Japanisch
Umfang. Die Kennung „ja“ tragen drei Quellen: eine Arbeit von Takagi und Kollegen 1990 zu Clomifen [s261], eine Arbeit von Namiki und Kollegen 1988 zu testikulären FSH-Rezeptoren und hMG-hCG [s262] sowie eine Arbeit von Tachiki und Kollegen 1995 zum idiopathischen HH [s257]; alle drei mit englischem Abstract. Insgesamt liegen etwa 27 japanische Quellen vor; die meisten sind englischsprachig in japanischen und internationalen Zeitschriften erschienen.
Drei Forschungsstränge.
Salvage-Therapie bei NOA (Yamaguchi; Shiraishi und Mitarbeiter). Männer, bei denen eine erste mikrochirurgische Hodenspermienextraktion (Mikro-TESE) keine Spermien erbracht hatte, erhielten eine hCG-basierte Behandlung und wurden erneut operiert. Shiraishi und Kollegen 2012: 48 Männer, davon 28 mit täglichem hCG über 4 bis 5 Monate; bei der zweiten Mikro-TESE fanden sich bei 6 behandelten Männern (21 %) Spermien, bei den 20 unbehandelten bei keinem (P < 0,05); der Erfolg war wahrscheinlicher bei Hypospermatogenese in der ersten Biopsie [s229]. Shinjo und Kollegen 2013: 20 Männer; Spermiengewinnung bei 3 (15 %); das intratestikuläre Testosteron stieg von 273,6 ± 134,4 auf 1348,1 ± 505,4 ng/ml [s224]. Shiraishi und Kollegen 2016: prospektive multizentrische Studie mit 21 Männern (hCG, dann rekombinantes FSH plus hCG); Spermiengewinnung bei 2 Männern (10 %) [s199]. Dazu kommen Mechanismusstudien zum Androgenrezeptor und zum Hodeninterstitium [s211, s190] und die Übersichten von Shiraishi und Kollegen [s207, s191]. Zusammengefasst liegt die Gewinnungsrate nach hCG-basierter Salvage-Therapie in diesen Arbeiten bei 10 bis 21 %; eine unbehandelte Kontrolle in nennenswerter Größe fehlt, und die Fallzahlen sind klein (20 bis 48 Männer) [s229, s224, s199, s190]. Die Gruppe von Dokkyo behandelte 26 Männer mit spätem Reifungsarrest mit rekombinantem FSH allein: bei 5 (19,2 %) traten Spermien im Ejakulat auf, zwei Schwangerschaften folgten nach ICSI [s204].
HH, Erwachsenenbeginn, Verlaufsmarker. Sieben Männer mit idiopathischem HH mit Erwachsenenbeginn unter hCG plus rhFSH (Spermatogenese bei 5 von 7) [s203]; zehn Männer mit HH und Azoospermie, bei denen im Ultraschall verdickte Samenkanälchen vor dem ersten Spermiennachweis sichtbar waren (Spermien bei 9 von 10) [s52]; frühe Berichte aus den 1990er Jahren zu Gonadotropinersatz [s256, s257, s254]; pädiatrische und Einzelfälle [s240, s81, s206]. Fink und Kollegen (Juntendo) liefern Übersichten zu hCG als Alternative zur Testosterontherapie und zur Fruchtbarkeitserhaltung unter Testosteron [s129, s78]. Eine Arbeit von 2021 verglich bei 26 Männern mit HH nach abgeschlossener Kinderwunschphase hCG mit Testosteronersatz hinsichtlich Lebensqualität und Erektionsfunktion; unter Testosteron kam es zu fortschreitender Hodenatrophie [s140].
Clomifen und ältere Arbeiten. Takagi 1990 (Japanese Journal of Urology): Fallserie mit Clomifencitrat 25 mg über mindestens drei Monate bei 22 oligozoospermen und 14 Männern mit „subnormaler“ Spermienzahl, Marker war das Transferrin im Seminalplasma; keine Kontrollgruppe, keine Schwangerschaftsdaten [s261]. Namiki 1988: Von 14 Männern ohne nachweisbare hochaffine FSH-Rezeptoren im Hoden sprachen die meisten nicht auf hMG-hCG an, von 34 Männern mit Rezeptoren 23 [s262]. Anno und Kollegen 2026 behandelten 54 Männer mit Spätform des Hypogonadismus mit Clomifen 50 mg jeden zweiten Tag (Testosteron stieg, keine Samenparameter berichtet) [s04]. Zwei japanische tierärztliche Berichte an Hunden ergänzen das Bild, sind aber nicht auf den Menschen übertragbar [s182, s212].
Leitlinie. Die Japanische Urologische Gesellschaft hat 2024 mit Unterstützung der Japanischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin Leitlinien zur männlichen Infertilität veröffentlicht, die 2025 auf Englisch zusammengefasst wurden. Der Abstract nennt als Hintergrund Japans sinkende Geburtenrate und die kürzlich eingeführte Kostenübernahme der Krankenversicherung für Infertilitätsbehandlungen und gibt an, dass Spermatogenesestörung mit 82,4 % die häufigste Ursache sei. Medikamentöse Behandlungen: Gonadotropintherapie bei HH (Grad A), Clomifencitrat bei Oligozoospermie mit niedrigem Testosteron (Grad B) und antioxidative Therapie (Grad C, begrenzte Evidenz); die Varikozelenoperation bei tastbarer Varikozele (Grad A) und die Mikro-TESE bei NOA (Grad A) erhalten die höchste Einstufung. Die Evidenzgrundlage der einzelnen Aussagen nennt der Abstract nicht [s64]. Eine Besonderheit ist damit die ausdrückliche Einstufung von Clomifen mit Grad B: Die EAU nennt SERMs in ihrer Empfehlungstabelle zur idiopathischen Infertilität nicht [s12], die AUA/ASRM formuliert für Männer mit niedrigem Testosteron eine bedingte Empfehlung mit Evidenz C [s138].
Erreichbarkeit. Die Programmschnittstelle von J-STAGE war erreichbar und lieferte Titel, Zeitschrift und DOI; Abstracts gibt es nur auf einzelnen Artikelseiten. Auf diesem Weg konnte die Arbeit von 1990 zu Clomifen aufgenommen werden [s261]. Bei Kongressabstracts zu Clomifen (2010, 2011), der Leitlinie zum männlichen Hypogonadismus 2022 und weiteren Treffern fand sich kein Abstract; sie wurden nicht aufgenommen. CiNii Research (Opensearch) lieferte nur bibliografische Daten; ein Beitrag in Clinical Urology 2025 zu Clomifencitrat bei Oligozoospermie und eine Arbeit der Japanischen Fertilitätsgesellschaft von 1979 zu Clomifen wurden gefunden, aber ohne Abstract nicht aufgenommen. Die japanische Literatur außerhalb von PubMed ist damit nur angeschnitten.
Koreanisch
Umfang. Aus Korea wurden sechs Arbeiten aufgenommen, alle englischsprachig; eine eigene Sprachraum-Kennung „ko“ gibt es deshalb nicht. Studien zu Clomifen oder Aromatasehemmern zur Spermienverbesserung aus Korea wurden in den durchsuchten Quellen nicht gefunden. Die koreanische Literatur ist in diesem Material dünn.
Inhalt.
- Natürlicher Verlauf (Bak und Kollegen 2010, International Journal of Urology, CHA Gangnam): 208 Männer mit idiopathischer Oligozoospermie, mindestens sechs Monate beobachtet. Von 65 Männern mit schwerer Oligozoospermie entwickelten 16 (24,6 %) eine Azoospermie, von den Männern mit moderater 2 (3,1 %), von denen mit milder keiner. Die Arbeit ist kein Therapiebericht, aber ein Maßstab für den unbehandelten Verlauf, der für die Beurteilung von Vorher-nachher-Studien zählt; die Autoren raten, bei schwerer Oligozoospermie frühzeitig Spermien einzufrieren [s236].
- Gonadotropintherapie bei HH mit Beginn vor der Pubertät (Cho und Kollegen 2025, World Journal of Men's Health, Seoul): retrospektiv, 65 Männer, ausgewertet 50. Spermatogenese gelang bei 41 Männern (82,0 %), mediane Zeit 7,5 Monate, mediane Konzentration 5,2 Mio./ml; größeres Ausgangshodenvolumen war der einzige Prädiktor; von sechs Männern mit Kinderwunsch erzielten vier eine Empfängnis [s38].
- Jugendliche mit HH (Yoo und Kollegen 2025, Hormone Research in Paediatrics, Seoul): 70 Jugendliche, Gonadotropine (n = 56) gegenüber Testosteronersatz (n = 14); die Hodenvolumina wuchsen nur unter Gonadotropinen; Spermien bei 72,0 % (18 von 25) der Gonadotropingruppe [s68].
- Testosteron-Fehlgebrauch bei Paaren mit Kinderwunsch (Bang 2013, Yonsei Medical Journal; Song 2019, Clinical and Experimental Reproductive Medicine; beide CHA Gangnam): acht beziehungsweise 20 Männer mit Azoospermie oder schwerer Oligozoospermie nach Testosteronersatz; nach dem Absetzen normalisierten sich Hormone und Spermienkonzentration nach median 8,5 beziehungsweise 8 Monaten; Fallserien ohne Kontrollen [s219, s175].
- Präklinisch: ein lang wirksames rekombinantes FSH (SAFA-FSH) stellte im hypogonadalen Rattenmodell die Spermienproduktion wieder her; reiner Tierversuch [s98].
Besonderheiten. Auffällig ist die Verbindung zu einem einzigen Zentrum (CHA Gangnam) für die Arbeiten zum natürlichen Verlauf und zum Testosteron-Fehlgebrauch [s236, s219, s175]. Die Zeitschrift Clinical and Experimental Reproductive Medicine (Korea) ist Veröffentlichungsort auch von Studien aus anderen Herkunftsräumen, etwa einer Placebo-RCT zu Clomifen mit 50 Männern (Shukla und Kollegen 2025; Konzentration unter Clomifen von 9,17 auf 13,88 Mio./ml) und einer Interventionsstudie zu hCG mit 56 Männern (Andrabi und Kollegen 2022) [s60, s107]; Zeitschrift und Herkunftsraum fallen also nicht zusammen.
Erreichbarkeit. KCI (kci.go.kr): Startseite erreichbar, Suchabfrage über URL nicht. KoreaMed: Seite erreichbar, Suchergebnis nicht per curl auswertbar. DBpia: keine Antwort. Die koreanischen Studien wurden deshalb über Europe PMC erfasst (PubMed-indizierte koreanische Zeitschriften wie World Journal of Men's Health, Yonsei Medical Journal, Clinical and Experimental Reproductive Medicine). Koreanischsprachige Literatur ist damit praktisch nicht untersucht; ob es sie in nennenswertem Umfang gibt, kann diese Recherche nicht beantworten.
Russisch
Umfang. Zwölf Quellen tragen die Kennung „ru“. Neun sind klinische Studien und Übersichten aus russischen Fachzeitschriften mit englischem Abstract in PubMed (Urologiia, Problemy endokrinologii, Terapevticheskii arkhiv) [s185, s198, s215, s55, s99, s227, s73, s39, s82], drei sind Tierversuche einer Petersburger Arbeitsgruppe in englischsprachigen Zeitschriften [s150, s108, s154]. Die originalen russischen Titel waren in den abgerufenen Metadaten nicht enthalten (PubMed führt nur den englischen Titel in eckigen Klammern); die deutschen Übersetzungen stehen in der Quellendatei.
Klinische Studien.
- Carnitin zusätzlich zu Clomifen (Bozhedomov und Kollegen 2017, Urologiia): prospektive randomisierte Studie mit 173 Männern aus Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch und idiopathischer Oligo-, Astheno- und/oder Teratozoospermie (Studiengruppe 88, Kontrollgruppe 85). Beide Arme erhielten Clomifencitrat 25 mg zweimal täglich und einen Vitaminkomplex, die Studiengruppe zusätzlich L-Carnitin und Acetyl-L-Carnitin. Das Carnitin habe einen gewissen positiven Zusatzeffekt auf die Konzentration gehabt, verbessere aber weder Morphologie noch Vorwärtsbeweglichkeit noch Schwangerschaftsraten gegenüber der Basisbehandlung. Der Abstract nennt keine Effektgrößen; Schwangerschaften wurden nach sechs Monaten per Telefon oder Online-Umfrage erfasst. Da Clomifen in beiden Armen gegeben wurde, sagt die Studie nichts über Clomifen selbst [s185].
- Clomifen gegen FSH plus hCG (Rozhivanov, Kravtsova und Kurbatov 2016): 60 infertile Männer. Clomifen als Monotherapie war bei 20 % mit Konzeption und bei 63 % mit einer Verbesserung der Oligoteratozoospermie verbunden, die Kombination aus hCG und rekombinantem FSH bei 40 % beziehungsweise 87 %; bei Männern, bei denen eine frühere Monotherapie mit hCG oder Clomifen unwirksam war, bei 65 %. Gruppengrößen, Definition von „Verbesserung“ und Randomisierung nennt der Abstract nicht, weshalb die Prozentwerte nicht einzuordnen sind [s198].
- FSH plus UV-Blutbestrahlung (Zagarskikh und Kollegen 2014): Männer mit normogonadotroper Infertilität; Follitropin alfa und UV-Blutbestrahlung zusätzlich zur Standardbehandlung gegen Standardbehandlung allein. Zahl und Effektgrößen fehlen im Abstract, und die beiden Interventionen lassen sich nicht trennen [s215].
- Testosteron mit oder ohne hCG (Rozhivanova und Kollegen 2025, Problemy endokrinologii): 53 Männer mit Hypogonadismus, mehr als fünf Jahre beobachtet; 19 mit Androgenersatz, 34 mit einem Behandlungszyklus aus Testosteron und Choriongonadotropin, jeweils gefolgt von stimulierender Gonadotropintherapie. Unter Androgenersatz sank die Konzentration signifikant, unter der Kombination nicht; Beweglichkeit und Morphologie verschlechterten sich in beiden Gruppen. Nicht randomisiert, ohne Zahlenwerte im Abstract [s55].
- Pubertätsinduktion (Kokoreva und Kollegen 2023): acht Jungen mit angeborenem isoliertem HH, hCG und rekombinantes FSH über zwölf Monate; Testosteron stieg (p = 0,012), das Anti-Müller-Hormon fiel (p = 0,017); keine Spermienparameter [s99].
- Varikozele (Gamidov und Kollegen 2012, Terapevticheskii arkhiv): 1127 infertile Männer mit Varikozele; 728 mit Operation, 107 mit medikamentöser Stimulation (unter anderem Clomifen, Vitamine, Selen, Carnitin, Pentoxifyllin), 56 unbehandelt. Spontane Konzeption 47,1 % nach Operation, 21,5 % nach medikamentöser Stimulation und 3,6 % ohne Behandlung. Die Gruppengrößen ergeben 891 statt der nach dem Ausschluss verbleibenden 934; Clomifen ist nur eine von mehreren gleichzeitig gegebenen Substanzen [s227].
Übersichten und Leitlinienfragen. Bozhedomov, Korneev und Kamalov (2024) schlagen einen Behandlungsalgorithmus für Urologen vor, den der Abstract nicht im Inhalt wiedergibt [s73]. Epanchintseva und Selyatitskaya (2025) schließen aus der Literatur, eine Hormontherapie habe „in bestimmten Fällen“ einen positiven Effekt auf Spermatogeneseparameter und erhöhe die Schwangerschaftschance; die Datenlage müsse systematisiert werden [s39]. Korneev und Kollegen (2024) behandeln Streitfragen der Terminologie und Vorschläge für eine Überarbeitung der klinischen Leitlinien zur männlichen Infertilität einschließlich eines Überweisungsalgorithmus; es ist nicht die Leitlinie selbst [s82]. Ein regionales oder nationales Leitliniendokument im Wortlaut wurde nicht abgerufen und wird deshalb nicht zitiert.
Tierversuche. Die Petersburger Arbeitsgruppe untersucht niedermolekulare allosterische Agonisten des LH-Rezeptors im Vergleich zu hCG an Ratten (jung, alt, Diabetesmodelle) [s150, s108] und die Wirkung von Metformin auf die Ansprechbarkeit des Hodens auf Gonadotropine bei Typ-2-Diabetes [s154]. hCG dient dort als Referenzsubstanz; Aussagen zur menschlichen Spermienqualität unter hCG-Therapie ergeben sich nicht.
Besonderheiten. Charakteristisch ist die Kombination von Hormonen mit Antioxidantien, Carnitinen, Vitaminen und anderen Maßnahmen in einem Therapiepaket [s185, s227, s215], die den Hormonanteil verdeckt. Effektgrößen und Konfidenzintervalle fehlen in den Abstracts meist; oft stehen nur Prozentwerte oder gar keine Zahlen [s185, s215, s55, s73, s39, s82]. Eine eigene randomisierte Studie, die Clomifen, Letrozol, Anastrozol, hCG oder FSH gegen Placebo prüft, fand sich nicht.
Erreichbarkeit. eLIBRARY.ru lieferte HTTP 403 (Zugriff verweigert). Das einschlägige Fachorgan für Andrologie (Андрология и генитальная хирургия) ist nur darüber zu erreichen und blieb unerreichbar. CyberLeninka antwortete mit HTTP 200, lieferte aber keine auswertbare Ergebnisliste; die Schnittstelle gab bei drei Suchanfragen jeweils null Treffer zurück, wahrscheinlich wegen einer Sperre gegen automatisierte Abfragen. Das bedeutet: Die russische Fachliteratur außerhalb von PubMed ist praktisch nicht erfasst, die Lücke ist erheblich und nicht bezifferbar.
Arabisch
Umfang und Abgrenzung. Die Kennung „ar“ tragen 15 Quellen. Es sind Arbeiten von Gruppen in Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien und dem Irak; arabischsprachige Originalliteratur war im zugänglichen Material nicht auffindbar. Die Europe-PMC-Abfrage nach arabischer Sprache ergab einen einzigen Eintrag aus dem Jahr 1959 zu einem anderen Thema. Der Raum ist hier also nach Herkunft der Studien gefasst, nicht nach Publikationssprache; alle Arbeiten sind englisch erschienen.
Placebokontrollierte und randomisierte Studien. Der arabische Raum liefert im Korpus die einzige placebokontrollierte Studie zu Clomifen mit Schwangerschaft als Endpunkt: Ghanem, Shaeer und El-Segini (Fertility and Sterility 2010, Universität Kairo) randomisierten 60 Männer mit idiopathischer Oligoasthenozoospermie auf Clomifencitrat 25 mg plus Vitamin E 400 mg täglich (n = 30) oder Placebo (n = 30) über sechs Monate. Die Schwangerschaftsrate betrug 36,7 % (11 von 30) gegenüber 13,3 % (4 von 30), OR 3,76 (95-%-Konfidenzintervall 1,03 bis 13,64). Schwächen sind die kleine Zahl, das knapp über 1 liegende untere Konfidenzintervall und die Kombination mit Vitamin E, die den Clomifenanteil nicht trennbar macht [s238]. ElSheikh und Kollegen (Andrology 2015, Kairo) verglichen an 90 Männern Vitamin E, Clomifen und beides über sechs Monate ohne Placebogruppe; die Konzentration stieg unter Clomifen und unter der Kombination signifikant, am deutlichsten in der Kombinationsgruppe [s201]. Eine irakische Studie (Fadhil und Kollegen, F1000Research 2023, Bagdad; registriert bei ClinicalTrials.gov) ist die einzige klinische Letrozol-Studie dieses Raums: 67 Männer, Letrozol 2,5 mg zweimal wöchentlich (n = 29) gegen Letrozol plus Coenzym Q10 400 mg täglich (n = 38) über drei Monate; sie hat keine Placebo- oder Nullgruppe und zeigt vor allem den Zusatzeffekt des Coenzym Q10 [s97]. Zu FSH: Die Cochrane-Übersicht von Attia, Abou-Setta und Al-Inany (Erstautoren-Affiliation Universität Kairo; Suche ohne Sprachbeschränkung bis Januar 2013) wird hier wegen ihrer regionalen Erstautorenschaft geführt, ist aber international; Zahlen siehe Abschnitt Englisch [s217].
Spermiengewinnung bei NOA und Hormonvorbehandlung. Die größte Gruppenzahl an Mikro-TESE-Serien mit Hormonvorbehandlung kommt aus dieser Region. Keine dieser Studien zeigt einen signifikanten Vorteil der Vorbehandlung:
- Amer und Kollegen 2019 (Kairo): 1395 aufeinanderfolgende Männer mit erster Mikro-TESE (2010 bis 2013, fünfzehn erfahrene Andrologen); zwischen der Art einer Hormontherapie vor der Operation und einem positiven Ergebnis bestand kein Zusammenhang (p = 0,219). Die Odds Ratios im Abstract sind nicht eindeutig lesbar, und die Art und Dauer der Hormontherapie sowie die Zahl der behandelten Männer sind nicht beschrieben [s165].
- Amer und Kollegen 2020 (Kairo): 40 Männer mit NOA und negativer erster Mikro-TESE; ein Monat Testosteron zur Herunterregulierung plus drei Monate Gonadotropine gegen keine Vorbehandlung; Spermiengewinnung bei 2 von 20 (10 %) gegenüber 0 von 20, nicht signifikant (p = 0,072). Die Folgerung der Autoren, es könne ein Nutzen bei hypergonadotroper Azoospermie bestehen, stützt sich auf zwei Fälle [s148].
- Alrabeeah und Kollegen 2021 (Riad): 122 Männer, 37 (30,0 %) mit Clomifen vorbehandelt; Gesamtgewinnungsrate 44,3 %; das Ergebnis hing nicht signifikant von Clomifen ab [s125].
- Al-Zubi und Kollegen 2026 (Irbid, Jordanien): 152 Männer; 78 mit Clomifen 25 mg täglich plus hCG 2000 IE dreimal wöchentlich über mindestens drei Monate, 74 ohne; Gewinnung bei 45 % gegenüber 50 % (p = 0,53) [s02].
Aljuhayman und Kollegen 2020 (Riad) berichten aus einem Zentrum 32 Männer mit schwerer idiopathischer Oligozoospermie, die 75 oder 150 IE eines als FSH bezeichneten Präparats (Menogon) zweimal wöchentlich erhielten (Konzentration 1,235 auf 4,745 beziehungsweise 0,578 auf 1,516 Mio./ml); ohne Kontrollarm [s147].
Übersicht. El Meliegy, Motawi und El Salam (Arab Journal of Urology 2018, Kairo): systematische Übersicht nach PRISMA (PubMed 1978 bis 2017; 91 Arbeiten gesichtet, 56 verwendet; nur Erwachsene, nur englischsprachig) zu Alternativen zur Testosterongabe bei hypogonaden Männern mit Fertilitätswunsch. Der Abstract hält fest, dass exogenes Testosteron die Spermatogenese hemme und dass SERMs oder Testosteron plus niedrig dosiertes hCG, bei HH hCG allein und dann oder von Beginn an kombiniert mit FSH-Präparaten, eingesetzt werden könnten. Das wird hier als Inhalt referiert, nicht als Empfehlung [s180].
Tierversuche und Veterinärmedizin. Auffallend groß ist der Anteil von Tierstudien: Letrozol bei Ratten ohne sichtbare Hodenpathologie (40 Wistar-Ratten, sechs Wochen, Irak) [s112], Tamoxifen und Verapamil im Ornidazol-Modell (64 Albinoratten, Irak; Tamoxifen als Vorbehandlung, also ein Schutz- und kein Therapiemodell) [s84], wiederholte hCG-Gabe bei zehn senilen Kamelen (Saudi-Arabien) [s35], Einzeldosis Letrozol bei zwölf Ziegenböcken unter Hitzestress (Ägypten; Samenvolumen, Beweglichkeit und Vitalität nach 48 Stunden höher) [s70] und hCG sowie hCG-Nanopartikel bei fünfzehn pubertierenden Ziegenböcken (Ägypten) [s40]. Sie zeigen Forschungsschwerpunkte der Region (Zucht und Fortpflanzung von Nutztieren), sind für die menschliche Spermienqualität aber nicht übertragbar.
Erreichbarkeit. Europe PMC und die NCBI-E-utilities waren erreichbar. Arab World Research Source ist ein kostenpflichtiges Produkt von EBSCO ohne öffentliche Schnittstelle (Produktseite HTTP 404), Mandumah leitete auf eine Anmeldeseite weiter (HTTP 302), ASJP (Algerien), die Ägyptische Wissensbank (EKB) und IASJ (Irak) lieferten keine Verbindung. Arabischsprachige Zeitschriften sind damit nicht erfasst; die Lücke ist erheblich und nicht bezifferbar. Eine regionale Leitlinie wurde nicht abgerufen.
Türkisch
Umfang. Die Kennung „tr“ tragen 21 Quellen, nach dem Englischen die größte Gruppe. Sie gliedern sich in drei Teile: große Einzelzentrum-Serien zur Gonadotropintherapie bei hypogonadotropem Hypogonadismus (HH), kleine bis mittelgroße Studien zur empirischen Therapie bei idiopathischer Infertilität und Tierversuche. Fast alle PubMed-indizierten Arbeiten sind englischsprachig; die älteren Arbeiten aus TR Dizin (2000 bis 2009) tragen zweisprachige Titel und Abstracts, sind in PubMed nicht zu finden und bilden einen eigenen, sonst unsichtbaren Teil der Literatur.
Gonadotropintherapie bei HH. Mehrere Serien (unter anderem aus Istanbul, Erzurum und Ankara) berichten Spermien im Ejakulat bei 83,3 bis 85,7 % der behandelten Männer: 112 Männer mit idiopathischem HH, 96 (85,7 %) mit Spermien im Ejakulat, 48 von 72 verheirateten Männern mit Kinderwunsch (66,7 %) mit Schwangerschaft durch natürliche Konzeption, mittlere Zeit bis zu Spermien 9,48 Monate (Ortaç und Kollegen 2019, Asian Journal of Andrology) [s172]; dieselbe Arbeitsgruppe vergleicht an wahrscheinlich derselben Kohorte von 112 Männern hMG (n = 70) mit rekombinantem FSH (n = 42), jeweils nach hCG, mit gleich hohem Anteil (85,7 %) und Schwangerschaftsraten von 38,6 % unter hMG und 51,2 % unter rFSH (p = 0,314) [s160]. Da beide Arbeiten dieselben Zahlen (112 Männer, 85,7 %) nennen, ist eine Überlappung der Patientengruppen wahrscheinlich; der Abstract erklärt sie nicht. Weitere Serien: 81 Männer mit idiopathischem HH (Schwangerschaften spontan 64,6 %, nach Intrauterininsemination 12,3 %, nach IVF 15,3 %, nach Mikro-TESE mit ICSI 4,6 %) [s145], 60 Männer mit Spermien bei 83,3 % und klinischer Schwangerschaft bei 76,7 % [s132] und 17 Männer, von denen die elf mit idiopathischem HH nach erfolgloser Gonadotropintherapie ICSI benötigten [s243]. Die Raten schwanken, weil Nenner und Auswahl uneinheitlich sind (zum Beispiel 76,7 % Schwangerschaften in [s132] gegenüber 38,6 bis 51,2 % in [s160]). Zwei weitere Arbeiten liefern Stoffwechsel- und Erektionsendpunkte unter hCG ohne Spermienbefund [s218, s126].
Empirische Therapie bei idiopathischer Infertilität. Kleine, überwiegend einarmige Studien: Clomifen 50 mg täglich über sechs Monate bei 24 Männern (bei 13 besserten sich die Parameter; die Prozentangabe im Abstract ist rechnerisch nicht stimmig) [s251]; FSH 150 IE dreimal wöchentlich bei 61 Männern gegen 45 Kontrollen (15 Schwangerschaften, davon 12 durch assistierte Reproduktion, gegen sieben in der Kontrollgruppe; ohne p-Wert) [s250]; Anastrozol 1 mg zweimal täglich bei 32 Männern mit niedrigem Testosteron-Östradiol-Verhältnis (Konzentration 12,4 auf 22,3 Mio./ml nach zwei Monaten, ohne Kontrolle) [s241]; Tamoxifen mit und ohne Anastrozol bei 127 Männern, wobei die Untergruppen nach dem Hormonverhältnis und nicht zufällig gebildet wurden [s242]; empirisches hCG vor Hodenspermienextraktion bei 34 Männern mit idiopathischer NOA gegen 49 Kontrollen ohne Unterschied der Gewinnungsrate (p = 0,338), Befruchtungs-, Einnistungs-, Schwangerschafts- und Lebendgeburtenrate [s194]; Choriogonadotropin alfa gegen Anastrozol bei 43 Männern mit Klinefelter-Syndrom vor Mikro-TESE (Gesamtgewinnungsrate 32,6 %; kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen, obwohl die Autoren Anastrozol als erfolgreicher bezeichnen) [s54]; Serie von 12 Männern mit partiellem isoliertem FSH-Mangel unter hMG oder Tamoxifen [s246].
Verordnungspraxis. Eine nationale Online-Befragung türkischer Urologen (November und Dezember 2025; 1558 eingeladen, 421 antworteten [27,0 %], 402 ausgewertet) fand, dass 39,3 % Clomifencitrat verwenden; das war mit Privatpraxis (OR 2,90), mehr Berufserfahrung (OR 2,18) und höherem Infertilitätsvolumen (OR 2,27) verbunden. Patientenauswahl, Dosierung, Überwachung und Erfolgsdefinition waren sehr uneinheitlich, Erfolgsziele überwiegend Laborendpunkte, und 31,6 % gaben an, nicht routinemäßig über Risiken aufzuklären. Die Studie sagt etwas über die Praxis, nichts über die Wirksamkeit; die Antwortquote von 27,0 % erlaubt Selektionsverzerrung, und Lebendgeburt als Erfolgskriterium wurde nicht erfragt [s05]. Neben der landesweiten italienischen Praxisbefragung zu FSH [s118] ist sie ein seltenes Beispiel für Daten zur realen Verordnung; auf andere Länder lässt sich daraus nicht schließen.
Übersichten und Tierversuche. Kalkanli und Kollegen (Current Pharmaceutical Design 2021) und Sarıer und Kollegen (Androloji Bülteni 2024) geben narrative Übersichten; sie halten fest, dass die Evidenz wegen weniger randomisierter Studien begrenzt ist, und führen die Hormontherapien als „nicht Hauptstrom“ beziehungsweise als empirisch an [s133, s89]. Die Tierstudien (Ratten) prüfen Aromatasehemmer gegen Bisphenol-A- und Pembrolizumab-bedingte Hodenschäden [s37, s120] sowie hCG bei experimentellem Kryptorchismus [s244, s233].
Besonderheiten. Stärken der türkischen Literatur sind die großen Einzelzentrum-Serien zur HH-Behandlung (60 bis 112 Männer je Serie) und der Zugang zur lokalen Literatur über TR Dizin; hier erschließen sich Arbeiten, die in PubMed nicht stehen [s251, s250, s241, s246]. Schwächen sind fehlende Kontrollgruppen, uneinheitliche Nenner, doppelt erfasste Kohorten und das Fehlen randomisierter Studien zu Clomifen, Tamoxifen oder Anastrozol.
Erreichbarkeit. Europe PMC und die NCBI-E-utilities waren erreichbar. Die Europe-PMC-Abstracts sind wegen verlorener Kleiner-als-Zeichen teilweise verstümmelt (p-Werte fehlen); die Zahlen dieser Arbeit stammen daher aus den E-utilities. TR Dizin (Programmierschnittstelle) war erreichbar: Mit 23 Suchanfragen wurden 236 Datensätze gesammelt, davon rund 90 nach Stichwortfilter thematisch nah. TR Dizin deckt die meisten DergiPark-Zeitschriften ab. DergiPark selbst (Websuche) lieferte nur eine Verifizierungsseite statt Ergebnisliste (Schutz vor automatischem Abruf); der OAI-Endpunkt antwortete mit HTTP 200, ist aber keine Suche. Die türkische Literatur ist damit von allen nicht-englischen Räumen am besten erschlossen, aber weiterhin auf PubMed und TR Dizin begrenzt.