Mykoplasmen und Ureaplasmen
Dies ist der am dichtesten belegte Block. Ureaplasma urealyticum und Mycoplasma genitalium werden in China routinemäßig im Sperma gesucht, und die Literatur enthält Fall-Kontroll-Studien, Marker für oxidativen Stress und DNA-Fragmentierung sowie Verläufe nach Behandlung (hier als Befund, nicht als Empfehlung wiedergegeben). Die Studien aus chinesischen Zentren überlappen teilweise in Zeitraum und Einrichtung; Doppelzählungen von Patienten sind nicht auszuschließen.
Ureaplasma urealyticum: Querschnitt- und Fall-Kontroll-Studien.
Xianchun et al. 2023 [s135]. 1064 Männer (22 bis 30 Jahre; 2019 bis 2021) aus einem Reproduktionszentrum und der Allgemeinbevölkerung in drei Gruppen: Ureaplasma-urealyticum-Infektion (n = 328), Männer mit Symptomen ohne Ureaplasma-Nachweis (n = 377) und gesunde Freiwillige (n = 359). Der Ureaplasma-Nachweis war mit niedrigerer Spermienkonzentration (p < 0,001), niedrigerem Anteil vorwärtsbeweglicher Spermien (p < 0,001) und niedrigerem Normalformenanteil (p < 0,001; Kultur positiv gegenüber negativ) verbunden, ausgewertet mit allgemeinen linearen Modellen. Stärke: drei Vergleichsgruppen, enge Altersspanne. Schwächen: Effektgrößen im Abstract nicht genannt, Querschnitt.
Zhao et al. 2026 [s36]. Das Seminalplasma-Elastaseniveau war in der Ureaplasma-positiven Gruppe erhöht (p = 0,0006), ebenso die Zahl morphologisch abnormer Spermien (p < 0,0001); Volumen, Leukozytenkonzentration, Zink, Fruktose, Zitronensäure, neutrale α-Glukosidase und Akrosinaktivität unterschieden sich nicht (p > 0,05). Der DNA-Fragmentationsindex lag in der positiven Gruppe höher (p < 0,01), die hohe DNA-Anfärbbarkeit nicht (p > 0,05). Die Fallzahl nennt das Abstract nicht.
Zhou et al. 2018, Shanghai [s239]. 540 infertile und 260 fertile Männer, Kultur und PCR. Die Prävalenz betrug 39,6 % (214/540) gegenüber 19,2 % (50/260; p < 0,001). Unter den Isolaten der Infertilen waren 59,3 % Ureaplasma parvum, 26,2 % Ureaplasma urealyticum und 14,5 % gemischt (Kontrollen 64,0 %, 20,0 % und 16,0 %, kein Unterschied). Vorwärtsbeweglichkeit und NAG-Aktivität (ein Marker der Nebenhodenfunktion) waren bei Männern mit U. parvum oder Mischinfektion signifikant niedriger als bei U. urealyticum (p < 0,05).
Zhang et al. 2018 [s238]. 662 infertile Männer und 25 fertile Kontrollen. Ureaplasma-Positivität 52,87 % (350/662) gegenüber 16,00 % (4/25; Chi-Quadrat 11,68; p < 0,05). Bei Ureaplasma-Positiven waren Volumen, Gesamtzahl, Konzentration und Vorwärtsbeweglichkeit niedriger als bei Kontrollen (p < 0,05); Antispermien-Antikörper insgesamt 43,4 % gegenüber 36,5 % (p > 0,05), Serum-IgA-Antikörper 23,6 % gegenüber 17,0 % (p < 0,05). Schwäche: nur 25 Kontrollen.
Huang et al. 2016 [s259]. Sehr große Serie mit 19 098 Samenproben infertiler Männer (2014) und 3368 Spenderproben (2011 bis 2014). Die Prävalenz von U. urealyticum und M. hominis unterschied sich signifikant zwischen Infertilen und Spendern. Vorwärtsbeweglichkeit, Gesamtbeweglichkeit und Normalformen waren bei Ureaplasma-Positiven signifikant anders als bei Negativen, bei M. hominis nicht. Doxycyclin und Josamycin hatten Resistenzraten unter 6 %, beide Erreger waren stark resistent gegen Ciprofloxacin (Resistenzbefund, keine Empfehlung).
Zhu et al. 2016 [s268]; Zhou et al. 2018 [s240]; Zhao et al. 2020 [s203]. Epidemiologie und Resistenz: 7374 Männer in der Ambulanz (2009 bis 2012), 3225 (43,7 %) positiv für U. urealyticum, M. hominis oder beide, Altersgruppe 25 bis 34 Jahre am häufigsten [s268]; 5016 infertile Männer und 412 gesunde Kontrollen in Shanghai (2011 bis 2016), Positivrate 30 bis 55 %, risikoreiche Altersgruppen 26 bis 30 Jahre (37,8 %) und 31 bis 35 Jahre (30,7 %) [s240]; 817 Samenproben, 320 (39,17 %) Ureaplasma-positiv, mit Resistenzraten gegen Levofloxacin 47,5 %, Moxifloxacin 39,38 %, Tetrazyklin 19,69 % und Erythromycin 3,75 % [s203]. Keine dieser Arbeiten wertet das Spermiogramm im Abstract aus; Empfehlungen zur Antibiotikawahl werden hier nicht übernommen.
Lee et al. 2013, Korea [s293]. Paarstudie mit 50 infertilen Paaren ohne weiblichen Faktor und 48 fertilen Paaren. Ureaplasma urealyticum bei 24 infertilen Männern (48 %) und 12 fertilen (25 %), p = 0,022; bei Frauen 40 % gegenüber 22,9 %. Übereinstimmung zwischen den Partnern 32 % bei Infertilen gegenüber 12,5 % bei Fertilen (p = 0,022). Vorwärtsbeweglichkeit und Vitalität waren bei Ureaplasma-positiven Männern signifikant niedriger; niedrige Gesamtbeweglichkeit und niedrige Gesamtzahl beweglicher Spermien hingen mit M. hominis zusammen. Schwächen: 50 und 48 Paare, Gruppenvergleich ohne Adjustierung.
Zhang et al. 2014 [s289] (Biovare). 223 infertile und 146 fertile Männer. Biovar II von U. urealyticum war bei Infertilen häufiger (p = 0,036). Biovar-II-Infizierte hatten verglichen mit Nichtinfizierten niedrigere Konzentration (p = 0,041), Biovar II und Mischinfizierte eine niedrigere Gesamtbeweglichkeit (p = 0,015 und p = 0,014) und höhere Leukozytenzahlen (p = 0,004 und p = 0,003). Reaktive Sauerstoffspezies, Malondialdehyd, DFI, hohe DNA-Anfärbbarkeit und Schweifmoment (Comet) waren in beiden Infektionsgruppen gegenüber Nichtinfizierten verändert.
Qian et al. 2016 [s263]. 81 Samenproben. Stickstoffmonoxid war bei Infertilen mit Genitalinfektion höher als bei Infertilen ohne und bei Normalen (p < 0,05); Dichte, pH, Vorwärtsbeweglichkeit, Vitalität und Normalformen waren bei Ureaplasma-Infizierten niedriger (p < 0,05). NO korrelierte positiv mit IL-17 und IL-18. Schwächen: kleine Gruppe, Mehrfachvergleiche.
Untertypen und Klonalität [s216, s236, s250]. Song et al. 2019 [s216]: In 358 Harnröhrenabstrichen infertiler Männer waren 92 (25,7 %) positiv, davon 73 (79,3 %) U. parvum und 19 (20,7 %) U. urealyticum; die Serovare 1 und 6 machten 63,0 % (46/73) der U.-parvum-Isolate aus, Serovar 9 war bei U. urealyticum am häufigsten (47,4 %; 9/19); Mehrfach-Serovare bei 21 Isolaten (22,8 %). Yang et al. 2018 [s236]: In 480 Samenproben waren bestimmte Untergruppen (A und C von U. parvum, Untergruppe 1 von U. urealyticum) mit Oligozoospermie assoziiert (p < 0,05), Untergruppe 2 mit verminderter, besonders nichtvorwärtsgerichteter Beweglichkeit (p < 0,05). Ruan et al. 2017 [s250]: 96 von 103 Stämmen aus Männern und 15 infertilen Paaren ergaben 39 Sequenztypen und 53 erweiterte Sequenztypen; U. urealyticum werde eher zwischen Partnern übertragen. Diese Arbeiten sind molekularepidemiologisch und liefern wenig klinische Effektgrößen.
Weitere chinesische Studien, einschließlich älterer. Zhang et al. 2011, Jilin [s310]: 967 infertile und 201 fertile Männer; der Anteil morphologisch normaler Spermien war bei Ureaplasma-positiven Infertilen niedriger als bei negativen Infertilen und fertilen Kontrollen, am niedrigsten bei zugleich erhöhten Leukozyten im Samen; die Autoren vermuten oxidativen Stress. Zheng et al. 2008, Nanjing (chinesischsprachig) [s329]: 202 Kulturen infertiler Männer, Infektionsrate 33,7 %; Ureaplasma-Positive hatten niedrigere Dichte (84,37 ± 52,92 gegenüber 101,90 ± 43,90 Mio./ml; p = 0,025), Beweglichkeit (44,62 ± 22,13 % gegenüber 51,83 ± 19,88 %; p = 0,036) und Vitalität (38,40 ± 15,61 % gegenüber 44,45 ± 15,47 %; p = 0,020), höheren pH (7,32 ± 0,10 gegenüber 7,19 ± 0,29; p = 0,003) und niedrigere α-Glukosidase (40,0 ± 18,7 gegenüber 47,9 ± 21,0 U/ml; p = 0,026); Fruktose und saure Phosphatase unterschieden sich nicht. Wang et al. 2006, Shanghai [s341]: 346 Männer (20 bis 45 Jahre), Kultur und Regressionsmodelle; Ureaplasma-Positive hatten höhere Viskosität, niedrigeren pH und eine niedrigere Konzentration (54,04 gegenüber 70,58 Mio./ml), andere Parameter wurden nicht signifikant beeinflusst; das Abstract nennt keine p-Werte. Xia et al. 2011 (chinesischsprachig) [s309]: 63 Proben (32 infiziert, 31 Kontrolle); intakte Plasmamembran 45,14 ± 10,69 % gegenüber 72,68 ± 9,91 %, Anteil der Spermien der Klassen a und b 23,29 ± 8,81 % gegenüber 46,32 ± 9,54 % (p < 0,01), Volumen, pH und Konzentration ohne Unterschied. Aus Nanjing (2003 bis 2005) stammen drei Studien eines Labors: Han et al. 2003 [s348] (165 Samenproben): Zink und Selen im Seminalplasma bei Ureaplasma-Infektion niedriger, Cadmium höher (p < 0,05); Wang et al. 2005 [s345] (160 Samenproben): Verhältnisse Kupfer/Zink und Cadmium/Zink sowie Arsen und Magnesium bei Infektion höher (p < 0,05 beziehungsweise p < 0,01); Wang et al. 2005 [s344]: Ureaplasma-Infektionsraten waren bei Proben mit abnormen Immunsuppressionsfaktoren, pH oder Verflüssigungsdauer deutlich höher, die Fallzahl nennt das Abstract nicht. Es sind Querschnitte mit Mehrfachvergleichen; Ursache und Wirkung sind nicht trennbar, und Doppelzählungen sind möglich. Xu et al. 1997, Shanghai [s361]: Ureaplasma bei 549 von 1416 infertilen Männern gegenüber 34 von 375 fertilen Kontrollen; Elektronenmikroskopie und Immunfluoreszenz zeigten Anheftung an Spermienmembran und Mittelstück (je 8 Proben); der zugehörige Rattenversuch (47 Ratten mit Serotyp 8: Schäden der Samenkanälchen bei 11, Infertilität bei 12 von 40 Ratten, kleinere Nachkommen) wird an anderer Stelle dieser Studie behandelt. Li et al. 1997, Peking [s360]: 925 Seminalplasmaproben von 590 Männern mit und 335 ohne Varikozele, Infektionsrate 48,22 %; eine asymptomatische Ureaplasma-Infektion fand sich bei 329 (55,76 %) der Männer mit Varikozele gegenüber 117 (34,93 %) ohne (p < 0,005); Asthenozoospermie war bei Varikozele häufiger (p < 0,05).
Neuere adjustierte Kohorten aus Kinderwunschzentren in China [s102, s64, s09, s52]. Wan et al. 2024, Hefei [s102]: 1215 infertile Paare (249 Ureaplasma-positiv, 966 negativ). Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie waren ähnlich; Antispermien-Antikörper (p = 0,020) und hohe DNA-Anfärbbarkeit (p = 0,014) waren bei Positiven höher; Befruchtungsrate, Blastozystenbildung, klinische Schwangerschaft, Lebendgeburt und Neugeborenenwerte unterschieden sich nicht, die Fehlgeburtsrate war leicht, aber nicht signifikant höher. Wan et al. 2025 [s64]: 245 Paare mit Insemination (2021 bis 2023): keine Unterschiede bei Volumen, Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie, Leukozyten, Antispermien-Antikörpern und DFI (alle p > 0,05), nur bei der hohen DNA-Anfärbbarkeit (p = 0,04); Schwangerschafts- und Geburtsergebnisse unterschieden sich nicht. Dai et al. 2026 [s09]: 2668 Partner infertiler Paare (2020 bis 2023), 659 (24,7 %) Ureaplasma-positiv; Rauchen (OR 1,23; 1,02 bis 1,49; p = 0,03) und Geschlechtsverkehr mehr als zweimal pro Woche (OR 1,41; 1,04 bis 1,91; p = 0,03) blieben nach Adjustierung mit der Infektion verbunden; das Ejakulatvolumen war bei Positiven niedriger (p = 0,002), die Häufigkeit abnormer Samenqualität unterschied sich nicht, eine Assoziation mit schlechter Samenqualität bestand in Regression und Spline-Analyse nicht. Diese drei Studien aus demselben Zentrum stehen im Gegensatz zu den Studien, die niedrigere Beweglichkeit oder Konzentration fanden; sie sind adjustiert und teils größer, aber auf Paare in Kinderwunschbehandlung beschränkt und wegen Überlappung der Patienten nicht als drei unabhängige Bestätigungen zu zählen.
Lindhof und Homey 2025, Deutschland [s52]. Die einzige deutsche Studie in diesem Block. 3464 Spermaproben, Multiplex-PCR; U. parvum bei 12,4 %. Nur das Volumen war bei Infizierten signifikant niedriger; Konzentration, Motilität, Morphologie und Entzündungsmarker unterschieden sich nicht. Bei 124 Männern mit dokumentierter Eradikation stieg nach Doxycyclin die Konzentration von 4,01 ± 4,69 auf 9,20 ± 15,63 Mio./ml (p = 0,01) und die Motilität von 18,97 ± 16,04 % auf 29,66 ± 22,18 % (p = 0,002); bei Männern mit normalen Ausgangswerten änderte sich nichts. Retrospektiv, ohne unbehandelte Vergleichsgruppe; eine Regression zur Mitte (Männer mit besonders schlechten Ausgangswerten erreichen bei Wiederholung zufällig bessere) ist nicht ausgeschlossen. Dieser Befund wird als Beobachtung wiedergegeben und nicht als Behandlungsempfehlung.
Behandlungsverläufe in Ureaplasma-Beobachtungsstudien. Mehrere Studien berichten Werte vor und nach einer Behandlung: Liu et al. 2022 [s150] verglichen 198 normale Proben mit 198 Ureaplasma-infizierten (Volumen, Viskosität, Verflüssigungszeit und PMN-Elastase bei Infizierten höher, pH und Vorwärtsbeweglichkeit niedriger; nach Behandlung bewegten sich die Werte in Richtung Kontrolle; Elastase wirkte negativ auf pH und Beweglichkeit, positiv auf Viskosität und Verflüssigungszeit). Liu et al. 2022 [s151]: 340 Samenproben, 104 Ureaplasma-positiv (30,6 %; am höchsten bei 31- bis 40-Jährigen); pH, Vorwärtsbeweglichkeit, Kurvengeschwindigkeit (VCL), Geradeausgeschwindigkeit (VSL) und Geradlinigkeit (STR) waren in der Beobachtungsgruppe signifikant niedriger (alle p < 0,001), Volumen, Nichtvorwärtsbeweglichkeit und Wobble höher (alle p < 0,001); ein mathematisches Modell schätzte, dass das Risiko einer Verschlechterung von Vorwärtsbeweglichkeit und VCL bei Infektion etwa um den Faktor zwei steigt. Zhang et al. 2020 [s202]: 1530 infertile Männer in Guilin, davon 295 mit asymptomatischer Leukozytospermie, 95 Ureaplasma-positiv; bei Ureaplasma-positiver Leukozytospermie waren progressive Motilität, Gesamtmotilität und normale Morphologie signifikant niedriger als bei Ureaplasma-negativer (alle p < 0,001); 81 Männer erhielten Doxycyclin über 7 oder 14 Tage, bei 70 wurde Heilung festgestellt (84,62 % gegenüber 89,66 %, p = 0,738); nach einem Monat waren bei Geheilten Konzentration (p = 0,001), progressive Motilität (p = 0,022), Gesamtmotilität (p = 0,004) und Normalformen (p = 0,008) gestiegen. Allen diesen Vorher-nachher-Studien fehlt eine unbehandelte Vergleichsgruppe; Spontanverläufe und Regression zur Mitte sind nicht auszuschließen.
Mycoplasma genitalium.
Zheng und Zhong 2022, Zhonghua Nan Ke Xue (chinesischsprachig) [s161]. 100 infertile Männer mit M. genitalium und 200 ohne. Der DFI lag bei 40,1 ± 9,9 % gegenüber 5,4 ± 4,9 % (P < 0,01) und sank nach Azithromycin auf 19,0 ± 9,0 % (P < 0,01); Konzentration und Motilität änderten sich nicht (p > 0,05), die Zahl unbeweglicher Spermien sank (p < 0,05). Die Methodik nennt als Vergleich infertile Männer ohne Infektion, die Ergebnisse sprechen von normalen Kontrollen; Auswahl und Vergleichbarkeit sind im Abstract nicht beschrieben. Der Kontrollwert von 5,4 % liegt deutlich unter dem DFI der M.-genitalium-negativen Infertilen in [s235] (20,71 %); die große Differenz bleibt daher unsicher.
Feng et al. 2020 [s191]. 114 Samenproben, 34 positiv und 80 negativ. Positiv gegenüber negativ: Volumen 2,87 ± 0,37 gegenüber 3,86 ± 0,43 ml; Konzentration 29,05 ± 6,17 gegenüber 32,56 ± 5,97 Mio./ml; vorwärtsbewegliche Spermien 15,86 ± 2,79 % gegenüber 23,65 ± 3,47 %; Normalformen 6,35 ± 2,06 % gegenüber 7,14 ± 1,89 %; DFI 31,39 ± 3,16 % gegenüber 20,79 ± 3,59 % (alle p < 0,01, Normalformen p < 0,05). Der Index korrelierte in der positiven Gruppe negativ mit Vorwärtsbeweglichkeit (r = -0,516) und Normalformen (r = -0,429; beide p < 0,05).
Zhu et al. 2018 [s241]. 420 Männer mit idiopathischer Infertilität (2016 bis 2018), 101 positiv (Urin-RNA). Das Volumen war bei Positiven niedriger (3,20 ± 1,30 gegenüber 3,57 ± 1,36 ml; p = 0,016); Konzentration, Vorwärtsbeweglichkeit und Normalformen unterschieden sich nicht (alle p > 0,05), ebenso wenig α-Glukosidase, Fruktose, Zink und γ-GT im Seminalplasma.
Yan et al. 2018, Nanjing [s235]. 352 infertile Männer (März bis Juli 2015), 12 positiv (3,4 %). Negative hatten höheres Volumen (3,84 ± 0,12 gegenüber 2,85 ± 0,14 ml; p = 0,008) und niedrigeren DFI (20,71 ± 1,55 % gegenüber 30,73 ± 2,24 %; p = 0,014); für den Anteil vorwärtsbeweglicher Spermien nennt das Abstract 60,95 ± 5,63 % gegenüber 15,86 ± 1,72 % (p = 0,032), was sich mit den Gesamtbeweglichkeitswerten (33,52 % gegenüber 29,04 %; p = 0,626) nicht gut deckt. Konzentration (60,05 gegenüber 52,96 Mio./ml; p = 0,683) und Gesamtzahl (221,56 gegenüber 154,15 Mio.; p = 0,236) unterschieden sich nicht. Schwächen: nur 12 Positive, innere Widersprüche der Beweglichkeitswerte.
Li et al. 2018 [s227]. 27 314 infertile Männer und 200 fertile Spender. Die M.-genitalium-Rate betrug bei Oligozoospermie 3,62 % gegenüber 0,50 % bei Normalen (p = 0,024), bei Infertilen insgesamt 3,64 % (p = 0,011), bei primärer Infertilität 3,73 % (p = 0,010) und bei sekundärer 3,57 % (p = 0,015). Odds Ratios: Oligozoospermie 7,471 (95-%-KI 1,001 bis 55,784), primäre Infertilität 7,704 (1,073 bis 55,309), sekundäre Infertilität 7,362 (1,026 bis 52,837). Die Konfidenzintervalle sind sehr weit und reichen nahe an 1, bei nur 200 Spendern als Kontrolle; die Aussage ist entsprechend unsicher. M. genitalium senke Volumen und Konzentration, aber nicht die Beweglichkeit.
Li et al. 2020 [s194]. 30 094 Männer aus Kinderwunschpaaren (Oktober 2016 bis Dezember 2017): Inzidenz von M. genitalium 2,49 % (749/30 094; 95-%-KI 2,31 bis 2,66 %). Nach Antibiotikabehandlung stiegen die Mittelwerte der Samenparameter gegenüber vorher. Behandlungsversagen insgesamt 17,56 % (82/467; 14,10 bis 21,02 %), Makrolidresistenz in 96,67 % (58/60) und Tetrazyklinresistenz in 45,00 % (27/60) der Versagerproben; das Abstract nennt außerdem ein Azithromycin-Versagen von 37,44 % (73/195). Das angegebene Konfidenzintervall der Makrolidresistenz (91,99 bis 101,34 %) überschreitet 100 % und ist methodisch fehlerhaft. Die Vorher-nachher-Aussage ohne Kontrollgruppe ist nur beschreibend.
Qing et al. 2017 [s249] (siehe Abschnitt Gonorrhö): 2607 infertile Männer, Urin-RNA; M.-genitalium- oder Ureaplasma-Positive hatten einen höheren DFI.
Tjagur et al. 2021 [s182]. Bei M. genitalium (1,1 % der Studiengruppe) waren Neutrophile und Interleukin 6 im Sperma höher, bei STI-Positiven bestand eine Tendenz zu niedrigerer Gesamtspermienzahl und progressiver Motilität (siehe Abschnitt Gonorrhö).
Mycoplasma hominis und Mykoplasmen allgemein.
Gdoura et al. 2007 (Tunesien) [s333]. 120 infertile Männer, PCR im Sperma: Ureaplasmen 19,2 % (23/120), Mykoplasmen 15,8 % (19/120); U. urealyticum 15 %, M. hominis 10,8 %, U. parvum 4,2 %, M. genitalium 5 %; Mischformen 6,7 %. M.-hominis-DNA war mit niedriger Spermienkonzentration (p = 0,007) und anomaler Morphologie (p = 0,03) verbunden, M. genitalium negativ mit der Konzentration (p = 0,05).
Al-Sweih et al. 2012 (Kuwait) [s297]. 127 infertile und 188 fertile Männer, PCR im Sperma: U. urealyticum 24,4 % gegenüber 26,1 %, M. hominis 17,1 % gegenüber 32,4 %, M. genitalium 4,7 % gegenüber 3,2 %, C. trachomatis 3,9 % gegenüber 3,7 %. Die Prävalenzunterschiede waren nicht signifikant; bei infertilen M.-hominis-Trägern bestanden höherer pH und mehr Leukozyten (p < 0,03; p < 0,001). Die Autoren schließen, Mykoplasmen und Chlamydien beeinflussten die Samenqualität offenbar negativ, obwohl die Prävalenz bei Fertilen sogar höher lag (M. hominis 32,4 % gegenüber 17,1 %).
Bragina et al. 2024, Asian Journal of Andrology (Moskau) [s75]. Fall-Kontroll-Studie: Spermien von 125 fertilen Spendern und 93 Patienten mit Fertilitätsproblemen. Klassische Kolonien und neu beschriebene Mikrokolonien von M. hominis wurden molekularbiologisch, kulturell und per Transmissionselektronenmikroskopie nachgewiesen; die Zellen der Mikrokolonien heften sich an Spermien. Bei Patienten mit schlechterer Spermienqualität fanden sich Mikrokolonien 2,5-mal häufiger als klassische Kolonien.
Weitere Ureaplasma- und Mykoplasma-Studien in Zentralasien, der Türkei und im Nahen Osten. Kalmatow et al. 2023 [s140]: bei 414 infertilen Männern in Kirgisistan Ureaplasmen bei 19,3 % und Mykoplasmen bei 10,1 % im Enzymimmunoassay, in der PCR (323 Männer) Ureaplasmen 15,2 % und Mykoplasmen 8,2 %; Gardnerellen 25 %, Candida 20 %. Kılıç et al. 2022 [s148] und Karpuz et al. 2025 [s49] (siehe Abschnitt Gonorrhö): U. urealyticum bei 13,2 % beziehungsweise 19,1 % der symptomatischen Männer, Makrolidresistenz bei 2 von 6 (33,3 %) M.-genitalium-Proben in [s49]. Akgül et al. 2018, Andrologia [s221]: 50 Männer der Infertilitätsambulanz, Multiplex-PCR im Urin, je 25 mit und ohne Leukozytospermie; Erreger bei 12 von 25 (U. parvum 10, U. urealyticum 3, M. hominis 3) gegenüber 9 von 25 (7, 2, 1); p = 0,390; kein signifikanter Einfluss auf Spermaparameter (p > 0,05); kleine Stichprobe, weder Chlamydien noch Gonokokken noch Trichomonaden nachgewiesen.
Einordnung Mykoplasmen und Ureaplasmen. Für U. urealyticum finden mehrere große Serien [s135, s239, s238, s259] niedrigere Konzentration, Beweglichkeit oder Normalformen und höhere Prävalenz bei Infertilen; die Metaanalysen [s116, s278] stützen die Assoziation, aber nicht in allen Untergruppen. Neuere, adjustierte Kohorten aus Kinderwunschzentren [s102, s64, s09, s52] finden vor allem Unterschiede bei DNA-Anfärbbarkeit oder Volumen und keine Unterschiede bei den Ergebnissen von IVF oder Insemination. Ältere Studien aus Nanjing und Shanghai mit Mehrfachvergleichen finden mehr Effekte. Für M. genitalium sind die Befunde zu Volumen und DNA-Fragmentierung wiederholt, aber in kleinen Gruppen mit auffälligen Inkonsistenzen [s241, s235, s161]. Für M. hominis stützt nur ein Teil der Studien einen Zusammenhang; Kuwait und Tunesien liefern gemischte Ergebnisse [s297, s333]. Verursachung ist aus keiner dieser Studien ableitbar.
Humane Papillomviren (HPV)
HPV ist das einzige Virus, für das die Beobachtungsliteratur zur Samenqualität breit ist. Die Einzelstudien sind widersprüchlich: Die Metaanalysen zeigen Zusammenhänge, mehrere neuere Einzelstudien nicht. Material ist in den meisten Studien das Sperma; einzelne nutzen Abstriche vom Genitale.
Stigliani et al. 2025 [s60]. 237 Männer, 384 Proben, Prävalenz 22,7 %. Kein Zusammenhang mit Volumen, Konzentration und Motilität. Die Schwangerschaftsrate pro Inseminationszyklus (IUI) betrug 6,8 % bei HPV-Negativen und 5,0 % bei HPV-Positiven (nicht signifikant), die kumulative Schwangerschaftsrate 33 % gegenüber 39 % und die Lebendgeburtenrate 25 % gegenüber 30 %. Der Unterschied der Schwangerschafts- und Lebendgeburtsraten liegt in der Richtung zugunsten der HPV-Positiven, ist aber nicht signifikant; bei dieser Fallzahl hat die Studie wenig Aussagekraft für kleine Unterschiede.
Priam et al. 2025, Amiens [s57]. 461 Männer, 22,3 % HPV-positiv. Das adjustierte OR für mindestens einen auffälligen Spermiogramm-Befund betrug 4,10 (95-%-KI 2,32 bis 7,25; p < 0,001) und für Infertilität 5,63 (3,16 bis 10,01); nach Propensity-Anpassung 6,10 (3,33 bis 11,21). Stärke: Adjustierung und Propensity-Analyse, eine der größeren europäischen Studien. Schwäche: Die Männer waren wegen Infertilität in der Sprechstunde (Selektion); die Effekte sind größer als in den meisten Metaanalysen.
Omes et al. 2025 [s56]. 335 Proben, 42,51 % (139/327) positiv. Insgesamt keine Unterschiede, aber geringere Motilität bei Infektion mit HPV-51 oder HPV-52. Die hohe Prävalenz weicht von den meisten Studien ab (11,4 bis 20,4 % in [s247]).
Matik et al. 2026 [s24]. 50 Männer infertiler Paare und 10 Männer mit nachgewiesener Fertilität; HPV bei 18,0 % gegenüber 10,0 % (9 beziehungsweise 1 Mann). Unter HPV-Positiven der infertilen Gruppe waren die progressive Motilität höher (p = 0,0399), Zytoplasmareste häufiger (p = 0,05) und die Rate normaler Akrosomen niedriger (p = 0,05); Geschwindigkeitsparameter (VSL, VAP, LIN, WOB, BCF) waren signifikant höher. Im Vergleich zu fertilen Kontrollen hatten HPV-positive Männer der infertilen Gruppe niedrigere Konzentration (p = 0,0493), Gesamtzahl beweglicher Spermien (p = 0,0291) und Mukuspenetration (p = 0,0088), weniger Normalformen (p = 0,05) und mehr Spermien mit Zytoplasmaresten, Flagellum-Fehlbildungen (p = 0,05) und Hals- und Mittelstückfehlern (p = 0,0499). Die Gruppe der fertilen Kontrollen (n = 10, davon 1 HPV-positiv) ist zu klein; die höhere Beweglichkeit der HPV-Positiven widerspricht dem Gesamtbild; mehrere p-Werte liegen genau bei 0,05.
Kim et al. 2026, Korea [s20]. 67 gesunde Männer (20 bis 50 Jahre; mittleres Alter 34,7 ± 4,8 Jahre), HPV-DNA bei 10 von 67 (14,9 %). HPV-positive Männer hatten niedrigere Spermienkonzentration (p < 0,020) und Gesamtzahl (p < 0,002), beides im klinischen Normbereich; Beweglichkeit, Morphologie und Hormone unterschieden sich nicht; Antispermien-Antikörper und DFI waren höher, aber nicht signifikant; eine Untergruppenanalyse der Hochrisikotypen ergab ähnliche Befunde, besonders bei der Gesamtzahl. Die Autoren betonen die kleine Zahl Positiver und dass Verursachung nicht ableitbar ist.
Notari et al. 2024 [s94]. 121 Proben (WHO 2021); schnelle und langsame progressive Motilität unterschieden sich (p = 0,0018 und p = 0,0004), der DFI war nur bei Hochrisiko-HPV erhöht. Die Richtung der Motilitätsunterschiede nennt das verfügbare Material nicht.
Olivera et al. 2025 [s55]. 205 Männer, 19 % HPV-positiv, davon 74,4 % mit Koinfektion, am häufigsten Chlamydia trachomatis (52 %). HPV allein führte nicht zu Veränderungen der Spermienqualität und ging mit niedrigerem IL-6 einher; HPV plus Chlamydien ging mit geringerer Konzentration und Motilität und höherem IL-6 einher. Der Befund ist für die Frage der Koinfektion wichtig: Der Effekt in dieser Studie hängt am Zusammentreffen mit Chlamydien, nicht am Virus allein.
Kansou et al. 2025 [s48]. Virom-Sequenzierung, 15 Fälle mit Mehrfach-HPV im Sperma gegen 13 Kontrollen; keine signifikanten Unterschiede der Spermienparameter. Sehr kleine Gruppen.
Sun et al. 2025, Sichuan [s61]. 624 Männer (Oktober 2019 bis September 2023). HPV-Prävalenz 43,8 % (273/624); Einzeltypinfektionen 59,3 % (162/273), Mehrfachinfektionen 40,7 % (111/273); häufigste Typen HPV52, HPV16, HPV51, HPV58, HPV42; Hochrisikotypen 79,5 % (217/273). Von 377 Männern mit Spermiogramm hatten HPV-Positive signifikant niedrigere Beweglichkeit und weniger Normalformen (p < 0,001) und eine höhere DNA-Fragmentierung (p = 0,007). Männer mit gleichzeitiger Ureaplasma-urealyticum- und Chlamydien-Infektion hatten niedrigere Gesamtzahl (p = 0,025) und niedrigere DNA-Fragmentierungswerte (p = 0,038) als ohne Koinfektion. Bei 416 Paaren hing die HPV-Infektion der Frau mit dem HPV-Status des Mannes zusammen (p = 0,038; Hochrisikotypen p = 0,049); HPV-negativer Status des Mannes war mit höherer Rate normaler Fertilität verbunden (p < 0,001). Schwäche: retrospektiv; Material waren Zellabstriche vom Genitale, nicht Seminalplasma, sodass die Zahl 43,8 % nicht mit Spermiennachweis vergleichbar ist.
Kato et al. 2021, Japan [s174]. 216 infertile Männer; HPV im Sperma (beliebiger Typ) 12,5 %, Hochrisikotypen 6,9 %; kein Prävalenzunterschied zwischen Azoospermie und Nicht-Azoospermie. Bei Nicht-Azoospermie hatten HPV-Positive signifikant niedrigere Beweglichkeit und Konzentration; Superoxiddismutase im Seminalplasma war bei Positiven signifikant höher. In-situ-Hybridisierung lokalisierte HPV-DNA im Kopf und Mittelstück der Spermien. Die Zahlenwerte der Effektgrößen stehen nicht im Abstract.
Yang et al. 2013, Nordchina [s295]. 1138 Männer (523 gesicherte Fertile, 615 Infertile); HPV-positiv 142 (12,48 %); bei Fertilen 35 (6,70 %; zwei Mehrfachinfektionen), bei Infertilen 107 (17,4 %; 29 Mehrfachinfektionen). Vorwärtsbeweglichkeit und Normalformen waren bei HPV-Positiven signifikant niedriger. HPV-Typen 45, 52, 18, 59 und 16 waren bei Infertilen häufiger. Stärke: Gruppe gesicherter Fertiler, 24 Typen per Mikroarray. Schwäche: Altersverteilung der Gruppen im Abstract nicht angegeben.
Shinzawa et al. 2025, Japan [s59]. 157 Prostatakarzinom-Gewebeproben: HPV-DNA in 9,6 % der Prostatakarzinome, 0 % in Samenbläschen; Hochrisiko-HPV 4,5 %; HPV44 häufigster bestimmbarer Typ; Prävalenz bei hohem Tumorgrad signifikant höher. Keine Samenqualitätsstudie; sie zeigt, dass HPV Prostatagewebe infizieren kann.
Fan et al. 2025 [s44] (siehe Abschnitt Gonorrhö): Bei 1951 Männern aus Yunnan senkte HPV allein Volumen und Gesamtzahl der Spermien, und die Koinfektion mit U. urealyticum senkte Motilität und Vitalität signifikant. Ähnlich wie bei [s55] hing der Effekt auf Motilität und Vitalität an der Koinfektion.
Türkei und Russland [s219, s315, s217, s271, s121, s91]. Yiğit et al. 2019 [s219] untersuchten Sperma und Zervixproben von 149 infertilen Paaren (PCR, ein Jahr): CMV bei 12 Paaren (8,1 %; im Sperma 3, in der Zervix 9), HPV bei 14 Paaren (9,4 %; im Sperma 8, in der Zervix 11); HPV oder CMV hatten keinen signifikanten Einfluss auf Spermaparameter, Eizell- und Embryozahl, klinische Schwangerschafts- und Lebendgeburtenrate; C. trachomatis, HSV-1/2, HBV, HCV und HIV wurden in keiner Probe nachgewiesen. Taşcı et al. 2019 [s217]: prospektive Kohorte von 117 Paaren mit mindestens zwei erfolglosen ICSI-Zyklen; HPV im Sperma bei 7,7 %, DFI über 30 % bei 82,9 %; bei HPV-positiven Männern weniger Embryonen guter Qualität; Implantations- und Schwangerschaftsraten ähnlich; frühe Fehlgeburt 33 % gegenüber 10 % (p > 0,05); sehr wenige HPV-positive Fälle. Koçak et al. 2010 [s315]: HPV im Sperma bei 1,1 % von 175 Männern, kein Unterschied zwischen fertil und infertil. Jewdokimow et al. 2016 (Moskau) [s271]: 196 Männer (112 mit unklarer Infertilität, 63 aus Paaren mit Fehlgeburten, 21 gesunde Kontrollen); virale DNA (Herpesviren und Hochrisiko-HPV) bei 42 von 196 (21,4 %), 31 und 11 in den ersten beiden Gruppen (p > 0,05), bei keinem Gesunden; HPV-Genotypen der Gruppe A9 häufig (14 von 18; p = 0,04); Infizierte hatten deutlich geringere Beweglichkeit und weniger normale Formen; bei 31 % war die Viruslast über 3 lg pro 100 000 Zellen. Ibischew et al. 2023 [s121]: Fallserie von 51 Männern (22 bis 40 Jahre) mit Infertilität und HPV-Infektion ohne andere Risikofaktoren: Asthenozoospermie 35,3 %, Asthenoteratozoospermie 31,4 %, Oligoasthenoteratozoospermie 19,6 %, Oligoasthenozoospermie 13,7 %; Hochrisiko-Typen 16 und 18 überwogen, in 88,2 % Assoziationen mehrerer Typen; im Elektronenmikroskop lag HPV bei 80,3 % auf Spermien (Akrosom 76,4 %, Samenplasma 52,9 %); keine Kontrollgruppe. Magomedow et al. 2024 [s91]: 105 Männer (32,3 ± 6,4 Jahre) mit HPV; mehrere Virustypen verstärkten Störungen im Ejakulat und senkten Testosteron; Zahlen nur qualitativ im Abstract.
Ibischew et al. 2020 [s193]. Kontrollierte Beobachtungsstudie bei 103 Männern mit HPV-assoziierter Infertilität: 54 wurden beobachtet, 49 erhielten rekombinantes Interferon alfa-2b plus Vitamine E und C; Endpunkt war die Schwangerschaft (Zahlen im Abstract nicht genannt). Mehrere HPV-Typen im Ejakulat korrelierten schwach mit stärkeren morphologischen Veränderungen (r = 0,257; p = 0,0853, also nicht signifikant, obwohl der Abstract von „statistisch signifikant“ spricht). Die im Abstract ausgesprochene Anwendungsempfehlung wird hier nicht übernommen.
Einordnung HPV. Die Einzelstudien sind widersprüchlich: Große Studien [s57, s61, s295] und die kleinen Studien mit Elektronenmikroskopie finden Zusammenhänge; mehrere neuere kleine Studien [s60, s56, s48, s219, s315] finden keinen oder nur einen Zusammenhang bei Koinfektion [s55, s44]. Die Prävalenz im Sperma schwankt je nach Auswahl und Material zwischen 1,1 % und 43,8 %. Wichtig ist die Mehrfachinfektion: In mehreren Studien hängt der Effekt an der Koinfektion mit Chlamydien oder Ureaplasma. Die Metaanalysen aggregieren genau diese heterogenen Einzelstudien.
Herpesviren, Zytomegalievirus, Polyomaviren
Salar et al. 2025 [s58]. 100 fertile und 100 infertile Männer: HSV-1/2 bei 32 % der infertilen gegenüber 8 % der fertilen, CMV bei 10 % gegenüber 16 %. HSV war mit abnormaler Spermienzahl (p = 0,001) und Morphologie (p = 0,021) verbunden, CMV nicht. Der Nachweis von CMV war bei Fertilen häufiger als bei Infertilen.
Klimowa et al. 2010, Voprosy Virusologii [s314]. Ejakulate von 808 Patienten. Gegenüber Gesunden hatten Männer aus Paaren mit primärer Infertilität häufiger HSV im Gesamtejakulat (31 % gegenüber 17 %; p = 0,049) und in der Fraktion beweglicher Spermien (30 % gegenüber 8 %; p = 0,016). HSV im Ejakulat korrelierte mit weniger aktiv beweglichen Spermien (p = 0,0001) und weniger morphologisch normalen Formen (p = 0,002); CMV hatte keinen Einfluss auf Beweglichkeit und Morphologie. Beide Viren wurden im Winter häufiger nachgewiesen. Die Gruppeneinteilung und die Zahl der Teilgruppen sind im Abstract nicht ausführlich beschrieben.
Naumenko et al. 2011 [s305] und 2011 [s306]; 2013 [s296]; 2014 [s285]. [s305]: HSV-Nachweis in 268 infertilen und 47 gesunden Männern: bewegliche Spermien 21 Mio./ml in HSV-positiven gegenüber 40 Mio./ml in negativen Proben (p = 0,0001); normale Morphologie 13 % gegenüber 19 % (p = 0,002); in menschlichen Hodenexplantaten (Organkultur) sank die Zahl von Spermatogonien, Spermatozyten und Spermatiden in Woche 2. [s306]: Sperma von 91 infertilen und 47 fertilen Männern; HCMV-DNA in 12,3 % der Proben beweglicher Spermien, infektiöser Virus nur bei 2,9 %, ohne signifikanten Gruppenunterschied; in der Hoden-Organkultur zerstörte das Virus Keimzellen (Tag 14: 36,8 % Spermatogonien gegenüber 82,2 % in nicht infizierter Kultur, 18,7 % Spermatozyten gegenüber 51,5 %; alle p < 0,05); Zahl und Vitalität reifer Spermien blieben unverändert. [s285]: 232 Männer in fünf Gruppen, virale DNA bei 17,7 % (EBV 3,4 %, CMV 5,2 %, HHV-6 6,5 %), in 87,5 % der Spermienfraktionen infizierter Proben; CMV häufiger bei Infertilität mit entzündlicher Erkrankung der Harnwege (18,5 % gegenüber 5,4 %; p = 0,03) und mit niedrigerer Spermienzahl (39,5 gegenüber 72,5 Mio./ml; p = 0,036); HHV-6 häufiger bei fertilen Männern mit Entzündung (19 % gegenüber 6,3 %; p = 0,018) ohne Einfluss auf Spermien. [s296]: 162 Männer in vier Gruppen; Herpesviren Typ IV bis VI insgesamt 9,9 % (CMV 4,94 %, HHV-6 3,7 %, EBV 1,85 %); Gruppe mit Fehlgeburten oder fehlgeschlagener IVF der Partnerin 22,7 % gegenüber 10 %, 10,3 % und 9,4 %; CMV-positive Proben 40,2 gegenüber 71,7 Mio./ml (p < 0,05). Die russischen Arbeiten verbinden Klinik mit Organkultur; die Explantate sind ein Modell.
Chen et al. 2013 [s291]. 153 chinesische infertile Männer (21 bis 49 Jahre); Virus-DNA im Sperma bei 59 (39 %): HHV1 bei 39 (25 %), HHV4 bei 6 (4 %), HHV5 bei 33 (22 %), HHV6 bei 3 (2 %); Doppelinfektionen bei 22 von 59 (37 %), meist HHV1 plus HHV5 (15 von 22). Eine leichte Beeinträchtigung zeigte sich bei manchen Trägern; der Zusammenhang zwischen Virusinfektion und Spermienbeeinträchtigung sei nicht eindeutig. Kein Kontrollkollektiv im Abstract.
Abdo et al. 2022 [s141]. 299 Patienten (89,3 % Frauen) in Kinderwunschbehandlung in Abu Dhabi, HSV-2-IgG 12,4 %; Männer 15,6 % gegenüber Frauen 12,0 %; bei Männern mit abnormalem Samen 10,3 % gegenüber 7,7 % bei normalem.
Feyzioğlu et al. 2021, BK-/JC-Polyomavirus [s168]. Fall-Kontroll-Studie: 80 Männer mit idiopathischer Infertilität (Sperma und Urin) und 60 Väter als Kontrollen. JCV im Urin 62,5 % (50/80) gegenüber 38,3 % (23/60), p = 0,005; im Sperma 40 % (32/80) gegenüber 35 % (21/60); die Viruslast war in beiden Materialien höher (p < 0,0001 und p = 0,002). BKV nur bei einem Kontrollmann. Keine klassische STI; keine Spermiogrammdaten im Abstract.
Einordnung. Die Studien zu HSV stammen überwiegend aus Russland, China und dem Iran und fanden konsistent einen Zusammenhang von HSV im Ejakulat mit schlechterer Beweglichkeit und Morphologie [s314, s305, s58]; große chinesische Auswertungen fanden HSV-2 dagegen selten und ohne Effekt [s08]. Für CMV ist der Befund uneinheitlich (kein Effekt [s314, s306], niedrigere Spermienzahl [s285, s296], häufiger bei Fertilen [s58]). Serologischer Nachweis zeigt nur den Kontakt mit dem Virus, nicht eine Infektion des Genitaltrakts [s243].
Hepatitis B
Hepatitis B wird auch sexuell übertragen und ist in China der am besten untersuchte Virusbefund im Zusammenhang mit Samenqualität und assistierter Reproduktion; ein Teil der Studien ist in den Metaanalysen [s105, s84] zusammengefasst.
Wen et al. 2020 [s199]. 782 infertile Männer (25 bis 35 Jahre): Gruppe A (HBsAg, HBeAb, HBcAb positiv; n = 286), Gruppe B (HBsAg, HBeAg, HBcAb positiv; n = 230), Gruppe C Kontrolle (n = 266). Gruppe A hatte niedrigere Konzentration (71,49 ± 60,03 gegenüber 88,20 ± 82,62 und 89,29 ± 53,80 Mio./ml; p < 0,05), niedrigere Vorwärtsbeweglichkeit (30,70 ± 14,79 %), Gesamtbeweglichkeit (42,67 ± 17,23 %) und Normalformen (5,72 ± 3,47 %), niedrigere Akrosinaktivität (57,07 gegenüber 63,03 und 78,00 µIU/10⁶; p < 0,01) sowie höhere DNA-Fragmentierung (14,79 ± 9,46 %; p < 0,05) und höhere hohe DNA-Anfärbbarkeit (9,62 ± 6,20 %). Der Abstract nennt die Werte in der Reihenfolge Gruppe B und C gegenüber Gruppe A; Gruppe A schnitt am schlechtesten ab, auch Gruppe B lag unter der Kontrolle C. Die Vitalität unterschied sich zwischen A und den anderen Gruppen nicht signifikant. Querschnitt; Adjustierungen nennt der Abstract nicht.
Qian et al. 2016 [s264]. 60 Samenproben infertiler Männer plus Normalkontrollen; bei HBV-Infektion niedrigeres Volumen, pH, Dichte, Vorwärtsbeweglichkeit, Vitalität und Normalformen, höhere IL-17, IL-18 und Malondialdehyd (p < 0,05); Malondialdehyd war negativ mit der Samenqualität korreliert.
Su et al. 2014, Taiwan [s288]. Landesweite Registerkohorte: 5138 Männer mit HBV und 25 690 ohne. Infertilitätsinzidenz 2,21 gegenüber 1,39 pro 1000 Personenjahre (1,59-fach); adjustierte Hazard Ratio 1,52 (95-%-KI 1,20 bis 1,92). Stärke: Fallzahl und Registerbasis. Schwäche: Infertilität wurde über Diagnosecodes definiert, nicht über das Spermiogramm. Es ist die einzige Kohorte mit Inzidenz diagnostizierter Infertilität.
Zhou et al. 2011, Zhejiang [s311]. 916 Männer (457 HBV-positiv, 459 negativ); 587 IVF- und 325 ICSI-Zyklen mit gematchten Kontrollen. HBV-Positive hatten niedrigeres Volumen, niedrigere Gesamtzahl, schlechtere Beweglichkeit und Morphologie (p < 0,05); nach ICSI niedrigere 2PN-Befruchtung, weniger hochwertige Embryonen, geringere Einnistung und klinische Schwangerschaft (p < 0,05); bei IVF kein Unterschied; in der logistischen Regression war HBV unabhängig mit mehr Asthenozoospermie und Oligozoospermie/Azoospermie verbunden.
Hepatitis B und assistierte Reproduktion: widersprüchliche Kohorten. Sun et al. 2024 [s100]: 962 infertile Paare mit Insemination, 212 mit HBV-infiziertem Mann; niedrigere Akrosinaktivität, höhere Kaiserschnittrate und Geschlechterverhältnis, aber keine signifikanten Unterschiede bei Standard-Spermienparametern, klinischer Schwangerschaft, Fehlgeburt, Lebendgeburt, Frühgeburt und Geburtsgewicht. Xue et al. 2025 [s67]: genestete Fall-Kontroll-Studie mit 3560 Paaren, 496 HBsAg-positive Männer (2012 bis 2024); keine signifikanten Auswirkungen auf Einnistung und Schwangerschaft; bei HBeAg-Positiven niedrigerer Samen-pH und höherer Anteil nichtvorwärtsbeweglicher Spermien. Wang et al. 2021 [s185]: 681 Paare; Vitalität 74,1 ± 13,7 gegenüber 77,0 ± 12,8 % (p < 0,01), Beweglichkeit 32,5 ± 14,6 gegenüber 35,5 ± 12,9 % (p < 0,05); Befruchtung, Einnistung, klinische Schwangerschaft und Fehlgeburt ohne Unterschied. Meng et al. 2024 [s92]: 1581 Paare, 469 mit HBsAg-positivem Mann; Konzentration, Gesamtzahl und Normalformen niedriger (Gesamtzahl und Normalformen p < 0,01, bei ICSI Normalformen p < 0,001), 2PN-Befruchtung bei IVF/ICSI (p < 0,01) und ICSI (p < 0,05) niedriger; Embryoteilung, Blastozystenbildung, Schwangerschafts- und Lebendgeburtenrate ohne Unterschied; Laborexperimente derselben Arbeit (HBs-Protein senkte das mitochondriale Membranpotenzial menschlicher Spermien, HBx-Protein verursachte DNA-Schäden in embryonalen Stammzellen) gehören zu den Laborversuchen. Zhu et al. 2024 [s109]: 3965 Paare, nach 1:1-Propensity-Matching je 821; ähnliche Spermienparameter und geburtshilfliche Ergebnisse, aber niedrigere Lebendgeburtenrate (p < 0,05), höhere Abortrate (p < 0,05) und weniger hochwertige Embryonen und Blastozysten (beide p < 0,05) in der HBV-Gruppe. Die Bandbreite von „keine Wirkung“ bis „ungünstige Wirkung“ lässt sich durch Zentren, Behandlungsform (Insemination, IVF, ICSI), Serostatus (HBeAg), Matching und Fallzahl erklären; eine einheitliche Aussage ergibt sich nicht. Han et al. 2024 [s85] fanden bei 48 Patienten mit chronischer HBV (23 ohne, 25 mit Integration von HBV-DNA im Spermiengenom) und 48 gesunden Spendern eine Integrationsrate von 0,109 % in Gruppe 2; abnorme Samenparameter fanden sich bei fast allen dieser 25 Patienten; kleine Gruppe, die Folgerungen im Abstract zu Fehlgeburt und Leberkrebsrisiko gehen über das Design hinaus.
Einordnung. Die Metaanalyse [s105] und mehrere große Kohorten [s199, s264, s288, s311] stützen eine Assoziation von HBV mit schlechterer Samenqualität und höherem Infertilitätsrisiko; für die Ergebnisse der assistierten Reproduktion sind die Befunde widersprüchlich.