AAS (anabol-androgene Steroide): Künstliche Abkömmlinge des Testosterons mit muskelaufbauender (anaboler) und vermännlichender (androgener) Wirkung. Beispiele in den Quellen: Nandrolon, Stanozolol, Boldenon, Oxymetholon, Sustanon (Mischung verschiedener Testosteronester).
Akromegalie: Krankheit mit chronischem Überschuss an Wachstumshormon, meist durch einen Hypophysentumor. Dient hier als Krankheitsmodell für zu viel GH, nicht als Modell für die Einnahme durch Gesunde [s138, s143, s90].
Aromatasehemmer: Arzneimittel, die die Umwandlung von Testosteron in Östradiol hemmen. In der Nachbehandlung nach Steroiden oft eingesetzt (zum Beispiel Anastrozol) [s157].
Asthenozoospermie: Verminderte Beweglichkeit der Spermien.
Azoospermie: Keine Spermien im Ejakulat nachweisbar. Prätestikulär, testikulär oder posttestikulär bedingt [s45].
Berichtsbias (Reporting Bias): Verzerrung dadurch, dass auffällige Fälle eher veröffentlicht werden als unauffällige [s136].
Confounding (Störgröße): Ein dritter Faktor, der sowohl Ursache als auch Wirkung beeinflusst und einen Zusammenhang vortäuschen oder verdecken kann. Residualconfounding: Störgrößen, die trotz Adjustierung übrig bleiben [s31].
DFI (DNA-Fragmentationsindex): Anteil der Spermien mit geschädigter Erbsubstanz [s53].
Evidenzgrad: Einstufung der Verlässlichkeit einer Aussage in Leitlinien, etwa Grad A bis C in den japanischen und AUA/ASRM-Leitlinien [s60, s141].
Flagellum (Geißelfaden der Spermie): Der Faden, mit dem sich die Spermie bewegt. Ein fehlendes oder fehlgebildetes Flagellum ist ein Morphologiebefund; im Rattenversuch mit Sustanon stieg der Anteil der Spermien ohne Flagellum von 7 % auf 25 bis 29 % [s84].
FSH (follikelstimulierendes Hormon): Hypophysenhormon, das im Hoden die Sertoli-Zellen und damit die Spermienbildung unterstützt.
GH (Wachstumshormon, Somatotropin): Hypophysenhormon; wirkt zum Teil über IGF-1. rhGH ist rekombinant hergestelltes Wachstumshormon.
GHRH, Sekretagoga: GHRH (Wachstumshormon-Releasing-Hormon) regt die Freisetzung von GH an; GH-Sekretagoga (zum Beispiel Ipamorelin, GHRP-6, MK-677) wirken über den Ghrelin-Rezeptor ähnlich. Sie sind keine Wachstumshormone, sondern sollen körpereigenes freisetzen [s07, s179].
Ghrelin: Magenhormon, das auch im Hoden vorkommt und die GH-Freisetzung anregt [s191, s48].
GnRH, Kisspeptin: Hormone des Hypothalamus, die die Hypophyse zur Ausschüttung von LH und FSH steuern. Kisspeptin ist ein vorgeschaltetes Steuerpeptid [s06].
hCG (humanes Choriongonadotropin): Hormon mit LH-ähnlicher Wirkung; stimuliert die Testosteronbildung im Hoden. In der Nachbehandlung nach Steroiden eingesetzt [s14].
HHG-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse): Regelkreis aus Hypothalamus, Hypophyse und Hoden, der Testosteron und Spermienbildung steuert. Exogene Androgene unterdrücken ihn durch negative Rückkopplung [s77].
Hypogonadismus: Unterfunktion der Hoden mit zu wenig Testosteron und/oder gestörter Spermienbildung. Hypogonadotrop: wegen zu wenig LH und FSH. AAS-induziert: durch Steroidanwendung [s177].
Hodenvolumen: Gemessene Größe der Hoden; unter AAS kleiner [s102, s166].
IGF-1: Insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1; wichtigster Vermittler der GH-Wirkung [s110]. IGF-1-Analoga (IGF-1 LR3, PEG-MGF) werden als Fitnessmittel angeboten [s07].
Inhibin B: Hormon der Sertoli-Zellen; in der Petersburger Studie als möglicher Marker für das Keimepithel vorgeschlagen [s148].
Johnsen-Score: Histologischer Punktwert für die Spermatogenese in einer Hodenprobe [s11].
Kryptozoospermie: Spermien nur nach Zentrifugation nachweisbar [s154].
Leydig-Zellen: Zellen im Hoden, die Testosteron bilden.
LH (luteinisierendes Hormon): Hypophysenhormon, das die Testosteronbildung in den Leydig-Zellen anregt.
Metaanalyse: Statistische Zusammenfassung mehrerer Studien. WMD: gewichtete mittlere Differenz. OR (Odds Ratio): Chancenverhältnis. HR (Hazard Ratio): Verhältnis der Ereignisraten. 95-%-KI (Konfidenzintervall): Bereich, in dem der wahre Wert mit der angegebenen Sicherheit liegt; ein Intervall, das 1 (bei OR und HR) einschließt, bedeutet keinen gesicherten Unterschied.
Morphologie: Form der Spermien; Anteil normal geformter Spermien.
Normozoospermie: Samenparameter im Referenzbereich.
Oligozoospermie: Verminderte Spermienkonzentration; schwere Oligozoospermie: sehr niedrige Konzentration (Grenzwerte hängen von der WHO-Ausgabe und der Studie ab, zum Beispiel unter 5 Mio./mL bei Ledesma et al. [s98]).
Oxidativer Stress: Ungleichgewicht zwischen aggressiven Sauerstoffverbindungen und Schutzsystemen; schädigt Spermien und Hodengewebe [s90, s134].
PCT (Post-Cycle-Therapy, Nachbehandlung): Von Anwendern gewählte Bezeichnung für die Medikation nach einer Steroidkur (zum Beispiel SERMs, hCG, Aromatasehemmer) [s29, s96].
PRISMA: Berichtsstandard für systematische Übersichtsarbeiten.
Randomisierung: Zufällige Zuteilung zu Gruppen; schaltet Auswahlverzerrung aus.
Rebound: Wiederkehr der Spermienproduktion trotz fortgesetzter Hormongabe, in den Verhütungsstudien als Versagensursache [s185].
Sertoli-Zellen: Stützzellen im Hoden, die die Keimzellen ernähren und von FSH gesteuert werden [s67].
SERM (selektiver Östrogenrezeptor-Modulator): Zum Beispiel Clomifen und Tamoxifen; hebt die Rückkopplung der Östrogene auf die Hypophyse auf und steigert so LH und FSH [s74].
SHBG: Sexualhormon-bindendes Globulin; transportiert Testosteron im Blut [s176].
SARM (selektiver Androgenrezeptor-Modulator): Substanz, die den Androgenrezeptor in Muskel und Knochen stärker als in anderen Geweben aktivieren soll. Beispiele: Ostarin (Enobosarm, MK-2866), Ligandrol (LGD-4033), RAD-140. Keine zugelassene Indikation [s111]. Die Gewebeselektivität ist umstritten [s38].
Spermatogenese: Bildung der Spermien im Hoden.
Spermiogramm (Samenanalyse): Laboruntersuchung von Ejakulatvolumen, Spermienkonzentration, Beweglichkeit und Morphologie.
Surrogatendpunkt: Ersatzmessgröße (zum Beispiel Spermienzahl), die für den eigentlich interessierenden Endpunkt (Schwangerschaft, Lebendgeburt) steht, ohne ihn zu messen [s25].
TRT (Testosteronersatztherapie): Ärztlich verordnete Testosterongabe bei nachgewiesenem Mangel; unterdrückt die Spermienbildung und gilt bei Kinderwunsch als ungeeignet [s154, s141].
TU (Testosteronundecanoat): Langwirksamer Testosteronester; in China als Grundlage hormoneller Verhütung beim Mann untersucht [s202, s185].
XY-Disomie: Genetische Auffälligkeit; beschreibt Spermien mit zwei Geschlechtschromosomen und wurde in einem Einzelfall nach AAS-Missbrauch gefunden [s192].