Abgrenzung dieses Kapitels. Dieses Kapitel behandelt zusammenfassende Arbeiten (systematische Übersichten, Metaanalysen, eine Umbrella-Review, erzählende Übersichten, Leitlinien) und anschließend die Beobachtungsstudien am Menschen (Registerkohorten, Querschnitts-, Fall-Kontroll- und Befragungsstudien). Randomisierte und einarmige Interventionsstudien (zum Beispiel [s225], [s238], [s201], [s189], [s141]) sowie Tier- und Zellversuche sind anderen Kapiteln der Gesamtstudie zugeordnet; Studien mit Mendelscher Randomisierung stehen am Ende des Beobachtungsteils in einem eigenen, ausdrücklich gekennzeichneten Block. Alle Zahlen stammen aus den Recherchedateien dieser Studie oder aus den bei Europe PMC abgerufenen Abstracts; wo ein Abstract keine Zahl nennt, steht das so da. Dieses Kapitel berichtet Befunde und spricht keine Therapieempfehlung aus. Wo Autorinnen und Autoren selbst Schlüsse oder Ratschläge formulieren, sind sie als deren Aussage kenntlich gemacht.
Vorab das Wichtigste. Für keinen der vier Kernstoffe (Metformin, Statine, Allopurinol, Colchicin) liegt eine Metaanalyse vor, die Samenparameter aus kontrollierten Studien in größerem Umfang gepoolt auswertet. Die einzige gepoolte Auswertung von Samenparametern unter Metformin ist eine Teilanalyse zweier kleiner Studien mit zusammen 63 Männern innerhalb einer Metaanalyse zu Adipositasinterventionen [s19]. Die Metaanalysen zu Statinen betreffen das Testosteron, nicht den Samen [s63, s145, s204]; die systematische Übersicht zu Statinen und Samenparametern konnte wegen Heterogenität nichts poolen [s129]; für Colchicin liegen systematische Übersichten ohne Pooling der Samendaten vor [s205, s46, s159]. Die größten gepoolten Datensätze zu Metformin betreffen die Kinder exponierter Väter, nicht die Spermienqualität [s05, s50].
Metformin: Metaanalysen und systematische Übersichten
Damkier und Mitarbeitende 2026 [s05]: väterliches Metformin und schwere angeborene Fehlbildungen. Die Arbeit erschien im British Journal of Clinical Pharmacology. Damkier ist Mitautor einer der beiden dänischen Registerstudien [s119]; unter den Autorinnen und Autoren sind außerdem Verfasser der norwegisch-taiwanesischen [s73] und der israelischen Studie [s80]. Es ist eine Metaanalyse von vier Beobachtungsstudien aus fünf Ländern mit mehr als 11.000 lebend geborenen Kindern, deren Väter während der Spermienbildung Metformin einnahmen. Das gepoolte Risikoverhältnis (Modell mit zufälligen Effekten, inverse Varianzgewichtung) betrug 1,03 (95-%-Konfidenzintervall 0,88 bis 1,21). Die Autoren schließen, väterliche Exposition bringe kein bedeutsam erhöhtes Risiko schwerer Fehlbildungen; sie erinnern daran, dass die dänische Registerstudie von 2022 [s124] ein um 40 % erhöhtes Risiko berichtet hatte und drei spätere Studien dies nicht bestätigen konnten. Stärken: Die Zusammenführung erfolgte durch Gruppen, die die Originaldaten kennen. Schwächen: nur vier Beobachtungsstudien; Heterogenitätsmaß und Studiengewichte stehen nicht im Abstract; Beobachtungsdaten; der Endpunkt sind Fehlbildungen der Kinder, nicht Samenparameter. Einordnung: Die Arbeit betrifft die Frage einer Keimzellschädigung auf der Ebene der Nachkommen; über die Spermienqualität im engeren Sinn sagt sie nichts. Die zugrunde liegenden Einzelstudien stehen im Beobachtungsteil [s124, s119, s80, s73].
Simonsen, Eisenberg und Lindahl-Jacobsen 2025 [s50]: väterliche Antidiabetika und Geburtsfehlbildungen. Systematische Übersicht mit Metaanalyse. Gesucht wurde am 27. Januar 2025 in Medline, Embase und Cochrane ohne Beschränkung des Publikationsjahres, ergänzt durch Handsuche; die Qualität wurde nach den MOOSE-Leitlinien bewertet, die Synthese nutzte Modelle mit festem und zufälligem Effekt. Von 2.859 gefundenen Studien erfüllten vier die Kriterien (bevölkerungsbasierte Studien zur väterlichen Exposition vor der Zeugung gegenüber nicht exponierten Vätern). Zwei Studien (2.435.462 ausgewertete Geburten) verknüpften Metformin mit Fehlbildungen (adjustierte Odds Ratio 1,40; 95-%-Konfidenzintervall 1,08 bis 1,82; p = 0,012; adjustierte Hazard Ratio 1,4; 1,11 bis 1,76). Das Modell mit gemeinsamem Effekt war nicht signifikant (aOR 1,05; 0,95 bis 1,17) bei hoher Heterogenität (I² = 76,9 %; p = 0,0017). Die Autoren sprechen von einem nicht durchgängigen Zusammenhang bei niedriger Evidenzsicherheit und regen an, Polytherapie und schlecht eingestellten Diabetes als Risikofaktoren zu untersuchen. Schwächen: nur vier Studien; die beiden Studien mit dem Signal stammen aus Dänemark und überlappen zeitlich (1997 bis 2016 beziehungsweise 1997 bis 2018), sind deshalb vermutlich nicht unabhängig (Schlussfolgerung dieses Kapitels); I² von 76,9 % zeigt starke Uneinheitlichkeit. Die Arbeit erschien vor [s05] und enthält die später ergänzten Studien noch nicht; sie ist deshalb eher ein Zwischenstand der Debatte.
Peel und Mitarbeitende 2026 [s19]: Adipositasinterventionen und männliche Fruchtbarkeit. Dies ist die einzige Metaanalyse im Material dieser Studie, in der Samenparameter unter Metformin gepoolt werden, und zwar als kleiner Teil einer breiteren Arbeit. Gesucht wurde in PubMed, Web of Science, Embase, CENTRAL und Scopus von Beginn bis Dezember 2024, nur englischsprachige Artikel; Registrierung CRD42022349665. Eingeschlossen waren Studien an Männern von 18 bis 50 Jahren mit einer Intervention mit belegter Gewichtswirkung und wiederholter Messung der Fortpflanzungsfähigkeit. Eine Metaanalyse erfolgte, wenn mindestens zwei Studien derselben Art denselben Endpunkt maßen; eine Metaregression zur erreichten Gewichtsabnahme nur bei mindestens fünf geeigneten Studien. Ergebnis: 32 Studien. Zur Adipositaschirurgie lagen 18 Studien vor (zwölf quasi-experimentelle, eine randomisierte, eine Fallserie, vier Fallberichte), zum Lebensstil zehn Studien (fünf quasi-experimentelle, fünf randomisierte), zu Medikamenten (nur Metformin und Liraglutid) fünf Studien, davon vier quasi-experimentelle und ein Fallbericht; eine Studie untersuchte Lebensstil und Medikamente zugleich. Die Gewissheit der Evidenz war überwiegend niedrig, und Schwangerschafts- sowie Reproduktionsendpunkte waren bei allen Verfahren kaum erfasst. Die Metaanalysen randomisierter Studien (fester und zufälliger Effekt) fanden bei keiner Intervention Unterschiede der Samenparameter zwischen Interventions- und Kontrollarm, bei allerdings kleinen Fallzahlen. Nach Adipositaschirurgie zeigte die Vorher-Nachher-Auswertung keine klinisch bedeutsamen Änderungen der Samenparameter oder des DNA-Schadens. Nach Lebensstilintervention verbesserten sich im Modell mit festem Effekt die normale Morphologie (mittlere Differenz 0,59 %; Konfidenzintervall 0,23 bis 0,94) und die progressive Beweglichkeit (10,56 %; 8,97 bis 12,15). Für Metformin lagen nach dem Volltext zwei Studien mit zusammen 63 Männern vor: Spermienkonzentration mittlere Differenz 1,28 Mio./ml (−5,07 bis 7,62; p = 0,69; I² = 74,2 %), normale Morphologie 4,40 (1,94 bis 6,86; p = 0,001; I² = 33,6 %). Die zweite Studie (18 Männer mit Adipositas, drei Monate Metformin) zeigte eine Konzentration von 19,0 (SD 14,5) vor und 16,1 Mio./ml (SD 13,8) nach der Behandlung. Für Liraglutid (zwei Datensätze, n = 55) betrug die Differenz der Konzentration 0,58 Mio./ml (−24,76 bis 25,91; p = 0,96; I² = 38,1 %). Die Autoren schreiben, zu Medikamenten gebe es zu wenig Daten für klare Schlüsse. Bewertung dieses Kapitels: Die Aussagekraft der Metformin-Teilanalyse ist gering (zwei Studien, 63 Männer, I² von 74,2 % bei der Konzentration); das Konfidenzintervall der Konzentration reicht von einem Rückgang um gut 5 bis zu einem Anstieg um fast 8 Mio./ml und umfasst damit sowohl klinisch relevante Verschlechterung als auch Verbesserung. Dass die Morphologie bei einem Unterschied von rund 4 Prozentpunkten signifikant war, ist angesichts der Beurteilungsvariabilität dieses Merkmals vorsichtig zu lesen. Zur Deutung der Zellversuche verweist die Arbeit darauf, dass menschliche Spermien in Konzentrationen im Mikromolarbereich eine Funktionssteigerung, in rund hundertfach höheren Konzentrationen dagegen eine Funktionsstörung zeigten; (Zuordnung und Deutung dieses Kapitels: Der Widerspruch zwischen den Zellstudien [s163] und [s165] ist damit zumindest teilweise ein Dosiseffekt.)
Tseng 2022 [s123]: Metformin, männliche Fortpflanzungsfunktion und Prostata, aktualisierte Übersicht (World Journal of Men's Health, Taipeh). Erzählende Übersicht; Auswahlmethodik und Zahlen stehen nicht im Abstract. Befund: Metformin könne bei arteriogener erektiler Dysfunktion eine Rolle spielen, habe aber „kontroverse und widersprüchliche“ Wirkungen (schützend oder schädlich) auf Testosteronsynthese und Spermatogenese; es könne mit niedrigeren PSA-Werten verbunden sein, und die Studien zum Prostatakrebs seien nicht eindeutig. Der Autor ist zugleich Verfasser der großen taiwanesischen Registerstudie [s122], deren Befund (höheres Risiko der Diagnose „Infertilität“) im Beobachtungsteil steht. Einordnung: Die Übersicht fasst die Unsicherheit zusammen, ohne sie aufzulösen.
Tavares und Mitarbeitende 2018 und 2019 [s183, s175]: Antidiabetika und männliche Fortpflanzungsfunktion. Zwei Übersichten derselben Arbeitsgruppe („Antidiabetic therapies and male reproductive function: where do we stand?“ und „Can Antidiabetic Drugs Improve Male Reproductive (Dys)Function Associated with Diabetes?“). Beide bewerten kritisch die Literatur zu Biguaniden, Sulfonylharnstoffen, Gliniden, Glitazonen, Gallensäurebindern, Amylin-Analoga, SGLT2-Hemmern, GLP-1-Agonisten, α-Glukosidase-Hemmern und DPP-4-Hemmern. Gemeinsamer Befund: Für Insulin sei die Rolle klar (Erholung der Fortpflanzungsstörungen bei Insulinmangel nach Behandlung), für die übrigen Antidiabetika seien die Berichte „kontrovers“, möglicherweise wegen unterschiedlicher Studienanlagen, Versuchsmodelle und Substanzen. Die Autoren nennen (so ihre Aussage) Vorsicht bei der Verordnung an junge Diabetiker angezeigt und sehen als offene Fragen den Einfluss schwankender Insulinspiegel und der Unterzuckerung. Nach ihrer eigenen Beschreibung ist der Einfluss der Therapien auf die männliche Fortpflanzung „kaum erforscht“ [s183] beziehungsweise „im Wesentlichen unerforscht“ [s175]. Beide Abstracts enthalten keine Zahlen. Einordnung: Sie sind die Grundlage vieler späterer Übersichten, liefern aber selbst keine Messwerte.
Ferreira und Mitarbeitende 2015 [s191]: Auswirkungen von Metformin auf die männliche Fortpflanzung. Erzählende Übersicht ohne Zahlen im Abstract. Die Autoren beschreiben, dass Metformin in vielen Organen wirkt, auch im männlichen Fortpflanzungssystem, und diskutieren die Bedeutung für die Fruchtbarkeit angesichts wachsender Anwenderzahlen bei jüngeren Menschen. Einordnung: ein früher Überblick, der inzwischen durch [s123] und [s05] ergänzt ist.
Luo und Mitarbeitende 2025 [s44]: Antidiabetika und männliche Fruchtbarkeit (Translational Andrology and Urology, Lanzhou). Erzählende Übersicht (Suche in PubMed und Embase bis 2025). Nach dem Abstract steigert Insulin die Spermien-DNA-Integrität über Hsp70-2, TP-1 und TP-2 und wirkt als Kryoprotektor; Metformin aktiviere die durch AMPK vermittelte Autophagie und wirke mit Zink zusammen; SGLT2-Hemmer unterdrückten die Hodenapoptose über Nrf2/HO-1; Sulfonylharnstoffe verbesserten die Spermienqualität im lebenden Organismus, wirkten im Zellversuch aber spermizid durch Störung des Kalziumhaushalts. Stärken: breite Abdeckung der Wirkstoffklassen. Schwächen: keine Zahlen, keine Bewertung der Studienqualität, überwiegend Tier- und Zellbefunde. Einordnung: Das Beispiel der Sulfonylharnstoffe zeigt den Gegensatz zwischen Zellversuch und Organismus, der die Antidiabetika-Literatur durchzieht.
Tavlo und Mitarbeitende 2022 [s121]: Hypothesenartikel „Metformin is a potential reproductive toxicant“. Der Beitrag enthält keine eigenen Daten. Die Autorengruppe (mit Skakkebæk, Mitautor der dänischen Registerstudie [s124]) verweist auf die Senkung des Testosterons bei Männern und Frauen, auf eine um 30 % verkleinerte Wurfgröße (verminderte Fruchtbarkeit) bei adulten männlichen Nachkommen von Ratten, die in utero Metformin ausgesetzt waren, auf Intersex-Befunde im Hodengewebe von Fischen und auf Metformin in Abwasser und Trinkwasser, und fordert Studien am Menschen. Einordnung: eine begründete Hypothese, kein Befund; sie erschien im selben Jahr wie [s124] und [s119]. Eine Mausstudie berichtet eine ähnliche Größenordnung der Wurfverkleinerung nach Exposition in der Fetalzeit [s134] (Zuordnung dieses Kapitels).
Shpakov 2021 [s146]: „Improvement Effect of Metformin on Female and Male Reproduction in Endocrine Pathologies and Its Mechanisms“ (Pharmaceuticals). Erzählende Übersicht aus St. Petersburg. Der Verfasser schreibt, Metformin zeige bei Männern mit Stoffwechselstörungen einen positiven Effekt auf Steroidogenese und Spermatogenese und erscheine als aussichtsreich zur Verbesserung der männlichen Fortpflanzung (Wortlaut der Arbeit). Die Humanbelege stellt der Abstract nicht dar. Einordnung: wertend formuliert, ohne nachprüfbare Zahlen im Abstract.
Rahman und Mitarbeitende 2026 [s20]: „Targeting AMPK Networks for Male Reproductive Health: Mechanisms and Emerging Therapies“ (Cells). Übersicht (Erstaffiliation USA, mehrere koreanische Mitautoren). AMPK reguliere Spermatogenese, Stoffwechsel der Sertoli-Zellen, Steroidbildung in Leydig-Zellen, Beweglichkeit, Kapazitation und Akrosomreaktion; eine Störung unter Stoffwechselstress führe zu verminderter Spermienqualität; Metformin und AICAR werden als pharmakologische Beispiele genannt, ebenso Naturstoffe, Lebensstil und Bewegung. Als Hindernisse nennen die Autoren Gewebeselektivität, optimale Dosis und klinische Übertragung. Keine Zahlen. Einordnung: Die Arbeit verbindet die gegenläufigen Metformin-Befunde über das gemeinsame AMPK-Thema, liefert aber keine neuen Daten.
Russischsprachige Übersichten zu Metformin und Antidiabetika. Aus dem russischen Sprachraum liegt eine Reihe erzählender Übersichten vor, die großenteils von einer kleinen Autorengruppe stammen und teils wertend formuliert sind.
- Тюзиков И.А., Калинченко С.Ю., Ворслов Л.О., Тишова Ю.А. 2014 [s202]: „Мужское бесплодие и инсулинорезистентность: есть ли патогенетические связи и кто, когда и как должен диагностировать и лечить их?“ (Männliche Unfruchtbarkeit und Insulinresistenz: Gibt es pathogenetische Zusammenhänge, und wer, wann und wie soll sie diagnostizieren und behandeln?). Die Übersicht vertritt dieselbe Linie wie [s197] mit Metformin plus α-Liponsäure bei urogenitaler Neuropathie.
- Калинченко С.Ю., Тюзиков И.А. und andere 2015 [s197]: „Ожирение (инсулинорезистентность) и бесплодие - две стороны одной медали“ (Adipositas (Insulinresistenz) und Unfruchtbarkeit: zwei Seiten einer Medaille). Nach der Übersicht führe die Korrektur der Insulinresistenz mit Metformin nach eigenen Daten der Autoren zu einem signifikant besseren Spermiogramm (Konzentration, Beweglichkeit, normale Formen), und bei adipösen unfruchtbaren Männern steige das Gesamttestosteron im Mittel um 1,0 bis 1,5 ng/ml; Metformin sei bei Insulinresistenz bis zur Zeugung „obligatorisch“ zu verordnen. Das ist die Formulierung der Autoren, kein Befund dieses Kapitels; die Primärdaten (Verweise 106 bis 109 der Übersicht) lagen im Abruf nicht vor.
- Рогозин Д.С. 2022 [s127]: „Мужская фертильность: обзор публикаций апреля - сентября 2022 года“ (Männliche Fertilität: Übersicht der Veröffentlichungen von April bis September 2022). Kommentierende Publikationsübersicht; sie referiert die dänische Kohorte [s124] mit der Anmerkung, Metformin sei bisher als in diesem Aspekt sicher angesehen worden, und fordert (Aussage des Autors), Patienten über Risiken zu informieren und die Behandlung gemeinsam mit Endokrinologen zu überdenken.
- Чернова М.О., Роживанов Р.В., Роживанова Е.Р., Есауленко Д.И. 2024 [s86]: „Оценка влияния коррекции углеводного обмена и массы тела на эндогенную продукцию тестостерона у мужчин с сахарным диабетом 2 типа, ожирением и синдромом гипогонадизма“ (Bewertung des Einflusses der Korrektur von Kohlenhydratstoffwechsel und Körpergewicht auf die endogene Testosteronproduktion bei Männern mit Typ-2-Diabetes, Adipositas und Hypogonadismus-Syndrom). Sekundärbericht, der eine systematische Übersicht über 14 Studien (Glimepirid, Pioglitazon, Metformin, SGLT2-Hemmer, GLP-1-Agonisten) zitiert und folgert: Bei klassischen Antidiabetika fehle eine Verbesserung der Testosteronbildung oder sie sei begrenzt. Zitiert wird zudem eine Studie von 2020 mit 16 Männern, die über zwölf Monate zusätzlich zu Metformin Dapagliflozin 10 mg erhielten: Gesamttestosteron 265 ± 11 gegen 296 ± 27 ng/dl, IIEF-5 15,8 ± 1,5 gegen 18,8 ± 1,4, 7 von 16 (44 %) erreichten ein Testosteron über 300 ng/dl; Gewicht 100,1 ± 6,3 gegen 93,6 ± 4,5 kg. Samenparameter sind in dieser Wiedergabe nicht enthalten.
- Братчиков О.И., Тюзиков И.А., Греков Е.А., Смирнов А.В. 2024 [s85]: „Альтернативные негормональные методы восстановления тестостерона при мужском гипогонадизме с позиций доказательной медицины (обзор литературы)“ (Alternative nichthormonelle Methoden zur Wiederherstellung des Testosterons bei männlichem Hypogonadismus aus Sicht der evidenzbasierten Medizin, Literaturübersicht). Die Übersicht wertet Studien und Metaanalysen der letzten fünf Jahre: Metformin sei bei Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes pathogenetisch begründet und wirksam, führe aber nicht zu einer signifikanten, klinisch bedeutsamen Testosteronerhöhung; die steroidogene Wirksamkeit von Spurenelementen, Vitaminen und Metformin sei „sehr gering“, keines sei eine wirksame Alternative zur Hormontherapie.
- Тюзиков И.А., Греков Е.А., Смирнов А.В. 2026 [s24]: „Репродуктивные эффекты современных гипогликемических препаратов у бесплодных мужчин с сахарным диабетом 2 типа“ (Reproduktive Effekte moderner hypoglykämischer Präparate bei unfruchtbaren Männern mit Typ-2-Diabetes). Nach dem Abstract zeigen alle Gruppen moderner Antidiabetika im Allgemeinen einen „überzeugenden“ positiven Einfluss auf Spermatogenese und endokrine Hodenfunktion bei Männern mit Typ-2-Diabetes; am besten untersucht seien die GLP-1-Agonisten (in allen Studien und Metaanalysen bedeutsame günstige Veränderungen von Fortpflanzungs- und Hormonprofil), zu DPP-4-Hemmern seien die Daten spärlich und uneinheitlich, für SGLT2-Hemmer gebe es nur wenige Studien und eine Metaanalyse. Die Autoren verlangen Bestätigung in großen randomisierten Studien. Die Wertung „überzeugend“ ist die der Autoren; zu Metformin, Sulfonylharnstoffen und Glitazonen fanden sich im abgerufenen Text keine eigenen Ergebnisse. Der Volltext schildert einen Fallbericht (42 Jahre, Body-Mass-Index 40,6, Azoospermie, Gesamttestosteron 3,2 nmol/l): Nach 6,3 kg Gewichtsverlust unter Semaglutid in drei Monaten und weiteren 10 kg unter Tirzepatid sank der Body-Mass-Index auf 32,1, das Spermiogramm besserte sich, nach acht Monaten gelang eine natürliche Zeugung. Ein Einzelfall belegt keinen ursächlichen Zusammenhang.
- Тюзиков И.А., Греков Е.А., Смирнов А.В. 2026 [s25]: „Мужские репродуктивные нарушения при сахарном диабете: патофизиологические механизмы, причинно-следственные связи и возможности эмпирической фармакотерапии“ (Männliche Fortpflanzungsstörungen bei Diabetes mellitus: pathophysiologische Mechanismen, Kausalzusammenhänge und Möglichkeiten der empirischen Pharmakotherapie). Aus der Tierliteratur werden Kombinationen von Metformin mit Zink (Maus, Typ-2-Diabetes: Zinkhomöostase, Steroidbildung und Samenqualität verbessert), mit Vitamin D und mit Lactobazillen plus Montelukast genannt. Zahlen enthält der abgerufene Abstract nicht.
- Греков Е.А., Тюзиков И.А., Смирнов А.В. 2026 [s23]: „«Эректильная» безопасность фармакотерапии метаболического синдрома у мужчин глазами уролога-андролога“ („Erektile“ Sicherheit der Pharmakotherapie des metabolischen Syndroms bei Männern aus Sicht des Urologen-Andrologen). Der Abstract hält fest, Metformin begünstige in Tierversuchen gelegentlich Spermatogenese und Beweglichkeit, Tiermodelle bildeten menschliche Reaktionen aber nicht genau ab.
Einordnung der russischen Übersichten: Sie sind wertend, teils verbindlich formuliert („obligatorisch“ [s197]) und stützen sich auf eigene, im Abruf nicht einsehbare Primärdaten; daneben stehen skeptische Übersichten zur Testosteronwirkung [s86, s85]. Bei den Autoren Tyuzikov und Mitarbeitenden fällt die Häufung auf: Die Gruppe ist an sechs der Übersichten beteiligt [s24, s85, s202, s197, s23, s25]. Es handelt sich also nicht um unabhängige Bestätigungen.
Service und Mitarbeitende 2023 [s103]: „The impact of obesity and metabolic health on male fertility: a systematic review“. Systematische Übersicht mit 112 Artikeln aus MEDLINE (2013 bis 2023) zu Body-Mass-Index, Diabetes, metabolischem Syndrom, Bewegung, Gewichtsabnahme-Medikamenten und Adipositaschirurgie in Bezug auf Samenparameter, Spermienqualität und Fruchtbarkeitsergebnisse. Ergebnis: Adipositas, Diabetes und metabolisches Syndrom wirkten sich negativ auf verschiedene Fruchtbarkeitsparameter aus, von der Samenqualität bis zur DNA-Integrität; es gebe zunehmende Hinweise auf eine negative Beziehung zwischen männlicher Adipositas und Lebendgeburten, sowohl bei natürlicher Zeugung als auch bei assistierter Reproduktion. Lebensstilmaßnahmen wie Bewegung verbesserten allgemein Fruchtbarkeitsmarker, wobei Art und Intensität eine Rolle spielten. Medikamente zur Gewichtsabnahme wie Metformin und GLP-1-Agonisten zeigten ein „komplexeres Bild“ mit nützlichen und schädlichen Wirkungen; die Operation habe gemischte Effekte auf Samenparameter. Schwächen: nur eine Datenbank (MEDLINE), keine Metaanalyse, Zahlen im Abstract nicht genannt. Einordnung: Die Arbeit begründet, warum bei fast allen Studien zu Stoffwechselmedikamenten die Grunderkrankung als Störgröße mitgedacht werden muss.
Statine: Metaanalysen und Übersichten
Anagnostis und Mitarbeitende 2021 [s129]: „The effect of statins on semen parameters in patients with hypercholesterolemia: A systematic review“. Dies ist die erste systematische Übersicht zu Statinen und Samenparametern. Gesucht wurde in PubMed, CENTRAL und Scopus bis zum 10. Januar 2021; eingeschlossen wurden randomisierte Studien oder prospektive Kohorten an Männern mit Hypercholesterinämie. Vier Studien aus den Jahren 1992 bis 2014 erfüllten die Kriterien, mit insgesamt 161 Teilnehmern (acht bis 120 je Studie, Dauer 14 bis 48 Wochen; Pravastatin 20 bis 80 mg täglich, Simvastatin 20 bis 40 mg täglich). Ejakulatvolumen (drei Studien) und Spermienkonzentration (vier Studien) blieben unverändert. Bei der Beweglichkeit fand sich ein Anstieg (zwei Studien), eine Abnahme (eine Studie, Pravastatin) oder kein Effekt (eine Studie); bei der Morphologie eine Abnahme (zwei Studien) oder kein Effekt (zwei Studien); bei der Vitalität zeigte eine einzige Studie eine Abnahme unter Simvastatin. Wegen der hohen Heterogenität der Populationen und der geringen Studienzahl wurde keine Metaanalyse gerechnet. Die Autoren halten fest, es gebe keinen Beleg für eine schädliche Wirkung, und ein besonderes Vorgehen zum Erhalt der Fortpflanzungsfunktion müsse nicht vorgeschlagen werden (ihre Schlussfolgerung). Stärken: klare Einschlusskriterien (nur Männer mit Hypercholesterinämie, nur randomisierte oder prospektive Studien). Schwächen: nur vier Studien mit zusammen 161 Männern, von denen eine einzelne bis zu 120 umfasste; keine Aussage zu Atorvastatin, Rosuvastatin oder anderen heute häufigen Wirkstoffen; Studien aus den Jahren 1992 bis 2014 mit älteren Messmethoden. Die Studie [s201] (Atorvastatin bei Männern mit normalem Cholesterin) fiel offenbar aus den Einschlusskriterien (Hypercholesterinämie, Wirkstoffe); diese Zuordnung ist eine Schlussfolgerung dieses Kapitels aus den Angaben. Einordnung: Die Übersicht beschreibt den Stand der älteren, überwiegend unauffälligen Studien, ohne sie zahlenmäßig zusammenzufassen.
Glina und Mitarbeitende 2024 [s63]: „Do statins decrease testosterone in men? Systematic review and meta-analysis“ (International Braz J Urol). Gesucht wurde in Embase, Medline und Cochrane bis Mai 2023 (Protokoll PROSPERO CRD42021270424, Vorgehen nach PRISMA). Eingeschlossen waren vergleichende Studien, prospektive Kohorten, randomisierte Studien und Querschnittsstudien mit Testosteronvergleich vor und nach Statingabe oder zwischen Gruppen; die Verzerrung wurde mit dem Cochrane-Werkzeug, der Newcastle-Ottawa-Skala und dem AXIS-Werkzeug bewertet. Für die Metaanalyse standen 22 Studien zur Verfügung (zehn prospektive Kohorten, sechs randomisierte Studien, sechs Querschnittsstudien). Sechs Querschnittsstudien: Gesamttestosteron bei Statinanwendern im Mittel um 55,02 ng/dl niedriger (95-%-Konfidenzintervall 39,40 bis 70,64; I² = 91 %; p < 0,00001). Fünf randomisierte Studien: Reduktion um 13,12 ng/dl (1,16 bis 25,08; I² = 0 %; p = 0,03). Alle 15 prospektiven Studien zusammen: Reduktion um 9,11 ng/dl (0,16 bis 18,06; I² = 37 %; p = 0,04). Das FSH stieg; für LH, Östradiol, SHBG und freies Testosteron fand sich kein Unterschied. Die Autoren halten fest, die Abnahme reiche nicht aus, um unter den Normbereich zu fallen. (Die Zahlen sind im Abstract als Reduktionen mit positivem Betrag angegeben und werden hier so wiedergegeben.) Stärken: Registrierung, Trennung der Studiendesigns. Schwächen: Der große Unterschied der Querschnittsstudien (55 ng/dl bei I² von 91 %) beruht auf Vergleichen verschiedener Männer mit allen Verzerrungen durch Grunderkrankung und Alter und ist nicht mit den Effekten der randomisierten Studien (13 ng/dl, untere Konfidenzgrenze 1,16) vergleichbar; die Zahlen betreffen Hormone, nicht Samenparameter. Einordnung: Die kleine, im Mittel unter dem Normbereich verbleibende Senkung deckt sich mit [s204]; die Befunde zur Samenqualität sind damit nicht beantwortet.
Shawish und Mitarbeitende 2021 [s145]: Cochrane-Übersicht „Effect of atorvastatin on testosterone levels“. Suche bis 9. November 2020 ohne Sprachbeschränkung in den Cochrane-Registern, CENTRAL, MEDLINE, Embase, zwei Studienregistern und auf den Webseiten von FDA, Europäischem Patentamt und Pfizer; Kontakt zu Autoren; Bewertung mit GRADE. Eingeschlossen waren randomisierte Studien mit täglichem Atorvastatin über mindestens drei Wochen gegen Placebo oder keine Behandlung; Festeffekt-Modell. Ergebnis: sechs Studien mit 265 auswertbaren Teilnehmenden, davon zwei Studien bei Männern (n = 140, mittleres Alter 68 Jahre, normales Lipidprofil oder leichte Dyslipidämie) und vier bei Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom (n = 125). Bei Männern fand sich kein signifikanter Unterschied im Gesamttestosteron zwischen Atorvastatin und Placebo: mittlere Differenz −0,20 nmol/l (−0,77 bis 0,37). Bei Frauen sank das Gesamttestosteron um −0,27 nmol/l (−0,50 bis −0,04), der freie Androgenindex um −2,59 (−3,62 bis −1,57), Androstendion um −1,37 nmol/l (−2,26 bis −0,49) und DHEAS um −0,63 µmol/l (−1,12 bis −0,15); das SHBG stieg um 3,11 nmol/l (0,23 bis 5,99). Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz lag zwischen niedrig und sehr niedrig; keine Studie berichtete freies Testosteron. Heterogenitätsangaben nennt der abgerufene Abstract nicht. Stärken: strenge Cochrane-Methodik, nur randomisierte Studien. Schwächen: nur zwei Studien mit Männern, Alter im Mittel 68 Jahre (nicht Männer im zeugungsfähigen Alter), nur ein Wirkstoff, nur Testosteron. Einordnung: Die beiden Metaanalysen [s63, s145] kommen für Männer zu verschiedenen Aussagen (kleine, signifikante Senkung gegen keinen signifikanten Unterschied). Mögliche Gründe nach den Abstracts: Einschlusskriterien (alle Statine und alle Studiendesigns gegen nur Atorvastatin in randomisierten Studien), Population und Studienzahl.
Schooling und Mitarbeitende 2013 [s204]: „The effect of statins on testosterone in men and women, a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials“ (BMC Medicine). Die Erstaffiliation liegt in New York, Mitautoren sind aus Hongkong. Ausgangspunkt war die vorab festgelegte Hypothese, dass Statine das Testosteron senken, weil sie den Ausgangsstoff der Steroidsynthese hemmen. Gesucht wurde in PubMed, Medline und ISI Web of Science bis Ende 2011, ergänzt durch Literatursuche; nur placebokontrollierte randomisierte Studien mit mindestens zwei Wochen Dauer, nur englischsprachig. Von 29 identifizierten Studien waren elf geeignet. Ergebnis: In fünf homogenen Studien mit 501 Männern (überwiegend mittleren Alters mit Hypercholesterinämie) senkten Statine das Testosteron um −0,66 nmol/l (95-%-Konfidenzintervall −1,18 bis −0,14; im Abstract sind die Grenzen in umgekehrter Reihenfolge gedruckt); in sechs heterogenen Studien mit 368 jungen Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom um −0,40 nmol/l (−0,75 bis −0,05); insgesamt −0,44 nmol/l (−0,75 bis −0,13). Die Autoren lassen offen, ob dies Nebenwirkung oder Wirkprinzip ist. Stärken: Metaanalyse randomisierter Studien, vorab formulierte Hypothese, Männer in der Hauptanalyse homogen. Schwächen: Testosteron als Ersatzmaß, kein Spermienendpunkt, heterogene Studien bei Frauen, nur englischsprachige Studien. Einordnung: Zusammen mit [s63] stützt die Arbeit eine kleine mittlere Senkung des Testosterons unter Statinen; die Größe liegt bei unter 1 nmol/l.
Araújo Leite und Mitarbeitende 2025 [s27]: „Effects of statins on male reproductive health: a systematic review of rodent studies and their potential implications to human male reproduction“. Eine systematische Übersicht von Nagerstudien; sie ist hier wegen ihrer Rolle in der Debatte aufgeführt, enthält aber keine Daten am Menschen. Gesucht wurde in Embase, Web of Science, PubMed, LILACS, Scopus und SciELO (Suchbegriffe „statins“, „mice“, „rats“, „male reproduction“, „fertility“, „sperm“); das Verzerrungsrisiko wurde an den zehn wesentlichen Punkten der ARRIVE-Leitlinie bewertet; eine Metaanalyse erfolgte, wenn möglich. Ergebnis: Gesunde normolipidämische Nager zeigten unter Statinen verminderte Spermienqualität, geringere Testosteronbildung und verzögerten Pubertätsbeginn; im Zellversuch und ex vivo war die Testosteronsynthese vermindert. Bei Nagern mit Diabetes, erektiler Dysfunktion oder fettreicher Kost besserten sich dagegen Erektionsfähigkeit und Spermienqualität, und das Testosteron blieb unverändert oder stieg. Die Autoren schließen (ihre Aussage), wegen der Reproduktionstoxizität bei gesunden Tieren seien die Medikamente der Behandlung von Dyslipidämien vorbehalten oder gegebenenfalls als Zusatz bei erektiler Dysfunktion zu sehen. Schwächen: Übertragung vom Nager auf den Menschen unsicher, Dosen und Zahlen im Abstract nicht genannt; die Schlussfolgerung der Autoren stützt sich auf die Befunde bei gesunden Tieren, während im Krankheitsmodell günstige Effekte beschrieben sind. Einordnung: Sie nimmt eine Brückenfunktion zur brasilianisch-portugiesischsprachigen Literatur ein (Suche in LILACS und SciELO).
Banihani 2020 [s152]: „Effect of statin on semen quality characteristics“ (systematische Übersicht). Autor aus Irbid, Jordanien. Gesucht wurde in Scopus, PubMed und Web of Science mit den Suchwörtern „statin“ gegen „sperm“ und „semen“ (Studien seit 1992). Nach dem Abstract verbesserten Statine in Tierstudien die Samenqualität im Allgemeinen unter reproduktionsschädigenden Bedingungen; beim Menschen oder im lebenden Organismus mit normalen Fortpflanzungsverhältnissen zeigten sie im Allgemeinen negative bis geringe Wirkungen auf Samenparameter, vor allem auf die Beweglichkeit. Weitere Studien, besonders am Menschen, seien nötig. Schwächen: keine Metaanalyse, im Abstract keine Studienzahlen oder Effektmaße; die Gesamtaussage „negativ bis gering“ steht in Spannung zur Zusammenfassung von [s129], die keinen Beleg für eine schädliche Wirkung sah. Einordnung: Erklärbar ist der Unterschied zum Teil durch das weitere Einschlussfeld (auch Studien im gesunden Zustand und Tierstudien).
Omolaoye und Mitarbeitende 2022 [s120]: „Statins and Male Fertility: Is There a Cause for Concern?“ (Toxics). Übersicht aus Dubai. Unter Statinen würden Hodenbeschwerden, erektile Dysfunktion, veränderte Samenparameter und veränderte Steroidhormonbildung berichtet, dies sei aber nicht allgemein anerkannt, da einzelne Studien Nutzen zeigten (entzündungshemmende, herzschützende Eigenschaften); die Widersprüche erklärten die Autoren zum Teil durch Alter, Konzentrationen, Art und Dauer der Behandlung und durch Grunderkrankungen. Keine Zahlen im Abstract. Einordnung: Die Übersicht benennt die Modifikatoren (Dosis, Dauer, Vorerkrankung), die auch in diesem Kapitel immer wieder auftauchen.
Stamerra und Mitarbeitende 2021 [s147]: „Statin therapy and sex hormones“. Übersicht. Die Autoren schreiben, Statine könnten die Bildung adrenaler und/oder gonadaler Steroide leicht beeinträchtigen; beim Mann seien aber keine klinisch relevanten schädlichen Wirkungen auf Erektion und Spermatogenese festzustellen. Keine Zahlen im Abstract.
Russischer Praxisbeitrag zur Statinsicherheit [s87]. „Что сказать пациенту о безопасности статинов? Новые ответы на старые вопросы“ (Was soll man dem Patienten über die Sicherheit der Statine sagen? Neue Antworten auf alte Fragen), Zeitschrift „Атмосфера. Новости кардиологии“ 2023; ein Autor ist in der Quelle nicht genannt. Der Beitrag hält fest, der Einfluss der Statine auf den Hormonstatus sei klinisch unbedeutend; in einer frühen Studie sei nach sechs Monaten bei Patienten mit Dyslipidämie und Diabetes das freie Testosteron im Mittel um lediglich „2 ng/ml“ gesunken (Einheit so im Original), ohne dass sich das Sexualleben änderte. Eine Übersichtsbox besagt, die Statine verschlechterten die Qualität des Sexuallebens nicht wesentlich, senkten die Spermienzahl nicht und könnten bei erektiler Dysfunktion nützlich sein. Das sind Aussagen des Artikels ohne eigene Datenerhebung.
Randbefunde zu Statinen und erektiler Funktion (nicht Samenqualität). Drei Arbeiten betreffen Statine und die erektile Funktion; sie gehören nicht zur Spermienqualität und werden hier nur als Randbefund geführt, weil sie in der Gesamtdiskussion der Statin-Sicherheit eine Rolle spielen.
- Cai und Mitarbeitende 2014 [s198] (Chengdu, China; Asian Journal of Andrology): systematische Übersicht mit Metaanalyse. Gesucht wurde in Cochrane Library, Embase und PubMed bis Juni 2013; nur randomisierte Studien, die Statine gegen Placebo mit dem IIEF als Endpunkt verglichen, konnten in die Metaanalyse. Sieben randomisierte Studien mit zwei Statinen und zusammen 586 Patienten erfüllten die Kriterien für die systematische Übersicht, fünf davon für die Metaanalyse (Modell mit zufälligen Effekten). Der IIEF-5 stieg mit Statinen (mittlere Differenz 3,27; 95-%-Konfidenzintervall 1,51 bis 5,02; p < 0,01); die Lipidwerte verbesserten sich (Gesamtcholesterin −1,08; −1,68 bis −0,48; LDL −1,43; −2,07 bis −0,79; HDL 0,24; 0,13 bis 0,35; Triglyzeride −0,55; −0,61 bis −0,48; jeweils p < 0,01). Die Autoren nennen die mögliche Testosteronsenkung als Gegenargument und verlangen größere Studien. Heterogenität nennt der Abstract nicht.
- Li und Mitarbeitende 2025 [s41] (Chengdu; Zhonghua Nan Ke Xue; Titel laut Datenbank „Statin drugs for the treatment of erectile dysfunction: An umbrella review“, deutsch: Statine zur Behandlung der erektilen Dysfunktion: eine Umbrella-Review): Suche auch in CNKI, Wanfang und VIP, bis 12. September 2024. Vier systematische Übersichten wurden eingeschlossen; nach AMSTAR 2 war eine „niedrig“, drei „sehr niedrig“ in der methodischen Qualität; die PRISMA-2020-Bewertung ergab im Mittel 29 Punkte; die Übereinstimmung der Einzelpunkte lag je Studie zwischen 52,38 und 80,95 %. Von elf Endpunkten war nur einer mit mittlerer Evidenzqualität bewertet, alle übrigen niedrig oder sehr niedrig, keiner mit hoher Qualität. Die Autoren schließen, Statine zeigten eine Wirkung bei erektiler Dysfunktion, die Qualität der Übersichten sei aber unzureichend. Ein Beispiel für chinesischsprachige Evidenzbewertung, ohne Spermienbezug.
- Chou und Mitarbeitende 2016 [s186] (Taipeh, Landesweite Kohorte): siehe Beobachtungsteil.
Allopurinol, Harnsäure und Colchicin: Metaanalysen und Übersichten
Mao und Mitarbeitende 2026 [s15]: „Gout, hyperuricemia, and male reproductive health: a systematic review and meta-analysis“ (Frontiers in Immunology, Hangzhou). Gesucht wurde in PubMed, Cochrane, Embase, Web of Science, Wanfang und CNKI von Januar 2000 bis Oktober 2025; die Qualität wurde mit der Newcastle-Ottawa-Skala und der AHRQ-Checkliste bewertet; Auswertung mit Review Manager 5.4 und Stata 18.0; Registrierung PROSPERO CRD420261302205. Von 1.527 Treffern erfüllten elf Studien die Kriterien, mit 104.277 Patienten mit Gicht oder Hyperurikämie und 342.621 Kontrollen. Ergebnisse: Das Risiko einer erektilen Dysfunktion war bei Gicht erhöht (relatives Risiko 1,37; 95-%-Konfidenzintervall 1,14 bis 1,65; p < 0,001); das Testosteron war niedriger (Mittelwertdifferenz −1,00; −1,39 bis −0,62; p < 0,001); beim Östradiol lag die Mittelwertdifferenz bei −4,67 (−9,31 bis −0,02; p = 0,05). Zur Fruchtbarkeit: Eine einzelne Studie fand bei infertilen Männern mit Hyperurikämie ein geringeres Ejakulatvolumen und eine geringere Gesamtspermienzahl. Stärken: registriertes Protokoll, Bewertungsinstrumente, Einbeziehung chinesischer Datenbanken. Schwächen: nur elf Studien, Einheit der Mittelwertdifferenzen und Heterogenität im Abstract nicht genannt, keine Analyse nach Medikation (Allopurinol, Febuxostat, Colchicin). Einordnung: Die Arbeit trägt zur Spermienqualität fast nichts bei; sie zeigt, dass die Erkrankung Gicht mit niedrigerem Testosteron und häufigerer erektiler Dysfunktion einhergeht. Das ist relevant, weil Männer unter Allopurinol und Colchicin in der Regel Gichtpatienten sind.
Liu und Mitarbeitende 2024 [s72]: „Uncovering the Potential Mechanisms and Effects of Hyperuricemia on Male Reproduction“ (Reproductive Sciences, Zhengzhou). Übersicht. Der Abstract hält fest, die Befunde seien widersprüchlich: Einige Forschende sähen Harnsäure als schädlich für Samen und erektile Funktion, andere als schützend; Gicht und metabolisches Syndrom erhöhten das Risiko erektiler Dysfunktion. Keine Zahlen.
Banihani 2018 [s178]: „Role of Uric Acid in Semen“. Übersicht (Suche in den wichtigsten Datenbanken, englischsprachige Artikel, ergänzt durch weitere einschlägige Arbeiten); seit 1963 hätten Studien die Rolle der Harnsäure für Samenqualität und Spermienfunktion belegt. Ergebnis: Harnsäure trage zur Erhaltung und Verbesserung von Beweglichkeit, Vitalität und Morphologie bei, indem sie schädigende oxidierende und nitrierende Stoffe neutralisiere; hohe Spiegel könnten dagegen die Spermienfunktion beeinträchtigen, zumindest teilweise über eine verminderte Aktivität wichtiger Enzyme. Weitere, vor allem klinische Forschung sei nötig. Einordnung: Die Arbeit beschreibt die doppelte Rolle der Harnsäure im Samen (schützendes Antioxidans bei normalen, möglicherweise schädlich bei hohen Spiegeln) und damit einen Hintergrund für die widersprüchlichen Befunde der Beobachtungsstudien [s118, s180] und der genetischen Studie [s71]. Ob eine Harnsäuresenkung die Samenqualität beeinflusst, lässt sich nur mit Daten unter Allopurinol selbst beantworten; die einzige derartige Studie ist klein [s69].
Otón und Mitarbeitende 2025 [s46]: „Safety of colchicine on fertility, pregnancy, and lactation: a systematic review and meta-analysis informing the EULAR/PReS recommendations for familial Mediterranean fever“. Autorinnen und Autoren aus Madrid und Ankara. Gesucht wurde in Medline (PubMed), Embase und Cochrane Library von Beginn bis 23. August 2023; eingeschlossen waren klinische Studien, Kohorten und Fallserien zur Sicherheit von Colchicin bei FMF mit mindestens fünf Patienten; Verzerrungsbewertung mit der Newcastle-Ottawa-Skala; geplant war eine Metaanalyse bei mindestens zwei homogenen Studien (Mantel-Haenszel, Festeffekt). Ergebnis: 25 Studien von mäßiger bis niedriger Qualität. Das relative Risiko für Fehlgeburt oder Fetalverlust unter Colchicin bei FMF betrug 0,87 (95-%-Konfidenzintervall 0,67 bis 1,12) bei einer Heterogenität von 31 %. Der Anteil von Geburtsfehlbildungen in der exponierten Gruppe lag bei 0,6 bis 4,0 %, vergleichbar mit Frauen mit FMF ohne Colchicin. Zur Fruchtbarkeit fanden sich keine erkennbaren Unterschiede zwischen exponierten und nicht exponierten Gruppen, weder bei Frauen noch bei Männern (Samenuntersuchung). Zum Stillen lag nur eine Studie vor ohne Wachstumsunterschiede. Die Autoren schätzen das Nutzen-Risiko-Profil hinsichtlich der Fortpflanzungssicherheit als gut ein und fordern hochwertigere Studien, besonders zur männlichen Fruchtbarkeit. Schwächen: Die einzige Metaanalyse betrifft Fehlgeburten, nicht Samenparameter; die Aussage zu Männern stützt sich auf wenige Studien mäßiger Qualität, und Zahlen zu Spermienparametern fehlen im Abstract. Einordnung: Die Arbeit dient als Grundlage für die europäischen Empfehlungen; ihr Wert für die Frage nach der männlichen Samenqualität ist gering.
Both und Mitarbeitende 2012 [s205]: [Colchicine has no negative effect on fertility and pregnancy] (Nederlands tijdschrift voor geneeskunde). Der Titel liegt in der Datenbank nur als englische Übersetzung in eckigen Klammern vor; deutsch: Colchicin hat keinen negativen Einfluss auf Fruchtbarkeit und Schwangerschaft. Systematische Übersicht (PubMed, englischsprachige Artikel zu Tier und Mensch): 73 Artikel gefunden, 13 passend, zwölf weitere über Querverweise und nach Prüfung durch die Koautoren. Aus den Artikeln ergebe sich, dass Colchicin die klinischen Symptome des FMF und die Entwicklung von Amyloidablagerungen hemme; ein statistisch signifikanter Effekt auf Samenqualität oder Hormonspiegel sei nicht gefunden worden; Schwangerschaften unter Colchicin hätten nicht zu schweren Komplikationen geführt; behandelte Männer und Frauen hätten bessere Aussichten, die Fruchtbarkeit zu erhalten, als unbehandelte. Schlussfolgerung der Autoren: kein nachweisbarer negativer Effekt; unbehandelt könne FMF selbst durch Amyloid in Hoden und Eierstock zur Infertilität führen; Patienten könnten Colchicin während der Fortpflanzungsphase gefahrlos weiter einnehmen (so ihre Aussage, nicht eine Empfehlung dieses Kapitels). Schwächen: nur eine Datenbank, keine quantitative Zusammenfassung, kleine Studien. Einordnung: Sie fasst die älteren Beobachtungsstudien [s241, s239, s231, s240] zusammen; deren Probleme (kleine Gruppen, Grunderkrankung) werden dadurch nicht aufgehoben.
Haimov-Kochman und Ben-Chetrit 1998 [s228]: „The effect of colchicine treatment on sperm production and function: a review“ (Human Reproduction). Die Übersicht beschreibt ein Spektrum der Samenbefunde von Oligo- und Azoospermie bis zu Normospermie mit Beweglichkeitsstörungen; die uneinheitlichen Befunde ließen sich zum Teil durch die Grunderkrankungen erklären; Colchicin allein habe vermutlich keine wesentliche direkte schädliche Wirkung auf Spermienbildung und -funktion. Mechanistisch ist Colchicin ein Hemmstoff der Mikrotubuli.
Ben-Chetrit und Levy 2003 [s222]: „Reproductive system in familial Mediterranean fever: an overview“ (Annals of the Rheumatic Diseases). Übersicht: Oligo- oder Azoospermie sei selten; insgesamt verbessere die Behandlung die Prognose und die Fortpflanzungsfähigkeit.
Stankovic und Mitarbeitende 2008 [s215]: [Auto-inflammatory syndromes and pregnancy] (Presse Médicale; Titel laut Datenbank englisch in eckigen Klammern, deutsch: Autoinflammatorische Syndrome und Schwangerschaft). Übersicht aus Frankreich. Bei behandelten FMF-Patienten sei die Fruchtbarkeit normal, und unter üblichen therapeutischen Dosen gebe es keine Spermatogenesestörung; die Fortführung von Colchicin bei Konzeption und Schwangerschaft sei in ihrem Fachgebiet üblich beziehungsweise empfohlen (Aussage der Quelle, keine Empfehlung dieses Kapitels).
Perez-Garcia und Mitarbeitende 2020 [s159]: „The effect of paternal exposure to immunosuppressive drugs on sexual function, reproductive hormones, fertility, pregnancy and offspring outcomes: a systematic review“ (Human Reproduction Update). Systematische Übersicht aus den Niederlanden. Gesucht wurde in Embase, MEDLINE, Cochrane Central und Web of Science sowie in Google Scholar und den Studienregistern bis 31. August 2019, nur englischsprachige Originaldaten zur Exposition von Männern. Von 5.867 Referenzen erfüllten 161 Artikel die Kriterien (50 mit Schwangerschafts- und Nachkommen-Ergebnissen, 130 mit Ergebnissen zur sexuellen Gesundheit). Eine Metaanalyse war wegen der Heterogenität nicht möglich. Mit Ausnahme großer skandinavischer Kohorten umfasste die Mehrzahl der Artikel nur wenige Teilnehmer. Ein klar negativer Effekt auf die Spermienqualität zeigte sich bei Sulfasalazin und Cyclophosphamid, ein „zweifelhafter“ Effekt bei Colchicin, Methotrexat und Sirolimus; unter Tumornekrosefaktor-Hemmern bei Morbus Bechterew verbesserte sich die Spermienqualität (drei Artikel). Die Angaben zu Schwangerschaft und Nachkommen waren spärlich, ein großer negativer Effekt väterlicher Exposition wurde nicht berichtet. Die Autoren halten die Evidenz zur Sicherheit für Männer mit Kinderwunsch für nicht schlüssig und führen das auch auf fehlende Standardisierung der Endpunkte zurück. Einordnung: Colchicin ist nur eines von vielen Mitteln; die Einstufung „zweifelhaft“ ist die Bewertung der Autoren ohne Zahlen im Abstract.
Sotskiy 2021 [s150]: „Familial Mediterranean Fever (FMF), Female and Male Fertility: Literature Review“ (Medicinskaia genetika). Übersicht. Der Abstract hält fest, dass Colchicin bei Männern in seltenen Fällen eine Oligo- oder Azoospermie auslöst, dass bei der Frau früher Eisprungstörungen und Verwachsungen als Hauptgründe der Unfruchtbarkeit galten und sich die Lage durch Colchicin deutlich gebessert habe. Der Akzent liegt auf der Sicherheit der Therapie nach den EULAR-Empfehlungen von 2016.
Kostik und Mitarbeitende 2018 [s184]: „Семейная средиземноморская лихорадка: современные подходы к диагностике и лечению“ (Familiäres Mittelmeerfieber: moderne Ansätze zur Diagnostik und Behandlung; Voprosy sovremennoi pediatrii). Die Übersicht nennt als Hauptursachen der Infertilität den Einfluss von Colchicin auf die Beweglichkeit der Spermien beim Mann und der Flimmerepithelien der Eileiter bei der Frau. Sie gibt außerdem Punkt 15 der EULAR-Empfehlungen wieder: Bei Männern sei es im Allgemeinen nicht nötig, Colchicin vor der Zeugung abzusetzen, außer bei colchicinbedingter Azoospermie oder Oligospermie; dann seien vorübergehende Dosissenkung oder Pause möglich, nach der Zeugung die Rückkehr zur Therapie. Das ist die Wiedergabe der Leitlinie, keine Empfehlung dieses Kapitels.
Deutschsprachige Colchicin-Übersichten [s43, s132]. Lunzer und Mitarbeitende 2025 [s43] („Colchicin: Phönix aus der Asche“, Wiener klinische Wochenschrift; der Datenbanktitel steht als englische Übersetzung in eckigen Klammern) behandeln die kardiovaskuläre Anwendung; Boyadzhieva und Mitarbeitende 2021 [s132] („Colchicin: altes Medikament mit neuem Nutzen“, Zeitschrift für Rheumatologie) die Anwendung in der Rheumatologie und darüber hinaus. Beide äußern sich in den abgerufenen Abstracts nicht zur Fruchtbarkeit; die Volltexte wurden nicht geprüft. Eine deutschsprachige Primärstudie zu den fünf Stoffen und Samenparametern wurde in der Recherche nicht gefunden.
Drobnis und Nangia 2017 [s185]: „Miscellaneous Drugs and Male Reproduction“ (Advances in Experimental Medicine and Biology). Buchkapitel über sonstige Arzneimittel mit gewissen Hinweisen auf schädliche Wirkungen auf die männliche Fortpflanzung; es führt Colchicin, Metformin und Statine auf. Der Abstract nennt keine Zahlen.