Ebola (und Marburg)
Für Ebola liegen viele Daten zur Persistenz im Sperma vor, aber in den abgerufenen Abstracts keine Spermiogrammdaten (Spermienzahl, Motilität, Morphologie) von Überlebenden.
Uyeki et al. 2016 (Clinical Infectious Diseases) [s267]. Fünf Überlebende: EBOV-RNA im Sperma bis 290 Tage, infektiöses Virus (Zellkultur) bis 70 Tage nach Krankheitsbeginn.
Soka et al. 2016 (Lancet Global Health) [s266]. Nationales Spermatestprogramm in Liberia: 466 eingeschrieben, bei 429 Ergebnisse; 38 (9 %) mit mindestens einer positiven Probe, davon 24 (63 %) 12 Monate oder länger nach Genesung positiv; längstes Intervall 565 Tage. Männer über 40 Jahre waren häufiger positiv (p = 0,0004). Von 113 Teilnehmern ohne Kondom bei Aufnahme gaben 84 (74 %) beim ersten Kontrolltermin Kondomgebrauch an.
Keita et al. 2019 (Open Forum Infectious Diseases) [s210]. PostEbogui, Guinea, 802 Überlebende, Follow-up bis 40 Monate; 27 von 277 Männern (9,8 %) mindestens einmal im Sperma RNA-positiv; geschätzte Wahrscheinlichkeit, positiv zu bleiben, 93,02 % nach 3 und 60,12 % nach 6 Monaten. In anderen Flüssigkeiten selten: Speichel 1 von 454, Urin 2 von 593, Muttermilch 2 von 168, Vaginalsekret 0 von 273.
Thorson et al. 2021 (PLoS Medicine) [s181]. Kohorte in Sierra Leone (Mai 2015 bis April 2017), 220 Männer (Alter im Mittel 31 Jahre), Kontrolle alle zwei Wochen bis zu zwei aufeinanderfolgenden negativen PCR. Positivrate im Sperma 180 Tage nach Entlassung 75,4 % (66,9 bis 82,0); mediane Persistenz 204 Tage; nach 270 Tagen 26,8 % (20,0 bis 34,2); nach 360 Tagen 6,0 % (3,1 bis 10,2). Schwere akute Erkrankung war mit längerer Persistenz verbunden (nach einem Jahr 10,1 %; 4,6 bis 19,8; bei milden Verläufen nahe 0 %). Männer bis 25 Jahre hatten die 3,17-fache (1,60 bis 6,29), 26- bis 35-Jährige die 1,85-fache (1,04 bis 3,28) Wahrscheinlichkeit, negativ zu sein, im Vergleich zu über 35-Jährigen; bei schwerer Erkrankung und Alter über 35 lag die Persistenz nach einem Jahr über 20 % (6,0 bis 50,6). Limitation: Infektiosität unbekannt, Spermiogramm nicht gemessen.
Weitere Humanarbeiten. Dyal et al. 2023 [s118]: 131 männliche Überlebende in Liberia; späte Clearer (Nachweis über ein Jahr nach Entlassung) waren älter (Median 42,5 Jahre; P < 0,001), hatten weniger schwere Symptome (Median 2; P = 0,006), häufiger Linsentrübung (OR 3,9; 1,1 bis 13,3) und höhere IgG3-Titer (P = 0,005); HLA-C*03:04 war mit früher Clearance verbunden (0,14; 0,02 bis 0,70). Fallah et al. 2025 [s43]: 1044 Teilnehmer (594 Überlebende), unter 243 männlichen Überlebenden hatten 81 (33 %) Virus im Sperma; VEGF-A war als einziger Marker erhöht. Higgs et al. 2021 [s170] (PREVAIL IV): 38 Männer mit persistierender RNA im Sperma, randomisiert auf Remdesivir oder Placebo über fünf Tage; mittlere Negativrate in der Behandlungsphase 85 % (SD 24) gegenüber 76 % (SD 30), p = 0,270; in der Nachbeobachtung 96 % (SD 10) gegenüber 81 % (SD 29), p = 0,041; kleine Studie, nach Aussage der Autoren Bestätigung nötig. Purpura et al. 2017 [s248]: RNA 565 Tage nach Genesung bei einem HIV-positiven Überlebenden. Kofman et al. 2021 [s175]: alle Blutproben von 126 Teilnehmern RNA-negativ.
Tierversuche und Modelle. Liu et al. 2022 [s149] (27 Rhesusaffen): Virus in Nebenhoden- und Samenbläschenepithel und Samenflüssigkeit. Webb et al. 2026 [s33] (Ifnar1-defiziente Mäuse): RNA in Fortpflanzungsgewebe bis Tag 35, Nebenhoden und Spermien bis Tag 21 häufig positiv, Hodenhistopathologie mild. Clancy et al. 2023 [s117]: Mausmodell für sexuelle Übertragung. Ebola-ähnliche Partikel [s14]: etwa 2,48 % erreichten die Samenkanälchen, Connexin 43 und Vimentin wurden vermindert. Tolcapone [s196] hemmte im Zellmodell die Bildung seminaler Amyloidfibrillen und den Eintritt von Pseudoviren (Laborbefund). Marburg [s26]: Das Virus bleibt im Hoden von Primaten bestehen, schädigt Sertoli-Zellen und die Blut-Hoden-Schranke; Folgen für die Infertilität sind nur vermutet.
Chlamydia trachomatis
Chlamydien sind unter den bakteriellen STI der am besten untersuchte Erreger im Zusammenhang mit der Samenqualität; die Ergebnisse sind uneinheitlich.
Metaanalysen. Keikha et al. 2023 [s122]: 56 Artikel, Prävalenz bei infertilen Männern 20,6 % (19,8 bis 21,5; I² 97,77); die Infektion erhöhte das Infertilitätsrisiko (OR 2,28; 1,90 bis 2,72; I² 81,61). Bragazzi et al. 2026 (Open Forum Infectious Diseases) [s05]: 26 Fall-Kontroll-Studien mit 11 706 Teilnehmern, überwiegend molekulare Diagnostik (23 Studien), OR 3,68 (2,24 bis 6,02; I² 65 %); in altersgematchten Studien OR 6,77; Publikationsbias festgestellt, nach Korrektur OR 2,75; die Autoren betonen Verzerrungen und fehlende geografische Repräsentativität. Song et al. 2024 (Preprint) [s98]: 16 Studien, über 3000 Patienten; niedrigere Spermienkonzentration (Mittelwertdifferenz minus 3,33; minus 6,54 bis minus 0,12; I² 30 %) und progressive Motilität (minus 1,62; minus 3,04 bis minus 0,20; I² 14 %), nicht aber Volumen, Morphologie, Vitalität, pH; nicht begutachtet.
Große Kohorten und Fall-Kontroll-Studien.
- Chinesisches Zentrum, 30 760 subfertile Patienten [s253]: 970 Infektionen (3,15 %, jährlich steigend); verglichen mit 1140 subfertilen Patienten ohne Infektion unterschieden sich Basisparameter und Ergebnisse nach assistierter Reproduktion nicht (p > 0,05); nach erfolgreich behandelter Infektion sehen die Autoren keinen nachteiligen Einfluss. Schwäche: keine Spermienwerte getrennt nach Männern, kleine Kontrollgruppe.
- 7154 Samenproben infertiler Männer [s162]: 416 Chlamydien-positiv. Signifikant niedrigeres Ejakulatvolumen, höhere Leukozytenzahl und höhere Granulozyten-Elastase (alle p < 0,05); Konzentration, Vitalität, Beweglichkeit und Morphologie nicht verschlechtert; Antispermien-Antikörper und Akrosinaktivität unbeeinflusst. Die Autoren deuten dies als Entzündung und Hypospermie ohne Funktionsschädigung der Spermien.
- Rizhao [s124]: 1022 Männer (393 Infertilität, 139 wiederholte Fehlgeburten bei der Partnerin, 490 Kontrollen); Chlamydien bei 6,1 % (Infertilität), 2,9 % (Fehlgeburten) und 0,6 % (Kontrolle), p < 0,001; Konzentration, Gesamtzahl, Motilität und Normalformen bei Positiven für Ureaplasma, Mycoplasma hominis und/oder Chlamydien niedriger (p < 0,05); Chlamydien allein (31 Fälle) nicht getrennt ausgewertet.
- Gemeinsame Auswertung [s176]: 253 infertile Männer in vier Gruppen (nur Chlamydien n = 63, nur Ureaplasma n = 60, beide n = 62, keine Infektion n = 68); alle Infektionsgruppen unterschieden sich von der Kontrolle in Volumen, Normalformen, Beweglichkeit, Vorwärtsbeweglichkeit und Vitalität (p < 0,05); DFI und Elastase nur in den Gruppen mit Ureaplasma verändert.
- 621 infertile und 615 fertile Männer [s284]: Prävalenzen nicht verschieden, keine signifikanten Unterschiede der Samenparameter bei Chlamydien. Korea [s246]: 400 Männer in Fertilitätsabklärung, Chlamydien im Samen 0,79 %; Normalformenanteil nur bei Ureaplasma urealyticum erniedrigt.
- Serologie: Holster et al. 2026 [s15] (256 Partner subfertiler Paare; 29,8 % seropositiv für Pgp3-IgG1 oder IgG3; Asthenozoospermie häufiger bei Pgp3-IgG1 mit 18,6 % gegenüber 6,3 %, P = 0,006, bereinigtes OR 3,0; 1,12 bis 8,01); Frikh et al. 2019 [s208] (Marokko, 143 Männer, Chlamydien-IgG 37,1 %, verminderte Vitalität OR 2,41; 1,15 bis 5,06; französischsprachig); Radouani et al. 1996 [s363] (139 Patienten, Mikroimmunfluoreszenz 24,5 %, DNA im Sperma 7,6 %, kein Zusammenhang zwischen Serum-Antikörpern und DNA im Sperma; französischsprachig); Asaboro et al. 2026 [s02] (68 Fälle, 68 Kontrollen, Nigeria; Seropositivität 19,1 % gegenüber 4,4 %, p < 0,001; in der multivariaten Analyse kein unabhängiger Prädiktor); Sırmatel et al. 2002 [s352] (Seropositivität 38,3 %, 34,6 % und 17,5 % in drei Gruppen, nicht signifikant).
- Weitere Einzelstudien: Rosemond et al. 2006 [s339] (100 Paare in Tours, nur eine Probe positiv); Lozano-Hernández et al. 2012 [s301] (Antikörper mit niedrigeren Anhangsdrüsenmarkern, spanischsprachig); Ahmadi et al. 2023 [s111] (50 infertile gegen 50 fertile Paare, Chlamydien 10 % gegenüber 0 %); Azonbakin et al. 2025 [s39] (90 Männer in Cotonou, 3,33 %); Haratian et al. 2024 [s86] (1080 subfertile Männer, homozygote DEFB126-Deletion häufiger bei Chlamydien-Positiven); Samara et al. 2026 [s28] (80 Proben; Chlamydien-, Mykoplasmen- und Ureaplasmen-positive Proben mit höherer Konzentration und Motilität, das widerspricht dem Gesamtbild und beruht auf sehr kleinen Gruppen).
Studien aus Asien und dem Nahen Osten. Japan: [s358] (83 Männer, Chlamydien-IgA 19,3 %, IgG 12,0 %; Gruppenunterschiede nicht signifikant, aber IgA- und IgG-Index korrelierten mit der Leukozytenzahl in Samen und Urin), [s357] (Ligase-Kettenreaktion, 1 von 98 Männern), [s366] (Genom bei 8 von 94 Samenproben, PMN-Elastase höher), [s376] (1986, 335 Kontrollen und 92 Infertile, IgG 14,5 % gegenüber 12,9 %). China: [s349] (IgG im Seminalplasma 13,8 % gegenüber 11,1 %, kein Unterschied). Tunesien: [s354] (92 Männer, DNA im Sperma 16,3 %, nur der Samennachweis mit geminderter Beweglichkeit verbunden), [s286] (13 von 85 Chlamydien-positiv; niedrigere Spermienzahl p = 0,02, schnelle Progressivbeweglichkeit p = 0,04, niedrigeres mitochondriales Membranpotenzial p = 0,006, mehr aktivierte Caspase 3 p = 0,001, DFI nicht signifikant). Ägypten: [s178] (Plasmid-DNA bei 7,5 % der Patienten, 0 % der Kontrollen; Zusammenhang mit Asthenozoospermie p = 0,05 und eingeschränkter Vitalität p = 0,003), [s167] (60 infertile Männer, ROS und DNA-Fragmentierung höher, r = 0,82 zwischen Fragmentierung und ROS). Marokko [s47] (Volltext gelesen): Konzentration 82,47 Mio./ml bei Kontrollen, 36 bei Chlamydien mit abnormalem Spermiogramm; Chlamydien mit normalem Spermiogramm unterschieden sich nicht von Kontrollen. Die Quelle enthält Zahlenwidersprüche (Probenzahl 2371 oder 2731; ein Konfidenzintervall schließt den Mittelwert nicht ein), und die Gruppeneinteilung nach Spermiogramm erzeugt den Befund teilweise selbst. Kuwait [s297]: Chlamydien 3,9 % gegenüber 3,7 %, nicht signifikant. Abu Dhabi [s110]: Seropositivität 22,0 %, Männer 45,7 % gegenüber Frauen 18,9 %.
Studien aus Russland, Kasachstan, Georgien und der Türkei. Apsaljamow et al. 2022 [s163] (299 Männer mit Chlamydien und Kinderlosigkeit: Asthenozoospermie 75,25 %, Entzündungszeichen 99,33 %; keine Kontrollgruppe, die Schwelle für Teratozoospermie ist so streng, dass 97,66 % betroffen sind). Gisinger und Franzewa 2016 [s270] (60 Männer gegen 50 Gesunde; Normokinese 19 ± 1,6 % gegenüber 65 ± 4,6 %; Volumen 1,4 gegenüber 3,4 ml; pH 6,3 gegenüber 7,6; Zink im Samen 1,9 gegenüber 3,7 mmol/l). Michailitschenko et al. 2008 [s328] (243 Männer; Asthenozoospermie 69 %, 89 % und 73 % bei früher, aktuell und nicht Infizierten). Akyschbajewa et al. 2016 [s269] (30 Männer, Spermatogenesestörung bei 86,7 %, Mischinfektionsangabe der Quelle intern inkonsistent). Bukia et al. 2010 [s313] (182 Männer mit Oligozoospermie oder Aspermie; nach Behandlung besserte sich das Spermiogramm bei je 8 Patienten mit Chlamydien und Ureaplasmen). Zwei Fallberichte zu neuen Chlamydien-Varianten [s223, s206]. Türkei: Cengiz et al. 1997 [s359] (Antigen-positive Männer mit geringerer Dichte, Morphologie, Beweglichkeit und Vitalität; Fallzahl im Abstract nicht genannt), Günyeli et al. 2011 [s304] und Koçak et al. 2010 [s315] (kein Unterschied zwischen fertilen und infertilen Männern).
Tierversuche und Mikroskopie. Bryan et al. 2020 [s187]: Chronische Infektion mit Chlamydia muridarum im Hoden der Maus erhöhte die Leukozyteninfiltration, störte die Blut-Hoden-Schranke und senkte die Zahl spermiogener Zellen; Spermien hatten geringere Motilität, mehr Fehlformen, geringere Zona-Bindung und mehr DNA-Schäden; bei Paarung mit gesunden Weibchen zeigten 16,7 % der Nachkommen Entwicklungsanomalien. Bryan et al. 2023 [s113]: Impfung mit MOMP/ISCOMATRIX verringerte die Keimlast in Prostata, Nebenhoden und Hoden und erhielt die Motilität (Tiermodell). Sellami et al. 2011 [s308]: Mausmodell mit Serovar E, niedrigere Spermaparameter und Reproduktionsleistung, mehr Spermienapoptose. Elektronenmikroskopie: Mavrov 1995 [s364] (feste Anheftung an Kopf, Hals und proximales Flagellum, teilweises Eindringen an Stellen von Membranschäden), Erbengi 1993 [s367] (Elementarkörper im Spermienkopf bis in den Zellkern, Befall auch des Flagellums). Japanische Serien zu Nebenhoden und Prostata: [s374] (42 Fälle akuter Epididymitis, Chlamydien direkt bei 6 von 18), [s373] (Antigen bei 7 von 31 mit chronischer nichtbakterieller Prostatitis), [s365] (IgA im Prostatasekret 26,0 %).
Einordnung. Die größte Studie [s162] findet Entzündungszeichen und niedrigeres Volumen, aber keine Verschlechterung von Konzentration, Beweglichkeit oder Morphologie. Studien, die mehrere Erreger bündeln [s124, s176], deuten auf eine Verschlechterung, lassen den Anteil der Chlamydien aber offen. Metaanalysen zeigen Assoziationen mit Infertilität (OR 2,28 bis 3,68) bei hoher Heterogenität und festgestelltem Publikationsbias [s122, s05].
Mykoplasmen und Ureaplasmen
Dies ist der am dichtesten belegte Block; Ureaplasma urealyticum und Mycoplasma genitalium werden in China routinemäßig im Samen gesucht.
Metaanalysen. Die Metaanalyse zu genitalen Mykoplasmen [s116] (21 Studien aus sieben Ländern mit 53 025 infertilen Männern und 6435 Kontrollen; Newcastle-Ottawa-Skala) fand gepoolte OR von 3,438 (1,780 bis 6,643) für Mycoplasma genitalium, 1,840 (1,013 bis 3,343; p = 0,045) für M. hominis, 3,278 (2,075 bis 5,180) für Ureaplasma urealyticum und 1,671 (0,947 bis 2,950; p = 0,077) für U. parvum. In der Untergruppe China waren M. hominis und U. urealyticum stark mit Infertilität assoziiert, weltweit nicht (M. hominis p = 0,553; U. urealyticum p = 0,050). Die Gruppengrößen sind sehr ungleich, die Nachweisverfahren verschieden. Huang et al. 2015 [s278] (14 Fall-Kontroll-Studien; fünf zu U. urealyticum mit 611 Fällen und 506 Kontrollen, neun zu M. hominis mit 2410 Fällen und 1223 Kontrollen): U. urealyticum und M. hominis mit Infertilität assoziiert, U. parvum und M. genitalium nicht; in China war die Positivrate von U. urealyticum höher, die von M. hominis niedriger als im weltweiten Durchschnitt. Die EAU-Leitlinie [s383] zitiert diese Metaanalyse mit OR 3,03 (1,02 bis 8,99) für U. urealyticum und OR 2,8 (0,93 bis 3,64) für M. hominis; das Intervall für M. hominis schließt 1 ein, obwohl [s278] einen signifikanten Zusammenhang berichtet; die Unstimmigkeit zwischen den Quellen bleibt offen. Eine ältere chinesischsprachige Metaanalyse [s327] (49 Publikationen) nannte OR 4,43 (3,77 bis 5,22), für Kultur 4,25 und für PCR 5,35, ausschließlich auf chinesischen Studien. Kukoyi et al. 2025 [s50] (U. urealyticum; Metaanalyse mit narrativen Anteilen): Reduktion von Ejakulatvolumen (SMD 0,33; 0,15 bis 0,52), Konzentration (0,47; 0,31 bis 0,64), Gesamtmotilität (0,73; 0,43 bis 1,02), Gesamtzahl beweglicher Spermien (0,21; 0,17 bis 0,26) und normaler Morphologie (0,88; 0,42 bis 1,35); erhöhte Leukozytenzahl (SMD minus 0,82; minus 1,61 bis minus 0,02); qualitativ höhere IL-1β, IL-6, IL-8, TNF-α und mehr DNA-Fragmentation; die Vorzeichen sind im Abstract uneinheitlich angegeben. Boujemaa et al. 2026 [s04] (elf Studien, M. hominis bei infertilen Männern): Konzentration SMD minus 0,815 (minus 1,314 bis minus 0,317; p = 0,001), progressive Motilität minus 0,360 (minus 0,683 bis minus 0,037; p = 0,03), Vitalität minus 0,831 (minus 1,410 bis minus 0,253; p = 0,005), normale Morphologie minus 0,631 (minus 1,178 bis minus 0,083; p = 0,02), pH höher (SMD 0,586; 0,167 bis 1,006); kein Publikationsbias im Egger-Test (p = 0,10).
Ureaplasma urealyticum und U. parvum, Einzelstudien mit Effekt.
- Xianchun et al. 2023 [s135]: 1064 Männer (22 bis 30 Jahre) in drei Gruppen (Infektion n = 328, symptomatisch ohne Erreger n = 377, Gesunde n = 359); U. urealyticum war mit geringerer Konzentration, geringerem Anteil vorwärts beweglicher Spermien und geringerer Normalform verbunden (alle p < 0,001).
- Zhao et al. 2026 [s36]: Seminalplasma-Elastase höher (p = 0,0006), Morphologieanomalien häufiger (p < 0,0001), DFI höher (p < 0,01); Volumen, Leukozyten, Zink, Fruktose, Zitronensäure ohne Unterschied; Fallzahl im Abstract nicht genannt.
- Liu et al. 2022 [s150] (198 Infizierte, 198 Kontrollen): Volumen, Viskosität, Verflüssigungszeit und PMN-Elastase höher, pH und progressive Motilität niedriger; [s151] (340 Proben, 104 positiv, Infektionsrate 30,6 %): pH, Vorwärtsbeweglichkeit, VCL, VSL und STR niedriger (alle p < 0,001), Volumen höher; ein Modell schätzte das Verschlechterungsrisiko für Vorwärtsbeweglichkeit und VCL etwa auf das Doppelte.
- Zhang et al. 2020 [s202]: 1530 Männer, 295 mit asymptomatischer Leukozytospermie, 95 Ureaplasma-positiv; bei UU-positiver Leukozytospermie progressive Motilität, Gesamtmotilität und normale Morphologie signifikant niedriger als bei UU-negativer (alle p < 0,001).
- Fall-Kontroll-Studien zur Häufigkeit: Shanghai [s239] (540 Infertile gegen 260 Fertile, 39,6 % gegenüber 19,2 %, p < 0,001), [s238] (662 Infertile gegen 25 Fertile, 52,87 % gegenüber 16,00 %; nur 25 Kontrollen), [s259] (19 098 Proben Infertiler, 3368 Spenderproben; Prävalenz unterschiedlich, Motilität und Normalformen bei Ureaplasma-Positiven signifikant anders), [s293] (Korea, 50 infertile und 48 fertile Paare, 48 % gegenüber 25 %, p = 0,022; Vorwärtsbeweglichkeit und Vitalität bei Positiven niedriger), [s289] (223 Infertile, 146 Fertile; Biovar II häufiger bei Infertilen, p = 0,036; ROS, Malondialdehyd, DFI und Schweifmoment bei Infizierten verändert), [s310] (967 Infertile, 201 Fertile; Normalformen bei Ureaplasma-positiven Infertilen niedriger), [s329] (chinesischsprachig, 202 Kulturen, niedrigere Dichte, Beweglichkeit und Vitalität, höherer pH), [s341] (346 Männer, niedrigere Konzentration 54,04 gegenüber 70,58 Mio./ml), [s309] (63 Proben; intakte Plasmamembran 45,14 ± 10,69 % gegenüber 72,68 ± 9,91 %), [s263] (81 Proben, Stickstoffmonoxid höher, korreliert mit IL-17 und IL-18), [s360] (925 Seminalplasmaproben; asymptomatische Ureaplasma-Infektion bei 55,76 % der Männer mit Varikozele gegenüber 34,93 % ohne, p < 0,005), [s361] (Shanghai 1997, 549 von 1416 Infertilen gegenüber 34 von 375 Fertilen; im Rattenversuch bei 11 von 47 Tieren Samenkanälchenschäden, Infertilität bei 12 von 40 in Paarungsversuchen).
- Spurenelemente und Immunfaktoren in Nanjing [s348, s345, s344]: Zink und Selen im Seminalplasma bei Ureaplasma-Infektion niedriger, Cadmium höher; Querschnitte mit Mehrfachvergleichen.
- Molekulare Subtypen: [s216] (358 Abstriche, 92 positiv, 79,3 % U. parvum), [s236] (480 Proben; Untergruppen A und C von U. parvum mit Oligozoospermie assoziiert), [s250] (103 Stämme, 53 erweiterte Sequenztypen; U. urealyticum werde eher zwischen Partnern übertragen).
Ureaplasma, Studien ohne oder mit geringem Effekt. Lindhof und Homey 2025 [s52]: 3464 Spermaproben, U. parvum bei 12,4 %; nur das Volumen war bei Infizierten signifikant niedriger, Konzentration, Motilität, Morphologie und Entzündungsmarker unterschieden sich nicht. Wan et al. 2024 [s102]: 1215 Paare (249 UU-positiv, 966 UU-negativ), Konzentration, Motilität und Morphologie ähnlich; Antispermien-Antikörper (p = 0,020) und hohe DNA-Anfärbbarkeit (HDS; p = 0,014) höher; Embryoqualität, Schwangerschafts- und Neugeborenenergebnisse nicht signifikant verschieden. Wan et al. 2025 [s64]: 245 IUI-Paare, keine Unterschiede in Spermienparametern, nur HDS verschieden (p = 0,04). Dai et al. 2026 [s09]: 2668 Männer, UU bei 24,7 %; Rauchen (OR 1,23; 1,02 bis 1,49) und Geschlechtsverkehr mehr als zweimal pro Woche (OR 1,41; 1,04 bis 1,91) waren mit UU verbunden; Volumen niedriger (p = 0,002), aber keine Assoziation mit schlechter Samenqualität in Regression und Spline-Analyse. Hannachi et al. 2018 [s225] (französischsprachig): bei Bakteriospermie war U. urealyticum der häufigste Keim (45,7 %), mit Hypospermie verbunden (P = 0,031). Akgül et al. 2018 [s221] (Türkei, 50 Männer, je 25 mit und ohne Leukozytospermie): Erregernachweis 12 von 25 gegenüber 9 von 25, p = 0,390, kein Einfluss auf Spermaparameter. Tunesien: Gdoura et al. 2007 [s333] (120 infertile Männer; M.-hominis-DNA mit niedriger Konzentration p = 0,007 und anomaler Morphologie p = 0,03, M. genitalium negativ mit der Konzentration p = 0,05), 2008 [s325] (104 asymptomatische Männer, keine signifikante Beziehung zu den Parametern) und [s326] (116 Männer, Bakteriospermie 56,9 %). Kuwait [s297]: Prävalenzen bei Infertilen und Fertilen nicht verschieden (U. urealyticum 24,4 % gegenüber 26,1 %, M. hominis 17,1 % gegenüber 32,4 %). Jordanien [s290]: U. urealyticum 10,8 % gegenüber 5,7 %. Russland [s75]: Mikrokolonien von Mycoplasma hominis, die sich an Spermien heften, bei Patienten mit schlechterer Spermienqualität 2,5-mal häufiger als klassische Kolonien (125 Spender, 93 Patienten).
Mycoplasma genitalium. Zheng und Zhong 2022 [s161] (chinesischsprachig): 100 infertile Männer mit M. genitalium, 200 ohne; DFI 40,1 ± 9,9 % gegenüber 5,4 ± 4,9 % (P < 0,01), nach Azithromycin 19,0 ± 9,0 %; Konzentration und Motilität unterschieden sich vor und nach Behandlung nicht. Auffällig große Differenz, Kontrollauswahl im Abstract nicht erläutert; der Kontrollwert liegt weit unter dem DFI der M.-genitalium-negativen Infertilen in [s235] (20,71 %). [s191]: 114 Proben (34 positiv); Volumen 2,87 ± 0,37 gegenüber 3,86 ± 0,43 ml, Vorwärtsbeweglichkeit 15,86 ± 2,79 % gegenüber 23,65 ± 3,47 %, DFI 31,39 ± 3,16 % gegenüber 20,79 ± 3,59 %. [s241]: 420 Männer, 101 positiv; nur das Volumen niedriger (3,20 gegenüber 3,57 ml, p = 0,016), Konzentration, Beweglichkeit und Normalformen nicht. [s235] (Nanjing): 352 Männer, 12 positiv; Volumen und DFI verschlechtert, die Beweglichkeitswerte des Abstracts sind intern widersprüchlich. [s227]: 27 314 infertile Männer und 200 Spender; M.-genitalium-Rate bei Oligozoospermie 3,62 % gegenüber 0,50 % bei Normalen (OR 7,471; 1,001 bis 55,784), die Intervalle sind sehr weit. Qing et al. [s249]: höherer DFI bei M.-genitalium- und U.-urealyticum-positiven Männern. [s194]: 30 094 Männer aus Kinderwunschpaaren, Inzidenz von M. genitalium 2,49 % (2,31 bis 2,66 %); nach Antibiotikabehandlung stiegen die Mittelwerte der Samenparameter, ohne Kontrollgruppe; das für die Makrolidresistenz genannte Konfidenzintervall (91,99 bis 101,34 %) überschreitet 100 % und ist fehlerhaft. Tjagur et al. [s182]: M. genitalium 1,1 %; Neutrophile und Interleukin 6 im Sperma höher.
Tierversuche. Ito et al. 2021 [s173] (Maus, Japan): U. parvum haftete an Mäusespermien und drang ein (vor allem Kopf und Mittelstück); Motilität sank dosis- und zeitabhängig; infizierte Spermien trugen den Erreger bei der IVF in die Eizelle, Befruchtungsrate und Embryonalentwicklung waren verringert. Ratte [s375] (Japan, 1987): nach direkter Inokulation wurde U. urealyticum weder aus Prostata, Blase noch Niere zurückgewonnen, keine Entzündung; die Autoren sahen den Erreger in der Rattenprostata als weder persistent noch virulent. Das steht im Gegensatz zum Rattenversuch aus Shanghai [s361]; Unterschiede in Serotyp, Stamm, Inokulationsweg und Beobachtungsdauer sind möglich, aber nicht erörtert.
Einordnung. Für U. urealyticum und M. hominis zeigen Metaanalysen und mehrere große Serien niedrigere Konzentration, Beweglichkeit oder Normalformen und höhere Prävalenz bei Infertilen [s116, s278, s135, s239, s259, s04]. Neuere adjustierte Kohorten aus Kinderwunschzentren finden dagegen vor allem Unterschiede bei DNA-Anfärbbarkeit oder Volumen und keine bei den Behandlungsergebnissen [s102, s64, s09, s52]. Khalafalla et al. [s123] nehmen Ureaplasma als einzige Ausnahme von der uneindeutigen Evidenz aus.
Humane Papillomviren (HPV)
HPV ist unter den Viren der am breitesten mit der Samenqualität verknüpfte Erreger; mehrere Metaanalysen aus chinesischen und europäischen Gruppen liegen vor.
Metaanalysen und Übersichten.
| Studie | Datenbasis | Kernergebnis (95-%-Konfidenzintervall) |
|---|---|---|
| Lyu et al. 2017 [s247] | 31 Studien, 5194 Männer | HPV-DNA im Sperma bei 11,4 % (7,8 bis 15,0) der Allgemeinbevölkerung und 20,4 % (16,2 bis 24,6) der Kinderwunsch-Patienten; OR für Infertilität 2,93 (2,03 bis 4,24) |
| Xiong et al. 2018 [s233] | 8 Artikel, 1955 Teilnehmer | OR 3,02 (2,11 bis 4,32); I² 6,9 % |
| Cao et al. 2020 [s189] | 10 Studien, 616 HPV-positive und 2029 HPV-negative infertile Männer | progressive Motilität SMD minus 0,88 (minus 1,17 bis minus 0,59); I² 86 % |
| [s184] (2021) | 17 Studien einschließlich WanFang und CNKI | Konzentration SMD minus 0,12 (minus 0,21 bis minus 0,03); Beweglichkeit minus 0,55 (minus 0,780 bis minus 0,33); Vitalität identisch angegeben (mögliche Verwechslung im Abstract); Morphologie minus 0,34 (minus 0,61 bis minus 0,07); Hochrisiko- gegen Niedrigrisiko-HPV: Spermienzahl minus 0,65 (minus 1,11 bis minus 0,18) |
| Garolla et al. 2024 [s83] | 25 Studien, 6942 Patienten | Morphologie SMD minus 0,52 (minus 0,84 bis minus 0,21); Motilität minus 0,82 (minus 1,07 bis minus 0,57); Volumen, Konzentration und pH unverändert |
| Iravani et al. 2026 [s17] | Umbrella-Review über 16 Übersichten | progressive Motilität SMD minus 0,48 (minus 0,75 bis minus 0,21); Gesamtmotilität minus 0,59 (minus 0,82 bis minus 0,35); Spermienzahl minus 0,27 (minus 0,43 bis minus 0,10); Vitalität minus 0,38 (minus 0,62 bis minus 0,14); Morphologie minus 0,32 (minus 0,53 bis minus 0,10) |
| Guo et al. 2024 [s84] | 135 Studien, 30 298 Männer (alle Viren) | HPV: DFI-Mittelwertdifferenz 5,64 (3,74 bis 7,54), niedrigere Konzentration, Vitalität und Morphologie; klinische Schwangerschaft OR 0,31 (0,16 bis 0,62); Fehlgeburt OR 5,28 (2,02 bis 13,78); Hepatitis B: Befruchtungsrate OR 0,86 (0,76 bis 0,99) |
Die Heterogenität reicht von I² 6,9 % [s233] bis 86 % [s189]; alle Metaanalysen beruhen auf Beobachtungsstudien. Die Übersicht von Souho et al. 2015 [s280] (Marokko; HPV-Infektionen seien genotypabhängig mit Störungen der Reproduktionsfunktion assoziiert, kein Effektschätzer im Abstract) und Garrido und Çağlar 2018 [s224] (HPV-Prävalenz bei unerklärter Infertilität des Mannes 10 bis 35,7 %; routinemäßiges Waschen entfernt HPV-DNA nicht zuverlässig) ergänzen das Bild; die Übersicht [s62] sagt selbst, die Debatte über die ursächliche Rolle von HPV halte an.
Einzelstudien mit Effekt.
- Priam et al. 2025 [s57]: 461 Männer in Amiens, 22,3 % HPV-positiv; adjustiertes OR für mindestens einen auffälligen Spermiogramm-Befund 4,10 (2,32 bis 7,25) und für Infertilität 5,63 (3,16 bis 10,01); nach Propensity-Anpassung 6,10 (3,33 bis 11,21).
- West China Second Hospital [s61]: 624 Männer, HPV-Prävalenz 43,8 % (in Genitalabstrichen); von 377 Männern mit Spermiogramm hatten HPV-Positive signifikant niedrigere Beweglichkeit und weniger Normalformen (p < 0,001) und höhere DNA-Fragmentation (p = 0,007); HPV-negativer Status des Mannes war mit höherer Rate normaler Fertilität verbunden.
- Nordchina [s295]: 1138 Männer (523 gesicherte Fertile, 615 Infertile), HPV bei 6,70 % der Fertilen und 17,4 % der Infertilen; Vorwärtsbeweglichkeit und Normalformen bei Positiven signifikant niedriger.
- Japan [s174]: 216 infertile Männer, HPV im Samen 12,5 %; bei Nicht-Azoospermie niedrigere Beweglichkeit und Konzentration, Superoxiddismutase höher; In-situ-Hybridisierung lokalisierte HPV-DNA in Kopf und Mittelstück der Spermien.
- Notari et al. 2024 [s94]: 121 Proben, schnelle und langsame progressive Motilität unterschieden sich (p = 0,0018; p = 0,0004), DFI nur bei Hochrisiko-HPV erhöht. Olivera et al. 2025 [s55]: 205 Männer, 19 % HPV-positiv, davon 74,4 % mit Koinfektion (häufigste Chlamydia trachomatis, 52 %); HPV allein ohne Veränderung der Spermienqualität und mit niedrigerem IL-6, HPV plus Chlamydien mit geringerer Konzentration und Motilität und höherem IL-6. Kim et al. 2026 [s20]: 67 gesunde Koreaner, 14,9 % positiv; niedrigere Konzentration (p < 0,020) und Gesamtzahl (p < 0,002), noch im Normbereich. Matik et al. 2026 [s24]: 50 Männer infertiler Paare und 10 Fertilitätsbewiesene; HPV 18,0 % gegenüber 10,0 %; unter HPV-Positiven höhere progressive Motilität (p = 0,0399), mehr Zytoplasmareste und Flagellum-Fehlbildungen.
- Russland: Ibischew et al. 2023 [s121] (51 Männer; Elektronenmikroskopie zeigte HPV bei 80,3 % auf Spermien, keine Kontrollgruppe), Magomedow et al. 2024 [s91] (105 Männer; mehrere Virustypen verstärkten Störungen im Ejakulat und senkten Testosteron, qualitativ), Ibischew et al. 2020 [s193] (103 Männer; die Korrelation mehrerer HPV-Typen mit morphologischen Veränderungen, r = 0,257, p = 0,0853, ist nicht signifikant, obwohl der Abstract das anders formuliert), Jewdokimow et al. 2016 [s271] (196 Männer; virale DNA bei 21,4 %, bei keinem Gesunden; Infizierte mit geringerer Beweglichkeit und weniger Normalformen), Isaguliants et al. 2021 [s172] (Übersicht).
Einzelstudien ohne oder mit gemischtem Effekt. Stigliani et al. 2025 [s60]: 237 Männer, 384 Proben, Prävalenz 22,7 %; kein Zusammenhang mit Volumen, Konzentration und Motilität; Schwangerschaftsrate pro IUI-Zyklus 6,8 % (HPV-negativ) gegenüber 5,0 % (HPV-positiv), nicht signifikant; kumulative Schwangerschaft 33 % gegenüber 39 %, Lebendgeburt 25 % gegenüber 30 %. Omes et al. 2025 [s56]: 335 Proben, 42,51 % positiv, insgesamt keine Unterschiede, aber geringere Motilität bei HPV-51 oder -52. Kansou et al. 2025 [s48]: 15 Fälle mit Mehrfach-HPV im Sperma gegen 13 Kontrollen, keine signifikanten Unterschiede. Türkei: Koçak et al. 2010 [s315] (HPV 1,1 %, kein Unterschied zwischen fertil und infertil), Yiğit et al. 2019 [s219] (149 Paare, HPV im Sperma 5,4 %, kein signifikanter Einfluss auf Spermaparameter oder Schwangerschaft), Taşcı et al. 2019 [s217] (117 Paare mit mindestens zwei erfolglosen ICSI-Zyklen, HPV im Sperma 7,7 %, weniger gute Embryonen, Implantations- und Schwangerschaftsraten ähnlich, frühe Fehlgeburt 33 % gegenüber 10 %, p > 0,05; sehr wenige Positive). Korea [s246]: HPV im Samen 1,57 %. Yunnan [s44]: HPV allein senkte Volumen und Gesamtzahl. Prostatagewebe, Japan [s59]: HPV-DNA in 9,6 % von 157 Prostatakarzinom-Proben, 0 % in Samenbläschen. Die HPV-Daten sind widersprüchlich: Metaanalysen zeigen Assoziationen, mehrere Einzelstudien nicht [s60, s56, s48]; kleine Fallzahlen und unterschiedliche Genotypen erschweren den Vergleich. Campbell et al. [s06] fanden für HPV eine erhöhte Antispermien-Antikörper-Prävalenz (OR 10,63; sehr breites Intervall).
Herpesviren, Zytomegalie, Hepatitis B, HIV und weitere Viren
Herpes simplex und Zytomegalie. Salar et al. 2025 [s58]: 100 fertile und 100 infertile Männer; HSV-1/2 bei 32 % der Infertilen gegenüber 8 % der Fertilen, CMV 10 % gegenüber 16 %; HSV mit abnormaler Spermienzahl (p = 0,001) und Morphologie (p = 0,021) verbunden, CMV nicht. Yas et al. 2023 [s137] (Übersicht, 12 Studien, 1460 Patienten): sieben berichteten mindestens einen signifikanten Zusammenhang zwischen HSV und Spermienparametern. Klimowa et al. 2010 [s314]: Ejakulate von 808 Patienten; Männer aus Paaren mit primärer Infertilität hatten häufiger HSV im Gesamtejakulat (31 % gegenüber 17 %; p = 0,049) und in der Fraktion beweglicher Spermien (30 % gegenüber 8 %; p = 0,016); HSV korrelierte mit weniger aktiv beweglichen Spermien (p = 0,0001) und weniger Normalformen (p = 0,002), CMV hatte keinen Einfluss. Naumenko et al. 2011 [s305]: HSV-positive Proben mit 21 gegenüber 40 Mio./ml beweglichen Spermien (p = 0,0001); in menschlichen Hodenexplantaten sank die Zahl der Spermatogonien, Spermatozyten und Spermatiden in Woche 2. Naumenko et al. [s306, s285, s296] (CMV; Hodenexplantate, Keimzellen zerstört, Zahl und Vitalität reifer Spermien unverändert; CMV häufiger bei Infertilität mit niedrigerer Spermienzahl, 39,5 gegenüber 72,5 Mio./ml, p = 0,036), Malolina et al. 2016 [s262] (HSV infizierte 17,26 ± 2,58 % der Gameten in vitro, CMV 2 %). Chinesische Männer [s291]: 153 infertile Männer, Virus-DNA im Sperma bei 39 % (HHV1 25 %, HHV5 22 %); der Zusammenhang mit der Spermienbeeinträchtigung sei nicht eindeutig, keine Kontrollgruppe. Im Großkollektiv [s08] war HSV-2 selten und ohne Einfluss. Bukia et al. [s313]: bei 182 Männern mit Oligozoospermie oder Aspermie Herpesvirus 51,3 %. Salar [s58], Yas [s137] und die russischen Daten zeigen damit für HSV konsistenter einen Zusammenhang als für CMV; die Studien sind klein.
Hepatitis B. Xu et al. 2024 (Metaanalyse, elf Studien) [s105]: Volumen minus 0,20 ml (minus 0,32 bis minus 0,09), Konzentration minus 4,46 Mio./ml (minus 7,09 bis minus 1,84), Morphologie minus 2,49 % (minus 4,35 bis minus 0,64), Beweglichkeit minus 6,85 % (minus 11,53 bis minus 2,18), progressive Beweglichkeit minus 6,63 % (minus 10,24 bis minus 3,02); Gesamtzahl nicht signifikant (minus 31,50 Mio.; minus 74,11 bis 11,10); die Zusammenhänge waren zwischen Ländern uneinheitlich. Kohorten: [s311] (916 Männer, 457 HBV-positiv; schlechtere Parameter, nach ICSI niedrigere Befruchtung, Einnistung und klinische Schwangerschaft, bei IVF nicht), [s199] (782 infertile Männer in drei Gruppen; Gruppe A mit HBsAg, HBeAb, HBcAb am schlechtesten: Konzentration 71,49 ± 60,03 gegenüber 89,29 ± 53,80 Mio./ml in der Kontrolle, höhere DNA-Fragmentation und Anfärbbarkeit, niedrigere Akrosinaktivität), [s264] (60 Proben; höhere IL-17, IL-18 und Malondialdehyd), [s288] (Taiwan, 5138 Männer mit HBV gegenüber 25 690 ohne; Infertilitätsinzidenz 2,21 gegenüber 1,39 pro 1000 Personenjahre; adjustierte Hazard Ratio 1,52; 1,20 bis 1,92; Infertilität über Diagnosecodes definiert). Ergebnisse der assistierten Reproduktion widersprechen sich: ohne Wirkung [s100] (962 Paare), [s67] (3560 Paare), [s185] (681 Paare); gemischt [s92] (1581 Paare; niedrigere Konzentration, Gesamtzahl und Normalformen, niedrigere 2PN-Befruchtung, aber Schwangerschafts- und Lebendgeburtenrate ohne Unterschied); negativ [s109] (3965 Paare, nach Matching je 821; niedrigere Lebendgeburtenrate, höhere Abortrate, weniger hochwertige Embryonen). Campbell et al. [s06]: Hepatitis B mit erhöhtem Fehlgeburtsrisiko (OR 1,43). Mechanismusstudien: HBV-DNA-Integration im Spermiengenom [s85] (48 Patienten; Integrationsrate 0,109 %; integrierte Gene wurden bei der Befruchtung in Embryonen übertragen; kleine Gruppe), HBs-Protein [s169] (Laborversuch; mehr Bax- und Apaf-1-positive Zellen, höherer DFI, weniger lebende Spermien), Mikro-RNAs [s171].
HIV. He et al. 2025 [s45]: Übersicht (verminderte Samenqualität, Orchitis, Hypogonadismus, Leukozytospermie). [s242]: 20 Männer nach 6 bis 26 Monaten HAART; im Vergleich mit Referenzwerten war die Gesamtbeweglichkeit bei 13, die Konzentration bei 2, die Vorwärtsbeweglichkeit bei 18 und die Normalformen bei 6 Patienten vermindert; von 4 Paaren mit ungeschütztem Verkehr über mehr als 6 Monate blieb keine Partnerin HIV-positiv. Mitjurina et al. 2019 [s220]: 51 HIV-positive Männer unter antiretroviraler Therapie gegenüber 64 HIV-negativen; Gesamtzahl 89,1 gegenüber 198,8 Mio. (p = 0,0001), Konzentration 36 gegenüber 63,5 Mio./ml, progressiv Bewegliche 40 % gegenüber 55 %, DNA-Fragmentation 15,8 % gegenüber 9,95 % (p = 0,001); Therapie und Infektion lassen sich nicht trennen. [s145]: p24-Protein überwiegend in Spermien (26 Patienten). [s53]: Virussuppression in Samen und Blut ohne Spermiogramm-Zielgröße.
SARS-CoV-2 (Vergleich). Wen et al. 2024 [s104]: 39 Artikel (1887 Fälle, 2097 Kontrollen); Volumen minus 0,29 ml (minus 0,50 bis minus 0,07), Konzentration minus 8,71 (minus 16,94 bis minus 0,48), Motilität minus 8,18 (minus 12,19 bis minus 4,17); OR für Asthenozoospermie 3,86 (1,83 bis 8,14). Cannarella et al. 2024 [s77]: 16 Studien, niedrigere Konzentration, Gesamtzahl und Motilität; in keiner Studie SARS-CoV-2-RNA im Sperma. Cochetti et al. 2024 [s78]: 65 Patienten, kein Virus im Sperma, keine signifikanten Unterschiede zwischen akut Infizierten und Genesenen. Barzoki et al. 2026 [s03]: signifikante Abnahme von Konzentration, Gesamtzahl, Motilität und DFI in Kohortenstudien. Weitere Viren am Rand: Polyomavirus JC [s168] (62,5 % gegenüber 38,3 % im Urin infertiler Männer, keine Spermiogrammdaten), Dengue [s29] (Übersicht, vorübergehend niedrigere Spermienzahl). Mumps [s254] (82 Männer, 36 mit gestörter Spermatogenese) und Bruzellose [s222, s115, s335] sind keine STI, betreffen aber den Genitaltrakt (bei Bruzellose-bedingter Hodenbeteiligung Oligospermie 41,7 % und Aspermie 8,3 % der Untersuchten [s115]).
Bakteriospermie, Leukozytospermie, Prostatitis und Samenmikrobiom
Diese Gruppe ist kein einzelner Erreger, sondern der klinische Rahmen, in dem die oben genannten Erreger meist gefunden werden.
Leukozytospermie. Guo et al. 2026 [s13]: 9345 Männer in einer Andrologie-Ambulanz, Leukozytospermie bei 1068 (11,4 %; mehr als 10⁶ peroxidasepositive Leukozyten/ml). Nebenhodenentzündung (1,69 % gegenüber 0,85 %, P = 0,007) und Prostatitis (14,42 % gegenüber 10,61 %, P < 0,001) waren häufiger; bereinigt aOR 1,88 (1,10 bis 3,21) beziehungsweise 1,37 (1,14 bis 1,66). Männer mit Leukozytospermie hatten geringeres Volumen, geringere Konzentration, Motilität und Morphologie sowie höheren DFI und höhere HDS; die Diagnosen stammen aus Fragebogen und Akten. Weitere Arbeiten: [s153] (133 Patienten; Leukozytospermie verschlechterte die Samenparameter, beeinflusste klinische Ergebnisse von IVF oder ICSI nicht), [s371] (Japan 1990, 670 infertile Männer, 72 mit Pyospermie; Granulozyten-Elastase im Mittel 2859,6 gegenüber 131,6 µg/l; Neutrophile und Elastase verminderten die Beweglichkeit sofort), [s300], [s330], [s350] (kleine chinesische Studien zu PAF, TNF-alpha, ROS und IL-8), Yaşar et al. 2009 [s323] (121 Männer; kein Zusammenhang zwischen Leukozytospermie und Spermaparametern und kein Effekt einer Antibiotikabehandlung auf Parameter und Schwangerschaftsraten, kein Erregernachweis), El Feky et al. 2009 [s320] (75 infertile Männer mit Leukozytospermie und 25 Fertile; Konzentration und Beweglichkeit niedriger, p < 0,0001), Ardıçoğlu et al. 2005 [s342] (je 10 Männer, Zytokine). Bai et al. [s164]: Leukozytospermie mit schlechterer Samenqualität, aber nicht mit STI. Übersichten: Henkel 2024 [s88] (Leukozytospermie bei etwa 30 % infertiler und bis zu 20 % fertiler Männer), Dutta et al. 2025 [s41, s42], Sharma et al. 2022 [s155], Brunner et al. 2019 [s205] (Leitlinien zur Leukozytospermie widersprüchlich), Eldamnhoury und El-Sakka 2026 [s11] (Leukozytospermie und Varikozele).
Bakteriospermie. Prävalenzstudien zeigen sehr unterschiedliche Positivraten. Das reicht von 1,38 % bei 74 376 Proben infertiler Männer [s237] (vor allem Beweglichkeit betroffen; Escherichia coli 63,59 %, Klebsiella pneumoniae 19,80 %, Proteus mirabilis 13,22 %) bis 89,42 % in 4897 Spenderproben [s195] (Bakterienzahl von mindestens 10⁴ KBE/ml mit niedrigerer Gesamtzahl und weniger vorwärtsbeweglichen Spermien, aber keinem Unterschied bei Gesamtbeweglichkeit und Normalformen) und 89,2 % in einer japanischen Serie [s372]; die Unterschiede zeigen, dass Definition, Material und Kontaminationskontrolle das Ergebnis bestimmen und Besiedlung nicht von Infektion zu trennen ist. Hannachi et al. 2018 [s225]: Konzentration (P = 0,001) und Motilität (P = 0,049) bei Bakteriospermie niedriger. Shash et al. 2023 [s132]: 34 Proben mit Bakteriospermie gegenüber 34 ohne; Progressivbeweglichkeit, Gesamtbeweglichkeit und Normalformen niedriger (p = 0,001). Pitschugowa et al. 2022 [s152]: Bakteriospermie bei Jugendlichen mit Varikozele; bei reichlichem Wachstum Beweglichkeitsstörung, erhöhte Viskosität und ultrastrukturelle Schäden, bei geringer Keimzahl keine Veränderungen. Mwamba et al. 2023 [s128] (französischsprachig): genitale Infektion mit Oligozoospermie verbunden (aOR 2,7; 1,0 bis 7,2). Mendoza-Rodríguez et al. 2023 [s125, s126] (spanischsprachig): Erregerspektrum bei symptomatischer Bakteriospermie, Enterococcus faecalis am häufigsten. Koreanische Übersicht [s23]: Prävalenz 20,1 bis 35,1 % (PCR), Bakteriospermie mit erhöhter DNA-Fragmentation korreliert, oxidativer Stress als Hauptmechanismus. Rosellen et al. 2024 [s97]: 1071 Patienten mit Verdacht auf chronische Prostatitis; etwa 25 % mit Werten unter dem 5. Perzentil der WHO-Referenz; Bakteriospermie mit niedrigerem Volumen verbunden.
Prostatitis. Fu et al. 2014 (Metaanalyse, PLoS ONE) [s282]: 12 Fall-Kontroll-Studien, 999 CP/CPPS-Fälle und 455 Kontrollen; SMD für Spermienkonzentration minus 14,12 (minus 21,69 bis minus 6,63), progressiv bewegliche Spermien minus 5,94 (minus 8,63 bis minus 3,25), Normalformen minus 8,26 (minus 11,83 bis minus 4,66), Samenvolumen plus 0,50 (0,11 bis 0,89); kein signifikanter Effekt auf Gesamtzahl, Gesamtmotilität und Vitalität. Die Werte wurden im Abstract bestätigt; die standardisierten Differenzen sind ungewöhnlich groß, Heterogenitätsmaße nennt der Abstract nicht. Prostatasekret infertiler Männer [s334]: 1186 Proben, Positivrate 51,7 %. Test von Urin, Prostatasekret und Samen [s157]: 200 Patienten, 100 % mikrobenpositiv, was zeigt, dass das Verfahren Besiedlung nicht von Krankheit trennt. Gruppe-B-Streptokokken [s218]: 592 Männer mit chronischer Prostatitis gegen 472 Gesunde; ungünstige Schwangerschaftsausgänge 32,8 % bei GBS-positiven, 22,0 % bei GBS-negativen Prostatitispatienten und 2,2 % bei Kontrollen. Bucharin et al. 2020 [s188]: Zytokine im Samenplasma erhöht. Gamidow et al. 2023 [s119]: randomisierte, unverblindete Studie (Zytokin- gegen Antibiotikatherapie bei 60 Männern; Erregerelimination 57,1 % gegenüber 88 %, kein Schwangerschaftsendpunkt; ein Studienbefund, keine Empfehlung).
Samenmikrobiom. Kleine Studien mit Sequenzierung: 159 Männer mit Dysspermie und 58 Kontrollen [s200] (unterschiedliche Zusammensetzung, Biomarker unter anderem Ureaplasma), [s190] (Korea, 17 CP/CPPS-Patienten und 4 Gesunde), [s158] (87 Proben; höhere Alpha-Diversität bei Leukozytospermie), [s292] (keine signifikanten Unterschiede zwischen Spendern und Patienten), [s70] (niedrigere Alpha-Diversität bei Infertilen). Die Befunde sind widersprüchlich (niedrigere Diversität in [s70], höhere in [s158]) und beruhen auf sehr kleinen Gruppen.
Nebenhoden und Samenwege. Mwamba [s128], Chen [s244] und Sendai [s298] zeigen die Rolle der Nebenhodenentzündung; Schuppe et al. [s251] nennen für Männer nach akuter Nebenhodenentzündung eine persistierende Azoospermie bei etwa 10 %.