Japanisch
Die japanische Literatur der Studienlage ist klein, alt und in ihrem Charakter pharmakologisch: Sie umfasst sieben Quellen mit der Sprachmarke Japanisch, die zwischen 1983 und 1999 erschienen, ergänzt um englischsprachige Arbeiten japanischer Gruppen von 1990 bis 2007 und eine Methodenarbeit von 2026. Es handelt sich weniger um Kohorten als um Herstellerstudien zur Reproduktionstoxizität, Enzymstudien zur Steroidsynthese und Messungen von Gewebespiegeln. Die Zeitschriften sind Hinyokika Kiyo (Acta Urologica Japonica) [s260, s274, s278], die Zeitschrift der japanischen urologischen Gesellschaft [s240], das Journal of Toxicological Sciences [s266, s259] und die Folia Pharmacologica Japonica [s263]; die Abstracts sind teils englisch.
Humanstudien. Die einzige japanische Studie, die ein Antibiotikum gegen keine Behandlung prüft, ist eine randomisierte Studie aus Nagoya von 1995: Von 263 Männern aus einer Infertilitätssprechstunde erfüllten 48 die Einschlusskriterien (mehr als 1 Million Leukozyten pro ml Sperma und mehr als 10 Leukozyten pro Gesichtsfeld im Prostatasekret). Die Leukozytospermie löste sich nach einem Monat bei 76 % der Männer unter Trimethoprim/Sulfamethoxazol plus häufigem Ejakulieren, bei 56 % unter dem Antibiotikum allein und bei 6,7 % ohne Behandlung; die Raten der beiden Behandlungsgruppen waren signifikant höher als die der Kontrollgruppe (p < 0,05) [s254]. Der Abstract bricht ab; Ergebnisse zu Spermienparametern und Schwangerschaften stehen in dem abgerufenen Teil nicht, der Endpunkt ist ein Laborwert, und die Gruppen sind sehr klein. Eine Pharmakokinetik- und Anwendungsstudie aus Tokio von 1992 zu Levofloxacin fand nach einer Dosis von 200 mg im Hodengewebe von Männern mit Prostatakrebs im Mittel 4,73 Mikrogramm pro g (Gewebe-zu-Serum-Verhältnis 1,63); im Sperma gesunder Männer unter 100 mg dreimal täglich über 13 Tage lagen die Konzentrationen bei 1,19 (Tag 7) und 1,32 Mikrogramm pro ml (Tag 13), mit Sperma-zu-Serum-Verhältnissen von 1,12 und 1,26, und der Abstract hält fest, eine Beeinflussung der Spermien sei nicht beobachtet worden, ohne die geprüften Parameter zu nennen. Bei 23 Patienten mit akuter Nebenhodenentzündung wurde eine Wirksamkeitsrate von 100 % (20 von 20 auswertbaren) berichtet [s260]. Die Studie ist einarmig. Eine Fallserie aus Kaizuka an 68 Männern mit idiopathischer Infertilität setzte Antibiotika bei Prostatovesikulitis als Zusatz zu Hormon- und Varikozelenbehandlung ein; der Abstract bricht ab, und der Anteil der Antibiotika am Ergebnis ist nicht trennbar [s274]. Eine Studie von 1983 mit Ratten- und Humangewebe fand für Nalidixinsäure im Prostatagewebe 21,5 Mikrogramm pro g (etwa das Vierfache des Serumspiegels), für Ampicillin im menschlichen Prostatagewebe etwa 40 % der Blutkonzentration und in Hoden und Nebenhoden der Ratten nur niedrige Werte, die die Autorin mit der Blut-Hoden-Schranke deutet [s278]. Eine serologische Studie an 83 Männern aus Infertilitätssprechstunden fand Chlamydien-Antikörper (IgA oder IgG) bei 20 von 83 Seren (24,1 %); Antibiotika sind im Abstract nicht erwähnt [s240].
Herstellerstudien. Die Reproduktionstoxizitätsstudie von Daiichi zu Levofloxacin an Ratten und Kaninchen fand bei oraler Gabe vor und in der frühen Trächtigkeit bis 360 mg/kg keine Nebenwirkung auf die Fruchtbarkeit und bei keiner Dosis Teratogenität [s262]. Das steht im Gegensatz zu neueren Hodenbefunden unter anderen Fluorchinolonen aus chinesischen Gruppen [s32, s103]; die Ursachen sind aus den Abstracts nicht ableitbar. Eine Studie von Hoechst Japan an juvenilen Ratten (Cefpirom 200, 500 und 1000 mg/kg subkutan über fünf Wochen) fand keine substanzbedingten Veränderungen von Fertilität, Spermien und Fortpflanzungsorganen, während die Positivkontrolle Cefotetan (1000 mg/kg) verminderte Hodenmasse, atrophiertes Keimepithel und weniger Spermien bewirkte [s266]. Die Unterschiede innerhalb einer Wirkstoffklasse sind damit ein Befund dieses Raums.
Antimykotika und Steroidsynthese. Hier liegt der japanische Schwerpunkt. Ketoconazol hemmte in menschlichen Hodenfraktionen kompetitiv die 3β-Hydroxy-5-en-Steroid-Oxidoreduktase/Isomerase und die NADH-gebundene 20α-Hydroxysteroid-Oxidoreduktase mit Ki-Werten von 2,9 und 0,9 µM [s270]. Ketoconazol hemmte in Hodenmikrosomen die 17α-Hydroxylase und die C17,20-Lyase; bei Patienten fiel nach einer intravenösen Injektion von 200 mg Miconazol das Serumtestosteron auf rund 16 % des Ausgangswerts und kehrte nach fünf Stunden zum Ausgangswert zurück. Spermien wurden nicht untersucht [s271]. Clotrimazol, Econazol, Miconazol und Ketoconazol hemmten in Schweinehodenmikrosomen die Synthese eines 16-en-C19-Steroids, mit halbmaximalen Hemmkonzentrationen von 0,29, 0,36 und 1,25 µM für Clotrimazol, Econazol und Miconazol [s265]. Ketoconazol veränderte in isolierten Rattenhoden die Bildung von Androstendion, Estradiol und Dihydrotestosteron [s259] und im Rattenmodell mit Prostatatumor das Plasma- und Hodenandrogen [s263]. Eine Methodenarbeit von 2026 testete Ketoconazol und acht weitere Azole, darunter Fluconazol, an Hodenschnitten der Ratte; alle zeigten Hormonveränderungen im Sinne einer Hemmung des Enzyms CYP17A1 mit unterschiedlicher Potenz [s13]. Mehrere der geprüften Azole sind Pflanzenschutzmittel.
Weitere Befunde. Sulfasalazin senkte bei Ratten (600 mg/kg über 28 Tage) Beweglichkeit und Akrosomreaktion, mit verminderter Expression akrosomaler Membranproteine im Nebenhoden [s220]; in einer späteren Arbeit trat die Minderung ab Tag 7 auf, während Nebenhodenmarker schon an Tag 1 verändert waren [s213]. Minocyclin unterdrückte in hitzegestressten Mäusehoden die Freisetzung von Cytochrom c und die Apoptose [s226]; das Tetrazyklin dient hier als Schutzstoff im Modell.
Leitlinien, Register, Erreichbarkeit. Japanische Leitlinien und Register wurden nicht gezielt gesucht. Die Programmierschnittstelle von J-STAGE war erreichbar; die Titelsuche mit japanischen Begriffen war möglich, die Freitextsuche war unscharf, und eine Anfrage mit dem Begriff für Leukozytospermie lieferte einen Fehlercode. Sie zeigte eine größere Zahl japanischer Arbeiten zur Chemotherapie der bakteriellen Prostatitis und Nebenhodenentzündung (Zeitschrift Chemotherapy, Japanese Journal of Urology, 1984 bis 2011) sowie zu Chlamydia trachomatis in der männlichen Infertilität, deren Titel keine Spermienparameter nennen. CiNii antwortete mit HTTP 202 und leerem Inhalt und war nicht nutzbar.
Was fehlt. Für Nitrofurantoin und Metronidazol lieferte die Suche keine Studie aus dem Raum, ebenso keine Humanstudie zu Antimykotika oder Antimalariamitteln mit Spermienendpunkten. Die Datenlage ist alt; neuere klinische Arbeiten aus Japan zum Thema liegen nicht vor.
Koreanisch
Eine koreanischsprachige Arbeit zum Thema wurde nicht gefunden: Europe-PMC-Abfragen mit koreanischen Begriffen wie 항생제 (Antibiotika) und 정자 (Spermien) ergaben keine Treffer, die Suche mit Sprachfilter Koreanisch einen einzigen, nicht einschlägigen. In der Quellenlage trägt keine Quelle die Sprachmarke Koreanisch. Aus Korea stammen vier englischsprachige Quellen, die alle nur mittelbar zum Thema gehören.
Die systematische Übersicht aus Wonju zur Behandlung der Leukozytospermie (World Journal of Men's Health, 2016) ist die einzige koreanische Quelle zur Kernfrage: Nach Aussage der Autoren könnten Antibiotika Spermienparameter, die Auflösungsrate der Leukozytospermie, die bakteriologische Heilungsrate und sogar die Schwangerschaftsrate verbessern, einige Berichte widersprächen jedoch, und die Daten reichten nicht aus, um zu entscheiden, ob Antibiotika oder Antioxidantien wirksam seien. Die Zahl der eingeschlossenen Studien und Effektmaße nennt der Abstract nicht [s157]. Drei Zellmodellstudien aus Jeonbuk und Anseong betreffen Antiparasitika und Antimalariamittel an Spermatogonien der Maus: Ivermectin löste dosisabhängig oxidativen Stress, gestörte Calciumspiegel und Apoptose aus, und Selen [s52] sowie Melatonin und Agomelatin (bei 16 µM Ivermectin) [s45] milderten das; Artemisinin (10 bis 200 µM) stellte in einem Cisplatin-Modell die Proliferation wieder her [s37]. Es sind Zellmodelle; die verwendeten Konzentrationen bezeichnen die Autoren zum Teil selbst als toxisch beziehungsweise hoch.
Dieselbe Zeitschrift, das World Journal of Men's Health, enthält zwei weitere Übersichten der Studienlage zur Leukozytospermie: eine Leitlinienübersicht, nach der sich die Leitlinien widersprächen [s124], und eine narrative Übersicht, die Antibiotika, Entzündungshemmer und assistierte Reproduktion als Behandlungsoptionen nennt [s27]. Die Zeitschrift Investigative and Clinical Urology enthält eine russische Studie [s93].
Die koreanischen Datenbanken ließen sich nicht auswerten: KCI antwortete mit HTTP 404 auf Start- und Suchseite, KoreaMed lieferte auf die Suchanfrage kein auswertbares Ergebnis, DBpia war nicht erreichbar. Die koreanische Literatur wurde nur über PubMed und Europe PMC erfasst. Die Datenlage aus Korea ist deshalb vermutlich unterschätzt; Leitlinien, Register und Kohorten konnten nicht geprüft werden. Zu Nitrofurantoin, Metronidazol, Tetrazyklinen und Antimykotika fand sich keine Studie.
Russisch
Der russischsprachige Raum hat mit 18 Quellen eine eigene klinische Tradition zu Antibiotika bei männlicher Infertilität. Sie reicht von sowjetischen Arbeiten (1975, 1990) bis zu randomisierten Studien der 2020er Jahre. Typisch ist die Fragestellung: Es geht fast nie um Arzneimittelnebenwirkungen, sondern um Prostatitis, Infektion der akzessorischen Geschlechtsdrüsen und Leukospermie bei Paaren in der Vorbereitung auf assistierte Reproduktion. Die Zeitschriften sind Andrologija i genitalnaja chirurgija [s119, s155, s65, s109], Urologija [s72, s167, s195], Urologitscheskije wedomosti [s170], Medizinski sowet [s147], Klinitscheskaja praktika [s108], Westnik Wolgogradskogo GMU [s171], Tichookeanski medizinski schurnal [s229], Acta Biomedica Scientifica [s183], Experimentalnaja i klinitscheskaja urologija [s47] und, aus der Sowjetzeit, Antibiotiki [s286], Westnik dermatologii i wenerologii [s268] und Urologija i nefrologija [s244].
Humanstudien zur Wirkung der Antibiotika. Die bemerkenswerteste Studie ist eine Beobachtungsserie aus Wladiwostok an 243 Männern von 18 bis 39 Jahren, die wegen nicht schwerer Erkrankungen eine Monotherapie mit einem von 20 Antibiotika über 10 bis 30 Tage erhielten. Ejakulat und Serumtestosteron wurden vor der Gabe, drei Tage nach dem Absetzen und drei Monate nach Therapieende bestimmt. Der Autor teilt die Wirkstoffe in drei Gruppen: Nur Amoxicillin und Azithromycin blieben ohne Störung; Amikacin, Ampicillin, Cefazolin, Cefuroxim, Ciprofloxacin und Roxithromycin führten kurzzeitig zu mehr pathologischen Spermienformen und weniger beweglichen Spermien (Furazidin und Nitroxolin senkten zusätzlich das Testosteron), mit Normalisierung nach drei Monaten; Metronidazol, Gentamicin, Doxycyclin, Lincomycin, Nitrofurantoin, Pefloxacin, Pipemidsäure, Rifampicin, Cefotaxim und Ceftriaxon zeigten nach drei Monaten noch Störungen, und Doxycyclin, Lincomycin, Nitrofurantoin, Rifampicin und Ceftriaxon senkten zusätzlich das Testosteron [s229]. Die Studie ist eine der wenigen Humanserien, die viele Wirkstoffe mit demselben Protokoll untersucht. Ihre Grenzen nennt der Autor selbst: nur ein Ausgangswert ohne Abstinenzzeit, teils lokal angewendete Arzneimittel, nicht ausschließbare weitere schädliche Einflüsse. Hinzu kommen eine fehlende Kontrollgruppe ohne Antibiotikum, fehlende p-Werte und Fallzahlen je Wirkstoff und die zugrunde liegende Erkrankung als Störfaktor. Der Autor kritisiert die Praxis, Antibiotika bei jedem Entzündungsprozess oder zur Vorbeugung zu geben; er bezeichnet sie als „порочная практика“ (fehlerhafte, wörtlich lasterhafte Praxis). Die Befunde stehen im Widerspruch zu Berichten über Verbesserungen unter Doxycyclin bei Entzündungen, die eine russische Übersicht zusammenstellt [s171]. Die älteste Quelle des Raums beobachtete 1975 an 50 Patienten mit chronischen entzündlichen Erkrankungen des Urogenitalsystems, dass Nitrofurane (Furadonin, also Nitrofurantoin, und Furagin) und Neomycin Spermienzahl und Beweglichkeit senkten, während Tetracyclin keinen signifikanten Effekt hatte und unter Streptomycin eine Tendenz zur Zunahme auftrat; Zahlen je Wirkstoff nennt der Abstract nicht [s286]. Das ist der einzige Humanbeleg speziell zu Nitrofuranen in den nichtwestlichen Räumen; Nitrofurantoin und Furazidin kommen außerdem in der Wladiwostoker Serie vor [s229].
Behandlungsstudien bei Prostatitis und Infektion der Adnexdrüsen. Eine unkontrollierte Pilotstudie an 34 Paaren in der Vorbereitung auf IVF/ICSI (Levofloxacin 750 mg über 15 Tage) fand vier Wochen später den Anteil beweglicher Spermien von 14,1 auf 21,1 % (p < 0,001), die normale Morphologie von 6,2 auf 7,7 % (p = 0,005), die Leukozyten von 3,1 auf 0,9 Millionen (p < 0,001) und die reaktiven Sauerstoffspezies von 4,5 auf 3,1 (p < 0,001) verändert; vier Männer (11,7 %) hatten leichte Dyspepsie. Es fehlen Kontrolle, Verblindung und eine längere Nachbeobachtung [s170]. Eine randomisierte, nicht verblindete Studie aus Moskau an 60 Männern verglich ein Zytokin- und Peptidpräparat als Zäpfchen (Superlymph, 20 Tage) mit Doxycyclin 100 mg zweimal täglich über 28 Tage; in die Auswertung gingen 53 Patienten ein. Die bakteriologische Eradikation lag bei 57,1 % gegenüber 88 % unter Doxycyclin (p = 0,016); bei den übrigen Samenparametern gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen [s72]. Eine randomisierte Beobachtungsstudie aus Rostow am Don an 60 Männern mit chronischer bakterieller Prostatitis verglich Fluorchinolone allein mit Fluorchinolonen plus Cephalosporinen oder Makroliden; die Pathospermie sank nach drei Monaten nur in der zweiten Gruppe signifikant, die Spermienqualität ist ein Nebenendpunkt ohne Zahlen im Abstract [s93]. Bei 68 Männern mit chronischer bakterieller Prostatitis und Pathospermie führte die Standardtherapie einschließlich Antibiotika nach Angabe des Autors nicht zu einer signifikanten Besserung der Schlüsselparameter; mit Prostatapeptiden halbierte sich der Anteil nicht progressiv beweglicher Spermien [s147]. Die Studie belegt keinen Antibiotikaschaden, sondern das Ausbleiben einer Besserung. Bei asymptomatischer Bakteriospermie wurde ein Bakterienlysat (OM-89) mit Fluorchinolonen verglichen: E. coli wurde unter OM-89 bei 98 % eradiziert, unter Fluorchinolonen blieb er bei 15,2 % in signifikantem Titer; die Take-Home-Baby-Rate betrug 21 % gegenüber 7 %; Fallzahl und Statistik fehlen im Abstract [s167]. Eine Studie bei Orchiepididymitis nach Gonorrhö berichtet, dass bei 48 bis 60 % der Patienten die Spermatopathie lange nach der Therapie bestehen blieb; Chymotrypsin zusätzlich zu einem Antibiotikum senkte die Häufigkeit von Spermatogenesestörungen um 14,3 bis 16,6 % [s268]. Bei 306 Männern mit chronischer Prostatitis durch Chlamydien und Ureaplasmen fanden sich Spermatogenesestörungen bei 50 % und Samenleiterverschluss bei 35 Patienten (11,4 %); Zahlen zu Behandlungsergebnissen nennt der Abstract nicht [s195].
Erregerspektrum und Resistenz. Eine Untersuchung an 4752 Männern auf Ureaplasma urealyticum (Kultur mit Antibiogramm, 67 gesunde fertile Kontrollen) fand Resistenzraten von 88,2 % gegen Erythromycin, 47,0 % gegen Azithromycin, 41,7 % gegen Tetracyclin, 7,7 % gegen Doxycyclin, 5,9 % gegen Josamycin und 5,8 % gegen Medekamycin. Bei Polyresistenz war ein hoher DNA-Fragmentierungsgrad häufiger (10,03 % gegenüber 5,92 % bei nicht resistenten Stämmen), die Hyaluronsäurebindung bei resistenten Stämmen häufiger gestört (mehr als 12 % gegenüber weniger als 4 %) und die Akrosinaktivität in 29,71 % (bei Polyresistenz 40,46 %) vermindert [s108]. Dass resistente Stämme die Spermien stärker schädigen, ist wegen des Querschnittsdesigns nicht belegt, denn resistente Stämme können länger persistieren. Bei 257 infertilen Männern in der Vorbereitung auf assistierte Reproduktion wuchsen bei 100 von 108 Männern mit Leukozyten im Ejakulat 214 Mikroorganismen (Nachweisrate 92,6 %); die Einleitung nennt Nitrofurantoin, Fluorchinolone, Sulfasalazin, Cimetidin und Colchicin als iatrogene Ursachen verminderter männlicher Reproduktionsfunktion, ohne Zahlen [s155]. Weitere mikrobiologische Arbeiten beschreiben Mehrfachresistenz und hohe Adhäsionsfähigkeit von Stämmen aus Ejakulaten [s244], eine teils resistente Mikroflora [s183] und, bei 117 Männern mit chronischer Prostatitis, einen höheren Keimtiter im Prostatasekret als im Ejakulat sowie eine signifikante Senkung der Bakterienlast bei 51 antibiotikafrei behandelten Patienten [s109]. Die Idee antibiotikafreier Wege taucht in dieser Literatur wiederholt auf, ebenso Immunmodulatoren, Peptid- und Zytokinkomplexe und Bakterienlysate [s72, s167, s147, s109]; die Abstracts nennen keine Interessenkonflikte, eine Bewertung dazu ist anhand der Abstracts nicht möglich.
Übersichten. Die ausführlichste Quelle des gesamten Materials ist eine Übersicht aus Moskau (RUDN-Universität): Sie stellt fest, viele experimentelle Studien zeigten dosisabhängig negative Wirkungen bestimmter Antibiotika, die Evidenz sei niedrig, und der Antibiotikaeffekt sei von dem der behandelten Krankheit schwer zu trennen [s119]. Die Zahlen darin (zu Gentamicin, Imipenem, Levofloxacin, Nitrofurantoin) sind Zweitangaben aus anderen Arbeiten und nicht geprüft; sie sind hier bewusst nicht übernommen. Eine zweite Übersicht trägt Doxycyclin schon im Titel als „positiven Einfluss“ auf Parameter der männlichen Fertilität, nennt aber auch ungünstige Tierbefunde; sie bewertet die ungünstigen Studien strenger als die günstigen [s171]. Eine Übersicht von 2024 zum DNA-Fragmentierungsindex berichtet, die Behandlung von Infektionen mit Chlamydia trachomatis, Ureaplasma und Mycoplasma genitalium führe zu niedrigerem Index; sie gibt als Zweitangabe die Daten von Gallegos wieder (Fragmentierungsindex von 37,7 auf 24,2 %) und rät, den Index erst 4 bis 6 Monate nach der Behandlung zu bewerten [s65]. Eine Übersicht aus 38 Publikationen nennt die Leukospermie bei 10 bis 20 % infertiler Männer [s47].
Tierversuche und Laborbefunde. Zwei zytogenetische Mausstudien messen Antibiotika nicht an Spermienparametern, sondern an der Meiose: Nach zehn Tagen Tetrazyklinen, Makroliden oder Fluorchinolonen traten heteromorphe Bivalente auf, ihre Zahl nahm mit der Zeit ab, und die Nebenhodenspermien zeigten keine signifikanten Unterschiede in Morphologie und Beweglichkeit [s234]. In der zweiten Studie waren am ersten Tag nach Furacilin (Nitrofuran) 100 % der Kerne mit fragmentierten synaptonemalen Komplexen betroffen, nach Cifran (Fluorchinolon) 41,8 % und nach einem Bakteriophagenpräparat 25 % [s178]. Bei Ratten veränderte ein nicht genanntes Antimykotikum nach 48 Tagen die Kopfform der Spermien (Deformationsindex 4,93) [s131]; Wirkstoff, Dosis und Gruppengröße fehlen. Gentamicin erhöhte in einer Lagerungsstudie an Krötenspermien die Beweglichkeit bei 0,05 bis 0,4 mg/ml, bei 1 mg/ml war der Effekt negativ [s59].
Leitlinien, Register, Erreichbarkeit. Russische Leitlinien und Register wurden nicht abgerufen. Die Plattform CyberLeninka war über ihre Suchschnittstelle erreichbar (25 russische Abfragen, 385 eindeutige Datensätze) und lieferte Volltexte, die für sechs Arbeiten gelesen wurden [s229, s119, s171, s170, s108, s65]. eLIBRARY.ru war nicht erreichbar (Umleitung auf eine Sitzungsseite und Fehlerseite), sodass Inhalte, die nur dort liegen, fehlen. In Europe PMC lieferten alle zwölf Abfragen mit russischen Begriffen keine Treffer; mit englischen Begriffen und Sprachfilter fanden sich dagegen Treffer, darunter alte Datensätze mit englischem Abstract. Über PubMed liegen häufig nur Abstracts mit übersetztem Titel vor.
Was fehlt. Es fehlen kontrollierte Studien an gesunden Männern, Humanstudien zu Antimykotika und Antimalariamitteln sowie Registerdaten. Zu Metronidazol liegt nur die Wladiwostoker Serie vor [s229], zu Nitrofurantoin diese und die Arbeit von 1975 [s286].
Arabisch
Arabischsprachige Originalarbeiten zum Thema wurden nicht gefunden. Alle acht Europe-PMC-Abfragen mit arabischen Suchbegriffen lieferten keine Treffer. Der arabische Raum ist in den Datenbanken fast ausschließlich über englischsprachige Veröffentlichungen aus Ägypten, Saudi-Arabien, Kuwait, Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak, Algerien und Marokko erreichbar. Das ist eine Lücke des Zugangs und kein Beleg für das Fehlen arabischer Literatur. Die Quellen lassen sich in zwei Typen von Arbeitsgruppen teilen: klinisch-andrologische Gruppen mit Beobachtungs- und kleinen Interventionsstudien und pharmakologisch-toxikologische Gruppen mit einem sehr gleichförmigen Tierversuchsdesign.
Kohorten und klinische Studien. Zwei Studien aus Kuwait sind die ältesten klinischen. In einer randomisierten Studie an 25 infertilen Männern mit mindestens fünf Eiterzellen je Gesichtsfeld im Samen erhielten die Männer Minocyclin 200 mg täglich über eine oder zwei Wochen. Danach nahmen Eiterzellen signifikant ab und Spermienzahl und bewegliche Spermien signifikant zu (p < 0,01); zwischen den Gruppen bestand kein Unterschied, Toxizität wurde nicht berichtet [s258]. Die Randomisierung betraf nur die Behandlungsdauer, ein Placebo- oder Unbehandelten-Arm fehlt, Zahlenwerte stehen nicht im Abstract. An der Kuwait-Universität verglich eine Studie an 50 Männern Samenwegsinfektion (n = 20), Leukozytospermie (n = 18) und fruchtbare Männer (n = 12): Bei Infektion lag die Spermienzahl bei 25 gegenüber 84 Millionen pro ml; die Antibiotikatherapie verbesserte Spermienparameter, antioxidative Aktivität und IL-4 signifikant und senkte IL-2 und IL-8, der Titer der Antispermien-Antikörper blieb unverändert; Wirkstoff und Dosis nennt der Abstract nicht [s245]. In Alexandria erhielten 22 von 223 asthenozoospermischen Männern mit Helicobacter-pylori-IgA im Seminalplasma (9,87 %) Omeprazol, Tinidazol und Clarithromycin über zwei Wochen; nach drei Monaten war das mittlere IgA von 1,55 ± 0,4 auf 0,52 ± 0,26 gefallen (p = 0,001), begleitet von besserer Beweglichkeit [s172]. Es gab keine Kontrollgruppe, und die Dreifachtherapie lässt die Wirkung nicht einem Wirkstoff zuordnen. In Mansoura wurden bei 60 infertilen Männern in 20 Kulturen (33,3 %) Bakterien gefunden, Corynebacterium bei 12 (20 %); die Beweglichkeit war bei positiver Kultur signifikant geringer, Konzentration und Morphologie nicht [s158]. In Assiut zeigte eine prospektive, kontrollierte, verblindete Studie an 50 Männern mit Oligoasthenoteratozoospermie, dass bei Leukozytospermie Beweglichkeit und CASA-Parameter geringer und der DNA-Fragmentierungsindex höher waren; von 25 Männern mit Leukozytospermie wurden 23 nach Antibiotikatherapie nachverfolgt, und geheilte Männer erzielten signifikant höhere Schwangerschaftsraten als solche mit anhaltender Leukozytospermie [s140]. Das ist ein Ergebnisvergleich nach der Behandlung, keine Gegenüberstellung von Antibiotikatherapie und keiner Therapie. Eine narrative Übersicht aus Ajman (VAE) zur Leukozytospermie nennt Antibiotika, Entzündungshemmer und assistierte Reproduktion als Behandlungsoptionen [s27].
Tierversuche zu Antibiotika. Die pharmakologisch-toxikologischen Gruppen in Kairo, Dschidda, Mekka, Ajman und Mansoura wählen eine hohe Dosis eines gängigen Antibiotikums, geben sie Ratten über 7 bis 60 Tage und prüfen ein Antioxidans oder einen Pflanzenextrakt als Schutz. Für Gentamicin senkte in Dschidda die Gabe von 60, 80 und 100 mg/kg über zehn Tage dosisabhängig Hodengewicht, Spermienzahl, Beweglichkeit und Testosteron [s135]; eine Studie an der Kuwait-Universität fand mit nur 3 und 5 mg/kg über zehn Tage (je 7 Tiere) bereits geringere Spermienzahl und Beweglichkeit, sodass der Befund von der Dosisfrage nicht unabhängig ist [s211]; weitere Arbeiten prüfen Lycopin [s122] und Zamzam-Wasser (30 Ratten, Gentamicin 100 mg/kg über sechs Tage) als Schutz [s97]. Vancomycin (200 mg/kg intraperitoneal über sieben Tage) senkte Testosteron, Spermienzahl und Beweglichkeit [s67]; in einer weiteren Studie senkte es Testosteron, erhöhte FSH und LH, minderte die Beweglichkeit und erhöhte abnormale und tote Spermien [s02]. Für Fluorchinolone fanden Ofloxacin, Ciprofloxacin und Pefloxacin (72, 135 und 72 mg/kg über 15 Tage) Abnahmen der testikulären LDH-X-Aktivität um 39,8, 62,7 und 60,7 %, mit weniger Spermien und geringerer Beweglichkeit [s236]; bei Ofloxacin nahmen die Schäden mit Dosis und Dauer zu [s194]; Levofloxacin (300 mg/kg über zwei Wochen, 40 mg/kg jeden zweiten Tag über zwei Monate) und Ciprofloxacin über 60 Tage senkten Hormone, Antioxidanzienenzyme und Spermienqualität beziehungsweise Keimzellzahl [s69, s63, s33]. Bei der durch Lipopolysaccharid ausgelösten sterilen Orchitis senkten Levofloxacin und therapeutischer Ultraschall das IL-1β; Spermienendpunkte wurden nicht erhoben [s09]. Metronidazol minderte bei Ratten in hoher Dosis (400 mg/kg über 60 Tage) Spermienzahl, Beweglichkeit, Thiamin und freies Testosteron [s113], bei 40 mg/kg intraperitoneal löste es eine reversible Infertilität aus, die Rosmarinsäure milderte [s148]; im Modell der Amöbiasis stellte Metronidazol dagegen Hodenarchitektur und Spermienzahl teilweise wieder her [s40]. Amoxicillin (30 mg/kg über 45 Tage) senkte bei Mäusen Testosteron und schädigte den Hoden [s08]. Oxytetracyclin (1 g/l über neun Tage) senkte bei Hähnen aus Biskra vorübergehend Konzentration und Beweglichkeit [s78]. Zur Samenkonservierung zeigen Arbeiten aus Tanger und Al-Ahsa, dass Streptomycin, Penicillin und Gentamicin im Verdünner die Spermien nicht grundsätzlich schädigen und die Keimzahl senken [s75, s101].
Antiparasitika, Antimalariamittel. Ivermectin (0,2 bis 0,56 mg/kg) senkte in Alexandria, Abha und weiteren Gruppen bei Ratten und Kaninchen Testosteron, Spermienzahl und Samenqualität; Zinknanopartikel, Vitamin E und Selen oder Alpha-Liponsäure milderten das [s138, s70, s110, s205]. Hydroxychloroquin zeigte bei Ratten im Hoden Spermatozytendegeneration und Ablösung von Keimzellen; Dosis und Spermienparameter nennt der Abstract nicht [s66]. Ein Humanbeleg aus dem Raum zu einem Malariamittel fehlt.
Leitlinien, Register, Erreichbarkeit. Leitlinien und Register aus dem arabischen Raum wurden nicht gefunden. Von den arabischsprachigen Datenbanken war keine nutzbar: Arab World Research Source antwortete nicht (kein Statuscode, keine Verbindung), Mandumah leitete auf eine Anmeldeseite um, die Plattformen der irakischen und algerischen Fachzeitschriften waren nicht erreichbar. Arabische Originalarbeiten, etwa aus ägyptischen, irakischen oder algerischen Zeitschriften, sind daher nicht erfasst. Tunesien ist mit einer französischsprachigen Quelle vertreten [s139].
Was fehlt. Es fehlen Humanstudien zu Nitrofurantoin, Antimykotika und Antimalariamitteln mit Spermienendpunkten sowie jede kontrollierte Studie mit Placebo. Das Schutz-Design erzeugt vorhersehbar positive Berichte; die Aussage zum Antibiotikum als Schadstoff stammt dort nur aus der Kontrollgruppe mit hoher Dosis.
Türkisch
Die türkischsprachige Literatur ist, soweit über TR Dizin und Europe PMC erreichbar, sehr dünn: Nur drei Quellen tragen die Sprachmarke Türkisch, und zwei davon erschienen vor 2010. Hinzu kommen englischsprachige Arbeiten türkischer Gruppen, überwiegend Tierversuche veterinärmedizinischer und pharmakologischer Institute. Die einzigen Humanstudien sind eine randomisierte Studie von 1997, eine Beobachtungsstudie von 2009 und eine kleine COVID-19-Kohorte von 2021.
Humanstudien. An der Universität Istanbul (Cerrahpaşa) erhielten 70 Männer mit asymptomatischer Leukozytospermie Placebo (n = 24), Doxycyclin 100 mg zweimal täglich über zehn Tage (n = 25) oder Doxycyclin plus Ceftriaxon 1 g (n = 21). Die Leukozytenzahlen sanken in beiden Antibiotikagruppen signifikant gegenüber Placebo (p < 0,05), die Zeit bis zur Auflösung der Leukozytospermie war mit etwa vier Wochen in allen Gruppen ähnlich, und keines der Schemata brachte sie unter die Grenze von 1 Million pro ml; die Autoren halten eine Empfehlung der Antibiotikatherapie bei asymptomatischen Männern für zweifelhaft [s246]. Der Abstract nennt keine Spermienkonzentration, Beweglichkeit oder Schwangerschaftsrate. Eine prospektive Vergleichsstudie von 2009 (Yeni Üroloji Dergisi) an 121 Männern einer Infertilitätsambulanz (71 mit, 50 ohne Leukozytospermie; 4 bis 6 Wochen Antibiotika) fand keine signifikante Veränderung von Volumen, Spermienzahl und Beweglichkeit und schloss, die Behandlung bessere weder Spermienparameter noch Schwangerschaftsrate; Antibiotikum und Dosis nennt der Abstract nicht, und die Autoren fordern größere randomisierte Studien [s202]. Bei 29 genesenen COVID-19-Patienten aus Bursa (17 unter Favipiravir mit Hydroxychloroquin, 12 unter Favipiravir allein) waren Hormone und alle Samenparameter vor und nach der Erkrankung vergleichbar; die Teilgruppen sind nicht getrennt ausgewertet [s102].
Tierversuche. Aus Erzurum (Atatürk-Universität) stammen mehrere Rattenstudien mit demselben Design, Antibiotikum als Schadstoff und Pflanzenstoff als Schutz: Colistin mit Chrysin (28 Ratten), Hesperidin (24) und Naringin (35) [s134, s99, s58], Vancomycin mit Sinapinsäure (35 Ratten) [s48] und Gentamicin mit Crocin (36 Ratten, 80 mg/kg über acht Tage) [s26]; aus Trabzon Gentamicin mit Quercetin (24 Ratten) [s50] und aus einer weiteren Arbeit Gentamicin mit Hesperidin [s03]. Sie berichten Anstieg des oxidativen Stresses und der Apoptose im Hoden, geringere Beweglichkeit und mehr abnorme Spermien; die Abstracts nennen für die Spermienwerte meist keine Zahlen. Eine Studie mit zwölf Ratten (je sechs) fand unter Vancomycin 200 mg/kg über sieben Tage eine signifikant geringere Beweglichkeit (p < 0,05), während Hoden- und Nebenhodengewicht unverändert blieben [s92]. Aus Van stammt eine Studie an 72 Ratten mit Ciprofloxacin (80 mg/kg), Levofloxacin (40 mg/kg) und Moxifloxacin (40 mg/kg), die unterschiedlich ausgeprägte Hodendegeneration und höhere COX-2-Expression fand; Spermienparameter wurden nicht gemessen [s20]. Ein Modell trennt Infektion und Medikament: Bei gesunden Ratten verursachte Ciprofloxacin (150 mg/kg über zehn Tage) histologische Schäden mit leichter Abnahme von Hodenvolumen und Spermienkonzentration; Hoden mit experimenteller E.-coli-Infektion waren schwer atrophiert, stärker bei zusätzlichem Ciprofloxacin [s212]. Bei Widdern aus Elazığ führten Lincomycin-Spectinomycin und Sulfamethoxazol-Trimethoprim zu geringerer Spermienkonzentration und Gesamtzahl bei höherem Anteil beweglicher Spermien [s228]; Diminazen und Ceftriaxon senkten Konzentration, Volumen und Beweglichkeit (p < 0,01) [s223]. Bei Streptomycin und Isoniazid (80 Ratten, 45 Tage) zeigte Streptomycin signifikant mehr Spermien mit Kopfdefekt, Isoniazid einen niedrigeren Johnsen-Score (p < 0,001) [s184]. Antimykotika wurden bei 20 Hunden geprüft (je sechs mit Ketoconazol, Griseofulvin oder Fluconazol, zwei Kontrolltiere): Alle drei verursachten reversible degenerative Hodenveränderungen, am stärksten Fluconazol, wobei die Spermatogenese unter Griseofulvin stärker betroffen war; Zahlenwerte fehlen im Abstract [s237]. Antiparasitika waren Albendazol bei experimentell infizierten Lämmern, bei denen ohne Kontrollgruppe nicht infizierter Tiere Medikament und Infektion nicht trennbar sind [s04], und bei Saanen-Böcken mit signifikanten DNA-Schäden der Spermien im Comet-Test [s106]. Für Ivermectin (0,2 mg/kg subkutan) war die Konzentration bei Widdern im Plasma und in den Spermien bis zu 25 Tage, im Samenplasma bis zu 20 Tage nachweisbar; höchste Werte 25,03 ± 6,44 ng/ml im Plasma, 0,98 ± 0,42 ng/ml im Samenplasma und 5,33 ± 3,54 ng/g in den Spermien, ohne Untersuchung der Spermienqualität [s15]. Rifampicin und Chloroquin erscheinen als Schutzmittel: Rifampicin senkte als Induktor von Effluxtransportern die Aflatoxinmenge im Hoden [s35], Chloroquin (50 mg/kg über 28 Tage) milderte einen Hypoxie-Hodenschaden [s85].
Leitlinien, Register, Erreichbarkeit. Eine türkische Leitlinie und ein Register wurden nicht abgerufen. DergiPark, wo ein großer Teil der türkischen Fachliteratur erscheint, war nicht nutzbar: Die Suche leitete auf eine Verifizierungsseite um, die ein Skript nicht beantworten kann. TR Dizin war über die öffentliche JSON-Schnittstelle erreichbar (29 Abfragen, 565 eindeutige Datensätze, Abstracts, kein Volltext); nach Filterung blieben drei Datensätze, von denen zwei vor 2010 erschienen [s202, s237, s92]. In Europe PMC lieferten 11 von 16 Abfragen mit türkischen Begriffen keine Treffer. Die Veröffentlichungssprache der neueren Arbeiten ist fast durchgehend Englisch.
Was fehlt. Es fehlen türkische Kohorten mit Spermienendpunkten nach Antibiotika bei Infektion, Studien zu Nitrofurantoin und Metronidazol sowie Humanstudien zu Antimykotika. Die beiden Humanstudien zu Antibiotika bei Leukozytospermie sind negativ beziehungsweise zeigen nur einen Rückgang der Leukozyten [s246, s202]; sie sind klein, kurz und ohne Schwangerschaftsendpunkt im Abstract, und sie dürfen weder als Beleg für Nutzen noch für Unwirksamkeit im Allgemeinen gelesen werden.