Koreanisch
Kaum eigene Literatur. Koreanische Beiträge sind in diesem Thema selten und liefern keine Samenanalysen bei neurologischen Erkrankungen. Die Suche in PubMed nach der Sprachkennung Koreanisch ergab für die Themenbegriffe keinen Treffer. Gefunden wurden drei Fragebogenstudien und eine Tierstudie mit koreanischem Bezug.
Fragebogenstudien. In einer Studie aus Jinju mit 109 männlichen Schlaganfallpatienten (64,93 ± 8,81 Jahre) und 109 altersgleichen Kontrollen lag der IIEF-5 bei 5,89 ± 7,08 gegenüber 10,67 ± 7,10; mangelnde Libido war mit 59,4 % die häufigste Ursache für fehlenden Verkehr, und Läsionen im rechten Kleinhirn gingen mit Ejakulationsstörung, im linken Basalganglienbereich mit verminderter Libido einher [s154]. Der niedrige Wert auch der Kontrollen deutet auf eine belastete Altersgruppe; Medikation und Komorbidität sind im Abstract nicht angegeben. Eine Studie aus Seoul an 47 jungen Männern mit Spina bifida fand, dass 24 (51,1 %) im vergangenen Monat Geschlechtsverkehr hatten und 10 der 24 (41,7 %) zumindest zeitweise Ejakulationsprobleme angaben [s99]. Eine Umfrage an 275 Diabetespatienten ergab urogenitale Beschwerden bei 124 (45,1 %), Sexualstörungen bei 61 (49,2 % dieser Gruppe); sie ist eine Selbstauskunft ohne Neuropathie-Diagnostik und ohne Samenanalyse und zeigt vor allem ein geringes Problembewusstsein (32,4 % ohne Kenntnis der urogenitalen Komplikationen) [s138].
Tierstudie. Die Rattenstudie zur Gastrin-releasing-Peptid-Infusion nach Rückenmarkskontusion erschien in der koreanischen Zeitschrift World Journal of Men's Health, der Erstautor ist aber am Shirley Ryan Ability Lab in Chicago tätig; sie wird im Sprachraumvergleich nur eingeschränkt als koreanisch gezählt. 8 Ratten mit Kontusion und 8 Sham-Tiere; GRP löste Ejakulationsreflexe aus, gemessen wurde die Reflexantwort, nicht Fertilität oder Samenqualität [s05].
Leitlinien, Register, Datenbanken. Keine koreanische Leitlinie und kein Register mit Samenbezug wurde gefunden. Die koreanischen Inlandsdatenbanken waren praktisch nicht nutzbar: KCI meldete nur die Gesamtzahl der Datensätze (2.441.320) ohne Trefferliste, KoreaMed lieferte nur ein Suchformular, DBpia war nicht erreichbar. Die Aussage lautet deshalb: In den erreichbaren Quellen wurde keine einschlägige koreanische Samenstudie gefunden; über koreanische Inlandszeitschriften ist keine Aussage möglich. Auch zur MS fand sich aus Japan und Korea nichts.
Russisch
Schwerpunkt: Ejakulationsstörung und Spermiengewinnung, nicht Spermatogenese. Die russischsprachige Literatur zu neurologischen Ursachen beschäftigt sich fast ausschließlich mit retrograder Ejakulation und Anejakulation und mit Verfahren der Spermiengewinnung. Direkte Spermiogramm-Studien bei Rückenmarksverletzung, Multipler Sklerose oder Parkinson fehlen im abgerufenen Material. Eigenständige russische Primärdaten zur Samenqualität bei SCI wurden nicht gefunden; die Übersichten zitieren überwiegend englischsprachige Primärstudien.
Rückenmarksverletzung. Koršunov und Kollegen (2021, Zeitschrift Andrologija i genitalnaja chirurgija, Moskau; Titel „Мужской фактор бесплодия при травматической болезни спинного мозга“, deutsch „Männlicher Infertilitätsfaktor bei traumatischer Rückenmarkserkrankung“) legen ein narratives Übersichtsreferat ohne Suchstrategie vor, dessen Zahlen aus zweiter Hand stammen. Genannt werden: etwa 90 bis 95 % der Männer mit traumatischer Rückenmarkserkrankung seien infertil; in der Phase des spinalen Schocks seien keine wesentlichen Abweichungen im Spermiogramm gefunden worden, die Ejakulatqualität verschlechtere sich etwa zwei Wochen nach dem Trauma; im Hundemodell sank bis zum 21. Tag die mittlere aktive Beweglichkeit von 62,9 auf 20,1 % (p = 0,008); bei Hodenbiopsien an 28 Männern war die Spermatogenese 1, 3 und 6 Monate nach dem Trauma in 39, 48 und 80 % erhalten; Hypogonadismus komme bis zu 46 % vor [s75]. Diese Zahlen sind nach dieser Übersicht [s75] zu lesen, nicht als geprüfte Primärbefunde. Wiedergabefehler sind nicht auszuschließen; der Text spricht etwa von „Spermatophor-Flagellen“, gemeint sind die Flagellen der Spermien. Die Übersetzung eines Beitrags des Geräteentwicklers Seager über 30 Jahre Elektroejakulation (mehr als 4 000 Verfahren, Gerät in 52 Ländern in Gebrauch) ist ein Erfahrungsbericht mit Interessenkonflikt und liefert keine Samenparameter [s123]. Ein Diskussionsprotokoll des XIII. Kongresses der Russischen Urologischen Gesellschaft gibt Expertenmeinungen wieder: Božedomov hält die Elektroejakulation nur bei Rückenmarkverletzten für anwendbar und vermutet, dass das Ejakulat durch das Fehlen eines normalen Sexuallebens stark „alte“ Spermien mit beginnender Apoptose und DNA-Defekten enthalte; Vinogradov setzt beide Verfahren nicht ein [s118]. Das ist eine Hypothese ohne Datenerhebung, passend zu den DNA-Befunden bei SCI aus dem Iran [s130], aber nicht selbst belegt.
Neuropathie bei Diabetes als Hauptmodell. Die Moskauer Gruppe des Endokrinologischen Forschungszentrums hat die retrograde Ejakulation bei Typ-1-Diabetes als Ausdruck der urogenitalen autonomen Neuropathie bearbeitet. Eine Fallserie an 82 Männern aus einem Sankt Petersburger Reproduktionszentrum (1998 bis 2013, retrograde Ejakulation 66 %, Anejakulation 34 %) fand bei 48 von 54 Männern mit retrograder Ejakulation (89 %) lebende, bewegliche Spermien im Urin; bei den übrigen sechs gelang die Gewinnung mit PESA oder TESA bei allen; Schwangerschaftsraten pro Transfer 52 % und 50 % ohne Angabe der Transferzahlen [s104]. Eine frühe Fallserie mit 43 Patienten mit Anejakulation (1983 bis 1993) nannte als häufigste Ursachen Operationen an Prostata und Blasenhals (25,6 %) und Diabetes (18,6 %) [s184]. Die Fallserie mit endourethraler Kollageninjektion ergab antegrade Ejakulation bei 11 von 12 Patienten und Samenwerte mit 93 ± 62,2 Millionen Spermien pro ml bei 10 ± 6,8 % Beweglichkeit [s133]; eine Folgeserie an 30 Männern mit Typ-1-Diabetes und absoluter retrograder Ejakulation stellte bei 22 (73 %) die antegrade Emission wieder her, mit Medianwerten bei den Respondern von 0,9 ml, 65 Millionen/ml, 17 % Beweglichkeit und 20 % normalen Formen sowie Asthenozoospermie bei 83 % [s117]. Besonders ist die elektrophysiologische Absicherung: Die Stimulationsneurografie des Nervus pudendus zeigte eine M-Antwort-Amplitude von 0,89 ± 0,17 mV (Norm über 3,5) und eine Leitungsgeschwindigkeit von 14,2 ± 2,5 m/s (Norm über 19,7), mit einer Korrelation zwischen HbA1c und Leitungsgeschwindigkeit (r = −0,41; p = 0,012) [s117]. Die Samenwerte betreffen nur Männer mit wiederhergestellter antegrader Ejakulation und erlauben keine Aussage zur Samenqualität bei Diabetes-Neuropathie insgesamt. Eine randomisierte, einfach verblindete Studie an 24 Männern mit Typ-1-Diabetes (Kollagen gegenüber Kochsalz) fand in der Kollagengruppe über 12 Monate eine mittlere Zunahme des antegraden Volumens um 0,71 ml und der Konzentration um 45,6 Millionen/ml (jeweils p < 0,05); sie ist die einzige randomisierte Studie im russischsprachigen Material, aber klein, mit kommerziellem Medizinprodukt, und die Zunahme von Konzentration und Beweglichkeit liegt methodisch nahe daran, dass mehr Ejakulat die Harnröhre statt der Blase erreicht [s114]. Die vier Arbeiten der Moskauer Gruppe [s133, s132, s117, s114] stammen aus derselben Gruppe und überschneiden sich teilweise in den Patienten; sie dürfen nicht als unabhängige Bestätigungen gezählt werden. Übersichten nennen, dass retrograde Ejakulation etwa 0,3 bis 2 % der Männer in der Infertilitätsberatung betrifft und für den Verfahrensvergleich kein einheitliches Protokoll und keine ausreichende Datenlage bestehen [s112], und dass diabetische Neuropathie bei 30 bis 50 % der Diabetiker auftrete [s21].
Multiple Sklerose und Parkinson. Für MS wurde im russischen Raum kein Spermiogramm gefunden, nur eine Hormonstudie an 32 Patienten mit leichtem (EDSS 0 bis 2) und 20 mit mäßigem Defizit (EDSS 2,5 bis 5) gegenüber 28 gesunden Männern und 37 Männern mit funktionellen Sexualstörungen: Die Hormone lagen im Normbereich, LH und FSH waren in der leichten Gruppe signifikant erhöht, aber nur bei drei Patienten der mäßigen Gruppe fanden sich niedriges Testosteron und erhöhtes LH; ein pathologischer Hormonbefund wurde insgesamt nicht gesehen [s96]. Das steht im Gegensatz zum hypogonadotropen Hypogonadismus der iranischen Studie [s156]; die Kohorte wurde allerdings wegen erektiler Dysfunktion ausgewählt, und eine Samenanalyse fehlt. Anekdotische Berichte über Kräutermischungen ohne Zahlen belegen weder einen Zusammenhang noch eine Wirkung [s124]. Zur Parkinson-Krankheit gibt es keine Arbeit; eine Übersicht zur neurogenen kopulativen Dysfunktion nennt in einer Tabelle Prävalenzen sexueller Funktionsstörungen (Parkinson 60 %, SCI 25 bis 95 %, MS 62 bis 83 %), ohne erkennbare Quellen und ohne Samenparameter [s116].
Schädel-Hirn-Trauma als Besonderheit. Zwei Arbeiten behandeln das Schädel-Hirn-Trauma, ein Thema, das in der westlichen Literatur zur Samenqualität kaum vorkommt. Eine postmortale Untersuchung aus Rjasan an 5 Männern, die 15 bis 35 Tage nach dem Trauma starben, gegenüber 6 Kontrollen fand Hodenkanälchen mit differenzierten Zellverbänden nur zu 41,4 ± 5,7 %, ein „Sertoli-cell-only“-Muster zu 24,2 ± 5,2 % und eine um 11 % geringere Querschnittsfläche (p < 0,05); sie beruht auf 11 Fällen aus Obduktionsmaterial ohne Samenanalyse [s97]. Ein Rattenversuch aus Samarkand an 30 Tieren (usbekisch, kyrillisch, in einer Zeitschrift mit wirtschaftswissenschaftlichem Titel; fachliche Qualitätssicherung nicht beurteilbar) fand geringere Hodengewichte und eine verminderte Keimschicht ohne Samenparameter [s22].
Leitlinien, Register, Zeitschriften, Datenbanken. Leitlinien mit Aussagen zur Samenqualität bei diesen Erkrankungen und Register wurden im russischen Raum nicht gefunden. Die Zeitschriften sind unter anderem Andrologija i genitalnaja chirurgija, Urologičeskie vedomosti, Sacharnyj diabet, Trudnyj pacient, Gene i kletki, Terapevtičeskij archiv sowie Urologija i nefrologija. Die Erreichbarkeit war eingeschränkt: eLIBRARY.ru war nicht erreichbar (HTTP 403 auf der Suchmaske), sodass Arbeiten, die nur dort verzeichnet sind, nicht erfasst sind. CyberLeninka ließ sich über die JSON-Schnittstelle abfragen (mehr als 40 russische Suchanfragen), die HTML-Suche lieferte keine auswertbaren Ergebnisse. Europe PMC mit Sprachfilter für Russisch ergab nur 4 thematisch teilweise passende Treffer. Daher gilt nur die Aussage „in den erreichbaren Quellen wurde keine gefunden“.
Arabisch
Keine arabischsprachige Primärliteratur erreichbar. Es konnte keine Arbeit in arabischer Sprache abgerufen werden. Die einbezogenen Arbeiten des arabischen Raums im engeren Sinn (Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien) sind englischsprachig und dünn gesät. Arabischschriftige Suchbegriffe in Europe PMC lieferten keine thematischen Treffer; die Filter für Arabisch ergaben nichts. Die Dienste ASJP, EKB, IASJ und Arab World Research Source waren nicht erreichbar, e-Marefa ignorierte den Suchbegriff und zeigte nur einen allgemeinen Bestand mit Hinweis auf Abonnentenzugang, Mandumah antwortete mit Ratenbegrenzung. Eine Aussage „es gibt keine arabischsprachige Studie“ ist daher nicht zulässig.
Ägypten. Eine Querschnittsstudie der Andrologie-Abteilung der Universität Kairo an 45 Männern mit SCI (Samengewinnung durch Masturbation n = 2, Prostatamassage n = 13, Vibrationsstimulation n = 13, Elektroejakulation n = 17) fand ein Volumen von 2,3 ± 1,9 ml, eine Konzentration von 85,0 ± 83,8 Millionen/ml, eine Beweglichkeit von 11,6 %, eine Vitalität von 18,5 ± 5,2 %, normale Formen 17,5 ± 3,4 % und 6,0 ± 8,2 Millionen Eiterzellen pro ml. Männer mit niedrigerer Skrotaltemperatur hatten höhere Gesamtbeweglichkeit (13,4 ± 9,9 gegenüber 7,1 ± 6,8); Alter, seltene Ejakulation, Verletzungsdauer und Hormonprofil hatten keinen signifikanten Einfluss. Die Autoren sehen die erhöhte Skrotaltemperatur als wahrscheinlichste Ursache. Der Zusammenhang ist korrelativ, es gibt keine gesunde Kontrollgruppe im Abstract, und die gemischten Gewinnungsmethoden beeinflussen die Samenqualität selbst [s159]. Ebenfalls aus Kairo stammt eine Untersuchung die Samengewinnung durch Prostatamassage bei 69 Männern mit SCI: Prostatasekret bei 51 (73,9 %), Spermien aber nur bei 22 (31,9 %), mit Asthenoteratozoospermie, verminderter Vitalität und vermehrten Leukozyten; die Gewinnung gelang bei Verletzungen oberhalb von Th10 häufiger [s158].
Jordanien. Zwei Rattenversuche der Al-Balqa Applied University mit abgestuften Läsionen auf Th8 (dorsales Drittel, dorsale zwei Drittel, komplette Durchtrennung) zeigten einen verminderten Durchmesser der Hodenkanälchen und eine verminderte Epithelhöhe in allen SCI-Gruppen, die Abnahme der Keimzellschichten am stärksten bei kompletter Durchtrennung [s81], und in der zweiten Arbeit eine verminderte Spermienzahl nach 1/3-Läsion und Durchtrennung sowie einen verminderten Anteil beweglicher Spermien nur nach Durchtrennung; die Serumhormone änderten sich nicht signifikant, was im Gegensatz zu klinischen Hormonbefunden steht [s62]. Die Autoren schließen, dass die ventralen Funikuli für die Spermatogenese bedeutsam sind. Fallzahlen und Zahlenwerte stehen nicht im Abstract; die Übertragbarkeit auf den Menschen ist offen.
Saudi-Arabien. Eine kontrollierte Studie aus Mekka mit 100 Diabetikern (jeweils 50 insulinabhängig und nicht insulinabhängig, mit und ohne objektive Neuropathie) und 50 Nichtdiabetikern, die chronisch 100 mg Sildenafil erhielten, ist die einzige Studie im arabischen Raum mit Samenparametern bei diabetischer Neuropathie: Bei Männern mit Neuropathie sanken Gesamtspermienleistung und Konzentration signifikant (p < 0,001), während Beweglichkeit und Volumen um etwa 40 % beziehungsweise 48 % stiegen. Behandlungs- und Neuropathie-Effekt sind vermischt, Ausgangswerte fehlen, und die Aussagekraft ist gering [s157].
Der Nachbarraum Iran (persischsprachig, nicht arabisch). Weil Hormon- und Samenstudien am Menschen in der Region überwiegend aus dem Iran stammen, werden sie hier ersatzweise eingeordnet, ohne sie dem arabischen Raum zuzuschlagen. Eine Fall-Kontroll-Studie an 55 Männern mit SCI (36 gesunde und 34 infertile Kontrollen) fand bei 8 niedriges basales LH, bei 4 niedriges FSH und bei 16 erniedrigte Basalwerte beider Gonadotropine; Beweglichkeit und Anteil normaler Formen waren gegenüber gesunden, nicht aber gegenüber infertilen Kontrollen vermindert [s169]. Eine Studie an 22 infertilen Männern mit SCI zur Chromatinreife fand einen höheren Gesamtscore (98 % gegenüber 89 % und 88 % bei Varikozele und idiopathischer Infertilität; p < 0,01) [s163]; eine Fall-Kontroll-Studie an 30 infertilen Männern mit SCI gegenüber 30 fertilen Spendern fand verminderte Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie sowie erhöhte Anteile reaktiver Spermien in Chromatin- und TUNEL-Tests, bei selektierter Gruppe infertiler Männer [s130]. Dazu kommen Zink- und Kupfer-Korrelationen mit der Beweglichkeit (93 Männer mit SCI gegen 145 Gesunde) [s150] und eine ICSI-Kohorte (37 Männer, 54 Zyklen) mit vergleichbaren Raten bei Elektroejakulation und TESE (klinische Schwangerschaft 33,3 % gegenüber 36,1 %; Lebendgeburt 22,2 % gegenüber 19,4 %) [s09]. Bei MS stammt aus dem Iran die einzige gefundene klinische Samenstudie an 68 Männern mit 48 Kontrollen (niedrigere basale Spiegel von LH, FSH und Testosteron, niedrigere Gesamtspermienzahl, Beweglichkeit und Anteil normaler Formen; keine Zahlenwerte im Abstract; ein Zentrum, keine Angaben zur Vorbehandlung) [s156]. Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie an 128 Männern mit organischer Anejakulation ohne SCI zeigte unter Midodrin antegrade, retrograde und kombinierte Ejakulation bei 18 (29,5 %), 8 (13,1 %) und 9 (14,8 %) gegenüber keinem unter Placebo, mit dem besten Ansprechen bei MS [s149]. Das Material wird durch eine große Gruppe iranischer Tierstudien zum Querschnittmodell dominiert (Ratten und Mäuse; Entzündungs-Inflammasom, Oxidationsstress, Spermienparameter), die konsistente Zeitverläufe zeigen, aber kleine Gruppen und überwiegend gleiche Arbeitsgruppen haben [s160, s148, s152, s83, s88, s102]; ein Cuprizon-Mausmodell der Demyelinisierung ergab verminderte Spermienzahl, Beweglichkeit und Vitalität [s46]. Die iranische Metaanalyse mit 3 Studien zur umgekehrten Fragerichtung (Männerinfertilität und MS) wurde im englischen Abschnitt eingeordnet [s56].
Leitlinien, Register. Leitlinien oder Register mit Samenbezug aus dem arabischen Raum wurden nicht gefunden. Gerade Ägypten und Saudi-Arabien tauchten mit einer großen Zahl von Arbeiten zu Antiepileptika und neuropathischen Schmerzmitteln in Rattenmodellen auf, die hier ausdrücklich nicht ausgewertet wurden.
Türkisch
Wenige und überwiegend indirekte Arbeiten. Die türkischen Arbeiten zu den hier behandelten Erkrankungen sind klein an Zahl: ein SCI-Übersichtsartikel, eine Fallserie zu Gewinnungsverfahren, ein Fallbericht, zwei Fragebogenstudien zur Sexualfunktion bei MS und Parkinson, ein Rotenon-Tierversuch, ein Mausversuch zum Schädel-Hirn-Trauma und eine Kinderstudie. Der weit überwiegende Teil der türkischen Literatur zu „Neurologie und Samen“ betrifft Antiepileptika (Valproat, Levetiracetam, Carbamazepin, Zonisamid), die in diesem Kapitel ausdrücklich nicht behandelt werden; für die hier behandelten Erkrankungen bleibt dadurch eine Lücke.
Rückenmarksverletzung. Açıkgöz, Aşçı und Büyükalpelli (2012, Türk Üroloji Dergisi; Titel „Spinal kord yaralanmalı olgularda cinsel işlev ve üreme bozuklukları“, deutsch „Sexual- und Fortpflanzungsstörungen bei Fällen mit Rückenmarksverletzung“) fassen in einer narrativen Übersicht (Recherche 1982 bis 2011) die Neuroanatomie zusammen: Die sympathische, parasympathische und motorisch-sensible Innervation der Genitalien liege in den Segmenten Th11 bis L2, S2 bis S4 beziehungsweise S2 bis S3; die Fortpflanzungsstörung bei SCI beruhe auf der Kombination aus erektiler Dysfunktion, Ejakulationsversagen und abnormalen Samenparametern. Die türkische und die englische Abstract-Fassung widersprechen sich teilweise, und eigene Samendaten fehlen [s134]. Engin-Üstün und Kollegen (Gülhane, Ankara) werteten retrospektiv 44 paraplegische Männer mit Landminen- und Schussverletzungen aus (Elektroejakulation n = 8, TESE n = 26, Prostatamassage n = 10): acht Einlingsschwangerschaften (2, 4 und 2), die Lebendgeburtenrate unterschied sich nicht signifikant zwischen den Verfahren; die Studie ist unterpowert und beweist keine Gleichwertigkeit, und Samenparameter fehlen [s161]. Ein Fallbericht aus Istanbul beschreibt eine Hodentorsion bei einem Mann mit SCI, wobei die fehlende Schmerzempfindung unterhalb der Läsion die Diagnose erschwere; Samendaten fehlen [s106].
Multiple Sklerose und Parkinson. Eine Fall-Kontroll-Querschnittsstudie (Uca und Kollegen, 2018; Titel „Multipl Sklerozlu Erkek Hastalarda Cinsel Disfonksiyonun Değerlendirilmesi“, deutsch „Bewertung der sexuellen Dysfunktion bei männlichen Patienten mit Multipler Sklerose“) mit 61 Männern mit MS und 60 gesunden Männern fand höhere Schmerz- und Depressionswerte und niedrigere IIEF- und SF-36-Werte (p < 0,05); eine Depression (BDI mindestens 17) bestand bei 62,5 % der MS-Patienten gegenüber 11,7 % (p < 0,001). Die Gruppengrößen im Abstract (45 und 19, Summe 64) stimmen nicht mit den 61 Patienten überein; Samenparameter und Hormone fehlen [s95]. Eine Querschnittsstudie aus Van (Gül und Kollegen, 2021; Titel „Parkinson Hastalığında Cinsel Fonksiyon Bozukluğu Prevalansı“, deutsch „Prävalenz der sexuellen Funktionsstörung bei der Parkinson-Krankheit“) an 70 Parkinson-Patienten (40 Männer) fand bei Männern stärkere sexuelle Unzufriedenheit und erektile Dysfunktion (65 % gegenüber 46,6 % bei Frauen); sie hat keine Kontrollgruppe und keine Samenparameter [s70]. Der Rotenon-Tierversuch aus Sivas (Ratten, 2 mg/kg täglich über 20 Tage) fand eine zeitabhängige Abnahme der Hodenexpression der Rezeptoren GPR30, GPR120 und GPR125, aber keine Spermienanalyse und keine Hormonwerte im Abstract; da Rotenon direkt auf Mitochondrien wirkt, lässt sich der Effekt nicht sicher dem Dopaminverlust zuschreiben, und die Biomarker-Idee ist Spekulation [s19].
Weitere Erkrankungen. Ein Mausversuch aus Kayseri zum wiederholten leichten Schädel-Hirn-Trauma fand eine in der akuten Phase verminderte, in der chronischen Phase nach wiederholtem Trauma wieder erhöhte Telomerlänge der Spermien; Spermienzahl und Beweglichkeit nennt der Abstract nicht, der Befund betrifft das Spermiengenom [s30]. Eine Querschnittsstudie aus Istanbul an 240 Jungen mit Zerebralparese fand einen erworbenen Hodenhochstand bei 58 (24,2 %) mit unabhängigen Prädiktoren Frühgeburtlichkeit (OR 2,6; 95-%-KI 1,3 bis 5,2), Hüftdysplasie (OR 3,1; 1,2 bis 8,3) und Mangel- oder Sondenernährung (OR 3,1; 1,6 bis 6,1); Hodenatrophie lag bei 34,5 % der Jungen mit Hodenhochstand vor, bei neu erkannten Fällen deutlich häufiger als bei bekannten (65,4 % gegenüber 9,4 %). Die Studie betrifft Kinder und Hodenstand, nicht die Samenqualität, und die spätere Fertilität wurde nicht untersucht [s18].
Leitlinien, Register, Datenbanken. Eine türkische Leitlinie mit Aussagen zur Samenqualität bei diesen Erkrankungen wurde nicht gefunden, ebenso wenig ein Register. TR Dizin war über die Such-Schnittstelle erreichbar (türkische und englische Abstracts liegen in der Antwort; etwa 30 Suchanfragen; der Einzeldatensatz-Endpunkt gab einen Fehler 404). DergiPark antwortete zwar, lud die Suchergebnisse aber per Skript nach, sodass keine Treffer auslesbar waren und keine DergiPark-Arbeit im Material ist. Türkischsprachige Hochschulzeitschriften sind damit nicht vertreten, und die Aussage lautet nur: in den erreichbaren Quellen wurde keine einschlägige Samenstudie gefunden.