Zöliakie, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Psoriasis und Rheuma · Kapitel 21 von 23

Glossar

Adalimumab, Infliximab, Etanercept, Golimumab. TNF-Blocker, also Wirkstoffe, die den Botenstoff Tumor-Nekrose-Faktor alpha hemmen; eingesetzt bei CED, Psoriasis und Rheuma.

Akrosom, Akrosomreaktion. Kappe des Spermienkopfes mit Enzymen; die Akrosomreaktion ist ein Schritt, den ein Spermium vor der Befruchtung durchläuft.

Androgenresistenz. Verminderte Wirkung männlicher Hormone im Gewebe, oft mit erhöhtem Testosteron und erhöhtem LH; bei Zöliakie in den 1980er-Jahren beschrieben [s297].

Aneuploidie, Disomie. Abweichende Chromosomenzahl in einer Zelle; bei Spermien eine Zahl von Chromosomen, die von der Norm abweicht.

Antispermien-Antikörper (ASAB). Antikörper gegen Spermien; können die Beweglichkeit beeinträchtigen und kommen nach Infektion, Trauma oder Varikozele vor [s261].

Asthenozoospermie, Oligozoospermie, Azoospermie, Oligoasthenozoospermie, Normozoospermie. Befundbegriffe im Spermiogramm: verminderte Beweglichkeit, verminderte Konzentration, keine Spermien im Ejakulat, die Kombination der ersten beiden, und ein Befund innerhalb der Referenzbereiche.

Azathioprin, 6-Mercaptopurin, Thiopurine. Immunsuppressive Wirkstoffe, die in den Stoffwechsel der Zellen eingreifen; bei CED und Rheuma verwendet.

Bakteriospermie. Nachweis von Bakterien im Ejakulat.

Biologika, bDMARD, csDMARD, tsDMARD. Gentechnisch hergestellte Medikamente (Biologika) gegenüber konventionellen synthetischen und zielgerichteten synthetischen krankheitsmodifizierenden Antirheumatika.

Blut-Hoden-Schranke. Struktur zwischen Blutgefäßen und Samenkanälchen, die die Keimzellen vom Immunsystem abschirmt.

CED. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, vor allem Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

Cyclophosphamid. Zytostatikum und Immunsuppressivum; in Leitlinien als Mittel mit dosisabhängiger, irreversibler Infertilität genannt [s29, s126].

Dibutylphthalat (DBP). Weichmacher, der in der Beschichtung einzelner Mesalazin-Präparate vorkommt [s201].

DNA-Fragmentierungsindex (DFI). Anteil der Spermien mit geschädigter DNA; gemessen mit Spezialtests wie SCSA oder Comet-Test.

DSS-Colitis. Tiermodell, in dem eine Dickdarmentzündung durch Dextran-Natriumsulfat im Trinkwasser ausgelöst wird.

Epididymis, Nebenhoden. Ort der Spermienreifung und -speicherung, der in mehreren Tierversuchen zu Sulfasalazin als früher Angriffspunkt gilt [s262, s256].

FAERS. Meldesystem der US-Arzneimittelbehörde für unerwünschte Arzneimittelwirkungen; Spontanmeldungen ohne Nenner [s38].

Flagellum. Geißelfaden des Spermiums, der die Fortbewegung antreibt; Anomalien betreffen zum Beispiel aufgerollte, doppelte oder fehlende Flagellen [s16].

FSH, LH, SHBG, Inhibin B. Hormone beziehungsweise Bindungsproteine der Hodenachse: Follikelstimulierendes und luteinisierendes Hormon aus der Hirnanhangdrüse, Sexualhormon-bindendes Globulin und Inhibin B als Marker der Sertoli-Zell-Funktion.

Gonadosomatischer Index. Verhältnis von Keimdrüsengewicht zu Körpergewicht im Tierversuch.

Hazard-Ratio (HR), Odds Ratio (OR), relatives Risiko (RR), Konfidenzintervall (KI). Maße für Unterschiede zwischen Gruppen; ein Wert von 1 bedeutet keinen Unterschied; das Konfidenzintervall gibt den Bereich an, in dem der wahre Wert mit der angegebenen Wahrscheinlichkeit liegt. Ein Intervall, das die 1 einschließt, spricht nicht für einen gesicherten Unterschied.

Hypogonadismus, Testosteronmangel. Verminderte Hodenfunktion; in den russischen Studien definiert als Gesamttestosteron von höchstens 12,0 nmol/l [s43].

ICSI. Intrazytoplasmatische Spermieninjektion, ein Verfahren der assistierten Reproduktion, bei dem ein Spermium in die Eizelle eingebracht wird.

IIEF-5, SHIM, AMS-Fragebogen. Fragebögen zur erektilen Funktion (IIEF-5, SHIM) und zu Beschwerden des alternden Mannes (AMS).

IVW, MR-Egger, gewichteter Median. Verfahren der Mendelschen Randomisierung; die erste nutzt die gewichtete Mittelung der Schätzungen, die anderen sind robuster gegenüber Verzerrungen durch gleichzeitige Wirkungen von Genvarianten.

Johnsen-Score. Bewertung der Spermatogenese im Hodenschnitt.

Kryokonservierung. Einfrieren von Samenzellen zum Erhalt der Zeugungsfähigkeit.

Leydig-Zellen, Sertoli-Zellen. Zellen des Hodens; die ersten bilden Testosteron, die zweiten stützen die Keimzellen.

Mendelsche Randomisierung. Methode, bei der Genvarianten als natürliche Zufallsverteilung genutzt werden, um Ursache und Wirkung zu schätzen; setzt Annahmen voraus und liefert in den hier betrachteten Studien Diagnosecodes als Zielgröße [s62, s12].

Mesalazin, 5-Aminosalicylsäure (5-ASA), Sulfapyridin, Sulfasalazin. Sulfasalazin besteht aus 5-ASA und Sulfapyridin; Letzteres gilt in Tierversuchen und Übersichten als der Bestandteil mit Wirkung auf die Spermien [s295, s133].

Methotrexat-Polyglutamat. Aufgenommene und in Zellen gespeicherte Form von Methotrexat.

Morphologie. Form der Spermien; Anteil normal geformter Spermien im Spermiogramm.

PASI, DAPSA, BASDAI, ASDAS, DAS28, Mayo-Score. Maße der Krankheitsaktivität bei Psoriasis, Psoriasisarthritis, axialer Spondyloarthritis, rheumatoider Arthritis und Colitis ulcerosa.

Progressive Beweglichkeit. Anteil der Spermien, die sich vorwärts bewegen.

Remission. Zustand mit abgeklungener Krankheitsaktivität.

Spermatogenese. Reifung der Samenzellen im Hoden; ein Zyklus dauert laut einer Studie rund 74 Tage [s32].

Spermiogramm. Samenanalyse nach WHO-Kriterien (Volumen, Konzentration, Beweglichkeit, Vitalität, Morphologie).

Spondyloarthritis, ankylosierende Spondylitis (AS), Psoriasisarthritis (PsA). Entzündliche Rheumaformen mit Beteiligung der Wirbelsäule und Gelenke.

SSZ, SASP. Gebräuchliche Abkürzungen für Sulfasalazin.

Tripterygium-Glykoside. In China bei Rheuma eingesetzte Wirkstoffe aus einer Wurzel; Tierversuche zeigen Hodenschäden [s21, s95].

Varikozele. Erweiterung der Venen des Hodens; kann Spermienparameter beeinträchtigen [s239].

Vitalität. Anteil lebender Spermien.

WHO-Referenzwerte. Bezugsbereiche der Weltgesundheitsorganisation für Samenparameter, die in den Studien als Maßstab dienen [s99].

Zöliakie, Marsh-Klassifikation. Autoimmunerkrankung des Dünndarms durch Gluten; die Marsh-Klassifikation beschreibt die Schleimhautschäden in der Biopsie [s243].

Alle Kapitel und Anhänge (27)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Vorbemerkung: was dieses Kapitel umfasst und wie es zu lesen ist bis Systematische Übersichten ohne Metaanalyse
  5. Erzählende Übersichten, Konsensusdarstellungen und weitere Überblicksarbeiten
  6. Lesehilfe: Fragestellungen, Vergleichsgruppen und typische Schwächen bis Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen als Erkrankung
  7. Sulfasalazin und Mesalazin bis Methotrexat
  8. TNF-Blocker (Infliximab, Etanercept, Adalimumab, Golimumab) und Psoriasis und Psoriasis-Arthritis als Erkrankung
  9. Rheumatische Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, Spondyloarthritis, Lupus) bis Gesamtbilanz der Beobachtungsstudien
  10. Zöliakie beim Mann bis Methotrexat
  11. TNF-Blocker (Infliximab, Etanercept, Adalimumab, Golimumab) bis Leitlinien, Konsensuspapiere und Gesamtübersichten
  12. Tierversuche und Zusammenfassende Einordnung der Studienlage
  13. Mechanismen und biologische Plausibilität
  14. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  15. Englisch bis Chinesisch
  16. Japanisch bis Türkisch
  17. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  18. Limitationen der Evidenz
  19. Offene Forschungsfragen
  20. Praktische Einordnung
  21. Glossar
  22. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 2)
  23. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 2)
  24. Diagramme
  25. Quellen s01–s148
  26. Quellen s149–s311
  27. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle