Die Verteilung der Literatur auf die Sprachräume ist sehr ungleich. In der Quellenliste dieser Studie tragen 313 der 383 Quellen die Sprachraum-Markierung Englisch, 131 Chinesisch, 42 Russisch, 23 Japanisch, 13 Koreanisch, 11 Türkisch, 8 Französisch, 4 Spanisch und je eine Quelle Deutsch und Arabisch. Die Markierung gibt den Sprachraum der Forschungsgruppe beziehungsweise der Publikation an; Mehrfachmarkierungen sind möglich, weil viele Arbeiten aus einem Sprachraum mit englischem Abstract erscheinen; die Zahlen addieren sich deshalb nicht auf 383. Für Italienisch und Portugiesisch steht keine einzige Quelle in der Liste. Diese Zahlen beschreiben, wo auffindbare Literatur liegt, nicht, wo Infektionen häufiger oder seltener sind. Alle Aussagen der folgenden Abschnitte beruhen auf Abstracts oder, wo ausdrücklich vermerkt, auf frei zugänglichen Volltexten; Volltexte wurden nur für wenige Arbeiten gelesen. Therapieempfehlungen werden nicht ausgesprochen. Was Studien oder Leitlinien empfehlen, steht nur als deren Aussage da.
Englisch
Englisch ist die Sprache der Metaanalysen, der Leitlinien und fast aller Studien zu Mpox, Zika und Ebola. Die englischsprachige Literatur ist auch deshalb so groß, weil sie die Arbeiten aus anderen Sprachräumen bündelt: Chinesische, iranische, nigerianische und arabische Gruppen veröffentlichen überwiegend englisch, und viele Metaanalysen werten ausschließlich englischsprachige Originalstudien aus.
Übergreifende Übersichten. Campbell et al. 2026 in Fertility and Sterility werteten Urogenitalinfektionen aller Erreger gegen nicht infizierte Kontrollen aus: 51 Studien in der qualitativen Synthese, 35 in der Metaanalyse [s06]. Gepoolt lagen das Ejakulatvolumen um 0,37 ml (95-%-Konfidenzintervall -0,64 bis -0,09), die Spermienkonzentration um 6,65 Mio./ml (-11,17 bis -2,14; I² 90 %), die progressive Motilität um 5,93 % (-9,07 bis -2,78) und die Morphologie um 0,76 % (-1,19 bis -0,33) niedriger. Gesamtmotilität, Vitalität und DNA-Fragmentationsindex unterschieden sich nicht signifikant; die Heterogenität lag bei I² 66 bis 95 %. Khalafalla et al. 2023 im Arab Journal of Urology bewerteten elf sexuell übertragbare Erreger in 70 von 903 gefundenen Artikeln und kamen für die Frage nach schlechteren Spermienparametern zu einer uneindeutigen Evidenz, mit Ausnahme von Ureaplasma [s123]. Fode et al. 2016 in European Urology Focus fanden für Chlamydien, genitale Mykoplasmen, Gonokokken, Trichomonaden und Viren widersprüchliche Studien begrenzter Qualität und kritisierten mehrfache Analysen ohne Korrektur [s257].
Chlamydien, Mykoplasmen, Ureaplasmen. Keikha et al. 2023 (56 Artikel) fanden bei infertilen Männern eine Chlamydien-Prävalenz von 20,6 % (19,8 bis 21,5; I² 97,77) und ein Infertilitäts-OR von 2,28 (1,90 bis 2,72) [s122]. Bragazzi et al. 2026 (26 Fall-Kontroll-Studien, 11 706 Teilnehmer) berichteten OR 3,68 (2,24 bis 6,02; I² 65 %), in altersgematchten Studien 6,77, nach Korrektur für Publikationsbias 2,75 [s05]. Eine nicht begutachtete Vorabfassung von Song et al. 2024 fand bei Chlamydien eine um 3,33 Mio./ml niedrigere Konzentration (-6,54 bis -0,12) [s98]. Huang et al. 2015 fanden Ureaplasma urealyticum und Mycoplasma hominis, nicht aber U. parvum und M. genitalium, mit Infertilität verbunden [s278]; die EAU-Leitlinie zitiert dieselbe Arbeit für M. hominis mit einem Intervall, das 1 einschließt (OR 2,8; 0,93 bis 3,64), während die Originalarbeit einen signifikanten Zusammenhang berichtet [s383]. Diese Unstimmigkeit ist aus den Abstracts nicht aufzulösen. Boujemaa et al. 2026 (elf Studien) berichteten für M. hominis eine standardisierte Mittelwertdifferenz der Konzentration von -0,815 (-1,314 bis -0,317), der progressiven Motilität von -0,360 und der Vitalität von -0,831 [s04]. Die Zeichen der standardisierten Differenzen sind in [s50] im Abstract uneinheitlich angegeben.
Einzelkohorten außerhalb Chinas. Typisch sind kleine bis mittelgroße Querschnitte aus Kinderwunschzentren. Aus Nigeria stammt eine Fall-Kontroll-Studie mit je 68 Männern: Chlamydien-Seropositivität 19,1 % gegen 4,4 % (p < 0,001), in der multivariaten Analyse aber kein unabhängiger Prädiktor [s02]. Aus Benin kommt eine Studie mit 90 Männern, bei denen C. trachomatis bei 3,33 % nachweisbar war [s39]. Eine iranische Fall-Kontroll-Studie mit je 50 Paaren fand C. trachomatis bei 10 % und U. parvum bei 12 % der infertilen Männer, bei fertilen keinen Nachweis [s111]. Rivera et al. 2022 untersuchten 81 gesunde Freiwillige mit unauffälligem Spermiogramm und fanden bei 78 DNA mindestens eines Mikroorganismus, Gonokokken-DNA bei 36 %; diese Quote liegt weit über allen anderen Studien (0 % bei Bai et al. [s164], kein Fall bei Tjagur et al. [s182]) und spricht für methodische Unsicherheit [s154].
Gonorrhö. Für Gonokokken und Samenqualität ist die englischsprachige Literatur dünn. Die gezielteste Studie ist alt: Pérez-Plaza et al. 1982 verglichen 30 Männer mit asymptomatischer Gonorrhö mit Kontrollen und fanden keinen Unterschied bei Volumen, Zahl, Motilität und Morphologie, nur niedrigere Zitronensäure im Seminalplasma (p < 0,002) [s377]. In den modernen Kohorten sind Gonokokken schlicht selten: kein Fall unter 2000 Männern mit Fertilitätsproblemen und 248 Kontrollen [s182], 0 % bei 195 subfertilen Männern [s164]. Eine Kohorte mit 131 183 Patienten nennt Gonokokken, Chlamydien, Ureaplasma urealyticum und Mycoplasma genitalium gemeinsam als mit schlechterer Samenqualität verbunden, ohne erregerspezifische Zahlen im Abstract [s08]. Ein Mausmodell mit dem Modellkeim Neisseria musculi ergab schlechtere Vitalität, Motilität und Morphologie der Spermien infizierter Tiere, aber nur in wenigen Tieren [s76]. Laborbefunde: Das Lipooligosaccharid der Gonokokken bindet an den Asialoglykoprotein-Rezeptor menschlicher Spermien [s356]; in infiziertem Sperma blieben Gonokokken bei +22 °C ein bis acht Tage lebensfähig und überlebten Einfrieren auf -196 °C [s378].
Syphilis. Beim Menschen gibt es keine Studie mit Spermiogramm. Es liegen vor: ein Fallbericht mit Treponemen-DNA und -RNA im Sperma eines Mannes ohne Läsionen und ohne klinische Orchitis [s209], zwei Fallberichte zur syphilitischen Orchitis, die beide die Verwechslung mit einem Hodentumor betonen [s127, s27], und ein Kaninchenversuch mit intratestikulärer Injektion, der Hodenschäden und weniger Spermien zeigte [s37]. Ein nicht begutachtetes Preprint nennt Treponema pallidum bei einem Teil von 54 infertilen Männern, ist intern aber nicht konsistent [s82].
Trichomonaden. Eine Übersicht mit 205 Artikeln schließt auf einen ursächlichen Zusammenhang mit Infertilität, nennt aber keine Effektgrößen; aus Beobachtungsstudien lässt sich das nicht ableiten [s159]. Die Prävalenz in einer iranischen Fertilitätsklinik betrug 1 von 197 Männern [s46], in einer Gruppe mit chronischer Prostatitis rund 21 % (29 von 138) [s144]. Eine randomisierte Studie mit 154 Paaren und Mischinfektion (T. vaginalis, M. genitalium, U. urealyticum) fand bei 59 Männern schlechtere Spermienwerte und eine Annäherung an die Norm sechs Monate nach Eradikation; der Beitrag des einzelnen Erregers ist nicht trennbar [s186]. Alle weiteren Befunde sind In-vitro-Versuche [s81, s138, s147].
Mpox, Zika, Ebola. Hier liegt der Schwerpunkt auf Nachweis und Ausscheidungsdauer. Mpox: In einer Kohorte aus Barcelona (73 Fälle) war MPXV-DNA in 27 % der Spermaproben nachweisbar, bis Tag 75 nach Symptombeginn [s10]; in einer spanischen Multizenterstudie (77 Teilnehmer, 1663 Proben) lag die mediane Zeit bis zur Viruseliminierung im Sperma bei 13 Tagen (9 bis 18) [s133]; in Toronto waren bei Studienbeginn 8 % der Spermaproben positiv [s101]. Die Metaanalyse von Reda et al. (neun Artikel, fünf in der Metaanalyse) nennt 72,4 % (55,7 bis 84,5 %) bei 115 Patienten, die Anzucht gelang bei zwei von vier Patienten [s129]. Spermiogramme nach Mpox fanden sich in keiner Humanstudie. Zika: Eine nicaraguanische Studie mit nur drei symptomatischen Männern mit Spermaprobe fand eine niedrigere Konzentration (45 gegen 63,5 Mio./ml; p = 0,041) und Gesamtmotilität (54 gegen 75 %; p = 0,009) [s183]; dies ist die einzige Humanstudie mit Spermiogramm bei Zika. Kohorten aus Puerto Rico (infektiöses Virus bei 8 von 97 Patienten, bis 38 Tage) [s213] und Brasilien (260 Personen) [s114] belegen die lange Ausscheidung im Sperma. Ebola: Die Daten stammen aus Liberia (466 Eingeschriebene im nationalen Spermatest-Programm, 38 mit mindestens einer positiven Probe) [s266], Sierra Leone (75,4 % positiv 180 Tage nach Entlassung, 6,0 % nach 360 Tagen) [s181] und Guinea (27 von 277 Männern mindestens einmal positiv) [s210]. Spermiogramme von Überlebenden fehlen in den abgerufenen Abstracts.
Leitlinien. Die EAU-Leitlinie (Kapitel Male Infertility, 11.4.4) hält fest, dass der Effekt von Infektionen auf die Spermienqualität widersprüchlich ist und dass Antibiotika die Spermienqualität verbessern könnten, nicht aber die Konzeptionswahrscheinlichkeit (Evidenzgrad 2a) [s383]. Die AUA/ASRM-Leitlinie fordert bei Pyospermie die Suche nach einer Infektion und nennt sexuell übertragbare Infektionen unter Komorbiditäten mit unsicherem Zusammenhang [s73]. Die WHO-Leitlinie zur Infertilität enthält 40 Empfehlungen und sechs Good-Practice-Statements, darunter eines zur Verringerung des Infertilitätsrisikos durch STI; die meisten Empfehlungen beruhen auf geringer oder sehr geringer Evidenzsicherheit [s34, s12]. Die British Fertility Society verwies schon 2010 auf nachteilige Wirkungen von Chlamydien und auf den Mangel solider Evidenz [s312]. Die europäischen IUSTI-Leitlinien zu Gonorrhö, Chlamydien, Mycoplasma genitalium und Epididymo-Orchitis enthalten laut Abstract Diagnostik- und Behandlungsaussagen, keine zur Samenqualität [s198, s66, s146, s18].
Erreichbarkeit. Die PubMed-Webseite war gesperrt; abgerufen wurde über die Europe-PMC-Schnittstelle, die auch Preprints enthält, und die NCBI-E-utilities. Die Cochrane Library war erreichbar, ihre Trefferlisten werden aber dynamisch geladen; über den Cochrane-Filter in Europe PMC fand sich kein Review zu STI und Samenqualität. EAU und AUA waren im Volltext erreichbar. Die ESHRE-Leitlinienseite führt eine Leitlinie zu Reproduktionsmedizin und Viruserkrankungen von 2021, aber keine zur männlichen Infertilität; das Dokument wurde nicht geöffnet.
Besonderheiten. Viele englischsprachige Ureaplasma-Studien stammen aus China, was die Übertragung auf Mitteleuropa begrenzt; Spornraft-Ragaller und Varwig-Janßen fordern ausdrücklich Studien an kaukasischen Kollektiven [s232]. Vorabdrucke [s98, s82] sind nicht begutachtet. Die Mehrheit der Studien sind Querschnitte oder retrospektive Auswertungen an Männern aus Kinderwunschzentren; sie zeigen Assoziationen, keine Verursachung.
Deutsch
Eigene deutschsprachige Forschung zum Thema ist in der Quellenliste kaum vertreten. Genau eine Quelle trägt die Sprachmarkierung Deutsch: die Übersichtsarbeit von Spornraft-Ragaller und Varwig-Janßen 2018 im Hautarzt [s232]. Sie hält fest, ein Einzeleffekt eines Erregers auf die Ejakulatqualität sei nicht eindeutig belegt; es gebe Hinweise auf negative Effekte von Mykoplasmen und Ureaplasmen in großen asiatischen Kollektiven, und manifeste Entzündungen durch Chlamydien und Gonokokken beeinträchtigten häufig die Spermienqualität. Sie fordert ausdrücklich Studien an kaukasischen Kollektiven.
Deutsche Arbeitsgruppen veröffentlichen sonst auf Englisch und erscheinen deshalb in der Liste unter dem englischen Sprachraum. Schuppe et al. 2017 im Deutschen Ärzteblatt nennen als Hauptursachen entzündlicher Erkrankungen des männlichen Genitaltrakts aufsteigende sexuell übertragbare Infektionen und Uropathogene. Etwa 10 % der Männer nach akuter Nebenhodenentzündung entwickelten eine persistierende Azoospermie, 30 % eine Oligozoospermie; bis zu 25 % der Hodenbiopsien infertiler Männer zeigten fokale Entzündungsreaktionen; die Bedeutung der Bakteriospermie sei unklar [s251]. Rosellen et al. 2024 untersuchten prospektiv 1071 Patienten mit Verdacht auf chronische Prostatitis und Beckenschmerzsyndrom: Die Medianwerte lagen im Normbereich, aber etwa 25 % hatten Werte unter dem 5. Perzentil der WHO-Referenz, und Bakteriospermie war mit niedrigerem Volumen verbunden [s97]. Die deutsche Leitlinie zur Urethritis des Mannes (JDDG 2025, evidenz- und konsensbasiert) verfolgt einen syndromorientierten Ansatz und äußert sich nicht zur Samenqualität [s65].
Eine deutsche S-Leitlinie, die STI und Samenqualität verbindet, wurde nicht gefunden. Das AWMF-Leitlinienregister war nicht auswertbar: Der Abruf lieferte nur eine JavaScript-Hülle von 6,9 KB ohne Inhalt. Deutsche Register zur Frage gibt es in den abgerufenen Quellen nicht. Zur Methodik der Suche: Europe-PMC-Abfragen mit deutschen Begriffen lieferten überwiegend Tiermedizin, Reiseinfektionen oder Kongressabstracts. Bei einer eigenen Kontrollabfrage am 4. Oktober 2026 (Sprachfilter Deutsch, Erreger- und Spermabegriffe) gab es 43 Treffer; nach Titeln waren darunter ältere deutschsprachige Beiträge wie „Nachweis von Bakterien im Ejakulat subfertiler Männer unter besonderer Berücksichtigung von Chlamydien“ (Fortschritte der Medizin, 1983), „Chlamydien- und Mykoplasmeninfektionen beim Mann bei Paaren mit ungewollter Sterilität“ (Geburtshilfe und Frauenheilkunde, 1993) und ein Beitrag zur Trichomonadeninfektion der Spermien bei Sterilität (Zentralblatt für Gynäkologie, 1966). Die Titel erscheinen in Europe PMC in englischer Wiedergabe und sind hier sinngemäß ins Deutsche übertragen. Diese Treffer wurden nur als Titel gesehen, nicht gelesen und nicht in die Quellenliste aufgenommen; sie zeigen nur, dass die Fragestellung im deutschen Sprachraum seit Jahrzehnten diskutiert wird. Dasselbe gilt für Titel der Zeitschriften Urologe A und Bundesgesundheitsblatt zu Virusinfektionen in der Urologie (2021) und zu Mycoplasma genitalium (2025).
Das Gesamtbild für den deutschsprachigen Raum: eine Übersicht, ein prospektives Prostatitis-Kollektiv, eine Leitlinie zur Urethritis und ein Übersichtsbeitrag im Ärzteblatt; keine eigene Kohorte mit erregerspezifischem Spermiogramm in der Quellenliste.
Französisch
Acht Quellen der Liste sind französischsprachig. Auffällig ist der geografische Schwerpunkt auf Nordafrika und Zentralafrika sowie auf die Chlamydien-Serologie. Die älteste Quelle, Radouani et al. 1996 in Contraception, Fertilité, Sexualité, untersuchte 139 Patienten in Marokko: Mikroimmunfluoreszenz bei 24,5 % positiv, C.-trachomatis-DNA im Sperma bei 7,6 %, kein Zusammenhang zwischen Serumantikörpern und Spermien-DNA; Azoospermie war bei Antikörper-Positiven häufiger [s363]. Frikh et al. 2019 in Progrès en Urologie fanden bei 143 Männern in Marokko Chlamydien-IgG bei 37,1 % und bei Positiven eine verminderte Vitalität (OR 2,41; 1,15 bis 5,06; p = 0,02), andere Parameter nicht signifikant [s208]. Rosemond et al. 2006 in Pathologie-Biologie testeten 100 Paare in Tours: nur eine Spermaprobe war C.-trachomatis-positiv, U. urealyticum fand sich bei 3 %; die Autoren hielten ein systematisches Screening bei dieser Prävalenz nicht für zwingend [s339]. Hannachi et al. 2018 verglichen 70 Männer mit und 70 ohne Bakteriospermie: niedrigere Konzentration (P = 0,001) und Motilität (P = 0,049), häufiger sekundäre Asthenospermie (P = 0,006); U. urealyticum war mit 45,7 % der häufigste Keim [s225]. Mwamba et al. 2023 im Pan African Medical Journal untersuchten 202 Männer in Lubumbashi (Demokratische Republik Kongo): Eine genitale Infektion war mit Oligozoospermie verbunden (adjustiertes OR 2,7; 1,0 bis 7,2), ebenso Varikozele (OR 10,9; 3,0 bis 39,5) [s128]. Saint et al. 2023 in Progrès en Urologie werteten 189 Artikel aus und halten fest, Infektionen verringerten die Fertilität vor allem über Veränderungen des Spermiogramms und eine erhöhte DNA-Fragmentation [s131]. Consigny 2024 in Médecine tropicale et santé internationale gibt eine Übersicht zur sexuellen Übertragung von Zika [s79].
Die einzige Leitlinie ist die des französischen Kollegiums der Gynäkologen und Geburtshelfer (CNGOF 2022): Für den Mann gelten Spermiogramm, Spermiozytogramm und Spermakultur als Erstuntersuchung; die Chlamydien-Serologie sei zur Vorhersage der Tubendurchgängigkeit nicht leistungsfähig genug [s99]. Eine eigene französische Leitlinie zu STI und Samenqualität wurde nicht gefunden. Kohorten zu Gonorrhö, Syphilis, Trichomonaden, Mpox oder Ebola in französischer Sprache fehlen. Französischsprachige Gruppen sind über englische Arbeiten vertreten, etwa die Studie aus Casablanca mit einer 14-prozentigen Chlamydien-Nachweisrate in Samenproben subfertiler Paare, die aber Widersprüche in den Gruppenzahlen enthält [s47].
Zur Erreichbarkeit: Auf HAL (Archive ouverte) waren nur Titel und Metadaten lesbar; dort fanden sich Dissertationen und Übersichten zu Virus und Sperma, aber keine Treffer für Gonokokken im Sperma. Cairn und SciELO antworteten mit HTTP 403. Französischsprachige Primärliteratur ist damit nur über Europe PMC erfasst und vermutlich unvollständig.
Italienisch
Eine italienischsprachige Studie mit abrufbarem Abstract zum Thema fand sich nicht, und die Quellenliste enthält keine italienische Quelle. Die Recherche stieß auf zwei italienische Treffer ohne Abstract im Index, einen Beitrag im Giornale italiano di chemioterapia von 1988 zu Trichomonas vaginalis und Spermien und einen Beitrag in L'Endocrinologo von 2022 zu SARS-CoV-2; beide wurden nicht aufgenommen. Eine eigene Kontrollabfrage in Europe PMC am 4. Oktober 2026 (Sprachfilter Italienisch, Erreger- und Spermabegriffe) ergab 4 Treffer: zwei Kongressbände der Società Italiana di Igiene (2025 und 2026), einen Beitrag „Fattori maschili dei disturbi della fertilità“ in Andrologia clinica (2010) und einen Beitrag zu Komplikationen sexuell übertragbarer Krankheiten in den Annali dell'Istituto Superiore di Sanità (2000). Gelesen wurden diese Treffer nicht; sie sind nur als Titel bekannt und nicht Teil der Quellenliste.
Italienische Gruppen sind trotzdem prominent, weil sie auf Englisch publizieren, vor allem zu HPV. Die Metaanalyse von Garolla et al. 2024 (25 Studien, 6942 Patienten) fand für HPV eine niedrigere normale Morphologie (standardisierte Mittelwertdifferenz -0,52; -0,84 bis -0,21; p = 0,001) und Motilität (-0,82; -1,07 bis -0,57; p < 0,001), aber keine Unterschiede bei Volumen, Konzentration und pH [s83]. Omes et al. 2025 untersuchten 335 Proben, davon 42,51 % (139 von 327) HPV-positiv; insgesamt gab es keine Unterschiede, aber eine geringere Motilität bei HPV-51 oder -52 [s56]. Notari et al. 2024 werteten 121 Proben nach WHO-Handbuch 2021 aus: schnelle und langsame progressive Motilität unterschieden sich (p = 0,0018 und p = 0,0004), der DNA-Fragmentationsindex war nur bei Hochrisiko-HPV erhöht [s94]. Cochetti et al. 2024 fanden in einer multizentrischen prospektiven Studie bei 65 Patienten mit SARS-CoV-2 kein Virus im Sperma und keine signifikanten Unterschiede der Samenqualität zwischen akut Infizierten und Genesenen [s78]. SARS-CoV-2 ist allerdings kein Thema dieser Studie im engeren Sinn und dient nur als Vergleich.
Die Gesellschaften SIAMS (Società Italiana di Andrologia e Medicina della Sessualità) und SIA (Società Italiana di Andrologia) waren als Startseiten erreichbar; eine Leitlinie zu STI und Samenqualität wurde dort nicht abgerufen. Die Adresse siaonline.it gehört nach dem Abruf nicht zur Fachgesellschaft, sondern zu einer Orthopädie-Seite. Italienische Kohorten, Register oder Fachzeitschriften zum Thema konnten über die erreichbaren Schnittstellen nicht nachgewiesen werden. Für Gonorrhö, Syphilis, Trichomonaden, Mpox, Zika oder Ebola gibt es in der Quellenliste keine italienischsprachige Arbeit.
Portugiesisch
Auch für Portugiesisch gibt es keine Quelle in der Liste. Europe-PMC-Abfragen mit portugiesischen Begriffen ergaben im ersten Durchgang nur themenferne Treffer. Eine eigene Kontrollabfrage am 4. Oktober 2026 (Sprachfilter Portugiesisch, Erreger- und Spermabegriffe) lieferte 10 Treffer. Nach den Titeln ging es dort um PrEP-Angebote, Schnelltests auf HIV, Syphilis und Hepatitis in einem Gefängniskomplex, Verhaltensfaktoren bei Jugendlichen, HPV16 im Darmkrebs und weitere themenferne Gegenstände; zwei Titel betrafen Screening auf sexuell übertragbare Infektionen bei Menschen in vulnerablen Lagen (Revista Panamericana de Salud Pública, 2025) und ein nationales Netz molekularer Tests für Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae (Cadernos de Saúde Pública, 2024). Keiner dieser Titel betrifft die Samenqualität; die beiden letzten betreffen die Diagnostik- und Screeningstruktur, nicht den Mann in der Kinderwunschbehandlung. Sie wurden nicht gelesen und nicht in die Quellenliste aufgenommen.
Brasilianische Beiträge sind über englische Publikationen vertreten. Die prospektive Zika-Kohorte aus Brasilien (2017 bis 2019; 260 Personen, davon 76 Männer, zwölf Monate Nachbeobachtung) fand Zika-RNA in allen Körperflüssigkeiten, am längsten im Sperma mit hohen Viruslasten, und ein Wiederauftreten nach scheinbarer Clearance [s114]. Esteves 2026 fasst in einer Übersicht in der International Braz J Urol, dem Organ der Brasilianischen Gesellschaft für Urologie, die WHO-Leitlinie zur Infertilität 2025 mit Schwerpunkt männliche Fortpflanzungsgesundheit zusammen [s12]. Zwei Tierstudien zu Zika im Mausmodell und an pubertären Totenkopfaffen sind ebenfalls in der Liste, ihre Herkunftsländer werden in den Abstracts nicht genannt [s112, s74].
Zur Erreichbarkeit: SciELO antwortete mit HTTP 403, die Suchschnittstellen von LILACS (Biblioteca Virtual em Saúde) waren nicht erreichbar oder lieferten 403, die LILACS-Startseite antwortete mit HTTP 200, lädt aber dynamisch. Über diese Datenbanken wurden keine Treffer ausgewertet. Portugiesischsprachige Primärliteratur könnte deshalb existieren, ohne hier gefunden worden zu sein. Das ist für Portugiesisch die wichtigste Einschränkung: Die Aussage „keine Literatur“ gilt für die erreichbaren Datenbanken, nicht für den Sprachraum insgesamt.
Spanisch
Vier Quellen der Liste sind spanischsprachig, drei davon aus der Revista Española de Quimioterapia, eine aus Investigación Clínica. Sie behandeln überwiegend Erregerspektrum und Resistenz, kaum Spermienparameter. Foronda-García-Hidalgo et al. 2019 werteten retrospektiv 3066 Proben von Männern mit Genitaltraktinfektion aus (2016 bis 2017): 451 Proben (14,71 %) waren positiv. In der Kultur waren Enterobacterales (18,40 %), Enterokokken (13,75 %), Haemophilus (8,65 %) und Neisseria gonorrhoeae (8,43 %) am häufigsten; in der PCR führten N. gonorrhoeae (28,37 %) und Chlamydia trachomatis (26,95 %) vor U. urealyticum (17,73 %), M. hominis oder U. parvum (10,64 %) und M. genitalium (7,10 %). Die Prozentwerte beziehen sich auf die Positivbefunde, der Nenner ist im Abstract nicht ausdrücklich genannt. Patienten mit Gonokokken waren jünger; Daten zur Samenqualität gibt es nicht [s207]. Dies ist die einzige spanischsprachige Quelle der Liste mit nennenswerten Gonokokken-Zahlen, und sie beruht auf Proben von Männern mit Genitaltraktinfektion, nicht auf Kinderwunschpatienten.
Mendoza-Rodríguez et al. 2023 beschrieben bei symptomatischer Bakteriospermie Enterococcus faecalis als häufigsten Erreger (34,89 %), gefolgt von Ureaplasma (13,74 %) und E. coli (10,98 %) und Veränderungen der Antibiotikaresistenz [s125]. Ihre systematische Übersicht zur Ätiologie der chronischen bakteriellen Prostatitis nennt E. faecalis in 46,90 %, Staphylococcus in 22,30 %, E. coli in 15,09 % und atypische Bakterien in 6,04 % [s126]. Beide Arbeiten betreffen Erregerspektrum und Resistenz, nicht die Spermienparameter. Lozano-Hernández et al. 2012 in Investigación Clínica fanden, dass Antikörper gegen Chlamydien, Mycoplasma hominis und Ureaplasma urealyticum im Sperma infertiler Männer mit niedrigeren Markern der Anhangsdrüsen einhergingen (Fruktose, neutrale alpha-Glukosidase); bei Chlamydien-Antikörper-Positiven fanden sich ein höherer pH und eine Leukozytospermie [s301].
Spanische Gruppen sind außerdem über englische Arbeiten stark vertreten. Die beiden Mpox-Studien aus Spanien (Barcelona, 73 Fälle, und die multizentrische Studie mit 77 Teilnehmern und 1663 Proben) gehören zu den wichtigsten Primärquellen der Liste für MPXV im Sperma [s10, s133]. Eine spanischsprachige Mpox-Übersicht (Actas Dermo-Sifiliográficas 2023) war ohne Abstract abrufbar und wurde nicht aufgenommen.
Leitlinien: eine spanische Leitlinie zu STI und Samenqualität wurde nicht gefunden. Zur Erreichbarkeit: Dialnet lieferte HTTP 503, SciELO HTTP 403, LILACS war nicht erreichbar. Spanische Primärliteratur ist daher nur über Europe PMC erfasst. Spanien und Lateinamerika lassen sich in der Liste nicht sauber trennen, weil die Abstracts die Herkunft der Daten nicht durchgängig nennen.
Chinesisch
Der chinesische Sprachraum liefert die größte Zahl an Humanstudien der gesamten Literatur. Von 168 Einträgen des chinesischen, japanischen und koreanischen Teils der Recherche stammen 126 aus China, 23 aus Japan, 13 aus Korea und 5 aus Taiwan. 127 sind englisch, 26 chinesisch und 15 japanisch publiziert; 83 Einträge stammen aus 2020 bis 2026. Nach der Publikationssprache sind 26 Arbeiten chinesischsprachig, die Mehrzahl in Zhonghua nan ke xue (National Journal of Andrology); sie sind über PubMed auffindbar, liefern aber meist nur einen englischen Abstract. Daneben stehen englischsprachige Arbeiten chinesischer Zentren unter anderem im Asian Journal of Andrology, in Frontiers in Cellular and Infection Microbiology, in Frontiers in Endocrinology, in BMC Infectious Diseases und in Reproductive Health; auch die Fachzeitschriften Zhonghua yu fang yi xue za zhi und Nan fang yi ke da xue xue bao (Journal of Southern Medical University) sind vertreten.
Struktur der Literatur. Typisch sind große retrospektive Auswertungen aus Reproduktionszentren oder andrologischen Laboren. Die größten Kollektive: 131 183 Patienten [s08], 111 222 Patienten eines Reproduktionszentrums in Chongqing [s54], 74 376 Samenproben infertiler Männer [s237], 30 094 Männer aus Kinderwunschpaaren [s194], 30 760 subfertile Patienten [s253], 27 314 infertile Männer plus 200 Spender [s227], 19 098 Samenproben gegen 3368 Spenderproben [s259], 7374 Männer [s268] und 7154 Samenproben [s162]. Die Untersuchung auf Ureaplasma, Chlamydien und Mycoplasma genitalium gehört nach diesen Studien offenbar zur Routineabklärung; daraus ergibt sich die hohe Fallzahl, aber auch ein Selektionseffekt, weil fast ausschließlich Männer in Kinderwunschbehandlung erfasst sind. Mehrere Auswertungen stammen aus denselben Zentren mit überlappenden Zeiträumen (drei Studien aus Hefei, drei Studien aus dem Nanjing General Hospital, drei Spurenelementstudien einer Universität in Nanjing); Doppelzählungen von Patienten sind nicht auszuschließen. Ein nationales Register zur Frage fand sich nicht; einem Register am nächsten kommt eine landesweite Kohorte aus Taiwan (siehe unten).
Gonorrhö. Keine chinesische Studie verknüpft Gonorrhö als alleinige Exposition mit dem Spermiogramm. In Chongqing betrug die Positivrate bei Männern 0,12 % [s54]. Eine Fall-Kontroll-Analyse aus Changsha fand Gonokokken in der männlichen Infertilitätsgruppe bei 12,66 % (48 von 379) gegen 0,93 % (8 von 857) in der Kontrolle; die Chi-Quadrat-Werte im Abstract wirken bei diesen Unterschieden auffällig klein und wurden nicht überprüft, die Kontrollgruppe ist nicht beschrieben, Samenparameter wurden nicht berichtet [s89]. Bei obstruktiver Azoospermie wurde Gonorrhö in 28 von 266 Samenwegeinheiten (10,5 %) als Ursache gezählt [s258]. In vitro hatte N. gonorrhoeae keinen signifikanten Einfluss auf die Spermienmotilität, Staphylococcus aureus senkte sie [s351]. In der Yunnan-Kohorte mit 1951 Männern lag die Gonokokken-Koinfektion bei HPV-Positiven bei 7,9 %, was im Gegensatz zur Chongqing-Rate steht und nicht gedeutet wird [s44].
Syphilis. Es gibt keine chinesische Humanstudie mit Spermiogramm. Ein Kaninchenversuch aus Shanghai mit intratestikulärer Injektion von 10⁷/ml Treponemen zeigte nach 14 Tagen Hodenschäden und eine Verminderung der Spermien und erhöhte Genexpression von NLRP3, ASC, GSDMD, Caspase-1, IL-1β und IL-18 [s37]. Eine Wuxi-Studie an 4430 infertilen Paaren verglich Auftau-Embryotransfers mit und ohne Syphilis (Lebendgeburtenrate beim ersten Transfer 71,3 % gegen 50,0 %); sie betrifft die Infektion der Frau und nicht die Samenqualität, die Untergruppen sind sehr klein [s93].
Trichomonaden. Prävalenzdaten: 5,05 % in 634 männlichen Proben aus Xinxiang (Samen 7,87 %, Urin 2,97 %) [s139]. Zur Wirkung auf Spermien gibt es konsistente In-vitro-Befunde aus China: sekretorisch-exkretorische Proteine senkten Überleben und Motilität, zerstörten die Akrosomintegrität und verminderten die Befruchtungsfähigkeit in der Maus-IVF [s138]; eine Metabolit-Lösung senkte die Motilität von Spermien gesunder Männer konzentrations- und zeitabhängig [s347]. Humandaten zur Samenqualität bei nachgewiesener Infektion fehlen.
Chlamydien. Die großen Serien finden wenig Einfluss auf klassische Parameter: In 7154 Samenproben waren Volumen niedriger, Leukozyten und Granulozyten-Elastase höher, Konzentration, Vitalität, Beweglichkeit und Morphologie aber nicht verschlechtert [s162]. In 30 760 subfertilen Patienten (970 Chlamydien-Infektionen, Prävalenz 3,15 %) unterschieden sich Basisparameter und Ergebnisse nach assistierter Reproduktion nicht signifikant [s253]. Bündelauswertungen mehrerer Erreger finden dagegen schlechtere Werte, ohne den Anteil der Chlamydien auszuweisen, etwa in Rizhao mit 1022 Männern, wo 6,1 % der Infertilen, 2,9 % der Männer mit Fehlgeburten der Partnerin und 0,6 % der Kontrollen chlamydienpositiv waren [s124]. Die Metaanalyse einer internationalen Gruppe fand OR 3,68 [s05].
Ureaplasmen und Mykoplasmen. Hier ist der Block am dichtesten. Eine Metaanalyse (21 Studien, 53 025 infertile Männer, 6435 Kontrollen) nennt für Mycoplasma genitalium OR 3,438 (1,780 bis 6,643), für Ureaplasma urealyticum OR 3,278 (2,075 bis 5,180), für M. hominis OR 1,840 (1,013 bis 3,343) und für U. parvum OR 1,671 (0,947 bis 2,950; nicht signifikant); in der Untergruppe China waren M. hominis und U. urealyticum stark assoziiert, weltweit nicht [s116]. Eine ältere chinesischsprachige Metaanalyse aus 49 Publikationen berichtete OR 4,43 (3,77 bis 5,22) für U. urealyticum [s327]. Einzelstudien: 1064 Männer, niedrigere Konzentration, Vorwärtsbeweglichkeit und Normalformen bei Ureaplasma-Nachweis (je p < 0,001) [s135]; 662 Infertile gegen 25 Fertile mit 52,87 % gegen 16,00 % Positivität [s238]; bei Mycoplasma genitalium ein DNA-Fragmentierungsindex von 40,1 ± 9,9 % gegen 5,4 ± 4,9 % (p < 0,01) in einer Gruppe von 100 und 200 Männern, wobei die Auswahl der Kontrollen im Abstract nicht erläutert wird und ein anderes Kollektiv für Negative 20,71 % berichtet [s161, s235]. Dagegen fanden neuere, adjustierte Kohorten aus Hefei kaum Unterschiede: bei 1215 Paaren ähnliche Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie und gleiche Befruchtungs-, Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten [s102], bei 2668 Männern keine Assoziation mit schlechter Samenqualität [s09]. Dass die Literatur hier gemischt ist, gilt auch innerhalb Chinas. Behandlungsverläufe (Doxycyclin, Azithromycin) sind als Vorher-nachher-Befunde ohne unbehandelte Vergleichsgruppe berichtet und werden hier nicht bewertet.
HPV und Hepatitis B. HPV: Metaanalysen mit chinesischer Beteiligung ergeben OR zwischen 2,93 und 3,02 für Infertilität bei HPV im Sperma [s247, s233] und eine standardisierte Mittelwertdifferenz der Vorwärtsbeweglichkeit von -0,88 (-1,17 bis -0,59; I² 86 %) [s189]. Einzelstudien: 12,48 % HPV-positiv unter 1138 Männern in Nordchina (6,70 % der Fertilen, 17,4 % der Infertilen) [s295]; 43,8 % in Sichuan, aber in Genitalabstrichen, nicht im Samenplasma [s61]. Hepatitis B ist in China ungewöhnlich ausführlich untersucht. Die Metaanalyse mit elf Studien fand ein um 0,20 ml niedrigeres Volumen, eine um 4,46 Mio./ml niedrigere Konzentration und eine um 6,63 % niedrigere Vorwärtsbeweglichkeit, aber keinen signifikanten Unterschied der Gesamtzahl [s105]. Eine landesweite taiwanische Kohorte (5138 Männer mit HBV, 25 690 ohne) ergab eine Infertilitätsinzidenz von 2,21 gegen 1,39 pro 1000 Personenjahre, adjustierte Hazard Ratio 1,52 (1,20 bis 1,92), wobei Infertilität über Diagnosecodes definiert war [s288]. Für die Ergebnisse assistierter Reproduktion sind die Kohorten widersprüchlich [s100, s92, s109, s67, s185].
Mpox, Zika, Ebola. Es gibt keine chinesische Humanstudie mit Samenqualität. Mpox: In Guangzhou war Mpox-DNA bei 41 Patienten (355 Proben) in 37,5 % der Samenproben nachweisbar und bei den meisten nach 20 Tagen nicht mehr [s106]; eine Fallserie aus Chongqing mit neun Männern fand die Viruslast in Haut höher als im Samen [s107]. Zika: Über 15 Arbeiten aus China und Taiwan nutzen Mausmodelle, meist mit defekter Interferon-Signalübertragung; sie zeigen Hodenschäden, Sertoli-Zell-Infektion und Mechanismen der Hoden-Blut-Schranke, ohne Humanproben [s261, s252, s180, s201, s134, s69]. Ebola: Ein Maus-Experiment mit markierten Virus-ähnlichen Partikeln zeigte den Durchtritt durch die Hoden-Blut-Schranke, wobei etwa 2,48 % der Partikel die Samenkanälchen erreichten [s14].
Leitlinien und Datenbanken. Eine chinesische Leitlinie zu STI und Samenqualität wurde nicht abgerufen. CNKI war nicht erreichbar (keine Verbindung beziehungsweise Weiterleitung), Wanfang lieferte HTTP 200, lädt aber Trefferlisten per Skript nach und ist ohne Browser nicht nutzbar. Chinesische Literatur ist deshalb nur erfasst, soweit sie in PubMed indexiert ist; Dissertationen und viele Kurzberichte, die nur in CNKI oder Wanfang stehen, fehlen, werden aber teilweise von den Metaanalysen erfasst, die CNKI durchsucht haben [s116, s189].
Japanisch
Die japanische Literatur der Quellenliste (23 Einträge) fällt in zwei Epochen. Der ältere Block stammt aus den Jahren 1957 bis 1999 und behandelt Urologie, Chlamydien, Trichomonaden, Pyospermie und Bakteriospermie; er ist überwiegend japanischsprachig und über J-STAGE mit englischem Abstract in den Metadaten auffindbar. Der jüngere Block (2012 bis 2026) ist englischsprachig und betrifft Epididymitis, Ureaplasma parvum im Mausmodell, HPV im Samen und in Prostatagewebe sowie Fallberichte zur syphilitischen Orchitis. Die frühen Studien arbeiten mit Antigennachweis (Immunfluoreszenz), Serologie (Mikroplatten-Immunfluoreszenz), In-situ-Hybridisierung oder Ligase-Kettenreaktion statt PCR und berichten selten Spermiogramm-Werte. Das Interesse gilt den Erkrankungen von Nebenhoden, Prostata und Samenwegen, weniger der Samenqualität selbst. Volltexte älterer japanischer Artikel wurden nicht gelesen; alle Zahlen stammen aus den Abstracts. Eine japanische Leitlinie oder ein japanisches Register zur Frage wurde nicht abgerufen.
Chlamydien. Bei 83 infertilen Männern waren Chlamydien-IgA im Serum bei 19,3 % (16), IgG bei 12,0 % (10) nachweisbar; die Gruppenunterschiede bei Leukozyten, Volumen und Spermienzahlen waren nicht signifikant, aber der IgA- und IgG-Index korrelierte signifikant positiv mit der Leukozytenzahl in Samen und Urin und der IgA-Index negativ mit dem Samenvolumen [s358]. Mit der Ligase-Kettenreaktion fand sich Chlamydien-DNA im Samen von nur 1 von 98 asymptomatischen infertilen Männern (1,02 %) [s357]. In 94 Samenproben asymptomatischer infertiler Männer wurde das Chlamydien-Genom bei 8 per In-situ-Hybridisierung nachgewiesen, bei Ureaplasma-Isolation in 16 Fällen; die PMN-Elastase im Seminalplasma war bei Chlamydien-Genom-Positiven signifikant höher als bei Chlamydien-negativen, Ureaplasma-positiven Männern [s366]. Aus den 1980er Jahren stammen Arbeiten zur akuten Epididymitis (42 Patienten; Chlamydien-Direktnachweis bei 6 von 18 untersuchten Fällen, 33,3 %; 28 von 42 als vermutete Chlamydien-Infektion gewertet, wobei die Zuordnung auf Annahmen beruht) [s374], zur Prostatitis (128 Patienten; Antigen bei 7 von 31 untersuchten, 22,6 %) [s373], zur chronischen Prostatitis (169 Patienten; Chlamydien-IgA im Prostatasekret bei 26,0 %) [s365] und zur Infertilität (335 Kontrollpersonen, 92 infertile Patienten; IgG bei 14,5 % der Kontrollen gegen 12,9 % der Infertilen) [s376]. Diese Arbeiten liefern keine Spermiogramm-Effektgrößen; sie zeigen aber, dass die japanische Urologie Chlamydien schon früh mit Epididymitis, Prostatitis und Samenwegverschlüssen in Verbindung brachte. Eine neuere multizentrische Studie mit 110 Patienten mit akuter Epididymitis fand keinen gonokokkalen und zwei Chlamydien-Fälle; Escherichia coli dominierte [s25]. In einer Serie aus Sendai mit 56 Männern unter 40 Jahren mit akuter Epididymitis waren Chlamydien bei 28 (50,0 %), Gonokokken bei 3 (5,4 %) nachweisbar [s298].
Gonorrhö, Syphilis. Für Gonorrhö gibt es in dieser Sprachgruppe keine einschlägige Samenqualitätsstudie. Für Syphilis liegen vier Fallberichte zur Orchitis vor (Japan 1993, 2012 und 2023; Taiwan 2016), die den Hoden als Tumorverdacht beschreiben: Bei einem Mann Anfang vierzig mit 30-mm-Knoten waren Tumormarker normal, TPHA und RPR stark positiv, die Histologie zeigte granulomatöse Entzündung [s302]; ein 44-Jähriger mit hühnereigroßem Hoden zeigte Endarteriitis obliterans [s368]; ein Bericht aus Osaka beschreibt eine Behandlung ohne Orchiektomie mit Verlaufsbildgebung [s127]. Aussagen zur Samenqualität sind daraus nicht ableitbar.
Trichomonaden. Historische Serien der Keio-Universität: 946 urologische Patienten (1067 Proben), 67 infiziert [s381]; 45 von 1303 Urinproben männlicher Patienten, im Prostata- und Samenbläschensekret 29 von 170 Proben, chronische Prostatitis als häufigste Diagnose [s380]; Trichomonaden aus 64 Männern isoliert, wobei bei Männern alle drei geprüften Arzneimittel zur Elimination führten und bei Frauen in 40 % die Behandlung scheiterte, vermutlich durch Wiederansteckung [s379]. Ein Tierversuch von 1957 zeigte, dass bakterienfreie Trichomonaden in der Mäuseprostata höchstens sechs Tage überlebten; fünf Freiwilligenversuche schlugen fehl [s382].
Bakteriospermie, Pyospermie, Ureaplasma. Eine Untersuchung an 670 infertilen Männern ergab bei 72 mit Pyospermie einen signifikant niedrigeren Index der Beweglichkeitseffizienz und eine mittlere Granulozyten-Elastase von 2859,6 µg/l gegen 131,6 µg/l; als Hauptursache wurde eine chronische Prostatitis vermutet [s371]. Zwei Arbeiten zur asymptomatischen Bakteriospermie (1990 und 1991) sind pharmakologisch und keine Spermiogrammstudien [s372, s370]. Ein Rattenversuch von 1987 fand Ureaplasma urealyticum in der Rattenprostata weder persistent noch virulent [s375]; im Gegensatz dazu zeigte ein chinesischer Rattenversuch Schäden der Samenkanälchen [s361]. Unterschiede in Serotyp, Stamm, Inokulationsweg und Beobachtungsdauer sind möglich, aber im Abstract nicht erörtert. Aus 2021 stammt der Befund, dass Ureaplasma parvum an Mäusespermien haftet und eindringt, die Motilität dosis- und zeitabhängig senkt und die Befruchtungsrate verringert [s173].
HPV. In 216 infertilen japanischen Männern war HPV im Samen bei 12,5 % nachweisbar (Hochrisikotypen 6,9 %); bei Nicht-Azoospermie hatten HPV-Positive niedrigere Beweglichkeit und Konzentration, und die In-situ-Hybridisierung lokalisierte HPV-DNA im Kopf und Mittelstück der Spermien [s174]. In 157 Prostatakarzinom-Gewebeproben war HPV-DNA in 9,6 % nachweisbar, in den Samenbläschen in 0 % [s59].
Mpox, Zika, Ebola. Es gibt keine einschlägige japanische Samenqualitätsstudie. Die Zahl moderner Kohorten zur Samenqualität bei Infektionen ist klein; ein wesentlicher Teil der Information liegt in Fallberichten und älteren Serien.
Erreichbarkeit. J-STAGE (Suchseite und Artikelseiten) war erreichbar; 12 japanischsprachige Einträge stehen nicht in PubMed. CiNii (ci.nii.ac.jp) war erreichbar, wurde aber nicht ausgewertet; die HTML-Suche von CiNii Research lieferte HTTP 202 ohne Inhalt, die OpenSearch-JSON-Schnittstelle antwortete, ihre Antwort wurde nicht für zusätzliche Quellen ausgewertet.
Koreanisch
Koreanischsprachige Originalartikel wurden nicht gefunden; die 13 Einträge mit der Markierung Koreanisch sind englischsprachig publizierte Arbeiten koreanischer Gruppen. KCI (kci.go.kr) und KoreaMed antworteten auf der Startseite mit HTTP 200, geratene Suchadressen lieferten HTTP 404, und es wurde keine Trefferliste abgerufen; DBpia war nicht erreichbar. Koreanische Literatur ist deshalb nur erfasst, soweit sie in PubMed indiziert ist. Eine koreanische Leitlinie zu STI und Samenqualität wurde nicht abgerufen.
Die Schwerpunkte der koreanischen Gruppen sind: Trichomonas-Forschung der Hanyang-Universität, Surveillance- und Prävalenzdaten, Übersichten, importierte Zika-Fälle und das Samenmikrobiom bei chronischer Prostatitis. Zu den Kohorten: Die koreanische Surveillance-Studie mit 1 105 261 Proben (2023 bis 2024) zeigt, dass Gonorrhö und Chlamydia in beiden Geschlechtern häufig gemeinsam auftreten (Lift-Index mindestens 3), misst aber keine Samenqualität [s21]. In einer Querschnittstudie an 400 Männern in der Fertilitätsabklärung lag die Chlamydien-Rate im Samen bei 0,79 %, Papillomviren bei 1,57 %, Ureaplasma urealyticum bei 16,80 %, Mycoplasma hominis bei 4,46 % und Mycoplasma genitalium bei 1,31 %; der Normalformenanteil war nur bei Ureaplasma urealyticum signifikant erniedrigt [s246]. Eine Paarstudie mit 50 infertilen und 48 fertilen Paaren fand Ureaplasma urealyticum bei 48 % der infertilen und 25 % der fertilen Männer (p = 0,022); die Übereinstimmung zwischen den Partnern lag bei 32 % gegen 12,5 % [s293]. Bei 67 gesunden koreanischen Männern war HPV-DNA bei 14,9 % nachweisbar, mit niedrigerer Konzentration (p < 0,020) und Gesamtzahl (p < 0,002), beides noch im Normbereich; die Autoren betonen die kleine Zahl Positiver [s20].
Trichomonaden. Die koreanische Trichomonas-Forschung ist die dichteste der Sprachgruppe. In einer urologischen Praxis in Daegu war T. vaginalis bei 4 % (8 von 201 Männern) per PCR nachweisbar, 7 von 8 hatten Prostataerkrankungen [s287]; bei 33 Männern mit chronischer Prostatitis oder Urethritis fand die Kultur keinen Fall, die PCR 7 Fälle (21,2 %) [s299]. In vitro verringerten Sekretprodukte von T. vaginalis Motilität, Vitalität und funktionelle Integrität von Mäusespermien und die Befruchtungsrate [s279]; sie erhöhten die Phosphatidylserin-Externalisierung und DNA-Fragmentierung und senkten das mitochondriale Membranpotenzial, elektronenmikroskopisch zeigten sich verformte Köpfe, abgebrochene Halsstücke und Akrosom-Exozytose [s147]. Das sind Laborbefunde mit unklarer Übertragbarkeit.
Weitere Befunde. Chlamydien-Infektionen des männlichen unteren Harntrakts fasst eine Übersicht von 2013 zusammen: Eine Rolle bei Urethritis, Epididymitis und Orchitis sei anerkannt, die Forschung konzentriere sich bisher auf Frauen [s294]. Eine narrative Übersicht von 2026 zu Bakteriospermie und DNA-Fragmentierung nennt eine Prävalenz von 20,1 bis 35,1 % (PCR) und 15,28 bis 34,88 % (Kultur); drei große Studien zeigten eine signifikante Korrelation, als Hauptmechanismus gilt oxidativer Stress [s23]. Eine Sequenzierungsstudie an 17 Patienten mit chronischer Prostatitis und 4 Gesunden fand in allen Proben mehrere Gattungen, obwohl die Kulturen ohne Wachstum blieben [s190]. Für Zika liegen importierte Fälle vor: neun bestätigte Fälle 2016, mit RNA im Serum bis zu 6 Tage, in Urin und Speichel 14 Tage und im Samen 58 Tage nachweisbar [s245]; der erste Importfall betraf einen 43-jährigen Mann aus Brasilien, aus dessen Samen Zika-Virus isoliert wurde [s260]. Das ist eine Nachweisdauer, kein Beleg für Infektiosität oder Samenschaden. Die Kohorten sind klein (50 bis 400 Männer), die Datenbasis ist englischsprachig.