Akrosom: kappenartige Struktur am Kopf der Samenzelle, die Enzyme für das Eindringen in die Eizelle enthält; Schäden werden in Laborversuchen beschrieben [s138].
Antispermien-Antikörper (ASA): Antikörper, die sich gegen Spermien richten; in einigen Studien als Zielgröße bei Infektionen untersucht [s06, s102].
Asthenozoospermie: verminderte Beweglichkeit der Spermien im Ejakulat; die Grenzwerte hängen von der verwendeten Auflage des WHO-Handbuchs ab.
Azoospermie: kein Nachweis von Spermien im Ejakulat. Bei obstruktiver Azoospermie sind die Samenwege verschlossen, etwa nach Entzündung [s258].
Bakteriospermie: Nachweis von Bakterien im Ejakulat; Definitionen und Schwellenwerte (zum Beispiel mehr als 10³ KbE/ml in mehreren Studien) sind uneinheitlich [s88].
Blut-Hoden-Schranke: Zellverbindungen zwischen den Sertoli-Zellen im Hoden, die die Samenzellbildung vom Blut abschirmen; mehrere Viren durchbrechen sie in Tiermodellen [s14, s261].
Ct-Wert (Zyklusschwelle): Messgröße der quantitativen PCR; je niedriger der Wert, desto mehr Erbsubstanz war in der Probe, Werte unter 35 gelten in den Mpox-Studien als nachweisbar [s10, s101].
DNA-Fragmentationsindex (DFI): Anteil von Spermien mit geschädigter Erbsubstanz; erhöhte Werte wurden bei mehreren Infektionen berichtet [s06, s161].
Epididymitis: Nebenhodenentzündung, bei jüngeren Männern laut EAU meist durch Chlamydia trachomatis oder Neisseria gonorrhoeae verursacht [s383]. Epididymo-Orchitis bezeichnet die Entzündung von Nebenhoden und Hoden zugleich.
Fall-Kontroll-Studie: Studienform, bei der Personen mit einem Merkmal (hier: Infertilität) mit Personen ohne dieses Merkmal verglichen werden; anfällig für Auswahlverzerrungen.
Flagellum: Geißel der Samenzelle, die den Antrieb liefert; Fehlbildungen und Befall durch Erreger werden in einzelnen Studien beschrieben [s24, s364].
Heterogenität (I²): Maß dafür, wie stark die Ergebnisse einzelner Studien einer Metaanalyse voneinander abweichen; hohe Werte bedeuten, dass sich die Studien stark unterscheiden. In den hier berichteten Metaanalysen lagen sie bei bis zu 97,77 % [s122].
HDS (hohe DNA-Anfärbbarkeit): Maß für unreife, schlecht verpackte Spermien-DNA, in mehreren Ureaplasma-Studien bestimmt [s64, s102].
Granulozyten-Elastase (PMN-Elastase): Die Granulozyten-Elastase ist ein Enzym aus Abwehrzellen, das im Seminalplasma als Entzündungsmarker bestimmt wird [s150, s162].
Konfidenzintervall (KI): Wertebereich, in dem der wahre Wert mit der angegebenen Sicherheit (meist 95 %) liegt; reicht es über 1 (bei Odds Ratios), ist der Effekt nicht signifikant.
Leukozytospermie: erhöhte Zahl weißer Blutkörperchen im Ejakulat, nach WHO über 10⁶ peroxidasepositive Leukozyten/ml [s383]; sie ist ein Entzündungszeichen, nicht zwingend mit Erregern verbunden. Pyospermie wird in vielen Arbeiten ähnlich verwendet (zum Beispiel mehr als 10 Leukozyten pro Gesichtsfeld [s371]).
Metaanalyse: statistische Zusammenfassung mehrerer Studien. Übernimmt deren Verzerrungen.
Morphologie, Teratozoospermie: Form der Spermien; Teratozoospermie bezeichnet einen erhöhten Anteil fehlgeformter Spermien.
Mpox: Infektion mit dem Mpox-Virus; in den Studien als MPXV bezeichnet [s10].
Mykoplasmen und Ureaplasmen: sehr kleine Bakterien ohne Zellwand, die den Urogenitaltrakt besiedeln können (Mycoplasma genitalium, Mycoplasma hominis, Ureaplasma urealyticum, Ureaplasma parvum) [s278].
Odds Ratio (OR): Chancenverhältnis; ein Wert über 1 bedeutet, dass ein Merkmal in der einen Gruppe häufiger ist. Sie ist nicht mit relativem Risiko oder Wahrscheinlichkeit gleichzusetzen.
Oligozoospermie: verminderte Spermienkonzentration. Normozoospermie: Spermiogramm im Referenzbereich. Patospermie: in russischsprachigen Arbeiten übliche Bezeichnung für jede Abweichung im Spermiogramm [s318, s319].
Oxidativer Stress, reaktive Sauerstoffspezies (ROS): Ungleichgewicht zwischen aggressiven Sauerstoffverbindungen und Schutzsystemen; gilt in mehreren Übersichten als wichtiger Schädigungsmechanismus von Spermien bei Entzündung [s23, s338].
Prävalenz und Inzidenz: Prävalenz ist der Anteil Betroffener zu einem Zeitpunkt, Inzidenz die Zahl der Neuerkrankungen in einem Zeitraum (zum Beispiel pro 1 000 Personenjahre [s01]).
Preprint: wissenschaftliche Arbeit vor der Begutachtung durch Fachkollegen [s82, s98].
Propensity-Matching: statistisches Verfahren, mit dem Vergleichsgruppen anhand mehrerer Merkmale angeglichen werden [s109].
Regression zur Mitte: Tendenz auffällig extremer Messwerte, bei einer Wiederholung näher am Durchschnitt zu liegen, auch ohne Behandlung.
Seminalplasma (Samenplasma): flüssiger Anteil des Ejakulats ohne Spermien, aus dem Marker wie Fruktose, Zink oder Elastase bestimmt werden [s36].
Sertoli-Zellen und Leydig-Zellen: Stützzellen der Samenkanälchen beziehungsweise testosteronbildende Zellen im Hoden; in Zika-, Ebola- und Mpox-Versuchen als Angriffsziel beschrieben [s63, s69, s252].
SMD (standardisierte Mittelwertdifferenz): Effektmaß, das Unterschiede von Mittelwerten in Einheiten der Streuung angibt; macht Studien mit verschiedenen Einheiten vergleichbar [s04, s83].
STI (sexuell übertragbare Infektion): Infektion, die vor allem durch sexuellen Kontakt übertragen wird. Hepatitis B, HPV und Herpesviren gehören dazu, Brucellose und Mumps dagegen nicht; sie sind in einigen Quellen als Infektionen des Genitaltrakts erfasst [s222, s254].
Umbrella-Review: Übersicht über Übersichtsarbeiten [s17].
Vitalität: Anteil lebender Spermien im Ejakulat.
WHO-Handbuch: Standardwerk für die Untersuchung des Ejakulats mit Referenzwerten; mehrere Auflagen (zum Beispiel WHO 2021 [s94]) sind in Gebrauch.
Zytomegalievirus (CMV), Herpes-simplex-Virus (HSV), Humanes Papillomvirus (HPV): Viren, die im Sperma nachgewiesen wurden [s314]. HPV-Typen werden in Hoch- und Niedrigrisikotypen eingeteilt, Hochrisikotypen sind die mit höherem krebserzeugendem Potenzial [s184, s271].
Zika-Virus, Ebola-Virus: Viren, die im Sperma über Monate als RNA nachweisbar sein können; Nachweisdauer ist nicht mit Übertragbarkeit gleichzusetzen [s114, s181].