Kreatin, Proteinpulver und Sporternährung · Kapitel 20 von 21

Glossar

Akrosom: Kappenartige Struktur am Spermienkopf, die Enzyme für die Befruchtung enthält.

Androgene anabole Steroide (AAS, Anabolika): Künstliche Abkömmlinge des Testosterons, die Muskelaufbau fördern; sie gehören nicht zur Sportnahrung, hemmen aber die körpereigene Hormonachse und damit die Spermienbildung.

Anti-Müller-Hormon (AMH): Hormon der Sertoli-Zellen im Hoden; wird in einer Studie als indirekter Marker der Hodenfunktion verwendet [s39].

Asthenozoospermie: Samenbefund mit vermindertem Anteil beweglicher Spermien.

Azoospermie: Keine Spermien im Ejakulat.

β-Alanin: Aminosäure, die in Sportnahrung vorkommt; in Mäusen verringert sie Taurin im Körper [s88].

Blut-Hoden-Schranke: Zellbarriere (Tight Junctions) zwischen Blut und Keimepithel im Hoden, die die Spermienbildung abschirmt [s53].

Body-Mass-Index (BMI): Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern.

Coenzym Q10 (CoQ10, Ubiquinol): Körpereigener Stoff der Zellatmung, als Supplement verwendet; Ubiquinol ist die reduzierte Form.

Confounding (Störfaktor, Konfundierung): Ein dritter Faktor, der mit Exposition und Ergebnis zusammenhängt und einen Zusammenhang vortäuschen oder verdecken kann.

Dihydrotestosteron (DHT): Stärker wirksames Umwandlungsprodukt des Testosterons.

DNA-Fragmentierungsindex (DFI, SDF): Anteil von Spermien mit geschädigter Erbsubstanz.

Ejakulatvolumen: Menge der Samenflüssigkeit pro Ejakulation.

Fall-Kontroll-Studie: Studie, die Personen mit einer Erkrankung mit Personen ohne vergleicht und rückblickend nach Expositionen fragt.

Fekundabilität: Wahrscheinlichkeit pro Zyklus, schwanger zu werden; wird oft als Zeit bis zur Schwangerschaft gemessen.

Flagellum: Der bewegliche Geißelfaden des Spermiums; Anomalien des Flagellums beeinträchtigen die Beweglichkeit [s107, s11].

FSH, LH: Von der Hirnanhangdrüse gebildete Hormone, die Hoden und Spermienbildung steuern (follikelstimulierendes beziehungsweise luteinisierendes Hormon).

GRADE: Verfahren zur Bewertung der Sicherheit (Vertrauenswürdigkeit) einer Evidenz, mit Stufen von hoch bis sehr niedrig.

hCG: Humanes Choriongonadotropin, ein LH-ähnliches Hormon; in den Anabolika-Studien als Begleitsubstanz oder Behandlung genannt [s167, s15].

Hazard Index: Rechengröße der Risikobewertung; Werte unter 1 gelten als kein erhöhtes Gesundheitsrisiko [s101].

Inhibin B: Von den Sertoli-Zellen gebildetes Hormon, das als Marker der Spermienbildung dient.

Johnsen-Score: Histologische Bewertung der Spermienbildung im Hodengewebe.

Karenzzeit: Zeitraum ohne Samenerguss vor der Samenprobe; beeinflusst Volumen und Zahl.

Konfidenzintervall (KI): Wertebereich, der die Unsicherheit einer Schätzung angibt; schließt es die 0 (bei Differenzen) oder die 1 (bei Verhältnissen) ein, ist der Befund nicht eindeutig.

Kreatin, Kreatinmonohydrat: Körpereigene, auch mit Fleisch aufgenommene Verbindung des Energiestoffwechsels; als Pulver weit verbreitetes Sportsupplement.

Kreatinkinase (CK, CPK): Enzym des Kreatinstoffwechsels, das auch im Samenplasma gemessen wird [s111].

Mendelsche Randomisierung (MR): Verfahren, das genetische Varianten als natürliche Zufallszuteilung nutzt, um Ursache und Wirkung besser zu trennen; abhängig von der Stärke der genetischen Instrumente [s48].

Metaanalyse: Statistische Zusammenfassung der Ergebnisse mehrerer Studien. Umbrella-Review: Übersicht über mehrere Metaanalysen.

Morphologie: Anteil normal geformter Spermien.

Motilität (progressive, Gesamt-): Anteil beweglicher beziehungsweise vorwärts beweglicher Spermien.

NHANES: Nationale Gesundheits- und Ernährungserhebung der USA [s39, s128].

Odds Ratio (OR): Verhältnis der Chancen für ein Ereignis in zwei Gruppen; 1 bedeutet kein Unterschied. Risikoverhältnis (RR): Verhältnis der Wahrscheinlichkeiten.

Oligozoospermie: Samenbefund mit niedriger Spermienkonzentration; die Grenzwerte hängen von der Auflage der WHO-Referenzwerte ab.

Oligoasthenoteratozoospermie (OAT): Kombination aus niedriger Zahl, verminderter Beweglichkeit und auffälliger Form.

Oxidativer Stress, reaktive Sauerstoffspezies (ROS): Ungleichgewicht zwischen aggressiven Sauerstoffverbindungen und antioxidativer Abwehr, das Spermien schädigen kann.

Placebo, Crossover: Scheinpräparat ohne Wirkstoff; beim Crossover-Design durchlaufen alle Teilnehmer beide Bedingungen nacheinander.

Querschnittsstudie: Untersuchung zu einem Zeitpunkt; zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen.

Regression zur Mitte: Statistisches Phänomen: Extremwerte liegen bei einer Wiederholungsmessung im Mittel näher am Durchschnitt, auch ohne Behandlung.

Seminalplasma: Flüssiger Anteil des Ejakulats ohne Spermien.

Sertoli-Zellen, Leydig-Zellen: Stütz- beziehungsweise Hormonbildungszellen im Hoden.

SOD, MDA, NFκB: Marker des oxidativen Stresses beziehungsweise der Entzündung (Superoxiddismutase, Malondialdehyd, Kernfaktor κB).

Taurin: Aminosäureähnliche Verbindung, Inhaltsstoff vieler Energy-Drinks; in Tiermodellen als Schutzstoff untersucht [s66].

Teratozoospermie: Samenbefund mit hohem Anteil fehlgeformter Spermien.

WHO-Referenzwerte: Von der Weltgesundheitsorganisation veröffentlichte Referenzwerte für Samenparameter, in mehreren Auflagen mit teils verschiedenen Grenzen.

Zuckergesüßte Getränke (SSB): Getränke mit zugesetztem Zucker, in den Studien einschließlich Limonaden, Energy-Drinks, Sportgetränken und teils Fruchtsäften [s51].

Alle Kapitel und Anhänge (24)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Vorbemerkung zu Kapitel 02
  5. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  6. Proteinpulver und Kreatin bis Muskelaufbaupräparate, Hodenkrebs und Wissen über Fruchtbarkeit
  7. Anabole Steroide im Kraftsportumfeld und Nahrungsprotein, Milch, Fleisch und Ernährungsmuster
  8. Körperliche Aktivität bis Einordnung der Beobachtungsstudien
  9. Kreatin und Whey- und Proteinpulver
  10. Energy-Drinks, zuckergesüßte Getränke, Koffein und Taurin bis Anabolika als Begleit- und Störfaktor (Nachbargebiet, keine Sportnahrung)
  11. Weitere Sportnahrung und Fertilitätspräparate (Kontext) bis Leitlinien im Einzelnen
  12. Mechanismen und biologische Plausibilität
  13. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  14. Englisch bis Russisch
  15. Arabisch und Türkisch
  16. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  17. Limitationen der Evidenz
  18. Offene Forschungsfragen
  19. Praktische Einordnung
  20. Glossar
  21. Quellenverzeichnis
  22. Diagramme
  23. Quellen
  24. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle