Zweck und Abgrenzung dieses Kapitels. Dieses Kapitel stellt jede im Rechercheumfang gefundene Metaanalyse, systematische Übersicht, Netzwerk-Metaanalyse, Umbrella-Review, Cochrane-Übersicht und narrative Übersichtsarbeit einzeln dar, danach (zweiter Abschnitt) jede Beobachtungsstudie (Kohorten, Fallserien, Vergleichsstudien ohne Randomisierung, Querschnittserhebungen, histologische und Mechanismusstudien, Fallberichte). Einzelne randomisierte Studien, Leitlinien und Tierversuche gehören nicht in dieses Kapitel; sie erscheinen hier nur, soweit sie in einer Übersichtsarbeit zusammengefasst werden oder als Einordnung dienen. Keine der hier referierten Aussagen ist eine Therapieempfehlung. Wo Autoren oder Leitlinien etwas empfehlen, wird das als Inhalt der jeweiligen Quelle wiedergegeben.
Datengrundlage. Die Zahlen stammen aus den Rechercheberichten (Sprachgruppen a, b, c) und aus den Datensätzen der Studien. Für die Metaanalysen und für die wichtigsten Beobachtungsstudien wurden die Abstracts am 05.10.2026 erneut über die NCBI-E-utilities abgerufen und mit den Berichten verglichen; abweichende Zahlen ergaben sich dabei nicht. Volltexte der Einzelstudien wurden nicht ausgewertet. Was ein Abstract nicht nennt (Konfidenzintervalle, p-Werte, Gruppengrößen, Heterogenität), steht hier nicht und wird nicht ergänzt. Die Rubriken „Stärken“ und „Schwächen“ sind meine Einordnung aus den im Abstract genannten Designmerkmalen und ersetzen keine formale Risikobewertung (zum Beispiel Cochrane RoB), außer wo die Autoren selbst eine solche berichten. Als „Land“ ist, wo nichts anderes steht, das Land der Erstaffiliation angegeben, nicht die Nationalität der Autoren.
Abkürzungen. SERM: selektiver Östrogenrezeptor-Modulator (Clomifen, Tamoxifen, Enclomifen). AI: Aromatasehemmer (Letrozol, Anastrozol, Testolacton). hCG: humanes Choriongonadotropin. hMG: humanes Menopausengonadotropin. FSH: follikelstimulierendes Hormon. LH: luteinisierendes Hormon. T: Testosteron. E2: Estradiol. T/E2: Testosteron-Estradiol-Quotient. NOA: nicht-obstruktive Azoospermie. OA: obstruktive Azoospermie. HH: hypogonadotroper Hypogonadismus (CHH: angeboren). SRR: Spermiengewinnungsrate (aus Hodengewebe, Mikro-TESE). TMSC: Gesamtzahl beweglicher Spermien. SDF: Spermien-DNA-Fragmentation. MD: mittlere Differenz. SMD: standardisierte mittlere Differenz. WMD: gewichtete mittlere Differenz. OR: Odds Ratio. RR: Risk Ratio. HR: Hazard Ratio. KI: 95-%-Konfidenzintervall. ITT: Intention-to-treat. RCT: randomisierte kontrollierte Studie.
Übersicht der Metaanalysen und systematischen Übersichten
| Quelle | Fragestellung | Basis | Kernaussage laut Abstract |
|---|---|---|---|
| [s24] Konnyu 2026 | Hormone bei normogonadotropen Männern mit abnormen Spermaparametern | 9 Studien, 735 Männer | FSH: bescheidene, kurzfristige Verbesserung von Zahl, Konzentration, Beweglichkeit; keine Studien zu Clomifen oder AI |
| [s57] Santi 2025 | Netzwerk: FSH, SERM, AI bei idiopathischer Oligo-/Asthenozoospermie | 24 kontrollierte Studien, 1676 Männer | Clomifen 25 mg jeden zweiten Tag: Konzentration MD 22,00 (KI 14,75 bis 29,25) |
| [s71] Al Wattar 2024 | Netzwerk: nichthormonelle und SERM/AI-Therapien | 14 RCT, 1342 Männer | Clomifen nicht besser als Placebo (SMD −1,53; KI −3,52 bis 0,47) |
| [s27] Melhem 2026 | Pharmakologische und nutritive Therapien, nach Wirkmechanismus | 41 RCT, 3615 Männer | Hormone nur narrativ; Antioxidantien mit Prädiktionsintervallen über Null |
| [s95] Ye 2024 | Umbrella-Review aller Metaanalysen zur Therapie | 18 Metaanalysen, 90 Effekte | Keiner der 90 Effekte mit hoher Evidenzsicherheit |
| [s220] Chua 2013 | Clomifen oder Tamoxifen | 11 RCT | Schwangerschaft OR 2,42 (KI 1,47 bis 3,94) |
| [s167] Cannarella 2019 | SERM bei normogonadotroper idiopathischer Oligozoospermie | 16 Studien | Gegenüber Kontrollen höhere Gesamtzahl, Morphologie, Schwangerschaftsrate |
| [s49] Khashaba 2025 | Clomifen/Tamoxifen und Schwangerschaft | 10 RCT | Clomifen OR 1,30 (KI 0,27 bis 6,17) |
| [s117] Puia 2022 | Clomifen und Spermienkonzentration | 8 Artikel, 616 Patienten | I² = 97 %; Verbesserung in 59,90 % |
| [s130] Gundewar 2021 | Verschlechterung unter Clomifen | 11 Studien, 384 Männer | 17 bis 24 % mit Abnahme je Parameter |
| [s153] Del Giudice 2020 | AI bei Infertilität | 8 Arbeiten | Alle Hormon- und Spermaparameter verbessert (ohne Zahlen im Abstract) |
| [s111] Guo 2022 | Letrozol/Anastrozol bei niedrigem T/E2 | 10 Studien, 666 Patienten | Gegenüber Kontrollen kein Vorteil; Beweglichkeit WMD −2,55 |
| [s109] Dutta 2022 | AI bei Hypogonadismus (Adipositas, Alter) | 3 RCT, 3 unkontrolliert | Testosteron höher; Lendenwirbel-Knochendichte niedriger |
| [s245] Attia 2007 / [s217] Attia 2013 | FSH bei idiopathischer Subfertilität | 4 RCT (278) / 6 RCT (456) | Spontane Schwangerschaft Peto-OR 4,94 (KI 2,13 bis 11,44) |
| [s205] Santi 2015 | FSH und Schwangerschaft | 15 kontrollierte Studien | Spontan OR etwa 4,5; nach ART OR 1,60 |
| [s123] Zhang 2022 | FSH bei idiopathischer OAT | 13 Studien, 924 Personen | Gesamtzahl MD 17,75; DFI MD −12,62 |
| [s63] Szabó 2025 | SDF nach Interventionen | 86 Arbeiten, > 8000 Patienten | FSH nach 3 Monaten −6,66 Prozentpunkte |
| [s59] Shoaib 2025 | hCG und hCG-Kombinationen | 7 RCT, 926 Männer | Evidenz begrenzt, KI sehr breit |
| [s119] Tharakan 2022 | Hormone vor Spermiengewinnung bei NOA | 22 Studien, 1706 Männer | SRR OR 1,96 (KI 1,08 bis 3,56); nur bei Normogonadotropen |
| [s21] Huijben 2026 | Gonadotropine bei HH | 50 Studien, 1583 Männer | Spermatogenese 74 % (KI 66 bis 82 %) |
| [s72] Alexander 2024 | Pubertätsinduktion bei HH | 103 Studien, 5328 Patienten | hCG + FSH 86 % gegen hCG allein 40 % |
| [s143] Wei 2021 | GnRH-Pumpe gegen Gonadotropine bei CHH | 7 Studien, 420 Patienten | Früher, aber nicht häufiger Spermatogenese |
| [s44] Hohl 2025 | Clomifen/Enclomifen bei funktionellem Hypogonadismus | RCT | Gesamttestosteron MD 273,76 ng/dl |
| [s10] Constantinou 2026 | Clomifen gegen Testosteron | 11 Studien, 1512 Patienten | Testosteron MD 6,64 ng/dl (KI −35,35 bis 48,63) |
Übergreifende Übersichten zur empirischen Hormontherapie bei idiopathischer Infertilität
Konnyu et al. 2026, Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism [s24] (Großbritannien). Zwei verknüpfte systematische Übersichten mit Metaanalyse. Übersicht 1 betrifft die Spermaqualität normogonadotroper Männer mit abnormen Spermaparametern, Übersicht 2 die Schwangerschaft bei Männern in assistierter Reproduktion. Eingeschlossen wurden randomisierte und nicht randomisierte kontrollierte Studien mit Placebo oder ohne Behandlung als Vergleich; durchsucht wurden MEDLINE, Embase, Cochrane Database of Systematic Reviews und CENTRAL bis Februar 2025, alle Treffer doppelt gesichtet. Die Verzerrungsbewertung erfolgte mit dem Cochrane-Werkzeug und ROBUST-RCT, die Auswertung mit Random-Effects-Modellen. Es gingen neun Studien mit 735 Männern ein. FSH zeigte bescheidene Verbesserungen der Spermienzahl (MD 11,0; KI 7,2 bis 14,8), der Konzentration (MD 5,6; KI 1,9 bis 9,3) und der Beweglichkeit (MD 3,4; KI 0,7 bis 6,0), nicht jedoch der Morphologie (MD 4,7; KI −0,8 bis 10,3). Studien zur Kombination aus hCG und menopausalem Gonadotropin sowie zu Tamoxifen zeigten keinen Nutzen; zwei kleine Studien berichteten nicht signifikante Schwangerschaftsanstiege unter FSH. Zu Aromatasehemmern und Clomifen fand sich keine einschlägige Studie, die die Einschlusskriterien erfüllte. Die Autoren sehen ein mögliches selektives Potenzial für FSH bei normogonadotropen Männern, schreiben aber, der erwartbare Nutzen sei bescheiden und kurzfristig, die Übertragung auf Schwangerschaft oder Lebendgeburt unsicher. Der Abstract nennt zudem, dass wachsende Zahlen internationaler Leitlinien Hormonbehandlungen für diese Männer empfehlen, obwohl die Wirkung auf Fertilitätsendpunkte unsicher sei. Stärken: doppeltes Screening, zwei Instrumente zur Verzerrungsbewertung, getrennte Auswertung von Spermaqualität und Schwangerschaft. Schwächen: nur neun Studien, kurzer Nachbeobachtungszeitraum, Einheiten der Mittelwertdifferenzen im Abstract nicht angegeben; die Abwesenheit kontrollierter Studien zu Clomifen und AI bedeutet, dass die Übersicht für diese Wirkstoffe keine Aussage trifft, nicht dass sie unwirksam wären.
Santi, Pallotti, Tienforti, Spaggiari und Barbonetti 2025, European Journal of Endocrinology [s57] (Italien). Systematische Übersicht und Netzwerk-Metaanalyse von 24 kontrollierten Studien mit 1676 Männern mit idiopathischer Oligo- und/oder Asthenozoospermie. Verglichen wurden FSH, SERM und AI untereinander und mit Placebo oder aktiven Vergleichern; Endpunkte waren Konzentration, Gesamtzahl und progressive Beweglichkeit nach der Behandlung. Ausgewertet wurde mit einem frequentistischen Random-Effects-Modell, die Rangordnung über P-Scores, die Konsistenz per Node-Splitting. Clomifen 25 mg jeden zweiten Tag erzielte die größte Verbesserung der Konzentration (MD 22,00; KI 14,75 bis 29,25; P-Score 99 %); FSH 300 IE jeden zweiten Tag verbesserte die Konzentration ebenfalls signifikant (MD 9,34; KI 5,14 bis 13,53). Bei der Gesamtzahl führte wieder Clomifen 25 mg jeden zweiten Tag (MD 66,70; KI 27,53 bis 105,87). Kein Wirkstoff hatte einen signifikanten Effekt auf die progressive Beweglichkeit. Für FSH zeigte sich ein direkter, für SERM ein inverser Dosis-Wirkungs-Trend, das heißt, niedrigere Clomifendosen schnitten rechnerisch besser ab. Die Autoren folgern, beide Substanzklassen verbesserten Konzentration und Zahl gegenüber Placebo; niedrig dosiertes Clomifen und hochdosiertes FSH könnten den größten Nutzen bieten, und künftige Studien sollten nach klinischem Phänotyp (APHRODITE-Kriterien) stratifiziert werden. Eine Interessenerklärung weist keine Konflikte aus. Stärken: gemeinsame Rangordnung mehrerer Wirkstoffe und Dosisstufen, Inkonsistenzprüfung. Schwächen: eingeschlossen sind „kontrollierte“, nicht ausschließlich randomisierte Studien; das Netzwerk beruht auf kleinen Studien, einzelne Dosisstufen auf wenigen Vergleichen; die Konfidenzintervalle sind breit; Schwangerschaftsdaten stehen nicht im Abstract. Die inverse Dosisbeziehung bei SERM ist ein indirekter Befund aus verschiedenen Studien und kein Beleg einer Ursache. Die Gruppe um Santi hat zuvor mehrere FSH-Arbeiten veröffentlicht [s205, s118, s56]; das ist für die Einordnung der Gewichtung von FSH relevant.
Al Wattar et al. 2024, BMC Urology [s71] (Großbritannien). Systematische Übersicht und Netzwerk-Metaanalyse, PROSPERO-registriert (CRD42023430179), Suche in MEDLINE, Embase und CENTRAL bis Oktober 2023, eingeschlossen randomisierte oder quasi-randomisierte Studien zu nichthormonellen pharmakologischen Therapien bei Männern mit idiopathischen Spermaauffälligkeiten oder Hypogonadismus. Es gingen 14 Studien mit 1342 Männern ein, die vier Therapien (Clomifen, Tamoxifen, Aromatasehemmer, Antioxidantien) und Kombinationen prüften; die Gesamtqualität der Studien war niedrig. Die Spermienkonzentration besserte sich unter Clomifen gegenüber Antioxidantien (SMD 2,15; KI 0,78 bis 3,52), gegenüber Aromatasehemmern (SMD 2,93; KI 1,23 bis 4,62) und gegenüber Tamoxifen (SMD −1,96; KI −3,57 bis −0,36, Vorzeichen wie im Abstract gedruckt), nicht aber gegenüber Placebo (SMD −1,53; KI −3,52 bis 0,47). Clomifen hatte die höchste Wahrscheinlichkeit für die größte Konzentrationsänderung (SUCRA 97,4). Beweglichkeit, Ejakulatvolumen und Normalmorphologie waren in allen Armen ähnlich. Das Serum-FSH stieg unter Clomifen gegenüber Antioxidantien (SMD 1,48; KI 0,44 bis 2,51), nicht gegenüber Placebo; die Netzwerke für LH und Testosteron wiesen deutliche Inkonsistenz auf (p = 0,01). Die Autoren sehen unzureichende Evidenz für den Routineeinsatz von Clomifen, Tamoxifen und Aromatasehemmern zur Optimierung der Spermaparameter. Ein Erratum (2025) ist zur Arbeit veröffentlicht; sein Inhalt wurde nicht geprüft. Stärken: ausschließlich randomisierte oder quasi-randomisierte Studien, Registrierung, Prüfung auf Inkonsistenz. Schwächen: niedrige Studienqualität, der Vergleich mit Placebo ist nicht signifikant, Inkonsistenz in den Hormonnetzwerken; der Abstract trennt nicht nach Dosis. Gegenüber [s57] ist das Ergebnis zurückhaltender, weil nur Randomisierung zugelassen wurde und das Placebo als Referenz zählt.
Melhem et al. 2026, Andrology [s27] (Jordanien). Systematische Übersicht und Metaanalyse, PROSPERO CRD420261289976, Suche von Januar 2010 bis Januar 2026 in sechs Quellen. Eingeschlossen wurden 41 RCT mit 3615 Männern, die pharmakologische oder nutritive Interventionen gegen Placebo oder keine Behandlung prüften, gruppiert nach Wirkmechanismus (dreistufiges Random-Effects-Modell, Knapp-Hartung-Anpassung, GRADE). Antioxidantien waren mit höherer Konzentration (SMD 1,09; KI 0,10 bis 2,08), progressiver Beweglichkeit (SMD 1,11; KI 0,32 bis 1,90), Gesamtbeweglichkeit (SMD 0,69; KI 0,26 bis 1,13) und Normalmorphologie (SMD 0,43; KI 0,05 bis 0,82) verbunden, doch schlossen die Prädiktionsintervalle für alle die Null ein; Phosphodiesterase-Hemmer und Methyldonatoren zeigten Punktschätzer mit Konfidenzintervallen über die Null. Die Heterogenität war erheblich (I² > 80 %). Hormonelle Substanzen und klinische Schwangerschaft wurden nur narrativ ausgewertet; Zahlen dazu stehen im Abstract nicht. Die Evidenzsicherheit für Antioxidantien wird als sehr niedrig eingestuft. Einordnung: Für die Fragestellung dieser Studie (Clomifen, Letrozol, Anastrozol, hCG, FSH) liefert die Arbeit keine quantitative Aussage; sie zeigt aber, dass auch die modernste breite RCT-Metaanalyse die Hormonstudien nicht poolen konnte.
Ye et al. 2024, Asian Journal of Andrology [s95] (China). Umbrella-Review (Suche in PubMed, Web of Science, Scopus bis Oktober 2023): Von 2998 Treffern gingen 18 veröffentlichte Metaanalysen ein, die 90 zusammenfassende Effekte auf Spermienkonzentration (36), Morphologie (26) und Beweglichkeit (28) für 28 Interventionen enthielten. Keine der Metaanalysen hatte niedrige methodische Qualität (12 [66,7 %] hoch, 6 [33,3 %] mittel). Von den 90 Effekten wurde keiner mit hoher Evidenzsicherheit bewertet; 48 (53,3 %) galten als mittel, 23 (25,6 %) als niedrig, 19 (21,1 %) als sehr niedrig. Signifikante Verbesserungen sahen die Autoren unter pharmakologischen Interventionen, genannt werden N-Acetylcystein, Antioxidantien, Aromatasehemmer, SERM, „Hormone“, Nahrungsergänzungen und Alpha-Liponsäure, sowie unter Varikozelenoperation und Re-Operation; Vitaminpräparate zeigten keinen signifikanten Nutzen. Die Autoren bewerten die Evidenz insgesamt als schwach wegen geringer Patientenzahlen. Stärken: systematisch, mit Bewertung der Qualität der Metaanalysen und der Evidenzsicherheit. Schwächen: Die Kategorie „Hormone“ ist im Abstract nicht nach Wirkstoffen aufgeschlüsselt; die Endpunkte sind auf Spermienkonzentration, Morphologie und Beweglichkeit beschränkt, Schwangerschaft und Lebendgeburt fehlen; Überschneidungen der Primärstudien zwischen den Metaanalysen sind nicht ausgeschlossen.
SERM: Clomifen und Tamoxifen
Chua et al. 2013, Andrology [s220] (Philippinen). Metaanalyse von 11 RCT zu Antiöstrogenen (Clomifen oder Tamoxifen) als empirischer Therapie bei idiopathischer männlicher Infertilität mit Oligo- und/oder Asthenoteratozoospermie, Suche in englischsprachigen und fremdsprachigen biomedizinischen Datenbanken bis März 2013, Berichterstattung nach PRISMA, zwei Gutachter unabhängig. Dichotome Endpunkte (Schwangerschaft, unerwünschte Ereignisse) wurden mit der Peto-Methode im Fixed-Effect-Modell gepoolt, kontinuierliche Daten als gewichtete mittlere Differenz im Random-Effects-Modell. Die Autoren beschreiben die eingeschlossenen Studien als von guter methodischer Qualität. Die Schwangerschaftsrate war unter Antiöstrogenen höher als unter Kontrollen (gepoolte OR 2,42; KI 1,47 bis 3,94; p = 0,0004). Die Spermienkonzentration stieg (WMD 5,24; im Abstract gedrucktes KI „2,12, 88,37“, wobei die obere Grenze offenkundig ein Druckfehler ist und hier nicht verwendet wird; p = 0,001), ebenso die Beweglichkeit (WMD 4,55; KI 0,73 bis 8,37; p = 0,03), FSH (WMD 4,19; KI 2,05 bis 6,34; p = 0,0001) und Testosteron (WMD 54,59; KI 15,92 bis 93,27; p = 0,006). Zwischen den Gruppen bestand kein signifikanter Unterschied bei unerwünschten Ereignissen. Stärken: nur RCT, auch nicht englischsprachige Datenbanken, Schwangerschaft als klinischer Endpunkt. Schwächen: älter als zwölf Jahre; Schwangerschaft im Fixed-Effect-Modell ausgewertet; die später zitierte AUA/ASRM-Leitlinie bewertet die Qualität der Einzelstudien als variabel (selektives Berichten, Verzerrung, Verblindung) [s138]; Heterogenität und Publikationsverzerrung sind im Abstract nicht beziffert. Einordnung: Die Schwangerschafts-OR steht im Widerspruch zu der neueren Metaanalyse [s49] mit OR 1,30 (KI 0,27 bis 6,17); Unterschiede in Einschlusskriterien und Gewichtung erklären das möglicherweise, der Abstract erlaubt keine Klärung.
Cannarella, Condorelli, Mongioì, Barbagallo, Calogero und La Vignera 2019, Expert Opinion on Pharmacotherapy [s167] (Italien). Systematische Übersicht und Metaanalyse aller verfügbaren kontrollierten und nicht kontrollierten Studien, die Spermaparameter, Gonadotropin- und Testosteronwerte und/oder Schwangerschaftsrate nach SERM bei normogonadotropen Männern mit idiopathischer Oligozoospermie berichteten. Von 418 Treffern gingen 16 Studien ein. Gegenüber dem Ausgangswert stiegen Spermienkonzentration, Gesamtzahl, LH, FSH und Gesamttestosteron signifikant. Im Vergleich zur Kontrollgruppe (Placebo oder andere Behandlungen) fand sich kein signifikanter Effekt auf Konzentration, progressive und Gesamtbeweglichkeit, wohl aber eine höhere Gesamtzahl, bessere Morphologie und höhere Schwangerschaftsrate. Die Autoren halten SERM für möglicherweise wirksam, die Datenlage reiche jedoch nicht für eine abschließende Aussage. Stärken: Trennung von Vorher-Nachher- und Kontrollvergleich. Schwächen: Vermischung kontrollierter und unkontrollierter Studien; Zahlen zu den Effekten, Heterogenität und Einzelstudien stehen nicht im Abstract; die Kontrollgruppen sind heterogen (Placebo und aktive Behandlungen). Mehrere Autoren dieser Gruppe haben auch FSH-Studien veröffentlicht [s159, s128, s75].
Khashaba et al. 2025, Asian Journal of Urology [s49] (Australien). Systematische Übersicht und Metaanalyse in acht Datenbanken (MEDLINE, PubMed/PMC, Embase, CINAHL, CENTRAL, Scopus, Google Scholar, Web of Science). Ausdrücklich gegen Placebo verglichen und auf die natürliche Schwangerschaftsrate gerichtet, weil frühere Literatur gemischte Protokolle mit aktiver Behandlung vergleiche. Zehn RCT wurden extrahiert. Die Schwangerschaftsraten waren unter Clomifen 10,4 % und unter Placebo 7,1 % (OR 1,30; KI 0,27 bis 6,17; p = 0,74); für Tamoxifen gegen Placebo konnte keine Metaanalyse berechnet werden. Die Heterogenität reichte je nach Substanz von niedrig bis hoch. Die Autoren halten fest, dass Studien zu SERM bei idiopathischer männlicher Faktor-Infertilität begrenzt und heterogen sind und die Wirkung von Clomifen oder Tamoxifen auf die Schwangerschaftsrate unsicher bleibt. Stärken: Placebo als Vergleich, klinischer Primärendpunkt, breite Suche. Schwächen: sehr breites Konfidenzintervall (die Studie kann sowohl einen erheblichen Nutzen als auch einen Nachteil nicht ausschließen), kleine Studien, nur eine Substanz poolbar. Dass das Konfidenzintervall die 1 enthält, bedeutet nicht, dass kein Effekt besteht; es bedeutet, dass der Effekt mit diesen Daten nicht bestimmbar ist.
Puia und Pricop 2022, Cureus [s117] (Rumänien). Literaturübersicht und Metaanalyse zu Clomifen als Monotherapie und Spermienkonzentration bei infertilen Männern. Von 4017 Treffern wurden acht Artikel (1983 bis 2020) mit insgesamt 616 Patienten ausgewählt. Clomifen verbesserte die Spermienkonzentration gegenüber Placebo oder gegenüber dem Wert vor Therapiebeginn (p < 0,00001); bei 369 von 616 Patienten (59,90 %) wurde eine verbesserte Konzentration berichtet. Die Heterogenität war sehr hoch (I² = 97 %). Die Autoren empfehlen im Abstract den Einsatz von Clomifen bei männlicher Infertilität und weisen auf Nebenwirkungen hin, die den Patienten erklärt werden müssten; diese Folgerung wird hier als Inhalt der Quelle referiert. Schwächen: I² von 97 % lässt das Poolen kaum sinnvoll erscheinen; Vermischung von Placebovergleichen und Vorher-nachher-Daten (Regression zur Mitte, siehe Abschnitt zu den Beobachtungsstudien); keine Schwangerschaftsdaten im Abstract; Suchzeitraum und Datenbanken im Abstract nicht angegeben.
Gundewar, Kuchakulla und Ramasamy 2021, Andrologia [s130] (Indien, Erstaffiliation; weitere Affiliation USA). Systematische Übersicht (PubMed, Embase, Cochrane Library, Scopus) zu Originalarbeiten, die unerwünschte Wirkungen von Clomifen auf die Spermaparameter berichten. Eingeschlossen wurden 11 Studien mit 384 Männern. Unter Clomifen nahmen bei 19 % die Spermienzahl, bei 21 % die Konzentration, bei 17 % die Beweglichkeit und bei 24 % die Gesamtzahl beweglicher Spermien ab; bei bis zu 17 % erholte sich die Verschlechterung nach dem Absetzen nicht. Die Autoren betonen, dass nur wenige Studien diesen Aspekt berichten und mehr Studien ihn ausweisen sollten. Stärke: gezielt auf Nebenwirkungen gerichtet, in den Wirksamkeitsstudien selten ausgewiesen. Schwächen: ein Design ohne Kontrollgruppe, daher sind Verschlechterung durch Medikament und natürliche Schwankung nicht trennbar; Einschluss nach Berichtsweise, nicht nach Zufall (Berichterstattungsverzerrung); die Prozentsätze betreffen unterschiedliche Teilkollektive. Die Spannweite von 17 bis 24 % ist deshalb als Größenordnung zu lesen; sie deckt sich mit Einzelstudien (29 % paradoxer Rückgang bei Pozzi [s28], 13 % bei Jiang [s113], siehe unten).
Aromatasehemmer
Del Giudice et al. 2020, Asian Journal of Andrology [s153] (Italien). Systematische Übersicht und Metaanalyse der klinischen Studien der letzten 30 Jahre zu Aromatasehemmern bei infertilen oder hypoandrogenen Männern. Acht Originalarbeiten wurden einbezogen und kritisch bewertet. Steroidale (Testolacton) und nichtsteroidale (Anastrozol, Letrozol) Aromatasehemmer verbesserten nach Angabe der Autoren statistisch alle ausgewerteten Hormon- und Spermaparameter bei sicherem Verträglichkeitsprofil; Effektgrößen nennt der Abstract nicht. Die Autoren fordern prospektive, randomisierte, placebokontrollierte Mehrzentrenstudien. Schwächen: acht Studien, keine Zahlen im Abstract, Studientypen nicht aufgeschlüsselt. Als Begründung der Fragestellung wird ein pathophysiologisches Modell genannt: erhöhtes Estradiol hemme über negative Rückkopplung FSH und LH und beeinträchtige so die Spermatogenese.
Guo, Li, Ma, Zhao und Liu 2022, Andrology [s111] (China). Systematische Übersicht mit Metaanalyse zu Letrozol oder Anastrozol bei männlicher Infertilität mit niedrigem T/E2, Suche in PubMed, Embase, Cochrane sowie CNKI, VIP, CBM und Wanfang bis August 2021. Es gingen zehn Studien mit 666 Patienten ein. Gegenüber dem Ausgangswert stiegen unter Letrozol oder Anastrozol Konzentration, Gesamtzahl, LH, FSH, Testosteron und T/E2, und das Estradiol sank. Gegenüber Kontrollgruppen (SERM oder hCG) bestand bei Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie kein signifikanter Unterschied, außer dass Aromatasehemmer die Beweglichkeit weniger beeinflussten (WMD −2,55; KI −4,11 bis −1,00; p = 0,001). Die Autoren erwägen, Aromatasehemmer vor einer Spermiengewinnung 2 bis 7 Tage abzusetzen, weil das die Befruchtungsrate erhöhen könne, und fordern größere Studien. Stärken: chinesischsprachige Datenbanken einbezogen. Schwächen: überwiegend Vorher-nachher-Vergleiche (anfällig für Regression zur Mitte), vermutlich kleine Studien, Details im Abstract nicht angegeben; die Kontrollen (SERM, hCG) sind selbst keine Nullkontrollen, ein „kein Unterschied“ bedeutet daher keinen Vergleich mit Nichtbehandlung. Die Empfehlung zum Absetzen vor der Gewinnung ist eine Überlegung der Autoren, kein Ergebnis der Metaanalyse.
Dutta, Mohindra, Kumar und Sharma 2022, Indian Journal of Endocrinology and Metabolism [s109] (Indien). Systematische Übersicht und Metaanalyse zu Aromatasehemmern bei Hypogonadismus erwachsener Männer im Zusammenhang mit Adipositas und Alter; es geht ausdrücklich nicht um Infertilität und nicht um Spermaendpunkte. Von zunächst 177 gesichteten Artikeln gingen drei RCT (118 Patienten) und drei unkontrollierte Studien (52 Patienten) ein. Gesamttestosteron stieg stärker unter Aromatasehemmern nach drei Monaten (MD 7,08 nmol/l; KI 5,92 bis 8,24; I² = 0 %), sechs Monaten (MD 6,61; KI 5,30 bis 7,93) und zwölf Monaten (MD 5,20; KI 3,78 bis 6,62). Das Estradiol sank (nach drei Monaten MD −3,07 pmol/l; KI −5,27 bis −0,87; I² = 40 %; nach sechs Monaten −5,39; KI −7,18 bis −3,60; nach zwölf Monaten −8,3; KI −15,97 bis −0,63; p = 0,03), LH stieg (nach drei Monaten MD 1,79 IE/l; KI 0,77 bis 2,81; nach sechs Monaten 2,20; KI 0,29 bis 4,11; nach zwölf Monaten 1,70; KI 0,28 bis 3,12). Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (RR 1,48; KI 0,47 bis 4,66; I² = 0 %) und schwere Ereignisse (RR 2,48; KI 0,42 bis 14,66; I² = 0 %) unterschieden sich nicht signifikant von Kontrollen. Nach sechs Monaten war die Knochendichte der Lendenwirbelsäule niedriger (MD −0,04 g/cm²; KI −0,08 bis −0,01; p = 0,03), nicht aber an der Hüfte (MD 0,01; KI −0,02 bis 0,04) und am Schenkelhals (MD 0,02; KI −0,01 bis 0,05). Die Autoren sehen die gute Wirksamkeit auf das Gesamttestosteron und halten die Wirbelsäulenknochendichte bei adipösen alternden Männern für weiter klärungsbedürftig. Bedeutung für dieses Thema: Das ist die einzige Metaanalyse im Material mit Sicherheitsdaten zu Aromatasehemmern am Mann (Knochen). Schwächen: sehr kleine Fallzahl (170 Patienten insgesamt), ein Drittel der Studien unkontrolliert, andere Population (Alter, Adipositas), keine Spermaendpunkte; die Konfidenzintervalle der Nebenwirkungen sind so breit, dass relevante Risiken nicht ausgeschlossen werden können.
FSH, hCG und weitere Gonadotropine bei idiopathischer Infertilität
Attia, Al-Inany, Farquhar und Proctor 2007, Cochrane Database of Systematic Reviews [s245] (Ägypten, Erstaffiliation Universität Kairo). Erste, hier als Vorgängerfassung geführte Cochrane-Übersicht zu Gonadotropinen bei idiopathischer männlicher Subfertilität. Suche ohne Sprachbeschränkung bis Mai 2007 (Cochrane-Register, CENTRAL, MEDLINE, EMBASE, Biological Abstracts), Einschluss nur „wirklich randomisierter“ kontrollierter Studien mit Angabe von Schwangerschaftsraten; Autoren und Hersteller wurden nach fehlenden und unveröffentlichten Daten gefragt. Vier RCT mit 278 Teilnehmern gingen ein; keine hatte eine ausreichende Fallzahl, die Nachbeobachtung war uneinheitlich, keine berichtete Lebendgeburten oder Fehlgeburten. Gegenüber Placebo oder keiner Behandlung war die Schwangerschaftsrate pro randomisiertem Paar innerhalb von drei Monaten nach Therapieende höher (OR 4,17; KI 1,30 bis 7,09). Die Autoren halten Zahl der Studien und Teilnehmer für unzureichend für abschließende Aussagen und fordern eine große multizentrische Studie. Einordnung: historischer Vorläufer von [s217]; die Aussage beruht auf vier kleinen Studien, die jeweils für sich zu klein waren.
Attia, Abou-Setta und Al-Inany 2013, Cochrane Database of Systematic Reviews [s217] (Ägypten). Aktualisierte Cochrane-Übersicht (Suche bis 14.01.2013 in Cochrane-Register, CENTRAL, MEDLINE, Embase, PsycINFO, Studienregistern und OpenGrey; keine Sprachbeschränkung). Eingeschlossen wurden RCT, in denen systemisches FSH mit Placebo oder keiner Behandlung bei idiopathischer männlicher Subfertilität verglichen wurde; zwei Autoren sichteten, bewerteten das Verzerrungsrisiko und extrahierten unabhängig, fehlende Daten wurden bei Autoren und Herstellern erfragt. Sechs RCT mit 456 Teilnehmern, variable Behandlungs- und Nachbeobachtungszeiten. Lebendgeburtenrate pro randomisiertem Paar: 27 % gegenüber 0 % (Peto-OR 9,31; KI 1,17 bis 73,75; eine Studie, 30 Teilnehmer; Evidenz sehr niedriger Qualität). Spontane Schwangerschaftsrate pro Paar: 16 % gegenüber 7 % (Peto-OR 4,94; KI 2,13 bis 11,44; fünf Studien, 412 Teilnehmer; I² = 0 %; Evidenz mäßiger Qualität). Bei ICSI oder IUI kein signifikanter Unterschied. Fehlgeburtsraten berichtete keine Studie, Daten zu unerwünschten Wirkungen waren spärlich. Die Autoren sehen „ermutigende vorläufige Daten“, aber unzureichende Evidenz für abschließende Aussagen und fordern große multizentrische Studien. Stärken: umfassende Suche ohne Sprachgrenze, zwei unabhängige Gutachter, Anfrage nach unveröffentlichten Daten, Evidenzbewertung nach Qualität. Schwächen: wenige und kleine Studien; die Lebendgeburt stützt sich auf eine einzige Studie mit 30 Teilnehmern, das Konfidenzintervall dieser Schätzung spannt fast zwei Größenordnungen; Stand 2013, spätere Studien (zum Beispiel [s200]) fehlen. Die Konfidenzintervalle der Schwangerschaftsrate (2,13 bis 11,44, I² = 0 %) sind deutlich enger als die der Lebendgeburt.
Santi, Granata und Simoni 2015, Endocrine Connections [s205] (Italien). Metaanalyse kontrollierter klinischer Studien, in denen FSH bei männlicher idiopathischer Infertilität gegen Placebo oder keine Behandlung geprüft wurde; Randomisierung war ausdrücklich kein Einschlusskriterium. Es gingen 15 Studien ein (614 mit FSH behandelte Männer, 661 mit Placebo oder unbehandelt; acht Studien mit rekombinantem, sieben mit gereinigtem FSH). Spontane Schwangerschaften (neun Studien): OR etwa 4,5 (KI 2,17 bis 9,33). Schwangerschaften nach assistierter Reproduktion (acht Studien): OR 1,60 (KI 1,08 bis 2,37). In beiden Fällen blieb die Verbesserung nach Aufteilung nach FSH-Präparat signifikant. Elf Studien berichteten die Spermienqualität: Konzentration +2,66 × 10⁶/ml (KI 0,47 bis 4,84), Konzentration progressiv beweglicher Spermien +1,22 × 10⁶/ml (KI −0,07 bis 2,52, nicht signifikant); drei Studien zum Hodenvolumen: +1,35 ml (KI −0,44 bis 3,14, nicht signifikant). Die Autoren folgern, dass FSH die Schwangerschaftsrate spontan und nach ART verbessere, begrenzen das aber durch die Heterogenität der Studien, das hohe Verzerrungsrisiko und fehlende genaue Kriterien für die FSH-Gabe; der Einsatz solle vorsichtig erfolgen. Stärken: Schwangerschaft als klinischer Endpunkt, Aufteilung nach Präparat. Schwächen: Einschluss nicht randomisierter Studien (die AUA/ASRM-Leitlinie zitiert die Ergebnisse mit dieser Einschränkung [s138]), hohes Verzerrungsrisiko, Heterogenität; der Abstract gibt kein I² an.
Zhang, Chen, Cui, Jin und Wang 2022, Andrologia [s123] (China). Systematische Übersicht mit Metaanalyse zu FSH bei idiopathischer Oligoasthenoteratozoospermie (iOAT) mit der Begründung, dass kein Konsens bestehe, besonders bei normalem Serum-FSH. Verglichen wurden Ejakulatvolumen, Spermienzahl, Konzentration, Anteile vorwärts- und gesamtbeweglicher Spermien, normale Formen und DNA-Fragmentationsindex (DFI) zwischen mit FSH behandelten und unbehandelten Männern. Eingeschlossen wurden 12 RCT und eine retrospektive Fall-Kontroll-Studie mit zusammen 924 Personen. Behandlung mit FSH steigerte die Gesamtzahl (MD 17,75; KI 11,53 bis 23,98; p < 0,00001), die Konzentration (MD 4,52; KI 1,46 bis 7,58; p = 0,004), den Anteil normaler Formen (MD 2,87; KI 0,19 bis 5,56; p = 0,04) und senkte den DFI (MD −12,62; KI −19,27 bis −5,97; p = 0,002). Die übrigen Parameter unterschieden sich nicht signifikant. Stärken: überwiegend randomisierte Studien, SDF als moderner Zusatzendpunkt. Schwächen: Heterogenität, Studienqualität, Dosis, Dauer und Publikationsverzerrung sind im Abstract nicht angegeben; Einheiten der mittleren Differenzen fehlen; Schwangerschaftsdaten fehlen; eine Fall-Kontroll-Studie ist neben RCT eingeschlossen. Einzelne Konfidenzintervalle sind breit (zum Beispiel für den Anteil normaler Formen, untere Grenze 0,19).
Szabó et al. 2025, Scientific Reports [s63] (Ungarn). Metaanalyse zu Interventionen, die die Spermien-DNA-Fragmentation (SDF) beeinflussen könnten; Random-Effects-Modell, systematische Suche in drei Datenbanken. Von 36 531 Treffern gingen 86 Arbeiten mit mehr als 8000 Patienten ein. Drei Monate nach Varikozelenoperation sank die SDF um −6,74 Prozentpunkte (KI −9,40 bis −4,08) gegenüber den Werten vor der Operation, nach sechs Monaten um −12,39 (KI −22,41 bis −2,36), nach zwölf Monaten um −10,06 (KI −22,69 bis +2,56). Antioxidantien senkten die SDF nach drei Monaten um −4,27 (KI −6,11 bis −2,43), kombinierte Antioxidantien um −4,51 (KI −6,81 bis −2,20), Monotherapie um −3,36 (KI −4,44 bis −2,28). Unter FSH betrug die SDF-Änderung nach drei Monaten −6,66 (KI −9,64 bis −3,69). Lebensstiländerungen: −3,24 (KI −5,33 bis −1,16). Die Autoren halten fest, Varikozelenoperation sei nach sechs Monaten am wirksamsten, FSH „könnte nützlich sein“, Antioxidantien erschienen fraglich, Lebensstil erfordere mehr Studien. Stärken: große Literaturbasis, einheitlicher Endpunkt. Schwächen: gepoolt wurden Änderungen gegenüber dem Ausgangswert (Vorher-nachher-Vergleiche), nicht ausschließlich Vergleiche mit Kontrollgruppen; unterschiedliche SDF-Verfahren; die Zahl der FSH-Studien steht im Abstract nicht. SDF ist ein Surrogatendpunkt; Schwangerschaft oder Lebendgeburt werden im Abstract nicht gemessen.
Shoaib, Duffy und Ahmed 2025, Cureus [s59] (Großbritannien). Systematische Übersicht (Embase, MEDLINE, CENTRAL, Suche bis Dezember 2019) zu hCG oder hCG-Kombinationen bei männlicher Infertilität (Oligospermie, Varikozele, schwere Hodenschädigung, HH). Sieben RCT mit 926 Männern, Random-Effects-Methoden, narrative Auswertung dort, wo Statistik nicht möglich war. hCG war nach Varikozelenoperation (drei Monate Behandlung) mit besserer Morphologie und höherer Schwangerschaftsrate verbunden (OR 34,49; KI 1,88 bis 632,45; P = 0,02). hCG-Kombinationen über drei Monate waren bei Oligospermie mit höheren Schwangerschaftsraten verbunden (OR 2,91; KI 1,57 bis 5,38; P = 0,0007), nicht signifikant bei schwerer Hodenschädigung (OR 5,13; KI 0,27 bis 98,56; P = 0,28). Für HH wurde keine Schwangerschaftsrate berichtet; Lebendgeburt, Geburtsgewicht, Gestationsalter und unerwünschte Ereignisse fehlten oder waren nur begrenzt berichtet. Fazit der Autoren: begrenzte Evidenz für hCG, keine überzeugende für hCG-Kombinationen. Stärken: nur RCT, getrennte Betrachtung klinischer Konstellationen. Schwächen: extrem breites Konfidenzintervall der Varikozelen-OR (1,88 bis 632,45), Suchzeitraum endet 2019 (Veröffentlichung 2025).
Nicht-obstruktive Azoospermie: Hormonvorbehandlung vor der Spermiengewinnung
Tharakan, Corona, Foran, Salonia, Sofikitis, Giwercman, Krausz, Yap, Jayasena und Minhas 2022, Human Reproduction Update [s119] (Großbritannien; weitere Affiliationen Italien, Griechenland, Schweden). Systematische Übersicht und Metaanalyse; Suche in Medline, Embase, Web of Science und ClinicalTrials.gov vom 01.01.1946 bis 17.09.2020, nicht englischsprachige und Tierstudien ausgeschlossen, Männer mit HH ausgeschlossen. Primär verglichen wurde die SRR bei NOA-Männern mit Hormonbehandlung (gleich welcher Klasse) gegen Placebo oder keine Behandlung; sekundär normogonadotrope gegen hypergonadotrope Männer. Von 3846 gesichteten Studien gingen 22 mit 1706 Teilnehmern ein; Heterogenität über I², Verzerrung mit Cochrane-Werkzeugen, Sensitivitätsanalysen. Gesamtbefund: höhere SRR nach Hormonvorbehandlung (OR 1,96; KI 1,08 bis 3,56; P = 0,03); ohne die Studie, die nur Klinefelter-Männer enthielt, OR 1,90 (KI 1,03 bis 3,51; P = 0,04). Nach Ausgangshormonstatus: normogonadotrope Männer OR 2,13 (KI 1,10 bis 4,14; P = 0,02), hypergonadotrope Männer OR 1,73 (KI 0,44 bis 6,77; P = 0,43). Die Literatur hatte ein mäßiges bis hohes Verzerrungsrisiko. Die Autoren bewerten die Evidenz als niedrig, sehen keine Grundlage für den Routineeinsatz und fordern große prospektive RCT; als Hintergrund nennen sie, dass die Gewinnungsrate bei Mikro-TESE nur 40 bis 60 % betrage und die EAU-Leitlinie Hormonstimulation in der Routine nicht empfehle. Stärken: Subgruppenanalyse nach Hormonstatus, Sensitivitätsanalysen, Studienregister einbezogen. Schwächen: nur englischsprachige Studien, Mischung verschiedener Hormonklassen und Dosierungen, mäßiges bis hohes Verzerrungsrisiko; die Konfidenzintervalle sind breit, das der hypergonadotropen Gruppe schließt weder einen Nutzen noch einen Nachteil aus. Der Abstract nennt nicht, wie viele der 22 Studien randomisiert waren; die Autoren schreiben von „controlled trials“. Einordnung: Die Metaanalyse steht im Kontrast zu mehreren neueren großen Kohorten ohne Unterschied [s03, s02, s125, s165, s194]; Gründe können Auswahlverzerrung in den Kohorten oder in der Metaanalyse sein, der Abstract erlaubt keine Entscheidung.
Narrative Übersichten zur Hormonvorbehandlung bei NOA.
Esteves 2026, Reproductive Medicine and Biology [s14] (Brasilien; weitere Affiliation Dänemark). Narrative Übersicht zur Hormontherapie vor Spermiengewinnung bei NOA. Das Thema bleibe kontrovers, die Studien seien heterogen und überwiegend beobachtend; hCG könne das intratestikuläre Testosteron erhöhen, FSH die Sertoli-Zellfunktion unterstützen; ein Nutzen sei am ehesten bei biochemischem Hypogonadismus mit normalem oder mäßig erhöhtem FSH zu erwarten, bei weit fortgeschrittenem hypergonadotropem Hodenversagen sei Ansprechen weniger wahrscheinlich; vorgeschlagen wird eine selektive Off-Label-Strategie anhand der APHRODITE-Kriterien. Schwächen: keine neuen Primärdaten; der Autor hat laut Rechercheberichten ein eigenes Forschungsinteresse an den APHRODITE-Kriterien; Interessenerklärungen stehen nicht im Abstract.
Esteves, Viana, Achermann und Santi 2026, Andrology [s15] (Brasilien; weitere Affiliationen Dänemark, Italien). Übersicht zu hCG-basierten Behandlungen: Rolle der LH-Aktivität in der Spermatogenese; hCG wirke bei HH, für andere NOA-Formen laufe eine Debatte; die APHRODITE-Kriterien könnten Kandidaten identifizieren. Keine neuen Primärdaten, gleiche Einordnung wie [s14].
Esteves und Humaidan 2026 [s13] (Brasilien, Dänemark), „From tablets to targeted therapy: the APHRODITE era in male infertility“. Meinungsartikel, der die empirische Verordnung oraler Substanzen durch eine phänotypbasierte Gonadotropintherapie ersetzen möchte und die Wirksamkeit von SERM und Aromatasehemmern als „begrenzt“ beschreibt. Als Meinungsbeitrag mit Autoren, die das Konzept vertreten, ist er keine unabhängige Evidenzbewertung. Ein randomisiertes Protokoll zur Prüfung der Hypothese liegt vor, aber ohne Ergebnisse: Chandra, Esteves und Sanagoudar 2026 [s08], multizentrische RCT (Superiorität, 1:1) zu Gonadotropin-Optimierung (hCG mit oder ohne FSH) gegen Standardversorgung bei idiopathischer NOA mit biochemischem Hypogonadismus (APHRODITE-Gruppen 3 und 4), Registrierung NCT07540611. Das Protokoll zeigt, dass die Frage noch nicht randomisiert beantwortet ist.
Kaltsas et al. 2026, Journal of Clinical Medicine [s23] (Griechenland). Narrative Übersicht zur präoperativen Hormonoptimierung vor Mikro-TESE, phänotypgeleitet. Die Evidenz sei überwiegend beobachtend und von geringer Sicherheit; ein größerer Testosteronanstieg unter Stimulation sei mit der Gewinnung assoziiert, sei aber eher ein prognostischer Marker als ein bewiesenes Behandlungsziel. Keine Primärdaten.
Lejeune et al. 2014 [s213] (Frankreich), französisch, „[Medical optimisation of sperm retrieval in non obstructive azoospermia] (deutsch: Medikamentöse Optimierung der Spermiengewinnung bei nicht-obstruktiver Azoospermie)“. Übersicht. Bei HH liefere Gonadotropintherapie in etwa 90 % Spermien im Ejakulat, sofern lange genug behandelt werde; bei Azoospermie nach zwei Jahren kontinuierlicher Behandlung sei TESE angezeigt. Für primäres Spermatogeneseversagen gebe es einzelne Berichte zu FSH, hCG, Antiöstrogenen und Aromatasehemmern, vor allem bei günstiger Histologie und normalen Hormonwerten; die Wirkung bei unselektierten Fällen bleibe zweifelhaft, der Effekt einer Varikozelenbehandlung dagegen sei signifikant. Der Originaltitel wurde nicht abgerufen; die Titelangabe folgt der Datenbank.
Shiraishi 2015 [s207] und Shiraishi und Matsuyama 2017 [s191] (beide Japan, Yamaguchi). Zwei Übersichten derselben Gruppe. Sie fassen zusammen, dass Studien vor oder nach Mikro-TESE Antiöstrogene, Aromatasehemmer und Gonadotropine eingesetzt haben, die Ergebnisse umstritten blieben, aber ein Teil der Männer eine Verbesserung der Gewinnung zeige und bei wenigen NOA-Patienten Spermien im Ejakulat aufträten. Das intratestikuläre Testosteron liege 100- bis 1000-fach über dem Serumspiegel; der LH-Rezeptor-Knockout mache die Maus unfruchtbar, der FSH-Rezeptor-Knockout nicht; aus Humanstudien folgern die Autoren, eine Testosteron-Optimierung durch Clomifen, hCG und/oder Aromatasehemmer sowie hochdosiertes hCG/FSH könne die Spermatogenese bei NOA „zumindest teilweise“ verbessern. Vor einem neuen Protokoll seien weitere Grundlagenuntersuchungen nötig. Schwäche: Die Autoren sind zugleich Urheber der berichteten japanischen Studien (siehe Abschnitt Beobachtungsstudien).
Chiba et al. 2016 [s193] (Japan, Kobe) und Takeshima et al. 2024 [s90] (Japan, Yokohama; USA). Chiba et al. halten fest, dass die NOA durch unzureichende Gonadotropinproduktion eine seltene, medikamentös behandelbare Form sei, während für die Mehrheit der NOA-Patienten keine Behandlung die Spermatogenese wiederherstelle; die Mikro-TESE sei Erstlinienbehandlung. Takeshima et al. nennen bei Gonadotropinmangel die Spermienbildung unter Gonadotropinersatz als erwartbar, geben Gewinnungsraten bei Mikro-TESE von 20 bis 70 % an und halten die Evidenz für Salvage-Hormonbehandlungen für unzureichend. Beide ohne Primärdaten.
Hypogonadotroper Hypogonadismus (HH)
Huijben, Prinsen, de Kort und van Breda 2026, Andrology [s21] (Niederlande). Systematische Übersicht und Metaanalyse, PROSPERO CRD4202232149, Suche in Medline, Embase und Cochrane bis 16.05.2025; eingeschlossen waren RCT, Kohorten- und Fall-Kontroll-Studien mit Gonadotropinen bei HH und Azoospermie. Verzerrungsbewertung mit dem EPHPP-Werkzeug. Von 2351 Artikeln gingen 50 Studien mit 1583 Männern ein. Die gepoolte Erfolgsrate der Spermatogenese-Induktion lag bei 74 % (KI 66 bis 82 %), die mittlere Zeit bis zur Spermatogenese bei 11,8 Monaten. Die Schwangerschaftsrate bei Paaren mit Kinderwunsch betrug 52 % (KI 42 bis 62 %) bei mittlerer Zeit bis zur Schwangerschaft von 19 Monaten; die mittlere Spermienkonzentration nach Behandlung 9,8 × 10⁶/ml (KI 8,6 bis 11,0). Spontane Schwangerschaften kamen auch bei unterschwelligen Spermawerten vor; die kombinierte Gabe beider Gonadotropine war wirksamer als hCG allein. Die Autoren sehen die Kombinationstherapie als Erstlinienansatz zur Fertilitätsinduktion in dieser Population gestützt; das ist hier als Inhalt der Quelle wiedergegeben. Stärken: große Fallzahl für eine seltene Erkrankung, registriert, Schwangerschaft und Zeit bis zum Ereignis als Endpunkte. Schwächen: Die meisten Studien wurden als methodisch schlecht bewertet; überwiegend unkontrollierte Kohorten, Heterogenität der Schemata; die Autoren dieser Metaanalyse haben auch eine eigene Kohortenstudie veröffentlicht ([s22], siehe Abschnitt Beobachtungsstudien).
Alexander, Faruqi, Farquhar, Unadkat, Ng Yin, Hoskyns, Varughese und Howard 2024, European Journal of Endocrinology [s72] (Großbritannien). Systematische Übersicht und Metaanalyse zur Pubertätsinduktion mit Gonadotropinen bei männlichem HH; Suche im Dezember 2022 (Medline, Embase, Global Health, PsycINFO), Verzerrungsbewertung mit RoB 2.0, ROBINS-I und NHLBI-Werkzeugen, PROSPERO CRD42022381713. Nach Sichtung von 3925 Abstracts gingen 103 Studien mit 5328 Patienten aus 21 Ländern ein. In 45,6 % der Studien (n = 47) lag das mittlere Alter unter 25 Jahren. Eingesetzt wurden hCG in 93 Studien (90,3 %), hMG in 42 (40,8 %), FSH in 37 (35,9 %) und GnRH in 29 (28,2 %); die mediane Behandlungs- oder Nachbeobachtungsdauer betrug 18 Monate (IQR 10,5 bis 24). Hodenvolumen, Penisgröße und Testosteron stiegen in über 98 % der Auswertungen signifikant. Die Spermatogeneserate lag mit hCG plus FSH bei 86 % (KI 82 bis 91 %), mit hCG allein bei 40 % (KI 25 bis 56 %). Heterogenität und Behandlungsvariabilität waren hoch; die Autoren sprechen von überzeugender Evidenz für die Wirksamkeit zur Pubertätsinduktion und fordern formale Leitlinien und randomisierte Studien. Stärken: sehr große Datenbasis, mehrere Verzerrungswerkzeuge. Schwächen: uneinheitliche Schemata, Dosen und Endpunkte; die Spermatogeneseraten entstehen aus nicht randomisierten Vergleichen zwischen Studien (hCG allein gegen hCG plus FSH), sodass Unterschiede in Population und Dauer mitwirken können; das Studienziel war die Pubertätsinduktion, nicht die Fertilität bei bestehendem Kinderwunsch.
Wei, Long, Zhang, Wang, Wang, Liu, Ma und Liu 2021, World Journal of Men's Health [s143] (China). Systematische Übersicht und Metaanalyse (PubMed, Web of Science, Scopus) vergleichender Studien zu pulsatiler GnRH-Therapie gegen Gonadotropintherapie bei Männern mit angeborenem HH. Acht Artikel aus sieben Studien mit 420 Patienten; die Gruppen waren in Alter, Kallmann-Anteil, Kryptorchismus und Ausgangshormonen vergleichbar. GnRH war mit größerem Hodenvolumen (SMD −1,43; p = 0,01) und früherer Spermatogenese (WMD −5,30 Monate; p = 0,004) verbunden; kein signifikanter Unterschied zeigte sich bei der Rate des Spermiennachweises (p = 0,08), der Konzentration (p = 0,37) und der Schwangerschaftsrate (p = 0,11). Allergische Reaktionen traten vor allem unter GnRH auf, Gynäkomastie und Akne häufiger unter Gonadotropinen. Die Autoren fordern hochwertige RCT. Schwächen: wenige Studien, nach den Rechercheberichten überwiegend nicht randomisiert und mit Selbstauswahl der Therapie (siehe [s202, s177]); Konfidenzintervalle stehen nicht im Abstract; die GnRH-Pumpe zählt nicht zu den sechs Wirkstoffen der Fragestellung und dient hier als Bezugsgröße der Gonadotropintherapie.
El Meliegy, Motawi und El Salam 2018, Arab Journal of Urology [s180] (Ägypten, Saudi-Arabien). Systematische Übersicht nach PRISMA-Kriterien, PubMed-Suche für 1978 bis 2017 und Kongressabstracts, 91 Arbeiten gesichtet, 56 verwendet (nur Erwachsene, englischsprachig, mit Abstract), zur Frage von Alternativen zu exogenem Testosteron bei hypogonadalen Männern mit Fertilitätswunsch. Der Abstract nennt keine Effektgrößen. Die Autoren schließen, exogenes Testosteron hemme die Spermatogenese; Männer mit Wunsch nach Fertilitätserhalt könnten SERM oder Testosteron plus niedrig dosiertes hCG erhalten, bei HH könne zuerst hCG allein, danach oder von Beginn an kombiniert mit FSH gegeben werden. Diese Aussagen werden hier als Inhalt der Quelle wiedergegeben. Schwächen: keine quantitative Synthese, nur englischsprachige Arbeiten mit Abstract; der Abstract beschreibt die Arbeit zugleich als „comprehensive literature review“, sodass der Anspruch einer systematischen Übersicht nur eingeschränkt erkennbar ist.