Wie die Räume zugeordnet sind. In der Quellenliste dieser Studie trägt jede Arbeit eine Kennung für ihre Publikationssprache. 171 Einträge sind als englisch gekennzeichnet (drei davon zugleich als japanisch), 14 als russisch (vier davon zugleich als ukrainisch), fünf ausschließlich als japanisch, fünf als chinesisch und einer als deutsch. Kein Eintrag trägt die Kennung französisch, italienisch, portugiesisch, spanisch, koreanisch, arabisch oder türkisch. Wer die Sprachräume nur nach der Publikationssprache gliedert, fände für sieben der zwölf Räume also gar keine eigene Literatur. Das wäre irreführend, denn die Wissenschaft dieser Länder publiziert das Thema auf Englisch.
Die Abschnitte folgen deshalb einer zweiten, offen benannten Regel. Wo eine Arbeit nicht in der Sprache des Raumes erschienen ist, wird sie dem Raum zugeordnet, in dem die erstgenannte Autorin oder der erstgenannte Autor arbeitet. Grundlage ist die Erstautoren-Affiliation, die ich für die 171 Arbeiten mit PubMed-Kennung über die Europe-PMC-Schnittstelle abgerufen habe. Für die 25 Arbeiten ohne PubMed-Kennung (überwiegend russische und japanische Originalartikel, dazu zwei Einträge aus dem französischen HAL-Archiv und die Leitlinie [s28]) ergibt sich der Raum aus Sprache und Zeitschrift beziehungsweise aus den Angaben des abgerufenen Eintrags. Sechs ältere Datensätze (1976 bis 1988: [s184], [s185], [s186], [s188], [s190], [s191]) enthalten keine Affiliation; sie bleiben im Abschnitt Englisch und werden dort nicht regional gedeutet. Die Regel ist grob: Forschungsgruppen sind international besetzt, und der Ort der Erstautorin sagt nicht immer, wo die Probanden rekrutiert wurden. Ein Beispiel dafür ist die deutsche Kohorte [s04] mit einem Erstautor aus Teheran.
Was „Englisch“ dabei bedeutet: der angelsächsische Raum im engeren Sinn und alles, was keinen eigenen Abschnitt hat, also Griechenland, Belgien, die Niederlande, Polen, Schweden, Zypern, Südasien, Westafrika und den Iran. Die persischsprachige Literatur ist kein Sprachraum dieser Studie; iranische Arbeiten erscheinen hier nur, soweit sie auf Englisch vorliegen.
Alle Aussagen beruhen, wo nicht anders vermerkt, auf Abstracts und nicht auf Volltexten. Fehlt in einem Abstract eine Angabe, ist sie als „nicht berichtet“ zu lesen. Die Studie spricht keine Therapieempfehlung aus; wo Autorinnen und Autoren etwas empfehlen, wird das als ihre Position gekennzeichnet.
Englisch
Der englische Sprachraum ist der Träger der gesamten Literatur: 171 der 196 Quellen. Er ist zugleich der heterogenste Raum, weil er die Arbeiten aus den angelsächsischen Ländern, aus Südasien, Westafrika, Südeuropa und dem Iran umfasst, soweit sie keinem der anderen Abschnitte zufallen.
Leitlinien. Die einzige Leitlinie in der Quellenliste ist die AUA/ASRM-Leitlinie „Updates to male infertility: AUA/ASRM guideline (2024)“ im Journal of Urology (ursprünglich 2020, 2024 ergänzt) [s28]. Die abgerufene Leitlinienseite erwähnt Schilddrüsenerkrankungen an nur drei Stellen: als Begleiterkrankung der Partnerin bei wiederholten Schwangerschaftsverlusten („thyroid and diabetes“), im Abschnitt „Other Comorbidities“, wo Einzelstudien zu Schilddrüsenerkrankungen „uncertain associations with male infertility“ gezeigt hätten, und bei der Hyperprolaktinämie, die durch eine Hypothyreose erhöht sein könne und bei der die Behandlung der Grunderkrankung im Mittelpunkt stehen solle [s28]. Eine eigene Aussage zur Schilddrüsendiagnostik beim infertilen Mann enthält die Leitlinie nicht. Im Literaturverzeichnis steht die Brüsseler Arbeit „Is systematic screening for thyroid disorders indicated in subfertile men?“ [s143]. Die Kapitelseite „Male Infertility“ der EAU-Leitlinie wurde ebenfalls abgerufen (rund 146.000 Zeichen Text) und erwähnt weder Schilddrüse noch TSH; von der ESHRE konnte nur die Übersichtsseite „Guidelines and Legal“ ohne Leitlinieninhalt zum Thema abgerufen werden. Für diese beiden Leitlinien gibt es keine Kennung in der Quellenliste; die Angaben stammen aus dem Rechercheprotokoll. Eine Übersichtsarbeit schreibt, Leitlinien empfählen kein systematisches Screening bei Männern subfertiler Paare, wohl aber bei Ejakulations- und Erektionsstörungen oder veränderten Samenparametern; welche Leitlinien gemeint sind, nennt der Abstract nicht, und die abgerufene AUA-Seite enthält keine solche Aussage [s26].
Evidenzsynthesen. Narrative Übersichten gibt es reichlich und mit unterschiedlichem Ton: aus Brescia [s26] (26 Humanstudien und 31 Tierstudien mit „widersprüchlichen Ergebnissen“), Rom [s41], Stanford [s63], Utah [s153], Zypern [s144], Catania [s88, s78], Lucknow [s118] und Thessaloniki [s125, s152]. Sie wiederholen großenteils dieselben Primärstudien, vor allem die griechischen [s162, s130]. Die Übersicht in Endocrine Reviews [s125] hat denselben Erstautor wie diese beiden Primärstudien und ist deshalb keine unabhängige Bestätigung. Auf quantitativer Ebene liegen eine Metaanalyse mit Metaregression zur subklinischen Hyperthyreose [s27], ein Scoping Review zu Jodstatus und Fertilität mit 26 Humanstudien [s20] und ein Umbrella-Review vor [s15]. Die Metaanalyse [s27] (748 Teilnehmer; Erstautor in Ahvaz, Iran) fand bei subklinischer Hyperthyreose ein niedrigeres LH (SMD −0,20; p = 0,007), ein höheres FSH (SMD 0,25; p = 0,002) und ein stabiles Testosteron (SMD −0,05; p = 0,50); „nachteilige Effekte auf die Samenqualität“ werden erwähnt, aber im Abstract nicht beziffert, Konfidenzintervalle und Heterogenität fehlen. Das Scoping Review [s20] (Teheran) hält fest, dass sowohl Jodmangel als auch Jodüberschuss die männliche Reproduktionsgesundheit beeinträchtigen könnten, die Befunde zur Supplementierung gemischt und die Evidenz begrenzt seien. Der Umbrella-Review [s15] wird im Abschnitt Chinesisch behandelt. Eine randomisierte kontrollierte Studie am Menschen zur Frage, ob die Behandlung einer Schilddrüsenerkrankung die Spermienqualität verbessert, enthält die Quellenliste nicht. Auch ein Cochrane-Review zu Schilddrüse und männlicher Subfertilität wurde nicht gefunden: Die Cochrane-Webseite lieferte nur eine Skriptoberfläche ohne Trefferliste, und über Europe PMC fanden sich Cochrane-Reviews zu männlicher Subfertilität (etwa Antioxidanzien, Varikozele) und zu Thyroxin bei subfertilen Frauen, aber keiner zur Schilddrüse beim Mann.
Angelsächsische Länder. Der kleinste Teil der Evidenz stammt aus dem Kernraum der Sprache. Eine Kohorte aus dem Royal Marsden Hospital (Großbritannien) wertete 122 Männer unter 40 Jahren nach Radiojodtherapie wegen Schilddrüsenkrebs mit einer medianen Nachbeobachtung von 21 Jahren aus (93 davon unter aktiver Kontrolle) und ergänzte sie um Dosimetrie bei 14 Patienten [s161]. 59 Patienten hatten 106 Kinder gezeugt, größere Fehlbildungen wurden nicht berichtet; die geschätzte Hodendosis betrug median 6,4 cGy nach 3 GBq, 14,1 cGy nach 5,5 GBq und 21,2 cGy nach 9,2 GBq, das FSH stieg vorübergehend und normalisierte sich innerhalb von 9 Monaten nach der letzten Gabe. Die Autoren sehen das Infertilitätsrisiko nach einer einzelnen Ablationsdosis als minimal. Überlebens- und Selektionsverzerrung sowie die Tatsache, dass viele Männer keinen Kinderwunsch hatten, begrenzen die Aussage; Spermiogramme liegen nicht vor. Eine neuseeländische Längsschnittuntersuchung bei Graves-Hyperthyreose (neun Männer, elf Frauen) fand bei beiden Geschlechtern erhöhtes Gesamttestosteron und SHBG, bei Männern aber keinen signifikanten Unterschied im freien Testosteron [s178]. Aus den USA stammen vor allem Tierexperimente: Kaninchen mit hochdosiertem Trijodthyronin, deren Spermienausbeute auf 46 % des Ausgangswerts fiel und sich bis auf 88 % erholte [s160], die Rattenstudie, in der neonatale Hypothyreose die tägliche Spermienproduktion im Erwachsenenalter um 83 bis 136 % steigerte [s179], die Hypothese eines Zusammenhangs von juvenilem Jodmangel und dem Rückgang der Spermienzahlen mit einem Rattenexperiment [s165] und eine randomisierte Studie an neun Hunden mit Radiojod-induzierter Hypothyreose, in der sich über zwei Jahre keine Unterschiede in Spermienproduktion, Beweglichkeit, Morphologie, Libido, Testosteron oder LH-Antwort zeigten [s170]. Aus Kanada kommen eine Beobachtung an zwölf Widderlämmern [s108] und eine Übersicht zur Steroidogenese [s157].
Griechenland. Die belastbarsten kontrollierten Humanstudien mit Samenanalyse stammen aus einer einzigen Gruppe in Thessaloniki. Die Studie zur Hyperthyreose umfasste 23 Patienten und 15 Kontrollen und fand eine niedrigere Beweglichkeit (28 ± 8 % gegenüber 57 ± 7 %; p < 0,01), die sich nach Erreichen der Euthyreose auf 45 ± 7 % besserte (p < 0,05); Dichte und Morphologie unterschieden sich nicht signifikant [s162]. Die Studie zur Hypothyreose (25 Patienten, 15 Kontrollen) fand als einzigen signifikant abweichenden Parameter die Morphologie (p < 0,0001), die sich unter Levothyroxin besserte (p < 0,001); die Autoren empfehlen daraus ein Screening bei Männern mit Spermatogenesestörung, das ist ihre Position [s130]. Dieselbe Gruppe untersuchte die erektile Funktion: 56 von 71 Männern mit Schilddrüsenstörung (78,9 %) hatten einen SHIM-Wert von höchstens 21, gegenüber 24 Kontrollen (33,8 %; p < 0,0001) [s129]. Eine weitere griechische Querschnittsstudie aus Athen (130 Männer) fand nur eine schwache negative Korrelation zwischen log-TSH und Ejakulatvolumen (r = −0,16; p = 0,05) und eine biphasische Beziehung zur Konzentration mit einem Gipfel bei TSH 1,22 µIE/ml [s46].
Benelux, Polen und Schweden. Aus Brüssel stammt die Querschnittsstudie an 292 Männern (39 mit normalen, 253 mit abnormalen Samenmerkmalen): Das mediane TSH war in der Gruppe mit normalen Merkmalen höher (1,6 gegenüber 1,3 mE/l; p = 0,008), Schilddrüsenautoimmunität bestand bei 2,6 % gegenüber 4,7 % (nicht signifikant), und die Autoren raten wegen vergleichbarer Prävalenz von einem systematischen Screening ab (Position der Autoren) [s143]. Aus Leuven liegt eine prospektive Kohorte mit Massenspektrometrie-Messung der Sexualsteroide vor, mit 16 Männern mit neu diagnostizierter Hyperthyreose und elf mit Hypothyreose; sie enthält keine Samenparameter [s14]. Eine niederländische Multizenterstudie an 51 Männern mindestens zwei Jahre nach Radiojod (mediane kumulative Aktivität 7,4 GBq) fand keinen Unterschied zum zehnten Perzentil der Allgemeinbevölkerung bei Volumen, Konzentration, progressiver Beweglichkeit und Gesamtzahl beweglicher Spermien [s57]. Aus Katowice (Polen) stammen zwei Studien der Arbeitsgruppe um Krysiak, die für die Hashimoto-Frage am Mann relevant sind, weil sie Männer mit Autoimmunthyreoiditis einschließen: eine nicht randomisierte Studie an 34 euthyreoten Männern mit Hashimoto-Thyreoiditis und Testosteronmangel, in der Testosteronundecanoat die Antikörpertiter senkte und die Samenparameter bei je acht analysierten Männern pro Gruppe unverändert ließ [s70], sowie eine Studie zur Sexualfunktion unter Levothyroxin bei autoimmuner Hypothyreose [s87]. Die älteste schwedische Arbeit zeigt bei acht Hyperthyreosepatienten eine größere LH- und FSH-Antwort im GnRH-Test als im euthyreoten Zustand; ein Spermiogramm wurde nicht erhoben [s181].
Südasien und Westafrika. Dieser Teil der englischen Literatur ist der größte Zuwachs der letzten Jahre, und er zeigt andere Zahlen als die europäische. In Karachi (376 Männer) hatten in der Gruppe mit veränderten Spermienparametern 38,75 % eine subklinische und 6,8 % eine manifeste Hypothyreose, in der Gruppe mit normalen Parametern 4,6 % eine subklinische [s65]. In Dhaka (90 infertile Männer, keine Kontrollen) war die Oligozoospermie mit 62,2 % am häufigsten, und TSH korrelierte invers mit der Gesamtspermienzahl [s02]. In Benin City (Nigeria; 200 Teilnehmer, davon 50 fertile Kontrollen) hatten 41,3 % der Männer mit primärer und 78,6 % der Männer mit sekundärer Infertilität eine Schilddrüsenauffälligkeit, überwiegend manifeste Hypothyreose (28 von 33 beziehungsweise 49 von 55); die Autoren der Zusammenfassung nennen keine Gründe für diesen im Vergleich zu europäischen Kohorten sehr hohen Anteil [s17]. In Puducherry (Südindien) zeigte eine Vorher-nachher-Studie an 40 therapienaiven Männern mit manifester primärer Hypothyreose bei 72,5 % ein niedriges Testosteron und bei 67,56 % eine niedrige Gesamtbeweglichkeit, die sich nach sechs Monaten Euthyreose unter Levothyroxin besserte; hypogonadotroper Hypogonadismus war häufiger als hypergonadotroper (89,66 % gegenüber 10,34 %) [s60]. In Chennai fand eine Fall-Kontroll-Studie (150 infertile Männer, 150 Kontrollen) höheres TSH bei niedrigerem T3 und T4 und eine verminderte Expression der AZF-Gene; ein kombiniertes Modell aus TSH, BMI und Interleukin-6 erreichte eine AUC von 0,88 [s12]. Zwei weitere Humanstudien liegen nur als HAL-Einträge vor, aus Zeitschriften, die sich in Europe PMC nicht finden ließen: 35 Männer mit subklinischer Hypothyreose gegen 27 Kontrollen in Guwahati [s90] und 326 Männer mit Spermien-DNA-Fragmentierung in Hyderabad, in der eine Hypothyreose unabhängig mit höherem DFI einherging (medianer DFI 24 %) [s21]. Ihre Qualität ist unsicher. Die indischen Laboratorien in Madras, Kalkutta und Bhubaneswar liefern außerdem einen großen Teil der Rattenstudien zu Hypothyreose und Jodüberschuss [s163, s174, s175, s94, s85, s132, s124, s123]; die verwendeten Jodmengen (das Hundert- bis Fünfhundertfache der empfohlenen Menge) sind mit üblicher Aufnahme beim Menschen nicht vergleichbar.
Iran. Aus Teheran stammt eine Fall-Kontroll-Studie mit 24 Männern mit Hypothyreose und 66 gesunden Männern: IIEF-5 im Mittel 11,75 gegenüber 20,81 (p = 0,005) und signifikant abweichende Samenparameter (p < 0,001) [s114]. Weitere iranische Arbeiten sind eine prospektive Kohorte an 18 Männern nach Radiojod [s43], eine Kohorte mit 246 Patienten, darunter 87 Männern, nach Radiojod, in der das FSH bei 87,4 % der Männer anstieg und mit der kumulativen Dosis korrelierte [s151], die erwähnte Metaanalyse [s27] und das Scoping Review [s20] sowie Tierstudien an Ratten [s11] und Mäusen [s72]. Eine Studie mit Radiojod bei 25 Männern aus Schiras ist als Grenzfall im Abschnitt Türkisch beschrieben [s03].
Register und große Kohorten. Eigene Register zu Schilddrüse und männlicher Fruchtbarkeit enthält die englische Literatur nicht. Die größten Datensätze sind Kohorten aus Kinderwunschzentren (siehe Abschnitt Chinesisch), die europäischen Kohorten EMAS und UNIFI (siehe Abschnitt Italienisch) und, auf genetischer Ebene, ThyroidOmics, UK Biobank und FinnGen in der Mendelschen Randomisierung [s36]. Als einzige Studie mit Studienregister-Nummer nennt die Quellenliste die französische Radiojodstudie NCT01150318 [s73] (siehe Abschnitt Französisch).
Erreichbarkeit. Europe PMC war über die REST-Schnittstelle erreichbar; Anfragen mit sort=RELEVANCE und große Seiten im Format resultType=core lieferten häufig „Search service is temporarily unavailable“ (503), stabil war resultType=lite. Die NCBI-E-utilities lieferten alle benötigten Abstracts. Die PubMed-Webseite wurde auftragsgemäß nicht benutzt. Aus der Quellenliste lässt sich ablesen, dass die englischsprachige Datenlage nicht an der Erreichbarkeit scheitert, sondern an der Qualität: kleine, meist querschnittliche Studien aus Kinderwunschambulanzen, wenige prospektive Verläufe und keine randomisierte Studie am Menschen.
Deutsch
Im deutschsprachigen Raum gibt es kaum eigene Literatur, und das Wenige ist alt oder klein. Die Quellenliste enthält genau eine Arbeit, die auf Deutsch erschienen ist: Trummer H et al. 2003 in der Acta Medica Austriaca, deren Titel dort nur in der englischen Übersetzung geführt wird („Value of intensive thyroid assessment in male infertility“; sinngemäß: Wert einer intensiven Schilddrüsenabklärung bei männlicher Infertilität) [s158]. Der deutsche Originaltitel wurde nicht abgerufen. Die Arbeit stammt aus der Universitätsklinik für Urologie in Graz. Bei den untersuchten infertilen Männern lag in keinem Fall eine manifeste Hypo- oder Hyperthyreose vor; eine latente Funktionsstörung hatte keinen Einfluss auf die Samenparameter, erhöhte TPO-Antikörper korrelierten dagegen signifikant mit verminderter Spermienbeweglichkeit, und bei 45 Männern mit normaler Schilddrüsenfunktion wurde ein TRH-Test durchgeführt. Die Autoren empfehlen die routinemäßige Bestimmung von Schilddrüsenhormonen und Antikörpern bei infertilen Männern nicht; das ist ihre Position. Der Abstract nennt keine weiteren Zahlen.
Die zugehörige Hauptarbeit derselben Grazer Gruppe erschien 2001 auf Englisch in Fertility and Sterility [s164]. Sie ist die größte prospektive Kohorte des deutschsprachigen Raums: 305 Männer mit idiopathischer Infertilität in einem universitären andrologischen Labor. Eine manifeste Schilddrüsenfunktionsstörung fand sich nicht, eine latente bei 11,5 % und eine latente Hypothyreose bei 3 %; Schilddrüsenantikörper waren bei 7,5 % erhöht. Zwischen Funktionsstörung und Samenparametern bestand keine Korrelation, erhöhte TPO-Antikörper korrelierten dagegen mit Pathozoospermie (p = 0,036) und Asthenozoospermie (p = 0,049), und TSH korrelierte mit Prolaktin (p < 0,001). Die beiden p-Werte liegen knapp unter 0,05 und sind nicht für mehrfaches Testen korrigiert; eine Kontrollgruppe gibt es nicht. Ob die deutschsprachige Veröffentlichung von 2003 eine Teilauswertung derselben Kohorte darstellt, geht aus dem Abstract allein nicht sicher hervor. Die Grazer Arbeiten sind zugleich eine der wenigen Quellen der Studie zur Hashimoto-Frage beim Mann, weil sie Antikörper messen.
Eine zweite deutsche Quelle stammt aus der Abteilung für Klinische Biochemie der Universität Bonn: Eine prospektive Längsschnittstudie an 25 Männern mit differenziertem Schilddrüsenkarzinom (23 bis 73 Jahre) nach Radiojodtherapie mit im Mittel 9,8 ± 0,89 GBq [s168]. Das FSH stieg von 5,4 ± 0,77 auf 21,3 ± 2,4 IE/l nach sechs Monaten (p < 0,001) und fiel nach 18 Monaten auf 7,4 ± 1,3 IE/l (Normbereich 1,8 bis 9,2); Inhibin B sank von 178 ± 25,3 auf 22,2 ± 5,5 pg/ml nach drei und 29,4 ± 5,7 pg/ml nach sechs Monaten (p < 0,001) und stieg nach 18 Monaten auf 154 ± 23,3 pg/ml. LH und Gesamttestosteron blieben im Normbereich, das Verhältnis Testosteron zu LH sank vorübergehend. Die Autoren sprechen von einer schweren Beeinträchtigung der Spermatogenese nach drei und sechs Monaten mit kompensierter Leydig-Zell-Insuffizienz und von einer vollständigen Erholung 18 Monate nach der letzten Behandlung. Ein Spermiogramm gibt es nicht, die Zahl der Messpunkte nimmt über die Zeit ab (elf bis 22 Männer je Zeitpunkt), und die Werte sind als Mittelwert ± Standardfehler berichtet.
Die einzige aktuelle Kohorte aus einem deutschen Zentrum ist die Göttinger Studie im Journal Basic and Clinical Andrology 2026 [s04]. Erfasst wurden alle 346 männlichen Patienten, fertil und infertil, eines Zentrums für Reproduktionsmedizin (gyn-medicum, Göttingen) in den Jahren 2021 bis 2023; der Erstautor arbeitet am Royan-Institut in Teheran, weitere Autoren in Göttingen, Kiel und Clermont-Ferrand. Das mittlere Alter betrug 35,8 ± 7,43 Jahre, der mittlere BMI 27,1 ± 4,54, 37 % rauchten. Von 309 gemessenen TSH-Werten lagen 95 % im Bereich von 0,4 bis 4 mIE/l, 1 % darunter und 4 % darüber. TSH war nicht von Alter, BMI, Rauchen, Alkohol oder Jahreszeit abhängig und korrelierte mit Prolaktin (r = 0,199; p = 0,0001). Bei normalem TSH lag die Spermienzahl häufiger im Referenzbereich (OR 1,302; 95-%-KI 1,009 bis 1,681; p = 0,043). Das Konfidenzintervall liegt nahe an 1, nur 5 % der Männer hatten ein abnormes TSH, es handelt sich um ein Querschnittsdesign. Die Autoren schlagen eine routinemäßige TSH-Bestimmung bei beiden Partnern vor; das ist ihre Position.
Leitlinien. Das Leitlinienregister der AWMF lieferte bei der Recherche nur eine leere Skriptoberfläche; eine deutsche S2k- oder S3-Leitlinie zur männlichen Infertilität konnte deshalb nicht geprüft werden. Das ist eine Lücke dieser Studie und kein Befund über den Inhalt solcher Leitlinien. Die internationalen Leitlinien (AUA/ASRM, EAU) sind im Abschnitt Englisch beschrieben. Bei einer eigenen Kontrollsuche in Europe PMC (Titel und Abstract: thyroid oder Schilddrüse und sperm, semen oder Spermien, Sprachfilter Deutsch, Quelle MEDLINE) fanden sich 18 Treffer. Davon sind neben [s158] nur folgende Titel thematisch nah: eine „Verfahrensanweisung zur Radiojodtherapie des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms (Version 2)“ in der Zeitschrift Nuklearmedizin von 2004, eine Arbeit zu Fruchtbarkeitsuntersuchungen bei Tumoren (Hoden, malignes Melanom, Schilddrüsenkarzinom) in Andrologia von 1988 und eine Arbeit zur Zeugungsfähigkeit nach Behandlung maligner Tumoren (Melanom, Schilddrüsenkarzinom) im Zentralblatt für Chirurgie von 1990. Diese Texte wurden nicht gelesen und sind nicht als Quelle geführt; ob die Verfahrensanweisung eine Aussage zur Spermatogenese enthält, ist offen.
Weitere Funde und Grenzen. In der breiteren Recherche des Auftrags ergaben deutschsprachige Filter 63 Treffer, die meisten vor 1995 und ohne Abstract. Eine deutschsprachige Arbeit „Funktionsstörungen der Schilddrüse und Spermatogenese“ von 1995 in der Zeitschrift Der Hautarzt hat keinen Abstract und wurde nicht aufgenommen. Zwei Arbeiten von Barth und Schönfelder (1988 mit 83 Patienten, darunter ein Schilddrüsenkarzinom; 1990 mit fünf Patienten mit Melanom oder Schilddrüsenkarzinom) betreffen Fruchtbarkeit nach Tumorbehandlung und sind thematisch randständig. Ein Register zu Schilddrüsenerkrankungen und männlicher Fruchtbarkeit wurde im Material nicht gefunden. Eine eigene deutschsprachige Forschungstradition zum Thema ist nicht erkennbar: Die Beiträge sind eine österreichische Zeitschrift, eine Grazer Arbeitsgruppe, eine Bonner Radiojodstudie und eine Göttinger Querschnittsstudie.
Französisch
Es gibt keine französischsprachige Humanstudie zum Thema. Die breite Recherche mit Sprachfilter lieferte 116 Treffer, überwiegend Tierphysiologie, Schilddrüse und Hoden bei Wildtieren und sehr alte Arbeiten (1957 bis 1990), keine neuere französischsprachige Humanstudie mit Abstract. Eine enge Kontrollsuche (Sprachfilter Französisch, Veröffentlichung ab 1995, Titel und Abstract: thyroid oder thyroïde und sperm, semen oder spermatozoïdes) ergab vier Treffer: eine Arbeit zur Intrauterininsemination bei Frauen (Revue médicale de Liège 2019), eine Übersicht zur Nekrozoospermie (Gynécologie Obstétrique Fertilité & Sénologie 2017) und zwei allgemeine Übersichtstitel. Aus den Titeln ergibt sich kein Bezug zur Schilddrüse beim Mann; die Inhalte wurden nicht geprüft. Die französischsprachige Plattform Cairn war nicht durchsuchbar (HTTP 403, Skriptsperre). Im Archiv HAL ergab die Suche mit französischen Begriffen („thyroide spermatozoïdes“) keinen Treffer, die englische Suche 25, davon zwei einschlägige Einträge indischer Herkunft [s90, s21].
Der französische Beitrag liegt in zwei englischsprachigen Arbeiten zum Radiojod. Die wichtigere ist die prospektive multizentrische Studie des Hôpital Saint-Antoine in Paris an 40 Männern mit differenziertem Schilddrüsenkarzinom (18 bis 55 Jahre), die eine einzelne Ablationsaktivität von 3,7 GBq erhielten und vor sowie 3 und 13 Monate nach der Therapie untersucht wurden; 24 Männer hatten alle Messungen [s73]. Nach drei Monaten stiegen FSH und sanken Inhibin B, Spermienkonzentration und der Anteil morphologisch normaler Spermien (jeweils p < 0,0001); die beiden Samenparameter hatten sich nach 13 Monaten erholt, FSH und Inhibin B blieben beeinflusst, aber im Normbereich. DNA-Fragmentierung wurde nicht beobachtet, die Zahl chromosomaler Spermienanomalien war aber nach drei Monaten (p < 0,001) und nach 13 Monaten (p = 0,01) erhöht. Die Autoren schlagen eine Spermienkonservierung bei kumulativen Aktivitäten über 3,7 GBq vor; das ist ihre Position. Die Studie ist prospektiv, multizentrisch, im Studienregister unter NCT01150318 verzeichnet und enthält zytogenetische Analysen. Es ist die einzige Studie der Quellenliste mit einer Registernummer. Die Grenzen sind die Zahl der vollständig untersuchten Männer (24 von 40), das Fehlen einer Kontrollgruppe und die Nachbeobachtung von nur 13 Monaten.
Die zweite Arbeit ist ein Fallbericht aus Toulouse über einen 32-jährigen Mann mit differenziertem Schilddrüsenkarzinom [s101]. Nach der ersten Radiojoddosis trat nach drei Monaten eine mäßige und nach fünf Monaten eine schwere Oligozoospermie auf, die Gesamtzahl blieb bis zwölf Monate nach der zweiten Dosis vermindert, der DNA-Fragmentierungsindex war nach gut drei Monaten erhöht, und 28 Monate nach der zweiten Dosis waren alle Parameter normal. Methodisch bemerkenswert ist die Messung der DNA-Integrität mit SCSA und TUNEL; als Einzelfall ist der Bericht nur illustrativ, und die Autoren empfehlen eine Spermienkonservierung vor der Therapie (ihre Position).
Leitlinien französischer Fachgesellschaften wurden nicht geprüft; ein Register zur Frage gibt es im Material nicht. Das heißt für den französischen Raum: Die Literatur ist dünn und besteht aus der Radiojodfrage; zu Hypothyreose, Hyperthyreose, Hashimoto und Jodmangel beim Mann fehlt eine eigene französische Evidenz im Material.
Italienisch
Der italienische Raum hat unter den romanischen Räumen die dichteste Humanforschung, und sie erscheint ausschließlich in englischsprachigen Zeitschriften. Auf Italienisch erschienene Arbeiten lieferte die breite Recherche nur historisch (21 Treffer von 1957 bis 1994) und einen Übersichtsbeitrag zu männlichen Fertilitätsfaktoren von 2010, dessen Inhalt nicht geprüft wurde. Die enge Kontrollsuche (Sprachfilter Italienisch) ergab zwei Treffer, einen Kongressband der Società Italiana d’Igiene (2025) und eine Arbeit zur Hyperprolaktinämie in Minerva Pediatrica (2002), beide ohne erkennbaren Bezug. Die Internetseite der Società Italiana di Andrologia ließ sich nicht erreichen (keine Verbindung). Der Raum umfasst nach der Erstautoren-Affiliation 14 Arbeiten, die sich in drei Gruppen ordnen.
Pisa: Radiojod und Hyperthyreose. Die Endokrinologie der Universität Pisa liefert mehrere Radiojodstudien. Die prospektive Studie an 20 Männern mit Schilddrüsenkarzinom, aufgeteilt in Einzelablation (n = 10) und Mehrfachbehandlung (n = 10), fand nach sechs Monaten einen Anstieg des FSH (8,8 ± 1,2 gegenüber 5,2 ± 1,2 IE/l; p < 0,005) und einen Rückgang der Spermienkonzentration (28,8 ± 7,7 gegenüber 54,5 ± 7,1 Mio./ml; p < 0,005); nach einem Jahr hatten sieben Patienten eine Oligozoospermie (fünf aus der Mehrfach-, zwei aus der Einzelgruppe), und die bleibende Beeinträchtigung betrug bei Mehrfachbehandlung 50 % (Spermienzahl) und je 40 % (FSH, Hodenvolumen), nach Einzelgabe 20 beziehungsweise 10 % [s100]. Eine ältere Kohorte untersuchte 103 Patienten unter wiederholter Radiojodtherapie mit einer mittleren Nachbeobachtung von 93,7 ± 54 Monaten: Das mittlere FSH nach der letzten Behandlung betrug 15,3 ± 9,9 mE/ml gegenüber 6,5 ± 3,1 bei 19 unbehandelten Patienten, und bei 36,8 % war es abnorm erhöht [s176]. Eine Studie zur Radiojodtherapie bei Hyperthyreose (19 Männer, davon 13 für die klinische Auswertung) fand eine Testosteron- und T/LH-Verminderung 45 Tage nach der Therapie mit Normalisierung nach zwölf Monaten; zehn von 15 Hyperthyreosepatienten (67 %) hatten schon vor der Behandlung eine niedrige Spermienbeweglichkeit, die nach Radiojod signifikant anstieg (p = 0,01) [s140]. Die zugehörige Übersicht kommt zum Schluss, bei Hyperthyreose verschlechtere Radiojod das Spermiogramm nicht, und die durch die Hyperthyreose selbst verursachte Störung sei wahrscheinlich größer als die durch Radiojod; die Autoren halten bei mehreren erwarteten Behandlungen eine Beurteilung der Hodenfunktion und gegebenenfalls eine Kryokonservierung für ratsam (ihre Wertung) [s128].
Catania: Hodenfunktion, Spermienbiologie und Selen. Die Gruppe um Calogero, La Vignera und Condorelli in Catania hat in dieser Quellenliste vier Beiträge, die sich mit Schilddrüse und Spermien beschäftigen: zwei zusammenfassende Beiträge, die Schilddrüsenfunktionstests im Abklärungsprogramm infertiler Männer empfehlen (Position der Autoren) [s88, s78], eine In-vitro-Studie, in der Levothyroxin schon bei 0,9 pmol/l den Anteil der Spermien mit hohem Mitochondrienmembranpotenzial und die Beweglichkeit erhöhte und bei 2,9 pmol/l (nahe der physiologischen fT4-Konzentration im Seminalplasma Euthyreoter) Nekrose und Lipidperoxidation senkte [s69], und die einzige Interventionsstudie zur Hashimoto-Thyreoiditis beim Mann mit Samenparametern [s52]. In dieser einarmigen Studie erhielten 20 normalgewichtige Männer mit chronischer Autoimmunthyreoiditis und normaler Schilddrüsenfunktion sechs Monate lang 83 µg Selen täglich; danach waren Spermienkonzentration sowie Anteil progressiv beweglicher und morphologisch normaler Spermien höher, der Anteil DNA-fragmentierter Spermien niedriger. Weil es keine Kontrollgruppe und keine Randomisierung gibt und der Abstract keine Zahlen nennt, ist ein ursächlicher Effekt von Selen nicht belegt; die Autoren selbst sehen die Abhängigkeit von Schilddrüsenhormonen als zu klärend.
Florenz, Modena, Brescia, Rom. Die Andrologie Florenz untersuchte mit Ultraschall und Samenanalyse am selben Tag: 172 Männer aus Paaren mit Kinderwunschproblemen (163 analysiert; 38,9 ± 8,0 Jahre), von denen 145 (88,9 %) euthyreot, sechs (3,7 %) subklinisch hyper- und zwölf (7,4 %) subklinisch hypothyreot waren [s97]. Univariat fand sich keine Assoziation von TSH oder Schilddrüsenhormonen mit den Spermienparametern; fT3 korrelierte nach Adjustierung mit dem Samenblasenvolumen (adjustiertes r = 0,354 und 0,318; beide p < 0,0001). Zwischen euthyreoten und subklinischen Gruppen gab es keine Unterschiede, und die Autoren folgern, eine systematische Schilddrüsenabklärung bei Männern infertiler Paare sei nicht zwingend (ihre Position). Dieselbe Gruppe wertete zwei große Datensätze zur Sexualfunktion aus: die Kohorte EMAS (3369 Männer, 40 bis 79 Jahre) und die andrologische Sprechstundenkohorte UNIFI (3203 Patienten); eine manifeste Hyperthyreose lag bei 0,3 % beziehungsweise 0,2 % vor und war mit einem erhöhten Risiko schwerer erektiler Dysfunktion verbunden (Hazard Ratio 14 beziehungsweise 16; Konfidenzintervalle fehlen im Abstract), die primäre Hypothyreose zeigte keine Assoziation [s112]. Diese beiden Datensätze sind die nächsten Verwandten eines Registers, die der italienische Raum bietet. Aus Modena stammen eine multizentrische Studie zu Sexualsymptomen (48 Männer; vorzeitige Ejakulation bei Hyperthyreose 50 %, nach Normalisierung 15 %; Ejakulationslatenz bei Hypothyreose von 21,8 ± 10,9 auf 7,4 ± 7,2 min) [s146] und die systematische Übersicht mit Metaanalyse zum Radiojod: sieben Studien mit 460 Männern, FSH zwölf Monate nach Radiojod im Mittel um 6,56 IE/l höher (p < 0,001), nicht aber nach drei oder sechs Monaten; die Heterogenität war mit I² = 99 % sehr hoch [s10]. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu einer chinesischen Metaanalyse mit sechs Studien, in der das FSH früh (höchstens sechs Monate) erhöht und nach mindestens zwölf Monaten nicht mehr signifikant verändert war [s39]; die unterschiedliche Studienauswahl erklärt dies vermutlich, die Abstracts geben darüber keine Auskunft. Aus Brescia [s26] und Rom [s41] kommen narrative Übersichten, die die Frage aus Sicht beider Geschlechter behandeln und beim Mann den Zusammenhang als umstritten, aber biologisch plausibel beschreiben.
Zusammenfassend ist die italienische Literatur klinisch-endokrinologisch geprägt, kommt aus wenigen Zentren und ist in ihren Schlussfolgerungen nicht einheitlich: Die Catania-Gruppe empfiehlt die Schilddrüsenabklärung, die Florentiner Querschnittsstudie hält sie nicht für zwingend. Eine italienische Leitlinie mit Aussage zur Schilddrüse beim infertilen Mann wurde nicht gefunden.
Portugiesisch
Im portugiesischsprachigen Raum gibt es keine Humanstudie zu Schilddrüse und Spermienqualität und keine Arbeit aus Portugal. Die breite Recherche mit Sprachfilter lieferte neun portugiesischsprachige Treffer ohne einschlägige Studie, und die enge Kontrollsuche (Sprachfilter Portugiesisch) einen einzigen Treffer, ein Positionspapier zur kardiometabolischen Gesundheit im Lebensverlauf der Frau in den Arquivos Brasileiros de Cardiologia (2025), ohne Bezug zum Thema. Die Plattformen SciELO und LILACS (Biblioteca Virtual em Saúde) waren nicht durchsuchbar (HTTP 403, Bot-Prüfung). Nicht in MEDLINE indizierte portugiesischsprachige Arbeiten sind damit nicht erfasst; das ist eine Lücke dieser Recherche und kein Beleg für ihre Abwesenheit.
Die Erstautoren-Affiliationen zeigen allerdings, dass brasilianische Gruppen sechs englischsprachige Arbeiten beigesteuert haben, die in der Recherche mit Sprachfilter naturgemäß nicht auftauchten. Alle sechs sind Grundlagenforschung. Aus Porto Alegre (Hospital de Clínicas und Bundesuniversität Rio Grande do Sul) stammen zwei Übersichten und zwei Rattenstudien. Die Übersichten halten fest, dass T3 die Proliferation und Reifung der Sertoli-Zellen sowie die postnatale Differenzierung der Leydig-Zellen und die Steroidbildung steuert und dass Schilddrüsenhormonrezeptoren in Hodenzellen vorkommen [s134]; die Rolle im erwachsenen Hoden sei „weiterhin umstritten“, neuere Daten legten eine Beteiligung an Differenzierung und Überleben von Keimzellen nahe [s127]. Die Rattenstudien zeigen, dass eine mit Propylthiouracil ausgelöste kongenitale Hypothyreose die Phosphorylierung von Vimentin steigert und die antioxidative Abwehr im unreifen Hoden mindert [s135], und dass eine Hyperthyreose im sich entwickelnden Rattenhoden den Sauerstoffverbrauch und die Lipidperoxidation erhöht, die Superoxiddismutase hemmt und das Gesamtglutathion senkt [s138]. Aus Guarapuava (Paraná) kommt eine Proteomik-Analyse der Samenblase der Ratte: Hypothyreose verringerte Samenblasengröße und Samenflüssigkeitsvolumen, und 116 Proteine waren unterschiedlich exprimiert, darunter solche mit Bezug zu Spermienvitalität, Kapazitation und Befruchtung [s40]. Aus São Paulo stammt eine Studie am erwachsenen Zebrafisch: Methimazol hemmte Zelldifferenzierung und Meiose und verminderte relativ die Zahl der Spermatozoen, wobei T3 zusätzlich direkt auf den Hoden wirkt [s48].
Ein Register, eine Leitlinie brasilianischer Fachgesellschaften oder eine eigene Kohorte mit Männern gibt es im Material nicht. Der Raum trägt zum Thema also Mechanismen im Tiermodell bei, aber keine Befunde zur Spermienqualität beim Menschen.
Spanisch
Auch im spanischsprachigen Raum fehlt eine eigene aktuelle Literatur. Die breite Recherche mit Sprachfilter lieferte 46 spanischsprachige Treffer ohne einschlägige Studie. Die enge Kontrollsuche ergab acht Treffer: sieben Beiträge in Atención Primaria (Empfehlungen des PAPPS-Programms zur Krebsprävention und ein Kinder- und Jugendprogramm, einer davon mit dem Titel „[Not Available]“) und eine Arbeit zur endokrin-metabolischen Abklärung weiblicher Infertilität in Córdoba (2025); ein Bezug zur Spermienqualität ist aus den Titeln nicht erkennbar. Die Plattform Dialnet war nicht erreichbar (HTTP 503), SciELO und LILACS lieferten HTTP 403. In diesen Datenbanken könnten nicht in MEDLINE indizierte Arbeiten liegen, die hier fehlen.
Die spanischen Beiträge sind alt und klein und alle auf Englisch erschienen. Aus Salamanca stammen zwei Studien. Die erste, von 1987, verglich fünf Männer mit Schilddrüsenerkrankung (zwei primäre Hypothyreose, zwei Graves-Krankheit, eine subakute Thyreoiditis): Die Samenqualität war bei veränderter Schilddrüsenfunktion beeinträchtigt, bei Hypothyreose stärker als bei Hyperthyreose, und besserte sich mit der Behandlung; Zahlen nennt der Abstract nicht [s182]. Die zweite, von 1990, ist eine der wenigen Gegenstimmen: Bei zehn Männern mit bekannter primärer Hypothyreose wurde durch Absetzen oder Reduktion von Levothyroxin über mindestens einen Spermatogenesezyklus eine Hypothyreose induziert und mit 16 fertilen Kontrollen verglichen. Ejakulatvolumen (p < 0,05), progressive Vorwärtsbeweglichkeit (p < 0,01) und kumulativer Anteil beweglicher Formen (p < 0,01) waren leicht vermindert, Dichte und Anteil normaler Formen nicht, Testosteron und Gonadotropine blieben unverändert. Die Autoren folgern, kurzfristige postpubertäre Hypothyreose verursache keine für Infertilität ausreichende Veränderung [s180]. Aus Úbeda in der Provinz Jaén stammt die Jodstudie an 96 Paaren einer Infertilitätssprechstunde: Der Median des Seminal-Jods war bei Konsum von Jodsalz höher (p = 0,019); Männer mit höherem Seminal-Jod hatten mehr morphologische Veränderungen der Spermien (p = 0,032), höheres Urin-Jod ging mit einer niedrigeren Zahl beweglicher Spermien im Swim-up einher (p = 0,044), und Männer mit mehr als drei Jahren unerfülltem Kinderwunsch hatten höheres Urin-Jod (p = 0,035) [s89]. Eine Übersicht zum Jodüberschuss gibt für diese Studie einen medianen Jodgehalt im Samen von 16,5 µg/l bei Jodsalz gegenüber 11,7 µg/l bei nicht iodiertem Salz und eine mediane Urin-Jodkonzentration von 97,6 µg/l an [s19]; das sind Zweitangaben, im Original nicht geprüft. Höher, nicht niedriger, waren die Jodwerte bei schlechteren Parametern; Jodmangel wurde in dieser Studie nicht untersucht. Als Querschnittsstudie mit mehreren Tests und ohne Effektgrößen im Abstract lässt sie keine Kausalaussage zu.
In Lateinamerika entstanden drei Arbeiten. In Buenos Aires wurden 25 Männer mit aktiver Graves-Krankheit (19 bis 47 Jahre) und zehn Gesunde untersucht, Spermiogramme nach WHO-Kriterien lagen bei 21 Patienten vor [s169]. Asthenozoospermie fand sich bei 85,7 %, Hypospermie bei 61,9 %, Oligozoospermie und Nekrozoospermie je bei 42,9 % und Teratozoospermie bei 19,0 %; SHBG lag bei 102,3 ± 37,3 gegenüber 19,0 ± 5,0 nmol/l (p < 0,01); bei den sechs nachuntersuchten Patienten normalisierten sich 85 % der Samenveränderungen nach 7 bis 19 Monaten Euthyreose. Die Verlaufsdaten stammen nur von sechs Männern. In Mérida (Venezuela) wurden zehn Männer mit Graves-Krankheit, fünf mit Hypothyreose und zehn Kontrollen hormonell untersucht; trotz normalem basalem freiem Testosteron klagten 70 % der hyperthyreoten und 60 % der hypothyreoten Männer über verminderte Libido, ein Spermiogramm gibt es im Abstract nicht [s172]. Aus Mexiko-Stadt stammt eine Rattenstudie, in der eine mit Methimazol ausgelöste kongenitale Hypothyreose die Gonozytendifferenzierung verzögerte, Meiose und Spermiogenese arretierte und die Sertoli-Zell-Funktion störte, sodass Spermien fehlten [s32].
Leitlinien spanischsprachiger Fachgesellschaften wurden nicht geprüft, ein Register fehlt im Material. Gemessen an der Größe des Sprachraums ist die Beteiligung gering: Die spanischen Studien stammen aus den Jahren 1987, 1990 und 2017, die lateinamerikanischen aus 1997 und 1999 sowie ein Tierversuch von 2024.