Zöliakie, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Psoriasis und Rheuma · Kapitel 16 von 23 · Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Japanisch bis Türkisch

Japanisch

Eigene Literatur: historische Tiefe bei Sulfasalazin, wenig Neues zur Samenqualität. Das Besondere des japanischen Schrifttums ist, dass es die Sulfasalazin-Oligospermie früh dokumentierte. Kiriyama und Mitarbeiter (Kyoto, Hinyokika Kiyo 1981, Band 27, Seiten 923 bis 935) berichteten über zwei Patienten mit Colitis ulcerosa unter Salicylazosulfapyridin (dem älteren Namen des Sulfasalazins) mit schwerer Oligozoospermie und verminderter Beweglichkeit bei normalen Basalwerten von LH, FSH und Prolaktin. Nach der Abstract-Aussage zeigte die Histologie im begleitenden Tierversuch, dass die Substanz die Spermatogenese in den Hoden nicht direkt unterdrückte. Die Arbeit hat zwei Fälle, keine Kontrollgruppe und im Abstract keine Zahlenwerte der Samenanalyse; der Volltext war nicht zugänglich [s304]. Eine zweite japanische Fallbeschreibung aus dem Jahr 1989 ist als Datensatz in J-STAGE und PubMed auffindbar, besitzt aber kein Abstract und wurde deshalb nicht aufgenommen.

Vier Arbeiten aus der toxikologischen Forschung eines japanischen Pharmaunternehmens klärten zwischen 2000 und 2007 den Mechanismus an der Ratte. Horimoto und Mitarbeiter (2000) fanden unter Sulfasalazin (300 oder 600 mg/kg/Tag, 28 Tage) trotz beeinträchtigter Fruchtbarkeit keine Veränderung des Anteils beweglicher Spermien, wohl aber eine verminderte progressive Motilität [s274]. Fukushima und Mitarbeiter (2005) sahen nach 28 Tagen mit 600 mg/kg verminderte Beweglichkeit und Akrosomreaktion und im Nebenhoden verminderte Expression von CD59, MCP und DAF, drei Genen der Akrosommembran [s262]. Die Verlaufsstudie von 2007 (1, 7 oder 14 Tage) zeigte verminderte Beweglichkeit bereits an Tag 7 und verminderte CD59- und DAF-Expression im Nebenhoden schon an Tag 1, bei unauffälligen Hodengenen; die Autoren folgern, dass Sulfasalazin die Spermienreifung im Nebenhoden als frühen Effekt beeinflusst [s256]. Yamamoto und Mitarbeiter (2005) fanden 24 Stunden nach einer Einzeldosis 24 unterschiedlich exprimierte Proteinspots im Hoden, ohne Bezug zur menschlichen Samenqualität [s266]. Die Dosen von 300 bis 600 mg/kg sind hoch; die Gruppengrößen und p-Werte stehen in den Abstracts nicht.

Kinderwunschambulanz und Übersichten. Shin und Mitarbeiter (Dokkyo Medical University, 2014) werteten 1.225 subfertile Männer retrospektiv aus. In dieser ausgewählten Gruppe lag die Prävalenz bei 163 je 100.000 Männer für Morbus Crohn und bei 490 je 100.000 für Colitis ulcerosa. Sieben Patienten hatten Mesalazin eingenommen, sechs setzten es ab; Beweglichkeit und Gesamtzahl beweglicher Spermien stiegen signifikant (p < 0,05), vier Partnerinnen wurden schwanger. Mit sechs auswertbaren Männern ohne Kontrollgruppe und Auswahl nach Subfertilität erlaubt die Arbeit keine Aussage über die Häufigkeit von Samenproblemen bei CED insgesamt [s226]. Die Übersicht von Shin und Okada (2016) hält fest, dass von den CED-Medikamenten Sulfasalazin die männliche Fruchtbarkeit umkehrbar vermindere; zu den anderen Medikamenten gebe es nur begrenzte Daten [s204].

Psoriasis: Etretinat statt Methotrexat. Zu Psoriasis stehen zwei Arbeiten aus den Jahren 1986 und 1987 zu einem Retinoid, das nicht zu den Medikamenten dieser Studie gehört. Suzuki und Mitarbeiter (1986) behandelten 9 Männer mit 50 bis 75 mg Etretinat täglich über mehr als drei Monate; Spermienkonzentration, Beweglichkeit und Morphologie blieben im Wesentlichen unverändert, nur Prolaktin stieg [s292]. Takahashi und Mitarbeiter (1987) beschrieben einen 27-jährigen Mann mit fünf Jahren Etretinat (kumulative Dosis 29.140 mg), mit schwerer Oligospermie (unter 5 × 10^4 Spermien pro ml, Beweglichkeit 0 %) und einer links bestehenden Varikozele; die Hemmung der Spermatogenese war acht Monate nach dem Absetzen noch erkennbar [s289]. Beide Arbeiten widersprechen sich in der Tendenz; Fallzahl und Beobachtungsdauer erlauben keine Auflösung.

Rheuma, Leitlinie und Register. Für die rheumatoide Arthritis liegen die Leitlinie des Japan College of Rheumatology und ihre systematische Übersicht vor, die ausdrücklich die japanische Datenbank Ichushi einbezieht (Goto und Mitarbeiter, Modern Rheumatology 2026, Sekundärveröffentlichung der Leitlinienaktualisierung 2024). Für die väterliche Exposition und große Geburtsfehler berichten sie für TNF-Blocker eine OR von 1,30 (0,28 bis 6,14) und für Methotrexat 0,94 (0,38 bis 2,33); die Intervalle sind sehr weit, Spermienparameter sind nicht Gegenstand [s02]. Das nationale Register PRAISE-H (Takai und Mitarbeiter, Frontiers in Medicine 2026) umfasste bis November 2024 100 Personen im reproduktiven Alter mit rheumatoider Arthritis, davon 90 Frauen und 10 Männer, 77 in Nachbeobachtung (7 Männer); es hat keine Samendaten, und Aussagen zu Männern sind derzeit nicht möglich [s13]. Funakubo (2015, Zeitschrift der Japanischen Gesellschaft für Klinische Immunologie) bespricht rheumatoide Arthritis und Schwangerschaft überwiegend aus Sicht der Frauen [s216]. Furukawa und Mitarbeiter (Ehime-Universität, Sexual Medicine 2023) fanden bei 165 japanischen Männern mit Colitis ulcerosa nach dem SHIM-Fragebogen eine erektile Dysfunktion bei 64,9 %, eine schwere bei 47,9 %; Remission, Krankheitsdauer und Medikation waren nicht mit der Dysfunktion verbunden, das Alter ab 63 Jahren dagegen (adjustiertes OR 12,93; 4,51 bis 43,00) [s74].

Erreichbarkeit. Von den japanischen Plattformen waren J-STAGE (Programmierschnittstelle, rund 45 Suchkombinationen auf Japanisch; die Suche ist unscharf) und CiNii Research (rund 28 Kombinationen; „Spermien und Sulfasalazin“ in japanischer Schreibweise ergab 0 Treffer, die Abkürzung SASP drei) nutzbar. Die ältere CiNii-Seite war nicht auswertbar, die Nationalbibliothek NDL Search antwortete und wurde nicht weiter ausgewertet. Viele Fachartikel (etwa in Naika, Yakkyoku oder Nihon Hifuka Gakkai Zasshi) sind dort nur als Titel mit kurzen Abstracts erfasst, ein Heftbeitrag „Männer-RA“ von 2021 nur als Titel. Die japanischen Primärarbeiten lagen nur als Abstract vor.

Koreanisch

Eigene Literatur: sehr klein. Die koreanische Literatur zum Thema besteht aus zwei Quellen. Park und Kim (World Journal of Men's Health, 2020; Organ der Korean Society for Sexual Medicine and Andrology) legten eine narrative Übersicht zu sexueller Dysfunktion und Fertilitätsproblemen bei Männern mit CED vor. Sie beschreibt, Sulfasalazin bestehe aus 5-Aminosalicylsäure und Sulfapyridin, und Sulfapyridin-Metaboliten könnten die Spermien beeinträchtigen. Zitiert wird eine Studie an 555 Patienten mit Colitis ulcerosa, bei denen 42 Männer auffällige Samenparameter hatten (eingeschränkte Beweglichkeit 90,5 %, vermehrt fehlgeformte Spermien 47,6 %, verminderte Konzentration 38 %), mit Besserung nach dem Wechsel des Medikaments. Das sind Angaben aus zweiter Hand; die Primärstudien wurden nicht abgerufen [s133]. Zu Methotrexat verweist die Übersicht auf Oligospermie und zitiert Grunnet (10 Männer), El-Beheiry (26 Männer) und Ley (7 Männer mit mehr DNA-Fragmentierung); auch das ist Referat. Zu Infliximab nennt sie die Beobachtung von Mahadevan an 10 Männern. Eine eigene Datenerhebung enthält die Arbeit nicht.

Die zweite Quelle ist eine Fallserie von Lee und Mitarbeitern (Asan Medical Center und drei weitere koreanische Zentren, Gut and Liver 2026) über sechs Männer mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, die unter Upadacitinib eine bläuliche oder grünliche Samenverfärbung bemerkten, im Median nach zwei Monaten täglicher Therapie mit 45 mg. Drei berichteten abgeschwächte Beschwerden nach Dosisreduktion auf 30 mg, zwei eine vollständige Rückbildung nach Reduktion auf 15 mg oder Absetzen; die urologische Abklärung einschließlich Samenanalyse war unauffällig [s05]. Upadacitinib gehört nicht zu den Medikamenten dieser Studie, und der Befund betrifft die Farbe, nicht die Spermienqualität.

Register, Kohorten, Leitlinien. Koreanische Register, Kohorten oder Leitlinien mit Samendaten zu Zöliakie, CED, Psoriasis oder Rheuma wurden nicht gefunden. Suchen in KoreaMed nach Sulfasalazin, Methotrexat, TNF-Blockern, Psoriasis, rheumatoider Arthritis, Spondylitis und Morbus Crohn jeweils in Kombination mit Spermien oder Samen ergaben außer der Übersicht von Park und Kim keine themenspezifische Studie; die Suche nach „celiac AND sperm“ lieferte 0 Treffer.

Erreichbarkeit. KoreaMed war erreichbar, die Suche funktioniert aber nur per Formular (POST), Abfragen über die Adresszeile liefern stets null Treffer; eine Abfrage „celiac AND male“ lieferte 79 Treffer, die nicht einzeln durchgesehen wurden, und die Wiederholung scheiterte später mit einem Datenbankfehler. Der Korea Citation Index war nicht erreichbar (Fehler 404, Startseite 400), RISS ließ sich per Kommandozeile nicht abfragen, DBpia antwortete nicht. Der koreanische Raum ist damit schlechter abgedeckt als der japanische; eine Aussage über koreanischsprachige Originalarbeiten ist nicht möglich.

Russisch

Gesamtbild. Die russischsprachige Literatur ist hormonell-diagnostisch und morphologisch ausgerichtet. Der Schwerpunkt liegt auf Testosteron und Hypogonadismus bei rheumatischen Erkrankungen, geprägt von einer einzelnen Arbeitsgruppe am Nasonov-Forschungsinstitut für Rheumatologie in Moskau, und auf morphometrischen Tierversuchen zu Methotrexat und Zytostatika. Spermiogramme bei Patienten mit Zöliakie, CED, Psoriasis oder Rheuma fehlen in den gefundenen Quellen vollständig; Samenbefunde liegen nur aus zwei Studien ohne Autoimmunerkrankung (TNF im Ejakulat, Antispermien-Antikörper) und aus einer Fallserie von 1991 vor. Leitlinien erscheinen als Übersetzungen und Kommentare internationaler Dokumente. Die Quellen stammen meist aus Abstracts, bei den Arbeiten in CyberLeninka auch aus dem Volltext; die Übersetzung ins Deutsche ist sinngemäß.

Testosteron bei entzündlichen Gelenkerkrankungen. Die Moskauer Serie umfasst mehrere Querschnittsstudien an Männern, meist stationär behandelt, mit einheitlicher Definition des Testosteronmangels (Gesamttestosteron höchstens 12 nmol/l); es wurden keine Spermiogramme erhoben. In der Arbeit im Terapevticheskii arkhiv (2024) mit 170 Männern mit rheumatoider Arthritis, 57 mit Spondylitis ankylosans und 85 mit Psoriasisarthritis lag die Häufigkeit des Testosteronmangels bei 24,1 %, 17,5 % und 31,8 %; Testosteron und Hypogonadismus waren nicht mit Stadium und Aktivität der rheumatischen Erkrankung assoziiert [s68]. Für die rheumatoide Arthritis (170 Männer, Problemy endokrinologii 2024) wurde Hypogonadismus bei 24,1 % gefunden, mit höherem Body-Mass-Index (29,3 ± 5,6 gegen 26,3 ± 4,0 kg/m²; p < 0,001), mehr Adipositas (41,6 % gegen 15,7 %; p = 0,001) und häufigerer Anämie (32,4 % gegen 16,7 %; p = 0,041) [s67]. Bei 124 Männern mit Spondylitis ankylosans (2025) betrug der Anteil 25,0 %; Mangel ging mit mehr Uveitis (45,2 % gegen 23,6 %; p = 0,022) und gestörter Nüchternglukose (25,8 % gegen 4,3 %; p < 0,001) einher, nicht mit der Krankheitsaktivität [s44]. Die beiden Arbeiten im Medizinischen Rat (Meditsinskii sovet) prüften den Fragebogen „Aging Males' Symptoms“: Bei 78 Männern mit rheumatoider Arthritis lag die Fläche unter der ROC-Kurve bei 0,728 (0,604 bis 0,851; p < 0,001), bei 82 Männern mit Spondylitis ankylosans bei 0,558 (0,386 bis 0,729; p = 0,54); der Fragebogenwert korreliert mit der Krankheitsaktivität und trennt Aktivität und Androgenmangel nicht sauber [s41, s42]. Bei 54 Männern mit Psoriasisarthritis bestand ein Testosteronmangel bei 22 (40,7 %), mit höherer Arthritisaktivität nach DAPSA (44,0 gegen 28,3; p = 0,027), und negativen Korrelationen des Gesamttestosterons mit PASI (r = minus 0,29), DAPSA (r = minus 0,37) und Body-Mass-Index (r = minus 0,44; p = 0,001) [s43]. Eine Übersicht fasst zusammen, dass erhöhte Zytokine mit sinkenden männlichen Sexualhormonen einhergehen können und umgekehrt Hypogonadismus das Risiko einiger rheumatischer Erkrankungen erhöhen könne [s87]. Eine Auswertung nach Medikamenten (etwa Methotrexat, Biologika, Glukokortikoide) enthalten die Abstracts nicht; die Selektion stationärer Patienten eines Spezialzentrums, das Querschnittsdesign, das Fehlen gesunder Kontrollen und die unklare Überlappung der Kohorten zwischen den Veröffentlichungen begrenzen die Aussage. Testosteron ist außerdem ein Marker der Hodenfunktion, kein Maß der Spermienqualität.

Zöliakie, CED, Sulfasalazin, TNF-Blocker. Zur Zöliakie liegt eine genetische Pilotstudie an 220 Paaren mit Infertilität und Fehlgeburten vor (Minaycheva und Mitarbeiter, Almanach der klinischen Medizin 2019): Beim TNF-Polymorphismus rs1800629 zeigte sich bei den Männern eine Umverteilung der Genotypen gegenüber Bevölkerungsdaten, und die zöliakieassoziierten HLA-Haplotypen DQ2 und DQ8 fanden sich bei 23,8 %. Zahlen zu Allelfrequenzen stehen im Abstract nicht, die Zöliakie war nicht serologisch gesichert, und der Befund ist ein Genotypbefund, kein Spermienbefund [s156]. Eine Übersicht von 2026 zu Zöliakie und rheumatischen Erkrankungen erwähnt männliche Fertilität im Abstract nicht [s15]. Für CED stellt Sandakova (Permer medizinische Zeitschrift 2019) die Aussagen des Zweiten Europäischen Konsensus dar: Sulfasalazin verursache bei Männern eine reversible Oligospermie (Evidenzgrad 3), Azathioprin habe die Spermienqualität bei 18 Männern nicht beeinflusst, Infliximab könne bei einer kleinen Zahl von Patienten die Beweglichkeit verringern, und Methotrexat verursache eine Oligospermie, die nach dem Absetzen innerhalb weniger Monate aufhöre; für Männer mit Kinderwunsch bezeichnet der Text Methotrexat als kontraindiziert. Das sind Aussagen einer Sekundärquelle in Übersetzung ohne aufgeschlüsselte Primärdaten, als Quelle für Zahlenwerte ungeeignet [s158]. Eine russische Primärstudie zu Sulfasalazin oder zu TNF-Blockern beim Menschen gibt es nicht. Die Aussage über Infliximab steht im Kontrast zur türkischen Adalimumab-Studie; es sind verschiedene Wirkstoffe, und die Quellen erlauben keine Auflösung.

Die Fallserie von 1991. Kukhtevich und Mitarbeiter (Terapevticheskii arkhiv 1991) untersuchten Patienten im Alter von 16,5 bis 31 Jahren mit Pathospermie unter Immunsuppressiva, Gruppe I mit Glomerulonephritis, Gruppe II mit rheumatoider Arthritis. Fünf von sechs Patienten der Gruppe I und alle der Gruppe II hatten eine Azoospermie. Unter Zink (30 bis 90 mg täglich) und Bromocriptin (2,5 mg täglich) über 2 bis 23 Monate besserte sich die Spermatogenese oder normalisierte sich bei zwei Patienten je Gruppe; von den acht nicht ansprechenden Patienten erhielten sieben Glukokortikoide und Zytostatika. Welche Wirkstoffe außer „Glukokortikoide und Zytostatika“ gegeben wurden, geht aus dem Abstract nicht hervor, Methotrexat wird nicht ausdrücklich genannt; die Serie hat keine Kontrollen [s282].

Tierversuche zu Methotrexat und Zytostatika. Soboleva und Mitarbeiter (Simferopol, 2019) fanden bei unreifen Ratten mit Adjuvans-Arthritis, dass Methotrexat Spermatogenese und Follikulogenese blockiere und die Entzündung nicht immer stoppe; in den Hoden fanden sich Ödem, rundzellige Infiltration und Stromasklerose; Dosis und Gruppengrößen stehen nicht im Abstract [s159]. Kashchenko und Zakharov (2018) gaben 60 Ratten eine einmalige intramuskuläre Dosis von 10 mg/m² und maßen eine Abnahme der absoluten Hodenmasse um 13,07 %, 10,78 % und 7,91 % an Tag 7, 15 und 30 sowie der Kanälchendurchmesser um bis zu 18,31 %; die Abnahme wird bis Tag 30 kleiner [s174]. Borovskaya und Mitarbeiter (Tomsk, 2021) gaben Ratten 1 mg/kg und Mäusen 2,2 mg/kg Methotrexat einmal wöchentlich über vier Wochen: Die Ratten behielten die Zeugungsfähigkeit, zeigten aber Asthenospermie und Pathospermie, die Mäuse mehr DNA-Strangbrüche in Hodenzellen [s108]. In einer Arbeit mit 140 Ratten (2023) und mehreren Zytostatika, darunter Methotrexat 1 mg/kg viermal im Wochenabstand, waren die Nachkommen lebensfähig, 2 Fälle (0,24 %) hatten grobe äußere Fehlbildungen, und teils verzögerte sich die Entwicklung; die Methotrexat-spezifischen Ergebnisse stehen im Abstract nicht [s86].

Autoimmunität gegen Spermien und TNF im Ejakulat. Sosnin und Mitarbeiter (Urologiia 2024) untersuchten 70 Männer (Azoospermie n = 18, Oligoasthenozoospermie n = 18, normales Spermiogramm n = 34): TNF-alpha lag im Seminalplasma bei 7,01 ± 5,98 pg/ml und im Serum bei 2,75 ± 2,18 pg/ml, also 2,55-fach höher (p < 0,00001). Es bestand keine Korrelation zwischen TNF und Spermienzahl oder -konzentration, und die Autoren schließen, TNF entstehe lokal im Fortpflanzungstrakt. Es handelt sich nicht um Patienten mit Autoimmunerkrankungen, und das Muster ist nicht monoton; die Arbeit liefert Hintergrund, keine Aussage zu TNF-Blockern [s60]. Bozhedomov und Teodorovich (2005) fanden bei 3.660 Männern im reproduktiven Alter Antispermien-Antikörper bei 18 %, als Risikofaktoren Infektionen (52 %) und Varikozele (35 %); rheumatische oder Darmerkrankungen werden im Abstract nicht genannt [s261]. Eine narrative Übersicht von Chereshnev und Mitarbeitern (Jekaterinburg, 2021) behandelt die Pathogenese der autoimmunen männlichen Infertilität [s111]. Eine Übersicht zu rheumatoider Arthritis und Fertilität (Mysaeva 2019) liegt mit Schwerpunkt Frauen vor, ohne Aussage zur männlichen Fertilität im Abstract [s157].

Leitlinie. Die russische Fassung der EULAR-Empfehlungen 2024 mit Kommentar (Kosheleva, Reshetnyak, Klimenchenko, Nasonov; Nauchno-prakticheskaya revmatologiya 2025) gibt für Männer an, dass die Behandlung mit einer Reihe von Mitteln keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf Schwangerschaftsausgänge gezeigt habe, darunter Azathioprin (2b/B), Methotrexat unter 25 mg pro Woche (2b/C), Sulfasalazin mit dem Zusatz eines möglichen reversiblen Einflusses auf die Spermienqualität (2b/C) und alle TNF-alpha-Inhibitoren (1b/B). Cyclophosphamid sei mit einem dosisabhängigen Risiko irreversibler Unfruchtbarkeit verbunden. Die maschinenlesbare Tabelle ist an einigen Stellen vermischt; maßgeblich ist die Originalfassung der EULAR-Empfehlungen [s40]. Die Filgotinib-Studie MANTA/MANTA-RAy (248 randomisierte Männer, primärer Endpunkt bei 6,7 % gegen 8,3 %) wird von der Recherche als multinationale Studie mit auch russischen Zentren erwähnt, gehört aber nicht zum Kern der Sprachraumrecherche [s81].

Erreichbarkeit. CyberLeninka war über seine Such-Schnittstelle (POST, JSON) und die Artikelseiten mit Volltext erreichbar; die Suche arbeitet semantisch und lieferte viele fachfremde Treffer (49 Anfragen). eLIBRARY.ru lieferte nur eine Fehlerseite. PubMed-indizierte russische Arbeiten haben meist nur englische Abstracts. Quellen, die nur in eLIBRARY.ru liegen, sind nicht erfasst.

Arabisch

Vorab: keine arabischsprachige Quelle erreichbar. Für das Arabische wurde keine einzige Quelle in arabischer Sprache gelesen. Suchen in Europe PMC mit arabischen Begriffen (etwa „männliche Infertilität“, „Spermien Methotrexat“, „Zöliakie Infertilität“, „Sulfasalazin“) ergaben keinen relevanten Treffer, weil Europe PMC Titel und Abstracts nur in englischer Fassung führt. „Arabischer Raum“ bedeutet in diesem Abschnitt deshalb: Herkunftsland der Autoren, also Ägypten, Saudi-Arabien und Tunesien, bei englischsprachiger Veröffentlichung in PubMed-indizierten Zeitschriften. Eigene arabische Register, Leitlinien oder klinische Kohorten zum Thema wurden nicht gefunden; die Frage, ob es solche gibt, lässt sich mit dem Zugang dieser Recherche nicht beantworten.

Klinische Arbeiten: wenige und klein. Elhanbly und Mitarbeiter (Mansoura University, Cureus 2025) untersuchten 31 Männer mit Psoriasis im Alter von 18 bis 50 Jahren, die Methotrexat mindestens drei Monate erhielten, vor und nach drei ununterbrochenen Monaten (WHO 2010, gepaarter t-Test). Autoimmunerkrankungen wie Lupus und rheumatoide Arthritis waren Ausschlusskriterien. Alle Unterschiede waren nicht signifikant (p > 0,05): Konzentration 50,21 ± 21,75 gegen 61,20 ± 29,56 Mio/ml, Gesamtbeweglichkeit 46,61 ± 20,97 % gegen 46,01 ± 21,14 %, Morphologie 19,26 ± 9,99 % gegen 19,49 ± 11,90 %, Ejakulatvolumen 3,01 ± 1,61 gegen 3,12 ± 0,88 ml. Die Autoren sehen keine kurzfristigen Nachteile und bezeichnen die Ergebnisse wegen kleiner Stichprobe und fehlender Kontrollgruppe als vorläufig. Bei Standardabweichungen von über 20 Mio/ml und 31 Teilnehmern ist die Studie nicht darauf ausgelegt, kleine Effekte zu entdecken; ein fehlender signifikanter Unterschied ist kein Beleg für Unbedenklichkeit, Konfidenzintervalle werden nicht berichtet [s19]. Salama und Blgozah (2019) beschrieben einen 23-jährigen Mann mit kontrolliertem Morbus Still des Erwachsenen unter Prednisolon, Methotrexat, Folsäure und Vitamin D3, dessen Hormone und Ejakulat normal waren; als Beleg für Unbedenklichkeit von Methotrexat ist ein Einzelfall nicht geeignet [s154]. Aus Tunesien stammt die systematische Übersicht von Boussaid und Mitarbeitern (Rabta Hospital, Tunis; Journal of Reproductive Immunology 2022; PRISMA-Vorgehen, Suche in PubMed und Scopus bis 16. September 2021): 25 Studien aus den Jahren 1981 bis 2018 (Spondyloarthritis n = 9, Lupus n = 6, Morbus Behçet n = 5, rheumatoide Arthritis n = 5, Antiphospholipid-Syndrom und Dermatomyositis je 1). Laut Abstract war die Spermienqualität bei Lupus, Spondyloarthritis und Morbus Behçet beeinträchtigt, Anti-TNF-Mittel waren mit einer Besserung der Samenqualität assoziiert, Cyclophosphamid beeinträchtige die Fertilität, und konventionelle Basistherapeutika (genannt werden Methotrexat und Salazopyrin) erhöhten den Testosteronspiegel; die Autoren halten neben der Ejakulatanalyse ein Screening auf Infertilität für gerechtfertigt. Es ist die einzige systematische Zusammenfassung aus den drei Sprachräumen Russisch, Arabisch und Türkisch; Effektgrößen und Qualitätsbewertung stehen im Abstract nicht, und die Aussage zum erhöhten Testosteron steht in Spannung zu den Aussagen über beeinträchtigte Spermien [s92]. Ebenfalls tunesischer Herkunft ist die Übersicht zu CED und Fertilität in La Tunisie médicale von 2010, die bei Männern vor allem Datenmangel zu den Medikamenten beschreibt [s247]. Eine ägyptische Dermatologie-Übersicht (Abdel-Naser und Zouboulis 2016) nennt Methotrexat unter den zytotoxischen Arzneimitteln, die für Wirkungen auf die männliche Fertilität „berüchtigt“ seien, ohne Zahlen und ohne psoriasisspezifische Bewertung [s194].

Tiermodelle der Arthritis. Acht Arbeiten aus Ägypten und Saudi-Arabien (eine neunte, aus Adana, steht im Abschnitt Türkisch) untersuchen den Hoden von Ratten oder Mäusen mit experimenteller Arthritis durch Freund-Adjuvans oder Kollagen, jeweils mit einem Prüfstoff (meist ein Pflanzeninhaltsstoff oder ein Wirkstoff aus einem anderen Indikationsgebiet). Nach den Abstracts zeigt die unbehandelte Arthritisgruppe in allen Fällen Hodenveränderungen. Darwish und Mitarbeiter (Kairo, 2014) beschrieben bei Ratten mit Adjuvans-Arthritis einen verringerten gonadosomatischen Index und histopathologische Veränderungen, deren Besserung unter Chrysin oder Celecoxib mit sinkendem TNF-alpha einherging; die Autoren sprechen von Hodenfunktionsstörung und Subfertilität bei lang bestehender rheumatoider Arthritis [s218]. Weitere Arbeiten zeigen Besserungen unter Venlafaxin und Carvedilol [s146], Ellagsäure [s142], Costus-Extrakt über 60 Tage bei 30 Ratten [s102], Curcumin und Stammzellen [s106] und Galantamin [s58]. Zwei Arbeiten aus Riad prüften Rituximab bei Mäusen mit Arthritis: Die Arthritis erhöhte den Anteil disomer Spermien, Rituximab senkte ihn; Rituximab gehört nicht zu den Medikamenten dieser Studie [s70, s89]. Die Tiermodelle stützen die Hypothese, dass eine systemische Arthritis den Hoden über Entzündungsmediatoren, oxidativen Stress und Apoptose schädigt; sie haben aber überwiegend Schutzstoffdesigns, kaum Zahlenwerte in den Abstracts und keinen Bezug zu Methotrexat oder Anti-TNF-Therapie. Die Übertragbarkeit auf Menschen ist nicht belegt.

Tiermodelle zu Methotrexat. Zwölf ägyptische und saudische Arbeiten untersuchen Schutzstoffe gegen Methotrexat-bedingte Hodenschäden. Die Ergebnisse sind gleichförmig: Methotrexat senkte Serumtestosteron und antioxidative Enzyme und erhöhte Entzündungs- und Oxidationsmarker, der Schutzstoff milderte dies. Felemban und Mitarbeiter (Jeddah, 2020; 50 Ratten) maßen nach Methotrexat niedrigere Körper- und Hodengewichte, Hormone, Spermienzahl, Vitalität und Beweglichkeit [s129]; El-Sheikh und Mitarbeiter (Minia, 2014) sahen einen Testosteronabfall und eine erhöhte Hodenexpression des Transportproteins Mrp3 unter Resveratrol [s219]; Sherif (2020, Ginkgo) [s137], Aldhahrani (2021, Süßholzextrakt, mit mehr Spermienanomalien und weniger steroidogener mRNA) [s107], Elsawy (2022, Naringin) [s97], Abdelhameed (2022, Marrubium) [s88], Rofaeil (2023, Allopurinol und Febuxostat; 32 Ratten) [s82], Abbas (2024, Eicosapentaensäure) [s45], Salah (2025, Spirulina; 40 Ratten) [s31] und Elsisy (2026, Multivitamin gegen Vitamin E; 30 Ratten) [s01] folgen demselben Muster. Näher an der Dauertherapie liegen zwei Arbeiten mit wiederholter niedriger Dosis, nämlich Methotrexat 0,5 mg/kg zweimal wöchentlich über vier Wochen: Mansour und Mitarbeiter (2021) fanden verschlechterte Spermienqualität, niedrigere FSH-, LH- und Testosteronwerte und schwere Keimzelldegeneration, die Ginkgo-Extrakt besserte [s117]; Mersal und Mitarbeiter (2025; je sieben Ratten pro Gruppe) sahen mit Pirfenidon einen Testosteronanstieg und weniger Entzündungsmarker [s25]. Für die Aussagekraft gelten die Grenzen des Blocks: Der Prüfgegenstand ist der Schutzstoff, die Methotrexat-Schädigung ist Voraussetzung des Versuchs und wird nicht als Hypothese getestet, Publikationsverzerrung ist denkbar, die Gruppen sind klein, und die meisten Arbeiten verwenden eine einmalige hohe Dosis. Eine zurückgezogene ägyptische Methotrexat-Arbeit wurde nicht aufgenommen.

Weitere Tiermodelle. Azmy und Mitarbeiter (Ägypten, Ultrastructural Pathology 2022) lösten bei 48 Ratten durch Dextran-Natriumsulfat eine Kolitis aus und fanden bei der Auswertung nach 45 Tagen eine verdickte Basalmembran der Hodenkanälchen und abnorme Spermienprofile mit Störungen der inneren Struktur des Flagellums; Ozon besserte stärker als Naringin. Es ist der einzige Hinweis in diesen drei Sprachräumen auf eine Hodenwirkung der Darmentzündung selbst, und er stammt aus einem chemisch ausgelösten Modell, ohne Zahlen im Abstract [s91]. TNF-Blocker wurden als Schutzstoffe gegen Cadmium geprüft: Habib und Mitarbeiter (Kairo, 2019) fanden, dass Infliximab (5 oder 7 mg/kg) die Cadmium-Schäden an Spermienzahl, Beweglichkeit und Testosteron milderte [s149]; Antar und Mitarbeiter (Damietta, 2022; 60 Ratten) sahen dasselbe für Etanercept dosisabhängig [s90]. Das sind keine Krankheitsmodelle, die Übertragbarkeit auf Patienten ist eingeschränkt.

Abgrenzung zum Iran. Iranische Arbeiten gehören nicht zum arabischen Sprachraum und wurden in dieser Teilrecherche nicht aufgenommen, darunter rund zwanzig Methotrexat-Tierstudien; an anderer Stelle der Gesamtstudie stehen die iranische Fall-Kontroll-Studie zur Zöliakie [s56] und eine iranische Sulfasalazin-Tierstudie, in der hohe Dosen über 60 Tage schwere Hodenhistopathologie und niedrigeres Plasmatestosteron auslösten, in vitro aber kein Spermienschaden zu sehen war [s171].

Erreichbarkeit. Arab World Research Source (EBSCO) und Mandumah leiteten auf eine Anmeldung weiter, die Verbindung zu IASJ (Irak), ASJP (Algerien) und Ekb (Ägypten) scheiterte, die BASE-Suche verlangte eine Bot-Prüfung, Google Scholar lieferte HTTP 403, und das OpenAlex-Tageskontingent ohne Schlüssel war erschöpft. Damit ist die arabischsprachige Literatur nicht erfasst; die ägyptischen und saudischen Arbeiten dieses Abschnitts kamen über Europe PMC.

Türkisch

Gesamtbild. Die türkische Literatur ist die einzige der drei Sprachräume Russisch, Arabisch und Türkisch mit prospektiven klinischen Spermiogramm-Studien unter Methotrexat und Adalimumab bei Psoriasis. Daneben stehen eine Studie zu Anti-TNF-Therapie und Vaterschaft, eine frühe Studie zur Varikozele bei Spondylitis ankylosans, einige Fallberichte und ein sehr großer Block von Tierversuchen zu Methotrexat und Schutzstoffen. Die Datenbank TR Dizin führt viele dieser Arbeiten mit zweisprachigen Abstracts (Türkisch und meist Englisch); türkischsprachige Titel sind selten. Die klinischen Studien sind klein (31 bis 101 Männer), meist ohne Kontrollgruppe und mit kurzer Beobachtung von drei bis sechs Monaten; das begrenzt die Aussage über die Spermatogenese insgesamt, ist aber kein Befund.

Zöliakie. Karaca und Mitarbeiter (Istanbul, The Turkish Journal of Gastroenterology 2015) untersuchten in einer prospektiven Pilotstudie am IVF-Zentrum eines Istanbuler Krankenhauses Paare mit ungeklärter Infertilität: 68 Paare wurden aufgenommen, 65 ausgewertet (die Zahlen im Abstract sind nicht ganz widerspruchsfrei). Bei fünf von 65 Paaren (7,69 %) war ein Partner antikörperpositiv, bei keinem Paar beide; nur ein männlicher Partner hatte alle Antikörper (1,5 %) und eine Marsh-IIIa-Enteropathie, eine Zöliakie wurde also bei einem Paar diagnostiziert (1,5 %). Spermienparameter wurden nicht berichtet, es gab keine Kontrollgruppe, und die Autoren sprechen selbst von begrenzter Fallzahl [s210]. Baykan (2017) beschrieb einen 20-jährigen Patienten mit gleichzeitigem Klinefelter-Syndrom (47,XXY) und Zöliakie; der Hypogonadismus ist durch die Chromosomenstörung erklärt, nicht durch die Zöliakie [s175]. Ein Spermiogramm bei Männern mit Zöliakie aus dem türkischen Sprachraum gibt es nicht.

Psoriasis, Methotrexat und Adalimumab. Atas und Mitarbeiter (Ankara, 2024) beobachteten 40 Männer mit Psoriasis unter niedrig dosiertem Methotrexat (unter 15 mg pro Woche) sechs Monate lang: Die Erektionsfunktion nahm signifikant ab (p < 0,001), das Gesamttestosteron war niedriger (p = 0,03), die Spermienzahl nahm nicht signifikant ab. Die Autoren nennen die Ergebnisse zu Spermienmenge und -qualität beruhigend und fordern größere Kohorten; es gab keine unbehandelte Kontrollgruppe, Effektgrößen und Konfidenzintervalle stehen im Abstract nicht, und Psoriasis und Methotrexat sind nicht trennbar [s46]. Yüksek und Mitarbeiter (2024) beobachteten 33 biologika-naive Männer mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis unter Adalimumab über sechs Monate: Der IIEF-5-Wert stieg von 21,3 ± 2,2 auf 22,2 ± 1,9 (p = 0,03), der Anteil der Männer mit erektiler Dysfunktion sank von 51,5 % auf 36,4 % (p < 0,001), progressive Beweglichkeit (p = 0,02) und Vitalität (p = 0,04) verbesserten sich, Gesamttestosteron stieg von 3,4 ± 0,4 auf 3,5 ± 0,4 ng/ml (p = 0,02), die übrigen Spermienparameter blieben unverändert. Die Veränderungen sind klein, es gab keine Kontrollgruppe und keine Korrektur für mehrere Vergleiche, und die Besserung der Hautkrankheit lässt sich vom Medikament nicht trennen [s66]. Die Methotrexat-Studie aus Ägypten (31 Männer, drei Monate) und diese türkische Studie finden beide keine signifikante Änderung der Spermienzahl; wegen unterschiedlicher Dauer, Ausschlusskriterien und Auswertung lassen sich die Zahlen nicht zusammenfassen [s46, s19].

Rheuma: Varikozele, Vaterschaft unter Anti-TNF, Fallberichte. Ozgocmen und Mitarbeiter (Elazığ, Urology 2002) fanden bei 21 Männern mit Spondylitis ankylosans, die keine krankheitsmodifizierenden Mittel wie Sulfasalazin einnahmen, klinisch eine Varikozele bei 52 % gegenüber 20 % bei Kontrollen, im Farbdoppler bei 12 Patienten (57 %) gegenüber 6 Kontrollen; die Venendurchmesser waren signifikant größer. Die Ejakulatanalysen wurden erhoben, ihre Ergebnisse stehen im Abstract nicht; Sulfasalazin wird dort als bekannte Ursache arzneimittelbedingter Infertilität genannt und deshalb ausgeschlossen [s272]. Toker Dincer und Mitarbeiter (Istanbul-Cerrahpaşa, Journal of Reproductive Immunology 2025) erfassten 101 Männer mit entzündlicher Arthritis unter Anti-TNF-Therapie: 70 Männer (69,3 %) wünschten keine Kinder und verhüteten, die Partnerinnen von 27 Männern wurden schwanger, vier Paare galten als infertil. Es traten 52 Schwangerschaften auf (36 Termingeburten, 1 Frühgeburt, 1 Totgeburt, 4 Abbrüche auf Wunsch, 10 Spontanaborte); bei den 11 Partnerinnen mit Schwangerschaften auch vor der Therapie fanden sich keine signifikanten Unterschiede. Es wurden keine Spermiogramme berichtet, es gab keine Kontrollgruppe, und weil nach dem Kinderwunsch vorselektiert wurde, taugt der Anteil von vier infertilen Paaren nicht für eine Häufigkeitsaussage [s34]. Rezvani und Ozaras (Istanbul, 2008) beschrieben eine Schwangerschaft bei einem Paar mit zuvor infertilem Ehemann unter Etanercept bei Spondylitis ankylosans, ohne Spermienwerte im Abstract [s255]. Nayımoğlu und Mitarbeiter (2021) beschrieben eine isolierte Hodentuberkulose bei einem 30-jährigen Mann unter Infliximab, eine infektiöse Komplikation der TNF-Hemmung, keine Aussage zur Spermienqualität [s119]. Yessirkepov und Mitarbeiter (Kasachstan und Türkei, Rheumatology International 2024) halten in einer narrativen Übersicht fest, dass es zwar viel Evidenz für Sexualstörungen und Fertilitätsprobleme bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen gibt, Forschung speziell zur männlichen Infertilität aber spärlich ist [s64]. Kaya und Mitarbeiter (Adana, Toxicology and Applied Pharmacology 2026) fanden bei 36 Mäusen mit Arthritis eine deutliche Hodendegeneration, niedrigeres Testosteron und LH und verminderte Blut-Hoden-Schranken-Proteine; Naringin milderte dies, Prednisolon kehrte den strukturellen Schaden nicht um [s04].

Tierversuche zu Methotrexat. Fast alle türkischen Arbeiten folgen demselben Muster: männliche Ratten, selten Mäuse, eine einmalige intraperitoneale Methotrexat-Dosis von 20 mg/kg (Ausnahmen: 10 mg/kg täglich bei Sayılmaz, 20 mg/kg an Tag 3 und 10 bei Bayat, 30 mg/kg bei Saral und bei Sener), ein pflanzlicher oder körpereigener Schutzstoff und eine Auswertung nach einer bis vier Wochen. In der Methotrexat-Gruppe zeigen alle Arbeiten Hodenschäden, in der Schutzstoffgruppe teilweise Besserung. Die früheste Arbeit (Anafarta und Mitarbeiter, Ankara 1997) gab 0,7 mg/kg einmal wöchentlich über sechs Wochen intravenös; in der sechsten Woche waren Spermatozyten und Spermatiden tödlich geschädigt, Spermatogonien weniger; die Autoren folgern, die Wirkung sei umkehrbar, was aus der Stammzellschonung abgeleitet und nicht in einer Erholungsphase gemessen wurde [s276]. Vardi und Mitarbeiter (Malatya, 2009; 28 Ratten, Beta-Carotin) fanden unter Methotrexat 58,5 ± 3,7 % der Tubuli abgelöst, 10,8 ± 2,1 % atrophisch und 2,0 ± 0,6 % degeneriert, mit signifikant weniger betroffenen Tubuli unter Beta-Carotin [s252]. Weitere Arbeiten prüften Caffeic-Säure-Phenethylester (19 Ratten) [s253], Erdosteine [s245], Thymochinon [s242], Resveratrol (24 Ratten, niedrigerer Johnsen-Score unter Methotrexat) [s235], Carvacrol [s217], Propolis (40 Ratten, 100 mg/kg über 15 Tage) [s206], Vitamin C [s203], alpha-Liponsäure (40 Ratten) [s172], Beta-Glucan [s168], Kisspeptin-10 (32 Tiere; Beweglichkeit sank, Anteil abnormer Spermien stieg) [s167], Chrysin (28 Ratten) [s144], Blütenpollen (32 Ratten) [s136], Apocynin (50 Ratten) [s131], Agomelatin [s125], Curcumin (18 Ratten) [s116], Fischöl (28 Ratten; alle Spermienqualitätsmaße unter Methotrexat signifikant verschlechtert) [s101], Vitamin B12 [s103], Thymochinon [s55] und weitere. Kalkan und Mitarbeiter (2024) fanden bei männlichen und weiblichen Ratten nach Methotrexat 20 mg/kg einmalig einen niedrigeren Johnsen-Score im Hoden (p < 0,001) und Follikeldegeneration im Eierstock [s54]. Aus der Datenbank TR Dizin stammen weitere Abstracts (Vitamin E und L-Carnitin, Hesperidin, Shilajit, Naringin, Vitamin D, Panax ginseng, Primula vulgaris) [s211, s181, s180, s166, s139, s132, s83, s59]. Nach den Abstracts fanden alle diese Arbeiten Hodenschäden nach Methotrexat; Zahlenwerte nennen sie meist nicht. Die Grenzen sind die des gesamten Blocks: Das Modell der einmaligen Hochdosis ist ein akutes Toxizitätsmodell und keine Dauertherapie mit niedriger Wochendosis, der Prüfgegenstand ist der Schutzstoff, und die Gruppen sind klein.

Tierversuche zu TNF-Blockern und Randbefunde. Güven und Mitarbeiter (2024; 42 Ratten) prüften Infliximab im Hodentorsionsmodell und fanden keinen Schutzeffekt: Infliximab verhinderte den Rückgang von Hodengewicht, Spermienzahl und Johnsen-Score nicht und verringerte die Apoptose nicht; das ist ein Negativbefund [s47]. Kisa und Mitarbeiter (2017) setzten im Torsionsmodell niedrig dosiertes Methotrexat (6 mg/kg) als möglichen Schutzstoff gegen Ischämie-Reperfusion ein, ohne histologische Veränderung; das bildet einen Kontrast zu den Toxizitätsarbeiten [s190].

Register, Leitlinien, Erreichbarkeit. Eigene türkische Register oder Leitlinien zur männlichen Fertilität bei diesen Erkrankungen wurden nicht gefunden. Der türkische Hauptweg war die Programmierschnittstelle von TR Dizin (45 Anfragen mit je zwei Seiten, etwa „metotreksat sperm“, „çölyak sperm“, „infliximab sperm“, „sülfasalazin“, „romatoid artrit infertilite“); nicht jede Arbeit hat dort einen Abstract. Die türkischen Arbeiten erscheinen in internationalen Zeitschriften wie Andrologia, Biomedicine & Pharmacotherapy und Turkish Journal of Medical Sciences und in nationalen Zeitschriften wie Kocatepe Tıp Dergisi, Kafkas Üniversitesi Veteriner Fakültesi Dergisi und Fırat Üniversitesi Sağlık Bilimleri Veteriner Dergisi. DergiPark meldete eine Verifizierungsseite („Arama Doğrulama“) ohne Trefferliste; viele Arbeiten ließen sich ersatzweise über TR Dizin erfassen. Türkische Schrift im Suchtext lieferte in Europe PMC keine Treffer. Quellen, die nur in DergiPark liegen, sind nicht erfasst.

Alle Kapitel und Anhänge (27)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Vorbemerkung: was dieses Kapitel umfasst und wie es zu lesen ist bis Systematische Übersichten ohne Metaanalyse
  5. Erzählende Übersichten, Konsensusdarstellungen und weitere Überblicksarbeiten
  6. Lesehilfe: Fragestellungen, Vergleichsgruppen und typische Schwächen bis Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen als Erkrankung
  7. Sulfasalazin und Mesalazin bis Methotrexat
  8. TNF-Blocker (Infliximab, Etanercept, Adalimumab, Golimumab) und Psoriasis und Psoriasis-Arthritis als Erkrankung
  9. Rheumatische Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, Spondyloarthritis, Lupus) bis Gesamtbilanz der Beobachtungsstudien
  10. Zöliakie beim Mann bis Methotrexat
  11. TNF-Blocker (Infliximab, Etanercept, Adalimumab, Golimumab) bis Leitlinien, Konsensuspapiere und Gesamtübersichten
  12. Tierversuche und Zusammenfassende Einordnung der Studienlage
  13. Mechanismen und biologische Plausibilität
  14. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  15. Englisch bis Chinesisch
  16. Japanisch bis Türkisch
  17. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  18. Limitationen der Evidenz
  19. Offene Forschungsfragen
  20. Praktische Einordnung
  21. Glossar
  22. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 2)
  23. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 2)
  24. Diagramme
  25. Quellen s01–s148
  26. Quellen s149–s311
  27. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle