Akrosom: Kappenartige Struktur am Spermienkopf, die Enzyme für die Befruchtung enthält.
Androgene anabole Steroide (AAS, Anabolika): Künstliche Abkömmlinge des Testosterons, die Muskelaufbau fördern; sie gehören nicht zur Sportnahrung, hemmen aber die körpereigene Hormonachse und damit die Spermienbildung.
Anti-Müller-Hormon (AMH): Hormon der Sertoli-Zellen im Hoden; wird in einer Studie als indirekter Marker der Hodenfunktion verwendet [s39].
Asthenozoospermie: Samenbefund mit vermindertem Anteil beweglicher Spermien.
Azoospermie: Keine Spermien im Ejakulat.
β-Alanin: Aminosäure, die in Sportnahrung vorkommt; in Mäusen verringert sie Taurin im Körper [s88].
Blut-Hoden-Schranke: Zellbarriere (Tight Junctions) zwischen Blut und Keimepithel im Hoden, die die Spermienbildung abschirmt [s53].
Body-Mass-Index (BMI): Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern.
Coenzym Q10 (CoQ10, Ubiquinol): Körpereigener Stoff der Zellatmung, als Supplement verwendet; Ubiquinol ist die reduzierte Form.
Confounding (Störfaktor, Konfundierung): Ein dritter Faktor, der mit Exposition und Ergebnis zusammenhängt und einen Zusammenhang vortäuschen oder verdecken kann.
Dihydrotestosteron (DHT): Stärker wirksames Umwandlungsprodukt des Testosterons.
DNA-Fragmentierungsindex (DFI, SDF): Anteil von Spermien mit geschädigter Erbsubstanz.
Ejakulatvolumen: Menge der Samenflüssigkeit pro Ejakulation.
Fall-Kontroll-Studie: Studie, die Personen mit einer Erkrankung mit Personen ohne vergleicht und rückblickend nach Expositionen fragt.
Fekundabilität: Wahrscheinlichkeit pro Zyklus, schwanger zu werden; wird oft als Zeit bis zur Schwangerschaft gemessen.
Flagellum: Der bewegliche Geißelfaden des Spermiums; Anomalien des Flagellums beeinträchtigen die Beweglichkeit [s107, s11].
FSH, LH: Von der Hirnanhangdrüse gebildete Hormone, die Hoden und Spermienbildung steuern (follikelstimulierendes beziehungsweise luteinisierendes Hormon).
GRADE: Verfahren zur Bewertung der Sicherheit (Vertrauenswürdigkeit) einer Evidenz, mit Stufen von hoch bis sehr niedrig.
hCG: Humanes Choriongonadotropin, ein LH-ähnliches Hormon; in den Anabolika-Studien als Begleitsubstanz oder Behandlung genannt [s167, s15].
Hazard Index: Rechengröße der Risikobewertung; Werte unter 1 gelten als kein erhöhtes Gesundheitsrisiko [s101].
Inhibin B: Von den Sertoli-Zellen gebildetes Hormon, das als Marker der Spermienbildung dient.
Johnsen-Score: Histologische Bewertung der Spermienbildung im Hodengewebe.
Karenzzeit: Zeitraum ohne Samenerguss vor der Samenprobe; beeinflusst Volumen und Zahl.
Konfidenzintervall (KI): Wertebereich, der die Unsicherheit einer Schätzung angibt; schließt es die 0 (bei Differenzen) oder die 1 (bei Verhältnissen) ein, ist der Befund nicht eindeutig.
Kreatin, Kreatinmonohydrat: Körpereigene, auch mit Fleisch aufgenommene Verbindung des Energiestoffwechsels; als Pulver weit verbreitetes Sportsupplement.
Kreatinkinase (CK, CPK): Enzym des Kreatinstoffwechsels, das auch im Samenplasma gemessen wird [s111].
Mendelsche Randomisierung (MR): Verfahren, das genetische Varianten als natürliche Zufallszuteilung nutzt, um Ursache und Wirkung besser zu trennen; abhängig von der Stärke der genetischen Instrumente [s48].
Metaanalyse: Statistische Zusammenfassung der Ergebnisse mehrerer Studien. Umbrella-Review: Übersicht über mehrere Metaanalysen.
Morphologie: Anteil normal geformter Spermien.
Motilität (progressive, Gesamt-): Anteil beweglicher beziehungsweise vorwärts beweglicher Spermien.
NHANES: Nationale Gesundheits- und Ernährungserhebung der USA [s39, s128].
Odds Ratio (OR): Verhältnis der Chancen für ein Ereignis in zwei Gruppen; 1 bedeutet kein Unterschied. Risikoverhältnis (RR): Verhältnis der Wahrscheinlichkeiten.
Oligozoospermie: Samenbefund mit niedriger Spermienkonzentration; die Grenzwerte hängen von der Auflage der WHO-Referenzwerte ab.
Oligoasthenoteratozoospermie (OAT): Kombination aus niedriger Zahl, verminderter Beweglichkeit und auffälliger Form.
Oxidativer Stress, reaktive Sauerstoffspezies (ROS): Ungleichgewicht zwischen aggressiven Sauerstoffverbindungen und antioxidativer Abwehr, das Spermien schädigen kann.
Placebo, Crossover: Scheinpräparat ohne Wirkstoff; beim Crossover-Design durchlaufen alle Teilnehmer beide Bedingungen nacheinander.
Querschnittsstudie: Untersuchung zu einem Zeitpunkt; zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen.
Regression zur Mitte: Statistisches Phänomen: Extremwerte liegen bei einer Wiederholungsmessung im Mittel näher am Durchschnitt, auch ohne Behandlung.
Seminalplasma: Flüssiger Anteil des Ejakulats ohne Spermien.
Sertoli-Zellen, Leydig-Zellen: Stütz- beziehungsweise Hormonbildungszellen im Hoden.
SOD, MDA, NFκB: Marker des oxidativen Stresses beziehungsweise der Entzündung (Superoxiddismutase, Malondialdehyd, Kernfaktor κB).
Taurin: Aminosäureähnliche Verbindung, Inhaltsstoff vieler Energy-Drinks; in Tiermodellen als Schutzstoff untersucht [s66].
Teratozoospermie: Samenbefund mit hohem Anteil fehlgeformter Spermien.
WHO-Referenzwerte: Von der Weltgesundheitsorganisation veröffentlichte Referenzwerte für Samenparameter, in mehreren Auflagen mit teils verschiedenen Grenzen.
Zuckergesüßte Getränke (SSB): Getränke mit zugesetztem Zucker, in den Studien einschließlich Limonaden, Energy-Drinks, Sportgetränken und teils Fruchtsäften [s51].