Schilddrüsenerkrankungen und Spermienqualität · Kapitel 7 von 21 · Studienlage: Beobachtungsstudien

Prävalenz von Schilddrüsenstörungen und Autoimmunität bei Männern mit Fertilitätsproblemen bis Autoimmunthyreoiditis: kleine Behandlungsbeobachtungen

Prävalenz von Schilddrüsenstörungen und Autoimmunität bei Männern mit Fertilitätsproblemen

Eine zweite Fragestellung kehrt die Richtung um: Wie häufig sind Schilddrüsenfunktionsstörungen und Antikörper bei infertilen Männern, und unterscheiden sich diese von Männern mit normalem Samen? Die Antworten stammen aus Kliniken in Japan, Österreich, Belgien und Russland. Sie sind für die Hashimoto-Frage die einzigen Daten mit Antikörpermessung beim Mann, neben [s16].

Matsushita 1969 [s193]: Schilddrüsenfunktion bei männlicher Sterilität, 105 Patienten (Japan). 松下 鉱三郎: 内分泌腺相互の関係に関する研究 第1報 男子不妊症患者の甲状腺機能に関する研究 (deutsch: Studien zu den Wechselbeziehungen der endokrinen Drüsen, 1. Mitteilung: Studie zur Schilddrüsenfunktion bei Patienten mit männlicher Unfruchtbarkeit), Japanese Journal of Urology 60: 777-801; der englische Abstract wurde über J-STAGE gelesen. 105 männliche Sterilitätspatienten (81 idiopathisch, 24 mit Begleiterkrankungen). Untersucht wurden Radiojodaufnahme der Schilddrüse, Triosorb-Test, Schilddrüsengröße aus dem Szintigramm, Samenanalyse, Hodenhistologie, Harnsteroide und Gonadotropine. Radiojodaufnahme (131I) wurde bei 97 Fällen gemessen: 18 Fälle (18,6 %) hatten subnormale Werte, 79,4 % lagen unter dem Durchschnitt Gesunder, kein Fall wies auf eine Überfunktion hin; der Mittelwert der Aufnahme in der Gesamtserie betrug 16,0 %. Das aus dem Szintigramm berechnete Schilddrüsengewicht zeigte eine ähnliche Tendenz; der Triosorb-Test (93 Fälle) unterschied sich nicht signifikant von Gesunden. Samenanalyse bei 101 Fällen: Azoospermie bei 38 (37,6 %). Hodenhistologie: völlige Spermatogenesefreiheit bei 21 (22,8 %), Hypospermatogenese bei 68 (73,9 %). Die Radiojodaufnahme war umso niedriger, je milder die Spermatogenesestörung nach Samenbefund und Hodenhistologie war; der Befund war bei Hypospermie stärker ausgeprägt als bei Azoospermie. Harnsteroide: 17-Ketosteroide bei 36,4 % unter dem Normwert, 17-OHCS bei 31,6 % über dem Normwert, Gesamtöstrogene im Mittel 40,1 γ/Tag (über dem Normwert); Gonadotropine: bei den 20 Fällen mit FSH-Bestimmung waren 9 hoch, 9 normal, 2 niedrig. Einordnung: verminderte Radiojodaufnahme bei männlicher Sterilität, besonders bei Hypospermie; ohne mitgeführte Kontrollgruppe (der Vergleichswert „Durchschnitt Gesunder" wird im Abstract nicht erläutert); keine erkennbare Adjustierung; die Zahlen schwanken zwischen 93 und 101 je Untersuchung; die Deutung der Autoren („je besser die Spermatogenese erhalten, desto niedriger die Aufnahme") ist aus heutiger Sicht schwer zu interpretieren. Methoden und Samenanalysestandards sind mit heutigen nicht vergleichbar. Die Arbeit belegt, dass die Frage in Japan schon vor mehr als 50 Jahren untersucht wurde.

Hosoi 1981 [s189]: Endokrinologie der männlichen Unfruchtbarkeit, 219 Männer (Japan). 細井 康男: 男性不妊症の内分泌学的研究 (deutsch: Endokrinologische Studie zur männlichen Unfruchtbarkeit), Japanese Journal of Urology 72: 544-558. Bei 219 Männern mit idiopathischer Unfruchtbarkeit wurden die Basalwerte von LH, FSH, Testosteron, Prolaktin, TSH, T4 und T3 gemessen und mit Spermienkonzentration und Hodenbiopsiebefund verglichen; Vergleichsgruppen waren 40 gesunde erwachsene Männer und 33 Patienten mit Klinefelter-Syndrom, ein Teil der Fälle erhielt LH-RH-, TRH- und HCG-Tests. Die Gonadotropine stiegen mit abnehmender Spermienkonzentration; bei Azoospermie und hochgradiger Oligospermie (< 10 × 10⁶/ml) waren sie gegenüber Gesunden bei einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 5 % signifikant erhöht, besonders FSH. Die Basalwerte von Prolaktin, TSH, T4 und T3 unterschieden sich bei männlicher Unfruchtbarkeit im Mittel nicht signifikant von Gesunden. Die Hypophysenreserve war im LH-RH- und TRH-Test meist normal; die Leydig-Zell-Funktion war schon bei relativ leichter tubulärer Störung gemindert. Die Autoren unterscheiden nach dem Biopsie-Score primäre und sekundäre, hypophysär bedingte Hodenschädigung. Einordnung: ein wichtiger Negativbefund, denn TSH, T4 und T3 lagen bei 219 Männern mit idiopathischer Infertilität im Mittel im Normbereich der Vergleichsgruppe; das passt zu den kleinen Zusammenhängen innerhalb der Referenzbereiche [s07, s16] und zur Mendelschen Randomisierung [s36]. Schwächen: Gruppenmittelwerte statt Quartile oder Schwellenrisiken, daher sind Zusammenhänge in Untergruppen nicht ausgeschlossen; Hormonassays von 1981; keine Zahlenwerte für TSH, T4, T3 im Abstract.

Trummer, Ramschak-Schwarzer, Haas et al. 2001 [s164]: Schilddrüsenhormone und -antikörper bei infertilen Männern (Graz, Österreich). Thyroid hormones and thyroid antibodies in infertile males, Fertility and Sterility. Prospektive Studie an 305 Männern mit idiopathischer Infertilität (universitäres andrologisches Labor). Gemessen wurden fT4, fT3, TSH, Sexualhormone, SHBG und die Antikörper gegen Thyreoglobulin, TPO und TSH-Rezeptor. Eine manifeste Schilddrüsenfunktionsstörung fand sich nicht; latente Funktionsstörungen bestanden bei 11,5 % und eine latente Hypothyreose bei 3 %. Es bestand keine Korrelation zwischen Funktionsstörung und Samenparametern. Thyreoidale Antikörper waren bei 7,5 % erhöht; erhöhte TPO-Antikörper korrelierten mit Pathozoospermie (p = 0,036) und Asthenozoospermie (p = 0,049). Stärke: relativ große, gut charakterisierte Kohorte, auch Antikörper. Schwächen: keine Kontrollgruppe, p-Werte knapp unter 0,05 ohne Korrektur für Mehrfachtests, nur Männer mit idiopathischer Infertilität; Ausschlusskriterien nennt der Abstract nicht.

Trummer, Ramschak-Schwarzer, Haas et al. 2003 [s158] (Acta Medica Austriaca; Titel laut PubMed in englischer Übersetzung „Value of intensive thyroid assessment in male infertility", deutsch etwa: Wert einer intensiven Schilddrüsenabklärung bei männlicher Infertilität; der deutsche Originaltitel wurde nicht abgerufen; Graz). Dieselbe Arbeitsgruppe berichtet, dass bei keinem Mann eine manifeste Hypo- oder Hyperthyreose bestand, eine latente Funktionsstörung keinen Einfluss auf die Samenparameter hatte und erhöhte TPO-Antikörper signifikant mit verminderter Spermienbeweglichkeit korrelierten. 45 Männer mit normaler Schilddrüsenfunktion erhielten einen TRH-Test; eine dadurch ausgelöste subklinische Hypothyreose sei ein seltener Befund. Die Autoren empfehlen die routinemäßige Bestimmung von Schilddrüsenhormonen und Antikörpern bei infertilen Männern nicht (Schlussfolgerung der Autoren). Der Abstract nennt keine weiteren Zahlen; es handelt sich vermutlich um eine Teilauswertung derselben Kohorte wie [s164], was aus dem Abstract allein nicht sicher hervorgeht. Die einzige deutschsprachige Arbeit mit auswertbarem Abstract in der Datenbasis.

Poppe, Glinoer, Tournaye et al. 2006 [s143]: systematisches Screening bei subfertilen Männern? (Brüssel, Belgien). Is systematic screening for thyroid disorders indicated in subfertile men?, European Journal of Endocrinology. Die Zahlen wurden gegen PubMed geprüft.

Design. Querschnittsstudie an 292 Männern eines tertiären Zentrums für Reproduktionsmedizin, eingeteilt nach normalen (Gruppe 1; n = 39) oder abnormalen Samenmerkmalen (Gruppe 2; n = 253). Schilddrüsenfunktion über TSH und fT4, Autoimmunität über TPO-Antikörper (> 34 kU/l); Samenmerkmale nach WHO-Kriterien (rapid + slow Motilität und Konzentration) und nach Kruger-Kriterien (Morphologie ≥ 14 % normale Formen) [s143].

Ergebnisse. Gruppe 1: mittleres Alter 33 ± 4 Jahre, medianes TSH 1,6 (0,3 bis 29,6) mE/l, fT4 12,2 (8,8 bis 15,6) ng/l; Gruppe 2: 33 ± 5 Jahre, TSH 1,3 (0,3 bis 5,2) mE/l, fT4 12,5 (8,4 bis 17,5) ng/l; Vergleich der Gruppen p = 0,008 für TSH und p = 0,037 für fT4. Die Männer mit normalem Samen hatten also im Median ein etwas höheres TSH und ein etwas niedrigeres fT4. In beiden Gruppen hatte je ein Mann ein erhöhtes TSH (2,6 % und 0,4 %; nicht signifikant). Schilddrüsenautoimmunität bestand bei einem Mann in Gruppe 1 und bei zwölf in Gruppe 2 (2,6 % gegenüber 4,7 %; nicht signifikant). fT4 war ein unabhängiger Determinant der Samenmerkmale. Die Autoren raten wegen vergleichbarer Prävalenz von einem systematischen Screening bei subfertilen Männern ab (Schlussfolgerung der Autoren) [s143].

Stärken und Schwächen. Klare Fragestellung, Prävalenzvergleich mit Antikörpern. Die Kontrollgruppe mit nur 39 Männern ist klein und stammt ebenfalls aus der Kinderwunschklinik; die Spanne des TSH in Gruppe 1 reicht bis 29,6 mE/l; Konfidenzintervalle fehlen im Abstract.

Lisovskaya, Dubrovina, Treshchilov et al. 2021 [s56]: Jekaterinburg, Russland, 159 Männer. Thyroid disorders and pathospermia in the ART clinic patients, Gynecological Endocrinology 2021 (Clinical Institute for Reproductive Medicine, Jekaterinburg). 168 Männer einer ART-Klinik in unfruchtbarer Partnerschaft; neun Männer mit erektiler Dysfunktion und Normospermie wurden ausgeschlossen, eingeschlossen wurden 159 in drei Gruppen: 11 mit nicht obstruktiver Azoospermie (6,9 %), 38 mit anderen Formen der Pathospermie (23,9 %) und 110 mit Normospermie als Kontrollgruppe (69,2 %). Alle erhielten anthropometrische Messungen, Labortests sowie Ultraschall von Schilddrüse und Hoden; das Spermiogramm wurde nach WHO (5. Auflage, 2010) beurteilt. Unter den 49 Männern mit Pathospermie hatten 51,02 % eine Schilddrüsenerkrankung, bei 34,7 % wurde sie erst in dieser Untersuchung festgestellt. Bei 45,5 % der Männer mit nicht obstruktiver Azoospermie fand sich ein bisher unerkannter Knotenkropf bei normalem TSH und fT4; die Korrelation zwischen Knotenkropf und Azoospermie betrug r = 0,610 (p = 0,01). Die Autoren halten Schilddrüsenultraschall bei Azoospermie auch bei normalen Funktionswerten für angezeigt (Empfehlung der Autoren). Schwächen: Der Abstract nennt keine Vergleichszahl der Schilddrüsenbefunde in der eigenen Normospermie-Gruppe; verglichen wird mit der Allgemeinbevölkerung, weshalb die Aussage eines höheren Risikos bei Pathospermie anhand des Abstracts nicht prüfbar ist; die Azoospermie-Gruppe umfasst nur 11 Männer (45,5 % entsprechen 5 Männern); ein Knotenkropf ist keine Funktionsstörung und seine Verbindung zur Spermatogenese ist unklar. Der Volltext war nicht zugänglich.

Juchta, Stroew und Tschurilow 2020 [s68] (Zdorov'e - osnova chelovecheskogo potenciala; russisch: РЕПРОДУКТИВНОСТЬ У МУЖЧИН С ТИРОИДИТОМ ХАСИМОТО, deutsch: Fortpflanzungsfähigkeit bei Männern mit Hashimoto-Thyreoiditis; St. Petersburg, Russland). Der Volltext wurde ausgewertet. Fallserie ohne zufällige Zuteilung an 174 Männern mit Hashimoto-Thyreoiditis und Hypothyreose, davon 17 mit Kinderwunschproblemen, bei denen ein Spermiogramm angefertigt wurde.

Hormonwerte (Mittelwert ± Streuung, jeweils gegen Kontrolle). TSH 2,23 ± 0,47 µIU/ml (Kontrolle 0,99 ± 0,06; p < 0,01); freies T3 4,38 ± 0,24 pmol/l (5,8 ± 0,04; p < 0,001); freies T4 15,78 ± 1,68 pmol/l (16,4 ± 0,5; p < 0,01); Antikörper gegen Thyreoglobulin 18,46 ± 9,96 IU/ml; Antikörper gegen Thyreoperoxidase 98,13 ± 99,33 IU/ml. Prolaktin 237,57 ± 18,3 µIU/ml (Kontrolle 182,3 ± 5,3; p < 0,001); Testosteron 15,73 ± 2,67 nmol/l (33,67 ± 2,06; p < 0,001); Kortisol 377,72 ± 32,95 nmol/l (578 ± 12,63; p < 0,001). Über sexuelle Funktionsstörungen klagten 22 Männer (12,6 %). Eine Hyperprolaktinämie mit deutlich erniedrigtem Testosteron fand sich bei 25 Männern (14,3 %).

Spermiogramme (n = 17). Normal waren 5 von 17; eine Asthenoteratozoospermie hatten 5, eine Teratozoospermie 3, bei 2 Männern waren alle Spermien unbeweglich, 2 hatten eine nicht obstruktive Azoospermie. Der berichtete Anteil pathologischer Spermiogramme von 70,6 % entspricht 12 von 17. Die Autoren geben an, die Behandlung mit Levothyroxin habe die Spermiogramme verbessert; ein 21-jähriger Mann mit Prolaktin 476 µIU/ml und Azoospermie habe nach Levothyroxin plus Dopaminagonist keine Azoospermie mehr gehabt und sei Vater geworden. Zahlenwerte des Verlaufs werden nicht mitgeteilt (nur eine Abbildung).

Hypophysen-MRT. Bei 86 Männern mit hohem Prolaktin wurde eine kontrastverstärkte MRT gemacht: normal bei 5,8 %, Prolaktinom bei 34 (39,4 %), autoimmune Hypophysitis bei 43 (50 %), Rathke-Zyste bei 4 (4,6 %), „leere" Sella bei 2 (2,3 %).

Bewertung. Ohne Vergleichsgruppe der Spermiogramme, ohne Spermienzahlen und ohne Dokumentation der Behandlungsdauer sind die Aussagen zur Besserung unter Therapie nicht überprüfbar. Die Summe der MRT-Befunde ergibt 88 Fälle (5 + 34 + 43 + 4 + 2) bei 86 untersuchten Männern. Der mittlere TSH-Wert von 2,23 µIU/ml liegt im üblichen Normbereich, die Gruppe war offenbar zu einem großen Teil bereits behandelt; die Studie sagt dazu nichts. Die Streuung des Anti-TPO-Titers entspricht seinem Mittelwert (98,13 ± 99,33), die Verteilung ist demnach stark schief. Die Autoren schließen, bei Kinderlosigkeit solle das Paar auf Hashimoto-Thyreoiditis und Hyperprolaktinämie untersucht und bei Hyperprolaktinämie eine MRT der Hypophyse durchgeführt werden (Schlussfolgerung der Autoren). Die Studie ist die einzige der Datenbasis, die bei Männern mit Hashimoto-Thyreoiditis Spermiogramme berichtet; wegen n = 17 ohne Kontrolle ist sie nur deskriptiv.

Zusammenfassung Prävalenz und Autoimmunität

Zur Frage, ob Schilddrüsenfunktionsstörungen bei infertilen Männern häufiger sind, liegen drei klinische Kohorten aus Europa vor [s164, s158, s143]: keine manifeste Funktionsstörung in der Graz-Kohorte, vergleichbare Prävalenz mit und ohne abnormen Samen in Brüssel, kein Zusammenhang zwischen latenter Funktionsstörung und Samenparametern. Die Autoren dieser Studien raten von einem systematischen Screening ab; dies steht im Gegensatz zu den Empfehlungen anderer Studien, die ein Screening befürworten [s130, s04, s21]. Zu TPO-Antikörpern gibt es zwei Befunde mit p-Werten knapp unter 0,05 [s164, s158], einen Nullbefund [s143] und eine Effektmodifikation in einer großen Kohorte [s16]. Das ist für ein Urteil über die Hashimoto-Thyreoiditis nicht ausreichend.

Umwelt: Schilddrüsenhormone als Zwischenglied

Wang, Zhou, Chen et al. 2018 [s79]: Wuhan, China, 509 Männer. Thyroid function, phthalate exposure and semen quality: Exploring associations and mediation effects in reproductive-aged men, Environment International 2018 (Tongji Medical College, Huazhong-Universität, Wuhan). Die Zusammenfassung wurde gegen PubMed geprüft.

Design und Population. Querschnittsstudie an 509 Männern im reproduktiven Alter. Gemessen wurden Serum-Schilddrüsenhormone, Samenqualität und wiederholt Phthalatmetabolite im Urin. Multivariable lineare Regression; Mediationsanalyse mit der Frage, ob die Schilddrüsenfunktion den Zusammenhang zwischen Phthalatexposition und Samenqualität vermittelt [s79].

Ergebnisse. Über die Quartile von Monoethylphthalat (MEP) fand sich eine dosisabhängige Abnahme des freien Thyroxins (fT4); fT4 war seinerseits mit dem Anteil normal geformter Spermien assoziiert (p für Trend = 0,04). Der Anteil der Metabolite von Di(2-ethylhexyl)phthalat, der als Mono(2-ethylhexyl)phthalat (%MEHP) ausgeschieden wurde, war negativ mit TSH assoziiert (alle p für Trend < 0,05); TSH war positiv mit progressiver und Gesamtbeweglichkeit assoziiert (p für Trend 0,04 bzw. 0,03). In der Mediationsanalyse war höheres MEP im Urin mit einem sinkenden Anteil normaler Morphologie assoziiert; 17 % dieses Zusammenhangs wurden durch fT4 vermittelt [s79].

Hinweis. Der Abstract formuliert die Richtung des Zusammenhangs zwischen fT4 und Morphologie als „negativ assoziiert" (im Original „negatively associated") im Satz über die Abnahme von fT4; ohne Tabellen ist die Richtung nicht eindeutig lesbar.

Stärken. Wiederholte Expositionsmessung, Mediationsanalyse. Schwächen. Querschnitt; Mediationsanalysen setzen eine zeitliche Abfolge voraus, die ein Querschnitt nicht belegen kann; viele Metabolite und Samenparameter erzeugen viele Tests; der Mediationsanteil von 17 % ist mäßig. Einordnung. Die Studie ist für die Schilddrüsenfrage vor allem deshalb relevant, weil sie Schilddrüsenhormone als Zwischenglied zwischen einer Umweltexposition und der Samenqualität modelliert und einen möglichen Mechanismus beschreibt, nicht weil sie Patienten mit Schilddrüsenerkrankung untersucht.

Jod: Jodmangel und Jodüberschuss beim Menschen

Humandaten zu Jod und Spermienqualität sind spärlich: zwei Querschnittsstudien, ein Scoping Review [s20], eine Mini-Review [s19], eine ökologische Hypothese und ein Fallbericht. Jodmangel wurde in der Datenbasis nur in einer einzigen Humanstudie als Exposition untersucht [s66].

Sun, Chen, Liu et al. 2020 [s66]: Peking, China, 1098 fertile Paare. The association between iodine intake and semen quality among fertile men in China, BMC Public Health 2020 (PKU China Center for Health Economic Research, Peking-Universität). Für diese Studie lag der Open-Access-Volltext vor.

Design und Population. Querschnittsstudie. 1098 Paare wurden 2015 in Familienplanungsstellen verschiedener Provinzen rekrutiert; die Männer waren verheiratet und im Mittel rund 27 Jahre alt. Die Samenproben wurden nach dem WHO-Handbuch (5. Auflage) untersucht. Die Jodversorgung wurde über die Urinjodkonzentration (UIC; Sandell-Kolthoff-Methode) bestimmt und nach WHO/UNICEF/ICCIDD in drei Gruppen eingeteilt: Jodmangel (UIC < 100 µg/l, n = 275), optimal (100 bis < 200 µg/l, n = 407) und Jodüberschuss (≥ 200 µg/l, n = 416). Männer mit diagnostizierten Schilddrüsenerkrankungen waren ausgeschlossen. Zielgrößen waren Samenvolumen, Spermienkonzentration, Gesamtspermienzahl, Beweglichkeit und die vom Paar berichtete Zeit bis zur Schwangerschaft (TTP) [s66].

Ergebnisse (Tabellen 2 und 3 des Volltextes).

GrößeJodmangeloptimalJodüberschuss
Fallzahl275407416
Samenvolumen (ml)3,092,923,06
Spermienkonzentration (Mio./ml)41,2170,8657,13
Gesamtspermienzahl (Mio.)128,68208,92175,02
Beweglichkeit (%)51,7551,6150,78

Regression (log-transformierte Zielgrößen, Referenz optimale Jodzufuhr): Konzentration −0,58 (SE 0,05) bei Mangel und −0,26 (SE 0,04) bei Überschuss; Spermienzahl −0,52 (SE 0,06) bzw. −0,20 (SE 0,05); Volumen +0,05 (SE 0,03) bzw. +0,06 (SE 0,03); Beweglichkeit +0,02 (SE 0,03) bzw. −0,02 (SE 0,02), nicht signifikant. Zeit bis zur Schwangerschaft (Tabelle 3): +3,49 (SE 0,39) bei Mangel und +1,42 (SE 0,28) bei Überschuss; im Text werden 3,54 bzw. 1,48 zusätzliche Monate genannt (die beiden Fassungen weichen geringfügig ab). Die Autoren deuten die Koeffizienten als prozentuale Veränderungen (58 % und 26 % niedrigere Konzentration; 52 % und 20 % niedrigere Zahl), bei log-transformierten Zielgrößen eine Näherung. In der Sensitivitätsanalyse, beschränkt auf Paare mit TTP bis 12 Monate, blieben die meisten Ergebnisse ähnlich; der Effekt auf das Samenvolumen war nicht mehr signifikant [s66].

Stärken. Untersucht werden fertile Männer, nicht Kinderwunschpatienten; die Zeit bis zur Schwangerschaft ist ein funktioneller Endpunkt; Kontrolle für Alter, BMI, Rauchen, Alkohol, Abstinenzzeit, Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und Feinstaubbelastung; Sensitivitätsanalyse; große Stichprobe.

Schwächen. Eine Spoturinprobe pro Mann bildet die langfristige Jodzufuhr nur grob ab. Schilddrüsenhormone wurden nicht gemessen; die Autoren schreiben selbst, dass sie die Rolle der Schilddrüsenhormone im Zusammenhang von Jod und Samenqualität deshalb nicht prüfen konnten. In Tabelle 2 stehen Konfidenzintervalle mit negativen Untergrenzen für Konzentrationen und Zahlen, was darauf hindeutet, dass dort Streuungsmaße statt Konfidenzintervalle angegeben sind; die Lesart ist unsicher. Das mittlere Samenvolumen lag mit etwa 3 ml über dem in Tabelle 2 genannten WHO-Wert von 1,5 ml. Die Kausalrichtung bleibt offen; die Zeit bis zur Schwangerschaft wurde von den Partnerinnen berichtet. Die Beweglichkeit war in allen drei Gruppen gleich.

Einordnung. Die einzige Humanstudie der Datenbasis, die Jodmangel und Jodüberschuss gemeinsam abbildet. Beide Abweichungen vom Optimum gingen mit niedrigerer Konzentration und Gesamtzahl einher; der Mangel stärker als der Überschuss. Die Studie sagt nichts darüber, ob die Schilddrüse der Vermittler ist.

Partal-Lorente, Maldonado-Ezequiel, Martínez-Navarro et al. 2017 [s89]: Úbeda (Jaén), Spanien, 96 Paare. Iodine is associated to semen quality in men who undergo consultations for infertility, Reproductive Toxicology 2017. 96 Paare in einer Infertilitätssprechstunde. Der Median des Seminal-Jods war bei Konsum von Jodsalz höher als bei nicht iodiertem Salz (p = 0,019). Männer mit höherem Seminal-Jod hatten mehr morphologische Veränderungen der Spermien (p = 0,032); höheres Urin-Jod ging mit niedrigerer Zahl beweglicher Spermien im Swim-up einher (p = 0,044). Männer mit mehr als drei Jahren erfolglosem Kinderwunsch hatten ein höheres Urin-Jod als jene mit höchstens drei Jahren (p = 0,035). Nach der Mini-Review [s19] lag die mediane Urin-Jodkonzentration bei 97,6 µg/l, der mediane Jodgehalt im Samen bei Jodsalz bei 16,5 µg/l gegenüber 11,7 µg/l ohne. Es waren höhere, nicht niedrigere Jodwerte, die mit schlechteren Parametern assoziiert waren; Jodmangel wurde nicht untersucht. Schwächen: Querschnitt, Selektion, Mehrfachtests, keine Effektgrößen im Abstract.

Sakamoto, Ishizuka, Kazusaka et al. 2004 [s155]: Sapporo, Japan, ökologische Re-Analyse. Iodine intake as a possible cause of discontinuous decline in sperm counts: a re-evaluation of historical and geographic variation in semen quality, Japanese Journal of Veterinary Research (Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Hokkaido). Keine Primärstudie am Menschen, sondern eine statistische Auswertung veröffentlichter Mittelwerte. Berichtet werden eine positive Korrelation zwischen der Häufigkeit von Schilddrüsenerkrankungen und den Spermienzahlen in Europa, ein Beginn des Rückgangs der Spermienzahlen um 1965 in den USA, 40 Jahre nach Einführung der Jodsupplemente, gewichtete Mittel von 111 × 10⁶/ml vor und 70 × 10⁶/ml nach 1965 sowie zeitliche Übereinstimmung der Rückgänge mit der Einführung der Jodsupplemente in den USA, Frankreich und im Vereinigten Königreich. Die Autoren sehen darin einen möglichen Zusammenhang und verweisen auf geografische Unterschiede der Rückgangsmuster. Schwächen: ökologische Korrelation ohne Individualdaten, viele Störfaktoren, die sich im selben Zeitraum veränderten; die Hypothese ist spekulativ. Sie ist mit [s66], wonach auch Jodmangel mit schlechteren Parametern einherging, nicht ohne Weiteres vereinbar.

Shi, Wang, Xing et al. 2025 [s24]: Fallbericht, Povidon-Jod. Ein 45-jähriger Mann mit sekundärer Infertilität entwickelte nach drei Monaten lokaler Anwendung von Povidon-Jod-Lösung bei Nagelpilz eine schwere Oligoasthenoteratozoospermie; nach Absetzen normalisierten sich nach 77 Tagen Konzentration und Morphologie, die Beweglichkeit nur teilweise. Einzelfall ohne Kontrolle; ein Zusammenhang mit der Schilddrüse wurde nicht untersucht.

Zusammenfassung Jod

In den Humanstudien finden sich Hinweise auf schlechtere Parameter sowohl bei Mangel als auch bei Überschuss (Peking) und bei höherem Seminal- und Urin-Jod (Spanien); beides sind Querschnittsstudien ohne Schilddrüsenmessung. Eine klare Aussage zu Jodmangel und Spermienqualität ist nicht möglich.

Sexualfunktion bei Schilddrüsenerkrankungen (Randbereich)

Die folgenden Arbeiten betreffen nicht die Spermienqualität im engeren Sinn, sind aber für Erektion und Ejakulation und damit für die Fertilität relevant. Sie liefern die größten Männerkohorten der Datenbasis außerhalb der Samenanalysen.

Carani, Isidori, Granata et al. 2005 [s146]: multizentrische prospektive Studie (Italien). Multicenter study on the prevalence of sexual symptoms in male hypo- and hyperthyroid patients, Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism (Universität Modena). 48 Männer (34 Hyperthyreose, 14 Hypothyreose). Bei Hyperthyreose betrugen die Häufigkeiten: verminderte Lust 17,6 %, verzögerte Ejakulation 2,9 %, vorzeitige Ejakulation 50 % und erektile Dysfunktion 14,7 %; bei Hypothyreose waren verminderte Lust, verzögerte Ejakulation und erektile Dysfunktion 64,3 % und vorzeitige Ejakulation 7,1 %. Nach Normalisierung sank die vorzeitige Ejakulation von 50 % auf 15 %; die Ejakulationslatenz verdoppelte sich bei Hyperthyreose von 2,4 ± 2,1 auf 4,0 ± 2,0 min, bei Hypothyreose fiel sie von 21,8 ± 10,9 auf 7,4 ± 7,2 min (p < 0,01 für beide). Die Autoren sehen eine direkte Beteiligung der Schilddrüsenhormone an der Ejakulationsphysiologie. Schwächen: kleine Fallzahl, keine Kontrollgruppe, Selektion über sexuelle Beschwerden möglich.

Krassas, Tziomalos, Papadopoulou et al. 2008 [s129]: Thessaloniki, Griechenland. Erectile dysfunction in patients with hyper- and hypothyroidism: how common and should we treat?, Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism. 71 Männer (27 hyper-, 44 hypothyreot) und Kontrollen; Fragebogen SHIM vor und ein Jahr nach Behandlungsbeginn. 56 Männer mit Schilddrüsenstörung (78,9 %) hatten einen SHIM-Wert ≤ 21 gegenüber 24 Kontrollen (33,8 %; p < 0,0001). Der SHIM korrelierte positiv mit fT4 (r = 0,413; p = 0,005) und negativ mit TSH (r = −0,669; p < 0,001) und stieg nach Behandlung in beiden Gruppen (p < 0,0001). Die Autoren empfehlen ein Schilddrüsenscreening bei erektiler Dysfunktion (Schlussfolgerung der Autoren). Schwäche: Fallzahl und Auswahl der Kontrollen im Abstract nicht beschrieben.

Corona, Wu, Forti et al. 2012 [s112]: Florenz, Italien, zwei Kohorten. Thyroid hormones and male sexual function, International Journal of Andrology. Zwei Kohorten: EMAS (European Male Ageing Study; 3369 Männer, 40 bis 79 Jahre) und UNIFI (3203 Patienten einer andrologischen Sprechstunde). Manifeste Hyperthyreose lag bei 0,3 % bzw. 0,2 % vor. Supprimiertes TSH war mit erektiler Dysfunktion assoziiert; die manifeste Hyperthyreose war mit einem erhöhten Risiko schwerer erektiler Dysfunktion verbunden (Hazard Ratio 14 bzw. 16; beide p < 0,05). Die primäre Hypothyreose zeigte keine Assoziation. Die Autoren halten eine Routinebestimmung bei allen Männern mit erektiler Dysfunktion nicht für sinnvoll, wohl aber die Prüfung der Erektionsfunktion bei Hyperthyreose. Stärke: sehr große Kohorten. Schwäche: sehr wenige Männer mit manifester Hyperthyreose, daher unscharfe Schätzer; Konfidenzintervalle fehlen im Abstract.

Krysiak, Szkróbka und Okopień 2017 [s87]: Kattowitz, Polen. The effect of l-thyroxine treatment on sexual function and depressive symptoms in men with autoimmune hypothyroidism, Pharmacological Reports. Männer mit autoimmuner manifester Hypothyreose (Gruppe A), autoimmuner SCH (Gruppe B) und euthyreote Kontrollen (Gruppe C); IIEF-15 und Beck-Depressions-Inventar vor und nach sechs Monaten Levothyroxin. Die manifeste Hypothyreose ging mit niedrigeren Werten in allen fünf IIEF-Domänen einher, die SCH nur bei der Erektionsfunktion. Levothyroxin besserte die Erektionsfunktion und normalisierte in Gruppe A Verkehrszufriedenheit, Orgasmusfunktion, Lust und Gesamtzufriedenheit, in Gruppe B die Erektionsfunktion. Gruppengrößen nennt der Abstract nicht. Schwäche: nicht randomisiert.

Chen, Yan, Huang et al. 2018 [s75]: Chengdu, China. The association between subclinical hypothyroidism and erectile dysfunction, Pakistan Journal of Medical Sciences. 109 Männer mit erektiler Dysfunktion und 32 gesunde Kontrollen. Unter den Patienten hatten 29,36 % eine SCH und 66,06 % waren euthyreot. Der IIEF-5 war bei ED-Patienten mit SCH niedriger als bei euthyreoten Kontrollen (p < 0,05), aber nicht verschieden zwischen SCH und Euthyreose innerhalb der ED-Gruppe (p > 0,05). TSH und Prolaktin waren höher, fT4 niedriger. Die Autoren empfehlen ein Schilddrüsenscreening bei erektiler Dysfunktion (Empfehlung der Autoren). Schwächen: kleine Kontrollgruppe, Einschluss nur von Männern mit normalen Sexualhormonen, Schweregrad der ED nicht mit SCH verknüpft.

Huang, Guo, Hu et al. 2025 [s18]: Chongqing, China. Thyroidectomy, especially total thyroidectomy, adversely affects erectile function in men, BMC Endocrine Disorders. Retrospektive Studie bei 163 Männern nach Thyreoidektomie (55 total, 67 Hemi, 41 partiell), IIEF-5 nach 6 und 12 Monaten. Nach sechs Monaten hatten 60 % (Totalthyreoidektomie), 56,7 % (Hemithyreoidektomie) und 26,8 % (partiell) eine erektile Dysfunktion; die IIEF-Werte betrugen nach zwölf Monaten 18,36 ± 4,335, 21,40 ± 2,692 und 22,54 ± 1,206 (p < 0,05). Alter und Resektionsausmaß waren in der logistischen Regression relevant. Schwächen: retrospektiv, kein präoperativer IIEF-Wert als Vergleich (erektile Dysfunktion vor der Operation war Ausschlusskriterium), Fragebogenerhebung, Kontrollgruppe fehlt; die Ursache (Schilddrüsenhormonstatus, Krebsdiagnose, Operation) ist nicht trennbar.

Autoimmunthyreoiditis: kleine Behandlungsbeobachtungen

Zwei Arbeiten untersuchen Männer mit Hashimoto-Thyreoiditis in einer Behandlungssituation. Sie sind einarmig oder nicht randomisiert und werden hier wegen ihrer Samendaten als Beobachtungsstudien geführt; eine Wirksamkeit lässt sich daraus nicht ableiten.

Cannarella, Condorelli, Mongioì et al. 2021 [s52]: Catania, Italien, 20 Männer. Effects of Selenium Supplementation on Sperm Parameters and DNA-Fragmentation Rate in Patients with Chronic Autoimmune Thyroiditis, Journal of Clinical Medicine. 20 normalgewichtige Männer mit chronischer Autoimmunthyreoiditis und normaler Schilddrüsenfunktion erhielten sechs Monate lang 83 µg Selen täglich. Danach waren Spermienkonzentration, Anteil progressiv beweglicher und morphologisch normaler Spermien höher, Leukozyten im Ejakulat und der Anteil DNA-fragmentierter Spermien niedriger. fT4 stieg signifikant, fT3 tendenziell, TSH blieb unverändert. Die Autoren sehen Selen als mögliche nicht hormonelle Option und betonen, dass die Abhängigkeit von Schilddrüsenhormonen zu klären sei. Wesentliche Schwächen: einarmig, ohne Placebo oder Kontrolle, nur 20 Männer, keine Randomisierung; Zahlen im Abstract nicht angegeben. Ein ursächlicher Effekt von Selen ist so nicht belegt; Spontanvariabilität der Samenparameter allein kann Unterschiede dieser Größe erzeugen.

Krysiak, Kowalcze und Okopień 2019 [s70]: Kattowitz, Polen, 34 Männer. The effect of testosterone on thyroid autoimmunity in euthyreoid men with Hashimoto's thyroiditis and low testosterone levels, Journal of Clinical Pharmacy and Therapeutics. 34 euthyreote Männer mit Hashimoto-Thyreoiditis und Testosteronmangel; 16 erhielten Testosteronundecanoat (120 mg täglich oral), 18 blieben unbehandelt (Wahl nach Patientenpräferenz, also nicht randomisiert). Nach sechs Monaten senkte Testosteron die TPO- und Thyreoglobulin-Antikörper-Titer und erhöhte SPINA-GT; TSH, freie Schilddrüsenhormone, Prolaktin und, bei je acht Patienten pro Gruppe analysiert, die Samenparameter blieben unbeeinflusst. Relevanz: Die Studie untersucht die Schilddrüse und nicht die Spermien als Zielgröße; sie zeigt nur, dass die Samenparameter unter Testosteron nicht verändert waren. Stärke: Antikörpertiter gemessen. Schwächen: nicht randomisiert, kleine Gruppen, Samenanalyse nur bei 16 von 34 Männern.

Alle Kapitel und Anhänge (24)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. Genetische Epidemiologie: Mendelsche Randomisierung und Hyperthyreose beim Mann
  6. Hypothyreose beim Mann: klinische Serien mit Samenanalyse und Subklinische Hypothyreose und Schilddrüsenwerte innerhalb der Referenzbereiche: Querschnitts- und Kohortenstudien
  7. Prävalenz von Schilddrüsenstörungen und Autoimmunität bei Männern mit Fertilitätsproblemen bis Autoimmunthyreoiditis: kleine Behandlungsbeobachtungen
  8. Radiojod bei Schilddrüsenkrebs und Hyperthyreose: Kohorten und Fallberichte und Zusammenfassende Einordnung der Beobachtungsstudien
  9. Hyperthyreose beim Mann: Hormonachse und Samenparameter bis Übersichtsarbeiten
  10. In-vitro-Studien an menschlichen Spermien und Zellkulturen bis Befunde, die sich widersprechen
  11. Mechanismen und biologische Plausibilität
  12. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  13. Englisch bis Spanisch
  14. Chinesisch bis Arabisch
  15. Türkisch
  16. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  17. Limitationen der Evidenz
  18. Offene Forschungsfragen
  19. Praktische Einordnung
  20. Glossar
  21. Quellenverzeichnis
  22. Diagramme
  23. Quellen
  24. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle