Aromatasehemmer (AI). Substanzen, die das Enzym Aromatase blockieren und damit die Umwandlung von Androgenen in Östrogene verringern; Beispiele Letrozol und Anastrozol (nichtsteroidal) sowie Testolacton (steroidal). Folge ist meist ein niedrigeres Estradiol und ein höheres Testosteron, LH und FSH [s144, s153].
Anastrozol. Nichtsteroidaler Aromatasehemmer; in den Studien meist 1 mg täglich [s121, s139].
APHRODITE. 2025/26 vorgeschlagenes Schema zur Einteilung infertiler Männer nach Hormonstatus, um Kandidaten für eine Gonadotropintherapie zu identifizieren [s13, s14, s15].
Asthenozoospermie. Verminderte Spermienbeweglichkeit.
Azoospermie. Keine Spermien im Ejakulat. Obstruktiv: Verschluss der ableitenden Samenwege. Nicht-obstruktiv (NOA): Störung der Spermienbildung im Hoden.
CHH / HH. (Angeborener) hypogonadotroper Hypogonadismus: fehlende oder unzureichende Gonadotropin-Sekretion aus der Hypophyse, mit niedrigem Testosteron und niedrigem oder normalem LH und FSH; schließt Kallmann-Syndrom, normosmischen CHH und erworbene Formen ein [s77, s136].
Clomifen (Clomifencitrat). Selektiver Östrogenrezeptor-Modulator (SERM), der die Östrogen-Rückkopplung im Gehirn blockiert und dadurch LH, FSH und Testosteron anhebt [s44]. Für die männliche Infertilität Off-Label.
Cochrane-Übersicht. Systematische Übersicht nach einem standardisierten Verfahren, hier zu FSH bei idiopathischer männlicher Subfertilität [s217, s245].
DFI / SDF. DNA-Fragmentierungsindex bzw. Spermien-DNA-Fragmentation: Anteil von Spermien mit geschädigter DNA [s63, s123].
Enclomifen. Trans-Isomer des Clomifens, ebenfalls ein SERM [s169, s88].
FSH. Follikelstimulierendes Hormon; wirkt auf die Sertoli-Zellen des Hodens und unterstützt die Spermienbildung. Therapeutisch als urinäres (hochgereinigtes, uFSH) oder rekombinantes (rFSH, rhFSH) Präparat [s12, s14].
Flagellum. Geißel der Spermienzelle, ihr beweglicher Anteil; Fehlbildungen des Flagellums gehören zur Morphologiebeurteilung.
Gonadotropine. Hormone der Hypophyse (LH und FSH) und ihre Präparate: hCG (wirkt wie LH), hMG (enthält LH- und FSH-Aktivität), FSH [s12].
GnRH-Pumpe (pulsatile GnRH-Therapie). Pumpengesteuerte, pulsartige Gabe von Gonadotropin-Releasing-Hormon; keine der sechs Hauptsubstanzen, aber häufiger Vergleichsarm bei HH [s143].
hCG. Humanes Choriongonadotropin; wirkt am LH-Rezeptor und regt die Testosteronbildung in den Leydig-Zellen an [s14, s15].
hMG. Humanes Menopausengonadotropin mit LH- und FSH-Aktivität.
Hodenvolumen. Volumen des Hodens, meist in ml; bei HH wichtiger Prädiktor des Ansprechens [s156, s136, s69].
Hypergonadotroper Hypogonadismus. Primäre Hodenschwäche mit niedrigem Testosteron und erhöhten Gonadotropinen [s133].
Hypogonadismus. Testosteronmangel; primär (Hodenursache) oder sekundär (Hypophyse/Hypothalamus). Funktioneller Hypogonadismus: niedriges Testosteron ohne feste strukturelle Ursache, etwa bei Adipositas [s44, s109].
Idiopathische Infertilität. Unfruchtbarkeit ohne identifizierte Ursache bei auffälligem Spermiogramm.
Inhibin B. Von Sertoli-Zellen gebildetes Hormon; in mehreren Studien Prädiktor des Ansprechens [s200, s178, s25].
Intratestikuläres Testosteron (ITT). Testosteron im Hodengewebe, deutlich höher als im Blut [s191, s224].
Klinefelter-Syndrom. Chromosomenstörung mit kleinen Hoden und häufig NOA [s54].
Letrozol. Nichtsteroidaler Aromatasehemmer; in Studien meist 2,5 mg täglich [s30, s232].
LH. Luteinisierendes Hormon, regt die Testosteronbildung an.
Lebendgeburtenrate. Anteil der Paare mit Geburt eines lebenden Kindes; der für Paare entscheidende Endpunkt, in den hier ausgewerteten Hormonstudien kaum berichtet [s217].
Metaanalyse / Netzwerk-Metaanalyse. Statistische Zusammenfassung mehrerer Studien; die Netzwerkform vergleicht mehrere Behandlungen gleichzeitig, auch indirekt [s57, s71].
Micro-TESE. Mikrochirurgische testikuläre Spermienextraktion: operative Suche nach Spermien im Hodengewebe [s119].
MD / SMD / WMD. Mittlere, standardisierte bzw. gewichtete mittlere Differenz.
Morphologie. Gestalt der Spermien; Anteil normal geformter Zellen.
OR (Odds Ratio), HR, CI. Verhältnismaße der Chancen bzw. des Ereignisrisikos; CI: 95-%-Konfidenzintervall. Ein Intervall, das die 1 einschließt, spricht gegen einen gesicherten Unterschied.
Off-Label. Anwendung außerhalb der zugelassenen Indikation [s12].
Oligozoospermie / OAT. Verminderte Spermienkonzentration; Oligoasthenoteratozoospermie: zugleich verminderte Zahl, Beweglichkeit und Morphologie.
PSIS. Hypophysenstiel-Unterbrechungssyndrom, eine Ursache des HH [s96].
Regression zur Mitte. Statistischer Effekt: Extreme Messwerte liegen bei erneuter Messung im Mittel näher am Durchschnitt, auch ohne Behandlung.
SERM. Selektiver Östrogenrezeptor-Modulator (Clomifen, Tamoxifen, Enclomifen).
Sertoli-Zell-Only (SCO). Hodenbefund ohne Keimzellen; nur Stützzellen [s165].
Spermatogenese. Bildung der Spermien im Hoden.
Tamoxifen. SERM; in einigen Studien zu idiopathischer Oligozoospermie eingesetzt [s208, s235].
T/E2-Verhältnis. Verhältnis von Testosteron zu Estradiol; niedrige Werte gelten als Hinweis auf erhöhte Aromataseaktivität [s76, s121].
TMSC. Gesamtzahl beweglicher Spermien im Ejakulat [s29, s60].
WHO-Kategorie der Spermienkonzentration (WHO-SCC). Einteilung der Konzentration in Stufen; Aufstieg in eine höhere Stufe war Endpunkt in [s30, s60, s102].