Vorbemerkung zur Lesart. Beobachtungsstudien ohne unbehandelte Kontrollgruppe können aus drei Gründen keine Aussage über die Wirkung eines Medikaments tragen: Spermienparameter schwanken beim selben Mann von Probe zu Probe stark (Regression zur Mitte), Männer werden häufig dann behandelt, wenn ihr Wert gerade besonders schlecht ist, und bei Paaren hängt die Schwangerschaft ebenso von der Partnerin und von assistierter Reproduktion ab. Eine koreanische Kohorte zum unbehandelten Verlauf zeigt die Größenordnung dieser Schwankung (siehe unten [s236]). Beim hypogonadotropen Hypogonadismus (HH) liegt der Fall teilweise anders: Dort fehlt die gonadotrope Stimulation der Hoden, sodass ein neu auftretender Spermiennachweis unter Gonadotropinen eher der Therapie zugeschrieben werden kann als bei Männern mit erhaltener Achse (das ist meine Einordnung aus dem Krankheitsbild; die Studien vergleichen den Spontanverlauf nicht). Die Abschnitte sind nach Indikationsgruppe geordnet; innerhalb der Gruppen steht jede Arbeit einzeln.
Hypogonadotroper Hypogonadismus: westliche, australische und türkische Kohorten
Huijben, Prinsen, de Keyser et al. 2026, Reproduction and Fertility [s22] (Niederlande, Universitätsklinikum Utrecht). Monozentrische retrospektive Kohorte, 35 Männer ab 18 Jahren mit HH und Azoospermie, Gonadotropintherapie. Primärer Endpunkt war die erfolgreiche Induktion der Spermatogenese. Sie gelang bei 74 %, mit kombinierter hCG-plus-FSH-Therapie bei 78 % gegenüber 33 % unter hCG-Monotherapie (Gruppengrößen im Abstract nicht angegeben). Von den Männern mit Spermien stiegen 69 % in eine höhere WHO-Kategorie auf, 29 % erreichten Normozoospermie; die mediane maximale Spermienkonzentration betrug 8,3 × 10⁶/ml (IQR 1,9 bis 36,3). Ein größeres Ausgangshodenvolumen war mit höherer Erfolgsrate und kürzerer Zeit bis zur Schwangerschaft verbunden. Schwangerschaft bei 68 % (39 % spontan); mediane Zeit bis zur ersten Spermatogenese 7 Monate, bis zur Schwangerschaft 21 Monate; milde Nebenwirkungen bei 16 %. Stärken: zeitgemäße westliche Kohorte, Regressionsanalysen, Schwangerschaft und Nebenwirkungen erhoben. Schwächen: n = 35, retrospektiv, ein Zentrum, die Subgruppe unter hCG allein ist klein, die Endpunkte der Schwangerschaft hängen von der Partnerin ab. Mehrere Autoren sind zugleich Autoren der Metaanalyse [s21].
Gialouris, Conway, Idan et al. 2026, Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism [s17] (Australien). Kohortenstudie mit konsekutiven infertilen Männern (n = 99) mit angeborenem oder erworbenem pathologischem Gonadotropinmangel, behandelt mit urinärem oder rekombinantem hCG und FSH nach standardisiertem Protokoll (1983 bis 2024; Männer im Alter von 35 ± 1 Jahren, Partnerinnen 30 ± 1 Jahre; 160 Behandlungszyklen). Ausgewertet wurden Zeit bis zu vorab festgelegten Spermiendichteschwellen und bis zur Schwangerschaft mit Kaplan-Meier- und multivariaten Cox-Analysen. Anteil und mediane Zeit bis zu Schwellen von > 0, > 2, > 5, > 10 und > 20 × 10⁶/ml: 78 % (5 Monate), 56 % (12 Monate), 49 % (14 Monate), 37 % (21 Monate) und 24 % (Zeit nicht bestimmbar). Wichtigster Faktor für die Schwangerschaft waren ungünstige weibliche Fertilitätsfaktoren (HR 0,20; KI 0,10 bis 0,40; P < 0,001); die Zeit bis zur Schwangerschaft betrug mit diesen Faktoren 43 gegenüber 15 Monaten ohne sie (P < 0,0001). Die mediane Spermienkonzentration bei Schwangerschaft der Partnerin lag bei 2,8 (0,2 bis 52,6) × 10⁶/ml ohne und 35,4 (15,1 bis 52,6) × 10⁶/ml mit weiblichen Faktoren. Stärken: große Kohorte für diese seltene Erkrankung, Zeit-bis-Ereignis-Analyse über 40 Jahre, standardisiertes Protokoll. Schwächen: sehr lange Rekrutierungsspanne (Präparate und Standards änderten sich), ein Zentrum, keine Kontrolle. Einordnung: Die Studie zeigt zugleich, dass nur 49 % die Schwelle von 5 × 10⁶/ml erreichten (nach median 14 Monaten) und dass die Partnerin den Schwangerschaftserfolg stark mitbestimmt.
Zachariou, Zikopoulos, Markou et al. 2026, Journal of Clinical Medicine [s34] (Griechenland, Universität Ioannina; weitere Affiliation Großbritannien). Retrospektive Kohorte von 35 Männern (2010 bis 2022), hCG mit oder ohne FSH, mittlere Behandlungsdauer 12,0 Monate (6 bis 24). Spermien im Ejakulat bei 27 von 35 (77 %); von den übrigen acht erhielten alle eine Mikro-TESE mit Spermiengewinnung bei 7 von 8 (88 %). Sieben Paare wählten IVF/ICSI (11 Zyklen, 6 klinische Schwangerschaften, 55 % pro Zyklus, 5 Lebendgeburten, darunter zwei Zwillingsschwangerschaften); 13 natürliche Schwangerschaften mit 13 Lebendgeburten; insgesamt wurden 18 von 35 (51 %) biologische Väter. Schwächen: n = 35, retrospektiv, Partnerfaktoren variabel; „Vater werden“ ist ein zusammengesetzter Endpunkt aus spontanen und assistierten Wegen.
Ortaç, Hıdır, Salabas, Boyuk, Bese, Pazir und Kadıoğlu 2019, Asian Journal of Andrology [s172] (Türkei, Istanbul). Retrospektiv beschriebene Kohorte von 112 Männern mit idiopathischem HH (niedriges Testosteron, LH und FSH, normales Prolaktin), behandelt mit LH- und FSH-Analoga. Bei 96 Patienten (85,7 %) fanden sich Spermien im Ejakulat. Von 72 verheirateten Männern mit Kinderwunsch erreichten 48 (66,7 %) eine Schwangerschaft durch natürliche Konzeption. Die mittlere Zeit bis zum Auftreten von Spermien betrug 9,48 Monate. Günstig waren höheres Alter, größeres Hodenvolumen und ein geringer Anteil nicht deszendierter Hoden; Hodenvolumen und Alter waren auch die wichtigsten Prädiktoren der natürlichen Konzeption. Die Ausgangswerte von FSH, Testosteron und LH unterschieden sich laut Abstract nicht signifikant. Bei früherem Hodenhochstand fanden sich Spermien in 73,7 %, bei deszendierten Hoden in 87,6 % (p = 0,261). Stärken: für eine seltene Erkrankung große Fallzahl, klinisch harte Endpunkte. Schwächen: keine Kontrollgruppe, Auswahl der verheirateten Männer beeinflusst die Schwangerschaftsrate, keine Konfidenzintervalle im Abstract. Die Zahlen (n = 112; 85,7 %, 96 von 112) stimmen mit [s160] derselben Arbeitsgruppe überein; eine Überlappung der Patientengruppen ist wahrscheinlich, im Abstract aber nicht erklärt.
Ortaç, Hıdır, Çilesiz und Kadıoğlu 2020, Turkish Journal of Urology [s160] (Türkei, Universität Istanbul). Retrospektiver Vergleich bei 112 Männern mit angeborenem HH; 70 erhielten hMG, 42 rekombinantes FSH, jeweils nach vorheriger hCG-Gabe. Ausgangswerte: LH 0,53 ± 0,77 IE/l, FSH 0,63 ± 0,61 IE/l, Testosteron 1,10 ± 1,90 ng/dl; mittleres Alter bei Diagnose 27,9 Jahre (15 bis 51). Spermien im Ejakulat bei 85,7 % (96 von 112), in beiden Gruppen gleich hoch. Hodenvolumen zu Beginn: hMG 5,0 ± 3,5 ml, rFSH 5,3 ± 3,9 ml (p = 0,364). Schwangerschaftsraten 38,6 % (n = 27) unter hMG gegenüber 51,2 % (n = 21) unter rFSH (p = 0,314). Schwere Nebenwirkungen traten nicht auf. Auffällig: 21 von 42 ergäben 50,0 % statt 51,2 %; denkbar sind unterschiedliche Nenner, der Abstract erklärt es nicht. Stärken: direkter Vergleich zweier FSH-Quellen in einer seltenen Population. Schwächen: retrospektiv, nicht randomisiert, ungleiche Gruppen, begrenzte Teststärke für den Schwangerschaftsunterschied; Überlappung mit [s172] wahrscheinlich, sodass beide Studien nicht als unabhängige Bestätigung zählen.
Yılmazel, Karabulut, Yılmaz, Keskin, Bedir und Özbey 2021, Urologia [s145] (Türkei, Erzurum). Retrospektive Fallserie über zehn Jahre mit 81 Männern mit idiopathischem HH (1,5 % der infertilen Männer der Ambulanz). Zunächst Testosteronersatz, bei Kinderwunsch Gonadotropintherapie mit hCG und urinärem oder rekombinantem FSH. Schwangerschaften der Partnerinnen: spontan 64,6 % (n = 42), durch Intrauterininsemination 12,3 % (n = 8), durch In-vitro-Fertilisation 15,3 % (n = 10) und durch Mikro-TESE mit ICSI 4,6 % (n = 3). Die Autoren betonen, Dosis und Dauer seien entscheidend, die erforderliche Dosis individuell verschieden. Stärken: Langzeitserie, Differenzierung der Wege zur Schwangerschaft. Schwächen: keine Kontrolle; Nenner der Prozentangaben und Behandlungsdauer im Abstract nicht ausgeführt (die Prozentwerte beziehen sich offenbar auf Schwangerschaften, nicht auf alle 81 Männer); die Schlussfolgerung, die Dosis müsse bis zur Geburt eines Kindes gesteigert werden, geht über die berichteten Daten hinaus.
İbiş und Aydos 2021, Androloji Bülteni [s132] (Türkei, TR Dizin). Retrospektive Analyse von 60 Männern mit idiopathischem HH (Januar 2017 bis Dezember 2018), hCG/hMG-Behandlung, verglichen nach Eintritt einer Schwangerschaft. Hormonparameter und Hodenvolumen verbesserten sich deutlich (p < 0,001). Spermien fanden sich bei 83,3 %. Klinische Schwangerschaft bei 76,7 %, davon 66,7 % spontan und 10 % nach IVF. Die mittlere Spermienkonzentration betrug bei Schwangerschaft durch assistierte Reproduktion 3,4 ± 1,04 × 10⁶/ml, bei spontaner Schwangerschaft 12,2 ± 0,68 × 10⁶/ml. Zwischen Fällen mit und ohne Schwangerschaft unterschieden sich Spermienkonzentration, Hodenvolumen und FSH nach Therapie (p < 0,001, p < 0,001 und p = 0,029). Schwächen: keine Kontrollgruppe, die „Prädiktoren“ sind Werte nach der Therapie und damit keine Ausgangsprädiktoren; die Schwangerschaftsrate von 76,7 % steht im Kontrast zu 38,6 bis 51,2 % in [s160], was auf unterschiedliche Nenner oder Auswahl hindeuten kann.
Resorlu, Abdulmajed, Kara, Unsal und Aydos 2009, Human Fertility [s243] (Türkei, Ankara). Retrospektive Vergleichsstudie an 17 Männern (25 bis 38 Jahre) mit HH und nicht obstruktiver Azoospermie, fünf davon mit Orchidopexie in der Vorgeschichte; hCG plus FSH über 4 bis 24 Monate. Lebensfähige Spermien erschienen im Ejakulat ab dem dritten Behandlungsmonat. Sechs Männer mit sekundärem (erworbenem) HH erreichten natürliche Konzeption; bei den elf Männern mit idiopathischem HH war nach erfolglos gebliebener Gonadotropintherapie die ICSI nötig. Die Autoren folgern, bei idiopathischem HH sei ICSI, sobald Oligozoospermie besteht, ergänzend zu erwägen. Schwächen: kleine Fallzahl, retrospektiv, keine Zahlenwerte zu Spermienkonzentration oder Dauer im Abstract.
Aydogdu, Bolu, Sonmez et al. 2013, Clinical Endocrinology [s218] (Türkei, Ankara). Retrospektiver Vergleich von 77 unbehandelten Männern mit idiopathischem HH mit 42 gesunden Kontrollen (nach Alter und BMI angepasst) und drei Behandlungsarmen: Testosteronester (n = 28), hCG (n = 25), Testosterongel (n = 24), Beobachtung sechs Monate. Unter hCG sanken die Triglyzeride und stiegen LH, Tanner-Stadium und Hodenvolumen signifikant; Insulinresistenzmarker blieben unter allen Behandlungen unverändert. Die Studie ist primär eine Stoffwechselstudie und berichtet keine Spermienparameter; sie ist hier wegen des Endpunkts Hodenvolumen unter hCG aufgeführt. Schwächen: retrospektiv, keine Randomisierung, Hodenvolumen nur ein Ersatzmaß für die Spermatogenese.
Çelik, Özçelik, Baş, Sariaydin, Özçelik und Gozu 2021, Archives of Endocrinology and Metabolism [s126] (Türkei, Edirne). Vergleichsstudie mit zwei Behandlungsarmen bei 36 Männern mit HH (mittleres Alter 28,5 ± 8,7 Jahre): 17 erhielten wöchentlich rekombinantes hCG alfa, 19 Testosteron alle 21 Tage. Als Grenzwert eines wirksamen T/E-Verhältnisses (bezogen auf mindestens drei Morgenerektionen pro Woche) wurde 12,0 bestimmt (Sensitivität 93,8 %, Spezifität 90,0 %). Gesamttestosteron, T/E-Verhältnis und Morgenerektionen unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Armen; das Hodenvolumen war unter hCG signifikant größer (p < 0,05). Keine Spermienendpunkte. Schwächen: kleine Gruppen, Endpunkt Erektionshäufigkeit, Verblindung nicht erkennbar.
Trinh et al. 2021, Research and Reports in Urology [s141] (Vietnam). Prospektive Studie (im Abstract als Querschnittsstudie bezeichnet) an 19 Männern mit männlichem HH unter hCG alle drei Tage (mittlere Dosis 5579 ± 1773,7 IE) plus Clomifen 25 mg täglich. Nach 12 Monaten hatten 9 Patienten (47,4 %) Spermien im Ejakulat, aber fast alle morphologisch fehlgeformt (< 1 % normal), die mittlere Beweglichkeit in der progressiv beweglichen Gruppe lag unter 8 %; keine Nebenwirkungen; das Testosteron stieg in der Untergruppe mit partiellem HH signifikant (p = 0,03). Schwächen: n = 19, einarmig, Kombination zweier Wirkstoffe, sodass der Beitrag des Clomifens nicht trennbar ist.
Hypogonadotroper Hypogonadismus: chinesische Kohorten
Die chinesischen Kohorten stammen zu einem großen Teil aus dem Peking Union Medical College Hospital (PUMCH). Wegen möglicher Überschneidung der Patientengruppen zwischen den PUMCH-Veröffentlichungen dürfen die Fallzahlen nicht addiert werden; die Abstracts erklären die Überlappung nicht.
Liu, Mao, Wu, Xu, Wang, Huang, Zheng, Nie und Zhang 2016, Medicine [s196] (China, Peking). Retrospektive Kohorte von 223 azoospermen Männern mit angeborenem HH ohne Pubertätsentwicklung (2005 bis 2014); alle erhielten hCG plus hMG und wurden mehr als sechs Monate beobachtet (5109 Personenmonate). Hodenvolumen stieg von 2,1 ± 1,6 auf 8,1 ± 4,6 ml, Gesamttestosteron von 0,9 ± 0,5 auf 15,1 ± 8,2 nmol/l (beide P < 0,001). Spermien (> 0/ml) traten nach median 15 Monaten auf (KI 13,5 bis 16,5); 64 % (143 von 223) bildeten Spermien, im Mittel nach 14 ± 8 Monaten. Spermienkonzentration (11,7 [2,1; 24,4] × 10⁶/ml) und progressive Beweglichkeit (A+B 36,9 ± 20,2 %) blieben deutlich unter den WHO-Normwerten. Von 34 Männern mit Kinderwunsch machten 19 ihre Partnerin schwanger. Unabhängige Prädiktoren eines früheren Spermienauftretens waren ein größeres Ausgangshodenvolumen (P = 0,012) und fehlender Hodenhochstand in der Vorgeschichte (P = 0,028). Stärken: große Kohorte, Prädiktoranalyse. Schwächen: retrospektiv, ohne Kontrollgruppe; die Schwangerschaften sind im Abstract nicht nach Spontanzeugung und assistierter Reproduktion getrennt.
Hao, Nie, Yu et al. 2020, Asian Journal of Andrology [s156] (China, Peking). Von 587 behandelten Männern mit angeborenem HH (CHH) gingen nach Ausschlüssen 122 compliante Männer ohne Kryptorchismus in die Auswertung (hCG plus hMG, 24 Monate); „partieller“ CHH (Hodenvolumen ab 4 ml) gegenüber „kompletter“ CHH (unter 4 ml). Spermatogeneserate 92,3 % bei partiellem gegenüber 74,7 % bei komplettem CHH; mediane Zeit bis zu den ersten Spermien 11,7 gegenüber 17,8 Monaten (P < 0,05). Schwäche: Der Ausschluss von 465 der 587 Männer (unter anderem wegen anderer Therapie oder schlechter Adhärenz) birgt ein erhebliches Auswahlrisiko.
Liu, Mao, Xu et al. 2019, International Journal of Endocrinology [s171] (China, Peking). 40 CHH-Patienten mit Hodenhochstand gegenüber 183 ohne, alle hCG plus hMG, Nachbeobachtung median 24 Monate (15 bis 33). Bei Hodenhochstand traten Spermien nach median 24 Monaten auf (KI 17,8 bis 30,2); 20 von 40 (50 %) bildeten Spermien, im Mittel nach 19 ± 8 Monaten; bei 5 von 9 Paaren mit Kinderwunsch (56 %) trat Schwangerschaft ein. Verglichen mit der Gruppe ohne Hodenhochstand: längere Zeit (24 gegenüber 15 Monaten; P < 0,001), geringere Spermatogeneserate (50 % gegenüber 67 %; P = 0,032), niedrigere Konzentration (1,9 [0,5; 8,6] gegenüber 11,1 [1,0; 25,0] × 10⁶/ml; P = 0,006). Schwächen: retrospektiv, kleine Teilgruppe der Paare mit Kinderwunsch (n = 9).
Ma et al. 2021, Endocrine Practice [s136] (China, Peking). Retrospektive Kohorte, 160 Männer mit HH (Kallmann-Syndrom 61, normosmischer CHH 34, Hypophysenstiel-Unterbrechungssyndrom 48, erworbener HH 17); wöchentliche Gonadotropingabe führte bei 74 % (119 von 160) zu Spermatogenese; mediane Zeit 13 Monate (Interquartilbereich 11,4 bis 14,6); größeres Ausgangshodenvolumen sagte einen früheren Spermienbeginn voraus (P = 0,0142); sechs spontane Schwangerschaften. Verglichen mit dem Zweimal-wöchentlich-Schema bei CHH: mediane Zeit 14 gegenüber 15 Monaten, Erfolgsrate 78 % (74 von 95) gegenüber 64 % (143 von 223), Konzentration 20,9 (5,0 bis 46,3) gegenüber 11,7 (2,1 bis 24,4) × 10⁶/ml, progressive Beweglichkeit 40,8 ± 27,3 % gegenüber 36,9 ± 20,2 %. Schwächen: Der Abstract nennt keine Signifikanztests für den Schemavergleich; die Zeitspannen überschneiden sich; der Vergleichsarm entspricht offenbar der Kohorte von [s196] (identische Zahlen 143 von 223, 11,7 [2,1; 24,4] × 10⁶/ml, 36,9 ± 20,2 %), also einem historischen Vergleich.
Chen, Niu, Xu et al. 2019, Asian Journal of Andrology [s168] (China, Wuhan). Retrospektive Studie an 107 Männern mit isoliertem HH: 54 erhielten hCG intramuskulär plus orales Testosteronundecanoat, 53 hCG allein; mediane Nachbeobachtung 29 Monate (12 bis 72). Die Kombination normalisierte das Testosteron und erreichte die Tanner-Stadien III und V schneller (P < 0,001 beziehungsweise P < 0,05), aber Rate des Spermienauftretens, Konzentration und Zeit bis zu Konzentrationsschwellen unterschieden sich nicht; Nebenwirkungen wie Akne und Gynäkomastie unterschieden sich nicht. Die Autoren folgern, ergänzendes orales Testosteron beeinträchtige die Spermatogenese unter hCG nicht. Schwächen: retrospektiv, Gruppenzuteilung im Abstract nicht erklärt; ein Unterschied könnte wegen kleiner Gruppen unentdeckt bleiben.
Chen, Sun, Niu et al. 2020, Journal of Sexual Medicine [s151] (China, Wuhan). Retrospektive Kohorte mit Genanalyse bei 110 chinesischen CHH-Männern unter hCG-Behandlung (hMG oder FSH wurde in dieser Kohorte nicht ergänzt, weil die Patienten wegen Kosten oder geringen Kinderwunsches hCG allein wählten). 94,55 % erreichten ein normales Serumtestosteron, 54,55 % Spermien im Samen. Pathogene beziehungsweise wahrscheinlich pathogene seltene Sequenzvarianten fanden sich bei 30 % (33 von 110); sie waren mit verzögertem Spermienauftreten verbunden, am stärksten Varianten im PROKR2-Gen (48 Monate, KI 34,1 bis 61,9; P = 0,043). Mediane Nachbeobachtung 40 Monate. Die Autoren raten für solche Patienten, bei Kinderwunsch früh hCG/hMG, hCG/rFSH oder pulsatiles GnRH zu erwägen; das ist eine Hypothese aus einer retrospektiven Kohorte. Schwächen: hCG-Monotherapie nach Patientenwahl (Selektion), kleine Subgruppen je Gen.
FGFR1-, PROKR2- und Genotyp-Subgruppen: Li et al. 2020 [s158], Li et al. 2021 [s134], Yang et al. 2024 [s94], Zhang et al. 2021 [s146] (alle China). In der PUMCH-Serie von Li et al. 2020 mit FGFR1-Mutation (14 Männer gegenüber 25 ohne Mutation; Gonadotropin oder pulsatiles GnRH) war die kumulative Spermatogeneserate nach 12 Monaten niedriger (35,71 % gegenüber 68,75 %; p = 0,047), die mediane Zeit länger (16 gegenüber 10 Monaten) und die Spermienkonzentration beim letzten Besuch niedriger (7,19 gegenüber 18,80 × 10⁶/ml; p = 0,038); die Testosteronspiegel waren gleich [s158]. Bei 12 PROKR2- und 14 FGFR1-Trägern trat die Spermatogenese bei PROKR2 früher auf (median 9 gegenüber 16 Monaten; p = 0,004) [s134]. In einer Kohorte mit 210 CHH-Patienten, darunter 19 mit FGFR1-Mutation, zeigten FGFR1-Träger mit vererbter Mutation eine „Tendenz“ zu höheren Spermatogeneseraten als solche mit neuer Mutation [s94]. Bei 73 chinesischen CHH-Männern mit Exomsequenzierung, die selbst eine von vier Behandlungen wählten (pulsatile Gonadorelin-Pumpe, zyklische Gonadotropine, hMG allein oder Testosteronersatz), erreichten unter Pumpe oder zyklischen Gonadotropinen 70,2 % innerhalb von drei Jahren Spermatogenese; ein direkter Zusammenhang zwischen dem betroffenen Gen und dem Spermatogeneseergebnis wurde nicht beobachtet [s146]. Gemeinsame Schwächen: kleine retrospektive Subgruppenanalysen, mehrere Vergleiche, mögliche Überlappung mit anderen PUMCH-Kohorten; die genetischen Befunde sind Hypothesen.
Sheng et al. 2025, Orphanet Journal of Rare Diseases [s58] (China, Guangzhou). Retrospektive Kohorte, 51 männliche Patienten mit idiopathischem HH aus Südchina, davon 34 über 2,75 ± 1,82 Jahre behandelt; nach der Behandlung stiegen Penislänge, FSH, LH und Testosteron signifikant. Spermienbefunde nennt der Abstract nicht; der Beitrag liegt in Genetik und Phänotyp.
Liu et al. 2021, Chinese Medical Journal [s135] (China, Peking Kinderklinik). Nicht randomisierte Vergleichsstudie an 41 männlichen Jugendlichen mit CHH: hCG/hMG (n = 20) gegen GnRH-Pumpe (n = 21). Nach drei Monaten waren Hodenvolumen (5,1 ± 2,3 gegenüber 4,1 ± 1,8 ml; nicht signifikant), Penislänge (6,9 ± 1,8 gegenüber 5,1 ± 1,6 cm; P < 0,05) und Penisdurchmesser (2,4 ± 0,5 gegenüber 2,0 ± 0,6 cm; P < 0,05) unter hCG/hMG größer; nach sechs Monaten war der Testosteronspiegel in der hCG/hMG-Gruppe höher. Spermienbefunde enthält der Abstract nicht (Registrierung NCT02880280). Die Zuordnung der Zahlen zu den Armen entspricht der Reihenfolge im Bericht der Recherche; im Abstract ist sie nicht eindeutig ausgewiesen.
Kleinere chinesische Berichte. Hongkong 1994, Kung et al. [s259] (Queen Mary Hospital): 17 chinesische Männer mit HH; Hodenvolumen stieg median von 3 (1 bis 20) auf 11,6 (5 bis 20) ml (p < 0,02); 6 benötigten hCG allein, 11 nach mindestens sechs Monaten hCG zusätzlich hMG; zwei blieben azoosperm (einer nach Mumps-Orchitis, einer mit isoliert erhöhtem FSH). Ohne den Fall mit „fertilem Eunuchoid“ lag die mittlere Zeit bis zu ersten Spermien bei 13 (4 bis 52) Monaten; 12 Männer wurden fruchtbar, Schwangerschaften nach 20 (4 bis 78) Monaten; Dosen hCG 4000 (3000 bis 10 000) IE und hMG 225 (225 bis 450) IE wöchentlich; Männer mit Ansprechen auf hCG allein hatten ein größeres Hodenvolumen vor der Behandlung. Chengdu 2012, Yang et al. [s230]: 242 Männer mit HH in drei Gruppen, hCG (n = 84), hCG plus hMG (n = 74), Testosteron (n = 84); das Hodenvolumen wuchs bei 42 (50,0 %) und 56 (75,7 %) der Männer unter hCG beziehungsweise hCG plus hMG (von 2,0 ± 1,1 auf 6,8 ± 3,2 ml und von 2,1 ± 1,1 auf 8,8 ± 3,9 ml); unter Testosteron wuchsen die Hoden nur bei sechs Männern, nicht signifikant; Spermatogenese erzielten 34 (hCG) und 48 (hCG plus hMG) Männer; drei Paare wurden spontan schwanger; Schluss der Autoren: Testosteron fördere Hodenwachstum und Spermatogenese nicht, hCG und hCG/hMG schon, die Kombination besser; die Gruppen entstanden nicht durch Randomisierung. Nanjing 2005, Di et al. [s247], Titel „[The application of gonadotropin in treatment of male central hypogonadism]. (deutsch: Anwendung von Gonadotropin bei der Behandlung des zentralen Hypogonadismus beim Mann)“: 64 Männer mit zentralem Hypogonadismus, 33 hCG (1500 IE zweimal wöchentlich), 31 hCG plus hMG (75 IE); mindestens sechs Monate; Hodenvolumen 3,08 ± 2,44 auf 8,92 ± 5,37 ml (P < 0,001); Gonadotropine und Testosteron stiegen; bei 2 Patienten wurde Spermatogenese festgestellt, 6 hatten Samenergüsse; 52 (81,2 %) waren nach Hodenvolumen wirksam behandelt. Guangzhou 2013, Gong et al. [s222], Titel „[Clinical diagnosis and treatment of male Kallmann syndrome]. (deutsch: Klinische Diagnose und Behandlung des männlichen Kallmann-Syndroms)“: 12 Männer mit Kallmann-Syndrom, kombinierte Therapie aus hCG, hMG und Testosteronundecanoat über 6 Monate bis 3 Jahre; nach neun Monaten besserten sich Penislänge, Hodenvolumen und Hormone (P < 0,01); ein Mann zeugte normal ein Kind. Wuhan 2016, Lu et al. [s197], Titel „[Secondary male hypogonadism induced by sellar space-occupying lesion: Clinical analysis of 22 cases]. (deutsch: Sekundärer männlicher Hypogonadismus durch raumfordernde Läsion der Sella: klinische Analyse von 22 Fällen)“: 22 Männer mit sekundärem Hypogonadismus nach Sella-Läsionen, Behandlung mit Andriol (n = 7) oder hCG (n = 15); Testosteron stieg unter beiden (Andriol 0,78 ± 0,40 auf 2,71 ± 0,70 ng/ml; hCG 0,93 ± 0,44 auf 3,07 ± 0,67 ng/ml), ebenso der IIEF-5-Wert; unter hCG stieg das Hodenvolumen signifikant (P < 0,01) und bei 7 Männern wurden Spermien nachgewiesen (deren Ausgangshodenvolumen 11,5 ± 2,3 gegenüber 7,5 ± 2,3 ml); unter Andriol wuchs der Hoden nicht und es trat keine Spermatogenese auf. Peking 2018, Mao et al. [s183], Titel „[Diagnosis and management of adult-onset idiopathic hypogonadotropic hypogonadism]. (deutsch: Diagnose und Management des idiopathischen hypogonadotropen Hypogonadismus mit Erwachsenenbeginn)“: 6 Männer mit HH mit Erwachsenenbeginn (Alter median 26); bei zwei Männern wurden unter kombinierter Gonadotropintherapie nach 4 bis 6 Monaten Spermien induziert; bei einem kehrte die Achsenfunktion zurück. Gemeinsame Schwächen: kleine, retrospektive Serien aus Einzelzentren, kein Vergleich mit Nichtbehandlung; die Vergleiche mit Testosteron zeigen, dass die Hodenreifung ohne Gonadotropine ausbleibt, sind aber nicht randomisiert.
Pulsatile GnRH-Therapie im Vergleich zur Gonadotropintherapie (nicht randomisiert)
Die pulsatile GnRH-Pumpe zählt nicht zu den sechs Substanzen der Fragestellung, wird in China aber häufig als Vergleichsarm zu hCG/hMG untersucht und gehört zum Befund. Alle folgenden Studien sind, soweit aus den Abstracts ersichtlich, nicht randomisiert; Selbstauswahl der Therapie und unterschiedliche Beobachtungszeiten machen die Vergleiche anfällig für Verzerrung.
Huang et al. 2015, Zhonghua Yi Xue Za Zhi [s202] (China, Peking), Titel „[Spermatogenesis of pulsatile gonadotropin-releasing hormone infusion versus gonadotropin therapy in male idiopathic hypogonadotropic hypogonadism]. (deutsch: Spermatogenese unter pulsatiler GnRH-Infusion im Vergleich zur Gonadotropintherapie beim männlichen idiopathischen hypogonadotropen Hypogonadismus)“. 92 Männer mit idiopathischem HH, die ihre Therapie selbst wählten: GnRH (n = 40) und hCG/hMG (n = 52). Spermatogenese bei 50,0 % (20 von 40) gegenüber 28,8 % (15 von 52) (P = 0,038); Zeit bis zu den ersten Spermien 6,5 ± 3,1 gegenüber 10,8 ± 3,7 Monaten (P = 0,001). Hodenvolumen und Testosteron stiegen in beiden Gruppen.
Mao et al. 2017, Asian Journal of Andrology [s189] (China, Peking; weitere Affiliation USA). Retrospektive Kohorte mit 202 Männern (20 GnRH, 182 hCG/hMG): erste Spermien median nach 6 gegenüber 18 Monaten (P < 0,001); Konzentration von mindestens 5 × 10⁶/ml median nach 14 gegenüber 27 Monaten; Testosteron unter GnRH niedriger (8,3 ± 4,6 gegenüber 16,2 ± 8,2 nmol/l; P < 0,001). Schwächen: sehr kleine GnRH-Gruppe, unterschiedliche Nachbeobachtung (15,6 gegenüber 28,7 Monaten).
Lin et al. 2019, Medicine [s170] (China, Peking). Retrospektive Vergleichsstudie an 220 Männern, GnRH-Pulstherapie gegenüber hCG/hMG: GnRH führte zu kürzerer Zeit bis zu ersten Spermien (6,2 ± 3,8 gegenüber 10,9 ± 3,5 Monaten). Die Gruppengrößen im Abstract sind widersprüchlich (n = 103 und n = 117 für die Gruppen, aber „62/117“ im GnRH-Arm und „26/103“ im hCG/hMG-Arm), deshalb werden die daraus abgeleiteten Anteile (52,99 % und 25,24 %) hier nicht als belastbar verwendet.
Zhang et al. 2019, American Journal of Men's Health [s177] (China, Guangzhou). Nicht randomisierte Studie an 28 azoospermen Männern, 10 GnRH-Pumpe, 18 zyklische Gonadotropine: Zeit bis zur Spermatogenese median 6 gegenüber 14 Monaten (χ² = 6,711; p = 0,01); Spermatogenese bei 90 % gegenüber 83,3 % (weder Überlegenheit noch Nichtunterlegenheit signifikant belegt). Einflussfaktoren waren vorherige hCG- oder Testosteronbehandlung und der LH-Spitzenwert im Triptorelin-Test. Unter Gonadotropinen mehr Akne und Brustspannen, unter der Pumpe häufiger Hautallergien.
Zhang et al. 2024, Endocrine Practice [s96] (China, Peking PUMCH). 119 Männer mit Hypophysenstiel-Unterbrechungssyndrom (PSIS). Erfolgsrate der Spermatogenese 51,67 % (31 von 60) unter hMG/hCG gegenüber 33,90 % (20 von 59) unter GnRH; im GnRH-Arm kürzere Zeit (8 gegenüber 15 Monaten; P = 0,019); höheres Testosteron unter hMG/hCG (2,16 [1,06 bis 4,89] gegenüber 1,31 [0,21 bis 2,26] ng/ml; P = 0,004). Unter Berücksichtigung der Behandlungsdauer von mindestens sechs Monaten (28 Männer in der GnRH-Gruppe) war GnRH mit besserer Spermatogenese verbunden (HR 1,97; KI 1,08 bis 3,57; P = 0,026). Einordnung: Die rohe Gesamt-Erfolgsrate ist unter Gonadotropinen höher, die Zeit unter GnRH kürzer; die Überschrift der Arbeit spricht von besseren Ergebnissen unter GnRH, der Vergleich der rohen Raten stützt das nicht eindeutig.
Huang et al. 2024, Archives of Endocrinology and Metabolism [s80] (China, Peking PUMCH). 28 CHH-Männer mit schlechtem Ansprechen auf mindestens sechs Monate hCG/hMG (median 12,5 Monate) wurden auf GnRH-Pulstherapie umgestellt (median 10,0 Monate): Spermien bei 17 von 28 (60,7 %) nach median 12,0 Monaten; Erfolgreiche hatten höhere LH- und FSH-Werte nach 60 Minuten (4,32 gegenüber 1,10 IE/l; P = 0,043 und 4,28 gegenüber 1,90 IE/l; P = 0,021). Schwächen: keine Kontrolle; Männer mit Spontanansprechen nach längerer Behandlung (Effekt der Dauer) sind nicht abgrenzbar.
Zheng et al. 2025, Reproductive Biology and Endocrinology [s69] (China, Chengdu). Retrospektive Kohorte, 155 postpubertäre Männer mit angeborenem HH, pulsatile GnRH-Pumpe gegenüber hCG/hMG über mindestens sechs Monate. Erfolgreiche Spermatogenese 82,1 % gegenüber 75,8 % (P = 0,356); Konzentrationskategorie ohne Unterschied (P = 0,284); mittlere Dauer 12,34 gegenüber 14,74 Monaten (P = 0,038); Gesamthodenvolumen am Ende 15 gegenüber 12 ml (P = 0,010); prädiktiv war nur das Ausgangshodenvolumen (OR 1,156; KI 1,013 bis 1,319; AUC 0,635). Registrierung ChiCTR2400086876 erfolgte erst im Juli 2024, also rückwirkend. Schwächen: retrospektiv, schwache Prädiktorgüte (AUC 0,635).
Jiang et al. 2025, Translational Andrology and Urology [s46] (China, Guiyang). Retrospektive Studie, 54 erwachsene Männer mit angeborenem HH unter pulsatiler GnRH-Therapie (mittlere Nachbeobachtung 15,9 Monate): Hodenvolumen nach 0,5, 1 und 2 Jahren 6,22 ± 1,85, 8,90 ± 2,36 und 9,73 ± 1,93 ml gegenüber 3,19 ± 1,66 ml vor Behandlung (P < 0,01); Testosteron 234 ± 143, 361 ± 117 und 381 ± 68 gegenüber 48 ± 47 ng/dl; von 45 Patienten mit über 0,5 Jahren Behandlung konnten 34 Sperma abgeben, 27 hatten Spermien. Die Studie dient als Referenzwert für GnRH und hat keinen Gonadotropin-Arm.
Xie et al. 2024, World Journal of Clinical Cases [s93] (China, Weifang), Fallbericht mit Literaturübersicht. Ein 30-Jähriger mit PSIS; sechs Monate Gonadotropine ohne wesentliche Veränderung, dann GnRH-Pulstherapie, nach drei Monaten Spermien, nach sechs Monaten normale Samenqualität; drei Inseminationen blieben erfolglos, eine IVF endete in der 10. Woche nach Embryotransfer mit Fehlgeburt. Einordnung: Einzelfall.
Einordnung der Vergleiche. Übereinstimmend berichten die Studien einen früheren Spermienbeginn unter GnRH-Pulstherapie [s202, s189, s177, s143], aber keine gesicherten Unterschiede bei Spermatogeneserate oder Schwangerschaft [s143, s69]; bei PSIS sind die Ergebnisse uneinheitlich [s96].
Hypogonadotroper Hypogonadismus: Japan, Korea, Taiwan und weitere Länder
Frühe japanische Berichte: Fuse et al. 1996 [s256], Tachiki et al. 1995 [s257], Tachiki et al. 1998 [s254] (Japan, Sapporo und Toyama). Fuse et al. 1996: 16 HH-Patienten unter Gonadotropinersatz; zwei unter hCG allein bildeten nach 2 und 12 Monaten Spermien, drei unter Kombination nach 6 bis 28 Monaten; Männer mit Hodenvolumen ab 4 ml zeigten höhere Spermienzahlen und zeugten Kinder; das Ansprechen im hCG-Test und im LH-RH-Test sagte den Erfolg voraus. Tachiki et al. 1995 (Titel „[Testicular findings, endocrine features and therapeutic responses of men with idiopathic hypogonadotropic hypogonadism]. (deutsch: Hodenbefunde, endokrine Merkmale und Therapieansprechen bei Männern mit idiopathischem hypogonadotropem Hypogonadismus)“): 25 Patienten mit idiopathischem HH, eingeteilt nach Reifungsgrad der Keimzellen (schwer, mittel, leicht), hCG allein oder hMG-hCG für mindestens ein Jahr; bei Männern ohne Kryptorchismus ließ sich die Spermatogenese mit hCG allein auslösen; normale Spermiendichte erreichte hCG allein bei leichtem HH, bei mittlerem und schwerem HH war hMG-hCG nötig. Tachiki et al. 1998: 21 Männer mit erworbenem HH, 11 davon mit schwerem Spermatogeneseversagen (ohne postmeiotische Zellen); Erholung der Spermatogenese und der Testosteronsekretion war schlecht bei einer Zeit von zwei Jahren oder mehr zwischen Diagnose und Behandlung; die Autoren fordern frühen Behandlungsbeginn bei Kinderwunsch. Schwächen: kleine Serien, histologische Einteilung, keine Kontrollen; historischer Wert.
Kobori et al. 2015, Systems Biology in Reproductive Medicine [s203] (Japan, Dokkyo). Fallserie an sieben Männern (34 bis 45 Jahre) mit idiopathischem HH mit Erwachsenenbeginn, Azoospermie und/oder sexueller Funktionsstörung; 150 IE rhFSH und 5000 IE hCG, je zweimal wöchentlich. Spermatogenese wurde bei 5 von 7 wiederhergestellt; ein Mann erzielte während der Behandlung eine spontane Schwangerschaft, bei vier wurden die Spermien für ICSI eingefroren. Schwächen: n = 7, keine Kontrolle.
Sato et al. 2015 [s206] (Japan, Studiengruppe der Japanischen Gesellschaft für Pädiatrische Endokrinologie). Landesweite Erhebung zu 55 Patienten mit männlichem HH im Kindes- und Jugendalter; bei 76 % der mit hCG-rFSH Behandelten war die Spermatogenese positiv (in unterschiedlichem Ausmaß), bei angeborenem HH teils gestört, bei erworbenem HH in allen günstig. Schwächen: Erhebung ohne standardisiertes Protokoll, Abstract ohne Fallzahlen je Gruppe.
Shiraishi et al. 2021, Endocrine Journal [s140] (Japan, Yamaguchi). Prospektive Vergleichsstudie an 26 Männern mit HH, die die Fruchtbarkeitsbehandlung abgeschlossen hatten: hCG (n = 16; 2000 bis 7500 IE/Woche) oder Testosteronersatz (n = 10; Testosteronenantat 250 mg alle drei Wochen). Beide verbesserten die Lebensqualität (SF-36) und die Erektionsfunktion (IIEF-5); hCG verbesserte allgemeine und mentale Gesundheit und IIEF-5 stärker als Testosteron; Testosteron verursachte fortschreitende Hodenatrophie. Prostataspezifisches Antigen und Hämatokrit stiegen in beiden Gruppen, Taillenumfang und Triglyzeride sanken. Einordnung: Das Ergebnis betrifft nicht die Spermienqualität, sondern die Weiterbehandlung nach abgeschlossener Kinderwunschphase.
Nariyoshi et al. 2025, F&S Reports [s52] (Japan, Fukuoka). Retrospektive Beobachtungsstudie an 10 Männern mit HH-Azoospermie, hCG (zunächst allein) plus rFSH. Bei 9 von 10 traten Spermien im Ejakulat auf. Im Ultraschall waren verdickte Samenkanälchen (über 300 μm) unmittelbar vor dem ersten Spermiennachweis sichtbar, und eine höhere Dichte verdickter Kanälchen entsprach höheren Spermienzahlen. Einordnung: möglicher bildgebender Verlaufsmarker; Schwäche: sehr kleine Stichprobe, retrospektiv.
Weitere japanische Fallberichte: Koyama et al. 2010 [s240], Kaku et al. 2024 [s81]. Koyama et al.: Ein 27-jähriger Mann mit HH sprach auf hCG/hMG nicht an, wurde nach Wechsel von hMG auf rhFSH erfolgreich behandelt, die Partnerin wurde schwanger. Kaku et al.: Zwei Männer mit HH bei Keimzelltumor im Gehirn (Germinom); Gonadotropinersatz vor der Chemotherapie führte zu Spontanschwangerschaft beziehungsweise assistierter Reproduktion; der Tumor rezidivierte nicht (9 und 2 Jahre Nachbeobachtung). Einordnung: Einzelfälle (n = 1 und n = 2).
Cho, Lee et al. 2025, World Journal of Men's Health [s38] (Korea, Seoul). Retrospektive Kohorte, 65 Männer mit HH mit Beginn vor der Pubertät; hCG dreimal wöchentlich vier Wochen, dann rFSH plus hCG; Hodenvolumen und Samenanalyse alle drei Monate. Ausgewertet wurden 50 Männer, die bis zur Spermatogenese oder mindestens zwölf Monate behandelt wurden. Mediane Ausgangswerte: Testosteron 0,10 ng/ml, LH 0,05 IE/l, FSH 0,50 IE/l, Hodenvolumen 4,0 ml; nach hCG-Vorbehandlung stieg das Testosteron auf median 3,16 ng/ml, das Hodenvolumen auf 9,0 ml. Spermatogenese gelang bei 41 Männern (82,0 %), mediane Zeit 7,5 Monate; mediane Konzentration 5,2 × 10⁶/ml, Gesamtbeweglichkeit 35 %, Morphologie 4 %. Kein Unterschied zwischen angeborener und erworbener Ursache; größeres Ausgangshodenvolumen war der einzige Prädiktor. Von sechs Männern mit Kinderwunsch erzielten vier eine Empfängnis. Schwächen: retrospektiv, 15 von 65 Männern nicht in der Hauptauswertung.
Yoo et al. 2025, Hormone Research in Paediatrics [s68] (Korea, Seoul). Retrospektive Kohorte mit 70 jugendlichen Patienten mit HH (unter 18 Jahren): Gonadotropine (n = 56) gegenüber Testosteronersatz (n = 14), bis zu 36 Monate. Testosteron stieg in beiden Gruppen, stärker unter Testosteron (von 5,2 auf 283,0 ng/dl unter Gonadotropinen gegenüber von 5,2 auf 527,5 ng/dl unter Testosteron); die Hodenvolumina wuchsen nur unter Gonadotropinen. Spermien wurden bei 72,0 % (18 von 25) der Gonadotropingruppe gefunden; in der Testosterongruppe wurden zwei Männer untersucht, beide mit Spermien, und beide hatten im Erwachsenenalter kurz Gonadotropine erhalten. Die Samenanalysen erfolgten erst nach Abschluss der Pubertätsinduktion (Alter ab 19 Jahren). Schwächen: Samenanalyse nur bei einem Teil der Männer, Testosterongruppe mit n = 2 auswertbar.
Chen, Huang, Chen et al. 2021, Journal of Assisted Reproduction and Genetics [s127] (Taiwan, Taipei). Retrospektive Serie, 17 anfangs azoosperme HH-Männer (2008 bis 2020), im Mittel 11,1 Monate Gonadotropine; danach hatten 7 (41 %) Spermien im Ejakulat. Die 10 weiterhin azoospermen Männer (nach im Mittel 12,1 Monaten, Spanne 6 bis 23) erhielten eine Mikro-TESE, die bei 9 (90,0 %) Spermien erbrachte. Nach 11 TESE-ICSI-Zyklen traten 6 Schwangerschaften auf (54,5 %), daraus 5 Lebendgeburten (55,6 %, darunter zwei Zwillingspaare) und ein Abort in der 9. Woche. Auch nach erfolgloser Gonadotropintherapie war in diesen Fällen Spermiengewinnung aus dem Hoden meist möglich. Schwächen: kleine Fallzahl, Einzelzentrum.
Huang und Huang 1994, Chang Gung Medical Journal [s258] (Taiwan). Fallserie an drei Männern mit HH (Kallmann-Syndrom, idiopathischer HH, erworbener HH bei Hypophysenadenom), behandelt mit hCG, hMG und/oder Testosteron; sekundäre Geschlechtsmerkmale besserten sich, die Fruchtbarkeit wurde in allen drei Fällen wiederhergestellt. Einordnung: historische Fallserie.
Kokoreva, Chugunov, Kareva und Bezlepkina 2023, Problemy endokrinologii [s99] (Russland), Titel „[Puberty induction in boys with congenital isolated hypogonadotropic hypogonadism]. (deutsch: Pubertätsinduktion bei Jungen mit angeborenem isoliertem hypogonadotropem Hypogonadismus)“. Offene, einarmige prospektive Studie an acht Jungen mit angeborenem isoliertem HH (Medianalter 15,7 Jahre [15,33; 16,41]): hCG 500 IE pro Woche und rekombinantes FSH 37,5 IE pro Woche, nach sechs Monaten Verdopplung der Dosen, Beobachtung zwölf Monate. Testosteron stieg von 0,44 [0,34; 0,62] auf 4,39 [0,88; 10,51] nmol/l (p = 0,012), das Anti-Müller-Hormon fiel von 35,70 [18,00; 59,00] auf 14,41 [11,60; 16,65] ng/ml (p = 0,017); der Anstieg von Hodenvolumen und Inhibin B war nicht signifikant. Die Autoren sehen darin eine Reifung der Sertoli-Zellen. Einordnung: Es werden keine Spermienparameter berichtet; n = 8, keine Kontrolle.
Lunenfeld 1984, Wiener Medizinische Wochenschrift [s263] (deutsch), Titel „[Hormone therapy of male infertility] (deutsch: Hormontherapie der männlichen Infertilität)“. Historische Fallserie mit 49 Patienten unter Gonadotropintherapie (hMG/hCG), eingeteilt nach FSH: 29 mit FSH unter 1,5 mIE/ml, 20 über 1,5. Erfolgsrate nach Spermiogramm 86 % (25 Patienten, 22 von ihnen zeugten Kinder) gegenüber 5 % (ein Patient); mittleres FSH bei Ansprechern 0,9 mIE/ml, bei Nichtansprechern 2 mIE/ml. Einordnung: frühe Beobachtung, dass ein niedriges Ausgangs-FSH das Ansprechen ankündigte; methodisch ohne heutige Standards (keine Kontrolle, Abstract ohne Details).