Gonorrhö, Syphilis, Trichomonaden, Mpox und Zika · Kapitel 7 von 25 · Studienlage: Beobachtungsstudien

Chlamydia trachomatis

Chlamydien sind der Erreger, für den die meisten Spermiogramm-Vergleiche vorliegen, aus China, Japan, den arabischen Ländern, Afrika und Europa. Die Ergebnisse sind uneinheitlich: Große retrospektive Serien finden wenig Einfluss auf klassische Spermienparameter, kleinere Studien mit Entzündungsmarkern, Antikörpern oder DNA-Fragmentation finden Zusammenhänge. Ein Teil der Studien wertet Chlamydien gemeinsam mit anderen Erregern aus, sodass ihr eigener Anteil offen bleibt.

Große Kinderwunschkohorten aus China.

Zhu et al. 2017 [s253]. Retrospektive Studie an 30 760 subfertilen Patienten eines chinesischen Zentrums (2010 bis 2014; TaqMan-PCR aus Sperma oder Abstrichen von Harnröhre, Zervix oder Scheide): 970 Chlamydien-Infektionen. Die Gesamtprävalenz betrug 3,15 % mit jährlichem Anstieg, im zweiten Halbjahr 3,40 % gegenüber 2,69 % im ersten. Die Altersgruppe 26 bis 35 Jahre war am stärksten betroffen; bei etwa einem Drittel der Paare waren beide Partner infiziert. Verglichen wurde mit 1140 subfertilen Patienten ohne Infektion; Basisparameter und klinische Ergebnisse nach assistierter Reproduktion unterschieden sich nicht signifikant (p > 0,05). Die Autoren sehen keinen nachteiligen Einfluss nach erfolgreich behandelter Infektion, unabhängig von Geschlecht, Alter und Kopienzahl. Stärke: große Fallzahl. Schwächen: Das Abstract liefert keine getrennten Spermienwerte für Männer; die Kontrollgruppe ist nur ein Bruchteil der Infizierten.

Zhou et al. 2022 [s162]. 7154 Samenproben infertiler Männer (2016 bis 2018), davon 416 Chlamydien-positiv und 6738 negativ. Die Chlamydien-Infektion hing mit signifikant niedrigerem Ejakulatvolumen, höherer Leukozytenzahl und höherem Granulozyten-Elastase-Spiegel zusammen (alle p < 0,05); die übrigen Routineparameter (Konzentration, Vitalität, Beweglichkeit, Morphologie) waren nicht verschlechtert, Antispermien-Antikörper und Akrosinaktivität blieben unbeeinflusst. Die Autoren deuten dies als Entzündung und Hypospermie ohne Schädigung der Spermienfunktion. Stärken: sehr große Gruppe, mehrere Funktionsmarker. Schwächen: retrospektiv, Effektgrößen stehen nicht im Abstract, Koinfektionen nicht getrennt. Zusammen mit [s253] ist es die größte Studie und findet gerade keine Verschlechterung von Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie.

Li et al. 2023 [s124]. 1022 Männer in Rizhao (Shandong; 393 mit Infertilität, 139 mit wiederholten Fehlgeburten der Partnerin, 490 Kontrollen), 2014 bis 2023. Chlamydien-positiv waren 31 Männer (3,0 %); nach Gruppe 6,1 % (Infertilität), 2,9 % (Fehlgeburten) und 0,6 % (Kontrolle), p < 0,001. Spermienkonzentration, Gesamtzahl, Vorwärtsbeweglichkeit, Gesamtbeweglichkeit und Normalformenanteil waren bei Männern, die für Ureaplasma, Mycoplasma hominis und/oder Chlamydien positiv waren, signifikant niedriger als bei Negativen (p < 0,05). Schwäche: Die drei Erreger werden zusammen ausgewertet; Chlamydien allein sind mit 31 Fällen nicht getrennt auswertbar.

Liu et al. 2014 [s284]. 621 infertile und 615 fertile Männer (2011 bis 2013); Ureaplasma und Mycoplasma hominis per Kultur, Chlamydien per PCR. Die Prävalenzen unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen. Unterschiede der Samenparameter bei Chlamydien- oder M.-hominis-Nachweis erreichten keine Signifikanz; bei Ureaplasma-Positiven waren Konzentration und Vitalität niedriger (siehe Abschnitt Mykoplasmen und Ureaplasmen).

Kim et al. 2017 [s246]. Koreanische Querschnittsstudie an 400 Männern in Fertilitätsabklärung. Im Sperma fanden sich Chlamydien bei 0,79 %, Papillomviren bei 1,57 %, Ureaplasma urealyticum bei 16,80 %, Mycoplasma hominis bei 4,46 % und Mycoplasma genitalium bei 1,31 %. Eine Auswirkung der Chlamydien allein wird im Abstract nicht berichtet; der Normalformenanteil war nur bei Ureaplasma urealyticum signifikant erniedrigt. In der Untergruppe mit normalem Spermiogramm waren Volumen und Gesamtzahl der Spermien bei Infektion mit mindestens einem der fünf Erreger niedriger.

Liu et al. 2021 [s176]. 259 infertile Männer, 253 ausgewertet, vier Gruppen: nur Chlamydien (n = 63), nur Ureaplasma (n = 60), beide (n = 62), keine Infektion (n = 68). Alle drei Infektionsgruppen unterschieden sich von der Kontrolle in Volumen, Normalformenanteil, Beweglichkeit, Vorwärtsbeweglichkeit und Vitalität (p < 0,05). Der DNA-Fragmentationsindex (DFI) und der Elastasespiegel unterschieden sich nur in den Gruppen mit Ureaplasma; Ureaplasma erhöhte die Leukozyten im Sperma nur in der Gruppe mit alleinigem Ureaplasma. Die Autoren schließen aus Einzelzell-Gelelektrophorese und Chromatin-Dispersionstest, dass Leukozyten die Spermien-DNA über reaktive Sauerstoffspezies schädigen können. Schwächen: kleine Gruppen, Ursache und Wirkung nicht trennbar.

Liu et al. 2021 und Liu et al. 2018 [s177, s229]. Zwei Querschnittstudien derselben Art (111 beziehungsweise 108 infertile Männer mit asymptomatischer Infektion, 2016 bis 2018; in der ersten Chlamydien und Ureaplasma urealyticum per Echtzeit-PCR nachgewiesen). Die Konzentrationen der CD45-, CD14- und HLA-DR-Zellen korrelierten miteinander; der DFI hing mit schlechter Samenqualität zusammen, nicht aber mit der Konzentration einzelner Leukozyten-Untergruppen. Der Anteil 8-OHdG-positiver Spermien (ein Marker oxidativer DNA-Schäden) korrelierte mit dem DFI (r = 0,42 beziehungsweise 0,48; p < 0,01) und negativ mit der Konzentration (r = -0,32 beziehungsweise -0,44; p < 0,01); nach Adjustierung blieb die Assoziation mit der Konzentration bestehen (beta = -0,30; p = 0,006 beziehungsweise beta = -0,25; p = 0,008). Die Studien vergleichen keine Infizierten mit Nichtinfizierten; die Überschneidung der Patienten zwischen beiden ist nicht auszuschließen.

Antikörper und Nachweisverfahren in Japan und China [s358, s357, s366, s349, s166, s334].

Tokuda et al. 1999 [s358] untersuchten 83 Männer mit Infertilität: IgA-Antikörper gegen Chlamydien im Serum bei 16 (19,3 %), IgG bei 10 (12,0 %), IgA und/oder IgG bei 20 (24,1 %). Positive Patienten hatten mehr Leukozyten in Sperma und Urin sowie geringeres Volumen und niedrigere Spermienzahlen, ohne dass die Gruppenunterschiede signifikant waren; nach Spearman bestanden aber signifikante positive Korrelationen des IgA- und IgG-Index mit der Leukozytenzahl in Sperma und Urin sowie eine signifikante negative Korrelation des IgA-Index mit dem Samenvolumen. Nur 1 von 8 Urinproben IgA-positiver Männer war per PCR positiv; bei den acht Partnerinnen waren Serum-IgA bei 25 % (2/8) und Zervix-Antigen bei 12,5 % (1/8) positiv. Fujisawa et al. 1999 [s357] fanden mit der Ligase-Kettenreaktion Chlamydien-DNA im Sperma von nur 1 von 98 asymptomatischen infertilen Männern (1,02 %), nicht im Urin; es gab 39 Oligozoospermien, 19 Azoospermien, 16 Asthenozoospermien und 24 Normozoospermien, keine Pyospermie und keine Antispermien-Antikörper. Yoshida et al. 1994 [s366] wiesen in 94 Samenproben asymptomatischer infertiler Männer das Chlamydien-Genom bei 8 per In-situ-Hybridisierung nach, der Antigentest war in denselben Proben negativ, Ureaplasma urealyticum wurde bei 16 isoliert; die PMN-Elastase im Seminalplasma war bei Chlamydien-Genom-Positiven signifikant höher als bei Chlamydien-negativen, Ureaplasma-positiven Fällen; ein Elastasewert über 250 ng/ml korrelierte mit Chlamydien-IgA. Liu et al. 2003 [s349] fanden im Seminalplasma IgG bei 13,8 % (16/116) der asymptomatischen infertilen und 11,1 % (2/18) der fertilen Männer, IgM bei 3,4 % (4/116) und 0 %; kein Unterschied (p > 0,05), keine Korrelation mit Spermiendichte oder Beweglichkeit; die Autoren halten Antikörper im Seminalplasma als Indikator für ungeeignet. Du et al. 2021 [s166] verglichen SAT-RNA und PCR-DNA bei 163 Männern aus IVF-Paaren (109 mit Samenprobe): Chlamydien 3,07 % im Abstrich (PCR), 4,29 % im Urin (SAT-RNA), Übereinstimmung 97,55 % (Kappa 0,654); Urin gegen Sperma 5,50 % gegenüber 3,67 %, Übereinstimmung 98,17 % (Kappa 0,791); keine Aussage zur Samenqualität. Lin et al. 2007 [s334] untersuchten 1186 Prostatasekret-Proben infertiler Männer mit chronischer Prostatitis (Gesamtpositivrate 51,7 %): 364 grampositive Kokken, 20 gramnegative Stäbchen, 116 Ureaplasma urealyticum, 41 Mycoplasma hominis und 67 Chlamydien-DNA-Nachweise.

Japanische Studien aus den Jahren 1986 bis 1995 (Abstract in englischer Fassung, Volltext nicht abgerufen) [s374, s373, s365, s376]. 天野 et al. 1988 [s374] untersuchten 42 ambulante Patienten mit akuter Nebenhodenentzündung (Durchschnittsalter 35,8 Jahre): Chlamydien wurden bei 6 von 18 untersuchten Fällen (33,3 %) direkt nachgewiesen; Serumantikörper fanden sich in allen Fällen (IgM 19,0 %, IgA 38,1 %, IgG 66,7 %); die Autoren zählten 28 von 42 Fällen (66,7 %) als vermutete Chlamydien-Infektion, jüngere Patienten unter 35 Jahren waren häufiger betroffen; die Zuordnung beruht auf Annahmen (etwa 80 % der IgG-Positiven als frische Infektion). 天野 et al. 1988 [s373] untersuchten 128 Patienten mit Prostatitis: Chlamydien-Antigen bei 7 von 31 untersuchten (22,6 %), alle mit chronischer nichtbakterieller Prostatitis; Serumantikörper IgM 8,6 %, IgA 14,0 %, IgG 46,9 %; bei 36 von 105 Fällen chronischer nichtbakterieller Prostatitis (34,3 %) wurde eine Chlamydien-Infektion angenommen. 小六 et al. 1995 [s365] (japanischer Titel) untersuchten 169 Patienten mit chronischer Prostatitis (92 mit prostatitisähnlichen Beschwerden); Chlamydien-IgA im Prostatasekret bei 26,0 % (44/169): 29,0 % (20/69) bei mehr als 10 Leukozyten/Gesichtsfeld, 37,9 % (11/29) bei 5 bis 9, 18,3 % (13/71) bei weniger als 5 (p = 0,09); Anti-Hitzeschockprotein-IgA (Western Blot) bei 17,6 % (6/34), zunehmend bei stärkerer Entzündung (p = 0,013). 天野 et al. 1986 [s376] fanden in der Region Okayama bei 335 Kontrollpersonen Chlamydien-IgG bei 14,5 % (25 Männer) und bei 92 infertilen Patienten bei 12,9 % (9 Männer); IgG-Positivität war häufiger bei Patienten mit Pyospermie (mehr als 10 Leukozyten/Gesichtsfeld) oder bei steriler Gruppe; bei drei Patienten mit normogonadotroper Azoospermie war IgG nachweisbar, zwei davon hatten entzündliche Verschlüsse der Samenwege. Diese Arbeiten liefern keine Spermiogramm-Effektgrößen, zeigen aber, dass die japanische Urologie Chlamydien schon in den 1980er Jahren mit Epididymitis, Prostatitis und Samenwegverschlüssen in Verbindung brachte.

Europa.

Holster et al. 2026 [s15]. 256 Partner subfertiler Paare; 29,8 % waren seropositiv für Pgp3-IgG1 oder IgG3. Asthenozoospermie war bei Pgp3-IgG1-Positiven häufiger (18,6 % gegenüber 6,3 %; P = 0,006) und bei IgG3-Positiven (21,4 % gegenüber 8,0 %; P = 0,03); das bereinigte OR für Asthenozoospermie bei IgG1 betrug 3,0 (1,12 bis 8,01; p = 0,03); Hsp60-IgG1 war mit einem höheren Teratozoospermie-Index verbunden (1,47 ± 0,15 gegenüber 1,39 ± 0,16; p = 0,001). Stärke: bereinigte Analyse, differenzierte Serologie. Schwächen: Serologie zeigt eine frühere oder aktuelle Infektion, nicht den Ort der Infektion im Mann; das Konfidenzintervall ist weit.

Rosemond et al. 2006 (französisch) [s339]. 100 Paare in Tours; nur eine Spermaprobe war C.-trachomatis-positiv, U. urealyticum fand sich in 3 % der Proben. Die Autoren halten ein systematisches Screening bei dieser Prävalenz für nicht zwingend; diese Wertung wird hier nur als ihre Aussage wiedergegeben.

Günyeli et al. 2011, Archives of Gynecology and Obstetrics [s304]. 212 Patienten aus fertilen und infertilen Paaren (Türkei), Antigennachweis (ELISA) von Chlamydien, Mykoplasmen und Ureaplasmen in Zervix- und Harnröhrenproben, Chlamydien-IgM im Blut. Kein Unterschied zwischen fertilen und infertilen Gruppen in Prävalenz und Spermaparametern (p > 0,05).

Koçak et al. 2010 [s315]; Yiğit et al. 2019 [s219]; Taşcı et al. 2019 [s217]. Koçak et al. untersuchten 175 sexuell aktive, symptomfreie Männer (144 infertil, 31 fertile Kontrollen): PCR im Sperma fand HPV bei 1,1 % und C. trachomatis bei 8,6 %, kein Unterschied zwischen fertil und infertil (p > 0,05); die Spermaparameter unterschieden sich zwischen den Gruppen (p < 0,001), seminales IL-18 nicht. Bei Yiğit et al. (149 infertile Paare) wurde C. trachomatis in keiner Probe nachgewiesen (siehe Abschnitt HPV), bei Taşcı et al. (117 Paare nach mindestens zwei erfolglosen ICSI-Zyklen) wurde nach HPV gesucht.

Sırmatel et al. 2002, İnfeksiyon Dergisi (türkisch) [s352]. Serologische Querschnittsstudie an 182 Personen (18 bis 62 Jahre) in drei Gruppen: chronische genitourinäre Infektion (60 Frauen, 30 Männer), Infertilität (21 Frauen, 31 Männer), symptomfreie Kontrollen (20 Frauen, 20 Männer). Chlamydien-IgG (Titer ab 1:32) bei 59 (32,5 %); Seropositivität 38,3 %, 34,6 % und 17,5 % (nicht signifikant); Serovar-Gruppen BDE 49,1 %, CHIJ 32,2 %, FGK 13,5 %, L1–3 1,7 %. Keine Spermiogrammdaten; Männer und Frauen gemeinsam ausgewertet.

Cengiz et al. 1997 [s359]. Chlamydien-Antigen mit EIA: Antigen-positive und -negative Männer unterschieden sich außer im Volumen in Dichte (p < 0,01), Morphologie, Beweglichkeit und Vitalität (je p < 0,001). Die Fallzahl nennt das Abstract nicht.

Radouani et al. 1996 (französisch) [s363]; Frikh et al. 2019 (französisch) [s208]; Lozano-Hernández et al. 2012 (spanisch) [s301]. In Marokko untersuchten Radouani et al. 139 Patienten: Mikroimmunfluoreszenz bei 24,5 % positiv, C.-trachomatis-DNA im Sperma bei 7,6 %; kein Zusammenhang zwischen Serum-Antikörpern und DNA im Sperma; Azoospermie war bei Antikörper-Positiven häufiger. Frikh et al. fanden bei 143 Männern in Marokko Chlamydia-IgG bei 37,1 %; die Vitalität war bei Positiven vermindert (OR 2,41; 1,15 bis 5,06; p = 0,02), die anderen Parameter nicht signifikant verändert. Lozano-Hernández et al. fanden, dass Antikörper gegen Chlamydien, Mycoplasma hominis und Ureaplasma urealyticum mit niedrigeren Markern der Anhangsdrüsen (Fruktose, neutrale α-Glukosidase) einhergingen; bei Chlamydia-Antikörper-Positiven bestanden höherer pH und Leukozytospermie.

Kabbour et al. 2025, Casablanca [s47]. Querschnittsstudie an subfertilen Paaren (Februar 2022 bis April 2024); die Zahl der Samenproben steht im Abstract als 2371, im Methodenteil als 2731 (Widerspruch der Quelle). Gruppen: 678 Kontrollen (normales Spermiogramm, Chlamydien-negativ), 59 Chlamydien-positiv mit normalem Spermiogramm und 273 Chlamydien-positiv mit abnormalem Spermiogramm. Konzentration (Mio./ml, Mittel, 95-%-KI): Kontrolle 82,47 (71,56 bis 89,67), Chlamydien mit abnormalem Spermiogramm 36 (29,18 bis 38,64), Chlamydien mit normalem Spermiogramm 74,28; Gesamtbeweglichkeit 71,38, 38,54 und 59,82 %; normale Morphologie 9,27, 1,75 und 8,42 %. Chlamydien wurden bei 332 Männern (14 %) nachgewiesen: ELISA 159 (6,7 %), qPCR 173 (7,3 %). Chlamydien mit normalem Spermiogramm unterschieden sich nicht von den Kontrollen. Mängel: Das Konfidenzintervall der Gruppe mit normalem Spermiogramm (63,24 bis 71,51) schließt den Mittelwert 74,28 nicht ein; die Gruppenzahlen (1356 insgesamt, 332 positiv) stimmen nicht mit den Gesamtzahlen überein; die Gruppe „abnormal, Chlamydien-negativ“ (346) wurde nicht ausgewertet. Die Aussage, Chlamydien hingen mit veränderten Spermien zusammen, folgt deshalb teilweise aus der Gruppeneinteilung nach dem Spermiogramm selbst.

Tunesien, Ägypten, Jordanien, Kuwait, Saudi-Arabien, Emirate [s354, s353, s325, s326, s286, s178, s167, s320, s290, s297, s362, s110, s141]. Gdoura et al. 2001 [s354] untersuchten 92 Männer aus infertilen Paaren (PCR in Harnröhre und Sperma, IgG im Serum): C. trachomatis bei 35,9 % (33/92) der Männer und 38 % (35/92) der Frauen (Korrelation der Partner p = 0,004); DNA in 18,5 % der Harnröhren- und 16,3 % der Samenproben; IgG bei 9,8 %; Spermiogramm pathologisch bei 88 % (81/92); nur der DNA-Nachweis im Sperma war mit geminderter Beweglichkeit verbunden. Die zweite Arbeit derselben Gruppe [s353] verglich vier Nachweismethoden: ein oder mehrere Marker bei 42 von 92 (45,7 %); Harnröhre 23,9 %, Sperma 35,9 %; der Nachweis zeige Vorkommen, aber nicht zwingend die Ursache; die beiden Arbeiten überlappen. Gdoura et al. 2008 [s325] untersuchten 104 asymptomatische Männer (Sperma und Erststrahlurin): Prävalenz 43,3 % (Chlamydien), 18,3 % (Mykoplasmen), 14,4 % (Ureaplasmen), keine signifikante Beziehung zu Volumen, Konzentration, Vitalität, Beweglichkeit, Morphologie oder Leukozyten, Übereinstimmung Sperma/Urin über 95 %. In einer weiteren Auswertung [s326] (116 Männer) lag die Bakteriospermie bei 56,9 % (C. trachomatis 41,4 %, U. urealyticum 15,5 %, M. hominis 10,3 %); bei der WHO-Schwelle von 1 × 10⁶ Leukozyten/ml betrugen Sensitivität und Spezifität für den Bakteriennachweis 20,3 % und 81,5 %. Sellami et al. 2014 [s286] fanden bei 85 Männern (qPCR im Sperma) Chlamydien bei 13 (15,2 %); Chlamydien-positive Männer hatten geringere Spermienzahl (p = 0,02), niedrigere schnelle Progressivbeweglichkeit (p = 0,04), niedrigeres mitochondriales Membranpotenzial (p = 0,006) und mehr aktivierte Caspase 3 (p = 0,001); die DNA-Fragmentation war erhöht, aber nicht signifikant (p = 0,62). Nasr El-Din et al. 2021 [s178] (Ägypten) verglichen Männer mit primärer Infertilität mit altersgleichen Gesunden: Anti-Chlamydien-IgA im Seminalplasma bei 28 (14 %) Patienten und 6 (9,2 %) Kontrollen, Chlamydien-Plasmid-DNA bei 15 (7,5 %) Patienten und keiner Kontrolle; Zusammenhang mit Asthenozoospermie (p = 0,05) und eingeschränkter Vitalität (p = 0,003). EzzEl-Din et al. 2021 [s167] verglichen 60 infertile Männer mit Chlamydien-Infektion und 25 Kontrollen: Sauerstoffradikale und Spermien-DNA-Fragmentierung waren höher (p < 0,05), die Fragmentierung korrelierte mit den Sauerstoffradikalen (r = 0,82) und mit Eiterzellen (r = 0,7; je p < 0,0001); Konzentration, Beweglichkeit und Vitalität waren bei Chlamydien niedriger. El Feky et al. 2009 [s320] untersuchten 75 infertile Männer mit Leukozytospermie und 25 Fertile: Konzentration und Beweglichkeit A + B waren bei Leukozytospermie niedriger (p < 0,0001); IgA positiv bei 26,7 %, Durchflusszytometrie 46,6 %, PCR 30,7 %. Abusarah et al. 2013 [s290] (Jordanien): C. trachomatis 4,3 % bei Infertilen gegenüber 1,4 % bei Fertilen; Al-Sweih et al. 2012 [s297] (Kuwait; 127 infertile und 188 fertile Männer, PCR im Sperma): C. trachomatis 3,9 % gegenüber 3,7 %, ohne signifikanten Prävalenzunterschied. Mosli et al. 1996 [s362] (Saudi-Arabien; 63 Patienten mit idiopathischer Infertilität und 23 Kontrollen): signifikant mehr Genitalinfektionen bei Infertilen (p = 0,0004), Einzelzahlen fehlen. Abdo et al. 2023 [s110] (Abu Dhabi; 308 Patienten in Kinderwunschbehandlung): Seropositivität gegenüber C. trachomatis 22,0 %; Männer 45,7 % gegenüber Frauen 18,9 % (p < 0,001); Rauchen aOR 3,8 (1,32 bis 11,04), Fehlgeburtsanamnese aOR 3,0 (1,5 bis 5,8); Abdo et al. 2022 [s141] fanden HSV-2-IgG bei 12,4 % von 299 Patienten, Männer 15,6 % gegenüber Frauen 12,0 %.

Subsahara-Afrika und Nigeria [s111, s39, s02, s86, s28]. Ahmadi et al. 2023 [s111] (Iran) untersuchten 50 infertile und 50 fertile Paare: C. trachomatis bei 10 % und U. parvum bei 12 % der infertilen Männer, in den Kontrollen alle negativ; geringere Motilität bei Infizierten. Azonbakin et al. 2025 [s39] fanden bei 90 Männern in Cotonou (Benin) das C.-trachomatis-Genom bei 3,33 %; Positive hatten Leukospermie und geringe Motilität. Asaboro et al. 2026 [s02] verglichen in Nigeria 68 Fälle mit 68 Kontrollen: Chlamydia-Seropositivität 19,1 % gegenüber 4,4 % (p < 0,001); assoziiert mit Oligospermie und Teratozoospermie; in der multivariaten Analyse war kein Faktor unabhängiger Prädiktor. Haratian et al. 2024 [s86] fanden bei 1080 subfertilen Männern die homozygote 2-nt-Deletion von DEFB126 bei Chlamydia-positiven Männern häufiger als bei Kontrollen (Genvariante, die die Abwehr beeinflussen könnte). Samara et al. 2026 [s28] untersuchten 80 Spermaproben: STB-positiv (Chlamydien, Mykoplasmen, Ureaplasmen) 22,5 %, HPV 15 %; STB-positive Proben hatten höhere Konzentration und progressive Motilität, HPV-positive geringeres Volumen und Konzentration; eine Koinfektion wurde nicht beobachtet. Der Befund besserer Werte bei Infizierten widerspricht dem Gesamtbild und beruht auf sehr kleinen Gruppen.

Russisch- und kasachischsprachiger Raum [s163, s269, s270, s328, s223, s206, s313, s272]. Apsaljamow et al. 2022 [s163] (Astana) untersuchten das Ejakulat von 299 Männern (21 bis 57 Jahre) mit urogenitaler Chlamydien-Infektion und Kinderlosigkeit über zwölf Monate (nach Ausschluss von Azoospermie und Oligozoospermie): Asthenozoospermie (unter 32 % progressiv beweglich) bei 225 (75,25 %), Mittelwert 21,39 ± 0,85 %; Teratozoospermie (über 96 % pathologische Formen) bei 292 (97,66 %), 98,46 ± 0,34 %; Entzündungszeichen (über 2 Mio. Leukozyten/ml) bei 297 (99,33 %), 8,41 ± 0,84 Mio./ml; zytologisch Teratoformen mit überschüssigem Zytoplasma und Erreger-Einschlüssen. Eine Kontrollgruppe fehlt; der extrem hohe Anteil pathologischer Formen weist auf sehr strenge Kriterien hin. Akyschbajewa et al. 2016 [s269] beschrieben 30 Männer mit Chlamydien-Infektion in kinderloser Ehe: Mono-Infektion 53,3 ± 9,1 %, Mischinfektion „57 %“ (die Summe übersteigt 100 %, ein Fehler der Quelle), häufigster Begleiter T. vaginalis (71,4 ± 12,3 %); Prostatabeteiligung 83,3 %; Spermatogenesestörung bei 86,7 ± 6,2 % (26): leichte Oligozoospermie 30,0 %, Oligozoospermie II. Grades 40,0 %, III. Grades 10,0 %, Azoospermie 6,7 %; bei 80 % der Partnerinnen Entzündungen. Gisinger und Franzewa 2016 [s270] verglichen in einer Fall-Kontroll-Studie 60 Männer mit urogenitaler Chlamydiose und 50 Gesunde: Zink im Samen im Mittel 1,9 mmol/l bei Chlamydiose (laut Abbildung 3,7 mmol/l bei Gesunden), Normokinese 19 ± 1,6 % gegenüber 65 ± 4,6 %, Akinese 49 ± 5,4 % gegenüber 15 ± 1,4 %, Volumen 1,4 ± 0,5 gegenüber 3,4 ± 0,6 ml, pH 6,3 ± 0,3 gegenüber 7,6 ± 0,2; positive Korrelation von Zink mit aktiv beweglichen Spermien; Kausalität offen. Michailitschenko et al. 2008 [s328] untersuchten 243 Männer, davon 148 in drei Gruppen (57 mit früherer Chlamydiose, 18 mit aktueller Infektion, 73 Kontrollen): Normozoospermie 28 %, 11 % und 23 %; Asthenozoospermie 69 %, 89 % und 73 %; obstruktive Azoospermie bei 2 % der früher Infizierten; die Gruppe der aktuell Infizierten ist klein. Feodorova et al. 2018 [s223] und 2019 [s206] sind Fallberichte zu neuen Chlamydien-Varianten: Im ersten stieg bei einem Mann eines Paares mit erfolglosen Schwangerschaftsversuchen und IVF und einer Koinfektion von „schwedischer Variante“ (nvCT) und Wildtyp im Verlauf der Anteil unbeweglicher Spermien von 21,6 % auf 51,1 %, die Vitalität fiel von 68 % auf 46 %; im zweiten wurde bei einem azoospermischen, asymptomatischen Mann ein Stamm (Genovar E, ST13) mit zusätzlicher 17-bp-Deletion gefunden. Bukia et al. 2010 [s313] (Georgien) beobachteten 182 Männer (22 bis 38 Jahre) mit Oligozoospermie (131) oder Aspermie (51) ohne Symptome; bei 44 Oligozoospermen und 15 Aspermen wurden einzelne Erreger untersucht, in der Oligozoospermie-Gruppe Ureaplasma 56,5 %, Herpesvirus 51,3 %, Chlamydien 41,5 %, Zytomegalievirus am seltensten; nach erfolgreicher Behandlung besserte sich das Spermiogramm bei je 8 Patienten mit Chlamydien und Ureaplasmen, bei anderen Infektionen nicht, bei Aspermie keine Änderung; kleine Zahlen, Auswahl durch behandelnde Ärzte, keine Kontrolle. Kurilo et al. 2016 [s272] fanden bei 49 Männern mit primärer Infertilität und Varikozele (30,2 ± 4,9 Jahre) und 26 gesunden Kontrollen Bakterien bei 15 (30,6 %): C. trachomatis bei 10 (66,6 % dieser Gruppe), M. genitalium 3, U. urealyticum 1, Treponema pallidum 1; virale DNA bei 7 (14,3 %). Konzentration (Mio./ml): Kontrolle 103,6 ± 55,2, Infertilität ohne Infektion 63,7 ± 32,3, mit Bakterien 62,7 ± 32,4, mit viraler DNA 35,4 ± 15,5 (p = 0,0487); normale Morphologie 47,2 ± 19,3 % in der Kontrolle gegenüber 21,3 %, 12,7 % (p = 0,049) und 9,5 % (p = 0,007); die Virusgruppe hat nur sechs Männer.

Elektronenmikroskopie und Laborbeobachtungen am menschlichen Sperma [s364, s367]. Mavrov 1995 (Kiew) zeigte in vitro mit dem C.-trachomatis-Stamm BU-34 (Serovar L2) feste Anheftung an Kopf, Hals und proximales Flagellum; kompakte Anheftung am Akrosom könne dessen Form verändern. Erbengi 1993 (Human Reproduction) zeigte in der Elektronenmikroskopie von Ejakulat Elementar- und Retikularkörper von C. trachomatis in Spermien, den Eintritt des Elementarkörpers in den Spermienkopf bis in den Zellkern und einen Befall des Flagellums; beides qualitative Beobachtungen ohne Zahlen. Mykoplasma-Mikrokolonien siehe nächster Abschnitt.

Einordnung Chlamydien. Die Befunde zeichnen kein einheitliches Bild. Große Serien aus China [s253, s162] finden entweder keinen Unterschied oder nur Entzündungszeichen und niedrigeres Volumen; kleinere Studien finden niedrigere Beweglichkeit, Vitalität, höhere DNA-Fragmentation und oxidativen Stress; mehrere gut durchgeführte Studien finden keinen Unterschied [s284, s325, s304, s297]. Die Prävalenz im Sperma schwankt von 0,79 % bis über 40 %, je nach Auswahl und Verfahren. Antikörperbefunde zeigen Kontakt mit dem Erreger, nicht den Ort der Infektion. Mehrere Studien bündeln Chlamydien mit anderen Erregern. Eine Ursache lässt sich aus keiner dieser Arbeiten ableiten.

Alle Kapitel und Anhänge (29)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Vorbemerkung: was dieses Kapitel umfasst und wie es zu lesen ist bis Chronische Prostatitis, Leukozytospermie und Bakteriospermie
  5. Mpox, Zika, Ebola, Marburg und Dengue: Übersichten bis Zusammenschau der Metaanalysen und Übersichten
  6. Lesehilfe: Fragestellungen, Vergleichsgruppen und typische Schwächen bis Trichomonaden (Trichomonas vaginalis)
  7. Chlamydia trachomatis
  8. Mykoplasmen und Ureaplasmen bis Hepatitis B
  9. HIV und Antiretrovirale Therapie bis Wo sich Studien zu demselben Erreger widersprechen, und mögliche Erklärungen
  10. Grenzen der Beobachtungsliteratur und Lücken
  11. Übergreifende Übersichten und Metaanalysen bis Zika
  12. Ebola (und Marburg) bis Bakteriospermie, Leukozytospermie, Prostatitis und Samenmikrobiom
  13. Leitlinien
  14. Mechanismen und biologische Plausibilität
  15. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  16. Englisch bis Koreanisch
  17. Russisch bis Türkisch
  18. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  19. Limitationen der Evidenz
  20. Offene Forschungsfragen
  21. Praktische Einordnung
  22. Glossar
  23. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 3)
  24. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 3)
  25. Quellenverzeichnis (Teil 3 von 3)
  26. Diagramme
  27. Quellen s01–s197
  28. Quellen s198–s383
  29. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle