit nach TAPP an (p < 0,001), obwohl die berichteten Mittelwerte der Beweglichkeit praktisch gleich sind (41,51 ± 6,62 gegenüber 41,76 ± 1,16 %); der Abstract ist an mehreren Stellen fehlerhaft oder abgeschnitten [s118]. Klimow et al. 2018 (155 Patienten mit Lichtenstein-Plastik, Polypropylen gegenüber Polyester): keine signifikanten Unterschiede zwischen den Materialien; ein Patient der Polypropylengruppe zeigte einen starken Einbruch der Samenqualität [s220]. Sobennikow et al. 2014 (24 Patienten) und 2012 (35 Männer nach einseitiger Plastik) beschreiben Methodik, aber keine Ergebnisse im Abstract [s278, s297]. Akramow et al. 2014 (Kasan): Nachuntersuchung 18 bis 20 Jahre nach einseitiger Operation im Kindesalter; von 127 Angeschriebenen antworteten 12 (9,45 %), vollständig untersucht wurden 10 und 10 Freiwillige ohne Bruchoperation; Verkalkungen im Hoden bei 4 Operierten, Hodenhypotrophie auf der operierten Seite bei 4, bei 7 Männern Samenveränderungen, bei 3 Unfruchtbarkeit. Rücklauf unter 10 %, starke Auswahlverzerrung [s273].

**Durchblutung und Oxidation durch den Bruch selbst.** Polivkan 2014 (25 Männer mit schräger Leistenhernie, Ultraschallangiographie, Histologie und Elektronenmikroskopie von Hodenbiopsien): Durchblutungsstörungen mit negativem Einfluss auf Gewebe und Feinstruktur; ein Bruch vom Typ II führe zu einer Störung der Spermatogenese; keine Zahlen, keine Kontrollgruppe benannt [s276]. Abdullosoda et al. 2022 (Tadschikistan, 34 Patienten in drei Gruppen): Marker der Lipidperoxidation und Hypoxie waren im peripheren Blut erhöht (Dienkonjugate 1,3 ± 0,02, Malondialdehyd 2,4 ± 0,09 nmol/ml in der Gruppe mit lange bestehendem Bruch); keine gesunde Vergleichsgruppe im Abstract [s159]. Safarsoda 2025 (60 Männer mit einseitigem Bruch, 30 Gesunde): Die mittlere arterielle Geschwindigkeit war auf der betroffenen Seite niedriger (11,28 cm/s) als auf der Gegenseite (14,08; p < 0,001) und bei Gesunden (15,22; p < 0,001); Spermiogramm und Testosteron waren bei langem Bruchträgertum und großen Brüchen vermindert; nach der Operation besserten sich Durchblutung und Funktion. Spermiogrammzahlen fehlen im Abstract, nur 35 Samenproben, keine Randomisierung [s86]. Zhiborev 2008 beobachtete Patienten mit angeborener Hernie und männlicher Unfruchtbarkeit über fünf Jahre, ohne Zahlen [s326].

**Fallserien zur Samenleiterverletzung.** Shin et al. 2005 (USA, acht Zentren): 14 Fälle von Azoospermie durch Verschluss des Samenleiters nach Netzreparatur; mittleres Alter 35,5 Jahre, 6,3 Jahre zwischen Hernienoperation und urologischer Abklärung; offene (10), laparoskopische (2) oder beide (2) Verfahren; neun mit beidseitigem Verschluss, fünf einseitig mit kontralateraler Hodenatrophie oder Nebenhodenverschluss. Bei der Freilegung fand sich in allen Fällen eine dichte fibroblastische Reaktion um das Netz mit eingeklemmtem oder verschlossenem Samenleiter; eine wiederherstellende Operation erfolgte bei 8 von 14 (57 %). Es ist eine Fallserie ohne Nenner, die Häufigkeit lässt sich daraus nicht berechnen [s344]. Matsuda und Horii 1992 (Kyoto): 10 von 724 subfertilen Patienten hatten einen einseitigen Samenleiterverschluss nach kindlicher Hernienoperation; unter den subfertilen Männern mit entsprechender Vorgeschichte betrug die Häufigkeit 26,7 %; der Verschluss war bei 7 von 10 durch Tasten festzustellen; nach mikrochirurgischer Vasovasostomie besserte sich die Samenqualität bei 5, zwei Partnerinnen wurden schwanger. Die Auswahl über eine Infertilitätsklinik überschätzt das Risiko in der Allgemeinbevölkerung [s381]. Matsuda et al. 1993: Bei 13 Patienten mit Verschluss nach kindlicher Hernienoperation waren 7 (54 %) im Serum für Antispermien-Antikörper der Klasse IgG und 2 (15 %) der Klasse IgA positiv [s377]. Matsuda et al. 1998 (22 Männer, mittleres Alter 30,5 Jahre, Obstruktionsdauer 27,1 Jahre): Das distale Ende des Samenleiters lag bei 57,1 % der Samenleiter am inneren Leistenring oder im kleinen Becken, bei 37 % waren mehr als 3 cm reseziert; Durchgängigkeit nach inguinaler Vasovasostomie 88,9 %; von 14 zuvor azoospermen Männern hatten 12 danach Spermien im Ejakulat; 7 von 21 verheirateten Männern (33,3 %) wurden Väter [s370]. Matsuda 2000 fasst die eigene Serie zusammen: Gesamtschwangerschaftsrate der Paare 43 % bei 18 Patienten ohne In-vitro-Fertilisation und ICSI [s363]. Zhao et al. 2023 (China, 43 Patienten, mittleres Alter 24,95 Jahre, 73 Leistenseiten): Das getrennte Samenleiterende fand sich am inneren Leistenring an 54 Seiten (74,0 %), im Leistenkanal an 16 (21,9 %), im kleinen Becken an 3 (4,1 %); die Durchgängigkeitsrate nach Vasovasostomie lag bei 85,3 % (29 von 34); der Ort der Verletzung war unabhängig vom Alter bei der Operation oder vom Abstand; die Autoren mahnen zur Vorsicht bei der hohen Ligatur des Bruchsacks [s138]. Liang et al. 2020 (China, 41 Fälle, 37 nachbeobachtet): Erfolgreiche Erholung 78,4 % (29 von 37); bei beidseitiger Vasovasostomie 82,4 % (26 von 30), bei einseitiger 42,9 % (3 von 7; p = 0,027); in der multivariaten Analyse hing die Erholung nur von der Operationsseite ab (p = 0,022); Alter, BMI, Zeit nach Hernienoperation und intraoperativer Spermiennachweis blieben ohne Zusammenhang. Eine Angabe zur Untergruppe mit mindestens 19 Jahren Abstand ist im Abstract fehlerhaft und wird nicht verwendet [s184]. Chen et al. 2014 (62 Patienten nach kindlicher beidseitiger Operation): Durchgängigkeit insgesamt 56,5 % (35/62), natürliche Schwangerschaft 25,8 % (16/62); bei 13 (21,0 %) blieb es bei der Exploration, weil das distale Samenleiterende nicht auffindbar war [s258]. Wang et al. 2018 (56 Männer): Bei 16 wurde die Operation wegen pastösen Vasalfluids ohne Spermien abgebrochen; von den 40 anastomosierten Männern Durchgängigkeit 87,5 % (35/40), natürliche Schwangerschaft 42,5 % (17/40) [s217]. Zhao et al. 2025 (37 Männer mit beidseitiger Hernienoperation im Alter von 1 bis 10 Jahren): Die Verletzung lag bei 29 von 37 (78,37 %) im Becken; Durchgängigkeit 75,86 % (22/29), natürliche Schwangerschaft 36,84 % (7/19) [s83]. Nan et al. 2023 (48 Patienten) verglichen kombinierte Spiegelung und Mikroskop gegenüber nur Mikroskop (kürzerer Krankenhausaufenthalt, längere Operationsdauer); eine als „Rezidivrate“ bezeichnete Angabe ist im Abstract widersprüchlich [s130]. Khodari et al. 2015 (Frankreich, französisch; „Azoospermie et antécédent de cure de hernie inguinale chez l'adulte“, Azoospermie und Leistenbruchoperation in der Vorgeschichte beim Erwachsenen): 69 azoosperme Männer mit Hernienoperation im Erwachsenenalter, bei 60 chirurgische Spermiengewinnung, erfolgreich in 75 % (45 von 60); die Erfolgsrate sank bei Risikofaktoren für Infertilität (61,4 %) und beidseitigem Leistenbruch (67,9 %); kein signifikanter Unterschied nach Operationstechnik oder Polypropylennetz (p > 0,05); selektierte Zuweisungspatienten [s249]. Fallberichte: ein Netz mit rasch fortschreitender Samenleiterobstruktion innerhalb von Monaten [s325], ein Mann mit Karyotyp 46,XY,t(1;21) und Schwangerschaft nach laparoskopisch assistierter Vasovasostomie mit ICSI [s190], eine natürliche Schwangerschaft nach laparoskopisch assistierter Mikrochirurgie [s193] und eine roboterassistierte intraabdominelle Vasovasostomie nach dreifacher Hernienoperation [s175]. Zwei Fallberichte beschreiben seltene Hodenverluste nach Netzoperation (vollständige Ischämie sechs Tage nach Herniorrhaphie; 360-Grad-Samenstrangtorsion distal des Netzes mit Hodennekrose); Häufigkeiten lassen sich daraus nicht ableiten [s317, s199].

**Kinder: Hodendurchblutung, Atrophie, Gewebebefunde, Technik.** Eurlings et al. 2024 (Metaanalyse, zehn Studien, sechs in der Metaanalyse): Nach offener Operation kurzzeitig (1 Tag bis 1 Woche) verminderte Hodendurchblutung, nach laparoskopischer Operation nicht; im längeren Verlauf (1 bis 6 Monate) kein erhöhter Gefäßwiderstand mehr; die Folgen für Hodenfunktion und Samenqualität im Erwachsenenalter bleiben unklar [s93]. Sonderman et al. 2018 (USA, Versicherungsdaten, 8.897 Jungen unter 12 Jahren, mediane Nachbeobachtung 3,57 Jahre): Inzidenz der Hodenatrophie 5,1 pro 10.000 Personenjahre, am höchsten bei Hodenhochstand (13,9); alle Fälle bei Kindern unter 5 Jahren; mediane Zeit bis zur Diagnose 2,4 Jahre; Diagnose aus Abrechnungsdaten, keine Samenqualität [s215]. Steigman et al. 1999 (7.314 Jungen, Histologie von Bruchsäcken): Samenleiter in 0,23 % (17), Nebenhoden in 0,30 % (22) der Bruchsäcke, beide zusammen in 0,53 %; kein Fall mit beidseitigem Samenleiter [s367]. Saad et al. 2026 (Ägypten, randomisiert, 109 Jungen): Ödem des Samenstrangs nach perkutaner Verschlussnaht 19,6 % gegenüber 1,9 % bei laparoskopischer Abtrennung (p < 0,05) [s39]. Ergun und Yagiz 2022 (101 Jungen): Aussparen des Bauchfells über dem Samenleiter ohne Komplikationen, je zwei Rezidive [s146]. Technikserien aus Ostasien mit Hodenerhalt als Endpunkt: 570 Kinder (laparoskopischer perkutaner Verschluss gegenüber offener Operation; Rezidiv 0,3 % gegenüber 0,4 %, Hodenaszension 0,3 % gegenüber 0,8 %, keine Hodenatrophie) [s149]; 146 Jungen mit kontaktfreier Ligatur am Samenleiter [s158]; 189 Männer mit laparoskopischer Freilegung des Samenleiters bei TAPP, ohne ischämische Orchitis, Hodenatrophie oder Ejakulationsstörung nach 12 bis 24 Monaten [s82]. Alle drei sind retrospektive Technikvergleiche ohne Samenanalyse. Zwei Arbeiten betreffen den doppelten Samenleiter als Zufallsbefund bei der Hernienoperation und die damit verbundene Verletzungsgefahr [s183, s167].

**Tierversuche zum Netz.** Berndsen et al. 2004 (30 Ratten, drei Gruppen): Alle Samenleiter durchgängig; in der Kompositnetzgruppe niedrigeres Testosteron in der Samenstrangvene und verringerte Querschnittsfläche des Samenleiters; signifikant mehr Entzündung und Fibrose nach Netz als nach Naht [s345]. Uzzo et al. 1999 (zwölf Hunde, Marlex gegenüber Shouldice, 6 und 12 Monate): Hodenvolumen ohne signifikanten Unterschied (17,8 ml vor, 12,6 ml nach Netz; p = 0,17); der Samenleiterquerschnitt nahm in beiden Gruppen ab; makroskopisch auffällig waren 3 von 6 Tieren mit Netz (zwei Hydrozelen, ein ischämischer Hoden) und 0 von 6 nach Shouldice; Spermienmorphologie und -beweglichkeit ohne Unterschied [s368]. Ardia et al. 2023 (16 Kaninchen): Die Reparatur mit Isolation des Samenstrangs beeinträchtige die Spermatogenese nicht; keine Zahlen und keine Statistik im Abstract [s122]. Fung et al. 2023 (zehn Ratten, Seide gegenüber Polypropylen am Samenleiter): Der Samenleiter war in der Seidengruppe kleiner (Durchmesser 0,2 gegenüber 0,6 ± 0,2; p = 0,005) [s125]. Xu et al. 2014 (40 Ratten, fünf Gruppen, 90 Tage): In den Polypropylen- und Leichtnetzgruppen haftete das Netz zu mehr als 50 % am Samenstrang; es fanden sich Stauung und Nekrose in den Tubuli, ein deutlich verminderter Anteil der Spermien der Grade a und b sowie erhöhte Werte für Antispermien-Antikörper und HIF-1α; das Netz aus expandiertem Polytetrafluorethylen wurde als verträglicher beschrieben [s272]. Kulchenko 2021 (Kaninchen, 20 Tiere, 40 Tage): In der Netzgruppe war das Hodenvolumen dreifach kleiner, die Spermatogenese schlechter (p < 0,05); Sertoli-Zell-Syndrom in 2 % der Kanälchen; die Kontrollgruppe war unoperiert, ein Scheineingriff fehlte [s180]. Kulchenko und Vinogradov 2026 (18 Kaninchen, drei Gruppen mit Scheinoperation): fibrotische Wandverdickung des Samenleiters mit verengtem Lumen (175,3 ± 16,5 µm) gegenüber den Kontrollen (p < 0,05); keine Samenanalyse [s54]. Übersichten aus Russland nennen den Dissens, ohne ihn aufzulösen: Einfluss des Bruchs und der Operation auf die Spermatogenese umstritten [s204], Hinweise auf Durchblutungsstörungen des Samenleiters mit venöser Hypertonie im Kontaktbereich zum Implantat neben einem positiven Einfluss der spannungsfreien Plastik [s205], Fibroblastenreaktion mit Verwachsungen und kleinerem Samenleiterdurchmesser [s85]. Hatipoğlu et al. 2010 (Türkei, randomisiert, 40 Männer, präperitoneales Netz gegenüber Lichtenstein): Hodenvolumen, Durchblutung, Venendurchmesser und Nebenhodengangdurchmesser vor der Operation sowie nach einem und sechs Monaten ohne signifikante Unterschiede; Samenanalyse fehlt als Zielgröße [s309].

**Einordnung.** Beim Erwachsenen finden randomisierte und prospektive Studien mit Samenanalyse überwiegend keine anhaltende Beeinträchtigung; der einzige konsistente Befund ist eine vorübergehend verminderte Beweglichkeit mit leichten Netzen nach laparoskopischer Reparatur, die nach drei Jahren nicht mehr nachweisbar war [s314, s267]. Die Übersichten kommen zu keinem Nachweis einer klinisch relevanten Infertilität, räumen aber ein, dass seltene obstruktive Azoospermien nach beidseitiger Netzreparatur möglich sind [s224, s208]. Die russischsprachigen Studien sind uneinheitlich (Abnahmen nach spannungsbehafteter und Lichtenstein-Plastik [s274, s275]; kein Unterschied zwischen Polypropylen und Polyester [s220]) und methodisch schwach; keine ist randomisiert mit Samenparametern als Zielgröße. Die bedeutsameren Fälle von Samenleiterverletzung stammen aus der Kindheit und von nicht netzbasierten offenen Verfahren, besonders der hohen Bruchsackligatur [s381, s138, s184]; sie werden nur bei Männern gefunden, die wegen Kinderlosigkeit vorstellig wurden. Kein Studientyp liefert einen belastbaren Wert für das absolute Risiko im Kindesalter. Die Gewissheit ist für den Erwachsenen niedrig bis mäßig, für das Kind sehr niedrig.

### Vasektomie

Die Vasektomie zielt auf die Azoospermie. Für die Frage nach der „Spermienqualität“ gibt es drei Teilfragen: Wie schnell und wie vollständig verschwinden die Spermien aus dem Ejakulat und wie wird das kontrolliert? Verändert der Eingriff Hoden, Spermatogenese oder Ejakulatvolumen? Und was bedeuten diese Befunde für eine spätere Wiederherstellung (nächster Abschnitt)? Die Leitlinien stehen oben; hier folgen Übersicht, Kohorten und Experimente.

**Spermienklärung und Erfolgskontrolle.** Griffin et al. 2005 (systematische Übersicht, 56 Studien, Suche bis März 2003): Die Zeit bis zur Azoospermie schwankte; der Median des Anteils azoospermer Männer lag nach drei Monaten und 20 Ejakulationen stets über 80 %. Ein kleiner Anteil zeigte anhaltend unbewegliche Spermien, einige davon wurden später azoosperm; das Wiederauftreten unbeweglicher Spermien wurde in sieben Studien beschrieben, bis zu 22 Monate nach dem Eingriff. Die Autoren sehen Evidenz für ein Protokoll mit einer Probe nach drei Monaten und 20 Ejakulationen; für die histologische Untersuchung des entnommenen Samenleiters fand sich keine Evidenz. Die im Abstract genannte Prozentangabe zum Anteil mit anhaltend unbeweglichen Spermien ist unerklärt formatiert und wird hier nicht verwendet [s340]. Beder et al. 2020 (Großbritannien, Einzelzentrum, Vorher-Nachher-Vergleich zur Leitlinie von 2016): Die Erkennung seltener unbeweglicher Spermien stieg von 18 auf 27 % (p < 0,01); vor der Einführung benötigte kein Patient eine besondere Freigabe, danach 10; die Kosten der Samenverarbeitung stiegen auf das Fünffache; die erste Probe zeigte Azoospermie oder seltene unbewegliche Spermien bei 97,5 % [s182]. Davies et al. 1990 (Oxford): Von 6.067 ambulanten Vasektomien 1980 bis 1985 erhielten 151 Männer (2,5 %) eine „special clearance“ (weniger als 10.000 Spermien/ml in zwei aufeinanderfolgenden Proben mindestens sieben Monate nach der Operation); von diesen lieferten nach mindestens drei Jahren 50 Männer eine Probe, alle bis auf einen waren azoosperm; keine Schwangerschaft durch Versagen bekannt; Nachbeobachtung nur bei 50 von 151 [s387]. Labrecque et al. 2006 (Kanada, randomisierte Studie plus Beobachtungsstudie, 826 und 389 Männer): Eine vermutete frühe Rekanalisation (sehr niedrige Konzentration in den ersten zwei Wochen mit anschließender Rückkehr großer Spermienzahlen) fand sich bei insgesamt 13 % (95-%-KI 12 bis 15 %), am häufigsten bei Ligatur und Durchtrennung ohne Faszieninterposition (25 %), am seltensten bei thermischer Kauterisation mit Faszieninterposition (0 %); die Beurteilung beruhte auf Verlaufsdiagrammen durch drei Gutachter [s338]. Labrecque et al. 1998 (Region Québec; „Efficacité et complications associées à la vasectomie dans deux cliniques de la région de Québec“, Wirksamkeit und Komplikationen der Vasektomie in zwei Kliniken): 1.223 Männer, No-Scalpel-Technik; komplikationsbedingte Konsultationen 5,0 % (Privatklinik, Tantalklammern) gegenüber 12,3 % (Familienplanungsklinik, Kauterisation mit Faszieninterposition; p < 0,001); frühe oder späte Rekanalisation 2,8 % gegenüber 1,2 % [s369].

**Spanische Serien zum Spermiogramm.** Cháfer Rudilla et al. 2007 (Albacete; „Influencia del proceso analítico en la aparición y desaparición de los espermatozoides del semen tras la vasectomia“, Einfluss des Analyseverfahrens auf Auftreten und Verschwinden der Spermien im Ejakulat): 984 Vasektomien, 1.430 Samenproben; präanalytisch waren 134 Proben (9,4 %) nicht vollständig gesammelt, 269 Männer (18,8 %) lieferten weniger als 2 ml; 432 Ejakulate (30,5 %) waren extrem zähflüssig; 153 Patienten (20,9 %) hatten wechselnd negative und positive Befunde mit seltenen unbeweglichen Spermien; zwei Proben je Patient seien nötig [s330]. Dieselbe Gruppe, „Evaluación de un protocolo para el control de la vasectomía y modificaciones a realizar“ (Bewertung eines Protokolls zur Kontrolle der Vasektomie): 67 % lieferten Proben, nur 55,5 % erreichten die Freigabekriterien; 43 technische Misserfolge, 4 frühe Rekanalisationen (0,5 %), eine späte (0,1 %), 13 Patienten (1,7 %) erneute Vasektomie [s331]. Gómez de Vicente et al. 2004 („La historia natural del aclaramiento de espermatozoides en el semen tras la vasectomía“, Der natürliche Verlauf der Spermienklärung): 239 aufeinanderfolgende Vasektomien, Kaplan-Meier-Analyse; am Ende anhaltend Spermien bei 31 Patienten (13 %); Zeit bis zur negativen Probe 58 bis 362 Tage (Median 99); die Wahrscheinlichkeit, 200 beziehungsweise 260 Tage nach der Vasektomie azoosperm zu sein, lag bei 80 beziehungsweise 90 % [s347]. Estigarribia Benítez et al. 2022 („Significación clínica de la presencia de espermatozoides en los seminogramas posvasectomía“, Klinische Bedeutung von Spermien in Spermiogrammen nach Vasektomie): 2.168 Vasektomien 2010 bis 2017; 1.297 azoosperm nach drei Monaten, 501 mit unbeweglichen Restspermien; nur 24 davon hatten mehr als 100.000 Spermien/ml, bei 9 waren bewegliche Spermien nachweisbar; alle mit unbeweglichen Spermien erreichten die Azoospermie nach im Mittel 4,5 Monaten (Spanne 4 bis 10), alle mit beweglichen Spermien brauchten einen Zweiteingriff. Die Summe 1.297 plus 501 ergibt 1.798, nicht die genannten 1.807 Eingeschlossenen; der Abstract erklärt die Differenz nicht [s147]. Hourié et al. 2017 („Évaluation des pratiques et des coûts de la vasectomie“, Bewertung von Praxis und Kosten der Vasektomie, Frankreich): 45 Patienten, im Kontrollspermiogramm 54,3 % azoosperm, die Drei-Monats-Frist wurde bei 23 % nicht eingehalten [s222]; dieselbe Kohorte liegt als Abschlussarbeit vor und zählt nicht als zusätzliche Evidenz [s234]. Sim et al. 2024 (Italien, 388 Patienten, 191 mit Spermiogramm): kein signifikanter Unterschied bei azoospermen Proben (95,4 % gegenüber 91,2 %), Proben mit seltenen unbeweglichen Spermien (2,6 % gegenüber 8,8 %) und Proben mit Spermien (2,0 gegenüber 0 %) zwischen vollständig und einseitig unvollständig durchtrenntem Samenleiter in der Histologie; kleine Zahlen, keine Aussage zur Gleichwertigkeit [s107]. Aus Japan: 234 Vasektomien einer Praxis (2010 bis 2025), Azoospermie bestätigt bei 93,2 % nach der ersten und 94,9 % nach der zweiten Kontrolle, eine Reoperation (0,4 %), 11 Männer (4,7 %) ohne Samenkontrolle [s87]; ein Fallbericht beschreibt eine vermutete Rekanalisation nach Vasektomie ohne Mukosakauterisation (einen Monat danach zwei unbewegliche Spermien im gesamten Gesichtsfeld, acht Monate später eine Schwangerschaft der Partnerin) [s34]. Yılmaz und Yıldız 2019 (Türkei, 212 Vasektomien, No-Scalpel): Bei 18 Patienten fanden sich nach sechs Monaten noch bewegliche Spermien (aus den Zahlen berechnet 8,5 %), 12 wurden erneut vasektomiert; die Studie misst sonst Erektion und Lebensqualität [s203]. Khalafalla et al. 2024 (Katar, Übersicht): Die Kontrolle erfolge meist 8 bis 16 Wochen danach; als Erfolg gelte bei frischer, nicht zentrifugierter Probe Azoospermie, seltene unbewegliche Spermien oder weniger als 100.000 unbewegliche Spermien pro ml; Heimtests seien bequem, aber nicht immer zuverlässig [s101]. Zu Technik- und Zufriedenheitsserien aus China liegen Angaben ohne Samendaten vor (modifizierte einstichige Vasektomie: Operationsdauer 9,8 Minuten, ein Wundheilungsproblem [s265]; Spülverfahren gegenüber Standard [s80]).

**Hoden, Hormone und Ejakulatvolumen beim Menschen.** Raleigh et al. 2004 (Australien, Stereologie): Hodenbiopsien von 34 Vasektomierten 1 bis 20 Jahre nach dem Eingriff (bei der Vasovasostomie entnommen) und 10 normalen Männern. Die Vasektomie ging mit weniger Keimzellen der späten Spermatogenesestufen einher: Pachytän-Spermatozyten −18 %, runde Spermatiden −40 %, elongierende Spermatiden −23 %, elongierte Spermatiden −39 %; der Spermatidenverlust hing mit der Dauer des Verschlusses zusammen; die gesamte Fibrose war 2,7-fach erhöht und stieg ebenfalls mit dem Verschlussintervall; keine Beziehung zu Spermienantikörpern. Die Männer wurden bei der Umkehr biopsiert, sind also selektiert [s350]. Xiang et al. 2013 (China): Hodenprobe bei der Leistenbruchoperation von 51 Männern ab 50 Jahren, 26 Vasektomierte (22 bis 42 Jahre nach Vasektomie) und 25 Kontrollen. Bei sieben Vasektomierten und einem Kontrollmann bestand das Gewebe fast nur aus Bindegewebe; bei den übrigen 43 keine signifikanten Unterschiede in Hoden- und Nebenhodengröße, Histologie, Tubulusdurchmesser und Volumenanteil; die Autoren schließen auf ein statisches Gleichgewicht von Spermienproduktion und -abbau; Altersdegeneration ist nicht abtrennbar, keine Samenanalyse [s283]. Naelitz et al. 2026 (USA, 319 Vasektomierte, 638 Kontrollen): Das Samenvolumen sank in beiden Gruppen leicht (−0,44 ml gegenüber −0,32 ml; beide p < 0,0001), der Unterschied zwischen den Gruppen war nicht signifikant (p = 0,19; multivariabel β = 0,04 ml, p = 0,50); die Vasektomie selbst verändere das Samenvolumen nicht [s32]. Cao et al. 2007 (Sichuan, Ultraschall bei 64 Männern mehr als zehn Jahre nach Vasektomie und 60 Kontrollen mit Nebenhodenbeschwerden): Der Nebenhodenkörper war häufiger verdickt (64,1 % gegenüber 15,0 %), die Ektasie der Nebenhodenkanälchen häufiger (54,7 % gegenüber 8,3 %); keine Samenanalyse [s329]. Shi et al. 2017 (Zunyi, 437 Männer ab 40 Jahren, 232 vasektomiert): Roh waren Gesamttestosteron, SHBG und LH nach Vasektomie höher und der freie Testosteronindex niedriger (Gesamttestosteron 16,01 ± 5,41 nmol/l ohne gegenüber 17,39 ± 6,57 nmol/l mit Vasektomie); nach Adjustierung blieb kein Unterschied [s228]. Zhao et al. 2018 (485 Vasektomierte, 1.940 Männer ohne Vasektomie): Hormone und PSA ohne Zusammenhang mit der Vasektomie [s218]. Cho et al. 2011 (Seoul, 114 Männer, Ultraschall nach zwei Monaten): kein Unterschied im Durchmesser von Nebenhodenkopf und -körper zwischen 23 Männern mit und 91 ohne Skrotalschmerz [s299]. Zhang et al. 2013: 23 Männer mit Nebenhodenstauung nach Vasektomie, 18 konservativ gebessert [s284]. Zwei Übersichten (Chengdu, Taiwan) halten fest, die Spermienqualität sinke nach Vasektomie nur sehr langsam und es gebe keinen überzeugenden Beleg für Langzeitrisiken [s178, s57].

**Kryokonservierung vor der Vasektomie.** Roth et al. 2025 (USA, Scoping-Review mit Modellrechnung): Kosten pro Lebendgeburt nach Kryokonservierung 140.247 US-Dollar (Spanne 48.232 bis 552.807) gegenüber 20.458 US-Dollar (20.458 bis 30.698) bei Wiederherstellung der Fruchtbarkeit; Schwangerschaftsrate 62 % (44 bis 66 %) gegenüber 46 % (36 bis 58 %); die Annahmen stammen aus Literaturwerten [s75]. Degraeve et al. 2022 (Online-Befragung 2021, 228 Urologen aus fünf Ländern): Französische Urologen befürworteten die Kryokonservierung vor Vasektomie häufiger (p < 0,0001); 81 % (n = 127) führten bei der Vasovasostomie keine intraoperative Spermiengewinnung durch; dies sind Meinungen und Praxisangaben, keine Patientenergebnisse [s144].

**Tierversuche zu den Hodenfolgen eines Samenleiterverschlusses.** Ribas-Maynou et al. 2022 (Mäuse): Der Olive-Tail-Moment als Maß für DNA-Doppelstrangbrüche im Samenleiter lag eine, zwei und drei Wochen nach der Operation bei 21,78 ± 2,29, 19,71 ± 1,79 und 32,59 ± 1,81 gegenüber 7,04 ± 1,03, 10,10 ± 1,29 und 8,64 ± 0,85 nach Scheinoperation (p < 0,001); ähnlich in der Cauda epididymidis, nicht im Nebenhodenkopf; die Brüche lagen überwiegend in den Toroid-Linker-Regionen; die Autoren deuten dies als aktivierten Abbaumechanismus der Spermien-DNA [s151]. Ren et al. 2011 (Ratte, Japan, beidseitige Vasektomie): Nebenhodengewicht stieg, die Spermatogenese war histologisch geschädigt (mehrkernige Riesenzellen, degenerierende Spermatiden); LH, FSH und Testosteron fielen nur an Tag 3; die computergestützten Beweglichkeitsmaße nahmen ab Tag 60 ab [s304]. Ma et al. 2016 (Ratte, China, einseitige Doppelligatur, 37 Tage): Bei 5 von 12 Hoden fand sich eine ausgeprägte Spermatogeneseschädigung (Spermatiden und Spermatozyten in 43 % der Tubulusprofile erschöpft), verbunden mit kleineren oder fehlenden Spermiengranulomen; bei den übrigen 7 normaler Befund mit im Mittel um 111 % erhöhtem Lumenvolumen und größeren Granulomen [s238]. Zhang et al. 2012 (Beagle, je fünf Tiere, 12 Monate): ungeordnetes Tubulusepithel, Atrophie und Apoptose in Hoden, Nebenhoden und Samenleiter [s295]. Qu et al. 2008 (Maus): Vasektomie allein löste keine Entzündung aus; Vasektomie plus Immunisierung verhinderte die Autoimmunorchitis und führte zu einer Entzündung des Nebenhodenkopfes; die Autoantikörper richteten sich gegen das Akrosom reifer Spermatiden und Spermien [s324]. Kubota et al. 2001 (Ratte, Samenleiterligatur, japanisch; „Studie zum Mechanismus der Spermatogenese-Störung nach Samenleiterligatur bei Ratten“): Ab Woche 5 nahm die Zahl apoptotischer Keimzellen auf der Ligaturseite deutlich zu (p < 0,01), begleitet von höherer iNOS-Expression und verstärktem Eintritt von NFκB p65 in die Zellkerne [s361]. Şahintürk et al. 2020 (48 Wistar-Ratten, einseitige Vasektomie gegenüber Bauchschnitt, Stereologie): Nach 1 und 12 Wochen höhere Dichten von Spermatogonien, Sertoli- und Myoidzellen und weniger Spermatiden; nach 24 Wochen waren die Zellen der Samenkanälchen vermindert; Kollagenfasern nahmen mit der Zeit zu [s191]. Lisowa 2016 (Belarus, Tierart im Abstract nicht genannt): Nach 30 Tagen kleinerer Durchmesser der Samenkanälchen, verformte Ultrastruktur der Blut-Hoden-Schranke und deutlich weniger entwickelte Keimzellen [s243].

**Einordnung.** Zum Verschwinden der Spermien gibt es eine gute Evidenzbasis: Die meisten Männer sind nach etwa drei Monaten und 20 Ejakulationen azoosperm [s340], ein einstelliger bis niedriger zweistelliger Prozentsatz hat noch Restspermien, und die Dauer reicht in spanischen Serien bis über sechs Monate [s347, s147]. Frühe Rekanalisation ist technikabhängig und häufiger, als lange angenommen [s338]. Für die Hodenmorphologie zeigen Biopsien nach längerem Verschluss weniger Spermatiden und mehr Fibrose [s350], nach Jahrzehnten aber ein Gleichgewicht ohne Unterschied zur Kontrolle [s283]; das Samenvolumen bleibt gleich [s32]. Beim Menschen gibt es keine Studie, die die Spermatogenese vor und kurz nach Vasektomie histologisch vergleicht; die Schäden werden überwiegend im Tier belegt. Die Evidenz ist für alle Aussagen niedrig bis mäßig.

### Refertilisierung nach Vasektomie (Vasovasostomie, Vasoepididymostomie)

Dies ist der Bereich mit der dichtesten Studienlage zur Spermienqualität, weil die Samenanalyse hier der Standardendpunkt ist. Unterschieden werden Durchgängigkeit (meist: Spermien im Ejakulat) und Schwangerschaft; dazwischen liegen die Samenparameter, die nach Wiederherstellung oft niedriger sind als bei Gesunden. Da die Definition der Durchgängigkeit zwischen den Studien schwankt (jedes Spermium, mehr als 1 Million/ml, bewegliche Spermien, in einer chinesischen Serie mehr als 10.000/ml), sind Raten nur innerhalb einer Studie vergleichbar.

**Systematische Übersichten und Metaanalysen zur Vasovasostomie.** Herrel et al. 2015 (31 Studien, 6.633 Patienten; mittleres Alter bei der Umkehr 38,9 Jahre, mittleres Verschlussintervall 7,2 Jahre): mittlere stichprobengewichtete Durchgängigkeits- und Schwangerschaftsraten 89,4 % und 73,0 %; Verschlussintervall unter 10 Jahren gegenüber mindestens 10 Jahren: gepoolte Inzidenzverhältnisse 1,17 (95-%-KI 1,09 bis 1,25) für die Durchgängigkeit und 1,24 (1,12 bis 1,38) für die Schwangerschaft; modifizierte Einschichttechnik gegenüber Zweischichttechnik 1,04 (1,00 bis 1,08); nur englischsprachige Studien, uneinheitliche Definitionen [s247]. Seth et al. 2024 (PROSPERO, 95 Studien, Gesamtstichprobe 48.132): gepoolte Durchgängigkeit roboterassistiert 94,4 %, mikrochirurgisch 87,5 %, makroskopisch 83,7 %; Schwangerschaftsrate mikrochirurgisch gegenüber makroskopisch 47,4 gegenüber 43,7 %; heterogene Beobachtungsstudien, keine Konfidenzintervalle im Abstract [s106]. Elzanaty et al. 2012: Die Durchgängigkeit hänge von der Operationsfrequenz des Operateurs ab (besser bei mindestens zehn Eingriffen jährlich), Ein- und Zweischichttechnik seien gleichwertig; die Durchgängigkeit sei hoch bei klarer intraoperativer Samenleiterflüssigkeit auf mindestens einer Seite und auch bei langem Verschlussintervall; postoperative Samenqualität und Alter der Partnerin bestimmten die Chance auf spontane Empfängnis; keine Effektschätzer im Abstract [s288]. Farber et al. 2019 (24 Artikel, nur mikrochirurgisch): mittlere Zeit bis zur Durchgängigkeit nach Vasovasostomie 1,7 bis 4,3 Monate, nach Vasoepididymostomie 2,8 bis 6,6 Monate; Spätversagen 0 bis 12 % nach Vasovasostomie, 1 bis 50 % nach Vasoepididymostomie [s197]. Scovell et al. 2015 (sechs Studien, 1.293 Patienten): Die Chance auf Durchgängigkeit war bei Spermien oder Spermienteilen in der Samenleiterflüssigkeit 4,1-fach höher (OR 4,1; 95-%-KI 2,3 bis 7,3; I² = 22 %), bei schlechter methodischer Qualität der Evidenz [s252]. Ghaleb et al. 2026: nur vier Studien mit Langzeitdurchgängigkeit und sechs mit Schwangerschaftsraten; Durchgängigkeit 77 bis 99 % (mittlere Nachbeobachtung 25 Monate); mit der Definition mehr als 1 Million/ml 77 % nach 12 Monaten, die auf 33 % fiel, wenn mindestens 30 % bewegliche Spermien verlangt wurden; Schwangerschaftsraten 28 bis 54 % [s14]. Dubin et al. 2021: Umkehr und Spermiengewinnung mit künstlicher Befruchtung seien beide vernünftig, die Schwangerschaftsraten insgesamt ähnlich; Antispermien-Antikörper trügen nach erfolgreicher Umkehr wahrscheinlich nicht zur Infertilität bei; keine Zahlen [s164]. Huyghe et al. 2023 (französisch, „Chirurgies visant à améliorer la fertilité masculine“, Operationen zur Verbesserung der männlichen Fruchtbarkeit): Vasovasostomie Durchgängigkeit 70 bis 97 %, Schwangerschaft 30 bis 76 %; Vasoepididymostomie Durchgängigkeit 80 bis 84 %, Schwangerschaft 40 bis 44 %; Spannen aus Primärstudien, nicht gepoolt [s126]. Namekawa et al. 2018 (japanische Übersicht): mittlere Durchgängigkeit 87 % und Schwangerschaftsrate 49 % [s214].

**Große Serien und Prädiktoren.** Belker et al. 1991 (Vasovasostomy Study Group, USA, 1.469 Operationen): Von 1.247 Männern mit Erstoperation hatten 865 von 1.012 (86 %) mit Samenanalyse Spermien im Ejakulat; Schwangerschaft bei 421 von 810 Paaren (52 %). Nach Verschlussintervall: unter 3 Jahren Durchgängigkeit 97 % und Schwangerschaft 76 %, 3 bis 8 Jahre 88 % und 53 %, 9 bis 14 Jahre 79 % und 44 %, 15 Jahre und mehr 71 % und 30 %; bei beidseitig fehlenden Spermien in der intraoperativen Flüssigkeit und Vasovasostomie Durchgängigkeit 60 %, Schwangerschaft 31 %; Wiederholungsoperationen (222 Eingriffe) Durchgängigkeit 75 %, Schwangerschaft 43 % [s383]. Boorjian et al. 2004 (213 Operationen eines Operateurs): Durchgängigkeit 91, 88, 91 und 89 % bei Intervallen unter 5, 5 bis 10, 10 bis 15 und über 15 Jahren; Schwangerschaftsraten 89, 82 und 86 % bis 15 Jahre, bei über 15 Jahren 44 % (p < 0,05); Spermiengranulom: Durchgängigkeit 95 % gegenüber 78 % (p = 0,07). Die Schwangerschaftsraten liegen weit über dem Metaanalysewert von 73 % und über anderen Serien; sie stammen von einem einzelnen Operateur [s346]. Magheli et al. 2010 (334 Patienten): kein Zusammenhang von Spermiengranulom oder Verschlussintervall mit Durchgängigkeit und Schwangerschaft; einziger unabhängiger Prädiktor war das Alter der Partnerin (p = 0,015); widerspricht der Metaanalyse [s312]. Fuchs et al. 2002 (173 Männer, mindestens 15 Jahre nach Vasektomie): Schwangerschaftsraten 49 %, 39 % und 25 % bei Intervallen von 15 bis 19, 20 bis 25 und über 25 Jahren; nach Alter der Partnerin 64 % (unter 30), 49 % (30 bis 35), 32 % (36 bis 40), 28 % (über 40); Gesamtrate 43 %; 62 % brauchten eine ein- oder beidseitige Epididymovasostomie [s353]. Kolettis et al. 2002 (drei Operateure, Intervalle von mindestens 10 Jahren): Gesamtschwangerschaftsrate 37 %; Durchgängigkeit/Schwangerschaft bei 10 bis 15, 16 bis 19 und mindestens 20 Jahren 74/40 %, 87/36 % und 75/27 %; Lebendgeburten insgesamt 35 %; die ICSI-Vergleichswerte der Autoren sind angenommene Zahlen [s355]. Gerrard et al. 2007 (294 Patienten): Durchgängigkeit 90, 89, 90, 86 und 83 % bei Partnerinnen von 20 bis 24, 25 bis 29, 30 bis 34, 35 bis 39 und ab 40 Jahren; Schwangerschaftsraten 67, 52, 57, 54 und 14 % [s332]. Majzoub et al. 2017 (Cleveland Clinic, 139 Patienten, mittleres Verschlussintervall 9,5 ± 1,2 Jahre): Spontanschwangerschaft bei 49,6 % (69 von 139), verknüpft mit besserer Qualität der intraoperativen Samenleiterflüssigkeit und mit postoperativer Konzentration, Beweglichkeit und strenger Morphologie; Spontanschwangerschaften wurden auch bei Konzentration unter 5 Mio./ml (15 %), Beweglichkeit unter 10 % (21,3 %) und normaler Morphologie unter 1 % (14,8 %) berichtet; die Autoren folgern, die WHO-Normwerte von 2010 sagten die Fruchtbarkeit nach Umkehr nicht gut voraus [s225]. Yang et al. 2007 (150 Patienten): Bei beweglichen Spermien im Samenleiter hatten 95 % nach sechs Monaten Durchgängigkeit gegenüber 76 % ohne bewegliche Spermien (p = 0,04); ein Verschlussintervall von höchstens 8 Jahren und Vasovasostomie sagten eine rascher eintretende Durchgängigkeit voraus; das Patientenalter hatte keinen Einfluss [s336]. Lipshultz et al. 2026 (acht Zentren, 4.568 Patienten, 2.398 mit mindestens zwei Samenanalysen, 1.222 mit Kontrolle nach über einem Jahr): Durchgängigkeit nach einem Jahr je nach Operateur 54 bis 93 % (Median 82 %), mediane Konzentrationen 0 bis 18,5 Mio./ml (Median 10,3); fast alle Faktoren unterschieden sich zwischen den Operateuren; Durchgängigkeit und Konzentration nahmen im Verlauf im Allgemeinen ab, waren aber überraschend invers mit der Zeit seit der Vasektomie korreliert; Patienten mit Kontrolle nach über einem Jahr hatten schlechtere Ergebnisse als ohne, was auf überpessimistische Spätergebnisse durch Überrepräsentation schlecht verlaufender Fälle hinweise [s25]. Barretta et al. 2026 (roboterassistierte Vasovasostomie, 60 Männer, 2008 bis 2025): funktionelle Durchgängigkeit (mindestens 1 Mio./ml) bei 56 (93,3 %), unter 44 Männern mit Kinderwunsch Spontanschwangerschaft bei 36 (81,8 %); aktives Rauchen war in einer explorativen Univariatanalyse mit geringerer Durchgängigkeit assoziiert; kein Vergleich mit konventioneller Technik [s07]. Amarin und Obeidat 2005 (382 Männer, Patienten aus London): Gesamtdurchgängigkeit 62,9 %; Spermien im Ejakulat bei 85,3 % bei einem Intervall unter 5 Jahren, 75,3 % bei 5 bis 10, 50,3 % bei 10 bis 15 und 26,9 % bei über 15 Jahren; Antispermien-Antikörper positiv bei 31 Patienten (9,1 %), davon 12 mit Spermien im Ejakulat; Schwangerschaften werden im Abstract nicht berichtet [s339].

**Technikvergleiche und weitere Serien.** Parekattil et al. 2012: erste prospektiv kontrollierte Studie zur roboterassistierten Umkehr gegenüber rein mikrochirurgischer; kürzere Operationsdauer und raschere Erholung der Gesamtzahl beweglicher Spermien, aber keine Zahlen im Abstract [s290]. Yahyazadeh et al. 2021 (Iran, 95 Patienten): einseitig (42) gegenüber beidseitig (53) Durchgängigkeit 88,1 % gegenüber 88,7 % (p = 0,907), Schwangerschaften 52,4 % gegenüber 54,7 % (p = 0,713); nur die Dauer des Verschlusses sagte die Durchgängigkeit voraus (OR 1,112; p = 0,037) [s176]. Amjadi et al. 2023 (Iran, 100 Patienten, einschichtig makroskopisch gegenüber zweischichtig mikroskopisch): Fruchtbarkeitsrate in beiden Gruppen 15 %; signifikant verschieden nur der Anteil normaler Spermienmorphologie (p = 0,045); Spermienzahl und Beweglichkeit ohne Unterschied; die kumulativen Schwangerschaftsschätzungen im Abstract widersprechen der Rate von 15 % und werden nicht verwendet [s121]. Friedrich et al. 2006 (Deutschland; „Erfolgsraten der zweischichtigen mikrochirurgischen Vasovasostomie“): 141 Operierte, Fragebogen an 90, Antwort von 63 (70 %); Durchgängigkeit 86 %, Geburtenrate 24 %; historische Vergleichsgruppe (n = 64, Einschichttechnik unter der Lupe) Durchgängigkeit 87 %, Schwangerschaftsrate 48 %; die hohen Schwangerschaftsraten über 80 % früherer Veröffentlichungen ließen sich nicht reproduzieren [s337]. Lorenzini et al. 2021 (Brasilien, 18 Patienten, Re-Umkehr): Durchgängigkeit 66,67 %; nur der intraoperative Spermiennachweis hing mit dem Erfolg zusammen (p < 0,01) [s169]. Panasowski und Arkatow 2020 (Russland, 28 Männer, zweischichtig): Durchgängigkeit 87 %, natürliche Schwangerschaft bei 63 % der Paare; ohne Teilnehmerzahlen je Technik, ohne Nachbeobachtungszeit [s195]. Juárez del Dego Pendás et al. 2009 (Spanien, 48 Paare, Umkehr mit gleichzeitiger TESE und Kryokonservierung): Spermien im Ejakulat bei 85,5 %, Spontanschwangerschaftsrate 45,8 %, insgesamt 58,3 % Schwangerschaften unter Einbeziehung assistierter Reproduktion [s319]. Kostenanalysen: Heidenreich et al. 2000 (Der Urologe A; „Die mikrochirurgische Vasovasostomie im Zeitalter der modernen Reproduktionsmedizin“, 157 Operationen): Durchgängigkeit 77 %, Schwangerschaftsrate 52 %; MESA/ICSI und TESE/ICSI 22,5 % und 19,5 %; Kosten pro Lebendgeburt 2.800 Euro nach Vasovasostomie gegenüber 14.100 Euro nach einem MESA/TESE-Zyklus; Mehrlingsgeburten 15,8 % nach ICSI, 0,7 % nach Vasovasostomie; die Gruppen unterscheiden sich in der Indikation [s362]. Mroue et al. 2010 (Schweiz, französisch, „Désir de grossesse après vasectomie“, Schwangerschaftswunsch nach Vasektomie): kumulative Schwangerschaftsrate der Vasovasostomie 28 bis 40 %, nach ICSI 29 bis 41 % pro Transfer [s313]. Soave et al. 2024 (Der Urologe, „Kinderwunsch nach Vasektomie“): bis zu 6 % der Männer entwickeln nach Vasektomie einen erneuten Kinderwunsch; kein Unterschied bei Schwangerschafts- und Geburtenrate zwischen Refertilisierung und MESA/TESE mit assistierter Reproduktion [s108]. Kollitsch et al. 2026 (Wiener Medizinische Wochenschrift): Durchgängigkeit und Schwangerschaft nach Vasovasostomie etwa 88 % und 47 %, nach Vasoepididymostomie etwa 64 % und 31 % [s20].

**Immunologie und Medikamente.** Meinertz et al. 1990 (Dänemark, 216 Männer): Konzeptionsrate bei reiner IgG-Antwort an der Spermienmembran 85,7 %, bei zusätzlichem IgA 42,9 %; bei IgA auf 100 % der Spermien 21,7 %; bei IgA auf allen Spermien und starker Immunantwort (Serumtiter mindestens 256) 0 % [s388]. Abouelgreed et al. 2024 (Ägypten, 145 Akten, 48 telefonisch erreicht): Schwangerschaft bei 13 von 19 (68,4 %) mit niedrigen gegenüber 21 von 29 (72,4 %) mit hohen Antikörperanteilen (p = 0,2); nur 33 % lieferten Ergebnisdaten, geringe Teststärke [s88]. Matsuda et al. 1993 (42 Männer mit Samenwegsobstruktion): Antispermien-Antikörper im Serum hatten keinen Einfluss auf die Schwangerschaftsrate; Durchgängigkeit 83,3 %, Normalisierung des Samenbefunds 21,4 %, Schwangerschaft 31,0 % [s378]. Trost et al. 2025 (iPRED, randomisiert, registriert, 75 Männer, 73 mit Einjahresdaten): Schwangerschaftsraten nach 12 Monaten Kontrolle 65 %, niedrige Prednisondosis 67 %, hohe Dosis 17 %, bedarfsweise 38 %; die Arme mit hoher und bedarfsweiser Dosis wurden wegen niedrigerer Schwangerschaftsraten in der Zwischenauswertung vorzeitig beendet; Durchgängigkeit insgesamt 99 %, ohne Unterschiede bei Durchgängigkeit und Konzentration; Dosen von 5 bis 20 mg beeinflussten die Spermienkonzentration nicht [s79]. White et al. 2024 (retrospektiv, acht Patienten): niedrig dosiertes Prednison als Rettung bei sich verschlechternden Samenparametern, Gesamtzahl beweglicher Spermien im Median +6 Mio.; ohne Kontrollgruppe [s111]. Liu et al. 2026 (Nanjing, 134 Männer nach Vasoepididymostomie, 63 mit zusätzlichem oralem Escin): Durchgängigkeit 87,3 % gegenüber 73,2 % (p = 0,043); Escin war nicht unabhängig mit der endgültigen Durchgängigkeit verbunden; beobachtend und explorativ [s26].

**Asiatische Serien zur Vasovasostomie.** Hirao et al. 1983 (zwei Fälle, früheste japanische Berichte): kürzere Dauer und ein vorhandenes Granulom erhöhten nach Ansicht der Autoren die Wahrscheinlichkeit der Wiederherstellung [s390]. Kim et al. 2005 (Seoul, 44 Patienten mit wiederholter Umkehr): Durchgängigkeit 86,4 %, Schwangerschaft ohne Reproduktionstechnik 56,8 %; Partnerin unter 35 Jahren OR 4,13 (95-%-KI 1,06 bis 16,10) [s343]. Hsieh et al. 2005 (Taiwan, 74 Männer, davon 42 mit Mikroskop und 32 mit Lupe): Durchgängigkeit und Schwangerschaft 91 % und 43 % gegenüber 89 % und 39 % ohne signifikanten Unterschied [s341, s342]. Jee et al. 2010 (Korea, 50 Männer, Mikroskop gegenüber Lupe, als „retrospektiv mit Randomisierung“ bezeichnet): Durchgängigkeit 96 % (24/25) mit Mikroskop gegenüber 72 % (18/25) mit Lupe (signifikant), Schwangerschaft 40 % gegenüber 28 % (nicht signifikant); Konzentration nach sechs Monaten bei Durchgängigen 21,5 gegenüber 20,7 Mio./ml [s310]. Shin et al. 2012 (Korea, 97 Einschicht-Vasovasostomien): Das mittlere Obstruktionsintervall betrug 9,69 (Azoospermie), 6,02 (Oligospermie) und 7,82 Jahre (normal) einen Monat nach der Operation (p = 0,035) [s292]. Jeon et al. 2017 (Korea, 82 Männer, Lupe mit Prolene-Stent): Durchgängigkeit 90,2 %, natürliche Schwangerschaft 45,1 %; Erfolg sank mit der Zeit seit der Vasektomie (OR 0,869; 95-%-KI 0,760 bis 0,993); bei über 7 Jahren Intervall 80,6 % und 51,6 %, bis 7 Jahre 96,1 % und 41,2 % [s223]. Peng et al. 2013 (Peking, 40 Vasovasostomien): bei Obstruktion unter 15 Jahren Durchgängigkeit 84 % (21/25), natürliche Vaterschaft 29 %; über 15 Jahren 64 % (7/11) und 14 % [s280]. Wang et al. 2020 (Fujian, 42 Männer, einschichtig über Stent gegenüber zweischichtig): Operationsdauer 62 ± 8 gegenüber 133 ± 15 Minuten, Durchgängigkeit 95,7 % gegenüber 94,7 % [s192]. Wang et al. 2026 (Zhejiang, 62 Männer): modifizierte Einschicht (35) gegenüber Zweischicht (27), Durchgängigkeit 91,43 % gegenüber 92,59 %, Schwangerschaft 34,29 % gegenüber 37,04 %, Spermienkonzentration und Beweglichkeit ohne Unterschied [s50]. Ren et al. 2023 (sieben chinesische Kliniken, 448 Fälle aus 13 Jahren): Das jährliche Operationsvolumen vervierfachte sich nach Einführung der Zwei-Kind-Politik 2015; nicht mikrochirurgische Operation und lange Vasektomiedauer waren mit niedrigerer Durchgängigkeit verbunden; Schwangerschaftsrate 27,2 %, bei Partnerinnen über 35 Jahren stärkerer Abfall; nur bei 35,5 % dieser Partnerinnen war vorher die Fruchtbarkeit untersucht worden [s132]. Zwei koreanische Serien betreffen Männer mit Schmerzsyndrom nach Vasektomie: 32 Männer, Durchgängigkeit 68,2 % (15/22), Schmerzskala 6,64 auf 1,14 [s289]; 50 Männer, Epididymektomie gegenüber Umkehr ohne Unterschied bei Schmerz und Zufriedenheit [s263]. Muguruma et al. 2004 (japanische Übersicht zur obstruktiven Azoospermie) betonen, dass Patienten mit obstruktiver Azoospermie keine unnötige assistierte Reproduktion erhalten sollten; keine Zahlen im Abstract [s349].

**Rekonstruktion bei Nebenhodenverschluss (Vasoepididymostomie).** Der überwiegende Teil der chinesischen Literatur stammt aus wenigen andrologischen Zentren (Peking, Shanghai, Fujian, Nanjing). Peng et al. 2011 und 2012 (Peking, dieselbe Kohorte, 73 Männer, 53 nachverfolgt; longitudinale Intussuszeption): Durchgängigkeit 71,7 % (38/53), bei beidseitiger Operation 80,7 % gegenüber 27,6 % einseitig; Anastomose am Nebenhodenkopf 38,5 %, am Körper 78,8 %, an der Cauda 100 % (kleine Gruppe); bewegliche Spermien im Nebenhodenfluid 83,7 % gegenüber 40 % bei unbeweglichen; natürliche Schwangerschaft 33,3 % (17/53) nach 9,9 ± 4,2 Monaten [s303, s291]. Peng et al. 2014 (68 Männer mit mindestens einem gescheiterten ICSI-Zyklus nach Spermiengewinnung): Durchgängigkeit 79,2 %, natürliche Schwangerschaft 35,8 %, Lebendgeburtenrate 28,3 %, kein Unterschied zwischen PESA- und TESE-Vorbehandlung [s268]. Peng et al. 2017 (241 Männer, 198 ausgewertet): Spermien im Ejakulat bei 76,3 %, Schwangerschaft bei 81 von 198 (40,9 %); vorhersagend waren das Alter des Mannes (HR 0,407; 95-%-KI 0,203 bis 0,816), die Spermienkonzentration nach der Operation (HR 4,988; 2,777 bis 8,957) und die Vorwärtsbeweglichkeit (HR 1,751; 1,042 bis 2,945) [s226]. Ho et al. 2009 (Hongkong, 22 Männer): Durchgängigkeit 57 %, beste Spermienzahl im Mittel 23,1 Mio./ml, Vorwärtsbeweglichkeit 19 %, normale Morphologie 7 %, Vaterschaft 32 % [s318]. Hong et al. 2016 (62 Männer): Durchgängigkeit 66,1 %, natürliche Schwangerschaft 34,1 % der Durchgängigen; bewegliche Spermien im Nebenhodenfluid mit Durchgängigkeit verbunden (OR 11,80; 95-%-KI 1,79 bis 77,65) [s233]. Zhao et al. 2015 (51 Männer, 39 ausgewertet): Durchgängigkeit 61,5 %, Schwangerschaft 38,5 % [s254]. Tang et al. 2018 (87 Patienten, 69 ausgewertet): Durchgängigkeit 72,5 %, Konzentration im Mittel 29 ± 21 Mio./ml; bei beweglichen Spermien im Nebenhodenfluid 82,2 % gegenüber 54,2 %, beidseitig 77,6 % gegenüber einseitig 45,5 %, Anastomose am Kopf 47,8 % gegenüber Körper oder Cauda 84,8 % [s216]. Li et al. 2019 (84 Männer): Die Aktivität der neutralen α-Glucosidase im Seminalplasma einen Monat nach der Operation sagte Durchgängigkeit (AUC 0,78) und Schwangerschaft (AUC 0,82) voraus; nicht extern validiert [s201]. Liu et al. 2020 (134 Männer, einarmige Technik): Durchgängigkeit 55,2 %, bei proximaler Anastomose 0 % natürliche Schwangerschaft [s185]. Li et al. 2021 (40 Fälle mit und ohne Schonung der Samenleitergefäße): Durchgängigkeit 82,5 %; nach sechs Monaten natürliche Schwangerschaft 0 % gegenüber 31,3 % (p = 0,022) [s168]. Zhang et al. 2022 (69 Männer mit Vasoepididymostomie gegenüber 351 mit erstem ICSI-Zyklus): Schwangerschaftsrate 44,6 % gegenüber 27,6 %, Geburtenrate 38,5 % gegenüber 25,8 %; nicht randomisiert [s157]. Tang et al. 2022 (205 Männer, 163 nachverfolgt): Nebenhodenentzündung in der Vorgeschichte ohne signifikanten Einfluss auf Durchgängigkeit (73,0 % gegenüber 81,7 %) und Spontanschwangerschaft (24,3 % gegenüber 38,9 %) [s153]. Tang et al. 2025 (225 Männer ohne Vasektomie): bei 77 (34,22 %) zugleich Samenleiterobstruktion; Durchgängigkeit 82,17 % ohne gegenüber 74,14 % mit begleitender Obstruktion [s76]. Tang et al. 2024 (181 Männer): Durchgängigkeit 75,3 %, 86,0 % davon innerhalb von sechs Monaten [s109]. Zhou et al. 2024 (46 Männer, einseitig): Durchgängigkeit 50,0 % [s116]. Zhao et al. 2024 (127 Männer, longitudinale Intussuszeption gegenüber Vier-Naht-Seit-zu-Ende): Rekanalisation 85,0 % gegenüber 64,4 % [s115]. Long et al. 2026 (197 Männer, Schonung der Samenleitergefäße): Durchgängigkeit 80,1 % (141/176); von 114 Nachverfolgten (im Mittel 56 Monate) natürliche Schwangerschaft 72,8 % (83/114); Alter der Partnerin ab 35 Jahren und linksseitige Varikozele sagten niedrigere Raten voraus [s28]. Gao et al. 2026 (117 Männer mit Kryokonservierung während der Operation): Befruchtungsrate 0,72 ± 0,24 mit aufgetauten Nebenhodenspermien gegenüber 0,74 ± 0,24 mit frischen Ejakulatspermien; klinische Schwangerschaften im Frischtransfer 40,0 % gegenüber 44,3 % gegenüber 46,2 % (p = 0,86) [s13]. Zhang et al. 2023 (42 Männer mit Ejakulationsgangverschluss, Samenblasenspiegelung mit Thulium-Laser): Samenvolumen, Konzentration und Gesamtbeweglichkeit besserten sich nach 3, 6 und 9 Monaten (p < 0,01) [s137]. Ältere japanische Berichte: Seit-zu-Ende-Epididymovasostomie bei 10 Männern, Spermien bei 9 [s385]; eine künstliche Spermatozele ergab bei 35 Fällen nur 2 Schwangerschaften, mit niedriger In-vitro-Funktion der Spermien (Hamster-Ei-Penetration im Mittel 8,2 ± 10,0 %) [s373]. Tier: Tian et al. 2025 (33 Ratten): funktionelle Durchgängigkeit 90,9 % bei zirkulärer gegenüber 63,6 % bei longitudinaler Intussuszeption (p = 0,042) [s78].

**Metaanalysen zur Vasoepididymostomie.** Wan et al. 2023 (51 englischsprachige Studien, 2.853 Männer): Durchgängigkeit 67,20 % (95-%-KI 63,30 bis 71,10 %), natürliche Schwangerschaft 40,05 % (35,30 bis 45,60 %); beidseitig gegenüber einseitig RR 1,42 (1,25 bis 1,61); gefäßschonende Technik 83,60 % gegenüber üblicher 65,20 % [s134]. Wang et al. 2023 (25 Beobachtungsstudien, 1.400 Männer): Durchgängigkeit 69,3 % (64,6 bis 73,6 %; I² = 63,7 %); bewegliche Spermien im Nebenhodenfluid RR 1,52 (1,18 bis 1,97), beidseitige Anastomose RR 1,32 (1,15 bis 1,50), distale Anastomose RR 1,42 (1,09 bis 1,85) [s135]. Xiao et al. 2024 (24 Studien, 1.574 Männer): Durchgängigkeit etwa 68 % (63 bis 72 %), natürliche Schwangerschaft 38 % (31 bis 46 %), kein Unterschied zwischen einarmiger und doppelarmiger Naht [s113]. Zhu et al. 2026 (56 Studien, 3.204 Männer): Durchgängigkeit, Schwangerschaft und relative Schwangerschaft 65,0, 23,0 und 38,0 % bei Seit-zu-Ende/Ende-zu-Ende, 68,0, 27,0 und 40,0 % bei longitudinaler Intussuszeption; Dreinaht-Querintussuszeption 89,0 % gegenüber Zweinaht 72,0 % und longitudinal 58,0 % (p < 0,01); Spätversagen insgesamt 23,0 %, bei Ende-zu-Ende/Seit-zu-Ende 32,0 % gegenüber 15,0 % bei Intussuszeption (p = 0,03) [s52]. Die vier Metaanalysen überschneiden sich in den Primärstudien erheblich; eine zusammenfassende Zahl wäre eine Doppelzählung. Eine chinesische Übersicht zur mikroskopischen Vasovasostomie nennt im Abstract keine Zahlen [s142].

**Tierversuche zur Samenleiterchirurgie (Türkei).** Pampal et al. 2023 (24 Ratten): Nach makroskopischer Anastomose stiegen die Kontraktionsantworten des Samenleiters, nach reiner Annäherung sanken sie; die Bedeutung für die Befruchtungsfähigkeit ist ungeprüft [s131]. Nasir et al. 2014 (42 Ratten, Gefäßtransplantate von 1,0 oder 1,5 cm): in keinem Transplantat Durchgängigkeit, Spermiengranulome an der hodenseitigen Naht [s266]; Kadioglu et al. 2014 (15 Ratten, 2,5 cm langes Samenleiter-Autotransplantat): 9 von 15 Tieren (60 %) zeugten Nachwuchs, 80 % der Transplantate durchgängig, Vorwärtsbeweglichkeit 76 % gegenüber 78 % in der Kontrolle [s261]. Demir et al. 2021 (40 Ratten, Umhüllung der Naht mit Amnionmembran): bessere Heilung mit geringerer Stenose nach 60 Tagen (Lumendurchgängigkeit p = 0,009); keine Spermienbefunde [s163].

**Einordnung.** Übereinstimmend sind: Die Durchgängigkeit ist hoch (in großen Serien etwa 85 bis 90 %), die Schwangerschaftsrate deutlich niedriger und von der Partnerin und dem Verschlussintervall abhängig [s247, s383, s332, s353]. Bewegliche Spermien oder Spermien in der Samenleiterflüssigkeit sagen den Erfolg voraus [s252, s336, s135]. Die Spermienparameter nach Umkehr bleiben oft unter den Normwerten, ohne dass dies eine Schwangerschaft ausschließt [s225, s121]. Offen sind der Einfluss des Verschlussintervalls (widersprüchliche Serien [s346, s312, s247]), die Rolle des Roboters (nur Beobachtungsdaten), die Wirkung von Glukokortikoiden (eine kleine randomisierte Studie mit Schaden bei hoher Dosis [s79] gegen eine kleine Fallserie mit Nutzen bei niedriger [s111]) und die einheitliche Definition des Erfolgs [s14, s25]. Die Gewissheit ist für Durchgängigkeit und Prädiktoren mäßig, für Spätergebnisse und Medikamente niedrig bis sehr niedrig.

### Hodenoperationen: Orchidopexie bei Hodenhochstand

Der Hodenhochstand (Kryptorchismus, Maldescensus testis) ist der Hodenbefund mit der längsten Forschungsgeschichte zur Samenqualität. Die Operation verlegt den Hoden in den Hodensack; die Samenqualität im Erwachsenenalter spiegelt aber meist die Grundstörung wider (frühe Schädigung der Keimzellreifung). Beobachtungsdaten dieser Art lassen nicht erkennen, wie die Samenqualität ohne Operation gewesen wäre; keine Studie in dieser Auswahl vergleicht Operierte mit nicht operierten Männern.

**Systematische Übersichten und Metaanalysen.** Kaushal et al. 2025 (16 Studien, PRISMA, GRADE): Fünf Studien mit 1.855 Hoden zeigten keinen signifikanten Unterschied der Hodenatrophie bei Operation vor dem 12. Lebensmonat (OR 1,05; 95-%-KI 0,49 bis 2,23; I² = 0 %); drei Studien mit 757 Hoden keinen Unterschied der postoperativen Komplikationen (OR 1,15; 0,44 bis 2,99); die Sicherheit der Evidenz ist niedrig; Spermienparameter wurden nicht geprüft [s64]. Henriksen et al. 2025 (sechs Studien, Vaterschaft): Fünf von sechs fanden höhere Vaterschaftsraten nach einseitigem als nach beidseitigem Hodenhochstand; eine große Studie zeigte eine um 5 % höhere Notwendigkeit assistierter Reproduktion je sechs Monate Verzögerung der Operation, mit deutlich höherer Nutzung nach Operation später als 18 Monate; kein gepoolter Schätzer im Abstract [s63]. Adnyana et al. 2025 (zehn Studien, 563 beidseitige und 1.259 einseitige Fälle, Erwachsene): Nach beidseitiger Orchidopexie waren FSH höher (Mittelwertdifferenz 3,77 IE/l; 95-%-KI 1,65 bis 5,89), LH höher (1,27 IE/l; 0,27 bis 2,26), Inhibin B niedriger (−44,86 pg/ml; −69,58 bis −20,15) und Azoospermie häufiger (OR 2,3; 1,57 bis 3,37); die Datenbanken umfassten nicht Embase [s55]. Pantjoro et al. 2025 (vier Studien, 207 Patienten, tastbar gegenüber nicht tastbar): kein signifikanter Unterschied bei FSH, LH und Testosteron [s71]. Li et al. 2026 (sechs selbstkontrollierte Studien, 394 Jungen): Sechs Monate nach der Operation war Inhibin B höher als davor (Mittelwertdifferenz 14,03 pg/ml; 95-%-KI 4,05 bis 24,01; I² = 67,5 %), FSH und LH unverändert [s24]. Rajagukguk et al. 2026 (neun Studien, 652 Patienten): Mehr Spermatogonien je Tubulus mit kombinierter Hormon- plus Operationstherapie als mit alleiniger Operation (Mittelwertdifferenz 0,23; 95-%-KI 0,07 bis 0,38), keine Verbesserung bei Spermienzahl, Inhibin B oder Testosteron; die Autoren sehen keinen klaren Langzeitnutzen [s37]. Hadziselimovic 2024 (Standpunktartikel): Der nordische Konsens von 2007 habe die Hormonbehandlung verworfen; der Autor hält dagegen, eine gestörte Minipubertät sei eine der häufigsten Ursachen nichtobstruktiver Azoospermie bei Hodenhochstand und GnRH-Agonisten könnten nach der Operation Unfruchtbarkeit verhindern; argumentierende Übersicht ohne neue Daten [s97].

**Spermiengewinnung nach Hodenhochstand (nichtobstruktive Azoospermie).** Qin et al. 2025 (23 Artikel, 1.496 Patienten): Gewinnungsrate pro TESE-Zyklus 60,9 % (95-%-KI 55,7 bis 66,2 %); klinische Schwangerschaftsrate pro ICSI-Zyklus 37,6 % (29,1 bis 46,1 %), Lebendgeburtenrate 32,6 % (24,9 bis 40,4 %); weder Alter bei TESE oder Orchidopexie noch Hodenvolumen, FSH, LH oder Testosteron beeinflussten die Gewinnungsrate [s73]. He et al. 2024 (neun Studien, 935 Patienten, Mikro-TESE): Gesamtgewinnungsrate 57 % (51 bis 63 %); bei erfolgreicher Gewinnung war die Orchidopexie in jüngerem Alter erfolgt (−3,35 Jahre; −6,34 bis −0,36); die Lage des Hodens beeinflusste die Rate (p < 0,05) [s99]. Kim et al. 2023 (13 Studien): Gewinnungsrate 63,3 % (57,6 bis 68,6 %; I² = 62,4 %), klinische Schwangerschaftsrate 30,1 % (22,6 bis 38,8 %); kein Unterschied zwischen beidseitiger und einseitiger Orchidopexie (RR 1,02; 0,89 bis 1,16); Orchidopexie vor dem Alter von 10 Jahren erhöhte die Gewinnungsrate (RR 1,25; 1,06 bis 1,47); höhere Rate als bei idiopathischer nichtobstruktiver Azoospermie (RR 1,90; 1,40 bis 2,58) [s128]. Die drei Metaanalysen widersprechen sich zum Operationsalter [s128, s99] gegenüber [s73]; sie schließen teilweise dieselben Primärstudien ein, wählen aber unterschiedliche Vergleiche (Alterschwelle gegenüber stetigem Alter). Ismaeil et al. 2026 (Ägypten, 869 Männer mit nichtobstruktiver Azoospermie, 92 mit Hodenhochstand): Gewinnungsrate 36,8 % bei skrotalen Hoden gegenüber 23,9 % bei Hodenhochstand (p = 0,015), aus abdominalen und gemischten Hoden keine Spermien, aus inguinalen 33,3 %; frühere Orchidopexie (mittleres Alter 12,4 ± 9,4 Jahre) 37,2 % gegenüber späterer (24,9 ± 13,8 Jahre) 12,2 % (p = 0,007); einseitig 40 % gegenüber beidseitig 17,9 % (p = 0,0517) – im Widerspruch zu Kim et al.; der Schwellenwert wirkt datengetrieben, nur Männer mit Azoospermie sind erfasst [s17]. Sangwan et al. 2021 (Frankreich, 125 Männer mit idiopathischer nichtobstruktiver Azoospermie, 55 mit operiertem Hodenhochstand): Mehr als die Hälfte wurde Eltern; Hauptweg bei idiopathischer Form Spender-Samen oder Embryospende (72 %), bei Hodenhochstand mehrheitlich ein Kind nach TESE-ICSI (58,8 %) [s172]. Dauvergne 2016 (Abschlussarbeit, 314 Patienten mit Azoospermie und Hodenhochstand in der Vorgeschichte): positive TESE-Rate 61,4 % gegenüber 40 % bei idiopathischer Form; mit positiver TESE assoziiert waren Alter bei Orchidopexie, FSH, Hodenvolumen und Histologie; nicht begutachtet [s231]. Osaka et al. 2020 (Japan, 52 Männer mit beidseitigem Hodenhochstand und Mikro-TESE): in der multivariaten Analyse war das Hodenvolumen unabhängig mit dem Erfolg verbunden [s186]. Xu et al. 2023 (China, 73 Mikro-TESE, schrittweise Mini-Inzision gegenüber Standard): Gesamtrate 68,5 % (50/73); Orchidopexie bis zum 10. Lebensjahr 79,5 % (31/39) gegenüber 55,9 % (19/34; p = 0,03) [s136]. Fan et al. 2024 (China, 99 infertile Männer nach Orchidopexie vor dem ersten IVF/ICSI-Zyklus): nach einseitiger gegenüber beidseitiger Orchidopexie höhere Konzentration (28,09 ± 27,99 gegenüber 7,99 ± 14,68; p = 0,001) und Vitalität, ICSI seltener nötig (66,07 % gegenüber 95,35 %); Befruchtungsrate, Schwangerschaft und Lebendgeburt ähnlich [s94]. Hasirci et al. 2024 und Özer et al. 2024 (Türkei): Bei Mikro-TESE mit solitärem Hoden war die Gewinnungsrate nicht niedriger als bei zwei Hoden (54,1 % gegenüber 56,76 % beziehungsweise 51,1 % gegenüber 50,4 %) [s98, s104].

**Primärstudien zur Samenqualität im Erwachsenenalter.** Lee et al. 2001 (Pittsburgh, Operationen 1955 bis 1975): Vaterschaftsraten unter denen, die versucht hatten, Kinder zu zeugen: 65,3 % bei früher beidseitigem, 89,7 % bei früher einseitigem Hodenhochstand und 93,2 % bei Kontrollen (p < 0,001); die beidseitige Gruppe hatte niedrigere Spermiendichte und Inhibin B und höhere FSH- und LH-Werte [s359]. Cortes et al. 2001 (Dänemark, 1.335 Jungen mit Biopsie bei der Operation): Keimzellen fehlten bei 30 % (61 von 202) der beidseitigen und 18 % (88 von 496) der einseitigen Fälle, häufiger mit zunehmendem Alter; bei den 140 inzwischen Erwachsenen normale Spermienzahl bei 19 % (14 von 75) nach beidseitiger und 83 % (54 von 65) nach einseitiger Orchidopexie; Verdacht auf Unfruchtbarkeit 56 % beziehungsweise 8 %; die Spermatogonienzahl pro Tubulus bei der Operation war bei früher beidseitigen Fällen mit der späteren Spermienzahl verknüpft, bei einseitigen nicht; Neoplasierisiko 5 % (7 von 150) bei intraabdominellem Hoden, abnormen äußeren Genitalien oder abnormem Karyotyp gegenüber 0 % (0 von 1.185) ohne diese Merkmale [s357]. Cortes et al. 1996 (87 Jungen, einseitig): Bei 1 % oder weniger Spermatogonien je Tubulusquerschnitt hatten 33 % später 5 Mio. Spermien/ml oder weniger; bei mehr als 1 % war die spätere Samenqualität gegenüber der Bevölkerung nicht signifikant vermindert [s371]. Trsinar et al. 2009 (Slowenien, 68 Männer): Nach beidseitiger gegenüber einseitiger Orchidopexie verminderte Spermienkonzentration (p = 0,047), Beweglichkeit (p = 0,003), Inhibin B und Hodenvolumen; bei einseitiger Operation vor dem Alter von 8 Jahren höheres Inhibin B (p = 0,006) und Hodenvolumen (p = 0,007) [s321]. Lipshultz et al. 1976 (USA, 29 Männer gegen 30 Kontrollen): mittlere Spermiendichte nur ein Drittel der Kontrollen (p < 0,001), FSH-Antwort auf GnRH verdoppelt [s392]. Vinardi et al. 2001 (Italien, 57 Männer, 37 nach hormoneller Vorbehandlung): kein Zusammenhang zwischen Operationsalter und Samenqualität; unter direkt Operierten bessere Spermienzahlen als nach Hormonvorbehandlung [s360]. Crespo Chozas et al. 1999 (Spanien, 20 Männer): bei 7 (35 %) Konzentration unter 20 Mio./ml; die Zahlen im Abstract sind nicht stimmig [s364]. Fernández Valadés et al. 2001: mangelhafte Umwandlung von Histonen in Protamine bei Männern mit Hodenhochstand in der Vorgeschichte, ein Beispiel für Spermienqualität jenseits des Spermiogramms; keine Zahlen [s358]. D'Agostino et al. 1993 und 1996 (Italien, „Criptorchidismo e fertilità: valutazione in età adulta“, Kryptorchismus und Fruchtbarkeit: Beurteilung im Erwachsenenalter): 172 Erwachsene; Azoospermie bei 18 % der beidseitigen Fälle; Operationszeitpunkt und Lage beeinflussten die Fruchtbarkeit nicht; die zwei Einträge beschreiben offenbar dieselbe Kohorte [s372, s375]. Calleja Aguayo et al. 2012 (Spanien, Fragebogen an 278 Erwachsene, 94 Antworten): von 53 mit Kinderwunsch 44 (83,1 %) mit Erfolg; Rücklauf nur 33,8 % [s286]. Sumiya et al. 1991 (Chiba, japanisch): Die Spermienkonzentration sank mit dem Alter bei der Operation; die Verschlechterung hing stärker mit der Größe des normal deszendierten Gegenhodens zusammen [s386]. Okuno et al. 1992 (Kyoto, 43 Männer, vor der Pubertät operiert): bei einseitigem Hodenhochstand normaler Samenbefund bei 16 (61,5 %), Oligozoospermie bei 8 (30,8 %), Azoospermie bei 1; bei beidseitigem 3 von 4 normal; 7 von 8 verheirateten Männern mit einseitigem Hodenhochstand hatten Kinder [s382]. Kojima et al. 2007 (japanische Übersicht): Die Vaterschaft war bei früherem beidseitigem, nicht aber einseitigem Hodenhochstand gegenüber Kontrollen signifikant vermindert; bei etwa 20 % der pubertären Jungen nach Orchidopexie sei auch mit Hodenspermiengewinnung kein Spermiennachweis zu erwarten [s333]. Jeong et al. 2014 (Pusan, 20 erwachsene Patienten, Alter bei Operation 31,1 ± 12,5 Jahre): Die Hodenbiopsie bei 12 war in allen Fällen abnormal [s260]. Ryang et al. 2015 (Korea, 31 postpubertäre Männer): mittlerer Johnsen-Score 3,42; bei 27 von 31 eingeschränkte Spermatogenese (Score unter 5); eine intratubuläre Keimzellneoplasie (3,2 %) [s251]. Wu et al. 2026 (China, 194 Männer, primäre Orchidopexie nach der Pubertät): Bei einseitigem Befund keine Azoospermie, aber 16 von 44 Männern (36,4 %) mit mindestens einer Abweichung in Konzentration, Beweglichkeit oder Morphologie; bei beidseitigem Befund häufig Azoospermie; nur 17 von 200 biopsierten Hoden (8,5 %) hatten einen Johnsen-Score über 8; 71 von 164 Männern (43,3 %) eine schwere Spermatogenesestörung; hohe Hodenlage OR 6,50 (95-%-KI 2,15 bis 19,64); die Autoren schließen, die Schädigung bestehe oft schon vor der Operation und werde durch die Orchidopexie wohl kaum wesentlich rückgängig gemacht [s51]. Russische und türkische Serien: Ismailow et al. 2012 (Tadschikistan, 92 Patienten 15 bis 22 Jahre nach der Korrektur): Pathospermie bei 81, die Abnahme der Spermatogenese hing nicht von Lage, Operationsalter oder Methode ab; Abstract mit internen Widersprüchen [s296]. Morosow et al. 2016 (100 Männer nach einseitiger Kryptorchidie, 60 nach Orchidopexie, 40 nach Orchiektomie): Volumen des verlagerten Hodens und seines Nebenhodens halb so groß wie auf der Gegenseite; Testosteron, FSH, LH und Antispermien-Antikörper bei den meisten im Normbereich; ein Risikomodell ohne Zahlen im Abstract [s244]. Raigorodskaja et al. 2014 und Isakow et al. 2018 (identische Abstracts, 32 Jungen von 11 bis 15 Jahren): Hodenhypotrophie auf der operierten Seite bereits bei Pubertätsbeginn und zunehmend; nur einmal gewertet [s277, s219]. Pimenowa 2009: Hodenvolumen und Durchblutung auf der betroffenen Seite vermindert; Veränderungen im Ejakulat im Langzeitverlauf; keine Zahlen [s322]. Saruhan et al. 2014 (Türkei, 14 junge Männer mit einseitig unbehandeltem inguinalem Hoden, 8 mit Spermiogramm): mittlere Konzentration 53,8 ± 41,3 Mio./ml; ohne Vergleichsgruppe lässt sich der Schluss der Autoren (deutliche Beeinträchtigung) aus den Werten allein nicht nachvollziehen [s259]. Koçak et al. 1999 (42 Männer von 20 bis 27 Jahren mit nach der Pubertät belassenem Hodenhochstand): bei allen abnorme Spermatogenese, bei einem (2,3 %) Carcinoma in situ [s365]. Yenigürbüz et al. 2025 (51 Männer vor Orchiektomie): Hodenvolumen in der abdominalen Gruppe niedriger (p = 0,002); progressive Beweglichkeit (p = 0,019) und Normalform (p = 0,029) in der inguinalen Gruppe höher [s81]. Ghanem et al. 2024 (Saudi-Arabien, 58 Männer nach einseitiger Orchidopexie): bei im Median 16,3 Jahren Nachbeobachtung 15,5 % mit mäßiger bis schwerer erektiler Dysfunktion; erhöhte Angst, Depression und Stress; Samenparameter nicht im Abstract [s96].

**Operationsalter in der Versorgungspraxis.** Hensel et al. 2015 (13 deutsche Kliniken, 3.587 Orchidopexien 2003 bis 2012): Vor der Leitlinienänderung 2009 wurden 78 % (n = 1.245) nicht leitlinienkonform operiert, nach der Änderung 95 % (n = 1.472); 42 % der Eingriffe betrafen Patienten von 4 bis 17 Jahren [s246]. von Cube et al. 2024 (2.694 Jungen 2009 bis 2022): Bei angeborenem Hodenhochstand wurden 24,9 % vor dem 12. Lebensmonat operiert, das mediane Alter lag bei 16 Monaten; der Anteil vor dem zweiten Lebensjahr stieg von 40 % (2009) auf 60 % (2022); Gründe für späte Operation: verspätete Überweisung (51,2 %), Begleiterkrankungen (28,2 %) [s110]. Oliveros-Rivero et al. 2026 (Lateinamerika, 4.481 Patienten): medianes Alter bei der Operation 50 Monate; nur 18,2 % bis 18 Monate operiert; Spanne zwischen Kliniken 4,7 bis 62,0 % [s35]. Ngalle et al. 2024 (Douala, Kamerun, französisch; 105 Fälle, mittleres Alter 6,65 Jahre) [s103]. Alqasimi et al. 2026 (Saudi-Arabien) und Keleş et al. 2026 (Türkei, 283 Patienten, mittleres Alter bei Orchidopexie 4,8 ± 5,6 Jahre) zeigen Systemverzögerungen [s06, s19]. Ahn et al. 2014 (Seoul, 160 Orchidopexien nach dem fünften Lebensjahr, etwa 15 % aller): Hauptgründe der Verzögerung bei den Eltern; kurzer Samenstrang in 30,2 % [s257]. Imaji et al. 2015 (Japan, 109 Hodenfixationen): Atrophie bei 15 von 76 Kindern bei Operation vor dem zweiten Lebensjahr gegenüber 15 von 33 bei Operation ab dem zweiten Lebensjahr (p = 0,01) [s256]. Huang et al. 2024 (Fujian, 51 Säuglinge, Orchidopexie im ersten Lebensjahr, 42 Kontrollen): Anti-Müller-Hormon stieg von 76,40 ± 15,77 auf 81,52 ± 15,32 und 87,50 ± 15,36 ng/ml nach 6 und 12 Monaten, blieb aber unter dem der Kontrollen; Atrophie-Index 16,7 % nach 6 und 8,6 % nach 12 Monaten [s100]. Abdelmohsen 2026 (Ägypten, 282 laparoskopische Orchidopexien bei nicht tastbaren Hoden): klinische Atrophie bei 65 (23,0 %), je nach Technik 13,2 % (einzeitig mit Gefäßerhalt), 29,7 % (Fowler-Stephens) und 19,8 % (Traktion); stärkster Prädiktor eine Anomalie von Samenleiter oder Nebenhoden (HR 4,28) [s01]. Elgaili Salah und Elssayed Ahmed 2022 (Sudan): Fallserie, 94 Patienten älter als 5 Jahre, Komplikationen bei 9,8 % [s145]. Aksoy et al. 2017 (Türkei, 28 Patienten mit erneuter Operation nach erfolgloser Orchidopexie): bei 19 Hoden gelang die Re-Orchidopexie; 10 Hoden wurden wegen Atrophie oder kurzen Samenstrangs entfernt [s229]. Sütçü et al. 2026 (99 überwiesene Jungen): 72,7 % mit unzureichender Testosteronantwort im hCG-Test, 44,4 % mit nicht isoliertem Hodenhochstand; selektierte Kohorte [s49]. Zwei Fallberichte betreffen eine genetische Androgenrezeptor-Variante [s56] und eine überschüssige Samenleiterschlinge von etwa 20 cm bei der Orchidopexie [s29]. Übersichten: Mathers et al. 2011 (Der Urologe A; „Hodenhochstand und Infertilität unter besonderer Berücksichtigung der interdisziplinären Leitlinie“): etwa 90 % der unbehandelten Männer mit beidseitigem Hodenhochstand entwickeln eine Azoospermie [s302]; Rübben 2016: Azoospermie bei etwa 10 % der Männer mit einseitigem und etwa 32 % mit beidseitigem Hodenhochstand, 10 bis 20 % der Männer mit diagnostizierter Infertilität hätten eine Orchidopexie in der Vorgeschichte [s241]; Robin et al. 2010 (französisch): der Hodenhochstand sei der am besten charakterisierte Risikofaktor für verminderte Fruchtbarkeit und Hodenkrebs [s315]; eine chinesische Übersicht nennt als Schadensmechanismen erhöhte Temperatur und Druck, Apoptose von Keim- und Sertoli-Zellen, gestörte Hypothalamus-Hypophysen-Achse, oxidativen Stress, Antispermien-Antikörper und Verlust von Ad-Spermatogonien [s27]. Florou et al. 2023 (Metaanalyse, sechs Studien, 371.681 Patienten): Hodentumorrisiko nach Orchidopexie im Kindes- und Jugendalter OR 3,99 (95-%-KI 2,80 bis 5,71); dies betrifft das Tumorrisiko, nicht die Samenqualität [s124].

**Tierversuche.** Kemahli et al. 2023 (Flutamid-Modell der Ratte, vier Gruppen zu je acht): Nach Orchidopexie war die Spermienzahl höher als ohne (p < 0,001), mit N-Acetylcystein ähnlich wie bei Kontrollen; Malondialdehyd niedriger, Glutathionperoxidase höher, Apoptosen niedriger [s127]. Ateş et al. 2008 (30 Ratten): Beta-hCG zeigte keinen signifikanten zusätzlichen negativen Effekt auf den Fertilitätsindex [s323].

**Einordnung.** Übereinstimmend zeigen die Studien: Nach beidseitigem Hodenhochstand ist die Samenqualität deutlich schlechter als nach einseitigem (Azoospermie OR 2,3 [s55]; Vaterschaft 65,3 % gegenüber 89,7 % [s359]; normale Spermienzahl 19 % gegenüber 83 % [s357]). Auch nach einseitiger Orchidopexie liegt die Spermiendichte oft unter der der Gesamtbevölkerung [s392, s321]. Unklar bleibt, ob eine Orchidopexie vor dem 12. Monat die Hodenatrophie senkt (OR 1,05; 0,49 bis 2,23 [s64]); für Spermienzahlen oder Vaterschaft fehlen randomisierte oder gut kontrollierte Studien; die Vaterschaftsübersicht spricht dafür, dass frühe Operation mit weniger assistierter Reproduktion einhergeht [s63]. Die Gewissheit ist für den Unterschied zwischen beidseitigem und einseitigem Hodenhochstand mäßig, für den Nutzen früher Operation niedrig.

### Hodenoperationen: Hodentorsion

Bei der Hodentorsion hängt das Ergebnis weniger von der Operationstechnik als von der Dauer der Durchblutungsstörung ab. Ein älterer Befund legt zudem nahe, dass zur Torsion neigende Hoden schon vorher eine gestörte Spermatogenese haben [s389]; die Samenqualität nach Torsion ist daher nicht allein eine Folge des Ereignisses.

**Nasr et al. 2026 (Metaanalyse, elf Studien, 538 Teilnehmende) [s33].** 197 Orchiektomien, 341 Orchidopexien. Nach Orchiektomie waren FSH (SMD 1,63; p < 0,0001) und LH (SMD 1,31; p < 0,0001) höher; Testosteron (Mittelwertdifferenz 0,31 ng/ml; p = 0,4) und Inhibin B (SMD −0,14; p = 0,87) vergleichbar. Die Spermienkonzentration war nach Orchiektomie niedriger (−18 Mio./ml; p = 0,01), nicht aber Gesamtzahl (13,9 Mio.; p = 0,43), Normalform (4,97 %; p = 0,12) und Gesamtbeweglichkeit (4,05 %; p = 0,49). Die gepoolte Rate ipsilateraler Atrophie nach Orchiopexie lag bei 38 %. Verlässliche Vaterschaftsdaten fehlen; im Abstract stehen keine Konfidenzintervalle, und Orchiektomie erfolgt bei schwerer Schädigung, sodass die Gruppen nicht vergleichbar sind.

**Einzelstudien am Menschen.** Aggarwal et al. 2022 (Indien, 67 von 85 erreicht): mediane Zeit bis zur Vorstellung 48 Stunden (Orchiektomie) gegenüber 12 Stunden (Erhalt); etwa 47 % der Erhaltgruppe mit Atrophie; Testosteron in der Orchiektomiegruppe und bei Atrophie niedriger, übrige Hormone und Samenanalyse vergleichbar [s139]. Törzsök et al. 2022 (Österreich, prospektiv, 49 Patienten, mittlere Nachbeobachtung 101 Monate, nur vier Orchiektomierte): oxidativer Stress, Erektionsfunktion und Spermiogrammkategorien ohne signifikanten Unterschied; oxidativer Stress korrelierte negativ mit Spermienkonzentration (p < 0,001) und Gesamtzahl (p = 0,006) [s154]. Anderson et al. 1992 (USA, 16 postpubertäre Patienten): Samenqualität nach Detorsion ohne signifikanten Unterschied zu fertilen Spendern, aber FSH erhöht; nach Orchiektomie (mittlere Torsion 69 Stunden) Samenqualität vermindert (p = 0,001), mittlere Dichte 29,0 Mio./ml [s380]. Anderson et al. 1986 (Großbritannien, 56 Patienten, kontralaterale Biopsie): Die Dauer der Torsion korrelierte eng mit der Atrophie (p < 0,001), nicht mit der späteren Konzentration; bei 20 von 35 bestand histologisch eine vorbestehende partielle Reifungsstörung; 15 von 19 mit dieser Auffälligkeit hatten eine Oligozoospermie, alle mit normaler Histologie normale Konzentrationen [s389]. Tryfonas et al. 1994 (Griechenland, 75 Fälle, 25 nachuntersucht): Atrophie korrelierte mit der Dauer der Symptome; Samenwerte nicht berichtet [s374]. Almekaty et al. 2023 (Ägypten, prospektiv, 62 postpubertäre Patienten): Hodenerhalt gelang bei 20 (32,3 %); die Torsionsdauer war unabhängiger Prädiktor (OR 0,75; 95-%-KI 0,61 bis 0,93); testikuläre Spermienextraktion bei allen, erfolgreich bei 58 (93,5 %); nach sechs Monaten Azoospermie bei 21 (33,8 %), nach Orchiektomie 19 (45,2 %) gegenüber 2 (10 %) nach Orchiopexie (p = 0,006); ein auffälliger kontralateraler Hoden war der unabhängige Prädiktor (OR 92; im Abstract so wiedergegeben, breites Intervall) [s120]. Yang et al. 2021 (China, 77 ausgewertet, 40 Orchiektomie, 37 Orchiopexie): Konzentration 27,60 ± 7,58 gegenüber 27,74 ± 6,80 Mio./ml, Beweglichkeit 60,14 gegenüber 60,29 %, natürliche Schwangerschaftsrate 75,0 % (30 von 40) gegenüber 83,8 % (31 von 37); alle p > 0,05; die Mittelwerte unterscheiden sich kaum, die Aussage der Autoren, die Samenqualität sei nach Orchiektomie geringer, lässt sich daraus nicht ablesen [s179]. Milivojevic et al. 2025 (Serbien, 103 Kinder, Detorsion): ein vorhandener Hoden bei 100 % bei Intervention unter 6 Stunden, 64,7 % bei 6 bis 12 Stunden, 20,8 % bei über 12 Stunden (p < 0,001); keine Samenparameter [s68]. Bartsch et al. 1980 (Österreich, 42 Patienten): bei Detorsion binnen 8 Stunden normale Hodengröße; bei Verzögerung über 8 Stunden deutliche Verkleinerung; die Samenqualität war bei 15 normal, bei 3 fraglich, bei 12 pathologisch [s391]. Ichikawa et al. 1993 (Chiba, 24 Männer, 12 Orchidopexie, 12 Orchiektomie): Spermiendichte und Gesamtzahl in der Orchiektomiegruppe niedriger (p < 0,05), FSH höher; alle der Orchidopexiegruppe mit normalen Werten; in der Orchiektomiegruppe 4 von 8 mit mehr als zwei Jahren Nachbeobachtung weiter oligozoosperm [s376]. Başaran et al. 2026 (Türkei, 41 Patienten, manuelle Detorsion): am wirksamsten bei Beschwerdedauer bis 6 Stunden (63,64 %; p = 0,056) [s08]. Abu-Sharikh et al. 2026 (Fallbericht, Neugeborenes mit Torsion) [s03]. Schtschedrow und Beresnjak 2017 (Russland, 472 Patienten, 24 mit beidseitiger asynchroner Torsion) und Sablin et al. 2024 (Übersicht über 43 Quellen zu Fixationsmethoden) betreffen die Fixation, nicht die Samenqualität [s230, s117]; ebenso Belyj 2011 [s306]. Nagasawa et al. 2022 (Fallbericht): autoimmunes polyglanduläres Syndrom nach Orchidopexie bei wiederholter Torsion, keine Spermien bei der Hodenspermiengewinnung [s161]. Registerdaten aus Korea: Inzidenz 1,1 je 100.000 Männer (bei unter 25-Jährigen 2,9), Hodenerhalt 75,7 % [s264]; Krankenversicherungsdaten: Inzidenz 2,02 je 100.000 Personenjahre, Hodenerhalt 75,22 % [s143]; Hebei: Orchiektomie bei längerer Dauer und größerem Torsionswinkel häufiger [s67].

**Tierversuche zur Torsion.** Goto 1991 (Ratten): Der Schaden des Gegenhodens entstand nur bei erwachsenen Tieren, 3 bis 5 Wochen nach einseitiger Torsion, mit starker Abnahme der Spermatozyten und zahlreichen Tubuli nur mit Sertoli-Zellen; Immunfluoreszenz mit Hinweis auf Antispermien-Antikörper [s384]. Wen et al. 2013 (33 junge Ratten, 720°-Torsion, 96 Stunden): Antispermien-Antikörper nur bei einem Tier der Erhaltungsgruppe; die Orchiektomie veränderte die Histologie des Gegenhodens nicht wesentlich [s282]. Ischämie-Reperfusion: Kaya Tektemur et al. 2026 (35 Ratten, Iloprost: besserer oxidativer Status, aber keine signifikante Verringerung von Gewebeschaden und Apoptose) [s18]; Sabuncu et al. 2026 (48 Ratten, Syringinsäure: bessere Antioxidanswerte und Johnsen-Werte) [s42]; Eisa et al. 2024 (40 Ratten, thrombozytenreiches Plasma oder Fibrin nach Detorsion: nach 30 Tagen bessere Samenqualität und Hormone, beim Fibrin mehr) [s92]. Die Befunde sind unverbunden und auf Tiere beschränkt.

**Einordnung.** Die Studien stützen, dass das Zeitfenster bis zur Operation den Hodenerhalt und die Atrophie bestimmt [s68, s139, s120], dass eine Orchiektomie die Hormone (FSH, LH) und mitunter die Spermienkonzentration beeinflusst [s33, s380] und dass die Fruchtbarkeitsunterschiede zwischen Orchiektomie und Orchiopexie klein oder nicht belegbar sind [s179, s154]. Die Aussage, Hoden mit Torsion hätten schon vorher eine Störung, stammt aus einer einzigen Biopsiestudie von 1986 [s389]. Vaterschaft als harter Endpunkt fehlt weitgehend [s33]. Die Gewissheit ist niedrig.

### Hodenentfernung bei Tumor, Hodentrauma und weitere Eingriffe (Querverweise)

Die Hodenkrebs-Literatur wird in einem eigenen Thema der Studie behandelt (Krebs und Fruchtbarkeit); hier nur Befunde, die die Operation selbst oder die Samenqualität vor und nach ihr betreffen.

**Hodentumor und Orchiektomie.** Petersen et al. 1999 (Dänemark, 83 Patienten mit Hodenkeimzelltumor, Samenanalyse bei 63): mediane Konzentration 15 Mio./ml gegenüber 48 bei Lymphom und 48 bei Gesunden (p < 0,001); FSH 5,7 gegenüber 3,3 und 4,1 IE/l; die Spermatogenese sei schon vor der Orchiektomie beeinträchtigt [s366]. Dieckmann et al. 2025 (Deutschland, 163 Patienten vor, 242 kurz nach der Orchiektomie): präoperativ besser: Ejakulatvolumen 3 gegenüber 2 ml, Gesamtspermienzahl 56,9 × 10⁶ gegenüber 13 × 10⁶, progressive Beweglichkeit 40 gegenüber 25 %, Azoospermie 4,9 gegenüber 14,9 %; Gruppenvergleich statt intraindividuellem Verlauf [s58]. Flores et al. 2025 (38 azoosperme Männer, Onko-TESE): Spermien bei 24 % [s61]. Pape et al. 2025 (Metaanalyse, 30 Studien, 13.718 Männer nach einseitigem Hodenkrebs): Infertilitätsprävalenz 14 % (95-%-KI 9 bis 21 %), Azoospermie 8 % (6 bis 12 %) [s72]. Japanische Serien: Tomomasa et al. 2002 (15 Patienten nach Orchiektomie: Konzentration bei 8 von 15 abnorm, nach Chemotherapie bei 5 von 6 gebessert) [s356]; Suzuki et al. 2015 (102 Patienten, Johnsen-Score; reife Spermien bei 93,0 % mit tumorfreier Gewebebreite ab 7,5 mm gegenüber 41,3 % darunter) [s253]; Hagiuda et al. 2021 (neun Männer mit Keimzelltumor und Hodenhochstand, fünf Azoospermien) [s165]. Topuz et al. 2021 (Türkei, 53 Männer, 29 mit Spermiogramm): mittlere Konzentration 24,21 Mio./ml [s174]. Zur Chemotherapie nach Orchiektomie siehe unten im Abschnitt Reversibilität. Hodenerhaltende Operation: Kleine Serien (acht, elf und 16 Männer) fanden keine signifikanten Änderungen von Hormonen und Samenparametern [s271, s250, s114]; Xiao et al. 2019 (158 Patienten, 23 mit Erhaltung) fanden eine höhere kumulative Vaterschaftsrate nach Erhaltung bei nicht vergleichbaren Gruppen [s202]. Einzelhoden: Mikro-TESE bei solitärem Hoden war nicht weniger erfolgreich [s98, s104].

**Hodentrauma.** Ebiloglu et al. 2024 (Ankara, 41 Patienten): Nach einem Jahr hatten Patienten mit einseitigem Grad-1-Trauma normale Hormone und Spermiogramme; bei einseitigem Grad 2 oder 3 FSH und LH leicht erhöht, Testosteron und Samenwerte normal; bei Beidseitigkeit häufiger Testosteronmangel und schlechte Samenwerte; sehr kleine Untergruppen [s91].

**Hydrozele, Zirkumzision, Prostataresektion.** Saber-Khalaf et al. 2026 (Pilotstudie, Männer mit symptomatischer Hydrozele und abnormen Samenwerten, 31 operiert, 30 beobachtet): nach sechs Monaten keine signifikanten Unterschiede der Samenanalyse; Schwangerschaften nach einem Jahr 22,58 % gegenüber 16,67 %; nicht randomisiert [s40]. Elgergawy et al. 2019 (60 Männer mit Oligoasthenospermie, mit oder ohne Hydrozele): bei Hydrozele schlechtere Zahl und Beweglichkeit (p < 0,001); Befruchtungs- und Schwangerschaftsrate nach ICSI ohne Unterschied [s196]. Für Nebenhodenzysten fehlen praktisch Daten zum Einfluss auf die Fruchtbarkeit [s206]; Gamidow et al. 2026 (80 Männer mit obstruktiver Azoospermie, Pilotstudie mit Bovhyaluronidase-Azoximer): Spermien bei 10 von 80 [s12]. Aus dem chinesischen, japanischen und koreanischen Raum fand sich keine Arbeit mit Samenbefunden nach Hydrozelenoperation. Firinci et al. 2025 (Kaninchen, 18 Tiere, chirurgische gegenüber Elektrokoagulationszirkumzision): Spermienzahlen 96.891 ± 11.893, 93.156 ± 8.365 und 76.783 ± 4.956 in den drei Gruppen, mit Nervenschäden im Onuf-Kern; Tierzahlen ungleich, drei Wochen [s60]. Bei der transurethralen Prostataresektion bleibt die antegrade Ejakulation nur bei einem Teil der Männer erhalten (58,3 % von 108 bei ejakulationserhaltender Technik; 81,1 % bei Prostata unter 80 g gegenüber 36,4 % bei 80 g und mehr); gemessen wird die Ejakulationsfunktion, nicht die Samenqualität [s16, s140]. Söylemez et al. 2011 (2.061 junge Männer bei der Musterung in Izmir): bei 33,0 % Anomalien, davon nur 4,7 % operiert; keine Samenanalyse [s300].

**Varikozelenoperation (knapper Exkurs).** Weil das Gebiet eine sehr große Literatur hat, werden nur Synthesen dargestellt. Persad et al. 2021 (Cochrane, 48 randomisierte Studien, 5.384 Teilnehmende): Behandlung gegenüber keiner oder verzögerter Behandlung: Lebendgeburt unklar (RR 2,27; 95-%-KI 0,19 bis 26,93; sehr niedrige Sicherheit); Schwangerschaft möglicherweise erhöht (RR 1,55; 1,06 bis 2,26; niedrige Sicherheit; 21 % Schwangerschaftschance ohne gegenüber 22 bis 48 % nach Behandlung); operativ gegenüber radiologisch Schwangerschaft RR 1,13 (0,75 bis 1,70); mikroskopische subinguinale Operation gegenüber anderen Verfahren Schwangerschaft RR 1,18 (1,02 bis 1,36; mäßige Sicherheit) und Rezidiv RR 0,48 (0,29 bis 0,79); Samenparameter sind keine Hauptendpunkte [s171]. Agarwal et al. 2023 (16 Studien, 2.420 infertile Männer): standardisierte Mittelwertdifferenzen für Konzentration 1,739 (95-%-KI 1,129 bis 2,349), Gesamtspermienzahl 1,894, progressive Beweglichkeit 3,301, Normalform 1,673; Samenvolumen ohne Unterschied; I² um 98 %, überwiegend nicht randomisierte Primärstudien [s119]. Baazeem et al. 2011: vier randomisierte Studien zur Schwangerschaft bei Oligozoospermie, gepooltes OR 2,23 (0,86 bis 5,78), nicht signifikant; Vorher-Nachher-Studien mit Anstieg der Konzentration um 12,32 Mio./ml (9,45 bis 15,19) [s298]. Zhou et al. 2015 (Metaanalyse bei Jugendlichen, sieben Studien): Hodenvolumenunterschied zwischen Operation und Beobachtung 2,9 ml (0,6 bis 5,2) auf der Varikozelenseite; bei Samenparametern keine signifikanten Unterschiede [s255]. Weitere Metaanalysen betreffen DNA-Fragmentierung [s36], Hormone und Samen im Vergleich zu Männern ohne Varikozele [s53], Operation vor assistierter Fortpflanzung (ICSI: Lebendgeburt OR 2,07; 1,45 bis 2,97) [s70], intraoperativen Doppler [s38], Testosteron bei Hypogonadismus (+113,87 ng/dl) [s02] und die Wiederholungsoperation bei Rezidiv [s150]. Einzelne Studien: Saber-Khalaf 2026 (randomisiert, 81 Männer mit isolierter Teratozoospermie, Operation gegenüber Antioxidanzien: größerer Anstieg normaler Formen, natürliche Schwangerschaften 22,5 % gegenüber 12,5 %) [s41]; Al Homsi 2026 (264 Männer, mikrochirurgisch gegenüber Embolisation: Samenverbesserung nur nach Operation, Zweiteingriffe 14,0 % gegenüber 6,6 %) [s05]; Ryzhkov 2024 (33 Männer, DNA-Fragmentierung im Median 32 % vor, 14,4 % drei Monate nach Operation) [s105]; Yaris und Kilinc 2022 (79 Patienten: bei der detaillierten Formanalyse änderte sich nur die Anomalie „verlängerter Kopf“, nicht aber Anomalien von Kopf, Flagellum oder Hals) [s155]; Demirelli et al. 2018 (180 Männer, spontane Schwangerschaft 55 %) [s209]. Die Studien ohne Kontrollgruppe sind für Regression zur Mitte anfällig.

## Mechanismen und biologische Plausibilität

Die Einstufung in „bewiesen“, „plausibel“ und „spekulativ“ folgt hier festen Regeln, weil für fast keinen der Mechanismen ein kontrollierter Wirkungsnachweis am Menschen vorliegt. **Bewiesen** heißt: Der Vorgang wurde beim Menschen unmittelbar beobachtet (Operationsbefund, Histologie, Messung) und die Beobachtung wurde von mehr als einer Arbeit oder durch Studien mit Vergleichsgruppe gestützt. **Plausibel** heißt: Der Vorgang ist im Tierversuch beschrieben oder beim Menschen nur assoziativ erfasst, und es gibt keinen Befund, der ihm widerspricht, oder nur einen einzelnen. **Spekulativ** heißt: Er beruht auf einem Einzelfall, auf einer einzelnen kleinen Studie ohne Bestätigung, auf Tiermodellen mit unklarer Übertragbarkeit oder auf einer Hypothese der Autoren ohne eigene Daten. Die Einstufung stammt von den Autorinnen und Autoren dieser Studie und ist keine formale GRADE-Bewertung.

### Bewiesen

**Der Samenleiter kann bei Eingriffen im Leistenbereich mechanisch verschlossen oder durchtrennt werden.** Beim Menschen sind sowohl die Verletzung bei der Operation im Kindesalter als auch der Verschluss durch ein Netz im Operationsbefund dokumentiert. Bei der Freilegung fand sich nach Netzreparatur in allen 14 Fällen einer Fallserie eine dichte fibroblastische Reaktion um das Netz mit eingeklemmtem oder verschlossenem Samenleiter [s344]. Nach kindlichen Operationen lag das getrennte Samenleiterende in 74,0 % am inneren Leistenring, in 21,9 % im Leistenkanal und in 4,1 % im kleinen Becken (73 Seiten) [s138]; in einer anderen Serie bei 78,37 % im Becken [s83]; die hohe Ligatur des Bruchsacks wird als Ursache diskutiert [s138]. Dass die Wiederherstellung gelingt (Durchgängigkeit 85,3 %, 88,9 %, 78,4 %), bestätigt den Mechanismus des mechanischen Verschlusses zusätzlich [s138, s370, s184]. Die Häufigkeit des Ereignisses ist damit nicht belegt: Alle Serien betreffen Männer, die wegen Kinderlosigkeit vorstellig wurden [s381, s344]. Sehr selten kann die Operation auch den Hoden selbst gefährden (Einzelfälle von Ischämie und Torsion nach Netzoperation [s317, s199]) und beim Kind vorübergehend die Hodendurchblutung mindern [s93].

**Ein Samenleiterverschluss führt zur Spermienfreiheit des Ejakulats, und ein technisch unvollständiger Verschluss erlaubt Rekanalisation.** Bei den meisten Männern sind die Spermien nach etwa drei Monaten und 20 Ejakulationen verschwunden [s340]; Restspermien können deutlich länger bleiben [s347, s147]; die Technik bestimmt die Rate früher Rekanalisation (0 % bei Kauterisation mit Faszieninterposition bis 25 % bei Ligatur und Durchtrennung ohne Faszieninterposition in einer randomisierten Studie mit Beobachtungsteil) [s338]. Die AUA-Leitlinie leitet daraus eine starke Empfehlung zur Kombination von Mukosakauterisation und Faszieninterposition ab [s44].

**Nach längerem Verschluss verändert sich das Hodengewebe des Menschen messbar, ohne dass dies die Wiederherstellung ausschließt.** Biopsien bei der Umkehr zeigten weniger späte Keimzellen (runde Spermatiden −40 %, elongierte Spermatiden −39 %) und eine 2,7-fach erhöhte Fibrose, beides mit der Verschlussdauer zunehmend [s350]. Gestützt wird dies durch Ultraschallbefunde (verdickter Nebenhodenkörper in 64,1 % gegenüber 15,0 % [s329]). Einschränkungen: Die Biopsierten waren selektiert; Nach 22 bis 42 Jahren fand eine andere Studie bei den auswertbaren Männern keinen Unterschied zur Kontrolle [s283]. Klinisch passt dazu, dass der Erfolg der Umkehr mit der Verschlussdauer sinkt (siehe den Abschnitt zu Dosis-Wirkung), und dass Spermien in der Samenleiterflüssigkeit die Durchgängigkeit gut vorhersagen (OR 4,1; 95-%-KI 2,3 bis 7,3 [s252]).

**Ein beidseitiger Hodenhochstand geht mit schlechterer Samenqualität einher als ein einseitiger; bei der Operation ist die Keimzellreifung oft schon gestört.** Metaanalyse: Azoospermie OR 2,3 (95-%-KI 1,57 bis 3,37) nach beidseitiger gegenüber einseitiger Orchidopexie [s55]; Vaterschaft 65,3 % gegenüber 89,7 % [s359]. Histologisch fehlten Keimzellen bei der Operation häufiger bei beidseitigem (30 %) als bei einseitigem Befund (18 %), mit dem Alter zunehmend, und die Spermatogonienzahl war mit der späteren Spermienzahl verknüpft [s357, s371]. Die AUA- und EAU-Leitlinie stützen sich auf diese Befunde [s262, s393]. Der Beleg ist ein statistischer Zusammenhang aus Beobachtungsdaten; welcher Anteil auf die Operation und welcher auf die Grundstörung entfällt, lässt sich nicht trennen.

**Bei der Hodentorsion bestimmt die Dauer der Durchblutungsstörung den Hodenerhalt.** Dieser Zusammenhang wird in mehreren, voneinander unabhängigen Arbeiten übereinstimmend gefunden: Atrophie korrelierte mit der Torsionsdauer (p < 0,001) [s389]; ein vorhandener Hoden bei 100 % bei Intervention unter 6 Stunden, 64,7 % bei 6 bis 12 Stunden und 20,8 % bei über 12 Stunden [s68]; Torsionsdauer als unabhängiger Prädiktor des Hodenerhalts (OR 0,75) [s120]. Nach Orchiektomie sind FSH und LH höher (SMD 1,63 und 1,31) [s33]; das ist die zu erwartende Rückkopplung bei Verlust eines Hodens.

**Die Samenqualität ist bei Hypospadie schon ohne Operation mit der Schwere der Fehlbildung verknüpft.** Mehrere Studien finden bei distaler Form wenig, bei proximaler oder komplexer Form eine deutliche Beeinträchtigung [s308, s237, s152, s189]; auch die Väter von Jungen mit Hypospadie hatten niedrigere Spermienzahlen (Median 54,1 gegenüber 81,2 Mio./ml) [s328]. Das spricht für eine gemeinsame Anlage; ein Eingriffseffekt ist dadurch weder belegt noch ausgeschlossen.

**Auch vor einer Hodenentfernung wegen Tumor ist die Samenqualität bereits eingeschränkt.** Mediane Konzentration 15 Mio./ml gegenüber 48 Mio./ml bei Gesunden [s366]; Azoospermie 4,9 % vor gegenüber 14,9 % kurz nach der Orchiektomie [s58]. Die Operation verschlechtert die Werte zusätzlich, weil ein Hoden entfernt wird; die Einschränkung vorher kommt von Tumor und Begleitstörung.

### Plausibel

**Druck und Granulom als Ursache der Hodenschäden nach Vasektomie.** Im Tier führt der Samenleiterverschluss zu Nebenhodenschwellung, gestörter Spermatogenese, Tubulusatrophie und Apoptose (Ratte [s304, s238, s191], Beagle [s295], Samenleiterligatur bei Ratten mit Apoptose ab Woche 5 [s361]); die Schädigung hing bei der Ratte von der Größe des Spermiengranuloms ab, das den Druck entlastet (5 von 12 Hoden stark geschädigt) [s238]. Beim Menschen ist der Druckmechanismus nicht gemessen; Ultraschallbefunde (Ektasie der Nebenhodenkanälchen) und Nebenhodenstauung nach Vasektomie [s329, s284] sind mit ihm vereinbar. Gegen eine breite Übertragung spricht der Befund bei Männern, die 22 bis 42 Jahre nach Vasektomie keinen Unterschied zeigten [s283].

**DNA-Abbau der nicht ejakulierten Spermien.** Bei Mäusen waren die DNA-Doppelstrangbrüche im Samenleiter bereits nach einer Woche deutlich erhöht (Olive-Tail-Moment 21,78 ± 2,29 gegenüber 7,04 ± 1,03) und lagen auch in Woche 2 und 3 erhöht (19,71 ± 1,79 und 32,59 ± 1,81 gegenüber 10,10 ± 1,29 und 8,64 ± 0,85) [s151]. Die Übertragung auf den Menschen ist offen.

**Autoimmunreaktion gegen Spermien (Antispermien-Antikörper).** Beim Menschen sind Antikörper nach Samenwegsobstruktion häufig (54 % IgG-positiv bei Verschluss nach kindlicher Hernienoperation [s377]); nach Vasovasostomie sinkt die Konzeptionsrate bei IgA-Antikörpern an allen Spermien und hohen Serumtitern auf 0 % [s388]. Andere Studien fanden keinen Einfluss auf die Schwangerschaftsrate [s88, s378], und eine Übersicht hält Antikörper nach erfolgreicher Umkehr für wahrscheinlich nicht infertilitätsrelevant [s164]. Im Mausmodell verhinderte die Vasektomie eine experimentelle Autoimmunorchitis und löste stattdessen eine Entzündung des Nebenhodenkopfes aus [s324]. Bei der Ratte ließ sich nach Hodentorsion ein Schaden des Gegenhodens mit Antikörperbefund finden, allerdings nur bei erwachsenen Tieren [s384]; ein anderes Modell fand ihn nicht [s282]. Die Befunde sind widersprüchlich; plausibel ist, dass Antikörper bei einem Teil der Männer Bedeutung haben.

**Fibroblastenreaktion und Entzündung durch das Netz, Durchblutungsstörung.** Im Tier führt Netzmaterial zu mehr Entzündung und Fibrose am Samenleiter (Ratte [s345, s272, s125], Kaninchen [s54, s180], Hund mit makroskopischen Auffälligkeiten bei 3 von 6 Tieren mit Netz [s368]); leichte Netze verminderten beim Menschen vorübergehend die Spermienbeweglichkeit (nach einem Jahr, nicht mehr nach drei) [s314, s267]. Hodendurchblutung und Hodenvolumen blieben in prospektiven Studien an Erwachsenen unverändert [s227, s305, s309]; ein erhöhter Gefäßwiderstand nach der Operation war in einer Studie in beiden Gruppen vorhanden [s316] und nach der Operation im Kindesalter innerhalb von sechs Monaten nicht mehr nachweisbar [s93]. Russischsprachige Arbeiten beschreiben Durchblutungsstörungen durch den Bruch selbst und oxidative Marker [s276, s159, s86]; diese Befunde sind nicht kontrolliert. Für die seltene obstruktive Azoospermie nach Netz bleibt die Fibrose um den Samenleiter der bevorzugte Mechanismus [s344].

**Testikuläres Dysgenesiesyndrom als gemeinsame Anlage von Hypospadie, Hodenhochstand und verminderter Samenqualität.** Bei Hypospadie finden sich in der Minipubertät höheres FSH und Testosteron bei niedrigerem Inhibin B und AMH [s23], im Jugendalter höheres LH und INSL3 und eine Oligo- oder Azoospermie bei 18,6 % [s152], Inhomogenität des Hodenparenchyms [s21], bei Kombination mit Hodenhochstand höheres FSH [s301]; ein kürzerer Anogenitalabstand wird als Marker einer gestörten fetalen Hormonwirkung gedeutet [s162, s181]. Der Zusammenhang zwischen Hypospadie und männlicher Infertilität verschwand in der schwedischen Kohorte, wenn Männer mit Hodenhochstand ausgeschlossen wurden [s189], was für Hodenhochstand und nicht für die Operation als Treiber spricht. Der Mechanismus ist plausibel, aber nicht über Interventionsstudien gesichert.

**Hormonelle Störung der Minipubertät und Keimzellverlust beim Hodenhochstand.** Der Hodenhochstand-Hoden zeigt früh Keimzellverlust [s357]; für die Erhöhung von FSH und Verminderung von Inhibin B nach beidseitiger Operation gibt es eine Metaanalyse [s55]; Inhibin B stieg nach der Operation in der Metaanalyse selbstkontrollierter Studien nach sechs Monaten an [s24], und AMH stieg im ersten Jahr, blieb aber unter dem der Kontrollen [s100]. Dass eine gestörte Minipubertät die häufigste Ursache nichtobstruktiver Azoospermie bei Hodenhochstand sei, wird nur in einem Standpunktartikel vertreten [s97]; eine Metaanalyse fand für zusätzliche Hormontherapie keinen klaren Langzeitnutzen [s37]. Die Wärmehypothese und Druck, Apoptose, oxidativer Stress und Antikörper werden in einer Übersicht als Schadensmechanismen genannt [s27]; der Autor des Standpunktartikels hält die Wärmehypothese für nicht überzeugend belegt [s97].

**Oxidativer Stress und Ischämie-Reperfusion bei Torsion.** Im Tier erzeugt eine Torsion mit Reperfusion Keimzellverlust und Marker oxidativen Stresses; Wirkstoffe, die diese Marker mindern (Iloprost, Syringinsäure, thrombozytenreiches Plasma), besserten teils die Histologie oder die Samenqualität [s18, s42, s92]. Beim Menschen korrelierte oxidativer Stress im Ejakulat negativ mit Spermienkonzentration (p < 0,001) und Gesamtzahl (p = 0,006) [s154].

**Vorbestehende Hodenstörung bei Torsion.** Eine Biopsiestudie fand bei 20 von 35 Patienten mit Torsion eine vorbestehende partielle Reifungsstörung im Gegenhoden, und 15 von 19 mit dieser Auffälligkeit hatten eine Oligozoospermie [s389]. Es ist die einzige Studie dieser Art; der Befund passt zu der Beobachtung, dass nach Torsion auch der Gegenhoden auffällig sein kann [s380, s120].

**Hormonelle Rückkopplung und Spermatogenese nach Orchiektomie.** FSH und LH steigen bei verbleibendem Hoden an; die Spermienkonzentration war in der Metaanalyse um 18 Mio./ml niedriger, Gesamtzahl und Beweglichkeit aber nicht [s33]. Eine Spermiengewinnung aus einem solitären Hoden war nicht weniger erfolgreich als aus zwei Hoden, sofern die Hodengröße ausreichte [s98, s104].

**Eine eingeschränkte Spermienqualität nach Wiederherstellung hat andere Gründe als den Verschluss allein.** Das Spermiogramm nach Umkehr bleibt oft unter den WHO-Normwerten [s225, s121]; mögliche Mitursachen sind die Dauer des Verschlusses, ein sekundärer Nebenhodenverschluss bei fehlenden Spermien in der intraoperativen Flüssigkeit und das Alter der Partnerin für den Erfolg der Schwangerschaft [s383, s393, s332]. Der Mechanismus ist teils klinisch belegt (Samenleiterflüssigkeit, Verschlussdauer), teils offen (warum Konzentration und Beweglichkeit unter Normwerten bleiben).

**Hodenerhalt und Fruchtbarkeit nach Tumorbehandlung.** Chemotherapie und Bestrahlung schädigen die Spermatogenese, die retroperitoneale Lymphknotenausräumung die Ejakulation [s221]; die Erholung hängt von der Zyklenzahl ab (siehe nächster Abschnitt). Die Befunde stammen aus Beobachtungsreihen.

### Spekulativ

- **Nervenschädigung durch Zirkumzision mit Elektrokoagulation mindert die Spermienproduktion.** Nur ein Kaninchenversuch mit ungleichen Gruppengrößen und drei Wochen Beobachtung; beim Menschen nicht untersucht [s60].
- **Genetische Einzelbefunde bei Hypospadie und Subfertilität** (WWOX-Variante bei Vater und Sohn [s11]; INHA-Mutation bei zwei Brüdern mit Azoospermie [s141]; Androgenrezeptor-Variante bei Hodenhochstand und Oligo-Astheno-Teratozoospermie [s56]). Fallberichte ohne Gruppenaussage. Systematische Genpanels fanden dagegen keine krankheitsverursachenden Varianten bei nicht syndromaler Hypospadie [s152] und keinen Zusammenhang von AZF-Kopienzahlvarianten mit Hypospadie [s236].
- **Frühe Androgengabe schädigt den Hoden.** Nur im Rattenmodell (Hodengewicht, Tubulusdurchmesser und Keimzellzahl vermindert); eine Übertragung auf die präoperative Hormonbehandlung beim Menschen ist unbelegt [s311].
- **Nervenverletzung bei einseitigem Hodenhochstand beeinflusst den Gegenhoden** [s27] und **Veränderungen der Prostata und Samenblasen nach Orchidopexie** [s244, s322]: Hypothesen oder Beobachtungen ohne Vergleichsgruppe.
- **Der innere Leistenring beeinflusst die Spermatogenese des Leistenhodens.** Aus dem Vergleich von 11 abdominalen und 40 inguinalen Hoden vor Orchiektomie abgeleitet [s81].
- **Epididymale Spermien in den Nebenhoden nach künstlicher Spermatozele sind funktionsschwach** (Hamster-Ei-Penetration im Mittel 8,2 %); eine kleine Laborstudie [s373].
- **Medikamente nach Wiederherstellung:** Prednison (eine randomisierte Studie mit Nachteil bei hoher Dosis [s79] und eine Fallserie mit Vorteil bei niedriger Dosis [s111]), oral Escin [s26], Amnionmembran an der Samenleiternaht (Ratte, ohne Spermienbefunde) [s163]. Alle Befunde sind klein und nicht bestätigt.
- **Stammzell-, Gen- und Wachstumsfaktortherapien** werden in einer japanischen Übersicht als Zukunftsoptionen genannt, ohne Daten [s333].
- **Schutzwirkung von Wirkstoffen bei Torsion und Hodenhochstand im Tier** (N-Acetylcystein bei Orchidopexie [s127], Iloprost, Syringinsäure, thrombozytenreiches Fibrin [s18, s42, s92]): Tierversuche, teils mit gegensätzlichen Ergebnissen.

### Zusammenfassende Übersicht

| Mechanismus | Eingriff | Einstufung | Wichtigste Grundlage |
|---|---|---|---|
| Mechanischer Verschluss oder Durchtrennung des Samenleiters | Leistenbruchoperation (vor allem im Kindesalter, auch mit Netz) | bewiesen (Mechanismus), Häufigkeit unbekannt | Operationsbefunde und Fallserien [s344, s138, s83, s370] |
| Fibroblastenreaktion, Entzündung durch Netz | Leistenbruchoperation mit Netz | plausibel | Tierversuche, Fibrose in Fallserie [s345, s272, s54, s344] |
| Vorübergehend verminderte Beweglichkeit nach Netz | laparoskopische Netzreparatur | plausibel | randomisierte Studie, nach drei Jahren nicht mehr signifikant [s314, s267] |
| Spermienfreiheit nach Verschluss, Rekanalisation | Vasektomie | bewiesen | Metaanalyse, randomisierte Studie [s340, s338] |
| Fibrose und Keimzellverlust im Hoden nach langem Verschluss | Vasektomie | bewiesen (Selektion der Biopsierten) / im Tier plausibel | Biopsien [s350]; Tier [s238, s304, s361] |
| DNA-Abbau nicht ejakulierter Spermien | Vasektomie | plausibel (Maus) | [s151] |
| Antispermien-Antikörper | Vasektomie, Umkehr, Torsion, Samenwegsobstruktion | plausibel, Befunde widersprüchlich | [s388, s377, s88, s164] |
| Verschlussdauer, Spermien in der Samenleiterflüssigkeit bestimmen den Erfolg | Vasovasostomie, Vasoepididymostomie | bewiesen (Zusammenhang) | Metaanalysen [s247, s252] |
| Samenqualität nach Umkehr bleibt häufig unter WHO-Normwerten | Refertilisierung | bewiesen (Beobachtung), Ursache offen | [s225, s121] |
| Keimzellverlust bei der Orchidopexie | Hodenhochstand | bewiesen (Assoziation) | Biopsien [s357, s371] |
| Dysgenesie-Anlage (Hormone, Hodenparenchym) | Hypospadie, Hodenhochstand | plausibel | [s23, s152, s21, s189] |
| Hormonelle Therapie verbessert Minipubertät-Störung | Hodenhochstand | spekulativ | Standpunktartikel gegen Metaanalyse [s97, s37] |
| Dauer der Ischämie bestimmt den Hodenerhalt | Hodentorsion | bewiesen | [s389, s68, s120] |
| Oxidativer Stress, Reperfusionsschaden | Hodentorsion | plausibel | Tierversuche, eine Humanstudie [s18, s42, s154] |
| Vorbestehende Störung der Spermatogenese | Hodentorsion, Hodentumor | plausibel | [s389, s366, s58] |
| Schädigung des Gegenhodens nach einseitiger Torsion | Hodentorsion | plausibel, widersprüchlich | [s380, s384, s282] |
| Nervenschäden durch Zirkumzision mindern die Spermien | Zirkumzision | spekulativ | [s60] |

## Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität

Eine klassische Dosis-Wirkung-Beziehung gibt es bei Operationen nicht: Es wird nicht „mehr oder weniger Operation“ verabreicht. In der Literatur stehen stattdessen Größen, die sich wie eine Dosis verhalten: die Dauer eines Verschlusses (Vasektomie), die Dauer einer Durchblutungsstörung (Torsion), der Schweregrad einer Fehlbildung (Hypospadie), die Seitigkeit (einseitig oder beidseitig), das Alter bei der Operation (Hodenhochstand), die Zahl der Chemotherapiezyklen (Hodenkrebs) und die Dosis eines begleitend gegebenen Medikaments (Prednison nach Umkehr). Alle diese Zusammenhänge stammen aus Beobachtungsstudien, mit Ausnahme der Prednisondosis. Sie sind deshalb Assoziationen; Mitursachen (zum Beispiel das Alter der Partnerin) können mit der „Dosis“ verknüpft sein und das Bild verzerren.

### Vasektomie und Umkehr: Verschlussdauer, Alter der Partnerin, Technik

Die Verschlussdauer ist der am besten untersuchte „Dosis“-Faktor. Die Metaanalyse von Herrel et al. fand für ein Intervall unter 10 Jahren gegenüber mindestens 10 Jahren ein gepooltes Inzidenzverhältnis von 1,17 (95-%-KI 1,09 bis 1,25) für die Durchgängigkeit und von 1,24 (1,12 bis 1,38) für die Schwangerschaft [s247]. Die Einzelstudien zeigen das Muster, aber nicht einheitlich:

| Studie | Verschlussintervall | Durchgängigkeit | Schwangerschaft |
|---|---|---|---|
| Belker 1991 (USA, 1.012 beziehungsweise 810 Männer mit Angaben) [s383] | unter 3 Jahre | 97 % | 76 % |
| | 3 bis 8 Jahre | 88 % | 53 % |
| | 9 bis 14 Jahre | 79 % | 44 % |
| | 15 Jahre und mehr | 71 % | 30 % |
| Boorjian 2004 (213 Operationen, ein Operateur) [s346] | unter 5 / 5 bis 10 / 10 bis 15 Jahre | 91 / 88 / 91 % | 89 / 82 / 86 % |
| | über 15 Jahre | 89 % | 44 % (p < 0,05) |
| Kolettis 2002 (drei Operateure) [s355] | 10 bis 15 Jahre | 74 % | 40 % |
| | 16 bis 19 Jahre | 87 % | 36 % |
| | mindestens 20 Jahre | 75 % | 27 % |
| Fuchs 2002 (173 Männer) [s353] | 15 bis 19 / 20 bis 25 / über 25 Jahre | nicht berichtet | 49 / 39 / 25 % |
| Jeon 2017 (Korea, 82 Männer) [s223] | bis 7 Jahre (n = 51) | 96,1 % | 41,2 % (natürlich) |
| | über 7 Jahre (n = 31) | 80,6 % | 51,6 % (natürlich) |
| Peng 2013 (Peking, 36 Nachverfolgte) [s280] | unter 15 Jahre (n = 25) | 84 % | 29 % (natürliche Vaterschaft) |
| | über 15 Jahre (n = 11) | 64 % | 14 % |
| Amarin und Obeidat 2005 (382 Männer) [s339] | unter 5 / 5 bis 10 / 10 bis 15 / über 15 Jahre | Spermien im Ejakulat 85,3 / 75,3 / 50,3 / 26,9 % | nicht berichtet |

Gegenläufig sind zwei Befunde: Magheli et al. (334 Patienten) fanden keinen Zusammenhang von Verschlussintervall und Durchgängigkeit oder Schwangerschaft; einziger unabhängiger Prädiktor war das Alter der Partnerin (p = 0,015) [s312]. Bei Jeon et al. lag die natürliche Schwangerschaftsrate im Intervall über 7 Jahren nominell höher (51,6 % gegenüber 41,2 %), obwohl die Durchgängigkeit niedriger war; die Autoren fanden dennoch einen sinkenden Erfolg mit der Zeit (OR 0,869; 95-%-KI 0,760 bis 0,993) [s223]. Yahyazadeh et al. fanden die Dauer des Verschlusses als einzigen Prädiktor der Durchgängigkeit (OR 1,112; p = 0,037) [s176]. Lipshultz et al. fanden in der größten Serie (4.568 Patienten) Durchgängigkeit und Konzentration „überraschend invers“ mit der Zeit seit der Vasektomie korreliert und erklären dies teils mit der Überrepräsentation schlecht verlaufender Fälle bei späten Kontrollen [s25]. Die Konzentration einen Monat nach der Operation hing in einer koreanischen Serie mit dem Intervall zusammen (mittleres Intervall 9,69 Jahre bei Azoospermie, 6,02 bei Oligospermie, 7,82 bei normaler Konzentration; p = 0,035) [s292].

**Alter der Partnerin.** Dieser Faktor beeinflusst die Schwangerschaft, kaum die Durchgängigkeit:

| Studie | Alter der Partnerin | Durchgängigkeit | Schwangerschaft |
|---|---|---|---|
| Gerrard 2007 (294 Patienten) [s332] | 20 bis 24 | 90 % | 67 % |
| | 25 bis 29 | 89 % | 52 % |
| | 30 bis 34 | 90 % | 57 % |
| | 35 bis 39 | 86 % | 54 % |
| | ab 40 | 83 % | 14 % |
| Fuchs 2002 (173 Männer, Intervall mindestens 15 Jahre) [s353] | unter 30 | nicht berichtet | 64 % |
| | 30 bis 35 | nicht berichtet | 49 % |
| | 36 bis 40 | nicht berichtet | 32 % |
| | über 40 | nicht berichtet | 28 % |
| Kim 2005 (Seoul, 44 Patienten, Wiederholungsumkehr) [s343] | unter 35 | – | OR 4,13 (95-%-KI 1,06 bis 16,10) |

Zusätzlich fanden Magheli et al. das Alter der Partnerin als einzigen unabhängigen Prädiktor [s312]; bei Vasoepididymostomie waren Partnerinnen unter 35 Jahren mit höherer Schwangerschaftsrate verbunden [s157, s254], ab 35 Jahren mit niedrigeren Raten [s28]; in einer multizentrischen chinesischen Serie fiel die Schwangerschaftsrate bei Partnerinnen über 35 Jahren stärker ab, und nur bei 35,5 % dieser Partnerinnen war vorher die Fruchtbarkeit untersucht worden [s132].

**Spermien in der Samenleiterflüssigkeit und Beweglichkeit.** Spermien oder Spermienteile in der Flüssigkeit erhöhten die Chance der Durchgängigkeit 4,1-fach (OR 4,1; 95-%-KI 2,3 bis 7,3; I² = 22 %) [s252]. Bei beweglichen Spermien im Samenleiter hatten 95 % nach sechs Monaten Durchgängigkeit gegenüber 76 % ohne (p = 0,04) [s336]. Bei beidseitig fehlenden Spermien und Vasovasostomie lag die Durchgängigkeit bei 60 % und die Schwangerschaft bei 31 % [s383]. Nach Wiederholungsoperation sind die Raten niedriger (Durchgängigkeit 75 %, Schwangerschaft 43 %) [s383]. Die EAU nennt zahnpastaartige Flüssigkeit ohne Spermien als Hinweis auf einen sekundären Nebenhodenverschluss [s393].

**Qualität der Samenparameter nach Umkehr und Schwangerschaft.** Spontanschwangerschaften traten auch bei Konzentration unter 5 Mio./ml (15 %), Beweglichkeit unter 10 % (21,3 %) und normaler Morphologie unter 1 % (14,8 %) auf; insgesamt 49,6 % (69 von 139) [s225]. In einer Metaanalyse fiel die Durchgängigkeit von 77 % auf 33 %, wenn statt Spermien über 1 Million/ml mindestens 30 % bewegliche Spermien verlangt wurden [s14]. Bei Vasoepididymostomie sagten die Spermienkonzentration (HR 4,988; 95-%-KI 2,777 bis 8,957) und die Vorwärtsbeweglichkeit (HR 1,751; 1,042 bis 2,945) nach der Operation die Schwangerschaft voraus; das Alter des Mannes hing negativ zusammen (HR 0,407; 0,203 bis 0,816) [s226].

**Subgruppen bei Vasoepididymostomie.** Die Raten hängen von technischen Merkmalen und dem Befund im Nebenhodenfluid ab:

| Merkmal | Ergebnis (Durchgängigkeit, wenn nicht anders angegeben) | Quelle |
|---|---|---|
| Beidseitige gegenüber einseitiger Anastomose | RR 1,42 (95-%-KI 1,25 bis 1,61); RR 1,32 (1,15 bis 1,50) | Metaanalysen [s134, s135] |
| | 80,7 % gegenüber 27,6 % | Peking-Serie [s303] |
| | 77,6 % (45/58) gegenüber 45,5 % (5/11) | Fujian-Serie [s216] |
| | 58,9 % gegenüber 40,7 % | Shanghai-Serie [s185] |
| Bewegliche Spermien im Nebenhodenfluid | RR 1,52 (1,18 bis 1,97) | Metaanalyse [s135] |
| | 83,7 % gegenüber 40 % (unbewegliche) | [s303] |
| | 82,2 % (37/45) gegenüber 54,2 % (13/24) | [s216] |
| | OR 11,80 (1,79 bis 77,65) | [s233] |
| Anastomose distal gegenüber proximal | RR 1,42 (1,09 bis 1,85) | Metaanalyse [s135] |
| | Kopf 38,5 %, Körper 78,8 %, Cauda 100 % (Cauda: 8 Männer) | [s303] |
| | Kopf 47,8 % (11/23) gegenüber Körper oder Cauda 84,8 % (39/46) | [s216] |
| Gefäßschonende gegenüber üblicher Technik | 83,60 % gegenüber 65,20 % | Metaanalyse [s134] |
| | 83,0 % gegenüber 67,0 % (p < 0,01) | Metaanalyse [s52] |
| Dreinaht-Querintussuszeption gegenüber Zweinaht und longitudinal | 89,0 % gegenüber 72,0 % und 58,0 % (p < 0,01) | Metaanalyse [s52] |
| Nebenhodenentzündung in der Vorgeschichte | mit 73,0 % gegenüber ohne 81,7 % (p = 0,243) | [s153] |
| Begleitende Samenleiterobstruktion | mit 74,14 % gegenüber ohne 82,17 % (p > 0,05) | [s76] |
| Vorherige PESA | Hazard Ratio 0,505 (p = 0,001) | [s26] |

Für Vasovasostomie gilt: Die Operationsfrequenz des Operateurs wirkt (besser bei mindestens zehn Eingriffen jährlich) [s288]; die Durchgängigkeit nach einem Jahr schwankte zwischen Operateuren von 54 bis 93 % (Median 82 %) [s25]. Roboterassistierte Vasovasostomie erreichte gepoolt 94,4 % gegenüber 87,5 % mikrochirurgisch und 83,7 % makroskopisch (Beobachtungsstudien) [s106]; Mikroskop gegenüber Lupe 96 % gegenüber 72 % in einer koreanischen Serie [s310], aber 91 % gegenüber 89 % in einer taiwanesischen [s341]; einschichtig gegenüber zweischichtig Durchgängigkeit 91,43 % gegenüber 92,59 % [s50] und 95,7 % gegenüber 94,7 % [s192]. Aktives Rauchen war in einer explorativen Univariatanalyse mit geringerer Durchgängigkeit verbunden [s07].

**Dosis eines Medikaments: Prednison nach Umkehr (randomisiert).** Die einzige randomisierte Dosisstudie dieser Auswertung (iPRED, 73 Männer mit Einjahresdaten) [s79]:

| Arm | Männer | Schwangerschaft nach 12 Monaten |
|---|---|---|
| Kontrolle | 25 | 65 % |
| Niedrige Dosis | 23 | 67 % |
| Bedarfsweise | 11 | 38 % |
| Hohe Dosis | 14 | 17 % |

Die Durchgängigkeit insgesamt (99 %) und die Spermienkonzentration unterschieden sich nicht; die Arme mit hoher und bedarfsweiser Dosis wurden vorzeitig beendet; Dosen von 5 bis 20 mg beeinflussten die Spermienkonzentration nicht. Dem steht eine Fallserie mit acht Männern gegenüber, bei der niedrig dosiertes Prednison die Gesamtzahl beweglicher Spermien im Median um 6 Mio. erhöhte [s111].

**Spermienklärung nach Vasektomie als Zeit-Wirkung-Beziehung.** Die Daten zur Zeit bis zur Spermienfreiheit:

| Quelle | Befund |
|---|---|
| Griffin 2005 (56 Studien) [s340] | Nach drei Monaten und 20 Ejakulationen stets mehr als 80 % azoosperm (Median); Wiederauftreten unbeweglicher Spermien bis 22 Monate |
| Gómez de Vicente 2004 (239 Vasektomien) [s347] | 80 % azoosperm nach 200 Tagen, 90 % nach 260 Tagen; am Ende 13 % mit Spermien |
| Estigarribia Benítez 2022 (1.807 Eingeschlossene) [s147] | 1.297 azoosperm nach drei Monaten; 501 mit unbeweglichen Restspermien: Azoospermie nach im Mittel 4,5 Monaten (4 bis 10); alle mit beweglichen Spermien brauchten einen Zweiteingriff |
| Cháfer Rudilla 2007 (984 Vasektomien) [s331] | 55,5 % erreichten die Freigabekriterien; 0,5 % frühe, 0,1 % späte Rekanalisation |
| Yılmaz und Yıldız 2019 (212 Vasektomien) [s203] | nach sechs Monaten bewegliche Spermien bei 18 (aus den Zahlen 8,5 %) |
| Japanische Praxis (234 Vasektomien) [s87] | Azoospermie 93,2 % nach der ersten, 94,9 % nach der zweiten Kontrolle |
| Davies 1990 [s387] | 2,5 % „special clearance“; bei 49 von 50 Nachuntersuchten nach mindestens drei Jahren azoosperm |
| Beder 2020 [s182] | erste Probe Azoospermie oder seltene unbewegliche Spermien bei 97,5 % |

Die Rekanalisationsrate hängt von der Technik ab: 25 % bei Ligatur und Durchtrennung ohne Faszieninterposition, 0 % bei thermischer Kauterisation mit Faszieninterposition, gesamt 13 % (95-%-KI 12 bis 15 %) [s338].

### Hypospadie: Schweregrad als „Dosis“

| Studie | Distale oder isolierte Form | Proximale, komplexe oder syndromale Form |
|---|---|---|
| Asklund 2010 (Median) [s308] | Konzentration 52 Mio./ml, Gesamtzahl 173 Mio., beweglich 70 %, normal 9 % | Konzentration 32 Mio./ml (p = 0,02), Gesamtzahl 101 Mio. (p = 0,03), beweglich 58 % (p = 0,007), normal 4 % (p = 0,004) |
| Tack 2022 (Oligo- oder Azoospermie) [s152] | 18,6 % (32 von 172) aller NSH-Männer | komplexe NSH 31,3 % (5 von 16); klein für das Gestationsalter Geborene 59,1 % (13 von 22) |
| Skarin Nordenvall 2020 (HR leibliche Kinder) [s189] | gesamt 0,87 (0,83 bis 0,92); distal 0,90 (0,85 bis 0,96) | proximal 0,59 (0,42 bis 0,81) |
| Kumar 2016 [s237] | Samenparameter mit Kontrollen vergleichbar (p > 0,05) | schlechter (14 Fälle) |
| Popkov 2011 [s307] | vorn: geringfügig verminderte Konzentration und Beweglichkeit; Mitte: subfertil | hinten und Störung der Geschlechtsentwicklung: 0,3 ± 0,27 Mio./ml |
| Kroon 2026 [s21] | – | Inhomogenität des Hodenparenchyms schwer und komplex p < 0,001; Zusammenhang mit Zahl der Penisoperationen und verminderter Konzentration |

Der Gradient nach Schweregrad ist in allen vier quantitativen Quellen gleichgerichtet. Er ist mit dem Krankheitsbild vereinbar und spricht nicht für einen Operationseffekt [s307].

### Hodenhochstand: Seitigkeit und Operationsalter

**Beidseitig gegenüber einseitig.**

| Studie | Einseitig | Beidseitig |
|---|---|---|
| Lee 2001 (Vaterschaft unter Versuchenden) [s359] | 89,7 % (Kontrollen 93,2 %) | 65,3 % |
| Cortes 2001 [s357] | normale Spermienzahl 83 % (54 von 65); Verdacht auf Unfruchtbarkeit 8 % | normale Spermienzahl 19 % (14 von 75); Verdacht 56 % |
| Cortes 2001 (Keimzellen fehlten bei der Operation) [s357] | 18 % (88 von 496) | 30 % (61 von 202) |
| Adnyana 2025 (Metaanalyse) [s55] | Referenz | Azoospermie OR 2,3 (1,57 bis 3,37); FSH +3,77 IE/l; Inhibin B −44,86 pg/ml |
| Fan 2024 (Reproduktionszentrum) [s94] | Konzentration 28,09 ± 27,99; ICSI nötig 66,07 % | Konzentration 7,99 ± 14,68; ICSI nötig 95,35 % |
| Okuno 1992 [s382] | normaler Samenbefund 61,5 % (16 von 26) | normal 3 von 4, Azoospermie 1 von 4 |
| D'Agostino 1993/1996 [s372, s375] | – | Azoospermie 18 % |
| Henriksen 2025 (sechs Studien) [s63] | höhere Vaterschaftsraten in fünf von sechs | niedrigere |
| Mathers 2011 / Rübben 2016 (unbehandelt, Schätzung) [s302, s241] | Azoospermie etwa 10 % (Rübben) | Azoospermie etwa 90 % (Mathers) beziehungsweise etwa 32 % (Rübben) |

Die beiden Übersichten zur Azoospermiehäufigkeit bei beidseitigem Hodenhochstand widersprechen sich (etwa 90 % [s302] gegenüber etwa 32 % [s241]); die Abstracts erklären das nicht. Bei der Spermiengewinnung bei Azoospermie fanden Kim et al. dagegen keinen Unterschied nach Seitigkeit (RR 1,02; 0,89 bis 1,16) [s128], Ismaeil et al. 40 % gegenüber 17,9 % (p = 0,0517) [s17].

**Operationsalter.** Die Studien sind uneinheitlich:

| Studie | Befund |
|---|---|
| Kaushal 2025 (Atrophie bei Operation vor dem 12. Lebensmonat) [s64] | OR 1,05 (0,49 bis 2,23), kein Unterschied; niedrige Sicherheit |
| Imaji 2015 (Atrophie) [s256] | 15 von 76 (Operation vor dem 2. Lebensjahr) gegenüber 15 von 33 (ab dem 2. Lebensjahr); p = 0,01 |
| Henriksen 2025 (assistierte Reproduktion) [s63] | 5 % höhere Notwendigkeit je sechs Monate Verzögerung (eine große Studie); deutlich höhere Nutzung nach Operation später als 18 Monate |
| Kim 2023 (Gewinnungsrate bei Azoospermie) [s128] | Orchidopexie vor dem 10. Lebensjahr RR 1,25 (1,06 bis 1,47) |
| Xu 2023 [s136] | Orchidopexie bis zum 10. Lebensjahr 79,5 % gegenüber 55,9 % (p = 0,03) |
| Ismaeil 2026 [s17] | 37,2 % (Orchidopexie mit 12,4 ± 9,4 Jahren) gegenüber 12,2 % (24,9 ± 13,8 Jahre); p = 0,007 |
| He 2024 [s99] | erfolgreiche Gewinnung: Orchidopexie 3,35 Jahre früher (−6,34 bis −0,36) |
| Qin 2025 [s73] | kein Einfluss von Alter bei Orchidopexie oder TESE auf die Gewinnungsrate |
| Trsinar 2009 [s321] | einseitig, Operation vor dem 8. Lebensjahr: höheres Inhibin B (p = 0,006), Hodenvolumen (p = 0,007), niedrigeres FSH (p = 0,01) |
| Vinardi 2001 [s360] | kein Zusammenhang zwischen Operationsalter und Samenqualität |
| Ismailow 2012 [s296], D'Agostino [s372] | Samenstörung unabhängig vom Operationsalter |
| Cortes 1996 [s371] | bei höchstens 1 % Spermatogonien je Tubulus später in 33 % Konzentration von höchstens 5 Mio./ml |

Die Einzelstudien zur Gewinnungsrate sind retrospektive Serien nur mit Azoospermie; Alter bei der Operation und Dauer bis zur Untersuchung sind verwechselbar [s17]. Eine randomisierte Studie zum Operationsalter mit Spermienzahl oder Vaterschaft als Endpunkt fehlt.

**Lage des Hodens.** Hoch skrotal, inguinal und intraabdominell unterscheiden sich in der Gewinnungsrate (p < 0,05 [s99]); in der Serie von Ismaeil et al. 36,8 % bei skrotalen Hoden, 33,3 % bei inguinalen und 0 % bei abdominalen oder gemischten [s17]; in einer Kohorte mit Orchidopexie nach der Pubertät war die hohe Hodenlage mit OR 6,50 (2,15 bis 19,64) assoziiert, größeres Hodenvolumen mit geringerem Risiko; die Zielgröße benennt die Zusammenfassung dort nicht ausdrücklich [s51]. Nach laparoskopischer Orchidopexie bei nicht tastbaren Hoden lag die klinische Atrophie je nach Technik bei 13,2, 29,7 und 19,8 %, mit Anomalie von Samenleiter oder Nebenhoden als stärkstem Prädiktor (HR 4,28) [s01]. Die EAU nennt für Gefäßschäden 1 bis 2 % allgemein, 12 % bei nicht tastbaren Hoden mit langem Gefäßstiel und bis zu 40 % bei gestufter Orchidopexie [s393].

### Hodentorsion: Dauer und Verfahren

**Dauer der Durchblutungsstörung.**

| Studie | Befund |
|---|---|
| Milivojevic 2025 (Kinder, 103) [s68] | Hoden erhalten bei Intervention unter 6 Stunden 100 %, 6 bis 12 Stunden 64,7 %, über 12 Stunden 20,8 % (p < 0,001) |
| Bartsch 1980 [s391] | bei Detorsion binnen 8 Stunden normale Hodengröße; nach Verzögerung über 8 Stunden deutliche Verkleinerung; selbst bei Detorsion binnen 4 Stunden war die exokrine Funktion nur bei 50 % normal |
| Aggarwal 2022 [s139] | mediane Zeit bis Vorstellung 48 Stunden (Orchiektomie) gegenüber 12 Stunden (Erhalt) |
| Almekaty 2023 [s120] | Torsionsdauer Median 32,5 Stunden; Prädiktor des Erhalts OR 0,75 (0,61 bis 0,93) |
| Başaran 2026 [s08] | manuelle Detorsion am wirksamsten bei Beschwerdedauer bis 6 Stunden (63,64 %); 5 von 6 Orchiektomierten mit mindestens 13 Stunden |
| Tryfonas 1994 [s374] | bei Torsion über 24 Stunden mit fraglicher Vitalität Atrophie die Regel |
| Anderson 1986 [s389] | Dauer korrelierte mit der Atrophie (p < 0,001), nicht mit der späteren Spermienkonzentration |

**Orchiektomie gegenüber Orchidopexie.**

| Studie | Orchiektomie | Orchidopexie |
|---|---|---|
| Nasr 2026 (Metaanalyse, 197 gegenüber 341) [s33] | FSH SMD 1,63, LH SMD 1,31 höher; Konzentration −18 Mio./ml (p = 0,01); Gesamtzahl, Normalform, Beweglichkeit nicht unterschiedlich | ipsilaterale Atrophie 38 % |
| Almekaty 2023 [s120] | Azoospermie nach sechs Monaten 45,2 % | 10 % (p = 0,006) |
| Ichikawa 1993 [s376] | Dichte und Gesamtzahl niedriger (p < 0,05); 4 von 8 mit mehr als zwei Jahren weiter oligozoosperm | alle dauerhaft normal |
| Anderson 1992 [s380] | mittlere Dichte 29,0 Mio./ml, Samenqualität vermindert (p = 0,001) | kein signifikanter Unterschied zu fertilen Spendern, FSH erhöht |
| Yang 2021 [s179] | Konzentration 27,60 ± 7,58 Mio./ml; natürliche Schwangerschaft 75,0 % | 27,74 ± 6,80 Mio./ml; 83,8 % (alle p > 0,05) |
| Aggarwal 2022 [s139] | Testosteron niedriger | Atrophie etwa 47 %; sonst vergleichbar |

Die Studien sind uneinheitlich: Die Metaanalyse und kleine Serien finden niedrigere Konzentration oder höhere Gonadotropine nach Orchiektomie, eine chinesische Serie nicht. Orchiektomie wird bei schwererer Schädigung gewählt; die Gruppen sind nicht vergleichbar [s33].

### Leistenbruchoperation: Verfahren, Netzmaterial, Nachbeobachtung

| Studie | Gruppen | Befund |
|---|---|---|
| Peeters 2010 (randomisiert, 59 Männer, ein Jahr) [s314] | Marlex gegenüber VyproII oder TiMesh | Beweglichkeit −9,5 % und −5,5 % mit leichten Netzen gegenüber +2 % mit Marlex (p = 0,013); beidseitig −10 % und −17 % gegenüber +1 % |
| Peeters 2014 (Nachbeobachtung, 49 Männer, Median 39,1 Monate) [s267] | dieselben | −8,5 % und −8 % gegenüber −2,8 % (p = 0,23), nicht mehr signifikant |
| Dong 2018 (Übersicht) [s208] | leichte gegenüber schwere Netze | nach einem Jahr stärkere Minderung der Beweglichkeit, nach drei Jahren kein Unterschied |
| Damous 2023 (randomisiert, 37 Auswertbare) [s123] | Lichtenstein gegenüber TAPP | kein Gruppenunterschied; zwei Oligospermien nach Lichtenstein |
| Askerchanow 2014 (135 Männer, ein Jahr) [s274] | spannungsbehaftet gegenüber Lichtenstein gegenüber laparoskopisch | Konzentration −41,0 ± 12,3 Mio./ml; −7,8 ± 10,9 (bis Jahresende weitere −15,3 ± 20,9); keine negative Veränderung |
| Gwenetadse 2014 (215 Patienten, beidseitig) [s275] | Lichtenstein gegenüber Eigenverfahren | Oligospermie mit 30 bis 35 % weniger Spermien nur nach Lichtenstein (p < 0,01) |
| Kordzadeh 2017 (zehn Studien) [s224] | offen gegenüber beidseitig laparoskopisch mit Netz | obstruktive Azoospermie 0,03 % gegenüber 2,5 % |
| Protasov 2020 (Kinderwunschsprechstunde) [s187] | rechts, links, beidseits | Beweglichkeitsstörungen bei 47,2 %, 34,7 %, 20 % der operierten Männer; Azoospermie nach beidseitiger Operation |

Die Bruchoperation-Befunde zu Beidseitigkeit stützen sich auf Registrierung in Kinderwunschsprechstunden und kleine Serien; die „Dosis“ der Beidseitigkeit (zwei Netze) wird in der Literatur als Risikofaktor genannt, ist aber nur in der Übersicht von Kordzadeh et al. quantifiziert (2,5 % gegenüber 0,03 %; Nenner nicht aufgeschlüsselt) [s224].

### Subgruppen: wer ist betroffen?

- **Schweregrad und Begleitfehlbildungen (Hypospadie):** proximale Formen, komplexe Formen und klein für das Gestationsalter Geborene sind am stärksten betroffen (siehe Tabelle oben) [s152, s308, s189].
- **Alter bei der Operation und Alter der Partnerin:** Der Zeitpunkt der Operation wirkt beim Hodenhochstand uneinheitlich, das Alter der Partnerin bei der Umkehr konsistent [s332, s353].
- **Nach kindlicher Hernienoperation:** Beidseitige Vasovasostomie war erfolgreicher als einseitige (82,4 % gegenüber 42,9 %; p = 0,027), unabhängig von Alter, BMI und Zeit nach der Operation [s184]; die Durchgängigkeit lag bei 56,5 %, 75,86 % und 87,5 % in drei chinesischen Serien [s258, s83, s217]; bei einseitiger gegenüber beidseitiger Umkehr nach Vasektomie fanden Yahyazadeh et al. keinen Unterschied (88,1 % gegenüber 88,7 %) [s176]. Der Ort der Verletzung hing nicht vom Alter bei der Operation oder dem Intervall ab [s138].
- **Bruchsack und Alter:** Atrophie nach kindlicher Hernienoperation trat nur bei Kindern unter 5 Jahren auf, am häufigsten bei Hodenhochstand (13,9 gegenüber 5,1 pro 10.000 Personenjahre insgesamt) [s215].
- **Männer mit Hodenhochstand und Azoospermie:** mehr Männer mit Spermiennachweis nach früher Orchidopexie; Lage, Hodenvolumen und Histologie als Prädiktoren [s99, s231, s186]; Spermiengewinnung ist nach Orchidopexie häufiger erfolgreich als bei idiopathischer nichtobstruktiver Azoospermie (RR 1,90; 1,40 bis 2,58) [s128].
- **Einzelner Hoden:** Gewinnungsrate bei solitärem Hoden 54,1 % gegenüber 56,76 % bei zwei Hoden [s98] und 51,1 % gegenüber 50,4 % [s104].
- **Nebenhodenentzündung in der Vorgeschichte, begleitende Samenleiterobstruktion, Samenleitergefäße:** Siehe Tabelle der Vasoepididymostomie.
- **Hodenkrebs:** größerer Tumor und geringere tumorfreie Gewebebreite sind mit schlechterer Spermatogenese verbunden (Regressionskoeffizient −0,422 für den Tumordurchmesser; reife Spermien bei 93,0 % mit tumorfreier Gewebebreite ab 7,5 mm gegenüber 41,3 % darunter) [s253]; AFP über 1.000 ng/ml sagte schlechte Kryokonservierungsqualität voraus [s240]; Seminome hatten höhere Konzentration als Nichtseminome (21,5 gegenüber 11,8 Mio./ml) [s240]; Hodenkrebs mit Hodenhochstand in der Vorgeschichte: 5 von 9 azoosperm [s165].
- **Rauchen, Operateur, Zentrum:** Rauchen explorativ mit geringerer Durchgängigkeit verbunden [s07]; die Operateurunterschiede der Durchgängigkeit sind groß (54 bis 93 %) [s25].
- **Ein- gegenüber beidseitig bei Hodentrauma:** Nach einseitigem Trauma gute Erholung, bei Beidseitigkeit häufiger Testosteronmangel und schlechte Samenwerte [s91].

### Reversibilität

Die Frage lautet: Kommt die Samenqualität nach dem Eingriff oder nach der Schädigung zurück, und wie schnell? Die Befunde unterscheiden sich stark nach Eingriff.

**Vorübergehende Effekte, die sich zurückbilden.**

| Effekt | Zeitverlauf | Quelle |
|---|---|---|
| Spermienbeweglichkeit nach Hernienreparatur | Bis 48 Stunden (Übersicht) | [s224] |
| Beweglichkeit nach laparoskopischer Reparatur mit leichtem Netz | −5,5 % bis −9,5 % nach einem Jahr (beidseitig −10 % und −17 %); nach im Median 39,1 Monaten nicht mehr signifikant verschieden von Marlex | [s314, s267] |
| Hodendurchblutung nach kindlicher offener Hernienoperation | vermindert 1 Tag bis 1 Woche; 1 bis 6 Monate kein erhöhter Widerstand | [s93] |
| Flussgeschwindigkeiten im Farbdoppler nach Netzreparatur | früh verändert, spät zurück zum Ausgangswert | [s293] |
| Hormone nach TEP-Reparatur | LH 4,3 auf 5,0 IE/l, Inhibin B niedriger; Autoren sehen keine klinische Relevanz | [s227] |
| Hodenvolumen und Samenqualität nach Hernienplastik bei Erwachsenen | nach 90 und 180 Tagen unverändert; Morphologie in einer Gruppe besser | [s123] |
| Inhibin B nach Orchidopexie | nach sechs Monaten höher als vor der Operation (+14,03 pg/ml) | [s24] |
| AMH nach Orchidopexie im ersten Lebensjahr | steigt über zwölf Monate, bleibt unter den Kontrollen | [s100] |
| Samenvolumen nach Vasektomie | wie bei Kontrollen | [s32] |
| Hodenfunktion nach Hodentrauma (einseitig) | nach einem Jahr Erholung unabhängig vom Grad | [s91] |

**Verzögerte Rückkehr und Spätversagen nach Umkehr.** Die mittlere Zeit bis zur Durchgängigkeit lag bei 1,7 bis 4,3 Monaten nach Vasovasostomie und 2,8 bis 6,6 Monaten nach Vasoepididymostomie; Spätversagen 0 bis 12 % nach Vasovasostomie, 1 bis 50 % nach Vasoepididymostomie [s197, s393]. In Einzelserien: 4,11 ± 2,74 Monate bis zur Durchgängigkeit, 87,8 % innerhalb von sechs Monaten [s185]; 86,0 % innerhalb von sechs Monaten bei 75,3 % Durchgängigkeit [s109]; natürliche Schwangerschaft nach 9,9 ± 4,2 Monaten [s303]; von 51 Paaren ohne Schwangerschaft im ersten Jahr nach Durchgängigkeit konzipierten etwa 39,2 % (20/51) in den Jahren 1 bis 3 natürlich, bei einer natürlichen Gesamtschwangerschaftsrate von 72,8 % nach im Mittel 56 Monaten [s28]. Spätere Kontrollen sehen niedrigere Raten, was wegen Überrepräsentation schlechter Verläufe überpessimistisch sein kann [s25]. Ein Fallbericht beschreibt nach einer Kontrolle mit zwei unbeweglichen Spermien acht Monate später bewegliche Spermien und eine Schwangerschaft der Partnerin (vermutete Rekanalisation) [s34]. Eine zweite oder wiederholte Umkehr ist möglich: Durchgängigkeit 86,4 % und Schwangerschaft ohne Reproduktionstechnik 56,8 % nach Wiederholungsumkehr [s343], 66,67 % nach Re-Umkehr [s169].

**Dauerhafte oder nicht rückgängig gemachte Schäden.**

- **Hoden nach Torsion:** Atrophie nach Orchidopexie 38 % (gepoolt) [s33]; etwa 47 % in einer indischen Serie [s139]; nach Orchiektomie bei langer Torsion (im Mittel 69 Stunden) war die Samenqualität vermindert [s380], und ein auffälliger Gegenhoden war Prädiktor der Azoospermie [s120]. Nach Orchiektomie wegen Torsion blieb bei 4 von 8 Männern mit mehr als zwei Jahren Nachbeobachtung die Oligozoospermie bestehen [s376].
- **Samenleiter nach kindlicher Operation:** Die Verletzung ist als solche nicht rückbildbar; chirurgische Rekonstruktion gelingt in 56,5 bis 89 % der Fälle, bei 21,0 % (13 von 62) blieb es bei der Exploration, weil das distale Samenleiterende nicht aufzufinden war [s258]; die EAU hält große beidseitige Defekte meist für nicht korrigierbar [s393]. Auch nach Netzreparatur konnte bei 8 von 14 Männern wiederhergestellt werden (57 %) [s344].
- **Hodenhochstand:** Die Orchidopexie verlegt den Hoden, aber die Keimzellschädigung besteht schon bei der Operation [s357]; die AUA-Leitlinie hält fest, dass die Verlagerung Spätfolgen verringern, aber nicht verhindern kann [s262]; die Hodenvolumina bleiben auf der operierten Seite kleiner [s244, s100, s322]; Samenparameter nach Orchidopexie im Erwachsenenalter bleiben oft unter denen der Bevölkerung [s392, s321, s382]; in einer postpubertären Kohorte hatten 43,3 % eine schwere Spermatogenesestörung [s51]. Die Autoren dieser Kohorte schließen, die Orchidopexie mache die Schädigung wohl kaum wesentlich rückgängig [s51].
- **Hypospadie:** Es gibt keine Daten zur Reversibilität; die Samenparameter sind mit der Fehlbildung verknüpft und nicht mit der Operation (siehe oben).
- **Vasektomie:** Nach dem Eingriff ist die Spermatogenese beim Menschen nach Jahrzehnten ohne messbaren Unterschied zu Kontrollen [s283]; kurz nach Umkehr bleibt die Samenqualität oft unter Normwerten [s225, s121]. Tierversuche zur Rückbildung der Hodenschäden nach Wiederherstellung liegen in dieser Auswahl nicht vor; bei Männern ist die Wiederherstellung auch nach mehr als 15 Jahren möglich, mit niedrigerer Schwangerschaftsrate [s346, s353].

**Reversibilität nach Hodenkrebs-Chemotherapie (Querverweis, Dosis als Zykluszahl).** Die japanischen Serien zeigen eine deutliche Zyklusabhängigkeit der Erholung:

| Quelle | Befund |
|---|---|
| Suzuki 2013 (49 Patienten, 45 mit BEP) [s281] | Von 45 BEP-Patienten erholten 44 die Spermatogenese; Erholungsrate innerhalb von zwei Jahren nach 1 bis 2, 3 und 4 Zyklen: 83,3 %, 80,0 % und 66,7 %; nach 5 bis 6 Zyklen bei keinem innerhalb von zwei Jahren |
| Namekawa 2016 (35 Patienten, Cisplatin) [s239] | Spermien traten bei 85,7 % wieder auf, normale Werte bei 54,3 %; unabhängig mit der Normalisierung verbunden: Alter unter 25 Jahren (p = 0,0057), weniger als vier Zyklen (p = 0,0042), FSH unter 18 mIU/ml (p = 0,0220); mediane Zeit bis zur Normospermie 40 Monate (22 bis 96) |
| Ishikawa 2004 (Hochdosischemotherapie, 10 Nachuntersuchte) [s348] | Spermatogenese erholte sich bei 5 von 10 |
| Yamashita 2021 (567 Überlebende) [s177] | Vaterschaft ohne Kryosperma 20 % (33 von 169) ohne Chemotherapie gegenüber 10 % (39 von 398) mit Chemotherapie (p < 0,05); 12 % nach drei und 5 % nach vier Zyklen (p < 0,05) |
| Okaneya 1993 [s379] | bei 3 Patienten Normalisierung 22 Monate nach Chemotherapie |
| Japanische Samenbank (14 Jahre, 163 Patienten) [s335] | nach der Behandlung 20,9 % der Männer mit Hodenkrebs und 57,9 % mit hämatologischer Erkrankung ohne Erholung |
| Yokohama-Samenbank (10 Jahre) [s352] | nach Chemotherapie 40 % (29 von 72) azoosperm |
| Pape 2025 (Metaanalyse) [s72] | Infertilität nach einseitigem Hodenkrebs 14 % (9 bis 21 %), Azoospermie 8 % (6 bis 12 %); mit guter Prognose und Standardtherapie 4 % (2 bis 10 %) |

**Immunologisch bedingte Befunde** (Antispermien-Antikörper) sind nach Umkehr nicht in allen Studien mit einer niedrigeren Schwangerschaftsrate verbunden (siehe oben) [s388, s88, s378]. Die einzige randomisierte Studie zur Beeinflussung der Samenparameter nach Umkehr (Prednison) fand bei höherer Dosis eine niedrigere Schwangerschaftsrate [s79].

**Was nicht untersucht ist.** Es gibt keine Studie, die bei gleicher Fehlbildung Männer mit und ohne Operation vergleicht (Hypospadie, Hodenhochstand, Leistenbruch); keine randomisierte Studie zum Operationsalter beim Hodenhochstand mit Spermienzahl oder Vaterschaft als Endpunkt; keine Cochrane-Übersicht zu Hypospadie, Hodenhochstand oder Vasektomie-Umkehr, die in der Abfrage gefunden wurde (ob keine existiert, wurde nicht abschließend geprüft); keine Samenanalysen bei Kindern, die später die Frage nach dem Spätergebnis beantworten würden; keine portugiesischsprachige Studie; AWMF-, ESHRE- und SIA-Volltexte waren nicht auswertbar. Bei Hydrozele und Skrotalchirurgie fanden sich aus Ostasien keine Samenbefunde; Studien zur Hodentorsion berichten Vaterschaft kaum. Die Samenanalysen, Hormonwerte und Vaterschaftsraten sind überwiegend Zwischenmaße; die Nachsorge solle sich laut der koreanischen Empfehlung an Lebendgeburt und Behandlungsbelastung statt an Zwischenwerten der Samenparameter orientieren [s30].

**Gesamteinschätzung.** Am besten belegt sind drei Befunde: Nach Vasektomie wird die Azoospermie bei den meisten nach etwa drei Monaten und 20 Ejakulationen erreicht, bei einem Teil dauert es deutlich länger [s340, s347, s147]. Nach Refertilisierung sind Spermien im Ejakulat bei etwa 85 bis 90 % nachweisbar, die Schwangerschaftsrate liegt in Metaanalysen bei 73 % (gewichtet) beziehungsweise in großen Serien bei 30 bis 76 %, abhängig von Verschlussdauer, Alter der Partnerin und intraoperativem Befund [s247, s383, s332]; die Spermienparameter bleiben oft unter den WHO-Normwerten, ohne dass eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist [s225]. Beidseitiger Hodenhochstand geht mit deutlich schlechterer Samenqualität einher als einseitiger (OR für Azoospermie 2,3 [s55]). Dünn oder widersprüchlich sind Hypospadie, Leistenbruch bei Kindern, Hodentorsion (Vaterschaft), die Wirkung von Glukokortikoiden nach Umkehr [s79, s111] und der Einfluss des Verschlussintervalls auf die Durchgängigkeit [s346, s312, s247]. Keine der Aussagen ist eine Therapieempfehlung; Entscheidungen über Eingriffe oder Fruchtbarkeitsmaßnahmen gehören in die ärztliche Beratung im Einzelfall.

## Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Die folgende Übersicht ordnet die Quellen dieses Kapitels nach der Sprache, in der sie veröffentlicht wurden, und nennt dazu die Region, aus der die Daten stammen. Diese Trennung ist wichtig, weil sie zwei verschiedene Fragen beantwortet: Wo wird zu Hypospadie, Leistenbruchoperation, Vasektomie, Refertilisierung und Hodenoperationen geforscht, und in welcher Sprache und in welcher Datenbank findet man es? In den 393 Quellen der Gesamtrecherche tragen 327 das Etikett Englisch, 40 Russisch, 37 Türkisch, 31 Arabisch, 20 Chinesisch, 19 Japanisch, 10 Französisch, 9 Spanisch, 7 Deutsch und 2 Italienisch; Portugiesisch und Koreanisch sind mit keiner einzigen Quelle in der Originalsprache vertreten. Die Etiketten überschneiden sich: Ein englischsprachiger Aufsatz einer ägyptischen Klinik trägt zum Beispiel sowohl Englisch als auch Arabisch, weil er die Region, nicht die Sprache des Textes beschreibt. Alle Zahlen stammen aus Zusammenfassungen (Abstracts), die über die Europe-PMC-Schnittstelle und die E-utilities des National Center for Biotechnology Information am 5. Oktober 2026 tatsächlich abgerufen wurden, oder aus den im Text genannten Leitlinien-Webseiten; ergänzend dienten für einzelne Sprachräume CyberLeninka (russisch), TR Dizin (türkisch), J-STAGE (japanisch), HAL (französisch) und Dialnet (spanisch). Die Aussagen zur Erreichbarkeit der Datenbanken stammen aus den Rechercheberichten vom 5. Oktober 2026 und wurden hier nicht erneut geprüft. Volltexte der Studien wurden fast nie ausgewertet. Die Abschnitte stellen dar, was die Literatur sagt, und enthalten keine Therapieempfehlung. Wo ein Satz mit „die Autoren“ oder „die Leitlinie“ beginnt, ist es deren Aussage, nicht die dieses Kapitels.

### Englisch

Der englische Sprachraum trägt den größten Teil der verwertbaren Evidenz, und zwar nicht nur aus den USA, Großbritannien und Australien: Auch Kliniken aus China, Ägypten, Indien, Korea, Japan und der Türkei veröffentlichen hier, sodass „englischsprachig“ in der Praxis „international“ bedeutet. Alle Metaanalysen zu Vasovasostomie, Vasoepididymostomie, Hodenhochstand und Varikozele sind englisch, ebenso die beiden Cochrane-Übersichten dieses Kapitels. Die eine betrifft die Behandlung der Varikozele bei subfertilen Männern (48 randomisierte Studien, 5.384 Teilnehmende; für die Schwangerschaft ein relatives Risiko von 1,55 mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,06 bis 2,26, niedrige Sicherheit der Evidenz) [s171]. Die andere vergleicht laparoskopische mit offener Reparatur beim kindlichen Leistenbruch (zwölf randomisierte Studien, 1.247 Kinder) und zeigt vor allem eine Lücke: Weder Hodenatrophie noch Samenleiterverletzung noch Fruchtbarkeit waren Zielgrößen der eingeschlossenen Studien [s31].

**Eigene Kohorten und Register.** Die tragfähigsten Bevölkerungsdaten stammen aus skandinavischen und US-amerikanischen Quellen. Eine schwedische Registerkohorte mit 1,2 Millionen Männern der Geburtsjahre 1964 bis 1998 fand für Männer mit Hypospadie eine geringere Wahrscheinlichkeit, leibliche Kinder zu haben (adjustierte Hazard Ratio 0,87; 95-%-Konfidenzintervall 0,83 bis 0,92), bei proximaler Form 0,59 (0,42 bis 0,81) [s189]. Eine belgisch-österreichische Querschnittskohorte aus Gent und Wien (193 Männer von 16 bis 21 Jahren mit nicht syndromaler Hypospadie, 50 Kontrollen) fand bei 32 von 172 Männern mit auswertbarer Probe (18,6 %) eine Oligo- oder Azoospermie [s152]. Eine dänische Studie verband Samenanalysen mit Registerdaten zu 1.083 operierten Männern: 24,0 % waren als Vater verzeichnet, in der Allgemeinbevölkerung 29,4 % [s308]; Väter von Jungen mit Hypospadie hatten zudem eine niedrigere mediane Spermienkonzentration als Kontrollen (54,1 gegenüber 81,2 Mio./ml) [s328]. Zum Hodenhochstand liefern eine Pittsburgher Kohorte (Vaterschaft unter Männern, die Kinder zu zeugen versuchten: 65,3 % nach beidseitigem, 89,7 % nach einseitigem Hodenhochstand, 93,2 % bei Kontrollen) [s359] und eine dänische Biopsiekohorte mit 1.335 Jungen (normale Spermienzahl bei 19 % nach beidseitiger und 83 % nach einseitiger Orchidopexie unter den nachuntersuchten Erwachsenen) [s357] die Grundlage; die gepoolte Auswertung von zehn Studien kommt für die Azoospermie nach beidseitiger gegenüber einseitiger Orchidopexie auf ein Odds Ratio von 2,3 (1,57 bis 3,37) [s55]. Für die Hodenatrophie nach kindlicher Leistenbruchoperation gibt es eine große US-Versicherungskohorte mit 8.897 Jungen [s215]. Die Refertilisierung ist im Englischen besonders dicht belegt: eine Metaanalyse mit 31 Studien und 6.633 Patienten (gepoolte Durchgängigkeit 89,4 %, Schwangerschaft 73,0 %) [s247], die Serie der Vasovasostomy Study Group mit 1.469 Eingriffen [s383] und eine multizentrische Kohorte mit 4.568 Patienten, in der die Durchgängigkeit nach einem Jahr je nach Operateur zwischen 54 und 93 % lag [s25]. Eine randomisierte Studie gibt es zur Gabe von Prednison nach der Umkehr (75 Männer; hohe Dosis mit 17 % Schwangerschaften nach zwölf Monaten gegenüber 65 % in der Kontrollgruppe, zwei Arme wegen niedriger Raten vorzeitig beendet) [s79].

**Leitlinien.** Nahezu alle internationalen Leitlinien erscheinen auf Englisch. Die Leitlinie der American Urological Association (AUA) zur Vasektomie und zur Wiederherstellung der Fruchtbarkeit nach Vasektomie von 2026 [s44, s43], die AUA-Leitlinie zum Kryptorchismus (2014, Gültigkeit 2025 bestätigt) [s262], die AUA/ASRM-Leitlinie zur männlichen Infertilität in der Fassung von 2024 [s90] und die Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU) in den Fassungen 2021 und 2025 sowie in der Webfassung des Kapitels zur männlichen Infertilität [s170, s69, s393] wurden ausgewertet. Die Abstracts enthalten keine einzelnen Empfehlungen; die Aussagen stammen aus den Webfassungen. So gibt die AUA-Vasektomieleitlinie an, dass zur Beendigung der Verhütung eine einzelne, frisch untersuchte, nicht zentrifugierte Probe mit höchstens 100.000 seltenen unbeweglichen Spermien pro Milliliter genügen könne (bedingte Empfehlung, Evidenzgrad B) [s44]; die EAU hält für die Vasektomie-Umkehr mittlere Durchgängigkeits- und Schwangerschaftsraten von 90 bis 97 % und 52 bis 73 % fest [s393]. Britische Laborleitlinien der Association of Biomedical Andrologists legen für das Spermiogramm nach Vasektomie ein Untersuchungsfenster von frühestens zwölf Wochen und 20 Ejakulationen fest [s232]; die Vorgängerfassung von 2002 nannte noch 16 Wochen und 24 Ejakulationen [s354]. Ein Vergleichsartikel stellt die WHO-Infertilitätsleitlinie 2025 den Leitlinien von AUA/ASRM, EAU, ESHRE und NICE gegenüber und bezeichnet die Evidenz für viele häufig genutzte Maßnahmen als lückenhaft [s04]. Das Global Andrology Forum legt eine Varikozele-Leitlinie vor (31 Aussagen, 24 Fachleute im Delphi-Verfahren) [s10].

**Zeitschriften und Besonderheiten.** Die einschlägigen Arbeiten erscheinen im Journal of Urology, in Fertility and Sterility, Andrology, Urology, im Asian Journal of Andrology und in The World Journal of Men's Health; die beiden letztgenannten bündeln viel Material aus Asien und dem Nahen Osten. Typisch für den englischen Bestand ist das Missverhältnis zwischen der Zahl der Studien und ihrer Beweiskraft: Fast alle sind retrospektive oder prospektive Beobachtungsstudien; Kontrollgruppen von Männern ohne Operation fehlen, sodass sich Folgen des Eingriffs und Folgen der zugrunde liegenden Fehlbildung kaum trennen lassen. Ein Beispiel ist die Metaanalyse zum Hodenhochstand: Sie vergleicht beidseitige mit einseitiger Erkrankung nach Orchidopexie, nicht Operierte mit Nichtoperierten [s55]. Die Metaanalyse zum Operationszeitpunkt fand für die Hodenatrophie bei Operation vor dem zwölften Lebensmonat ein Odds Ratio von 1,05 (0,49 bis 2,23) bei niedriger Sicherheit der Evidenz und prüft Spermienparameter ohnehin nicht [s64]. Auch die Zugänglichkeit der Datenbanken wirkt auf das Bild: Europe PMC und die E-utilities waren ohne Einschränkung erreichbar, die Webseite von PubMed war gesperrt, die Cochrane Library lieferte nur eine Hülle ohne Ergebnislisten und musste über Europe PMC umgangen werden; die Webseiten von AUA, EAU und ESHRE waren erreichbar, die AWMF-Seite lieferte dagegen nur eine leere Skriptfassung.

### Deutsch

Der deutschsprachige Bestand ist klein: Sieben Quellen tragen das Etikett Deutsch [s20, s22, s108, s241, s302, s337, s362]. Er besteht aus Übersichten und zwei Patientenserien, nicht aus großen Kohorten. Hinzu kommen Arbeiten aus Deutschland und Österreich, die auf Englisch erschienen sind und deshalb im vorigen Abschnitt zählen, hier aber die regionale Lage beschreiben.

**Eigene Studien.** Die einzige deutschsprachige Patientenserie zur Refertilisierung neueren Datums stammt aus Aktuelle Urologie: Nach 141 zweischichtigen mikrochirurgischen Vasovasostomien (1996 bis 2001) antworteten 63 von 90 angeschriebenen Männern (70 %); die Durchgängigkeit lag bei 86 %, die Geburtenrate bei 24 %; in einer historischen Vergleichsgruppe mit Einschichttechnik unter der Lupe (n = 64) lagen Durchgängigkeit bei 87 % und Schwangerschaftsrate bei 48 %. Die Autoren schreiben, die hohen Schwangerschaftsraten von über 80 % aus früheren Veröffentlichungen ließen sich nicht reproduzieren [s337]. Das ist die auffälligste Abweichung eines Sprachraums von den englischsprachigen Spitzenwerten; sie beruht allerdings auf einer Befragung mit 70 % Rücklauf und einem historischen Vergleich. Eine ältere Kosten-Nutzen-Analyse aus Der Urologe A wertete 157 zweischichtige Vasovasostomien (1993 bis 1998) aus: Durchgängigkeit 77 %, Schwangerschaftsrate 52 %, gegenüber 22,5 % und 19,5 % nach Spermiengewinnung aus Nebenhoden oder Hoden mit ICSI; die Kosten je Lebendgeburt gibt der Abstract mit 5.447 DM (2.800 Euro) gegenüber 28.804 DM (14.100 Euro) an, die Mehrlingsrate mit 0,7 % gegenüber 15,8 % [s362]. Die Gruppen unterscheiden sich in der Indikation, nicht nur im Verfahren.

**Übersichten.** Zur Refertilisierung nennt eine Übersicht aus Der Urologe, dass bis zu 6 % der Männer nach einer Vasektomie erneut einen Kinderwunsch entwickeln; sie sieht keinen Unterschied bei Schwangerschafts- und Geburtenrate zwischen Refertilisierung und Spermiengewinnung mit assistierter Reproduktion [s108]. Eine Übersicht aus der Wiener Medizinischen Wochenschrift nennt 5 bis 7 %, Durchgängigkeit und Schwangerschaft von etwa 88 % und 47 % nach Vasovasostomie und von 64 % und 31 % nach Vasoepididymostomie [s20]. Zum Hodenhochstand beziehen sich zwei Übersichten auf die interdisziplinäre Leitlinie: Die eine hält fest, etwa 90 % der unbehandelten Männer mit beidseitigem Hodenhochstand entwickelten eine Azoospermie, bei den übrigen Konstellationen seien Fruchtbarkeit und Vaterschaftswahrscheinlichkeit nicht vorhersehbar [s302]; die andere nennt eine Azoospermie bei etwa 10 % nach einseitigem und etwa 32 % nach beidseitigem Hodenhochstand sowie einen Hodenhochstand in der Vorgeschichte bei etwa 10 bis 20 % der Männer mit diagnostizierter Infertilität [s241]. Zur Hypospadie beschreibt eine Übersicht die Spätfolgen im Jugend- und Erwachsenenalter (Strikturen, Fisteln, Restverkrümmung, Narben) und die Schwierigkeit, dass Erwachsene Schweregrad und Operationstechnik oft nicht kennen; Spermienparameter kommen nicht vor [s22].

**Register, Leitlinien und Versorgungsdaten.** Ein eigentliches Register mit Samendaten gibt es im deutschen Sprachraum in dieser Auswahl nicht. Am nächsten kommt eine Auswertung der deutschen Krankenhausqualitätsberichte zur Hypospadiechirurgie 2006 bis 2024: Die Diagnosezahlen blieben mit 3.225 bis 3.850 pro Jahr stabil, die Eingriffe stiegen von 3.828 (2006) auf 5.564 (2018) und lagen 2024 bei 5.725; nach Angabe der Autoren beeinflusst die überarbeitete S2k-Leitlinie (erstmals 2016, aktualisiert 2021) die Operationspraxis stärker als die Gesetzesänderung nach § 1631e BGB, nach der bei proximaler Hypospadie vor der Operation eine familiengerichtliche Entscheidung vorgesehen ist [s48]. Zum Hodenhochstand zeigen zwei Versorgungsstudien eine Lücke zwischen Leitlinie und Praxis: In 13 deutschen Kliniken (3.587 Orchidopexien, 2003 bis 2012) waren vor der Leitlinienänderung 2009 78 % und danach 95 % der Jungen nicht leitliniengerecht operiert worden, 42 % der Eingriffe betrafen Patienten von 4 bis 17 Jahren, und 46 % der befragten niedergelassenen Kinderärzte kannten die Diskrepanz nicht [s246]. Eine neuere Auswertung (2.694 Jungen, 2009 bis 2022) trennt angeborenen von erworbenem Hodenhochstand: Bei angeborenem wurden 24,9 % vor dem zwölften Lebensmonat operiert (Median 16 Monate); häufigster Grund für den späteren Eingriff war eine verspätete Überweisung (51,2 %) [s110]. Die Leitlinientexte der AWMF selbst waren nicht lesbar, weil das Register nur eine leere Skriptseite lieferte; sie sind hier nur über diese Sekundärarbeiten erfasst [s48, s110, s246, s302].

**Weitere Quellen aus der Region.** Auf Englisch erschienen aus Deutschland und Österreich: eine Studie an 405 Hodentumorpatienten aus zwei Zentren, in der Ejakulatvolumen, Gesamtspermienzahl, Beweglichkeit und der Anteil der Azoospermien vor der Orchiektomie günstiger waren als kurz danach (Azoospermie 4,9 gegenüber 14,9 %) [s58]; die Auswertung von 334 Umkehroperationen, in der allein das Alter der Partnerin als unabhängiger Prädiktor der Fruchtbarkeit blieb [s312]; die Studie zu beidseitiger endoskopischer Netzreparatur (59 Männer, kein Hinweis auf eine operationsbedingte Beeinträchtigung) [s305]; die prospektive Nachbeobachtung nach Hodentorsion (49 Patienten, mittlere Nachbeobachtung 101 Monate) [s154] und eine österreichische Spätnachuntersuchung von 1980 [s391].

**Lücken.** Im deutschen Sprachraum fehlen in dieser Auswahl Kohortenstudien in der Landessprache zur Leistenbruchoperation und Samenqualität, zur Vasektomie selbst und zur Hodentorsion mit Samenanalyse. Die deutsche Besonderheit liegt in der Versorgungsforschung und im Leitlinienbezug, nicht in eigenen Spermiendaten.

### Französisch

Zehn Quellen sind französischsprachig [s103, s126, s166, s222, s231, s234, s249, s313, s315, s369]; sie stammen aus Frankreich, der Schweiz, Kanada (Québec) und Kamerun. Zwei davon sind nicht begutachtete Abschlussarbeiten aus dem Archiv HAL (DUMAS) [s231, s234].

**Eigene Kohorten.** Die Studie aus Québec ist die älteste und vergleicht zwei Kliniken: In 1.223 Vasektomien (1994 bis 1996, No-Scalpel-Technik) lag der Anteil komplikationsbedingter Konsultationen in der Privatklinik bei 5,0 % und in der Familienplanungsklinik bei 12,3 %; frühe oder späte Rekanalisation fand sich bei 2,8 % gegenüber 1,2 % der Männer mit Spermiogramm. Titel: „Efficacité et complications associées à la vasectomie dans deux cliniques de la région de Québec“ (Wirksamkeit und Komplikationen der Vasektomie in zwei Kliniken der Region Québec) [s369]. Aus Frankreich stammt eine Serie zu 69 azoospermen Männern mit Leistenbruchoperation im Erwachsenenalter: Bei 60 wurde operativ nach Spermien gesucht, mit Erfolg bei 75 % (45 von 60); die Rate lag bei Männern mit beidseitigem Bruch niedriger (67,9 %), ohne signifikanten Unterschied nach Technik oder Polypropylennetz. Titel: „Azoospermie et antécédent de cure de hernie inguinale chez l'adulte“ (Azoospermie und Leistenbruchoperation in der Vorgeschichte beim Erwachsenen) [s249]. Die größte Gruppe zum Hodenhochstand, 314 azoosperme Männer mit früherem Hodenhochstand (1995 bis 2014), liegt nur als Abschlussarbeit vor: Die Rate positiver Hodenspermiengewinnung betrug 61,4 % gegenüber 40 % bei idiopathischer nichtobstruktiver Azoospermie [s231]. Eine begutachtete französische Veröffentlichung (Basic and Clinical Andrology) vergleicht 125 Männer mit idiopathischer Azoospermie und 55 Männer mit operiertem Hodenhochstand; in der Hodenhochstandsgruppe wurde die Mehrheit über Hodenspermien und ICSI Vater (58,8 %) [s172]. Zur Vasektomiepraxis liegt eine Einzelzentrumsserie mit 45 Patienten vor, die das französische Gesetz vom 4. Juli 2001 beschreibt: Die Bedenkzeit wurde bei 24 % nicht eingehalten, im Kontrollspermiogramm waren 54,3 % azoosperm [s222]; dieselbe Kohorte steht als Abschlussarbeit vor [s234] und zählt nicht doppelt.

**Leitlinien und Übersichten.** Die gemeinsamen Empfehlungen der französischen Urologengesellschaft AFU und der französischsprachigen Andrologiegesellschaft SALF zur Abklärung des infertilen Mannes (Suche bis 1. Januar 2020, Evidenzgrade der Haute Autorité de Santé) nennen unter anderem zwei Spermiogramme, eine Skrotalsonografie und eine genetische Abklärung bei sehr niedrigen Spermienkonzentrationen; sie betreffen die Abklärung, nicht die Operationsfrage. Titel: „Recommandations de l'AFU et de la SALF concernant l'évaluation de l'homme infertile“ (Empfehlungen der AFU und der SALF zur Abklärung des infertilen Mannes) [s166]. Eine französische systematische Übersicht (nur PubMed) nennt für die Vasovasostomie eine Durchgängigkeit von 70 bis 97 % und eine Schwangerschaftsrate von 30 bis 76 %, für die Vasoepididymostomie 80 bis 84 % und 40 bis 44 %; die Zahlen sind Spannen aus Primärstudien, nicht gepoolt. Titel: „Chirurgies visant à améliorer la fertilité masculine“ (Operationen zur Verbesserung der männlichen Fruchtbarkeit) [s126]. Eine Schweizer Übersicht nennt für die Vasovasostomie kumulative Schwangerschaftsraten von 28 bis 40 %, für ICSI 29 bis 41 % je Transfer. Titel: „Désir de grossesse après vasectomie: vasovasostomie ou procréation médicalement assistée?“ (Schwangerschaftswunsch nach Vasektomie: Vasovasostomie oder medizinisch assistierte Fortpflanzung?) [s313]. Die Übersicht zum Hodenhochstand, „Cryptorchidie: de la physiopathologie à l'infertilité“ (Kryptorchismus: von der Pathophysiologie zur Infertilität), enthält keine Zahlen [s315].

**Zeitschriften und regionale Besonderheiten.** Vier der Arbeiten erschienen in Progrès en Urologie [s126, s166, s222, s249], weitere in der Revue Médicale Suisse [s313], in Gynécologie Obstétrique & Fertilité [s315], im Pan African Medical Journal [s103] und im Canadian Family Physician [s369]. Französische Urologen befürworteten in einer europäischen Befragung (228 Urologen) die Kryokonservierung von Spermien vor Vasektomie häufiger als Kollegen anderer Länder [s144]. Aus dem frankophonen Afrika zeigt eine Studie aus Douala (Kamerun), „Testicule non descendu chez l'enfant: aspects épidémiologique, diagnostique et thérapeutique dans trois hôpitaux de référence de la ville de Douala, Cameroun“ (Hodenhochstand beim Kind: epidemiologische, diagnostische und therapeutische Aspekte in drei Referenzkrankenhäusern der Stadt Douala), bei 105 Fällen ein mittleres Alter bei der Operation von 6,65 Jahren; Samendaten enthält sie nicht [s103].

**Erreichbarkeit.** Die Datenbanken des französischen Sprachraums waren ungleich erreichbar: Europe PMC und die offene Programmierschnittstelle von HAL lieferten Abstracts, die Plattform Cairn antwortete mit einem Bot-Schutz (HTTP 403) und blieb leer. Aus HAL kamen vor allem Abschlussarbeiten zur Einstellung von Ärzten und Patienten zur Vasektomie ohne Samendaten, dazu Dubletten von Zeitschriftenartikeln. Die Lage ist dünn: Eine eigene, große französischsprachige Kohorte mit Samenanalyse nach diesen Eingriffen fehlt.

### Italienisch

Der italienischsprachige Bestand ist der dünnste unter den europäischen Sprachen: Zwei Einträge tragen das Etikett Italienisch, und beide beschreiben offenbar dieselbe Kohorte [s372, s375]. Es handelt sich um zwei Veröffentlichungen aus der Zeitschrift La Pediatria Medica e Chirurgica (1993 und 1996) mit gleichlautendem Abstract, die deshalb nicht als unabhängige Evidenz zählen. Titel: „Criptorchidismo e fertilità: valutazione in età adulta“ (Kryptorchismus und Fruchtbarkeit: Beurteilung im Erwachsenenalter). Untersucht wurden 172 Erwachsene mit einseitigem oder beidseitigem Hodenhochstand, die im Kindesalter operiert worden waren, mit Spermiogramm, Schwellungstest der Spermienmembran und Antispermien-Antikörpern. Die Fruchtbarkeit sei nach beidseitigem Hodenhochstand deutlich vermindert gegenüber einseitigem, die Azoospermie liege bei 18 % der beidseitigen Fälle, und weder der Operationszeitpunkt noch die anatomische Lage habe die Fruchtbarkeit beeinflusst [s372, s375]. Das deckt sich der Richtung nach mit der englischsprachigen Metaanalyse, die für die Azoospermie nach beidseitiger gegenüber einseitiger Orchidopexie ein Odds Ratio von 2,3 fand [s55]; ein Vergleich der Zahlen ist wegen der unterschiedlichen Designs nur grob möglich.

**Leitlinien.** Die einzige italienische Fachgesellschaftsleitlinie dieser Recherche ist die Leitlinie der Società Italiana di Andrologia e Medicina della Sessualità (SIAMS) zusammen mit der Società Italiana di Endocrinologia e Diabetologia Pediatrica (SIEDP), Teil 2, 2026. Sie wertet englischsprachige Literatur zu Kryptorchismus, Mikropenis, Hypospadie, Hodentumoren, Epididymitis, Orchitis, Geschlechtsentwicklungsvarianten und Hodentorsion aus und formuliert Empfehlungen mit GRADE; sie ist in einer englischsprachigen Zeitschrift erschienen. Der Abstract nennt keine einzelnen Empfehlungen oder Zahlen, der Volltext wurde nicht eingesehen [s09].

**Kohorten aus Italien in englischer Sprache.** Aus Florenz stammt eine Langzeitstudie nach Hypospadiekorrektur: Von 799 zwischen 1993 und 2004 Operierten nahmen nach 17 bis 28 Jahren 239 teil, die Komplikationsrate betrug 27 % (65 von 239); Samenparameter wurden nicht erhoben, und die Teilnahme von 239 der 799 erlaubt eine Auswahlverzerrung [s89]. Die Zeitschrift Archivio Italiano di Urologia e Andrologia veröffentlicht englischsprachige Arbeiten, darunter eine Auswertung von 388 Vasektomiehistologien [s107], die Studie zu Antispermien-Antikörpern nach Vasektomie-Umkehr [s88] und zwei Metaanalysen zum Hodenhochstand [s55, s71]; ihre Erstautoren stammen nicht durchweg aus Italien, sodass die Zeitschrift keine italienische Datenlage abbildet.

**Erreichbarkeit.** Die Webseite der italienischen Andrologiegesellschaft (andrologia.it) war nicht erreichbar, die Seiten siams.it und siandrologia.it antworteten nicht oder ohne Inhalt, und andrologiaitaliana.it antwortete zwar mit HTTP 200, wurde aber nicht ausgewertet. Italienischsprachige Primärstudien jüngeren Datums mit Spermiendaten wurden nicht gefunden. Das ist eine Lücke der abgerufenen Literatur, kein Beleg dafür, dass es sie nicht gibt.

### Portugiesisch

Keine einzige Quelle dieser Recherche ist in portugiesischer Sprache erschienen. Das Etikett Portugiesisch bleibt leer, und das liegt auch am Zugang: Die Plattform SciELO verweigerte die Suche mit einem Bot-Schutz (HTTP 403), ihre Schnittstelle ArticleMeta antwortete zwar mit HTTP 200, bot aber in der abgerufenen Form keine Stichwortsuche, und LILACS/BVS lieferte HTTP 403 beziehungsweise 401. Aus dem portugiesischsprachigen Raum sind daher nur englischsprachige Arbeiten erfasst: eine randomisierte Studie aus São Paulo zur beidseitigen Leistenbruchreparatur nach Lichtenstein oder TAPP (48 randomisiert, 37 ausgewertet; Hormone, Doppler, Hodenvolumen und Samenqualität ohne Unterschied zwischen den Gruppen, Beobachtung nur 180 Tage) [s123], eine kleine Serie zur erneuten Vasektomie-Umkehr (18 Patienten) [s169] sowie zwei Arbeiten im International Braz J Urol, der Standpunktartikel zur Hormonbehandlung beim Hodenhochstand [s97] und eine Serie von acht Männern mit niedrig dosiertem Prednison nach Vasovasostomie [s111]. Die lateinamerikanische Erhebung zum Operationsalter beim Hodenhochstand (4.481 Patienten aus 31 Zentren in 14 Ländern) schließt portugiesischsprachige Zentren ein; dort wurden nur 18,2 % bis zum Alter von 18 Monaten operiert, der Anteil schwankte zwischen den Kliniken von 4,7 % bis 62,0 % [s35]. Ob in portugiesischer Sprache eigene Kohorten mit Samendaten existieren, lässt sich aus dieser Recherche nicht beantworten.

### Spanisch

Neun Quellen sind spanischsprachig [s147, s286, s287, s319, s330, s331, s347, s358, s364]. Das Spanische ist der einzige Sprachraum außerhalb des Englischen mit mehreren größeren Serien zur Praxis des Spermiogramms nach Vasektomie.

**Vasektomie und Spermiogramm.** Vier Arbeiten über drei Kohorten liegen vor, jeweils aus Spanien (die beiden Arbeiten aus Albacete beschreiben dasselbe Kollektiv). Eine Serie aus Albacete mit 984 Vasektomien und 1.430 Samenproben zeigt die Fehlerquellen der Laborpraxis: 9,4 % der Proben waren nicht vollständig gesammelt, 18,8 % der Männer lieferten weniger als 2 ml, 30,5 % der Ejakulate waren extrem zähflüssig, und 20,9 % der Patienten hatten wechselnd negative und positive Befunde mit seltenen unbeweglichen Spermien; die Autoren folgern, zwei Proben je Patient seien nötig. Titel: „Influencia del proceso analítico en la aparición y desaparición de los espermatozoides del semen tras la vasectomía“ (Einfluss des Analyseverfahrens auf Auftreten und Verschwinden der Spermien im Ejakulat nach Vasektomie) [s330]. Dasselbe Kollektiv wurde auf die Einhaltung des Kontrollprotokolls geprüft: 67 % lieferten Proben, nur 55,5 % erreichten die Freigabekriterien; es gab 43 technische Misserfolge, vier frühe Rekanalisationen (0,5 %) und eine späte (0,1 %); die Autoren schlagen zwei Untersuchungen im sechsten und siebten Monat vor. Titel: „Evaluación de un protocolo para el control de la vasectomía y modificaciones a realizar“ (Bewertung eines Protokolls zur Kontrolle der Vasektomie und notwendige Änderungen) [s331]. Eine Kaplan-Meier-Analyse an 239 Vasektomien (1998 bis 1999) fand bei 13 % am Ende der Nachbeobachtung weiterhin Spermien; die Wahrscheinlichkeit, nach 200 und 260 Tagen azoosperm zu sein, lag bei 80 und 90 %, und die Autoren halten die erste Probe nach sieben Monaten für sinnvoll. Titel: „La historia natural del aclaramiento de espermatozoides en el semen tras la vasectomía“ (Der natürliche Verlauf der Spermienklärung im Ejakulat nach Vasektomie) [s347]. Die neueste Serie wertet 2.168 Vasektomien (2010 bis 2017) aus: Unter den Männern mit unbeweglichen Restspermien (501) hatten nur 24 mehr als 100.000 Spermien pro Milliliter, bei 9 Fällen waren bewegliche Spermien nachweisbar; bei monatlicher Kontrolle wurde die Azoospermie im Mittel nach 4,5 Monaten erreicht. Titel: „Significación clínica de la presencia de espermatozoides en los seminogramas posvasectomía. Análisis de una serie de 2.168 pacientes“ (Klinische Bedeutung von Spermien in Spermiogrammen nach Vasektomie. Analyse einer Serie von 2.168 Patienten) [s147]. Die spanischen Serien beschreiben damit eine Zeit bis zur Azoospermie, die bei einem Teil der Männer deutlich länger als die in den Leitlinien genannten drei Monate dauert.

**Leitlinie.** Die spanische Fassung der EAU-Leitlinie zur Vasektomie (Evidenzbasis: 113 Quellen aus Medline, Embase und Cochrane von 1980 bis 2010, nicht englische Veröffentlichungen ausgeschlossen) hält fest, Mukosakoagulation und Faszieninterposition verringerten das Frühversagen gegenüber einfacher Ligatur, und die Freigabe nach dem Spermiogramm könne bei dokumentierter Azoospermie oder seltenen unbeweglichen Spermien frühestens drei Monate nach dem Eingriff erfolgen. Titel: „Guía clínica de la Asociación Europea de Urología sobre la vasectomía“ (Klinische Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie zur Vasektomie) [s287].

**Refertilisierung und Hodenhochstand.** Ein Behandlungsprogramm mit ambulanter mikrochirurgischer Umkehr in Lokalanästhesie und gleichzeitiger Hodenspermiengewinnung zur Kryokonservierung bei 48 Paaren berichtet Spermien im Ejakulat bei 85,5 % und eine Spontanschwangerschaftsrate von 45,8 %, unter Einbeziehung assistierter Reproduktion 58,3 %; es ist eine Einzelzentrumsserie ohne Kontrollgruppe, und die zusammengezählte Rate vermischt verschiedene Wege. Titel: „Reversión de vasectomía con criopreservación sistemática de espermatozoides testiculares“ (Vasektomie-Umkehr mit systematischer Kryokonservierung testikulärer Spermien) [s319]. Zum Hodenhochstand liegen kleine Serien vor: 20 Männer nach Behandlung in der Kindheit, davon bei 7 (35 %) eine Spermienkonzentration unter 20 Mio./ml [s364]; ein Fall-Kontroll-Vergleich mit mangelhafter Umwandlung von Histonen in Protamine in den Spermien von Männern mit früherem Hodenhochstand, ohne Zahlen im Abstract [s358]; und eine Befragung von 278 Erwachsenen, von denen 94 antworteten (33,8 %): 53 hatten versucht, Kinder zu bekommen, 44 davon (83,1 %) mit Erfolg [s286]. Die Studien sind klein, die Rücklaufquote ist niedrig, und Kontrollgruppen von nicht operierten Männern fehlen.

**Lateinamerika und Erreichbarkeit.** Aus Lateinamerika liegt die breiteste Erhebung zum Operationsalter vor, allerdings auf Englisch und ohne Samendaten [s35]. Spanischsprachige Zeitschriften sind Actas Urológicas Españolas, die Revista Internacional de Andrología, Cirugía Pediátrica und Anales Españoles de Pediatría. Die Datenbank Dialnet war mit Einwortsuchen nutzbar (Mehrwortsuchen lieferten keine Treffer), aber nur ein Treffer hatte ein abrufbares Resumen mit Zahlen; LILACS und SciELO blieben gesperrt. Die spanische Literatur ist damit methodisch begrenzt, aber nicht dünn.

### Chinesisch

Der chinesische Sprachraum liefert nach dem Englischen die größte Zahl klinischer Serien zu diesem Thema. Zwanzig Quellen tragen das Etikett Chinesisch [s62, s67, s80, s114, s115, s130, s137, s142, s153, s179, s184, s198, s216, s228, s271, s280, s282, s284, s303, s329]; sie erschienen in chinesischer Sprache in PubMed-indizierten Zeitschriften, vor allem in Zhonghua Nan Ke Xue (National Journal of Andrology), Zhonghua Yi Xue Za Zhi und Beijing Da Xue Xue Bao, und liegen mit englischem Abstract vor. Weit mehr Arbeiten chinesischer Zentren erschienen auf Englisch: Im Teilbericht zu Ostasien stammen 77 von 146 Quellen aus China. Chinesische Originaltitel wurden nur zum Teil abgerufen; für mehrere Arbeiten liegt nur die englische Titelfassung aus PubMed vor.

**Schwerpunkt Rekonstruktion von Nebenhoden und Samenleiter.** Der Kern der chinesischen Literatur sind Einzelzentrumsserien aus wenigen andrologischen Zentren (Peking, Shanghai, Fujian, Nanjing) zur mikrochirurgischen Vasoepididymostomie. Der wichtigste Endpunkt ist die Durchgängigkeit, die nicht einheitlich definiert ist. Beispiele: Eine Serie aus Peking (73 Männer, longitudinale Intussuszeption) fand bei 53 Nachbeobachteten eine Durchgängigkeit von 71,7 % und eine natürliche Schwangerschaft bei 33,3 %, wobei bewegliche Spermien im Nebenhodenfluid mit besseren Ergebnissen einhergingen; dieselben Daten stehen in zwei Veröffentlichungen, eine davon in chinesischer Sprache, und zählen nur einmal [s303, s291]. Die größte Einzelzentrumskohorte (241 Männer operiert, 198 ausgewertet) fand Spermien im Ejakulat bei 76,3 % und Schwangerschaft bei 40,9 % (81 von 198); Alter des Mannes, Spermienkonzentration und Vorwärtsbeweglichkeit nach der Operation sagten die Schwangerschaft voraus [s226]. Eine Serie nach gescheiterter Spermiengewinnung mit ICSI (68 Männer) berichtet eine Durchgängigkeit von 79,2 % und eine Lebendgeburtenrate von 28,3 % [s268]; ein Vergleich von 69 Vasoepididymostomien mit 351 ersten ICSI-Zyklen sah Schwangerschaftsraten von 44,6 % gegenüber 27,6 %, nicht randomisiert und mit möglicher Auswahlverzerrung [s157]. Eine Serie mit gefäßschonender Technik und im Mittel 56 Monaten Nachbeobachtung nennt bei 197 Männern eine Durchgängigkeit von 80,1 % und eine natürliche Schwangerschaftsrate von 72,8 % unter den nachverfolgten Männern mit Durchgängigkeit; die Autoren vermuten, frühere Studien hätten die Rate wegen kurzer Nachbeobachtung unterschätzt [s28]. Technikvergleiche stammen aus Fujian und Shanghai (einarmige gegenüber doppelarmiger Naht, Schonung der Samenleitergefäße, Seit-zu-Ende gegenüber Intussuszeption) [s216, s168, s115, s233]; eine Kohorte aus Nanjing prüft den Zusatz von oralem Escin und weist ihn als explorativ aus [s26]. Vier Metaanalysen mit chinesischer Beteiligung fassen die Beobachtungsstudien zusammen: Eine fand bei 51 Studien (2.853 Männer) eine gepoolte Durchgängigkeit von 67,20 % und eine natürliche Schwangerschaftsrate von 40,05 % [s134]; eine zweite bei 25 Studien (1.400 Männer) 69,3 % (95-%-Konfidenzintervall 64,6 bis 73,6 %) [s135]; die aktualisierte Fassung mit 56 Studien und 3.204 Männern nennt für die longitudinale Intussuszeption 68,0 % Durchgängigkeit und 27,0 % Schwangerschaft [s52]; eine vierte vergleicht ein- und doppelarmige Zweinaht-Intussuszeption (24 Studien, 1.574 Männer) ohne Unterschied [s113]. Diese Metaanalysen überschneiden sich in den eingeschlossenen Studien erheblich und dürfen nicht addiert werden.

**Vasektomie-Umkehr und Politik.** Eine Multizenterstudie aus sieben chinesischen Kliniken (448 Fälle aus 13 Jahren, Telefonbefragung) berichtet, dass sich das jährliche Operationsvolumen nach der Einführung der Zwei-Kind-Politik im Jahr 2015 vervierfachte; die allgemeine Schwangerschaftsrate betrug 27,2 %, bei Partnerinnen über 35 Jahren fiel sie stärker ab, und nur bei 35,5 % dieser Partnerinnen war die Fruchtbarkeit vor dem Eingriff untersucht worden [s132]. Das ist eine regionale Besonderheit: Ein Teil der Daten betrifft ältere Männer mit langem Intervall und älteren Partnerinnen. Weitere Serien vergleichen Ein- und Zweischichttechnik (62 Männer, Durchgängigkeit 91,43 % gegenüber 92,59 %) [s50] und Einschicht mit Stent gegenüber Zweischicht (42 Männer) [s192]. Eine kleine Pekinger Serie (41 Männer) fand bei Obstruktionsdauer unter 15 Jahren eine Durchgängigkeit von 84 % (21 von 25), darüber von 64 % (7 von 11) [s280].

**Leistenbruchoperation und Samenleiter.** Chinesische Zentren veröffentlichen zahlreiche Fallserien zur Samenleiterverletzung nach Leistenbruchoperation im Kindesalter. Eine Serie von 43 Männern zeigt, dass das getrennte Samenleiterende bei 54 von 73 untersuchten Leistenseiten (74,0 %) am inneren Leistenring lag, und führt die hohe Ligatur des Bruchsacks als Ursache an [s138]; eine Serie mit 37 Männern fand die Verletzung überwiegend im Becken (29 von 37) und setzte die total extraperitoneale Laparoskopie zur Auffindung ein (Durchgängigkeit 75,86 %, Schwangerschaft 46,67 %) [s83]. In einer weiteren Serie (56 Männer) betrug die Durchgängigkeit bei den 40 anastomosierten Männern 87,5 % bei einer natürlichen Schwangerschaftsrate von 42,5 % [s217]; in einer Serie nach beidseitiger Operation im Kindesalter (62 Männer) lag sie bei 56,5 % und 25,8 % [s258]. Die chinesischsprachige Arbeit mit 41 Fällen (37 nachverfolgt) fand eine erfolgreiche Erholung bei 78,4 % und einen Vorteil der beidseitigen gegenüber der einseitigen Anastomose (82,4 % gegenüber 42,9 %) [s184]. Zur Netzfrage gibt es aus dem Sprachraum nur einen Tierversuch (Ratte), in dem Polypropylen- und Leichtnetze am Samenstrang hafteten [s272], und eine deskriptive systematische Übersicht [s208]; Vergleichsstudien der Samenparameter vor und nach Netzoperation aus dem Sprachraum fehlen.

**Vasektomie, Hoden und Hormone.** Beim Menschen gibt es aus China in dieser Auswahl keine Studie mit Samenanalyse nach Vasektomie: Ein hochauflösender Ultraschall bei 64 Männern mehr als zehn Jahre nach Vasektomie fand häufiger einen verdickten Nebenhodenkörper (64,1 % gegenüber 15,0 % in der Kontrollgruppe von Nebenhodenpatienten) [s329]; eine Querschnittsstudie an 437 Männern fand nach Adjustierung keinen Unterschied der Androgene [s228]; eine weitere an 485 vasektomierten Männern und 1.940 Kontrollen ebenfalls nicht für die Sexualhormone [s218]. Die Spermatogenese-Schäden nach Samenleiterverschluss sind überwiegend im Tier belegt.

**Hodenhochstand, Torsion und Hodentumor.** Aus China stammt eine Kohorte von 194 Männern mit Orchidopexie nach der Pubertät: Bei einseitigem Befund fand sich keine Azoospermie, aber bei 16 von 44 Männern (36,4 %) eine Abweichung von Konzentration, Beweglichkeit oder Morphologie; nur 17 von 200 biopsierten Hoden (8,5 %) hatten einen Johnsen-Score über 8; die Autoren schließen, die Schädigung bestehe oft schon vor der Operation [s51]. Zur Torsion enthält der Bestand eine chinesischsprachige Arbeit mit 77 Männern, in der nach Orchiektomie und Orchidopexie die Mittelwerte der Samenparameter kaum voneinander abwichen und die natürliche Schwangerschaftsrate bei 75,0 % beziehungsweise 83,8 % lag, nicht signifikant unterschiedlich [s179], sowie einen Vergleich der manuellen Detorsion bei 134 Fällen [s67]. Zum Hodentumor fassen chinesische Zentren die Evidenz zusammen (21 Dokumente, 33 Evidenzaussagen) [s62] und berichten kleine Serien hodenerhaltender Operationen (8 bis 16 Männer) ohne Hinweis auf eine Verschlechterung der Samenparameter [s114, s271]; die einzige Vergleichskohorte (158 Patienten, davon 23 mit Hodenerhalt) ist wegen Unterschieden in Alter und Tumorgröße nicht vergleichbar [s202].

**Leitlinien, Register, Erreichbarkeit.** Eine chinesische Leitlinie mit Aussagen zur Fruchtbarkeit im Zusammenhang mit diesen Operationen wurde nicht gefunden; eine chinesische Leistenbruchleitlinie ohne Aussagen zur Fruchtbarkeit im Abstract wurde nicht als Quelle geführt. Register mit Samendaten fehlen in der Auswahl. Die chinesischen Datenbanken blieben verschlossen: CNKI lieferte nur eine Platzhalterseite von 381 Byte beziehungsweise keine Verbindung, Wanfang eine clientseitige Hülle ohne Treffer und HTTP 415 an der Schnittstelle. Rein chinesischsprachige Literatur ohne PubMed-Indexierung (Dissertationen, Lokalzeitschriften) fehlt deshalb; die Zahl der Quellen ist sicher unvollständig. Charakteristisch ist, dass Studien an Menschen fast durchweg retrospektive Einzelzentrumsserien mit Verlusten bei der Nachbeobachtung sind (mehr als 15 % bei mehreren Serien) [s226, s233, s216].

### Japanisch

Neunzehn Quellen sind japanischsprachig; sie erschienen vor allem in Hinyokika Kiyo (Acta Urologica Japonica) und in der Nihon Hinyokika Gakkai Zasshi, daneben in japanischen Fachzeitschriften zur Fortpflanzungsimmunologie und Kinderchirurgie; englischsprachige japanische Arbeiten erschienen unter anderem in Reproductive Medicine and Biology und im International Journal of Urology [s34, s87, s161, s248, s256, s320, s333, s335, s349, s351, s361, s373, s376, s378, s379, s382, s384, s385, s386]. Viele liegen nur mit englischem Abstract vor, vier ausschließlich über das japanische Portal J-STAGE [s87, s361, s256, s161]. Der Bestand ist älter als der chinesische: Die frühen Arbeiten der Kliniken in Kyoto und Osaka stammen von 1991 bis 1998, und seine Stärke liegt in der Pathologie der Samenwege, in Langzeitbefunden und in der Fruchtbarkeit nach Hodenkrebs.

**Samenleiterverschluss nach Leistenbruchoperation.** Die Gruppe um Matsuda beschrieb den Verschluss nach kindlicher Leistenbruchoperation früh und ausführlich. In einer Kyotoer Studie hatten 10 von 724 subfertilen Patienten einen einseitigen Verschluss; bei subfertilen Männern mit entsprechender Vorgeschichte betrug die Häufigkeit 26,7 %, was wegen der Auswahl über eine Infertilitätsklinik nicht auf die Bevölkerung übertragbar ist [s381]. Eine Serie von 22 Männern fand das distale Samenleiterende bei 57,1 % der Samenleiter am inneren Leistenring oder im kleinen Becken, bei 37 % waren mehr als 3 cm reseziert, und die Durchgängigkeit nach Vasovasostomie lag bei 88,9 % [s370]; sieben von 21 verheirateten Männern wurden Väter [s370]. Antispermien-Antikörper der Klasse IgG waren bei 7 von 13 Patienten (54 %) positiv [s377]. Eine zusammenfassende Arbeit zur eigenen Serie nennt eine Gesamtschwangerschaftsrate von 43 % bei 18 Patienten ohne In-vitro-Fertilisation und ICSI [s363]. Ein Fallbericht beschreibt die rasch fortschreitende Obstruktion nach Polypropylennetz [s325]; die Netzfrage ist damit nur als Einzelfall belegt.

**Vasektomie und Umkehr.** Aus Japan stammt eine Einzelzentrumsserie mit 234 Vasektomien einer Praxis (2010 bis 2025), in der die mittlere Operationsdauer von 27,0 auf 21,5 Minuten fiel und eine Azoospermie nach der ersten Kontrolle bei 93,2 % bestätigt wurde; 11 Männer (4,7 %) erschienen nicht zur Samenkontrolle. Titel: „オフィスユロロジーでの精管結紮術の実際とラーニングカーブ“ (Vasektomie in der Praxis: Vorgehen und Lernkurve) [s87]. Ein Fallbericht beschreibt eine Schwangerschaft nach Vasektomie mit Skalpell und doppelter Ligatur ohne Mukosakauterisation, vermutlich nach Rekanalisation [s34]. Der früheste Bericht zur Umkehr stammt von 1983 (zwei Männer) [s390]; eine Übersicht nennt eine mittlere Durchgängigkeit von 87 % und eine Schwangerschaftsrate von 49 % [s214]. Zu den Tierversuchen zählen Studien zur Spermatogenesestörung nach Samenleiterligatur bei Ratten [s361] und zur Autoimmunorchitis bei Mäusen [s324].

**Hodenhochstand und Torsion.** Japanische Langzeitarbeiten der frühen 1990er Jahre untersuchen die Samenqualität nach Orchidopexie: Bei 43 Männern, die vor der Pubertät operiert worden waren, fand sich bei einseitigem Hodenhochstand in 61,5 % ein normaler Samenbefund (Prozentwerte bezogen auf die Männer mit Samenanalyse), und von acht verheirateten Männern hatten sieben Kinder [s382]; die Konzentration sank mit dem Operationsalter und hing mit der Größe des gesunden Hodens zusammen [s386]. Eine Übersicht aus Nagoya hält fest, dass die Vaterschaft nach beidseitigem, nicht aber nach einseitigem Hodenhochstand gegenüber Kontrollen vermindert war [s333]. Zur Torsion fanden sich bei 24 Männern nach Orchiektomie signifikant niedrigere Spermiendichte und höheres FSH als nach Orchidopexie (12 gegen 12; nicht randomisiert) [s376], im Rattenversuch ein Gegenhodenschaden nur bei erwachsenen Tieren [s384].

**Fruchtbarkeit nach Hodenkrebs.** Das ist der japanische Schwerpunkt. Die größte Stichprobe ist eine Befragung in acht Zentren mit 567 Hodenkrebsüberlebenden: Von 153 Männern mit Kryokonservierungsversuch gelang sie bei 133 (87 %); von 28 Männern, die eingefrorene Spermien nutzten, wurden 17 (61 %) Väter; ohne Chemotherapie wurden 20 %, mit Chemotherapie 10 % der Männer ohne Kryosperma Väter, und nur 14 von 121 Männern mit Kinderwunsch (12 %) hatten eine Beratung zur Fruchtbarkeitsbehandlung erhalten [s177]. Dazu kommen Serien zur Erholung der Spermatogenese nach Chemotherapie [s281, s239, s348, s379] und zwei Berichte japanischer Samenbanken [s352, s335]. Das Thema Krebs und Fruchtbarkeit ist auf dieser Website eigens behandelt; hier steht es, weil es zeigt, wo die japanische Literatur stark ist.

**Hypospadie.** Die japanischen Arbeiten untersuchen keine Samenanalyse nach Hypospadiekorrektur, sondern Vaterschaft und Hormone: Eine Befragung in Hyogo (108 auswertbare von 518 Angeschriebenen) fand Vaterschaft verbunden mit dem Ausbleiben zusätzlicher Operationen [s235]; in der Folgestudie wurde keiner der zwölf Männer mit Reoperation wegen einer Harnröhrenenge Vater [s200]. Ein Vergleich von Jungen mit Hodenhochstand, Hypospadie oder beidem zeigte höhere FSH-Werte bei beiden Fehlbildungen zusammen [s301]. Viele Tagungsbeiträge der Japanischen Urologischen Gesellschaft aus den Jahren 2000 bis 2002, auch zu Hypospadie und Fruchtbarkeit im Mausmodell, waren nur mit Titel und Schlagwörtern abrufbar und wurden nicht als Quelle geführt; dadurch fehlt japanische Evidenz an dieser Stelle.

**Erreichbarkeit.** J-STAGE war erreichbar, die Stichwortsuche lieferte teils Treffer, teils die Fehlermeldung ERR_001 ohne Treffer; CiNii Research antwortete mit 762 Treffern für den japanischen Titelbegriff Hypospadie, aber nur mit bibliografischen Daten ohne Zusammenfassungen. Ein nationales Register mit Samendaten fand sich nicht.

### Koreanisch

Für Koreanisch gibt es in dieser Recherche keine einzige Quelle in der Originalsprache: Das Etikett Koreanisch bleibt leer. Der Grund liegt im Zugang, nicht notwendigerweise in der Literatur: Die koreanischen Datenbanken waren automatisiert nicht nutzbar. Beim Korea Citation Index (KCI) war die Startseite erreichbar, die Stichwortsuche per Adresse ließ sich aber nicht umsetzen; KoreaMed lieferte für „vasectomy“ und „cryptorchidism“ jeweils „0 results“, was nach der Einschätzung der Recherche auf ein Problem des automatisierten Abrufs und nicht auf fehlende Literatur hinweist; DBpia lief in eine Zeitüberschreitung. Was hier steht, stammt daher ausschließlich aus PubMed-indizierten, englischsprachigen Arbeiten koreanischer Einrichtungen. Die koreanischen Zeitschriften World Journal of Men's Health, Clinical and Experimental Reproductive Medicine, Investigative and Clinical Urology und Korean Journal of Urology enthalten zudem viele Arbeiten aus anderen Ländern; diese wurden nach dem Herkunftsland der Einrichtung ausgeschlossen oder in anderen Abschnitten geführt.

**Vasektomie-Umkehr.** Die koreanischen Zentren (Seoul, Yonsei, Chonbuk, Ulsan, CHA-Universität) veröffentlichen vor allem zur Vasektomie und ihrer Umkehr. Eine Seouler Studie an 44 Männern mit wiederholter Umkehr fand eine Durchgängigkeit von 86,4 % und eine Schwangerschaft ohne Reproduktionstechnik bei 56,8 %, ohne Unterschied zwischen gleicher und anderer Partnerin; ein Alter der Partnerin unter 35 Jahren ging mit einem Odds Ratio von 4,13 (95-%-Konfidenzintervall 1,06 bis 16,10) einher [s343]. Ein Vergleich von Mikroskop und Lupe bei 50 Männern (einschichtige Vasovasostomie) fand eine Durchgängigkeit von 96 % (24 von 25) gegenüber 72 % (18 von 25) bei vergleichbarer Spermienkonzentration; die Arbeit bezeichnet sich als „retrospektiv mit Randomisierung“, was die Autoren im Abstract nicht auflösen [s310]. Eine Serie mit 82 Männern (Lupe und Prolene-Stent) berichtet eine Durchgängigkeit von 90,2 % und eine natürliche Schwangerschaft bei 45,1 %; der Erfolg sank mit der Zeit seit der Vasektomie (Odds Ratio 0,869; 0,760 bis 0,993) [s223]. In einer Serie mit 97 Einschicht-Vasovasostomien hing die Spermienkonzentration einen Monat nach der Operation mit dem Intervall zwischen Vasektomie und Umkehr zusammen [s292]. Zwei kleine Befragungsstudien (22 und 36 Männer) betreffen Operationen bei Schmerz nach Vasektomie; in der einen sank der Schmerzwert von 6,64 auf 1,14, in der anderen war kein Unterschied zwischen Epididymektomie und Umkehr zu sehen [s289, s263]. Die Samenqualität ist dort nicht Hauptendpunkt. Eine prospektive Studie nach Nadelstich-Vasektomie (114 Männer mit Ultraschall) fand keinen Unterschied der Nebenhodendurchmesser zwischen Männern mit und ohne Skrotalschmerz [s299].

**Hodenhochstand und Hodenentfernung.** Aus Pusan stammt eine Serie von 20 Erwachsenen mit Hodenhochstand: Bei den zwölf biopsierten Männern war der Befund in allen Fällen abnormal; ein Hodentumor trat in der Nachbeobachtung nicht auf [s260]. Eine Übersicht mit vorgeschlagenem Behandlungsablauf für den postpubertären Hodenhochstand erwähnt das erhöhte Tumorrisiko [s245]. In Orchiektomiepräparaten von 31 Männern mit postpubertärem einseitigem Hodenhochstand fand sich bei einem Mann (3,2 %) eine intratubuläre Keimzellneoplasie, und bei 27 von 31 bestand eine eingeschränkte Spermatogenese (Johnsen-Score unter 5) [s251]. Eine Auswertung der Seoul National University zu 160 Orchidopexien nach dem fünften Lebensjahr (etwa 15 % aller Orchidopexien 2004 bis 2012) nennt als Hauptgründe der Verzögerung solche auf Seiten der Eltern [s257]. Die Metaanalyse zur Spermiengewinnung nach Orchidopexie aus Seoul (13 Studien) fand eine mittlere Gewinnungsrate von 63,3 % und eine Schwangerschaftsrate von 30,1 % [s128].

**Register und Torsion.** Die koreanische Besonderheit sind die Bevölkerungsdaten zur Hodentorsion. Das Register der Koreanischen Urologischen Gesellschaft (2006 bis 2011) verzeichnete jährlich zwischen 210 und 345 Torsionsfälle, eine Inzidenz von 1,1 je 100.000 Männer (2,9 bei unter 25-Jährigen) und einen Hodenerhalt von 75,7 % [s264]; eine landesweite Auswertung der Krankenversicherungsdaten (2009 bis 2019) nennt 2,02 Fälle je 100.000 Personenjahre (6,99 bei unter 19-Jährigen) und einen Hodenerhalt von 75,22 % (79,91 % bei Kindern) [s143]. Beide Arbeiten berichten keine Samenparameter; sie zeigen nur, wie oft der Hoden erhalten werden kann. Aus einem Seouler Zentrum stammt außerdem eine Auswertung von 1.919 Männern mit Azoospermie oder schwerer Oligozoospermie, darunter 168 mit Deletion im Azoospermie-Faktor-Bereich, mit einer operativen Gewinnungsrate von 54,8 % bei isolierter AZFc-Deletion; bei AZFa und AZFb wurden keine Spermien gewonnen [s279].

**Leitlinie.** Die Koreanische Gesellschaft für Sexualmedizin und Andrologie legte 2026 klinische Empfehlungen zur männlichen Infertilität vor: paarzentrierte Versorgung, Behandlung beeinflussbarer Risikofaktoren, krankheitsspezifische Wege für Varikozele, Endokrinopathien und Azoospermie, selektiver Einsatz von ICSI und Nachsorge nach Lebendgeburt statt nach Zwischenwerten. Evidenzgrade oder Zahlen zu einzelnen Operationen nennt der Abstract nicht [s30]. Dies ist die einzige im Sprachraum gefundene Leitlinie mit Bezug zum Thema.

**Einordnung.** Auch hier ist die Literatur dünn und durch den Zugang begrenzt: In der Landessprache wurde nichts abgerufen, und Hypospadie, Leistenbruchoperation und Hodentorsion mit Samenanalyse fehlen aus Korea ganz. Es handelt sich ausschließlich um retrospektive Serien, Register und eine Leitlinie.

### Russisch

Mit 40 Quellen ist der russischsprachige Bestand der größte unter den nicht englischen Sprachräumen, aber er ist methodisch der schwächste: Die Zusammenfassungen sind oft knapp, Konfidenzintervalle fehlen meist, und viele Studien haben keine Kontrollgruppe. Ein Teil erschien auf Russisch in russischen und postsowjetischen Zeitschriften (Chirurgija, Nowosti Chirurgii, Urologija, Wjestnik Awizenny, Gesundheitswesen Tadschikistans), ein Teil auf Englisch in PubMed-indizierten Fassungen russischer Zeitschriften; Autoren stammen aus Moskau, Dagestan, Georgien, Tadschikistan, Usbekistan und Belarus.

**Schwerpunkt Leistenbruchoperation und Fruchtbarkeit.** Das ist das Hauptthema des Sprachraums. Eine Aktenauswertung bei 512 Männern, die 2018 wegen ausbleibender Schwangerschaft zum Andrologen kamen, fand bei 74 eine frühere Leistenbruchoperation und wertet dies als Risikofaktor in 14,4 % der Fälle; die 14,4 % beschreiben jedoch den Anteil operierter Männer in einer Kinderwunschsprechstunde und nicht die Häufigkeit von Unfruchtbarkeit nach der Operation, eine Vergleichsgruppe und Werte vor der Operation fehlen [s187]. Mehrere Studien vergleichen Operationsverfahren: In einer Gruppe von 448 Patienten sank bei einer Stichprobe von 135 Männern nach spannungsbehafteter Plastik die Spermienkonzentration um 41,0 ± 12,3 Mio./ml, nach Lichtenstein-Plastik um 7,8 ± 10,9 Mio./ml und bis zum Jahresende um weitere 15,3 ± 20,9 Mio./ml, nach laparoskopischer Plastik gab es keine negative Veränderung; die Aufteilung der 135 Männer auf die Gruppen und eine Prüfstatistik nennt der Abstract nicht. Titel: „Влияние различных способов герниопластики на качество жизни и фертильность пациентов“ (Einfluss verschiedener Hernioplastik-Verfahren auf Lebensqualität und Fertilität der Patienten) [s274]. Eine in einer russischen Zeitschrift veröffentlichte Studie georgischer Autoren an 215 Patienten fand eine Oligospermie mit 30 bis 35 % weniger Spermien nur in der Lichtenstein-Gruppe (66 Männer) und nicht in der Gruppe, die nach einem nach dem Erstautor benannten Verfahren operiert wurde (149 Männer); die Gruppen waren ungleich groß und nicht randomisiert, und die Schlussfolgerung, das Verfahren beuge männlicher Unfruchtbarkeit vor, geht über das Gemessene hinaus. Titel: „Профилактика развития мужского бесплодия после различных способов паховой герниопластики с использованием сетчатого эксплантата“ (Prophylaxe der männlichen Unfruchtbarkeit nach verschiedenen Verfahren der Leistenhernioplastik mit Netzimplantat) [s275]. Eine Studie aus Dagestan (56 Männer, TAPP gegenüber Lichtenstein) behauptet höhere Spermienzahl und Beweglichkeit nach TAPP (p < 0,001), obwohl die berichteten Mittelwerte der Beweglichkeit praktisch gleich sind; der Abstract ist an mehreren Stellen fehlerhaft oder abgeschnitten [s118]. Dagegen fand eine Studie mit 155 Lichtenstein-Patienten keinen signifikanten Unterschied zwischen Polypropylen- und Polyesternetz [s220]. Eine Nachuntersuchung 18 bis 20 Jahre nach kindlicher Operation erreichte nur 10 von 127 Angeschriebenen (Rücklauf unter 10 %): Bei sieben Männern bestanden Samenveränderungen, bei drei Unfruchtbarkeit; die Autoren betonen selbst, bei den kleinen Gruppen sei eine negative Wirkung nicht eindeutig zu belegen [s273]. Studien zur Durchblutung und Oxidation bei Leistenbruch vor der Operation (25, 34 und 60 Männer mit 30 gesunden Freiwilligen) beschreiben verminderte Durchblutung des Samenstrangs auf der Bruchseite; in der Studie mit 60 Männern betrug die mittlere arterielle Geschwindigkeit dort 11,28 cm/s gegenüber 14,08 cm/s auf der Gegenseite und 15,22 cm/s bei Gesunden [s276, s159, s86]. Zwei Übersichten stellen den Dissens dar, ohne ihn aufzulösen: Die eine nennt einen positiven Einfluss der spannungsfreien Plastik und zugleich zunehmende Hinweise auf Durchblutungsstörungen des Samenleiters [s205], die andere hebt das Risiko durch die Fibroblastenreaktion auf Polypropylennetze hervor [s85]; eine dritte nennt 370.000 Hernioplastiken jährlich in Russland und den Einfluss auf die Spermatogenese als umstritten [s204]. Tierversuche mit Kaninchen (20 und 18 Tiere) fanden nach 40 Tagen ein kleineres Hodenvolumen und eine schlechtere Spermatogenese in der Netzgruppe [s180] und eine fibrotische Wandverdickung des Samenleiters mit verengtem Lumen (175,3 ± 16,5 µm) gegenüber Kontrolltieren [s54]; nur die zweite Studie hatte eine Scheinoperationsgruppe.

**Hodenhochstand, Hypospadie, Torsion.** Eine Analyse von 245 Patienten im Alter von 16 bis 32 Jahren mit angeborenen Erkrankungen der Leisten-Skrotal-Region (Kryptorchismus, Hydrozele, Leistenhernie, Spermatozele) fand bei einem Drittel der im Kindesalter wegen Kryptorchismus Operierten schon im jungen Erwachsenenalter hormonelle Zeichen sekretorischer Unfruchtbarkeit; die Abnahme der spermatogenen Funktion hing nicht von Lage des Hodens, Alter bei der Operation oder Operationsmethode ab [s296]. Eine Gruppe um Morosow und Raigorodskaja untersuchte 100 Männer nach einseitigem Kryptorchismus (60 nach Orchidopexie, 40 nach Orchiektomie) und liefert Hodenvolumina, Hormone und Prostatabefunde; ihre Arbeiten sind nicht unabhängig voneinander, und zwei Zusammenfassungen zu 32 Jungen von verschiedenen Autorengruppen sind nahezu wortgleich und zählen einmal [s244, s277, s285, s219]. Zur Hypospadie gibt es eine einzige direkte Untersuchung der Samenqualität im Sprachraum: Bei hinteren Formen und Geschlechtsentwicklungsstörungen lag die Spermienzahl bei 0,3 ± 0,27 Mio./ml; die Teilnehmerzahl nennt der Abstract nicht, und der Gradient nach Schweregrad ist mit dem Krankheitsbild vereinbar, nicht mit einem Operationseffekt [s307]. Zur Torsion berichtet eine Serie mit 472 Patienten, 24 hätten eine beidseitige asynchrone Torsion gehabt, und hält die Fixation des Gegenhodens für angezeigt; eine Kontrollgruppe ohne Fixation wird nicht ausgewertet [s230].

**Varikozele und weitere.** Aus Russland stammen mehrere Arbeiten zur Varikozele, die hier nur am Rand stehen: 33 Männer mit erhöhter Spermien-DNA-Fragmentierung, deren Median von 32 % auf 14,4 % drei Monate nach mikrochirurgischer Operation fiel [s105], und eine Serie zu Rezidiven [s102]. Eine Pilotstudie bei 80 Männern mit erworbenem proximalem Samenwegsverschluss fand Spermien bei 10 von 80, zu wenige für eine natürliche Empfängnis [s12].

**Zugang und Einordnung.** Die Datenbank CyberLeninka war über ihre Programmierschnittstelle erreichbar, lieferte aber nur Zusammenfassung und Literaturliste, keinen Volltext, und antwortete bei schnellen Abfragen mit Fehler 503; eLIBRARY.ru blockte mit HTTP 403, sodass viele Dissertationen und Tagungsbände fehlen. Eine Leitlinie oder ein Register mit Samendaten wurde im russischen Sprachraum nicht gefunden. Im russischsprachigen Bestand gibt es keine randomisierte Studie mit Samenparametern als Zielgröße zu Leistenbruch, Hypospadie, Orchidopexie oder Vasektomie-Umkehr; die Verfahrensvergleiche beim Leistenbruch sind alle nicht randomisiert, und mehrere nennen eigene Verfahren oder enthalten Widersprüche in den Zahlen.

### Arabisch

Arabischsprachige Originalliteratur wurde nicht gefunden. Das Etikett Arabisch (31 Quellen) steht für englischsprachige Veröffentlichungen aus der arabisch geprägten Region: Ägypten (Alexandria, Beni-Suef, Sohag, Tanta, Kairo, Suez), Saudi-Arabien, Katar, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, dem Sudan, Palästina und Marokko. Arabische Suchbegriffe in Europe PMC ergaben bei sechs Begriffen keinen Treffer; die arabischen Plattformen IASJ, ASJP und Mandumah lieferten keinen Abruf, die Arab World Research Source (EBSCO) eine Fehlerseite (HTTP 404), vermutlich wegen eines Abonnements. Über arabischsprachige Fachzeitschriften sagt diese Recherche deshalb nichts aus.

**Eigene Kohorten.** Die Studien betreffen häufig anwendungsnahe Fragen. Zur Spermiengewinnung bei nichtobstruktiver Azoospermie wertet eine ägyptische Serie 869 Männer aus: Die Gewinnungsrate betrug bei Skrotalhoden 36,8 % und bei Hodenhochstand 23,9 %, aus abdominellen Hoden wurden keine Spermien gewonnen, und nach früherer Orchidopexie war die Rate höher (37,2 % gegenüber 12,2 %) [s17]. Zur Torsion fand eine prospektive ägyptische Studie an 62 postpubertären Patienten bei 58 (93,5 %) eine erfolgreiche Spermiengewinnung zur Kryokonservierung und nach sechs Monaten eine Azoospermie bei 21 (33,8 %), nach Orchiektomie bei 45,2 % und nach Orchidopexie bei 10 % [s120]; die Metaanalyse zu Orchidopexie gegenüber Orchiektomie bei Torsion stammt aus Alexandria [s33]. Zum Hodenhochstand untersucht die Region vor allem Verzögerungen: In Riad war eine verzögerte Operation mit der Überweisung durch Kinderärzte verbunden [s06], in einer sudanesischen Fallserie zur Laparoskopie bei nicht tastbarem Hoden waren 67,2 % der Patienten älter als fünf Jahre [s145], und eine ägyptische Kohorte nennt für Atrophie nach laparoskopischer Orchidopexie bei nicht tastbarem Hoden 23,0 % [s01]. Bei erwachsenen Männern nach Orchidopexie fand eine saudische Studie mit 58 Männern häufiger Angst, Depression und Stress als bei Kontrollen [s96]. Zur Vasektomie-Umkehr stammen zwei Arbeiten aus der Region: eine ägyptische Aktenauswertung (145 Akten, 48 telefonisch erreicht), in der sich die Schwangerschaftsrate bei niedrigen und hohen Antispermien-Antikörper-Anteilen nicht unterschied (68,4 % gegenüber 72,4 %) [s88], und eine Serie von 382 Männern, deren jordanische Autoren Patienten in London behandelten, mit spermienpositiven Ejakulaten bei 85,3 % bei einem Intervall unter fünf Jahren und 26,9 % über 15 Jahren; sie zählt trotz der Autorenadresse nicht als Population des arabischen Raums [s339]. Zu Hydrozele und Fruchtbarkeit liegen zwei ägyptische Studien vor (eine nicht randomisierte Pilotstudie mit 61 Männern ohne signifikanten Unterschied der Schwangerschaften nach einem Jahr: 22,58 % gegenüber 16,67 %; eine Kohorte mit 60 Männern vor ICSI) [s40, s196]. Zur Hypospadie liegen Untersuchungen der Genitalmaße aus Katar und Ägypten vor, ohne Samenbefunde [s162, s181], sowie ein ägyptischer randomisierter Vergleich von Hüllgewebelappen bei 88 Kindern, in dem urethrokutane Fisteln bei 20,9 % gegenüber 4,9 % auftraten [s74].

**Varikozele.** Die Region stellt zahlreiche Beiträge zur Varikozele, darunter Metaanalysen aus dem Netzwerk des Global Andrology Forum und eine randomisierte Studie, die Operation mit Antioxidanzien vergleicht [s70, s36, s53, s02, s41, s05, s129, s207]; sie gehören nicht zum Kern dieses Kapitels.

**Zeitschriften und Einordnung.** Genannt sind unter anderem das Arab Journal of Urology [s181, s207], die Urology Annals [s06], das Asian Journal of Urology [s96], Urologia [s17] sowie The World Journal of Men's Health und das Asian Journal of Andrology für die Metaanalysen und Serien [s02, s05]. Regionale Besonderheiten sind in den Zusammenfassungen nur punktuell erkennbar: der späte Zugang zur Versorgung im Sudan, Verzögerungen der Orchidopexie in Saudi-Arabien und die Bearbeitung von Genitalmaßen bei Hypospadie. Es gibt keine Register mit Samendaten und keine in der Region verfasste Leitlinie in der Auswahl; die Studien sind überwiegend klein und retrospektiv. Der Bestand ist methodisch dünn, aber nicht klein; er ist nur über die englische Sprache sichtbar.

### Türkisch

Siebenunddreißig Quellen tragen das Etikett Türkisch. Viele erschienen auf Englisch in internationalen Zeitschriften, ein Teil auf Türkisch mit englischer Zusammenfassung in Zeitschriften, die über den Index TR Dizin erreichbar sind: Yeni Üroloji Dergisi, Türk Üroloji Dergisi, Türkiye Klinikleri, Bakırköy Tıp Dergisi, Anadolu Kliniği, Kocaeli Tıp Dergisi, Acta Medica Alanya, die Gümüşhane Üniversitesi Sağlık Bilimleri Dergisi und andere [s229, s259, s323, s300, s317, s365, s309, s191, s270, s209, s156]. Die Varikozele-Leitlinie des Global Andrology Forum (31 Aussagen, 24 Fachleute im Delphi-Verfahren) hat einen Erstautor mit Adresse in Mersin (Türkei) [s10].

**Eigene Kohorten und Querschnittsdaten.** Die ungewöhnlichste Quelle ist eine Musterungsstudie aus Izmir an 2.061 jungen Männern (Alter 20,3 ± 1,0 Jahre): Bei 681 (33,0 %) fanden sich Anomalien, Varikozele bei 24,2 %, Meatusstenose bei 4,0 %, Leistenhernie und Hodenhochstand je 1,8 %, Hypospadie bei 0,9 %; nur 35 der Männer mit Anomalie (4,7 %) waren operiert worden. Es ist eine große, nicht ausgewählte Stichprobe ohne Samenanalyse [s300]. Zum Hodenhochstand gehören kleine Serien: 14 junge Männer mit einseitig unbehandeltem inguinalem Hoden (Konzentration 53,8 ± 41,3 Mio./ml bei acht Samenanalysen; die Schlussfolgerung der Autoren einer deutlichen Beeinträchtigung lässt sich aus den Zahlen ohne Vergleichsgruppe nicht nachvollziehen) [s259], eine histologische Serie an 42 Männern mit abnormer Spermatogenese in allen Fällen [s365], 28 Re-Operationen nach erfolgloser Orchidopexie [s229] und 51 spätpubertäre Männer, deren Hoden vor der Orchiektomie nach Lage verglichen wurden (abdominal gegenüber inguinal) [s81]. Eine Kohorte aus Ordu mit 283 Patienten zeigt, dass von Eltern bemerkter Hodenhochstand später operiert wurde als vom Arzt entdeckter (5,08 gegenüber 3,57 Jahre), wobei die meisten Eingriffe über der Leitlinienschwelle von 18 Monaten lagen [s19]; eine endokrinologische Überweisungskohorte (99 Jungen) fand bei 72,7 % eine unzureichende Testosteronantwort im hCG-Test und ist für den typischen isolierten Hodenhochstand nicht repräsentativ [s49]. Zur Mikrodissektions-TESE bei Einzelhoden zeigen zwei Studien keine verminderte Gewinnungsrate (54,1 % gegenüber 56,76 % bei 74 gegen 74 Männern; 51,1 % gegenüber 50,4 % bei 45 Patienten) [s98, s104]. Zur Vasektomie erfasste eine prospektive Studie an 212 Männern Erektionsfunktion und Lebensqualität und fand bei 18 Patienten nach sechs Monaten noch bewegliche Spermien [s203]. Zur Leistenbruchoperation liegt eine kleine randomisierte Studie vor (40 Männer, Polypropylen, präperitoneales Netz gegenüber Lichtenstein): keine Unterschiede in Hodenvolumen, Durchblutung und Nebenhodengangdurchmesser, aber ohne Samenanalyse als Zielgröße und mit nur sechs Monaten Beobachtung [s309]; dazu kommen zwei Fallberichte seltener Komplikationen (Hodenischämie, Samenstrangtorsion nach Netzoperation) [s317, s199]. Zur Varikozele berichten türkische Serien Verbesserungen der Samenparameter, bei detaillierter Formanalyse änderte sich nur die Anomalie „verlängerter Kopf“, nicht aber Anomalien von Kopf, Flagellum oder Hals [s155, s270, s209].

**Genetik, Tierversuch, Hypospadie.** Fallberichte beschreiben genetische Ursachen einer Hypospadie mit Unfruchtbarkeit (WWOX-Variante bei Kind und Vater; homozygote INHA-Mutation bei zwei Brüdern mit Azoospermie) [s11, s141]; eine Befragung von Müttern von 193 Kindern mit Hypospadie konnte keinen eindeutigen Einfluss der Kinderwunschbehandlung belegen [s156]. Samenparameter nach Hypospadiekorrektur werden in TR Dizin nicht direkt bearbeitet. Charakteristisch sind Tierversuche: zur Ischämie-Reperfusion nach Torsion bei Ratten [s18, s42], zur Samenleiterchirurgie [s131, s163, s266, s261, s191] und zum Hodenhochstand [s127, s323]; ihre Übertragbarkeit auf den Menschen ist offen.

**Zugang und Einordnung.** Die Such-Schnittstelle von TR Dizin lieferte Titel, Zusammenfassungen und Autoren; DergiPark leitete auf eine Prüfseite („Arama Doğrulama“) um und war nicht nutzbar. Ältere TR-Dizin-Treffer (1999 bis 2014) sind überwiegend kleine Serien mit kurzen Zusammenfassungen. Eine türkische Leitlinie oder ein Register mit Samendaten wurde in der Auswahl nicht gefunden. Der türkische Sprachraum ist über Europe PMC und TR Dizin mittelgut abgedeckt, aber methodisch begrenzt: Kleine, retrospektive Serien und Tierversuche überwiegen.

# Kapitel 05: Einordnung der Befunde, Grenzen der Evidenz und offene Fragen

Dieses Kapitel fasst zusammen, wo sich die Studien zu Operationen und anatomischen Besonderheiten (Hypospadie, Leistenbruchoperation, Vasektomie und Refertilisierung, Hodenoperationen) widersprechen, wie belastbar die Evidenz insgesamt ist und was noch ungeklärt bleibt. Alle Zahlen stammen aus den Zusammenfassungen (Abstracts) der in [Quellenverzeichnis](#quellenverzeichnis) geführten Studien; Volltexte wurden in der Regel nicht ausgewertet. Mehrere zentrale Zahlen (Boorjian, Magheli, Herrel, Majzoub, Trost, Adnyana) wurden für dieses Kapitel erneut über die E-utilities der NCBI abgerufen und stimmten mit den Berichten überein [s346, s312, s247, s225, s79, s55]. Das Kapitel enthält keine Therapieempfehlung und ersetzt keine ärztliche Diagnostik.

## Widersprüche und ihre mögliche Erklärung

Die Literatur zu diesem Thema ist nicht einheitlich. Viele Widersprüche verschwinden, wenn man genau hinsieht, welche Männer untersucht wurden, welches Ergebnis gemessen wurde und wie lange man beobachtet hat. Die folgenden Abschnitte stellen die wichtigsten Gegensätze dar und nennen, wo die Studien selbst oder ihre Abstracts dazu etwas hergeben, mögliche Erklärungen. Wo eine Erklärung nur eine Vermutung dieser Zusammenstellung ist, steht das ausdrücklich dort.

### Verschlussintervall nach Vasektomie und Erfolg der Umkehr

Das Verschlussintervall, also die Zeit zwischen Vasektomie und Umkehroperation, ist der am häufigsten untersuchte Vorhersagefaktor, und die Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

- Die Metaanalyse von Herrel et al. (31 Studien, 6.633 Patienten) fand bei einem Intervall unter 10 Jahren höhere Raten als bei mindestens 10 Jahren: gepoolte Inzidenzverhältnisse 1,17 (95-%-Konfidenzintervall 1,09 bis 1,25) für die Durchgängigkeit und 1,24 (1,12 bis 1,38) für die Schwangerschaft [s247].
- Belker et al. fanden in 1.469 Operationen eine klare Staffelung: unter 3 Jahren Durchgängigkeit 97 % und Schwangerschaft 76 %, bei 15 und mehr Jahren 71 % und 30 % [s383]. Auch Fuchs et al. (Schwangerschaft 49, 39 und 25 % bei 15 bis 19, 20 bis 25 und mehr als 25 Jahren) [s353] und Kolettis et al. (Schwangerschaft 40, 36 und 27 % bei 10 bis 15, 16 bis 19 und mindestens 20 Jahren) [s355] sahen sinkende Schwangerschaftsraten.
- Boorjian et al. (213 Operationen eines Operateurs) fanden dagegen eine gleichbleibende Durchgängigkeit von 91, 88, 91 und 89 % über vier Intervallklassen und nur bei Intervallen über 15 Jahren eine niedrigere Schwangerschaftsrate (44 %) [s346].
- Magheli et al. (334 Patienten) fanden weder für das Intervall noch für ein Spermiengranulom einen Zusammenhang mit Durchgängigkeit und Schwangerschaft; einziger unabhängiger Vorhersagefaktor war das Alter der Partnerin (p = 0,015) [s312].
- Spermien im Ejakulat sanken bei Amarin und Obeidat von 85,3 % (Intervall unter 5 Jahren) auf 26,9 % (über 15 Jahre) [s339]; Peng et al. sahen bei Männern mit Intervall unter 15 Jahren eine Durchgängigkeit von 84 %, darüber von 64 % [s280]; Jeon et al. fanden mit zunehmender Zeit seit der Vasektomie einen sinkenden Erfolg (Odds Ratio 0,869; 0,760 bis 0,993) [s223].
- In der multizentrischen Kohorte von Lipshultz et al. (4.568 Patienten) waren Durchgängigkeit und Spermienkonzentration im Verlauf sogar überraschend invers mit der Zeit seit der Vasektomie korreliert [s25].

Mögliche Erklärungen: Magheli et al. berichten selbst, dass Männer mit langem Intervall häufiger älter waren und häufiger eine Vasoepididymostomie erhielten (jeweils p < 0,001), das Intervall ist also mit Alter und Verfahren verknüpft [s312]. Die Definition der Durchgängigkeit schwankt (jedes Spermium, mehr als 1 Million pro Milliliter, bewegliche Spermien), was Herrel et al. ausdrücklich beklagen [s247]; bei Ghaleb et al. sank die Durchgängigkeit von 77 % (mehr als 1 Million pro Milliliter) auf 33 %, wenn mindestens 30 % bewegliche Spermien verlangt wurden [s14]. Einzeloperateure mit sehr guten Ergebnissen [s346] lassen sich nicht ohne Weiteres auf andere übertragen: Bei Lipshultz et al. schwankte die Durchgängigkeit nach einem Jahr je nach Operateur zwischen 54 und 93 % [s25]. Dieselbe Studie weist darauf hin, dass spätere Kontrollen überpessimistisch ausfallen können, weil schlecht verlaufende Männer in der Nachkontrolle überrepräsentiert sind [s25]. Dass das Intervall in manchen Studien kaum zählt und in anderen viel, ist deshalb eher Ausdruck unterschiedlicher Populationen, Techniken und Definitionen als ein echter Gegenbeweis. Die AUA-Leitlinie führt Verschlussdauer, Alter des Patienten und der Partnerin gemeinsam als beste präoperative Vorhersagefaktoren an, ihre Empfehlungsstärke ist dort „moderat“ [s44, s43].

### Schwangerschaftsraten nach Umkehr: eine sehr breite Spanne

Die berichteten Schwangerschaftsraten reichen von etwa einem Viertel bis über 80 %. Herrel et al. berichten 73,0 % (stichprobengewichtet) [s247]; Seth et al. kommen mit 95 Studien auf 47,4 % (mikrochirurgisch) und 43,7 % (makroskopisch) [s106]; Ghaleb et al. nennen 28 bis 54 % bei mindestens zwölf Monaten Nachbeobachtung [s14]; Friedrich et al. fanden in einer Patientenbefragung eine Geburtenrate von nur 24 % und konnten Schwangerschaftsraten über 80 % aus früheren Veröffentlichungen nicht reproduzieren [s337]; die chinesische Multizenterstudie berichtet 27,2 % [s132], eine russische Serie 63 % [s195], Barretta et al. unter 44 Männern mit Kinderwunsch 81,8 % Spontanschwangerschaften [s07].

Mögliche Erklärungen: (a) Die Endpunkte sind verschieden (Schwangerschaft, Lebendgeburt, natürliche gegenüber assistierter Schwangerschaft). (b) Das Alter der Partnerin wirkt stark: Gerrard et al. fanden Schwangerschaftsraten von 67, 52, 57, 54 und 14 % bei Partnerinnen von 20 bis 24, 25 bis 29, 30 bis 34, 35 bis 39 und ab 40 Jahren [s332]; Fuchs et al. 64 % unter 30 gegenüber 28 % über 40 Jahren [s353]; in der chinesischen Multizenterstudie war nur bei 35,5 % der Partnerinnen über 35 Jahren vor dem Eingriff die Fruchtbarkeit untersucht worden [s132]. (c) Die Nachbeobachtung ist unterschiedlich lang; Long et al. vermuten, frühere Studien hätten die natürliche Schwangerschaftsrate bei Nebenhodenverschluss wegen kurzer Nachbeobachtung unterschätzt (72,8 % natürliche Schwangerschaft bei im Mittel 56 Monaten) [s28]. (d) Befragungen mit geringem Rücklauf (Friedrich: 63 von 90; Abouelgreed: 48 von 145) und Einzeloperateure verzerren die Raten in unbekannte Richtung [s337, s88]. Bei Amjadi et al. widersprechen sich sogar innerhalb eines Abstracts eine Fruchtbarkeitsrate von 15 % und kumulative Schwangerschaftsschätzungen von 87,5 und 58,3 %, ohne dass der Abstract das auflöst [s121].

### Was ist bei Umkehr „normale“ Spermienqualität?

Ein weiterer Gegensatz betrifft den Maßstab. Nach der Umkehr bleiben Spermienzahl, Beweglichkeit und Normalform oft unter den Referenzwerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Majzoub et al. fanden dennoch bei 49,6 % (69 von 139) spontane Schwangerschaften, auch bei Konzentrationen unter 5 Mio./ml (15 %), Beweglichkeit unter 10 % (21,3 %) und Normalform unter 1 % (14,8 %); die Autoren folgern, die WHO-Werte von 2010 sagten die Fruchtbarkeit nach Umkehr nicht gut voraus [s225]. Gleichzeitig zeigen Peng et al., dass Spermienkonzentration (Hazard Ratio 4,988) und Vorwärtsbeweglichkeit (1,751) nach Vasoepididymostomie eine Schwangerschaft vorhersagen [s226], und Zhang et al. nennen dieselben Größen als günstige Faktoren [s157]. Beides ist vereinbar: Höhere Werte erhöhen die Chance, niedrige Werte schließen eine Schwangerschaft bei zuvor fruchtbaren Männern aber nicht aus. Die Referenzwerte für die Allgemeinbevölkerung (ohne Zeugungsvorgeschichte) beantworten eine andere Frage als die nach der Chance einer bestimmten Paarsituation.

### Glukokortikoide nach Umkehr

Die randomisierte iPRED-Studie (75 Männer, 73 mit Einjahresdaten) fand nach 12 Monaten Schwangerschaftsraten von 65 % in der Kontrollgruppe, 67 % bei niedrig dosiertem Prednison, 17 % bei hoher Dosis und 38 % bei bedarfsweiser Gabe; die Arme mit hoher und bedarfsweiser Gabe wurden wegen niedrigerer Schwangerschaftsraten vorzeitig beendet, die Spermienkonzentration blieb unbeeinflusst [s79]. Eine retrospektive Serie von acht Männern berichtet dagegen, niedrig dosiertes Prednison habe sich verschlechternde Samenparameter gebessert (Gesamtzahl beweglicher Spermien im Median +6 Mio.) [s111]. Erklärung: Die beiden Arbeiten untersuchen verschiedene Dosen und Fragestellungen (Schwangerschaft bei allen Männern gegenüber Rettung bei bereits fallenden Werten), und die Serie hat weder Kontrollgruppe noch Verblindung; sie kann Zufallsschwankungen und die natürliche Erholung nicht von einer Wirkung trennen. Beide Befunde sind deshalb nicht strikt widersprüchlich, die Evidenz ist aber in beide Richtungen dünn.

### Antispermien-Antikörper

Meinertz et al. fanden bei 216 Männern nach Vasovasostomie eine Konzeptionsrate von 85,7 % bei reiner IgG-Antwort, 42,9 % bei zusätzlichem IgA, 21,7 % bei IgA auf allen Spermien und 0 % bei IgA auf allen Spermien mit Serumtiter von mindestens 256 [s388]. Abouelgreed et al. fanden dagegen keinen Unterschied zwischen niedrigen und hohen Antikörperanteilen (Schwangerschaft 68,4 gegenüber 72,4 %; p = 0,2), allerdings nur bei 48 von 145 telefonisch erreichten Männern [s88]. Matsuda et al. sahen keinen Einfluss der Serumantikörper auf die Schwangerschaftsrate [s378], und die Übersicht von Dubin et al. hält fest, Antikörper trügen nach erfolgreicher Umkehr wahrscheinlich nicht zur Infertilität bei [s164]. Mögliche Erklärungen: unterschiedliche Antikörperklassen und Nachweisverfahren (IgG, IgA, sekretorisches IgA an der Spermienmembran gegenüber Serumwerten), unterschiedliche Schwellen (50 % gegenüber vollständiger IgA-Bindung) und sehr geringe statistische Trennschärfe der kleinen Stichprobe; ein fehlender Unterschied bei 48 Männern ist kein Beleg für Gleichheit.

### Einseitige gegenüber beidseitiger Rekonstruktion

Yahyazadeh et al. fanden nach Vasovasostomie keinen Unterschied zwischen einseitiger und beidseitiger Operation (Durchgängigkeit 88,1 gegenüber 88,7 %) [s176]. Bei Samenleiterverschluss nach kindlicher Leistenbruchoperation war dagegen die beidseitige Operation erfolgreicher (82,4 gegenüber 42,9 %; p = 0,027; nur 7 einseitig operierte Männer) [s184]. Bei der Vasoepididymostomie verbinden mehrere Metaanalysen die beidseitige Anastomose mit höherer Durchgängigkeit (RR 1,32 bis 1,42) [s135, s134]. Die Populationen unterscheiden sich: In [s176] standen Männer nach Vasektomie mit gesundem restlichem Samenweg im Vordergrund, in [s184] Männer mit einseitiger Verletzung nach Kinderoperation, bei der gegebenenfalls die Gegenseite ebenfalls geschädigt oder blockiert sein kann; bei der Nebenhodenebene kommt die Schwierigkeit der Anastomose hinzu. Das ist eine Deutung dieser Zusammenstellung, die Abstracts erklären den Unterschied nicht.

### Vasoepididymostomie: breite Streuung trotz ähnlicher Metaanalysen

Vier Metaanalysen aus China kommen auf Durchgängigkeitsraten von 69,3 % [s135], 67,2 % [s134], etwa 68 % [s113] und 65,0 bis 68,0 % [s52]. Einzelstudien streuen dagegen von 50,0 % [s116] über 55,2 % [s185] und 61,5 % [s254] bis 80,1 % [s28] und 87,3 % [s26]. Zwei Anmerkungen: Die Metaanalysen überschneiden sich in den Primärstudien erheblich, ihre Übereinstimmung ist also keine unabhängige Bestätigung. Und die Einzelzahlen unterscheiden sich in Technik (einarmig, doppelarmig, gefäßschonend), Operationshöhe (Kopf: 47,8 %, Körper oder Cauda: 84,8 % [s216]) und Nachbeobachtung. Die Frage, ob eine gefäßschonende Technik die Schwangerschaftsrate verbessert, bleibt offen: Wan et al. berichten höhere Durchgängigkeit (83,6 gegenüber 65,2 %) [s134], Zhu et al. ebenso (83,0 gegenüber 67,0 %) bei nicht signifikantem Unterschied der Schwangerschaften [s52], Li et al. in einer kleinen Serie einen Unterschied der natürlichen Schwangerschaften nur nach sechs Monaten (0 gegenüber 31,3 %; p = 0,022) [s168].

### Zeit bis zur Azoospermie nach Vasektomie und Freigabekriterien

Die Evidenz zur Kontrolle nach Vasektomie ist uneinheitlich. Griffin et al. fanden in 56 Studien, dass der Median der azoospermen Männer nach drei Monaten und 20 Ejakulationen stets über 80 % lag [s340]. Gómez de Vicente et al. beobachteten 239 Vasektomien und hielten mindestens 200 Tage für nötig, um bei 80 % alle Spermien zu klären [s347]; Estigarribia Benítez et al. fanden bei Restspermien im Mittel 4,5 Monate bis zur Azoospermie [s147]; Cháfer Rudilla et al. sahen bei nur 55,5 % die Freigabekriterien erreicht [s331]. Die Fristen für die erste Probe unterscheiden sich zwischen den Leitlinien: britische Laborleitlinie von 2016 mindestens zwölf Wochen und 20 Ejakulationen [s232] gegenüber 16 Wochen und 24 Ejakulationen in der Fassung von 2002 [s354]; AUA frühestens acht Wochen [s44]; die europäische Leitlinie ab drei Monaten [s287]. Mögliche Erklärungen: unterschiedliche Erfolgsdefinition (vollständige Azoospermie gegenüber „seltenen unbeweglichen Spermien“ und dem Wert von höchstens 100.000 pro Milliliter), Verfahren am Samenleiter, Probenzahl und die Qualität der Probenabgabe: Cháfer Rudilla et al. dokumentierten, dass 9,4 % der Proben nicht vollständig gesammelt waren, 18,8 % der Männer weniger als 2 ml abgaben und 30,5 % der Ejakulate extrem zähflüssig waren [s330]. Beder et al. zeigten, dass allein die Änderung der Laborleitlinie die Erkennung seltener unbeweglicher Spermien von 18 auf 27 % anhob [s182]; die Zahl der „Restspermien“ ist also auch eine Frage der Messvorschrift.

Ähnlich ist es bei der frühen Rekanalisation: Labrecque et al. berichten 13 % (95-%-Konfidenzintervall 12 bis 15 %) vermutete frühe Rekanalisationen, 25 % bei Ligatur und Durchtrennung ohne Faszieninterposition und 0 % bei thermischer Kauterisation mit Faszieninterposition [s338]. Eine Kohorte aus der Region Québec fand dagegen Rekanalisationen bei 2,8 % (Privatklinik) und 1,2 % (Familienplanungsklinik) [s369], eine spanische Serie bei 0,5 % früh und 0,1 % spät [s331]. Die Zahlen sind nicht vergleichbar, weil sie auf verschiedenen Definitionen (Diagrammbeurteilung durch Gutachter gegenüber Spermiogramm) und Techniken beruhen.

### Hoden und Spermatogenese nach Vasektomie

Raleigh et al. fanden bei 34 Männern, die 1 bis 20 Jahre nach Vasektomie biopsiert wurden, weniger Spermatiden (runde −40 %, elongierende −23 %, elongierte −39 %) und eine 2,7-fach erhöhte Fibrose, beides zunehmend mit dem Verschlussintervall [s350]. Xiang et al. fanden bei Männern 22 bis 42 Jahre nach Vasektomie in 43 auswertbaren Proben keine Unterschiede zu Kontrollen [s283]. Das Samenvolumen blieb nach Vasektomie unverändert [s32], und in zwei großen chinesischen Querschnittsstudien blieben nach Adjustierung Hormonunterschiede aus [s228, s218]. Im Tierversuch dagegen zeigen mehrere Arbeiten Schädigungen der Spermatogenese [s304, s238, s295, s361], während Şahintürk et al. nach 1 und 12 Wochen zunächst höhere Dichten von Spermatogonien und Sertoli-Zellen und erst nach 24 Wochen weniger Zellen sahen [s191].

Mögliche Erklärungen: Die Männer in [s350] wurden bei der Umkehr biopsiert, sind also eine Auswahl mit Kinderwunsch; in [s283] wurden Männer biopsiert, die wegen eines Leistenbruchs operiert wurden, ihr Alter von mindestens 50 Jahren erschwert die Trennung von Alterungsveränderungen; sieben vasektomierte Männer hatten fast nur Bindegewebe im Gewebeschnitt. Die Autoren von [s283] deuten ihr Ergebnis als „statisches Gleichgewicht“ von Spermienbildung und -abbau. Ergebnisse im Tier hängen von Art, Verschlussart (Durchtrennung gegenüber Ligatur), Zeitpunkt und Druckentwicklung ab; Ma et al. sahen bei der Ratte eine druckvermittelte Schädigung, die von Spermiengranulomen abhing (5 von 12 Hoden betroffen) [s238]. Dass die Frage, ob Vasektomie dem Hoden schadet, unterschiedlich beantwortet wird, ist daher mit Zeitverlauf und Auswahl der untersuchten Männer vereinbar.

### Netzoperation beim Leistenbruch und Samenqualität

Randomisierte oder prospektive Studien an Erwachsenen finden überwiegend keine anhaltende Beeinträchtigung: Damous et al. (Lichtenstein gegenüber TAPP, 37 ausgewertete Männer) keine Gruppenunterschiede bei Hormonen und Samenqualität [s123]; Roos et al. (44 Männer nach beidseitiger TEP) unveränderte Samenqualität bei höherem LH und niedrigerem Inhibin B ohne klinische Relevanz nach Einschätzung der Autoren [s227]; Skawran et al. keinen Hinweis auf eine operationsbedingte Beeinträchtigung [s305]; Sucullu et al. unveränderte Konzentration trotz erhöhtem Widerstandsindex [s316]; Hatipoğlu et al. unveränderte Strukturmaße des Samenstrangs [s309]. Peeters et al. sahen dagegen nach einem Jahr eine verminderte Beweglichkeit bei leichten Netzen (−9,5 und −5,5 % gegenüber +2 % bei schwerem Netz) [s314], die nach im Median 39,1 Monaten nicht mehr signifikant war (p = 0,23) [s267]. Russischsprachige Vergleichsstudien berichten Abnahmen der Spermienkonzentration nach spannungsbehafteter Plastik (um 41,0 Mio./ml) und nach Lichtenstein (um 9 % nach vier Monaten, bis zum Jahresende um weitere 15 % des Ausgangswerts) [s274], eine Oligospermie mit 30 bis 35 % weniger Spermien in der Lichtenstein-Gruppe (p < 0,01) [s275] und einen Vorteil des laparoskopischen Verfahrens [s118]; eine andere Studie fand keinen Unterschied zwischen Polypropylen und Polyester [s220]. Eine Auswertung bei Männern in einer Kinderwunschsprechstunde fand unter 512 Männern 74 mit früherer Operation (14,4 %) [s187]. Tierversuche (Kaninchen, Ratte) zeigen Entzündung und Fibrose am Samenstrang [s345, s272, s54] und kleinere Hoden mit gestörter Spermatogenese in der Netzgruppe [s180], beim Hund dagegen keinen Unterschied der Spermienbeweglichkeit und -morphologie [s368]. Die Übersichten kommen zu keinem Nachweis einer klinisch relevanten Infertilität, räumen aber seltene obstruktive Azoospermien nach beidseitiger Netzreparatur ein: 0,03 % bei offener Operation, 2,5 % bei beidseitiger laparoskopischer Operation mit Netz [s224].

Mögliche Erklärungen: (a) Studien mit negativem Befund sind meist Kinderwunsch- oder Operationskohorten ohne Ausgangswert, ohne unbehandelte Kontrollgruppe oder ohne Randomisierung. Die 14,4 % in [s187] beschreiben den Anteil operierter Männer in einer Kinderwunschsprechstunde, nicht das Risiko einer Operation. (b) Einzelne positive Befunde stammen aus Studien mit methodischen Auffälligkeiten: In [s118] sind die berichteten mittleren Beweglichkeiten praktisch gleich (41,51 und 41,76 %), während die Autoren Signifikanz mit p < 0,001 behaupten; [s275] testet ein nach dem Erstautor benanntes Eigenverfahren; in [s180] fehlt eine Scheinoperationsgruppe. (c) Die Studiendauer unterscheidet sich (drei Monate bis drei Jahre); der einzige konsistente Befund, die vorübergehend verminderte Beweglichkeit, verschwand bei längerer Beobachtung [s267]. (d) Obstruktive Azoospermie ist ein seltenes Ereignis, das in Studien mit 37 bis 64 Männern kaum auftreten kann; für ihre Häufigkeit fehlt ein Nenner, die Fallserie von Shin et al. (14 Fälle aus acht Zentren) liefert den Mechanismus (Fibrose um das Netz), keine Rate [s344].

### Samenleiterverletzung nach Kinderoperation: hoher Anteil, unbekanntes Risiko

Matsuda und Horii fanden bei 724 subfertilen Männern 10 mit einseitigem Samenleiterverschluss nach kindlicher Leistenbruchoperation; bei subfertilen Männern mit entsprechender Vorgeschichte betrug die Häufigkeit 26,7 % [s381]. Diese Zahl ist unter selektierten Männern entstanden und erlaubt keine Aussage zur Allgemeinbevölkerung; ein Nenner (alle operierten Kinder) fehlt in allen Fallserien [s381, s138, s184, s258, s217, s83]. Die Cochrane-Übersicht zur kindlichen Leistenbruchoperation (zwölf randomisierte Studien, 1.247 Kinder) hat weder Hodenatrophie noch Samenleiterverletzung noch Fruchtbarkeit als Zielgröße [s31]. Hodenatrophie nach Kinderoperation wurde in einer Versicherungskohorte mit 8.897 Jungen mit 5,1 pro 10.000 Personenjahre berichtet, am höchsten bei Hodenhochstand (13,9) [s215]; Steigman et al. fanden in Bruchsäcken von 7.314 Jungen in 0,23 % einen Samenleiter [s367]. Die Zahlen widersprechen sich nicht, sie messen verschiedene Dinge. Hinzu kommt die Technikfrage: Bei Zhao et al. lag das getrennte Samenleiterende in 74,0 % am inneren Leistenring, was nach Ansicht der Autoren die hohe Ligatur des Bruchsacks als Ursache nahelegt [s138], bei einer anderen Serie dagegen bei 29 von 37 Männern im kleinen Becken (78,37 %) [s83]; die Serien unterscheiden sich in der Auswahl (bei [s83] beidseitige Operation im Alter von 1 bis 10 Jahren) und im Verfahren, die Abstracts erklären die Abweichung nicht.

### Hodenhochstand: Zeitpunkt der Operation und Spermiengewinnung

Für den Operationszeitpunkt widersprechen sich die Befunde. Die Metaanalyse von Kim et al. fand, dass eine Orchidopexie vor dem Alter von 10 Jahren die Spermiengewinnungsrate erhöht (RR 1,25; 1,06 bis 1,47) [s128]; He et al. sahen bei erfolgreicher Gewinnung ein früheres Operationsalter (−3,35 Jahre) [s99]; Qin et al. (23 Artikel, 1.496 Patienten) fanden dagegen keinen Einfluss von Alter bei Orchidopexie, Hodenvolumen oder Hormonen [s73]. Kaushal et al. fanden keinen signifikanten Unterschied der Hodenatrophie bei Operation vor dem 12. Lebensmonat (OR 1,05; 0,49 bis 2,23) bei niedriger Evidenzsicherheit [s64]; Henriksen et al. berichten, eine große Studie habe eine um 5 % höhere Notwendigkeit assistierter Reproduktion je sechs Monate Verzögerung gesehen [s63]; Ismaeil et al. eine Gewinnungsrate von 37,2 % bei früher gegenüber 12,2 % bei später Orchidopexie [s17]; Ismailow et al. dagegen keine Abhängigkeit der Samenstörung vom Alter bei der Operation [s296]. Vinardi et al. fanden ebenfalls keinen Zusammenhang zwischen Operationsalter und Samenqualität [s360], Trsinar et al. bei Operation vor dem 8. Lebensjahr ein höheres Inhibin B und Hodenvolumen [s321].

Mögliche Erklärungen: Die Metaanalysen schließen teilweise dieselben Studien ein, wählen aber unterschiedliche Vergleiche (Schwelle von 10 Jahren gegenüber stetigem Alter); der Abstract erklärt den Unterschied nicht [s73]. Das Alter bei der Operation und das Alter bei der Samengewinnung sind verwechselbar (He et al.: Gewinnung bei den Älteren häufiger) [s99]. Ein späterer Operationszeitpunkt kann außerdem Ausdruck schwererer Befunde sein (abdominale Lage, Begleitfehlbildungen). Bei Ismaeil et al. lag die Gewinnungsrate bei abdominalen und gemischten Hoden bei null [s17]. Zudem sind die untersuchten Männer eine Auswahl: Wer mit Azoospermie zur Spermiengewinnung kommt, ist nicht repräsentativ für alle operierten Jungen.

Ein verwandter Gegensatz betrifft die Seitigkeit: Kim et al. fanden keinen Unterschied zwischen beidseitiger und einseitiger Orchidopexie in der Gewinnungsrate (RR 1,02; p = 0,79) [s128], Ismaeil et al. 40 gegenüber 17,9 % (p = 0,0517) [s17], Dauvergne keinen Einfluss der Seitigkeit [s231]. Gleichzeitig ist bei der Samenqualität der Befund übereinstimmend: Nach beidseitigem Hodenhochstand ist die Azoospermie häufiger (OR 2,3; 1,57 bis 3,37) [s55]; die Vaterschaft war bei beidseitig Betroffenen niedriger (65,3 gegenüber 89,7 %) [s359]; und der Anteil normaler Spermienzahlen betrug 19 gegenüber 83 % [s357]. Eine mögliche Erklärung (Deutung dieser Zusammenstellung, in den Abstracts nicht belegt): Die Gewinnungsrate wird nur bei Männern mit bereits bestehender Azoospermie gemessen, die Azoospermiehäufigkeit dagegen in der gesamten Gruppe; innerhalb der Azoospermie-Gruppe können einseitig und beidseitig Operierte ähnlich geschädigt sein.

### Hormonbehandlung bei Hodenhochstand

Hadziselimovic argumentiert in einem Standpunktartikel, eine gestörte Minipubertät sei eine der häufigsten Ursachen nichtobstruktiver Azoospermie bei Hodenhochstand und GnRH-Agonisten könnten nach der Operation Unfruchtbarkeit verhindern [s97]. Die Metaanalyse von Rajagukguk et al. (neun Studien, 652 Patienten) fand mit kombinierter Therapie mehr Spermatogonien je Tubulus (MD 0,23; 0,07 bis 0,38), aber keine Verbesserung bei Spermienzahl, Inhibin B oder Testosteron und keinen klaren Langzeitnutzen [s37]. Die AUA-Leitlinie sieht keine Hormontherapie zur Induktion des Deszensus vor (Standard, Evidenz B), die EAU-Leitlinie verweist auf schlechte Erfolgsraten von GnRH und hCG [s262, s393]. Der Konflikt bleibt bestehen, weil der Standpunktartikel keine neuen Daten enthält und die Metaanalyse Spermienzahl und Vaterschaft nicht als Endpunkte vorfand; ob Spermatogonien als Ersatzmarker spätere Spermienzahlen vorhersagen, ist offen.

### Hodentorsion: Orchiektomie oder Erhalt

Die Metaanalyse von Nasr et al. (elf Studien, 538 Teilnehmende) fand nach Orchiektomie höheres FSH und LH und eine um 18 Mio./ml niedrigere Spermienkonzentration (p = 0,01), nicht aber Unterschiede der Gesamtzahl, Normalform und Gesamtbeweglichkeit [s33]. Yang und Xu fanden bei 77 Männern fast identische Mittelwerte und Schwangerschaftsraten von 75,0 und 83,8 % (nicht signifikant) [s179]; Ichikawa et al. dagegen signifikant niedrigere Dichte nach Orchiektomie (12 gegen 12 Männer) [s376], Anderson et al. eine signifikant verminderte Samenqualität nach Orchiektomie (mittlere Torsionsdauer 69 Stunden) [s380]. Im Tier fand Goto nur bei erwachsenen Ratten einen Gegenhodenschaden mit Antikörpern [s384], Wen et al. bei jungen Ratten nach Orchiektomie keine wesentliche Veränderung [s282].

Mögliche Erklärungen: Die Gruppen sind nicht vergleichbar. In [s139] betrug die mediane Zeit bis zur Vorstellung bei Orchiektomierten 48, bei Erhaltenen 12 Stunden; wer nach langer Torsion orchiektomiert wird, hatte meist die stärkere Schädigung, und der Unterschied der Spermien liegt dann nicht am Eingriff. Die Studie von 1986 fand bei 20 von 35 Männern histologisch bereits vor der Torsion eine partielle Reifungsstörung der Spermatogenese des Gegenhodens, mit Oligozoospermie bei 15 von 19 [s389]; sie wurde im hier ausgewerteten Material nicht durch neuere Arbeiten bestätigt. Sehr kleine Gruppen (7 gegenüber 9, 12 gegenüber 12, 4 Orchiektomierte bei Törzsök) erlauben kaum stabile Schätzungen [s380, s376, s154]. Die Autoren von [s179] sprechen von einer „geringeren Samenqualität“, die ihre Mittelwerte nicht zeigen; hier widerspricht der Text den Zahlen im selben Abstract.

### Hypospadie: „Samenqualität vergleichbar“ gegenüber „vermindert“

Die Übersicht von Geada et al. berichtet, nach Hypospadiekorrektur seien Samenqualität und Libido mit Kontrollen vergleichbar [s95]. Asklund et al. fanden bei isolierter Hypospadie keinen Unterschied zu Kontrollen, bei Hypospadie mit zusätzlichen Genitalstörungen aber bei den Männern mit zusätzlichen Genitalstörungen eine niedrigere mediane Konzentration (32 gegenüber 52 Mio./ml bei isolierter Hypospadie) und Normalform (4 gegenüber 9 %) [s308]; Kumar et al. bei distaler Form Vergleichbarkeit, bei proximaler schlechtere Werte [s237]; Tack et al. dagegen Oligo- oder Azoospermie bei 18,6 % der Männer mit nicht syndromaler Hypospadie, bei 59,1 % der klein für das Gestationsalter Geborenen [s152]. Die schwedische Registerkohorte fand bei proximaler Form eine Hazard Ratio für leibliche Kinder von 0,59 (0,42 bis 0,81), bei distaler 0,90 (0,85 bis 0,96) [s189].

Mögliche Erklärungen: Der Schweregrad ist die wichtigste Ordnungsgröße; Gesamtaussagen über „die“ Hypospadie verdecken den Gradienten. Die Studien messen Verschiedenes (Samenanalyse bei jungen Männern, Vaterschaft in einem Register), und die Vergleichsgruppen sind klein oder im Abstract nicht beziffert. Wichtig: Keine der Studien trennt den Einfluss der Operation vom Einfluss der Fehlbildung. Dazu passt, dass bereits Väter von Jungen mit Hypospadie niedrigere Spermienkonzentrationen hatten (54,1 gegenüber 81,2 Mio./ml) [s328] und dass Säuglinge in der Minipubertät veränderte Hormonwerte zeigten [s23]. In Russland sprechen Daten für einen Gradienten nach Schweregrad (bei hinteren Formen 0,3 ± 0,27 Mio./ml), allerdings ohne Teilnehmerzahl im Abstract [s307].

### Varikozele (knapper Exkurs)

Die Cochrane-Übersicht (48 randomisierte Studien, 5.384 Teilnehmende) hält die Lebendgeburt für unklar (RR 2,27; 0,19 bis 26,93; sehr niedrige Sicherheit) und die Schwangerschaft für möglicherweise erhöht (RR 1,55; 1,06 bis 2,26; niedrige Sicherheit) [s171]. Die Metaanalyse von Agarwal et al. zeigt dagegen große standardisierte Mittelwertdifferenzen für Konzentration (1,739) und progressive Beweglichkeit (3,301), mit Heterogenität (I²) um 98 % und Publikationsbias für zwei Parameter, und bezeichnet die Evidenz als „hoch“ [s119]; Baazeem et al. fanden bei vier randomisierten Studien eine nicht signifikante Odds Ratio für Schwangerschaft von 2,23 (0,86 bis 5,78), bei Vorher-Nachher-Studien dagegen eine signifikante Zunahme der Konzentration um 12,32 Mio./ml [s298]. Erklärung: Vorher-Nachher-Daten ohne Kontrollgruppe sind für Regression zur Mitte anfällig, die Heterogenität von etwa 98 % schränkt die Aussagekraft gepoolter Effekte ein, und Samenparameter sind Ersatzmaße für die Frage, ob ein Paar ein Kind bekommt. Die einzige randomisierte Varikozelenstudie im russisch-, türkisch- und arabischsprachigen Teil der Recherche vergleicht mit Antioxidanzien statt mit unbehandelten Männern [s41].

### Fehler und Unstimmigkeiten in den Abstracts selbst

Ein Teil der scheinbaren Widersprüche geht auf Unstimmigkeiten in den Quellen zurück, die in den Berichten festgehalten wurden und hier nicht als Befunde verwendet werden: ein Medianwert außerhalb seines Quartilsbereichs bei Roos et al. [s227]; eine Prozentzahl von „18,3 % (18/23)“, die vermutlich 78 % meint, bei Liang et al. [s184]; die Summe 1.297 + 501 = 1.798 statt der genannten 1.807 Patienten bei Estigarribia Benítez et al. [s147]; „14 + 7“ Männer bei 20 Untersuchten bei Crespo Chozas et al. [s364]; die Prozentzahlen 53,4 % und 48 % für dieselbe Gruppe bei Ismailow et al. [s296]; „93,6 % von 16 Männern“ bei Selvi et al. [s188]; „11 (35,4 %)“ statt 33,3 % bei Ryzhkov [s105]; die Gruppengrößen 40 und 41 mit 12,5 % bei Saber-Khalaf (5 von 41 sind 12,2 %) [s41]; widersprüchlich bezeichnete Rezidiv- und Erfolgsraten bei Nan et al. [s130]. Gleichlautende Abstracts verschiedener Autorengruppen [s277, s219], doppelte Einträge derselben Kohorte [s372, s375; s303, s291; s342, s341; s222, s234] und die Überschneidung der Metaanalysen [s134, s135, s113, s52] sind in der Zählung der Quellen einzeln geführt, als Evidenz aber nur einmal zu werten.

## Limitationen der Evidenz

### Wie sich die 393 Quellen zusammensetzen

Das Quellenverzeichnis führt 393 Veröffentlichungen. Nach dem Studientyp-Feld in synthese.json sind es 30 Tierversuche, 18 Fallberichte, gut 40 systematische Übersichten oder Metaanalysen (einschließlich zweier Cochrane-Übersichten [s171, s31]), knapp 40 narrative Übersichten, 14 Leitlinien oder Leitlinienvergleiche und rund 240 Beobachtungsstudien (Kohorten, Fall-Kontroll-Studien, Fallserien, Querschnitt, Aktenanalysen). Als randomisiert bezeichnet sind nur acht Studien am Menschen [s39, s41, s74, s79, s123, s309, s314, s316]; dazu kommen der randomisierte Teil der kanadischen Vasektomie-Auswertung [s338] und eine Studie, die sich selbst „mit Randomisierung“ nennt, aber retrospektiv geführt wurde [s310]. Von diesen Studien haben nur wenige Samenparameter als Zielgröße [s123, s314, s316, s79, s41]; die Studie zur Netztechnik beim Leistenbruch [s309] und die zur Kinderoperation [s39] messen Samenstrang, Rezidive und Komplikationen, die Hypospadiestudie [s74] Fisteln.

Zeitlich stammen 195 der 393 Quellen aus den 2020er Jahren, 121 aus den 2010er Jahren, 47 aus den 2000er Jahren und 25 aus den 1990er Jahren; vier sind älter (1970er und 1980er Jahre), eine Quelle (die Webfassung der EAU-Leitlinie [s393]) hat keine Jahresangabe. Nach den Sprachräumen, die in synthese.json je Quelle vermerkt sind (Mehrfachnennung möglich), entfallen auf Englisch 327, Russisch 40, Türkisch 37, Arabisch 31, Chinesisch 20, Japanisch 19, Französisch 10, Spanisch 9, Deutsch 7 und Italienisch 2 Quellen; Portugiesisch ist nicht vertreten. Die Kennzeichnung „arabisch“ folgt der Herkunft der Autoren, nicht der Sprache: Arabischsprachige Originalliteratur war nicht auffindbar, alle arabisch gekennzeichneten Quellen sind englischsprachig veröffentlicht.

### Studiendesign und Verzerrungen

1. **Beobachtung statt Experiment.** Praktisch alle Aussagen zu Hypospadie, Leistenbruch, Vasektomie-Umkehr, Hodenhochstand und Hodentorsion stammen aus Beobachtungsstudien. Ob ein Eingriff die Samenqualität verändert, lässt sich daraus nur dort ableiten, wo es Werte vor und nach dem Eingriff und eine sinnvolle Vergleichsgruppe gibt. Für Hodenhochstand und Hypospadie fehlt der Vergleich mit nicht operierten Männern vollständig; die Berichte halten fest, dass keine der gefundenen Studien Operierte mit Nicht-Operierten bei gleicher Fehlbildung vergleicht.
2. **Vermischung von Grunderkrankung und Eingriff.** Die Anatomie, die zur Operation führt, kann selbst mit gestörter Spermienbildung zusammenhängen. Beim Hodenhochstand fehlten nach Befunden aus Dänemark schon bei der Operation ab dem Alter von 18 Monaten Keimzellen (30 % der beidseitigen, 18 % der einseitigen Fälle) [s357]; bei postpubertär Operierten hatten nur 8,5 % der biopsierten Hoden einen Johnsen-Score über 8 [s51]. Bei der Hodentorsion fand sich schon vor dem Ereignis eine Reifungsstörung [s389]. Bei der Hypospadie hatten sogar die Väter der Jungen niedrigere Spermienkonzentrationen [s328]. Ein Spermiogramm nach der Operation bildet deshalb meist beides ab, die Fehlbildung und den Eingriff.
3. **Indikationsverzerrung bei Vergleichen von Verfahren.** Wer orchiektomiert wird, hatte meist die längere Torsion [s139]; wer eine Vasoepididymostomie erhält, hatte meist das längere Verschlussintervall und ist älter [s312]; bei spät operiertem Hodenhochstand war in einer koreanischen Serie in 30,2 % der Fälle der Samenstrang kurz [s257].
4. **Selektion der untersuchten Männer.** Viele Zahlen beruhen auf Männern, die wegen Kinderlosigkeit, Azoospermie oder Umkehrwunsch zu Spezialzentren kamen: die Häufigkeit von 26,7 % unter subfertilen Männern mit kindlicher Leistenbruchoperation [s381], die 14,4 % operierter Männer in einer Kinderwunschsprechstunde [s187], die Spermiengewinnungsraten nach Hodenhochstand [s128, s99, s73, s17] und die Serien zur Samenleiterverletzung [s344, s249, s138, s258]. Solche Daten sagen, was man unter Patienten findet, nicht wie häufig etwas bei allen Operierten auftritt: Es fehlt der Nenner. Die Cochrane-Übersicht zum kindlichen Leistenbruch enthält überhaupt keinen Fruchtbarkeitsendpunkt [s31].
5. **Niedriger Rücklauf und Nachbeobachtungsverluste.** 239 von 799 Hypospadie-Operierten wurden nachuntersucht [s89], 108 von 518 angeschriebenen Personen erfüllten die Kriterien einer japanischen Befragung [s235], 94 von 278 Fragebögen kamen nach Orchidopexie zurück (33,8 %) [s286], bei einer russischen Nachuntersuchung 12 von 127 (9,45 %) [s273], bei der Umkehr-Telefonbefragung gaben 48 von 145 Auskunft [s88]; in chinesischen Serien gingen oft mehr als 15 % verloren [s226, s233, s216]. Wer antwortet, ist eine Auswahl.
6. **Surrogatendpunkte.** Hodenvolumen, Atrophie, Inhibin B, FSH, Durchblutung im Doppler und selbst die Samenanalyse sind Ersatzmaße. Das harte Ergebnis, ein Kind, wird selten erfasst: Die Metaanalyse zur Torsion betont das Fehlen verlässlicher Vaterschaftsdaten [s33], die Metaanalyse zur Hormon-Operations-Kombination fordert Studien mit Spermienzahl und Vaterschaft [s37], und die Cochrane-Übersicht zur Varikozele hält die Lebendgeburt für unklar [s171]. Wie schwach Zwischenwerte sein können, zeigen die Daten zur Umkehr: Spontanschwangerschaften sind auch bei Werten unterhalb der WHO-Referenz berichtet [s225].
7. **Kurze Nachbeobachtung und veraltete Verfahren.** Randomisierte Daten zum Leistenbruch reichen von drei Monaten bis drei Jahren [s316, s267]; die Fruchtbarkeitsstudie der Pittsburgher Gruppe beschreibt Operationen aus den Jahren 1955 bis 1975, in denen ein späterer Zeitpunkt üblich war als heute [s359]; mehrere der Torsions- und Vasektomiestudien stammen aus den 1980er und 1990er Jahren [s391, s389, s387, s383]. Ob frühere Ergebnisse auf heutige Techniken und Netzmaterialien übertragbar sind, ist offen.
8. **Heterogene Definitionen.** „Durchgängigkeit“ nach Umkehr heißt je nach Studie jedes Spermium, mehr als 1 Million pro Milliliter oder bewegliche Spermien [s14, s247]; „Atrophie“ meint einmal klinische Zeichen [s01], einmal mindestens 20 % Volumenverlust im Ultraschall [s256]; „Rekanalisation nach Vasektomie“ wird aus Diagrammen oder Spermiogrammen abgeleitet [s338, s369]; „Erfolg der Vasektomie“ umfasst je nach Quelle Azoospermie, seltene unbewegliche Spermien oder höchstens 100.000 unbewegliche Spermien pro Milliliter [s101, s44]. Raten aus verschiedenen Studien sind deshalb nur eingeschränkt vergleichbar.
9. **Kleine Fallzahlen und fehlende Statistik.** Zahlreiche Studien mit Samenanalyse haben Gruppen von wenigen bis etwa 60 Männern [s380, s376, s154, s123]; Abstracts nennen oft keine Konfidenzintervalle oder Heterogenität (zum Beispiel [s33, s106, s52]). Der Widerspruch zwischen berichteten Mittelwerten und genannter Signifikanz in [s118] und [s179] zeigt, dass Abstracts zusätzlich Fehler enthalten können.
10. **Doppelzählung.** Mehrere Metaanalysen zur Vasoepididymostomie [s135, s134, s113, s52] und zur Spermiengewinnung nach Hodenhochstand [s128, s99, s73] stützen sich teilweise auf dieselben Primärstudien; zwei Einträge beschreiben dieselbe italienische Kohorte [s372, s375], zwei dieselbe Pekinger Kohorte [s303, s291], zwei die Kohorte aus Taiwan [s342, s341], zwei die Hodenhochstand-Studie russischsprachiger Autorengruppen [s277, s219] und zwei die französische Vasektomiekohorte [s222, s234]. Die Zahl von 393 Quellen entspricht deshalb nicht 393 unabhängigen Belegen.

### Besondere Probleme einzelner Quellengruppen

- **Tierversuche (30 Quellen).** Sie zeigen Mechanismen, etwa Fibrose und Entzündung am Samenstrang nach Netz [s345, s272, s54], druckbedingte Schädigung der Spermatogenese nach Samenleiterverschluss [s238, s361, s304], DNA-Brüche in den Spermien im Samenleiter vasektomierter Mäuse [s151] oder Antikörperbildung nach Torsion [s384]. Die Übertragbarkeit auf den Menschen ist offen; die Gruppen sind häufig klein (5 bis 20 Tiere pro Gruppe), und es fehlen teilweise Scheinoperationsgruppen [s180].
- **Fallberichte und Fallserien.** Sie begründen Hypothesen (zum Beispiel Netzobstruktion nach beidseitiger Operation [s325, s344]), aber keine Häufigkeit.
- **Leitlinien.** Die PubMed-Abstracts der Leitlinien enthalten keine einzelnen Empfehlungen; die Aussagen der AUA und der EAU stammen aus ausgewerteten Webfassungen [s44, s43, s262, s393]. Die deutsche S2k-Leitlinie zur Hypospadie und die AWMF-Leitlinie zum Hodenhochstand waren nicht im Volltext abrufbar; sie sind nur über Sekundärarbeiten erfasst [s48, s302, s110]. Italienische, ESHRE- und SIA-Volltexte wurden ebenfalls nicht ausgewertet [s09, s04].
- **Russisch-, türkisch- und arabischsprachige Zusammenfassungen.** Sie sind oft sehr kurz und nennen nicht alle Gruppengrößen oder Tests [s307, s274, s275, s273]; bei einer Studie handelt es sich um ein Eigenverfahren, das den Namen des Erstautors trägt [s275]. Die Befunde mehrerer russischsprachiger Arbeiten zu Hypospadie, Hodenhochstand und Pubertät stammen aus derselben Autorengruppe und sind nicht unabhängig voneinander [s285, s244, s277].

### Grenzen der Recherche selbst

Die Recherche stützt sich auf Abstracts, die über Europe PMC und die NCBI-E-utilities abgerufen wurden. Volltexte wurden nur für die genannten Leitlinien-Webfassungen ausgewertet. Die PubMed-Webseite war gesperrt, und mehrere Datenbanken in den Landessprachen waren nicht nutzbar: Der Bericht zu Ostasien nennt CNKI, Wanfang, DBpia und die Stichwortsuche von KCI und KoreaMed als nicht auswertbar; im Bericht zu Russisch, Arabisch und Türkisch waren eLIBRARY.ru, DergiPark und die arabischen Plattformen nicht nutzbar; im Bericht zu den westlichen Sprachen waren LILACS, Cairn und SciELO nicht durchsuchbar. Chinesische Zeitschriften ohne PubMed-Indexierung, koreanischsprachige Originalliteratur, russische Dissertationen und arabischsprachige Zeitschriften fehlen deshalb weitgehend. Von den 393 Quellen haben 56 keine PMID und 83 keine DOI; für sie gibt das Quellenverzeichnis die URL an. Die Einstufung der Gewissheit in den Berichten („niedrig“, „mäßig“) ist eine Einordnung nach Studiendesign und Fallzahl, keine formale GRADE-Bewertung. Nicht alle Treffer, besonders zur Varikozele und zur Spermiengewinnung bei Azoospermie unterschiedlicher Ursache, wurden aufgenommen; die Varikozele wird in dieser Studie nur als Exkurs behandelt.

## Offene Forschungsfragen

Die folgenden Fragen ergeben sich unmittelbar aus den Lücken, die in den Quellen genannt oder in den Berichten festgestellt wurden. Sie sind keine Aufträge, sondern eine Bestandsaufnahme dessen, was die vorhandene Literatur nicht beantwortet.

1. **Verändert die Hypospadiekorrektur selbst die Samenqualität?** Alle Studien zur Samenqualität bei Hypospadie vergleichen Schweregrade oder Begleitfehlbildungen, nicht Operierte mit Nicht-Operierten [s308, s237, s152, s189]. Aus dem russisch-, türkisch- und arabischsprachigen Raum gibt es nur eine direkte Studie, ohne Teilnehmerzahl im Abstract [s307]; aus Ostasien nur Vaterschaft und Hormone, keine Samenanalysen [s235, s200, s301]. Offen ist auch, ob Operationsalter oder Technik eine Rolle spielen, und ob Männer mit Hypospadie nach dem Erwachsenwerden eine eigene Verlaufsbeobachtung der Samenqualität bräuchten.
2. **Wie hoch ist das absolute Risiko einer Samenleiterverletzung nach kindlicher Leistenbruchoperation?** Bisher liegen nur Fallserien aus Zentren für Fruchtbarkeitsstörungen vor, deren Häufigkeiten ohne Nenner entstanden sind [s381, s138, s184, s258, s217, s83]. Prospektive Registerdaten mit späterer Samenanalyse fehlen; die Cochrane-Übersicht zur kindlichen Leistenbruchoperation hat keinen Fruchtbarkeitsendpunkt [s31]. Dazu gehört die Frage, ob die in Fallserien beschriebene hohe Ligatur des Bruchsacks [s138] oder andere technische Merkmale das Risiko erklären.
3. **Beeinträchtigt die Netzoperation beim Erwachsenen die Fruchtbarkeit über drei Jahre hinaus?** Es fehlen große randomisierte Studien mit Samenparametern und Schwangerschaft als Endpunkt, mit Männern mit beidseitigem Bruch [s294] und ohne selektierte Kinderwunschkohorte [s187]. Offen ist, ob die vorübergehende Verminderung der Beweglichkeit mit leichten Netzen [s314, s267] klinisch relevant ist und ob neuere Netzmaterialien oder Verfahren mit Isolation des Samenstrangs [s122, s82] das Risiko ändern.
4. **Spermienqualität nach Operation bei Hodenhochstand ohne Vergleich mit nicht operierten Männern.** Es fehlen randomisierte Studien zum Operationsalter mit Spermienzahl oder Vaterschaft als Endpunkt [s64, s63]; unklar bleibt der Widerspruch der Metaanalysen zum Einfluss des Operationsalters auf die Spermiengewinnung [s128, s99, s73]. Ob frühere Operationsalter in heutigen Kohorten (Leitlinien nennen Operationen zwischen dem 6. und 18. Lebensmonat [s393]) bessere Samenqualität im Erwachsenenalter ergeben, kann erst die Nachbeobachtung der heute operierten Jungen zeigen. Die Versorgungsdaten zeigen, dass die Leitlinienzeitpunkte in Deutschland (24,9 % vor dem 12. Lebensmonat bei angeborenem Hodenhochstand [s110]), Lateinamerika (18,2 % bis 18 Monate [s35]), der Türkei [s19], Saudi-Arabien [s06] und Kamerun [s103] häufig nicht erreicht werden; Studien zu den Folgen dieser Verzögerung für Samenqualität und Vaterschaft fehlen.
5. **Nutzen einer Hormonbehandlung bei Hodenhochstand.** Der Gegensatz zwischen dem Standpunktartikel [s97] und der Metaanalyse [s37], die keinen klaren Langzeitnutzen fand, kann nur durch Studien mit Spermienzahl, Vaterschaft und Lebendgeburt als Endpunkt aufgelöst werden. Offen ist auch, ob Spermatogonien je Tubulus ein tragfähiger Ersatzmarker sind [s37] und welche Rolle die gestörte Minipubertät spielt, die in Studien zu Hypospadie und Hodenhochstand beschrieben ist [s23, s97].
6. **Vaterschaft und Lebendgeburt nach Hodentorsion.** Die Metaanalyse hält verlässliche Vaterschaftsdaten für fehlend [s33]. Unklar ist, ob die Befunde der älteren Biopsiestudie (vorbestehende Reifungsstörung des Gegenhodens) [s389] in modernen Kohorten bestätigt werden, und ob die Unterschiede zwischen Orchiektomie und Orchidopexie eine Folge der Ischämiedauer oder des Eingriffs sind [s139, s120, s68]. Ob der Vorschlag zur Kryokonservierung zum Operationszeitpunkt [s120] durch unabhängige Kohorten gestützt wird, ist offen.
7. **Einheitliche Definitionen und Kernergebnisse für Umkehroperationen.** Durchgängigkeit, Spermienkonzentration und Schwangerschaft werden unterschiedlich definiert [s14, s247]; Studien zur Umkehr bräuchten gemeinsame Kernergebnisse (zum Beispiel Lebendgeburt und die Zeit bis dahin), mehr Beobachtung von Spätversagen [s197], einheitliche Berichtszeiträume und Berücksichtigung des Alters der Partnerin [s332, s132]. Die multizentrische Studie von Lipshultz et al. zeigt, dass der Operateur ein großer Einflussfaktor ist (Durchgängigkeit 54 bis 93 %) und die Nachkontrolle selbst die Ergebnisse verzerren kann [s25].
8. **Roboterassistierte gegenüber mikrochirurgischer Vasovasostomie.** Die Daten stammen aus Beobachtungsserien [s106, s290, s07, s144]; die Schwangerschaftsrate nach Roboterverfahren ist laut Metaanalyse noch offen [s106]. Eine randomisierte Studie fehlt.
9. **Glukokortikoide nach Umkehr.** Eine kleine randomisierte Studie zeigt Schaden bei hoher Dosis [s79], eine kleine Serie Nutzen bei niedriger Dosis zur Rettung [s111]. Ob niedrige Dosen etwas ändern, ist ungeklärt.
10. **Wirkung der Vasektomie auf den Hoden über Jahrzehnte.** Beim Menschen gibt es Biopsiestudien mit unterschiedlichem Ergebnis [s350, s283], keine verlaufsorientierten Studien mit wiederholten Samen- und Hodendaten und keine Studie, die die tierexperimentell beschriebenen Mechanismen (Druckanstieg, Granulom, DNA-Brüche der Spermien im Samenleiter) [s238, s151] am Menschen prüft.
11. **Antispermien-Antikörper nach Umkehr.** Die Befunde zur Schwangerschaftsrate reichen von deutlichem Rückgang bei IgA-Bindung [s388] bis zu keinem Unterschied [s88, s378]. Größere Studien mit einheitlichem Nachweisverfahren und Antikörperklassen fehlen.
12. **Hydrozele, Skrotal- und weitere Hodenoperationen.** Zur Hydrozelenoperation gibt es eine nichtrandomisierte Pilotstudie [s40] und eine Studie mit ICSI-Ergebnissen ohne Operation [s196]; aus dem ostasiatischen Sprachraum wurde keine einschlägige Arbeit mit Samenparametern gefunden. Dies ist eine Lücke der abgerufenen Literatur, kein Beleg für Wirkungslosigkeit.
13. **Zirkumzision und weitere Eingriffe am Geschlechtsorgan.** Eine einzige Studie am Kaninchen berichtet Spermienzahlen nach verschiedenen Verfahren [s60]; Humandaten zu dieser Frage wurden nicht gefunden.
14. **Spermienqualität jenseits des Spermiogramms.** Befunde zu Kernproteinen (unvollständige Umwandlung von Histonen in Protamine bei Männern mit früherem Hodenhochstand) [s358], zu DNA-Fragmentierung [s36, s105] und zu oxidativem Stress [s154] sind überwiegend klein und nicht an operative Eingriffe geknüpft. Ob solche Merkmale nach Operation prognostisch sind, ist offen.
15. **Einzelhoden und Spermiengewinnung.** Zwei Studien fanden bei nichtobstruktiver Azoospermie mit solitärem Hoden keine geringere Gewinnungsrate als bei zwei Hoden (54,1 gegenüber 56,76 % [s98]; 51,1 gegenüber 50,4 % [s104]); es fehlt eine unabhängige Bestätigung in größeren Gruppen und eine Trennung des angeborenen vom erworbenen Einzelhoden.
16. **Übertragbarkeit auf andere Länder und Versorgungssysteme.** Die Daten stammen überwiegend aus Europa, Nordamerika, China, Japan, Ägypten und der Türkei. Portugiesischsprachige und arabischsprachige Originalliteratur, afrikanische Zentren außerhalb von Kamerun, Sudan und Marokko [s103, s145, s29] und viele lateinamerikanische Zentren sind unterrepräsentiert.

## Praktische Einordnung

Dieser Abschnitt ordnet die Befunde ein. Er ist **keine Therapieempfehlung, keine individuelle Beratung und kein Ersatz für eine Diagnose**. Ob ein Eingriff sinnvoll ist, wann er stattfinden sollte oder welche Untersuchung im Einzelfall nötig ist, entscheiden Betroffene gemeinsam mit Fachärztinnen und Fachärzten (Urologie, Andrologie, Kinderchirurgie, Kinderurologie, Reproduktionsmedizin). Aussagen von Leitlinien und Autoren werden im Folgenden berichtet, nicht bewertet; sie sind keine Empfehlungen dieser Studie.

### Was sich aus der Literatur halten lässt

| Thema | Was am besten belegt ist | Was unsicher bleibt | Gewissheit (Einordnung nach Studientyp und Fallzahl) |
|---|---|---|---|
| Hypospadie | Bei distaler Form zeigen mehrere Studien wenig oder keine Auffälligkeit der Samenparameter; bei proximaler, komplexer Form oder mit Begleitfehlbildungen sind Werte und Vaterschaftsraten stärker beeinträchtigt, zum Beispiel Hazard Ratio für leibliche Kinder 0,90 bei distaler und 0,59 bei proximaler Form [s189, s308, s237, s152] | Ob die Operation selbst etwas ändert, wird in keiner Studie isoliert geprüft | niedrig bis mäßig |
| Leistenbruchoperation, Erwachsene | Randomisierte und prospektive Studien finden überwiegend keine anhaltende Beeinträchtigung der Samenqualität; vorübergehend verminderte Beweglichkeit mit leichten Netzen nach einem Jahr, nicht mehr nach drei Jahren [s314, s267, s123, s227, s316] | Seltene obstruktive Azoospermie nach beidseitiger Netzreparatur (2,5 % in einer Zusammenstellung) [s224]; Nenner fehlt | niedrig bis mäßig |
| Leistenbruchoperation, Kind | Samenleiterverschluss als seltene Spätfolge ist in Fallserien von Männern mit Kinderlosigkeit gut beschrieben (Ort der Unterbrechung meist am inneren Leistenring bei 74,0 % [s138]); Wiederherstellung gelingt in vielen Fällen (Durchgängigkeit 56,5 bis 87,5 % in Serien [s258, s217]) | Absolutes Risiko unbekannt | sehr niedrig |
| Vasektomie | Die Mehrzahl der Männer ist nach etwa drei Monaten und 20 Ejakulationen azoosperm, bei einem Teil dauert es länger [s340, s347, s147]; Hodenbiopsien nach Verschluss zeigen weniger späte Keimzellen und mehr Fibrose [s350] oder nach Jahrzehnten keinen Unterschied [s283]; das Samenvolumen bleibt gleich [s32] | Frühe Rekanalisation ist technikabhängig [s338]; Folgen für den Hoden über sehr lange Zeit unsicher | niedrig bis mäßig |
| Umkehr nach Vasektomie | Spermien im Ejakulat bei etwa 85 bis 90 % in großen Serien; Schwangerschaftsrate niedriger und abhängig von Partnerin und Intervall [s247, s383, s332, s353]; bewegliche Spermien oder Spermien in der Samenleiterflüssigkeit sagen Erfolg voraus [s252, s336, s135] | Spätergebnisse, Medikamente, Roboter, Wirkung des Intervalls im Einzelnen | mäßig (Durchgängigkeit und Vorhersage), niedrig bis sehr niedrig (Spätergebnisse, Medikamente) |
| Hodenhochstand | Nach beidseitigem Hodenhochstand ist die Samenqualität deutlich schlechter als nach einseitigem (Azoospermie OR 2,3; Vaterschaft 65,3 gegenüber 89,7 %) [s55, s359, s357] | Nutzen früher Operation für Spermienzahl und Vaterschaft; Hormontherapie | mäßig (Unterschied einseitig/beidseitig), niedrig (Nutzen früher Operation) |
| Hodentorsion | Der Hodenerhalt hängt von der Dauer der Durchblutungsstörung ab [s68, s139, s120]; nach Orchiektomie höhere Hormonwerte (FSH, LH) und mitunter niedrigere Konzentration [s33] | Vaterschaft; Rolle vorbestehender Störung [s389] | niedrig |

### Was die Befunde für die Lesenden bedeuten können

1. **Ein Spermiogramm nach einer Operation beschreibt meist Fehlbildung und Eingriff zusammen.** Wer nach Hodenhochstand, Hypospadie oder Hodentorsion eine verminderte Samenqualität hat, sieht nicht automatisch eine Folge des Eingriffs; die Literatur zeigt, dass die zugrunde liegende Entwicklungs- oder Durchblutungsstörung allein schon Spermienzahl und -funktion verändern kann [s357, s51, s389, s308].
2. **Die Schwere der Grunderkrankung ist wichtiger als die Diagnose allein.** Bei der Hypospadie gilt der Schweregrad (distal gegenüber proximal), beim Hodenhochstand die Seitigkeit und Lage (abdominal gegenüber inguinal), bei der Torsion die Zeit bis zur Behandlung als wichtigste Ordnungsgröße [s189, s55, s17, s68].
3. **Normwerte und Chancen sind verschiedene Dinge.** Die Referenzwerte der Weltgesundheitsorganisation beschreiben die Allgemeinbevölkerung. Nach einer Umkehr sind Spontanschwangerschaften auch bei Werten darunter berichtet [s225]; umgekehrt ist ein Wert im Normbereich keine Garantie. Ebenso sind „Durchgängigkeit“ und „Schwangerschaft“ nicht dasselbe: Spermien im Ejakulat sind häufiger als eine Schwangerschaft [s247, s14].
4. **Auf das Alter der Partnerin kommt es nach den Daten zur Umkehr stark an.** Gerrard et al. berichten eine Schwangerschaftsrate von 14 % bei Partnerinnen ab 40 Jahren gegenüber 56 % bei jüngeren [s332]; die AUA-Leitlinie führt Verschlussdauer, Alter des Patienten und Alter der Partnerin als beste präoperative Vorhersagefaktoren [s44, s43]. Für die Frage, wann Untersuchungen oder Maßnahmen sinnvoll sind, sind deshalb beide Partner relevant.
5. **Nach einer Vasektomie ist die Kontrolle der Spermienfreiheit Teil des Verfahrens.** Die Leitlinien und Laborempfehlungen verlangen eine Samenprobe nach dem Eingriff, nennen aber unterschiedliche Zeitpunkte und Kriterien (acht Wochen [s44]; zwölf Wochen und 20 Ejakulationen [s232]; drei Monate [s287]); spanische Serien fanden Spermien teils deutlich länger [s347, s147]. Die Angaben sind Leitlinienaussagen, keine Anweisung dieser Studie.
6. **Kinderoperationen sind später schwer zu rekonstruieren.** Erwachsene kennen oft weder Schweregrad noch Operationstechnik ihrer Kindheitsoperation [s22]. Das erschwert die spätere Einordnung von Befunden und erklärt, warum viele Studien dazu auf Fallserien beruhen.
7. **Vorsorgemaßnahmen werden in der Literatur unterschiedlich bewertet.** Mehrere Autoren schlagen Kryokonservierung vor Eingriffen mit möglichem Fruchtbarkeitsverlust vor [s120, s58, s269, s165], ein Kosten-Wirksamkeits-Modell sieht die routinemäßige Kryokonservierung vor Vasektomie als deutlich teurer je Lebendgeburt an als die spätere Wiederherstellung (140.247 gegenüber 20.458 US-Dollar) [s75], und französische Urologen befürworten sie häufiger als Kollegen anderer Länder [s144]. Es handelt sich um Autorenmeinungen und Modellrechnungen, nicht um Studien mit Patientenergebnissen.
8. **Die Evidenz endet dort, wo die Frage persönlich wird.** Die Studien liefern Häufigkeiten in Gruppen, keine Vorhersage für Einzelne. Die Spannweiten der Raten (zum Beispiel Schwangerschaft nach Umkehr von 24 % bis über 80 % [s337, s346]) zeigen, wie stark Ergebnisse von Operateur, Alter, Verfahren und Definition abhängen.

### Hinweis zur Verwendung

Die Studie fasst veröffentlichte Befunde zusammen. Sie stützt sich auf Abstracts, sie ist keine systematische Übersicht im strengen Sinn, und die genannten Prozentwerte gelten für die jeweils untersuchten Gruppen. Bei Fragen zur eigenen Fruchtbarkeit, zu einer geplanten oder zurückliegenden Operation oder zu einem Befund ist eine ärztliche Abklärung erforderlich, die ein Spermiogramm, körperliche Untersuchung, Hormonwerte und gegebenenfalls weitere Verfahren umfassen kann [s166, s69].

## Glossar

**Anogenitalabstand:** Abstand zwischen After und Genitale; in einigen Studien als Marker der Hormonwirkung vor der Geburt verwendet [s162, s181].

**Antispermien-Antikörper (ASA):** Antikörper, die sich an Spermien binden und deren Beweglichkeit oder Befruchtungsfähigkeit beeinträchtigen können; nach Vasektomie und Umkehr untersucht [s388, s88].

**Asthenozoospermie:** verminderte Beweglichkeit der Spermien.

**Atrophie (Hodenatrophie):** Schrumpfung des Hodens, meist nach Durchblutungsstörung; in Studien klinisch oder per Ultraschall bestimmt [s256, s215].

**Azoospermie:** keine Spermien im Ejakulat. Obstruktive Azoospermie: Samenwege verlegt, die Spermienbildung ist grundsätzlich vorhanden. Nichtobstruktive Azoospermie: die Spermienbildung im Hoden selbst ist gestört.

**Bruchsack:** Aussackung des Bauchfells, die beim Leistenbruch durch die Bauchwand tritt.

**Chordee:** Verkrümmung des Penis, häufig bei Hypospadie [s173].

**Confounding (Störgröße):** Ein dritter Faktor, der sowohl die Behandlung als auch das Ergebnis beeinflusst und so einen scheinbaren Zusammenhang erzeugt, zum Beispiel die Dauer der Torsion bei Orchiektomie [s139].

**Cochrane-Übersicht:** systematische Übersicht nach festen Methoden, meist von randomisierten Studien [s171, s31].

**Durchgängigkeit (Patency):** nach Umkehr der Nachweis von Spermien im Ejakulat; die Definition variiert (jedes Spermium, mehr als 1 Million pro Milliliter, bewegliche Spermien) [s14, s247].

**FSH, LH:** Hormone der Hirnanhangsdrüse, die Hoden steuern; erhöhte Werte weisen oft auf eine verminderte Hodenfunktion hin.

**Flagellum:** Geißel des Spermiums (der bewegliche Anteil hinter dem Kopf); Anomalien von Kopf, Hals und Flagellum gehören zur Formbeurteilung der Spermien [s155].

**GRADE:** System zur Bewertung der Sicherheit der Evidenz („hoch“ bis „sehr niedrig“).

**Hazard Ratio (HR):** Verhältnis der Ereignisraten in zwei Gruppen über die Zeit; Werte unter 1 bedeuten weniger Ereignisse (zum Beispiel weniger leibliche Kinder) [s189].

**Heterogenität (I²):** Maß, wie stark die Ergebnisse einzelner Studien in einer Metaanalyse voneinander abweichen; Werte um 98 % bedeuten sehr große Unterschiede [s119].

**Hodendysgenesiesyndrom (testikuläres Dysgenesiesyndrom):** Annahme, dass Hodenhochstand, Hypospadie, verminderte Samenqualität und Hodenkrebs eine gemeinsame Ursache in der Entwicklung des Hodens haben können [s301, s162].

**Hodenhochstand (Kryptorchismus):** Hoden liegt nicht im Hodensack; abdominal, inguinal oder hoch skrotal.

**Hodentorsion:** Verdrehung des Samenstrangs mit Unterbrechung der Durchblutung des Hodens. Detorsion: Rückdrehung. Orchidopexie: Anheftung des Hodens im Hodensack. Orchiektomie: operative Entfernung des Hodens.

**Hydrozele:** Flüssigkeitsansammlung um den Hoden.

**Hypospadie:** angeborene Fehlmündung der Harnröhre an der Penisunterseite; distal (nahe der Spitze), proximal (weiter hinten, schwerere Form).

**ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion):** Verfahren der assistierten Reproduktion, bei dem ein einzelnes Spermium in die Eizelle eingebracht wird.

**IIEF:** Fragebogen zur erektilen Funktion.

**Inhibin B:** Hormon der Sertoli-Zellen; in Studien als Marker der Samenbildung verwendet.

**Intussuszeption:** Einstülpungstechnik bei der Vasoepididymostomie, bei der der Samenleiter in den eröffneten Nebenhodenkanal eingenäht wird [s135].

**Johnsen-Score:** histologische Bewertung der Spermienbildung im Hodengewebe; niedrige Werte bedeuten stärkere Störung [s51].

**Kohortenstudie, Fall-Kontroll-Studie, Querschnittsstudie:** Beobachtungsstudien, die Gruppen vergleichen, ohne die Behandlung zuzuteilen.

**Konfidenzintervall (KI):** Bereich, in dem der wahre Wert mit einer festgelegten Wahrscheinlichkeit (meist 95 %) liegt.

**Kryokonservierung:** Einfrieren von Samen oder Gewebe zur späteren Verwendung.

**Leistenbruch (Leistenhernie):** Vorwölbung von Bauchinhalt durch eine Schwachstelle der Bauchwand in der Leiste.

**Lichtenstein-Operation, TAPP, TEP:** Verfahren der Leistenbruchreparatur mit Netz; Lichtenstein ist ein offener Zugang, TAPP und TEP sind laparoskopische Verfahren (transabdominal präperitoneal beziehungsweise total extraperitoneal) [s123, s227].

**Metaanalyse:** statistische Zusammenfassung mehrerer Studien.

**Mikro-TESE (mikrochirurgische testikuläre Spermienextraktion):** operative Gewinnung von Spermien aus dem Hodengewebe unter dem Operationsmikroskop. TESE: Hodenspermiengewinnung; MESA/PESA: Gewinnung aus dem Nebenhoden.

**Mikrolithiasis:** feine Verkalkungen im Hodengewebe im Ultraschall [s213].

**Minipubertät:** kurze hormonelle Aktivierung der Hoden in den ersten Lebensmonaten [s23].

**Netz (Polypropylen):** Kunststoffgewebe zur Verstärkung der Bauchwand bei der Leistenbruchreparatur; kann eine Fibroblastenreaktion am Samenstrang auslösen [s85].

**Odds Ratio (OR):** Verhältnis von Chancen in zwei Gruppen; Werte über 1 bedeuten höhere Chance in der ersten Gruppe [s55].

**Oligozoospermie:** verminderte Spermienkonzentration. **Teratozoospermie:** Anteil abnormer Spermienformen erhöht.

**Randomisierte kontrollierte Studie (RCT):** Studie, in der die Zuteilung zur Behandlung per Zufall erfolgt.

**Relatives Risiko (RR):** Verhältnis der Ereignishäufigkeiten in zwei Gruppen.

**Samenleiter, Nebenhoden, Samenstrang:** Samenleiter (Vas deferens) transportiert Spermien vom Nebenhoden zur Harnröhre; der Nebenhoden speichert und reift Spermien; der Samenstrang enthält Samenleiter, Gefäße und Nerven.

**Sertoli-Zellen, Spermatogonien:** Stütz- und Nährzellen der Samenkanälchen beziehungsweise Stammzellen der Spermienbildung.

**Spermiengranulom:** knotige Entzündungsreaktion durch ausgetretene Spermien, zum Beispiel am Samenleiter nach Vasektomie [s346].

**Spermiogramm (Samenanalyse):** Laboruntersuchung des Ejakulats (Volumen, Konzentration, Beweglichkeit, Form, Vitalität).

**Spermien-DNA-Fragmentierung:** Anteil der Spermien mit Brüchen im Erbgut; Maß der Spermienqualität jenseits des Spermiogramms [s36].

**Surrogatendpunkt:** Ersatzmaß (zum Beispiel Hormon- oder Volumenwerte), das stellvertretend für das eigentliche Ziel (Lebendgeburt) gemessen wird.

**Varikozele:** Erweiterung der Venen des Samenstrangs; die Operation (Varikozelektomie) wird hier nur im Exkurs behandelt [s171].

**Vasektomie:** operative Durchtrennung oder Unterbindung der Samenleiter zur Zeugungsverhütung. Vasovasostomie: Wiederverbindung der Samenleiterenden nach Vasektomie. Vasoepididymostomie: Verbindung des Samenleiters mit dem Nebenhodenkanal, wenn weiter oben ein Verschluss besteht. Verschlussintervall: Zeit zwischen Vasektomie und Umkehr.

**WHO-Referenzwerte:** Referenzbereiche der Weltgesundheitsorganisation für das Spermiogramm; beschreiben die Verteilung bei fruchtbaren Männern und sagen für Einzelfälle nach Umkehr die Fruchtbarkeit nicht sicher voraus [s225].

**Widerstandsindex (Doppler):** Ultraschallmaß für den Gefäßwiderstand im Hoden [s316].

## Quellenverzeichnis

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