Gonorrhö, Syphilis, Trichomonaden, Mpox und Zika · Kapitel 22 von 25

Glossar

Akrosom: kappenartige Struktur am Kopf der Samenzelle, die Enzyme für das Eindringen in die Eizelle enthält; Schäden werden in Laborversuchen beschrieben [s138].

Antispermien-Antikörper (ASA): Antikörper, die sich gegen Spermien richten; in einigen Studien als Zielgröße bei Infektionen untersucht [s06, s102].

Asthenozoospermie: verminderte Beweglichkeit der Spermien im Ejakulat; die Grenzwerte hängen von der verwendeten Auflage des WHO-Handbuchs ab.

Azoospermie: kein Nachweis von Spermien im Ejakulat. Bei obstruktiver Azoospermie sind die Samenwege verschlossen, etwa nach Entzündung [s258].

Bakteriospermie: Nachweis von Bakterien im Ejakulat; Definitionen und Schwellenwerte (zum Beispiel mehr als 10³ KbE/ml in mehreren Studien) sind uneinheitlich [s88].

Blut-Hoden-Schranke: Zellverbindungen zwischen den Sertoli-Zellen im Hoden, die die Samenzellbildung vom Blut abschirmen; mehrere Viren durchbrechen sie in Tiermodellen [s14, s261].

Ct-Wert (Zyklusschwelle): Messgröße der quantitativen PCR; je niedriger der Wert, desto mehr Erbsubstanz war in der Probe, Werte unter 35 gelten in den Mpox-Studien als nachweisbar [s10, s101].

DNA-Fragmentationsindex (DFI): Anteil von Spermien mit geschädigter Erbsubstanz; erhöhte Werte wurden bei mehreren Infektionen berichtet [s06, s161].

Epididymitis: Nebenhodenentzündung, bei jüngeren Männern laut EAU meist durch Chlamydia trachomatis oder Neisseria gonorrhoeae verursacht [s383]. Epididymo-Orchitis bezeichnet die Entzündung von Nebenhoden und Hoden zugleich.

Fall-Kontroll-Studie: Studienform, bei der Personen mit einem Merkmal (hier: Infertilität) mit Personen ohne dieses Merkmal verglichen werden; anfällig für Auswahlverzerrungen.

Flagellum: Geißel der Samenzelle, die den Antrieb liefert; Fehlbildungen und Befall durch Erreger werden in einzelnen Studien beschrieben [s24, s364].

Heterogenität (I²): Maß dafür, wie stark die Ergebnisse einzelner Studien einer Metaanalyse voneinander abweichen; hohe Werte bedeuten, dass sich die Studien stark unterscheiden. In den hier berichteten Metaanalysen lagen sie bei bis zu 97,77 % [s122].

HDS (hohe DNA-Anfärbbarkeit): Maß für unreife, schlecht verpackte Spermien-DNA, in mehreren Ureaplasma-Studien bestimmt [s64, s102].

Granulozyten-Elastase (PMN-Elastase): Die Granulozyten-Elastase ist ein Enzym aus Abwehrzellen, das im Seminalplasma als Entzündungsmarker bestimmt wird [s150, s162].

Konfidenzintervall (KI): Wertebereich, in dem der wahre Wert mit der angegebenen Sicherheit (meist 95 %) liegt; reicht es über 1 (bei Odds Ratios), ist der Effekt nicht signifikant.

Leukozytospermie: erhöhte Zahl weißer Blutkörperchen im Ejakulat, nach WHO über 10⁶ peroxidasepositive Leukozyten/ml [s383]; sie ist ein Entzündungszeichen, nicht zwingend mit Erregern verbunden. Pyospermie wird in vielen Arbeiten ähnlich verwendet (zum Beispiel mehr als 10 Leukozyten pro Gesichtsfeld [s371]).

Metaanalyse: statistische Zusammenfassung mehrerer Studien. Übernimmt deren Verzerrungen.

Morphologie, Teratozoospermie: Form der Spermien; Teratozoospermie bezeichnet einen erhöhten Anteil fehlgeformter Spermien.

Mpox: Infektion mit dem Mpox-Virus; in den Studien als MPXV bezeichnet [s10].

Mykoplasmen und Ureaplasmen: sehr kleine Bakterien ohne Zellwand, die den Urogenitaltrakt besiedeln können (Mycoplasma genitalium, Mycoplasma hominis, Ureaplasma urealyticum, Ureaplasma parvum) [s278].

Odds Ratio (OR): Chancenverhältnis; ein Wert über 1 bedeutet, dass ein Merkmal in der einen Gruppe häufiger ist. Sie ist nicht mit relativem Risiko oder Wahrscheinlichkeit gleichzusetzen.

Oligozoospermie: verminderte Spermienkonzentration. Normozoospermie: Spermiogramm im Referenzbereich. Patospermie: in russischsprachigen Arbeiten übliche Bezeichnung für jede Abweichung im Spermiogramm [s318, s319].

Oxidativer Stress, reaktive Sauerstoffspezies (ROS): Ungleichgewicht zwischen aggressiven Sauerstoffverbindungen und Schutzsystemen; gilt in mehreren Übersichten als wichtiger Schädigungsmechanismus von Spermien bei Entzündung [s23, s338].

Prävalenz und Inzidenz: Prävalenz ist der Anteil Betroffener zu einem Zeitpunkt, Inzidenz die Zahl der Neuerkrankungen in einem Zeitraum (zum Beispiel pro 1 000 Personenjahre [s01]).

Preprint: wissenschaftliche Arbeit vor der Begutachtung durch Fachkollegen [s82, s98].

Propensity-Matching: statistisches Verfahren, mit dem Vergleichsgruppen anhand mehrerer Merkmale angeglichen werden [s109].

Regression zur Mitte: Tendenz auffällig extremer Messwerte, bei einer Wiederholung näher am Durchschnitt zu liegen, auch ohne Behandlung.

Seminalplasma (Samenplasma): flüssiger Anteil des Ejakulats ohne Spermien, aus dem Marker wie Fruktose, Zink oder Elastase bestimmt werden [s36].

Sertoli-Zellen und Leydig-Zellen: Stützzellen der Samenkanälchen beziehungsweise testosteronbildende Zellen im Hoden; in Zika-, Ebola- und Mpox-Versuchen als Angriffsziel beschrieben [s63, s69, s252].

SMD (standardisierte Mittelwertdifferenz): Effektmaß, das Unterschiede von Mittelwerten in Einheiten der Streuung angibt; macht Studien mit verschiedenen Einheiten vergleichbar [s04, s83].

STI (sexuell übertragbare Infektion): Infektion, die vor allem durch sexuellen Kontakt übertragen wird. Hepatitis B, HPV und Herpesviren gehören dazu, Brucellose und Mumps dagegen nicht; sie sind in einigen Quellen als Infektionen des Genitaltrakts erfasst [s222, s254].

Umbrella-Review: Übersicht über Übersichtsarbeiten [s17].

Vitalität: Anteil lebender Spermien im Ejakulat.

WHO-Handbuch: Standardwerk für die Untersuchung des Ejakulats mit Referenzwerten; mehrere Auflagen (zum Beispiel WHO 2021 [s94]) sind in Gebrauch.

Zytomegalievirus (CMV), Herpes-simplex-Virus (HSV), Humanes Papillomvirus (HPV): Viren, die im Sperma nachgewiesen wurden [s314]. HPV-Typen werden in Hoch- und Niedrigrisikotypen eingeteilt, Hochrisikotypen sind die mit höherem krebserzeugendem Potenzial [s184, s271].

Zika-Virus, Ebola-Virus: Viren, die im Sperma über Monate als RNA nachweisbar sein können; Nachweisdauer ist nicht mit Übertragbarkeit gleichzusetzen [s114, s181].

Alle Kapitel und Anhänge (29)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Vorbemerkung: was dieses Kapitel umfasst und wie es zu lesen ist bis Chronische Prostatitis, Leukozytospermie und Bakteriospermie
  5. Mpox, Zika, Ebola, Marburg und Dengue: Übersichten bis Zusammenschau der Metaanalysen und Übersichten
  6. Lesehilfe: Fragestellungen, Vergleichsgruppen und typische Schwächen bis Trichomonaden (Trichomonas vaginalis)
  7. Chlamydia trachomatis
  8. Mykoplasmen und Ureaplasmen bis Hepatitis B
  9. HIV und Antiretrovirale Therapie bis Wo sich Studien zu demselben Erreger widersprechen, und mögliche Erklärungen
  10. Grenzen der Beobachtungsliteratur und Lücken
  11. Übergreifende Übersichten und Metaanalysen bis Zika
  12. Ebola (und Marburg) bis Bakteriospermie, Leukozytospermie, Prostatitis und Samenmikrobiom
  13. Leitlinien
  14. Mechanismen und biologische Plausibilität
  15. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  16. Englisch bis Koreanisch
  17. Russisch bis Türkisch
  18. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  19. Limitationen der Evidenz
  20. Offene Forschungsfragen
  21. Praktische Einordnung
  22. Glossar
  23. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 3)
  24. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 3)
  25. Quellenverzeichnis (Teil 3 von 3)
  26. Diagramme
  27. Quellen s01–s197
  28. Quellen s198–s383
  29. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle