Operationen und Anatomie: Hypospadie, Leistenbruch, Vasektomie · Kapitel 22 von 31 · Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Englisch bis Japanisch

Die folgende Übersicht ordnet die Quellen dieses Kapitels nach der Sprache, in der sie veröffentlicht wurden, und nennt dazu die Region, aus der die Daten stammen. Diese Trennung ist wichtig, weil sie zwei verschiedene Fragen beantwortet: Wo wird zu Hypospadie, Leistenbruchoperation, Vasektomie, Refertilisierung und Hodenoperationen geforscht, und in welcher Sprache und in welcher Datenbank findet man es? In den 393 Quellen der Gesamtrecherche tragen 327 das Etikett Englisch, 40 Russisch, 37 Türkisch, 31 Arabisch, 20 Chinesisch, 19 Japanisch, 10 Französisch, 9 Spanisch, 7 Deutsch und 2 Italienisch; Portugiesisch und Koreanisch sind mit keiner einzigen Quelle in der Originalsprache vertreten. Die Etiketten überschneiden sich: Ein englischsprachiger Aufsatz einer ägyptischen Klinik trägt zum Beispiel sowohl Englisch als auch Arabisch, weil er die Region, nicht die Sprache des Textes beschreibt. Alle Zahlen stammen aus Zusammenfassungen (Abstracts), die über die Europe-PMC-Schnittstelle und die E-utilities des National Center for Biotechnology Information am 5. Oktober 2026 tatsächlich abgerufen wurden, oder aus den im Text genannten Leitlinien-Webseiten; ergänzend dienten für einzelne Sprachräume CyberLeninka (russisch), TR Dizin (türkisch), J-STAGE (japanisch), HAL (französisch) und Dialnet (spanisch). Die Aussagen zur Erreichbarkeit der Datenbanken stammen aus den Rechercheberichten vom 5. Oktober 2026 und wurden hier nicht erneut geprüft. Volltexte der Studien wurden fast nie ausgewertet. Die Abschnitte stellen dar, was die Literatur sagt, und enthalten keine Therapieempfehlung. Wo ein Satz mit „die Autoren“ oder „die Leitlinie“ beginnt, ist es deren Aussage, nicht die dieses Kapitels.

Englisch

Der englische Sprachraum trägt den größten Teil der verwertbaren Evidenz, und zwar nicht nur aus den USA, Großbritannien und Australien: Auch Kliniken aus China, Ägypten, Indien, Korea, Japan und der Türkei veröffentlichen hier, sodass „englischsprachig“ in der Praxis „international“ bedeutet. Alle Metaanalysen zu Vasovasostomie, Vasoepididymostomie, Hodenhochstand und Varikozele sind englisch, ebenso die beiden Cochrane-Übersichten dieses Kapitels. Die eine betrifft die Behandlung der Varikozele bei subfertilen Männern (48 randomisierte Studien, 5.384 Teilnehmende; für die Schwangerschaft ein relatives Risiko von 1,55 mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,06 bis 2,26, niedrige Sicherheit der Evidenz) [s171]. Die andere vergleicht laparoskopische mit offener Reparatur beim kindlichen Leistenbruch (zwölf randomisierte Studien, 1.247 Kinder) und zeigt vor allem eine Lücke: Weder Hodenatrophie noch Samenleiterverletzung noch Fruchtbarkeit waren Zielgrößen der eingeschlossenen Studien [s31].

Eigene Kohorten und Register. Die tragfähigsten Bevölkerungsdaten stammen aus skandinavischen und US-amerikanischen Quellen. Eine schwedische Registerkohorte mit 1,2 Millionen Männern der Geburtsjahre 1964 bis 1998 fand für Männer mit Hypospadie eine geringere Wahrscheinlichkeit, leibliche Kinder zu haben (adjustierte Hazard Ratio 0,87; 95-%-Konfidenzintervall 0,83 bis 0,92), bei proximaler Form 0,59 (0,42 bis 0,81) [s189]. Eine belgisch-österreichische Querschnittskohorte aus Gent und Wien (193 Männer von 16 bis 21 Jahren mit nicht syndromaler Hypospadie, 50 Kontrollen) fand bei 32 von 172 Männern mit auswertbarer Probe (18,6 %) eine Oligo- oder Azoospermie [s152]. Eine dänische Studie verband Samenanalysen mit Registerdaten zu 1.083 operierten Männern: 24,0 % waren als Vater verzeichnet, in der Allgemeinbevölkerung 29,4 % [s308]; Väter von Jungen mit Hypospadie hatten zudem eine niedrigere mediane Spermienkonzentration als Kontrollen (54,1 gegenüber 81,2 Mio./ml) [s328]. Zum Hodenhochstand liefern eine Pittsburgher Kohorte (Vaterschaft unter Männern, die Kinder zu zeugen versuchten: 65,3 % nach beidseitigem, 89,7 % nach einseitigem Hodenhochstand, 93,2 % bei Kontrollen) [s359] und eine dänische Biopsiekohorte mit 1.335 Jungen (normale Spermienzahl bei 19 % nach beidseitiger und 83 % nach einseitiger Orchidopexie unter den nachuntersuchten Erwachsenen) [s357] die Grundlage; die gepoolte Auswertung von zehn Studien kommt für die Azoospermie nach beidseitiger gegenüber einseitiger Orchidopexie auf ein Odds Ratio von 2,3 (1,57 bis 3,37) [s55]. Für die Hodenatrophie nach kindlicher Leistenbruchoperation gibt es eine große US-Versicherungskohorte mit 8.897 Jungen [s215]. Die Refertilisierung ist im Englischen besonders dicht belegt: eine Metaanalyse mit 31 Studien und 6.633 Patienten (gepoolte Durchgängigkeit 89,4 %, Schwangerschaft 73,0 %) [s247], die Serie der Vasovasostomy Study Group mit 1.469 Eingriffen [s383] und eine multizentrische Kohorte mit 4.568 Patienten, in der die Durchgängigkeit nach einem Jahr je nach Operateur zwischen 54 und 93 % lag [s25]. Eine randomisierte Studie gibt es zur Gabe von Prednison nach der Umkehr (75 Männer; hohe Dosis mit 17 % Schwangerschaften nach zwölf Monaten gegenüber 65 % in der Kontrollgruppe, zwei Arme wegen niedriger Raten vorzeitig beendet) [s79].

Leitlinien. Nahezu alle internationalen Leitlinien erscheinen auf Englisch. Die Leitlinie der American Urological Association (AUA) zur Vasektomie und zur Wiederherstellung der Fruchtbarkeit nach Vasektomie von 2026 [s44, s43], die AUA-Leitlinie zum Kryptorchismus (2014, Gültigkeit 2025 bestätigt) [s262], die AUA/ASRM-Leitlinie zur männlichen Infertilität in der Fassung von 2024 [s90] und die Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU) in den Fassungen 2021 und 2025 sowie in der Webfassung des Kapitels zur männlichen Infertilität [s170, s69, s393] wurden ausgewertet. Die Abstracts enthalten keine einzelnen Empfehlungen; die Aussagen stammen aus den Webfassungen. So gibt die AUA-Vasektomieleitlinie an, dass zur Beendigung der Verhütung eine einzelne, frisch untersuchte, nicht zentrifugierte Probe mit höchstens 100.000 seltenen unbeweglichen Spermien pro Milliliter genügen könne (bedingte Empfehlung, Evidenzgrad B) [s44]; die EAU hält für die Vasektomie-Umkehr mittlere Durchgängigkeits- und Schwangerschaftsraten von 90 bis 97 % und 52 bis 73 % fest [s393]. Britische Laborleitlinien der Association of Biomedical Andrologists legen für das Spermiogramm nach Vasektomie ein Untersuchungsfenster von frühestens zwölf Wochen und 20 Ejakulationen fest [s232]; die Vorgängerfassung von 2002 nannte noch 16 Wochen und 24 Ejakulationen [s354]. Ein Vergleichsartikel stellt die WHO-Infertilitätsleitlinie 2025 den Leitlinien von AUA/ASRM, EAU, ESHRE und NICE gegenüber und bezeichnet die Evidenz für viele häufig genutzte Maßnahmen als lückenhaft [s04]. Das Global Andrology Forum legt eine Varikozele-Leitlinie vor (31 Aussagen, 24 Fachleute im Delphi-Verfahren) [s10].

Zeitschriften und Besonderheiten. Die einschlägigen Arbeiten erscheinen im Journal of Urology, in Fertility and Sterility, Andrology, Urology, im Asian Journal of Andrology und in The World Journal of Men's Health; die beiden letztgenannten bündeln viel Material aus Asien und dem Nahen Osten. Typisch für den englischen Bestand ist das Missverhältnis zwischen der Zahl der Studien und ihrer Beweiskraft: Fast alle sind retrospektive oder prospektive Beobachtungsstudien; Kontrollgruppen von Männern ohne Operation fehlen, sodass sich Folgen des Eingriffs und Folgen der zugrunde liegenden Fehlbildung kaum trennen lassen. Ein Beispiel ist die Metaanalyse zum Hodenhochstand: Sie vergleicht beidseitige mit einseitiger Erkrankung nach Orchidopexie, nicht Operierte mit Nichtoperierten [s55]. Die Metaanalyse zum Operationszeitpunkt fand für die Hodenatrophie bei Operation vor dem zwölften Lebensmonat ein Odds Ratio von 1,05 (0,49 bis 2,23) bei niedriger Sicherheit der Evidenz und prüft Spermienparameter ohnehin nicht [s64]. Auch die Zugänglichkeit der Datenbanken wirkt auf das Bild: Europe PMC und die E-utilities waren ohne Einschränkung erreichbar, die Webseite von PubMed war gesperrt, die Cochrane Library lieferte nur eine Hülle ohne Ergebnislisten und musste über Europe PMC umgangen werden; die Webseiten von AUA, EAU und ESHRE waren erreichbar, die AWMF-Seite lieferte dagegen nur eine leere Skriptfassung.

Deutsch

Der deutschsprachige Bestand ist klein: Sieben Quellen tragen das Etikett Deutsch [s20, s22, s108, s241, s302, s337, s362]. Er besteht aus Übersichten und zwei Patientenserien, nicht aus großen Kohorten. Hinzu kommen Arbeiten aus Deutschland und Österreich, die auf Englisch erschienen sind und deshalb im vorigen Abschnitt zählen, hier aber die regionale Lage beschreiben.

Eigene Studien. Die einzige deutschsprachige Patientenserie zur Refertilisierung neueren Datums stammt aus Aktuelle Urologie: Nach 141 zweischichtigen mikrochirurgischen Vasovasostomien (1996 bis 2001) antworteten 63 von 90 angeschriebenen Männern (70 %); die Durchgängigkeit lag bei 86 %, die Geburtenrate bei 24 %; in einer historischen Vergleichsgruppe mit Einschichttechnik unter der Lupe (n = 64) lagen Durchgängigkeit bei 87 % und Schwangerschaftsrate bei 48 %. Die Autoren schreiben, die hohen Schwangerschaftsraten von über 80 % aus früheren Veröffentlichungen ließen sich nicht reproduzieren [s337]. Das ist die auffälligste Abweichung eines Sprachraums von den englischsprachigen Spitzenwerten; sie beruht allerdings auf einer Befragung mit 70 % Rücklauf und einem historischen Vergleich. Eine ältere Kosten-Nutzen-Analyse aus Der Urologe A wertete 157 zweischichtige Vasovasostomien (1993 bis 1998) aus: Durchgängigkeit 77 %, Schwangerschaftsrate 52 %, gegenüber 22,5 % und 19,5 % nach Spermiengewinnung aus Nebenhoden oder Hoden mit ICSI; die Kosten je Lebendgeburt gibt der Abstract mit 5.447 DM (2.800 Euro) gegenüber 28.804 DM (14.100 Euro) an, die Mehrlingsrate mit 0,7 % gegenüber 15,8 % [s362]. Die Gruppen unterscheiden sich in der Indikation, nicht nur im Verfahren.

Übersichten. Zur Refertilisierung nennt eine Übersicht aus Der Urologe, dass bis zu 6 % der Männer nach einer Vasektomie erneut einen Kinderwunsch entwickeln; sie sieht keinen Unterschied bei Schwangerschafts- und Geburtenrate zwischen Refertilisierung und Spermiengewinnung mit assistierter Reproduktion [s108]. Eine Übersicht aus der Wiener Medizinischen Wochenschrift nennt 5 bis 7 %, Durchgängigkeit und Schwangerschaft von etwa 88 % und 47 % nach Vasovasostomie und von 64 % und 31 % nach Vasoepididymostomie [s20]. Zum Hodenhochstand beziehen sich zwei Übersichten auf die interdisziplinäre Leitlinie: Die eine hält fest, etwa 90 % der unbehandelten Männer mit beidseitigem Hodenhochstand entwickelten eine Azoospermie, bei den übrigen Konstellationen seien Fruchtbarkeit und Vaterschaftswahrscheinlichkeit nicht vorhersehbar [s302]; die andere nennt eine Azoospermie bei etwa 10 % nach einseitigem und etwa 32 % nach beidseitigem Hodenhochstand sowie einen Hodenhochstand in der Vorgeschichte bei etwa 10 bis 20 % der Männer mit diagnostizierter Infertilität [s241]. Zur Hypospadie beschreibt eine Übersicht die Spätfolgen im Jugend- und Erwachsenenalter (Strikturen, Fisteln, Restverkrümmung, Narben) und die Schwierigkeit, dass Erwachsene Schweregrad und Operationstechnik oft nicht kennen; Spermienparameter kommen nicht vor [s22].

Register, Leitlinien und Versorgungsdaten. Ein eigentliches Register mit Samendaten gibt es im deutschen Sprachraum in dieser Auswahl nicht. Am nächsten kommt eine Auswertung der deutschen Krankenhausqualitätsberichte zur Hypospadiechirurgie 2006 bis 2024: Die Diagnosezahlen blieben mit 3.225 bis 3.850 pro Jahr stabil, die Eingriffe stiegen von 3.828 (2006) auf 5.564 (2018) und lagen 2024 bei 5.725; nach Angabe der Autoren beeinflusst die überarbeitete S2k-Leitlinie (erstmals 2016, aktualisiert 2021) die Operationspraxis stärker als die Gesetzesänderung nach § 1631e BGB, nach der bei proximaler Hypospadie vor der Operation eine familiengerichtliche Entscheidung vorgesehen ist [s48]. Zum Hodenhochstand zeigen zwei Versorgungsstudien eine Lücke zwischen Leitlinie und Praxis: In 13 deutschen Kliniken (3.587 Orchidopexien, 2003 bis 2012) waren vor der Leitlinienänderung 2009 78 % und danach 95 % der Jungen nicht leitliniengerecht operiert worden, 42 % der Eingriffe betrafen Patienten von 4 bis 17 Jahren, und 46 % der befragten niedergelassenen Kinderärzte kannten die Diskrepanz nicht [s246]. Eine neuere Auswertung (2.694 Jungen, 2009 bis 2022) trennt angeborenen von erworbenem Hodenhochstand: Bei angeborenem wurden 24,9 % vor dem zwölften Lebensmonat operiert (Median 16 Monate); häufigster Grund für den späteren Eingriff war eine verspätete Überweisung (51,2 %) [s110]. Die Leitlinientexte der AWMF selbst waren nicht lesbar, weil das Register nur eine leere Skriptseite lieferte; sie sind hier nur über diese Sekundärarbeiten erfasst [s48, s110, s246, s302].

Weitere Quellen aus der Region. Auf Englisch erschienen aus Deutschland und Österreich: eine Studie an 405 Hodentumorpatienten aus zwei Zentren, in der Ejakulatvolumen, Gesamtspermienzahl, Beweglichkeit und der Anteil der Azoospermien vor der Orchiektomie günstiger waren als kurz danach (Azoospermie 4,9 gegenüber 14,9 %) [s58]; die Auswertung von 334 Umkehroperationen, in der allein das Alter der Partnerin als unabhängiger Prädiktor der Fruchtbarkeit blieb [s312]; die Studie zu beidseitiger endoskopischer Netzreparatur (59 Männer, kein Hinweis auf eine operationsbedingte Beeinträchtigung) [s305]; die prospektive Nachbeobachtung nach Hodentorsion (49 Patienten, mittlere Nachbeobachtung 101 Monate) [s154] und eine österreichische Spätnachuntersuchung von 1980 [s391].

Lücken. Im deutschen Sprachraum fehlen in dieser Auswahl Kohortenstudien in der Landessprache zur Leistenbruchoperation und Samenqualität, zur Vasektomie selbst und zur Hodentorsion mit Samenanalyse. Die deutsche Besonderheit liegt in der Versorgungsforschung und im Leitlinienbezug, nicht in eigenen Spermiendaten.

Französisch

Zehn Quellen sind französischsprachig [s103, s126, s166, s222, s231, s234, s249, s313, s315, s369]; sie stammen aus Frankreich, der Schweiz, Kanada (Québec) und Kamerun. Zwei davon sind nicht begutachtete Abschlussarbeiten aus dem Archiv HAL (DUMAS) [s231, s234].

Eigene Kohorten. Die Studie aus Québec ist die älteste und vergleicht zwei Kliniken: In 1.223 Vasektomien (1994 bis 1996, No-Scalpel-Technik) lag der Anteil komplikationsbedingter Konsultationen in der Privatklinik bei 5,0 % und in der Familienplanungsklinik bei 12,3 %; frühe oder späte Rekanalisation fand sich bei 2,8 % gegenüber 1,2 % der Männer mit Spermiogramm. Titel: „Efficacité et complications associées à la vasectomie dans deux cliniques de la région de Québec“ (Wirksamkeit und Komplikationen der Vasektomie in zwei Kliniken der Region Québec) [s369]. Aus Frankreich stammt eine Serie zu 69 azoospermen Männern mit Leistenbruchoperation im Erwachsenenalter: Bei 60 wurde operativ nach Spermien gesucht, mit Erfolg bei 75 % (45 von 60); die Rate lag bei Männern mit beidseitigem Bruch niedriger (67,9 %), ohne signifikanten Unterschied nach Technik oder Polypropylennetz. Titel: „Azoospermie et antécédent de cure de hernie inguinale chez l'adulte“ (Azoospermie und Leistenbruchoperation in der Vorgeschichte beim Erwachsenen) [s249]. Die größte Gruppe zum Hodenhochstand, 314 azoosperme Männer mit früherem Hodenhochstand (1995 bis 2014), liegt nur als Abschlussarbeit vor: Die Rate positiver Hodenspermiengewinnung betrug 61,4 % gegenüber 40 % bei idiopathischer nichtobstruktiver Azoospermie [s231]. Eine begutachtete französische Veröffentlichung (Basic and Clinical Andrology) vergleicht 125 Männer mit idiopathischer Azoospermie und 55 Männer mit operiertem Hodenhochstand; in der Hodenhochstandsgruppe wurde die Mehrheit über Hodenspermien und ICSI Vater (58,8 %) [s172]. Zur Vasektomiepraxis liegt eine Einzelzentrumsserie mit 45 Patienten vor, die das französische Gesetz vom 4. Juli 2001 beschreibt: Die Bedenkzeit wurde bei 24 % nicht eingehalten, im Kontrollspermiogramm waren 54,3 % azoosperm [s222]; dieselbe Kohorte steht als Abschlussarbeit vor [s234] und zählt nicht doppelt.

Leitlinien und Übersichten. Die gemeinsamen Empfehlungen der französischen Urologengesellschaft AFU und der französischsprachigen Andrologiegesellschaft SALF zur Abklärung des infertilen Mannes (Suche bis 1. Januar 2020, Evidenzgrade der Haute Autorité de Santé) nennen unter anderem zwei Spermiogramme, eine Skrotalsonografie und eine genetische Abklärung bei sehr niedrigen Spermienkonzentrationen; sie betreffen die Abklärung, nicht die Operationsfrage. Titel: „Recommandations de l'AFU et de la SALF concernant l'évaluation de l'homme infertile“ (Empfehlungen der AFU und der SALF zur Abklärung des infertilen Mannes) [s166]. Eine französische systematische Übersicht (nur PubMed) nennt für die Vasovasostomie eine Durchgängigkeit von 70 bis 97 % und eine Schwangerschaftsrate von 30 bis 76 %, für die Vasoepididymostomie 80 bis 84 % und 40 bis 44 %; die Zahlen sind Spannen aus Primärstudien, nicht gepoolt. Titel: „Chirurgies visant à améliorer la fertilité masculine“ (Operationen zur Verbesserung der männlichen Fruchtbarkeit) [s126]. Eine Schweizer Übersicht nennt für die Vasovasostomie kumulative Schwangerschaftsraten von 28 bis 40 %, für ICSI 29 bis 41 % je Transfer. Titel: „Désir de grossesse après vasectomie: vasovasostomie ou procréation médicalement assistée?“ (Schwangerschaftswunsch nach Vasektomie: Vasovasostomie oder medizinisch assistierte Fortpflanzung?) [s313]. Die Übersicht zum Hodenhochstand, „Cryptorchidie: de la physiopathologie à l'infertilité“ (Kryptorchismus: von der Pathophysiologie zur Infertilität), enthält keine Zahlen [s315].

Zeitschriften und regionale Besonderheiten. Vier der Arbeiten erschienen in Progrès en Urologie [s126, s166, s222, s249], weitere in der Revue Médicale Suisse [s313], in Gynécologie Obstétrique & Fertilité [s315], im Pan African Medical Journal [s103] und im Canadian Family Physician [s369]. Französische Urologen befürworteten in einer europäischen Befragung (228 Urologen) die Kryokonservierung von Spermien vor Vasektomie häufiger als Kollegen anderer Länder [s144]. Aus dem frankophonen Afrika zeigt eine Studie aus Douala (Kamerun), „Testicule non descendu chez l'enfant: aspects épidémiologique, diagnostique et thérapeutique dans trois hôpitaux de référence de la ville de Douala, Cameroun“ (Hodenhochstand beim Kind: epidemiologische, diagnostische und therapeutische Aspekte in drei Referenzkrankenhäusern der Stadt Douala), bei 105 Fällen ein mittleres Alter bei der Operation von 6,65 Jahren; Samendaten enthält sie nicht [s103].

Erreichbarkeit. Die Datenbanken des französischen Sprachraums waren ungleich erreichbar: Europe PMC und die offene Programmierschnittstelle von HAL lieferten Abstracts, die Plattform Cairn antwortete mit einem Bot-Schutz (HTTP 403) und blieb leer. Aus HAL kamen vor allem Abschlussarbeiten zur Einstellung von Ärzten und Patienten zur Vasektomie ohne Samendaten, dazu Dubletten von Zeitschriftenartikeln. Die Lage ist dünn: Eine eigene, große französischsprachige Kohorte mit Samenanalyse nach diesen Eingriffen fehlt.

Italienisch

Der italienischsprachige Bestand ist der dünnste unter den europäischen Sprachen: Zwei Einträge tragen das Etikett Italienisch, und beide beschreiben offenbar dieselbe Kohorte [s372, s375]. Es handelt sich um zwei Veröffentlichungen aus der Zeitschrift La Pediatria Medica e Chirurgica (1993 und 1996) mit gleichlautendem Abstract, die deshalb nicht als unabhängige Evidenz zählen. Titel: „Criptorchidismo e fertilità: valutazione in età adulta“ (Kryptorchismus und Fruchtbarkeit: Beurteilung im Erwachsenenalter). Untersucht wurden 172 Erwachsene mit einseitigem oder beidseitigem Hodenhochstand, die im Kindesalter operiert worden waren, mit Spermiogramm, Schwellungstest der Spermienmembran und Antispermien-Antikörpern. Die Fruchtbarkeit sei nach beidseitigem Hodenhochstand deutlich vermindert gegenüber einseitigem, die Azoospermie liege bei 18 % der beidseitigen Fälle, und weder der Operationszeitpunkt noch die anatomische Lage habe die Fruchtbarkeit beeinflusst [s372, s375]. Das deckt sich der Richtung nach mit der englischsprachigen Metaanalyse, die für die Azoospermie nach beidseitiger gegenüber einseitiger Orchidopexie ein Odds Ratio von 2,3 fand [s55]; ein Vergleich der Zahlen ist wegen der unterschiedlichen Designs nur grob möglich.

Leitlinien. Die einzige italienische Fachgesellschaftsleitlinie dieser Recherche ist die Leitlinie der Società Italiana di Andrologia e Medicina della Sessualità (SIAMS) zusammen mit der Società Italiana di Endocrinologia e Diabetologia Pediatrica (SIEDP), Teil 2, 2026. Sie wertet englischsprachige Literatur zu Kryptorchismus, Mikropenis, Hypospadie, Hodentumoren, Epididymitis, Orchitis, Geschlechtsentwicklungsvarianten und Hodentorsion aus und formuliert Empfehlungen mit GRADE; sie ist in einer englischsprachigen Zeitschrift erschienen. Der Abstract nennt keine einzelnen Empfehlungen oder Zahlen, der Volltext wurde nicht eingesehen [s09].

Kohorten aus Italien in englischer Sprache. Aus Florenz stammt eine Langzeitstudie nach Hypospadiekorrektur: Von 799 zwischen 1993 und 2004 Operierten nahmen nach 17 bis 28 Jahren 239 teil, die Komplikationsrate betrug 27 % (65 von 239); Samenparameter wurden nicht erhoben, und die Teilnahme von 239 der 799 erlaubt eine Auswahlverzerrung [s89]. Die Zeitschrift Archivio Italiano di Urologia e Andrologia veröffentlicht englischsprachige Arbeiten, darunter eine Auswertung von 388 Vasektomiehistologien [s107], die Studie zu Antispermien-Antikörpern nach Vasektomie-Umkehr [s88] und zwei Metaanalysen zum Hodenhochstand [s55, s71]; ihre Erstautoren stammen nicht durchweg aus Italien, sodass die Zeitschrift keine italienische Datenlage abbildet.

Erreichbarkeit. Die Webseite der italienischen Andrologiegesellschaft (andrologia.it) war nicht erreichbar, die Seiten siams.it und siandrologia.it antworteten nicht oder ohne Inhalt, und andrologiaitaliana.it antwortete zwar mit HTTP 200, wurde aber nicht ausgewertet. Italienischsprachige Primärstudien jüngeren Datums mit Spermiendaten wurden nicht gefunden. Das ist eine Lücke der abgerufenen Literatur, kein Beleg dafür, dass es sie nicht gibt.

Portugiesisch

Keine einzige Quelle dieser Recherche ist in portugiesischer Sprache erschienen. Das Etikett Portugiesisch bleibt leer, und das liegt auch am Zugang: Die Plattform SciELO verweigerte die Suche mit einem Bot-Schutz (HTTP 403), ihre Schnittstelle ArticleMeta antwortete zwar mit HTTP 200, bot aber in der abgerufenen Form keine Stichwortsuche, und LILACS/BVS lieferte HTTP 403 beziehungsweise 401. Aus dem portugiesischsprachigen Raum sind daher nur englischsprachige Arbeiten erfasst: eine randomisierte Studie aus São Paulo zur beidseitigen Leistenbruchreparatur nach Lichtenstein oder TAPP (48 randomisiert, 37 ausgewertet; Hormone, Doppler, Hodenvolumen und Samenqualität ohne Unterschied zwischen den Gruppen, Beobachtung nur 180 Tage) [s123], eine kleine Serie zur erneuten Vasektomie-Umkehr (18 Patienten) [s169] sowie zwei Arbeiten im International Braz J Urol, der Standpunktartikel zur Hormonbehandlung beim Hodenhochstand [s97] und eine Serie von acht Männern mit niedrig dosiertem Prednison nach Vasovasostomie [s111]. Die lateinamerikanische Erhebung zum Operationsalter beim Hodenhochstand (4.481 Patienten aus 31 Zentren in 14 Ländern) schließt portugiesischsprachige Zentren ein; dort wurden nur 18,2 % bis zum Alter von 18 Monaten operiert, der Anteil schwankte zwischen den Kliniken von 4,7 % bis 62,0 % [s35]. Ob in portugiesischer Sprache eigene Kohorten mit Samendaten existieren, lässt sich aus dieser Recherche nicht beantworten.

Spanisch

Neun Quellen sind spanischsprachig [s147, s286, s287, s319, s330, s331, s347, s358, s364]. Das Spanische ist der einzige Sprachraum außerhalb des Englischen mit mehreren größeren Serien zur Praxis des Spermiogramms nach Vasektomie.

Vasektomie und Spermiogramm. Vier Arbeiten über drei Kohorten liegen vor, jeweils aus Spanien (die beiden Arbeiten aus Albacete beschreiben dasselbe Kollektiv). Eine Serie aus Albacete mit 984 Vasektomien und 1.430 Samenproben zeigt die Fehlerquellen der Laborpraxis: 9,4 % der Proben waren nicht vollständig gesammelt, 18,8 % der Männer lieferten weniger als 2 ml, 30,5 % der Ejakulate waren extrem zähflüssig, und 20,9 % der Patienten hatten wechselnd negative und positive Befunde mit seltenen unbeweglichen Spermien; die Autoren folgern, zwei Proben je Patient seien nötig. Titel: „Influencia del proceso analítico en la aparición y desaparición de los espermatozoides del semen tras la vasectomía“ (Einfluss des Analyseverfahrens auf Auftreten und Verschwinden der Spermien im Ejakulat nach Vasektomie) [s330]. Dasselbe Kollektiv wurde auf die Einhaltung des Kontrollprotokolls geprüft: 67 % lieferten Proben, nur 55,5 % erreichten die Freigabekriterien; es gab 43 technische Misserfolge, vier frühe Rekanalisationen (0,5 %) und eine späte (0,1 %); die Autoren schlagen zwei Untersuchungen im sechsten und siebten Monat vor. Titel: „Evaluación de un protocolo para el control de la vasectomía y modificaciones a realizar“ (Bewertung eines Protokolls zur Kontrolle der Vasektomie und notwendige Änderungen) [s331]. Eine Kaplan-Meier-Analyse an 239 Vasektomien (1998 bis 1999) fand bei 13 % am Ende der Nachbeobachtung weiterhin Spermien; die Wahrscheinlichkeit, nach 200 und 260 Tagen azoosperm zu sein, lag bei 80 und 90 %, und die Autoren halten die erste Probe nach sieben Monaten für sinnvoll. Titel: „La historia natural del aclaramiento de espermatozoides en el semen tras la vasectomía“ (Der natürliche Verlauf der Spermienklärung im Ejakulat nach Vasektomie) [s347]. Die neueste Serie wertet 2.168 Vasektomien (2010 bis 2017) aus: Unter den Männern mit unbeweglichen Restspermien (501) hatten nur 24 mehr als 100.000 Spermien pro Milliliter, bei 9 Fällen waren bewegliche Spermien nachweisbar; bei monatlicher Kontrolle wurde die Azoospermie im Mittel nach 4,5 Monaten erreicht. Titel: „Significación clínica de la presencia de espermatozoides en los seminogramas posvasectomía. Análisis de una serie de 2.168 pacientes“ (Klinische Bedeutung von Spermien in Spermiogrammen nach Vasektomie. Analyse einer Serie von 2.168 Patienten) [s147]. Die spanischen Serien beschreiben damit eine Zeit bis zur Azoospermie, die bei einem Teil der Männer deutlich länger als die in den Leitlinien genannten drei Monate dauert.

Leitlinie. Die spanische Fassung der EAU-Leitlinie zur Vasektomie (Evidenzbasis: 113 Quellen aus Medline, Embase und Cochrane von 1980 bis 2010, nicht englische Veröffentlichungen ausgeschlossen) hält fest, Mukosakoagulation und Faszieninterposition verringerten das Frühversagen gegenüber einfacher Ligatur, und die Freigabe nach dem Spermiogramm könne bei dokumentierter Azoospermie oder seltenen unbeweglichen Spermien frühestens drei Monate nach dem Eingriff erfolgen. Titel: „Guía clínica de la Asociación Europea de Urología sobre la vasectomía“ (Klinische Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie zur Vasektomie) [s287].

Refertilisierung und Hodenhochstand. Ein Behandlungsprogramm mit ambulanter mikrochirurgischer Umkehr in Lokalanästhesie und gleichzeitiger Hodenspermiengewinnung zur Kryokonservierung bei 48 Paaren berichtet Spermien im Ejakulat bei 85,5 % und eine Spontanschwangerschaftsrate von 45,8 %, unter Einbeziehung assistierter Reproduktion 58,3 %; es ist eine Einzelzentrumsserie ohne Kontrollgruppe, und die zusammengezählte Rate vermischt verschiedene Wege. Titel: „Reversión de vasectomía con criopreservación sistemática de espermatozoides testiculares“ (Vasektomie-Umkehr mit systematischer Kryokonservierung testikulärer Spermien) [s319]. Zum Hodenhochstand liegen kleine Serien vor: 20 Männer nach Behandlung in der Kindheit, davon bei 7 (35 %) eine Spermienkonzentration unter 20 Mio./ml [s364]; ein Fall-Kontroll-Vergleich mit mangelhafter Umwandlung von Histonen in Protamine in den Spermien von Männern mit früherem Hodenhochstand, ohne Zahlen im Abstract [s358]; und eine Befragung von 278 Erwachsenen, von denen 94 antworteten (33,8 %): 53 hatten versucht, Kinder zu bekommen, 44 davon (83,1 %) mit Erfolg [s286]. Die Studien sind klein, die Rücklaufquote ist niedrig, und Kontrollgruppen von nicht operierten Männern fehlen.

Lateinamerika und Erreichbarkeit. Aus Lateinamerika liegt die breiteste Erhebung zum Operationsalter vor, allerdings auf Englisch und ohne Samendaten [s35]. Spanischsprachige Zeitschriften sind Actas Urológicas Españolas, die Revista Internacional de Andrología, Cirugía Pediátrica und Anales Españoles de Pediatría. Die Datenbank Dialnet war mit Einwortsuchen nutzbar (Mehrwortsuchen lieferten keine Treffer), aber nur ein Treffer hatte ein abrufbares Resumen mit Zahlen; LILACS und SciELO blieben gesperrt. Die spanische Literatur ist damit methodisch begrenzt, aber nicht dünn.

Chinesisch

Der chinesische Sprachraum liefert nach dem Englischen die größte Zahl klinischer Serien zu diesem Thema. Zwanzig Quellen tragen das Etikett Chinesisch [s62, s67, s80, s114, s115, s130, s137, s142, s153, s179, s184, s198, s216, s228, s271, s280, s282, s284, s303, s329]; sie erschienen in chinesischer Sprache in PubMed-indizierten Zeitschriften, vor allem in Zhonghua Nan Ke Xue (National Journal of Andrology), Zhonghua Yi Xue Za Zhi und Beijing Da Xue Xue Bao, und liegen mit englischem Abstract vor. Weit mehr Arbeiten chinesischer Zentren erschienen auf Englisch: Im Teilbericht zu Ostasien stammen 77 von 146 Quellen aus China. Chinesische Originaltitel wurden nur zum Teil abgerufen; für mehrere Arbeiten liegt nur die englische Titelfassung aus PubMed vor.

Schwerpunkt Rekonstruktion von Nebenhoden und Samenleiter. Der Kern der chinesischen Literatur sind Einzelzentrumsserien aus wenigen andrologischen Zentren (Peking, Shanghai, Fujian, Nanjing) zur mikrochirurgischen Vasoepididymostomie. Der wichtigste Endpunkt ist die Durchgängigkeit, die nicht einheitlich definiert ist. Beispiele: Eine Serie aus Peking (73 Männer, longitudinale Intussuszeption) fand bei 53 Nachbeobachteten eine Durchgängigkeit von 71,7 % und eine natürliche Schwangerschaft bei 33,3 %, wobei bewegliche Spermien im Nebenhodenfluid mit besseren Ergebnissen einhergingen; dieselben Daten stehen in zwei Veröffentlichungen, eine davon in chinesischer Sprache, und zählen nur einmal [s303, s291]. Die größte Einzelzentrumskohorte (241 Männer operiert, 198 ausgewertet) fand Spermien im Ejakulat bei 76,3 % und Schwangerschaft bei 40,9 % (81 von 198); Alter des Mannes, Spermienkonzentration und Vorwärtsbeweglichkeit nach der Operation sagten die Schwangerschaft voraus [s226]. Eine Serie nach gescheiterter Spermiengewinnung mit ICSI (68 Männer) berichtet eine Durchgängigkeit von 79,2 % und eine Lebendgeburtenrate von 28,3 % [s268]; ein Vergleich von 69 Vasoepididymostomien mit 351 ersten ICSI-Zyklen sah Schwangerschaftsraten von 44,6 % gegenüber 27,6 %, nicht randomisiert und mit möglicher Auswahlverzerrung [s157]. Eine Serie mit gefäßschonender Technik und im Mittel 56 Monaten Nachbeobachtung nennt bei 197 Männern eine Durchgängigkeit von 80,1 % und eine natürliche Schwangerschaftsrate von 72,8 % unter den nachverfolgten Männern mit Durchgängigkeit; die Autoren vermuten, frühere Studien hätten die Rate wegen kurzer Nachbeobachtung unterschätzt [s28]. Technikvergleiche stammen aus Fujian und Shanghai (einarmige gegenüber doppelarmiger Naht, Schonung der Samenleitergefäße, Seit-zu-Ende gegenüber Intussuszeption) [s216, s168, s115, s233]; eine Kohorte aus Nanjing prüft den Zusatz von oralem Escin und weist ihn als explorativ aus [s26]. Vier Metaanalysen mit chinesischer Beteiligung fassen die Beobachtungsstudien zusammen: Eine fand bei 51 Studien (2.853 Männer) eine gepoolte Durchgängigkeit von 67,20 % und eine natürliche Schwangerschaftsrate von 40,05 % [s134]; eine zweite bei 25 Studien (1.400 Männer) 69,3 % (95-%-Konfidenzintervall 64,6 bis 73,6 %) [s135]; die aktualisierte Fassung mit 56 Studien und 3.204 Männern nennt für die longitudinale Intussuszeption 68,0 % Durchgängigkeit und 27,0 % Schwangerschaft [s52]; eine vierte vergleicht ein- und doppelarmige Zweinaht-Intussuszeption (24 Studien, 1.574 Männer) ohne Unterschied [s113]. Diese Metaanalysen überschneiden sich in den eingeschlossenen Studien erheblich und dürfen nicht addiert werden.

Vasektomie-Umkehr und Politik. Eine Multizenterstudie aus sieben chinesischen Kliniken (448 Fälle aus 13 Jahren, Telefonbefragung) berichtet, dass sich das jährliche Operationsvolumen nach der Einführung der Zwei-Kind-Politik im Jahr 2015 vervierfachte; die allgemeine Schwangerschaftsrate betrug 27,2 %, bei Partnerinnen über 35 Jahren fiel sie stärker ab, und nur bei 35,5 % dieser Partnerinnen war die Fruchtbarkeit vor dem Eingriff untersucht worden [s132]. Das ist eine regionale Besonderheit: Ein Teil der Daten betrifft ältere Männer mit langem Intervall und älteren Partnerinnen. Weitere Serien vergleichen Ein- und Zweischichttechnik (62 Männer, Durchgängigkeit 91,43 % gegenüber 92,59 %) [s50] und Einschicht mit Stent gegenüber Zweischicht (42 Männer) [s192]. Eine kleine Pekinger Serie (41 Männer) fand bei Obstruktionsdauer unter 15 Jahren eine Durchgängigkeit von 84 % (21 von 25), darüber von 64 % (7 von 11) [s280].

Leistenbruchoperation und Samenleiter. Chinesische Zentren veröffentlichen zahlreiche Fallserien zur Samenleiterverletzung nach Leistenbruchoperation im Kindesalter. Eine Serie von 43 Männern zeigt, dass das getrennte Samenleiterende bei 54 von 73 untersuchten Leistenseiten (74,0 %) am inneren Leistenring lag, und führt die hohe Ligatur des Bruchsacks als Ursache an [s138]; eine Serie mit 37 Männern fand die Verletzung überwiegend im Becken (29 von 37) und setzte die total extraperitoneale Laparoskopie zur Auffindung ein (Durchgängigkeit 75,86 %, Schwangerschaft 46,67 %) [s83]. In einer weiteren Serie (56 Männer) betrug die Durchgängigkeit bei den 40 anastomosierten Männern 87,5 % bei einer natürlichen Schwangerschaftsrate von 42,5 % [s217]; in einer Serie nach beidseitiger Operation im Kindesalter (62 Männer) lag sie bei 56,5 % und 25,8 % [s258]. Die chinesischsprachige Arbeit mit 41 Fällen (37 nachverfolgt) fand eine erfolgreiche Erholung bei 78,4 % und einen Vorteil der beidseitigen gegenüber der einseitigen Anastomose (82,4 % gegenüber 42,9 %) [s184]. Zur Netzfrage gibt es aus dem Sprachraum nur einen Tierversuch (Ratte), in dem Polypropylen- und Leichtnetze am Samenstrang hafteten [s272], und eine deskriptive systematische Übersicht [s208]; Vergleichsstudien der Samenparameter vor und nach Netzoperation aus dem Sprachraum fehlen.

Vasektomie, Hoden und Hormone. Beim Menschen gibt es aus China in dieser Auswahl keine Studie mit Samenanalyse nach Vasektomie: Ein hochauflösender Ultraschall bei 64 Männern mehr als zehn Jahre nach Vasektomie fand häufiger einen verdickten Nebenhodenkörper (64,1 % gegenüber 15,0 % in der Kontrollgruppe von Nebenhodenpatienten) [s329]; eine Querschnittsstudie an 437 Männern fand nach Adjustierung keinen Unterschied der Androgene [s228]; eine weitere an 485 vasektomierten Männern und 1.940 Kontrollen ebenfalls nicht für die Sexualhormone [s218]. Die Spermatogenese-Schäden nach Samenleiterverschluss sind überwiegend im Tier belegt.

Hodenhochstand, Torsion und Hodentumor. Aus China stammt eine Kohorte von 194 Männern mit Orchidopexie nach der Pubertät: Bei einseitigem Befund fand sich keine Azoospermie, aber bei 16 von 44 Männern (36,4 %) eine Abweichung von Konzentration, Beweglichkeit oder Morphologie; nur 17 von 200 biopsierten Hoden (8,5 %) hatten einen Johnsen-Score über 8; die Autoren schließen, die Schädigung bestehe oft schon vor der Operation [s51]. Zur Torsion enthält der Bestand eine chinesischsprachige Arbeit mit 77 Männern, in der nach Orchiektomie und Orchidopexie die Mittelwerte der Samenparameter kaum voneinander abwichen und die natürliche Schwangerschaftsrate bei 75,0 % beziehungsweise 83,8 % lag, nicht signifikant unterschiedlich [s179], sowie einen Vergleich der manuellen Detorsion bei 134 Fällen [s67]. Zum Hodentumor fassen chinesische Zentren die Evidenz zusammen (21 Dokumente, 33 Evidenzaussagen) [s62] und berichten kleine Serien hodenerhaltender Operationen (8 bis 16 Männer) ohne Hinweis auf eine Verschlechterung der Samenparameter [s114, s271]; die einzige Vergleichskohorte (158 Patienten, davon 23 mit Hodenerhalt) ist wegen Unterschieden in Alter und Tumorgröße nicht vergleichbar [s202].

Leitlinien, Register, Erreichbarkeit. Eine chinesische Leitlinie mit Aussagen zur Fruchtbarkeit im Zusammenhang mit diesen Operationen wurde nicht gefunden; eine chinesische Leistenbruchleitlinie ohne Aussagen zur Fruchtbarkeit im Abstract wurde nicht als Quelle geführt. Register mit Samendaten fehlen in der Auswahl. Die chinesischen Datenbanken blieben verschlossen: CNKI lieferte nur eine Platzhalterseite von 381 Byte beziehungsweise keine Verbindung, Wanfang eine clientseitige Hülle ohne Treffer und HTTP 415 an der Schnittstelle. Rein chinesischsprachige Literatur ohne PubMed-Indexierung (Dissertationen, Lokalzeitschriften) fehlt deshalb; die Zahl der Quellen ist sicher unvollständig. Charakteristisch ist, dass Studien an Menschen fast durchweg retrospektive Einzelzentrumsserien mit Verlusten bei der Nachbeobachtung sind (mehr als 15 % bei mehreren Serien) [s226, s233, s216].

Japanisch

Neunzehn Quellen sind japanischsprachig; sie erschienen vor allem in Hinyokika Kiyo (Acta Urologica Japonica) und in der Nihon Hinyokika Gakkai Zasshi, daneben in japanischen Fachzeitschriften zur Fortpflanzungsimmunologie und Kinderchirurgie; englischsprachige japanische Arbeiten erschienen unter anderem in Reproductive Medicine and Biology und im International Journal of Urology [s34, s87, s161, s248, s256, s320, s333, s335, s349, s351, s361, s373, s376, s378, s379, s382, s384, s385, s386]. Viele liegen nur mit englischem Abstract vor, vier ausschließlich über das japanische Portal J-STAGE [s87, s361, s256, s161]. Der Bestand ist älter als der chinesische: Die frühen Arbeiten der Kliniken in Kyoto und Osaka stammen von 1991 bis 1998, und seine Stärke liegt in der Pathologie der Samenwege, in Langzeitbefunden und in der Fruchtbarkeit nach Hodenkrebs.

Samenleiterverschluss nach Leistenbruchoperation. Die Gruppe um Matsuda beschrieb den Verschluss nach kindlicher Leistenbruchoperation früh und ausführlich. In einer Kyotoer Studie hatten 10 von 724 subfertilen Patienten einen einseitigen Verschluss; bei subfertilen Männern mit entsprechender Vorgeschichte betrug die Häufigkeit 26,7 %, was wegen der Auswahl über eine Infertilitätsklinik nicht auf die Bevölkerung übertragbar ist [s381]. Eine Serie von 22 Männern fand das distale Samenleiterende bei 57,1 % der Samenleiter am inneren Leistenring oder im kleinen Becken, bei 37 % waren mehr als 3 cm reseziert, und die Durchgängigkeit nach Vasovasostomie lag bei 88,9 % [s370]; sieben von 21 verheirateten Männern wurden Väter [s370]. Antispermien-Antikörper der Klasse IgG waren bei 7 von 13 Patienten (54 %) positiv [s377]. Eine zusammenfassende Arbeit zur eigenen Serie nennt eine Gesamtschwangerschaftsrate von 43 % bei 18 Patienten ohne In-vitro-Fertilisation und ICSI [s363]. Ein Fallbericht beschreibt die rasch fortschreitende Obstruktion nach Polypropylennetz [s325]; die Netzfrage ist damit nur als Einzelfall belegt.

Vasektomie und Umkehr. Aus Japan stammt eine Einzelzentrumsserie mit 234 Vasektomien einer Praxis (2010 bis 2025), in der die mittlere Operationsdauer von 27,0 auf 21,5 Minuten fiel und eine Azoospermie nach der ersten Kontrolle bei 93,2 % bestätigt wurde; 11 Männer (4,7 %) erschienen nicht zur Samenkontrolle. Titel: „オフィスユロロジーでの精管結紮術の実際とラーニングカーブ“ (Vasektomie in der Praxis: Vorgehen und Lernkurve) [s87]. Ein Fallbericht beschreibt eine Schwangerschaft nach Vasektomie mit Skalpell und doppelter Ligatur ohne Mukosakauterisation, vermutlich nach Rekanalisation [s34]. Der früheste Bericht zur Umkehr stammt von 1983 (zwei Männer) [s390]; eine Übersicht nennt eine mittlere Durchgängigkeit von 87 % und eine Schwangerschaftsrate von 49 % [s214]. Zu den Tierversuchen zählen Studien zur Spermatogenesestörung nach Samenleiterligatur bei Ratten [s361] und zur Autoimmunorchitis bei Mäusen [s324].

Hodenhochstand und Torsion. Japanische Langzeitarbeiten der frühen 1990er Jahre untersuchen die Samenqualität nach Orchidopexie: Bei 43 Männern, die vor der Pubertät operiert worden waren, fand sich bei einseitigem Hodenhochstand in 61,5 % ein normaler Samenbefund (Prozentwerte bezogen auf die Männer mit Samenanalyse), und von acht verheirateten Männern hatten sieben Kinder [s382]; die Konzentration sank mit dem Operationsalter und hing mit der Größe des gesunden Hodens zusammen [s386]. Eine Übersicht aus Nagoya hält fest, dass die Vaterschaft nach beidseitigem, nicht aber nach einseitigem Hodenhochstand gegenüber Kontrollen vermindert war [s333]. Zur Torsion fanden sich bei 24 Männern nach Orchiektomie signifikant niedrigere Spermiendichte und höheres FSH als nach Orchidopexie (12 gegen 12; nicht randomisiert) [s376], im Rattenversuch ein Gegenhodenschaden nur bei erwachsenen Tieren [s384].

Fruchtbarkeit nach Hodenkrebs. Das ist der japanische Schwerpunkt. Die größte Stichprobe ist eine Befragung in acht Zentren mit 567 Hodenkrebsüberlebenden: Von 153 Männern mit Kryokonservierungsversuch gelang sie bei 133 (87 %); von 28 Männern, die eingefrorene Spermien nutzten, wurden 17 (61 %) Väter; ohne Chemotherapie wurden 20 %, mit Chemotherapie 10 % der Männer ohne Kryosperma Väter, und nur 14 von 121 Männern mit Kinderwunsch (12 %) hatten eine Beratung zur Fruchtbarkeitsbehandlung erhalten [s177]. Dazu kommen Serien zur Erholung der Spermatogenese nach Chemotherapie [s281, s239, s348, s379] und zwei Berichte japanischer Samenbanken [s352, s335]. Das Thema Krebs und Fruchtbarkeit ist auf dieser Website eigens behandelt; hier steht es, weil es zeigt, wo die japanische Literatur stark ist.

Hypospadie. Die japanischen Arbeiten untersuchen keine Samenanalyse nach Hypospadiekorrektur, sondern Vaterschaft und Hormone: Eine Befragung in Hyogo (108 auswertbare von 518 Angeschriebenen) fand Vaterschaft verbunden mit dem Ausbleiben zusätzlicher Operationen [s235]; in der Folgestudie wurde keiner der zwölf Männer mit Reoperation wegen einer Harnröhrenenge Vater [s200]. Ein Vergleich von Jungen mit Hodenhochstand, Hypospadie oder beidem zeigte höhere FSH-Werte bei beiden Fehlbildungen zusammen [s301]. Viele Tagungsbeiträge der Japanischen Urologischen Gesellschaft aus den Jahren 2000 bis 2002, auch zu Hypospadie und Fruchtbarkeit im Mausmodell, waren nur mit Titel und Schlagwörtern abrufbar und wurden nicht als Quelle geführt; dadurch fehlt japanische Evidenz an dieser Stelle.

Erreichbarkeit. J-STAGE war erreichbar, die Stichwortsuche lieferte teils Treffer, teils die Fehlermeldung ERR_001 ohne Treffer; CiNii Research antwortete mit 762 Treffern für den japanischen Titelbegriff Hypospadie, aber nur mit bibliografischen Daten ohne Zusammenfassungen. Ein nationales Register mit Samendaten fand sich nicht.

Alle Kapitel und Anhänge (35)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Hypospadie bis Refertilisierung nach Vasektomie (Vasovasostomie und Vasoepididymostomie)
  5. Hodenhochstand und Orchidopexie bis Gesamteinordnung der Übersichten
  6. Hypospadie
  7. Erwachsene: randomisierte Studien und prospektive Kohorten mit Samenanalyse bis Kinder: Hodenatrophie, Technikvergleiche, Langzeitbefunde
  8. Tierversuche zu Netz, Naht und Samenstrang und Einordnung der Beobachtungsstudien zum Leistenbruch
  9. Vasektomie
  10. Refertilisierung nach Vasektomie: Vasovasostomie
  11. Vasoepididymostomie und Rekonstruktion bei Nebenhodenverschluss
  12. Samenqualität und Vaterschaft im Erwachsenenalter nach Orchidopexie bis Spermiengewinnung bei nichtobstruktiver Azoospermie nach Hodenhochstand
  13. Operationsalter in der Versorgungsrealität und Einordnung der Beobachtungsstudien zum Hodenhochstand
  14. Hodentorsion bis Hydrozele, Nebenhodenzysten, Zirkumzision und Prostataoperation
  15. Varikozelenoperation: Einzelstudien bis Gesamteinordnung der Beobachtungsstudien
  16. Leitlinien und Konsensdokumente und Hypospadie
  17. Leistenbruchoperation und Vasektomie
  18. Refertilisierung nach Vasektomie (Vasovasostomie, Vasoepididymostomie) und Hodenoperationen: Orchidopexie bei Hodenhochstand
  19. Hodenoperationen: Hodentorsion und Hodenentfernung bei Tumor, Hodentrauma und weitere Eingriffe (Querverweise)
  20. Mechanismen und biologische Plausibilität
  21. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  22. Englisch bis Japanisch
  23. Koreanisch bis Türkisch
  24. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  25. Limitationen der Evidenz
  26. Offene Forschungsfragen
  27. Praktische Einordnung
  28. Glossar
  29. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 3)
  30. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 3)
  31. Quellenverzeichnis (Teil 3 von 3)
  32. Diagramme
  33. Quellen s01–s197
  34. Quellen s198–s393
  35. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle