Schilddrüsenerkrankungen und Spermienqualität · Kapitel 14 von 21 · Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Chinesisch bis Arabisch

Chinesisch

Der chinesische Raum liefert die größten Humankohorten der Quellenliste; er ist aber eine Literatur der Kinderwunschzentren und nicht der Allgemeinbevölkerung. Nach der Erstautoren-Affiliation gehören 28 Arbeiten der Volksrepublik China an, dazu eine aus Taiwan. Fünf sind in chinesischer Sprache erschienen (drei in der Zeitschrift Zhonghua Nan Ke Xue, eine in Zhonghua Lao Dong Wei Sheng Zhi Ye Bing Za Zhi und eine in Wei Sheng Yan Jiu), von ihnen wurden nur Titel und englische Abstracts über PubMed abgerufen, nicht die chinesischen Volltexte.

Eigene Kohorten. Aus Hangzhou stammt die stratifizierte Analyse an 5142 infertilen Männern (20 bis 45 Jahre) nach Quartilen von FT3, FT4, TT3, TT4 und TSH [s07]: Niedrigere FT3- und TT3-Werte (Q1 bis Q2) waren mit Oligozoospermie assoziiert (adjustierte OR 1,434 bis 1,785), mittlere FT3- und FT4-Werte mit niedrigerem Asthenozoospermierisiko (aOR 0,740 beziehungsweise 0,664), und das niedrigste TSH-Quartil mit niedrigerem Risiko für Oligo- und Asthenozoospermie. Die Autoren sehen graduierte Zusammenhänge auch innerhalb der Referenzbereiche; Konfidenzintervalle fehlen im Abstract, und bei den vielen geprüften Kombinationen ist mit Zufallsbefunden zu rechnen. Die Kohorte aus Zhengzhou umfasst 8478 Männer einer Kinderwunschsprechstunde [s16]: Bei Nicht-Azoospermen ging höheres FT3 mit besserer Beweglichkeit einher (progressive Beweglichkeit Q4 gegenüber Q1 39,2 % gegenüber 35,0 %; p < 0,001), das adjustierte OR für Asthenozoospermie im niedrigsten FT3-Quartil betrug 1,23 (p = 0,010), und der Zusammenhang war bei Männern ohne Schilddrüsenautoimmunität sichtbar, bei Männern mit Autoimmunität nicht (34,7 % gegenüber 42,6 %; p < 0,001). Das ist der einzige Hinweis des Sprachraums zur Hashimoto-Frage; er beruht auf dem Vergleich „Trend vorhanden gegenüber nicht vorhanden“ ohne formalen Interaktionstest, und die Größe der Autoimmunitätsgruppe geht aus dem Abstract nicht hervor. Die absoluten Unterschiede sind klein (drei bis vier Prozentpunkte).

Aus Kunming kommen drei Arbeiten derselben Klinik: die Querschnittsstudie an 5401 Männern (4983 euthyreot, 418 mit subklinischer Hypothyreose) zur Spermien-DNA-Fragmentierung [s50], die Kohorte väterlicher subklinischer Hypothyreose bei 2511 IVF/ICSI-Paaren [s59] und die Kohorte mit väterlichem fT4 im Normbereich bei 4066 Paaren [s47]. Der adjustierte mittlere DFI unterschied sich nicht signifikant (19,7 % gegenüber 18,9 %; p = 0,07), ein DFI von mindestens 25 % war bei subklinischer Hypothyreose häufiger (20,57 % gegenüber 14,49 %; adjustiertes OR 1,43; 95-%-KI 1,09 bis 1,88), ebenso ein DFI von mindestens 30 % (11,72 % gegenüber 6,74 %; OR 1,84; 95-%-KI 1,34 bis 2,52) [s50]. In der IVF/ICSI-Kohorte waren dagegen Samenparameter und DFI zwischen den Gruppen ähnlich, die adjustierte klinische Schwangerschaftsrate war bei väterlicher subklinischer Hypothyreose niedriger (0,32 [0,26 bis 0,40] gegenüber 0,42 [0,40 bis 0,45]; p = 0,009), ebenso die Einnistungsrate (0,24 gegenüber 0,29; p = 0,037), aber nur bei Männern ab 35 Jahren [s59]. In der dritten Kohorte gab es in der Gesamtpopulation keine Unterschiede zwischen den fT4-Tertilen; bei Männern ab 35 Jahren war die adjustierte Lebendgeburtenrate im unteren Tertil niedriger (0,21 gegenüber 0,30 im oberen; p = 0,024) [s47]. Die Beobachtungszeiträume der drei Arbeiten überlappen sich (2017 bis 2021, 2017 bis 2019 und 2016 bis 2021), die Patientenkollektive können sich überschneiden; sie sind nicht als drei unabhängige Bestätigungen zu zählen. Aus Wuhan stammt die Querschnittsstudie an 509 Männern, in der Schilddrüsenhormone als Zwischenglied zwischen Phthalatexposition und Samenqualität modelliert werden: Der Anteil von 17 % des Zusammenhangs zwischen Monoethylphthalat und normaler Morphologie wurde durch fT4 vermittelt [s79]. Eine Studie aus Peking untersuchte 1098 fertile Männer (rekrutiert 2015 in Familienplanungsstellen): Bei Jodmangel (Urin-Jod unter 100 µg/l; n = 275) lag die mittlere Spermienkonzentration bei 41,21 Mio./ml, bei optimaler Zufuhr (n = 407) bei 70,86 und bei Jodüberschuss (ab 200 µg/l; n = 416) bei 57,13; die Gesamtspermienzahl betrug 128,68, 208,92 und 175,02 Mio.; die Beweglichkeit unterschied sich nicht, und die Zeit bis zur Schwangerschaft war bei Mangel um rund 3,5 und bei Überschuss um rund 1,5 Monate länger [s66]. Schilddrüsenhormone wurden in dieser Studie nicht gemessen, und eine einzelne Spot-Urinprobe bildet die Jodzufuhr nur grob ab.

Register und Kausalität. Die Mendelsche Randomisierung eines Teams aus Fuzhou nutzte Expositionsdaten aus dem ThyroidOmics-Konsortium und der UK Biobank (über 700.000 Personen) und Outcomedaten aus FinnGen (über 70.000 Personen, europäische Abstammung) [s36]. Für Männer ergaben sich keine kausalen Effekte von TSH (OR 1,06; 95-%-KI 0,86 bis 1,30), fT4 (OR 0,86; 0,51 bis 1,43), hohem TSH (OR 1,06; 0,88 bis 1,27), Hypo- oder Hyperthyreose auf Infertilität. Das Ergebnis betrifft die registrierte Diagnose „Infertilität“, nicht Samenparameter, die Intervalle sind breit, und es gilt nur für europäische Abstammung; ob es auf ostasiatische Bevölkerungen übertragbar ist, ist offen. Zwei weitere chinesische Synthesen sind der Umbrella-Review von 43 Übersichtsarbeiten mit 67 Risikofaktoren und 249 Effektgrößen aus Chengdu [s15] und die Metaanalyse zum Radiojod aus Nanchong [s39]. Im Umbrella-Review waren nach GRADE 136 Effektgrößen (54,6 %) von sehr niedriger, 59 (23,7 %) von niedriger und 54 (21,7 %) von moderater Qualität; Hyperthyreose wird unter den Erkrankungen genannt, die das Risiko abnormer Samenparameter erhöhen können, Hypothyreose wird im Abstract nicht erwähnt. Die Metaanalyse mit sechs Studien schließt auf eine vorübergehende Störung innerhalb von sechs Monaten mit späterer Normalisierung [s39].

Sexualfunktion und Hormonachse. Eine retrospektive Studie bei 163 Männern nach Thyreoidektomie (55 total, 67 Hemi, 41 partiell) fand nach sechs Monaten eine erektile Dysfunktion bei 60 %, 56,7 % und 26,8 %; die IIEF-Werte nach zwölf Monaten betrugen 18,36 ± 4,335, 21,40 ± 2,692 und 22,54 ± 1,206 (p < 0,05) [s18]. Eine Fall-Kontroll-Studie fand bei 109 Männern mit erektiler Dysfunktion in 29,36 % eine subklinische Hypothyreose [s75]. Zwei Studien in chinesischer Sprache beschreiben die Hormonachse bei männlicher Hyperthyreose: Bei 34 Männern mit Morbus Basedow aus Taiyuan waren Östradiol, Testosteron und LH erhöht und waren sechs Monate nach Radiojod nicht mehr von der Kontrolle verschieden (Testosteron 21,6 ± 4,6 vor und 13,8 ± 3,4 nmol/l nach sechs Monaten) [s115]; bei 68 Männern aus Zhenjiang waren Testosteron und Östradiol erhöht, LH und FSH unterschieden sich nicht von der Kontrolle [s149]. Beide Arbeiten enthalten keine Samenanalyse; dass LH in der einen erhöht, in der anderen unverändert war, lässt sich aus den Abstracts nicht erklären. Aus Nanjing stammt die Übersicht „[Influence of thyroid dysfunction on male sexual and reproductive functions and its mechanisms]“ (Einfluss von Schilddrüsenfunktionsstörungen auf die männliche Sexual- und Fortpflanzungsfunktion und deren Mechanismen) [s96]; nur der englische Abstract war zugänglich.

Mechanismen und Tierversuche. In Chengdu beeinträchtigte L-Thyroxin die Beweglichkeit menschlicher Spermien in vitro und häufte über PI3K/Akt und den Abbau von p53 DNA-Schäden an [s91]; Konzentrationen und Fallzahlen nennt der Abstract nicht. Die Nanjinger Tierwissenschaften kombinierten Diabetes mit Hypo- oder Hyperthyreose bei Mäusen und fanden, dass Hypothyreose die Spermienzahl stark senkte (um 75 %), während Hyperthyreose in einer Arbeit die Spermienzahl um 15 % steigerte, aber den Nebenhoden schädigte [s77, s95, s42, s86]. Landwirtschaftliche Fakultäten in Chongqing, Changchun und Harbin zeigten an Sertoli-Zellen von Ferkel, Schwein und Kalb, dass T3 die Proliferation hemmt und die Reifung fördert [s103, s35, s71]. Dazu kommen Umweltarbeiten: Ammoniumperchlorat senkte bei Ratten fT4 und die Spermienbeweglichkeit [s120], neonatales PCB153 verminderte die tägliche Spermienproduktion im Erwachsenenalter [s126], und die Hypothyreose-Studie aus Lanzhou beschrieb eine Unterdrückung der Signalwege ERK1/2 und PI3K/AKT mit Apoptose [s80]. Eine Rattenstudie aus Xi’an in chinesischer Sprache zu Selen- und Jodmangel über drei Generationen (Titel: „[Evaluating the impact of the second generation reproductive function on the established selenium and iodine deficiency rat models]“, auf Deutsch: Bewertung der Auswirkung auf die Fortpflanzungsfunktion der zweiten Generation in etablierten Selen- und Jodmangel-Rattenmodellen) fand Veränderungen von Morphologie, Biochemie der Spermien und Hodenpathologie, Zahlen nennt der Abstract nicht [s145]. Aus Taiwan kommt die Zellstudie, in der Propylthiouracil direkt die Testosteronbildung isolierter Leydig-Zellen hemmte; das erschwert die Deutung aller Propylthiouracil-Tierversuche [s159]. Ein Fallbericht aus Yichang beschreibt eine reversible Azoospermie nach kumulativ 14,06 GBq Radiojod mit anschließender natürlicher Konzeption [s06].

Leitlinien und Erreichbarkeit. Eine chinesische Leitlinie mit Aussage zu Schilddrüse und Samenqualität wurde nicht gefunden. Die Datenbanken CNKI (Verbindungsabbruch, Umleitungen ohne Ergebnisse) und Wanfang (Skriptoberfläche, direkter Aufruf mit HTTP 415 abgewiesen) waren nicht auswertbar; die chinesische Inlandsliteratur ist damit nicht abgedeckt. Es ist möglich, dass es dort weitere kleine klinische Studien gibt; das lässt sich mit dem vorliegenden Zugang weder bestätigen noch ausschließen. Zugänglich ist der Raum nur über PubMed-indizierte Arbeiten, darunter chinesischsprachige Zeitschriften wie Zhonghua Nan Ke Xue (National Journal of Andrology) mit englischen Abstracts. Insgesamt sind die Effekte in den großen Kohorten klein, hormonspezifisch und teils nur in Untergruppen sichtbar; das stützt weder einen starken noch einen fehlenden Zusammenhang eindeutig.

Japanisch

Die japanische Literatur hat zwei Zeitschichten, und keine von beiden enthält eine moderne Humankohorte zur Samenqualität bei Schilddrüsenerkrankungen. Nach der Erstautoren-Affiliation und der Publikationssprache gehören 19 Arbeiten zum Raum: acht als japanisch gekennzeichnete (davon drei zugleich als englisch gekennzeichnet) und elf englischsprachige aus japanischen Instituten. Die japanischen Originalartikel wurden über J-STAGE gefunden; abgerufen waren Abstracts, keine Volltexte.

Historische Humanstudien. Drei japanische Arbeiten untersuchen Männer. Die älteste ist die erste Mitteilung einer Reihe über die Wechselbeziehungen der endokrinen Drüsen: 松下 鉱三郎: 内分泌腺相互の関係に関する研究 第1報 男子不妊症患者の甲状腺機能に関する研究 (Studien zu den Wechselbeziehungen der endokrinen Drüsen, 1. Mitteilung: Studie zur Schilddrüsenfunktion bei Patienten mit männlicher Unfruchtbarkeit), Japanese Journal of Urology 1969 [s193]. Bei 105 Sterilitätspatienten (81 idiopathisch) hatten 18 von 97 (18,6 %) eine subnormale Radiojodaufnahme der Schilddrüse; kein Fall wies auf eine Überfunktion hin. Eine Azoospermie bestand bei 38 von 101 (37,6 %), die Hodenhistologie zeigte bei 21 Männern (22,8 %) völlige Spermatogenesefreiheit und bei 68 (73,9 %) Hypospermatogenese; die Radiojodaufnahme war umso niedriger, je milder die Spermatogenesestörung war. Die Studie hat keine mitgeführte Kontrollgruppe (der Vergleichswert „Durchschnitt Gesunder“ wird nicht erläutert), und Methoden und Samenanalysestandards sind mit heutigen nicht vergleichbar. Die zweite, 細井 康男: 男性不妊症の内分泌学的研究 (Endokrinologische Studie zur männlichen Unfruchtbarkeit), Japanese Journal of Urology 1981 [s189], ist ein wichtiger Negativbefund: Bei 219 Männern mit idiopathischer Unfruchtbarkeit unterschieden sich die Basalwerte von Prolaktin, TSH, T4 und T3 im Mittel nicht signifikant von 40 gesunden Männern (zweite Vergleichsgruppe: 33 Männer mit Klinefelter-Syndrom); die Gonadotropine stiegen dagegen mit abnehmender Spermienkonzentration, besonders das FSH. Die Arbeit prüft Gruppenmittelwerte und nicht Quartile oder Schwellenrisiken und kann deshalb moderate Zusammenhänge in Untergruppen nicht ausschließen; Zahlenwerte für TSH, T4 und T3 stehen im Abstract nicht. Die dritte, 猪 芳亮 et al.: 男性甲状腺機能亢進症における視床下部―下垂体―性腺系の機能 (Funktion der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse bei männlicher Hyperthyreose), Japanese Journal of National Medical Services 1985 [s187], führte bei 22 Männern mit Hyperthyreose LH-RH- und HCG-Tests durch; die Basalwerte von LH, Testosteron und Östradiol waren häufig erhöht, die Testosteronantwort auf HCG nach der Behandlung signifikant schwächer, und die Autoren schließen auf eine teilweise Leydig-Zell-Funktionsstörung. Samenparameter wurden nicht erhoben.

Aus den modernen Zeitschriften kommt ein einziger Humanbeitrag, ein Fallbericht aus Toyama: Ein Patient mit fünfjähriger primärer Infertilität entwickelte 21 Monate nach dem Erstbesuch ein Myxödemkoma; drei Monate danach zeigte die Samenanalyse ein Volumen von 0,2 ml und eine schwere Oligozoospermie (zwei Spermien pro Ejakulat), die sich nach Wiederherstellung der Euthyreose schrittweise besserte [s113]. Mögliche Mitursachen (Imipramin, retrograde Ejakulation, Hyperprolaktinämie) lassen aus dem Einzelfall keine Kausalaussage zu.

Historische Tierversuche. Fünf Arbeiten von 1952 bis 1987 sind Tierversuche an Nutz- und Versuchstieren, die die frühe Beschäftigung der japanischen Reproduktionsbiologie mit dem Thema zeigen. Bei der Ziege hatte die Thyreoidektomie (sieben von elf Tieren) laut Abstract keinen Einfluss auf Samen und Hodenhistologie [s196]. Bei der Ratte verminderte die Thyreoidektomie die Spermatogenese, und Trijodthyronin nach Thyreoidektomie verhinderte die Gonadenstörung [s192]; verminderte Schilddrüsenfunktion ging mit verminderter Ejakulationsfunktion und Empfängnisfähigkeit einher [s194]. Bei Schafböcken mit Spermatogenesestörung brachte Iodcasein bei einem Tier mit Oligozoospermie einen deutlichen Erfolg, die beiden azoospermen Tiere sprachen nicht an [s195]; das ist eine Fallserie mit drei Tieren und keine Grundlage für Aussagen am Menschen. Beim Hahn nahmen nach Thyreoidektomie in der Geschlechtsreife bei schwerem Mangel das Hodengewicht, das Samenvolumen und die Spermienkonzentration ab, bei mildem Mangel nicht [s183]. Die Befunde sind artspezifisch und uneinheitlich.

Moderne Tiermodelle. Die japanischen Zeitschriften der Gegenwart publizieren vor allem Nagermodelle, und sie zeigen einen paradoxen Befund: Die Hoden erwachsener hypothyreoter Tiere sind nicht klein, sondern normal groß oder vergrößert. Männliche hypothyreote rdw-Ratten waren infertil: Keine unbehandelte Ratte paarte sich, die Nebenhodenspermien trugen häufiger Zytoplasmatropfen, und Thyroxin stellte die Fertilität der Nebenhodenspermien in vivo und in vitro vollständig wieder her [s166]; ihr Hodengewicht lag in Woche 19 über dem normaler Tiere, und mit Thyroxin ab Woche 3 wurden nach Woche 16 alle verpaarten Weibchen trächtig [s156, s177]. Bei der grt-Maus mit angeborener Hypothyreose war das Hodengewicht bis Woche 8 niedriger und danach vergleichbar, reife Spermien fehlten in Woche 5 [s137]. Nach perinataler Propylthiouracil-Gabe (0,5, 1,0 und 2,0 mg/kg täglich) war das Hodengewicht ab Woche 13 höher und die Sertoli-Zellzahl von Woche 3 bis 26 signifikant höher [s104]; Methimazol von Geburt an führte bei Ratten zu einem höheren Verhältnis von Hoden- zu Körpergewicht [s173]; eine Studie von 2026 aus Nagoya sah bei neonataler Hypothyreose mehr undifferenzierte GFRA1-positive Keimzellen und eine dosisabhängig verminderte Lumenbildung der Samenkanälchen [s08]. In Chiba verminderte postnatales Decabromdiphenylether bei Mäusen die Expression von Androgen- und Schilddrüsenhormonrezeptor in Sertoli-Zellen, ohne die Serumschilddrüsenhormone zu ändern [s105], und eine ältere Rattenstudie beschreibt eine verminderte hypophysäre LH-Freisetzung bei Hypothyreose [s171]. Aus Hokkaido stammt zudem die statistische Auswertung historischer Spermienzahlen, die Jodzufuhr als möglichen Grund für den Rückgang nach etwa 1965 diskutiert (gewichtete Mittel 111 gegenüber 70 Mio./ml); das ist eine ökologische Hypothese ohne Individualdaten [s155].

Register, Leitlinien, Erreichbarkeit. Ein japanisches Register oder eine Leitlinie mit Aussage zum Thema wurde nicht gefunden. Die J-STAGE-Programmierschnittstelle war erreichbar, aber nur die Volltextsuche lieferte Treffer (die Titelsuche endete mit dem Fehlercode ERR_012), viele Treffer sind Kongressbände; Artikelseiten mit Abstract waren abrufbar. CiNii Research lieferte vor allem Förderprojekte (KAKEN): „甲状腺 精子“ ergab 36 Treffer, „甲状腺機能低下症 精液“ keinen; Projekttitel allein wurden nicht als Quelle geführt. Der Raum wird also von einer Handvoll Humanarbeiten aus den Jahren 1969 bis 1985 und einer größeren Zahl von Tierversuchen getragen.

Koreanisch

Aus Korea stammt keine Humanstudie zu Schilddrüse und Samenqualität. Die vier Arbeiten, die dem Raum nach der Erstautoren-Affiliation angehören, sind sämtlich Grundlagenforschung und auf Englisch erschienen. In einem privatwirtschaftlichen Labor in Seoul wurde bei der Ratte das Gen des Schilddrüsenhormontransporters Mct8 (Slc16a2) ausgeschaltet: Die Knockout-Tiere zeigten eine Wachstumsverzögerung, bei erwachsenen Tieren verminderte Spermienbeweglichkeit und -vitalität sowie im Nebenhoden eine verminderte Spermienzahl; die Autoren sehen darin eine funktionelle Beteiligung von MCT8 an der Spermatogenese [s61]. In Gwangju zeigte eine Studie an Mausleydig-Zellen, dass TRα und T3 die Steroidogenese-Enzymgene unterschiedlich regulieren und den Promotor des CYP17-Gens aktivieren [s106]; eine zweite Arbeit von der Chosun-Universität untersuchte, wie bei Propylthiouracil-Hypothyreose das Protein StarD6 verspätet in Keimzellen und später auch in Leydig-Zellen auftrat [s136]. In Busan zeigte eine Studie an hypothyreoten Ratten, dass der hypothyreote Zustand einen gewissen Schutz vor der Reproduktionstoxizität von Dibutylphthalat bietet, vermutlich über einen veränderten metabolischen Aktivierungsschritt; das zeigt, dass Hypothyreose nicht durchgängig schädlich wirkt, sondern mit anderen Einflüssen wechselwirkt [s131].

Die koreanischsprachige Inlandsliteratur wurde nur eingeschränkt geprüft. Die Suche in KCI lieferte mit Parametern in der Adresse alle rund 2,4 Millionen Datensätze (die Parameter werden ignoriert); über das Formular funktionierte sie, die Trefferqualität war aber gering, und in den Titellisten fand sich keine einschlägige Studie. KoreaMed ergab für „thyroid sperm“ vier und für „thyroid semen“ drei Treffer, für koreanische Begriffe null bis drei, ohne einschlägige Studie. Die koreanische Schilddrüsenliteratur besteht dort überwiegend aus Leitlinien der Koreanischen Schilddrüsengesellschaft (Schilddrüsenknoten, Schilddrüsenkrebs, subklinische Hypothyreose), die Samenqualität nicht im Titel behandeln; die Prüfung beruhte auf Titeln der Trefferlisten, nicht auf Abstracts oder Volltexten. DBpia war nicht erreichbar (Verbindungsabbruch). Ein koreanisches Register zum Thema wurde nicht gefunden. Der Raum trägt damit Mechanismen bei, aber keine Befunde am Menschen.

Russisch

Der russische Sprachraum stellt außerhalb des Englischen die meisten originalsprachigen Arbeiten der Quellenliste: 14 russischsprachige Einträge, vier davon ukrainische Originaltexte mit russischer Zusammenfassung, dazu vier englischsprachige PubMed-Arbeiten mit Erstautoren aus Russland. Der Sprachraum ist nicht deckungsgleich mit einem Land: Die Arbeiten stammen aus Russland (St. Petersburg, Krasnojarsk, Woronesch, Blagoweschtschensk, Dagestan, Stawropol, Moskau, Jekaterinburg), der Ukraine (Ternopil, Charkiw, Sumy), Usbekistan (Taschkent) und Kasachstan (Astana). Gefunden wurden sie über die Schnittstelle von CyberLeninka, deren Suchseite von außen leer erscheint, deren JSON-Schnittstelle aber ohne Anmeldung antwortete und Volltexte lieferte; eLIBRARY.ru war nicht erreichbar (Weiterleitung auf eine Sitzungsseite und danach eine Fehlermeldung). Die Literatur ist endokrinologisch-andrologisch und beschäftigt sich vor allem mit der Hoden-Hormonachse; nur fünf Arbeiten berichten Spermiogramme [s121, s93, s68, s107, s56]. Die Fallzahlen liegen zwischen 12 und 174, Konfidenzintervalle fehlen durchweg, Streuungsangaben sind oft nicht als Standardabweichung oder Standardfehler bezeichnet, und ältere Arbeiten nutzen die WHO-Normwerte der vierten Auflage oder nennen nur „WHO-Norm“.

Hyperthyreose mit Spermiogramm. Die größte Serie mit Spermiogramm bei Hyperthyreose im gesamten Material stammt aus Taschkent: «Состояние сперматогенеза при диффузном токсическом зобе до и после лечения» (Zustand der Spermatogenese bei diffuser toxischer Struma vor und nach der Behandlung), 88 Männer mit Morbus Basedow (Behandlung 2002 bis 2010; 39 konservativ, 11 mit Radiojod, 38 operativ) und 30 gesunde Kontrollen, Alter 27,2 ± 7,1 Jahre [s121]. In der unbehandelten Thyreotoxikose lagen die Spermienzahl bei 37,1 ± 15,0 Mio./ml (Kontrolle 101,0 ± 10,0), der Anteil aktiv beweglicher Formen bei 25,3 ± 6,0 % (Kontrolle 59,3 ± 6,0 %) und der Anteil unbeweglicher Formen bei 65,3 ± 6,0 % (Kontrolle 24,7 ± 5,0 %); nach Erreichen der Euthyreose stieg der Anteil aktiv beweglicher Formen in allen Behandlungsgruppen (46,9 %, 50,1 % und 58,8 %), während Volumen und Anteil pathologischer Formen (um 7 % in allen Gruppen) unverändert blieben. Die Spermienzahl der Radiojod-Gruppe (n = 11) zeigte keine signifikante Erholung (34,5 ± 6,0 Mio./ml). Die Arbeit hat Kontrollen und trennt die Behandlungsarten, aber es ist nicht erkennbar, ob vor und nach der Behandlung dieselben Männer verglichen wurden (die Gruppengrößen der Tabelle weichen von denen des Methodenteils ab), ein gepaarter Vergleich wird nicht beschrieben, in der Tabelle steht für die unbeweglichen Formen im Radiojod-Arm „± 81,0“ (offensichtlich ein Druckfehler), die Morphologiekategorie passt nicht zur im Methodenteil genannten Normgrenze, und Rauchen, Betablocker und Glukokortikoide sind genannt, aber nicht adjustiert. Eine Verlaufsstudie aus Krasnojarsk («Андрогенная функция гонад у мужчин с гипертиреозом», Androgene Funktion der Keimdrüsen bei Männern mit Hyperthyreose) untersuchte 37 Männer mit neu diagnostiziertem Morbus Basedow und 16 Gesunde ohne Spermiogramm: Bei Hyperthyreose war das freie Testosteron niedriger (161,8 gegenüber 280,6 pmol/l; p = 0,002), SHBG (145,9 gegenüber 66,8 nmol/l; p < 0,001) und LH (9,4 gegenüber 4,0 U/l; p = 0,001) waren höher, das Gesamttestosteron war nicht verändert (p = 0,265) [s110]. 11 von 21 Männern mit niedrigem freiem Testosteron nahmen auf eigene Entscheidung zusätzlich ein Testosteronpräparat; nach sechs Monaten war das freie Testosteron bei 9 von 11 (82 %) mit und bei 2 von 10 (20 %) ohne Testosteron normal. Die Zuteilung war nicht randomisiert, die Männer mit Testosteron waren jünger, und im Text steht für zwei verschiedene Vergleiche derselbe χ²-Wert, was auf eine Verwechslung hindeutet. Die Autoren schlagen vor, bei Hyperthyreose und Androgenmangel von Beginn an Testosteron zu geben; das ist ihre Position, ein Einfluss auf die Spermatogenese wurde nicht untersucht, und die Empfehlung wird hier nicht übernommen.

Hypothyreose und subklinische Hypothyreose. «Субклинический гипотиреоз - фактор мужского бесплодия» (Subklinische Hypothyreose als Faktor männlicher Unfruchtbarkeit) aus Blagoweschtschensk verglich 21 Männer im Alter von 22 bis 39 Jahren mit unfruchtbarer Partnerschaft und subklinischer Hypothyreose mit 12 „praktisch gesunden“ Männern; Testosteron war erniedrigt, bei einer Asthenozoospermie von 78 % [s93]. Die Aussagekraft ist begrenzt: Die Kontrollen wurden nach normalem Spermiogramm ausgewählt (Auswahlverzerrung), die Prozentangaben (78 % und 43,2 % mit Testosteron unter 12,0 nmol/l) lassen sich bei n = 21 nicht als ganze Fälle darstellen, zwei Aussagen zu FSH und LH widersprechen sich im Text, und die Zusammenfassung spricht von einer Literaturanalyse, der Text von einer Beobachtungsstudie. Die Fallserie aus St. Petersburg «РЕПРОДУКТИВНОСТЬ У МУЖЧИН С ТИРОИДИТОМ ХАСИМОТО» (Fortpflanzungsfähigkeit bei Männern mit Hashimoto-Thyreoiditis) berichtet über 174 Männer mit Hashimoto-Thyreoiditis und Hypothyreose, von denen 17 mit Kinderwunsch-Problemen ein Spermiogramm hatten [s68]. Bei fünf davon war es normal, bei fünf bestand eine Asthenoteratozoospermie, bei drei eine Teratozoospermie, bei zwei waren alle Spermien unbeweglich, zwei hatten eine nicht obstruktive Azoospermie (70,6 % pathologisch, also 12 von 17). Testosteron lag bei 15,73 ± 2,67 gegenüber 33,67 ± 2,06 nmol/l der Kontrollen (p < 0,001), bei 25 Männern (14,3 %) bestand eine Hyperprolaktinämie mit deutlich erniedrigtem Testosteron, und bei 86 Männern mit hohem Prolaktin zeigte die Kernspintomographie der Hypophyse bei 39,4 % ein Prolaktinom und bei 50 % eine autoimmune Hypophysitis. Die Summe der genannten MRT-Befunde (88) übersteigt die Zahl der untersuchten Männer (86); es gibt keine Vergleichsgruppe der Spermiogramme, keine Spermienzahlen, und die Besserung unter Levothyroxin ist nicht überprüfbar, weil nur Aussagen und eine Abbildung vorliegen. Der mittlere TSH-Wert von 2,23 µIU/ml liegt im üblichen Normbereich, die Gruppe war offenbar zu einem großen Teil bereits behandelt. Je Behandlungsgruppe stehen 12 bis 21 Männer in der ukrainischen Studie «Опыт применения левотироксина и антиоксидантов при терапии бесплодия у мужчин, больных гипотиреозом» (Erfahrung mit Levothyroxin und Antioxidanzien bei der Behandlung der Unfruchtbarkeit bei Männern mit Hypothyreose): 84 infertile Männer von 22 bis 44 Jahren, 49 mit primärer, 35 mit subklinischer Hypothyreose, nicht randomisiert, ohne Placebo- oder unbehandelte Gruppe [s107]. Vor der Behandlung bestand bei 83,7 % beziehungsweise 85,7 % eine Asthenozoospermie; nach der Behandlung war das Spermiogramm bei der subklinischen Hypothyreose in der Kombinationsgruppe aus Levothyroxin, Selen und Vitamin E bei 92,9 % (n = 14) normal, unter Levothyroxin allein bei 52,4 % (n = 21), bei primärer Hypothyreose bei 80 % (n = 20) gegenüber 41,2 % (n = 17) unter Levothyroxin allein. Der Effekt der Zusatzstoffe lässt sich von Spontanverlauf und Erneuerung der Spermatogenese in drei Monaten nicht trennen. Die Autoren halten eine antioxidative Zusatzbehandlung für „zweckmäßig“; das ist ihre Position und wird hier nicht übernommen. Eine ältere Studie der Autoren zu Männern mit Autoimmunthyreoiditis unter antioxidativer Therapie, die in der Literaturliste von [s107] steht, wurde in CyberLeninka nicht gefunden.

Fünf Arbeiten betrachten Androgenstatus und Sexualfunktion bei Hypothyreose ohne Spermiogramm. Bei 20 Männern von 21 bis 38 Jahren stieg unter sechs Monaten Levothyroxin das Testosteron von 10,1 ± 1,1 auf 16,0 ± 0,6 nmol/l (Kontrolle 19,7 ± 1,5), und die sexuelle Funktion normalisierte sich bei 13 (81,3 %) [s122]. Unter 350 Männern mit erektiler Dysfunktion aus Woronesch hatten 16,0 % eine subklinische und 7,1 % eine manifeste Hypothyreose, bei den hypothyreoten Männern war das Gesamttestosteron in 78,6 % erniedrigt (ohne Kontrollgruppe, in einem privaten Andrologiezentrum) [s67]. Drei Arbeiten aus Ternopil zum Androgenstatus bei primärer Hypothyreose [s82, s83, s81] fanden ein erniedrigtes Gesamttestosteron (11,64 gegenüber 23,17 nmol/l in [s82]; 11,7 ± 0,6 gegenüber 20,2 ± 0,7 nmol/l in [s83]); in [s83] unterschieden sich LH, FSH und Prolaktin nicht von der Kontrolle. Die Werte von [s82] und [s83] sind in mehreren Größen nahezu identisch, die Stichproben überlappen vermutlich; auch sind die Angaben zur Kontrollgruppe in [s82] widersprüchlich (Zusammenfassung 25, Tabelle 20). Eine weitere Veröffentlichung desselben Autors von 2019 wiederholt die Zusammenfassung von [s82] und ist nicht als eigene Quelle gezählt.

Kinderwunschklinik und Übersichten. In Jekaterinburg wurden 159 von 168 Männern einer ART-Klinik ausgewertet (11 mit nicht obstruktiver Azoospermie, 38 mit anderer Pathospermie, 110 Normozoosperme als Kontrolle) [s56]. Von den 49 Männern mit Pathospermie hatten 51,02 % eine Schilddrüsenerkrankung, bei 34,7 % erstmals festgestellt; bei 45,5 % der Azoospermen (fünf Männer) fand sich ein unbekannter Knotenkropf bei normalem TSH und fT4 (r = 0,610; p = 0,01). Die Autoren halten eine Schilddrüsensonographie bei Azoospermie für angezeigt; das ist ihre Position. Der Abstract nennt keine Vergleichszahl der Schilddrüsenbefunde in der Normospermie-Gruppe. Dieselbe Stadt ist Sitz eines Übersichtsartikels, der Hypothyreose neben Hyperprolaktinämie und Hypoandrogenismus unter den Faktoren nennt, die die Bildung von Antispermien-Autoantikörpern begünstigen; Daten nennt der Abstract nicht [s53]. Zwei russischsprachige Übersichten fassen die Lage zusammen. Die Krasnojarsker Übersicht («Современные представления о взаимосвязи гормонов щитовидной железы и гонад у мужчин», Moderne Vorstellungen zum Zusammenhang von Schilddrüsen- und Keimdrüsenhormonen bei Männern) beschreibt, dass neonatale und präpubertäre Hypothyreose die Zahl der Sertoli-Zellen um 157 % steigere, dass nach Erreichen der Euthyreose sexuelle Störungen bei 14,75 % der Männer mit Hyperthyreose und bei 64,3 % der Männer mit Hypothyreose bestünden und dass ein vorzeitiger Samenerguss bei 72,1 % von 43 Männern mit Hyperthyreose vorlag; die Quellenstudien wurden nicht abgerufen [s111]. Die Übersicht aus Astana und St. Petersburg von 2025 («Влияние нарушений функции щитовидной железы на репродуктивную систему», Einfluss von Schilddrüsenfunktionsstörungen auf das Fortpflanzungssystem) nennt als einzigen quantitativen Befund zur männlichen Fertilität ein Odds Ratio von 1,64 (p = 0,010) für eine Spermien-DNA-Fragmentierung über 25 % und von 1,61 (p = 0,029) über 30 % bei subklinischer Hypothyreose [s25]. Diese Werte weichen von denen der Kunminger Arbeit ab (adjustiertes OR 1,43 und 1,84; [s50]); welche Primärstudie gemeint ist, nennt der Abstract nicht, und Konfidenzintervalle fehlen.

Tierversuche und Veterinärstudien. Bei Rüden aus einer Jodmangelregion in Dagestan senkte die Thyreoidektomie das Testosteron und in der Gruppe mit subtotaler Thyreoidektomie das LH, das FSH stieg kurzfristig und fiel dann, und das Keimepithel wurde geschädigt [s38]: Das Serumtestosteron sank am Tag 20 nach subtotaler Thyreoidektomie um 41,1 % (p < 0,005). Trotz des Titels wurden keine Ejakulat- oder Nebenhodenspermienparameter erhoben, und die Medianwerte und Quartilsgrenzen der Hormontabelle (zum Beispiel freies Testosteron 20,9 gegenüber 44,8 pmol/l) sind fast deckungsgleich mit den Werten bei Männern in [s82] (20,6 gegenüber 44,9 pmol/l), obwohl dort 55 Männer, hier acht Hunde und vier Kontrolltiere untersucht wurden. Ob das Zufall ist, lässt sich aus den Texten nicht entscheiden; die Plausibilität der Tabelle sollte vor einer Verwendung geprüft werden. Zwei Moskauer Arbeiten betreffen Hodenentwicklung und Arzneimittel: Neonatale Hyperthyreose beschleunigte, Hypothyreose verzögerte die Entwicklung der Rete testis bei der Maus [s34], und ein pflanzliches Thyreotropikum aus Potentilla alba senkte bei Ratten in der hohen Dosis (125 mg/kg über 60 Tage) den Anteil beweglicher Spermien von 56,1 % auf 32,8 % und steigerte den Anteil pathologischer Formen von 1,5 % auf 5,1 %, ohne dass der Fertilitätsindex signifikant litt; als häufigste Anomalie nennen die Autoren an den Kopf angelegte Enden des Spermienflagellums [s55]. Für Männer mit Schilddrüsenerkrankung folgt daraus nichts. Eine Veterinärstudie aus Stawropol an Schafböcken fand mit organischem Jodpräparat die höchste Befruchtungsrate der Mutterschafe (95 % gegenüber 85 % mit Kaliumiodid und 65 % in der Kontrolle); es ist eine Jodergänzungsstudie, keine Studie an Schilddrüsenerkrankung, und Gruppengröße und Signifikanztests sind im gelesenen Text nicht klar ausgewiesen [s98].

Leitlinien, Register, Jod. Eine russische oder ukrainische Leitlinie und ein Register zum Thema wurden nicht gefunden. Jodmangel erscheint in der russischsprachigen Literatur als regionaler Kontext (Hunde in Dagestan, Jodergänzung bei Schafböcken), nicht als untersuchte Exposition bei Männern; eine russischsprachige Humanstudie zu Jodmangel und Spermienqualität wurde nicht gefunden. Rechnerische Unstimmigkeiten bei kleinem n in [s93], [s68] und [s110] und die Ähnlichkeit der Hunde- und Humantabelle mahnen zur Vorsicht bei der Weiterverwendung der Zahlen.

Arabisch

Der arabische Raum ist in der Quellenliste mit 21 Arbeiten vertreten, aber nicht in arabischer Sprache: Nach der Erstautoren-Affiliation stammen 16 aus Ägypten, je zwei aus Saudi-Arabien [s33, s44] und Algerien [s76, s109] und eine aus Bahrain [s19]. Alle sind auf Englisch in internationalen Zeitschriften erschienen. Arabischsprachige Originalartikel zu Schilddrüse und Spermien konnten nicht als Quelle aufgenommen werden; arabische Suchbegriffe lieferten über Crossref zwar Treffer (zum Beispiel Fachzeitschriften aus Ägypten und dem Irak), die geprüften Datensätze enthielten aber keinen Abstract und betrafen Tierstudien ohne Bezug zu Schilddrüse und Hoden. Es gibt aus diesem Raum eine einzige Humanstudie, eine Übersicht, und alles übrige sind Tierversuche.

Die einzige Humanstudie. An der Südtal-Universität in Qena wurde in einer Querschnittsstudie bei Männern mit Fertilitätsstörung Vitamin D3, Anti-Müller-Hormon, freies T3 und T4, TSH, FSH, LH, Prolaktin und freies Testosteron gemessen: laut Abstract 301 Männer, davon 105 mit Oligoasthenoteratozoospermie und 96 mit Azoospermie, „zusätzlich“ 100 Kontrollen [s64]. (Die Zahlen 105, 96 und 100 ergeben 301; ob die 301 die Kontrollen einschließen, ist im Abstract nicht eindeutig.) Bei Azoospermie waren TSH und FSH signifikant höher und das freie Testosteron signifikant niedriger als bei Oligoasthenoteratozoospermie und Kontrollen (p < 0,05); freies T3 und freies T4 unterschieden sich nicht. Das beschreibt eher ein subklinisches Muster als eine manifeste Funktionsstörung und ist eine Assoziation, keine Ursache. Mittelwerte, Konfidenzintervalle und Altersangaben nennt der Abstract nicht, der Volltext war nicht zugänglich. Die Übersicht aus Bahrain zum Jodüberschuss [s19] enthält keine eigenen Daten; sie gibt Zahlen aus der Pekinger Studie [s66] wieder (bei Jodüberschuss ein um 5 % höheres Ejakulatvolumen, eine um 26 % niedrigere Konzentration, eine um 20 % geringere Spermienzahl und 1,48 Monate längere Zeit bis zur Schwangerschaft) und aus der spanischen Studie [s89] (mediane Urin-Jodkonzentration 97,6 µg/l; Seminal-Jod bei Jodsalz 16,5 gegenüber 11,7 µg/l), bewertet beide als Querschnittsstudien ohne Kausalbeleg und betont, Jodüberschuss sei weniger erforscht als Jodmangel. Die Humanzahlen sind Zweitangaben aus der Zusammenfassung dieser Übersicht.

Hypothyreose-Modelle. Das gemeinsame Muster der ägyptischen Tierstudien: Hypothyreose wird mit Propylthiouracil oder Carbimazol erzeugt, dann wird eine Substanz zugegeben und Hodenhistologie, Hormone, Oxidationsmarker und teils Spermienparameter werden gemessen; fast alle Arbeiten berichten, dass die Zusatzsubstanz die Hodenwerte verbessert. Das am besten berichtete Beispiel kommt aus Tanta: 40 Ratten in vier Gruppen zu je zehn, sechs Wochen Propylthiouracil mit und ohne Selen [s29]. Unter Propylthiouracil stieg das TSH von 3,56 ± 1,03 auf 15,08 ± 1,94 µIE/ml, die Spermienzahl fiel von 86,90 ± 7,12 auf 23,60 ± 5,71 Mio./ml, die progressive Beweglichkeit von 67,00 ± 8,28 % auf 30,50 ± 5,46 %, und mit Selen lagen die Werte bei 81,70 ± 9,67 Mio./ml und 64,70 ± 9,27 %. Auffällig ist, dass die Werte der anormalen Formen genau das Komplement der Lebensfähigkeit sind (6,50 und 93,50, 25,10 und 74,90 und so weiter, mit identischen Streuungen und identischem F-Wert); beide Zeilen enthalten also dieselbe Information, und „Lebensfähigkeit“ und „Missbildung“ sind nicht unabhängig gemessen worden. Weitere Arbeiten: Melatonin erhöhte bei Propylthiouracil-Hypothyreose Lebensfähigkeit und Beweglichkeit der Spermien (p < 0,001) und das Testosteron und senkte Prolaktin [s30]; Thymochinon senkte Entzündungsmarker im Hoden und erhöhte die Höhe des Keimepithels, ohne dass Spermiogrammdaten berichtet wurden [s44]; unter Carbimazol sanken in Zagazig Tubulusdurchmesser, Keimepitheldicke, Hodengewicht, Spermienbeweglichkeit und Spermienzahl signifikant, Alpha-Liponsäure besserte Tubulusdurchmesser und Keimepithel [s54], Mikrovesikel aus mesenchymalen Stammzellen verbesserten bei 84 Ratten die Hodenveränderungen stärker als Ozon [s31], Eltroxin oder Hesperidin senkten Oxidations- und Entzündungsmarker [s37], Selen besserte die Histologie [s119], Metformin dosisabhängig Spermienzahl und Beweglichkeit [s45]; Stammzellen, Exosomen und mononukleäre Zellen verbesserten die Parameter bei 48 Ratten [s09]; Folsäure verbesserte nach Wiederherstellung der Euthyreose die Spermatogenese besser als gleichzeitige Gabe [s117]. Eine Studie mit Tetrachlorkohlenstoff als Auslöser ist kein Modell einer Schilddrüsenerkrankung im engeren Sinn [s51]. Alle diese Arbeiten arbeiten mit Medikamenten, die selbst Hodentoxizität haben können; die Gruppe um Hussein räumt das im Volltext ein [s33]. Hypothyreose und Medikamentenwirkung sind in diesen Modellen deshalb nicht sauber trennbar, die Gruppen sind klein (acht bis zehn Tiere), Verblindung wird kaum berichtet, und fast alle geprüften Zusatzstoffe erscheinen als wirksam. Dass das auf Publikationsverzerrung hindeutet, ist wahrscheinlich, lässt sich aus den Texten aber nicht belegen.

Hyperthyreose-Modelle. In der Studie mit 64 Ratten in acht Gruppen [s33] sank der Anteil der Samenkanälchen mit voller Spermatogenese durch Levothyroxin von 90,1 ± 5,2 % auf 60,1 ± 9,3 %, durch Carbimazol allein bei Euthyreose auf 70,2 ± 8,1 %; Carbimazol zur Hyperthyreose brachte keine Besserung (55,4 ± 10,2 %), die zusätzliche Gabe von Vitamin E einen Anstieg (72,1 ± 8,2 %). Die Studie ist als Volltext transparent, aber auf Histologie, Oxidations- und Entzündungsmarker beschränkt, enthält kein Ejakulat, und ihre eigentliche Frage (Carbimazol mit Vitamin E) ist eine Medikamentenfrage ohne direkten Beleg zur Spermienqualität bei Männern mit Basedow-Krankheit. Levothyroxin 300 µg/kg über drei oder acht Wochen senkte zeitabhängig Nebenhodenspermienzahl und Beweglichkeit sowie LH, FSH und Testosteron [s99]; bei Levothyroxin-Hyperthyreose senkte Cholecalciferol-Gabe die Entzündungsmarker und besserte die Befunde, Zahlen nennt der Abstract nicht [s23]. Die Befunde zum Testosteron widersprechen sich: In einer Melatoninstudie mit 75 Ratten stieg das Testosteron in der Hyperthyreose, während TSH, FSH und LH sanken [s58]; in [s99] und [s23] sank es. Dosis, Dauer und Stamm unterscheiden sich, ein Grund wird im Abstract nicht genannt.

Algerien. Zwei Arbeiten aus Algier betreffen junge Ratten und die Frühentwicklung: Rattenjunge erhielten ab dem ersten Lebenstag 21 Tage lang täglich 80 µg/kg T3; das Körpergewicht war erniedrigt, das Hodengewicht erhöht, am Tag 20 waren TBARS und Proteincarbonyle im Hoden erhöht, histologisch fanden sich veränderte Samenkanälchen und eine geringere Höhe des Keimepithels [s76]. Wenn Mütter in der Laktation Thyroxin erhielten, waren bei den Söhnen Körper- und Hodenmasse sowie Plasmatestosteron niedriger, und die Spermatogenese verlief verzögert [s109]. Beide Arbeiten betreffen Entwicklung und Histologie, keine Spermiogramme.

Thyroxin als Zusatz zu Bullensperma. Zwei ägyptische Veterinärstudien prüfen Thyroxin im Verdünnungsmedium für tiefgefrorenes Sperma. Bei 96 Ejakulaten von sechs Simmental-Bullen verbesserte die Kombination von 0,5 µg/dl Thyroxin mit 30 µg/dl Nano-Melatonin nach dem Auftauen Beweglichkeit, Lebensfähigkeit, Akrosom-, Membran- und DNA-Integrität; die Konzeptionsraten betrugen 48,57 % (Kontrolle), 77,14 % (Nano-Melatonin) und 82,86 % (Kombination) [s01]. Bei Büffelbullen verbesserten niedrige Thyroxinkonzentrationen (0,1 bis 0,9 µg/dl) Beweglichkeit und Lebensfähigkeit, höhere (2,7 und 8,1 µg/dl) nicht, und 0,75 µg/dl war am besten [s22]. Beide Studien betreffen Thyroxin als Zusatz in vitro und keine Schilddrüsenerkrankung; sie belegen nur, dass dieser Forschungszweig im arabischen Raum aktiv ist.

Register, Leitlinien, Erreichbarkeit. Ein Register oder eine Leitlinie mit Aussage zum Thema wurde im arabischen Raum nicht gefunden. Die arabischen Datenbanken waren nicht nutzbar: Die Seite der Arab World Research Source (EBSCO) meldete HTTP 404, die Suche bei Mandumah antwortete mit HTTP 302 ohne Inhalt, die algerische Plattform ASJP, die Egyptian Knowledge Bank und das irakische IASJ waren nicht erreichbar (keine Verbindung), und OpenAlex antwortete mit HTTP 429 (Tagesbudget aufgebraucht). Was bleibt, ist die Literatur, die in MEDLINE indiziert und auf Englisch geschrieben ist. Das Gesamtbild: Ein sehr aktiver Tierversuchszweig mit durchweg positiv berichteten Zusatzsubstanzen, eine Humanstudie, keine Kohorte und keine Leitlinie.

Alle Kapitel und Anhänge (24)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. Genetische Epidemiologie: Mendelsche Randomisierung und Hyperthyreose beim Mann
  6. Hypothyreose beim Mann: klinische Serien mit Samenanalyse und Subklinische Hypothyreose und Schilddrüsenwerte innerhalb der Referenzbereiche: Querschnitts- und Kohortenstudien
  7. Prävalenz von Schilddrüsenstörungen und Autoimmunität bei Männern mit Fertilitätsproblemen bis Autoimmunthyreoiditis: kleine Behandlungsbeobachtungen
  8. Radiojod bei Schilddrüsenkrebs und Hyperthyreose: Kohorten und Fallberichte und Zusammenfassende Einordnung der Beobachtungsstudien
  9. Hyperthyreose beim Mann: Hormonachse und Samenparameter bis Übersichtsarbeiten
  10. In-vitro-Studien an menschlichen Spermien und Zellkulturen bis Befunde, die sich widersprechen
  11. Mechanismen und biologische Plausibilität
  12. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  13. Englisch bis Spanisch
  14. Chinesisch bis Arabisch
  15. Türkisch
  16. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  17. Limitationen der Evidenz
  18. Offene Forschungsfragen
  19. Praktische Einordnung
  20. Glossar
  21. Quellenverzeichnis
  22. Diagramme
  23. Quellen
  24. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle