Gonorrhö, Syphilis, Trichomonaden, Mpox und Zika · Kapitel 17 von 25 · Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Russisch bis Türkisch

Russisch

Die russischsprachige Literatur (42 Quellen) ist nach der chinesischen die zweitgrößte nicht englische Gruppe der Liste und hat einen eigenen Charakter. Sie umfasst Russland, Kasachstan und Kirgisistan; die Moskauer Forschung trägt Beiträge zu Viren, Hodenexplantaten und Elektronenmikroskopie bei. Die Quellen stammen überwiegend aus CyberLeninka, einer Plattform für frei zugängliche russische Zeitschriften; ergänzend stehen russische Arbeiten in PubMed-indizierten Journalen. Üblich sind Median und Quartile, die Begriffsprägung „Patospermie“ für jede Abweichung im Spermiogramm und Bezüge auf WHO-Handbücher von 1999 bis 2002. Typisch sind kleine, selektierte klinische Serien ohne gesunde Kontrollgruppe und Vorher-nachher-Designs mit national üblichen Präparaten (Trekresan, Superlymph, Viferon); die Befunde zeigen Verbesserungen, die sich vom natürlichen Verlauf nicht trennen lassen. Überschneidungen sind zu beachten: Die Irkutsker Trichomoniasis-Serie [s319, s318, s317, s303] verwendet dieselben Ausgangswerte, ebenso [s337, s346, s332] aus Irkutsk, und die Astrachaner Serie [s281, s274, s273, s275] dieselben 280 Patienten. Sie sind keine unabhängigen Bestätigungen.

Trichomonaden. Hier ist die russische Literatur am dichtesten. Bei 52 Männern mit chronischer urogenitaler Trichomoniasis aus Irkutsk bestand eine Patospermie bei 62 %, davon 85 % Asthenozoospermie und 33 % Pyospermie; die Kultur der Harnröhre wies den Erreger bei 77 % nach, das Urinsediment bei 19 %, der Abstrich mikroskopisch bei 8 %, die Ejakulatkultur bei 38 % [s324]. In der Serie mit 39 Männern hatten 26 eine Patospermie; vor Behandlung waren bei diesen Beweglichkeit und Vitalität signifikant schlechter [s319, s318]. Bei 128 Männern in Nowosibirsk fand sich in der chronischen Gruppe eine Asthenozoospermie bei 85 % (45), ohne Kontrollgruppe [s316]. In Orenburg fand die Kultur den Erreger bei allen 50 Männern mit chronischer Trichomoniasis, im Ejakulat 6,2-mal häufiger als die Mikroskopie; das Ejakulat ist ein eigener Nachweisort [s331]. Bei 51 Männern aus infertilen Paaren war T. vaginalis der häufigste Erreger (90 %), vor C. trachomatis (29 %), und Mischinfektionen lagen bei 57 % [s337]. Im Gegenzug fand eine Moskauer Querschnittserhebung bei 307 Männern aus kinderlosen Ehen weder Chlamydien noch Trichomonaden [s243]. Ein Meerschweinchenversuch (8 infizierte, 2 Kontrolltiere) zeigte nach 9 Tagen einen Anteil pathologischer Spermien von 32,0 gegen 12,0 %, nach 30 Tagen keinen signifikanten Unterschied [s277].

Gonorrhö. Aus dem russischen Raum stammen nur wenige Daten. Eine achtjährige unkontrollierte Beobachtungsstudie mit 1050 Männern (Gonorrhö-Anteil 3,8 %) nennt in einer Teilgruppe mit Gonorrhö (n = 13) eine Beweglichkeit von 38,5 ± 14,0 % und eine Konzentration von 34,2 Mio./ml; sie ist unter den abgerufenen russischsprachigen Quellen die einzige mit Zahlen zur Spermienqualität bei Gonorrhö, ohne Kontrollgruppe und mit sehr kleinen Gruppen [s336]. Zwei weitere Arbeiten betreffen die Mikroflora des Ejakulats bei Gonokokken-Infektion und Gonokokken-Eigenschaften (Antilaktoferrin- und IgA-Protease-Aktivität bei systemischem Verlauf) ohne Spermiogrammzahlen [s340, s321]. In einer kasachischen Serie hatten 70,0 % der infertilen Männer frühere STI, darunter Gonorrhö bei 42,9 % [s269]; in der Moskauer Erhebung fand sich ein Gonokokken-Nachweis bei 235 untersuchten Männern (0,4 %) [s243].

Chlamydien. Eine Querschnittsstudie aus Astana mit 299 Männern mit Chlamydien-Infektion und Kinderlosigkeit nennt Asthenozoospermie bei 75,25 % und Teratozoospermie bei 97,66 %, ohne Kontrollgruppe; der extrem hohe Anteil pathologischer Formen weist auf sehr strenge Kriterien hin [s163]. Eine Fall-Kontroll-Studie mit 60 Männern mit Chlamydiose und 50 Gesunden fand Normokinese bei 19 ± 1,6 % gegen 65 ± 4,6 % und ein Volumen von 1,4 ± 0,5 gegen 3,4 ± 0,6 ml [s270]. Bei 148 untersuchten Männern in drei Gruppen (57 mit früherer Chlamydiose, 18 mit aktueller Infektion, 73 Kontrollen) lag die Asthenozoospermie bei 69 %, 89 % und 73 %, die Normozoospermie bei 28 %, 11 % und 23 %; die Gruppe der aktuell Infizierten ist klein [s328]. Elektronenmikroskopische Studien aus Kiew zeigten die Anheftung von C. trachomatis an Kopf, Hals und proximales Flagellum der Spermien [s364]. Zwei Fallberichte beschreiben neue Chlamydien-Varianten, darunter die schwedische Variante, einmal mit steigendem Anteil unbeweglicher Spermien von 21,6 auf 51,1 % im Verlauf [s223, s206].

Viren. Die russische Forschung zu Herpesviren und Spermien ist ein Alleinstellungsmerkmal der Sprachgruppe. Ejakulate von 808 Patienten zeigten bei primärer Infertilität häufiger HSV im Gesamtejakulat (31 gegen 17 %; p = 0,049) und in der Fraktion beweglicher Spermien (30 gegen 8 %; p = 0,016), HSV korrelierte mit weniger aktiv beweglichen und morphologisch normalen Spermien; CMV hatte keinen Einfluss auf Beweglichkeit und Morphologie [s314]. In menschlichen Hodenexplantaten sank die Zahl der Spermatogonien, Spermatozyten und Spermatiden nach Infektion [s305, s306]. Eine HPV-Serie zeigt bei 51 Männern mit HPV-Infektion Asthenozoospermie bei 35,3 % und im Elektronenmikroskop HPV bei 80,3 % auf Spermien, ohne Kontrollgruppe [s121]. Bei 51 HIV-positiven Männern unter antiretroviraler Therapie gegenüber 64 HIV-negativen lagen Gesamtzahl (89,1 gegen 198,8 Mio.) und Konzentration (36 gegen 63,5 Mio./ml) niedriger; die Therapie lässt sich von der Infektion nicht trennen [s220].

Syphilis, Mpox, Zika, Ebola. Aus Wjatka stammt ein Bericht über einen 65-Jährigen mit tertiärer Hodensyphilis und eine Auswertung von 38 weltweit beschriebenen Fällen, ohne Spermiogramm [s72]. Eine Studie aus Moskau fand Treponema pallidum bei 1 von 15 Männern mit bakterieller Infektion [s272]. Für Mpox und Ebola gibt es keine russischsprachige Studie. Eine russische Übersicht von 2020 beschreibt Zika als einzigartig unter den Arboviren wegen der sexuellen Übertragung [s204].

Leitlinien, Datenbanken. Eine russische Leitlinie zu STI und Samenqualität wurde nicht abgerufen; genannt werden nur Verweise auf Verfügungen des russischen Gesundheitsministeriums zur Diagnostik [s324]. CyberLeninka war erreichbar; die Suche läuft nur über die Programmierschnittstelle, Volltexte sind teils ab der Dokumentmitte oder mit fremden Literaturlisten ausgeliefert, und Tabellen enthalten Erkennungsfehler (Ziffern als Fragezeichen), weshalb betroffene Werte weggelassen wurden. eLIBRARY.ru lieferte HTTP 403 und ist nicht erreichbar. Der russische Raum ist damit über CyberLeninka (nur frei zugängliche Zeitschriften) und PubMed-indizierte Zeitschriften gut, über eLIBRARY gar nicht abgedeckt. Von 36 abgerufenen CyberLeninka-Artikeln wurden 9 aufgenommen; weitere russische Übersichten und Therapiestudien blieben ungelesen. Zentralasiatische Arbeiten (Kasachstan, Kirgisistan) haben methodische Mängel wie fehlende Kontrollen und Summen über 100 % [s269, s140].

Arabisch

Die Quelle in arabischer Sprache ist eine einzige: Lakal 2017 aus dem University of Aden Journal of Natural and Applied Sciences (Jemen), mit dem Titel „العقم الذكري نتيجة لالتهاب الغدة النكفية الوبائي“ (Männliche Infertilität als Folge der epidemischen Parotitis, also Mumps). Es untersuchte 82 Männer im Alter von 20 bis 40 Jahren mit Infertilität und Mumps ohne klinische Orchitis in der Kindheit; die Hormone wurden per Radioimmunoassay bestimmt, niedrigere Testosteronwerte und höhere Kortikosteron- und Kortisolwerte werden berichtet, 36 Männer (55,2 %) hatten eine gestörte Spermatogenese, 8 (12,3 %) eine Azoospermie [s254]. Der Abstract ist sprachlich unklar, die Prozentangabe impliziert 65 Auswertbare, und die Gruppengrößen sind nicht erklärt. Mumps ist keine sexuell übertragbare Infektion, die Quelle gehört aber zu den Infektionen des Genitaltrakts. Alles übrige gefundene Material arabischer Autorengruppen ist englischsprachig. Es stammt aus Tunesien, Ägypten, Marokko, Jordanien, Kuwait, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Irak, Jemen und Katar. Arabischsprachige Zeitschriften sind praktisch nicht auffindbar.

Tunesien. Die tunesischen Arbeiten sind methodisch sorgfältiger (PCR, Mehrfachnachweise, Apoptosemarker) und finden gemischte Ergebnisse. Bei 92 Männern aus infertilen Paaren fand sich C. trachomatis bei 35,9 % der Männer und 38 % der Frauen (Korrelation der Partner p = 0,004); der DNA-Nachweis im Sperma war mit geminderter Beweglichkeit verbunden, das Spermiogramm war bei 88 % pathologisch [s354]; dieselbe Gruppe verglich vier Nachweismethoden [s353]. Bei 120 infertilen Männern lagen Ureaplasmen bei 19,2 % und Mykoplasmen bei 15,8 %; M.-hominis-DNA war mit niedriger Konzentration (p = 0,007) und anomaler Morphologie (p = 0,03) verbunden [s333]. Bei 104 asymptomatischen Männern fand sich keine signifikante Beziehung zwischen den Erregern und Volumen, Konzentration, Vitalität, Beweglichkeit, Morphologie oder Leukozyten, bei einer Chlamydien-Prävalenz von 43,3 % und einer Übereinstimmung von Sperma und Urin über 95 % [s325]. Bei 116 Männern war eine Bakteriospermie bei 56,9 % nachweisbar; bei der WHO-Schwelle von 1 × 10⁶ Leukozyten/ml lagen Sensitivität und Spezifität für den Bakteriennachweis bei 20,3 und 81,5 % [s326]. In einer qPCR-Studie an 85 Männern wurde C. trachomatis bei 15,2 %, N. gonorrhoeae bei 5,8 % nachgewiesen; chlamydienpositive Männer hatten eine geringere Spermienzahl (p = 0,02) und niedrigere schnelle Progressivbeweglichkeit (p = 0,04), niedrigeres mitochondriales Membranpotenzial und mehr aktivierte Caspase 3 [s286]. Ein Mausmodell mit Serovar E zeigte niedrigere Spermaparameter und höhere Apoptose [s308].

Jordanien, Kuwait, Saudi-Arabien, Irak. In Jordanien wurden bei 93 infertilen und 70 fertilen Männern Gonokokken bei 6,5 % gegen 0 % nachgewiesen, Gonokokken-DNA fand sich nur im Sperma, nicht im Urin derselben Männer, und war signifikant mit Infertilität verbunden [s290]. Eine nationale jordanische Laborstudie mit 8779 Personen (2014 bis 2025) fand eine Gonorrhö-Prävalenz von 0,4 % (0,2 bis 0,5 %), bei Visa-Untersuchungen 0,1 %, ohne Spermabezug [s01]. In Kuwait waren bei 127 infertilen und 188 fertilen Männern Prävalenzunterschiede nicht signifikant (U. urealyticum 24,4 gegen 26,1 %, M. hominis 17,1 gegen 32,4 %); bei infertilen M.-hominis-Trägern lagen pH und Leukozytenzahl höher [s297]. In Saudi-Arabien fanden sich 1996 signifikant mehr Genitalinfektionen bei 63 Infertilen als bei 23 Kontrollen (p = 0,0004), Einzelzahlen fehlen im Abstract [s362]. Aus dem Irak liegt eine Übersicht aus dem Jahr 2000 zu Mykoplasmen als Infertilitätsursache beim Mann vor [s355].

Ägypten. Die ägyptischen Arbeiten nutzen IgA, Durchflusszytometrie, Sauerstoffradikale und DNA-Fragmentation. Primäre Infertilität gegen Gesunde: Chlamydien-IgA im Samenplasma bei 14 % gegen 9,2 %, Plasmid-DNA bei 7,5 % der Patienten und keiner Kontrolle, Zusammenhang mit Asthenozoospermie (p = 0,05) und eingeschränkter Vitalität (p = 0,003) [s178]. Bei 60 infertilen Männern mit Chlamydien-Infektion und 25 Kontrollen waren Sauerstoffradikale und DNA-Fragmentierung höher, die Korrelation von Fragmentierung und Sauerstoffradikalen lag bei r = 0,82 [s167]. Eine Studie an 75 infertilen Männern mit Leukozytospermie und 25 Fertilen verglich Nachweisverfahren (IgA 26,7 %, Durchflusszytometrie 46,6 %, PCR 30,7 %) [s320]. Bei Bakteriospermie (34 gegen 34 Proben) waren Progressivbeweglichkeit, Gesamtbeweglichkeit und normale Formen niedriger (je p = 0,001), die häufigsten Keime waren S. aureus mit 67,6 % und E. coli mit 14,7 % [s132]. Ein In-vitro-Ansatz mit E. coli, Candida und T. vaginalis ist ein Laborbefund [s81].

Marokko, Emirate, Katar. Eine Querschnittsstudie aus Casablanca fand Chlamydien in 14 % der Samenproben subfertiler Paare (ELISA 6,7 %, qPCR 7,3 %); die Konzentration lag bei Chlamydien mit abnormalem Spermiogramm bei 36 Mio./ml gegen 82,47 bei Kontrollen, Chlamydien-Positive mit normalem Spermiogramm unterschieden sich nicht von Kontrollen. Die Arbeit enthält Widersprüche (2371 oder 2731 Proben, ein Konfidenzintervall, das den Mittelwert nicht einschließt, nicht übereinstimmende Gruppenzahlen), und der Zusammenhang folgt teilweise aus der Gruppeneinteilung nach dem Spermiogramm [s47]. Eine systematische Übersicht aus Marokko zu HPV (1994 bis 2014) fand Assoziationen mit Störungen der Reproduktionsfunktion, abhängig vom Genotyp, ohne Effektschätzer im Abstract [s280]. In Abu Dhabi waren von 308 Patienten in Kinderwunschbehandlung 22,0 % seropositiv für C. trachomatis, Männer 45,7 % gegenüber Frauen 18,9 % (p < 0,001) [s110]; bei HSV-2 lag die IgG-Rate bei 12,4 %, bei Männern 15,6 % [s141]. Die Epidemiologie wird fast nur über systematische Übersichten aus Katar zusammengefasst: Die Metaanalyse zu Gonorrhö in infertilen Populationen (147 Studien aus 56 Ländern) nennt 2,2 % (1,3 bis 3,2 %), in Afrika 5,0 %, bei sekundärer Infertilität 2,5 % gegen 0,5 % bei primärer, ohne Samenparameter [s165]; die Übersicht zu 19 STI in 23 Ländern der Region mit 20 435 971 Teilnehmern nennt unter anderem Ureaplasma 13,7 % und HPV 12,7 %, bei fehlenden nationalen Screeningprogrammen und Daten vor allem von Symptomatischen [s95]; die Metaanalyse zu T. vaginalis nennt bei Besucherinnen von Kinderwunschkliniken 7,4 % (1,9 bis 15,5 %), Daten für Männer seien begrenzt [s87].

Trichomonaden, Mpox, Zika, Ebola. Zu Trichomonaden bei arabischen Männern gibt es nur eine In-vitro-Studie [s81] und die Epidemiologie bei Frauen [s87]. Für Mpox gibt es Epidemiologie und Übersichten: 857 bestätigte Fälle in der Region bis August 2024, meist in Saudi-Arabien und den Emiraten, mit Warnung vor Untererfassung [s38]; die Metaanalyse einer ägyptischen Gruppe (fünf Studien) nennt 72,4 % (55,7 bis 84,5 %) MPXV-DNA im Sperma bei 115 Patienten, ohne Auswertung der Samenqualität [s129]. Ein sudanesischer Beitrag vergleicht Zika mit Dengue (vorübergehende Senkung der Spermienzahl, erhöhte DNA-Fragmentation; Übersicht ohne eigene Daten) [s29]. Ebola und Marburg erscheinen nur als Tiermodell und Übertragungsfrage [s26]. Spermiogramm-Studien zu Syphilis, Mpox, Zika oder Ebola aus dem arabischen Sprachraum gibt es nicht.

Leitlinien, Datenbanken. Eine arabische Leitlinie zu STI und Samenqualität wurde nicht abgerufen. Arab World Research Source (EBSCO) leitete auf eine Anmeldeseite um (HTTP 302), Mandumah antwortete mit HTTP 302 ohne Inhalt. Die Zeitschriftenseite der Universität Aden war erreichbar (HTTP 200) mit Abstract und PDF-Link; das PDF wurde geladen, aber nicht ausgewertet. Der arabische Raum ist damit nur über PubMed und Europe PMC erschlossen, die Aussage „kaum eigene arabischsprachige Literatur“ gilt für die erreichbaren Datenbanken. Die Autoren der Übersichten verweisen auf fehlende Screeningprogramme und Stigma; was in arabischsprachigen Zeitschriften steht, ist unbekannt.

Türkisch

Die türkische Literatur zum Thema ist überwiegend englischsprachig publiziert (Zeitschriften wie Flora, Turkish Journal of Urology, Journal of the Turkish-German Gynecological Association; diese sind nur zum Teil in PubMed indiziert). Rein türkischsprachige Primärstudien mit Spermiogramm sind selten: die Studie zu Zytokinen bei Leukozytospermie von 2005 [s342], die serologische Studie von 2002 [s352], die Brucellose-Studie von 2018 [s222] und zwei Beiträge zu Zika [s230, s265]. Die Befunde sind überwiegend negativ oder grenzwertig; die Stichproben sind klein.

Bakterielle STI. Karpuz et al. 2025 in BMC Urology (Antalya) untersuchten 94 Männer mit Urethritis-Symptomen mit Multiplex-PCR im Erststrahlurin: 55 Mikroorganismen bei 39 Männern (41,5 %); U. urealyticum 18, U. parvum 14, N. gonorrhoeae 9, M. hominis 8, M. genitalium 6; M. genitalium und Gonokokken waren häufiger bei mehr als drei Partnern in zwölf Monaten, eine Makrolidresistenz fand sich bei 2 von 6 M.-genitalium-Proben; kein Spermiogramm [s49]. Kılıç et al. 2022 (144 Männer; Multiplex-PCR mit 14 Erregern): G. vaginalis 15,9 %, U. urealyticum 13,2 %, U. parvum 10,4 %, C. trachomatis 7,6 %, M. genitalium 5,6 %, N. gonorrhoeae 4,2 %; keine Samenqualitätsdaten [s148]. Akgül et al. 2018 (50 Patienten, je 25 mit und ohne Leukozytospermie): Erreger bei 12 von 25 gegen 9 von 25 (p = 0,390), kein signifikanter Einfluss auf Spermaparameter; weder Chlamydien noch Gonokokken noch Trichomonaden nachgewiesen [s221]. Özdemir et al. 2011 fanden bei 80 infertilen Männern T. vaginalis nur bei 2 (2,5 %), beide per PCR; der Titel nennt die Trichomoniasis eine seltene Ursache männlicher Infertilität [s307]. Günyeli et al. 2011 (212 Patienten, Antigennachweis) fanden keinen Unterschied zwischen fertilen und infertilen Gruppen bei Prävalenz und Spermaparametern [s304]. Cengiz et al. 1997 beschrieben bei Chlamydien-Antigen-positiven Männern niedrigere Dichte, Morphologie, Beweglichkeit und Vitalität (Fallzahl nicht im Abstract) [s359]; Erbengi 1993 zeigte elektronenmikroskopisch den Eintritt von Chlamydien in den Spermienkopf bis in den Zellkern [s367]. Sırmatel et al. 2002 fanden bei 182 Personen Chlamydien-IgG bei 32,5 %, ohne signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen, ohne Spermiogramm [s352]. Die türkische Datenlage für Gonorrhö und Trichomonaden mit Samenbezug besteht damit nur aus [s49, s148, s307].

HPV und Viren. Koçak et al. 2010 fanden bei 175 sexuell aktiven symptomfreien Männern HPV im Sperma bei 1,1 % und C. trachomatis bei 8,6 %, ohne Unterschied zwischen fertilen und infertilen [s315]. Yiğit et al. 2019 (149 infertile Paare): HPV bei 9,4 % der Paare, CMV bei 8,1 %, kein signifikanter Einfluss auf Spermaparameter oder Behandlungsergebnisse; Chlamydien, HSV-1/2, HBV, HCV und HIV wurden nicht nachgewiesen [s219]. Taşcı et al. 2019 (117 Paare mit mindestens zwei erfolglosen ICSI-Zyklen): HPV im Sperma bei 7,7 %, weniger Embryonen guter Qualität bei HPV-positiven Männern, ähnliche Implantationsraten, sehr wenige Positive [s217]. Garrido und Çağlar 2018 fassen in einer Übersicht zusammen, die HPV-Prävalenz bei unerklärter männlicher Infertilität liege bei 10 bis 35,7 % und routinemäßiges Waschen entferne HPV-DNA nicht zuverlässig [s224]. Feyzioğlu et al. 2021 fanden bei 80 Männern mit idiopathischer Infertilität und 60 Vätern als Kontrollen JC-Polyomavirus im Urin bei 62,5 % gegen 38,3 % (p = 0,005); das ist keine klassische STI, und Spermiogrammdaten fehlen im Abstract [s168].

Leukozytospermie, Brucellose, Zika. Bei 121 Männern fand sich weder ein signifikanter Zusammenhang zwischen Leukozytospermie und Spermaparametern noch ein Effekt einer Antibiotikabehandlung von vier bis sechs Wochen auf Spermaparameter und Schwangerschaftsraten; ein Erregernachweis fehlt [s323]. In kleinen Gruppen (je 10 Männer) war seminales TNF-alpha bei Leukozytospermie am höchsten [s342]. Eine Übersicht von 2005 führt Urethritis, Prostatitis, Orchitis und Epididymitis als möglicherweise vermeidbare Infertilitätsursachen des Mannes an [s343]. Bruzellose ist keine STI, betrifft aber den Genitaltrakt: Bei 164 Patienten mit Epididymoorchitis hatten 9 eine Bruzellose als Erstmanifestation [s222]; in einer multizentrischen Studie mit 194 Patienten mit bruzellosebedingter Hodenbeteiligung lag bei Spermiogrammen eine Oligospermie bei 41,7 % und eine Aspermie bei 8,3 % der Untersuchten vor [s115]; ein Fallbericht zeigt Brucella melitensis aus Blut, Knochenmark und Ejakulatkultur [s335]. Zika: Ein Fallbericht beschreibt zwei importierte Fälle aus Kuba (Paar, beide 29), bei dem zwei Monate nach Diagnose der Urin des Mannes negativ, das Sperma aber positiv war [s230]; ein Übersichtsbeitrag nennt die sexuelle Übertragung und das Sperma als offene Fragen [s265]. Ein türkischer Beitrag zu Mpox, Syphilis oder Ebola mit Samenbezug wurde nicht gefunden.

Leitlinien, Datenbanken. Eine türkische Leitlinie zu STI und Samenqualität wurde nicht abgerufen. DergiPark leitete auf eine Verifizierungsseite um (HTTP 302) und war nicht erreichbar. Die TR-Dizin-Startseite war erreichbar; die Programmierschnittstelle lieferte bei der erneuten Prüfung HTTP 403, die zehn Abstracts aus TR Dizin stammen deshalb aus einem früheren, im Arbeitsordner gespeicherten Abruf, dessen Metadaten sich nicht erneut prüfen ließen. Der türkische Raum ist damit nur über diesen Zwischenspeicher und PubMed erschlossen.

Alle Kapitel und Anhänge (29)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Vorbemerkung: was dieses Kapitel umfasst und wie es zu lesen ist bis Chronische Prostatitis, Leukozytospermie und Bakteriospermie
  5. Mpox, Zika, Ebola, Marburg und Dengue: Übersichten bis Zusammenschau der Metaanalysen und Übersichten
  6. Lesehilfe: Fragestellungen, Vergleichsgruppen und typische Schwächen bis Trichomonaden (Trichomonas vaginalis)
  7. Chlamydia trachomatis
  8. Mykoplasmen und Ureaplasmen bis Hepatitis B
  9. HIV und Antiretrovirale Therapie bis Wo sich Studien zu demselben Erreger widersprechen, und mögliche Erklärungen
  10. Grenzen der Beobachtungsliteratur und Lücken
  11. Übergreifende Übersichten und Metaanalysen bis Zika
  12. Ebola (und Marburg) bis Bakteriospermie, Leukozytospermie, Prostatitis und Samenmikrobiom
  13. Leitlinien
  14. Mechanismen und biologische Plausibilität
  15. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  16. Englisch bis Koreanisch
  17. Russisch bis Türkisch
  18. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  19. Limitationen der Evidenz
  20. Offene Forschungsfragen
  21. Praktische Einordnung
  22. Glossar
  23. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 3)
  24. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 3)
  25. Quellenverzeichnis (Teil 3 von 3)
  26. Diagramme
  27. Quellen s01–s197
  28. Quellen s198–s383
  29. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle