Russisch
Keine Primärstudie zur Kernfrage. In Europe PMC, PubMed, CyberLeninka und TR Dizin wurde mit Begriffen in der Landessprache und auf Englisch gesucht. Eine russische oder ukrainische Primärstudie, die Parodontitis, Zahnstatus, Amalgam oder Mundflora mit Spermienparametern verknüpft, fand sich nicht. In Europe PMC ergaben Parodont- oder Amalgam-Begriffe plus Sperma-Begriffe mit Sprachfilter Russisch 2 Treffer (eine gerichtsmedizinische Laborarbeit und eine Arbeit zu Goldlegierungen, beide nicht einschlägig); die Kombination Quecksilber oder Amalgam mit Sperma oder Fortpflanzung ergab 10 Treffer, ausnahmslos Tier- oder Hygienestudien aus den Jahren 1980 bis 1997 und 2002.
Samenflora statt Mundflora. Die russische Andrologie arbeitet mit Urogenitalflora per Echtzeit-PCR (Testsysteme „Андрофлор“ und „Фемофлор“):
- Pochernikov et al. 2024 (Zeitschrift „Андрология и генитальная хирургия“): „Оценка микробиома супружеской пары методом ПЦР-РВ, включающим цервикальный канал женщины, уретру и эякулят мужчины“ (deutsch: Bewertung des Mikrobioms eines Ehepaars mittels Echtzeit-PCR unter Einschluss von Zervikalkanal der Frau sowie Harnröhre und Ejakulat des Mannes). 127 Ehepaare (67 mit Normozönose, 60 mit Dysbiose). Das Ejakulat hatte eine signifikant geringere bakterielle Gesamtmasse als Harnröhre und Zervikalkanal, die Übereinstimmung zwischen den Biotopen der Partner betrug höchstens 34 %. Mundproben wurden nicht entnommen, Spermienparameter nicht berichtet; Rückschlüsse auf eine orale Herkunft sind nicht möglich [s38].
- Chigrinets und Bryukhin 2018 (dieselbe Zeitschrift): „Связь микробиоты уретры с качеством эякулята и содержанием эндокринных дисрапторов в семенной жидкости у мужчин“ (deutsch: Zusammenhang der Harnröhrenmikrobiota mit der Ejakulatqualität und dem Gehalt endokriner Disruptoren in der Samenflüssigkeit von Männern). 63 Samenproben; Bisphenol A in 100 % und Triclosan in 84,9 % nachweisbar; Normo- und Pathozoospermie unterschieden sich in der BPA- (p < 0,001) und Triclosan-Konzentration (p = 0,003). Viele Korrelationen ohne erkennbare Korrektur für Mehrfachtests; ein Bezug zu Dentalmaterialien oder Mundpflegeprodukten wird nicht hergestellt [s72].
Mundhöhle und Fortpflanzung: weiblich gedacht. Gazhva et al. 2025 (Сибирский научный медицинский журнал): „Влияние микробиома полости рта на репродуктивное здоровье женщины“ (deutsch: Einfluss des Mundhöhlenmikrobioms auf die reproduktive Gesundheit der Frau), narrativer Review nur zu Frauen, ohne Zahlen im Abstract [s30]. Krutikova 2020 (ukrainischsprachig; Вісник Української медичної стоматологічної академії): „Тактика стоматологічного обстеження жінок із хворобами пародонта на тлі бактеріального вагінозу та їх статевих партнерів“ (deutsch: Taktik der zahnärztlichen Untersuchung von Frauen mit Parodontalerkrankungen bei bakterieller Vaginose und ihrer Sexualpartner): 28 heterosexuelle Paare; Parodontitis im Anfangsstadium bei 64,29 % der Frauen und 60,71 % der Männer; Erreger der Vaginose (Gardnerella vaginalis, Atopobium vaginae) in der Mundhöhle beider Partner nachweisbar. Keine Vergleichsgruppe, keine Samenanalyse; die Studie sagt über Spermien nichts. Das Dokument liegt als Text mit Texterkennung vor, Zeichen sind teilweise beschädigt [s58]. Rusetskaya et al. 2023 (Saratow; Biomeditsinskaia khimiia) beschreiben in einem narrativen Review Redox-Regulation und Selen; Parodontalgewebe steht unter den Geweben mit Inflammasom-Aktivierung, eigene Daten zu Parodontitis oder Spermien gibt es nicht [s41].
Quecksilber. Die abgerufene Zeitschrift Gigiena i sanitariia veröffentlichte in den 1980er Jahren mehrere tierexperimentelle Studien zur Gonadotoxizität von Quecksilberverbindungen. Mit Abstract ist nur eine abgerufen: Ivanitskaia 1991, deutsch „Bewertung der kombinierten Wirkung ionisierender Strahlung und Quecksilber auf die Fortpflanzungsfunktion von Tieren“; der Abstract (231 Zeichen) nennt verminderte Spermatogenese und Enzymaktivität bei einzelner oder kombinierter Einwirkung, ohne Zahlen, Tierart oder Expositionsweg, und keinen Bezug zu Zahnamalgam [s123]. Mehrere weitere PubMed-Datensätze ohne Abstract (zum Beispiel Ignat'ev 1980 zu gonadotoxischer und embryotoxischer Wirkung metallischer Quecksilberdämpfe; Ermachenko 1982, 1984 und 1988; Bariliak 1984; Butenko 1986) wurden nicht ausgewertet und nicht zitiert, ihr Inhalt ist nur aus dem Titel bekannt.
Erreichbarkeit. Die Webseite von CyberLeninka liefert nur ein leeres Suchgerüst; die interne Schnittstelle (POST an /api/search) funktionierte, 38 russische Suchanfragen ergaben keine Studie mit Spermienparametern und Parodont. eLIBRARY.ru war nicht nutzbar (Weiterleitung „Object moved“). Für eLIBRARY.ru gilt die Lückenaussage also nicht als geprüft; Dissertationen und Tagungsbeiträge außerhalb der durchsuchten Quellen sind möglich.
Einordnung. Der russische Raum denkt „Mundmikrobiom und Fortpflanzung“ überwiegend weiblich, die Andrologie arbeitet mit Harnröhre und Ejakulat, und die Quecksilberliteratur aus der Sowjetzeit ist ohne Abstract nicht auswertbar. Männer mit Parodontitis und Spermiogramm kommen nicht vor.
Arabisch
Keine arabischsprachige Primärquelle. Die abgerufenen Quellen mit arabischem Bezug sind englisch publiziert. Die Europe-PMC-Suche mit Sprachfilter Arabisch ergab 0 Treffer. Die Anfrage mit arabischen Begriffen für Parodontitis, Zahnfleischentzündung, Zahnfleischerkrankung, Spermien und Unfruchtbarkeit lieferte einen einzigen Treffer (ein Pflanzenextrakt als Kühlmittel für Ultraschall-Scaler bei Gingivitis), der mit Spermienqualität nichts zu tun hat. Iran ist nicht arabischsprachig; die iranischen Studien stehen deshalb im englischen Abschnitt.
Der Review mit Golf-Affiliation. Mortazavi et al. 2025 (BMC Oral Health; erste Affiliation Gulf Medical University, Ajman, Vereinigte Arabische Emirate; die Autorenschaft ist nach den Namen überwiegend iranisch, das wurde nicht weiter geprüft) ist der einzige Treffer mit arabischem Bezug, der die Kernfrage direkt behandelt. Er enthält keine eigenen Daten, sondern wertet neun Studien aus Iran (2), China (2), Indien (1), Ungarn (2), Nigeria (1) und Israel (1) aus: 1.386 Männer, Newcastle-Ottawa-Skala 3 bis 8 von 9, keine Metaanalyse [s24]. Der Review hat interne Unstimmigkeiten („neun“ und „acht“ Studien; ein Einschlusssatz mit „bis zum Jahr 2000“ passt nicht zu den eingeschlossenen Studien von 2010 bis 2023).
Libanon. Fakhouri et al. 2008 (Saint-Joseph-Universität Beirut, Abteilung für herausnehmbaren Zahnersatz; Le Journal médical libanais) untersuchten an 60 männlichen Ratten Methylmethacrylat, das Monomer von Prothesenkunststoff, über acht Monate (Gruppen mit 4, 8, 16 und 32 % im Trinkwasser und Kontrolle). Die Histologie zeigte bei sieben von zehn Tieren der 32-%-Gruppe eine teilweise Atrophie der Bläschendrüse, Hoden, Nebenhoden und Samenleiter waren unauffällig [s100]. Beim Testosteron stieg der Wert bei 16 % um 60 % (p = 0,003); die Kontrollgruppe verlor 44,8 % (p = 0,001), was auf starke Zeit- oder Haltungseffekte hindeutet; eine Angabe („decrease of 432 %“) ist rechnerisch unmöglich und wird nur so wiedergegeben, wie sie steht. Die Autoren nennen die Hormonbefunde vorläufig; Spermien wurden nicht analysiert [s99]. Khalife et al. 2019 (Amerikanische Universität Beirut) fanden in einer Pilotstudie an 28 auswertbaren Frauen vor IVF keine signifikanten Unterschiede der IVF-Parameter nach Parodontalbefund; es betrifft Frauen [s63].
Saudi-Arabien und Ägypten. Farook et al. 2021 (King Saud bin Abdulaziz University for Health Sciences, Riad; American Journal of Men's Health) werteten sechs Artikel mit 215.008 Personen aus: Parodontitis und ED, OR 2,56 (1,70 bis 3,85), I² = 98 %; die Autoren mahnen wegen der Inkonsistenz zur Vorsicht [s48]. Das ist die Nachbarfrage. Shamy et al. 1998 (Hochschule für öffentliche Gesundheit der Universität Alexandria, Ägypten; Journal of the Egyptian Public Health Association) fanden Antispermien-Antikörper bei 84,6 % der 39 Quecksilber- und 90 % der 50 Bleiexponierten, ohne Korrelation zu den Expositionsindizes; der Abstract nennt keinen Kontrollwert, die Aussage ist nicht interpretierbar [s116]. Die Recherche in Teil a nannte das Land nicht; die Affiliation wurde hier abgerufen.
Erreichbarkeit. Arab World Research Source (Mandumah) war nicht erreichbar (HTTP 302), eine Suche war nicht möglich. Die Aussage „im arabischen Raum keine Primärstudie“ gilt daher nur für Europe PMC und PubMed, nicht für arabischsprachige Zeitschriften und Dissertationen.
Einordnung. Der arabische Raum liefert eine Übersicht mit Affiliation am Golf, Tierversuche zu Prothesenkunststoff und eine ED-Meta-Analyse; zur Kernfrage beim Menschen, zu Amalgam und zur Mundflora fehlt eigene Literatur oder ist nicht auffindbar.
Türkisch
Mehr Beiträge als erwartet, keiner zur Kernfrage. Eine türkische oder türkischsprachige Primärstudie, die Parodontitis, Amalgam oder Mundflora mit Spermienparametern verknüpft, fand sich nicht. Aus der Türkei kommen aber mehrere Arbeiten zu Nachbarfragen:
- Eltas et al. 2013 (Parodontologie, Inönü-Universität Malatya; Journal of Clinical Periodontology): die einzige randomisierte Interventionsstudie dieser Recherche, mit ED als Endpunkt. 120 Patienten mit ED und chronischer Parodontitis, je 60 mit und ohne Parodontalbehandlung. Nach drei Monaten war der Anstieg des IIEF in der Behandlungsgruppe höher (p < 0,05), nach einem Monat nicht (p > 0,05). Kurze Nachbeobachtung, Fragebogenendpunkt, Verblindung im Abstract nicht erwähnt, keine Effektzahl; eine Studie mit Spermienparametern als Endpunkt ist das nicht [s89].
- Daltaban et al. 2006 (Parodontologie, Gazi-Universität Ankara): 24 hypogonadale und 24 gesunde Männer; negative Korrelation zwischen Gingivaindex und freiem Testosteron (r = −0,794; P < 0,05) [s105].
- Altunkaynak et al. 2015 (Histologie und Embryologie, Ondokuz-Mayıs-Universität Samsun): 12 Ratten, sechs Wochen Quecksilberdampf (1 mg/m³ pro Tag), kleineres Hodenvolumen, weniger Sertoli-Zellen, Spermatogonien, Spermatozyten und Spermatiden, atrophe Kanälchen [s81].
- Alkan et al. 2025 (Medizinische Biologie, Ondokuz-Mayıs-Universität Samsun; Basic and Clinical Andrology): 16S-Sequenzierung von Samenproben bei 13 infertilen und 5 fertilen adipösen Männern. Fusobacterium korrelierte mit dem Anteil histonreicher Spermien (rho = −0,943; p = 0,005; n = 6). Die Autoren vermuten, Fusobacterium könne aus der Mundflora stammen; Mundproben wurden nicht entnommen, die Vermutung ist unbelegt, und die Stichprobe ist sehr klein [s14].
- Gul et al. 2021 (Zahnerhaltung, Atatürk-Universität Erzurum; International Dental Journal): 18 gesunde Männer erhielten Kompositfüllungen aus zwei Materialien; Bisphenol A und Hormone wurden bis fünf Wochen danach gemessen. Das BPA im Speichel und Serum war nicht signifikant erhöht. Keine Kontrollgruppe, keine Spermienanalyse, und Komposit ist nicht Amalgam. Im Text steht ein Widerspruch zwischen Tabelle und Fließtext zum Testosteronwert nach drei Wochen [s50].
- Altas et al. 2020 (Kocatepe Tıp Dergisi, in TR Dizin): „Periodontal sağlığın in vitro fertilizasyon sonuçları üzerine etkisinin değerlendirilmesi“ (deutsch: Bewertung des Einflusses der parodontalen Gesundheit auf die Ergebnisse der In-vitro-Fertilisation). Drei Gruppen (parodontal gesund, Gingivitis, Parodontitis), nur Frauen; Zahl der Oozyten, transferierten Embryonen und Schwangerschaftsergebnisse waren ähnlich, das Progesteron war bei Parodontitis signifikant höher; Gruppengrößen und p-Werte nennt der Abstract nicht [s55].
- Kumar et al. 2022 (Journal of the Turkish-German Gynecological Association): ein Review zu Quecksilber und menschlicher Fortpflanzung, geschrieben von Mitarbeitenden des National Institute of Occupational Health in Gujarat, Indien. Es zählt als türkisch publizierte, nicht als türkische Forschung. Der Review nennt Quecksilber aus Zahnamalgam als Expositionsquelle, referiert Hanf (keine Beziehung zwischen Amalgamfüllungen und Fertilitätsindex) und hält die Frage der Folgen niedriger chronischer Exposition bei Amalgamträgern für nicht entschieden (75 aufgenommene Artikel) [s45].
Fachzeitschriften und Datenbanken. In TR Dizin (REST-Schnittstelle) wurden 20 Suchanfragen auf Türkisch und Englisch gestellt: „periodontitis sperm“ 0 Treffer, „periodontal hastalık sperm“ 0, „periodontitis erkek infertilite“ 0, „periodontal hastalık erkek fertilite“ 0, „periodontitis infertilite“ 1 (die Studie an Frauen [s55]), „diş eti hastalığı sperm“ 1 (eine Veterinärstudie), „amalgam sperm“ 2 und „civa sperm“ 2 (ohne Bezug), „ağız florası sperm“ 0, „oral mikrobiyota sperm“ 0. Die Anfragen „periodontitis testis“ und „periodontitis semen“ lieferten 68 und 54 Treffer aus überwiegend zahnmedizinischen oder veterinärmedizinischen Zeitschriften; von je 20 geprüften Datensätzen betraf nur [s55] Mund und Fortpflanzung. In Europe PMC ergab der Sprachfilter Türkisch einen Treffer (ein Aufsatz zu AIDS in der Zahnmedizin von 1990), für Quecksilber oder Amalgam mit Fortpflanzung keinen. DergiPark verlangt auf der Suchseite eine Bestätigung, dass man ein Mensch ist; sie war nicht auswertbar, und eine Umgehung wurde nicht versucht.
Einordnung. Die Türkei trägt über englischsprachige Arbeiten die einzige randomisierte Interventionsstudie (mit ED-Endpunkt), eine Hormonstudie zu Dentalkomposit, eine Mikrobiomstudie mit der unbelegten Fusobacterium-Vermutung und einen Tierversuch zu Quecksilberdampf bei. Eine türkischsprachige Primärstudie zur Kernfrage gibt es in den abgerufenen Quellen nicht; die Prüfung von DergiPark steht aus.