SARMs, Wachstumshormon und Fitness-Wirkstoffe · Kapitel 14 von 20 · Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Türkisch

Eigene Literatur: keine türkischsprachige Quelle. Die Studie enthält keine türkischsprachige Quelle. Die Beiträge aus der Türkei sind englischsprachige, in PubMed geführte Arbeiten. In TR Dizin ergab die Suche mit türkischen Begriffen (unter anderem anabolik androjenik steroid, doping, büyüme hormonu, vücut geliştirme, sperm, kreatin, daneben BPC-157, Peptid-Doping, GH-Doping und IGF-1) keine einzige Arbeit zu AAS, SARM oder GH-Missbrauch und Spermien. Die dortigen AAS-Treffer betrafen Rattenbiochemie, Knochen, Herz oder Dopingmeinungen von Sportlern, nicht Spermien.

Englischsprachige Arbeiten aus der Türkei.

  • Antalya 2026: Retrospektive Querschnittsanalyse männlicher Freizeitsportler (18 bis 50 Jahre) mit LH-, FSH- und Testosteronmessung zwischen 2015 und 2025 aus einer sportmedizinischen Abteilung [s08]. Von 161 Sportlern waren 57 (35,4 %) „AAS-Nutzer“ mit schwerer Hodenunterdrückung (Median LH 0,12 IE/l, FSH 0,17 IE/l); 54,5 % waren 18 bis 25 Jahre alt. Nutzer hatten signifikant höheres Gesamttestosteron, Vitamin B12, Kreatinin, Transaminasen, Erythrozyten, Hämatokrit, Hämoglobin und Thrombozyten sowie niedrigeres HDL. Stärken: große Fallzahl für diese Gruppe, Laborwerte statt Selbstangabe. Schwächen: zirkuläre Definition (wer unterdrückte Gonadotropine hat, gilt als Nutzer); die 35,4 % sind kein Bevölkerungswert, sondern der Anteil unter denen, die zur Hormonmessung kamen; keine Samenanalyse; p-Werte und Effektgrößen im Abstract nicht genannt.
  • London und Ankara 2026: Die Zwei-Zentren-Kohorte zur Nachsorge nach kurzer AAS-Anwendung bei 79 Freizeit-Bodybuildern [s14] ist ein Gemeinschaftsprojekt mit London und der einzige Befund der Recherche aus diesem Raum, der Samenparameter nach AAS im Verlauf und unter verschiedenen Schemata vergleicht. Ausgangsbefund: 89,9 % erektile Dysfunktion, 69,7 % Azoospermie oder schwere Oligozoospermie. Die Hormone normalisierten sich in allen Gruppen bis Monat 6. Normozoospermie nach 12 Monaten: 87,5 % unter Clomifen (25 mg/Tag) plus hCG (1500 IE dreimal pro Woche), 69,2 % unter Clomifen allein, 58,6 % ohne Behandlung. Hodenvolumen-Zunahme von mindestens 20 % bei 70,8 % unter der Kombination gegenüber 6,9 % ohne Behandlung. Die Kombination sagte Normozoospermie unabhängig voraus (OR 6,23; 95-%-KI 1,32 bis 29,4). Alle fünf Männer mit zusätzlichem rekombinantem FSH erreichten bis Monat 12 eine Normozoospermie. Schwächen: retrospektiv, nicht randomisiert, Gruppengrößen im Abstract nicht genannt, sehr breite Konfidenzintervalle, nur Nutzer mit höchstens sechs Monaten AAS und zufällig dokumentierten Vorbefunden, keine Angaben zu GH oder SARMs. Auch ohne Behandlung waren nach 12 Monaten 58,6 % normozoosperm und 41,4 % nicht.
  • Mersin 2024: Eine Übersicht zur Hormontherapie bei Oligoasthenoteratozoospermie nennt, Gonadotropine und SERMs könnten die Spermienparameter bei Männern mit Infertilität und normalen Gonadotropinen erhöhen, Aromatasehemmer könnten bei einem Verhältnis Gesamttestosteron (ng/ml) zu Östradiol (pg/ml) unter 0,10 helfen und Dopaminagonisten bei Hyperprolaktinämie [s74]. Der Abstract bezieht sich nicht auf AAS-Folgen oder Fitness-Wirkstoffe; die Arbeit ist als Beitrag zu den Substanzklassen geführt, die in der Nachsorge nach AAS eingesetzt werden.
  • Istanbul, Akromegalie: Zwei Studien betreffen den krankheitsbedingten GH-Überschuss. In einer Fall-Kontroll-Studie mit 22 Patienten mit kontrollierter Akromegalie und 14 Gesunden war der Gesamtoxidantienstatus im Sperma bei Akromegalie signifikant höher und korrelierte negativ mit Gesamtspermienzahl und Konzentration; GH im Sperma war bei Akromegalie erhöht, IGF-1 im Sperma bei den Gesunden [s90]. Eine zweite Studie mit 24 Patienten mit aktiver Akromegalie, 22 in Remission, 10 gesunden Kontrollen und 10 Patienten mit hormoninaktivem Hypophysenadenom fand die stärksten Störungen von Testosteron und Samenparametern bei aktiver Erkrankung, auch in Remission blieben Defizite [s138]. Akromegalie ist kein Modell für die Anwendung von GH durch Gesunde; die Befunde sind nur als möglicher Mechanismus zu lesen. Zahlen und Korrelationskoeffizienten nennt der Abstract von [s90] nicht.

Leitlinien und Register. Eine türkische Leitlinie zu Anabolika oder Fitness-Wirkstoffen und Fertilität wurde nicht gefunden. Ein Register wurde nicht gefunden.

Erreichbarkeit der Datenbanken. Die TR-Dizin-Webseite lieferte einen Fehler (404); die Such-API unter search.trdizin.gov.tr lieferte Titel und Abstracts als JSON; Anfragen in Anführungszeichen führten zu einem Syntaxfehler, ohne Anführungszeichen waren die Treffer unscharf. DergiPark leitete auf eine Verifizierungsseite um und war per Skript nicht nutzbar; ein geratener Zeitschriftenlink ergab 404. Ob dort türkischsprachige Originalarbeiten zum Thema liegen, ist deshalb offen. Ein türkischsprachiger Volltext zum Thema wurde nicht gelesen, weil keiner gefunden wurde.

Einordnung. Die Türkei trägt eine Laborauswertung unter Freizeitsportlern [s08], eine Kohorte mit Samenparametern nach AAS und Nachsorge [s14] und Studien zur Akromegalie [s90, s138] bei. Samenparameter nach AAS stammen in diesem Raum aus einer einzigen retrospektiven, nicht randomisierten Kohorte. Zu SARMs, Wachstumshormon als Fitnessmittel und Peptiden gibt es aus der Türkei keine Spermiendaten.

Kapitel 05: Widersprüche, Grenzen der Evidenz, offene Fragen und Einordnung

Alle Kapitel und Anhänge (24)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Einordnung und Abgrenzung bis Übersichten zu Wachstumshormon, IGF-1 und Peptiden
  5. Metaanalysen zu Behandlungen bei subfertilen Männern als Vergleichsmaßstab und Metaanalysen und Übersichten zu Training und Lebensstil
  6. Einordnung und Abgrenzung bis Testosteron-Fehlanwendung: Fallserien und Kohorten aus Korea, Japan und China
  7. Wachstumshormon-Achse beim Menschen: Beobachtungsstudien bis Gesamteinschätzung der Beobachtungsstudien
  8. Wie belastbar ist die Literatur überhaupt? bis Wachstumshormon, IGF-1 und Ghrelin
  9. Weitere Wirkstoffe, Nahrungsergänzung und Training und Leitlinien und Konsensdokumente
  10. Mechanismen und biologische Plausibilität
  11. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  12. Englisch bis Spanisch
  13. Chinesisch bis Arabisch
  14. Türkisch
  15. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  16. Limitationen der Evidenz
  17. Offene Forschungsfragen
  18. Praktische Einordnung
  19. Glossar
  20. Quellenverzeichnis
  21. Diagramme
  22. Quellen s01–s113
  23. Quellen s114–s218
  24. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle