Rückenmarksverletzung, Multiple Sklerose und Neurologie · Kapitel 6 von 23 · Studienlage: Beobachtungsstudien

Rückenmarksverletzung: Verfahren der Samengewinnung bis Rückenmarksverletzung: Prospektive und retrospektive Studien mit therapeutischem Eingriff

Rückenmarksverletzung: Verfahren der Samengewinnung

Welches Verfahren angewandt wird, bestimmt zugleich, welche Samenqualität gemessen wird. Die folgenden Studien liefern Gewinnungsraten und Merkmale der Proben.

Chong et al. 2017: Drei PVS-Methoden im Cross-over [s100]

Originaltitel: Comparison of three methods of penile vibratory stimulation for semen retrieval in men with spinal cord injury.

Prospektive Cross-over-Studie mit 15 Männern mit SCI, drei PVS-Methoden (ein FertiCare-Gerät; Glans zwischen zwei FertiCare-Geräten; Glans zwischen den beiden Vibrationsflächen des Viberect-X3). Die Ejakulationsraten waren bei allen Methoden hoch; die Latenz war mit dem Viberect-X3 signifikant länger, und er wurde von den Teilnehmern schlechter bewertet; zwischen den ersten beiden Methoden bestand kein Unterschied. Zahlenwerte stehen im Abstract nicht. Stärke: Cross-over-Design. Schwäche: nur 15 Männer.

Alisseril et al. 2021: Vorhersage der Ejakulation durch Vibrator [s65]

Originaltitel: Clinical Predictors of Vibrator-Assisted Ejaculation following Spinal Cord Injury: A Prospective Observational Study.

Prospektive Beobachtungsstudie mit 23 Männern mit Paraplegie (mittleres Alter 33,2 ± 6,8 Jahre), zwei PVS-Versuche mit einem Hochamplituden-Vibrator; logistische Regression mit neurologischer Höhe, Reflexen und somatischen Reaktionen. Alle vier Männer mit neurologischer Höhe oberhalb Th9 ejakulierten; von den klinischen Parametern war nur das Auftreten somatischer Reaktionen während PVS statistisch signifikant (p = 0,02). Schwäche: sehr kleine Zahl; nur Paraplegiker.

Soler et al. 2016: Ejakulationsdyssynergie [s111]

Originaltitel: Evidence of a new pattern of ejaculation in men with spinal cord injury: ejaculation dyssynergia and implications for fertility.

Prospektive Beobachtungsstudie mit 33 Männern mit Anejakulation bei sexueller Stimulation; PVS nach Blasenkatheterisierung mit Pufferlösung (Ferticult), danach Katheter in die Harnröhre und anschließend Blase. 42 Versuche bei 22 Patienten. In 21 Proben (50 %) von 12 Patienten (11 mit SCI, 1 mit Diabetes) fanden sich Spermien in der prostatischen Harnröhre; die Beweglichkeit war in 8 Proben größer, die Zahl in 10 höher als in den Blasenproben; 10 Proben aus der Harnröhre konnten eingefroren werden gegenüber 5 aus der Blase. Vier von fünf wiederholt untersuchten Patienten hatten ein reproduzierbares Muster. Die Autoren sprechen von "Ejakulationsdyssynergie". Stärke: neues, reproduzierbares Phänomen. Schwäche: kleine Stichprobe; keine Schwangerschaftsergebnisse. Einordnung: Das Phänomen deutet darauf hin, dass ein Teil der "fehlenden" Spermien nicht fehlt, sondern an anderer Stelle des Harntrakts vorliegt; es ergänzt die Diagnostik der retrograden Ejakulation [s52].

Saito et al. 1999: Wirkung elektrischer Stimulation auf menschliche Spermien in vitro [s173]

Originaltitel: Direct and indirect effects of electrical stimulation on the motility of human sperm.

In-vitro-Untersuchung an menschlichen Ejakulat- und gewaschenen Spermienproben (Probenzahl im Abstract nicht genannt) zur Frage, ob elektrische Stimulation Spermien schädigt, relevant für die Elektroejakulation bei SCI. Unter monopolarer Impulsstimulation sanken Beweglichkeitsrate und Geschwindigkeit der Spermien in Elektrodennähe mit steigender Impulszahl und Stromstärke, trotz niedriger Spannung; in der Mitte zwischen den Elektroden änderte sich nichts. Bei extrem hoher Spannung (mehr als 80 V pro 2 mm) standen die Spermien unabhängig vom Ort still. Bei Nachbildung der klinischen rektalen Sonden-Elektroejakulation (Sinusstrom, 50 V pro 10 mm, 60 Sekunden) änderte sich die Beweglichkeit der Spermien außerhalb des Elektrodenbereichs nicht. Die Autoren schließen, die klinische Elektroejakulation scheine die Beweglichkeit nicht zu beeinträchtigen. Stärke. Kontrollierte Laborbedingungen mit computergestützter Samenanalyse. Schwäche. Probenzahl im Abstract nicht genannt; ein Modell, das die Verhältnisse im Körper nicht vollständig abbildet. Einordnung. Falls die Elektrode die Spermien nicht schädigt, ist die niedrigere Beweglichkeit nach EEJ [s137] nicht dem Strom, sondern der Läsion oder dem Gewinnungsweg zuzuschreiben; diese Schlussfolgerung beruht aber auf einem Laborversuch.

Arafa et al. 2007: Prostatamassage zur Samengewinnung (Kairo) [s158]

Originaltitel: Prostatic massage: a simple method of semen retrieval in men with spinal cord injury

Prospektive klinische Serie mit 69 Männern mit SCI; Prostatamassage als Versuch der Samengewinnung, Hormonbestimmung (FSH, LH, Prolaktin, Testosteron). Gruppe A: Spermien gewonnen; Gruppe B: keine Spermien. Prostatasekret ließ sich bei 51 Männern (73,9 %) gewinnen, bei 18 nicht. Spermien wurden nur bei 22 Männern (31,9 %) gewonnen. Das Ejakulat dieser 22 zeigte eine Asthenoteratozoospermie mit verminderter Vitalität und vermehrten Leukozyten. Die Gewinnung gelang bei Verletzungen oberhalb von Th10 signifikant häufiger. Bewertung. Die Arbeit sagt mehr über die Gewinnung als über die Qualität; die Qualitätsaussage bezieht sich auf eine ausgewählte Teilgruppe (nur Männer, bei denen die Massage Spermien lieferte). Zahlen zu Beweglichkeit oder Morphologie nennt der Abstract nicht.

Momose et al. 1995 [s183] und Yamamoto et al. 1997 [s180]: Elektroejakulation in Japan

Originaltitel: Electroejaculation in patients with spinal cord injury: first report of a large-scale experience from Japan.; [Electroejaculation and assisted reproductive techniques in the patients with spinal cord injury]. (deutsch: Elektroejakulation und assistierte Reproduktionstechniken bei Patienten mit Rückenmarksverletzung)

Momose und Mitarbeiter: erste großangelegte japanische Serie mit rektaler Sondenstimulation (Gerät nach Seager); 328 Versuche bei 53 Patienten im Alter von 19 bis 47 Jahren, 1 bis 38 Jahre nach der Verletzung. Antegrade Ejakulation bei 46 Patienten (86,8 %). Bei Patienten mit Blasenlähmung vom Typ "oberes Motoneuron" erzielten 93 % eine antegrade Ejakulation, beim Typ "unteres Motoneuron" 63,6 % (p < 0,05). Die Samenanalyse zeigte eine Beweglichkeit von nur 17,2 %. Künstliche Insemination mit dem Samen des Ehemanns (AIH) wurde in 54 Versuchen bei 11 Ehefrauen durchgeführt; es kam zu zwei dokumentierten Geburten. Yamamoto und Mitarbeiter (japanischsprachig): 69 Patienten (14 zervikal, 49 thorakal, 6 lumbal; mittleres Alter 30 Jahre, mittleres Intervall seit Verletzung 9 Jahre) mit Seager-Gerät. Antegrade Ejakulation bei 60 Patienten (86,9 %); bei Patienten mit unteraktiver Blase nur 58,3 %. Ejakulatvolumen 0,05 bis 5,2 ml (Mittel 1,0 ml); Spermienkonzentration 0 bis 546 Millionen/ml (Mittel 40,3 Millionen/ml); Beweglichkeit 0 bis 70 % (Mittel 9,4 %). Assistierte Reproduktion in 87 Anwendungen (AIH 80, IVF 2, ICSI 5) bei 15 Paaren; es entstanden 4 Schwangerschaften (AIH 2, ICSI 2) mit 3 gesunden Lebendgeburten. Stärken. Für die Zeit große Serien. Schwächen. Keine Vergleichsgruppe; Beweglichkeit nur als Durchschnittswert; die Schwangerschaftsrate je Versuch ist aus den Abstracts nicht berechenbar; beide Serien stammen aus derselben Urologie-Arbeitsgruppe, Patienten können in mehreren Berichten vorkommen. Einordnung. Die mittlere Beweglichkeit der durch Elektroejakulation gewonnenen Proben liegt in beiden Serien (17,2 % und 9,4 %) im Bereich der EEJ-Gruppe von Kathiresan (15,0 %) [s137]; zusammen mit den Befunden aus Kairo [s159] ergibt sich ein über Länder und Jahrzehnte konsistentes Bild.

Hibi et al. 2008, Komiya et al. 2004 und Shieh et al. 2003: Serien aus Japan und Taiwan [s153, s168, s170]

Originaltitel: Retrograde vasal sperm aspiration in anejaculatory patients with spinal cord injury.; [Clinical results of infertility treatment to male patients with spinal cord injury]. (deutsch: Klinische Ergebnisse der Infertilitätsbehandlung bei männlichen Patienten mit Rückenmarksverletzung); A protocol of electroejaculation and systematic assisted reproductive technology achieved high efficiency and efficacy for pregnancy for anejaculatory men with spinal cord injury.

Hibi und Mitarbeiter: retrograde Vasalspermien-Aspiration bei acht Patienten mit neurogener Anejakulation nach SCI (2004 bis 2007), elf Eingriffe unter Lokalanästhesie mit Samenstrangblock. Bei allen Patienten wurden ausreichend bewegliche Spermien gewonnen und für ICSI kryokonserviert; klinische Schwangerschaften bei acht Paaren (zwei laufende, sechs Geburten gesunder Kinder; die Bezugsgröße ist im Abstract nicht eindeutig). Komiya und Mitarbeiter (japanischsprachig): 16 Männer mit SCI, behandelt 1994 bis 2002; Spermiengewinnung per Elektroejakulation oder TESE; AIH, IVF und ICSI. 14 Schwangerschaften bei 10 Paaren, 11 gesunde Lebendgeburten bei 7 Paaren, 4 Fehlgeburten; zwei Partnerinnen noch schwanger. Zwischen erfolgreicher und erfolgloser Gruppe bestand kein auffälliger Unterschied in Spermienkonzentration und -beweglichkeit; das Durchschnittsalter der schwanger gewordenen Partnerinnen war etwas niedriger. Shieh und Mitarbeiter (Taiwan): prospektive klinische Studie mit 10 infertilen Männern mit SCI (1995 bis 2001); Elektroejakulation führte zur Samenabgabe; je nach Samenbefund IUI, ICSI, chirurgische Gewinnung, Kryokonservierung oder Spendersamen. Ein Paar wurde nach der zweiten EEJ-Behandlung mit IUI schwanger; sieben Paare erhielten 8 ICSI-Zyklen (4 mit frischen Elektroejakulaten, 2 mit kryokonservierten Proben, 2 mit kryokonservierten Proben und Pentoxifyllin). 7 klinische Schwangerschaften (88 %), 2 endeten mit einer Fehlgeburt; ein Paar wurde mit ICSI aus kryokonservierten Vasalspermien schwanger, ein weiteres mit Spendersamen. Kumulative Schwangerschaftsrate je Paar 80 % (8 von 10). Befruchtungs- und Schwangerschaftsraten der ICSI-Zyklen mit Spermien von SCI-Männern seien mit denen von Männern ohne SCI vergleichbar gewesen. Schwächen. Nur zehn bis sechzehn Männer pro Serie; keine statistischen Tests für die Vergleiche im Abstract von Shieh; Fallserien ohne Kontrollgruppe.

Korneev und Zasseev 2017 und Judovskij et al. 1995: Retrograde Ejakulation und Anejakulation in Russland [s104, s184]

Originaltitel: Преодоление бесплодия у мужчин с ретроградной эякуляцией и анэякуляцией (deutsch: Überwindung der Infertilität bei Männern mit retrograder Ejakulation und Anejakulation); Анэякуляция: этиология и патогенез, классификация, клинические аспекты (deutsch: Anejakulation: Ätiologie und Pathogenese, Klassifikation, klinische Aspekte)

Korneev und Zasseev: retrospektive Einzelzentrum-Serie aus Sankt Petersburg (1998 bis 2013) mit 82 Männern (Alter 35 ± 15 Jahre) aus unfruchtbaren Ehen mit Ejakulationsstörung: retrograde Ejakulation bei 54 (66 %), Anejakulation bei 28 (34 %). Retrograde Ejakulation entstand am häufigsten bei Diabetes mellitus, seltener nach endoskopischen Operationen am Blasenhals; bei der Mehrzahl der Männer mit Aspermie war die Ursache eine traumatische Rückenmarksverletzung; hinzu kamen psychogene Aspermie und zwei Männer mit primärer idiopathischer Aspermie. Spermiengewinnung aus Urin nach Orgasmus (nach Alkalisierung) bei retrograder Ejakulation; bei Anejakulation ohne verwertbare Spermien im Urin perkutane Aspiration aus Nebenhoden oder Hoden (PESA/TESA); danach IVF mit ICSI. Bei 48 der 54 Männer mit retrograder Ejakulation (89 %) fanden sich lebende, bewegliche Spermien im Urin; bei 6 (11 %) waren Zahl und Qualität im Urin unzureichend, bei ihnen gelang durch PESA/TESA bei allen eine Gewinnung; Schwangerschaftsrate pro Transfer 52 %. Bei den Männern mit Aspermie gelang die Gewinnung durch PESA/TESA bei allen, die Schwangerschaftsrate pro Transfer betrug 50 %. Schwächen. Retrospektiv; keine Aufschlüsselung nach SCI und Diabetes; keine Konfidenzintervalle; keine Samenparameter in Zahlen; die Raten beziehen sich auf Transfers, und die Zahl der Transfers ist im abgerufenen Text nicht genannt. Judovskij, Segal und Puzin (1995): historische Fallserie mit 43 Patienten mit Anejakulation (1983 bis 1993, Semaschko-Institut); häufigste Ursachen Operationen an Prostata und Blasenhals (25,6 %) und Diabetes mellitus (18,6 %); Erscheinungsformen: retrograde Ejakulation (51,2 %), gestörte Emission in die Harnröhre (27,9 %) und Aspermie (20,9 %); als führende pathogenetische Faktoren werden periphere Neuropathie, chirurgische Schädigung des inneren Blasenschließmuskels und psychosexuelle Störungen genannt. Schwächen: sehr kleine Zahl, keine Samenparameter, kein Kontrollkollektiv. Einordnung: Beide zeigen, dass im russischsprachigen Raum die Ejakulationsstörung selbst, nicht die Samenqualität, im Mittelpunkt steht.

Rückenmarksverletzung: Ergebnisse assistierter Reproduktion

Diese Studien sind Beobachtungsstudien zu Gewinnungsraten und Behandlungsergebnissen. Sie erlauben keinen Rückschluss auf die Fertilität ohne Behandlung, und Fertilitätskliniken berichten tendenziell Erfolgsserien.

Sønksen et al. 1997: Schwangerschaften nach assistierter Ejakulation [s179]

Originaltitel: Pregnancy after assisted ejaculation procedures in men with spinal cord injury.

Retrospektive Analyse von 28 anejakulatorischen Männern mit SCI. Alle konnten ejakulieren, 79 % durch PVS und 21 % durch EEJ. Gesamtspermienzahl median 65 Mio. (Spanne 0,1 bis 480), Beweglichkeit median 13 % (1 bis 60 %). 9 von 28 Paaren (32 %) erreichten 10 Schwangerschaften (4 Selbstinsemination, 3 intrauterine Insemination, 1 IVF, 2 ICSI). Einordnung: Frühe Serie; der Nenner "28 Männer" bezieht sich auf alle Behandelten, nicht auf Paare, die eine Schwangerschaft anstrebten; keine Konfidenzintervalle.

Hultling et al. 1997: Assistierte Ejakulation und IVF (Schweden) [s178]

Originaltitel: Assisted ejaculation and in-vitro fertilization in the treatment of infertile spinal cord-injured men: the role of intracytoplasmic sperm injection.

Longitudinale deskriptive Studie mit 25 Paaren, 52 Zyklen, 81 Eizellentnahmen, 47 Embryotransfers. Die Gesamtspermienzahlen waren sehr variabel (0,01 bis 978 × 10^6). Befruchtungsrate vor ICSI 30 %, mit ICSI 88 %. Kein Zusammenhang der Schwangerschaftsrate mit Spermienzahl, Läsionshöhe oder Befruchtungstechnik. 16 klinische Schwangerschaften, 11 Geburten; kumulative Schwangerschaftsrate pro Paar 56 %. Einordnung: Die Zahl von 30 % Befruchtung vor ICSI gegenüber 88 % mit ICSI legt nahe, dass die Spermienfunktion bei klassischer IVF eingeschränkt ist; Details der Gruppen und der Vergleichbarkeit stehen im Abstract nicht.

Engin-Üstün et al. 2006: Drei Gewinnungsverfahren bei SCI (Ankara) [s161]

Originaltitel: Comparison of three sperm retrieval techniques in spinal cord-injured men: pregnancy outcome.

Retrospektive Kohorte; 44 Männer mit Paraplegie durch Minen- und Schussverletzungen, 1998 bis 2005: 8 EEJ, 26 TESE, 10 Prostatamassage. Acht Einlingsschwangerschaften (2, 4 und 2). Die Lebendgeburtenrate unterschied sich nicht signifikant zwischen den Verfahren. Schwächen. Spezielle Population (Kriegsverletzungen), kleine Gruppen, keine Konfidenzintervalle, keine Samenparameter; der Vergleich ist unterpowert und belegt keine Gleichwertigkeit.

Kanto et al. 2009: Frische Hodenspermien bei SCI (Japan) [s147]

Originaltitel: Fresh testicular sperm retrieved from men with spinal cord injury retains equal fecundity to that from men with obstructive azoospermia via intracytoplasmic sperm injection.

Retrospektive Studie mit 22 Paaren mit SCI. TESE-Spermien bei 19 von 22 (86 %); Befruchtungsrate 236 von 364 (65 %); von 19 Paaren erreichten 14 insgesamt 18 Schwangerschaften mit 22 Kindern (Schwangerschaftsrate pro Paar 74 %, pro ICSI 54 %). Kein Unterschied zur Gruppe mit obstruktiver Azoospermie bei der ersten ICSI (je 68 %). Die Schwangerschaftsrate pro ICSI mit frischen Hodenspermien war bei SCI signifikant höher als mit eingefrorenen (64 % gegenüber 25 %), bei obstruktiver Azoospermie nicht (76 % gegenüber 63 %). Die Autoren vermuten, dass Hodenspermien von Männern mit SCI das Einfrieren schlechter vertragen. Stärken. Direkter Vergleich mit einer Kontrollgruppe; Aufschlüsselung nach frischen und aufgetauten Spermien. Schwächen. Retrospektiv; kleine Fallzahl; Unterschiede der frischen und aufgetauten Gruppe können durch Zyklusmerkmale (Alter der Partnerin, Zeitpunkt) beeinflusst sein; die Angaben "14 Einlinge und 4 Zwillinge" im Abstract ergeben 22 Kinder und sind damit konsistent. Einordnung. Der Befund steht im Gegensatz zu [s142], wo kein größerer Kryoschaden bei SCI gefunden wurde; die Studien messen aber Verschiedenes (Schwangerschaftsrate gegenüber Laborparametern).

Iwahata et al. 2016: TESE bei SCI-bedingter Anejakulation (Dokkyo, Japan) [s108]

Originaltitel: Testicular sperm extraction for patients with spinal cord injury-related anejaculation: A single-center experience.

Retrospektive Einzelzentrum-Kohorte mit 52 Männern. Spermiengewinnung bei 42 von 52 (80,7 %); ICSI bei 37 mit Schwangerschaft bei 32 (86,5 %); Baby-take-home-Rate 70,2 %. Bei erfolgreicher Extraktion waren Hodenvolumen größer, die Zeit seit der Verletzung kürzer und LH und FSH niedriger; FSH hatte die stärkste Assoziation. Bei Verletzung vor höchstens 12 Jahren war die Gewinnungsrate signifikant besser (p = 0,045). Stärken. Vergleichsweise große Serie; Hormon- und Volumenparameter erfasst. Schwächen. Retrospektiv, keine Kontrollgruppe; die Zeit seit der Verletzung ist mit dem Alter verknüpft und im Abstract nicht adjustiert; der p-Wert von 0,045 liegt nahe der Signifikanzgrenze. Die Autoren empfehlen eine frühe TESE (Aussage der Studie, nicht dieses Kapitels).

Morelli et al. 2025: Zeit seit der Verletzung und Spermiengewinnungsrate (Italien) [s31]

Originaltitel: Does the time from spinal cord injury affect the sperm retrieval rate in testicular sperm extraction? A multicenter cross-sectional study.

Multizentrische Querschnittsstudie aus vier italienischen Zentren, 2011 bis 2021; 32 Personen mit Tetraplegie und 75 mit Paraplegie, 107 TESE-Eingriffe, medianes Alter 33 Jahre (IQR 29 bis 38), mediane Zeit seit Verletzung 9 Jahre (IQR 3 bis 14). Spermiengewinnungsrate 81,3 %. 33 von 87 Patienten erhielten ICSI, 63,6 % wurden nach einem Zyklus schwanger, die endgültige Lebendgeburtenrate betrug 90,5 %. In der logistischen Regression war die Gewinnungsrate nicht von der Zeit seit der Verletzung abhängig (stetig oder kategorial). Stärken. Mehrere Zentren; Regressionsanalyse. Schwächen. Querschnitt; Selektion auf Männer mit TESE. Einordnung. Der Befund widerspricht Iwahata et al. [s108] (Zeiteffekt mit Schwelle bei 12 Jahren); mögliche Erklärungen sind Unterschiede bei Auswahl und Stichprobe, die Abstracts klären das nicht. Die Zeit seit der Verletzung als Prädiktor der TESE-Ausbeute ist damit nicht gesichert.

Cito et al. 2020: Reproduktionsergebnisse bei SCI gegenüber idiopathischer Infertilität (Italien) [s77]

Originaltitel: Reproductive Outcomes in Infertile Men With Spinal Cord Injury (SCI): A Retrospective Case-Control Analysis.

Design. Retrospektive monozentrische Fall-Kontroll-Studie; 53 Paare mit SCI und 140 Paare mit idiopathischer männlicher Infertilität, 210 frische IVF/ICSI-Zyklen. Die Patienten mit SCI erhielten zunächst PVS, bei Nichtansprechen Elektroejakulation, danach wurde TESA angeboten. Ergebnisse. Ejakulatvolumen median 1,5 ml gegenüber 3,1 ml (p < 0,01); Spermienkonzentration und Gesamtzahl waren bei SCI höher; progressive Beweglichkeit 5,0 % gegenüber 35,0 % (p < 0,01); normale Befruchtung 46,0 % gegenüber 71,0 % (p < 0,01); Gesamtbefruchtungsrate 50,0 % gegenüber 75 %. Eine Tendenz zu höherer Schwangerschaftsrate pro Zyklus bei den Kontrollen (31,4 % gegenüber 21,4 %) und Lebendgeburtenrate (27,1 % gegenüber 20,0 %) war nicht signifikant; ebenso wenig die Fehlgeburtsrate. Stärken. Direkter Vergleich mit Kontrollgruppe; Zyklen als Einheit. Schwächen. Die Kontrollgruppe hat eine andere Infertilitätsursache; keine Angabe zur Anpassung für weibliche Faktoren im Abstract; die Zyklen derselben Paare sind nicht unabhängig. Einordnung. Die Beweglichkeit (5 % gegenüber 35 %) und die Befruchtungsrate sind bei SCI deutlich geringer, die Lebendgeburtenrate pro Zyklus aber nicht signifikant verschieden; bei 210 Zyklen ist die Studie für den Nachweis kleiner Unterschiede nicht ausreichend gepowert.

Čehić et al. 2025: SCI gegenüber obstruktiver Azoospermie [s24]

Originaltitel: Reproductive characteristics and success rate of intracytoplasmic sperm microinjection in spinal cord injury infertile men: Retrospective cohort study.

Retrospektive Kohorte mit 156 infertilen Paaren mit Azoospermie des Mannes: 82 Männer mit SCI (TESA, kryokonservierte Spermien, ICSI) und 74 mit obstruktiver Azoospermie. Die Spermienqualität war bei SCI schlechter, aber nicht signifikant; der Zenica- und der Johnsen-Score zeigten schlechtere Befunde bei SCI (p = 0,001 und p = 0,000). Keine signifikanten Unterschiede bei Embryozahl (p = 0,698), Schwangerschaftsrate pro Zyklus (p = 0,979), pro Embryotransfer, klinischer Schwangerschaftsrate pro Transfer (p = 0,987) und Geburtenrate pro Transfer (p = 0,804). Einordnung. Histologisch schlechtere Befunde bei vergleichbaren Behandlungsergebnissen; der Abstract nennt keine weiteren Merkmale der Paare.

Haghdani et al. 2026: ICSI mit Spermien aus Elektroejakulation oder TESE (Iran) [s09]

Originaltitel: Comparison of intracytoplasmic sperm injection outcomes in men with spinal cord injury using sperm retrieved by electroejaculation and testicular sperm extraction methods: A retrospective cohort study

Retrospektive Kohorte 2017 bis 2023; 37 Männer mit SCI, 18 EEJ-Zyklen und 36 TESE-Zyklen. Insgesamt 21 (38,8 %) chemische und 19 (35,18 %) klinische Schwangerschaften, Lebendgeburtenrate 20,3 %. Keine Unterschiede EEJ gegenüber TESE: chemische Schwangerschaft 44,4 % gegenüber 36,1 % (p = 0,55), klinische 33,3 % gegenüber 36,1 % (p = 0,89), Lebendgeburt 22,2 % gegenüber 19,4 % (p = 0,81). Schwächen. Auswertung pro Zyklus bei nur 37 Männern (Mehrfachzyklen pro Person); die Fallzahl reicht nicht, um Gleichwertigkeit zu belegen.

Makino et al. 2026: Nebenhoden-Spermienaspiration (Japan) [s13]

Originaltitel: Cauda epididymal sperm aspiration as a novel approach for spinal cord injury associated male infertility.

Retrospektive Kohorte, 69 Männer mit kompletter Lähmung der unteren Körperhälfte und Anejakulation (Fukuoka, 2010 bis 2023), Nebenhoden-Spermienaspiration aus dem Cauda epididymidis (CESA). Spermien in 42 Fällen (60,9 %). FSH median 4,6 mIU/ml bei Erfolg gegenüber 12,9 mIU/ml bei Misserfolg; FSH war der stärkste Prädiktor, ROC-Grenzwert 5,95 mIU/ml. Bei erfolgreicher Gewinnung median 32 Mio./ml Konzentration, Beweglichkeit 56 %. Bei 35 Männern mit ART: 56 klinische Schwangerschaften und 45 Lebendgeburten in 146 Transferzyklen. Registriert bei UMIN (UMIN000055045). Stärken. Aktuelle, vergleichsweise große Serie; Registrierung. Schwächen. Retrospektiv, ein privates Zentrum, Selektion (Männer mit Zugang zur ART); die Schwangerschaftszahl je Paar ist aus dem Abstract nicht ableitbar (56 Schwangerschaften bei 35 Männern bedeutet, dass mehrere je Paar gezählt wurden); der Median der Konzentration beschreibt nur die erfolgreichen Fälle. Einordnung. Der Zusammenhang niedrigerer FSH-Werte mit Erfolg findet sich auch bei Iwahata [s108] (andere Kohorte aus Japan); zwei Studien aus demselben Land mit derselben Tendenz, aber keine unabhängige Replikation aus anderen Ländern.

Deng und Zhang 2026: Testikuläre Spermien gegenüber Urinspermien bei kompletter retrograder Ejakulation [s03]

Originaltitel: Clinical outcomes of in vitro fertilization using testicular sperm versus urinary-recovered sperm in men with complete retrograde ejaculation: A single-center, retrospective, comparative study.

Retrospektive Vergleichsstudie mit 23 Männern mit kompletter retrograder Ejakulation (nicht ausschließlich neurogen): 14 mit Hodenspermien (TS), 9 mit Spermien aus dem Urin (URS). TS gegenüber URS: Befruchtung 86,11 % gegenüber 72,84 % (p = 0,022); hochwertige Embryonen 29,03 % gegenüber 13,79 % (p = 0,043); klinische Schwangerschaft 60,87 % gegenüber 27,78 % (p = 0,048); Lebendgeburt 52,17 % gegenüber 16,67 % (p = 0,017). Schwächen. Kleine Gruppen; Ursachen nicht auf Neurologie begrenzt; viele Vergleiche bei Gruppengrößen von 14 und 9. Einordnung. Alle genannten p-Werte liegen unter 0,05, drei davon knapp (0,043 bis 0,048); ohne Angaben zur Mehrfachtestung ist die Aussage mit Vorsicht zu lesen. Die Studie steht hier, weil retrograde Ejakulation bei Diabetes und SCI vorkommt.

Wei et al. 2025: TESA und ICSI bei hoher Paraplegie (Zhejiang) [s43]

Originaltitel: Nursing support for testicular sperm aspiration and intracytoplasmic sperm injection in patients with high paraplegia: a retrospective case series.

Retrospektive Fallserie mit 9 Männern mit hoher Paraplegie (mittleres Alter 31,89 ± 4,83 Jahre, Verletzungsdauer 1 bis 13 Jahre); TESA mit anschließender ICSI (Januar 2021 bis Oktober 2023). Lebensfähige Spermien wurden bei allen neun ohne Komplikationen gewonnen; acht Paare setzten die ICSI fort, bei allen entstanden lebensfähige Embryonen. Sechs Paare (66,7 %) erreichten Schwangerschaft und Lebendgeburt; ein Fall endete mit einer Fehlgeburt durch Trauma; ein Paar hatte keine übertragbaren Embryonen. Psychologische Skalen: drei Patienten mit Angst, vier mit Depression, die meisten mit mäßiger bis hoher sozialer Unterstützung; WHOQOL-BREF 82 bis 91. Die Autoren sehen in der umfassenden Pflege einen Erfolgsfaktor (Aussage der Studie). Schwächen. Neun Fälle, kein Vergleich, der Pflegeeffekt ist nicht gemessen.

Rückenmarksverletzung: Prospektive und retrospektive Studien mit therapeutischem Eingriff

Die folgenden Arbeiten sind keine reinen Beobachtungsstudien, weil eine Behandlung gegeben wurde. Sie werden hier knapp im Befund wiedergegeben, weil sie Samenparameter berichten; eine Empfehlung ist damit nicht verbunden. Randomisierte Studien sind als solche gekennzeichnet.

Ibrahim et al. 2018 [s93]: Probenecid. Prospektive einarmige Kohortenstudie, 20 Männer mit SCI. Probenecid für 4 Wochen (250 mg zweimal täglich in Woche 1, danach 500 mg zweimal täglich), Samenanalyse vor, nach der Behandlung und 4 Wochen später. Die Beweglichkeit verbesserte sich bei jedem Teilnehmer; progressive Beweglichkeit im Mittel von 19 % auf 26 % (p < 0,05), schnelle lineare Beweglichkeit von 5 % auf 17 % (p < 0,001); die Verbesserung hielt in der Nachbeobachtung an. Gesamtzahl beweglicher Spermien: 15 Mio. vor, 28 Mio. nach, 27 Mio. in der Nachbeobachtung; die Konzentration blieb unverändert (52, 53 und 53 Mio.). Probenecid, ein Hemmstoff des Pannexin-1-Kanals, wurde gut vertragen. Schwächen: kein Placebo, keine Randomisierung, keine Fertilitätsendpunkte. Camargo et al. 2021 [s68]: Prospektive Studie mit 9 Männern mit SCI unter Probenecid (4 Wochen); Proteomik des Samenplasmas: 783 Proteine, 17 nahmen ab, 6 zu; hypothesengenerierend. Originaltitel: Oral probenecid improves sperm motility in men with spinal cord injury.; Proteomic insight of seminal plasma in spinal cord injured men submitted to oral probenecid treatment for improved motility.

Ibrahim et al. 2014 [s119]: Neutralisierung von ASC in vitro. Prospektive In-vitro-Untersuchung an Samenproben von 32 Männern mit SCI; unbehandelte Proben gegenüber Proben mit Anti-ASC-Antikörper, IgG als Kontrolle. Die mittlere Spermienbeweglichkeit stieg von 11,5 % (95 % CI 6,3 bis 16,7) auf 18,3 % (95 % CI 11,8 bis 24,8); der Effekt war am deutlichsten in der Untergruppe mit Ausgangsbeweglichkeit 6 bis 40 % (von 13,3 % [95 % CI 9,3 bis 17,3] auf 23,9 % [95 % CI 14,7 bis 23,0]; die obere Grenze steht im abgerufenen Abstract so und liegt unter dem Mittelwert, was ein Fehler der Quelle sein dürfte). IgG änderte die Beweglichkeit nicht; die Gesamtzahl beweglicher Spermien nahm zu. Interessenkonflikt: Zwei Autoren halten ein Patent zur Behandlung von Entzündung nach ZNS-Verletzung mit Antikörpern gegen Inflammasom-Proteine. Schwächen: In-vitro-Versuch, kleine Zahl. Originaltitel: Neutralization of ASC improves sperm motility in men with spinal cord injury.

Leduc et al. 2015 [s115]: Midodrin bei SCI-bedingter Anejakulation, randomisiert. Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Pilotstudie. Von 78 angesprochenen Männern mit SCI-bedingter Anejakulation (Läsion oberhalb Th10, über 1 Jahr) wurden 23 (Läsionshöhe C4 bis Th9) randomisiert, 20 schlossen ab (je 10 in den Midodrin- und Placebogruppen). Ejakulation bei 1 Teilnehmer der Midodringruppe und bei 2 der Placebogruppe. Autonome Dysreflexie unter PVS trat bei drei Patienten auf. Die Autoren sehen keine bessere Rate antegrader Ejakulation mit Midodrin. Einordnung: Die einzige randomisierte placebokontrollierte Studie zur Anejakulation bei SCI in der Sammlung; für eine sichere Aussage viel zu klein. Originaltitel: Midodrine in patients with spinal cord injury and anejaculation: A double-blind randomized placebo-controlled pilot study.

Safarinejad 2009 [s149]: Midodrin bei organischer Anejakulation ohne SCI, randomisiert. Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, n = 128 (je 64). Placebo: bei niemandem Ejakulation; Midodrin: antegrad bei 18 (29,5 %), retrograd bei 8 (13,1 %) und antegrad plus retrograd bei 9 (14,8 %) (alle p = 0,01); das beste Ansprechen hatten Patienten mit MS, das schlechteste Patienten mit beidseitiger Sympathektomie; 4 Teilnehmer (6,3 %) brachen wegen Nebenwirkungen ab. Einordnung: Die Studie belegt keine Wirkung bei SCI; die Prozentangaben beziehen sich auf 61 Patienten der Auswertung, die Gruppengrößen pro Ursache nennt der Abstract nicht. Originaltitel: Midodrine for the treatment of organic anejaculation but not spinal cord injury: a prospective randomized placebo-controlled double-blind clinical study

Caremel et al. 2012 [s135]: Botulinumtoxin in die Blasenwand. Retrospektive Fallserie, 11 Männer mit kompletter Läsion von C5 bis Th6 mit Ejakulationstests vor und nach der Injektion. Kein Patient behielt eine natürliche Ejakulation; nach der Behandlung nahm die retrograde Ejakulation (Vibrostimulation) in 46 % zu, das Samenvolumen in 77 % ab (von durchschnittlich 1,8 ml auf 1 ml). Die Samenqualität war leicht verbessert: Beweglichkeit in 67 %, Vitalität in 50 %, Samenkultur in 43 % verbessert. Schwächen: 11 Männer, keine Kontrollgruppe; der Mechanismus (Ausbreitung des Toxins, weniger Harnwegskontamination) ist nur gedeutet. Originaltitel: Side effects of intradetrusor botulinum toxin injections on ejaculation and fertility in men with spinal cord injury: preliminary findings.

Okada et al. 2021 [s72]: Mirabegron. Vergleichende Studie, 30 Patienten mit SCI (20 bis 48 Jahre), alle mit TESE; 10 hatten Mirabegron 50 mg/Tag über mehr als 2 Jahre, 20 weder Anticholinergika noch Mirabegron. Kein Unterschied in der Spermiengewinnungsrate (p = 0,083); histologisch hatten die Mirabegron-Patienten eine bessere Spermatogenese (p < 0,05). Die Autoren schließen, die therapeutische Dosis habe die Spermatogenese nicht geschädigt. Schwächen: nicht randomisiert; nur Männer, die ohnehin eine TESE hatten; die bessere Histologie kann auf Unterschiede in Verletzungsdauer und -höhe beruhen, die im Abstract nicht angegeben sind. Originaltitel: Does mirabegron deteriorate spermatogenesis? A lesson from spinal cord injury cases.

Alle Kapitel und Anhänge (26)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. Rückenmarksverletzung: Samenparameter in großen und mittleren Kollektiven bis Rückenmarksverletzung: Sexual- und Ejakulationsfunktion ohne Samenanalyse
  6. Rückenmarksverletzung: Verfahren der Samengewinnung bis Rückenmarksverletzung: Prospektive und retrospektive Studien mit therapeutischem Eingriff
  7. Multiple Sklerose: humane Studien bis Nicht in diesem Kapitel behandelt: Tierversuche und Einzelfallberichte
  8. Zusammenschau der Beobachtungsstudien
  9. Leitlinien und Konsensdokumente
  10. Übersichten zum Gesamtbild bis Vibrationsverfahren, Ejakulationsdyssynergie und Fallberichte zur Ejakulation
  11. Operative Gewinnung und Ergebnisse assistierter Reproduktion
  12. Rückenmarksverletzung: Tierversuche bis Neuropathie und Diabetes
  13. Weitere neurologische Erkrankungen (ohne Epilepsie) und Zusammenfassende Gewichtung der Studienlage
  14. Mechanismen und biologische Plausibilität
  15. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  16. Englisch bis Japanisch
  17. Koreanisch bis Türkisch
  18. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  19. Limitationen der Evidenz
  20. Offene Forschungsfragen
  21. Praktische Einordnung
  22. Glossar
  23. Quellenverzeichnis
  24. Diagramme
  25. Quellen
  26. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle