Zöliakie, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Psoriasis und Rheuma · Kapitel 2 von 23

Aufbau und Methodik dieser Studie

Fragestellung und Umfang

Die Studie untersucht vier Krankheitsgruppen (Zöliakie, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Psoriasis einschließlich Psoriasisarthritis, entzündliches Rheuma) und drei Medikamente (Methotrexat, TNF-Blocker, Sulfasalazin) in Bezug auf die männliche Spermienqualität. Aufgenommen wurden auch Arbeiten zu verwandten Wirkstoffen (Mesalazin, Thiopurine, JAK-Hemmer, IL-17-Hemmer, Cyclophosphamid), wenn sie Spermienwerte, Hormone, Vaterschaftsausgänge oder Kinderzahl betreffen und die Einordnung der Hauptwirkstoffe erleichtern. Für die Spermienqualität interessiert vor allem das Spermiogramm, ergänzend die DNA-Integrität der Spermien, Hormone (insbesondere Testosteron), die Kinderzahl und die Geburtsausgänge der Kinder. Die Studie gibt keine Therapieempfehlung. Wo Leitlinien oder Autoren Empfehlungen aussprechen, werden sie als Inhalt der Quelle wiedergegeben.

Wie recherchiert wurde

Die Recherche lief in drei Gruppen parallel, geordnet nach Sprachräumen. Gruppe A deckte Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch ab, Gruppe B Chinesisch, Japanisch und Koreanisch, Gruppe C Russisch, Arabisch und Türkisch. Hauptquelle war in allen Gruppen die REST-Schnittstelle von Europe PMC, ergänzt um die E-utilities der NCBI. Die PubMed-Webseite war gesperrt und wurde nicht genutzt. Hinzu kamen sprachraumspezifische Zugänge, soweit erreichbar: HAL und Dialnet (Französisch, Spanisch), J-STAGE und CiNii (Japanisch), KoreaMed (Koreanisch), CyberLeninka (Russisch) und TR Dizin (Türkisch).

Gruppe A setzte mehr als 100 englische Suchabfragen mit Kombinationen aus Krankheit, Medikament und Samen- oder Fertilitätsbegriffen ab, dazu je 8 bis 15 Suchen in den übrigen fünf Sprachen. Mehr als 1.000 Titel wurden gesichtet und rund 270 Abstracts gelesen. Gruppe B suchte in J-STAGE mit rund 45 und in CiNii mit rund 28 japanischen Kombinationen. Gruppe C stellte 49 Anfragen an CyberLeninka und 45 an TR Dizin. Die drei Berichte wurden anschließend zusammengeführt: Dubletten wurden vereinigt, und jede Quelle erhielt eine fortlaufende Kennung von s01 bis s311, geordnet nach Erscheinungsjahr absteigend. Jede Zahl und jede Aussage in dieser Studie wird mit dieser Kennung belegt.

Was die 311 Quellen sind

Der Bestand reicht von 1977 bis 2026. 105 Quellen stammen aus den Jahren 2022 bis 2026, 134 aus 2012 bis 2021, 35 aus 2000 bis 2011, 8 aus den 1990er Jahren, 28 aus der Zeit vor 1990 und eine Leitlinien-Webseite ohne Jahresangabe [s311]. Nach einer groben Zuordnung über das Designfeld in der Quellenliste sind 92 Quellen Tierversuche oder In-vitro-Arbeiten, 43 narrative Übersichten, 25 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 25 Fallberichte oder Fallserien, 9 Leitlinien, Konsensuspapiere oder Studienprotokolle und der Rest klinische Beobachtungs-, Register- und Querschnittsstudien sowie Befragungen. Diese Zählung ist eine Näherung, weil einzelne Quellen mehrere Merkmale tragen.

Nach der Sprache der Veröffentlichung liegen 281 Quellen ganz oder teilweise auf Englisch vor. Nicht englische Quellen sind Russisch (19, davon vier auch englisch), Türkisch (10, davon neun auch englisch), Französisch (5), Japanisch (4), Spanisch (3) und Deutsch (2); je eine Quelle ist auf Chinesisch, Italienisch, Dänisch und Hebräisch. 34 Quellen haben keine PubMed-Kennung; sie stammen aus HAL, Dialnet, CyberLeninka, TR Dizin, J-STAGE oder von Leitlinienseiten.

Grenzen der Recherche

  1. Überwiegend Abstracts. Die meisten Angaben stammen aus Abstracts. Volltexte wurden nur dort gelesen, wo sie offen vorlagen (Europe PMC Open Access, CyberLeninka) und die Frage es verlangte. Was ein Abstract nicht nennt, etwa Konfidenzintervalle, Gruppengrößen oder Störgrößen, fehlt auch hier. Rund 30 Studien ohne Abstract, vor allem aus den Jahren 1975 bis 2002, sowie mehrere Leitlinien in ihrer Langfassung wurden nicht ausgewertet. Mehrere Titel zu Tofacitinib, Vedolizumab und Ustekinumab und Spermien-DNA waren nur ohne Abstract abrufbar; ihre Daten fehlen deshalb.
  2. Lücken bei den Datenbanken. Nicht erreichbar waren Cairn, SciELO, LILACS (jeweils Zugriffssperre), CNKI, Wanfang, KCI, DBpia, eLIBRARY.ru, DergiPark und alle geprüften arabischen Datenbanken; Dialnet sperrte nach etwa einem Dutzend Abrufen. Für Arabisch wurde keine einzige arabischsprachige Quelle gelesen; die Befunde aus dem arabischen Raum stammen aus englischsprachigen Arbeiten ägyptischer, saudischer und tunesischer Gruppen. Für Portugiesisch und Koreanisch wurde keine Primärstudie in der Landessprache gefunden. Europe PMC führt nicht englische Titel meist nur mit englischen Metadaten, deshalb liefern Suchen in fremder Schrift wenig.
  3. Kein Vollständigkeitsmaß. Die Treffer folgen der Indexierung. Eine systematische Übersicht nach PRISMA-Standard ist die Studie nicht.
  4. Sprachliche Umsetzung. Originaltitel bleiben erhalten; bei nicht englischen und nicht deutschen Titeln steht eine deutsche Übersetzung in Klammern. Russische, türkische und japanische Angaben beruhen auf Abstracts und sinngemäßer Übersetzung.
  5. Unterschiedliche Qualität der Primärzahlen. In einzelnen Quellen fielen Unstimmigkeiten auf, etwa eine Tabelle der Mendelschen Randomisierung zu Psoriasis mit nicht zusammenpassenden Werten [s24], ein auffallend enges Konfidenzintervall in einem Umbrella-Review [s14] oder unklar überlappende Kohorten in der russischen Testosteron-Serie [s68, s44, s42]. Sie sind im Text als solche gekennzeichnet; eine zurückgezogene Arbeit wurde nicht aufgenommen.

Stichproben der Zahlenprüfung

Die Zahlen der Rechercheberichte wurden übernommen, wenn die Studie in der Quellenliste steht. Zur Kontrolle wurden sechs zentrale Abstracts erneut aus Europe PMC abgerufen: die Filgotinib-Studie [s81], die schwedische CED-Registerstudie [s96], die taiwanische Geburtskohorte [s32], die Methotrexat-Studie von Grosen [s99], die schwedische Zöliakie-Studie [s243] und die norwegische Registerstudie [s33]. Die verwendeten Zahlen stimmten, soweit der Abstract sie nennt; beim schwedischen CED-Abstract war der Text nach dem ersten p-Wert abgeschnitten, die Hazard Ratios stammen dort aus dem Rechercheprotokoll. Die WHO-Referenzwerte im Hintergrund stammen aus zwei ebenfalls erneut abgerufenen Arbeiten, die in der Quellenliste nicht geführt werden; sie sind im Text mit Autor und Jahr benannt. In einer zweiten Prüfung wurden weitere 26 zufällig gewählte Quellen aus Europe PMC erneut abgerufen und mit Titel, Jahr und den im Text genannten Zahlen verglichen, dazu acht Diagrammwerte; es gab keine Abweichung.

Bewertungskriterien

Die Evidenzstärke jedes Kernbefunds richtet sich nach folgenden Kriterien: Studienart (randomisiert, Register, prospektive Kohorte, Fall-Kontroll, Querschnitt, Fallserie, Tier), Fallzahl, Vorhandensein einer Vergleichsgruppe, Trennung von Krankheit und Medikament, Übereinstimmung der Studien und Direktheit des Endpunkts. Direkt ist ein Spermiogramm oder die Schwangerschaft der Partnerin, indirekt sind Hormonwerte, Genetik, Geburtsgewicht der Kinder oder die Fortpflanzungsfähigkeit im Tier. Eine einzelne signifikante Beobachtung bei kleiner Gruppe wird nicht als gesichert gewertet.

Alle Kapitel und Anhänge (27)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Vorbemerkung: was dieses Kapitel umfasst und wie es zu lesen ist bis Systematische Übersichten ohne Metaanalyse
  5. Erzählende Übersichten, Konsensusdarstellungen und weitere Überblicksarbeiten
  6. Lesehilfe: Fragestellungen, Vergleichsgruppen und typische Schwächen bis Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen als Erkrankung
  7. Sulfasalazin und Mesalazin bis Methotrexat
  8. TNF-Blocker (Infliximab, Etanercept, Adalimumab, Golimumab) und Psoriasis und Psoriasis-Arthritis als Erkrankung
  9. Rheumatische Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, Spondyloarthritis, Lupus) bis Gesamtbilanz der Beobachtungsstudien
  10. Zöliakie beim Mann bis Methotrexat
  11. TNF-Blocker (Infliximab, Etanercept, Adalimumab, Golimumab) bis Leitlinien, Konsensuspapiere und Gesamtübersichten
  12. Tierversuche und Zusammenfassende Einordnung der Studienlage
  13. Mechanismen und biologische Plausibilität
  14. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  15. Englisch bis Chinesisch
  16. Japanisch bis Türkisch
  17. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  18. Limitationen der Evidenz
  19. Offene Forschungsfragen
  20. Praktische Einordnung
  21. Glossar
  22. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 2)
  23. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 2)
  24. Diagramme
  25. Quellen s01–s148
  26. Quellen s149–s311
  27. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle