Schilddrüsenerkrankungen und Spermienqualität · Kapitel 20 von 21

Glossar

Akrosom: Kappenartige Struktur am Spermienkopf, die für die Befruchtung wichtig ist.

Amiodaron: Arzneimittel, das in einer kleinen Studie bei drei von acht Männern mit primärer Hypothyreose als Ursache der Hypothyreose genannt wird [s184].

AMH (Anti-Müller-Hormon): In den Sertoli-Zellen gebildetes Hormon; in einigen Studien als Marker der Hodenfunktion gemessen.

Asthenozoospermie: Verminderte Beweglichkeit der Spermien im Ejakulat.

Azoospermie: Fehlen von Spermien im Ejakulat; nicht obstruktiv bei gestörter Spermienbildung, obstruktiv bei Verschluss der Samenwege.

Carbimazol, Methimazol (Thiamazol), Propylthiouracil (PTU): Medikamente, die die Schilddrüsenhormonbildung hemmen (Thyreostatika); in Tierversuchen zur Erzeugung einer Hypothyreose genutzt.

Comet-Test: Labormethode zum Nachweis von DNA-Strangbrüchen in einzelnen Zellen.

DFI (DNA-Fragmentierungsindex): Anteil der Spermien mit geschädigter DNA, in Prozent; je nach Methode (zum Beispiel Sperm-Chromatin-Dispersion, SCSA, TUNEL) bestimmt.

Euthyreose: Normale Schilddrüsenfunktion.

FSH (follikelstimulierendes Hormon): Hypophysenhormon, das die Spermienbildung anregt; steigt bei Schädigung des Keimepithels häufig an.

fT3, fT4 (freies Trijodthyronin, freies Thyroxin): Nicht an Eiweiß gebundene, wirksame Schilddrüsenhormone im Blut.

Graves-Krankheit (Morbus Basedow): Autoimmunerkrankung mit Überfunktion der Schilddrüse.

Hashimoto-Thyreoiditis: Autoimmune Schilddrüsenentzündung, die mit einer Unterfunktion einhergehen kann; meist mit Antikörpern gegen Thyreoperoxidase (TPO) verbunden.

hCG-Test, GnRH-Test, TRH-Test: Funktionstests, bei denen die Antwort von Hoden beziehungsweise Hypophyse auf einen Reiz gemessen wird.

Hypospermie: Verminderte Ejakulatmenge.

Hypothyreose: Schilddrüsenunterfunktion; manifest bei erhöhtem TSH und erniedrigtem fT4, subklinisch bei erhöhtem TSH und normalem fT4.

Hyperthyreose, Thyreotoxikose: Überfunktion der Schilddrüse beziehungsweise deren klinische Folge durch zu viel Schilddrüsenhormon; subklinisch bei erniedrigtem TSH und normalem fT3 und fT4.

IIEF-5, IIEF-15, SHIM: Fragebögen zur erektilen Funktion; höhere Werte bedeuten bessere Funktion.

Inhibin B: Von den Sertoli-Zellen gebildetes Hormon, das die FSH-Freisetzung hemmt; gilt als Marker der Spermienbildung.

Johnsen-Score: Histologische Bewertung der Spermatogenese in Hodenschnitten.

Leydig-Zellen: Hodenzellen, die Testosteron bilden.

LH (luteinisierendes Hormon): Hypophysenhormon, das die Testosteronbildung in den Leydig-Zellen anregt.

Mendelsche Randomisierung: Methode, die genetische Varianten als Ersatz für eine Exposition nutzt, um ursächliche Zusammenhänge von Störfaktoren und umgekehrter Kausalität besser zu trennen.

MDA (Malondialdehyd): Marker der Lipidperoxidation und damit des oxidativen Stresses.

Metaanalyse, Umbrella-Review, Scoping Review: Zusammenfassende Arbeiten; die Metaanalyse fasst Ergebnisse mehrerer Studien statistisch zusammen, der Umbrella-Review mehrere Metaanalysen und Übersichten, das Scoping Review kartiert einen Forschungsstand ohne statistische Zusammenfassung.

Oligozoospermie: Verminderte Spermienkonzentration.

Odds Ratio (OR): Maß für das Chancenverhältnis zwischen zwei Gruppen; 1 bedeutet keinen Unterschied.

Radiojod (Jod-131): Radioaktives Jodisotop zur Behandlung von Schilddrüsenkarzinom und Hyperthyreose; die Aktivität wird in den Studien in GBq oder mCi angegeben.

Sertoli-Zellen: Stützzellen im Hoden, die die Keimzellen ernähren und deren Reifung steuern.

SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin): Transporteiweiß für Testosteron und Östradiol; ein hoher Wert senkt den freien Anteil.

Spermatogenese: Bildung der Spermien im Hoden; ein Spermatogenesezyklus ist der Zeitraum, den die Bildung einer Spermiengeneration braucht.

Teratozoospermie: Erhöhter Anteil von Spermien mit veränderter Form, zum Beispiel Kopf-, Mittelstück- oder Flagellumdefekten.

TPO-Antikörper, TAI (Schilddrüsenautoimmunität): Antikörper gegen die Thyreoperoxidase; Marker einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung.

TSH (Thyreotropin): Hypophysenhormon, das die Schilddrüse steuert; bei Unterfunktion erhöht, bei Überfunktion erniedrigt.

WHO-Handbuch: Standardwerk zur Untersuchung des Ejakulats; die Auflagen nutzen unterschiedliche Referenzwerte, in den Studien dieses Kapitels kommen die 4. und 5. Auflage sowie die Klassifikation von 2021 vor.

Alle Kapitel und Anhänge (24)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. Genetische Epidemiologie: Mendelsche Randomisierung und Hyperthyreose beim Mann
  6. Hypothyreose beim Mann: klinische Serien mit Samenanalyse und Subklinische Hypothyreose und Schilddrüsenwerte innerhalb der Referenzbereiche: Querschnitts- und Kohortenstudien
  7. Prävalenz von Schilddrüsenstörungen und Autoimmunität bei Männern mit Fertilitätsproblemen bis Autoimmunthyreoiditis: kleine Behandlungsbeobachtungen
  8. Radiojod bei Schilddrüsenkrebs und Hyperthyreose: Kohorten und Fallberichte und Zusammenfassende Einordnung der Beobachtungsstudien
  9. Hyperthyreose beim Mann: Hormonachse und Samenparameter bis Übersichtsarbeiten
  10. In-vitro-Studien an menschlichen Spermien und Zellkulturen bis Befunde, die sich widersprechen
  11. Mechanismen und biologische Plausibilität
  12. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  13. Englisch bis Spanisch
  14. Chinesisch bis Arabisch
  15. Türkisch
  16. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  17. Limitationen der Evidenz
  18. Offene Forschungsfragen
  19. Praktische Einordnung
  20. Glossar
  21. Quellenverzeichnis
  22. Diagramme
  23. Quellen
  24. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle