Krebserkrankungen und Fruchtbarkeit · Kapitel 2 von 22

Aufbau und Methodik dieser Studie

Wie recherchiert wurde

Die Studie beruht auf drei parallelen Teilrecherchen, die am 4. Oktober 2026 abgeschlossen wurden, jeweils nach Sprachgruppen getrennt. Gruppe a umfasste Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch (147 geführte Quellen), Gruppe b Chinesisch, Japanisch und Koreanisch (121 Quellen), Gruppe c Russisch, Arabisch und Türkisch (55 Quellen). Zusammen ergibt das 323 Einträge. Nach Abgleich von PMID und DOI wurden 20 Dubletten zusammengeführt; es bleiben 303 Quellen mit den Kennungen s01 bis s303. Zitiert wird in dieser Studie ausschließlich mit diesen Kennungen in eckigen Klammern; die Zuordnung zu den früheren Kennungen der Teilrecherchen ist in einer eigenen Übersicht hinterlegt (synthese_zuordnung.md).

Als Hauptzugang dienten die REST-Schnittstelle von Europe PMC und die E-utilities der US-amerikanischen National Library of Medicine (esearch, esummary, efetch). Die PubMed-Webseite war laut Auftrag gesperrt; die Gruppe a verzeichnet allerdings, dass eine Stichprobe dennoch HTTP 200 lieferte, und nutzte trotzdem die Schnittstellen. Für die französischsprachige Literatur kam die Archivschnittstelle HAL hinzu (Hochschulschriften und Kongressbeiträge). Gruppe b nutzte zusätzlich J-STAGE und CiNii Research für japanische Arbeiten; Gruppe c nutzte CyberLeninka für russische Arbeiten (mit auslesbarem Volltext) und die JSON-Schnittstelle von TR Dizin für türkische.

Aufgenommen wurden nur Arbeiten, deren Titel und Abstract (bei HAL-Hochschulschriften der HAL-Abstract) tatsächlich abgerufen und gelesen wurden. In Gruppe a wurden mehrere Tausend Treffer gesichtet, von denen nach Titel und Abstract etwa 540 einen Bezug zu Spermien oder Fruchtbarkeit und Krebs hatten.

Nicht erreichbare Quellen

Mehrere für die Sprachräume wichtige Datenbanken ließen sich nicht auswerten. Gruppe a meldet Cairn (Schutzseite, HTTP 403), SciELO und LILACS (HTTP 403) sowie Dialnet (HTTP 503) als nicht durchsuchbar; OpenAlex antwortete wiederholt mit HTTP 429. Gruppe b erhielt aus CNKI, Wanfang, KCI, KoreaMed und DBpia keine auswertbaren Treffer. Gruppe c konnte eLIBRARY.ru, DergiPark, die Weboberfläche von TR Dizin, die Plattform Arab World Research Source (Dar Almandumah) und die algerische Plattform ASJP nicht nutzen. Diese Lücken wirken sich ungleich aus: Portugiesisch, Italienisch und Spanisch sind durch die fehlenden Portale unterrepräsentiert, Koreanisch ist nur über englischsprachige Zeitschriften erfasst (keine koreanischsprachige Quelle), und arabischsprachige Primärliteratur ließ sich überhaupt nicht finden. Alle „arabischen“ Quellen sind englischsprachige Veröffentlichungen aus arabischsprachigen Ländern. Ein Fehlen von Treffern ist deshalb ein Zugangsbefund und kein Beleg dafür, dass die Literatur nicht existiert; die Teilrecherchen nennen selbst Beispiele für vorhandene, aber nicht lesbare Arbeiten.

Lesetiefe: überwiegend Abstracts

Fast alle Zahlen dieser Studie stammen aus Abstracts. Volltexte wurden nicht systematisch gelesen. Ausnahmen sind vier Arbeiten aus Gruppe b, bei denen der Volltext über Europe PMC gelesen wurde [s87, s116, s84, s200], sowie die russischen Quellen aus CyberLeninka, bei denen ein OCR-Volltext vorlag. Wo ein Abstract eine Angabe nicht enthält (Konfidenzintervalle, Gruppengrößen, Zahlenwerte), wird sie in dieser Studie nicht ergänzt. Mehrere Abstracts enthalten innere Unstimmigkeiten, etwa Prozentwerte, die sich nicht aus den genannten Zahlen ergeben [s157, s112, s125, s236]; solche Stellen werden in den Teilrecherchen vermerkt und hier, wo sie relevant sind, als Einschränkung genannt.

Die Bewertung der Einzelstudien („Stärken“, „Schwächen“) beruht auf dem Design, den im Abstract genannten Einschränkungen und allgemeinen methodischen Merkmalen. Sie ist kein formal bewertetes Verfahren und keine Risk-of-Bias-Analyse. Es wurde keine eigene Metaanalyse gerechnet; wo gepoolte Zahlen stehen, stammen sie aus veröffentlichten Metaanalysen [s58, s191, s111] und werden als solche ausgewiesen. Die 33 Diagramme der Gesamtstudie zeigen ausschließlich Zahlen, die in den Abstracts stehen, mit Quellenkennung je Datenpunkt.

Zusammensetzung der Quellenbasis

Nach der formalen Zuordnung tragen 195 Einträge den Sprachraum Englisch, 29 Französisch, 21 Italienisch, 21 Türkisch, 19 Russisch, 18 Deutsch, 15 Arabisch, 14 Japanisch, 8 Spanisch, 7 Chinesisch, 3 Portugiesisch und 1 Ungarisch (48 Einträge tragen zwei Räume, die Summe übersteigt deshalb 303). Die Zuordnung folgt der Publikationssprache und dem Land der Erstaffiliation und besagt nichts über die Sprache der untersuchten Personen. Der Schwerpunkt liegt zeitlich im 21. Jahrhundert: 24 Quellen stammen aus den Jahren bis 1999, 33 aus 2000 bis 2009, 103 aus 2010 bis 2019, 101 aus 2020 bis 2024 und 42 aus 2025 und 2026. Nach dem Studiendesign (grob nach dem Designfeld ausgezählt) überwiegen retrospektive Auswertungen mit etwa 108 Einträgen; hinzu kommen etwa 62 Übersichtsarbeiten, 42 Befragungen, 19 Fallberichte oder Fallserien, 15 Leitlinien oder Konsensdokumente, 14 prospektive Studien, 14 Tierversuche und 6 systematische Übersichten oder Metaanalysen. Diese Auszählung ist eine Größenordnung, keine formale Klassifikation, denn manche Arbeiten tragen mehrere Merkmale.

Die Evidenzbasis ist damit strukturell verzerrt. Retrospektive Samenbankdaten erfassen nur Männer, die eine Probe abgeben konnten und wollten. Wer wegen eines raschen Therapiebeginns nicht kam, fehlt; wer schon behandelt war, ist mit schlechteren Werten vertreten. Kontrollgruppen sind selten und häufig keine gesunden Männer, sondern Männer aus Kinderwunschkliniken oder ausgewählte Spender. Eine randomisierte Studie zur Ausgangsqualität gibt es nicht, da die Frage nicht randomisierbar ist. Randomisierte Studien erscheinen in der Quellenbasis nur als Rahmen: als Sekundäranalyse mit Befunden nach der Behandlung (HD21 [s25]), als Auswertung von Studienteilnehmern ohne Ausgangsspermiogramme (GHSG HD13 bis HD15 [s218]) oder als prospektive Zusatzstudie zu einem Phase-3-Protokoll [s49].

Zusätzlich abgerufene Quellen für den Hintergrund

Für die Referenzwerte der Weltgesundheitsorganisation und für eine Angabe zur Dauer der Spermatogenese wurden in diesem Kapitel drei Veröffentlichungen eigens über Europe PMC und die E-utilities abgerufen. Sie sind nicht Teil der Masterliste mit den Kennungen s01 bis s303 und werden deshalb im Text mit Autor, Jahr und PMID genannt, nicht mit einer Kennung: Campbell et al. 2021, Andrology (PMID 33528873); Boitrelle et al. 2021, Life (PMID 34947899, Tabelle 2 aus dem frei zugänglichen Volltext); Hwang und Clark 2025, Fertility and Sterility (PMID 40398716, Volltext). Eine weitere Veröffentlichung wurde nur für einen Überblick über die Entstehung der Handbücher herangezogen: Wang et al. 2022, Fertility and Sterility (PMID 34996596).

Grenzen

Die Studie ist eine Literaturübersicht und keine Anleitung zu einer Behandlung. Aussagen von Leitlinien oder Autoren werden den jeweiligen Urhebern zugeschrieben. Wegen der Abstractebene können Gewichtungen fehlen, die nur im Volltext stehen. Mehrfachveröffentlichungen derselben Zentren (zum Beispiel drei überlappende Veröffentlichungen einer Moskauer Hodgkin-Kohorte [s238, s236, s225], zwei Sichuaner Studien [s116, s115] oder zwei Berliner Auswertungen [s80, s53]) wurden benannt, aber nicht rechnerisch bereinigt; in Vergleichen werden sie nur einmal gezählt. Zwei in Gruppe c als zurückgezogen erkannte Veröffentlichungen (PMID 35707706 und PMID 36653814) wurden ausgeschlossen. Die Wiedergabe der WHO-Referenzwerte erfolgt nach den genannten Sekundärveröffentlichungen, nicht nach dem Handbuch selbst.

Alle Kapitel und Anhänge (26)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. Hodgkin-Lymphom bis Leukämien und hämatologische Neoplasien
  6. Hodentumoren
  7. Mischkollektive mit Vergleichsgruppen
  8. Samenbankserien ohne Kontrollgruppe und Kinder und Jugendliche
  9. Überlebende nach Behandlung: Befunde zur Abgrenzung bis Einordnung der Beobachtungsstudien
  10. Vorbemerkung zur Evidenzbasis bis Kinder und Jugendliche
  11. Metaanalysen und systematische Übersichten bis Tierversuche
  12. Mechanismen und biologische Plausibilität
  13. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  14. Englisch bis Chinesisch
  15. Japanisch bis Türkisch
  16. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  17. Limitationen der Evidenz
  18. Offene Forschungsfragen
  19. Praktische Einordnung
  20. Glossar
  21. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 2)
  22. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 2)
  23. Diagramme
  24. Quellen s01–s153
  25. Quellen s154–s303
  26. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle