# Kreatin, Whey- und Proteinpulver, Energy-Drinks und weitere Sportnahrung und die Spermienqualität: eine Literaturstudie

Quelle: https://bosslevel.eu/recherche/sportnahrung.html · Stand 22. Oktober 2026 · Redaktion: Bernd Peter (bosslevel.eu) · 62.246 Wörter, 175 Quellen

> Mit KI-Unterstützung aus Fachliteratur in zwölf Sprachräumen zusammengestellt. Zahlen stammen überwiegend aus Abstracts. Keine individuelle Diagnose, keine Therapieempfehlung.

## Kurzantwort

Für Kreatin, Whey- und Proteinpulver und Energy-Drinks gibt es beim Menschen kaum belastbare Daten zur Spermienqualität. Zu Kreatin liegt nur eine kleine randomisierte Pilotstudie mit 15 Männern vor, zu Proteinpulver eine große Querschnittsstudie ohne Zusammenhang. Eine Schädigung ist nicht gezeigt, ein Nutzen ebenso wenig. Das am besten belegte Risiko betrifft anabole Steroide, nicht die Produkte selbst.

## Häufige Fragen

### Beeinträchtigt Kreatin die Spermienqualität?

Eine Schädigung der Spermien durch Kreatin wurde in keiner ausgewerteten Studie gezeigt. Die einzige randomisierte Studie mit Samenanalyse hatte nur 15 Teilnehmer, und der Vergleich der Spermienkonzentration war nicht signifikant. Ein Hormonbefund, der Anstieg von Dihydrotestosteron, wurde nie mit Samenwerten verknüpft. Die Gewissheit der Aussage ist sehr gering.

### Kann Kreatin die Spermien verbessern?

Ein belastbarer Nutzen ist nicht belegt. In der kleinen Pilotstudie hatten sechs von zehn Männern unter Kreatin eine höhere Konzentration, in der Kontrollgruppe waren es 20 Prozent, doch der eigentliche Konzentrationsvergleich war nicht signifikant. Die Angaben zwischen Volltext und Kongressabstract weichen ab, und die Arbeitsgruppe hat offengelegte Verbindungen zur Industrie.

### Verändert Proteinpulver oder Whey die Samenqualität?

In der größten Studie, einer Querschnittsuntersuchung an 778 jungen Dänen, bestand kein Zusammenhang zwischen Proteinpulver und Samenwerten. Eine kleine unkontrollierte Beobachtung an 20 subfertilen Männern zeigte einen Anstieg der Konzentration nach dem Absetzen, kann aber auch eine Regression zur Mitte widerspiegeln. Randomisierte Studien mit Whey fehlen. Die Gewissheit ist gering.

### Schaden Energy-Drinks den Spermien?

Beim Menschen gibt es keine kontrollierte Studie mit Samenanalyse zu Energy-Drinks. Beobachtungsstudien zu zuckergesüßten Getränken insgesamt zeigten bei hohem Konsum niedrigere Spermienkonzentrationen, bei moderatem Konsum in einer Studie keinen klaren Zusammenhang. Direkte Befunde stammen aus kleinen Tierversuchen mit sehr hohen Getränkeanteilen, die sich nicht auf Menschen übertragen lassen.

### Sind anabole Steroide das größere Risiko als Sportnahrung?

Für anabole Steroide ist die Schädigung am besten belegt: Während der Einnahme ist die Spermienbildung in mehreren Studien deutlich vermindert. Nach dem Absetzen erholt sie sich bei der Mehrzahl der Männer, aber nicht bei allen. Steroide sind keine Sportnahrung, werden aber parallel genommen oder in einzelnen Präparaten als nicht deklarierte Beimischung beschrieben. Wie häufig das vorkommt, ist nur über Sekundärangaben belegt.

### Wie sicher ist die Studienlage insgesamt?

Die Studienlage ist dünn. Die meisten Humanstudien sind Querschnittsstudien mit Fragebögen, die Ursache und Begleitumstände nicht trennen können. Mehrere Arbeiten stützen sich auf dieselben Kohorten, viele Quellen wurden nur auf Abstract-Ebene ausgewertet, und Tierversuche nutzen oft sehr hohe Dosen. Für die Kernprodukte gibt es keine belastbare Antwort.

### Was sagen die Leitlinien zu Kreatin, Proteinpulver und Energy-Drinks?

In den abgerufenen Fassungen der AUA/ASRM-Leitlinie von 2024 und des EAU-Kapitels zur männlichen Infertilität kommen Kreatin, Proteinpulver und Energy-Drinks nicht vor. Die AUA hält fest, dass die Datenlage zu Supplementen keine Aussage zu bestimmten Wirkstoffen erlaube. Die Studie beschreibt die Literatur, gibt aber keine Anwendungsempfehlung und ersetzt keine ärztliche Beratung.

### Wirken Koffein und zuckergesüßte Getränke auf die Spermien?

Die Evidenz zu Koffein ist uneinheitlich: Eine systematische Übersicht mit 28 Studien nennt sie inkonsistent. Bei zuckergesüßten Getränken lag die Konzentration in zwei großen Beobachtungsstudien bei hohem Konsum niedriger, etwa 13,2 Millionen pro Milliliter bei 2.935 jungen Männern. Ein ursächlicher Zusammenhang ist damit nicht belegt, da Störfaktoren möglich sind.

*Stand 4. Oktober 2026*

## Kurzfassung

Kreatin, Molkenprotein (Whey) und andere Proteinpulver, Energy-Drinks und weitere Sportnahrung sind verbreitet: In einer dänischen Kohorte junger Männer nahmen 28 Prozent aktuell und weitere 24 Prozent früher Proteinpulver [s113]. Ob solche Produkte die Spermienqualität verändern, ist wissenschaftlich weit weniger geklärt, als die Verbreitung vermuten lässt. Diese Studie wertet 175 Quellen aus, die in drei Teilrecherchen mit zwölf Sprachen gefunden wurden: Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch; Chinesisch, Japanisch und Koreanisch; Russisch, Arabisch und Türkisch. Das wichtigste Ergebnis ist eine Lücke. Für keines der Kernprodukte gibt es eine belastbare Antwort.

**Kreatin.** Beim Menschen liegt eine einzige randomisierte Studie mit Samenanalyse vor, eine Pilotstudie mit 15 Teilnehmern, von denen fünf eine Oligozoospermie hatten [s23]. Der Vergleich der Spermienkonzentration unter Kreatin plus Ubiquinol war mit einem Anstieg um 7,4 Millionen pro Milliliter nicht signifikant (P = 0,22). Eine Schädigung der Spermien durch Kreatin wurde in keiner abgerufenen Studie gezeigt, ein belastbarer Nutzen ebenso wenig. Hinzu kommen eine Hormonstudie, in der das Dihydrotestosteron unter Kreatin anstieg [s163], Tierversuche zur Rolle des körpereigenen Kreatins im Hoden [s53] und Übersichtsarbeiten [s32, s86].

**Whey- und Proteinpulver.** Die größte Studie, eine Querschnittsstudie an 778 jungen Dänen, fand keinen Zusammenhang zwischen Proteinpulvergebrauch und Samenqualität [s113]. Eine kleine, unkontrollierte Beobachtung an 20 subfertilen Männern berichtet einen Anstieg der Spermienkonzentration nach dem Absetzen [s119]. Ein Mäuseversuch zeigte keinen Effekt [s109]. Tierversuche mit Molkenprotein betreffen fast ausschließlich Schädigungsmodelle, nicht gesunde Tiere [s02, s17].

**Energy-Drinks.** Es gibt keine kontrollierte Humanstudie mit Samenanalyse. Die menschlichen Befunde betreffen zuckergesüßte Getränke insgesamt, zu denen Energy-Drinks gehören, ohne getrennt ausgewertet zu sein. In zwei großen Studien lagen die Werte bei hohem Konsum niedriger [s95, s51], in einer dritten bei moderatem Konsum nicht [s84]. Direkte Energy-Drink-Daten stammen aus kleinen Tierversuchen mit sehr hohen Getränkeanteilen im Trinkwasser [s54, s147]. Die Evidenz zu Koffein ist uneinheitlich [s137].

**Das am besten belegte Risiko** betrifft nicht die Produkte selbst, sondern anabole Steroide, die in Fitnessstudios parallel genommen werden oder in einzelnen Präparaten als nicht deklarierte Beimischung beschrieben werden. Während der Einnahme ist die Spermienbildung in mehreren Studien deutlich vermindert; nach dem Absetzen erholt sie sich bei der Mehrzahl der Männer, aber nicht bei allen [s98, s174, s74]; eine Metaanalyse fand allerdings eine ähnliche Konzentration bei Anwendern und Naiven und niedrigere Beweglichkeit [s71]. Ob und wie häufig Sportnahrung tatsächlich verunreinigt ist, belegt diese Literatur nur über Sekundärangaben [s43, s119].

**Leitlinien.** In den abgerufenen Fassungen der AUA/ASRM-Leitlinie von 2024 [s47] und des EAU-Kapitels [s175] kommen Kreatin, Proteinpulver und Energy-Drinks nicht vor. Die WHO-Leitlinie von 2025 wurde nur über zwei Übersichtsarbeiten erfasst [s01, s08].

**Grenzen.** Die meisten Quellen wurden nur auf Abstract-Ebene ausgewertet. Die Humanstudien sind überwiegend Querschnittsstudien mit Fragebögen, die nicht zwischen Ursache und Begleitumständen unterscheiden können. Mehrere Studien teilen sich dieselben Kohorten (die dänische FEPOS-Kohorte [s84, s113], die Rochester-Studie [s152, s154, s156]), und ein Teil der Kreatinliteratur stammt aus einer Arbeitsgruppe mit offengelegten Verbindungen zur Industrie. Die nichtenglischen Sprachräume liefern keine eigene Humanstudie mit Samenanalyse zu Kreatin oder Proteinpulver; zu Energy-Drinks gibt es eine russische Studie, deren Abstract keine Zahlen nennt [s91]. Diese Studie beschreibt die Literatur und gibt keine Therapie- oder Anwendungsempfehlung.

## Das Wichtigste in Kürze

Zur Lesart: Die **Evidenzstärke** beschreibt, wie viel und wie gute Studien zu einer Frage vorliegen (Design, Größe, Direktheit, Unabhängigkeit, Konsistenz). Die **Gewissheit** beschreibt, wie sicher die hier formulierte Aussage ist, also wie wahrscheinlich es ist, dass neue Studien sie nicht umkehren. Beide Einstufungen sind eine eigene, informelle Bewertung in den Stufen hoch, mäßig, gering und sehr gering; sie ersetzen keine formale Bewertung nach GRADE (Abschnitt Aufbau und Methodik).

1. **Kreatin und Samenqualität beim Menschen: eine Pilotstudie, kein Beleg in irgendeine Richtung.** Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie mit 15 Männern (acht Wochen, 5 g Kreatinmonohydrat täglich, mit oder ohne Ubiquinol) berichtet bei sechs von zehn Teilnehmern unter Kreatin eine höhere Konzentration gegenüber 20 Prozent in der Kontrollgruppe, der Konzentrationsvergleich selbst war aber nicht signifikant [s23, s40]. Die Angaben im Volltext und im Kongressabstract zum Kreatin im Sperma weichen voneinander ab (125,4 µmol/L im Volltext gegenüber 115,5 µmol/L, berechnet aus den Mittelwerten des Kongressabstracts). Die Arbeitsgruppe hat offengelegte Industrieverbindungen [s39]. *Evidenzstärke: sehr gering. Gewissheit: sehr gering.*

2. **Kreatin, Hormone und Mechanismus: Hinweise ohne Samenanalyse.** Bei 20 Rugbyspielern stieg das Dihydrotestosteron unter Kreatin um 56 Prozent (nach 7 Tagen) und lag nach der Erhaltungsphase noch 40 Prozent über dem Ausgangswert, das Testosteron blieb unverändert [s163]. Kreatin aus der Nahrung (ohne Supplemente) hing in einer NHANES-Auswertung nicht mit Inhibin B zusammen [s39]. Mäuse mit Kreatinmangel im Hoden haben gestörte Zellverbindungen und weniger Spermien, Kreatinzufuhr behob das [s53]. Das ist ein Mechanismus für den Mangel, keine Aussage über Zusatzkreatin bei gesunden Männern. *Evidenzstärke: gering. Gewissheit für Aussagen zur Spermienqualität: sehr gering.*

3. **Whey- und Proteinpulver: ein Nullbefund im Querschnitt, ein Anstieg nach dem Absetzen in einer kleinen Beobachtung.** In der FEPOS-Kohorte (778 Männer, 28 Prozent aktuelle, 24 Prozent frühere Nutzer) bestand weder roh noch adjustiert ein Zusammenhang mit Volumen, Konzentration, Gesamtzahl, Morphologie oder Motilität [s113]. Bei 20 subfertilen Bodybuildern stieg die mediane Konzentration nach dem Absetzen von 1,8 auf 8,9 Millionen pro Milliliter, ohne Kontrollgruppe und mit der Möglichkeit einer Regression zur Mitte [s119]. Die Befunde widersprechen sich nicht zwingend, sind aber nicht vergleichbar. *Evidenzstärke: gering. Gewissheit: gering.*

4. **Molkenprotein im Tierversuch: Schutzeffekte nur in vorgeschädigten Hoden.** Die Modelle (Alterung, Hitze, Toxine) zeigen laut Abstracts bessere Hodenhistologie oder Beweglichkeit [s02, s17, s127]; ein Versuch an gesunden Mäusen mit hoher Whey-Dosis zeigte weder bei Spermien noch bei Trächtigkeit oder Wurfgröße einen Effekt [s109]. Für gesunde Männer folgt daraus nichts. *Evidenzstärke: sehr gering. Gewissheit: sehr gering.*

5. **Eiweiß aus der Nahrung: uneinheitlich.** Verarbeitetes rotes Fleisch hing in einer Studie an 189 jungen Männern mit einer niedrigeren Gesamtspermienzahl zusammen (höchstes gegenüber niedrigstem Quartil: minus 78 Millionen, Konfidenzintervall minus 202 bis minus 5) [s152]; Gesamtfleisch in einer spanischen Studie nicht [s122]. Pflanzliches und tierisches Eiweiß gingen bei 270 infertilen Männern in entgegengesetzte Richtungen, wobei der Abstract den untersuchten Ausgang nicht benennt [s73]. Proteinpulver sind in keiner dieser Arbeiten erfasst. *Evidenzstärke: gering. Gewissheit: gering.*

6. **Energy-Drinks als eigene Exposition: keine kontrollierte Humanstudie.** Direkte Befunde stammen aus Tierversuchen: Bei Ratten mit 75 Prozent Energy-Drink im Trinkwasser lagen Vitalität (63,25 gegenüber 91,25 Prozent) und Anomalienrate (36,5 gegenüber 12 Prozent) ungünstiger, mit je vier Tieren pro Gruppe und ohne Trennung der Inhaltsstoffe [s54]; bei Mäusen stieg der Anteil abnormaler Spermienköpfe mit dem Red-Bull-Anteil von 1,82 auf 21,81 Prozent [s147]; ein pubertäres Binge-Protokoll an Ratten hatte keine Effekte [s78]. Eine russische Studie mit 60 Patienten nennt im Abstract keine Zahlen [s91]. *Evidenzstärke: sehr gering. Gewissheit: sehr gering.*

7. **Zuckergesüßte Getränke (indirekt, einschließlich Energy-Drinks): mehrere Beobachtungsstudien mit niedrigeren Werten bei hohem Konsum.** Bei 2.935 jungen Männern lag die Konzentration in der höchsten Konsumkategorie um 13,2 Millionen pro Milliliter niedriger (Konfidenzintervall minus 21,0 bis minus 5,5) [s95]; in der PRESTO-Kohorte (690 Männer) bei sieben oder mehr Getränken pro Woche um 22 Prozent (minus 38 bis 0) [s51]. Bei moderatem Konsum zeigte eine dritte große Studie keinen klaren Zusammenhang [s84]. Alle sind Beobachtungsstudien, Energy-Drinks sind nicht getrennt ausgewiesen, und die Rochester-Studie [s154] teilt ihre 189 Männer mit [s152, s156], die dänische Studie bei moderatem Konsum [s84] gehört zur selben FEPOS-Kohorte wie die Proteinpulverstudie [s113]. *Evidenzstärke: mäßig für den Zusammenhang, gering für Ursächlichkeit. Gewissheit: gering.*

8. **Koffein und Kaffee: uneinheitlich, mit Hinweisen auf Endpunkte jenseits der Samenparameter.** Eine systematische Übersicht mit 28 Studien und 19.967 Männern nennt die Evidenz zu Samenparametern inkonsistent [s137]; die AUA-Leitlinie führt Evidenz mittlerer Qualität für keinen Zusammenhang mit männlicher Infertilität an [s47]. In einer Kohorte von Kinderwunschpaaren lag die bereinigte Lebendgeburtenrate nach assistierter Reproduktion im höchsten Koffeinquartil bei 19 gegenüber 55 Prozent im niedrigsten [s136]. Die Befunde zu Kaffee gehen in einzelnen Studien in gegensätzliche Richtungen [s21, s148]. *Evidenzstärke: gering. Gewissheit: gering.*

9. **Taurin, Beta-Alanin, Citrullin und weitere Inhaltsstoffe: keine Humanstudie mit Samenanalyse.** Es liegen eine narrative Übersicht [s66] und Tierversuche vor, in denen Taurin gegen Hodengifte geprüft wurde und laut Abstracts schützend wirkte [s141, s61, s118], dazu ein Mausversuch, in dem die Taurinverarmung durch Beta-Alanin abnormale Spermien vermehrte [s88]. *Evidenzstärke: sehr gering. Gewissheit: sehr gering.*

10. **Muskelaufbaupräparate und Hodenkrebs: ein Zusammenhang in einer Fall-Kontroll-Studie, ohne Samenanalyse.** Gebrauch von Muskelaufbaupräparaten war mit einem Odds Ratio von 1,65 (1,11 bis 2,46) für Hodenkeimzelltumoren verbunden, am stärksten bei langem Gebrauch und mehreren Produkten [s143]. Ein Leserbrief weist auf nicht erfasste Steroide als Störfaktor hin [s142]. *Evidenzstärke: gering. Gewissheit: gering.*

11. **Anabole Steroide: die am besten belegte Schädigung, aber keine Sportnahrung.** In der HAARLEM-Kohorte mit 100 Freizeitsportlern hatten 77 Prozent während der Einnahme eine Gesamtspermienzahl unter 40 Millionen [s98]; im Vergleich von 41 Bodybuildern mit 41 Freiwilligen lag die Zahl bei 24 gegenüber 5 Männern unter der Normgrenze [s174], und bei 520 Männern mit Anabolikaanamnese in Abu Dhabi hatten 79 Prozent einen auffälligen Befund [s74]. Die AUA-Leitlinie nennt die aktuelle Einnahme eine starke Unterdrückung der Spermatogenese [s47]. Eine Metaanalyse über 32 Studien (9.371 Personen, davon 2.671 Anwender) fand dagegen eine ähnliche Konzentration bei Anwendern und Naiven, aber niedrigere Beweglichkeit, kleinere Hoden und niedrigere Gonadotropine, die nach einem Jahr nicht mehr unterschieden [s71]. Die Erholung gelingt bei der Mehrzahl, aber nicht bei allen Männern [s98]. Sie sind für die Fragestellung als Störfaktor und als Verunreinigung von Präparaten relevant [s43]. *Evidenzstärke: mäßig. Gewissheit: hoch für die Hemmung während der Einnahme, mäßig für Dauer und Vollständigkeit der Erholung.*

12. **Fertilitätspräparate (Carnitin, Coenzym Q10, Antioxidantien): einzige Interventionsstudien am Menschen, aber nicht an Sportlern.** Das Cochrane-Review (90 Studien, 10.303 Männer) bewertet die Evidenz als niedrig bis sehr niedrig [s80]; einzelne Studien zeigen deutliche Verbesserungen [s12], andere ein Nullergebnis [s93]. Die Ergebnisse lassen sich nicht auf gesunde Sportler übertragen. *Evidenzstärke: gering. Gewissheit: gering.*

13. **Intensives Training verändert die Ausgangslage und ist ein Störfaktor.** Übersichten finden bei Ausdauerleistungssport teils ungünstigere Werte, mit sehr niedriger Evidenzsicherheit [s45, s35]. Nur ein Teil der Studien zu Proteinpulver passt für Training, Körpergewicht und Anabolika an [s113]. *Evidenzstärke: gering. Gewissheit: gering.*

14. **Leitlinien schweigen zu den Kernprodukten, und die Sprachräume liefern kaum eigene Studien.** AUA/ASRM und EAU nennen Kreatin, Proteinpulver und Energy-Drinks nicht [s47, s175]; die AUA hält fest, dass die Datenlage für Supplemente bei der Behandlung männlicher Infertilität keine Aussage zu bestimmten Wirkstoffen erlaube [s47]. Aus dem deutschen, französischen, italienischen, portugiesischen, spanischen, ostasiatischen, russischen, arabischen und türkischen Raum liegt keine Humanstudie mit Samenanalyse zu Kreatin oder Proteinpulver vor; zu Energy-Drinks finden sich eine russische Studie ohne Zahlen im Abstract [s91] und Rattenversuche aus dem Irak [s54]. *Evidenzstärke: nicht zutreffend. Gewissheit für die Aussage der Lücke: hoch für die abgerufenen Fassungen, mäßig für den gesamten Sprachraum, weil mehrere nationale Datenbanken nicht erreichbar waren.*

## Aufbau und Methodik dieser Studie

### Fragestellung und Abgrenzung

Die Studie fragt, was die wissenschaftliche Literatur über den Zusammenhang zwischen Sportnahrung und der Spermienqualität des Mannes aussagt. Im Zentrum stehen vier Produktgruppen: Kreatin, Whey- und andere Proteinpulver, Energy-Drinks und weitere Sportnahrung, zu der hier Taurin, Beta-Alanin, Citrullin, Carnitin, Aminosäurepräparate und Mehrkomponentenpräparate zählen. Als Nachbargebiete wurden Koffein, zuckergesüßte Getränke, Nahrungseiweiß, anabole Steroide (die keine Sportnahrung sind, aber im selben Umfeld vorkommen und in der Literatur als Verunreinigung oder Störfaktor auftauchen) und Fertilitätspräparate mit Carnitin und Antioxidantien einbezogen. Diese Nachbargebiete sind im Text immer als solche gekennzeichnet. Zielgröße ist die Spermienqualität im weiteren Sinn: Samenparameter, Spermienfunktion, DNA-Fragmentierung, Hormone der Hodenfunktion und, wo vorhanden, klinische Endpunkte wie Lebendgeburt. Die Studie beschreibt, was die Literatur berichtet. Sie gibt keine Therapie- und keine Anwendungsempfehlung für Einzelpersonen und ersetzt keine ärztliche Beratung.

### Recherche in drei Sprachgruppen

Die Recherche lief am 4. Oktober 2026 in drei parallelen Teilrecherchen, die jeweils eigene Sprachräume abdeckten. Die erste Gruppe suchte auf Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch, die zweite auf Chinesisch, Japanisch und Koreanisch, die dritte auf Russisch, Arabisch und Türkisch. Gesucht wurde mit den Produktbegriffen (zum Beispiel Kreatin, Molkenprotein, Proteinpulver, Energy-Drink, Koffein, Taurin, Carnitin, Anabolika) in den jeweiligen Sprachen, kombiniert mit Begriffen für Spermienqualität, Samenanalyse, Hoden und männliche Infertilität.

Die Hauptwege waren die NCBI-E-utilities (PubMed) und die REST-Schnittstelle von Europe PMC, da die PubMed-Webseite für die Recherche nicht nutzbar war. Dazu kamen, je nach Sprachraum, die französische Plattform HAL, das spanischsprachige Portal Dialnet, die japanischen Dienste CiNii und J-STAGE, das türkische Verzeichnis TR Dizin, die russische Plattform CyberLeninka sowie Crossref zur Plausibilisierung. Leitlinientexte wurden direkt bei den Fachgesellschaften abgerufen (AUA, EAU, AWMF, ESHRE).

Aufgenommen wurde eine Quelle nur, wenn mindestens ein Abstract tatsächlich abgerufen wurde. Die drei Teilberichte enthielten 84, 45 und 54 Einträge. Nach der Zusammenführung von Mehrfachfunden (sieben Arbeiten wurden von zwei Teilrecherchen unabhängig gefunden) und einer Bereinigung umfasst die einheitliche Quellenliste 175 Einträge, die in dieser Studie ausschließlich mit den Kennungen s01 bis s175 in eckigen Klammern zitiert werden, etwa [s23] oder [s23, s40]. Die Kennungen der Teilrecherchen werden nicht verwendet.

### Die Quellenbasis

Die Quellen stammen überwiegend aus den vergangenen Jahren: 113 der 175 Einträge sind 2020 oder später erschienen, davon 30 im Jahr 2026; 49 entfallen auf 2010 bis 2019 und zwölf auf 2009 oder früher. Ein Eintrag, das online abgerufene EAU-Kapitel, trägt kein Ausgabejahr. Die ältesten Arbeiten sind eine Vergleichsstudie an Bodybuildern von 1989 [s174] und ein Kaninchenversuch zu Koffein von 1994 [s173].

Nach der Sprachangabe der Quellen sind 143 Einträge ausschließlich englisch. 32 Einträge tragen mindestens eine weitere Sprachangabe, davon 17 ausschließlich nichtenglisch (sechs russisch, vier spanisch, drei chinesisch, zwei französisch, je einer japanisch und deutsch) und 15 zweisprachig (neun englisch und russisch, vier englisch und türkisch, zwei englisch und spanisch). Aus dem italienischen, portugiesischen, arabischen und koreanischen Sprachraum enthält die Quellenliste keine Arbeit in der Landessprache; arabische und koreanische Forschung ist nur über englischsprachige Aufsätze vertreten. Der Sprachraum einer Arbeit wird in den Teilrecherchen teils über die Herkunft der Autoren, teils über die Sprache des Aufsatzes bestimmt. Ostasiatische, arabische und türkische Gruppen veröffentlichen überwiegend auf Englisch.

Nach Art der Quellen ergibt sich ein Mischbild. Rund ein Drittel sind Beobachtungsstudien am Menschen, vor allem Querschnitt- und Fall-Kontroll-Studien mit Fragebögen. Gut ein Fünftel sind Tierversuche, meist an Ratten oder Mäusen, häufig mit kleinen Gruppen. Hinzu kommen narrative und systematische Übersichtsarbeiten, einzelne Leitlinien, In-vitro-Studien an menschlichem Ejakulat und eine kleine Zahl von Interventionsstudien am Menschen. Interventionsstudien mit Samenanalyse zu den Kernprodukten sind darunter nur eine Pilotstudie zu Kreatin [s23], eine Crossover-Studie zu Sojaprotein [s161] und eine unkontrollierte Beobachtung zum Absetzen von Proteinpulver [s119]. Die übrigen Interventionsstudien betreffen Fertilitätspräparate bei Männern aus Kinderwunschkliniken oder Sport- und Hormonendpunkte ohne Samenanalyse. Die Aufteilung ist eine grobe Einordnung nach dem Design-Feld der Quellenliste, keine formale Klassifikation.

### Was abgerufen und was gelesen wurde

Die meisten Zahlen dieser Studie stammen aus Abstracts. Volltexte lagen nur für einen kleinen Teil vor: In der ersten Teilrecherche wurden acht Volltexte gelesen [s32, s39, s40, s84, s86, s119, s142, s143], in der dritten 19, darunter die Ratten-Energy-Drink-Studie [s54] und mehrere Anabolika-Studien [s74, s50]; in der zweiten Teilrecherche wurde kein Volltext gelesen. Wo ein Abstract keine Fallzahl, keine Effektgröße oder kein Konfidenzintervall nennt, steht das im Text. Solche Angaben wurden nicht ergänzt. Stichprobenartig wurden Abstracts bei PubMed erneut abgerufen und mit den Zahlen der Teilberichte verglichen: die Studien zu Proteinpulver in Dänemark [s113], zur Kreatin-Pilotstudie [s23], zu zuckergesüßten Getränken in der Nassan-Studie [s95] und in der PRESTO-Kohorte [s51] stimmten überein.

Die Teilberichte weisen mehrere Unstimmigkeiten innerhalb der Originalarbeiten aus, die hier nicht aufgelöst, sondern benannt werden: Zahlen zum Spermienkreatin zwischen Volltext und Kongressabstract der Kreatin-Pilotstudie [s23, s40]; ein Konfidenzintervall und ein P-Wert zur Morphologie in einer iranischen Querschnittsstudie, die nicht zusammenpassen [s73]; Schlussfolgerungen, die im Widerspruch zu den Tabellen stehen, in einer Ratten-Energy-Drink-Studie [s54]; interne Widersprüche in einer Anabolika-Serie aus Abu Dhabi [s74]. Wer Quellen weiterverwendet, sollte diese Hinweise im Einzelfall prüfen.

### Zugang, Datenbanken und Lücken der Recherche

Der Zugang war nicht in allen Räumen gleich gut. Europe PMC lieferte bei einfachen Abfragen zuverlässig, bei Anfragen mit Feldfiltern in zwei Läufen mit je sechs Wiederholungen aber dauerhaft Fehler; Sprachfilter-Suchen wurden dann über PubMed ersetzt. Die Cochrane Library war nur über den PubMed-Abstract erreichbar. Nicht auswertbar waren Cairn, SciELO und LILACS, die chinesischen und koreanischen Volltextdatenbanken CNKI, Wanfang, KCI und DBpia, das türkische DergiPark, die russische Bibliothek eLIBRARY.ru sowie die arabischen Plattformen Arab World Research Source und Mandumah. Das AWMF-Register wurde nicht durchsucht, und von der Leitlinie 015-085 liegt nur der Abstract vor.

Die Aussage „im Sprachraum nichts gefunden" bedeutet deshalb immer: nichts über die erreichbaren Wege. Arbeiten, die nur in einer der genannten Datenbanken stehen, konnten nicht geprüft werden. Dazu gehört ein japanischer Fachaufsatz von 2023, der nach seinem Titel Kreatin, Ergothionein und die Spermienbeweglichkeit beim Menschen verbindet, dessen Abstract aber nicht abrufbar war; er bleibt in dieser Studie ohne Inhalt.

### Bewertung: Evidenzstärke und Gewissheit

Die Einstufungen folgen einem einfachen, offenen Schema, das keine formale Risikobewertung (Risk of Bias) und kein GRADE-Verfahren ersetzt. Es stützt sich auf die Angaben der Autoren und auf die aus dem Abstract erkennbare Anlage.

| Stufe | Evidenzstärke (Belegbasis) | Gewissheit (Sicherheit der Aussage) |
|---|---|---|
| hoch | mehrere unabhängige, große, gut kontrollierte Studien oder systematische Übersichten mit konsistentem Ergebnis | neue Studien dürften die Aussage kaum verändern |
| mäßig | mehrere große Beobachtungsstudien oder eine Metaanalyse mit erkennbaren Schwächen | die Richtung ist wahrscheinlich, das Ausmaß unsicher |
| gering | wenige oder kleine Studien, uneinheitliche Ergebnisse, hohe Störanfälligkeit | die Aussage kann sich mit neuen Studien ändern |
| sehr gering | Einzelstudien, Pilotstudien, Tierversuche, Abstracts ohne Zahlen | die Aussage ist vorläufig und kaum belastbar |

Berücksichtigt werden Design und Fallzahl, die Direktheit der Frage (misst die Studie das fragliche Produkt und Samenparameter, oder nur Nachbargrößen), die Unabhängigkeit der Studien und die Konsistenz. Vier Abhängigkeiten werden durchgängig beachtet. Erstens stammen mehrere Kreatinarbeiten aus einer Arbeitsgruppe mit offengelegten Verbindungen zur Kreatinindustrie [s23, s39, s40, s86]. Zweitens beruhen drei chinesische Fall-Kontroll-Studien auf annähernd derselben Studienbasis am Shengjing Hospital in Shenyang [s82, s83, s100]; sie sind nicht voneinander unabhängig. Eine vierte Studie aus derselben Stadt [s79] hat andere Teilnehmergruppen. Drittens gehören die beiden dänischen Querschnittsstudien zu Proteinpulver und gesüßten Getränken zur selben FEPOS-Kohorte [s84, s113]. Viertens stammen drei Studien aus der Rochester Young Men's Study mit 189 Männern [s152, s154, s156]. Wer „viele Studien" zählt, zählt in diesen Fällen teils dieselben Männer mehrfach.

Zwei weitere Hinweise sind für die Lesart wichtig. Querschnitt- und Fall-Kontroll-Studien messen Zusammenhänge zu einem Zeitpunkt und können Ursache und Begleitumstand nicht trennen; Konsumenten von Energy-Drinks oder Proteinpulver unterscheiden sich vermutlich auch in Training, Gewicht, Ernährung und anderen Gewohnheiten. Und Tierversuche verwenden oft Dosen und Anteile im Trinkwasser, die sich nicht auf den menschlichen Verzehr übertragen lassen.

### Zitierweise und zusätzliche Hintergrundquellen

Alle Befunde werden mit den Kennungen der Quellenliste belegt. Für den Abschnitt Hintergrund wurden drei weitere Quellen herangezogen, die nicht Teil der Quellenliste sind, weil sie die Fragestellung nicht untersuchen, sondern Definitionen und Referenzwerte liefern. Sie wurden am 4. Oktober 2026 über die Europe-PMC-Schnittstelle abgerufen und werden im Text mit Autor, Jahr, Zeitschrift und Datenbankkennung genannt, nicht mit Kennung in eckigen Klammern: Campbell und Kollegen 2021 (PubMed-Kennung 33528873), Boitrelle und Kollegen 2021 in der Zeitschrift Life (PubMed-Kennung 34947899) sowie Ruthig und Lamb 2022 in Frontiers in Endocrinology (PubMed-Kennung 35600584). Titel nichtenglischer und nichtdeutscher Arbeiten werden, wo sie genannt sind, im Original mit deutscher Übersetzung in Klammern wiedergegeben.

### Aufbau der Gesamtstudie

Dieses erste Kapitel enthält Kurzfassung, Kernbefunde, Methodik und Hintergrund. Die Einzelheiten zu den Produktgruppen folgen in den weiteren Kapiteln der Gesamtstudie. Die Kernbefunde sind so formuliert, dass sie auch ohne diese Kapitel verständlich bleiben.

## Hintergrund

### Biologie: Hoden, Spermienbildung und Zeitskala

Spermien entstehen im Hoden in einem geordneten Reifungsprozess, der Spermatogenese. Nach Ruthig und Lamb (2022, Frontiers in Endocrinology, PubMed-Kennung 35600584) dauert sie beim Mann etwa 74 Tage, in der klassischen Bestimmung wurden 64 Tage angenommen; ein einzelner Zyklus des Keimepithels beträgt 16 Tage. Die Autoren beschreiben auch das Stützgerüst: Sertoli-Zellen bilden mit Zellverbindungen (Tight Junctions) eine Barriere, die das Keimepithel in einen basalen und einen adluminalen Raum teilt und die Keimzellen schützt. Daraus folgt, als Schlussfolgerung dieser Studie und nicht als Aussage der Quelle: Eine Substanz, die auf die Spermienbildung wirkt, dürfte sich frühestens nach Wochen im Spermiogramm zeigen, und eine Erholung nach dem Ende einer Belastung dürfte Monate brauchen. Die Befunde zu Steroiden passen dazu: Ein Vergleich an Bodybuildern fand bei Männern, die seit mehr als vier Monaten abgesetzt hatten, wieder normale Spermienzahlen [s174]; das EAU-Kapitel nennt für die Erholung üblicherweise sechs bis zwölf Monate [s175]; in der HAARLEM-Kohorte war die Gesamtspermienzahl ein Jahr nach Beginn bei einem Teil der Männer noch niedriger [s98]. Studien, die Proteinpulver oder Getränke mit einer einzigen Samenprobe verbinden, erfassen deshalb eher den Zustand nach Monaten der Gewohnheit als die kurzfristige Wirkung einer einzelnen Gabe.

Die Hodenfunktion wird hormonell gesteuert, und die Studien nutzen mehrere Hormone als Marker: Testosteron, das luteinisierende Hormon (LH), das follikelstimulierende Hormon (FSH), Inhibin B und das Anti-Müller-Hormon [s39, s95]. Bei Steroidanwendern lagen FSH und LH in einer Metaanalyse niedriger als bei Nichtanwendern, blieben nach dem Absetzen drei bis sechs Monate niedrig und unterschieden sich nach einem Jahr nicht mehr [s71]. Für die hier betrachteten Produkte sind solche Hormonbefunde indirekt: Sie zeigen, ob die Hodenfunktion beeinträchtigt sein könnte, ersetzen aber keine Samenanalyse.

Kreatin hat im Hoden eine eigene Biologie. Bei Ratten werden die Enzyme der Kreatinsynthese in Hoden und Nebenhoden stark gebildet, der Kreatintransporter in Samenblase und Samenleiter [s172]. Mäuse ohne das Syntheseenzym Gamt bilden weniger Spermien, mit geringerer Beweglichkeit und niedrigerer Befruchtungsrate; ihr Hodenkreatin ist erniedrigt, die Zellverbindungen der Blut-Hoden-Schranke sind gestört, und Kreatinzufuhr behob die Störung [s53]. Bei Mäusen steigt Kreatin im Eileiter nach dem Eisprung; Kreatin im Kulturmedium verlängerte die Kapazitation der Spermien und erhöhte die Zahl befruchteter Eizellen [s132]. Beim Mann ist Kreatin im Samenplasma nachweisbar. In einer tunesischen Studie lag es bei normozoospermen und asthenozoospermen Männern ähnlich hoch (791 gegenüber 744 µmol/L), während die Kreatinkinase bei Asthenozoospermie höher war (1.360 gegenüber 830 U/L) und negativ mit Konzentration und Beweglichkeit korrelierte [s111]. Diese Befunde beschreiben die körpereigene Rolle von Kreatin, nicht die Wirkung eines Pulvers bei gesunden Männern. Die Idee, Kreatin könne Spermien nützen, stützt sich auf diese Mechanismen [s86]; die Befürchtung, es könne schaden, geht nach Einschätzung eines Expertengremiums oft auf Studien mit Mehrkomponentenpräparaten zurück, die auch Steroide enthalten könnten [s32]; in diesem Zusammenhang wird auch der Anstieg des Dihydrotestosterons unter Kreatin genannt [s163], den das Gremium in den abgerufenen Abschnitten nicht behandelt.

Als mögliche Wege für schädliche Wirkungen von Getränken und Präparaten nennen die Tierstudien vor allem oxidativen Stress, Entzündung, DNA-Schäden der Spermien und Apoptose von Keimzellen, außerdem Hormonverschiebungen [s02, s141, s127]. Diese Mechanismen sind in Tiermodellen mit hohen Dosen und Toxinen belegt; ihre Bedeutung für den Alltagskonsum beim Menschen ist offen.

### Definitionen und Begriffe

Infertilität wird als die Unfähigkeit definiert, innerhalb eines Jahres regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs eine Schwangerschaft zu erreichen. Nach der Übersicht von Boitrelle und Kollegen (2021, Life, PubMed-Kennung 34947899) sind weltweit zwischen 48 Millionen Paaren und 186 Millionen Einzelpersonen betroffen; etwa jedes achte Paar im reproduktiven Alter sei betroffen, ein männlicher Faktor sei in 20 Prozent der Fälle allein verantwortlich und in weiteren 30 Prozent beteiligt. Subfertilität meint eine verminderte, aber nicht aufgehobene Fruchtbarkeit; die Studien unterscheiden häufig nicht scharf zwischen beiden Begriffen.

Die Fachsprache der Samenanalyse kennt Normozoospermie (Parameter im Referenzbereich), Oligozoospermie (zu wenige Spermien), Asthenozoospermie (zu geringe Beweglichkeit), Teratozoospermie (zu wenige normal geformte Spermien) und Azoospermie (keine Spermien im Ejakulat); Kombinationen wie Oligoasthenoteratozoospermie sind üblich. Die Studien dieser Literatur verwenden diese Begriffe durchgängig [s23, s79, s12]. Die sechste Auflage des WHO-Handbuchs von 2021 benutzt sie dagegen nicht mehr (Boitrelle und Kollegen 2021). Hinzu kommt, dass ältere Arbeiten mit älteren Grenzen rechnen: Der Vergleich an Bodybuildern von 1989 legt eine untere Normgrenze von 20 Millionen pro Milliliter zugrunde [s174], eine türkische Arbeit von 2001 dieselbe Grenze für die Oligozoospermie [s171]. Zahlen aus verschiedenen Jahrzehnten sind deshalb nicht ohne Weiteres vergleichbar.

Zwei Begriffe werden in der öffentlichen Diskussion oft vermengt. **Spermienqualität** meint messbare Eigenschaften des Ejakulats und der Spermien. **Fruchtbarkeit** meint die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft und Geburt. Beides hängt zusammen, ist aber nicht dasselbe. Die Autoren der Nassan-Studie halten ausdrücklich fest, ein Rückgang der Samenparameter bedeute nicht zwingend einen Verlust an Fruchtbarkeit [s95]; die Autoren der dänischen Proteinpulverstudie weisen darauf hin, dass selbst ein kleiner schädlicher Effekt bei der Verbreitung der Produkte auf Bevölkerungsebene ins Gewicht fiele [s113]. Klinische Endpunkte wie die Lebendgeburt sind selten erhoben [s136, s80]; die meisten Studien dieser Literatur messen Surrogate: Samenparameter, Hormone, DNA-Fragmentierung oder Kreatinkinase im Samenplasma [s37, s111].

Der Begriff **Sportnahrung** ist in der Literatur nicht scharf. Gemeint sind hier Produkte mit einem erklärten Leistungs- oder Trainingszweck. Aus den Quellen lassen sich einige Beispiele für Zusammensetzung und Dosis entnehmen. Kreatin wird als Kreatinmonohydrat genommen; in der Pilotstudie waren es 5 g täglich über acht Wochen [s40], in einer Rugbystudie 25 g täglich als Ladephase über sieben Tage und danach 5 g [s163]. Proteinpulver bestanden nach den Angaben der Männer in der dänischen Beobachtung überwiegend aus Whey [s119]; in einer Studie an Sprintern waren es 19,8 g Whey täglich [s05]. Energy-Drinks sind Mischgetränke: Ein in Irak populäres Produkt enthält laut Zutatenliste Wasser, Zucker, Zitronensäure, Koffein, Taurin, Glucuronat und Vitamine, ohne dass die Menge für Koffein und Taurin genannt ist [s54]; ein zuckerfreies Produkt wird mit 150 mg Koffein und 800 mg Taurin je Liter angegeben [s03]; ein in einer Sportstudie verwendetes Getränk enthielt 220 mg Koffein, 288 mg Anserin, 400 mg Holunder und 660 mg Vitamin-Mineral-Gemisch [s19]. Bei Studien zu zuckergesüßten Getränken fallen Limonaden, Energy-Drinks, Sportgetränke und Fruchtsäfte in eine gemeinsame Kategorie [s51]; eine Portion entspricht dort rund 200 bis 220 Millilitern [s95]. Diese Heterogenität ist ein Grund, warum Studien zu „Energy-Drinks" selten dasselbe untersuchen.

### Messgrößen und die WHO-Referenzwerte 2021

Die Samenanalyse erfasst Volumen, Spermienkonzentration, Gesamtzahl je Ejakulat, Beweglichkeit (gesamt und progressiv), Vitalität und Morphologie. Die WHO gibt dafür seit 1980 ein Laborhandbuch heraus; die sechste Auflage erschien im Juli 2021 (Boitrelle und Kollegen 2021). Die in der Literatur verwendeten Referenzwerte sind die unteren fünften Perzentile von Männern, deren Partnerinnen innerhalb eines Jahres schwanger wurden. Die Konzentrationsgrenze von 16 Millionen pro Milliliter, die Beweglichkeitsgrenzen von 30 Prozent progressiv und 42 Prozent gesamt und die Normalform-Grenze von 4 Prozent stammen aus der Auswertung von Campbell und Kollegen (2021, PubMed-Kennung 33528873) mit Daten von mehr als 3.500 Männern aus zwölf Ländern und fünf Kontinenten. Die Autoren betonen, dass diese Werte keine scharfen Grenzen zwischen fertilen und subfertilen Männern darstellen und dass Daten aus vielen Ländern und Regionen fehlen. In der PRESTO-Studie zu gesüßten Getränken werden die Grenzen 16 Millionen pro Milliliter, 39 Millionen Gesamtzahl und 42 Prozent Gesamtbeweglichkeit verwendet [s51].

| Parameter | WHO 2021 (6. Auflage), unteres 5. Perzentil (95-%-Konfidenzintervall) | WHO 2010 (5. Auflage) |
|---|---|---|
| Ejakulatvolumen | 1,4 mL (1,3 bis 1,5) | 1,5 mL (1,4 bis 1,7) |
| Spermienkonzentration | 16 Mio./mL | in der abgerufenen Tabelle nicht enthalten |
| Gesamtzahl je Ejakulat | 39 Mio. (35 bis 40) | 39 Mio. (33 bis 46) |
| Gesamtbeweglichkeit | 42 % (40 bis 43) | 40 % (38 bis 42) |
| Progressive Beweglichkeit | 30 % (29 bis 31) | 32 % (31 bis 34) |
| Vitalität | 54 % (50 bis 56) | 58 % (55 bis 63) |
| Normalformen | 4 % (3,9 bis 4) | 4 % (3 bis 4) |

Quellen: Boitrelle und Kollegen 2021 (Tabelle 2) für alle Werte außer der Konzentration; Campbell und Kollegen 2021 für die Konzentration. Die Werte beschreiben Männer mit Schwangerschaft innerhalb eines Jahres.

Die sechste Auflage gibt die Idee fester Referenzgrenzen nach Boitrelle und Kollegen (2021) im Kern auf: Das Handbuch hält fest, dass die fünften Perzentile nur eine Möglichkeit der Interpretation sind und allein nicht ausreichen, um eine männliche Infertilität zu diagnostizieren. Es spricht stattdessen von Entscheidungsgrenzen, nennt aber für die Basisparameter keine. Für die Literatur dieser Studie heißt das: Wenn ein Abstract „Werte unter den WHO-Grenzen" berichtet, ist das ein Maß für die Lage in der unteren Verteilung, kein Befund „unfruchtbar". Ältere Studien beziehen sich auf die fünfte Auflage [s73, s148], neuere teils auf die sechste [s26]; die Unterschiede der Grenzwerte sind klein, aber nicht null.

Weitere Messgrößen kommen hinzu. Die DNA-Fragmentierung der Spermien wird häufig als Index (DFI) angegeben [s37]; in einer japanischen Studie diente eine hohe Fragmentierung als Einschlusskriterium [s49]. Hodenvolumen und Hormone ergänzen die Samenanalyse in einzelnen Studien [s95]. Kreatin und Kreatinkinase werden im Samenplasma gemessen [s111, s171]. Tierstudien nutzen zusätzlich Hodenhistologie, Gewichte der Organe, Spermienzahl im Nebenhoden, Befruchtungs- und Trächtigkeitsraten [s109, s54, s53].

Für die Lesart der Zahlen in dieser Studie genügen vier Maße. Die **prozentuale Differenz** gibt an, um wie viel Prozent ein Parameter in einer Gruppe höher oder niedriger lag als in der Vergleichsgruppe. Das **Odds Ratio** (OR) und das **Risikoverhältnis** (RR) vergleichen die Häufigkeit eines Ereignisses; ein Wert von 1 bedeutet keinen Unterschied. Das **95-%-Konfidenzintervall** (KI) gibt den Bereich an, in dem der wahre Wert bei der gewählten Unsicherheit plausibel liegt; schließt das Intervall die 0 (bei Differenzen) oder die 1 (bei Verhältnissen) ein, ist der Unterschied nicht statistisch gesichert. Ein **P-Wert** unter 0,05 gilt üblicherweise als signifikant; bei vielen Vergleichen derselben Studie steigt die Wahrscheinlichkeit zufälliger Treffer, was viele der hier ausgewerteten Studien nicht berücksichtigen.

### Störfaktoren und Messunsicherheit

Samenparameter schwanken von Probe zu Probe. Die Autoren der kleinen Beobachtung zum Absetzen von Proteinpulver nennen die natürliche und saisonale Schwankung selbst als Einschränkung [s119]; dort kommen ein sehr unterschiedlicher Abstand zwischen Absetzen und Folgeprobe (2 bis 16 Monate), die Zählung in einer Makler-Kammer statt im Standardverfahren und die Auswahl von Männern mit niedrigem Ausgangswert hinzu, was zur Regression zur Mitte führen kann. Das Alter hatte in einer Studie aus Hongkong mehr Einfluss auf die Parameter als die Lebensstilmerkmale [s131]; die Karenzzeit war dort mit Gesamtzahl und Konzentration verbunden. In einer Studie zu verarbeitetem Fleisch weisen die Autoren auf Restkonfundierung durch die Karenzzeit hin [s152]. Heimtest-Kits, wie sie in der PRESTO-Kohorte eingesetzt wurden, sind weniger genau als Laboranalysen [s51]. Bei Fragebogenerhebungen zu Supplementen fehlen oft Produktart, Dosis und Dauer; im Abstract der dänischen Studie steht dazu nichts [s113]. Und bei Anwendern von Sportnahrung sind Training, Körpergewicht und der Gebrauch von Anabolika Störfaktoren, die nur teils berücksichtigt wurden: In der dänischen Proteinpulverstudie wurde für Training, Body-Mass-Index und Anabolikagebrauch adjustiert [s113], in der Absetzbeobachtung nicht [s119]. Der Body-Mass-Index selbst spielt eine Rolle; in der PRESTO-Kohorte waren die Assoziationen bei einem Index von mindestens 25 stärker [s51].

### Geschichte der Forschungsfrage

Die Frage, ob Sportnahrung die Spermienqualität beeinflusst, hat sich nicht aus einer einzelnen Beobachtung entwickelt, sondern aus Nachbarfeldern. Ihr Weg lässt sich an den Quellen dieser Studie ablesen.

**Bis 2005: Steroide, Biochemie, erste Tierversuche.** Die älteste Studie der Quellenliste ist ein Vergleich von 41 Bodybuildern mit 41 Freiwilligen von 1989, der unter hohen Steroiddosen häufig Spermienzahlen unter der Normgrenze fand [s174]; es folgten weitere Steroidstudien am Menschen [s170, s167]. Ein Kaninchenversuch von 1994 prüfte hohe Koffeindosen [s173], eine Arbeit von 1998 beschrieb die Kreatinsynthese im männlichen Genitaltrakt der Ratte [s172], eine Primatenstudie von 2001 verglich pflanzliche und tierische Proteinquellen [s169]. Eine Fragebogenstudie an 129 Patienten mit Hodenkeimzelltumor von 2005 fragte erstmals nach Leistungssupplementen und fand bei 20,1 Prozent Gebrauch, vor allem von Protein, Aminosäuren und Kreatin [s166].

**2008 bis 2015: Kohorten zu Ernährung und die ersten Hinweise aus dem Supplementbereich.** Eine dänische Kohorte untersuchte Koffein der Mutter und der Söhne [s165]. Eine Crossover-Studie an Rugbyspielern zeigte 2009 den Anstieg des Dihydrotestosterons unter Kreatin [s163], eine randomisierte Studie von 2010 fand für Soja- gegenüber Milchprotein keine Unterschiede der Samenparameter [s161]. Die Rochester Young Men's Study lieferte Querschnittsdaten zu Milchprodukten, Fleisch und gesüßten Getränken [s156, s152, s154]. 2015 erschien die Fall-Kontroll-Studie, die Muskelaufbaupräparate mit Hodenkeimzelltumoren verband [s143]; ein Leserbrief wies auf nicht erfasste Steroide als Störfaktor hin [s142]. Im selben Jahr beschrieb ein Mäuseversuch zu Red Bull mehr abnormale Spermienköpfe bei steigendem Anteil im Wasser [s147].

**2017 bis 2021: Die Proteinpulverstudien und die großen Getränkestudien.** 2017 erschienen die systematische Übersicht zu Koffein und Kaffee mit 28 Studien [s137] und eine Kohorte aus einem Kinderwunschzentrum [s136]. 2018 zeigte eine Arbeit an Mäusen, dass Kreatin die Kapazitation verlängert [s132]. 2019 erschien nach Angabe der Autoren die erste Beobachtung, wie sich Spermienwerte bei subfertilen Männern nach dem Absetzen von Proteinpulver verändern [s119]; 2020 folgten ein Mäuseversuch mit Whey [s109] und eine große Querschnittsstudie zu Proteinpulver [s113]. 2021 erschien die Studie an 2.935 jungen Männern zu zuckergesüßten Getränken [s95].

**2022 bis 2026: Kreatin rückt in den Mittelpunkt, Leitlinien werden aktualisiert.** 2022 forderte eine Übersicht zu Kreatin in der väterlichen Ernährung zunächst Auswertungen von Kohortendaten und dann randomisierte Studien [s86]; im selben Jahr zeigte eine dänische Studie bei moderatem Konsum gesüßter Getränke keinen klaren Zusammenhang [s84], und ein Rattenversuch fand bei Energy-Drink-Binge-Protokoll keine Effekte [s78]. 2024 kamen die PRESTO-Studie [s51], die Mausstudie zu Kreatin und Zellverbindungen im Hoden [s53] und ein Rattenversuch mit Energy-Drink-Anteilen bis zu 75 Prozent [s54] hinzu. 2025 hielt ein Expertengremium fest, dass zum Zeitpunkt der Abfassung keine Humanstudien zu Kreatinmonohydrat und Fruchtbarkeitsparametern vorlägen [s32], und eine Auswertung der NHANES-Daten untersuchte Kreatin aus der Nahrung mit Hormonmarkern [s39]. 2026 erschien die nach Angabe der Autoren erste randomisierte Studie zu Kreatin mit Samenanalyse beim Menschen, eine Pilotstudie [s23].

Das Muster ist deutlich: Zu Steroiden, Koffein und zuckergesüßten Getränken liegen Studien seit Jahren und Jahrzehnten vor, zu Proteinpulver seit 2019, zu Kreatin als Supplement mit Samenanalyse beim Menschen erst seit 2026. Die dichteste Evidenz gilt Nachbarsubstanzen, die schwächste den eigentlichen Kernprodukten.

### Leitlinien und Fachgesellschaften

Die Leitlinien der Fachgesellschaften behandeln Sportnahrung nicht. Der abgerufene Volltext der AUA/ASRM-Leitlinie in der Aktualisierung von 2024 (22 Studien in der Evidenzbasis) enthält die Begriffe Kreatin, Whey, Proteinpulver, Energy-Drink und Taurin nicht [s47]. Im Abschnitt zum Lebensstil hält sie fest, Lebensstilfaktoren seien schwer zu untersuchen; zu Koffein bestehe Evidenz mittlerer Qualität für keinen Zusammenhang mit männlicher Infertilität (außer möglicherweise Spermienaneuploidie), zu anabolen Steroiden gelte, dass die aktuelle Einnahme die Spermatogenese stark unterdrücke [s47]. Zu Supplementen hält sie fest, dass der Nutzen von Antioxidantien und Vitaminen bei der Behandlung fraglich sei und die Datenlage keine Aussage zu bestimmten Wirkstoffen erlaube [s47]. Das EAU-Kapitel zur männlichen Infertilität in der abgerufenen Fassung enthält die Begriffe Kreatin, Whey, Proteinpulver, Energy-Drink, Taurin und Koffein nicht; es behandelt Rauchen, Alkohol, Steroide und Antioxidantien [s175]. Die ESHRE-Leitlinie zur ungeklärten Infertilität [s63] und die deutschsprachige AWMF-Leitlinie 015-085 [s124] enthalten nach ihren Abstracts keine Aussage zu Sportnahrung. Die WHO-Leitlinie von 2025 wurde nur über zwei Übersichtsarbeiten erfasst, die eine neutrale Haltung zu Antioxidantien und Aussagen guter Praxis zu Lebensstilrisiken berichten [s01, s08]. Eine deutsche Primärstudie oder Leitlinie speziell zu Kreatin, Proteinpulver oder Energy-Drinks wurde nicht gefunden.

## Vorbemerkung zu Kapitel 02

Dieses Kapitel stellt jede einschlägige Arbeit der Recherche einzeln vor, getrennt nach zwei Studienklassen: erstens Metaanalysen, systematische Übersichten, Umbrella-Reviews und erzählende Übersichtsarbeiten, zweitens Beobachtungsstudien am Menschen (Querschnitt, Kohorte, Fall-Kontrolle, Mendelsche Randomisierung, Vorher-nachher-Beobachtungen ohne Kontrollgruppe, klinische Serien und Umfragen). Randomisierte Interventionsstudien, Tierversuche, Laborstudien an Zellen oder Ejakulatproben und Leitlinien stehen nicht in diesem Kapitel. Alle Aussagen beschreiben, was die jeweilige Arbeit berichtet; sie sind keine Empfehlung für oder gegen irgendeine Anwendung. Zahlen stammen aus den abgerufenen Abstracts oder Volltexten; wo die Abstracts keine Zahlen enthalten, ist das vermerkt, und wo ein Heterogenitätsmaß (I²) fehlt, wird dies ausdrücklich gesagt, statt es zu ergänzen.

Vorab zur Einordnung: Für die Kernfrage, ob Kreatin, Whey- und Proteinpulver oder Energy-Drinks die Spermienqualität verändern, gibt es weder eine Metaanalyse noch eine systematische Übersicht, die diese Produkte als eigene Exposition behandelt. Die vorhandenen Übersichten betreffen Nachbarthemen (zuckergesüßte Getränke, Koffein, anabole Steroide, Training, Ernährungsmuster, Antioxidantien). Auch die Beobachtungsstudien zu Proteinpulver beschränken sich auf zwei kleine bis mittlere Arbeiten [s113, s119]. Wo eine Studie ein Nachbarthema betrifft, wird das jeweils benannt.

## Studienlage: Metaanalysen und Übersichten

Die Übersichten sind nach Produktgruppe geordnet (Kreatin, Sportsupplemente allgemein, zuckergesüßte Getränke, Energy-Drinks, Koffein und Taurin, anabole Steroide als Begleit- oder Beimischungsproblem, Training als Störfaktor, Ernährung und weitere Supplemente). Innerhalb jeder Gruppe stehen systematische Arbeiten vor erzählenden.

### Kreatin

Zu Kreatin liegt keine systematische Übersicht und keine Metaanalyse vor. Die zwei abgerufenen Übersichten sind erzählend, und beide stammen aus Arbeitsgruppen, die sich für Kreatin aussprechen.

**Antonio et al. 2025, Journal of the International Society of Sports Nutrition [s32].** Der Titel lautet „Part II. Common questions and misconceptions about creatine supplementation: what does the scientific evidence really show?“. Es handelt sich um eine erzählende Expertenübersicht eines Gremiums mit 20 Autorinnen und Autoren der International Society of Sports Nutrition, die 16 häufige Fragen zu Kreatin beantwortet. Eine dieser Fragen betrifft die männliche Fruchtbarkeit. Im Volltext heißt es, die Vermutung schädlicher Wirkungen von Kreatinmonohydrat auf die Fruchtbarkeit stamme oft aus Studien mit mehrkomponentigen Bodybuilding-Präparaten, die auch anabole Steroide enthalten könnten. Behauptungen über Dehydratation oder erhöhtes Testosteron seien nicht belegt; die Mehrzahl der Studien zeige keinen Effekt auf Testosteron. Als Einzelbefunde nennt der Text die Verbesserung von Motilität und Geschwindigkeit menschlicher Spermien durch Kreatinphosphat in vitro bei normospermischen Spendern (volle Wirkung innerhalb einer Minute), tierexperimentelle Hinweise bei Maus, Eber und Zuchthahn und keinen Effekt auf gefrorene Pferdespermien. Er stellt fest, dass zum Zeitpunkt der Abfassung keine Humanstudien zu Kreatinmonohydrat und Fruchtbarkeitsparametern bei normo- oder oligospermischen Männern vorlägen, und folgert, die vorhandene Evidenz spreche nicht für eine Schädigung der Fruchtbarkeit. Es werden keine Effektschätzer und keine Heterogenitätsmaße berichtet, weil keine Daten gepoolt wurden. Stärken: breite Expertise, Volltext mit nachvollziehbaren Quellenangaben, ausdrückliche Unterscheidung zwischen Kreatin und Mehrkomponentenprodukten. Schwächen: keine systematische Suche und keine Bewertung des Verzerrungsrisikos; die Gruppe spricht sich insgesamt für Sicherheit und Wirksamkeit von Kreatin aus; die Aussage zur fehlenden Humanevidenz gilt nur bis zum Erscheinen der ersten Pilotstudie mit Samenanalyse ([s23], randomisiert und daher nicht Gegenstand dieses Kapitels). Einordnung: Die Übersicht liefert eine Begründung, warum Schäden bei Kreatin nicht erwartet werden, aber keine eigene Evidenz zur Spermienqualität; die Aussage „kein Beleg für Schaden“ ist von „Beleg für Unbedenklichkeit“ zu unterscheiden.

**Ostojic, Stea und Engeset 2022, Nutrients [s86].** „Creatine as a Promising Component of Paternal Preconception Diet“ ist eine erzählende Mini-Übersicht. Sie beschreibt die Bioenergetik der Spermien, die Beziehung zwischen Kreatinspiegeln im Samenplasma und der Spermienqualität sowie die damals verfügbaren Interventionsbefunde (überwiegend tierexperimentell und aus In-vitro-Arbeiten). Der Text hält fest, dass interventionelle Studien mit Kreatin am Menschen zu diesem Zeitpunkt fehlten, und fordert zunächst Auswertungen von Kohortendaten, dann randomisierte Studien. Als Sekundärangabe zur Querschnittsstudie an 778 jungen Dänen [s113] nennt der Volltext, dass 44 % mit angegebener Kreatinnutzung vermerkt seien (die Bezugsgruppe ist im Bericht nicht eindeutig) und dass Konzentration und Gesamtzahl bei aktuellen Nutzern tendenziell höher lagen als bei Nie-Nutzern (42 gegenüber 36 Millionen pro Milliliter und 108 gegenüber 90 Millionen). Diese Zahlen stehen im Abstract der Originalarbeit nicht; ob sie adjustiert oder roh sind, bleibt offen. Stärken: klare Fragestellung, früher Aufruf zu Kohortenauswertungen. Schwächen: narrativ, keine systematische Suche, Positionspapier mit ausdrücklicher Pro-Kreatin-Perspektive. Zur Unabhängigkeit: Die Autorengruppe überschneidet sich mit den Arbeiten zu Kreatinzufuhr und Spermienmarkern (siehe Abschnitt Beobachtungsstudien, Nedeljkovic et al. 2025 [s39]), in denen der letzte Autor erhebliche Verbindungen zur Kreatinindustrie offenlegt. Einordnung: Die Arbeit ist eine Hypothesenschrift, keine Evidenzsynthese.

### Sportsupplemente allgemein und Verunreinigung

Für Sportsupplemente als Gruppe liegen nur erzählende Übersichten ohne Zahlen zur Spermienqualität vor.

**Puscasiu et al. 2025, Nutrients [s43].** „Adulteration of Sports Supplements with Anabolic Steroids-From Innocent Athlete to Vicious Cheater“ ist eine erzählende Übersicht zur Verunreinigung von Sportsupplementen mit anabolen Steroiden. Das Abstract hält fest, dass einige Proteinpräparate für Sportler mit pharmakologisch aktiven Substanzen einschließlich anabolen Steroiden und Prohormonen verunreinigt sein können, mit dem Ziel schnellerer Verkaufserfolge. Behandelt werden vor allem Dopinganalytik, Maskierungsmittel und die Folgen für Athleten, die unwissentlich kontaminierte Produkte nehmen. Das Abstract enthält keine Fallzahlen, keine Häufigkeiten verunreinigter Produkte und keine Aussage zur Spermienqualität. Stärken: benennt das Verunreinigungsproblem, das für jede Studie zu Proteinpulvern als Störfaktor relevant ist. Schwächen: erzählend, ohne Suchstrategie im Abstract, ohne Zahlen. Einordnung: Das Fehlen von Prävalenzangaben bedeutet, dass der Anteil verunreinigter Produkte aus dieser Quelle nicht abgeleitet werden kann. Eine Häufigkeit von etwa 15 % bei 634 Präparaten wird in der Literatur der Recherche nur als Sekundärzitat genannt (siehe [s119, s143]); die Originalarbeit wurde nicht abgerufen.

**Cai, Wang und Li 2026, Nutrients [s04].** „Potential Health Risks Associated with Sports Supplementation Use in Athletes“ (Chengdu Sport University, China) ist eine erzählende Übersicht zu Nebenwirkungen von Sportsupplementen auf das endokrine, das kardiovaskuläre und das gastrointestinale System, mit Schwerpunkt auf pathologischen Mechanismen, Fehlgebrauch, Überdosierung und dem Risiko von Dopingverstößen. Das Abstract enthält keine Zahlen und erwähnt die Spermienqualität nicht; ob sie im Volltext unter den endokrinen Wirkungen behandelt wird, wurde nicht geprüft. Stärke: aktuelle Zusammenstellung aus dem Sportumfeld. Schwäche: kein systematisches Verfahren erkennbar, keine Effektgrößen. Einordnung: Die Arbeit belegt, dass Risiken von Sportsupplementen im Fachschrifttum diskutiert werden, trägt aber zur Frage der Spermienqualität nichts Messbares bei.

### Zuckergesüßte Getränke, Energy-Drinks, Koffein und Taurin

Für Energy-Drinks als eigene Exposition gibt es keine systematische Übersicht. Die einschlägigen Arbeiten betreffen zuckergesüßte Getränke, Koffein aus verschiedenen Quellen und Taurin als Inhaltsstoff.

**Ricci et al. 2017, Nutrition Journal [s137].** „Coffee and caffeine intake and male infertility: a systematic review“ (Mailand, Italien). Systematische Übersicht beobachtender Studien (MEDLINE und EMBASE bis November 2016) zur Beziehung zwischen Kaffee- oder Koffeinzufuhr des Mannes und Samenparametern, Spermien-DNA-Integrität, Ploidie und Fekundabilität. Eingeschlossen wurden 28 Arbeiten mit insgesamt 19.967 Männern. Ergebnisse: Die Samenparameter schienen von Koffein aus Kaffee, Tee und Kakao in den meisten Studien nicht beeinflusst; einzelne Arbeiten wiesen dagegen auf negative Effekte von Cola und koffeinhaltigen Softdrinks auf Volumen, Zahl und Konzentration hin. Koffein war mit Aneuploidie und DNA-Brüchen der Spermien assoziiert, nicht mit anderen DNA-Schadensmarkern; Kaffeekonsum des Mannes war in einigen, aber nicht allen Studien mit verlängerter Zeit bis zur Schwangerschaft verbunden. Die Autoren schließen, Koffein könne möglicherweise über Spermien-DNA-Schäden die männliche Fortpflanzungsfunktion beeinträchtigen, die epidemiologische Evidenz sei jedoch inkonsistent und nicht schlüssig. Es wurde keine Metaanalyse durchgeführt; Heterogenitätsmaße werden daher nicht berichtet. Stärken: breite Suche in zwei Datenbanken, Durchsicht der Literaturverzeichnisse, getrennte Betrachtung mehrerer Endpunkte. Schwächen: heterogene Beobachtungsstudien ohne einheitliche Kategorien der Zufuhr, keine gepoolten Schätzer, im Abstract keine Angabe zu Bewertungsinstrumenten der Studienqualität. Einordnung: Die Übersicht stützt weder einen klaren Schaden noch Unbedenklichkeit; sie dokumentiert Uneinheitlichkeit und unterscheidet immerhin Kaffee von koffeinhaltigen Softdrinks.

**Bu et al. 2020, BMC Women's Health [s104].** „Relationship between caffeine intake and infertility: a systematic review of controlled clinical studies“ (Peking, China). Systematische Übersicht mit Metaanalyse; Suche in sieben Datenbanken bis Mai 2019. Eingeschlossen wurden Frauen und Männer ohne Infertilitätsvorgeschichte (prospektive Studien) beziehungsweise mit diagnostizierter Infertilität (retrospektive Studien); Bewertung mit der Newcastle-Ottawa-Skala beziehungsweise dem Cochrane-Instrument und GRADE. Es gingen vier Studien (eine Kohorten- und drei Fall-Kontroll-Studien) mit zusammen 12.912 Teilnehmern ein; die Fall-Kontroll-Studien erreichten im Mittel 6 Punkte, die Kohortenstudie 9. Gepoolte Odds Ratios: niedrige Koffeindosis 0,95 (95-%-KI 0,78 bis 1,16), mittlere 1,14 (0,69 bis 1,86), hohe 1,86 (0,28 bis 12,22). Alle Schätzer sind mit Unterschieden von 1 vereinbar; die Qualität der Evidenz war durchweg niedrig. Ein Heterogenitätsmaß nennt das Abstract nicht. Stärken: systematisches Vorgehen, Qualitätsbewertung, GRADE. Schwächen: nur vier Studien; Männer und Frauen gemeinsam ausgewertet, daher keine reine Aussage zur Spermienqualität; das Konfidenzintervall der hohen Dosis (0,28 bis 12,22) ist so breit, dass praktisch keine Aussage möglich ist. Einordnung: Kein erkennbarer Zusammenhang zwischen Koffeinzufuhr und Infertilität, aber bei sehr geringer Präzision und niedriger Evidenzsicherheit.

**Alghobary und Mostafa 2022, Andrology [s75].** „Addiction and human male fertility: A systematic review and a critical appraisal“ (Kairo und Mansoura, Ägypten). Systematische Übersicht zu Suchtmitteln und männlicher Fertilität. Von 5.239 Treffern blieben 177 mögliche Artikel; 112 wurden wegen fehlender direkter Relevanz ausgeschlossen, 65 Studien wurden ausgewertet. Sie verteilen sich auf Opioide und Cannabinoide (18), Alkohol (7), Kokain (2), anabole Steroide (15), Tabak (10) und Koffein (13). Die Autoren schreiben, die meisten Arbeiten hätten einen negativen Einfluss der jeweiligen Substanz auf die männliche Fertilität gezeigt, mit unterschiedlicher Evidenzstärke, und fordern bessere Methodik, unter anderem Regressionsanalysen. Der Abstract nennt für Koffein keine eigenen Effektgrößen und keine Heterogenitätsmaße; es gab keine Metaanalyse. Stärken: übergreifender Blick mit eigenen Kapiteln für Koffein und Anabolika. Schwächen: im Abstract keine Angabe zu Qualitätsbewertung und Effektschätzern; die Zusammenfassung „die meisten Studien zeigten negativen Einfluss“ nivelliert Unterschiede zwischen sehr verschiedenen Substanzen; ob Energy-Drinks gesondert behandelt werden, ist dem Abstract nicht zu entnehmen. Einordnung: Das ist die einzige übergreifende Übersicht der Recherche, in der Koffein und Anabolika als eigene Kapitel vorkommen; sie ersetzt keine substanzspezifische Metaanalyse.

**Win et al. 2025, Nutrients [s44].** „Sweet Drinks, Sour Consequences: The Impact of Sugar-Sweetened Beverages on Sperm Health, a Narrative Review“. Erzählende Übersicht auf Basis einer gezielten Suche in PubMed, Scopus und Google Scholar; 11 Beobachtungs- und Kohortenstudien wurden eingeschlossen, Tierstudien ausgeschlossen. Die Autoren berichten durchgängig negative Assoziationen zwischen hohem Konsum zuckergesüßter Getränke und Spermienparametern (geringere Zahl und Motilität, höhere DNA-Fragmentierung) und diskutieren Mechanismen (oxidativer Stress, hormonelle Dysregulation, Stoffwechselstörungen bei Adipositas und Insulinresistenz). Zugleich benennen sie Unterschiede in Studiendesign, Expositionserfassung und Population als Grenze der Verallgemeinerbarkeit und fordern längsschnittliche Studien mit standardisierten Methoden, besonders in asiatischen Kohorten. Zahlen enthält das Abstract nicht. Schwächen: narrativ, keine Metaanalyse, keine Heterogenitätsmaße; die Schlussformulierung („beeinträchtigt die männliche Fortpflanzungsgesundheit“) ist kausaler gefasst, als Beobachtungsstudien erlauben; die Studie von Meldgaard et al. 2022 [s84] fand bei moderatem Konsum keinen klaren Zusammenhang. Einordnung: Die Übersicht bündelt konsistente Assoziationen, belegt aber keine Ursache.

**Li et al. 2023, Frontiers in Endocrinology [s66].** „The role of taurine in male reproduction: Physiology, pathology and toxicology“ (China). Übersichtsarbeit zu Taurin, einem typischen Inhaltsstoff von Energy-Drinks. Laut Abstract wird Taurin in männlichen Fortpflanzungsorganen gebildet; es fördere in Tierversuchen die Achse Hypothalamus-Hypophyse-Hoden, die Spermatogenese und die Reifung, schütze vor oxidativen und toxischen Schäden, verbessere die Mitochondrienenergie der Spermien und stabilisiere Zellmembranen. Zahlen, Dosis-Wirkungs-Angaben und Humaninterventionen enthält das Abstract nicht. Stärke: einzige Übersicht der Recherche, die Taurin direkt behandelt. Schwächen: überwiegend Tier- und In-vitro-Daten, kein Bezug zur Aufnahme über Energy-Drinks; die Autoren schreiben von potenziell schützender, nicht von schädigender Wirkung. Einordnung: Aus der Übersicht lässt sich keine Aussage über Taurin aus Getränken beim Menschen ableiten; sie spricht eher gegen eine Schädigung durch Taurin, belegt das aber nicht.

**Штерман С. В., Андреев Г. И. 2011, Пиво и напитки (Pivo i napitki) [s160].** „Энергетические напитки сегодня: за и против. Часть I“ (Energy Drinks heute: dafür und dagegen. Teil I). Russischsprachige Übersicht in einer Fachzeitschrift der Getränkeindustrie, ohne eigene Daten. Sie führt Inosit als Bestandteil von Sportnahrung an und schreibt, ein Mangel könne zu weiblicher und männlicher Unfruchtbarkeit führen, Inosit sei für die Reproduktion der Spermien nötig. Es werden keine Studien mit Spermienparametern zitiert, die dies stützen. Schwächen: Branchenzeitschrift, keine Methodik, keine Zahlen. Einordnung: Die Arbeit zeigt, wie Sportnahrungsbestandteile im russischen Fachschrifttum über physiologische Behauptungen mit Fruchtbarkeit verknüpft werden, ohne Belege.

**Штерман С. В., Андреев Г. И. 2012, Пиво и напитки (Pivo i napitki) [s157].** „Энергетические напитки сегодня: за и против. Часть II“ (Energy Drinks heute: dafür und dagegen. Teil II). Fortsetzung desselben Übersichtstextes ohne eigene Daten. Teil II erwähnt Kreatin als Zutat einzelner Energy-Drinks (in Kombination mit Ribose, mit der Aussage eines Synergieeffekts) und schreibt zu L-Carnitin, Andrologen seien der Ansicht, eine höhere Carnitinkonzentration im Blut erhöhe die Bioenergie-Reserve der Spermien; verwiesen wird auf eine Monographie. Studien mit Spermienparametern werden nicht zitiert. Schwächen und Einordnung wie bei Teil I: Behauptungen ohne Messdaten, Branchenumfeld.

### Anabolika als Begleit- und Beimischungsproblem

Anabole Steroide sind keine Sportnahrung. Sie werden hier geführt, weil sie als Verunreinigung von Supplementen vorkommen können [s43] und weil sie in Studien an Fitnessstudio-Besuchern ein zentraler Störfaktor sind. Die Evidenz zur Hemmung der Spermienbildung ist hier deutlich dichter als bei Sportnahrung.

**Mulawkar et al. 2023, Journal of Human Reproductive Sciences [s71].** „Use of Anabolic-Androgenic Steroids and Male Fertility: A Systematic Review and Meta-analysis“ (Mumbai, Indien, mit Beteiligung aus Edinburgh, Singapur und Nigeria). Registriert bei PROSPERO (CRD42023411294). Suche in PubMed, MEDLINE, EMBASE, Google Scholar und Web of Science; Bewertung mit der Newcastle-Ottawa-Skala. Eingeschlossen wurden Erwachsene mit supraphysiologischen Dosen für Leistung oder Aussehen. 32 Studien (12 Kohorten, 5 Fall-Kontroll-Studien, 9 Querschnittserhebungen, 6 Fallberichte), 9.371 Personen, davon 2.671 Anwender. Ergebnisse: Anwender hatten niedrigere FSH- und LH-Werte als Nichtanwender; diese blieben 3 bis 6 Monate nach dem Absetzen niedrig und unterschieden sich nach einem Jahr nicht mehr signifikant. Das Gesamttestosteron war zu Beginn sowie nach 3 und 6 Monaten vergleichbar, nach einem Jahr jedoch bei Anwendern niedriger. Die Spermienkonzentration war bei Anwendern und Nichtanwendern ähnlich, die Motilität bei Anwendern niedriger; das Hodenvolumen war kleiner. Die erektile Funktion verbesserte sich während der Anwendung, beim Absetzen sanken Libido und Erektionsfähigkeit. Konfidenzintervalle und I² nennt das Abstract nicht; die Autoren sprechen qualitativ von „high heterogeneity“. Stärken: breite Einschlusskriterien, hormonelle und Samenendpunkte, Hodenvolumen. Schwächen: kleine Stichproben der meisten Primärstudien, Polypharmazie, fehlende Dosisangaben, hohe Heterogenität, Einschluss von Fallberichten neben Kohorten; ob sie gepoolt wurden, sagt das Abstract nicht. Die Schlussfolgerung der Autoren lautet, Anwendung sei für die Spermienmotilität nachteilig und habe einen teilweise reversiblen negativen Einfluss auf die männliche Fertilität. Einordnung: Das ist die einzige Metaanalyse der Recherche, in der Männer aus dem Kraftsportumfeld die Exposition bilden; sie betrifft aber Steroide, nicht Kreatin oder Proteinpulver. Auffällig und im Abstract nicht erklärt ist die ähnliche Spermienkonzentration bei gleichzeitig niedrigerer Motilität.

**Rajmil und Moreno-Sepulveda 2024, Actas Urológicas Españolas [s57].** „Recovery of spermatogenesis after androgenic anabolic steroids abuse in men. A systematic review of the literature“ (Barcelona, Spanien, und Viña del Mar, Chile; erschienen auf Englisch und Spanisch). Systematische Übersicht nach PRISMA zu Protokollen zur Wiederherstellung der Spermienbildung nach Steroidmissbrauch; es gingen 13 Studien ein, die verschiedene Protokolle verglichen. Der Abstract nennt als Wirkstoffgruppen mit beschriebener Wiederherstellung injizierbare Gonadotropine, selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren und Aromatasehemmer, deren Anwendung in der Literatur aber „schlecht beschrieben“ sei. Steroidbedingte Infertilität könne reversibel sein, die Normalisierung der Spermienbildung könne aber über ein Jahr dauern. Zahlenwerte, Effektschätzer und Heterogenitätsmaße enthält das Abstract nicht. Schwächen: keine Metaanalyse, keine Angaben zur Studienqualität im Abstract, heterogene Protokolle. Das ist eine Inhaltsangabe der Übersicht, keine Empfehlung dieses Kapitels.

**Vilar Neto et al. 2021, Andrologia [s99].** „Anabolic androgenic steroid-induced hypogonadism, a reversible condition in male individuals? A systematic review“. Systematische Übersicht von Fallberichten; 179 Fälle von Steroidgebrauch, davon 168 mit gesichertem steroidbedingtem Hypogonadismus. Nur bei 38 war der Verlauf vollständig bekannt, und davon war er bei lediglich vier (zwei davon mit Arzneimitteltherapie) vollständig reversibel. Die Autoren schließen, steroidbedingter Hypogonadismus sei ein unterschätztes Problem. Schwächen: Fallberichte unterliegen einer Berichtsauswahl (auffällige Verläufe werden eher publiziert); vollständige Verlaufsdaten lagen nur bei etwa einem Fünftel der Fälle vor; keine Heterogenitätsmaße. Einordnung: Die Aussage zur geringen Reversibilität steht im Spannungsverhältnis zu den Kohortenbefunden (teilweise Normalisierung nach einem Jahr, vgl. [s71] und die HAARLEM-Studie [s98]), und der Unterschied lässt sich durch die Auswahl der Fälle erklären.

**Majzoub und Canguven 2026, International Journal of Impotence Research [s22].** „Health consequences of anabolic steroids: a sexual-medicine perspective“ (Doha, Katar). Erzählende Übersicht ohne eigene Daten. Sie beschreibt aus sexualmedizinischer Sicht, dass sich die hormonellen Werte nach Absetzen häufig früher normalisieren als die Ejakulatwerte und dass bei langer oder hochdosierter Exposition die Erholung verzögert oder unvollständig sein kann. Zahlen enthält die abgerufene Zusammenfassung nicht. Stärke: Verknüpfung von Hormon-, Sexual- und Spermienbefunden. Schwäche: erzählend, keine systematische Suche erkennbar. Einordnung: Bestätigt den Befund der Metaanalyse [s71] zur Abfolge der Erholung, ohne ihn zu quantifizieren.

**Hashimi et al. 2025, Asian Journal of Andrology [s36].** „Clinician's guide to the management of azoospermia induced by exogenous testosterone or anabolic-androgenic steroids“ (Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, und Innsbruck, Österreich). Klinischer Leitfaden ohne eigene Daten. Die Autoren betonen, dass es kaum kontrollierte Langzeitstudien gibt, und stützen ihre Darstellung auf die verfügbaren Fallserien und Beobachtungsstudien. Das ist eine Beschreibung des Dokuments, keine Behandlungsempfehlung dieses Kapitels. Schwächen: Expertenmeinung, keine Methodik einer systematischen Übersicht. Einordnung: Das Dokument zeigt vor allem die dünne kontrollierte Datenlage.

**Wenbo und Yan 2023, Journal of Multidisciplinary Healthcare [s72].** „The Uses of Anabolic Androgenic Steroids Among Athletes; Its Positive and Negative Aspects- A Literature Review“ (China). Literaturübersicht. Laut Abstract ist der Gebrauch unter Athleten und Jugendlichen weit verbreitet; Komplikationen betreffen kardiovaskuläre Pathologien mit verändertem Lipidprofil, Herzhypertrophie, Hypogonadismus nach Absetzen, testikuläre Dysfunktion, Akne, Gynäkomastie und neuropsychiatrische Störungen; die WADA verbietet die Substanzen. Zahlen, Samenparameter und Häufigkeiten enthält das Abstract nicht; die Spermienqualität wird nur über den Begriff „testikuläre Dysfunktion“ berührt. Schwäche: kein quantitatives Ergebnis. Einordnung: allgemeine Hintergrundarbeit.

**Lykhonosov und Babenko 2019, Проблемы эндокринологии (Problemy endokrinologii) [s121].** „Распространенность использования андрогенных анаболических стероидов, их влияние на систему гипофиз-гонады у мужчин и возможности репродуктивной реабилитации“ (Verbreitung der Anwendung androgener anabolischer Steroide, ihr Einfluss auf die Hypophysen-Gonaden-Achse bei Männern und Möglichkeiten der reproduktiven Rehabilitation). Erzählende Übersicht aus Sankt Petersburg ohne eigene Daten, begleitend zu den Befragungs- und Verlaufsstudien derselben Gruppe [s120, s110]. Sie fasst Verbreitung, Wirkung auf die Hypophysen-Gonaden-Achse und Möglichkeiten der reproduktiven Rehabilitation zusammen. Zahlen aus dem Abstract liegen nicht vor, die Aussagen sind qualitativ. Schwächen: narrativ, im Abstract keine Methodik; die Gruppe ist zugleich Autorin der Primärstudien, auf die sie sich stützt. Einordnung: Übersichtscharakter, kein neuer Befund.

### Training als Störfaktor

Supplementnutzer trainieren meist intensiv. Die folgenden Übersichten betreffen das Training selbst; Supplemente werden darin in der Regel nicht erfasst.

**Ibañez-Perez et al. 2019, Archives of Gynecology and Obstetrics [s117].** „An update on the implication of physical activity on semen quality: a systematic review and meta-analysis“ (Leioa und Barakaldo, Spanien). Systematische Übersicht mit Metaanalyse; 32 Arbeiten, davon 20 zu allgemeiner körperlicher Aktivität und 17 zu einzelnen Sportarten (Überschneidung möglich, da einzelne Arbeiten beides betrachten). Betrachtete Parameter: Volumen, Konzentration, Gesamtzahl, progressive und Gesamtmotilität, Gesamtzahl beweglicher Spermien, Morphologie, Konzentration beweglicher Spermien. Ergebnisse laut Abstract: Meist keine großen Effekte körperlicher Aktivität; Freizeitsport könnte Konzentration oder progressive Motilität begünstigen, Leistungssport könnte einzelne Parameter wie die progressive Motilität verschlechtern, bei Radfahren wird ein negativer Effekt auf die Konzentration vermutet. Im Abstract stehen keine gepoolten Effektschätzer und keine Heterogenitätsmaße. Schwächen: Der Abstract belegt nicht, welche Teile quantitativ gepoolt wurden; Querschnitts- und Interventionsstudien sind gemischt. Einordnung: Training ist eine eigenständige Einflussgröße; in Studien an Kraftsportlern ist sie vom Supplementgebrauch kaum zu trennen.

**Aerts et al. 2024, Sports Medicine - Open [s45].** „The Effect of Endurance Exercise on Semen Quality in Male Athletes: A Systematic Review“ (Leuven, Belgien). Registrierung PROSPERO CRD42022336753; Suche in MEDLINE, Embase, SPORTDiscus, CENTRAL, ClinicalTrials.gov und ICTRP bis 28. Mai 2022; Bewertung mit dem JBI-Instrument. Eingeschlossen wurden gesunde Männer, Kinderwunschpatienten ausgeschlossen. 13 Studien mit 280 Personen (acht Läufer-, drei Radfahrer-, vier Triathleten-Berichte; Überschneidungen sind möglich). Vier Studien fanden keine signifikanten Veränderungen, fünf signifikante, aber klinisch nicht relevante Veränderungen (Parameter blieben deutlich über den WHO-Grenzen), vier berichteten eine Abnahme mit möglicher klinischer Bedeutung (weniger morphologisch normale Spermien bei Radfahrern und Triathleten, mehr DNA-Fragmentierung bei Triathleten). Die Autoren schließen, Ausdauertraining könne die Samenqualität negativ beeinflussen, selten mit klinischer Relevanz, die Evidenz sei begrenzt und die Studienqualität schlecht. Keine Metaanalyse, kein I². Stärken: Registrierung, Ausschluss von Kinderwunschpatienten, mehrere Datenbanken und Register. Schwächen: schlechte Qualität der Primärstudien, kleine Fallzahlen, Auswahl von Ausdauersportlern, nicht Kraftsportlern. Einordnung: Hinweis auf mögliche, aber meist klinisch kleine Effekte von Ausdauertraining.

**Greco et al. 2025, Journal of Clinical Medicine [s35].** „The Influence of an Intense Training Regime in Professional and Non-Professional Athletes on Semen Parameters: A Systematic Review“ (Catanzaro, Rom und Verona, Italien). Suche im April 2024 in PubMed, Scopus und Web of Science; Qualitätsbewertung mit den NHLBI-Instrumenten durch drei Autoren. Vier Studien mit 156 Teilnehmern. 16 Wochen intensives Radtraining führten zu einer signifikanten Abnahme von Volumen, Konzentration, Motilität und Morphologie, mit Rückkehr zu den Ausgangswerten nach mindestens einer Woche Pause (ausgenommen Morphologie und Konzentration). Bei Sportlern mit Varikozele verbesserten sich Konzentration und Motilität nach sechs Monaten Trainingspause. Zusätzlich wurden DNA-Fragmentierung, mehr Rundzellen und viele aktive Makrophagen beschrieben. Die Autoren schließen, intensives Training könne die Samenparameter verschlechtern, die Sicherheit der Evidenz sei jedoch sehr niedrig. Kein I², keine Metaanalyse. Schwächen: nur vier Studien, sehr kleine Gesamtzahl, Mischung heterogener Sportarten, der Satz zu 30 Tagen Pause im Abstract ist nicht eindeutig belegt. Einordnung: sehr geringe Evidenzsicherheit.

**Lam et al. 2026, Journal of Global Health [s18].** „Exercise intervention improves fertility outcomes in females and males: an umbrella review of meta-analyses“ (Hongkong). Umbrella-Review von Metaanalysen randomisierter Studien; PROSPERO CRD42025638675; sechs Datenbanken bis 24. November 2025; Bewertung mit AMSTAR 2, ROBIS und GRADE; Überlappung der Primärstudien über Zitationsmatrizen gesteuert. 13 Metaanalysen mit 24.470 Frauen und 8.068 Männern. Bei Männern war Bewegung mit besserer Konzentration, Morphologie, Spermienzahl und Samenvolumen und mit einer höheren Schwangerschaftsrate der Partnerinnen verbunden. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz reichte von hoch bis sehr niedrig, überwiegend niedrig oder sehr niedrig; Heterogenität der Populationen und Interventionsbestandteile begrenzt die Aussagekraft. Zahlenwerte stehen im Abstract nicht. Stärken: höchste Evidenzebene, registriert, GRADE. Schwächen: keine Effektgrößen im Abstract; überwiegend niedrige Sicherheit; Heterogenität nur qualitativ. Einordnung: Moderate Bewegung ist, wo untersucht, mit besseren Samenparametern verbunden; extremes Leistungstraining ist nicht Gegenstand.

**Chen et al. 2025, Asian Journal of Andrology [s33].** „Impact of physical activity on semen quality: a review of current evidence“ (China). Erzählende Übersicht; Suche in PubMed, Web of Science und Google Scholar. Das Abstract stellt fest, es gebe keinen Konsens über Art und Intensität der Bewegung, weil Populationen (gesund oder unfruchtbar) und Studientypen (beobachtend oder Interventionen) verschieden seien; beschrieben werden Mechanismen über Hormonregulation, oxidativen Stress und Entzündungsfaktoren. Zahlen fehlen. Stärke: ordnet die Studien nach Design. Schwäche: kein quantitatives Ergebnis, keine Angaben zu Supplementen. Einordnung: Hintergrund zur Uneinheitlichkeit der Trainingsliteratur.

### Ernährungsmuster, Antioxidantien und weitere Einzelsupplemente

Die folgenden Arbeiten betreffen Nahrung und Supplemente allgemein. Sie sind keine Studien an Kraftsportlern; Antioxidantien-Übersichten beziehen sich auf Männer mit Fruchtbarkeitsproblemen und lassen sich nicht auf gesunde Sportler übertragen.

**Salas-Huetos, Bulló und Salas-Salvadó 2017, Human Reproduction Update [s138].** „Dietary patterns, foods and nutrients in male fertility parameters and fecundability: a systematic review of observational studies“ (Reus, Spanien). Systematische Übersicht nach PRISMA, Suche bis November 2016; eingeschlossen wurden Querschnitts-, Fall-Kontroll- und Kohortenstudien mit klar definierten fertilen und infertilen Männern; Studien mit niedriger Qualität, RCTs, Tierstudien und Übersichten wurden ausgeschlossen. Von 1.944 Artikeln gingen 35 in die qualitative Analyse ein. Gesunde Ernährungsmuster, reich an Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien (Vitamin E, Vitamin C, Beta-Carotin, Selen, Zink, Kryptoxanthin, Lycopin), Vitamin D und Folat und arm an gesättigten und Transfettsäuren, waren invers mit niedriger Samenqualität assoziiert. Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel, Getreide, Gemüse, Obst, fettarme Milchprodukte und Magermilch waren mit mehreren Spermienparametern positiv assoziiert, verarbeitetes Fleisch, Soja, Kartoffeln, fettreiche Milchprodukte, Käse, Kaffee, Alkohol, zuckergesüßte Getränke und Süßigkeiten in einzelnen Studien nachteilig. Für die Fekundabilität wird eine hohe Zufuhr von Alkohol, Koffein, rotem und verarbeitetem Fleisch durch den Mann als nachteilig beschrieben. Proteinpulver sind im Abstract nicht gesondert aufgeführt. Keine gepoolten Schätzer, kein I². Stärken: erste systematische Übersicht zu Beobachtungsstudien in diesem Feld, Qualitätsbewertung. Schwächen: heterogene Expositionserfassung, nur Assoziationen; die Autoren betonen selbst, Beobachtungsstudien könnten keine Kausalität zeigen. Einordnung: Der Wert liegt in der Ordnung des Feldes; die Verbindungen zu Sportnahrung sind indirekt.

**Cao et al. 2022, Asian Journal of Andrology [s77].** „The effect of healthy dietary patterns on male semen quality: a systematic review and meta-analysis“ (China). Suche in Embase, Web of Science und PubMed am 21. August 2021. Eingeschlossen wurden sechs Querschnittsstudien mit zusammen 1.244 Teilnehmern (Mittelmeerkost, DASH, „prudent diet“). Hohe gegenüber niedriger Adhärenz: Spermienkonzentration plus 6,88 Millionen pro Milliliter (95-%-KI 1,26 bis 12,49; P < 0,05), Gesamtspermienzahl plus 16,70 Millionen (2,37 bis 31,03; P < 0,05), progressive Motilität plus 5,85 Prozentpunkte (2,59 bis 9,12; P < 0,01). Stärken: feste Suchstichtage, drei Datenbanken. Schwächen: nur sechs Querschnittsstudien, kleine Gesamtzahl, untere Konfidenzgrenzen nahe null, Heterogenität (I²) im abgerufenen Abstract nicht berichtet; die Autoren mahnen selbst zur Vorsicht. Einordnung: Gesunde Ernährungsmuster gehen mit etwas besseren Samenparametern einher; es sind Querschnittsdaten, kein Kausalbeleg.

**Salas-Huetos et al. 2018, Advances in Nutrition [s129].** „The Effect of Nutrients and Dietary Supplements on Sperm Quality Parameters: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Clinical Trials“ (Reus, Spanien). Registrierung PROSPERO CRD42017058380; Suche in MEDLINE-PubMed. 28 Arbeiten gingen in die qualitative und 15 in die quantitative Analyse ein. Mittlere Differenzen der Spermienkonzentration (Millionen pro Milliliter, 95-%-KI): Selen 3,91 (3,08 bis 4,73), Zink 1,48 (0,69 bis 2,27), Omega-3-Fettsäuren 10,98 (10,25 bis 11,72), Coenzym Q10 5,93 (5,36 bis 6,51). Gesamtspermienzahl (Millionen): Omega-3 18,70 (16,89 bis 20,51), Coenzym Q10 10,15 (8,34 bis 11,97). Gesamtmotilität (Prozentpunkte): Selen 3,30 (2,95 bis 3,65), Zink 7,03 (6,03 bis 8,03), Omega-3 7,55 (7,09 bis 8,01), Coenzym Q10 5,30 (4,98 bis 5,62), Carnitine 7,84 (6,54 bis 9,13). Progressive Motilität: nur Carnitine, 7,45 (6,24 bis 8,67). Morphologie: Selen 1,87 (1,50 bis 2,24), Omega-3 0,91 (0,69 bis 1,13), Coenzym Q10 1,06 (0,72 bis 1,41), Carnitine 4,91 (3,68 bis 6,15). Die Autoren mahnen wegen kleiner Stichproben und erheblicher Heterogenität zwischen den Studien zur Vorsicht; ein I² nennt das Abstract nicht. Auffällig sind die sehr engen Konfidenzintervalle bei wenigen kleinen Studien; der Abstract erklärt das nicht (Beobachtung am Text, keine Bewertung). Stärken: nur randomisierte Studien, registriert. Schwächen: nur eine Datenbank, kleine Studien, erhebliche Heterogenität. Einordnung: betrifft Männer mit Fruchtbarkeitsfragen bzw. Probanden kleiner RCTs, keine Sportnahrung; Carnitin ist allerdings auch ein Sportsupplement.

**de Ligny et al. 2022, Cochrane Database of Systematic Reviews [s80].** „Antioxidants for male subfertility“. Cochrane-Review; Suche in Cochrane-Register, CENTRAL, MEDLINE, Embase, PsycINFO, AMED und zwei Studienregistern am 15. Februar 2021. Eingeschlossen wurden RCTs zu oralen Antioxidantien gegenüber Placebo, keiner Behandlung oder anderen Antioxidantien bei subfertilen Männern in Kinderwunschkliniken. 90 Studien mit 10.303 Männern (18 bis 65 Jahre), 20 verschiedene Antioxidantien; 67 Studien gingen in die Metaanalysen ein, von denen nur 20 klinische Schwangerschaft und 12 Lebendgeburt berichteten. Primärer Endpunkt war die Lebendgeburt. Ergebnisse: Lebendgeburt OR 1,43 (95-%-KI 1,07 bis 1,91; P = 0,02; 12 RCTs, 1.283 Männer; I² = 44 %; sehr niedrige Sicherheit); ohne Studien mit hohem Verzerrungsrisiko Peto-OR 1,22 (0,85 bis 1,75; 8 RCTs, 827 Männer; P = 0,27); klinische Schwangerschaft OR 1,89 (1,45 bis 2,47; 20 RCTs, 1.706 Männer; I² = 3 %); Fehlgeburt OR 1,46 (0,75 bis 2,83; 6 RCTs, 664 Männer); leichte gastrointestinale Beschwerden OR 2,70 (1,46 bis 4,99; 16 RCTs, 1.355 Männer). Die Evidenz war von „niedriger“ bis „sehr niedriger“ Sicherheit; Hauptgründe waren schlechte Berichterstattung, hohe Ausfälle und kleine Studien. Stärken: Cochrane-Methodik, große Gesamtzahl, getrennte Betrachtung von Studien mit hohem Verzerrungsrisiko. Schwächen: Heterogene Präparate und Dosierungen, wenige Studien mit klinischen Endpunkten, Wirkung verschwindet bei Ausschluss verzerrter Studien. Einordnung: Das Ergebnis ist nicht schlüssig; es betrifft subfertile Männer, nicht Sportnahrung.

**Niu et al. 2025, Reproductive Sciences [s41].** „Effects of Carnitine and Coenzyme Q10 on Sperm Quality and Pregnancy Rates in Men with Unexplained Infertility: A Systematic Review and Network Meta-Analysis“ (China). Netzwerk-Metaanalyse mit Suche in Cochrane Library, Embase, Web of Science und PubMed; 16 Studien. Zielgrößen: Konzentration, progressive Motilität, normale Morphologie, Schwangerschaftsrate. L-Carnitin, Coenzym Q10 und L-Carnitin plus Acetyl-L-Carnitin verbesserten die Spermienqualität gegenüber Placebo; Coenzym Q10 brachte den größten Zuwachs der Konzentration (SMD 2,98; 95-%-KI 1,13 bis 7,87), L-Carnitin den größten Zuwachs der progressiven Motilität (SMD 4,19; 1,60 bis 10,95). Heterogenitätsmaße nennt das Abstract nicht. Stärken: Vergleich mehrerer Präparate in einem Netzwerk. Schwächen: Sehr große standardisierte Effekte mit sehr breiten Konfidenzintervallen (Hinweis auf Unsicherheit; Ursache im Abstract nicht ausgeführt); kleine Studien an Männern mit unerklärter Unfruchtbarkeit; keine Aussage zu gesunden Sportlern. Einordnung: Hinweis auf Verbesserungen bei Subfertilen, aber unsicher.

**Yang et al. 2026, Frontiers in Nutrition [s29].** „Effects of oral fenugreek-derived preparations on testosterone-related outcomes in adult men: a systematic review and meta-analysis of randomized placebo-controlled trials“ (Chengdu, China). PROSPERO CRD420261364708; Suche in fünf Datenbanken und zwei Registern bis 11. Mai 2026; RoB 2 und GRADE; Random-Effects-Modelle mit REML. 13 Studien, davon acht mit Daten zur Testosteronachse. Gesamttestosteron (sechs Studien): SMD 0,25 (95-%-KI 0,02 bis 0,48; P = 0,037; I² = 0 %, P = 0,578). Freies Testosteron (fünf Studien): SMD 0,08 (−0,48 bis 0,63; P = 0,725; I² = 66,7 %, P = 0,023). Elf Studien mit „einigen Bedenken“, zwei mit hohem Verzerrungsrisiko, keine mit niedrigem; Sicherheit der Evidenz für beide Hauptzielgrößen sehr niedrig. Fenugreek (Testofen) wird als Mittel zur Steigerung von Testosteron und Leistung vermarktet. Das Fazit lautet, die Evidenz stütze keine klinischen oder kommerziellen Testosteron-steigernden Werbeaussagen. Stärken: registriert, Risiko- und Sicherheitsbewertung, I² für beide Hauptendpunkte berichtet. Schwächen: Samenparameter sind keine Zielgröße; kleine Effekte; sehr niedrige Sicherheit. Einordnung: Für die Spermienqualität ergibt sich nichts direkt; die Arbeit ist ein Beispiel dafür, wie schwach die Wirksamkeitsbelege vermarkteter Sportsupplemente sein können.

**Wang et al. 2026, Asian Journal of Andrology [s28].** „Current risk factors for male infertility and semen parameters: an umbrella review of systematic reviews and meta-analyses“ (China). Suche in Web of Science, MEDLINE und Embase von Januar 2000 bis Februar 2025; 43 Studien mit 67 Risikofaktoren; 249 Effektgrößen wurden einzeln mit GRADE bewertet: 136 (54,6 %) als „sehr niedrig“, 59 (23,7 %) als „niedrig“, 54 (21,7 %) als „moderat“. Mit schlechterer Samenqualität verbunden waren unter anderem Adipositas, Schlafstörungen und Rauchen, Schadstoffe (Schwefelkohlenstoff, Organophosphate, Blei), bestimmte Medikamente und einzelne Virusinfektionen; regelmäßige körperliche Bewegung, Nusskonsum und eine gesunde Ernährungsweise könnten diesen Prozess umkehren. Die Autoren betonen, dass für einige Faktoren die Kausalität nicht belegt ist. Kreatin, Whey und Energy-Drinks werden im Abstract nicht genannt; dass sie in der Liste von 67 Faktoren nicht auftauchen, deutet darauf hin, dass sie in den eingeschlossenen Metaanalysen nicht als eigener Faktor vorkamen, ist aber nur aus dem Abstract erschlossen. Stärken: breiter Überblick, GRADE-Bewertung jeder Effektgröße. Schwächen: Mehr als die Hälfte der Effektgrößen mit sehr niedriger Sicherheit; keine Angabe zu Überlappung und Heterogenität im Abstract. Einordnung: Die Arbeit zeigt, welche Faktoren die Fachwelt bisher in Metaanalysen untersucht hat; Sportnahrung gehört offenbar nicht dazu.

**Mateus et al. 2023, Journal of Clinical Medicine [s69].** „L-Carnitine and Male Fertility: Is Supplementation Beneficial?“. Erzählende Übersicht. L-Carnitin werde von Leistungssportlern genutzt; die Evidenz spreche dafür, dass es die Fruchtbarkeit selbst bei 2 g pro Tag positiv beeinflussen könne (Spermienparameter, Hormone, oxidativer Stress); Mechanismen und optimale Dosis seien offen. Zahlen enthält der Abstract nicht. Schwächen: narrativ, keine Metaanalyse, keine Heterogenitätsangaben. Einordnung: stützt sich auf Studien an Männern mit Fruchtbarkeitsproblemen, nicht auf gesunde Sportler.

**Alahmar 2018, Clinical and Experimental Reproductive Medicine [s125].** „The effects of oral antioxidants on the semen of men with idiopathic oligoasthenoteratozoospermia“ (Babylon, Irak). Narrative Zusammenfassung von Studien aus den Jahren 2002 bis 2017. Die meisten waren randomisiert und zeigten Verbesserungen in mindestens einem Parameter; Dosis, Dauer und Einzel- gegenüber Kombinationsgabe sind uneinheitlich. Zahlen und Heterogenitätsmaße enthält die Zusammenfassung nicht. Schwächen: keine systematische Suche im Abstract. Einordnung: betrifft idiopathische Subfertile.

**Ayaz und Arslan 2018, Beslenme ve Diyet Dergisi [s126].** „The Role of Antioxidants in Male Infertility“ (Antioxidantien bei männlicher Infertilität; Türkei). Übersicht zu Antioxidantien in Ernährung und Supplementen. Die Autoren halten fest, dass es keine Leitlinie zu Dosis und Dauer gibt. Es liegen keine Zahlen vor. Einordnung: nur Hintergrund.

**Brody 2014, Андрология и генитальная хирургия [s153].** „Мужское бесплодие и окислительный стресс: роль диеты, образа жизни и пищевых добавок“ (Männliche Unfruchtbarkeit und oxidativer Stress: Rolle von Ernährung, Lebensstil und Nahrungsergänzungsmitteln). Russische Übersetzung einer allgemeinen Übersicht (Antioxidantien, Zink, Coenzym Q10, Carnitin, Glutathion). Sportnahrung im engeren Sinn kommt nicht vor; Koffein wird allgemein als zu begrenzen erwähnt, ohne dass an der Stelle eine Studie genannt wird. Das ist eine Inhaltsangabe. Einordnung: ohne eigene Daten, älter als die meisten anderen Arbeiten.

**Roy et al. 2026, Phytotherapy Research [s25].** „Effects of Ashwagandha on Reproductive Health: A Systematic Review of Sex-Specific Hormonal and Fertility Outcomes“. Systematische Übersicht zu einem pflanzlichen Sportsupplement; der Abstract berichtet allgemein ein Potenzial für die Sexualgesundheit, ohne Zahlen. Heterogenität und Studienzahl sind im Abstract nicht angegeben. Schwächen: kein Zahlenwert, kein Bezug zu Sportlern. Einordnung: Ashwagandha ist nur als Beispiel eines Sportsupplements mit Fruchtbarkeitsbezug aufgenommen.

**Sengupta et al. 2018, Reproductive BioMedicine Online [s130].** „Role of Withania somnifera (Ashwagandha) in the management of male infertility“. Erzählende Übersicht früherer Studien an subfertilen Männern mit Hinweisen auf Hemmung der Lipidperoxidation, höhere Spermienzahl und Motilität und Regulation der Hormone. Der Abstract enthält keine Zahlen. Schwächen: narrativ, kleine Primärstudien. Einordnung: betrifft Subfertile.

**Qin et al. 2026, Frontiers in Endocrinology [s24].** „Heat stress-mediated oxidative damage in male germ cells: potential protective effects of L-citrulline“ (Guangzhou, China). Erzählende Übersicht: Hitzestress stört die Spermatogenese über oxidativen Stress, Blut-Hoden-Schranke und Stammzellnische; L-Citrullin, eine in Sportsupplementen verbreitete Aminosäure, soll über den Arginin-Stickstoffmonoxid-Weg, mitochondriale Homöostase, Autophagie und Hemmung der Apoptose schützen. Zahlen und Humandaten nennt das Abstract nicht. Schwäche: überwiegend experimentelle Evidenz, keine Aussage zu Dosis oder Wirkung beim Menschen. Einordnung: rein mechanistisch.

**Wang et al. 2026, Journal of Multidisciplinary Healthcare [s27].** „Treatment Options for Improving The Semen Quality in Obese Men: A Scoping Review“ (Peking, China). Scoping Review mit 28 klinischen Studien aus PubMed, Web of Science und CNKI. Genannt werden bariatrische Chirurgie, Lebensstiländerung (Training, Ernährung), GLP-1-Rezeptor-Agonisten, selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren, Testosteron, Aromatasehemmer, Nahrungsergänzungsmittel und traditionelle chinesische Medizin; Kombinationen könnten vorteilhaft sein. Zahlen fehlen im Abstract. Schwächen: beschreibende Zusammenstellung ohne Effektgrößen, betrifft adipöse Männer. Einordnung: keine Wirksamkeitsaussage; die Aufzählung ist eine Inhaltsangabe.

**Huang 2026, Frontiers in Nutrition [s14].** „Ultra-processed food intake and male reproductive function: a mini-review“ (China). Mini-Übersicht über Fall-Kontroll-, Querschnitts-, prospektive und kurze kontrollierte Fütterungsstudien. Überwiegend ungünstige Zusammenhänge, am konsistentesten für niedrigere Konzentration und Motilität; Morphologie und Volumen uneinheitlich; prospektive Daten verknüpfen höheren väterlichen Verzehr mit geringerer Fekundabilität und mehr Subfertilität; eine kontrollierte Fütterungsstudie zeigte kurzfristige Änderungen von Hormonen, Spermienfunktion und kardiometabolischen Markern. Zahlen enthält das Abstract nicht; die Autorin nennt die Befunde selbst „suggestiv statt kausal“. Stärke: benennt die Vermengung mit der Gesamtqualität der Kost. Schwäche: narrativ. Einordnung: Ob Proteinriegel und Pulver als ultraverarbeitet gelten, ist nicht ausgeführt; der Bezug zu Sportnahrung ist eine Hypothese.

**Methorst et al. 2023, Progrès en Urologie [s70].** „Infertilité masculine, environnement et mode de vie“ (Männliche Unfruchtbarkeit, Umwelt und Lebensstil; Französische Urologenvereinigung). Erzählende Übersicht mit Suche in englischer und französischer Literatur bis Juli 2023. Veränderungen von Schlaf, Bewegung, Ernährung, Tabak, Drogen und Anabolika hätten einen belegten Einfluss auf das Spermiogramm. Der Abstract enthält keine Zahlen. Schwächen: narrativ, ohne Effektgrößen. Einordnung: bezieht Anabolika als Lebensstilfaktor ein; Kreatin, Proteinpulver und Energy-Drinks werden im Abstract nicht genannt.

**Schuppe und Köhn 2022, Die Urologie [s87].** „Einfluss von Lebensstil- und Umweltfaktoren auf die männliche Fortpflanzungsgesundheit“ (deutschsprachig). Erzählende Übersicht. Die Autoren halten fest, dass die Informationen zu einzelnen Faktoren beim Menschen begrenzt sind und die Extrapolation aus Tier- und In-vitro-Daten schwierig ist. Zahlen enthält der Abstract nicht; Sportnahrung wird im Abstract nicht erwähnt. Einordnung: Die Arbeit ist die einzige deutschsprachige Übersichtsarbeit der Recherche zu Lebensstil und Fortpflanzungsgesundheit.

**Oliver Bonet und Mach 2016, Nutrición Hospitalaria [s140].** „Factores nutricionales y no nutricionales pueden afectar la fertilidad masculina mediante mecanismos epigenéticos“ (Ernährungsbedingte und nicht ernährungsbedingte Faktoren können die männliche Fruchtbarkeit über epigenetische Mechanismen beeinflussen; Spanien). Erzählende Übersicht zu Ernährung und Epigenetik. Der Abstract enthält keine Aussage zu Sportnahrung und keine Zahlen. Einordnung: Hintergrund.

**Benatta et al. 2020, Archivio Italiano di Urologia e Andrologia [s103].** „The impact of nutrition and lifestyle on male fertility“ (italienische Zeitschrift, englischer Text). Systematische Übersicht; der Abstract erwähnt eine höhere Aufnahme von rotem, verarbeitetem Fleisch, Innereien und fettreichen Milchprodukten bei schlechteren Spermienparametern. Zahlen und Heterogenität werden im Abstract nicht berichtet. Einordnung: Ernährung im Allgemeinen; Sportnahrung ist kein Thema.

**Gérard 2023, Abschlussarbeit (Pharmazie), Université de Lorraine, HAL [s62].** „Habitudes de vie et nutrition des pères : impacts sur la fertilité et la descendance“ (Lebensgewohnheiten und Ernährung der Väter: Auswirkungen auf Fruchtbarkeit und Nachkommen). Narrative Literaturarbeit; nur der Abstract wurde abgerufen. Behandelt Lebensgewohnheiten, Ernährung und die Reversibilität schlechter Hygienegewohnheiten; es liegen keine Zahlen vor. Schwächen: nicht begutachtete Abschlussarbeit. Einordnung: allenfalls Hintergrund.

## Studienlage: Beobachtungsstudien

Dieser Abschnitt umfasst alle Arbeiten der Recherche, in denen Menschen beobachtet, aber nicht zu einer Intervention zugeteilt wurden: Querschnitts-, Kohorten- und Fall-Kontroll-Studien, Mendelsche Randomisierung, einarmige Vorher-nachher-Beobachtungen, klinische Verlaufsserien, Fragebogenerhebungen und Laboruntersuchungen an Ejakulat ohne Eingriff. Er ist nach Exposition geordnet: Proteinpulver und Kreatin, zuckergesüßte Getränke und Energy-Drinks, Koffein, Muskelaufbaupräparate und Hodenkrebs, anabole Steroide, Nahrungsproteine, Milch und Fleisch, Ernährungsmuster, Bewegung und schließlich die Biomarkerstudien zu Carnitin. Ein Grundproblem aller Studien dieser Klasse gilt durchgängig und wird deshalb nicht bei jeder Arbeit wiederholt: Assoziationen sind keine Wirkungen, Störfaktoren (Gesamternährung, Training, Gewicht, Schlaf, Steroidgebrauch) lassen sich nie vollständig bereinigen, und die Exposition beruht meist auf Selbstauskunft.

### Proteinpulver und Kreatin

Für Proteinpulver gibt es zwei Beobachtungsstudien am Menschen, für Kreatin keine mit Samenanalyse nach Einnahme von Kreatinpulver.

**Tøttenborg et al. 2020, Fertility and Sterility [s113].** „Semen quality among young healthy men taking protein supplements“ (Dänemark; Kopenhagen und Aarhus). Querschnittsstudie in der Kohorte „Fetal Programming of Semen Quality“ (FEPOS), einer Teilstichprobe von 778 jungen Männern, deren Mütter 1996 bis 2002 in die Dänische Nationale Geburtskohorte eingeschlossen waren. Samenproben wurden von April 2017 bis März 2019 gewonnen. Exposition: selbstberichteter Gebrauch von Proteinpulver; 28 % nutzten es aktuell, 24 % früher. Zielgrößen: Ejakulatvolumen, Spermienkonzentration, Gesamtspermienzahl, Anteile progressiv beweglicher, nichtprogressiv beweglicher und unbeweglicher Spermien sowie der Anteil morphologisch normaler Spermien. Auswertung: negative Binomialregression (beste Anpassung unter den geprüften Modellen), Ergebnisse als prozentuale Differenz mit 95-%-Konfidenzintervall gegenüber Nie-Nutzern, getrennt für frühere und aktuelle Nutzer; angepasst wurde an Lebensstilfaktoren einschließlich Training, Body-Mass-Index und Gebrauch anaboler Steroide sowie an mütterliche und väterliche Faktoren. Ergebnis laut Abstract: Proteinpulvergebrauch war weder in rohen noch in adjustierten Analysen mit geringerem Ejakulatvolumen, geringerer Konzentration, Gesamtzahl, schlechterer Morphologie oder Motilität verbunden. Prozentdifferenzen und Konfidenzintervalle stehen im Abstract nicht, daher können sie hier nicht wiedergegeben werden. Eine Sekundärquelle [s86] nennt für aktuelle gegenüber Nie-Nutzern höhere Mittelwerte von Konzentration und Gesamtzahl (42 gegenüber 36 Millionen pro Milliliter; 108 gegenüber 90 Millionen); ob roh oder adjustiert, bleibt offen. Die Autoren regen eine Wiederholung an, weil selbst ein kleiner schädlicher Effekt bei der Verbreitung der Produkte auf Bevölkerungsebene groß wäre. Stärken: große Stichprobe junger, nicht nach Fruchtbarkeit ausgewählter Männer; standardisierte Samenanalyse; Anpassung an Anabolikagebrauch, einen wichtigen Störfaktor. Schwächen: Querschnitt; Exposition selbstberichtet, im Abstract ohne Produktart, Dosis oder Dauer; Teilnahmequote im Abstract nicht angegeben; kein Beleg zu Schwangerschaft oder Fertilität im Sinne eines Kinderwunschs; eine Heterogenitätsangabe entfällt (Einzelstudie). Einordnung: Die Studie ist die belastbarste Beobachtung zu Proteinpulver bei Gesunden und findet keinen Zusammenhang; sie schließt kleine Effekte und Effekte bestimmter Produkte nicht aus.

**Ketheeswaran et al. 2019, Asian Journal of Andrology [s119].** „Protein supplementation intake for bodybuilding and resistance training may impact sperm quality of subfertile men undergoing fertility treatment: a pilot study“ (Skive, Dänemark). Prospektive Vorher-nachher-Beobachtung ohne Kontrollgruppe (Pilotstudie im Briefformat) an 20 subfertilen Männern der Fertilitätsklinik Skive, 2014 bis 2016. Einschluss: Spermienkonzentration unter 15 Millionen pro Milliliter, regelmäßiger Proteinpulvergebrauch für Bodybuilding (mehr als zweimal pro Woche seit über drei Monaten), Nichtraucher, Alkohol unter 14 Einheiten pro Woche, keine Varikozele. Mittleres Alter 32,2 Jahre (SD 5,1), mittlerer BMI 25,8 kg/m² (SD 9,2). Die Produkte bestanden laut Deklaration überwiegend aus Whey. Alle 20 beendeten den Gebrauch; die Karenzzeit bis zur Folgeprobe betrug 2 bis 16 Monate (Median 4,5; Interquartilsabstand 2,0 bis 8,5). Ergebnisse: Die mediane Spermienkonzentration stieg von 1,8 Millionen pro Milliliter (IQR 0,5 bis 5,0) auf 8,9 (IQR 1,0 bis 13,0); das Verhältnis der Mediane betrug 2,6 (95-%-KI 1,1 bis 5,8; gepaarter t-Test P = 0,03; Wilcoxon P = 0,02). Die Gesamtspermienzahl stieg von median 3,1 Millionen (IQR 1,0 bis 18,5) auf 13,1 Millionen (IQR 1,8 bis 31,8), Verhältnis 2,1 (95-%-KI 0,8 bis 9,1; P = 0,14; Wilcoxon P = 0,27), also nicht signifikant. Die mediane progressive Motilität lag bei 50,0 % (IQR 33,3 bis 65,3) vor und 60,0 % (IQR 52,3 bis 69,0) nach dem Absetzen, die mediane Gesamtzahl beweglicher Spermien bei 1,6 Millionen (IQR 0,3 bis 8,1) bzw. 7,7 Millionen (IQR 0,6 bis 21,7); für beide Größen werden keine Signifikanztests berichtet. Ein Mann mit Azoospermie (Nr. 9) blieb azoosperm und wurde aus der Analyse ausgeschlossen; bei fünf von 20 Männern (25 %) sank die Konzentration leicht. Nach dem Absetzen wurden bei Paaren dieser Männer acht Lebendgeburten und vier klinische Schwangerschaften nach assistierter Reproduktion berichtet; ein Mann (Nr. 10) erreichte nach drei Monaten eine natürliche Konzeption, beim azoospermen Mann entstand eine Schwangerschaft mit Spendersamen. Diese Fallangaben sind ohne Vergleichsgruppe nicht als Effekt des Absetzens zu lesen. Stärken: erste Beobachtung dieser Art (so die Autoren); definierte Einschlusskriterien; Konfidenzintervalle für die Hauptgrößen. Schwächen: nur 20 Männer, kein Kontrollarm; Regression zur Mitte, weil alle Männer wegen eines niedrigen Ausgangswertes eingeschlossen wurden; natürliche und saisonale Schwankung der Samenparameter (die Autoren nennen sie selbst); sehr unterschiedlich lange Karenz; Spermienzählung in der Makler-Kammer statt im Standardverfahren; Expositionsangaben teils nachträglich per Telefon; Gewicht, Training und weitere Supplemente nicht kontrolliert; eine Heterogenitätsangabe entfällt (Einzelstudie). Im Text wird zudem auf zwei Untersuchungen verwiesen, nach denen nicht deklarierte anabole Steroide in Supplementen häufig seien (23 von 24 Präparaten aus Fitnessgeräte- und Online-Shops bzw. 14,8 % von 634 nichthormonellen Supplementen); diese Angaben sind Sekundärzitate, die Originalarbeiten wurden nicht abgerufen, und ob die beobachtete Veränderung mit solchen Verunreinigungen zusammenhängt, wurde nicht geprüft. Einordnung: Das Ergebnis ist ein Hinweis auf eine mögliche Besserung nach Absetzen bei bereits subfertilen Männern, aber wegen Regression zur Mitte und fehlender Kontrolle keine Wirkung von Proteinpulver. Der gegensätzliche Befund bei Gesunden [s113] ist wegen der verschiedenen Populationen und Designs nicht direkt vergleichbar.

**Nedeljkovic et al. 2025, Reproduction and Fertility [s39].** „Association between dietary creatine intake and serum biomarkers of spermatogenesis in males aged 12 years and older“ (Forschungsbrief). Querschnittsstudie auf Basis von NHANES 1999 bis 2004 mit 1.350 männlichen Teilnehmern ab 12 Jahren (Alter 37,6 ± 21,8 Jahre), für die ein Ernährungsprotokoll sowie gemessenes Inhibin B und Anti-Müller-Hormon (AMH) vorlagen. Kreatin aus der Nahrung wurde rechnerisch aus Lebensmitteln geschätzt (0,20 g/kg für Milchprodukte, 3,88 g/kg für Fleisch); Supplemente wurden ausdrücklich nicht erfasst. Mittlere Zufuhr 0,97 ± 0,87 g pro Tag; mittleres Inhibin B 135,7 ± 66,0 pg/mL, mittleres AMH 10,45 ± 13,4 ng/mL. Ergebnisse: Kreatin und Inhibin B roh B = −1,49 (P = 0,48), adjustiert für Alter, Gesamtenergie und Proteinzufuhr B = −2,20 (P = 0,40); Kreatin und AMH roh B = −0,92 (P = 0,03), adjustiert B = −0,92 (P = 0,09). Kein Unterschied in der Kreatinzufuhr zwischen Männern mit Inhibin B unter bzw. über 112 pg/mL. Konfidenzintervalle stehen in den abgerufenen Angaben nicht. Stärken: bevölkerungsbasierte, große Stichprobe. Schwächen: keine Samenanalyse, nur indirekte Hormonmarker; Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren mit Erwachsenen vermischt; Kreatinzufuhr nur aus Lebensmitteltabellen geschätzt und ohne Supplemente, daher nicht auf Kreatinpulver übertragbar; Querschnitt. Interessenkonflikte: Der letzte Autor erklärt eine Mitgliedschaft in einem wissenschaftlichen Beirat zu Kreatin (AlzChem), Patente und Forschungsgelder von Kreatinherstellern sowie die Gründung von Firmen für kreatinhaltige Produkte; die Autoren überlappen mit der Mini-Übersicht [s86] und mit der Kreatin-Pilotstudie derselben Gruppe (randomisiert, nicht Gegenstand dieses Kapitels). Einordnung: Kein Zusammenhang zwischen Nahrungskreatin und Inhibin B; für Kreatinpulver nicht aussagekräftig.

**Nasrallah et al. 2020, Clinical Laboratory [s111].** „Semen Creatine and Creatine Kinase Activity as an Indicator of Sperm Quality“ (Tunesien). Querschnitts- bzw. Fall-Kontroll-Vergleich im Samenplasma. 88 Männer: 62 aus Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch und 26 Väter; 53 normozoosperm, 35 asthenozoosperm. Kreatin wurde per GC-MS, Kreatinkinase (CK) spektrophotometrisch bestimmt. Kreatin im Samenplasma war hoch, ohne signifikanten Unterschied zwischen normozoospermen und asthenozoospermen Männern (791 ± 342 gegenüber 744 ± 422 µmol/L). CK war bei Asthenozoospermie höher (1.360 ± 1.050 gegenüber 830 ± 580 U/L; p = 0,013). Kreatin korrelierte positiv mit der progressiven Motilität (r = 0,284; p = 0,010); CK korrelierte negativ mit der Konzentration (r = −0,29; p = 0,01), der progressiven Motilität (r = −0,26; p = 0,03) und dem Anteil abnormaler Spermien (r = −0,28; p = 0,02). Stärken: objektive Messung mit zwei Methoden, Vergleichsgruppe. Schwächen: reine Zusammenhangsanalyse; Korrelationen schwach (|r| zwischen 0,26 und 0,29); mehrere Tests ohne erkennbare Korrektur für Mehrfachvergleiche; keine Angabe zu Ernährung oder Supplementen. Einordnung: Zeigt, dass das körpereigene Kreatin-/CK-System mit der Spermienfunktion zusammenhängt, sagt aber nichts über zugeführtes Kreatin.

**Ünal, Yeni, Verit und Erel 2001, Türk Üroloji Dergisi [s171].** „Correlation of sperm parameters with seminal plasma creatine phosphokinage and chlosterol levels in fertile and infertile men“ (Korrelation der Spermienparameter mit Kreatinphosphokinase und Cholesterin im Seminalplasma bei fertilen und infertilen Männern; Türkei; Titel im Original mit Schreibfehlern). Querschnitts- und Korrelationsstudie an 38 infertilen und 15 fertilen Männern (mittleres Alter 29,5 Jahre, Spanne 20 bis 39). Oligospermie war als weniger als 20 Millionen pro Milliliter definiert, Asthenospermie als weniger als 60 % Beweglichkeit, Teratospermie als weniger als 60 % normale Formen. Die Mittelwerte von CPK und Cholesterin unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht signifikant (p > 0,1); die CPK lag bei oligo- und asthenozoospermen Männern tendenziell niedriger, das Cholesterin höher. In der Gruppe der subfertilen Männer korrelierte die CPK signifikant positiv mit der Spermienzahl (r = 0,523; p = 0,005); das Cholesterin korrelierte mit der Spermienzahl bei normozoospermen subfertilen Männern (r = 0,814; p = 0,049). Stärken: früher Beitrag zum Kreatin-Stoffwechsel im Ejakulat. Schwächen: kleine Stichprobe, Mehrfachvergleiche ohne Korrektur, die zweite Korrelation stammt aus einer sehr kleinen Untergruppe und liegt knapp an der Signifikanzgrenze, keine Information zu Ernährung oder Supplementen; die Autoren weisen selbst darauf hin, dass ihr Befund früheren Berichten ohne Korrelation zwischen CPK und Spermienzahl widerspricht. Einordnung: Hintergrund zum Energiestoffwechsel, nicht zu Supplementen.

### Zuckergesüßte Getränke und Energy-Drinks

Für Energy-Drinks als eigene Exposition gibt es nur eine russische Arbeit mit Abstract ohne Zahlen. Die verwertbaren Humanbefunde betreffen zuckergesüßte Getränke (SSB, sugar-sweetened beverages) insgesamt, in denen Energy-Drinks eine Teilgruppe sind.

**Nassan et al. 2021, Human Reproduction [s95].** „Association between intake of soft drinks and testicular function in young men“. Querschnittsstudie an 2.935 jungen Männern (Median 19 Jahre), eingeschlossen 2008 bis 2017; das Studienland nennt der Abstract nicht, die Förderung stammt überwiegend von dänischen Stellen. Zufuhr von zuckergesüßten Getränken, künstlich gesüßten Getränken, Fruchtsäften und Energy-Drinks per validiertem Fragebogen; Zielgrößen waren konventionelle Samenparameter, das mit Ultraschall bestimmte Hodenvolumen und Serumhormone (Gesamt- und freies Testosteron, Östradiol, Inhibin B, LH, FSH, SHBG). Im höchsten SSB-Bereich (Median 1,1 Portionen, rund 220 mL pro Tag) lag die mediane Spermienkonzentration um 13,2 Millionen pro Milliliter niedriger als bei Nichtkonsumenten (95-%-KI −21,0 bis −5,5); Gesamtspermienzahl −28 Millionen (−48 bis −9); Inhibin B −12 pg/mL (−21 bis −4); Inhibin-B/FSH-Quotient −9 (−18 bis 0). Pro zusätzlicher Portion (rund 200 mL) täglich anstelle von Wasser: Konzentration −3,4 Millionen pro Milliliter (−5,8 bis −1,0), Inhibin B −7 pg/mL (−11 bis −3). Ein eigener Effektschätzer für Energy-Drinks steht im abgerufenen Abstract nicht. Die Autoren nennen die Querschnittsanlage als Grenze, schließen unbekannte Störfaktoren aus Lebensstil und Verhalten nicht aus und betonen, ein Rückgang der Samenparameter bedeute nicht zwingend Fruchtbarkeitsverlust. Stärken: laut Autoren größte Studie ihrer Art, zusätzlich Hormone und Ultraschall, validierter Fragebogen, Adjustierung für mehrere Störfaktoren. Schwächen: Querschnitt, Selbstauskunft; Teilnahmeselektion im Abstract nicht beschrieben; Energy-Drinks nicht getrennt ausgewiesen; eine Heterogenitätsangabe entfällt (Einzelstudie). Einordnung: konsistente inverse Assoziation für Limonaden, aber ohne Aussage zu Energy-Drinks.

**Joseph et al. 2024, Andrology [s51].** „A preconception cohort study of sugar-sweetened beverage consumption and semen quality“ (Nordamerika; Teilnehmer aus den USA). Prospektive Präkonzeptionskohorte „Pregnancy Study Online“ (PRESTO), Querschnittsanalyse der Ausgangsdaten von 690 Männern mit 1.247 Samenproben, 2015 bis 2022. SSB (Limonaden, Energy-Drinks, Sportgetränke, Fruchtsäfte) per Fragebogen; zwei Proben je Mann mit einem Heimtest-Kit. Lineare Regression (adjustierte Prozentdifferenz) und modifizierte Poisson-Regression (Risikoverhältnis für Werte unter WHO-Grenzen). Männer mit mindestens 7 SSB pro Woche gegenüber Nichtkonsumenten: Volumen −6 % (95-%-KI −13 bis 0), Konzentration −22 % (−38 bis 0), Gesamtzahl −22 % (−38 bis −2), Motilität −4 % (−10 bis 2), Gesamtzahl beweglicher Spermien −25 % (−43 bis −2). Risikoverhältnisse für Werte unter WHO-Grenzen: Konzentration ≤ 16 Millionen pro Milliliter 1,89 (1,11 bis 3,21), Gesamtzahl ≤ 39 Millionen 1,75 (0,92 bis 3,33), Motilität ≤ 42 % 1,23 (0,87 bis 1,75), Gesamtzahl beweglicher Spermien ≤ 21 Millionen 1,95 (1,12 bis 3,38). Die Zusammenhänge waren bei BMI ≥ 25 kg/m² stärker. Stärken: zwei Proben je Mann, Präkonzeptionskohorte, Adjustierung. Schwächen: Heimtest-Kit mit geringerer Genauigkeit als Laboranalyse; Selbstselektion in einer Online-Kohorte; Energy-Drinks nicht getrennt ausgewiesen; mehrere Konfidenzintervalle berühren 0 bzw. 1; die offengelegten Beziehungen einzelner Autoren zu Unternehmen betreffen nach Angabe der Autoren Arbeit außerhalb der Studie. Einordnung: Übereinstimmend mit Nassan et al. [s95], aber ebenfalls ohne Aufschlüsselung nach Energy-Drinks.

**Chiu et al. 2014, Human Reproduction [s154].** „Sugar-sweetened beverage intake in relation to semen quality and reproductive hormone levels in young men“ (University of Rochester, USA). Querschnittsstudie „Rochester Young Men's Study“ an 189 gesunden Männern von 18 bis 22 Jahren, 2009 bis 2010; Samen- und Blutproben, körperliche Untersuchung, validierter Verzehrhäufigkeitsfragebogen; lineare Regression mit Adjustierung. Männer im höchsten Quartil der SSB-Zufuhr (≥ 1,3 Portionen pro Tag) hatten 9,8 Prozentpunkte (95-%-KI 1,9 bis 17,8) niedrigere progressive Motilität als Männer im niedrigsten Quartil (< 0,2 Portionen pro Tag; P-Trend = 0,03). Der Zusammenhang war bei schlanken Männern stärker (P-Trend = 0,005) und bei übergewichtigen oder adipösen Männern nicht vorhanden (P-Trend = 0,98). Die SSB-Zufuhr war nicht mit anderen Samenparametern oder Hormonen verbunden. Stärken: gesunde junge Männer, validierter Fragebogen, Hormone. Schwächen: nur 189 Männer, nur eine Samenprobe pro Person, Querschnitt; einzelner signifikanter Befund unter vielen geprüften Parametern. Einordnung: schwacher, nicht über alle Parameter konsistenter Zusammenhang; die Autoren halten weitere Studien für nötig.

**Meldgaard et al. 2022, International Journal of Environmental Research and Public Health [s84].** „Consumption of Sugar-Sweetened or Artificially Sweetened Beverages and Semen Quality in Young Men: A Cross-Sectional Study“ (Dänemark, FEPOS-Kohorte). 1.047 junge Männer (mittleres Alter 19 Jahre), Online-Fragebogen zu Gesundheit, Verhalten und Ernährung, Samenprobe; multivariable negative Binomialregression; moderater Konsum (mindestens 3 Tage pro Woche) gegenüber seltenem (unter 3 Tagen). SSB wurden von 28 % der Teilnehmer moderat getrunken, künstlich gesüßte Getränke von 11 %. Weder SSB noch künstlich gesüßte Getränke waren deutlich mit Volumen, Konzentration, Gesamtzahl oder Gesamtmotilität verbunden. Der Anteil normal geformter Spermien lag bei moderatem Konsum künstlich gesüßter Getränke um 11 % niedriger (angepasstes Verhältnis 0,89; 95-%-KI 0,76 bis 1,04, schließt also 1 ein). Tägliche Konsumenten waren selten (SSB n = 38, künstlich gesüßt n = 15); Zusatzanalysen mit BMI, ungesunder Ernährung und Varikozele änderten wenig. Die Autoren sehen bei den untersuchten Mengen einen begrenzten Effekt. Stärken: große junge Stichprobe in derselben Kohorte wie [s113], standardisierte Methoden. Schwächen: Querschnitt, grobe Kategorien, sehr wenige tägliche Konsumenten, daher geringe Teststärke für hohe Mengen. Einordnung: In einer dänischen Kohorte kein klarer Zusammenhang bei moderatem Konsum, während die Studien mit höherem Konsum [s95, s51] Zusammenhänge fanden; Unterschiede in Expositionsdefinition und Kategorien sind plausibel, die Abstracts erlauben aber keine Auflösung.

**Chen et al. 2018, Reproductive Biology and Endocrinology [s128].** „Sugar-sweetened beverage intake and serum testosterone levels in adult males 20-39 years old in the United States“ (Guangzhou, China; Daten aus den USA). Querschnittsstudie auf Basis von NHANES 2011 bis 2012. 545 Männer von 20 bis 39 Jahren: 486 (90,4 %) mit normalem Testosteron (mindestens 231 ng/dl) und 59 mit niedrigem Testosteron (unter 231 ng/dl); die im Abstract genannten Prozentwerte (90,4 % und 9,6 %) entsprechen nicht genau den Anteilen 486 und 59 von 545, vermutlich handelt es sich um gewichtete Anteile (das Abstract sagt dazu nichts). Multivariate logistische Regression mit Adjustierung für Alter, Herkunft, Einkommen, BMI, Cotinin, starken Alkoholkonsum und körperliche Aktivität. Die Wahrscheinlichkeit für niedriges Testosteron war bei höherer SSB-Aufnahme größer (viertes Quartil, mindestens 442 kcal pro Tag, gegenüber erstem Quartil, höchstens 137 kcal pro Tag: adjustiertes OR 2,29; p = 0,041). Ein BMI von mindestens 25 kg/m² war ein unabhängiger Risikofaktor (aOR 3,68; p = 0,044). Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht. Stärken: nationale Erhebung mit standardisierten Messungen. Schwächen: Endpunkt ist Testosteron, nicht die Spermienqualität; Querschnitt; Selbstangaben zur Ernährung; knappe Signifikanz. Einordnung: Hinweis auf eine Verbindung zu niedrigem Testosteron, aber nur mit wenigen Fällen und ohne Samenanalyse.

**Akaev und Adilov 2021, Urologiia [s91].** „[The impact of energy drinks consumption on male reproductive health]“ (Der Einfluss des Energy-Drink-Konsums auf die männliche Fortpflanzungsgesundheit; Russland). Literaturanalyse plus eigene Untersuchung an 60 Patienten (22 bis 40 Jahre); nur der Abstract wurde abgerufen. Berichtet wird eine Korrelation zwischen Energy-Drink-Konsum und schlechterer Ejakulatqualität; die Autoren folgern, systematischer Konsum wirke sich negativ aus. Der Abstract enthält keine Zahlen und keine Angaben zu Design, Patientenauswahl, Expositionsdefinition oder Störfaktoren. Schwächen: nicht prüfbar; ein Vergleich mit Kontrollen ist nicht erkennbar. Einordnung: Das ist die einzige menschliche Studie der Recherche, die Energy-Drinks gezielt untersucht; ihr Beleg ist aus den verfügbaren Angaben als schwach einzustufen.

### Koffein und Kaffee

**Karmon et al. 2017, Andrology [s136].** „Male caffeine and alcohol intake in relation to semen parameters and in vitro fertilization outcomes among fertility patients“. Prospektive Kohorte (Environment and Reproductive Health Study) an 171 Männern mit 338 Samenanalysen und 205 Zyklen assistierter Reproduktion. Fragebogen mit 131 Punkten. Koffein und Alkohol waren nicht mit der Samenqualität verbunden. Koffein war negativ mit der Lebendgeburt nach assistierter Reproduktion verbunden (p-Trend < 0,01): bereinigte Lebendgeburtenrate 19 % im höchsten Quartil (≥ 272 mg pro Tag) gegenüber 55 % im niedrigsten (< 99 mg pro Tag; p < 0,01). Alkohol war positiv mit der Lebendgeburt assoziiert (p-Trend = 0,04): 61 % im höchsten (≥ 22 g pro Tag) gegenüber 28 % im niedrigsten Quartil (< 3 g pro Tag; p = 0,05). Stärken: prospektiv, Endpunkt Lebendgeburt, mehrere Samenanalysen pro Mann. Schwächen: nur Paare in Kinderwunschbehandlung; kleine Fallzahlen pro Quartil; Störfaktoren der Partnerin; die ungewöhnliche Richtung beim Alkohol bleibt ohne Erklärung. Einordnung: Kein Zusammenhang mit der Samenqualität, aber ein unerwarteter mit dem Behandlungserfolg; schlechter Beleg für Kausalität.

**Ramlau-Hansen et al. 2008, Human Reproduction [s165].** „Semen quality according to prenatal coffee and present caffeine exposure: two decades of follow-up of a pregnancy cohort“ (Dänemark). Kohorte aus einer dänischen Schwangerschaftsstudie (1984 bis 1987); 343 Söhne wurden etwa 20 Jahre später untersucht. Mütterlicher Kaffeekonsum in der Schwangerschaft zeigte einen Trend zu geringerem Ejakulatvolumen (P = 0,06), niedrigerem Testosteron (P = 0,06) und Inhibin B (P = 0,09); Söhne von Müttern mit 4 bis 7 Tassen hatten niedrigeres Testosteron als bei 0 bis 3 Tassen (P = 0,04). Der aktuelle Koffeinkonsum der Männer war nicht klar mit der Samenqualität verbunden, wohl aber ging eine hohe Zufuhr mit rund 14 % höherem Testosteron einher (P = 0,008). Die Autoren nennen die Ergebnisse tentativ. Stärken: lange Nachbeobachtung, Daten zur Exposition in der Schwangerschaft. Schwächen: Trends knapp am Signifikanzniveau, Selbstangabe, Teilnahmeverluste über 20 Jahre sind nicht beziffert. Einordnung: Eine Quelle zu pränataler Exposition; für Energy-Drinks im Erwachsenenalter nicht aussagekräftig.

**Liu et al. 2026, Archives of Medical Research [s21].** „Sleep as a Mediator: Decoding the Complex Relationship Between Coffee, Exercise, and Semen quality“ (Shenzhen, China). Querschnittsstudie an 3.302 urologisch untersuchten Männern von 18 bis 60 Jahren; Samenprobe, Körpermaße, Lebensstilfragebogen; multiple lineare Regression und Mediationsmodelle. Wer keinen Kaffee trank, hatte eine höhere Gesamtmotilität und progressive Motilität und eine niedrigere Immotilitätsrate. Körperliche Aktivität war mit höherem Samenvolumen verbunden, schwächte in der Subgruppenanalyse aber den Kaffeeeffekt ab. Die Einschlafzeit vermittelte den Zusammenhang zwischen Kaffee und Samenqualität, die durchschnittliche Schlafdauer den zwischen Aktivität und Motilität. Effektgrößen und Konfidenzintervalle stehen im Abstract nicht. Stärken: große Stichprobe, Mediationsanalyse. Schwächen: Querschnitt, daher keine Ursache-Wirkung-Aussage; Selbstauskunft; Kaffeemenge im Abstract nicht beziffert; Männer einer urologischen Untersuchung, möglicherweise nicht repräsentativ. Einordnung: Kaffee ist hier ein Marker für Schlaf und Lebensstil; mit Energy-Drinks nicht gleichzusetzen.

**Lin et al. 2026, Annals of Medicine and Surgery [s20].** „The influence of unhealthy lifestyle on semen quality: results from a cross-sectional study and Mendelian randomization analysis“ (Wuxi, China). Querschnittsstudie mit 508 Teilnehmern (binär-logistische Regression) und anschließender Zwei-Stichproben-Mendelscher-Randomisierung. Untersucht wurden Rauchen, Alkohol, Kaffee, sitzendes Verhalten, Adipositas und Schlafstörung (Querschnitt) sowie zusätzlich Cannabis und Koffeinaufnahme (MR). Im Querschnitt hingen Rauchen, hoher Alkohol- und Kaffeekonsum und sitzendes Verhalten signifikant mit erhöhter Prävalenz niedriger Samenqualität zusammen (P < 0,05 in beiden Modellen). Die MR stützte nach Aussage der Autoren einen kausalen Zusammenhang zwischen Rauchen, Alkohol, Koffeinaufnahme, Cannabis und sitzendem Verhalten und genetischen Aspekten der Samenqualität (Gene WFDC3, PATE1, CFAP45, SPEF1, CREM, SPATA20, SPATA9, SPATA46, CCDC103, CRISP2, EQTN, SPAG11A; P < 0,05), ohne erkennbare Pleiotropie. Odds Ratios nennt das Abstract nicht. Stärken: Kombination von Beobachtungs- und genetischem Ansatz, Sensitivitätsanalysen (MR-Egger, MR-PRESSO, Cochran-Q, Leave-one-out). Schwächen: Der MR-Endpunkt sind genetische Aspekte der Samenqualität, nicht Samenparameter; kleine Querschnittsstichprobe; Zahlen im Abstract nicht lesbar. Einordnung: Hinweis auf Koffein als möglichen Faktor, aber ohne verwertbare Effektgrößen.

**Yang et al. 2015, Medicine [s148].** „Lifestyles Associated With Human Semen Quality: Results From MARHCS Cohort Study in Chongqing, China“. Basiserhebung einer prospektiven Kohortenstudie (Male Reproductive Health in Chongqing College Students) an 796 gesunden jungen Männern (Medianalter 20 Jahre) aus 872 Teilnehmern; 81,8 % erfüllten die WHO-Kriterien von 2010 für die sechs Routineparameter. Interview mit 93 Fragen, Blut-, Urin- und Samenproben am selben Tag. Gesamtspermienzahl und Konzentration lagen bei höherer kumulativer Rauchmenge niedriger (Abnahmen um 12,7 %, 19,8 % und 17,0 % bzw. 7,7 %, 17,6 % und 14,7 % über die Terzile). Frittierte Speisen (ein- bis zweimal pro Woche bzw. dreimal und häufiger gegenüber keinem Konsum) gingen mit geringerer Gesamtspermienzahl (10,2 % bzw. 24,5 %) und Konzentration (13,7 % bzw. 17,2 %) einher. Kaffee war mit höherer progressiver und nichtprogressiver Motilität verbunden (plus 8,9 % bei ein bis zwei Tassen pro Woche, plus 15,4 % bei drei und mehr Tassen). Cola ging mit niedrigerem Samenvolumen einher (4,1 % bei ein bis zwei Flaschen, 12,5 % bei drei und mehr Flaschen pro Woche). Stärken: junge, gesunde Studierende, einheitlicher Ablauf, Gradienten über Terzile. Schwächen: nur Basisdaten, daher Querschnitt; Selbstangaben; Konfidenzintervalle und P-Werte stehen im Abstract nicht. Einordnung: Der Kaffeebefund (höhere Motilität) widerspricht [s21] und [s20] und zeigt, wie uneinheitlich die Kaffeeliteratur ist.

**Shi et al. 2018, Systems Biology in Reproductive Medicine [s131].** „Lifestyle and demographic factors associated with human semen quality and sperm function“ (Chinesische Universität Hongkong). Querschnittsstudie an 328 Männern zur Samenanalyse; Routine-Spermiogramm, Vitalität, Akrosomreaktion, DNA-Fragmentierungsindex (DFI); Fragebogen zu BMI, Rauchen, Alkohol, Schlaf, täglicher Flüssigkeitsaufnahme, Fleischkonsum, Sporthäufigkeit, Mobiltelefon in der Hosentasche, Alter und Karenzzeit; verallgemeinerte additive Modelle für nichtlineare Zusammenhänge. Die Gesamtspermienzahl hing mit Alter (P = 0,001), Karenzzeit (P = 0,001) und täglicher Kaffeemenge (P = 0,044) zusammen. Das Samenvolumen hing mit Alter (P < 0,001) und täglicher Kaffeemenge (P < 0,001) zusammen. Konzentration: Karenzzeit (P = 0,011) und Schlafdauer (P = 0,010). Motilität: Alter (P = 0,002) und täglicher Saftkonsum (P = 0,001). Gesamtzahl beweglicher Spermien: Alter (P = 0,003) und Karenzzeit (P = 0,009). DFI: Alter (P = 0,002), unregelmäßiger Schlaf (P = 0,008) und Karenzzeit (P = 0,032). Der Anteil akrosomreagierter Spermien hing mit dem täglichen Saftkonsum zusammen (P = 0,013). Das Alter hatte nach den Autoren mehr Einfluss als die übrigen Merkmale. Stärken: funktionelle Spermientests zusätzlich zum Routinebefund, nichtlineare Modelle. Schwächen: Querschnitt, 328 Männer; viele Variablen und viele Tests ohne erkennbare Korrektur für Mehrfachtests; die Richtung der Kaffeeeffekte wird im Abstract nicht angegeben. Einordnung: Kaffee ist ein Faktor unter vielen; Alter und Karenz erklären mehr.

**Chen et al. 2024, Frontiers in Endocrinology [s48].** „Mendelian randomization reveals the impact of diet on infertility in men and women“ (Tianjin, China). Mendelsche Randomisierung mit GWAS-Daten zu 31 Ernährungsmerkmalen (23 einzelne Nahrungsmittel, 8 Ernährungsgewohnheiten) und Infertilität; multivariate MR zur Adjustierung, MR-Egger, Cochran-Q, radiale MR und MR-PRESSO zur Prüfung von Heterogenität und Pleiotropie. Kaffeeaufnahme erhöhte das Risiko männlicher Infertilität (OR 3,6967; 95-%-KI 1,0348 bis 13,2065; P = 0,0442); gekochtes Gemüse ebenfalls (OR 54,7865; KI 2,9011 bis 1030,5500; P = 0,0076). Bei Frauen war Bier ein Risikofaktor (OR 4,0932; KI 1,8728 bis 8,9461; P = 0,0004), verarbeitetes Fleisch negativ mit Infertilität assoziiert (OR 0,5148; KI 0,2730 bis 0,9705; P = 0,0401); Selen war in der multivariaten MR bei Frauen protektiv (OR 7,4474e-12; KI 5,4780e-22 bis 1,0125e-01; P = 0,0314). Stärken: genetische Instrumente verringern Störgrößen und umgekehrte Kausalität. Schwächen: sehr breite Konfidenzintervalle (Kaffee: untere Grenze knapp über 1, obere über 13; gekochtes Gemüse: 2,9 bis über 1000); sehr große Effektgrößen bei sehr breiten Intervallen; viele geprüfte Merkmale ohne erkennbare Korrektur für Mehrfachtests; der Endpunkt männliche Infertilität ist grob. Einordnung: Einer der wenigen Befunde mit Kaffee als Risikofaktor in dieser Richtung, im Widerspruch zur Metaanalyse [s104].

### Muskelaufbaupräparate, Hodenkrebs und Wissen über Fruchtbarkeit

Diese Arbeiten messen mit einer Ausnahme nicht die Spermienqualität, sondern Hodenkrebs (der selbst mit Fruchtbarkeitsstörungen zusammenhängt) oder das Wissen und Verhalten in Fitnessstudios.

**Li et al. 2015, British Journal of Cancer [s143].** „Muscle-building supplement use and increased risk of testicular germ cell cancer in men from Connecticut and Massachusetts“ (USA). Bevölkerungsbasierte Fall-Kontroll-Studie mit 356 Männern mit Keimzelltumor des Hodens und 513 Kontrollen (18 bis 55 Jahre; Rekrutierung 2006 bis 2010; Teilnahmequote 57,4 % bei den Fällen, 47,8 % bei den Kontrollen). Die Kontrollen wurden per Zufallswahl über Telefon gezogen und nach Alter gruppenweise angepasst. Standardisiertes persönliches Interview; Muskelaufbaupräparate waren definiert als Gebrauch mindestens einmal pro Woche über mindestens vier aufeinanderfolgende Wochen, erfasst für 30 Pulver und Tabletten; Hauptbestandteile Kreatin, Protein sowie Androstendion oder Booster wurden aus den Produktangaben abgeleitet. Ergebnisse: Odds Ratio für jemals Muskelaufbaupräparate 1,65 (95-%-KI 1,11 bis 2,46). Stärker bei Gebrauch vor dem 25. Lebensjahr (2,21; 1,34 bis 3,63), bei zwei oder mehr Produktarten (2,77; 1,30 bis 5,91) und bei Gebrauch über 36 Monate (2,56; 1,39 bis 4,74). Seminom und Nichtseminom verhielten sich ähnlich. In explorativen Schichtungen erhöhte nur die Kombination aus Kreatin und Proteinen das Risiko signifikant (2,55; 1,05 bis 6,15). Stärken: inzidente, histologisch gesicherte Fälle; standardisierte Interviews; Dosis-Wirkungs-Hinweise (Alter, Anzahl der Produkte, Dauer). Schwächen: selbstberichteter Gebrauch (Erinnerungsfehler möglich, die Autoren halten ihn wegen der damals neuen Hypothese für unwahrscheinlich); mäßige Teilnahmequoten, besonders bei den Kontrollen; die Kreatin-Protein-Analyse ist explorativ mit weitem Konfidenzintervall; Produktinhalte wurden nicht analysiert, also lässt sich keine Rolle einzelner Inhaltsstoffe ableiten. Die Autoren verweisen selbst auf nicht deklarierte anabole Steroide in Handelsprodukten (rund 15 % in einer internationalen Untersuchung) und nennen die Befunde vorläufig. Einordnung: Ein Zusammenhang mit Hodenkrebs, nicht mit Spermienqualität; die Studie sagt nicht, ob Kreatin oder Protein, Verunreinigungen oder Begleitumstände die Ursache sind.

**Cazorla-Saravia und Pereyra-Elías 2015, British Journal of Cancer [s142].** „Is it the creatine or the anabolic androgenic steroids? Need for assessing the steroids role in testicular cancer“ (Leserbrief zu [s143]). Die Autoren verweisen darauf, dass anabole Steroide bei Freizeitsportlern häufig seien (30 % bis 50 % laut den zitierten Arbeiten) und der gleichzeitige Gebrauch von Steroiden und Muskelaufbaupräparaten wahrscheinlich sei; Nandrolon und Stanozolol förderten in Ratten die Leydig-Zellproliferation. Daher könne die Steroidexposition eine unerkannte Rolle spielen, oder die Präparate könnten mit Steroiden verunreinigt gewesen sein. Das Schreiben fordert, den Steroideinfluss in künftigen Studien zu erfassen. Es enthält keine eigenen Daten; die genannten Anteile von 30 % bis 50 % sind Zitate aus anderen Arbeiten, die nicht abgerufen wurden. Einordnung: ein methodischer Einwand, der für jede Beobachtungsstudie an Kraftsportlern gilt.

**Chang et al. 2005, Urology [s166].** „Performance-enhancing supplement use in patients with testicular cancer“. Fragebogenstudie (Fallserie) an 129 Patienten mit Hodenkeimzelltumor, 1990 bis 2004, ohne Kontrollgruppe, Einzelzentrum. 26 Patienten (20,1 %) hatten Supplemente verwendet, meist zur Leistungssteigerung; am häufigsten Protein und Aminosäuren (12,4 %), dann Kreatin (9,3 %) und Androstendion (1,6 %). Die mittlere Anwendungsdauer betrug 17,0 Monate. Die Anwender waren jünger (Mittel 27,6 Jahre) als die Nichtanwender (35,7 Jahre). Von 57 vor dem Jahr 2000 Diagnostizierten gaben 9 (16 %) Supplementgebrauch und 3 (5 %) Kreatingebrauch an, von 72 ab 2000 17 (24 %) bzw. 9 (13 %). Die Autoren folgern, ein Zusammenhang sei offen. Stärken: erste Erfassung des Themas bei Hodenkrebspatienten. Schwächen: keine Vergleichsgruppe, daher sind 20,1 % ohne Bezugswert nicht zu deuten; Einzelzentrum; Rückschau; kleine Zahlen. Einordnung: Die Arbeit ist hypothesengenerierend und wurde von der späteren Fall-Kontroll-Studie [s143] aufgegriffen.

**Newman-Sanders, Kirkman-Brown und Gallagher 2024, Reproductive BioMedicine Online [s56].** „Gym lifestyle factors and male reproductive health: a study into young adult usage and perceptions“ (Großbritannien). Fragebogenerhebung (n = 153; Februar bis März 2023) mit zwei Fokusgruppen (n = 10 insgesamt). Frauen und Männer unterschieden sich signifikant im Bewusstsein für mögliche Auswirkungen von hochintensivem Training und Proteinpulvern auf die männliche Fortpflanzungsgesundheit (P = 0,045). Nur wenige Männer hatten über ihre Fruchtbarkeit nachgedacht (P = 4,7 × 10⁻⁵ im Vergleich mit Neugierigen; P = 8,1 × 10⁻⁶ im Vergleich mit denen, die sie für wichtig halten); Verhaltensänderungen wären bei langfristigen Folgen wahrscheinlicher. Stärken: erste Erhebung zu Wissen und Einstellungen in dieser Gruppe, qualitative Ergänzung. Schwächen: kleine, selbstselektierte Stichprobe; keine Samenanalyse; Einstellungsstudie, die keine Wirkung der Produkte belegt. Einordnung: Zeigt allenfalls, wie wenig Gymnutzer die Frage bedenken.

### Anabole Steroide im Kraftsportumfeld

Anabole Steroide sind keine Sportnahrung, aber ein zentraler Störfaktor jeder Studie an Kraftsportlern. Die folgenden Beobachtungsstudien beschreiben das Schadensbild der Steroide selbst und ihre Verbreitung. Die Darstellung ist beschreibend; Behandlungsangaben der Originalarbeiten sind Inhaltsangaben und keine Empfehlung.

**Knuth, Maniera und Nieschlag 1989, Fertility and Sterility [s174].** „Anabolic steroids and semen parameters in bodybuilders“. Retrospektiver Vergleich von 41 Bodybuildern mit 41 normalen Freiwilligen als Kontrollen (Alter 26,7 ± 0,7 Jahre, Gewicht 97,5 ± 2,0 kg; Steroiddosen bis zum 40-Fachen der klinisch üblichen Mengen). Nur 5 der Kontrollen, aber 24 der Bodybuilder hatten Spermienzahlen unter der unteren Normgrenze von 20 Millionen pro Milliliter; der Anteil beweglicher und normal geformter Spermien war bei den Bodybuildern signifikant verringert, in Abhängigkeit von der Dauer des Gebrauchs und dem Abstand zur letzten Einnahme. Wer seit mehr als vier Monaten abgesetzt hatte, hatte normale Spermienzahlen. Stärken: Kontrollgruppe, Dosisbezug. Schwächen: rückblickende Erfassung der Einnahme, kleine Gruppen, Alter der Studie, keine Konfidenzintervalle im Abstract. Einordnung: früher und deutlicher Befund einer steroidbedingten Beeinträchtigung mit Erholung nach Absetzen.

**Torres-Calleja et al. 2001, Life Sciences [s170].** „Effect of androgenic anabolic steroids on sperm quality and serum hormone levels in adult male bodybuilders“. Vergleich von 30 Bodybuildern, 15 mit und 15 ohne Steroide. Bei den 15 Anwendern hatten 8 Spermienzahlen unter 20 Millionen pro Milliliter, 3 Azoospermie, 2 Polyzoospermie (so im Abstract) und 2 normale Zahlen; nur 17,7 % normal geformte Spermien. Hormone: FSH vermindert (1,5 ± 3,2 gegenüber 5,0 ± 1,6; p < 0,001) und Prolaktin vermindert (5,1 ± 4,9 gegenüber 9,2 ± 4,4; p < 0,01); LH, Testosteron, Östradiol und DHEA unverändert. Im Kontrollkollektiv hatte nur ein Mann eine Oligozoospermie. Stärken: Kontrollgruppe, Samenanalyse und Hormone. Schwächen: sehr klein; Einheiten und Standardabweichungen im Abstract nicht vollständig und teils schwer plausibel (so im Original abgedruckt); Mehrfachtests. Einordnung: stützt die Beeinträchtigung unter Steroiden, aber mit sehr kleinem Material.

**Karila, Hovatta und Seppälä 2004, International Journal of Sports Medicine [s167].** „Concomitant abuse of anabolic androgenic steroids and human chorionic gonadotrophin impairs spermatogenesis in power athletes“. Klinische Verlaufsbeobachtung an 18 gesunden Kraftsportlern, die Steroide und hCG nahmen. Proben während der Einnahme sowie 1,5 und 6 Monate nach Beendigung; eine Befragung zur Zeugungsaktivität nach sechs Jahren. Spermienkonzentration am Zyklusende 33 ± 49 Millionen pro Milliliter (Mittel ± SD), nur ein Mann azoosperm; nach 1,5 Monaten 30 ± 42, nach 6 Monaten 77 ± 70 (signifikanter Unterschied zwischen der Probe nach 6 Monaten und den beiden früheren; p ≤ 0,05). Die hCG-Dosis korrelierte mit dem Anteil morphologisch abnormaler Spermien (r = 0,60; p < 0,01). Die Autoren sprechen von vorübergehender Beeinträchtigung bei fortbestehender Spermienbildung. Stärken: Verlauf mit mehreren Proben. Schwächen: kleine Gruppe, keine Kontrolle, Selbstberichte, die große Streuung (SD größer als der Mittelwert); das Ergebnis der Sechs-Jahres-Befragung steht nicht im abgerufenen Abstract. Einordnung: Hinweis auf eine Erholung binnen sechs Monaten bei diesen Männern; die Kombination mit hCG erschwert die Deutung.

**Smit et al. 2021, Human Reproduction [s98].** „Disruption and recovery of testicular function during and after androgen abuse: the HAARLEM study“. Prospektive Beobachtungskohorte an 100 männlichen Freizeitsportlern über ein Jahr. Eingeschlossen waren Männer, die seit mindestens drei Monaten keine Androgene genommen hatten und innerhalb von zwei Wochen einen Zyklus beginnen wollten. Messungen vor Beginn (T0), am Ende (T1), drei Monate nach dem Ende (T2) und ein Jahr nach Beginn (T3): Gonadotropine, Geschlechtshormone, Samenanalyse. Während der Einnahme hatten 77 % eine Gesamtspermienzahl (TSC) unter 40 Millionen. Drei Monate nach Zyklusende waren Gesamttestosteron (−1,9 nmol/L; KI −12,2 bis 8,33; P = 0,71) und freies Testosteron (−38,6 pmol/L; KI −476 bis 399; P = 0,86) nicht verschieden vom Ausgangswert, die mittlere TSC lag aber um 61,7 Millionen niedriger (KI 33,7 bis 90,0; P < 0,01). Zum Ende der Nachbeobachtung (T3) war Testosteron weiter unauffällig (gesamt −0,82 nmol/L; KI −11,5 bis 9,86; P = 0,88; frei −25,8 pmol/L; KI −480 bis 428; P = 0,91), die TSC jedoch noch um 29,7 Millionen niedriger (KI −59,1 bis −0,39; P = 0,05). Bei neun Männern (11 %) lag Testosteron am Ende unter der Norm, 25 Männer (34 %) hatten weiter eine TSC unter 40 Millionen. Die Autoren sehen bei der Mehrheit, aber nicht bei allen eine Erholung, möglicherweise besonders bei hoher Vorbelastung. Stärken: prospektiv mit Ausgangswert, Samenanalyse, Konfidenzintervalle. Schwächen: keine Kontrollgruppe ohne Steroide; wachsender Datenverlust (die Anteile zu T3 beziehen sich auf eine kleinere Zahl, wie die Prozentwerte nahelegen); die Nachbeobachtung war nach Angabe der Autoren für die langsame Erholung zu kurz; selbstgewählte, nicht standardisierte Zyklen. Einordnung: Die bestdokumentierte prospektive Beobachtung der Recherche zur Spermienbildung unter Steroiden; sie zeigt eine unvollständige Erholung nach einem Jahr bei etwa einem Drittel.

**Al Hashimi 2022, Andrologia [s74].** „The deleterious effects of anabolic androgenic steroid abuse on sexual and reproductive health and comparison of recovery between treated and untreated patients: Single-center prospective randomized study“ (Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate). Prospektive Einzelzentrumsstudie, Juni 2012 bis Juni 2019; 774 Männer gesichtet, 520 eingeschlossen (254 ausgeschlossen); mittleres Alter 32 ± 4 Jahre. Die Kurdauer betrug meist 8 bis 12 Wochen (64 %); 76 % folgten dem Rat des Trainers; Zweck waren Fitnesstraining (63 %) und Aussehen (25 %). Vor dem Zyklus war das Ejakulat bei allen Männern normal (Konzentration 31 ± 2,2 und 32 ± 2,1 Millionen pro Milliliter in den späteren Behandlungs- bzw. Beobachtungsgruppen; Gesamtbeweglichkeit 74 ± 3,2 % und 76 ± 2,1 %). Bei Vorstellung hatten 411 Männer (79 %) ein auffälliges Ejakulat, davon 337 (82 %) mit einer Kombination aus Oligo-, Azoo- und Asthenozoospermie; Oligozoospermie bei 279 (68 %, Mittelwert 6 ± 1,8 Millionen pro Milliliter), Azoospermie bei 33 (8 %), Asthenozoospermie bei 251 (61 %). Typische Beschwerden: Libidoverlust (72 %), erektile Dysfunktion (68 %), Gynäkomastie (35 %). Nach drei Monaten Beobachtung entschieden sich 463 Männer (89 %) für eine Behandlung, 57 (11 %) blieben unbehandelt; die Behandelten erholten sich bei IIEF, Hormonen, Hodenvolumen und Samenparametern schneller (p < 0,005). Von den 94 Männern mit Kinderwunschproblem (18 %; 61 Oligozoospermie, 33 Azoospermie) erreichten nach 12 Monaten 14 (15 %) eine Schwangerschaft; alle Azoospermiepatienten blieben infertil. Schwächen und Unstimmigkeiten: Die Zuteilung zu Behandlung oder Beobachtung erfolgte nach Wunsch der Patienten, die Bezeichnung „randomisiert“ im Titel trifft daher nicht im üblichen Sinn zu; der Text nennt 74 Männer mit Infertilität, der Abstract 94 (18 % von 520); Tabelle 2 gibt für den 6-Monats-Vergleich IIEF 18 ± 2,0 gegenüber 9 ± 1,4 mit p = 1,0000 an, während der Text signifikante Unterschiede ab 6 Monaten berichtet. Konfidenzintervalle fehlen. Einordnung: Die Studie beschreibt das Schadensbild bei einer großen, klinisch vorselektierten Gruppe; über Nahrungsergänzung enthält sie keine Daten, und die Unterschiede zwischen den Gruppen sind wegen der Selbstselektion nicht als Behandlungseffekt zu lesen.

**Al Hashimi, Farahat, Kandil und Al Khalidi 2023, Health Science Reports [s58].** „Androgenic-anabolic steroid abuse trend and management: A prospective, cross-sectional, questionnaire-based survey“ (Vereinigte Arabische Emirate). Online-Umfrage mit 30 Fragen unter 151 Ärzten (68,21 % Urologen, 22,51 % Andrologen, 9,28 % Endokrinologen). 90,73 % sahen eine Zunahme des Anabolikamissbrauchs, vor allem bei jungen Männern; Betroffene kamen mit Infertilität (64,24 %) und erektiler Dysfunktion (59,60 %); bei der Abklärung fanden sich auffällige Ejakulatbefunde (77,48 %), auffällige Hormone (94,70 %) und kleinere Hoden (50,33 %). Erwartet wurde eine Spontanerholung binnen 6 bis 12 Monaten; ein Drittel erlitt Rückfälle. Als Vorgehen nannten 44,37 % sofortige Behandlung, 32,45 % Abwarten; 44,44 % richteten sich nach persönlicher Erfahrung, weil Leitlinien fehlen. Das sind Einschätzungen von Ärzten, keine Patientendaten; die Angaben zum Vorgehen sind Inhaltsangaben. Schwächen: Rücklaufquote im Abstract nicht angegeben, Selbstauskunft, Selektion. Einordnung: spiegelt die klinische Wahrnehmung, nicht die Häufigkeit in der Bevölkerung.

**İbis et al. 2026, BJU International [s15].** „Post-cycle therapy after short-term anabolic-androgenic steroid use: comparative outcomes in recreational bodybuilders“ (Türkei, Zweizentrenstudie). Retrospektive Kohortenstudie an 79 Freizeit-Bodybuildern mit höchstens sechs Monaten Anabolikaanwendung und dokumentiert normalem Ausgangsbefund. Verglichen wurden Beobachtung ohne Behandlung, Clomifen allein und Clomifen plus hCG; bei FSH unter 1,5 IU/L wurde rekombinantes FSH vorgeschlagen. Ausgangslage: erektile Dysfunktion bei 89,9 %, Azoospermie oder schwere Oligozoospermie bei 69,7 %. Nach 12 Monaten waren 87,5 % (Clomifen plus hCG), 69,2 % (Clomifen) und 58,6 % (ohne Behandlung) normozoosperm; das Hodenvolumen stieg um mindestens 20 % bei 70,8 % (Clomifen plus hCG) gegenüber 6,9 % (ohne Behandlung). Odds Ratio für Normozoospermie mit Kombinationstherapie 6,23 (95-%-KI 1,32 bis 29,4), für die Beweglichkeitserholung 4,85 (1,27 bis 18,4); alle fünf Männer mit rekombinantem FSH waren nach 12 Monaten normozoosperm. Die Autoren berichten, dass sich die Hormone innerhalb von 6 bis 12 Monaten nach Absetzen spontan erholten. Stärken: dokumentierter Ausgangsbefund, Konfidenzintervalle. Schwächen: retrospektiv, nicht randomisiert, kleine Untergruppen mit weiten Konfidenzintervallen; die Gründe der Therapiewahl sind im Abstract nicht beschrieben (Vermischung mit dem Schweregrad möglich). Wichtig für die Einordnung: Auch in der unbehandelten Gruppe erreichten 58,6 % nach 12 Monaten Normozoospermie. Diese Zahlen sind eine Beschreibung der Studie, keine Behandlungsempfehlung dieses Kapitels.

**Eraslan et al. 2026, Journal of Ethnicity in Substance Abuse [s07].** „Effects of anabolic-androgenic steroids on blood parameters in Turkish male gym participants: a comparison of users and non-users“ (Antalya und Izmir, Türkei). Retrospektive Querschnittsanalyse von 161 männlichen Freizeitsportlern (18 bis 50 Jahre) mit Messung von LH, FSH und Gesamttestosteron zwischen 2015 und 2025. Als Anwender galten Sportler mit unterdrückten Gonadotropinen; das waren 57 (35,4 %; mediane Werte LH 0,12 IU/L, FSH 0,17 IU/L); 54,5 % waren 18 bis 25 Jahre alt. Anwender hatten höhere Werte für Gesamttestosteron, Vitamin B12, Kreatinin, Leberwerte, Erythrozyten, Hämatokrit, Hämoglobin und Thrombozyten sowie niedrigeres HDL; die Autoren nennen zusätzlich eine höhere Neigung zur Einnahme von Vitaminpräparaten. Schwächen: Die Einstufung als Anwender erfolgte über das Hormonbild, nicht über Selbstauskunft (Fehlklassifikation möglich); retrospektiv; klinisch vorselektierte Sportler (nur wer Hormone bestimmen ließ); keine Spermiendaten; Konfidenzintervalle im Abstract nicht angegeben. Der Anteil von 35,4 % ist daher kein Prävalenzwert für Fitnessstudio-Besucher allgemein. Einordnung: zeigt, wie häufig Hormonbefunde einer Steroidanwendung in einer klinischen Stichprobe sind.

**Jambi et al. 2024, Saudi Pharmaceutical Journal [s50].** „The assessment of liver function test and fertility hormones in Saudi athletes using anabolic androgenic steroids“ (Dschidda, Saudi-Arabien). Fall-Kontroll-Vergleich von 10 Anabolika-Anwendern (laut Fragebogen überwiegend Testosteronpropionat mit 41,18 %, danach Testosteronenanthat und Nandrolondecanoat mit je 11,76 %) und 6 Nichtanwendern. Alter 34 ± 4 gegenüber 28 ± 2 Jahre (von den Autoren als ähnlich bewertet, P > 0,05), BMI 29 ± 2 gegenüber 25 ± 4 kg/m² (P < 0,05). Mediane (Quartile) bei Anwendern gegenüber Kontrollen: LH 0,1 (0,1 bis 0,97) gegenüber 2,7 (1,44 bis 3,95) mIU/ml; FSH 0,05 (0,05 bis 0,07) gegenüber 2,71 (2,30 bis 4,99) mIU/ml; Gesamttestosteron 89,9 (24,8 bis 135) gegenüber 20,5 (17,8 bis 24,3) nmol/l; Östradiol 136,5 (75,7 bis 312) gegenüber 57,5 (37 bis 90) pmol/l; Prolaktin bei Anwendern 12,2 (6,07 bis 15,09) ng/ml (alle P < 0,05). Leber- und Muskelenzyme: AST 44,50 gegenüber 20,00 U/l, ALT 69 gegenüber 22,50 U/l, Kreatinkinase 856 gegenüber 362 U/l, LDH 237,5 gegenüber 181,5 U/l (P < 0,05); Albumin 43 ± 2 gegenüber 47 ± 2 g/l. Es wurde keine Spermienanalyse durchgeführt; die Autoren empfehlen sie für künftige Arbeiten. Schwächen: nur 16 Teilnehmer, Selbstauskunft zu Substanzen und Dosen, Anwender mitten im Zyklus (die hohen Testosteronwerte spiegeln die Zufuhr), Altersunterschied von sechs Jahren. Einordnung: Hormonbild einer aktiven Steroidanwendung, keine Aussage zu Spermien.

**Mubarak et al. 2025, Substance Abuse and Rehabilitation [s38].** „Abnormalities in Blood Parameters in Athletes Taking Anabolic Androgenic Steroidal Agents; an Observational Clinical Study“ (Mekka, Saudi-Arabien). Beobachtungsstudie mit Online-Fragebogen (31 Männer, 24 bis 45 Jahre), davon 18 mit Blutuntersuchung. 94 % nutzten Anabolika zu nichttherapeutischen Zwecken, 96 % Kombinationen, 74 % zusätzlich weitere Präparate, am häufigsten Leberschutzmittel (84 %); die häufigste Kombination war Testosteron plus Wachstumshormon (45 %). 74 % berichteten Nebenwirkungen, 28 % hatten eine ärztliche Diagnose (zum Beispiel Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung oder Infertilität). Gemessen wurden hohe Testosteron-, Prolaktin-, ALT-, AST- und Lipidwerte sowie niedrige LH- und FSH-Werte. Schwächen: sehr kleine, selbst rekrutierte Stichprobe; keine Kontrollgruppe laut Abstract; keine Spermienanalyse. Einordnung: Zeigt ein Umfeld mit Mehrfachkonsum, in dem Supplemente und Steroide zusammen vorkommen.

**Lykhonosov und Babenko 2019, Проблемы эндокринологии (Problemy endokrinologii) [s120].** „Медицинский аспект использования анаболических андрогенных стероидов у мужчин, посещающих тренажерные залы Санкт-Петербурга“ (Medizinischer Aspekt der Anwendung anabolisch-androgener Steroide bei Männern, die Fitnessstudios in Sankt Petersburg besuchen). Anonyme postalische Querschnittsumfrage; 1.815 Fragebögen verschickt, 762 zurück, 550 auswertbar; mittleres Alter 29,3 ± 7,4 Jahre. 30,4 % der Befragten gaben Anabolikaanwendung an; die Hauptanwender (74,3 %) waren 22 bis 35 Jahre alt. Meistgenutzt wurde Testosteronpropionat (51,5 %), häufig kombiniert mit Oxandrolon (19,7 %). Injektion oder Kombination mit Tabletten lag bei 70,6 %; Testosterondosen reichten von 500 bis 2.000 mg pro Woche und mehr, am häufigsten 1.000 mg pro Woche (23,9 %); eine Anwendung über mehr als ein Jahr gaben 16,1 % an. In der Erholungsphase wurden Anastrozol (55 %), hCG (51,3 %), Clomifen (41,3 %) und Tamoxifen (30,5 %) genannt. Hauptinformationsquelle war das Internet (48,7 %); 17,3 % hatten eine ablehnende Haltung, 54,8 % wünschten qualifizierte Information. Im Volltext steht, dass 49,5 % (n = 272) Präparate außerhalb der Anabolika verwendeten, davon 52,9 % (n = 144) zusammen mit Anabolika; Nahrungsergänzungsmittel hätten 5,4 % der Befragten benutzt (die Bezugsgruppe dieser Zahl ist im gelesenen Text nicht eindeutig). Die Einleitung verweist auf Berichte, wonach Sportlernahrung und manche als „steroidfrei“ vermarktete Nahrungsergänzungsmittel Anabolika enthalten können. Schwächen: geringer Rücklauf (762 von 1.815), Selbstauskunft, Selektion der Befragten; keine Spermienparameter. Einordnung: Hohe Selbstangabe von Steroidgebrauch in Fitnessstudios, aber mit Rücklaufverzerrung; die Angabe 30,4 % und der Wert aus [s07] sind wegen unterschiedlicher Definitionen nicht vergleichbar.

**Lykhonosov, Babenko, Makarin und Fedotov 2020, Проблемы эндокринологии (Problemy endokrinologii) [s110].** „Особенности восстановления системы гипофиз-гонады у мужчин после использования андрогенных анаболических стероидов“ (Besonderheiten der Erholung der Hypophysen-Gonaden-Achse bei Männern nach Anwendung androgener anabolischer Steroide). Prospektive, offene, unkontrollierte Einzelzentrumsstudie aus Sankt Petersburg an 44 Männern, Alter 29 Jahre [27,75; 34], Anwendungsdauer 6 Monate [3,52; 7]. Während der Anwendung: LH 0,2 mIU/ml [0,04; 0,47], Gesamttestosteron 4,34 ng/ml [1,05; 8,81]; LH unter 1,24 mIU/ml bei 84 % (n = 37), Testosteron unter 3,4 ng/ml bei 47,7 % (n = 21). Nach 3 Monaten Pause mit einheitlicher Erholungstherapie: LH 4,12 mIU/ml [2,58; 5,84], Testosteron 4,55 ng/ml [3,76; 6,24]; unter dem Grenzwert blieben noch 20,5 % (n = 9) beim Testosteron und 4,5 % (n = 2) beim LH. Befriedigende Erholung bei 35 Männern (79,5 %), mangelhafte bei 9 (20,5 %). Korrelationen mit der Erholung des Testosterons: Anwendungsdauer (−0,857; p < 0,0001), Zahl der Präparate (−0,443; p = 0,003), Dosis (−0,7825; p < 0,0001), Präparatetyp (−0,698; p < 0,0001); Inhibin B korrelierte mit Testosteron (0,418; p = 0,005) und wird von den Autoren als möglicher Marker für das Keimepithel genannt. Schwächen: keine Kontrollgruppe (Spontanerholung und die verabreichte Erholungstherapie nicht trennbar), nur drei Monate, hormonelle statt Ejakulat-Endpunkte; die Angaben zur Therapie sind Inhaltsangaben. Einordnung: Zeigt eine Dosis- und Dauerabhängigkeit der hormonellen Erholung, nicht der Spermienerholung.

**Hariri et al. 2019, Research and Reports in Urology [s116].** „Prevalence and awareness of varicocele among athletes in Riyadh, Saudi Arabia“ (Saudi-Arabien). Querschnittsstudie in Fitnesszentren (Bodybuilding und Aerobic); 382 Interviews zu Wissen und Verhalten, bei 48 zufällig ausgewählten Teilnehmern zusätzlich klinische Untersuchung und Doppler-Ultraschall. 157 (41 %) wussten nichts über Varikozele. Von den 48 untersuchten Männern hatten 22 (46 %) eine Varikozele. Es gab keinen Unterschied zwischen Bodybuildern und Aerobic-Sportlern (P = 0,249) und nicht nach Dauer der Einheit (eine Stunde oder mehr, P = 0,131), aber mehr Varikozelen bei Training mehr als dreimal pro Woche (P = 0,009); das Hodenvolumen unterschied sich nicht. Schwächen: nur 48 untersuchte Männer, keine Vergleichsgruppe Nichtsportler, keine Samenanalyse. Einordnung: Das ist weder ein Nahrungsergänzungs- noch ein Spermienbefund; es zeigt, dass in diesem Umfeld ein bekannter Fertilitätsfaktor gehäuft vorkommen kann.

### Nahrungsprotein, Milch, Fleisch und Ernährungsmuster

Diese Studien betreffen Protein aus Lebensmitteln, nicht aus Pulvern. Whey ist ein Milcheiweiß, daher sind Milchproduktstudien für die Fragestellung nur indirekt relevant.

**Abdollahi et al. 2022, Clinical Nutrition ESPEN [s73].** „The relationship between plant and animal based protein with semen parameters: A cross-sectional study in infertile men“ (Isfahan, Iran). Querschnittsstudie an 270 infertilen Männern (18 bis 55 Jahre) der Isfahan-Kinderwunschklinik, 2018; Samenanalyse nach der fünften Auflage des WHO-Handbuchs, 168-Punkte-Ernährungsfragebogen. Für die Spermienkonzentration ergab sich beim höchsten Tertil der pflanzlichen Proteinzufuhr ein Odds Ratio von 0,38 (95-%-KI 0,19 bis 0,75; P = 0,004) im Rohmodell, adjustiert 0,36 (0,18 bis 0,72; P = 0,003) und 0,31 (0,14 bis 0,65; P = 0,002) in einer weiter adjustierten Variante. Für tierisches Protein im höchsten Tertil lag das Odds Ratio roh bei 2,32 (1,13 bis 4,76; P = 0,02), adjustiert bei 2,38 (1,16 bis 4,91; P = 0,02) bzw. 2,42 (1,13 bis 5,19; P = 0,02); für die Morphologie roh bei 3,68 (0,97 bis 13,91; P = 0,04). Das Abstract (am Original geprüft) bezeichnet den Ausgang nicht eindeutig, es nennt für das höchste Tertil des tierischen Proteins ein „höheres Risiko“; ob damit ein höheres Risiko für eine abnorme Konzentration gemeint ist, bleibt im Abstract unausgesprochen. Auffällig: Das Konfidenzintervall der Morphologie (0,97 bis 13,91) schließt 1 ein, während ein P-Wert von 0,04 angegeben ist; das passt nicht ohne Weiteres zusammen und wird im Abstract nicht erklärt. Stärken: Nahrungsprotein nach pflanzlicher und tierischer Quelle getrennt, Konfidenzintervalle. Schwächen: nur Männer einer Kinderwunschklinik, Querschnitt, Fragebogen, Ausgang unklar bezeichnet. Einordnung: Hinweis, dass die Quelle des Proteins eine Rolle spielen könnte; für Proteinpulver nicht aussagekräftig.

**Ghiasvand et al. 2020, Nutrition Journal [s106].** „The association between animal flesh foods consumption and semen parameters among infertile Iranian men: a cross-sectional study“. Querschnittsstudie an 400 neu diagnostizierten (unter sechs Monaten) infertilen Männern, diagnostiziert von einem Andrologen; semiquantitativer Ernährungsfragebogen; Gesamtfleisch war definiert als Summe aus rotem Fleisch, Geflügel, frischem Fisch, Konservenfisch, verarbeitetem Fleisch und Innereien; lineares gemischtes Modell. Konservenfisch war invers mit unbeweglichen Spermien verbunden: niedrigstes Quartil 52,5 % (95-%-KI 47 bis 57) gegenüber höchstem 47,4 % (43 bis 51); P-Trend = 0,026. Für frischen Fisch zeigte sich ein Trend zu einem inversen Zusammenhang (P-Trend = 0,074); die Schlussfolgerung des Abstracts sagt dennoch, ein hoher Konsum frischen Fisches habe den Anteil unbeweglicher Spermien erhöht. Das widerspricht der im Abstract berichteten Trendrichtung und ist unaufgelöst; hier werden nur die berichteten Zahlen wiedergegeben. Rotes Fleisch, verarbeitetes Fleisch, Geflügel und Innereien zeigten keine Assoziation (P-Trend > 0,05). Stärken: Männer neu diagnostiziert, getrennte Fleischgruppen. Schwächen: Querschnitt, Fragebogen, Auswahl infertiler Männer, mehrere Vergleiche, in sich uneinheitlicher Abstract. Einordnung: Kein Zusammenhang für die Mehrzahl der Fleischgruppen.

**Afeiche et al. 2014, Epidemiology [s152].** „Meat intake and reproductive parameters among young men“ (Rochester, USA). Querschnittsstudie „Rochester Young Men's Study“ an 189 Männern von 18 bis 22 Jahren. Verarbeitetes rotes Fleisch und Gesamtspermienzahl: bereinigte Differenzen über die Quartile 0 (Referenz), −3 (−67 bis 37), −14 (−82 bis 28) und −78 (−202 bis −5) Millionen (P-Trend = 0,01). Der Zusammenhang war am stärksten bei einer Karenzzeit unter zwei Tagen und ging vom Ejakulatvolumen aus (P-Trend = 0,003); die Autoren können Residualkonfusion durch die Karenzzeit nicht ausschließen. Stärken: junge, nicht nach Fruchtbarkeit ausgewählte Männer, Konfidenzintervalle. Schwächen: nur 189 Männer, sehr breite Konfidenzintervalle, Residualkonfusion durch die Karenzzeit nicht auszuschließen. Einordnung: Hinweis auf einen Zusammenhang mit verarbeitetem Fleisch, nicht mit Fleisch insgesamt.

**Maldonado-Cárceles et al. 2019, British Journal of Nutrition [s122].** „Meat intake in relation to semen quality and reproductive hormone levels among young men in Spain“ (Murcia). Querschnittsstudie an 206 Männern von 18 bis 23 Jahren. Die Gesamtfleischzufuhr war weder mit der Samenqualität noch mit Hormonen verbunden. Meeresfrüchte waren positiv mit der progressiven Motilität verbunden (Quartile 45,2; 42,0; 49,4; 53,2 %; P-Trend ≤ 0,001); Innereien mit niedrigerer progressiver Motilität (51,5 gegenüber 42,8 %; P = 0,001) und höherem LH (4,0 gegenüber 4,6 IU/L; P = 0,03); der Verzehr von Meeresfrüchten und Innereien war gering. Stärken: junge Männer, Hormone. Schwächen: Querschnitt, kleine Stichprobe, geringer Verzehr einzelner Gruppen (daher unsichere Schätzer); Konfidenzintervalle im Abstract nicht berichtet. Einordnung: Die Gesamtfleischmenge spielte keine Rolle.

**Afeiche et al. 2013, Human Reproduction [s156].** „Dairy food intake in relation to semen quality and reproductive hormone levels among physically active young men“ (Rochester, USA). Querschnittsstudie an 189 Männern. Die Gesamtzufuhr von Milchprodukten war invers mit der Spermienmorphologie verbunden (P-Trend = 0,004), getrieben von fettreichen Produkten, vor allem Käse; die Differenz der normalen Morphologie betrug −3,2 % (−4,5 bis −1,8) zwischen oberer und unterer Hälfte der Zufuhr fettreicher Milchprodukte. Stärken: körperlich aktive junge Männer, Konfidenzintervalle. Schwächen: Querschnitt, 189 Männer, Morphologie ist ein stark methodenabhängiger Parameter. Einordnung: Milchprodukte, nicht Molkenprotein; der Bezug zu Whey ist nur indirekt.

**Afeiche et al. 2014, Fertility and Sterility [s151].** „Dairy intake and semen quality among men attending a fertility clinic“. Längsschnittstudie an 155 Männern eines Kinderwunschzentrums. Fettarme Milchprodukte (höchstes Quartil 1,22 bis 3,54 Portionen pro Tag) gingen mit 33 % (95-%-KI 1 bis 55) höherer Konzentration und 9,3 Prozentpunkten (1,4 bis 17,2) höherer Motilität einher; fettarme Milch mit 30 % (1 bis 51) bzw. 8,7 Prozentpunkten (3,0 bis 14,4). Käse bei Rauchern und Ex-Rauchern: höchstes Tertil (0,82 bis 2,43 Portionen pro Tag) mit 53,2 % (9,7 bis 75,7) niedrigerer Konzentration. Stärken: Längsschnitt mit mehreren Proben, Konfidenzintervalle. Schwächen: Männer in Kinderwunschbehandlung, mehrere Teilgruppen, die untere Grenze mancher Intervalle liegt bei 1 und damit an der Nullgrenze. Einordnung: Gegensätzliche Muster für fettarme und fettreiche Milchprodukte; Beobachtung, nicht Wirkung.

**Liu et al. 2015, PLoS ONE [s144].** „The Association between Dietary Patterns and Semen Quality in a General Asian Population of 7282 Males“ (Taiwan). Querschnittsstudie an 7.282 gesunden taiwanischen Männern ab 18 Jahren aus einem standardisierten Vorsorgeprogramm eines privaten Unternehmens, 2008 bis 2013. Ernährungsfragebogen mit fünf Mustern („gesunde Ernährung“, „westliche Ernährung“, „kohlenhydratreich“, „viele süße Snacks und zuckergesüßte Getränke“, „natriumreich“); erfasst wurden Konzentration, Gesamtmotilität, progressive Motilität und normale Morphologie. Mit stärkerer westlicher Ernährung sanken Konzentration und normale Morphologie linear (beide P < 0,001). Viele süße Snacks und zuckergesüßte Getränke gingen mit niedrigerer Konzentration einher (P = 0,001). Kohlenhydratreiche Kost war mit häufiger abnormaler Gesamt- und progressiver Motilität verbunden (P = 0,012 und P = 0,025), natriumreiche Kost mit häufiger abnormaler Morphologie (P = 0,035). Effektgrößen oder Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht. Stärken: sehr große Stichprobe, vollständige Samenparameter, Allgemeinbevölkerung statt Kinderwunschpatienten. Schwächen: Querschnitt, Fragebogenmuster statt gemessener Zufuhr, Selektion durch ein privates Vorsorgeprogramm, keine Angaben zu Kreatin, Protein oder Energy-Drinks; das Muster „süße Snacks und Getränke“ bündelt Zucker, Koffein und weitere Bestandteile. Einordnung: größte Einzelstudie der Recherche, aber ohne Effektstärken.

**Mai et al. 2023, Reproductive Health [s68].** „Association of diet and lifestyle factors with semen quality in male partners of Chinese couples preparing for pregnancy“ (Guangzhou, China). Querschnittsstudie mit logistischer Regression an 466 Männern der Vorsorgesprechstunde des Guangzhou Women and Children's Medical Center, 2021 bis 2023. Rauchen verschlechterte die progressive Motilität (38,0 % gegenüber 36,0 %; P = 0,049). Alkohol senkte die progressive Motilität (40,5 ± 17,8 % gegenüber 34,7 ± 16,1 %; P < 0,001) und die Gesamtmotilität (56,0 % gegenüber 64,0 %; P = 0,001). Mehr Milchprodukte gingen mit besserer Motilität einher (54,5 %, 56,0 %, 63,0 %; P = 0,033), häufigerer Eierkonsum mit größerem Samenvolumen (3,1; 3,8 und 4,0 ml; P = 0,038). Ausreichender Schlaf verbesserte die Gesamtmotilität (52,7 % gegenüber 61,5 %; P = 0,013). Im Regressionsmodell waren Milch (OR 0,18; KI 0,06 bis 0,51; P = 0,001) und Eier (OR 0,11; KI 0,03 bis 0,55; P = 0,006) „schützend“ für das Samenvolumen. Das Abstract berichtet außerdem, dass Plastikflaschen für Öl oder Würzmittel die Spermienkonzentration senkten (P = 0,032), nennt aber im Regressionsmodell die Verwendung von Plastikbehältern für Würzmittel einen „Schutzfaktor“ für Volumen (OR 0,12; KI 0,03 bis 0,55), Konzentration (OR 0,001; KI 0,00 bis 0,30) und Zahl (OR 0,12; KI 0,03 bis 0,48). Schwächen: Die Angaben im Abstract widersprechen sich teilweise (Plastikbehälter erst als Nachteil, dann als „Schutzfaktor“; die Richtung der Odds Ratios ist nicht erklärt); auch das Fazit des Abstracts („Milch, Raufutter und Eier könnten die Samenqualität verringern“) steht quer zu den berichteten Einzelbefunden; einige Zahlen im Abstract sind formal beschädigt und werden deshalb nicht wiedergegeben; kleine Gruppen, sehr breite Konfidenzintervalle, Querschnitt. Einordnung: Die Studie eignet sich nicht für Schlüsse zu Sportnahrung.

**Huang et al. 2023, Human Reproduction Open [s64].** „Association between dietary total antioxidant capacity and semen quality among men attending an infertility clinic: a cross-sectional study“ (Shenyang, China). Querschnittsstudie von Juni bis Dezember 2020 an 1.715 Männern einer Kinderwunschklinik; vier Indizes der antioxidativen Gesamtkapazität der Nahrung (FRAP, ORAC, TRAP, TEAC); Quantilregression. Der einzige signifikante Zusammenhang war eine inverse Beziehung zum Ejakulatvolumen (FRAP kontinuierlich: β = −0,015; 95-%-KI −0,023 bis −0,006; oberstes gegenüber unterstem Terzil β = −0,193; KI −0,379 bis −0,006; P für Trend = 0,007; TRAP oberstes gegenüber unterstem Terzil β = −0,291; KI −0,469 bis −0,112; P für Trend = 0,002). Die übrigen Indizes zeigten keinen signifikanten Zusammenhang mit Samenparametern. Stärken: einheitliche Laborverfahren, mehrere Indizes, gut berichtete Konfidenzintervalle. Schwächen: Querschnitt, Schätzung der antioxidativen Kapazität aus Fragebogendaten, Kliniktyp, überwiegend Nullbefund. Die Förderung nennt Liaoning und das Shengjing Hospital; ob sich die Teilnehmer mit denen der Fall-Kontroll-Studien aus Shenyang [s100, s82, s83, s79] überschneiden, geben die Abstracts nicht an. Einordnung: Mehr Antioxidantien über die Nahrung zeigten in dieser Population keinen Gewinn bei den Samenparametern; die Arbeit betrifft keine Sportprodukte.

**Wang et al. 2021, Frontiers in Nutrition [s100].** „The Association Between Dairy Product Consumption and Asthenozoospermia Risk: A Hospital-Based Case-Control Study“ (Shenyang, China). Klinikbasierte Fall-Kontroll-Studie am Shengjing Hospital, Juni bis Dezember 2020; 549 Männer mit Asthenozoospermie und 581 normozoosperme Kontrollen. Validierter Verzehrhäufigkeitsfragebogen; Samenparameter nach WHO mit Messgerät und Durchflusszytometrie; Terzile nach der Verteilung der Kontrollen; unbedingte logistische Regression. Oberstes gegenüber unterstem Terzil: Milchprodukte gesamt OR 1,19 (95-%-KI 0,85 bis 1,67), Protein aus Milchprodukten OR 1,19 (0,85 bis 1,68), Fett OR 1,28 (0,91 bis 1,80), Kalzium OR 1,20 (0,85 bis 1,68), gesättigte Fettsäuren OR 1,30 (0,92 bis 1,83), Phosphor OR 1,18 (0,84 bis 1,67). Nach Schichtung für BMI unter 25 kg/m² war gesättigtes Fett aus Milchprodukten mit höherem Risiko verbunden (OR 1,76; 1,01 bis 3,09). Stärken: validierter Fragebogen, gleiche Klinik für Fälle und Kontrollen, Konfidenzintervalle. Schwächen: Rückblick auf die Ernährung bei bereits diagnostizierter Störung (Erinnerungsfehler), eine Klinik, Subgruppenanalyse ohne erkennbare Korrektur für Mehrfachvergleiche; dieselbe Studienbasis wie [s83] und weitgehend wie [s82], daher keine unabhängigen Belege. Einordnung: Das Milchprotein ist das einzige Nahrungseiweiß, das in dieser Arbeit getrennt ausgewiesen wird; es zeigt keinen signifikanten Zusammenhang. Whey als Pulver ist nicht abgebildet.

**Liu et al. 2022, Nutrients [s82].** „Associations between Meat and Vegetable Intake, Cooking Methods, and Asthenozoospermia: A Hospital-Based Case-Control Study in China“ (Shenyang, China). Klinikbasierte Fall-Kontroll-Studie mit 552 Fällen und 585 Kontrollen; validierter Fragebogen; Diagnose nach der fünften Auflage des WHO-Handbuchs. Oberstes gegenüber unterstem Terzil: Gesamtfleisch OR 0,56 (95-%-KI 0,37 bis 0,87), unverarbeitetes Fleisch OR 0,61 (0,40 bis 0,93), verarbeitetes Fleisch OR 1,44 (1,01 bis 2,06), rohes Gemüse OR 0,67 (0,45 bis 0,98), Anbraten des Fleisches OR 1,58 (1,02 bis 2,46). Stärken: dieselbe Klinik für Fälle und Kontrollen, Kochmethoden als zusätzliche Dimension. Schwächen: Die Konfidenzintervalle reichen nahe an 1; viele Einzelvergleiche; Erinnerungsfehler; Fleisch dient als Proxy für tierisches Eiweiß, ohne dass Eiweißmenge oder Supplementnutzung getrennt würden; die Studienbasis überschneidet sich mit [s100] und [s83]. Einordnung: gegenläufige Befunde für unverarbeitetes und verarbeitetes Fleisch; nicht auf Eiweißpulver übertragbar.

**Lv et al. 2022, Frontiers in Nutrition [s83].** „Intake of ultra-processed foods and asthenozoospermia odds: A hospital-based case-control study“ (Shenyang, China). Klinikbasierte Fall-Kontroll-Studie mit 549 Fällen und 581 Kontrollen, Juni bis Dezember 2020 (dieselbe Studienbasis wie [s100]). Klassifikation nach NOVA (Verarbeitungsgrad), Fragebogen, WHO-Samenanalyse. Oberstes gegenüber unterstem Terzil (Anteil der Gesamtenergie): OR 1,53 (95-%-KI 1,12 bis 2,10; P für Trend < 0,05). Ähnliche Muster in Untergruppen: Alter mindestens 32 Jahre OR 1,58 (1,04 bis 2,40), BMI mindestens 24 kg/m² OR 1,52 (1,04 bis 2,22), Raucher OR 1,78 (1,14 bis 2,79), Alkoholkonsumenten OR 1,65 (1,01 bis 2,72); eine Sensitivitätsanalyse mit absoluter Menge in Gramm pro Tag bestätigte das Muster. Stärken: NOVA als Standard, Sensitivitätsanalysen. Schwächen: Ernährungsangabe rückblickend; der Verarbeitungsgrad korreliert mit der Gesamtqualität der Kost; ob Proteinriegel oder Proteinpulver als ultraverarbeitet eingeordnet wurden, sagt das Abstract nicht. Einordnung: Der wahrscheinlichste indirekte Berührungspunkt zu Sportnahrung (verarbeitete Produkte), jedoch nur als Hypothese.

**Cui et al. 2022, Frontiers in Nutrition [s79].** „Diet Quality Scores and Asthenoteratozoospermia Risk: Finding From a Hospital-Based Case-Control Study in China“ (Shenyang, China). Klinikbasierte Fall-Kontroll-Studie mit 254 Fällen und 633 Kontrollen; Berechnung von DASH-, AHEI-2010- und Chinese-Healthy-Eating-Index-Werten (CHEI) aus einem validierten Fragebogen. Der CHEI war invers zum Risiko, mit einem OR von 0,59 (95-%-KI 0,39 bis 0,88) für das zweite und für das dritte Terzil gegenüber dem ersten (P für Trend < 0,05). Pro Standardabweichung Anstieg sank das Risiko bei CHEI um 19 %, bei AHEI-2010 um 13 % und bei DASH um 17 %. Stärken: drei Indizes, konsistente Richtung. Schwächen: Die Odds Ratios und Intervalle für das zweite und dritte Terzil sind im Abstract (am Original geprüft) identisch, nämlich 0,59 (0,39 bis 0,88); ob das ein Übertragungsfehler ist, ließ sich ohne Volltext nicht prüfen. Fall-Kontroll-Design, Erinnerungsfehler, eine Klinik; Studienbasis aus Shenyang wie [s100, s82, s83], aber mit anderer Fall- und Kontrollzahl. Einordnung: bessere Kostqualität ist mit geringerem Risiko verbunden; keine Aussage zu Sportnahrung.

**Konishi et al. 2026, Asian Journal of Andrology [s16].** „Urinary isoflavone concentrations and semen parameters of Japanese men seeking fertility treatment“ (Tokio und Ibaraki, Japan). Querschnittsstudie an 157 Männern in Kinderwunschbehandlung (Sanno Hospital, Tsukuba Gakuen Hospital), September 2020 bis März 2021. Spoturin und Samenprobe am selben Tag; Isoflavone (Genistein, Daidzein, Equol) per Flüssigchromatografie mit Tandem-Massenspektrometrie, korrigiert für das spezifische Gewicht. Median der Gesamtzahl 112 Millionen (IQR 50 bis 221), der Konzentration 39 Millionen pro Milliliter (17 bis 72). Differenz der Spermienzahl gegenüber dem niedrigsten Quartil: Daidzein Q2 −40 % (95-%-KI −59 bis −13), Q3 −37 % (−56 bis −9), Q4 −32 % (−53 bis −3); Genistein Q2 −23 % (−47 bis 12), Q3 −50 % (−66 bis −26), Q4 −29 % (−51 bis 3). Equol und Gesamtmotilität ohne Zusammenhang. Stärken: objektive Biomarker statt Fragebogen, Hochzufuhr-Population. Schwächen: Männer in Kinderwunschbehandlung, Spoturin als Momentaufnahme, kein gleichmäßiger Dosiseffekt (stärkster Rückgang bei Daidzein in Q2, bei Genistein in Q3), Querschnitt, kleine Zahl. Einordnung: Sojaisolat ist eine Zutat mancher Proteinpulver; das Abstract spricht aber ausdrücklich nur von der Zufuhr über die Nahrung.

**Юнацкая Т. А., Цуканов А. Ю., Турчанинов Д. В., Сатыбалдин Д. А. 2018, Вопросы питания (Voprosy Pitaniya) [s133].** „Оценка связи характера питания и показателей эякулята мужчин с идиопатическим бесплодием“ (Bewertung des Zusammenhangs zwischen Ernährungsweise und Ejakulatparametern bei Männern mit idiopathischer Unfruchtbarkeit; Omsk, Russland; Kongressmaterialien des XVII. Allrussischen Kongresses). Querschnitts- und Korrelationsstudie an 35 Männern über 18 Jahren mit idiopathischer Unfruchtbarkeit (Patospermie in mehr als zwei Ejakulatanalysen, Unfruchtbarkeit länger als 12 Monate; mittleres Alter 34 Jahre, 95-%-KI 29,5 bis 38,49); die tatsächliche Ernährung wurde mit einer Häufigkeitsmethode erhoben. Befunde zur Ernährung: überschüssige Kalorien durch Fette und Eiweiß; Eiweißüberschuss bei 35,7 % der Männer, vor allem durch tierisches Eiweiß; Methioninmangel bei 28,6 %; zu wenig Ballaststoffe bei 42,9 %; Vitamin-D-Mangel bei 100 % und Folsäuremangel bei 85,7 %; Natriumzufuhr 3,4-fach über der empfohlenen Menge. Spearman-Korrelationen: Ejakulatvolumen mit pflanzlichen Lebensmitteln (rs = +0,62; p = 0,041), Ballaststoffen (rs = +0,8; p = 0,003) und Polysacchariden (rs = +0,65; p = 0,029); Konzentration mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren (rs = +0,61; p = 0,047); Zahl lebender Spermien mit Eisen, Vitamin PP (Niacin) und Omega-3-Fettsäuren (jeweils rs = 0,9; p = 0,037); progressive Beweglichkeit mit Gemüse und Obst (rs = 0,9; p = 0,015), Eiern und Phospholipiden (rs = 0,9; p = 0,037) sowie Vitamin D und B12 (je rs = 0,9; p = 0,037); unbewegliche Spermien mit hoher Zufuhr komplexer Kohlenhydrate (rs = −0,81; p = 0,027). Schwächen: Kurzfassung aus einem Kongressband; keine Kontrollgruppe fertiler Männer; Häufigkeitsmethode (Erinnerungsfehler); keine Angabe zu Proteinpulver oder Sportprodukten; keine Korrektur für Mehrfachtests. Die genannten Prozentanteile (35,7; 28,6; 42,9; 85,7) entsprechen Vielfachen von 1/14, was auf 14 ausgewertete Männer hindeutet (Rückschluss der Recherche, im Text nicht genannt), und der identische Wert rs = 0,9 mit p = 0,037 bei mehreren Nährstoffen spricht für sehr wenige Beobachtungspaare. Ein Zusammenhang zwischen Eiweißüberschuss und Spermienparametern wird nicht berichtet. Einordnung: Hinweis zur Ernährungslage subfertiler Männer in Omsk, kein Beleg für eine Wirkung von Protein.

**Yao et al. 2026, Asian Journal of Andrology [s30].** „Modifiable key factors and semen quality in men undergoing preconception evaluation: a cross-sectional study“ (Chengdu, China). Retrospektive Querschnittsstudie an 3.336 Männern der Andrologie des West China Second University Hospital, 2019 bis 2023; mehrfach adjustierte Regression mit natürlichen kubischen Splines (Alter, Karenzzeit, Jahreszeit). Das Abstract enthält keine Zahlen. Qualitativ: Rauchen von mehr als 20 Zigaretten täglich oder länger als 10 Jahre ging mit niedrigerer Konzentration, Gesamtzahl und Motilität einher; frühere Trinker zeigten begrenzt bessere Motilität; der BMI zeigte nichtlineare Zusammenhänge mit Volumen und Morphologie, manche Parameter gipfelten bei leichtem Übergewicht, Adipositas blieb mit schlechterer Samenqualität verbunden. Stärken: große Stichprobe, nichtlineare Modelle. Schwächen: retrospektiv, kein Effektmaß im Abstract, keine Ernährungs- oder Supplementvariable genannt. Einordnung: nur Hintergrund zu Lebensstilfaktoren.

**Kaya et al. 2020, Revista Internacional de Andrología [s108].** „The effect of modifiable lifestyle factors on semen quality“ (Andrologie-Ambulanz). Querschnittsstudie an 1.311 Teilnehmern (852 normozoosperm, 459 dysspermisch). Enge Unterwäsche war mit schlechteren Parametern verbunden (p = 0,004), Sauna mit niedrigerer Konzentration; Kaffeekonsum gehört zu den untersuchten Faktoren, ein Einzelergebnis dazu steht nicht im Abstract. Stärken: große Stichprobe mit Vergleichsgruppe. Schwächen: Querschnitt, Effektgrößen im Abstract nicht berichtet, keine Angaben zu Supplementen. Einordnung: Lebensstilfaktoren allgemein.

**Adoamnei et al. 2019, Revista Internacional de Andrología [s114].** „[Dietary intake of trace elements and semen quality and reproductive hormone levels in young men: relationship with fertility]“ (Zufuhr von Spurenelementen mit der Nahrung, Samenqualität und Reproduktionshormone bei jungen Männern: Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit; Murcia, Spanien). Querschnittsstudie an 209 jungen Studierenden. Höhere Eisenzufuhr war mit niedrigerer Konzentration (P-Trend = 0,01) und weniger progressiv beweglichen Spermien (P-Trend = 0,004) verbunden. Stärken: junge, nicht nach Fruchtbarkeit ausgewählte Männer. Schwächen: Querschnitt, kleine Stichprobe, im Abstract keine Effektgrößen. Einordnung: Spurenelemente aus der Nahrung; Supplemente werden im Abstract nicht erwähnt.

**Piera-Jordán et al. 2025, Revista Española de Salud Pública [s42].** „[Relationship between semen quality and anthropometric parameters in males]“ (Zusammenhang zwischen Samenqualität und anthropometrischen Parametern bei Männern; Krankenhaus Denia, Spanien). Querschnittsstudie an 117 Männern aus Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch. Zwischen Hüftumfang und Samenvolumen bestand ein positiver Zusammenhang (p = 0,027); sonst gab es keine Zusammenhänge zwischen Körperzusammensetzung (Muskel-, Fett-, Viszeralmasse) und Samenqualität. Stärken: gemessene Körperzusammensetzung statt Selbstangabe. Schwächen: kleine Stichprobe, Querschnitt, Kinderwunschpatienten, mehrere Tests. Einordnung: Relevant, weil Muskelmasse im Kraftsport eine Rolle spielt: In dieser Stichprobe zeigte sie keinen Zusammenhang mit der Samenqualität.

### Körperliche Aktivität

Training ist ein eigener Einflussfaktor, der in jede Aussage zu Sportnahrung eingeht. Supplemente wurden in den beiden folgenden Arbeiten nicht erfasst.

**Tian et al. 2026, Reproductive Biology and Endocrinology [s26].** „Moderate-intensity physical activity is associated with favorable semen-parameter changes and normalization of selected abnormalities in men with impaired semen quality“ (China). Prospektive Beobachtungskohorte (kein Interventionsvergleich) mit 1.316 Männern, die mindestens einen Parameter unter dem Referenzwert der WHO (sechste Auflage) hatten: 434 inaktiv, 430 gering aktiv, 452 moderat aktiv. Alle erhielten standardisierte Lebensstilberatung; die Aktivität wurde per Fragebogen mit Borg-Skala und Sprechtest erfasst, die Samenparameter nach drei Monaten. Gegenüber Inaktivität war moderate Aktivität mit günstigeren adjustierten Unterschieden in Konzentration, Motilität, Morphologie, Zahl progressiv beweglicher Spermien und DFI verbunden; die größte relative Differenz zeigte die Gesamtzahl progressiv beweglicher Spermien (+51,01 %; 95-%-KI 18,03 bis 93,64 %; P für Trend = 0,001). Chancen auf Normalisierung (Odds Ratio): Konzentration 2,32 (1,12 bis 4,81), progressive Motilität 1,53 (1,09 bis 2,15), Gesamtmotilität 2,17 (1,41 bis 3,36), Morphologie 1,54 (1,13 bis 2,12); keine signifikante Normalisierung bei niedriger Gesamtzahl oder erhöhtem DFI. Die gering aktive Gruppe zeigte keine einheitlichen Vorteile. Stärken: große Kohorte, Männer mit nachgewiesener Beeinträchtigung, Verlaufsmessung, Konfidenzintervalle. Schwächen: Die Gruppeneinteilung erfolgte erst bei der Nachuntersuchung und war selbstgewählt (laut Abstract ausdrücklich keine Zuweisung); Selbstangabe; Restkonfusion durch den Lebensstil insgesamt; die Autoren verlangen kontrollierte Studien. Das Abstract nennt keine Ernährungs- oder Supplementdaten. Einordnung: moderate Aktivität ist mit besseren Verläufen verbunden; eine Aussage über Leistungstraining oder Sportnahrung ergibt sich nicht.

**Li et al. 2025, Reproductive BioMedicine Online [s37].** „Physical activity, sedentary time and sperm DNA fragmentation index in healthy Japanese men“ (Japan). Querschnittsanalyse der Basisdaten einer laufenden randomisierten Studie (Preconception Research and Education Study for Men) an 323 Männern von 20 bis 39 Jahren aus betrieblichen Gesundheitsuntersuchungen, 2021 bis 2022. Kurzfassung des International Physical Activity Questionnaire (IPAQ-SF); DNA-Fragmentierungsindex (DFI) und konventionelle Samenparameter; verallgemeinerte lineare Modelle, adjustiert. Höhere Gesamtaktivität ging mit niedrigerem DFI einher (P für Trend = 0,002); das dritte und vierte Quartil zeigten gegenüber dem ersten eine Verringerung um 21 % (95-%-KI 5 bis 34 %; P = 0,013) bzw. 29 % (12 bis 43 %; P = 0,002). Beim Sitzen war der Trend nicht signifikant (P = 0,057); das erste Sitzzeit-Quartil zeigte gegenüber dem vierten 22 % weniger DFI (3 bis 37 %; P = 0,024). Konventionelle Parameter ohne signifikanten Zusammenhang. Stärken: klar definierte Stichprobe gesunder Männer, DNA-Marker zusätzlich zum Spermiogramm. Schwächen: Selbstangaben, Querschnitt; im Abstract sind nur das dritte und vierte Quartil beziffert. Einordnung: Aktivität ist selbst eine Einflussgröße, die in jeder Studie an Athleten mitbedacht werden muss.

### Carnitin im Samenplasma

Carnitin ist ein verbreitetes Sportsupplement. Die folgenden Arbeiten messen es im Samenplasma, ohne dass Männer es einnahmen.

**Mostafa et al. 2022, Journal of Reproduction & Infertility [s85].** „Seminal L-Carnitine In Infertile Oligoasthenoteratozoospermic Men with Varicocele“ (Kairo, Ägypten). Prospektive Querschnittsstudie an 86 Männern (45 mit Oligoasthenoteratozoospermie und Varikozele, 21 mit OAT ohne Varikozele, 20 fertile Kontrollen). Seminalplasma-L-Carnitin: 216,3 ± 57,1 ng/ml (OAT mit Varikozele), 252,9 ± 62,9 ng/ml (OAT ohne Varikozele; p = 0,01 gegenüber der ersten Gruppe), 382,8 ± 63,6 ng/ml (fertile Kontrollen; p = 0,001). Positive Korrelation mit Konzentration, Beweglichkeit und normaler Morphologie. Stärken: drei klar definierte Gruppen, Volltext mit Tabellen. Schwächen: Querschnitt, kleine Gruppen, keine Aussage über Ursache oder Einnahme. Einordnung: Niedrigeres Carnitin im Samenplasma bei Subfertilen sagt nichts darüber, ob Einnahme die Werte verändert.

**Arslan et al. 2023, European Review for Medical and Pharmacological Sciences [s59].** „Comparison of sperm carnitine profiles of normospermic, oligospermic and azospermic individuals“ (Uşak, Türkei). Fall-Kontroll-Metabolomik (LC-MS/MS) von Carnitinprofilen im Seminalplasma, normozoosperm gegenüber oligozoosperm gegenüber azoosperm; Gruppengrößen im Abstract nicht angegeben. Acetylcarnitin (C2), Octenoylcarnitin (C8:1) und Palmitoleylcarnitin (C16:1) werden als mögliche neue Marker genannt. Schwächen: keine Zahlen im Abstract, keine Interventionsstudie. Einordnung: Biomarkerarbeit ohne Bezug zu Supplementen.

### Einordnung der Beobachtungsstudien

Fasst man die Beobachtungsstudien zusammen, ergibt sich ein uneinheitliches Bild mit wenig direkter Information zur Kernfrage. Für Proteinpulver stehen eine große Querschnittsstudie ohne Zusammenhang [s113] und eine kleine, unkontrollierte Vorher-nachher-Beobachtung mit höherer Konzentration nach dem Absetzen [s119] nebeneinander; beide sind nicht vergleichbar. Für Kreatin gibt es nur Studien zu Nahrungskreatin, zu Kreatin und Kreatinkinase im Samenplasma und zu Hormonmarkern [s39, s111, s171], die Kreatinpulver nicht abbilden. Für Energy-Drinks gibt es eine russische Arbeit ohne Zahlen [s91]; zuckergesüßte Getränke zeigen in zwei Studien mit höherem Konsum inverse Zusammenhänge [s95, s51], in einer weiteren mit moderatem Konsum keinen klaren [s84]. Die Kaffeestudien weisen je nach Studie in verschiedene Richtungen [s21, s20, s148, s131, s48, s136]. Der Hodenkrebsbefund zu Muskelaufbaupräparaten [s143] betrifft einen anderen Endpunkt, und seine Deutung wird durch mögliche Steroidbeimischung erschwert [s142]. Am dichtesten belegt ist die Hemmung der Spermienbildung unter anabolen Steroiden mit unvollständiger Erholung bei einem Teil der Männer [s98, s174, s170, s167, s74, s15]; sie ist ein Störfaktor, nicht Sportnahrung.

Zur Unabhängigkeit der Belege ist zu beachten: Die Fall-Kontroll-Studien aus Shenyang [s100, s82, s83] beruhen auf nahezu denselben Gruppen (549 bis 552 Fälle, 581 bis 585 Kontrollen, Erhebung 2020), ebenso stammen [s79] und [s64] aus derselben Stadt, wobei eine Überschneidung der Teilnehmer aus den Abstracts nicht hervorgeht; wer viele Studien zählt, zählt dort teilweise dieselben Männer mehrfach. Mehrere Studien der dänischen und US-amerikanischen Gruppen stammen aus derselben Kohorte [s113, s84] bzw. derselben Studienreihe [s154, s152, s156]. Die Kreatinliteratur zur Fruchtbarkeit stammt zu einem erheblichen Teil aus einer Arbeitsgruppe mit offengelegten Industriekontakten [s39, s86]. Mehrere Abstracts enthalten interne Unstimmigkeiten, die oben bei den jeweiligen Studien vermerkt sind [s79, s73, s106, s74, s128, s133, s68].

## Studienlage: Klinische Studien, Leitlinien und Tierversuche

Dieses Kapitel ordnet die ausgewerteten Arbeiten nach Produktgruppen. Innerhalb jeder Gruppe stehen zuerst die Humanstudien, dann die Leitlinien, zuletzt Tier- und Zellversuche. Wo nur ein Abstract vorlag, ist das vermerkt; Zahlen stammen ausschließlich aus den Abstracts, aus den von der Recherche gelesenen Volltexten oder aus den Datenblättern der Gesamtstudie. Die Stärken- und Schwächenangaben sind keine formale Risk-of-Bias-Bewertung, sondern beruhen auf den Angaben der Autorinnen und Autoren und auf der erkennbaren Studienanlage. Das Kapitel enthält keine Therapie- und keine Anwendungsempfehlung. Alle Leitlinienaussagen sind Inhaltsangaben, keine Empfehlungen dieser Studie.

Vorab das wichtigste Ergebnis, offen formuliert: Die Literatur ist zu den eigentlichen Produkten dünn, deutlich dünner, als es die Verbreitung von Kreatin, Proteinpulvern und Energy-Drinks vermuten lässt. Für Kreatin liegt eine einzige randomisierte Studie am Menschen mit Samenanalyse vor, eine Pilotstudie mit 15 Teilnehmern [s23, s40]. Für Whey- und Proteinpulver gibt es keine randomisierte Studie am Menschen mit Samenanalyse; vorhanden sind eine Querschnittsstudie und eine kleine unkontrollierte Beobachtung [s113, s119]. Die randomisierte Crossover-Studie mit Sojaproteinisolat [s161] ist keine Whey-Studie und untersucht Sojaprotein gegenüber Milchprotein in der Ernährung, nicht ein Sportprodukt. Für Energy-Drinks als eigene Exposition gibt es keine kontrollierte Humanstudie mit Samenanalyse. Wo es belastbarere Humandaten gibt, betreffen sie Nachbarthemen: zuckergesüßte Getränke insgesamt, Koffein, anabole Steroide, die als Begleitkonsum oder Verunreinigung im selben Umfeld auftreten, sowie Nahrungsergänzungsmittel bei Männern aus Kinderwunschkliniken. Diese Nachbarthemen werden hier ausdrücklich als solche gekennzeichnet.

### Kreatin

**Einordnung der Lage.** Eine randomisierte Pilotstudie, eine Kongresskurzfassung derselben Studie, eine Querschnittsauswertung ohne Samenanalyse, eine Hormonstudie ohne Samenanalyse, Laborvergleiche im Seminalplasma, Übersichtsarbeiten und Mausmodelle: Das ist der gesamte abgerufene Bestand. Einen Nachweis für eine Schädigung der Spermien durch Kreatinpulver beim Menschen fand die Recherche nicht; einen belastbaren Nachweis für einen Nutzen ebenso wenig.

**Nedeljkovic et al. 2026, Nutrition and Health [s23]: randomisierte, placebokontrollierte Pilotstudie, 8 Wochen.** 15 Freiwillige (mittleres Alter 25,0 ± 6,1 Jahre, BMI 25,1 ± 2,0 kg/m²), darunter fünf mit Oligozoospermie, wurden auf drei Arme verteilt. Die Dosierungen nennt die zugehörige Kurzfassung [s40]: 5 g Kreatinmonohydrat plus 200 mg Ubiquinol, 5 g Kreatinmonohydrat oder 5 g Inulin als Kontrolle täglich über acht Wochen; die Samenproben wurden nach drei bis fünf Tagen Karenz gewonnen. Zielgrößen waren Spermiogramm, biochemische Spermienmarker, der WHO-5-Wohlbefindensindex sowie Häufigkeit und Schwere von Nebenwirkungen; die Studie ist unter NCT06202469 registriert. Im Abstract steigt die Spermienkonzentration unter Kreatin plus Ubiquinol im Mittel um 7,4 Millionen pro Milliliter, nicht signifikant (P = 0,22). Sechs von zehn Teilnehmern unter Kreatin (60 %), mit und ohne Ubiquinol, hatten nach acht Wochen eine höhere Konzentration, in der Kontrollgruppe 20 % (P ≤ 0,05). Alle oligozoospermen Männer unter Kreatin oder Kreatin plus Ubiquinol verbesserten sich, in der Kontrollgruppe blieb die Konzentration bei den oligozoospermen Männern unverändert oder sank weiter (P ≤ 0,05). Das Kreatin im Sperma stieg in der Gruppe Kreatin plus Ubiquinol um durchschnittlich 125,4 µmol/L (35,8 %; P = 0,03). Stärken: randomisiert, placebokontrolliert, registriert, nach Angabe der Autoren die erste Studie dieser Art. Schwächen: Mit 15 Personen, davon fünf oligozoosperm, sind die Subgruppenaussagen einstellig; mehrere Tests ohne erkennbare Korrektur für Mehrfachvergleiche; der primäre Konzentrationsvergleich war nicht signifikant, signifikant waren nur Anteilsvergleiche (Verbesserung ja oder nein) und der Kreatinwert im Sperma. Die Autoren nennen die Befunde vorläufig und verlangen größere Längsschnittstudien. Zur Unabhängigkeit: Der letzte Autor erklärt in der verwandten Arbeit [s39] erhebliche Verbindungen zur Kreatinindustrie (siehe unten).

**Nedeljkovic et al. 2025, Kongressabstract im Supplement des Journal of the International Society of Sports Nutrition [s40]: dieselbe Studie, Sperma-Biomarker.** Es handelt sich nicht um eine zweite Studie, sondern um eine weitere Auswertung desselben Versuchs; sie darf bei der Zählung der Evidenz nicht doppelt gerechnet werden. Berichtet werden Kreatin und Kreatinkinase (CK) im Sperma. Kreatin plus Ubiquinol: CK von 257,5 ± 140,6 auf 455,2 ± 249,2 IU/L (P = 0,07; Cohen's d = 0,88); Kreatin im Sperma von 455,2 ± 188,9 auf 570,7 ± 228,1 µmol/L (P = 0,06; d = 0,55). Nur Kreatin: CK von 454,3 ± 106,5 auf 422,9 ± 193,7 IU/L (P = 0,58; d = 0,20); Kreatin von 499,4 ± 180,7 auf 564,3 ± 284,4 µmol/L (P = 0,71; d = 0,27). Kontrolle: CK von 462,1 ± 229,1 auf 419,9 ± 248,5 IU/L (P = 0,76; d = 0,17); Kreatin von 464,8 ± 205,1 auf 459,5 ± 236,2 µmol/L (P = 0,90; d = 0,02). Die Friedman-Rangvarianzanalyse zeigte für beide Marker eine signifikante Wechselwirkung zwischen den Gruppen (P < 0,05). Auffälligkeiten am Text: Keiner der paarweisen Vorher-nachher-Vergleiche war signifikant. Die in [s23] genannte Zunahme des Spermienkreatins um 125,4 µmol/L (P = 0,03) stimmt nicht mit den hier gedruckten Mittelwerten überein (570,7 minus 455,2 ergibt 115,5 µmol/L; P = 0,06); ob dies an unterschiedlichen Auswertungen liegt, lässt sich aus den abgerufenen Texten nicht klären. Zudem ist in der Gruppe Kreatin plus Ubiquinol der CK-Endwert (455,2) identisch mit dem Kreatin-Ausgangswert (455,2) gedruckt, was ein Druckfehler sein kann. Beides sind Beobachtungen am Text, keine Bewertung der Studie.

**Nedeljkovic et al. 2025, Reproduction and Fertility [s39]: Querschnittsstudie, NHANES 1999 bis 2004.** 1.350 männliche Teilnehmer ab 12 Jahren (Alter 37,6 ± 21,8 Jahre) mit Ernährungsprotokoll sowie gemessenem Inhibin B und Anti-Müller-Hormon (AMH). Kreatin aus der Nahrung wurde rechnerisch aus Lebensmitteln geschätzt (0,20 g/kg für Milchprodukte, 3,88 g/kg für Fleisch); Supplemente wurden ausdrücklich nicht erfasst. Mittlere Zufuhr 0,97 ± 0,87 g/Tag; mittleres Inhibin B 135,7 ± 66,0 pg/mL, mittleres AMH 10,45 ± 13,4 ng/mL. Kreatin und Inhibin B: roh B = −1,49 (P = 0,48), adjustiert für Alter, Gesamtenergie und Proteinzufuhr B = −2,20 (P = 0,40). Kreatin und AMH: roh B = −0,92 (P = 0,03), adjustiert B = −0,92 (P = 0,09). Kein Unterschied in der Kreatinzufuhr zwischen Männern mit Inhibin B unter beziehungsweise über 112 pg/mL. Schwächen: keine Samenanalyse, nur indirekte Marker; Kinder und Jugendliche in der Stichprobe; Kreatinzufuhr nur aus Lebensmitteltabellen, ohne Supplemente, daher nicht auf Kreatinpulver übertragbar; Querschnitt. Der letzte Autor erklärt eine Mitgliedschaft in einem wissenschaftlichen Beirat zu Kreatin (AlzChem), Patente und Forschungsgelder von Kreatinherstellern sowie die Gründung von Firmen für kreatinhaltige Produkte. Autorengruppen überschneiden sich mit [s23, s40, s86]; das ist für die Einordnung der Kreatinliteratur zur Fruchtbarkeit relevant.

**van der Merwe, Brooks und Myburgh 2009, Clinical Journal of Sport Medicine [s163]: doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie.** 20 Rugbyspieler im Studentenalter in Südafrika während der Wettkampfsaison, sechs Wochen Auswaschphase. Intervention: sieben Tage Ladephase (25 g Kreatin plus 25 g Glukose täglich beziehungsweise 50 g Glukose als Placebo), danach 14 Tage Erhaltung (5 g Kreatin plus 25 g Glukose beziehungsweise 30 g Glukose). Zielgrößen: Serum-Testosteron, Dihydrotestosteron (DHT) und das Verhältnis DHT zu Testosteron. Testosteron blieb unverändert. DHT stieg nach sieben Tagen um 56 % und lag nach 14 Tagen Erhaltung noch 40 % über dem Ausgangswert (P < 0,001); das DHT-Testosteron-Verhältnis stieg um 36 % und blieb um 22 % erhöht (P < 0,01). Die Studie enthält keine Samenanalyse und ist nur als Hinweis auf eine mögliche hormonelle Veränderung relevant. Die Autoren betonen, dass die langfristige klinische Sicherheit nicht gesichert ist. Schwächen: kleine Stichprobe, kurze Dauer, nur Ruhewerte. Die Übersichtsarbeit [s32] merkt an, die Mehrzahl der Studien zeige keinen Einfluss von Kreatin auf Testosteron; die DHT-Befunde beschreibt sie in den abgerufenen Abschnitten nicht.

**Nasrallah et al. 2020, Clinical Laboratory [s111]: Vergleichsstudie zu Kreatin und Kreatinkinase im Samenplasma.** 62 Männer aus Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch und 26 Männer mit bereits geborenen Kindern (Tunesien); 53 normozoosperm, 35 asthenozoosperm. Das Kreatin im Samenplasma war hoch und unterschied sich nicht zwischen normozoospermen und asthenozoospermen Männern (791 ± 342 gegenüber 744 ± 422 µmol/L). Die CK war bei Asthenozoospermie höher (1.360 ± 1.050 gegenüber 830 ± 580 U/L; p = 0,013). Kreatin korrelierte positiv mit der progressiven Motilität (r = 0,284; p = 0,010); die CK korrelierte negativ mit der Konzentration (r = −0,29; p = 0,01), der progressiven Motilität (r = −0,26; p = 0,03) und dem Anteil abnormaler Spermien (r = −0,28; p = 0,02). Die Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen dem körpereigenen Kreatin- und CK-System und der Spermienfunktion, sagt aber nichts über die Wirkung zugeführten Kreatins. Schwächen: keine Kausalaussage, schwache Korrelationen (|r| zwischen 0,26 und 0,29), mehrere Korrelationen ohne erkennbare Korrektur für Mehrfachtests.

**Ünal et al. 2001, Türk Üroloji Dergisi [s171]: Kreatinphosphokinase im Seminalplasma.** (Titel: Correlation of sperm parameters with seminal plasma creatine phosphokinage and chlosterol levels, wie in der Quellenliste geführt; Abstract auf Türkisch und Englisch abgerufen.) 38 infertile und 15 fertile Männer (mittleres Alter 29,5 Jahre, Spanne 20 bis 39). Die Mittelwerte von CPK und Cholesterin unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht signifikant (p > 0,1). In der Gruppe der subfertilen Männer korrelierte die CPK positiv mit der Spermienzahl (r = 0,523; p = 0,005); das Cholesterin korrelierte mit der Spermienzahl bei normozoospermen subfertilen Männern (r = 0,814; p = 0,049). Schwächen: kleine Stichprobe, Mehrfachvergleiche ohne Korrektur, der zweite Befund stammt aus einer sehr kleinen Untergruppe und liegt knapp an der Signifikanzgrenze, keine Angaben zu Ernährung oder Supplementen. Die Autoren weisen darauf hin, dass ihr Befund früheren Berichten ohne Korrelation zwischen CPK und Spermienzahl widerspricht.

**Banihani-Reihe zur seminalen Kreatinkinase, Jordanien (Pentoxifyllin 2016 [s139], Lansoprazol 2020 [s102], Ranitidin 2022 [s76]).** Es sind In-vitro-Studien, in denen Wirkstoffe zu menschlichem Ejakulat gegeben und die CK-Aktivität gemessen wurde. Pentoxifyllin (5 mM, 9 Proben nach Swim-up) erhöhte die CK-Aktivität signifikant. Lansoprazol (3 µg/ml über eine Stunde) veränderte weder DNA-Integrität noch CK-Aktivität (p = 0,8113). Ranitidin (31 Ejakulate) senkte Beweglichkeit und Vitalität signifikant (p < 0,05), erhöhte aber bei 0,6 bis 1,2 µg/ml die CK-Aktivität signifikant (p < 0,05); eine höhere CK-Aktivität geht also nicht automatisch mit besserer Beweglichkeit einher. Gemeinsame Schwächen: Einzelkonzentrationen ohne Bezug zu Spiegeln nach Einnahme, Kurzzeitinkubation, keine klinischen Endpunkte. Die Reihe liefert keinen Hinweis auf Wirkungen einer Kreatinzufuhr.

**Übersichtsarbeiten.** Antonio et al. 2025, Journal of the International Society of Sports Nutrition [s32], ist eine narrative Expertenübersicht (Teil II), von deren 16 Fragen eine die männliche Fruchtbarkeit betrifft. Im Volltext heißt es: Die Vermutung schädlicher Wirkungen von Kreatinmonohydrat auf die Fruchtbarkeit stamme oft aus Studien mit mehrkomponentigen Bodybuilding-Präparaten, die auch anabole Steroide enthalten könnten; Behauptungen über Dehydratation oder erhöhtes Testosteron seien nicht belegt. Genannt werden die Verbesserung von Motilität und Geschwindigkeit menschlicher Spermien durch Kreatinphosphat in vitro bei normospermischen Spendern (volle Wirkung innerhalb einer Minute) sowie tierexperimentelle Hinweise bei Maus, Eber und Zuchthahn, aber kein Effekt in gefrorenen Pferdespermien. Der Text stellt fest, dass zum Zeitpunkt der Abfassung keine Humanstudien zu Kreatinmonohydrat und Fruchtbarkeitsparametern bei normo- oder oligozoospermen Männern vorlägen, und schließt, die Evidenz spreche nicht für eine Schädigung der Fruchtbarkeit. Schwächen: narrative Übersicht einer Expertengruppe mit insgesamt positiver Haltung zu Kreatin; keine systematische Suche; die Aussage zu Humanstudien gilt nur bis zum Erscheinen von [s23]. Ostojic, Stea und Engeset 2022, Nutrients [s86], ist eine narrative Mini-Übersicht „Creatine as a Promising Component of Paternal Preconception Diet". Sie nennt, dass interventionelle Studien am Menschen zu diesem Zeitpunkt fehlten, und gibt als Sekundärangabe zur Studie [s113] an, die Konzentration und Gesamtzahl lägen bei aktuellen Nutzern tendenziell höher als bei Nie-Nutzern (42 gegenüber 36 Millionen/mL und 108 gegenüber 90 Millionen); im Abstract der Originalarbeit stehen diese Zahlen nicht, sodass offen bleibt, ob sie adjustiert oder roh sind. Schwächen: Positionspapier mit klarer Pro-Kreatin-Perspektive, überlappende Autorengruppe.

**Leitlinien zu Kreatin.** Keine der in diesem Kapitel gesichteten Leitlinien (AUA/ASRM, EAU, AWMF-S2k, ESHRE, WHO in den Abstracts) behandelt Kreatin; in den Volltexten von AUA/ASRM [s47] und EAU [s175] kommt der Begriff nicht vor (Einzelheiten im Abschnitt zu den Leitlinien weiter unten).

**Tier- und Zellversuche zu Kreatin.**

*Kuribayashi et al. 2024, Scientific Reports [s53]: Knockout-Mäuse plus Zellexperimente.* Mäuse ohne den Kreatintransporter Slc6a8 zeigten keine Auffälligkeiten der Spermienbildung. Mäuse ohne das Kreatin-Syntheseenzym Gamt bildeten Spermien, hatten aber geringere Spermienzahl, verminderte Beweglichkeit und eine niedrigere Befruchtungsrate; das Hodenkreatin war deutlich erniedrigt, die Tight Junctions der Blut-Hoden-Schranke waren gestört. Kreatinzufuhr behob die Störung, erkennbar an höherer Spermienzahl und Befruchtungsrate. Die Autoren schließen, Kreatin sei für die Aufrechterhaltung der Tight Junctions im Hoden nötig; das Abstract nennt zudem, dass der Kreatingehalt des Hodens bei unfruchtbaren Männern seit Langem als erniedrigt bekannt ist. Je Gruppe fünf Mäuse; Effektgrößen und Dosis der Zufuhr stehen im Abstract nicht. Stärken: genetisch saubere Modelle mit Verlust- und Rettungsversuch. Schwächen: Maus mit künstlichem Kreatinmangel; der Befund betrifft den Mangel, nicht die Mehrzufuhr bei normaler Versorgung; keine Aussage über Sportnahrung.

*Kuribayashi et al. 2023, Reproductive Medicine and Biology [s65]: Kreatin-CEST-Bildgebung.* Im 7-Tesla-Magnetresonanztomografen war das Kreatin-CEST-Signal im Sertoli-Zell-only-Modell (Kitw/Kitwv) und im Reifungsstopp-Modell (Zfp541- und Kctd19-Knockout) vermindert (p < 0,05), im Teratozoospermie-Modell (Tbc1d21-Knockout) nicht (p = 1,0); bei vier Wochen alten Wildtyp-Mäusen mit unreifen Hoden war es ebenfalls vermindert (p < 0,05). Kreatin dient hier als Messgröße des Gewebes, nicht als Nahrungsergänzung; Gruppengrößen stehen nicht im Abstract.

*Umehara et al. 2018, Human Reproduction [s132]: Maus und In-vitro-Befruchtung.* Das Kreatin im Eileiter stieg nach der Ovulation signifikant; der Kreatinantagonist GPA vor der Ovulation verringerte die Zahl befruchteter Eizellen signifikant. Zusatz von Kreatin zum IVF-Medium steigerte die Kapazitation über höhere ATP-Spiegel; Befruchtung gelang schon mit fünf Spermien pro Eizelle, und die Zahl befruchteter Eizellen war höher als in der Kontrolle (P < 0,01). Es geht um Kreatin im Kulturmedium, nicht um Supplementeinnahme; pharmakologischer Ansatz, nur Maus.

*Freitas et al. 2026, Ratten im Diabetesmodell [s09].* 48 Wistar-Ratten in vier Gruppen zu je 12 (Kontrolle, Kreatin, Diabetes, Diabetes plus Kreatin). Kreatinfutter: fünf Tage Ladephase mit 13 % (130 g/kg) vor der Diabetesinduktion, dann 35 Tage mit 2 % (20 g/kg). Diabetes vergrößerte Hodenkanälchen und Epithelanteile; Kreatin normalisierte die meisten morphologischen Parameter. Die histopathologische Degeneration blieb in beiden Diabetesgruppen über dem Kontrollniveau. Immunhistochemisch gab es weniger SOD1 und mehr NFκB-p65 in der Gruppe Diabetes plus Kreatin als in der reinen Diabetesgruppe. Das gemischte Bild (morphologische Normalisierung, aber mehr Entzündungsmarker und weniger antioxidatives Enzym) spricht gegen eine einfache Lesart; Samenparameter wurden nicht berichtet.

*Lee et al. 1998, Biology of Reproduction [s172]: Kreatinstoffwechsel in der Ratte.* In Hoden und Nebenhoden werden Guanidinoacetat-Methyltransferase und S-Adenosylhomocystein-Hydrolase stark exprimiert, der Kreatintransporter in Samenblase und Samenleiter. Schluss der Autoren: Kreatin entsteht in Hoden und Nebenhoden selbst, in der Samenblase stammt es aus dem Blut. Reine Grundlagenstudie.

**Hodenkrebs und Kreatin (Querbezug).** Siehe den Abschnitt zu Verunreinigung, Muskelaufbaupräparaten und Hodenkrebs weiter unten.

### Whey- und Proteinpulver

**Einordnung der Lage.** Zwei Humanstudien mit Proteinpulver als Exposition, ein randomisierter Crossover-Versuch mit Sojaprotein, Ernährungsstudien zu Nahrungsprotein, ein Mäuseversuch ohne Effekt und mehrere Tierversuche mit Molkenprotein in Schädigungsmodellen. Eine randomisierte Studie mit Whey-Pulver und Samenanalyse am Menschen fehlt.

**Tøttenborg et al. 2020, Fertility and Sterility [s113]: Querschnittsstudie in der FEPOS-Kohorte, Dänemark.** Teilstichprobe von 778 jungen Männern, deren Mütter in der Dänischen Nationalen Geburtskohorte 1996 bis 2002 eingeschlossen waren; Samenproben von April 2017 bis März 2019. Exposition: selbstberichteter Gebrauch von Proteinpulver, 28 % aktuell, 24 % früher. Negative Binomialregression mit Anpassung an Lebensstil (Training, BMI, Anabolikagebrauch) sowie mütterliche und väterliche Faktoren, Ergebnisse als prozentuale Differenz mit 95-%-Konfidenzintervall relativ zu Nie-Nutzern. Der Gebrauch war weder in rohen noch in adjustierten Analysen mit geringerem Ejakulatvolumen, geringerer Spermienkonzentration, Gesamtspermienzahl, Morphologie oder Motilität verbunden. Die Autoren regen eine Wiederholung an, weil schon ein kleiner schädlicher Effekt bei der Verbreitung der Produkte auf Bevölkerungsebene groß wäre. Stärken: große Stichprobe junger, nicht nach Fruchtbarkeit ausgewählter Männer, standardisierte Samenanalyse, Anpassung an Anabolikagebrauch als wichtigen Störfaktor. Schwächen: Querschnitt; Exposition selbstberichtet, ohne Produktart, Dosis oder Dauer im Abstract; Teilnahmequote nicht im Abstract; kein Beleg für Auswirkungen auf Schwangerschaft.

**Ketheeswaran et al. 2019, Asian Journal of Andrology [s119]: prospektive Beobachtungsstudie (Pilot, Vorher-nachher).** 20 subfertile Männer der Fertilitätsklinik Skive (Dänemark), 2014 bis 2016, Spermienkonzentration unter 15 Millionen/mL, regelmäßiger Proteinpulvergebrauch für Bodybuilding (mehr als zweimal pro Woche seit über drei Monaten), Nichtraucher, Alkohol unter 14 Einheiten pro Woche, keine Varikozele; mittleres Alter 32,2 Jahre (SD 5,1), mittlerer BMI 25,8 kg/m² (SD 9,2). Die Produkte bestanden laut Deklaration überwiegend aus Whey. Alle 20 beendeten den Gebrauch; die Karenzzeit bis zur Folgeprobe betrug 2 bis 16 Monate (Median 4,5; IQR 2,0 bis 8,5). Die mediane Spermienkonzentration stieg von 1,8 (IQR 0,5 bis 5,0) auf 8,9 Millionen/mL (IQR 1,0 bis 13,0); das Verhältnis der Mediane betrug 2,6 (95-%-KI 1,1 bis 5,8; gepaarter t-Test P = 0,03; Wilcoxon P = 0,02). Die Gesamtspermienzahl stieg von median 3,1 (IQR 1,0 bis 18,5) auf 13,1 Millionen (IQR 1,8 bis 31,8), Verhältnis 2,1 (95-%-KI 0,8 bis 9,1; P = 0,14; Wilcoxon P = 0,27), also nicht signifikant. Die mediane progressive Motilität lag bei 50,0 % (IQR 33,3 bis 65,3) vor und 60,0 % (IQR 52,3 bis 69,0) nach dem Absetzen, die mediane Gesamtzahl beweglicher Spermien bei 1,6 (IQR 0,3 bis 8,1) beziehungsweise 7,7 Millionen (IQR 0,6 bis 21,7); für diese beiden Größen sind im Text keine Signifikanztests berichtet. Bei einem azoospermen Patienten blieb die Azoospermie bestehen, er wurde ausgeschlossen. Bei fünf von 20 Männern (25 %) sank die Konzentration leicht. Nach dem Absetzen wurden bei Paaren dieser Männer acht Lebendgeburten und vier klinische Schwangerschaften nach assistierter Reproduktion berichtet; ein Mann erreichte nach drei Monaten eine natürliche Konzeption, beim azoospermen Mann entstand eine Schwangerschaft mit Spendersamen. Diese Fallangaben sind ohne Vergleichsgruppe nicht als Effekt des Absetzens interpretierbar. Schwächen: nur 20 Männer, kein Kontrollarm, mögliche Regression zur Mitte (Einschluss wegen eines niedrigen Ausgangswerts), natürliche und saisonale Schwankung der Samenparameter (von den Autoren genannt), unterschiedlich lange Karenz, Zählung in Makler-Kammer statt Standardverfahren, nachträglich per Telefon erhobene Expositionsangaben, nicht kontrollierte Störfaktoren (Gewicht, Training, weitere Supplemente). Der Text verweist auf Arbeiten, nach denen 14,8 % von 634 nichthormonellen Nahrungsergänzungsmitteln nicht deklarierte anabole Steroide enthielten; ob die beobachtete Veränderung mit solchen Verunreinigungen zusammenhängt, wurde nicht geprüft. Die Autoren betonen den vorläufigen Charakter.

**Beaton et al. 2010, Fertility and Sterility [s161]: randomisierte Crossover-Studie, Sojaprotein.** Gesunde junge Männer (27,5 ± 5,67 Jahre, BMI 25,4 ± 3,14 kg/m²); die Teilnehmerzahl steht nicht im abgerufenen Abstract. Interventionen: Milchproteinisolat, isoflavonarmes Sojaproteinisolat (1,64 ± 0,19 mg Isoflavone/Tag) und isoflavonreiches Sojaproteinisolat (61,7 ± 7,35 mg/Tag), je 57 Tage, 28 Tage Auswaschphase. Die Isoflavonausscheidung im Urin war nach der isoflavonreichen Variante erhöht; Samenvolumen, Konzentration, Gesamtzahl, Motilität, Gesamtzahl beweglicher Spermien und Morphologie unterschieden sich nicht signifikant von der Milchprotein-Bedingung. Es ist Sojaprotein, nicht Whey, aber eine der wenigen randomisierten Studien zu einem isolierten Proteinpräparat mit Samenanalyse. Schwächen: Abstract ohne Fallzahl und Effektschätzer; gesunde Probanden ohne Fruchtbarkeitsproblem.

**Cao et al. 2026, Journal of Exercise Science and Fitness [s05]: randomisierte, doppelblinde Studie an Spitzensprintern, ohne Samenanalyse.** 24 Sprinter, zwei Gruppen zu je 12; 200 mg Tangeretin plus 19,8 g Whey-Protein täglich gegen nur 19,8 g Whey-Protein, vier Wochen. Die fettfreie Masse nahm in der Versuchsgruppe signifikant zu (2,3 % gegenüber 1,1 %; p = 0,018). Für Testosteron und ACTH ergab sich ein signifikanter Zeiteffekt in beiden Gruppen, aber keine Gruppe-mal-Zeit-Interaktion; für Cortisol, das Verhältnis Testosteron zu Cortisol und die Superoxiddismutase weder Zeit- noch Interaktionseffekt. Es wurde kein Spermiogramm erhoben, und weil beide Gruppen Whey erhielten, lässt sich Whey allein nicht gegen Placebo abgrenzen; für die Spermienqualität folgt daraus nichts.

**Beobachtungsstudien zu Nahrungsprotein und Milchprodukten (Kontext).** Diese Arbeiten betreffen Lebensmittel, nicht Pulver; der Bezug zu Whey ist indirekt.

*Abdollahi et al. 2022, Clinical Nutrition ESPEN [s73]:* 270 infertile Männer (Isfahan), Ernährungsfragebogen mit 168 Punkten. Für die Spermienkonzentration ergab sich beim höchsten Tertil pflanzlicher Proteinzufuhr ein Odds Ratio von 0,38 (95-%-KI 0,19 bis 0,75; P = 0,004) roh, adjustiert 0,36 (0,18 bis 0,72) und 0,31 (0,14 bis 0,65); für tierisches Protein im höchsten Tertil roh 2,32 (1,13 bis 4,76), adjustiert 2,38 (1,16 bis 4,91) und 2,42 (1,13 bis 5,19). Für die Morphologie roh 3,68 (0,97 bis 13,91; P = 0,04). Aus dem Abstract geht nicht hervor, welcher Ausgang das Odds Ratio beschreibt; die Richtung der Interpretation bleibt offen. Das Konfidenzintervall der Morphologie schließt 1 ein, obwohl P = 0,04 angegeben ist; das ist im Abstract nicht erklärt.

*Wang et al. 2021, Frontiers in Nutrition [s100]:* klinikbasierte Fall-Kontroll-Studie in Shenyang, 549 Männer mit Asthenozoospermie und 581 normozoosperme Kontrollen, validierter Verzehrhäufigkeitsfragebogen. Höchstes gegenüber niedrigstem Terzil: Milchprodukte gesamt OR 1,19 (0,85 bis 1,67); Protein aus Milchprodukten OR 1,19 (0,85 bis 1,68); Fett 1,28 (0,91 bis 1,80); Kalzium 1,20 (0,85 bis 1,68). Nach Schichtung für BMI unter 25 kg/m² war gesättigtes Fett aus Milchprodukten mit höherem Risiko verbunden (OR 1,76; 1,01 bis 3,09; Subgruppe ohne erkennbare Korrektur für Mehrfachvergleiche). Das Milchprotein ist das einzige Nahrungseiweiß, das hier getrennt ausgewiesen wird; es zeigt keinen signifikanten Zusammenhang.

*Liu et al. 2022, Nutrients [s82]:* Fall-Kontroll-Studie derselben Klinik, 552 Fälle und 585 Kontrollen. Höchstes gegenüber niedrigstem Terzil: Gesamtfleisch OR 0,56 (0,37 bis 0,87), unverarbeitetes Fleisch 0,61 (0,40 bis 0,93), verarbeitetes Fleisch 1,44 (1,01 bis 2,06), rohes Gemüse 0,67 (0,45 bis 0,98), Anbraten des Fleisches 1,58 (1,02 bis 2,46). Die Studienbasis ist weitgehend dieselbe wie bei [s100] und [s83]; die drei Arbeiten sind nicht unabhängig voneinander.

*Ghiasvand et al. 2020, Nutrition Journal [s106]:* 400 neu diagnostizierte infertile Iraner, Fleischgruppen getrennt. Konserven-Fisch: weniger unbewegliche Spermien im höchsten Quartil (52,5 % [95-%-KI 47 bis 57] gegenüber 47,4 % [43 bis 51]; P-Trend = 0,026); für frischen Fisch ist die Aussage im Abstract uneinheitlich (Trend P = 0,074, die Schlussfolgerung nennt dennoch eine Richtung). Rotes Fleisch, verarbeitetes Fleisch, Geflügel und Innereien ohne Assoziation (P-Trend > 0,05).

*Afeiche et al. 2014, Epidemiology [s152]:* Rochester Young Men's Study, 189 Männer (18 bis 22 Jahre). Verarbeitetes rotes Fleisch und Gesamtspermienzahl: bereinigte Differenzen über die Quartile 0 (Referenz), −3 (−67 bis 37), −14 (−82 bis 28) und −78 (−202 bis −5) Millionen (P-Trend = 0,01); am stärksten bei Karenz unter zwei Tagen; Residualkonfusion durch die Karenzzeit ist nicht auszuschließen.

*Maldonado-Cárceles et al. 2019, British Journal of Nutrition [s122]:* 206 Männer (18 bis 23 Jahre), Murcia. Gesamtfleisch ohne Zusammenhang mit Samenqualität oder Hormonen; Meeresfrüchte positiv mit progressiver Motilität (45,2; 42,0; 49,4; 53,2 % über die Quartile; P-Trend ≤ 0,001); Innereien mit niedrigerer progressiver Motilität (51,5 gegenüber 42,8 %; P = 0,001) und höherem LH (4,0 gegenüber 4,6 IU/L; P = 0,03); der Verzehr von Meeresfrüchten und Innereien war gering.

*Milchprodukte:* Afeiche 2013 [s156], 189 Männer: Gesamt-Milchprodukte invers mit der Spermienmorphologie (P-Trend = 0,004), getrieben von fettreichen Produkten, vor allem Käse; Differenz der normalen Morphologie −3,2 % (−4,5 bis −1,8) zwischen oberer und unterer Hälfte der Zufuhr fettreicher Milchprodukte. Afeiche 2014 [s151], 155 Männer einer Kinderwunschklinik, Längsschnitt: fettarme Milchprodukte (höchstes Quartil 1,22 bis 3,54 Portionen/Tag) mit 33 % (1 bis 55) höherer Konzentration und 9,3 Prozentpunkten (1,4 bis 17,2) höherer Motilität; Käse bei Rauchern und Ex-Rauchern: höchstes Tertil mit 53,2 % (9,7 bis 75,7) niedrigerer Konzentration. Mai et al. 2023 [s68], 466 Männer in Guangzhou: mehr Milchprodukte mit besserer Motilität (54,5; 56,0; 63,0 %; P = 0,033); die Angaben im Abstract widersprechen sich teilweise (Richtung der Odds Ratios nicht erklärt, einige Zahlen formal beschädigt), die Studie eignet sich nicht für Schlüsse zu Sportnahrung. Salas-Huetos et al. 2017 [s138], 35 Beobachtungsstudien: Gesunde Muster mit Fisch, Geflügel, Gemüse, Obst und fettarmen Milchprodukten waren eher mit besserer Samenqualität verbunden; Muster mit verarbeitetem Fleisch, Soja, Kartoffeln, fettreichen Milchprodukten, Käse, Kaffee, Alkohol, zuckergesüßten Getränken und Süßigkeiten teils mit schlechterer. Proteinpulver sind in dieser Übersicht nicht gesondert aufgeführt. Isoflavone: Konishi et al. 2026 [s16], 157 Männer in Kinderwunschbehandlung (Japan), Isoflavone im Spoturin: Daidzein Q2 −40 % (−59 bis −13), Q3 −37 % (−56 bis −9), Q4 −32 % (−53 bis −3) Spermienzahl gegenüber dem niedrigsten Quartil; Genistein Q2 −23 % (−47 bis 12), Q3 −50 % (−66 bis −26), Q4 −29 % (−51 bis 3); Equol und Gesamtmotilität ohne Zusammenhang; das Abstract spricht von Zufuhr über die Nahrung, nicht von Pulvern.

**Russische Ernährungsstudie.** Yunatskaya et al. 2018, Voprosy Pitaniya [s133] (Titel im Original russisch, sinngemäß: Bewertung des Zusammenhangs von Ernährungsmuster und Ejakulatparametern bei Männern mit idiopathischer Unfruchtbarkeit; Kongressmaterial): 35 Männer mit idiopathischer Subfertilität, Ernährung per Häufigkeitsmethode. Berichtet wird ein Eiweißüberschuss bei 35,7 % der Männer, vor allem durch tierisches Eiweiß; Korrelationen betreffen Ballaststoffe, pflanzliche Lebensmittel, mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Mikronährstoffe, nicht den Eiweißüberschuss. Die Prozentanteile (35,7; 28,6; 42,9; 85,7) entsprechen Vielfachen von 1/14, was auf nur 14 ausgewertete Männer hindeutet (Rückschluss der Recherche, im Text nicht genannt). Ein Zusammenhang zwischen Eiweißüberschuss und Spermienparametern wird nicht berichtet.

**Leitlinien zu Whey- und Proteinpulver.** In keiner gesichteten Leitlinie kommen Proteinpulver oder Whey als eigenes Thema vor.

**Tierversuche zu Whey und Proteinquellen.**

*Ketheeswaran et al. 2020, Food and Chemical Toxicology [s109]: Mäuse, Whey.* 48 männliche NMRI-Mäuse erhielten drei Monate lang Leitungswasser oder eine hohe Dosis Whey (Whey100, BodyLab) im Trinkwasser; danach fünf Tage Verpaarung mit je zwei Weibchen. Keine signifikanten Unterschiede bei Nebenhodenspermienzahl, Motilität, DNA-Fragmentierungsindex (0 und 4 Stunden Inkubation), Redoxpotenzial, Serumtestosteron, Körper- und Organgewichten, Hodenmorphologie, Zahl der trächtigen Weibchen und Wurfgröße. Die Autoren sehen keinen Hinweis, dass die höchste empfohlene Humandosis Spermienqualität oder Fertilität bei Mäusen beeinträchtigt. Stärken: Fertilitätsendpunkte zusätzlich zu Spermienparametern. Schwächen: Maus; Übertragung der Humandosis auf die Maus unsicher.

*Ashry et al. 2026, Tissue and Cell [s02]: Ratten im Alterungsmodell.* Adulte (8 Monate) und alte Ratten (30 Monate), vier Gruppen, Molkenprotein acht Wochen oral. Alte Kontrolltiere zeigten Hodenatrophie, Keimzellverlust, mitochondriale Schäden, mehr Apoptose und ein oxidativ-entzündliches Ungleichgewicht; Molke verbesserte laut Abstract Tubulusdegeneration, Keimzelldichte, mitochondriale Integrität und antioxidative Abwehr und dämpfte Apoptose und Entzündung. Der Abstract nennt keine Dosis, keine Gruppengrößen, keine Zahlen und keine klassischen Spermienparameter; ob die gesunde adulte Molken-Gruppe Veränderungen zeigte, geht daraus nicht hervor.

*Badr et al. 2018, Molecular Reproduction and Development [s127]: Mäuse, Kamelmolkenprotein bei Hitzestress des Hodens.* Skrotale Hitze erhöhte den oxidativen Stress, steigerte P53 und Nrf2, senkte Bcl2 und PPAR-γ, führte zu einer Leydig-Zell-Hyperplasie und senkte Testosteron und den Anteil progressiv beweglicher Spermien. Kamelmolkenprotein stellte diese Größen nach Angabe der Autoren nahezu auf Kontrollniveau wieder her. Kamelmolke ist kein handelsübliches Whey-Pulver; das Modell ist ein Schutzmodell, kein Supplementversuch an gesunden Tieren; Zahlen, Gruppengrößen und Dosis sind im Abstract nicht angegeben.

*Kumar et al. 2026, F&S Science [s17]: Mäuse, Ziegenmolken-Hydrolysat mit Vitamin D3.* 48 Swiss-albino-Mäuse in acht Gruppen, Alterungsmodell durch D-Galaktose (150 mg/kg intraperitoneal, acht Wochen); WP und WPH je 800 mg/kg, Vitamin C 300 mg/kg als Vergleich. Spermienüberleben, progressive Motilität und Testosteron stiegen unter WP, WPH und Vitamin D3 (Abstract ohne Zahlen).

*Abdel-Aziem et al. 2011, Mutation Research [s158]: Molkenproteinkonzentrat bei Aflatoxin.* 80 männliche Sprague-Dawley-Ratten in acht Gruppen, 30 Tage; Aflatoxin im Futter (2,5 mg/kg), Molkenproteinkonzentrat 0,5 ml/Ratte/Tag, Ginsengextrakt 20 mg/kg, einzeln oder kombiniert. Aflatoxin erhöhte DNA-Fragmentierung und Lipidperoxidation in Leber und Hoden. Für den Hoden werden die Verbesserungen im Abstract dem Ginsengextrakt beziehungsweise der Kombination zugeschrieben, nicht dem Molkenprotein allein; es gibt keine Spermienparameter.

*Benabbou et al. 2023, Preventive Nutrition and Food Science [s60]: Proteinrestriktion bei Ratten (Algerien).* 18 männliche Wistar-Ratten (6 je Gruppe), fünf Monate: Kontrolldiät mit 20 % Kasein, proteinreduzierte Diät (10 % Kasein) oder energiereduzierte Diät (50 % weniger Kalorien). Relatives Hodengewicht (g/100 g Körpergewicht) 0,82 ± 0,07, 0,72 ± 0,05 und 0,71 ± 0,13; Testosteron 0,90 ± 0,10, 0,64 ± 0,06 und 0,32 ± 0,06 ng/ml (beide Gruppen signifikant niedriger als die Kontrolle, P < 0,001); LH und FSH unverändert. Histologisch kleinere Kanälchen, geringere Epitheldicke, mehr samenfreie und atrophische Kanälchen. Die Studie betrachtet Mangel, nicht Überschuss oder Pulver; Spermienzahl und Beweglichkeit wurden nicht gemessen. Auffällige Unstimmigkeit: Der Text nennt für die proteinreduzierte Gruppe ein um 37 % niedrigeres Körpergewicht, die Tabellenwerte der Endgewichte (297 ± 15 g gegenüber 246 ± 20 g) passen dazu nicht. Proteinmangel und Wachstumsverzögerung sind nicht zu trennen.

*Johnson und Veith 2001, Archives of Andrology [s169]: Grüne Meerkatzen.* 120 Tage: 60 Tage hohe Proteinzufuhr (etwa 17 % Rohprotein), dann 60 Tage nachhaltige Zufuhr (etwa 9 %). In den ersten 60 Tagen kein signifikanter Effekt von Milchfeststoffen oder Mais plus Hülsenfrüchten. Danach hatten Tiere mit milchhaltiger Tierproteindiät gegenüber pflanzenbasierter Diät niedrigere Spermienzahlen (p < 0,04), geringere Motilität (p = 0,04), mehr Mittelstückanomalien (p < 0,05) und einen Trend (p = 0,10) zu mehr Kopfdefekten. Tierzahl im Abstract nicht genannt; Primat mit anderer Ernährung als der Mensch.

*Gumus et al. 2020, Andrologia [s107]: Ratten, Maisgluten und Weizengluten.* 24 männliche Wistar-Ratten ab dem 20. Lebenstag, drei Gruppen (Sojamehl als Kontrolle, Maisgluten, Weizengluten). Unter Maisgluten sanken Lebendgewicht, Spermiendichte, Motilität, Anteil lebender Spermien und Hodengewicht, und der Anteil abnormer Spermien einschließlich Kopf-, Akrosom-, Mittelstück- und Flagellum-Anomalien stieg (jeweils p < 0,05); der Hoden war histologisch verändert. Weizengluten führte zu höherem Lebendgewicht, aber nicht zu schlechteren Spermien. Die Proteinquelle und Zusammensetzung (hier einseitiges Maisgluten in hoher Menge) kann wichtiger sein als die Proteinmenge; keine Übertragbarkeit auf Whey.

### Energy-Drinks, zuckergesüßte Getränke, Koffein und Taurin

**Einordnung der Lage.** Für Energy-Drinks als eigene Exposition liegt beim Menschen keine kontrollierte Studie mit Samenanalyse vor, die in den durchsuchten Quellen auffindbar war. Die verwertbaren Humanbefunde betreffen zuckergesüßte Getränke insgesamt (einschließlich Energy-Drinks, nicht getrennt ausgewiesen) und Koffein. Unter den Tierversuchen untersucht nur eine kleine Zahl handelsübliche Energy-Drinks mit Spermienendpunkten.

**Nassan et al. 2021, Human Reproduction [s95]: Querschnittsstudie, 2.935 junge Männer (Median 19 Jahre), 2008 bis 2017.** Das Studienland nennt der Abstract nicht; die Förderung stammt von dänischen Stellen. Zuckergesüßte Getränke (SSB), künstlich gesüßte Getränke, Fruchtsäfte und Energy-Drinks per validiertem Fragebogen; Zielgrößen Samenparameter, Hodenvolumen (Ultraschall) und Serumhormone. Im höchsten SSB-Bereich (Median 1,1 Portionen, rund 220 mL pro Tag) lag die mediane Spermienkonzentration um 13,2 Millionen/mL niedriger als bei Nichtkonsumenten (95-%-KI −21,0 bis −5,5); Gesamtspermienzahl −28 Millionen (−48 bis −9); Inhibin B −12 pg/mL (−21 bis −4); Inhibin-B-FSH-Quotient −9 (−18 bis 0). Pro zusätzlicher Portion (rund 200 mL) täglich anstelle von Wasser: Konzentration −3,4 Millionen/mL (−5,8 bis −1,0), Inhibin B −7 pg/mL (−11 bis −3). Die Autoren nennen die Querschnittsanlage als Grenze, schließen unbekannte Störfaktoren nicht aus und halten fest, ein Rückgang der Samenparameter bedeute nicht zwingend Fruchtbarkeitsverlust. Ein eigener Effektschätzer für Energy-Drinks steht im abgerufenen Abstract nicht. Stärken: nach Angabe der Autoren die größte Studie ihrer Art, Hormone und Ultraschall zusätzlich. Schwächen: Querschnitt, Fragebogen, Teilnahmeselektion nicht im Abstract.

**Joseph et al. 2024, Andrology [s51]: prospektive Präkonzeptionskohorte (PRESTO), 690 Männer mit 1.247 Samenproben, 2015 bis 2022.** SSB (Limonaden, Energy-Drinks, Sportgetränke, Fruchtsäfte) per Fragebogen; Heimtest-Kit für zwei Proben. Männer mit mindestens sieben SSB pro Woche gegenüber Nichtkonsumenten: Volumen −6 % (95-%-KI −13 bis 0), Konzentration −22 % (−38 bis 0), Gesamtzahl −22 % (−38 bis −2), Motilität −4 % (−10 bis 2), Gesamtzahl beweglicher Spermien −25 % (−43 bis −2). Risikoverhältnisse für Werte unter WHO-Grenzen: Konzentration höchstens 16 Mio./mL RR 1,89 (1,11 bis 3,21); Gesamtzahl höchstens 39 Mio. 1,75 (0,92 bis 3,33); Motilität höchstens 42 % 1,23 (0,87 bis 1,75); Gesamtzahl beweglicher Spermien höchstens 21 Mio. 1,95 (1,12 bis 3,38). Stärker bei BMI von mindestens 25. Stärken: zwei Proben je Mann, Präkonzeptionskohorte. Schwächen: Heimtest-Kit mit geringerer Genauigkeit als Laboranalyse, Selbstselektion in einer Online-Kohorte, Energy-Drinks nicht getrennt ausgewiesen, Konfidenzintervalle berühren teils 0 beziehungsweise 1.

**Chiu et al. 2014, Human Reproduction [s154]: Rochester Young Men's Study, 189 Männer (18 bis 22 Jahre).** Höchstes SSB-Quartil (mindestens 1,3 Portionen/Tag): 9,8 Prozentpunkte (95-%-KI 1,9 bis 17,8) niedrigere progressive Motilität als im niedrigsten Quartil. Nur eine Samenprobe pro Person; Querschnitt.

**Meldgaard et al. 2022, International Journal of Environmental Research and Public Health [s84]: FEPOS-Kohorte, 1.047 junge Männer (mittleres Alter 19 Jahre).** Moderater Konsum (mindestens drei Tage pro Woche) von SSB (28 % der Teilnehmer) oder künstlich gesüßten Getränken (11 %) war nicht deutlich mit Volumen, Konzentration, Gesamtzahl oder Gesamtmotilität verbunden. Der Anteil normal geformter Spermien lag bei moderatem Konsum künstlich gesüßter Getränke um 11 % niedriger (angepasstes Verhältnis 0,89; 95-%-KI 0,76 bis 1,04). Teilnehmer mit täglichem Konsum waren wenige (SSB n = 38, künstlich gesüßt n = 15). Zusatzanalysen mit BMI, ungesunder Ernährung und Varikozele änderten wenig. Gegenüberstellung: [s95] und [s51] finden Zusammenhänge mit höherem SSB-Konsum, [s84] in einer ähnlichen dänischen Kohorte bei moderatem Konsum nicht; Unterschiede in Expositionsdefinition, Kategorien und Altersgruppen sind plausibel, die Abstracts erlauben aber keine Auflösung.

**Win et al. 2025, Nutrients [s44]: narrative Übersicht, 11 Beobachtungs- und Kohortenstudien.** Berichtet durchgängig negative Assoziationen zwischen hohem SSB-Konsum und Spermienparametern, einschließlich DNA-Fragmentierung, und nennt die Heterogenität der Designs. Schwächen: narrativ, keine Metaanalyse; der Schluss ist kausaler formuliert, als Beobachtungsstudien erlauben; die später erschienene Studie [s84] widerspricht teilweise.

**Akaev und Adilov 2021, Urologiia [s91]: russischsprachige Literaturanalyse plus eigene Untersuchung an 60 Patienten (22 bis 40 Jahre).** (Titel im Original russisch, sinngemäß: Einfluss des Energy-Drink-Konsums auf die männliche Fortpflanzungsgesundheit.) Der Abstract berichtet eine Korrelation zwischen Energy-Drink-Konsum und schlechterer Ejakulatqualität und folgert, systematischer Konsum wirke sich negativ aus. Er enthält keine Zahlen und keine Angaben zu Design, Auswahl oder Störfaktoren; der Beleg ist daher schwach. Es ist die einzige abgerufene Humanarbeit, die Energy-Drinks namentlich als Exposition nennt.

**Weitere Getränkestudien mit Teilbezug.** Chen et al. 2018, Reproductive Biology and Endocrinology [s128]: NHANES 2011 bis 2012, 545 Männer von 20 bis 39 Jahren, Zielgröße Testosteron, nicht Spermien. Höchste gegenüber niedrigster SSB-Zufuhr (mindestens 442 gegenüber höchstens 137 kcal pro Tag): adjustiertes OR für niedriges Testosteron (unter 231 ng/dl) 2,29 (p = 0,041); BMI von mindestens 25 kg/m² aOR 3,68 (p = 0,044); kein Konfidenzintervall im Abstract; die genannten Prozentanteile (90,4 und 9,6 %) entsprechen nicht genau den Zahlen 486 und 59 von 545 (vermutlich gewichtet, der Abstract sagt dazu nichts). Liu et al. 2015, PLoS ONE [s144]: 7.282 taiwanische Männer, Ernährungsmuster; ein Muster mit vielen süßen Snacks und zuckergesüßten Getränken ging mit niedrigerer Konzentration einher (P = 0,001), westliche Ernährung mit sinkender Konzentration und Morphologie (beide P < 0,001); Effektgrößen im Abstract nicht angegeben. Yang et al. 2015, Medicine [s148]: MARHCS-Kohorte, 796 Studierende; Cola ging mit niedrigerem Samenvolumen einher (4,1 % bei ein bis zwei, 12,5 % bei drei und mehr Flaschen pro Woche), Kaffee mit höherer Motilität (plus 8,9 % bei ein bis zwei Tassen, plus 15,4 % bei drei und mehr Tassen pro Woche); keine Konfidenzintervalle im Abstract. Lv et al. 2022, Frontiers in Nutrition [s83]: ultraverarbeitete Lebensmittel, 549 Fälle und 581 Kontrollen, höchstes gegenüber niedrigstem Terzil OR 1,53 (1,12 bis 2,10), Subgruppen Raucher 1,78 (1,14 bis 2,79) und BMI ab 24 kg/m² 1,52 (1,04 bis 2,22); der Abstract sagt nicht, ob Proteinriegel oder Pulver als ultraverarbeitet eingeordnet wurden. Huang 2026, Frontiers in Nutrition [s14]: Mini-Übersicht, überwiegend ungünstige Zusammenhänge zu ultraverarbeiteter Kost, nach Angabe der Autorin eher suggestiv als kausal, ohne Zahlen im Abstract.

**Koffein und Kaffee, Humanstudien.**

*Ricci et al. 2017, Nutrition Journal [s137]:* systematische Übersicht, 28 Beobachtungsstudien mit 19.967 Männern (MEDLINE und EMBASE bis November 2016). Samenparameter schienen von Koffein aus Kaffee, Tee und Kakao in den meisten Studien nicht beeinflusst; einzelne Arbeiten wiesen auf negative Effekte von Cola und koffeinhaltigen Softdrinks auf Volumen, Zahl und Konzentration hin. Koffein war mit Aneuploidie und DNA-Brüchen der Spermien assoziiert, nicht mit anderen DNA-Schadensmarkern; Kaffeekonsum war in einigen, nicht allen Studien mit verlängerter Zeit bis zur Schwangerschaft verbunden. Schluss der Autoren: inkonsistent und nicht schlüssig. Keine Metaanalyse.

*Bu et al. 2020, BMC Women's Health [s104]:* Metaanalyse, vier Studien (eine Kohorten-, drei Fall-Kontroll-Studien) mit 12.912 Teilnehmern, Männer und Frauen gemeinsam. Niedrige (OR 0,95; 0,78 bis 1,16), mittlere (OR 1,14; 0,69 bis 1,86) und hohe Koffeindosis (OR 1,86; 0,28 bis 12,22) erhöhten das Infertilitätsrisiko nicht erkennbar; die Qualität der Evidenz war durchweg niedrig, das Intervall der hohen Dosis ist so breit, dass praktisch keine Aussage möglich ist.

*Chen et al. 2024, Frontiers in Endocrinology [s48]:* Mendelsche Randomisierung zu 31 Ernährungsmerkmalen. Kaffeeaufnahme erhöhte das Risiko männlicher Infertilität (OR 3,6967; 95-%-KI 1,0348 bis 13,2065; P = 0,0442); sehr breite Intervalle, viele geprüfte Merkmale ohne erkennbare Korrektur, grober Endpunkt; das Ergebnis steht im Widerspruch zu [s104].

*Karmon et al. 2017, Andrology [s136]:* prospektive Kohorte, 171 Männer, 338 Samenanalysen, 205 ART-Zyklen. Keine Assoziation von Koffein und Alkohol mit der Samenqualität. Koffeinzufuhr war negativ mit der Lebendgeburt nach ART verbunden (p-Trend < 0,01): bereinigte Lebendgeburtenrate 19 % im höchsten Quartil (mindestens 272 mg/Tag) gegenüber 55 % im niedrigsten (unter 99 mg/Tag; p < 0,01). Alkohol war positiv mit der Lebendgeburt assoziiert (p-Trend = 0,04): 61 % im höchsten (mindestens 22 g/Tag) gegenüber 28 % im niedrigsten Quartil (unter 3 g/Tag; p = 0,05). Nur Paare in Kinderwunschbehandlung, kleine Fallzahlen pro Quartil, Störfaktoren der Partnerin, ungewöhnliche Richtung beim Alkohol ohne Erklärung der Autoren.

*Ramlau-Hansen et al. 2008, Human Reproduction [s165]:* 343 Söhne aus einer dänischen Schwangerschaftskohorte (1984 bis 1987). Mütterlicher Kaffeekonsum in der Schwangerschaft zeigte einen Trend zu geringerem Ejakulatvolumen (P = 0,06), niedrigerem Testosteron (P = 0,06) und Inhibin B (P = 0,09); Söhne von Müttern mit vier bis sieben Tassen hatten niedrigeres Testosteron als bei null bis drei Tassen (P = 0,04). Aktueller Koffeinkonsum der Männer war nicht klar mit der Samenqualität verbunden, hohe Zufuhr aber mit rund 14 % höherem Testosteron (P = 0,008); die Autoren nennen die Ergebnisse tentativ.

*Kaffee in chinesischen Querschnittsstudien:* Liu et al. 2026, Archives of Medical Research [s21], 3.302 Männer: Wer keinen Kaffee trank, hatte höhere Gesamt- und progressive Motilität und eine niedrigere Immotilitätsrate; die Einschlafzeit vermittelte den Zusammenhang; keine Effektgrößen im Abstract. Lin et al. 2026, Annals of Medicine and Surgery [s20], 508 Teilnehmer plus Mendelsche Randomisierung: Rauchen, hoher Alkohol- und Kaffeekonsum und sitzendes Verhalten hingen mit erhöhter Prävalenz niedriger Samenqualität zusammen (P < 0,05); der MR-Endpunkt waren genetische Aspekte der Samenqualität, nicht Samenparameter; Odds Ratios nicht im Abstract. Shi et al. 2018, Systems Biology in Reproductive Medicine [s131], 328 Männer: tägliche Kaffeemenge hing mit Gesamtspermienzahl (P = 0,044) und Samenvolumen (P < 0,001) zusammen, die Richtung nennt der Abstract nicht. Der Kaffeebefund von [s148] (höhere Motilität) widerspricht [s21] und [s20].

*Koffein und Alkohol im Übersichtskontext:* Alghobary und Mostafa 2022, Andrology [s75]: systematische Übersicht zu Suchtmitteln und männlicher Fertilität, 65 ausgewertete Studien (Koffein 13, Anabolika 15, Tabak 10, Alkohol 7, Opioide und Cannabinoide 18, Kokain 2). Die Autoren schreiben, die meisten Studien hätten einen negativen Einfluss der jeweiligen Substanz gezeigt, mit unterschiedlicher Evidenzstärke; der Abstract nennt für Koffein keine Effektgrößen, und ob Energy-Drinks gesondert behandelt werden, ist nicht zu entnehmen.

**Leitlinien zu Koffein.** Die AUA/ASRM-Leitlinie führt Koffein mit Evidenz mittlerer Qualität für keinen Zusammenhang mit männlicher Infertilität (außer möglicherweise Spermienaneuploidie) [s47]; Einzelheiten im Leitlinienabschnitt.

**Tierversuche zu Energy-Drinks.**

*N Jafar 2024, Cellular and Molecular Biology [s54]: Ratten, Wild Tiger.* 16 männliche Wistar-Ratten, vier Gruppen zu je vier: Wasser beziehungsweise 25 %, 50 % oder 75 % Energy-Drink im Trinkwasser über acht Wochen (nach Angabe der Arbeit der im Irak populärste Energy-Drink; die Zutatenliste nennt Zucker, Koffein, Taurin, Glucuronat und Vitamine ohne Mengen; ein 250-ml-Behälter enthält 27 g Kohlenhydrate). Statistik: einfaktorielle Varianzanalyse mit Dunnett-Test. Nach Tabelle 5 der Arbeit (Mittelwert ± Standardabweichung; die Tabelle wurde von der Recherche als Bild gelesen): Spermienzahl (Einheit laut Tabelle ×5×10⁴) 71,71 ± 5,64 in der Kontrolle gegenüber 40 ± 29,16, 46 ± 46,35 und 29,36 ± 16 (nur die letzte Gruppe signifikant); Beweglichkeit 89,25 ± 3,68 gegenüber 71,25 ± 6,13, 85,25 ± 7,32 und 65,5 ± 17,44 % (nur die 75-%-Gruppe signifikant); Vitalität 91,25 ± 5,25 gegenüber 84,25 ± 3,3, 82,25 ± 8,8 und 63,25 ± 8,5 % (75 % hoch signifikant); Anomalien 12 ± 0,81 gegenüber 15,5 ± 3,31, 17,5 ± 8,81 und 36,5 ± 8,5 % (75 % hoch signifikant). Weitere Befunde laut Text: Körpergewichtsveränderung Kontrolle plus 19,84 %, Gruppe 1 minus 27,37 % (signifikant), Gruppe 2 plus 3,28 %, Gruppe 3 minus 1,5 %; Cholesterin sank in den Gruppen 1 und 3, die alkalische Phosphatase war in allen Behandlungsgruppen erhöht, Glucose stieg in den Gruppen 2 und 3 stark an. Widersprüche und Schwächen: Mit vier Tieren je Gruppe und großen Streuungen (Spermienzahl in Gruppe 2: 46 ± 46,35) ist die Spermienzahl nicht monoton dosisabhängig (Gruppe 1: 40, Gruppe 2: 46); der Abstract beschreibt einen Rückgang der Spermienqualität mit steigender Konzentration, obwohl in den Gruppen 1 und 2 keine signifikanten Spermienunterschiede vorliegen. Der Schlussabschnitt widerspricht der Arbeit selbst: Er sagt, die Auswirkungen auf Leber, Nieren und Serumlipide seien ausgeschlossen worden, und dass Beweglichkeit und Morphologie nicht beeinflusst zu sein scheinen, obwohl Tabelle 5 für Gruppe 3 signifikant erniedrigte Beweglichkeit und hoch signifikant erhöhte Anomalien zeigt. Die Gruppen 1 und 3 verloren Körpergewicht, nach Ansicht der Autoren wegen geringerer Futteraufnahme; Gewichtsverlust, Zuckerzufuhr und Futterverdrängung können den Spermieneffekt mitbedingen, und eine Zurückführung auf Koffein oder Taurin ist wegen fehlender Einzelprüfung nicht möglich. Die Angabe zur Ethik lautet im Volltext „nicht zutreffend". Kein Hormonstatus, keine Histologie. Insgesamt ein erster, methodisch schwacher Hinweis bei sehr hohem Getränkeanteil.

*Olaleru und Odeigah 2015, Annual Research and Review in Biology [s147]: Mäuse, Red Bull.* Erwachsene männliche Mäuse erhielten 28 Tage lang Wasser oder 25, 50, 75 beziehungsweise 100 % Red Bull ad libitum. Anteile abnormaler Spermienköpfe für die fünf Gruppen: 1,82; 8,07; 12,40; 15,46 und 21,81 %; bei 75 % für 14 bis 28 Tage waren die Effekte signifikant (P < 0,05). Hämatologische Parameter waren verändert, die Bewegungsaktivität stieg mit der Konzentration. Tierzahl, Statistik und Versuchsdesign nicht im Abstract; Konzentrationen weit über üblichem Konsum.

*Costa-Valle et al. 2022, Pharmacology Biochemistry and Behavior [s78]: Wistar-Ratten, Binge-Protokoll in der Pubertät.* 100 männliche und 100 weibliche Ratten, drei Tage pro Woche über vier Wochen (Lebenstag 28 bis 60), Schlundsonde (10 mL/kg) mit Wasser, Energy-Drink, Koffein (3,2 mg/kg), Taurin (40 mg/kg) und Kombinationen mit Alkohol (2 g/kg). Erfasst wurden Verhalten und Fortpflanzungsparameter einschließlich Spermatiden- und Spermienzahl, Morphologie und Testosteron. Energy-Drink plus Alkohol hatte keine signifikanten Effekte auf die Fortpflanzungsparameter beider Geschlechter. Stärken: große Tierzahl, getrennte Inhaltsstoffe. Schwächen: nur Binge per Schlundsonde, nicht chronischer Alltagskonsum.

*Aydemir et al. 2026, Revista da Escola de Enfermagem da USP [s03]: weibliche Ratten.* 27 weibliche Wistar-Ratten (je 9 pro Gruppe) erhielten 10 % oder 20 % Energy-Drink (Red Bull Sugarfree; laut Arbeit Koffein 150 mg/L, Taurin 800 mg/L) im Trinkwasser oder Leitungswasser, 54 Tage in zwei Phasen. Die Zahl der Nachkommen und die Gewichtszunahme nach der Geburt nahmen dosisabhängig ab. Es gibt keine Spermiendaten; die Männchen dienten nur zur Paarung. Ein Rückschluss auf männliche Fruchtbarkeit ist nicht möglich.

*Liu et al. 2022, International Journal of Molecular Sciences [s81]: väterliche Mischexposition, Ratte.* Männliche Wistar-Ratten erhielten acht Wochen lang Nikotin (0,1 mg/kg/Tag), Ethanol (0,5 g/kg/Tag) und Koffein (7,5 mg/kg/Tag) gemeinsam. Die Mischexposition steigerte die Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse des Vaters, verminderte die Spermienqualität und führte zu ungünstigen Schwangerschaftsausgängen; der väterliche Corticosteronspiegel korrelierte mit schlechterer Spermienqualität. Die drei Stoffe wurden gemeinsam gegeben, der Anteil von Koffein ist nicht trennbar; Feten n = 12 und n = 10.

**Tierversuche und Zellversuche zu Koffein.** *Yokota et al. 2015, Reproductive Medicine and Biology [s149]:* Männliche Mäuse erhielten einen Monat lang Koffeininjektionen (0, 0,2 und 1,0 mg je Maus und Tag). Das Körpergewicht sank bei 1,0 mg signifikant (P < 0,01); Hodengewicht, Histologie und Testosteron unterschieden sich nicht. Befruchtungsrate Kontrolle 95,2 % (100 von 105), 0,2 mg 87,6 % (106 von 121; P < 0,05); Blastozystenbildung Kontrolle 85,0 % (85 von 100), 0,2 mg 79,2 % (84 von 106; P < 0,05), 1,0 mg 62,7 % (64 von 102; P < 0,001). Injektion statt Trinken, kein Spermiogramm im Abstract. *Ezzat und el-Gohary 1994, Functional and Developmental Morphology [s173]:* Kaninchen, 30 oder 60 mg/kg Koffein täglich über vier Wochen. FSH stieg, LH sank, Testosteron stieg nur bei der höheren Dosis, ACTH blieb unverändert; die Hodenkanälchen waren kleiner, die Spermatogenese gehemmt, dazu Leberverfettung. Die Autoren führen die Hemmung hauptsächlich auf eine Hemmung der FSH-Freisetzung zurück, was zum berichteten FSH-Anstieg nicht ohne Weiteres passt; Gruppengrößen nicht angegeben; hohe Dosen. *Aljazzar 2025, Open Veterinary Journal [s31]:* 12 Mäuse in drei Gruppen zu je vier (Salz, Cadmiumchlorid 7 mg/kg einmalig, Koffein plus Cadmium); das „Koffein" war eine Grüntee-Zubereitung (30 g/100 ml, 1 ml täglich über sieben Tage). Die Vorbehandlung verringerte die Cadmium-bedingten Hodeneinblutungen; keine Spermienparameter, keine Gruppe nur mit Koffein. *Banihani und Khaled 2021, Andrologia [s92]: In-vitro-Studie.* 51 normozoosperme und 10 asthenozoosperme Samenproben; Koffein 1, 5, 10 und 20 mM. Bei 10 mM stieg die progressive Motilität in beiden Gruppen (p < 0,05) und die seminale CK-Aktivität (p < 0,05); Stickstoffmonoxid und freies Calcium änderten sich nicht signifikant. Die Autoren deuten den Anstieg teilweise über die höhere CK-Aktivität; die Konzentrationen liegen weit über dem, was Getränke im Blut erreichen (Einschätzung der Recherche). *Wu et al. 2009, Zhonghua Nan Ke Xue [s164]* (Titel im Original chinesisch, sinngemäß: Vergleich von Acanthopanax-senticosus-Injektion, Theophyllin und Koffein auf die Beweglichkeit menschlicher Spermien in vitro): Spermien von 12 Männern mit Asthenozoospermie; Koffein 7 mmol/l und Theophyllin 3 mmol/l dienten als Vergleich; Zahlenwerte für die Koffeingruppe nennt der Abstract nicht. Für Energy-Drinks folgt aus diesen Laborbefunden nichts.

**Supplementgetränke und Leistungsstudien ohne Samenanalyse.** *Liao et al. 2026, Frontiers in Physiology [s19]:* randomisierte, doppelblinde Crossover-Studie an 12 Hochschulsportlern, Placebo, 220 mg Koffein oder ein Energy-Drink mit 220 mg Koffein, 288 mg Anserin, 400 mg Holunder und 660 mg Vitamin-Mineral-Gemisch. Der Energy-Drink verbesserte die Wiederholungssprintleistung signifikant; kein Hormon- und kein Samenparameter (NCT07104188). *Shirai et al. 2021, World Journal of Men's Health [s97]:* randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Pilotstudie an 20 Männern mit sexueller Funktionsstörung; 14 Tage Placebo- und 14 Tage Supplementgetränk (Testofen 600 mg, L-Citrullin 800 mg, Resveratrol 300 mg, Koffein 40 mg täglich), Zielgröße IIEF; alle 20 schlossen ab, keine unerwünschten Ereignisse, IIEF-Domänen besserten sich signifikant; keine Samenparameter. *Yang et al. 2026, Frontiers in Nutrition [s29]:* Metaanalyse von 13 randomisierten placebokontrollierten Studien zu Fenugreek-Präparaten; Gesamttestosteron (sechs Studien) SMD 0,25 (95-%-KI 0,02 bis 0,48; p = 0,037; I² = 0 %), freies Testosteron (fünf Studien) SMD 0,08 (−0,48 bis 0,63; p = 0,725; I² = 66,7 %); Sicherheit der Evidenz sehr niedrig; Samenparameter nicht Zielgröße.

**Taurin.** *Li et al. 2023, Frontiers in Endocrinology [s66]:* Übersichtsarbeit; Taurin sei in den männlichen Fortpflanzungsorganen reichlich vorhanden und wirke in Tiermodellen schützend (oxidativer Stress, Entzündung, Apoptose); keine Zahlen, keine Humanintervention. *Wu et al. 2022, Human Reproduction [s88]:* In Metabolomanalysen von 110 Paaren mit wiederholtem Schwangerschaftsverlust (41 Samenproben ausgewertet) war Taurin in Spermien erniedrigt und im Seminalplasma erhöht; bei 30 Männern mit Teratozoospermie war der Taurintransporter TAUT in Spermien niedriger als bei 25 Kontrollen. In Mäusen erhöhte die Taurindepletion durch β-Alanin (5 % im Trinkwasser über fünf Wochen) die Zahl morphologisch abnormaler Spermien und senkte Embryozahl und Blastozystenrate; 5 % Taurin besserte den Defekt; kleine Stichprobe laut Autoren. *Ahmed 2015, Toxicology and Applied Pharmacology [s141]:* Ratten, Nandrolondecanoat 10 mg/kg/Woche, Taurin 100 mg/kg/Tag, acht Wochen; Taurin kehrte die Nandrolon-bedingten Veränderungen der Spermienmerkmale um, normalisierte Testosteron und Steroidbildungsenzyme (3β-HSD, 17β-HSD) und verminderte laut Abstract oxidative Schäden und Apoptose im Hoden. *Busı et al. 2023, Pakistan Journal of Pharmaceutical Sciences [s61]:* 40 Ratten, Taurin 75, 150 oder 300 mg/kg über 14 Tage vor und nach Cyclophosphamid 200 mg/kg; Taurin verbesserte Gewichtszunahme sowie Marker für oxidativen Stress, Entzündung und Apoptose teils signifikant, der antiapoptotische Effekt war am deutlichsten; der oxidative Stress durch das Zytostatikum war selbst nur unbedeutend erhöht. *Kalender et al. 2019, Pakistan Journal of Pharmaceutical Sciences [s118]:* Ratten, Bisphenol A 130 mg/kg, Taurin 100 mg/kg, Curcumin 100 mg/kg, vier Wochen; Taurin oder Curcumin senkten das MDA, hoben Enzymaktivitäten an und verringerten histologische Befunde. Alle Taurinarbeiten prüfen Taurin als Schutzstoff gegen ein Hodengift mit überwiegend hohen Dosen; ob Taurin allein bei gesunden Tieren oder Männern die Spermienqualität verändert, lässt sich daraus nicht ableiten, und sie belegen keine Wirkungen von Energy-Drinks.

**Russische Fachtexte zu Energy-Drinks und Sportnahrung.** Shterman und Andreev 2011 und 2012, Zeitschrift „Pivo i napitki" [s160, s157] (Teile I und II von „Energy-Drinks heute: dafür und dagegen"): Übersichten in einer Fachzeitschrift der Getränkeindustrie ohne eigene Daten. Teil I führt Inosit als Bestandteil von Sportnahrung an und schreibt, ein Mangel könne zu weiblicher und männlicher Unfruchtbarkeit führen; Teil II erwähnt Kreatin als Zutat einzelner Energy-Drinks und zu L-Carnitin die Ansicht von Andrologen, eine höhere Carnitinkonzentration im Blut erhöhe die Bioenergie-Reserve der Spermien. Latkov et al. 2015 [s150] beschreiben neu entwickelte Nahrungsergänzungsmittel für Sportler und behaupten ohne Studienangabe, L-Arginin „intensiviere die Spermatogenese". Brody 2014 [s153] (russische Übersetzung eines allgemeinen Überblicks zu Ernährung, Lebensstil und Supplementen bei männlicher Unfruchtbarkeit) enthält keine Sportnahrung im engeren Sinn. Diese Texte zeigen, wie Sportnahrungsbestandteile im russischen Fachschrifttum über Behauptungen zur Physiologie mit Fruchtbarkeit verknüpft werden, ohne eigene Messdaten.

### Verunreinigte Präparate, Muskelaufbaupräparate und Hodenkrebs

Dieser Abschnitt betrifft Sportnahrung als Gruppe. Die Studien messen mit einer Ausnahme nicht die Spermienqualität, sondern Hodenkrebs (ein Befund, der selbst mit Fruchtbarkeitsstörungen zusammenhängt) beziehungsweise die Zusammensetzung der Produkte.

**Li et al. 2015, British Journal of Cancer [s143]: bevölkerungsbasierte Fall-Kontroll-Studie in Connecticut und Massachusetts.** 356 Männer mit Keimzelltumor des Hodens und 513 Kontrollen (18 bis 55 Jahre; Rekrutierung 2006 bis 2010; Teilnahmequote 57,4 % bei den Fällen, 47,8 % bei den Kontrollen). Standardisiertes persönliches Interview; Muskelaufbaupräparate waren definiert als Gebrauch mindestens einmal pro Woche über mindestens vier aufeinanderfolgende Wochen, erfasst für 30 Pulver und Tabletten; Hauptbestandteile (Kreatin, Protein, Androstendion oder Booster) wurden aus den Produktangaben abgeleitet. Odds Ratio für jemals Gebrauch 1,65 (95-%-KI 1,11 bis 2,46). Stärker bei Gebrauch vor dem 25. Lebensjahr (2,21; 1,34 bis 3,63), bei zwei oder mehr Produktarten (2,77; 1,30 bis 5,91) und bei Gebrauch über 36 Monate (2,56; 1,39 bis 4,74). Seminom und Nichtseminom ähnlich. In explorativen Schichtungen erhöhte nur die Kombination aus Kreatin und Proteinen das Risiko signifikant (2,55; 1,05 bis 6,15). Stärken: inzidente, histologisch gesicherte Fälle, standardisierte Interviews, Hinweise auf Dosis-Wirkung. Schwächen: selbstberichteter Gebrauch (Erinnerungsfehler möglich), mäßige Teilnahmequoten, die Kreatin-Protein-Analyse ist explorativ mit weitem Konfidenzintervall, Produktinhalte wurden nicht analysiert, also kein Beleg für die Rolle einzelner Inhaltsstoffe. Die Autoren verweisen selbst auf nicht deklarierte anabole Steroide in Handelsprodukten (rund 15 % in einer internationalen Untersuchung) und nennen die Befunde vorläufig.

**Cazorla-Saravia und Pereyra-Elías 2015, British Journal of Cancer [s142]: Leserbrief zu [s143].** Die Autoren verweisen darauf, dass anabole Steroide bei Freizeitsportlern häufig seien (30 bis 50 % laut den zitierten Arbeiten) und der gleichzeitige Gebrauch von Steroiden und Muskelaufbaupräparaten wahrscheinlich sei; Nandrolon und Stanozolol förderten in Ratten die Leydig-Zellproliferation. Die Steroidexposition könne daher eine unerkannte Rolle spielen, oder die Präparate seien mit Steroiden verunreinigt gewesen. Keine eigenen Daten.

**Chang et al. 2005, Urology [s166]: Fragebogenstudie, 129 Patienten mit Hodenkeimzelltumor, 1990 bis 2004, ohne Kontrollgruppe.** 26 Patienten (20,1 %) hatten Supplemente verwendet, meist zur Leistungssteigerung; am häufigsten Protein und Aminosäuren (12,4 %), dann Kreatin (9,3 %) und Androstendion (1,6 %). Mittlere Anwendungsdauer 17,0 Monate; die Anwender waren jünger (Mittel 27,6 Jahre) als Nichtanwender (35,7 Jahre). Von 57 vor dem Jahr 2000 Diagnostizierten gaben 9 (16 %) Supplementgebrauch und 3 (5 %) Kreatingebrauch an, von 72 ab 2000 17 (24 %) beziehungsweise 9 (13 %). Die Autoren folgern, ein Zusammenhang sei offen. Schwächen: keine Vergleichsgruppe, Einzelzentrum, Rückschau.

**Puscasiu et al. 2025, Nutrients [s43]: narrative Übersicht zur Verunreinigung von Sportsupplementen mit anabolen Steroiden.** Der Abstract hält fest, dass einige Proteinpräparate für Sportler mit pharmakologisch aktiven Substanzen einschließlich anaboler Steroide und Prohormone verunreinigt sein können; behandelt wird vor allem Dopinganalytik. Keine Fallzahlen oder Häufigkeiten, keine Aussagen zur Spermienqualität.

**Bandara et al. 2020, Toxicology Reports [s101]: Risikobewertung zu Schwermetallen in Proteinpulvern.** Bezugsdaten: Eine Verbraucherorganisation fand in 15 Produkten Mengen, die bei drei Portionen pro Tag Grenzwerte der US-Pharmakopöe überstiegen; eine Folgeuntersuchung berichtete erhöhte Schwermetallgehalte bei 40 % von 133 Produkten. Für Arsen, Cadmium, Quecksilber und Blei wurden Gefahrenquotienten und ein Gefahrenindex berechnet, jeweils für eine oder drei Portionen pro Tag. Der Hazard Index lag unter 1; die höchsten Werte (nahe 1) bei „Mass-Gainer"-Pulvern, die niedrigsten bei Whey-Pulvern; alle modellierten Blutbleiwerte lagen unter 5 µg/dL. Die Studie betrachtet allgemeine Toxizität, nicht reproduktive Endpunkte.

**Cai et al. 2026, Nutrients [s04]: narrative Übersicht zu Gesundheitsrisiken von Sportsupplementen bei Athleten** (endokrin, kardiovaskulär, gastrointestinal). Im Abstract ohne Zahlen und ohne Aussage zur Spermienqualität; kein systematisches Verfahren erkennbar.

**Newman-Sanders et al. 2024, Reproductive BioMedicine Online [s56]: Umfrage und Fokusgruppen in Großbritannien.** Fragebogen (n = 153, Februar bis März 2023) und zwei Fokusgruppen (n = 10 insgesamt). Frauen und Männer unterschieden sich signifikant im Bewusstsein für mögliche Auswirkungen von hochintensivem Training und Proteinpulvern auf die männliche Fortpflanzungsgesundheit (P = 0,045). Es ist eine Einstellungs- und Wissensstudie ohne Samenanalyse; sie belegt keine Wirkung der Produkte.

**Weitere Hinweise.** Ketheeswaran et al. [s119] zitieren zwei Arbeiten, nach denen nicht deklarierte Anabolika in Supplementen häufig seien (23 von 24 Präparaten aus Fitnessgeräte- und Online-Shops beziehungsweise 14,8 % von 634 nichthormonellen Supplementen); die Originalarbeiten wurden von der Recherche nicht abgerufen, es sind Sekundärangaben.

### Anabolika als Begleit- und Störfaktor (Nachbargebiet, keine Sportnahrung)

Anabole Steroide sind keine Nahrungsergänzung. Sie werden hier getrennt aufgeführt, weil sie in der Literatur zu Sportnahrung ständig als Störfaktor, Verunreinigung oder Parallelkonsum auftauchen und weil die Evidenz hier deutlich dichter ist.

**Zusammenfassende Arbeiten.** *Mulawkar et al. 2023, Journal of Human Reproductive Sciences [s71]:* systematische Übersicht mit Metaanalyse, 32 Studien (12 Kohorten, 5 Fall-Kontroll-Studien, 9 Querschnittserhebungen, 6 Fallberichte), 9.371 Personen, davon 2.671 Anwender (PROSPERO CRD42023411294). Anwender hatten niedrigere FSH- und LH-Werte als Nichtanwender; diese blieben drei bis sechs Monate nach dem Absetzen niedrig und unterschieden sich nach einem Jahr nicht mehr. Das Gesamttestosteron war zu Beginn sowie nach drei und sechs Monaten vergleichbar, nach einem Jahr bei Anwendern niedriger. Die Spermienkonzentration war bei Anwendern und Naiven ähnlich, die Motilität bei Anwendern niedriger, das Hodenvolumen kleiner. Grenzen laut Autoren: kleine Stichproben, Polypharmazie, fehlende Dosisangaben, hohe Heterogenität. *Rajmil und Moreno-Sepulveda 2024, Actas Urológicas Españolas [s57]:* systematische Übersicht, 13 Studien zu Protokollen zur Wiederherstellung der Spermienbildung nach Steroidmissbrauch; die Spermienbildung könne mehr als ein Jahr bis zur Normalisierung brauchen; beschrieben werden Gonadotropine, selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren und Aromatasehemmer, aber „schlecht beschrieben" (Inhaltsangabe des Abstracts). *Vilar Neto et al. 2021, Andrologia [s99]:* systematische Übersicht von 179 Fallberichten; 168 Fälle mit gesichertem steroidbedingtem Hypogonadismus; nur bei 38 war der Verlauf vollständig bekannt, davon bei lediglich vier (zwei mit Arzneimitteltherapie) vollständig reversibel. Berichtsauswahl bei Fallberichten; die Aussagen zur Reversibilität stehen im Widerspruch zu den Kohortenbefunden [s98] und [s71]. *Majzoub und Canguven 2026, Übersichtsarbeit aus sexualmedizinischer Sicht [s22]:* Hormonwerte normalisieren sich nach dem Absetzen häufig früher als die Ejakulatwerte; bei langer oder hochdosierter Exposition kann die Erholung verzögert oder unvollständig sein. *Hashimi et al. 2025 [s36]:* klinischer Leitfaden zur Azoospermie nach exogenem Testosteron oder Anabolika; kaum kontrollierte Langzeitstudien. *Lichonosov und Babenko 2019 [s121]:* Übersicht zu Verbreitung, Wirkung auf die Hypophysen-Gonaden-Achse und reproduktiver Rehabilitation. *Wenbo und Yan 2023, Journal of Multidisciplinary Healthcare [s72]:* Literaturübersicht; Komplikationen betreffen kardiovaskuläre Pathologien, Hypogonadismus nach Absetzen, testikuläre Dysfunktion, Akne, Gynäkomastie und neuropsychiatrische Störungen; keine Samenparameter im Abstract.

**Humanstudien.**

*Smit et al. 2021, Human Reproduction [s98]: HAARLEM-Studie, 100 männliche Freizeitsportler, ein Jahr.* Eingeschlossen waren Männer, die seit mindestens drei Monaten keine Androgene genommen hatten und innerhalb von zwei Wochen einen Zyklus beginnen wollten. Messungen vor (T0), am Ende (T1) und drei Monate nach dem Ende (T2) sowie ein Jahr nach Beginn (T3). Während der Einnahme hatten 77 % eine Gesamtspermienzahl (TSC) unter 40 Millionen. Drei Monate nach Zyklusende waren Gesamttestosteron (−1,9 nmol/L; KI −12,2 bis 8,33; P = 0,71) und freies Testosteron (−38,6 pmol/L; KI −476 bis 399; P = 0,86) nicht verschieden vom Ausgangswert, die mittlere TSC lag aber um 61,7 Millionen niedriger (KI 33,7 bis 90,0; P < 0,01). Bei T3 war Testosteron weiter unauffällig (gesamt −0,82 nmol/L; KI −11,5 bis 9,86; P = 0,88; frei −25,8 pmol/L; KI −480 bis 428; P = 0,91), die TSC jedoch noch um 29,7 Millionen niedriger (KI −59,1 bis −0,39; P = 0,05). Bei neun Männern (11 %) lag Testosteron am Ende unter der Norm, 25 Männer (34 %) hatten weiter eine TSC unter 40 Millionen. Autoren: Erholung bei der Mehrheit, aber nicht bei allen; möglicherweise besonders bei hoher Vorbelastung. Stärken: prospektiv mit Basiswert und Samenanalyse. Schwächen: keine Kontrollgruppe ohne Steroide, wachsender Datenverlust, nach Angabe der Autoren für die langsame Erholung zu kurze Nachbeobachtung, selbstgewählte und nicht standardisierte Zyklen.

*Knuth, Maniera und Nieschlag 1989, Fertility and Sterility [s174]: 41 Bodybuilder und 41 normale Freiwillige.* Alter 26,7 ± 0,7 Jahre, Gewicht 97,5 ± 2,0 kg; Steroiddosen bis zum 40-Fachen der klinisch üblichen Mengen. Nur 5 der Kontrollen, aber 24 der Bodybuilder hatten Spermienzahlen unter der unteren Normgrenze von 20 Millionen/mL; Anteil beweglicher und normal geformter Spermien bei Bodybuildern signifikant verringert, abhängig von Dauer des Gebrauchs und Abstand zur letzten Einnahme. Wer seit mehr als vier Monaten abgesetzt hatte, hatte normale Spermienzahlen. Schwächen: rückblickende Erfassung der Einnahme, kleine Gruppen, Alter der Studie.

*Torres-Calleja et al. 2001, Life Sciences [s170]: 30 Bodybuilder, 15 mit und 15 ohne Steroide.* Bei den 15 Anwendern hatten 8 Spermienzahlen unter 20 Millionen/mL, 3 Azoospermie, 2 Polyzoospermie (so im Abstract) und 2 normale Zahlen; nur 17,7 % normal geformte Spermien. FSH vermindert (1,5 ± 3,2 gegenüber 5,0 ± 1,6; p < 0,001), Prolaktin vermindert (5,1 ± 4,9 gegenüber 9,2 ± 4,4; p < 0,01); LH, Testosteron, Östradiol und DHEA unverändert. Sehr klein; Einheiten und Standardabweichungen im Abstract teils schwer plausibel.

*Karila, Hovatta und Seppälä 2004, International Journal of Sports Medicine [s167]: 18 gesunde Kraftsportler, Steroide plus hCG.* Proben während der Einnahme sowie 1,5 und 6 Monate nach Beendigung. Spermienkonzentration am Zyklusende 33 ± 49 Millionen/mL (Mittel ± SD), nur ein Mann azoosperm; nach 1,5 Monaten 30 ± 42, nach 6 Monaten 77 ± 70 Millionen/mL (Unterschied der 6-Monats-Probe zu den beiden früheren p ≤ 0,05). Die hCG-Dosis korrelierte mit dem Anteil morphologisch abnormaler Spermien (r = 0,60; p < 0,01). Die Autoren sprechen von vorübergehender Beeinträchtigung bei fortbestehender Spermienbildung. Kleine Gruppe, keine Kontrolle, Selbstberichte; das Ergebnis der Sechs-Jahres-Befragung steht nicht im Abstract.

*Jambi et al. 2024, Saudi Pharmaceutical Journal [s50]:* 16 saudische Sportler, 10 Anwender und 6 Nichtanwender (Anwender überwiegend Testosteronpropionat, 41,18 %). Mediane bei Anwendern gegenüber Kontrollen: LH 0,1 gegenüber 2,7 mIU/ml; FSH 0,05 gegenüber 2,71 mIU/ml; Gesamttestosteron 89,9 gegenüber 20,5 nmol/l; Östradiol 136,5 gegenüber 57,5 pmol/l (alle P < 0,05); ALT, AST und CK erhöht. Keine Samenanalyse; die Autoren nennen sie als Aufgabe für künftige Arbeiten; Alter 34 ± 4 gegenüber 28 ± 2 Jahre, BMI 29 ± 2 gegenüber 25 ± 4 kg/m².

*Al Hashimi et al. 2022, Andrologia [s74]: prospektive Einzelzentrumsstudie, Abu Dhabi, 520 Männer.* 774 gesichtet, 520 eingeschlossen; mittleres Alter 32 ± 4 Jahre; Kurdauer meist acht bis zwölf Wochen (64 %). Vor dem Zyklus war das Ejakulat bei allen normal (Konzentration 31 ± 2,2 und 32 ± 2,1 Mio./ml). Bei Vorstellung hatten 411 Männer (79 %) ein auffälliges Ejakulat, davon 337 (82 %) mit Kombination aus Oligo-, Azoo- und Asthenozoospermie; Oligozoospermie bei 279 (68 %, Mittelwert 6 ± 1,8 Mio./ml), Azoospermie bei 33 (8 %), Asthenozoospermie bei 251 (61 %). Libidoverlust 72 %, erektile Dysfunktion 68 %, Gynäkomastie 35 %. Nach drei Monaten Beobachtung entschieden sich 463 Männer (89 %) für eine Behandlung, 57 (11 %) blieben unbehandelt; die Behandelten erholten sich schneller (p < 0,005). Bei den 94 Männern mit Kinderwunsch-Problem erreichten nach 12 Monaten 14 (15 %) eine Schwangerschaft, alle Azoospermiepatienten blieben infertil. Unstimmigkeiten: Die Zuteilung erfolgte nach Patientenwunsch, die Bezeichnung „randomisiert" im Titel trifft nicht im üblichen Sinn zu; der Text nennt 74 Männer mit Infertilität, der Abstract 94; Tabelle 2 gibt für den 6-Monats-Vergleich des IIEF p = 1,0000 an, der Text berichtet signifikante Unterschiede ab sechs Monaten. Keine Daten zu Nahrungsergänzung.

*Al Hashimi et al. 2023, Health Science Reports [s58]: Ärzteumfrage, Vereinigte Arabische Emirate, 151 Ärzte.* 90,73 % sahen eine Zunahme des Anabolikamissbrauchs; Betroffene kamen mit Infertilität (64,24 %) und erektiler Dysfunktion (59,60 %); bei der Abklärung auffällige Ejakulatbefunde (77,48 %), Hormone (94,70 %), kleinere Hoden (50,33 %). Erwartete Spontanerholung sechs bis zwölf Monate; ein Drittel Rückfälle; 44,44 % richteten sich nach persönlicher Erfahrung, weil Leitlinien fehlen. Das sind Einschätzungen von Ärzten, keine Patientendaten.

*İbis et al. 2026, BJU International [s15]: retrospektive Zweizentrenstudie, Ankara, 79 Freizeit-Bodybuilder.* Höchstens sechs Monate Anabolikaanwendung, dokumentiert normaler Ausgangsbefund; verglichen wurden Beobachtung ohne Behandlung, Clomifen allein und Clomifen plus hCG. Ausgangslage: erektile Dysfunktion bei 89,9 %, Azoospermie oder schwere Oligozoospermie bei 69,7 %. Nach 12 Monaten waren 87,5 % (Clomifen plus hCG), 69,2 % (Clomifen) und 58,6 % (ohne Behandlung) normozoosperm; Hodenvolumenanstieg um mindestens 20 % bei 70,8 % gegenüber 6,9 %. Odds Ratio für Normozoospermie mit Kombinationstherapie 6,23 (1,32 bis 29,4), für die Beweglichkeitserholung 4,85 (1,27 bis 18,4); die Hormone erholten sich nach Angabe der Autoren innerhalb von sechs bis zwölf Monaten spontan. Schwächen: retrospektiv, nicht randomisiert, kleine Untergruppen mit weiten Intervallen, Gründe der Therapiewahl nicht beschrieben (Vermischung mit dem Schweregrad möglich). Auch in der unbehandelten Gruppe erreichten 58,6 % nach 12 Monaten Normozoospermie.

*Lichonosov et al. 2020, Problemy endokrinologii [s110]: 44 Männer, Sankt Petersburg.* Prospektiv, offen, unkontrolliert; Alter 29 Jahre, Anwendungsdauer 6 Monate. Während der Anwendung LH 0,2 mIU/ml, Gesamttestosteron 4,34 ng/ml; nach drei Monaten Pause mit einheitlicher Erholungstherapie LH 4,12 mIU/ml, Testosteron 4,55 ng/ml; unter dem Grenzwert blieben noch 20,5 % (n = 9) beim Testosteron und 4,5 % (n = 2) beim LH. Befriedigende Erholung bei 35 Männern (79,5 %), mangelhafte bei 9 (20,5 %). Korrelationen mit der Erholung des Testosterons: Anwendungsdauer −0,857 (p < 0,0001), Zahl der Präparate −0,443 (p = 0,003), Dosis −0,7825 (p < 0,0001), Präparatetyp −0,698 (p < 0,0001). Keine Kontrollgruppe, hormonelle statt Ejakulat-Endpunkte.

*Verbreitung in Fitnessstudios.* Lichonosov und Babenko 2019, Problemy endokrinologii [s120]: anonyme Postumfrage in Sankt Petersburg, 762 Rückläufer, 550 auswertbar; 30,4 % gaben Anabolikaanwendung an; Testosterondosen von 500 bis 2.000 mg pro Woche und mehr, am häufigsten 1.000 mg/Woche (23,9 %); Anwendung über mehr als ein Jahr bei 16,1 %; geringer Rücklauf, Selbstauskunft, keine Spermienparameter. Eraslan et al. 2026, Journal of Ethnicity in Substance Abuse [s07]: retrospektive Analyse von 161 Freizeitsportlern; als Anwender galten Sportler mit unterdrückten Gonadotropinen, 57 (35,4 %); die Einstufung über das Hormonbild kann fehlklassifizieren, der Anteil ist kein Prävalenzwert. Mubarak et al. 2025, Substance Abuse and Rehabilitation [s38]: 31 Männer (Online-Fragebogen), 18 mit Blutuntersuchung; 94 % nutzten Anabolika zu nichttherapeutischen Zwecken, 74 % zusätzlich weitere Präparate; sehr klein, selbst rekrutiert, keine Spermienanalyse. Hariri et al. 2019, Research and Reports in Urology [s116]: 382 Interviews in Fitnesszentren in Riad, bei 48 Untersuchten hatten 22 (46 %) eine Varikozele; kein Unterschied zwischen Bodybuildern und Aerobic-Sportlern (P = 0,249), mehr Varikozelen bei Training mehr als dreimal pro Woche (P = 0,009); kein Nahrungsergänzungsbefund.

**Tierversuche mit Anabolika.** Alle Modelle verwenden Dosen weit über therapeutischen Dosen und kleine Gruppen. *Shokri et al. 2010, Basic and Clinical Pharmacology and Toxicology [s162]:* Wistar-Ratten, fünf Gruppen über acht Wochen (Vehikel, Nandrolondecanoat 10 mg/kg pro Woche, Training, Nandrolon plus Training, sitzende Kontrolle); Hodengewicht, Gewicht der Nebengeschlechtsorgane und Spermienparameter sanken in den Versuchsgruppen (p ≤ 0,05); Training verstärkte die apoptotischen Veränderungen. *Shokri et al. 2014, Andrologia [s155]:* gleiche Anordnung über zehn Wochen; Spermienzahl in allen Testgruppen verschlechtert (P ≤ 0,01), weniger fertile Tiere in den Nandrolongruppen (P ≤ 0,05), Protamindefizit bei Nandrolon plus Training. *Maia et al. 2015, International Journal of Morphology [s145]:* 24 Ratten, Nandrolondecanoat 5 mg/kg intramuskulär, freiwilliges Laufradtraining zweimal wöchentlich über 12 Wochen; kein signifikanter Unterschied in der Leistung der Spermatogenese, die Autoren können nicht sagen, dass Nandrolon die Fertilität stört; im Gegensatz zu [s162, s155] (andere Dosis, Zwangslaufen, andere Endpunkte). *Mohamed und Mohamed 2015 [s146]:* 18 Ratten (6 je Gruppe), 3 oder 10 mg/kg wöchentlich über acht Wochen; in der Hochdosisgruppe waren fast alle Hodenkanälchen frei von Spermatiden und Spermien; in beiden Gruppen stiegen Lipidperoxidation und DNA-Fragmentierung, Testosteron und antioxidative Enzyme sanken. *Saddick 2021, Saudi Journal of Biological Sciences [s96]:* 28 Ratten (18 behandelt, 10 Kontrolle), 10 mg/kg wöchentlich über vier Wochen; Hodengewicht 1,76 ± 0,06 gegenüber 2,08 ± 0,15 g; Kanälchenbreite 189,08 ± 5,65 gegenüber 234,25 ± 7,32 µm; Höhe der Keimzellschicht 23,83 ± 0,83 gegenüber 38,36 ± 1,95 µm (P < 0,01); keine Spermienparameter, ungleiche Gruppen. *Hammood et al. 2026, International Journal of Reproductive Biomedicine [s11]:* 20 Ratten (5 je Gruppe), Stanozolol 5, 10 oder 15 mg/kg täglich über 60 Tage; Hodengewicht in allen Dosisgruppen niedriger (p < 0,001); Spermienkonzentration, Vitalität und Beweglichkeit niedriger (p < 0,001), abnorme Spermienformen höher (p < 0,001), darunter Kopf-, Mittelstück- und Flagellum-Fehlbildungen; Johnsen-Score bei 5 mg/kg p < 0,01, bei 10 und 15 mg/kg p < 0,0001; Kanälchendurchmesser bei 5 mg/kg (p = 0,002) und 15 mg/kg (p = 0,008) kleiner, bei 10 mg/kg nicht signifikant (p = 0,084). *Al-Otaibi 2024, Toxicology Research [s46]:* Trenorol 10 mg/kg wöchentlich senkte relatives Hodengewicht, Hormone, Spermienzahl, Vitalität und Beweglichkeit; die in der Arbeit so bezeichnete Vitamin-B17-Gabe (50 mg/kg täglich) verringerte diese Veränderungen; Gruppengrößen nicht angegeben. *ElShebiney et al. 2025, Scientific Reports [s34]:* Stanozolol 5 mg/kg wöchentlich und Cannabis 20 mg/kg täglich, allein oder kombiniert, zwei Monate, mit oder ohne Schwimmtraining; die Kombination schädigte den Hoden am stärksten, Training milderte die Schäden teilweise. *Vereshchako et al. 2011 [s159]:* Fenobolin 2,5 mg/kg bei fraktionierter Bestrahlung senkte die relative Masse von Hoden und Nebenhoden; Gruppengrößen nicht angegeben. *Lee 2021, Development and Reproduction [s94]:* Nandrolondecanoat 2 oder 10 mg/kg/Woche für zwei oder zwölf Wochen; die Expression der Wasserkanäle Aquaporin 1 und 9 im Nebenhoden stieg oder sank je nach Abschnitt, Dosis und Dauer; nur Transkriptmengen, keine Spermienparameter.

### Weitere Sportnahrung und Fertilitätspräparate (Kontext)

Die folgenden Studien betreffen Männer aus Kinderwunschkliniken, nicht gesunde Sportler. L-Carnitin, L-Arginin, Coenzym Q10 und Antioxidantien tauchen auch in der Sportnahrung auf; Rückschlüsse auf Sportprodukte erlauben die Arbeiten nicht.

**Übergreifende Arbeiten.** *de Ligny et al. 2022, Cochrane [s80]:* 90 Studien mit 10.303 subfertilen Männern, 20 Antioxidantien, Evidenz „niedrig" bis „sehr niedrig". Lebendgeburt OR 1,43 (1,07 bis 1,91; P = 0,02; 12 RCTs, 1.283 Männer; I² = 44 %); ohne Studien mit hohem Verzerrungsrisiko Peto-OR 1,22 (0,85 bis 1,75; 827 Männer, 8 RCTs; P = 0,27); klinische Schwangerschaft OR 1,89 (1,45 bis 2,47; 20 RCTs, 1.706 Männer; I² = 3 %); Fehlgeburt OR 1,46 (0,75 bis 2,83; 6 RCTs, 664 Männer); leichte gastrointestinale Beschwerden OR 2,70 (1,46 bis 4,99; 16 RCTs, 1.355 Männer). Die Autoren halten die Evidenz wegen schlechter Berichterstattung, hoher Ausfälle und kleiner Studien für nicht schlüssig. *Salas-Huetos et al. 2018, Advances in Nutrition [s129]:* Metaanalyse randomisierter Studien (28 Arbeiten, 15 quantitativ). Mittlere Differenzen der Spermienkonzentration: Selen 3,91 Mio./mL (3,08 bis 4,73), Zink 1,48 (0,69 bis 2,27), Omega-3 10,98 (10,25 bis 11,72), Coenzym Q10 5,93 (5,36 bis 6,51); Gesamtmotilität: Selen 3,30 % (2,95 bis 3,65), Zink 7,03 % (6,03 bis 8,03), Omega-3 7,55 % (7,09 bis 8,01), Q10 5,30 % (4,98 bis 5,62); für Carnitine Gesamtmotilität +7,84 % (6,54 bis 9,13), progressive Motilität +7,45 % (6,24 bis 8,67), Morphologie +4,91 % (3,68 bis 6,15); die Autoren mahnen wegen kleiner Stichproben und erheblicher Heterogenität zur Vorsicht. *Niu et al. 2025, Reproductive Sciences [s41]:* Netzwerk-Metaanalyse, 16 Studien bei unerklärter Infertilität; Coenzym Q10 mit dem größten Zuwachs der Konzentration (SMD 2,98; 1,13 bis 7,87), L-Carnitin mit dem größten Zuwachs der progressiven Motilität (SMD 4,19; 1,60 bis 10,95); sehr breite Intervalle. *Mateus et al. 2023, Journal of Clinical Medicine [s69]:* narrative Übersicht; L-Carnitin werde von Leistungssportlern genutzt und könne die Fruchtbarkeit selbst bei 2 g/Tag positiv beeinflussen; Mechanismen und optimale Dosis offen. *Alahmar 2018 [s125]* und *Ayaz und Arslan 2018 [s126]:* narrative Übersichten zu Antioxidantien; Letztere halten fest, dass es keine Leitlinie zu Dosis und Dauer gibt.

**Randomisierte und kontrollierte Studien.** *Higazy et al. 2026, Arab Journal of Urology [s12]:* 200 Männer mit Oligoasthenoteratozoospermie randomisiert (CoQ10 200 mg, L-Carnitin 1 g, beides, Placebo), 174 schlossen nach drei Monaten ab. Konzentration vor gegenüber nach Behandlung (Mio./ml): CoQ10 13,42 auf 26,86; L-Carnitin 13,26 auf 20,24; Kombination 12,93 auf 32,93; Placebo 13,24 auf 13,80. Progressive Motilität (%): 23,26 auf 34,91; 22,64 auf 29,43; 23,25 auf 38,52; Placebo 24,56 auf 25,84. DNA-Fragmentierungsindex (%): 31,19 auf 19,19; 29,62 auf 23,62; 30,39 auf 13,93; Placebo 30,80 auf 29,56. Schwächen: eine Klinik, keine Schwangerschaftsrate; in der CoQ10-Gruppe ist die Standardabweichung der DNA-Fragmentierung vor und nach Behandlung identisch (4,64), die Mittelwerte unterscheiden sich um genau 12,00; die Diskussion nennt die MOXI-Studie, die bei 383 Teilnehmern keinen Nutzen von Antioxidantien fand. *Bozhedomov et al. 2021, Urologiia [s93]:* 160 Männer randomisiert, 133 in der Auswertung (46, 45, 42); Konzentration in Gruppe 1 (hydrophiler Komplex) plus 16 Mio./ml (plus 41 %; p = 0,046), Gruppe 2 (lipophil) plus 3 Mio./ml (plus 7 %; nicht signifikant), Kontrolle minus 0,5 Mio./ml; DNA-Fragmentierung sank in allen Gruppen ähnlich (minus 33 %, minus 29 %, Kontrolle minus 48 %); die Autoren schließen auf keinen signifikanten Effekt; die Teststärke betrug höchstens 0,69. *Yamasaki et al. 2022, Reproductive Medicine and Biology [s89]:* randomisierte Pilotstudie, 84 Männer, 67 schlossen ab; Antioxidans-Kombination gegen Methylcobalamin, keine Placebogruppe; keine signifikante Änderung der Samenparameter (Ausnahme: Konzentration unter Methylcobalamin); bei hohem Ausgangs-ORP stieg die Konzentration unter beiden Therapien (Subgruppe nach dem Ergebnis gebildet). *Gamidov et al. 2019, Urologiia [s115]* (im Titel doppelblind, im Abstract offen): 80 infertile Männer, Placebo (n = 20) gegen ein Präparat aus Acetyl-L-Carnitin, L-Carnitinfumarat und alpha-Liponsäure, 180 Tage; Abnahme der freien Radikale um 86 %, DNA-Fragmentierung 21,5 % gegenüber 3,6 % Abnahme, Schwangerschaften in 1 (A) gegenüber 13 Fällen (B); Größe von Gruppe B nicht genannt. *Gamidov et al. 2026 [s10]:* 90 Männer, ein oder zwei Beutel täglich gegen Lebensstilberatung, drei Monate; signifikante Unterschiede bei progressiv beweglichen Spermien (p = 0,0037), Gesamtbeweglichkeit (p = 0,002) und ROS (p = 0,0086), keine bei Konzentration, Gesamtzahl, Morphologie und DNA-Fragmentierungsindex. *Bozhedomov et al. 2017 [s134]:* 173 Männer (88 gegenüber 85); zusätzliche Carnitine brachten einen zusätzlichen Effekt auf die Konzentration, aber nicht auf Morphologie, progressive Beweglichkeit oder Schwangerschaftsrate. *Nashivochnikova et al. 2024 [s55]:* 102 Männer ab 45 Jahren mit metabolischem Syndrom (52 gegenüber 50, Kontrolle ohne Placebo); Konzentration von 10,5 ± 5,5 auf 21,5 ± 4,8 Mio./ml; Stoffwechselverbesserung als Störfaktor. *Saylam und Çayan 2020, Turkish Journal of Urology [s112]:* 100 Männer, sechs Monate; Gesamtzahl beweglicher Spermien ohne signifikante Änderung (p = 0,486), FSH, LH und Gesamttestosteron stiegen in der Behandlungsgruppe (p = 0,008; 0,008; 0,006). *Yaris et al. 2022, Urologia [s90]:* 122 Männer, zwei Kombinationen (mit L-Carnitin), sechs Monate; beide verbesserten die Parameter gegenüber dem Ausgangswert, ohne Gruppenunterschied, keine Kontrollgruppe. *Enatsu et al. 2024, Nihon Hinyokika Gakkai Zasshi [s49]* (Titel im Original japanisch, sinngemäß: Coenzym-Q10-Supplementierung bei hoher Spermien-DNA-Fragmentierung): einarmig, 46 Patienten, 35 schlossen ab; SDF sank von 31,6 % auf 25,3 % (p < 0,05); Konzentration und Motilität ohne signifikante Änderung; in der Untergruppe mit hohem sORP SDF 34,0 % auf 26,1 % und Konzentration von 12,5 auf 24,3 Mio./ml (p < 0,05); keine Kontrollgruppe, Regression zur Mitte nicht abgrenzbar. *Demirkesen et al. 2001, Türk Üroloji Dergisi [s168]:* 42 Patienten, Acetyl-L-Carnitin 1 g/Tag über drei Monate, Beweglichkeit von 21,6 ± 1,1 % auf 35,2 ± 1,3 % (p < 0,001), Konzentration nicht; unkontrolliert. *Fırat et al. 2020 [s105]:* 92 Männer, Antioxidantienkomplex, sechs Monate, Spermienzahl und Beweglichkeit verbessert (p < 0,05); unkontrolliert.

**Seminalplasma und Mechanismus (Querschnitt).** *Mostafa et al. 2022 [s85]:* 86 Männer; seminales L-Carnitin 216,3 ± 57,1 ng/ml (OAT mit Varikozele, n = 45), 252,9 ± 62,9 (OAT ohne Varikozele, n = 21; p = 0,01 gegenüber der ersten Gruppe), 382,8 ± 63,6 (fertile Kontrollen, n = 20; p = 0,001); positive Korrelation mit Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie. *Arslan et al. 2023 [s59]:* Carnitinprofile im Seminalplasma, mögliche Marker (Acetylcarnitin, Octenoylcarnitin, Palmitoleylcarnitin); keine Intervention. *Quintero Quinchia und Cardona Maya 2019, Urología Colombiana [s123]* (Titel im Original spanisch, sinngemäß: In-vitro-Wirkung von als Aphrodisiaka verkauften Vitaminpräparaten auf die Spermienbeweglichkeit): sieben frei verkäufliche Tabletten in Samenproben von 22 gesunden Freiwilligen; keine positive Veränderung der Beweglichkeit, unabhängig von L-Arginin; In-vitro-Befund, nicht Einnahme. *Qin et al. 2026, Frontiers in Endocrinology [s24]:* narrative Übersicht zu L-Citrullin bei Hitzestress, überwiegend experimentell, keine Humandaten im Abstract. *Roy et al. 2026 [s25]* und *Sengupta et al. 2018 [s130]:* Übersichten zu Ashwagandha ohne Zahlen im Abstract.

### Training als Einflussgröße und Störfaktor (Kontext)

Supplementnutzer trainieren meist intensiv; Training ist daher eine eigene Einflussgröße, die in Studien zu Sportnahrung selten sauber abgetrennt ist. *Ibañez-Perez et al. 2019 [s117]:* Übersicht und Metaanalyse, 32 Arbeiten; meist keine großen Effekte; Freizeitsport womöglich vorteilhaft, Leistungssport womöglich nachteilig für die progressive Motilität. *Aerts et al. 2024 [s45]:* 13 Studien, 280 Probanden (Läufer, Radfahrer, Triathleten); vier Studien ohne signifikante Veränderungen, fünf mit nicht klinisch relevanten, vier mit verminderter Qualität (weniger normale Morphologie bei Radfahrern und Triathleten, mehr DNA-Fragmentierung bei Triathleten); schlechte Studienqualität. *Greco et al. 2025 [s35]:* 4 Studien, 156 Teilnehmer; 16 Wochen intensives Radtraining senkte Volumen, Konzentration, Motilität und Morphologie, teilweise Rückkehr nach Ruhe; Sicherheit der Evidenz sehr niedrig. *Lam et al. 2026, Journal of Global Health [s18]:* Umbrella-Review von 13 Metaanalysen (8.068 Männer); Bewegung war mit besserer Konzentration, Morphologie, Spermienzahl und Samenvolumen verbunden; Evidenzsicherheit überwiegend niedrig oder sehr niedrig. *Tian et al. 2026 [s26]:* Kohorte, 1.316 Männer mit eingeschränkter Samenqualität; moderate Aktivität mit günstigeren Werten, Gesamtzahl progressiv beweglicher Spermien +51,01 % (18,03 bis 93,64); Normalisierung der Konzentration OR 2,32 (1,12 bis 4,81); Gruppeneinteilung selbstgewählt. *Li et al. 2025 [s37]:* 323 Männer; viertes gegenüber erstem Aktivitätsquartil −29 % DNA-Fragmentierungsindex (12 bis 43 %). *Dewangga et al. 2026 [s06]:* 24 Ratten, Schwimmtraining sechs Wochen; mäßiger Sport ohne signifikante Veränderungen, exzessiver Sport senkte Konzentration, Motilität, Morphologie und Testosteron und erhöhte den oxidativen Stress. *Guo et al. 2017, Zhonghua Nan Ke Xue [s135]* (Titel im Original chinesisch, sinngemäß: Proteomanalyse des Hodens nach aerobem Training bei Ratten): 24 Ratten, drei Gruppen; Schwimmen mit Zusatzlast von 3 % des Körpergewichts erhöhte Spermienkonzentration (2,12 ± 0,43 in der Kontrolle gegenüber 3,54 ± 0,52 × 10⁶/ml; P < 0,01), LH und Testosteron (jeweils P < 0,01). *Hu et al. 2026 [s13]* (Titel im Original chinesisch, sinngemäß: Bugan-Abkochung bei Mäusen mit belastungsbedingter Erschöpfung): 70 Mäuse, sieben Gruppen; das Erschöpfungsmodell allein senkte Testosteron und Spermienqualität. *Luo et al. 2023, Food and Function [s67]:* Seegurken-Peptide bei Mäusen mit erschöpfender Schwimmbelastung stellten den belastungsbedingten Abfall von Testosteron, Östradiol und FSH deutlich wieder her; Gruppengrößen und Effektgrößen nicht im Abstract.

### Leitlinien im Einzelnen

Die folgenden Aussagen sind Inhaltsangaben der jeweiligen Dokumente, keine Empfehlungen dieser Studie. In keiner der gesichteten Leitlinien kommen Kreatin, Whey, Proteinpulver, Energy-Drinks oder Taurin als eigene Themen vor.

**AUA/ASRM 2024 [s47].** Der Abstract beschreibt die Aktualisierung von 2024 (Aktualisierungsrecherche mit 4.093 neuen Abstracts, 125 geeigneten, 22 Studien in der Evidenzbasis); neue Punkte betreffen Schwellenwerte für Y-Mikrodeletionstests, Beckenmagnetresonanz und Hodenspermien bei nichtazoospermen Männern. Der am 4. Oktober 2026 abgerufene Volltext enthält die Begriffe Kreatin, Whey, Proteinpulver, Energy-Drink oder Taurin nicht. Im Abschnitt „Lifestyle" steht sinngemäß: Lebensstilfaktoren seien schwer zu untersuchen (fehlende Kontrollen, Erinnerungsverzerrung); es gebe Evidenz niedriger Qualität für einen geringen Zusammenhang zwischen Ernährung und männlicher Infertilität; Rauchen habe einen kleinen Einfluss (niedrige Qualität); Stress eine kleine Abnahme der progressiven Motilität; Mobiltelefone keinen. Für anabole Steroide und exogenes Testosteron gebe es Evidenz niedriger Qualität für keinen Einfluss auf eine dauerhafte Infertilität, aber die aktuelle Einnahme habe einen großen Einfluss auf die aktuelle Fruchtbarkeit und Spermatogenese und unterdrücke sie. Für Koffein bestehe Evidenz mittlerer Qualität für keinen Zusammenhang mit männlicher Infertilität (außer möglicherweise Spermienaneuploidie); für Alkohol Evidenz hoher Qualität für einen geringen Einfluss auf Samenvolumen und Morphologie (klinisch nicht bedeutsam). Für Sport und Bewegung, Schlaf und Freizeitdrogen erfüllten keine systematischen Übersichten die Einschlusskriterien. In den Behandlungsaussagen steht, Ärztinnen und Ärzte berieten Patienten dahingehend, dass der Nutzen von Supplementen (zum Beispiel Antioxidantien, Vitamine) für die Behandlung männlicher Infertilität von fraglichem klinischem Nutzen sei und die Datenlage keine Empfehlung für bestimmte Wirkstoffe erlaube (moderate Empfehlung, Evidenzgrad B).

**EAU, Kapitel Männliche Infertilität [s175].** Die online abgerufene Fassung (Ausgabejahr im abgerufenen Text nicht ausgewiesen) enthält keine der Begriffe Kreatin, Whey, Proteinpulver, Energy-Drink, Taurin oder Koffein. Zu Lebensstil nennt sie Rauchen (Metaanalyse aus 20 Studien mit 5.865 Teilnehmern: negative Assoziation mit Spermienparametern) und Alkohol (Metaanalyse aus 15 Querschnittsstudien mit 16.395 Männern: mäßiger Konsum ohne Nachteil, hoher Konsum möglicherweise nachteilig; starker chronischer Konsum von mehr als zwei Getränken pro Tag kann das Testosteron senken). Zu anabolen Steroiden (Abschnitt 11.5.3.d): Oligo- oder Azoospermie durch Steroidmissbrauch werde zunächst durch Absetzen behandelt; es gebe keine allgemeine Indikation, das Vorgehen beruhe auf Fallberichten und klinischer Erfahrung; üblicherweise bessere sich die Spermienzahl und -qualität innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach dem Absetzen. Zu Antioxidantien: widersprüchliche Evidenz; Cochrane-Analysen mit positivem Einfluss auf Lebendgeburt- und Schwangerschaftsraten bei ART, aber schlechte Studienqualität; der MOXI-Studie zufolge verbesserten Antioxidantien Samenparameter oder DNA-Integrität nicht gegenüber Placebo.

**AWMF-S2k-Leitlinie 015-085 (DGGG, OEGGG, SGGG) [s124].** Nur der Abstract (Teil 2: Hämostaseologie, Andrologie, Genetik, Malignomanamnese) wurde abgerufen; er enthält keine Aussage zu Supplementen, Proteinpulvern oder Energy-Drinks. Die Leitlinienseite im AWMF-Register lieferte nur ein Skript-Gerüst ohne Inhalt. Eine eigenständige deutsche Leitlinie zu Sportnahrung und Spermienqualität wurde nicht gefunden.

**ESHRE-Leitlinie zur ungeklärten Infertilität 2023 [s63].** Abstract: 52 Empfehlungen (40 evidenzbasiert, davon 29 stark und 11 schwach; 10 Good-Practice-Punkte; 2 nur für die Forschung); keine mit hoher, eine mit moderater, neun mit niedriger und 31 mit sehr niedriger Evidenz. Im Abstract keine Aussagen zu Sportnahrung.

**WHO-Leitlinie 2025 zur Infertilität, abgebildet in zwei Übersichten [s01, s08].** Nach den Abstracts nimmt die WHO-Leitlinie bei Antioxidantien eine neutrale Haltung ein und enthält Good-Practice-Aussagen zu Lebensstilrisiken; die Vergleichsarbeit ordnet AUA/ASRM und EAU als spezialistisch, ESHRE und NICE als paarzentriert ein. Die WHO-Leitlinie selbst wurde nicht abgerufen; Aussagen zu Sportnahrung stehen in den Abstracts nicht.

**Cochrane.** Das Cochrane-Review zu Antioxidantien [s80] ist das einzige abgerufene Cochrane-Dokument; zu Kreatin, Proteinpulvern oder Energy-Drinks ergab die Suche keine Cochrane-Übersicht. Die ärztliche Umfrage aus den Emiraten nennt fehlende Leitlinien zum Umgang mit Anabolikafolgen als Grund für Vorgehen nach persönlicher Erfahrung [s58].

## Mechanismen und biologische Plausibilität

Die Einstufung folgt drei Stufen. „Belegt" bedeutet: in dem jeweils genannten Modell oder bei der genannten Personengruppe in der abgerufenen Literatur übereinstimmend gezeigt, nicht aber, dass der Mechanismus bei gesunden Männern unter üblichem Produktgebrauch wirksam wäre. „Plausibel" bedeutet: ein biologischer Weg ist beschrieben und mit einzelnen Daten unterlegt, aber nicht für die Fragestellung (Produkt, Dosis, Population) geprüft. „Spekulativ" bedeutet: Der Weg wird vermutet oder ist nur über Sekundärangaben, Laborkonzentrationen weit über dem Alltag oder Schutzmodelle an vorgeschädigten Tieren gestützt. Keine Einstufung ist eine Aussage über die Wirkung eines Produkts auf die Fruchtbarkeit eines Einzelnen.

### Übersicht

| Mechanismus | Stufe | Belegbasis | Wesentliche Einschränkung |
|---|---|---|---|
| Kreatin sichert im Mausmodell die Tight Junctions der Blut-Hoden-Schranke; Mangel senkt Spermienzahl, Beweglichkeit und Befruchtungsrate [s53] | belegt (Maus, genetischer Mangel) | Gamt-Knockout mit Rettung durch Kreatinzufuhr | Mangelmodell; keine Aussage zur Mehrzufuhr bei normaler Versorgung |
| Hemmung der Spermienbildung durch anabole Steroide über Unterdrückung von LH und FSH [s71, s98, s174, s170, s50] | belegt (Mensch) | Metaanalyse mit 32 Studien, prospektive Kohorte, Fall-Kontroll-Vergleiche | Betrifft Steroide, nicht Kreatin oder Proteinpulver |
| Kreatin erhöht DHT und das DHT-Testosteron-Verhältnis [s163] | plausibel | eine Crossover-Studie, 20 Männer | keine Samenanalyse; Testosteron unverändert; Folgen für Spermien unbekannt |
| Hoher Konsum zuckergesüßter Getränke senkt Inhibin B und Spermienkonzentration [s95] | plausibel | Querschnitt, 2.935 Männer | Querschnitt; Energy-Drinks nicht getrennt |
| Molkenprotein wirkt antioxidativ und antiapoptotisch im geschädigten Hoden [s02, s127, s17] | plausibel (nur Schutzmodelle) | Alterungs-, Hitze- und Toxinmodelle bei Tieren | gesunde Tiere und Männer nicht untersucht |
| Spermien nutzen das Kreatin-Kreatinkinase-System; CK im Samenplasma hängt mit Beweglichkeit und Konzentration zusammen [s111, s171] | plausibel (Korrelation) | Querschnittsvergleiche | schwache Korrelationen, keine Ursache-Wirkung-Aussage |
| Koffein erhöht in vitro die Beweglichkeit über erhöhte CK-Aktivität [s92] | spekulativ für Getränke | Laborversuch, 1 bis 20 mM | Konzentrationen weit über Getränkeniveau |
| Verunreinigung von Supplementen mit anabolen Steroiden als Erklärung für Befunde bei Proteinpulver [s119, s43] | spekulativ | Sekundärzitate (14,8 % von 634 Präparaten) | in keiner Studie am Menschen geprüft |
| Taurin schützt den Hoden vor Toxinen [s66, s88, s141, s61, s118] | spekulativ für Energy-Drinks | Tier-Schutzmodelle, Metabolomik | Taurin allein bei Gesunden nicht untersucht |
| Kombination aus Kreatin und Protein erhöht das Hodenkrebsrisiko [s143] | spekulativ | explorative Schichtung, OR 2,55 (1,05 bis 6,15) | Produktinhalte nicht analysiert; Steroidbeimischung als Alternativerklärung |

### Belegte Mechanismen

**Kreatin und Blut-Hoden-Schranke.** Kuribayashi et al. zeigen in Mäusen, dass der Verlust des Kreatin-Syntheseenzyms Gamt das Hodenkreatin deutlich senkt, die Tight Junctions stört und mit geringerer Spermienzahl, verminderter Beweglichkeit und niedrigerer Befruchtungsrate einhergeht; Kreatinzufuhr behebt dies. Der Befund ist ein kausaler Mangelversuch im selben Modell, damit methodisch stärker als die meisten übrigen Kreatinarbeiten. Gleichzeitig ist er auf den Mangel begrenzt: Mäuse ohne den Transporter Slc6a8 zeigten keine Auffälligkeiten der Spermienbildung [s53]; eine ausreichende Versorgung über andere Wege liegt nahe (Einschätzung dieser Studie). Flankierend zeigen Grundlagenarbeiten, dass Kreatin in Hoden und Nebenhoden der Ratte selbst gebildet wird [s172] und dass Kreatin im Kulturmedium die Kapazitation von Mausspermien über höhere ATP-Spiegel steigert [s132]. Beim Menschen liegen Kreatin und Kreatinkinase im Samenplasma vor; die CK ist bei Asthenozoospermie höher (1.360 ± 1.050 gegenüber 830 ± 580 U/L; p = 0,013) und korreliert negativ mit Konzentration und Beweglichkeit, während das Kreatin selbst mit der progressiven Motilität positiv korreliert (r = 0,284) [s111]. Für die Frage, ob eine zusätzliche Zufuhr beim gesunden Mann etwas verändert, tragen diese Befunde nicht.

**Unterdrückung der Hypophysen-Gonaden-Achse durch anabole Steroide.** Das ist der am besten belegte Mechanismus im Umfeld der Sportnahrung. Die Metaanalyse mit 32 Studien findet bei Anwendern niedrigere FSH- und LH-Werte, ein kleineres Hodenvolumen und eine niedrigere Motilität [s71]; die HAARLEM-Kohorte zeigt bei 77 % der Teilnehmer während der Einnahme eine Gesamtspermienzahl unter 40 Millionen [s98]; ältere Vergleichsstudien finden bei Bodybuildern deutlich häufiger Spermienzahlen unter der Normgrenze (24 von 41 gegenüber 5 von 41 Kontrollen) [s174]. Die AUA/ASRM-Leitlinie fasst zusammen, die aktuelle Einnahme unterdrücke die Spermatogenese deutlich, ohne nach Evidenz niedriger Qualität dauerhaft zu schaden [s47]. Dieser Mechanismus betrifft anabole Steroide; er berührt Kreatin, Protein und Energy-Drinks nur dann, wenn Steroide in Produkten enthalten sind oder parallel eingenommen werden. In der Studie zu Proteinpulvern in Dänemark war der Anabolikagebrauch ein Anpassungsfaktor [s113], in der Beobachtung bei subfertilen Männern wurde nicht dafür kontrolliert [s119].

**Training als eigener Einfluss.** Mehrere Übersichten berichten für intensives Ausdauertraining, vor allem Radfahren, schlechtere Samenparameter mit teilweiser Rückkehr nach Ruhe, bei sehr niedriger Evidenzsicherheit [s117, s45, s35]; für mäßige Bewegung berichten andere Arbeiten günstige Zusammenhänge [s18, s26]. Im Rattenversuch senkte exzessives Schwimmtraining Konzentration, Motilität und Testosteron und erhöhte den oxidativen Stress, mäßiges Training nicht [s06]. Dass die Trainingsbelastung Samenparameter verändern kann, gilt damit als beschrieben; Studien zu Sportnahrung trennen es nur teilweise von der Exposition.

### Plausible Mechanismen

**DHT-Anstieg unter Kreatin.** In der Crossover-Studie an 20 Rugbyspielern stieg DHT nach sieben Tagen Ladephase um 56 % und blieb nach 14 Tagen Erhaltung 40 % über dem Ausgangswert; das DHT-Testosteron-Verhältnis stieg um 36 % und blieb um 22 % erhöht, bei unverändertem Testosteron [s163]. Biologisch ist eine Veränderung der Androgenwirkung denkbar. Eine Verbindung zu Samenparametern ist in keiner Studie geprüft; die Übersicht der Expertengruppe um Antonio beschreibt die DHT-Befunde in den abgerufenen Abschnitten nicht und hält fest, die Mehrzahl der Studien zeige keinen Einfluss auf Testosteron [s32].

**Zuckergesüßte Getränke, Inhibin B und Spermienkonzentration.** In der größten Querschnittsstudie sind höhere Aufnahme von zuckergesüßten Getränken und niedrigeres Inhibin B (−12 pg/mL im höchsten Bereich) sowie niedrigere Spermienkonzentration gemeinsam beobachtet [s95]. Inhibin B wird in einer russischen Studie als möglicher Marker für das Keimepithel genannt [s110]; ein Weg über Stoffwechsel oder Körpergewicht ist denkbar (Einschätzung dieser Studie), in den Abstracts aber nicht geprüft. Die Kohorte PRESTO findet die Assoziation vor allem bei BMI von mindestens 25 [s51], was auf eine Vermischung mit Körpergewicht oder allgemeiner Ernährungsqualität hindeuten kann (Einschätzung, keine Aussage der Autoren). Eine weitere Studie zu Testosteron fand bei hoher Aufnahme zuckergesüßter Getränke ein adjustiertes OR von 2,29 für niedriges Testosteron [s128]. Gegen eine einfache Lesart spricht, dass die FEPOS-Kohorte bei moderatem Konsum keinen klaren Zusammenhang fand [s84].

**Molkenprotein als Schutzfaktor im geschädigten Hoden.** In Ratten mit Alterungsmodell, bei Mäusen mit Hitzestress (Kamelmolke), im D-Galaktose-Modell und im Aflatoxinmodell werden antioxidative, antiapoptotische und entzündungsdämpfende Wirkungen beschrieben [s02, s127, s17, s158]. Im Aflatoxinmodell werden die Hodenverbesserungen allerdings dem Ginsengextrakt oder der Kombination zugeschrieben, nicht dem Molkenprotein allein [s158]. Der Mäuseversuch an gesunden Tieren mit hoher Dosis Whey zeigte keinen Effekt auf Spermienzahl, Motilität, DNA-Fragmentierung, Testosteron, Trächtigkeit oder Wurfgröße [s109]. Die Schutzwirkung im geschädigten Gewebe lässt sich daher nicht in einen Nutzen oder Schaden bei Gesunden übersetzen.

**Proteinzusammensetzung.** Im Rattenversuch mit Maisgluten sanken Spermiendichte und Motilität und stiegen Anomalien (einschließlich Flagellum-Anomalien), während Weizengluten die Spermien nicht verschlechterte [s107]; bei Grünen Meerkatzen führte eine milchhaltige Tierproteindiät in der Phase nachhaltiger Zufuhr zu niedrigeren Spermienzahlen als eine pflanzenbasierte Diät [s169]. Proteinmangel senkte bei Ratten Testosteron und Hodengewicht [s60]. Das beschreibt, dass Menge und Quelle des Proteins im Tiermodell eine Rolle spielen, nicht, dass Whey bei Menschen so wirkt.

### Spekulative Mechanismen

**Koffein in vitro.** Im Laborversuch erhöhte Koffein bei 10 mM die progressive Motilität menschlicher Spermien und die seminale CK-Aktivität [s92]; ein Vergleich mit Theophyllin und Koffein (7 mmol/l) an Spermien von 12 Männern mit Asthenozoospermie liegt ebenfalls im Millimolarbereich [s164]. Diese Konzentrationen liegen weit über denen, die durch Getränke im Blut erreicht werden (Einschätzung der Recherche). Davon getrennt zu betrachten sind die Befunde zum Getränkekonsum: Ricci et al. fassen sie als inkonsistent zusammen und berichten Assoziationen von Koffein mit Aneuploidie und DNA-Brüchen der Spermien [s137]; in der AUA-Leitlinie steht Koffein mit mittlerer Evidenzqualität für keinen Zusammenhang, möglicherweise außer der Aneuploidie [s47]. In Mäusen sank die Blastozystenrate nach Befruchtung mit Spermien koffeininjizierter Tiere dosisabhängig [s149]; bei Kaninchen mit 30 oder 60 mg/kg wird eine Hemmung der Spermatogenese beschrieben [s173].

**Taurin.** Taurin ist in den männlichen Fortpflanzungsorganen reichlich vorhanden; die Taurindepletion durch β-Alanin erhöhte in Mäusen die Zahl abnormaler Spermien, und Taurin besserte den Defekt [s88]; in Schutzmodellen gegen Nandrolon, Cyclophosphamid und Bisphenol A wirkte Taurin antioxidativ und antiapoptotisch [s141, s61, s118]. Ob Taurin aus Energy-Drinks bei Gesunden die Spermien beeinflusst, ist in keiner Humanstudie geprüft, und die Übersichtsarbeit spricht von einer „potenziell schützenden", nicht von einer schädigenden Wirkung [s66].

**Energy-Drinks im Tierversuch.** Bei sehr hohen Getränkeanteilen (75 % im Trinkwasser beziehungsweise 75 bis 100 %) stiegen Anomalien der Spermien, und Vitalität und Beweglichkeit sanken [s54, s147]; bei pubertärem Binge-Protokoll per Schlundsonde ergab sich kein Effekt [s78]. Welcher Bestandteil (Zucker, Koffein, Taurin, Futterverdrängung mit Gewichtsverlust) wirkt, ist nicht getrennt geprüft; in der Studie mit dem höchsten Detailgrad verloren zwei Gruppen Körpergewicht [s54].

**Verunreinigung mit Steroiden.** Dass einzelne Produkte nicht deklarierte anabole Steroide enthalten, wird in Übersichten und Sekundärzitaten berichtet (14,8 % von 634 nichthormonellen Präparaten; 23 von 24 Präparaten aus Fitnessgeräte- und Online-Shops) [s119, s43, s143]; die Originalarbeiten wurden von der Recherche nicht abgerufen. In der Pilotbeobachtung zum Proteinpulver wurde nicht geprüft, ob die Veränderung damit zusammenhängt [s119]. Ebenso wenig wurde bei der Hodenkrebsstudie der Inhalt der Produkte analysiert [s143]. Als Erklärung für Befunde bei Proteinpulver bleibt die Verunreinigung deshalb eine Hypothese. In Schwermetall-Modellrechnungen für Proteinpulver lag der Hazard Index unter 1, mit den niedrigsten Werten bei Whey und Werten nahe 1 bei Mass-Gainer-Pulvern, ohne reproduktive Endpunkte [s101].

**Kreatin, Protein und Hodenkrebs.** Das OR 2,55 (1,05 bis 6,15) für kreatin- und proteinhaltige Präparate stammt aus einer explorativen Schichtung einer Fall-Kontroll-Studie; die Autoren nennen die Befunde vorläufig, ein Leserbrief weist auf Steroidgebrauch oder Verunreinigung als Alternativerklärung hin [s143, s142]. Die Patientenserie ohne Kontrollgruppe berichtet für Kreatin 9,3 % und für Protein und Aminosäuren 12,4 % Gebrauch bei 129 Hodenkrebspatienten und nennt den Zusammenhang offen [s166]. Weder Kausalität noch ein Weg zur Spermienqualität sind belegt.

**Antioxidative Nährstoffe und Fertilitätspräparate.** Für Carnitin, Coenzym Q10 und andere Antioxidantien liegen bei Männern aus Kinderwunschkliniken Metaanalysen mit überwiegend niedriger Evidenzsicherheit vor [s80, s129, s41]; die Cochrane-Autoren halten die Evidenz für nicht schlüssig, und nach Ausschluss von Studien mit hohem Verzerrungsrisiko war das OR für die Lebendgeburt nicht mehr signifikant (1,22; 0,85 bis 1,75) [s80]. Die MOXI-Studie fand bei 383 Teilnehmern laut der Diskussion von [s12] keinen Nutzen von Antioxidantien; der EAU-Text nennt die Studie ohne Zahl [s175]. Die Wirksamkeit solcher Wege bei gesunden Sportlern ist unbekannt.

### Zur Unabhängigkeit der Kreatinliteratur

Die Autorengruppe um Ostojic, Nedeljkovic und Stea ist an der randomisierten Pilotstudie, der Kongressauswertung, der NHANES-Auswertung und der Mini-Übersicht zu Kreatin und väterlicher Ernährung beteiligt [s23, s40, s39, s86]. Im Interessenkonflikt der NHANES-Arbeit erklärt der letzte Autor eine Mitgliedschaft in einem wissenschaftlichen Beirat zu Kreatin (AlzChem), Patente und Forschungsgelder von Kreatinherstellern und die Gründung von Firmen für kreatinhaltige Produkte [s39]; die Pilotstudie nennt denselben Autor als letzten Autor [s23]. Das ist keine Aussage über die Qualität der Daten, aber für die Einordnung relevant: Ein erheblicher Teil der wenigen Humanbefunde zu Kreatin stammt aus einer Gruppe mit Industriekontakten, die übrige Literatur ist überwiegend mechanistisch.

## Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität

Dosis-Wirkungs-Aussagen sind in dieser Literatur nur an wenigen Stellen möglich. Für Kreatin gibt es keine Dosisstaffelung mit Samenanalyse; für Whey ebenso wenig. Gradienten liegen vor für zuckergesüßte Getränke (Beobachtungsdaten), für Energy-Drink-Anteile im Trinkwasser (Tiere), für Koffein (Tiere und Beobachtung), für Anabolika (Tiere und Korrelationen beim Menschen) und für Trainingsumfang. Die Tabellen geben ausschließlich Zahlen wieder, die in den Abstracts, Volltexten oder Datenblättern der Gesamtstudie stehen; wo Streuungen Standardabweichungen und keine Konfidenzintervalle sind, ist das vermerkt.

### Humandaten: zuckergesüßte Getränke und Koffein

| Studie | Expositionsstufe | Ergebnis | Unsicherheit |
|---|---|---|---|
| Nassan 2021 [s95], 2.935 Männer | höchste Kategorie (Median 1,1 Portionen/Tag, rund 220 mL) gegenüber Nichtkonsumenten | Konzentration −13,2 Mio./mL; Gesamtzahl −28 Mio.; Inhibin B −12 pg/mL | 95-%-KI −21,0 bis −5,5 (Konzentration) |
| Nassan 2021 [s95] | plus 1 Portion (rund 200 mL) pro Tag anstelle von Wasser | Konzentration −3,4 Mio./mL; Inhibin B −7 pg/mL | KI −5,8 bis −1,0 (Konzentration) |
| Joseph 2024 [s51], 690 Männer | mindestens 7 SSB pro Woche gegenüber keinen | Konzentration −22 %; Gesamtzahl −22 %; Gesamtzahl beweglicher −25 %; Motilität −4 % | KI Konzentration −38 bis 0; Motilität −10 bis 2 |
| Joseph 2024 [s51] | mindestens 7 SSB pro Woche | RR für Konzentration höchstens 16 Mio./mL 1,89; für Gesamtzahl beweglicher höchstens 21 Mio. 1,95 | KI 1,11 bis 3,21 bzw. 1,12 bis 3,38 |
| Chiu 2014 [s154], 189 Männer | höchstes Quartil (mindestens 1,3 Portionen/Tag) | progressive Motilität −9,8 Prozentpunkte | KI 1,9 bis 17,8 |
| Meldgaard 2022 [s84], 1.047 Männer | mindestens 3 Tage pro Woche SSB (28 %) oder künstlich gesüßt (11 %) | keine deutliche Assoziation; normale Morphologie bei künstlich gesüßten −11 % (Verhältnis 0,89) | KI 0,76 bis 1,04; tägliche Konsumenten wenige (n = 38 und 15) |
| Yang 2015 [s148], 796 Männer | Cola 1 bis 2 gegenüber 3 und mehr Flaschen pro Woche | Samenvolumen −4,1 % gegenüber −12,5 % | keine KI im Abstract |
| Yang 2015 [s148] | Kaffee 1 bis 2 gegenüber 3 und mehr Tassen pro Woche | Motilität +8,9 % gegenüber +15,4 % | keine KI im Abstract |
| Karmon 2017 [s136], 171 Männer | Koffeinquartile unter 99 mg/Tag gegenüber mindestens 272 mg/Tag | Lebendgeburtenrate nach ART 55 % gegenüber 19 % (adjustiert); keine Assoziation mit Samenqualität | p-Trend < 0,01; nur Paare in Behandlung |
| Karmon 2017 [s136] | Alkoholquartile unter 3 g/Tag gegenüber mindestens 22 g/Tag | Lebendgeburtenrate 28 % gegenüber 61 % | p-Trend = 0,04; Richtung ohne Erklärung |
| Bu 2020 [s104], 12.912 Teilnehmer | niedrige, mittlere, hohe Koffeindosis | OR 0,95; 1,14; 1,86 für Infertilität (Männer und Frauen) | KI 0,78 bis 1,16; 0,69 bis 1,86; 0,28 bis 12,22 |

Die Gradienten der Tabelle sind Assoziationen aus Querschnitts- und Kohortendaten. Sie zeigen nicht durchgängig in dieselbe Richtung (Kaffee in [s148] mit höherer Motilität, in [s21] mit niedrigerer), und die Studien trennen Energy-Drinks nicht von anderen zuckergesüßten Getränken.

### Tierversuche: Dosisstaffelungen

| Studie | Dosisstufen | Ergebnis | Hinweise |
|---|---|---|---|
| N Jafar 2024 [s54], Ratte, 4 pro Gruppe | 0, 25, 50, 75 % Energy-Drink im Trinkwasser, 8 Wochen | Beweglichkeit 89,25; 71,25; 85,25; 65,5 %; Vitalität 91,25; 84,25; 82,25; 63,25 %; Anomalien 12; 15,5; 17,5; 36,5 % | Mittelwerte; nur 75 % signifikant; Gewichtsverlust in zwei Gruppen |
| Olaleru 2015 [s147], Maus, 28 Tage | 0, 25, 50, 75, 100 % Red Bull | abnormale Spermienköpfe 1,82; 8,07; 12,40; 15,46; 21,81 % | bei 75 % für 14 bis 28 Tage signifikant (P < 0,05); Tierzahl unbekannt |
| Yokota 2015 [s149], Maus | Koffein 0; 0,2; 1,0 mg/Maus/Tag, 1 Monat (Injektion) | Blastozystenrate 85,0; 79,2; 62,7 % | P < 0,05 bzw. P < 0,001; kein Spermiogramm |
| Ezzat 1994 [s173], Kaninchen | Koffein 30 oder 60 mg/kg/Tag, 4 Wochen | Testosteron stieg nur bei 60 mg/kg; Spermatogenese gehemmt | Gruppengrößen unbekannt |
| Costa-Valle 2022 [s78], Ratte | Energy-Drink 10 mL/kg, Koffein 3,2 mg/kg, Taurin 40 mg/kg, Binge 3 Tage/Woche über 4 Wochen | keine signifikanten Effekte auf Fortpflanzungsparameter | Schlundsonde, 100 Männchen gesamt |
| Mohamed 2015 [s146], Ratte, 6 pro Gruppe | Nandrolon 3 oder 10 mg/kg/Woche, 8 Wochen | bei 10 mg/kg fast alle Hodenkanälchen frei von Spermatiden und Spermien; Lipidperoxidation und DNA-Fragmentierung in beiden Gruppen erhöht | Dosen weit über therapeutisch |
| Hammood 2026 [s11], Ratte, 5 pro Gruppe | Stanozolol 5; 10; 15 mg/kg/Tag, 60 Tage | alle Dosisgruppen: Hodengewicht, Konzentration, Vitalität, Beweglichkeit niedriger (p < 0,001), Anomalien höher | Kanälchendurchmesser bei 10 mg/kg nicht signifikant (p = 0,084) |
| Busı 2023 [s61], Ratte | Taurin 75; 150; 300 mg/kg gegen Cyclophosphamid | Schutzmarker teils signifikant verbessert | Schutzmodell |
| Lee 2021 [s94], Ratte | Nandrolon 2 oder 10 mg/kg/Woche, 2 oder 12 Wochen | Aquaporin-Expression abschnittsweise erhöht oder erniedrigt | nur Transkripte |

Die Tabelle zeigt: Eine monotone Dosisabhängigkeit ist selbst bei den Energy-Drink-Versuchen nur teilweise erkennbar ([s54]: Spermienzahl in Gruppe 2 höher als in Gruppe 1), und alle Dosen liegen weit über typischem Konsum.

### Kreatin, Protein und Studiendosen

| Studie | Exposition | Dosis und Dauer | Messgröße | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| Nedeljkovic 2026 [s23, s40], 15 Männer | Kreatinmonohydrat (mit oder ohne Ubiquinol 200 mg) | 5 g täglich, 8 Wochen | Spermienkonzentration; Kreatin im Sperma | Konzentration +7,4 Mio./mL (P = 0,22) unter Kreatin plus Ubiquinol; Spermienkreatin 455,2 auf 570,7 µmol/L (P = 0,06) bzw. +125,4 µmol/L (P = 0,03) laut [s23] |
| van der Merwe 2009 [s163], 20 Männer | Kreatin | 25 g täglich 7 Tage, dann 5 g täglich 14 Tage | DHT, DHT-Testosteron-Verhältnis | DHT +56 % (Ladephase), +40 % (Erhaltung); Verhältnis +36 % und +22 % |
| Freitas 2026 [s09], Ratte | Kreatinfutter | 13 % über 5 Tage, dann 2 % über 35 Tage | Hodenmorphologie | Normalisierung bei Diabetes; mehr NFκB-p65, weniger SOD1 |
| Ketheeswaran 2020 [s109], Maus | Whey im Trinkwasser | hohe Dosis, 3 Monate | Spermienzahl, Fertilität | kein Effekt |
| Cao 2026 [s05], 24 Sprinter | Whey 19,8 g täglich (mit oder ohne Tangeretin 200 mg) | 4 Wochen | fettfreie Masse; Hormone | fettfreie Masse +2,3 % gegenüber +1,1 %; keine Samenanalyse |
| Beaton 2010 [s161], Crossover | Sojaprotein, isoflavonreich 61,7 mg/Tag, isoflavonarm 1,64 mg/Tag | je 57 Tage | Samenparameter | kein signifikanter Unterschied zu Milchprotein |

Beim Kreatin ist auffällig, dass in der einzigen Studie mit Samenanalyse eine einzige Dosis (5 g täglich) über acht Wochen geprüft wurde; eine Ladephase, andere Dauern oder höhere Dosen sind mit Samenanalyse nicht untersucht. Für Whey fehlen Dosisangaben mit Samenanalyse beim Menschen völlig; die Querschnittsstudie erfasste Gebrauch ohne Produktart, Dosis oder Dauer im Abstract [s113].

### Anabolika: Dauer, Dosis und Erholung beim Menschen

| Studie | Gruppe | Beobachtung | Zahlen |
|---|---|---|---|
| Knuth 1989 [s174], 41 Bodybuilder, 41 Kontrollen | Steroiddosen bis zum 40-Fachen klinischer Mengen | Spermienzahl unter 20 Mio./mL | 24 Bodybuilder gegenüber 5 Kontrollen; abhängig von Dauer und Abstand zur letzten Einnahme |
| Torres-Calleja 2001 [s170], 15 Anwender | Bodybuilder | Spermienzahl | 8 unter 20 Mio./mL, 3 Azoospermie; 17,7 % normal geformte Spermien |
| Lichonosov 2020 [s110], 44 Männer | Anwendungsdauer 6 Monate; Pause 3 Monate | Korrelation mit der Testosteronerholung | Dauer −0,857; Dosis −0,7825; Zahl der Präparate −0,443 |
| Lichonosov 2019 [s120], 550 Befragte | Testosterondosis | Verteilung | 500 bis 2.000 mg pro Woche und mehr; häufigste 1.000 mg/Woche (23,9 %); über ein Jahr bei 16,1 % |
| Al Hashimi 2022 [s74], 520 Männer | Kur meist 8 bis 12 Wochen (64 %) | Ejakulat bei Vorstellung | 79 % auffällig; Azoospermie 8 %; Oligozoospermie 68 % der Auffälligen |

### Reversibilität

| Studie | Zeitpunkt nach Ende der Exposition | Befund |
|---|---|---|
| Knuth 1989 [s174] | mehr als 4 Monate nach Absetzen | normale Spermienzahlen |
| Karila 2004 [s167], 18 Kraftsportler | am Zyklusende 33; nach 1,5 Monaten 30; nach 6 Monaten 77 Mio./mL (Mittel) | Anstieg zwischen 1,5 und 6 Monaten (p ≤ 0,05) |
| Smit 2021 [s98], 100 Männer | 3 Monate nach Zyklusende | TSC im Mittel 61,7 Mio. niedriger (KI 33,7 bis 90,0); Testosteron unverändert |
| Smit 2021 [s98] | 1 Jahr nach Beginn | TSC noch 29,7 Mio. niedriger (KI −59,1 bis −0,39); 25 Männer (34 %) weiter unter 40 Mio.; 9 Männer (11 %) mit niedrigem Testosteron |
| Mulawkar 2023 [s71], 32 Studien | 3 bis 6 Monate; 1 Jahr | FSH und LH niedrig, nach 1 Jahr nicht mehr unterschieden; Gesamttestosteron nach 1 Jahr bei Anwendern niedriger |
| İbis 2026 [s15], 79 Männer | 12 Monate | Normozoospermie 58,6 % ohne Behandlung, 69,2 % mit Clomifen, 87,5 % mit Clomifen plus hCG; Hormone nach 6 bis 12 Monaten spontan erholt |
| Lichonosov 2020 [s110], 44 Männer | 3 Monate | Testosteron unter Grenzwert bei 20,5 %, LH bei 4,5 %; 79,5 % befriedigende Erholung |
| Al Hashimi 2022 [s74] | 12 Monate | von 94 Männern mit Kinderwunsch-Problem 14 (15 %) schwanger; alle Azoospermiepatienten infertil |
| Vilar Neto 2021 [s99], 179 Fallberichte | Verlauf bei 38 bekannt | bei 4 vollständig reversibel |
| Rajmil 2024 [s57], 13 Studien | Normalisierung | kann mehr als ein Jahr dauern |
| EAU [s175] | 6 bis 12 Monate | üblicherweise Besserung von Spermienzahl und -qualität nach dem Absetzen (Inhaltsangabe, Fallberichte und klinische Erfahrung) |
| Al Hashimi 2023 [s58], 151 Ärzte | 6 bis 12 Monate | erwartete Spontanerholung; ein Drittel Rückfälle |
| Ketheeswaran 2019 [s119], 20 subfertile Männer | Proteinpulver abgesetzt, Karenz 2 bis 16 Monate (Median 4,5) | Konzentration 1,8 auf 8,9 Mio./mL (Mediane; Verhältnis 2,6; KI 1,1 bis 5,8); Gesamtzahl nicht signifikant (P = 0,14) |
| Greco 2025 [s35] | nach Ruhe | teilweise Rückkehr der nach 16 Wochen intensivem Radtraining gesunkenen Werte |

Die Erholungsdaten nach Anabolika stammen aus Beobachtungsdaten, Fallberichten und Befragungen; sie sind widersprüchlich (Kohorten mit überwiegender, aber unvollständiger Erholung gegenüber Fallberichten mit seltener vollständiger Umkehr). Für Kreatin, Whey und Energy-Drinks gibt es keine Daten zur Reversibilität mit Ausnahme der unkontrollierten Beobachtung nach Absetzen von Proteinpulver, deren Ergebnis durch Regression zur Mitte, natürliche Schwankung und nicht erfasste Störfaktoren nicht als Effekt des Absetzens zu deuten ist [s119].

### Subgruppen

| Subgruppe | Studie | Befund |
|---|---|---|
| Oligozoosperme Männer (n = 5) | Nedeljkovic 2026 [s23] | alle oligozoospermen Männer unter Kreatin oder Kreatin plus Ubiquinol verbesserten die Konzentration, in der Kontrolle unverändert oder weiter gesunken (P ≤ 0,05); einstellige Fallzahlen |
| BMI von mindestens 25 | Joseph 2024 [s51] | Assoziation zuckergesüßter Getränke mit schlechteren Samenwerten stärker |
| BMI unter 25 | Wang 2021 [s100] | gesättigtes Fett aus Milchprodukten OR 1,76 (1,01 bis 3,09) |
| Raucher, Alkoholkonsumenten, Alter mindestens 32, BMI mindestens 24 | Lv 2022 [s83] | ultraverarbeitete Lebensmittel: OR 1,78; 1,65; 1,58; 1,52 |
| Rauchende und ehemals rauchende Männer | Afeiche 2014 [s151] | Käse im höchsten Tertil: 53,2 % niedrigere Konzentration (9,7 bis 75,7) |
| Karenz unter zwei Tagen | Afeiche 2014 [s152] | Fleischassoziation mit Gesamtzahl am stärksten |
| Alter vor dem 25. Lebensjahr | Li 2015 [s143] | Muskelaufbaupräparate und Hodenkrebs OR 2,21 (1,34 bis 3,63) |
| Zwei oder mehr Produktarten; Gebrauch über 36 Monate | Li 2015 [s143] | OR 2,77 (1,30 bis 5,91); OR 2,56 (1,39 bis 4,74) |
| Hoher Ausgangs-ORP | Yamasaki 2022 [s89] | Konzentration stieg unter beiden aktiven Therapien (Subgruppe nach dem Ergebnis gebildet) |
| Hohes sORP (mindestens 1,38) | Enatsu 2024 [s49] | SDF 34,0 auf 26,1 %; Konzentration 12,5 auf 24,3 Mio./mL |
| Ältere Männer mit metabolischem Syndrom | Nashivochnikova 2024 [s55] | Konzentration 10,5 auf 21,5 Mio./mL; Stoffwechselverbesserung als Störfaktor |
| Diabetesmodell | Freitas 2026 [s09] | Kreatin normalisierte morphologische Parameter, Entzündungsmarker höher |
| Alterungsmodell | Ashry 2026 [s02], Kumar 2026 [s17] | Molke schützt im alten oder gealterten Hoden |
| Hitzestress | Badr 2018 [s127] | Kamelmolke stellte Testosteron und Motilität wieder her |

Die Subgruppenbefunde sind überwiegend explorativ, ohne erkennbare Korrektur für Mehrfachvergleiche und teils nach dem Ergebnis gebildet. Sie dienen der Orientierung, wo Effekte beobachtet wurden, nicht als belastbare Wirkaussagen.

### Zusammenfassung ohne Empfehlung

Aus den abgerufenen Arbeiten lassen sich folgende Aussagen ableiten, die Beschreibungen der Literatur sind und keine Empfehlungen: Für Kreatinpulver, Whey- und Proteinpulver sowie Energy-Drinks als einzelne Produkte fehlen Dosis-Wirkungs-Daten mit Samenanalyse beim Menschen weitgehend; die wenigen Humandaten zu Proteinpulver und Kreatin zeigen keinen belegten Schaden und keinen belegten Nutzen. Die konsistentesten Gradienten betreffen zuckergesüßte Getränke in Beobachtungsstudien (mit widersprüchlichen Befunden bei moderatem Konsum) und Anabolika, deren Hemmung der Spermienbildung am besten belegt ist und deren Erholung nach Absetzen bei der Mehrheit, aber nicht bei allen erfolgt. Tierversuche zu Energy-Drinks beruhen auf Getränkeanteilen weit über dem Alltag. Alle Aussagen unterliegen den genannten Grenzen: kleine Stichproben, Abstract-Ebene, Beobachtungsdesign, Störfaktoren wie Training, Gewicht und Steroidgebrauch, sowie überlappende Autorengruppen bei Kreatin.

## Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Dieses Kapitel ordnet die zusammengetragene Literatur nach Sprachräumen. Es fragt nicht nur, was dort steht, sondern auch, welche Kohorten, Register, Leitlinien und Fachzeitschriften es gibt, wie gut die jeweiligen Datenbanken erreichbar waren und wo schlicht nichts zu finden ist. Das Ergebnis vorab: Die Literatur zur Kernfrage (Kreatin, Whey- und Proteinpulver, Energy-Drinks und die Spermienqualität) ist in allen Räumen dünn, und sie ist es auf Englisch kaum weniger als in den übrigen Sprachen. Nach der Sprachkennzeichnung der gemeinsamen Quellenliste sind von 175 Einträgen 158 englischsprachig (zweisprachige Einträge eingerechnet), 15 russisch, 6 spanisch, 4 türkisch, 3 chinesisch, 2 französisch sowie je einer japanisch und deutsch; für Italienisch, Portugiesisch, Koreanisch und Arabisch enthält die Liste keinen einzigen Eintrag in der jeweiligen Landessprache. Die Zahl sagt allerdings wenig über die Forschungsleistung eines Raums, denn ostasiatische, arabische und türkische Gruppen veröffentlichen ihre Arbeiten überwiegend auf Englisch. Für die Zuordnung zu einem Raum zählt in diesem Kapitel deshalb meist die Herkunft der Forschenden oder der Kohorte, und die Publikationssprache wird gesondert genannt.

Drei Vorbemerkungen gelten für alle Abschnitte. Erstens beruhen viele Angaben nur auf Abstracts; wo ein Volltext gelesen wurde, ist das in den Rechercheberichten vermerkt, und fehlende Zahlen werden hier nicht ergänzt. Zweitens sind Aussagen wie „im Sprachraum nichts gefunden" immer so zu lesen: nichts auf den erreichbaren Wegen, also PubMed über die NCBI-Schnittstellen, Europe PMC, einzelne nationale Plattformen und Repositorien. Drittens beschreibt das Kapitel die Literatur und gibt keine Handlungsempfehlung für Einzelpersonen.

### Englisch

Auf Englisch erscheint nahezu die gesamte Primärliteratur zur Fragestellung. Das gilt für die einzige randomisierte Studie am Menschen mit Samenanalyse unter Kreatin, für die Beobachtungsstudien zu Proteinpulver und zuckergesüßten Getränken und für die Tierversuche. Zugleich zeigt sich gerade hier, wie schmal die Basis ist.

**Kohorten und Studienpopulationen.** Die englischsprachigen Humandaten stammen aus wenigen, immer wieder genutzten Populationen. Die dänische FEPOS-Kohorte (junge Männer, deren Mütter in der Dänischen Nationalen Geburtskohorte 1996 bis 2002 eingeschlossen waren) liefert zwei Auswertungen: Die Querschnittsstudie von Tøttenborg und Kollegen an 778 jungen Männern fand weder in rohen noch in adjustierten Analysen einen Zusammenhang zwischen selbstberichtetem Proteinpulvergebrauch (28 % aktuell, 24 % früher) und Ejakulatvolumen, Konzentration, Gesamtzahl, Morphologie oder Motilität; angepasst wurde unter anderem an Training, BMI und Anabolikagebrauch [s113]. Die zweite Auswertung (1.047 Männer, mittleres Alter 19 Jahre) fand bei moderatem Konsum zuckergesüßter Getränke (28 % der Teilnehmer) oder künstlich gesüßter Getränke (11 %) keine deutliche Verbindung zu Volumen, Konzentration, Gesamtzahl oder Gesamtmotilität; der Anteil normal geformter Spermien lag bei künstlich gesüßten Getränken um 11 % niedriger (angepasstes Verhältnis 0,89; 95-%-Konfidenzintervall 0,76 bis 1,04) [s84]. Tägliche Konsumenten waren selten (38 beziehungsweise 15 Männer).

Die zweite große Linie ist die Rochester Young Men's Study (189 Männer, 18 bis 22 Jahre) mit Auswertungen zu zuckergesüßten Getränken (höchstes Quartil mit mindestens 1,3 Portionen pro Tag: 9,8 Prozentpunkte niedrigere progressive Motilität; 95-%-Konfidenzintervall 1,9 bis 17,8) [s154], zu Milchprodukten [s156] und zu verarbeitetem rotem Fleisch [s152]. Hinzu kommt die amerikanische Präkonzeptionskohorte PRESTO (690 Männer, 1.247 Samenproben, Heimtest-Kit): Männer mit mindestens sieben zuckergesüßten Getränken pro Woche hatten gegenüber Nichtkonsumenten eine um 22 % niedrigere Konzentration (95-%-Konfidenzintervall −38 bis 0) und eine um 25 % niedrigere Gesamtzahl beweglicher Spermien (−43 bis −2); Energy-Drinks waren dabei Teil der Getränkegruppe und wurden nicht getrennt ausgewiesen [s51]. Die größte Studie dieser Art, eine Querschnittsstudie an 2.935 jungen Männern (Median 19 Jahre, Förderung durch dänische Stellen), fand im höchsten Konsumbereich (Median 1,1 Portionen pro Tag) eine um 13,2 Millionen pro Milliliter niedrigere Konzentration als bei Nichtkonsumenten (95-%-Konfidenzintervall −21,0 bis −5,5) [s95]. Die Befunde zu zuckergesüßten Getränken sind also nicht einheitlich, und eine Energy-Drink-spezifische Schätzung fehlt im abgerufenen Abstract.

Für Kreatin stützt sich die englische Literatur auf drei Humanarbeiten. Die randomisierte, placebokontrollierte Pilotstudie über acht Wochen stammt nach dem Europe-PMC-Eintrag aus dem Applied Bioenergetics Lab der Sportfakultät der Universität Novi Sad (Serbien) und umfasste 15 Freiwillige, darunter fünf mit Oligozoospermie; der primäre Konzentrationsvergleich war nicht signifikant (+7,4 Millionen pro Milliliter unter Kreatin plus Ubiquinol; P = 0,22), signifikant waren Anteilsvergleiche („Verbesserung ja oder nein") und der Kreatinwert im Sperma [s23]. Ein Kongressabstract zur selben Studie nennt für die Marker Kreatin und Kreatinkinase im Sperma keinen signifikanten paarweisen Vorher-nachher-Vergleich [s40]. Hinzu kommen eine Querschnittsstudie mit 1.350 NHANES-Teilnehmern, in der Kreatin aus der Nahrung (ohne Supplemente) rechnerisch geschätzt und mit Inhibin B und Anti-Müller-Hormon, nicht mit der Samenanalyse, verglichen wurde (adjustiert für Inhibin B: B = −2,20; P = 0,40) [s39], sowie eine Crossover-Studie an 20 südafrikanischen Rugbyspielern, die unter Kreatin einen Anstieg des Dihydrotestosterons um 56 % nach sieben Tagen bei unverändertem Testosteron zeigte, ohne dass Samenparameter erhoben wurden [s163].

**Register und Studienplanung.** Die Kreatin-Pilotstudie ist bei ClinicalTrials.gov als NCT06202469 registriert [s23]; die Metaanalyse zu anabolen Steroiden trägt die PROSPERO-Nummer CRD42023411294 [s71]. Ein eigenes Fertilitäts- oder Sportnahrungsregister, das den Gebrauch von Kreatin, Proteinpulver oder Energy-Drinks mit Samenparametern verknüpft, ist aus den abgerufenen Quellen nicht ersichtlich.

**Leitlinien.** Die englischsprachigen Leitlinien behandeln Sportnahrung nicht. Die Aktualisierung 2024 der Leitlinie von AUA und ASRM beruht auf 22 Studien in der Evidenzbasis; der am 4. Oktober 2026 abgerufene Volltext enthält die Begriffe Kreatin, Whey, Proteinpulver, Energy-Drink oder Taurin nicht [s47]. Sinngemäß stuft die Leitlinie Lebensstilfaktoren als schwer untersuchbar ein, nennt für Koffein Evidenz mittlerer Qualität für keinen Zusammenhang mit männlicher Infertilität (außer möglicherweise Spermienaneuploidie) und beschreibt für anabole Steroide einen großen Einfluss der aktuellen Einnahme auf die Spermatogenese bei niedriger Evidenz für keinen Einfluss auf eine dauerhafte Infertilität [s47]. Das EAU-Kapitel zur männlichen Infertilität enthält die Begriffe Kreatin, Whey, Proteinpulver, Energy-Drink, Taurin und Koffein ebenfalls nicht; es verweist unter anderem auf eine Besserung der Spermienzahl innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach Absetzen anaboler Steroide [s175]. Die ESHRE-Leitlinie zur ungeklärten Infertilität (52 Empfehlungen) und die zwei Übersichtsarbeiten zur WHO-Leitlinie 2025 erwähnen Sportnahrung in den Abstracts nicht [s01, s08, s63]. Das Cochrane-Review zu Antioxidantien (90 Studien, 10.303 Männer, Evidenz niedrig bis sehr niedrig) betrifft Fertilitätsbehandlung, nicht Sportnahrung [s80]. Ein Cochrane-Review zu Kreatin, Proteinpulvern oder Energy-Drinks ergab die Suche nicht.

**Fachzeitschriften.** Die Quellen verteilen sich auf internationale Andrologie- und Fertilitätsblätter (Andrology, Human Reproduction, Fertility and Sterility, Asian Journal of Andrology, Reproductive BioMedicine Online), Ernährungs- und Sportmedizinblätter (Nutrients, Journal of the International Society of Sports Nutrition) sowie einzelne toxikologische und tierexperimentelle Zeitschriften. Die Kreatinliteratur zur Fruchtbarkeit stammt zu einem erheblichen Teil aus einer Arbeitsgruppe, deren letzter Autor in [s39] Verbindungen zur Kreatinindustrie offenlegt (wissenschaftlicher Beirat, Patente, Forschungsgelder und Firmengründungen); die Autorenlisten von [s23, s39, s40, s86] überschneiden sich. Die Expertenübersicht zu Kreatin hält fest, Behauptungen über schädliche Wirkungen auf die Fruchtbarkeit gingen oft auf mehrkomponentige Präparate zurück, die auch anabole Steroide enthalten könnten, und es lägen keine Humanstudien zu Kreatinmonohydrat bei normo- oder oligospermischen Männern vor [s32]. Letzteres gilt nur bis zum Erscheinen der Pilotstudie [s23]. Die Übersicht stammt von einem Gremium, das sich insgesamt für Sicherheit und Wirksamkeit von Kreatin ausspricht.

**Regionale und thematische Besonderheiten.** Zwei Themen tauchen englisch gehäuft auf, die in den anderen Räumen schwächer vertreten sind: Verunreinigung von Präparaten und Begleitkonsum. Eine narrative Übersicht beschreibt, dass einzelne Proteinpräparate für Sportler mit anabolen Steroiden und Prohormonen verunreinigt sein können, nennt aber keine Häufigkeiten und keine Aussage zur Spermienqualität [s43]. Die Häufigkeitsangabe (14,8 % von 634 nichthormonellen Präparaten) steht nur als Sekundärzitat im Text der Beobachtungsstudie an 20 subfertilen Männern; die Originalarbeit wurde nicht abgerufen [s119]. Diese Beobachtung (Konzentration im Median von 1,8 auf 8,9 Millionen pro Milliliter nach Absetzen von Proteinpulver, ohne Kontrollgruppe, mit der Möglichkeit einer Regression zur Mitte) ist schwer zu deuten [s119]. Eine Risikobewertung zu Schwermetallen in Proteinpulvern ergab einen Gefahrenindex unter 1, mit den höchsten Werten bei Mass-Gainer-Pulvern und den niedrigsten bei Whey, betrachtete aber keine reproduktiven Endpunkte [s101]. Eine britische Umfrage (153 Fragebögen, zehn Teilnehmer in Fokusgruppen) zeigt, dass nur wenige junge Männer im Fitnessstudio über ihre Fruchtbarkeit nachgedacht hatten; sie enthält keine Samenanalyse [s56]. Die Hodenkrebs-Fall-Kontroll-Studie aus Connecticut und Massachusetts (356 Fälle, 513 Kontrollen) fand ein Odds Ratio von 1,65 (95-%-Konfidenzintervall 1,11 bis 2,46) für den Gebrauch von Muskelaufbaupräparaten; erhöht war in explorativen Schichtungen nur die Kombination aus Kreatin und Protein (2,55; 1,05 bis 6,15) [s143]. Ein Leserbrief weist darauf hin, dass gleichzeitiger Steroidgebrauch ein unerkannter Störfaktor sein könnte [s142]. Auch dort sind Produktinhalte nicht analysiert.

**Erreichbarkeit der Datenbanken.** PubMed ließ sich über die NCBI-E-utilities (esearch, esummary, efetch, elink) durchgehend abfragen; die Weboberfläche war nur als JavaScript-Seite erreichbar. Europe PMC war für einfache Abfragen und den Volltext nutzbar, Suchen mit Feldfiltern (Titel, Sprache, Jahr) scheiterten in zwei Läufen mit je sechs Wiederholungen an dauerhaften 503-Fehlern. Die Cochrane Library lieferte nur eine JavaScript-Hülle und einen Cookie-Fehler (HTTP 412), sodass Cochrane-Inhalt nur über den PubMed-Abstract zugänglich war. OpenAlex antwortete mit einer Ratenbegrenzung (HTTP 429). Die Leitlinienseiten von AUA/ASRM und EAU waren im Volltext lesbar.

### Deutsch

Im deutschen Sprachraum fand die Recherche keine einzige Primärstudie zu Kreatin, Whey- oder Proteinpulver oder Energy-Drinks mit Spermienparametern. Die gezielte PubMed-Suche mit deutschem Sprachfilter lieferte keine passenden Treffer. Das ist ein Befund, aber kein Beweis, dass es nichts gibt: Gesucht wurde auf den erreichbaren Wegen, und deutschsprachige Dissertationen und Kongressbände sind darüber nur unvollständig abgedeckt.

**Fachzeitschriften und Übersichten.** Als deutschsprachige Quelle liegt die Übersichtsarbeit von Schuppe und Köhn aus der Zeitschrift Die Urologie vor, „[Impact of lifestyle and environmental factors on male reproductive health]" (Einfluss von Lebensstil- und Umweltfaktoren auf die männliche Fortpflanzungsgesundheit) [s87]. Nach dem Abstract ist die Information zu einzelnen Faktoren beim Menschen begrenzt, und die Extrapolation aus Tier- und In-vitro-Daten ist schwierig; Sportnahrung wird im Abstract nicht genannt. Ein Volltext wurde nicht ausgewertet, ob die Arbeit Kreatin, Proteinpulver oder Energy-Drinks im Text behandelt, bleibt deshalb offen. Mit Autoren aus Abu Dhabi und Innsbruck liegt außerdem ein klinischer Leitfaden zur Azoospermie nach exogenem Testosteron oder anabolen Steroiden vor, der betont, dass kaum kontrollierte Langzeitstudien existieren [s36]. Er betrifft Anabolika, nicht Sportnahrung.

**Leitlinien.** Die einschlägige deutschsprachige Leitlinie ist die S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie vor einer assistierten reproduktiven Behandlung" (AWMF-Register 015-085, DGGG, OEGGG und SGGG, Stand Februar 2019). Abgerufen wurde nur der englische Abstract zu Teil 2 (Hämostaseologie, Andrologie, Genetik, Malignomanamnese); er enthält keine Aussage zu Supplementen, Proteinpulvern oder Energy-Drinks [s124]. Die Seite im AWMF-Register lieferte lediglich ein Skript-Gerüst ohne Inhalt, das Register wurde nicht durchsucht. Eine eigenständige deutsche Leitlinie zu Sportnahrung und Spermienqualität wurde nicht gefunden.

**Kohorten und Register.** Eine deutsche oder österreichische Kohorte, die Sportnahrung mit Samenparametern verknüpft, ist aus den abgerufenen Quellen nicht ersichtlich. Auch ein deutschsprachiges Register zum Thema ist nicht belegt.

**Erreichbarkeit der Datenbanken.** Neben PubMed (über die E-utilities) war das AWMF-Register erreichbar, aber ohne verwertbaren Inhalt; die Leitlinie konnte nur über PubMed in Form des Abstracts erfasst werden.

### Französisch

Im französischen Sprachraum liegen zwei Quellen vor, beide ohne Zahlen im abgerufenen Abstract und ohne Aussage zu Kreatin, Proteinpulver oder Energy-Drinks.

**Fachzeitschrift und Übersicht.** Die Übersichtsarbeit von Methorst, Perrin, Faix und Huyghe, „Infertilité masculine, environnement et mode de vie" (Männliche Unfruchtbarkeit, Umwelt und Lebensstil), erschien in Progrès en Urologie, dem Journal der Association française d'urologie und der Société française d'urologie [s70]. Nach dem Abstract wurde die englisch- und französischsprachige Literatur bis Juli 2023 durchsucht; Veränderungen von Schlaf, Bewegung, Ernährung, Tabak, Drogen und anabolen Steroiden hätten einen belegten Einfluss auf das Spermiogramm. Anabolika sind damit ausdrücklich Teil des Lebensstilkapitels, Sportnahrung im engeren Sinn wird im Abstract nicht genannt [s70]. Die zweite Quelle ist eine pharmazeutische Abschlussarbeit der Universität Lothringen im Archiv HAL: „Habitudes de vie et nutrition des pères : impacts sur la fertilité et la descendance" (Lebensgewohnheiten und Ernährung der Väter: Auswirkungen auf Fruchtbarkeit und Nachkommen) [s62]. Sie behandelt unter anderem die Umkehrbarkeit ungünstiger Gewohnheiten; abgerufen wurde nur der Abstract ohne Zahlen. Ihr Gewicht als Beleg ist entsprechend gering.

**Eigene Studien, Kohorten, Register.** Die Suche in HAL mit französischen Begriffen zu Kreatin, Proteinen, Energy-Drinks, Anabolika und Spermiogramm ergab null bis zwei nicht einschlägige Treffer, dazu die zwei genannten Arbeiten. Der einzige weitere Fund in HAL war eine englischsprachige Mäusestudie zu Red Bull; ihre Herkunft ist in den Berichten nicht angegeben, französisch ist die Arbeit jedenfalls nicht [s147]. Sie berichtet nach 28 Tagen mit 25 bis 100 % Red Bull im Trinkwasser steigende Anteile abnormaler Spermienköpfe (von 1,82 % in der Kontrollgruppe bis 21,81 % in der 100-%-Gruppe), bei unbekannter Tierzahl [s147]. Eine französische Kohorte oder ein Register zum Thema fand die Recherche nicht. Leitlinien der französischen Fachgesellschaften zu Sportnahrung sind in den Berichten nicht aufgeführt.

**Erreichbarkeit der Datenbanken.** Die HAL-Schnittstelle war als JSON-API erreichbar und durchsuchbar. Die Plattform Cairn, über die viele französischsprachige Fachzeitschriften laufen, ließ sich nicht durchsuchen: shs.cairn.info lieferte eine JavaScript-Sperre, cairn.info einen HTTP-Fehler 403 beziehungsweise eine Weiterleitung. Französischsprachige Arbeiten, die nur dort stehen, konnten daher nicht geprüft werden.

### Italienisch

Für den italienischen Sprachraum gibt es in dieser Recherche keine einschlägige Literatur. Die PubMed-Suche mit Sprachfilter Italienisch lieferte einen einzigen Treffer, erschienen 1957 und ohne Themenbezug. Italienischsprachige Primärstudien, Leitlinien oder Positionspapiere zu Kreatin, Proteinpulver oder Energy-Drinks mit Spermienbezug wurden nicht gefunden.

**Fachzeitschriften.** Die italienische Zeitschrift Archivio Italiano di Urologia e Andrologia ist mit einer englischsprachigen Übersichtsarbeit zu Ernährung und Lebensstil vertreten [s103]. Sie erwähnt, dass eine höhere Aufnahme von rotem und verarbeitetem Fleisch, Innereien und fettreichen Milchprodukten mit schlechteren Spermienparametern einhergeht; zu Sportnahrung sagt der Abstract nichts. Die Arbeit ist ein Beispiel dafür, dass „italienisch" in diesem Kapitel nur den Erscheinungsort der Zeitschrift meint, nicht die Sprache des Aufsatzes.

**Kohorten, Register, Leitlinien.** Eine italienische Kohorte oder ein Register zum Thema ist nicht belegt. Die Fachgesellschaft Società Italiana di Andrologia betreibt eine erreichbare Website; die dortige Suche lieferte für alle vier Suchbegriffe jedoch nur seitenfremde Inhalte statt wissenschaftlicher Treffer. Leitlinien oder Positionspapiere der Gesellschaft zu Sportnahrung wurden darüber nicht gefunden, was nicht ausschließt, dass solche Dokumente an anderer Stelle der Website liegen.

**Erreichbarkeit der Datenbanken.** PubMed mit Sprachfilter war nutzbar, die Treffermenge ist verschwindend gering. Europe PMC mit Sprachfilter scheiterte an den beschriebenen 503-Fehlern. Die Website der Fachgesellschaft war offen, aber nicht auswertbar.

### Portugiesisch

Auch für das Portugiesische ergab die Recherche keine einschlägige Primärstudie in der Landessprache. Die PubMed-Suche mit Sprachfilter Portugiesisch lieferte einen nicht einschlägigen Treffer (zu Y-Mikrodeletionen). Brasilianische Beiträge erscheinen in der gefundenen Literatur auf Englisch oder über spanischsprachige Plattformen.

**Beiträge aus Brasilien.** Die Zeitschrift International Braz J Urol veröffentlichte eine Übersichtsarbeit von Esteves zur WHO-Leitlinie 2025 zur Infertilität [s08]; eine Vergleichsarbeit zur WHO-Leitlinie und zu den Leitlinien von AUA/ASRM, EAU, ESHRE und NICE, bei der Esteves ebenfalls Autor ist, erschien in Andrology [s01]. Beide Abstracts erwähnen Sportnahrung nicht; nach ihnen nimmt die WHO-Leitlinie bei Antioxidantien eine neutrale Haltung ein und enthält Good-Practice-Aussagen zu Lebensstilrisiken. Die WHO-Leitlinie selbst wurde nicht abgerufen. Der Tierversuch zur Kreatingabe im Diabetesmodell (48 Wistar-Ratten in vier Gruppen) stammt nach Europe-PMC-Abruf von der Bundesuniversität Rio Grande do Norte in Natal, erschien aber auf Englisch; er berichtet Morphologie und Immunhistochemie des Hodens, keine Samenparameter [s09]. Aus dem Bundesstaat Pará (Universidade do Estado do Pará) stammt ein Rattenversuch zu Nandrolon mit und ohne Laufradtraining (24 Tiere, 12 Wochen), dessen Autoren nach den Befunden nicht sagen können, dass Nandrolon mit oder ohne Training die Fruchtbarkeit stört; er steht in einer Zeitschrift, die über Dialnet erfasst ist [s145]. Beide Arbeiten sind keine Sportnahrungsstudien am Menschen.

**Kohorten, Register, Leitlinien.** Brasilianische oder portugiesische Kohorten und Register zum Thema fand die Recherche nicht. Eine portugiesischsprachige Leitlinie zu Sportnahrung ist nicht belegt.

**Erreichbarkeit der Datenbanken.** Gerade für das Portugiesische sind die wichtigsten regionalen Datenbanken nicht auswertbar gewesen: SciELO (search.scielo.org) antwortete mit HTTP 403, die Startseite scielo.br war erreichbar, die Suchadresse lieferte 404, und die articlemeta-Schnittstelle bietet keine Volltextsuche. LILACS/BVS (pesquisa.bvsalud.org) lieferte HTTP 403, lilacs.bvsalud.org nur ein JavaScript-Gerüst, die Programmierschnittstelle verlangt einen Schlüssel (HTTP 401). Die Aussage „im portugiesischen Sprachraum nichts gefunden" hat deshalb besonders wenig Gewicht; sie bedeutet nur, dass PubMed mit Sprachfilter und Dialnet nichts Einschlägiges lieferten.

### Spanisch

Der spanische Sprachraum ist mit sechs Quellen der am besten vertretene unter den romanischen Sprachen, doch auch hier fehlt jede eigene Studie zu Kreatin, Proteinpulver oder Energy-Drinks beim Menschen.

**Kohorten und Studien.** Zwei Linien stammen aus Murcia: Eine Querschnittsstudie an 209 jungen Studierenden in Revista Internacional de Andrología, „[Dietary intake of trace elements and semen quality and reproductive hormone levels in young men: relationship with fertility]" (Zufuhr von Spurenelementen mit der Nahrung, Samenqualität und Reproduktionshormone bei jungen Männern: Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit), fand, dass höhere Eisenzufuhr mit niedrigerer Konzentration (P für Trend = 0,01) und weniger progressiv beweglichen Spermien (P für Trend = 0,004) verbunden war [s114]. Eine verwandte Auswertung an 206 Männern im Alter von 18 bis 23 Jahren in der Zeitschrift British Journal of Nutrition fand keinen Zusammenhang der Gesamtfleischzufuhr mit Samenqualität oder Hormonen; Meeresfrüchte hingen mit höherer progressiver Motilität zusammen (Quartile 45,2; 42,0; 49,4; 53,2 %; P für Trend ≤ 0,001), Innereien mit niedrigerer (51,5 gegenüber 42,8 %; P = 0,001) [s122]. Aus dem Krankenhaus Denia stammt eine Querschnittsstudie an 117 Männern, „[Relationship between semen quality and anthropometric parameters in males]" (Zusammenhang zwischen Samenqualität und anthropometrischen Parametern bei Männern), in Revista Española de Salud Pública: Zwischen Hüftumfang und Samenvolumen zeigte sich ein positiver Zusammenhang (p = 0,027); sonst gab es keine Zusammenhänge zwischen Muskel-, Fett- oder Viszeralmasse und Samenqualität [s42]. Das ist für das Thema nur indirekt relevant und enthält keine Supplementdaten.

Aus Kolumbien stammt die In-vitro-Studie zu sieben frei verkäuflichen Vitaminpräparaten, die als Aphrodisiaka vermarktet werden („Efecto in vitro de los suplementos vitamínicos que se venden como afrodisíacos sobre la movilidad espermática"; In-vitro-Wirkung auf die Spermienbeweglichkeit), in Urología Colombiana: Die Tabletten wurden in Kochsalzlösung gelöst und mit Samenproben von 22 gesunden Freiwilligen gemischt; nach 0, 60, 120 und 180 Minuten zeigte sich keine positive Veränderung der Beweglichkeit, unabhängig vom L-Arginin-Gehalt [s123]. Das ist ein Mischversuch im Reagenzglas, keine Einnahmestudie. Der Beitrag „Factores nutricionales y no nutricionales pueden afectar la fertilidad masculina mediante mecanismos epigenéticos" (Ernährungsbedingte und nicht ernährungsbedingte Faktoren können die männliche Fruchtbarkeit über epigenetische Mechanismen beeinflussen) in Nutrición Hospitalaria sagt im Abstract nichts zu Sportnahrung [s140]. Der Rattenversuch zu Schwimmtraining (24 Wistar-Ratten, sechs Wochen) in der Zeitschrift Retos fand, dass mäßiger Sport ohne signifikante Veränderungen blieb, exzessiver Sport dagegen Konzentration, Motilität, Morphologie und Testosteron senkte und den oxidativen Stress erhöhte [s06]. Er ist als Hinweis relevant, dass Trainingsbelastung selbst ein Störfaktor ist. Schließlich liegt die spanisch-englische Doppelveröffentlichung einer systematischen Übersicht zu 13 Studien über Protokolle zur Wiederherstellung der Spermienbildung nach Steroidmissbrauch in Actas Urológicas Españolas vor [s57]; sie nennt, dass die Normalisierung mehr als ein Jahr dauern kann, und beschreibt die Datenlage zu den Protokollen als schlecht dokumentiert.

**Register, Leitlinien, Zeitschriften.** Spanischsprachige Register oder Leitlinien zum Thema wurden nicht gefunden. Als Fachzeitschriften sind Revista Internacional de Andrología, Actas Urológicas Españolas, Nutrición Hospitalaria, Revista Española de Salud Pública und Urología Colombiana vertreten. Die beiden über Dialnet erfassten Tierarbeiten behandeln Nandrolon beziehungsweise Training [s06, s145].

**Erreichbarkeit der Datenbanken.** Dialnet war als einzige regionale Plattform erreichbar: Suchseiten, Treffertitel und Abstracts ließen sich abrufen. Die Treffer sind allerdings stark von der Veterinärmedizin (Nutztiere) geprägt, die bewusst nicht einbezogen wurde. SciELO und LILACS waren, wie beim Portugiesischen beschrieben, nicht auswertbar. Beim Menschen fand sich im spanischen Raum zu Kreatin, Proteinpulvern oder Energy-Drinks nichts.

### Chinesisch

Der chinesische Sprachraum (Festlandchina, Taiwan, Hongkong) stellt in der Quellenliste die meisten Arbeiten der drei ostasiatischen Räume. Nach der Herkunft der Autoren stammen von den 45 Arbeiten des ostasiatischen Teilberichts 31 aus China, je zwei aus Taiwan, Hongkong und Korea und acht aus Japan. Zur Kernfrage gibt es dort dennoch keine Studie, in der Männer Kreatin, Whey oder einen Energy-Drink einnahmen und anschließend ein Spermiogramm erhoben wurde. Was vorliegt, ist ein breites Feld an Nachbarthemen.

**Kohorten und Studienbasen.** Das Bild wird von klinikbasierten Beobachtungsstudien geprägt, besonders von einer Studienbasis am Shengjing Hospital in Shenyang. Drei Fall-Kontroll-Arbeiten beruhen auf annähernd denselben Gruppen (549 bis 552 Fälle mit Asthenozoospermie, 581 bis 585 Kontrollen, Erhebung Juni bis Dezember 2020) und sind nicht voneinander unabhängig: Milchprodukte (Milchprotein im obersten gegenüber dem untersten Terzil: Odds Ratio 1,19; 95-%-Konfidenzintervall 0,85 bis 1,68, also kein signifikanter Zusammenhang) [s100], Fleisch und Kochmethoden (unverarbeitetes Fleisch 0,61; 0,40 bis 0,93; verarbeitetes Fleisch 1,44; 1,01 bis 2,06) [s82] und hochverarbeitete Lebensmittel (1,53; 1,12 bis 2,10) [s83]. Aus Shenyang stammt auch eine Studie zu Ernährungsqualitätsindizes mit 254 Fällen und 633 Kontrollen [s79]; eine weitere Querschnittsstudie an 1.715 Männern einer Kinderwunschklinik (antioxidative Gesamtkapazität der Nahrung) nennt Förderung aus Liaoning und dem Shengjing Hospital, ob sich die Teilnehmer überschneiden, steht im Abstract nicht [s64]. Wer „viele Studien" zählt, zählt hier also teilweise dieselben Männer mehrfach.

Weitere Kohorten: die Chongqing-Studie MARHCS (796 gesunde junge Männer, Medianalter 20 Jahre; Kaffee war dort mit höherer Motilität verbunden, plus 8,9 % bei ein bis zwei Tassen pro Woche und plus 15,4 % bei drei und mehr; Cola mit niedrigerem Samenvolumen, minus 4,1 % beziehungsweise 12,5 %) [s148]; eine Querschnittsstudie an 3.302 Männern aus Shenzhen, in der Männer ohne Kaffeekonsum eine höhere Gesamt- und progressive Motilität hatten, vermittelt über die Einschlafzeit [s21]; 466 Männer aus der Vorsorgesprechstunde in Guangzhou, deren Abstract sich teilweise selbst widerspricht [s68]; 3.336 Männer aus Chengdu [s30]; 508 Teilnehmer aus Wuxi mit einer Mendelschen Randomisierung [s20]. Aus Taiwan stammt mit 7.282 Männern die größte Einzelstudie: Je stärker die „westliche Ernährung", desto niedriger lagen Konzentration und normale Morphologie (beide P < 0,001), und ein Muster mit vielen süßen Snacks und zuckergesüßten Getränken ging mit niedrigerer Konzentration einher (P = 0,001) [s144]. Aus Hongkong kommen eine Querschnittsstudie an 328 Männern, in der Alter, Karenzzeit und die tägliche Kaffeemenge mit Gesamtzahl und Volumen zusammenhingen [s131], und der Umbrella-Review zu Bewegung [s18].

Zu Kaffee und Koffein sind die chinesischen Befunde uneinheitlich, was die Gesamtliteratur gut abbildet. Die Mendelsche Randomisierung mit 31 Ernährungsmerkmalen nennt für Kaffeeaufnahme ein Odds Ratio von 3,6967 für männliche Infertilität (95-%-Konfidenzintervall 1,0348 bis 13,2065; P = 0,0442), mit sehr weiten Intervallen [s48]; die systematische Übersicht mit vier Studien und 12.912 Teilnehmern fand dagegen für niedrige, mittlere und hohe Koffeindosis keinen erkennbaren Anstieg des Infertilitätsrisikos (hohe Dosis: 1,86; 0,28 bis 12,22; Evidenz durchweg niedrig) [s104]. Zu zuckergesüßten Getränken liegt eine Auswertung der US-Erhebung NHANES durch chinesische Autoren vor: Das höchste Konsumviertel (mindestens 442 kcal pro Tag) hatte ein angepasstes Odds Ratio von 2,29 (p = 0,041) für niedriges Testosteron [s128]. Das betrifft Testosteron, nicht die Spermien.

**Sportnahrung im engeren Sinn.** Drei Arbeiten kommen dem Thema am nächsten, messen aber keine Samenparameter. Eine randomisierte, doppelblinde Studie an 24 Spitzensprintern aus Shanghai gab vier Wochen lang 19,8 g Whey täglich mit oder ohne 200 mg Tangeretin; in beiden Gruppen verliefen Testosteron und Adrenocorticotropes Hormon vergleichbar, die fettfreie Masse stieg in der Tangeretin-Gruppe stärker (2,3 % gegenüber 1,1 %; p = 0,018), ein Spermiogramm wurde nicht erhoben [s05]. Eine Crossover-Studie an zwölf Hochschulsportlern in Taipeh verglich Placebo, 220 mg Koffein und einen Energy-Drink mit derselben Koffeinmenge und weiteren Zutaten; sie ist als NCT07104188 registriert und fand eine bessere Wiederholungssprintleistung, aber weder Hormon- noch Samendaten [s19]. Die dritte ist eine narrative Übersicht aus Chengdu zu Gesundheitsrisiken von Sportsupplementen (endokrin, kardiovaskulär, gastrointestinal), deren Abstract die Spermienqualität nicht erwähnt [s04].

**Tierexperimente und chinesischsprachige Aufsätze.** Drei Aufsätze erschienen in chinesischer Sprache und sind über MEDLINE mit englischem Abstract zugänglich. Ein Rattenversuch aus Peking (24 Tiere, Schwimmen mit und ohne Zusatzlast von 3 % des Körpergewichts, neun Wochen) fand in der Gruppe mit Zusatzlast eine höhere Spermienkonzentration (Gruppe ohne Training 2,12 ± 0,43 gegenüber 3,54 ± 0,52 × 10^6 pro Milliliter; P < 0,01) sowie höhere LH- und Testosteronwerte; er ist die einzige chinesischsprachige Studie, die Training und Spermien kontrolliert verbindet, enthält aber keine Nahrungsergänzung [s135]. Ein Mäuseversuch aus Wuhan (70 Tiere, sieben Gruppen) zeigte, dass ein Erschöpfungsmodell allein Testosteron und Spermienqualität senkte und dass eine Abkochung der traditionellen chinesischen Medizin sowie ein PARP-Hemmer diese Marker besserten [s13]. Ein In-vitro-Vergleich an Spermien von zwölf asthenozoospermen Männern fand, dass eine Acanthopanax-Injektion die Beweglichkeit stärker steigerte als Theophyllin (3 mmol/l) und Koffein (7 mmol/l); Zahlen zur Koffeingruppe nennt der Abstract nicht [s164]. Eine Studie mit Seegurken-Peptiden an erschöpfend schwimmenden Mäusen verbesserte Hormone und Hodenmorphologie [s67], und eine Rattenstudie mit Koffein-, Nikotin- und Ethanol-Mischexposition der Väter zeigte schlechtere Spermienqualität und ungünstige Schwangerschaftsausgänge bei den Nachkommen, wobei der Anteil des Koffeins nicht trennbar ist [s81].

**Übersichten und Register.** Chinesische Gruppen veröffentlichen viele Übersichten auf Englisch: ein Umbrella-Review über 67 Risikofaktoren (136 von 249 Effektgrößen mit „sehr niedriger" Sicherheit; Kreatin, Whey und Energy-Drinks werden im Abstract nicht genannt) [s28], eine Netzwerk-Metaanalyse zu Carnitin und Coenzym Q10 bei ungeklärter Unfruchtbarkeit mit 16 Studien [s41], eine Metaanalyse zu gesunden Ernährungsmustern aus sechs Querschnittsstudien (1.244 Teilnehmer; Konzentration plus 6,88 Millionen pro Milliliter) [s77], eine Metaanalyse zu Bockshornklee-Präparaten mit sehr niedriger Sicherheit der Evidenz [s29] sowie narrative Übersichten zu Taurin [s66], L-Citrullin [s24], hochverarbeiteten Lebensmitteln [s14] und Bewegung [s33]. Der Umbrella-Review zu Bewegung (13 Metaanalysen, 24.470 Frauen und 8.068 Männer) ist als PROSPERO CRD42025638675 registriert und beschreibt bei Männern günstigere Samenparameter bei überwiegend niedriger oder sehr niedriger Sicherheit der Evidenz [s18]. Die Bockshornklee-Metaanalyse trägt CRD420261364708 [s29]. Eine prospektive Beobachtungskohorte mit 1.316 Männern mit auffälligem Samenbefund fand für moderate Aktivität günstigere Veränderungen nach drei Monaten, bei selbstgewählter Gruppenzugehörigkeit [s26]. Eine chinesische Leitlinie zum Thema ist in den Berichten nicht aufgeführt. Das Scoping-Review zu adipösen Männern nennt unter den durchsuchten Quellen ausdrücklich CNKI [s27], was zeigt, dass die chinesische Datenbank für Übersichtsautoren nutzbar ist.

**Erreichbarkeit der Datenbanken.** Europe PMC ließ sich mit dem Sprachfilter für Chinesisch (LANG:chi) nutzen und lieferte MEDLINE-indizierte Aufsätze mit englischem Abstract; bei einigen Abstracts brach der Text an Sonderzeichen ab und musste über efetch ergänzt werden. Die nationalen Datenbanken blieben für eine automatisierte Abfrage unzugänglich: www.cnki.net leitete auf oversea.cnki.net um, die Suchadresse kns.cnki.net war nicht erreichbar, bei Wanfang wurde die Trefferliste per Skript erzeugt und ließ sich mit curl nicht auslesen. Mit einer Browser-Sitzung oder einem Institutionszugang wäre dort vermutlich mehr zu finden.

### Japanisch

Aus dem japanischen Sprachraum liegen acht Arbeiten nach Herkunft der Autoren vor, davon nur eine in japanischer Sprache. Die Forschung verbindet zwei Linien: Grundlagenforschung zu Kreatin im Hoden und klinische Samenmarker bei Kinderwunschpatienten, bei denen Supplemente ein üblicher Behandlungsbestandteil sind.

**Kreatin im Hoden (Osaka).** Die Arbeitsgruppe aus Osaka zeigte an Mäusen, dass Tiere ohne das Kreatin-Syntheseenzym Gamt zwar Spermien bilden, aber geringere Spermienzahl, verminderte Beweglichkeit und eine niedrigere Befruchtungsrate haben; das Hodenkreatin war erniedrigt, die Zellverbindungen (Tight Junctions) waren gestört, und Kreatinzufuhr behob die Störung. Mäuse ohne den Kreatintransporter Slc6a8 zeigten keine Auffälligkeiten [s53]. Die zweite Arbeit prüfte die bildgebende Methode Kreatin-CEST im 7-Tesla-Magnetresonanztomografen: Das Signal war in den Modellen ohne Keimzellen (Sertoli-Zell-only) und mit Reifungsstopp vermindert (p < 0,05), im Teratozoospermie-Modell nicht (p = 1,0) [s65]. Beide Studien betreffen Mäuse mit Gendefekt beziehungsweise ein Messverfahren, nicht Kreatinpulver bei gesunden Männern. Die Zahl der Tiere nennt der Abstract nicht (die Quellenliste gibt je fünf Mäuse pro Gruppe an) [s53].

**Klinische Studien und Kohorten.** Die einzige Arbeit in japanischer Sprache ist eine einarmige Vorher-nachher-Auswertung in der Zeitschrift Nihon Hinyokika Gakkai Zasshi: 46 Patienten mit hoher Spermien-DNA-Fragmentierung (über 16 %) stimmten zu, 35 schlossen die zweite Samenanalyse ab. Nach drei Monaten mit einem Coenzym-Q10-Supplement sank die Fragmentierung von 31,6 % auf 25,3 % (p < 0,05); in der Untergruppe mit hohem Oxidations-Reduktions-Potenzial stieg die Konzentration von 12,5 auf 24,3 Millionen pro Milliliter (p < 0,05). Es gibt keine Kontrollgruppe, die Untergruppe wurde nach dem Ergebnis gebildet, und es handelt sich nicht um gesunde Sportler [s49]. Der japanische Originaltitel lautet 精子DNA損傷率（SDF）高値症例に対する還元型コエンザイムQ10含有サプリメントの効果検討 (Untersuchung der Wirkung eines Supplements mit reduziertem Coenzym Q10 bei Fällen mit hoher Spermien-DNA-Schädigungsrate). Eine randomisierte Pilotstudie mit 84 Männern verglich eine Antioxidantien-Kombination mit Methylcobalamin ohne Placebogruppe und fand kaum Änderungen der Samenparameter [s89]. Eine Querschnittsstudie an 157 Männern in Kinderwunschbehandlung zu Isoflavonen im Urin fand niedrigere Spermienzahlen in höheren Quartilen, ohne gleichmäßigen Dosiseffekt; sie bezieht sich auf Zufuhr über die Nahrung, nicht auf Proteinpulver [s16]. Eine Querschnittsstudie an 323 Männern aus betrieblichen Gesundheitsuntersuchungen (Basisdaten einer laufenden randomisierten Studie) fand bei höherer Gesamtaktivität einen niedrigeren DNA-Fragmentierungsindex (drittes und viertes Quartil: minus 21 % und minus 29 %) [s37]. Eine Pilotstudie an 20 Männern mit sexueller Funktionsstörung untersuchte über 14 Tage ein Supplementgetränk mit Testofen, L-Citrullin, Resveratrol und Koffein (40 mg pro Tag) und fand Verbesserungen des Fragebogens zur Erektionsfunktion, aber keine Samenparameter [s97]. Ein Mäuseversuch aus Maebashi mit einmonatigen Koffeininjektionen zeigte eine dosisabhängig sinkende Blastozystenbildung (Kontrolle 85,0 %, 1,0 mg pro Tag 62,7 %; P < 0,001) [s149].

**Titel ohne abrufbares Abstract.** Die Recherche fand mehrere japanische Titel, deren Inhalt unbekannt ist und die deshalb nicht als Beleg dienen. Der wichtigste ist ein Aufsatz in der Zeitschrift der japanischen Gesellschaft für Befruchtung und Implantation (2023) zur Kreatinkonzentration im Seminalplasma und zur Wirkung eines kreatin- und ergothioneinhaltigen Supplements auf die Spermienbeweglichkeit (Autoren Akiba, Masuda, Ishikawa, Takimoto und Shimada); nach seiner Formulierung ist er der einzige gefundene Titel, der Kreatin als Supplement und Samen beim Menschen verbindet. Sein Abstract ließ sich weder über CiNii noch über NDL Search oder Europe PMC abrufen; die Ergebnisse sind unbekannt. Hinzu kommen ein Tagungstitel zur klinischen Prüfung eines Supplements bei Oligo- und Asthenozoospermie (2017), mehrere Projekttitel der Osaka-Gruppe zur Sichtbarmachung des Hodenkreatins sowie eine japanische Leitlinie zum männlichen Hypogonadismus (2022), deren Text nicht ausgelesen werden konnte. Verbrauchsstudien zu Energy-Drinks bei Studierenden und Jugendlichen behandeln Schlaf und Verhalten, nicht Samenparameter.

**Register, Leitlinien, Zeitschriften.** Die Kohortenstudie [s37] gehört zu einer laufenden randomisierten Studie (Preconception Research and Education Study for Men), ein öffentliches Register zum Thema fand die Recherche nicht. Fachzeitschriften sind Nihon Hinyokika Gakkai Zasshi, Reproductive Medicine and Biology, Asian Journal of Andrology und Reproductive BioMedicine Online. Eine japanische Leitlinie zu Sportnahrung und Fertilität ist nicht belegt.

**Erreichbarkeit der Datenbanken.** CiNii Research (OpenSearch mit zwölf japanischen Suchanfragen) lieferte bibliografische Daten ohne Abstracts, J-STAGE eine funktionierende Such-Schnittstelle, deren Trefferseiten sich aber nicht auslesen ließen. Die PDF-Datei zur japanischsprachigen Studie ließ sich laden, der Text wegen der Schriftkodierung (Adobe-Japan1) aber nicht extrahieren. NDL Search und das Repositorium der Teikyo-Universität lieferten nur Titeldaten. Japanische Suchbegriffe wie ホエイ (Whey), 筋トレ (Krafttraining) und アスリート (Athlet) blieben ohne Treffer.

### Koreanisch

Der koreanische Sprachraum ist in dieser Recherche praktisch nicht vertreten. Koreanischsprachige Originalliteratur wurde nicht erreicht, und was zu Korea vorliegt, ist englischsprachig. Zu Sportnahrung und Spermien gibt es aus Korea nichts.

**Vorliegende Arbeiten.** Es liegen zwei Arbeiten aus Korea vor. Die erste ist eine randomisierte parallele Studie über zwölf Wochen mit jungen koreanischen Männern, in der koreanische und westliche Kost verglichen wurden: Die Motilität stieg in der koreanischen Gruppe nach acht Wochen und sank danach, in der westlichen Gruppe sank sie nach acht Wochen und blieb konstant; der Gruppenunterschied verfehlte die Signifikanz knapp (P = 0,057), das freie Testosteron unterschied sich dagegen signifikant (P = 0,020); die Teilnehmerzahl nennt der Abstract nicht [s52]. Sie ist die einzige Interventionsstudie zur Ernährung mit Samenparametern aus Korea in dieser Recherche, betrifft aber Mischkost, keine Pulver. Die zweite ist ein Rattenversuch zu Nandrolondecanoat, der die Expression der Wasserkanäle Aquaporin 1 und 9 im Nebenhoden untersuchte (Transkriptmengen, keine Spermienparameter) [s94]. Die Studie mit dem Supplementgetränk (Testofen, L-Citrullin, Resveratrol, Koffein) stammt aus Japan und erschien lediglich in einer koreanischen Zeitschrift, dem World Journal of Men's Health; Herkunft und Zeitschrift sind hier zu unterscheiden [s97].

**Kohorten, Register, Leitlinien.** Eine koreanische Kohorte oder ein Register zum Thema ist nicht belegt. Zwei Treffer ohne Abstract in Europe PMC (ein Kommentar zu anabolen Steroiden in Fertility and Sterility und ein koreanischer Übersichtsartikel zu steroidbedingtem Hypogonadismus) wurden nicht aufgenommen. Eine koreanische Leitlinie zum Thema wurde nicht gefunden.

**Erreichbarkeit der Datenbanken.** Die koreanischen Plattformen waren für eine automatisierte Abfrage durchweg nicht nutzbar: Bei KCI lieferte eine Such-Adresse einen Fehler 404 (Startseite HTTP 200), bei DBpia gab es keine Verbindung (Zeitüberschreitung), KoreaMed zeigte ein leeres, nachgeladenes Trefferfeld, und KISS wurde nicht durchsucht. Die Aussage „aus Korea nichts" gilt deshalb nur für die englischsprachige, über PubMed erreichbare Literatur; koreanischsprachige Fachzeitschriften sind unbekanntes Terrain.

### Russisch

Russischsprachig ist die Quellenlage zahlenmäßig am reichsten unter den Nebenräumen (15 Einträge mit russischer Sprachkennzeichnung), und sie ist strukturell gespalten. Zwei Literaturstränge laufen nebeneinander und sind kaum miteinander verknüpft: ein klinischer Strang in PubMed-indizierten Fachzeitschriften mit englischen Abstracts und ein Sportnahrungsstrang in Lebensmittel- und Getränkefachzeitschriften, der keine Spermienmessungen enthält. In allen russischen Treffern fehlt Kreatin als Untersuchungsgegenstand; es gibt keine russische Studie zu Kreatinpulver und Spermien.

**Klinischer Strang.** In der Zeitschrift Urologiia (Урология) und in Problemy endokrinologii (Проблемы эндокринологии) erscheinen die Arbeiten, die Spermien messen. Zum Thema Energy-Drinks liegt eine einzige Arbeit vor: „[The impact of energy drinks consumption on male reproductive health]" (Der Einfluss des Energy-Drink-Konsums auf die männliche Fortpflanzungsgesundheit) von Akaev und Adilov, eine russischsprachige Literaturanalyse mit eigener Untersuchung an 60 Patienten im Alter von 22 bis 40 Jahren [s91]. Der Abstract berichtet eine Korrelation zwischen Energy-Drink-Konsum und schlechterer Ejakulatqualität und folgert, systematischer Konsum wirke sich negativ aus, nennt aber weder Zahlen noch Angaben zu Design, Patientenauswahl oder Störfaktoren; der Beleg ist deshalb schwach.

Besser dokumentiert ist das Nachbargebiet Anabolika, das in Fitnessstudio-Populationen jede Untersuchung von Proteinpulver, Kreatin oder Energy-Drinks stört. Eine anonyme Postumfrage unter Besuchern von Fitnessstudios in Sankt Petersburg (1.815 verschickte Fragebögen, 762 Rückläufer, 550 auswertbar; mittleres Alter 29,3 ± 7,4 Jahre) ergab, dass 30,4 % der Befragten Anabolika anwendeten; häufigstes Präparat war Testosteronpropionat (51,5 %), Testosterondosen von 500 bis 2.000 Milligramm pro Woche und mehr wurden genannt, 1.000 Milligramm pro Woche am häufigsten (23,9 %). Im Volltext steht außerdem, dass 49,5 % (n = 272) Präparate außerhalb der Anabolika verwendeten; die Einleitung verweist auf Berichte, wonach Sportlernahrung und manche als „steroidfrei" vermarktete Ergänzungsmittel Anabolika enthalten können. Spermienparameter wurden nicht erhoben, und der Rücklauf war gering [s120]. Der Originaltitel lautet „Медицинский аспект использования анаболических андрогенных стероидов у мужчин, посещающих тренажерные залы Санкт-Петербурга" (Medizinischer Aspekt der Anwendung anabolisch-androgener Steroide bei Männern, die Fitnessstudios in Sankt Petersburg besuchen). Dieselbe Gruppe legte eine prospektive, offene, unkontrollierte Studie an 44 Männern vor: Nach drei Monaten Pause und einheitlicher Erholungstherapie lag das Testosteron bei 4,55 ng/ml (Quartile 3,76 bis 6,24), und bei 35 Männern (79,5 %) war die Erholung befriedigend, bei neun (20,5 %) mangelhaft; die Erholung korrelierte negativ mit Anwendungsdauer (−0,857), Dosis (−0,7825) und Zahl der Präparate (−0,443). Die Studie hat keine Kontrollgruppe, endet nach drei Monaten und misst Hormone statt Ejakulat [s110]. Eine ergänzende Übersichtsarbeit fasst Verbreitung, Wirkung auf die Hypophysen-Gonaden-Achse und die reproduktive Rehabilitation zusammen [s121]. Eine Tierarbeit zu dem anabolen Präparat Fenobolin bei fraktioniert bestrahlten Ratten fand eine verminderte relative Masse von Hoden und Nebenhoden und weniger reife Keimzellen im Nebenhoden, mit Gruppengrößen, die im Abstract nicht genannt sind [s159].

Daneben stehen die einzigen Interventionsstudien am Menschen aus dem Raum, allesamt aus Fertilitätskliniken und nicht aus Sportlergruppen. Ein Komplex aus Acetyl-L-Carnitin, L-Carnitinfumarat und alpha-Liponsäure wurde bei 80 infertilen Männern über 180 Tage geprüft; der Titel nennt „doppelblind", der Abstract „offen", und die Größe der Verumgruppe ist im Abstract nicht genannt [s115]. In einer randomisierten, offenen, multizentrischen Studie mit 160 randomisierten und 133 ausgewerteten Männern stieg die Konzentration unter einem hydrophilen Komplex um 16 Millionen pro Milliliter (plus 41 %; p = 0,046), unter lipophilen Nährstoffen um 3 Millionen (plus 7 %, nicht signifikant); die Autoren selbst schließen auf keinen signifikanten Effekt der dreimonatigen Therapie auf Ejakulat, DNA-Fragmentierung und Schwangerschaftsrate, räumen aber eine Teststärke von höchstens 0,69 ein [s93]. Zusätzliche L- und Acetyl-L-Carnitine zu Clomifen und Antioxidantien (173 Männer) verbesserten die Konzentration, nicht aber Morphologie, progressive Beweglichkeit oder Schwangerschaftsrate [s134]. Ein Mehrkomponentenkomplex (90 Männer) unterschied sich gegenüber reiner Lebensstilberatung in progressiv beweglichen Spermien (p = 0,0037), nicht aber in Konzentration oder Gesamtzahl [s10]; ein Präparat bei Männern ab 45 Jahren mit metabolischem Syndrom (102 Männer) ging mit einem Anstieg der Konzentration von 10,5 ± 5,5 auf 21,5 ± 4,8 Millionen pro Milliliter einher, ohne Verblindung und bei gleichzeitiger Stoffwechselverbesserung als Störfaktor [s55]. Das sind keine Sportprodukte und erlauben keinen Rückschluss auf gesunde Sportler. Sie zeigen aber, wie stark die Ergebnisse je nach Studienqualität schwanken: vom Nullergebnis [s93] über gemischte Befunde [s134] bis zu deutlichen Verbesserungen in offenen oder unkontrollierten Designs.

**Sportnahrungsstrang.** In Fachzeitschriften der Lebensmittel- und Getränkeindustrie finden sich Texte, die Sportnahrung und Fruchtbarkeit nebeneinanderstellen, aber keine Messdaten enthalten. Die zweiteilige Übersicht „Энергетические напитки сегодня: за и против" (Energy Drinks heute: dafür und dagegen) in der Zeitschrift Pivo i napitki (Bier und Getränke) führt Inosit als Bestandteil von Sportnahrung an und schreibt, ein Mangel könne zu Unfruchtbarkeit führen [s160]; Teil II nennt Kreatin als Zutat einzelner Energy-Drinks (mit Ribose, mit der Aussage eines Synergieeffekts) und gibt die Ansicht von Andrologen wieder, eine höhere Carnitinkonzentration im Blut erhöhe die Bioenergie-Reserve der Spermien, ohne Studien mit Spermienparametern zu zitieren [s157]. Ein Entwicklungsartikel zur Nährstoffunterstützung von Sportlern („Нутриентная поддержка организма спортсменов в тренировочный, соревновательный и восстановительный периоды", Nährstoffunterstützung für Sportler in Trainings-, Wettkampf- und Erholungsphasen) behauptet ohne Studienangabe an dieser Stelle, L-Arginin „intensiviere die Spermatogenese" [s150]. Eine russische Übersetzung eines allgemeinen Überblicks zu Antioxidantien, Zink, Coenzym Q10 und Carnitin kommt ohne Sportnahrung aus [s153]. Diese Texte zeigen, wie Bestandteile von Sportnahrung im russischen Fachschrifttum über Behauptungen zur Physiologie mit Fruchtbarkeit verknüpft werden, nicht über eigene Daten.

**Kohorten, Register, Leitlinien.** Eine Kohorte aus Omsk (Kongressbeitrag im Rahmen von Voprosy Pitaniya, 2018) erfasste die Ernährung von 35 Männern mit idiopathischer Unfruchtbarkeit; ein Eiweißüberschuss lag bei 35,7 % der Männer vor, vor allem durch tierisches Eiweiß, und Spermienparameter korrelierten unter anderem mit pflanzlichen Lebensmitteln und Ballaststoffen (Volumen: rs = +0,62 und +0,8). Ein Zusammenhang zwischen Eiweißüberschuss und Spermienparametern wird nicht berichtet; mehrere Prozentwerte sind Vielfache von 1/14, was auf sehr kleine Auswertungsgruppen hindeutet (ein Rückschluss des Berichts, im Text steht es nicht), und der identische Wert rs = 0,9 mit p = 0,037 bei mehreren Nährstoffen spricht für sehr wenige Beobachtungspaare [s133]. Der Originaltitel lautet „Оценка связи характера питания и показателей эякулята мужчин с идиопатическим бесплодием" (Bewertung des Zusammenhangs zwischen Ernährungsweise und Ejakulatparametern bei Männern mit idiopathischer Unfruchtbarkeit). Ein russisches Register oder eine Leitlinie zu Sportnahrung und Spermienqualität wurde nicht gefunden.

**Erreichbarkeit der Datenbanken.** CyberLeninka war über Such-Schnittstelle und Artikelseiten mit Volltext erreichbar (24 russische Anfragen, 341 verschiedene Treffer) und liefert Kongressmaterial und Volltexte, die in PubMed fehlen. eLIBRARY.ru, das wichtigste russische Verzeichnis, war nicht zugänglich (Weiterleitung, fehlende Rechte, Registrierung nötig). Russischsprachige Arbeiten, die nur dort stehen, konnten nicht geprüft werden.

### Arabisch

Für den arabischen Sprachraum gibt es keine arabischsprachige Quelle in der Liste. Alle verwertbaren Treffer sind englischsprachige Veröffentlichungen aus Ägypten, Saudi-Arabien, dem Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Algerien, Jordanien, Katar und Tunesien. Ob arabischsprachige Zeitschriften relevante Arbeiten enthalten, konnte nicht geklärt werden, weil die arabischen Datenbanken nicht zugänglich waren. Dominierend sind Tiertoxikologie mit Schutzstoffen und klinische Serien zu Anabolika; zur Kernfrage trägt der Raum kaum etwas bei.

**Kreatin.** Keine abgerufene Studie aus den arabischen Ländern untersucht die Einnahme von Kreatin und misst danach Spermienparameter. Was vorliegt, betrifft den körpereigenen Kreatin-Stoffwechsel. Eine tunesische Vergleichsstudie an 88 Männern (53 normozoosperm, 35 asthenozoosperm) fand im Seminalplasma ein hohes Kreatin ohne signifikanten Unterschied zwischen beiden Gruppen (791 ± 342 gegenüber 744 ± 422 µmol/L), aber eine höhere Kreatinkinase bei Asthenozoospermie (1.360 ± 1.050 gegenüber 830 ± 580 U/L; p = 0,013) und schwache Korrelationen (Betrag zwischen 0,26 und 0,29) [s111]. Die Arbeitsgruppe von Saleem Banihani in Irbid (Jordanien) veröffentlichte eine Reihe von In-vitro-Studien, in denen Substanzen zu menschlichem Ejakulat gegeben und die Kreatinkinase-Aktivität gemessen wurde: Koffein (51 normozoosperme und 10 asthenozoosperme Proben; bei 10 mM stiegen progressive Beweglichkeit und Kreatinkinase-Aktivität signifikant) [s92], Pentoxifyllin (9 Proben; Aktivität höher) [s139], Ranitidin (31 Ejakulate; Beweglichkeit und Vitalität sanken, die Aktivität stieg) [s76] und Lansoprazol (keine Änderung von DNA-Integrität und Aktivität; p = 0,8113) [s102]. Die Reihe zeigt, dass die Kreatinkinase-Aktivität sich je nach Substanz in verschiedene Richtungen bewegen kann; sie liefert keinen Hinweis auf Wirkungen einer Kreatinzufuhr, und die Konzentrationen liegen weit über denen, die durch Getränke zu erwarten sind.

**Whey und Protein.** Drei ägyptische Tierversuche prüften Molkenprotein in Schädigungsmodellen: Molkenprotein im alternden Rattenhoden (Mansoura; adulte Tiere mit 8, alte mit 30 Monaten, acht Wochen oral; nach den Autoren bessere Hodenkanälchen, höhere Keimzelldichte und geringere Apoptose, ohne Zahlen, Dosis oder klassische Spermienparameter im Abstract) [s02], Kamelmolkenprotein bei Hitzebelastung der Hoden von Mäusen (Assiut; nach den Autoren Normalisierung von Testosteron und Anteil beweglicher Spermien; Kamelmolke ist kein handelsübliches Whey) [s127] und Molkenproteinkonzentrat mit Ginseng bei Aflatoxinbelastung von 80 Ratten, bei der die Hodenbefunde der Ginsengkombination, nicht dem Molkenprotein allein zugeschrieben werden [s158]. Die Arbeit aus Algerien (Sidi Bel Abbès, Oran, Blida) betrachtete dagegen Mangel: Fünf Monate lang halbierte Proteinzufuhr senkte bei 18 Ratten das Testosteron von 0,90 ± 0,10 auf 0,64 ± 0,06 ng/ml und ließ die Hodenkanälchen schrumpfen; Spermienzahl und Beweglichkeit wurden nicht gemessen, und im Volltext stimmen Textangabe (37 % niedrigeres Körpergewicht) und Tabellenwerte (297 ± 15 gegenüber 246 ± 20 g) nicht überein [s60]. Eine Studie am Menschen mit Proteinpulver und Spermienendpunkten fehlt in dieser Region.

**Energy-Drinks und Koffein.** Genau eine Studie verbindet einen handelsüblichen Energy-Drink mit Spermienparametern: ein Rattenversuch aus Erbil (Salahaddin-Universität, Kurdistan-Region, Irak) mit dem im Irak verbreiteten Getränk Wild Tiger, 16 Tieren (vier je Gruppe) und Getränkeanteilen von 25, 50 und 75 % im Trinkwasser über acht Wochen. In der 75-%-Gruppe lagen Beweglichkeit (65,5 ± 17,44 gegenüber 89,25 ± 3,68 %) und Vitalität (63,25 ± 8,5 gegenüber 91,25 ± 5,25 %) niedriger und der Anteil von Anomalien höher (36,5 ± 8,5 gegenüber 12 ± 0,81 %) als in der Kontrollgruppe; in den Gruppen mit 25 und 50 % war die Spermienzahl nicht signifikant verändert und nicht monoton dosisabhängig. Die Autoren führen das Ergebnis nicht auf Koffein oder Taurin zurück, die nicht einzeln geprüft wurden; die Tiere nahmen in zwei Gruppen an Gewicht ab, was die Autoren selbst auf geringere Futteraufnahme zurückführen, und der Schlussabschnitt widerspricht der Arbeit selbst, da er Beweglichkeit und Morphologie als „nicht beeinflusst" bezeichnet. Hormonstatus und Hodenhistologie fehlen; ein Ethikvotum wird als „nicht zutreffend" angegeben [s54]. Der Befund ist ein erster, methodisch schwacher Hinweis, erhoben bei einem sehr hohen Getränkeanteil.

Zu Koffein liegen außerdem vor: ein Kaninchenversuch aus Katar von 1994 mit 30 oder 60 mg/kg täglich, in dem FSH stieg, LH sank und die Spermatogenese gehemmt war, wobei die Schlussfolgerung (Hemmung der FSH-Freisetzung) zum berichteten FSH-Anstieg nicht ohne Weiteres passt [s173]; ein Mausversuch aus Saudi-Arabien mit Cadmium, bei dem das „Koffein" ein Grünteeaufguss war, ohne Spermienparameter und mit vier Tieren je Gruppe [s31]; und eine systematische Übersicht aus Mansoura und Kairo zu Suchtmitteln und männlicher Fertilität (65 ausgewertete Studien, darunter 13 zu Koffein und 15 zu Anabolika), nach deren Autoren die meisten Studien einen negativen Einfluss zeigten, mit unterschiedlicher Evidenzstärke [s75]. Zu Taurin gibt es Schutzmodelle: Taurin (100 mg/kg täglich) kehrte in Ratten Nandrolon-bedingte Spermienveränderungen um und normalisierte das Testosteron [s141]. Unter den drei Taurinstudien aus Ägypten und der Türkei weist nur diese Spermienparameter aus; Wirkungen von Energy-Drinks lassen sich daraus nicht ableiten.

**Anabolika als Nachbargebiet.** Hier ist die Datenlage dichter. Eine prospektive Einzelzentrumsstudie aus Abu Dhabi mit 520 eingeschlossenen Männern (Juni 2012 bis Juni 2019; mittleres Alter 32 ± 4 Jahre) fand bei der Vorstellung bei 411 Männern (79 %) ein auffälliges Ejakulat, davon bei 337 (82 %) eine Kombination aus Oligo-, Azoo- und Asthenozoospermie; nach drei Monaten wählten 463 Männer (89 %) eine Behandlung und erholten sich schneller (p < 0,005). Die Bezeichnung „randomisiert" im Titel trifft nicht im üblichen Sinn zu, da die Zuteilung nach Patientenwunsch erfolgte, und der Text nennt 74, der Abstract 94 Männer mit Infertilität [s74]. Eine Online-Umfrage unter 151 Ärzten in den Emiraten ergab, dass 90,73 % eine Zunahme des Anabolikamissbrauchs sahen und 44,44 % sich nach persönlicher Erfahrung richteten, weil Leitlinien fehlen [s58]. Aus Saudi-Arabien kommen eine Fall-Kontroll-Studie an 16 Sportlern in Dschidda (zehn Anwender; Anwender hatten niedrigere LH- und FSH-Werte, keine Samenanalyse) [s50], eine Online-Umfrage unter 31 Männern in Mekka (94 % nutzten Anabolika nichttherapeutisch, 74 % zusätzliche Präparate; 18 mit Blutuntersuchung) [s38] und eine Querschnittsstudie in Riad mit 382 Interviews in Fitnesszentren, in der bei 22 von 48 untersuchten Männern (46 %) eine Varikozele gefunden wurde [s116]. Hinzu kommen Rattenversuche mit Nandrolon (Beni-Suef, Dschidda), Stanozolol (Kerbela, Irak) und anderen Steroiden, deren übereinstimmende Aussage lautet, dass Anabolika in Nagetieren Hodengewicht, Spermienzahl und Beweglichkeit senken [s11, s146, s34, s46, s96]. Diese Arbeiten sagen nichts über Sportnahrung, belegen aber den zentralen Störfaktor.

**Fertilitätspräparate.** Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie aus Ägypten mit 200 Männern mit Oligoasthenoteratozoospermie (174 Abschlüsse) fand nach drei Monaten unter Coenzym Q10 200 mg, L-Carnitin 1 g und der Kombination höhere Konzentrationen als unter Placebo (Kombination 12,93 auf 32,93 gegenüber 13,24 auf 13,80 Millionen pro Milliliter); auffällig ist eine identische Standardabweichung (4,64) der DNA-Fragmentierung vor und nach Behandlung in der Q10-Gruppe [s12]. Seminales L-Carnitin lag bei Männern mit Varikozele niedriger (216,3 ± 57,1 ng/ml gegenüber 382,8 ± 63,6 ng/ml bei fertilen Kontrollen) [s85]; eine narrative Übersicht aus Babylon fasst Studien zu oralen Antioxidantien zusammen [s125].

**Register, Leitlinien, Zeitschriften.** Register oder Leitlinien zum Thema sind aus dem arabischen Raum nicht belegt; die Ärzteumfrage spricht ausdrücklich von fehlenden Leitlinien [s58]. Die Arbeiten erscheinen überwiegend in internationalen Zeitschriften (Andrologia, Tissue & Cell, Arab Journal of Urology, Scientific Reports). Regionale Besonderheiten sind Kamelmolkenprotein, ein lokaler Energy-Drink und Anabolikaumfragen in den Golfstaaten.

**Erreichbarkeit der Datenbanken.** Die arabischsprachigen Datenbanken waren fast durchweg nicht erreichbar: Arab World Research Source (EBSCO) meldete, die IP-Adresse sei nicht für eine Institution konfiguriert; Mandumah antwortete mit HTTP 429; bei der Algerian Scientific Journal Platform (ASJP) gab es keine Verbindung beziehungsweise einen 404-Fehler; IASJ (Irak) und die Egyptian Knowledge Bank lieferten keine Verbindung. Der Sprachfilter für Arabisch in Europe PMC ergab 9 bis 23 Datensätze, alle ohne Themenbezug. Die Aussage „keine arabischsprachige Literatur" bedeutet daher nur, dass sie nicht erreichbar war.

### Türkisch

Auch in der Türkei ist die Literatur zur Kernfrage dünn. Vier Quellen tragen die türkische Sprachkennzeichnung; eine türkische Studie zu Whey, Kreatin oder Proteinpulver mit Spermienbezug wurde nicht gefunden.

**Klassische Andrologie in türkischer Sprache.** Aus dem Jahr 2001 stammt eine Korrelationsstudie im Türk Üroloji Dergisi (Turkish Journal of Urology) zur Kreatinphosphokinase im Seminalplasma von 38 infertilen und 15 fertilen Männern: Die Mittelwerte unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht signifikant (p > 0,1), in der Gruppe der subfertilen Männer korrelierte die Kreatinphosphokinase positiv mit der Spermienzahl (r = 0,523; p = 0,005); die Autoren weisen selbst darauf hin, dass ihr Befund früheren Berichten widerspricht [s171]. Eine kleine Beobachtungsreihe aus demselben Jahr (42 Patienten mit idiopathischer Asthenozoospermie, Acetyl-L-Carnitin 1 g pro Tag, drei Monate) berichtet einen Anstieg der Beweglichkeit von 21,6 ± 1,1 % auf 35,2 ± 1,3 % (p < 0,001), unkontrolliert [s168]. Ein Antioxidantienkomplex wurde in einer unkontrollierten Beobachtung an 92 Männern über sechs Monate mit verbesserten Spermienzahlen und Beweglichkeit (p < 0,05) berichtet, wobei die Empfehlung im Abstract über das Design hinausgeht („İdiopatik erkek infertilitesinde antioksidan kompleks tedavinin etkinliğinin değerlendirilmesi", Bewertung der Wirksamkeit einer Antioxidantienkomplex-Behandlung bei idiopathischer männlicher Infertilität; Androloji Bülteni) [s105]. Hinzu kommt ein Übersichtsartikel zu Antioxidantien in Ernährung und Supplementen in der Zeitschrift Beslenme ve Diyet Dergisi (Zeitschrift für Ernährung und Diät), nach dem es keine Leitlinie zu Dosis und Dauer gibt [s126].

**Englischsprachige Arbeiten aus der Türkei.** Die jüngeren Arbeiten erscheinen überwiegend auf Englisch. Ein Rattenversuch aus Kırşehir gab 27 weiblichen Tieren (neun je Gruppe) 10 oder 20 % Energy-Drink (Red Bull Sugarfree; Koffein 150 mg/L, Taurin 800 mg/L) im Trinkwasser; die Zahl der Nachkommen und die Gewichtszunahme nach der Geburt sanken dosisabhängig. Die Männchen dienten nur zur Paarung, Spermiendaten gibt es nicht; die Studie zeigt, dass die türkische Forschung die Frage aus Sicht der Frauengesundheit (Hebammen, Pflege) behandelt [s03]. Zu Anabolika liegen zwei Arbeiten vor: eine retrospektive Analyse von 161 männlichen Freizeitsportlern (Antalya, Izmir), in der 57 (35,4 %) wegen unterdrückter Gonadotropine als Anwender galten, mit einem Hinweis auf eine höhere Neigung zur Einnahme von Vitaminpräparaten, ohne Spermiendaten und mit der Einschränkung, dass der Anteil kein Prävalenzwert ist [s07]; und eine retrospektive Zweizentrenstudie aus Ankara an 79 Freizeit-Bodybuildern, in der nach zwölf Monaten 87,5 % (Clomifen plus hCG), 69,2 % (Clomifen) und 58,6 % (ohne Behandlung) normozoosperm waren, bei weiten Konfidenzintervallen und nicht randomisierter Therapiewahl [s15]. Die unbehandelte Gruppe erholte sich also ebenfalls zu einem erheblichen Anteil. Dazu kommen Taurin-Schutzmodelle aus Eskişehir (40 Ratten, Cyclophosphamid) [s61] und Ankara (Bisphenol A, Gazi-Universität) [s118], Antioxidantien-Studien an 100 Männern (nach sechs Monaten kein signifikanter Anstieg der Gesamtzahl beweglicher Spermien) [s112] und 122 Männern (zwei Kombinationen ohne Unterschied untereinander) [s90] sowie eine Metabolomstudie zu Carnitinprofilen im Seminalplasma [s59].

**Register, Leitlinien, Besonderheiten.** Türkische Register oder Leitlinien zum Thema sind nicht belegt. Die Datenbank TR Dizin enthält viele Arbeiten zu Spermien, zu einem großen Teil aus der Tierzucht (Verdünner für Bullen-, Schaf- und Ziegensamen mit Taurin, Carnitin oder Antioxidantien); sie wurden ausgeschlossen. Die humanmedizinischen Treffer sind klassische Andrologie.

**Erreichbarkeit der Datenbanken.** TR Dizin war über die öffentliche Schnittstelle gut nutzbar (34 Anfragen auf Türkisch und Englisch, 221 verschiedene Datensätze, Abstracts auf Türkisch und Englisch). DergiPark, die zweite wichtige Plattform, leitete auf eine Verifikationsseite um und lieferte keine Ergebnisse. Der Sprachfilter für Türkisch in Europe PMC ergab nur wenige Datensätze ohne Themenbezug. Türkischsprachige Arbeiten, die nur in DergiPark stehen, konnten nicht geprüft werden.

## Widersprüche und ihre mögliche Erklärung

Die Literatur zu Kreatin, Whey- und Proteinpulvern, Energy-Drinks und weiterer Sportnahrung enthält zahlreiche Befunde, die sich auf den ersten Blick widersprechen. Dieser Abschnitt ordnet sie nach Themen und prüft jeweils, ob der Widerspruch echt ist oder aus Unterschieden in Fragestellung, Population, Messgröße oder Studienanlage entsteht. Wo die vorliegenden Abstracts und Volltexte keine Auflösung erlauben, wird das ausdrücklich gesagt. Die genannten Erklärungen sind Hypothesen, die sich aus den Studienbeschreibungen ergeben. Sie sind in den Originalarbeiten in der Regel nicht geprüft worden.

### Zuckergesüßte Getränke: Zusammenhang bei hohem Konsum, kein Zusammenhang bei moderatem Konsum

Energy-Drinks wurden beim Menschen nie als eigene Exposition mit Samenanalyse untersucht, die Humanbefunde betreffen die Obergruppe der zuckergesüßten Getränke. Dort stehen sich zwei Befundgruppen gegenüber.

Auf der einen Seite stehen eine große Querschnittsstudie und eine prospektive Kohorte. In der Querschnittsstudie an 2.935 jungen Männern (Median 19 Jahre) lag die mediane Spermienkonzentration in der höchsten Konsumkategorie (Median 1,1 Portionen pro Tag, rund 220 mL) um 13,2 Mio./mL niedriger als bei Nichtkonsumenten (95-%-Konfidenzintervall −21,0 bis −5,5); je zusätzliche Portion von rund 200 mL täglich anstelle von Wasser betrug der Unterschied −3,4 Mio./mL (−5,8 bis −1,0) [s95]. In der PRESTO-Kohorte (690 Männer, 1.247 Samenproben) hatten Männer mit mindestens sieben zuckergesüßten Getränken pro Woche gegenüber Nichtkonsumenten eine um 22 % niedrigere Gesamtspermienzahl (−38 bis −2) und eine um 25 % niedrigere Gesamtzahl beweglicher Spermien (−43 bis −2); das Risikoverhältnis für eine Konzentration von höchstens 16 Mio./mL betrug 1,89 (1,11 bis 3,21) [s51]. Eine dritte Studie fand bei den höchsten Konsumierenden (mindestens 1,3 Portionen pro Tag) eine um 9,8 Prozentpunkte (1,9 bis 17,8) niedrigere progressive Motilität [s154]. Die narrative Übersicht von elf Studien berichtet durchgängig negative Assoziationen [s44].

Auf der anderen Seite fand eine Querschnittsstudie mit 1.047 jungen Dänen (mittleres Alter 19 Jahre) bei moderatem Konsum (mindestens drei Tage pro Woche; 28 % der Teilnehmer bei zuckergesüßten, 11 % bei künstlich gesüßten Getränken) keinen deutlichen Zusammenhang mit Volumen, Konzentration, Gesamtzahl oder Gesamtmotilität. Beim Anteil normal geformter Spermien lag das angepasste Verhältnis bei 0,89 (0,76 bis 1,04), also mit Konfidenzintervall, das 1 einschließt [s84].

Mögliche Erklärungen, die sich aus den Beschreibungen ergeben:

- **Konsumhöhe.** Die Zusammenhänge in [s95] und [s51] betreffen die höchsten Kategorien (etwa eine Portion täglich beziehungsweise sieben oder mehr pro Woche). In [s84] waren die Männer mit täglichem Konsum sehr wenige (zuckergesüßte Getränke n = 38, künstlich gesüßte n = 15); die Studie hatte für den Bereich, in dem die anderen Studien Effekte sahen, kaum Datenpunkte.
- **Expositionsdefinition.** [s84] definierte „moderaten Konsum" über Tage pro Woche, [s95] und [s51] über Portionen. Ob diese Maße vergleichbar sind, lässt sich den Abstracts nicht entnehmen.
- **Population und Messung.** [s51] stützt sich auf ein Heimtest-Kit und eine selbstselektierte Online-Kohorte, [s95] und [s84] auf Laboranalysen junger Männer. Der Effekt war in [s51] bei einem Body-Mass-Index von mindestens 25 stärker; Unterschiede in der Gewichtsverteilung könnten Studien unterscheiden.
- **Statistische Unsicherheit.** Mehrere Konfidenzintervalle in [s51] berühren die Nulllinie beziehungsweise die 1 (zum Beispiel Konzentration −22 % mit Intervall −38 bis 0). Das spricht für eine Tendenz, nicht für einen gesicherten Effekt.
- **Störfaktoren.** Zuckerreiche Getränke gehen mit anderen Lebensstilmerkmalen einher. In einer taiwanischen Querschnittsstudie mit 7.282 Männern war das Ernährungsmuster „viele süße Snacks und zuckergesüßte Getränke" mit niedrigerer Konzentration verbunden (P = 0,001), gebündelt mit anderen Bestandteilen, die sich nicht trennen lassen [s144]. In der Chongqing-Kohorte war Cola mit einem niedrigeren Samenvolumen verbunden (4,1 % bei ein bis zwei Flaschen, 12,5 % bei drei und mehr Flaschen pro Woche) [s148]. Die Studie [s128] zeigt für zuckergesüßte Getränke ein adjustiertes Odds Ratio von 2,29 (p = 0,041) für niedriges Testosteron (Q4 gegenüber Q1), das jedoch keine Spermienparameter betrifft.

Die Zusammenhänge sind also nicht widersprüchlich im strengen Sinn, sie sind uneinheitlich und hängen am Konsumniveau. Dass die Getränke die Spermienbildung ursächlich beeinflussen, ist durch keine dieser Beobachtungsstudien belegt; die Autorinnen und Autoren von [s95] nennen die Querschnittsanlage und unbekannte Störfaktoren als Grenze und halten fest, dass ein Rückgang der Samenparameter nicht zwingend Fruchtbarkeitsverlust bedeute. Die Übersicht [s44] formuliert ihren Schluss kausaler, als die zugrunde liegenden Beobachtungsstudien erlauben; die später erschienene Studie [s84] widerspricht ihr teilweise.

### Kaffee und Koffein: Vorteil, Nachteil oder kein Zusammenhang

Beim Koffein ist die Lage am uneinheitlichsten. Die Befunde in der Reihenfolge ihrer Richtung:

- **Günstig oder neutral beim Kaffee.** In der Chongqing-Kohorte (796 junge Männer) war Kaffee mit höherer Motilität verbunden (plus 8,9 % bei ein bis zwei Tassen pro Woche, plus 15,4 % bei drei und mehr) [s148]. Die systematische Übersicht mit 28 Beobachtungsstudien und 19.967 Männern kam zu dem Schluss, dass die Samenparameter von Koffein aus Kaffee, Tee und Kakao in den meisten Studien nicht beeinflusst schienen; die Evidenz sei inkonsistent und nicht schlüssig [s137]. Eine prospektive Kohorte (171 Männer) fand keine Assoziation von Koffein und Alkohol mit der Samenqualität [s136]. Die AUA/ASRM-Leitlinie führt für Koffein Evidenz mittlerer Qualität für keinen Zusammenhang mit männlicher Infertilität auf (außer möglicherweise Spermienaneuploidie) [s47]. Eine Metaanalyse von vier Studien mit 12.912 Teilnehmern (Männer und Frauen gemeinsam) fand für niedrige, mittlere und hohe Koffeindosis kein erhöhtes Infertilitätsrisiko erkennbar, bei niedriger Evidenzqualität; das Intervall der hohen Dosis reichte von 0,28 bis 12,22 und erlaubt praktisch keine Aussage [s104].
- **Ungünstig.** In einer Querschnittsstudie an 3.302 Männern hatten Männer ohne Kaffeekonsum eine höhere Gesamt- und progressive Motilität [s21]. In der Querschnittsstudie mit 508 Teilnehmern hingen hoher Kaffeekonsum und weitere Faktoren mit einer höheren Prävalenz niedriger Samenqualität zusammen [s20]. Die Mendelsche Randomisierung zu 31 Ernährungsmerkmalen ergab für Kaffeeaufnahme ein Odds Ratio von 3,6967 (1,0348 bis 13,2065; P = 0,0442) für männliche Infertilität [s48]. In einer Kohorte aus der Kinderwunschbehandlung war hohe Koffeinzufuhr negativ mit der Lebendgeburt nach assistierter Reproduktion verbunden (bereinigte Lebendgeburtenrate 19 % im höchsten gegenüber 55 % im niedrigsten Quartil; p < 0,01), obwohl die Samenqualität keinen Zusammenhang zeigte [s136].
- **Zufuhr der Mutter.** Mütterlicher Kaffeekonsum in der Schwangerschaft zeigte bei erwachsenen Söhnen einen Trend zu geringerem Ejakulatvolumen (P = 0,06); aktueller Koffeinkonsum der Männer war nicht klar mit der Samenqualität verbunden, hohe Zufuhr mit rund 14 % höherem Testosteron (P = 0,008) [s165].

Zur Erklärung bieten sich mehrere Punkte an. Erstens unterscheiden sich Produkte und Mengen: Kaffee, Cola, Tee und Energy-Drinks enthalten unterschiedlich viel Koffein und weitere Stoffe; die Übersicht [s137] hält einzelne Hinweise auf negative Effekte von Cola und koffeinhaltigen Softdrinks fest, nicht aber von Kaffee. Zweitens unterscheiden sich die Endpunkte: Samenparameter, Aneuploidie und DNA-Brüche (die Übersicht berichtet Koffein mit Aneuploidie und DNA-Brüchen assoziiert, nicht mit anderen DNA-Schadensmarkern), Zeit bis zur Schwangerschaft, Lebendgeburt nach assistierter Reproduktion. Der Befund in [s136] zeigt, dass Samenparameter und Behandlungserfolg bei derselben Exposition auseinanderlaufen können; die Autoren stellen zudem die entgegengesetzte Richtung beim Alkohol (höhere Lebendgeburtenrate im höchsten Quartil) ohne Erklärung dar, was Zweifel an der Robustheit der Kleingruppenanalysen (kleine Fallzahlen je Quartil, Störfaktoren der Partnerin) weckt. Drittens kann Schlaf als Mittler wirken: In [s21] vermittelte die Einschlafzeit den Zusammenhang zwischen Kaffee und Samenqualität, sodass Kaffee dort womöglich über den Schlaf wirkt oder Schlaf und Kaffee gemeinsam mit weiteren Lebensstilmerkmalen auftreten. Viertens ist das Mendelsche Randomisierungsergebnis [s48] mit einem sehr weiten Konfidenzintervall behaftet (untere Grenze knapp über 1, obere über 13); die Effektgrößen der Studie insgesamt sind sehr groß, was nach Einschätzung der Recherche auf schwache genetische Instrumente hindeuten kann. Sie steht im Widerspruch zu [s104]. Fünftens ist die In-vitro-Wirkung von Koffein an menschlichen Spermien (höhere progressive Motilität bei 10 mM, teils über eine höhere seminale Kreatinkinase-Aktivität erklärt) ein Laborbefund bei Konzentrationen, die nach Einschätzung der Recherche weit über dem liegen, was durch Getränke erreicht wird [s92]; er sagt nichts über regelmäßigen Konsum.

Die Tierversuche sind ebenfalls uneinheitlich. Männliche Mäuse, die einen Monat lang Koffeininjektionen erhielten, zeigten dosisabhängig sinkende Blastozystenbildung nach In-vitro-Fertilisation (Kontrolle 85,0 %, 0,2 mg 79,2 %, 1,0 mg 62,7 %; P < 0,001 bei der höchsten Dosis) bei unverändertem Hodengewicht und Testosteron [s149]. Bei Kaninchen mit 30 oder 60 mg/kg täglich über vier Wochen war die Spermatogenese gehemmt, wobei der berichtete FSH-Anstieg nicht zur Schlussfolgerung einer FSH-Hemmung passt; der Abstract löst das nicht auf [s173]. Bei der Mischexposition aus Nikotin, Ethanol und Koffein bei Ratten ist der Koffeinanteil nicht trennbar [s81]. Beim Mausversuch mit Cadmium war das „Koffein" ein Grüntee-Zubereitung ohne reine Koffeingruppe [s31].

### Proteinpulver: kein Zusammenhang im Querschnitt, höhere Konzentration nach Absetzen

Es gibt beim Menschen genau zwei Studien mit Proteinpulver als Exposition, und ihre Ergebnisse scheinen sich zu widersprechen. In der dänischen Querschnittsstudie mit 778 jungen Männern (28 % aktuelle, 24 % frühere Nutzer) war der Gebrauch von Proteinpulver in rohen wie in adjustierten Analysen weder mit Volumen noch mit Konzentration, Gesamtzahl, Morphologie oder Motilität verbunden [s113]. In der Pilotbeobachtung an 20 subfertilen Männern der Klinik in Skive stieg die mediane Spermienkonzentration nach Absetzen von 1,8 auf 8,9 Mio./mL (Verhältnis der Mediane 2,6; 95-%-Konfidenzintervall 1,1 bis 5,8) [s119].

Die beiden Studien beantworten verschiedene Fragen. [s113] vergleicht unausgelesene junge Männer mit und ohne Gebrauch und adjustiert unter anderem für Training, Body-Mass-Index und Anabolikagebrauch. [s119] schloss ausschließlich Männer mit einer Konzentration unter 15 Mio./mL ein und beobachtete sie ohne Kontrollgruppe. Bei einer solchen Auswahl über einen niedrigen Ausgangswert ist eine Regression zur Mitte zu erwarten: Wer wegen eines niedrigen Wertes eingeschlossen wird, hat bei der zweiten Messung im Mittel einen höheren. Hinzu kommen natürliche und saisonale Schwankungen (die Autoren nennen sie selbst), eine zwischen 2 und 16 Monaten variierende Karenzzeit und fehlende Kontrolle von Gewicht, Training und weiteren Supplementen. Auch die Gesamtspermienzahl stieg nicht signifikant (P = 0,14), und bei fünf der 20 Männer sank die Konzentration leicht. Der Text von [s119] weist außerdem auf Untersuchungen hin, nach denen nicht deklarierte anabole Steroide in Supplementen vorkommen können; ob dies hier eine Rolle spielte, wurde nicht geprüft. Der Widerspruch ist deshalb wahrscheinlich ein scheinbarer: Die Querschnittsstudie findet im Mittel keinen Unterschied, die kleine Beobachtung kann einzelne Männer mit auffälligen Werten und anderen Einflussfaktoren zeigen, erlaubt aber keine Aussage zur Wirkung des Produkts.

Eine Sekundärquelle nennt für aktuelle gegenüber Nie-Nutzern von Proteinpulver höhere Mittelwerte (Konzentration 42 gegenüber 36 Mio./mL, Gesamtzahl 108 gegenüber 90 Millionen) [s86]. Diese Zahlen stehen im Abstract der Originalarbeit nicht, sodass offen bleibt, ob sie roh oder adjustiert sind, und sie werden hier nicht als Befund der Originalstudie gewertet.

Bei den Tierversuchen mit Molkenprotein sieht das Bild auf den ersten Blick gegensätzlich aus: Bei Mäusen mit hoher Whey-Dosis im Trinkwasser über drei Monate fanden sich keine Unterschiede bei Spermienzahl, Motilität, DNA-Fragmentierung, Testosteron, Hodenmorphologie, Trächtigkeit und Wurfgröße [s109]. Dagegen verbesserte Molkenprotein im Alterungsmodell der Ratte Degeneration, Keimzelldichte und Mitochondrien [s02], Kamelmolkenprotein stellte nach Hitzestress des Hodens Testosteron und Motilität nahezu wieder her [s127], und Ziegenmolken-Hydrolysat mit Vitamin D3 erhöhte im D-Galaktose-Alterungsmodell Spermienüberleben, Motilität und Testosteron [s17]. Der Unterschied liegt im Modell: Die schützenden Effekte betreffen vorgeschädigte Hoden (Alter, Hitze, Toxine), die neutrale Studie gesunde Tiere. Eine Aussage über gesunde Männer erlauben beide Gruppen nicht. Beim Molkenproteinkonzentrat mit Aflatoxin wird die Verbesserung für den Hoden dem Ginsengextrakt beziehungsweise der Kombination zugeschrieben, nicht dem Molkenprotein allein [s158].

Gegenläufig ist auch die Befundlage zur Proteinquelle in der Nahrung. Bei Grünen Meerkatzen führte eine milchhaltige Tierproteindiät in der zweiten Studienphase zu niedrigeren Spermienzahlen (p < 0,04) und geringerer Motilität (p = 0,04) als eine pflanzenbasierte Diät [s169]. Bei Ratten senkte einseitiges Maisgluten Spermiendichte und Motilität, Weizengluten jedoch nicht [s107]. Eine halbierte Proteinzufuhr senkte bei Ratten das Testosteron (1,4-fach) und veränderte den Hoden histologisch, ohne Spermienparameter zu erfassen [s60]. Beim Menschen zeigte die Studie an 270 infertilen Männern für pflanzliches Protein (höchstes Tertil) ein Odds Ratio von 0,38 (0,19 bis 0,75) und für tierisches Protein von 2,32 (1,13 bis 4,76) für die Spermienkonzentration; aus dem Abstract geht jedoch nicht hervor, welcher Ausgang gemeint ist, sodass die Richtung offen bleibt, und für die Morphologie passt ein P-Wert von 0,04 nicht zu einem Intervall von 0,97 bis 13,91 [s73]. In der Fall-Kontroll-Studie aus Shenyang zeigte das Milchprotein aus Milchprodukten (oberstes gegenüber unterstem Terzil) kein signifikantes Odds Ratio von 1,19 (0,85 bis 1,68) [s100], in der amerikanischen Kohorte waren fettreiche Milchprodukte, vor allem Käse, mit schlechterer Morphologie verbunden (Differenz −3,2 %; −4,5 bis −1,8) [s156], fettarme Milchprodukte dagegen mit höherer Konzentration (33 %; 1 bis 55) und Motilität [s151]. Das Muster passt zu einem Einfluss des Fettanteils und des Gesamtmusters der Kost, nicht des Milcheiweißes allein; das ist eine Lesart, kein Befund. Für Fleisch zeigt dieselbe Shenyang-Studienbasis gegenläufige Befunde nach Verarbeitung: unverarbeitetes Fleisch Odds Ratio 0,61 (0,40 bis 0,93), verarbeitetes Fleisch 1,44 (1,01 bis 2,06) [s82]; verarbeitetes rotes Fleisch war in Rochester mit einer um 78 Millionen niedrigeren Gesamtspermienzahl im höchsten gegenüber dem niedrigsten Quartil verbunden (−202 bis −5) [s152]. Bei 206 Männern in Murcia zeigte die Gesamtfleischzufuhr keinen Zusammenhang [s122]. Auch hier ist die Verarbeitung der entscheidende Unterschied, nicht die Proteinmenge.

### Kreatin: ein positives Pilotsignal, das an der eigenen Auswertung hängt

Die einzige randomisierte Humanstudie mit Samenanalyse umfasst 15 Männer, davon fünf mit Oligozoospermie [s23]. Ihr Befund ist in sich gemischt. Der primäre Vergleich der Konzentration war nicht signifikant (Anstieg im Mittel 7,4 Mio./mL unter Kreatin plus Ubiquinol; P = 0,22). Signifikant waren Vergleiche des Anteils der Männer mit höherer Konzentration (60 % unter Kreatin gegenüber 20 % in der Kontrolle; P ≤ 0,05), bei den fünf Oligozoospermen (alle unter Kreatin mit Verbesserung) und die Kreatinkonzentration im Sperma (P = 0,03). Die Kurzfassung derselben Studie berichtet, dass keiner der paarweisen Vorher-nachher-Vergleiche für Kreatin und Kreatinkinase signifikant war (zum Beispiel Kreatin im Sperma 455,2 auf 570,7 µmol/L; P = 0,06) [s40]. Die dort abgedruckten Mittelwerte ergeben eine Zunahme von 115,5 µmol/L, die Vollpublikation nennt 125,4 µmol/L (P = 0,03); ob unterschiedliche Auswertungen vorliegen, ist aus den Texten nicht zu klären, und in der Kreatin-plus-Ubiquinol-Gruppe ist der Endwert der Kreatinkinase (455,2) mit dem Ausgangswert des Kreatins identisch gedruckt, was ein Druckfehler sein kann.

Weitere Spannungen im Kreatinfeld:

- **Körpereigenes Kreatin und Kreatinkinase.** Bei 88 Männern war Kreatin im Samenplasma bei Normo- und Asthenozoospermie ähnlich (791 ± 342 gegenüber 744 ± 422 µmol/L) und korrelierte schwach positiv mit der progressiven Motilität (r = 0,284; p = 0,010), während die Kreatinkinase bei Asthenozoospermie höher lag (1.360 ± 1.050 gegenüber 830 ± 580 U/L; p = 0,013) und negativ mit Konzentration, Motilität und Anteil abnormaler Spermien korrelierte [s111]. In der türkischen Studie mit 53 Männern korrelierte die Kreatinphosphokinase dagegen bei subfertilen Männern positiv mit der Spermienzahl (r = 0,523; p = 0,005), während sich die Mittelwerte zwischen den Gruppen nicht unterschieden; die Autoren weisen selbst auf frühere gegenteilige Berichte hin [s171]. Im Reagenzglas stieg die Kreatinkinase-Aktivität unter Koffein mit der Motilität, unter Ranitidin stieg sie, während Motilität und Vitalität sanken [s92, s76]. Eine höhere Aktivität des Enzyms geht also nicht automatisch mit besserer Beweglichkeit einher, und eine Aussage über zugeführtes Kreatin lässt sich aus diesen Laborbefunden nicht ableiten.
- **Mangel gegenüber Zufuhr.** Mäuse ohne das Kreatin-Syntheseenzym Gamt hatten geringere Spermienzahl, schlechtere Motilität und Befruchtungsrate, mit gestörten Tight Junctions der Blut-Hoden-Schranke; Kreatingabe behob dies [s53]. Das belegt die Rolle von Kreatin bei Mangel, nicht einen Nutzen oder Schaden bei normaler Versorgung. In der Ratte mit Diabetes normalisierte Kreatin die meisten morphologischen Parameter, doch fanden sich in der Diabetes-plus-Kreatin-Gruppe weniger SOD1 und mehr NFκB-p65 als in der reinen Diabetesgruppe; die Autoren nennen die funktionelle Bedeutung offen [s09].
- **Hormone.** Die Rugbystudie zeigte unveränderte Testosteronwerte, aber einen um 56 % erhöhten Dihydrotestosteron-Wert nach sieben Tagen (nach 14 Tagen Erhaltung 40 % über dem Ausgangswert; P < 0,001) [s163]. Die Expertenübersicht hält dagegen fest, die Mehrzahl der Studien zeige keinen Effekt auf Testosteron, und behandelt die DHT-Befunde in den abgerufenen Abschnitten nicht [s32]. Beides schließt sich nicht aus, denn Testosteron und DHT sind verschiedene Messgrößen. Samenparameter wurden in der Rugbystudie nicht erhoben.
- **Kreatin aus der Nahrung.** Bei 1.350 NHANES-Teilnehmern war die rechnerisch geschätzte Kreatinzufuhr aus Lebensmitteln nicht mit Inhibin B verbunden (adjustiert B = −2,20; P = 0,40) und mit dem Anti-Müller-Hormon nur im Rohmodell (B = −0,92; P = 0,03; adjustiert P = 0,09) [s39]. Supplemente wurden dort ausdrücklich nicht erfasst; die Studie kann also weder für noch gegen Kreatinpulver herangezogen werden.
- **Hodenkrebs.** Die Fall-Kontroll-Studie fand für jemals Gebrauch von Muskelaufbaupräparaten ein Odds Ratio von 1,65 (1,11 bis 2,46) für den Hodenkeimzelltumor; nur in einer explorativen Schichtung erhöhte die Kombination aus Kreatin und Protein das Risiko (2,55; 1,05 bis 6,15) [s143]. Die Fallserie ohne Kontrollgruppe berichtet bei 129 Patienten 9,3 % Kreatingebrauch und 12,4 % Gebrauch von Protein oder Aminosäuren und folgert, ein Zusammenhang sei offen [s166]. Ein Leserbrief weist darauf hin, dass gleichzeitiger Steroidgebrauch oder Verunreinigungen eine unerkannte Rolle spielen könnten [s142]. Hier liegt kein Widerspruch zwischen den Studien vor, sondern eine Konfundierungsfrage: Die Studie [s143] analysierte keine Produktinhalte, und die Autoren verweisen selbst auf nicht deklarierte anabole Steroide in Handelsprodukten.

Ein Punkt der Einordnung betrifft die Unabhängigkeit der Kreatinliteratur. Die Autorengruppe von [s23], [s40], [s39] und [s86] überschneidet sich; der letzte Autor von [s39] erklärt eine Mitgliedschaft in einem wissenschaftlichen Beirat zu Kreatin, Patente und Forschungsgelder von Kreatinherstellern sowie die Gründung von Firmen für kreatinhaltige Produkte. Das macht die Befunde nicht falsch, ist aber bei der Gewichtung zu beachten. Die Expertenübersicht [s32] kommt von einer Gruppe, die sich insgesamt für Sicherheit und Wirksamkeit von Kreatin ausspricht; sie schließt, die vorhandene Evidenz spreche nicht für eine Schädigung der Fruchtbarkeit, und stellt zugleich fest, dass zum Zeitpunkt der Abfassung keine Humanstudien zu Kreatinmonohydrat und Fruchtbarkeitsparametern bei normo- oder oligozoospermen Männern vorlagen. Der scheinbare Gegensatz („keine Schädigung belegt" gegenüber „kein Nutzen belegt") löst sich auf: Beides ist wahr, weil die Datenlage zu dünn ist, um in eine der beiden Richtungen zu entscheiden.

### Anabolika: Erholung nach dem Absetzen, vollständig, teilweise oder kaum

Anabolika sind keine Sportnahrung. Sie sind in der Literatur jedoch durchgehend Störfaktor, Verunreinigung oder Parallelkonsum, und zur Erholung der Spermienbildung nach dem Absetzen gibt es sehr unterschiedliche Aussagen.

- **Vollständige Erholung nach Monaten.** Bei Bodybuildern mit Steroiden in bis zu 40-fachen Dosen hatten 24 von 41 Spermienzahlen unter 20 Mio./mL, wer länger als vier Monate abgesetzt hatte, hatte normale Zahlen [s174]. Der Leitlinientext der EAU gibt an, dass sich Spermienzahl und -qualität üblicherweise innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach dem Absetzen bessern [s175]. Bei 44 Männern in Sankt Petersburg war nach drei Monaten Pause mit Erholungstherapie bei 79,5 % die Erholung befriedigend [s110].
- **Teilweise Erholung.** In der HAARLEM-Kohorte (100 Sportler) lag die mittlere Gesamtspermienzahl drei Monate nach Zyklusende um 61,7 Millionen unter dem Ausgangswert (P < 0,01) und nach Ablauf der Nachbeobachtung noch um 29,7 Millionen (KI −59,1 bis −0,39; P = 0,05); 34 % hatten weiter weniger als 40 Millionen [s98]. Die Metaanalyse von 32 Studien fand FSH und LH 3 bis 6 Monate nach dem Absetzen niedrig und nach einem Jahr ohne Unterschied [s71]. Eine systematische Übersicht zu Wiederherstellungsprotokollen hält fest, die Spermienbildung könne mehr als ein Jahr bis zur Normalisierung brauchen [s57].
- **Kaum vollständige Erholung.** Die Übersicht von 179 Fällen fand von 38 Fällen mit vollständig bekanntem Verlauf nur vier vollständig reversible, zwei davon unter Arzneimitteltherapie [s99].

Die Erklärungen liegen in Auswahl und Zeitpunkt. Die Fallberichte in [s99] unterliegen einer Berichtsauswahl (auffällige Verläufe werden eher publiziert), die Kohorten [s98] und [s71] erfassen Sportler, die einen Zyklus beginnen wollten, und die Nachbeobachtung war nach Angabe der Autoren von [s98] für die langsame Erholung zu kurz. Frühe Studien wie [s174] haben Dosis- und Zeitangaben nur retrospektiv. Bei [s110] fehlt eine Kontrollgruppe, sodass Spontanerholung und Erholungstherapie nicht trennbar sind, und die Endpunkte sind Hormone statt Ejakulat. Hinzu kommt der Befund aus Ankara, dass in der unbehandelten Beobachtungsgruppe 58,6 % nach 12 Monaten normozoosperm waren, in der Gruppe mit Clomifen plus hCG 87,5 % (Odds Ratio 6,23; 1,32 bis 29,4) [s15]; die Gründe der Therapiewahl sind im Abstract nicht beschrieben, eine Vermischung mit dem Schweregrad ist möglich. Auch die Dosis, die Zahl der Präparate und die Anwendungsdauer hingen in [s110] mit der Erholung des Testosterons zusammen (Korrelationen von −0,857 für die Dauer und −0,7825 für die Dosis), sodass Mittelwerte über sehr verschiedene Konsummuster hinwegmitteln.

Im Tierversuch mit Nandrolon stehen Befunde für schwere Schäden (weniger Spermien, mehr Apoptose, Protamindefizit bei 10 mg/kg pro Woche und Zwangslaufen [s162, s155]) einem Versuch mit 5 mg/kg intramuskulär und freiwilligem Laufradtraining ohne signifikanten Unterschied in der Spermatogenese gegenüber [s145]. Dosis, Trainingsform und Endpunkte unterscheiden sich, sodass kein echter Widerspruch vorliegt. Auch die Befunde zu Taurin als Gegenmittel (Rückkehr der Spermienmerkmale und des Testosterons unter Nandrolon [s141]) betreffen ein Schadensmodell und nicht den Alltagskonsum von Energy-Drinks.

### Training: günstig, neutral oder ungünstig

Training ist in fast allen Studien zu Sportnahrung gleichzeitig vorhanden und deshalb ein eigener Widerspruchsbereich. Übersichten zu Ausdauer- und Leistungssport berichten teils schlechtere Samenqualität: bei Radfahrern und Triathleten weniger normale Morphologie, bei Triathleten mehr DNA-Fragmentierung, bei 16 Wochen intensivem Radtraining niedrigere Werte mit teilweiser Rückkehr nach Ruhe, mit sehr niedriger Sicherheit der Evidenz [s45, s35]; die Übersicht und Metaanalyse mit 32 Arbeiten fand meist keine großen Effekte, Freizeitsport womöglich vorteilhaft und Leistungssport womöglich nachteilig für die progressive Motilität [s117]. Dagegen fand der Umbrella-Review von 13 Metaanalysen (8.068 Männer) bei Bewegung bessere Konzentration, Morphologie, Spermienzahl und Samenvolumen, mit überwiegend niedriger oder sehr niedriger Sicherheit der Evidenz [s18]; in der Kohorte mit 1.316 Männern mit eingeschränkter Samenqualität war moderate Aktivität mit günstigeren Parametern verbunden (Gesamtzahl progressiv beweglicher Spermien plus 51,01 %; 18,03 bis 93,64 %) [s26]. In der japanischen Querschnittsstudie war höhere Gesamtaktivität mit einem niedrigeren DNA-Fragmentierungsindex verbunden (viertes gegenüber erstem Quartil 29 % weniger; 12 bis 43 %) [s37].

Die Gegensätze lösen sich über die Intensität und die Population auf: Freizeit- und moderate Aktivität gegenüber Leistungs- und Ausdauersport, gesunde Männer gegenüber Männern mit eingeschränkter Samenqualität, Querschnitt gegenüber Interventionsstudien. Dies passt zum Rattenversuch, in dem moderater Sport ohne signifikante Veränderungen blieb und exzessiver Sport Konzentration, Motilität und Testosteron senkte [s06]. Für die Frage der Sportnahrung folgt: Wer Produkte nutzt, trainiert meist auch intensiv, und eine Trennung beider Faktoren gelingt in den Studien zu Proteinpulver nur teilweise; [s113] adjustierte für Training, die Beobachtung [s119] nicht.

### Antioxidantien, Carnitin und Coenzym Q10: große Effekte in kleinen Studien, Nullergebnis in der Zusammenschau

Diese Stoffe sind keine Sportnahrung im engen Sinn, kommen aber in Sportprodukten vor und liefern die einzigen Interventionsstudien mit Ejakulatendpunkten. Die Metaanalyse randomisierter Studien berichtet für Omega-3 (Konzentration plus 10,98 Mio./mL), Coenzym Q10 (5,93), Selen (3,91) und Zink (1,48) positive Mittelwertdifferenzen und mahnt wegen kleiner Stichproben und erheblicher Heterogenität zur Vorsicht [s129]. Die Netzwerk-Metaanalyse zu Carnitin und Coenzym Q10 berichtet sehr große standardisierte Effekte bei sehr breiten Konfidenzintervallen (Coenzym Q10 SMD 2,98; 1,13 bis 7,87) [s41]. Das Cochrane-Review mit 90 Studien und 10.303 subfertilen Männern fand für die Lebendgeburt ein Odds Ratio von 1,43 (1,07 bis 1,91), das ohne Studien mit hohem Verzerrungsrisiko auf 1,22 (0,85 bis 1,75; P = 0,27) fiel; die Evidenz wird als niedrig bis sehr niedrig bewertet [s80]. In einer ägyptischen placebokontrollierten Studie mit 200 Männern stieg die Konzentration unter Coenzym Q10 von 13,42 auf 26,86 Mio./mL (Placebo 13,24 auf 13,80) [s12], während eine russische randomisierte Studie mit 133 ausgewerteten Männern einen Nutzen auf Ejakulat, DNA-Fragmentierung und Schwangerschaftsrate nicht belegen konnte (Teststärke höchstens 0,69; Fehler 2. Art nicht auszuschließen) [s93]. Die EAU-Leitlinie nennt für die MOXI-Studie, dass Antioxidantien Samenparameter oder DNA-Integrität nicht gegenüber Placebo verbesserten [s175], und die Diskussion von [s12] nennt dieselbe Studie selbst. In einer Studie mit zwei aktiven Armen veränderten weder die Antioxidans-Kombination noch Methylcobalamin die Samenparameter signifikant, eine Subgruppe über einem Oxidationsgrenzwert profitierte, doch die Subgruppe wurde nach dem Ergebnis gebildet [s89]. Die Antioxidantienkapazität der Nahrung war in 1.715 Männern nicht mit besseren Samenparametern verbunden, nur invers mit dem Ejakulatvolumen [s64].

Erklärungen: Kleine, oft offene oder unkontrollierte Studien (zum Beispiel [s55], [s105], [s168], [s115]) liefern große Effekte, größere und besser kontrollierte Studien kleinere oder keine. Das ist das typische Muster, wenn Verzerrung, Regression zur Mitte und Spontanschwankung eine Rolle spielen. In [s12] fällt außerdem auf, dass die Standardabweichung der DNA-Fragmentierung in der Coenzym-Q10-Gruppe vor und nach Behandlung identisch ist (4,64), während die Mittelwerte genau 12,00 auseinanderliegen. Die Studien betreffen Männer mit Fruchtbarkeitsproblemen, nicht gesunde Sportler, und lassen sich nicht auf Sportnahrung übertragen.

### Unstimmigkeiten innerhalb einzelner Quellen

Neben echten Widersprüchen zwischen Studien enthalten mehrere Quellen Unstimmigkeiten zwischen Abstract, Text und Tabellen. Sie schränken das Gewicht der jeweiligen Studie ein:

- Der Energy-Drink-Rattenversuch [s54] berichtet im Abstract einen Rückgang der Spermienqualität mit steigender Konzentration. Die Tabellen zeigen signifikante Veränderungen nur bei 75 % Getränkeanteil (Vitalität 63,25 ± 8,5 % gegenüber 91,25 ± 5,25 % in der Kontrolle; Anomalien 36,5 ± 8,5 % gegenüber 12 ± 0,81 %), die Spermienzahl ist nicht monoton dosisabhängig (Gruppe mit 25 %: 40, Gruppe mit 50 %: 46), und der Schlussabschnitt sagt, Beweglichkeit und Morphologie schienen nicht beeinflusst. Die Gruppen mit 25 % und 75 % verloren Körpergewicht, nach Angabe der Autoren wegen geringerer Futteraufnahme.
- In [s60] nennt der Text für die proteinreduzierte Gruppe ein um 37 % niedrigeres Körpergewicht, die Tabellenwerte (297 ± 15 g gegenüber 246 ± 20 g) passen dazu nicht.
- In der Abu-Dhabi-Serie nennt der Text 74 Männer mit Infertilität, der Abstract 94, und der 6-Monats-Vergleich des IIEF mit p = 1,0000 in der Tabelle passt nicht zum Text; die Bezeichnung „randomisiert" im Titel trifft nicht im üblichen Sinn zu, weil die Zuteilung nach Patientenwunsch erfolgte [s74].
- In [s73] schließt das Konfidenzintervall der Morphologie die 1 ein, während P = 0,04 angegeben ist; in [s106] ist der Abstract zum frischen Fisch in sich uneinheitlich (Trend P = 0,074, Schlussfolgerung mit Richtung). In [s68] widersprechen sich Angaben zu Plastikbehältern, und in [s79] sind die Odds Ratios und Intervalle für zweites und drittes Terzil identisch.
- In [s128] entsprechen die Prozentwerte (90,4 % und 9,6 %) nicht genau den Anteilen 486 und 59 von 545, vermutlich wegen gewichteter Anteile.
- In [s115] nennt der Titel „doppelblind", der Abstract „offen", und die Größe der Behandlungsgruppe ist nicht genannt; in [s11] führt der Abstract Johnsen-Score und Kanälchendurchmesser gemeinsam auf, während der Volltext beide trennt.
- Im Kaninchenversuch [s173] passen ein FSH-Anstieg und die Schlussfolgerung einer FSH-Hemmung nicht zusammen.

Diese Fälle zeigen, dass einzelne Zahlen aus Abstracts nicht ohne Weiteres als belastbar gelten können. Wo sie in der Gesamtstudie genannt werden, steht die Einschränkung dabei.

## Limitationen der Evidenz

### Die Kernfrage ist beim Menschen kaum untersucht

Die Studie umfasst 175 Quellen, 113 davon aus den Jahren 2020 bis 2026. Die Menge täuscht über die Dichte der direkt einschlägigen Befunde. Für die vier Produktgruppen der Fragestellung gilt:

- **Kreatin:** Eine randomisierte, placebokontrollierte Pilotstudie mit Samenanalyse und 15 Teilnehmern [s23, s40]. Daneben eine Querschnittsstudie ohne Samenanalyse und ohne Supplemente [s39], eine Hormonstudie an 20 Rugbyspielern [s163] und mechanistische Arbeiten an Tieren und Zellen [s53, s132, s09, s172]. Die Expertenübersicht hält fest, dass zum Zeitpunkt ihrer Abfassung keine Humanstudien zu Kreatinmonohydrat und Fruchtbarkeitsparametern bei normo- oder oligozoospermen Männern vorlagen [s32]. Aus den Räumen Russisch, Arabisch und Türkisch ist keine Studie zu Kreatinsupplementierung und Spermien bekannt geworden, aus dem ostasiatischen Raum ebenfalls keine mit abrufbarem Abstract. Ein japanischer Titel von 2023 verbindet nach seiner Formulierung ein Kreatin-Ergothionein-Supplement mit der Spermienbeweglichkeit; sein Abstract war nicht erreichbar, seine Ergebnisse sind unbekannt, und er steht deshalb nicht im Quellenverzeichnis.
- **Whey- und Proteinpulver:** Zwei Humanstudien mit Proteinpulver als Exposition, eine Querschnittsstudie [s113] und eine unkontrollierte Pilotbeobachtung an 20 Männern [s119]. Die randomisierte Studie mit Sojaproteinisolat ist keine Whey-Studie und nennt im Abstract keine Fallzahl [s161]. Randomisierte Humanstudien mit Whey und Samenanalyse fehlen. Die Whey-Studie an Sprintern erhob nur Serumhormone, und beide Arme erhielten Whey [s05].
- **Energy-Drinks:** Keine kontrollierte Humanstudie mit Samenanalyse. Die Humanbefunde betreffen zuckergesüßte Getränke insgesamt [s95, s51, s154, s84]; die beiden Studien an Menschen mit Energy-Drink oder Supplementgetränk erhoben Leistung beziehungsweise sexuelle Funktion, keine Samenparameter [s19, s97]. Die einzige Studie mit Energy-Drink-Exposition und Spermienendpunkten ist ein Rattenversuch mit vier Tieren je Gruppe [s54].
- **Taurin, β-Alanin, Aminosäuren, Pre-Workout-Mischungen:** Für diese Stoffe wurde keine Humanstudie mit Samenanalyse gefunden; die Befunde stammen aus Tier-, Zell- und Metabolomstudien [s66, s88, s141, s61, s118].

Auch die Leitlinien helfen nicht weiter. Die abgerufenen Fassungen der AUA/ASRM-Leitlinie [s47] und des EAU-Kapitels [s175] enthalten die Begriffe Kreatin, Whey, Proteinpulver und Energy-Drink nicht als eigene Themen; das EAU-Kapitel nennt auch Koffein und Taurin nicht. Die Abstracts der AWMF-Leitlinie [s124], der ESHRE-Leitlinie zur ungeklärten Infertilität [s63] und der Übersichten zur WHO-Leitlinie 2025 [s01, s08] enthalten keine Aussage zu Sportnahrung; die WHO-Leitlinie selbst wurde nicht abgerufen. Die Umbrella-Übersicht mit 67 Risikofaktoren nennt im Abstract weder Kreatin noch Whey noch Energy-Drinks [s28]. Das spricht dafür, dass diese Produkte in den eingeschlossenen Metaanalysen nicht als eigener Faktor vorkamen; belegt ist es nicht, da nur der Abstract vorlag.

### Studiendesign

- **Querschnitt und Selbstangabe.** Die meisten Humanbefunde stammen aus Querschnittsstudien mit Fragebogenangaben zum Konsum. Sie erlauben keine Aussage über Ursache und Wirkung; Produktart, Dosis und Dauer sind meist nicht oder nur grob erfasst. In [s113] fehlten im Abstract Produktart, Dosis, Dauer und die Teilnahmequote.
- **Abstract-Ebene.** Für viele Quellen lag nur der Abstract vor. Effektgrößen, Fallzahlen und Dosierungen, die dort nicht stehen, fehlen in der Studie, besonders bei [s113], [s161], [s109], [s54], [s02] und [s17]. Volltexte wurden nur für einzelne Arbeiten gelesen.
- **Mehrfachvergleiche.** Mehrere Arbeiten prüfen viele Parameter oder Untergruppen ohne erkennbare Korrektur, zum Beispiel [s23], [s111], [s131], [s48], [s68], [s100] und [s171]. Untergruppen wurden teils erst nach dem Ergebnis gebildet [s89, s49]. Einzelne signifikante Befunde unter vielen Tests sind daher zurückhaltend zu lesen.
- **Fehlende Kontrollgruppen.** Die Pilotbeobachtung zu Proteinpulver [s119], die Coenzym-Q10-Studie [s49], mehrere russische und türkische Antioxidantienstudien [s55, s105, s168, s112] und die Anabolika-Serie [s110] hatten keine oder keine placebokontrollierte Vergleichsgruppe.
- **Studiengröße.** Die Pilotstudie zu Kreatin [s23] hat 15 Teilnehmer, die Anabolika-Studien teils 16 bis 30 [s50, s170], Tierstudien oft vier bis sechs Tiere je Gruppe [s54, s60, s11]. Aussagen zu Untergruppen beruhen auf einstelligen Fallzahlen.
- **Messverfahren.** [s51] nutzte ein Heimtest-Kit, [s119] zählte in der Makler-Kammer statt im Standardverfahren, [s95] und [s84] arbeiteten mit Laboranalysen. Die Studien verwenden verschiedene Auflagen der WHO-Referenzwerte (die fünfte und die sechste Auflage kommen in den Quellen vor [s73, s82, s26]), sodass Anteile unter einem Grenzwert nicht ohne Weiteres vergleichbar sind. Karenzzeit und Zahl der Samenproben unterscheiden sich; in [s152] war der Zusammenhang bei kurzer Karenz am stärksten, und die Autoren können Restkonfusion durch die Karenzzeit nicht ausschließen.

### Populationen und Übertragbarkeit

Die Humanstudien betreffen überwiegend junge westliche Männer (Dänemark, USA, Spanien) oder Männer in Kinderwunschkliniken in China, Ägypten, Russland und der Türkei. Ergebnisse zu subfertilen Männern lassen sich nicht auf gesunde Männer übertragen und umgekehrt. Bei den Antioxidantien-, Carnitin- und Coenzym-Q10-Studien sind alle Teilnehmer Männer mit Fruchtbarkeitsproblemen; für gesunde Sportler lässt sich daraus nichts ableiten. Ältere Männer sind kaum untersucht; die Studie an Männern ab 45 Jahren mit metabolischem Syndrom hatte keine Placebokontrolle [s55].

Tierstudien verwenden meist sehr hohe Dosen oder Anteile am Trinkwasser (25 bis 100 % Energy-Drink in [s54] und [s147]), Schlundsonden- oder Injektionsgaben und Schädigungsmodelle (Alter, Hitze, Toxine, Diabetes), die mit dem Alltagskonsum gesunder Männer wenig gemeinsam haben. Der Rattenversuch zu Energy-Drinks [s54] kann den Effekt weder dem Koffein noch dem Taurin zuordnen, weil die Inhaltsstoffe nicht einzeln geprüft wurden, und Gewichtsverlust sowie Zuckerzufuhr sind als Mitursachen nicht ausgeschlossen. Die Ethikangabe lautet dort „nicht zutreffend". Der Versuch mit pubertärem Binge-Protokoll [s78] fand dagegen keine signifikanten Effekte der Kombination aus Energy-Drink und Alkohol auf die Fortpflanzungsparameter.

### Störfaktoren

- **Anabolika.** Sie sind der stärkste bekannte Störfaktor und kommen in Fitnessstudio-Populationen häufig vor: 30,4 % Anwender in einer Befragung in Sankt Petersburg (550 auswertbare Fragebögen von 1.815 verschickten) [s120] und 35,4 % hormonell definierte Anwender in einer türkischen Klinikstichprobe von 161 Sportlern [s07]. Beide Zahlen sind wegen unterschiedlicher Definition nicht vergleichbar, und die zweite ist kein Prävalenzwert für Fitnessstudio-Besucher allgemein. Nur [s113] hat für Anabolikagebrauch adjustiert, die Pilotbeobachtung [s119] nicht.
- **Verunreinigung der Produkte.** Das stärkste Argument für ein Risiko durch Sportnahrung ist nicht die Wirkung der deklarierten Inhaltsstoffe, sondern die Möglichkeit nicht deklarierter Steroide. Die Übersicht dazu enthält im Abstract keine Fallzahlen oder Häufigkeiten [s43]. Die Zahlen (14,8 % von 634 nichthormonellen Supplementen; 23 von 24 Präparaten aus Fitnessgeräte- und Online-Shops) stammen als Sekundärzitate aus [s119]; die Originalarbeiten wurden nicht abgerufen. Eine Risikobewertung zu Schwermetallen in Proteinpulvern fand einen Hazard Index unter 1, mit den höchsten Werten bei Mass-Gainer-Pulvern und den niedrigsten bei Whey, und betrachtet keine reproduktiven Endpunkte [s101].
- **Training, Körpergewicht, Schlaf, Ernährung.** Alle diese Faktoren hängen mit der Samenqualität zusammen und mit der Produktnutzung. Ein Beispiel für Mittlerwirkung ist der Schlaf in [s21]. Der Body-Mass-Index verstärkte in [s51] den Zusammenhang; in [s128] war ein Index von mindestens 25 kg/m² ein unabhängiger Risikofaktor für niedriges Testosteron. Ein Alltagsbündel aus Fitnessstudio, Supplementen, Ernährungsstil und möglicherweise Steroiden lässt sich aus Querschnittsstudien nicht in Einzelfaktoren zerlegen.
- **Körperzusammensetzung.** In [s42] (117 Männer aus Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch) bestand außer einem Zusammenhang zwischen Hüftumfang und Samenvolumen kein Zusammenhang zwischen Muskel-, Fett- oder Viszeralmasse und Samenqualität.

### Messgrößen: Samenparameter sind nicht Fruchtbarkeit

Die Mehrzahl der Studien misst Spermienkonzentration, -zahl, Motilität und Morphologie, teils DNA-Fragmentierung oder Hormone. Die Autoren von [s95] halten fest, ein Rückgang der Samenparameter bedeute nicht zwingend Fruchtbarkeitsverlust. Endpunkte wie Schwangerschaft oder Lebendgeburt sind selten (zum Beispiel [s136] und [s80]; in [s119] sind die Geburtsangaben ohne Vergleichsgruppe nicht interpretierbar, in [s12] wurde die Schwangerschaftsrate nicht erhoben). Hormonmarker wie Inhibin B und Anti-Müller-Hormon [s39] sind Ersatzgrößen. Die Hormonstudie an Rugbyspielern [s163] bleibt ohne Samenanalyse für die Spermienqualität unbestimmt. Hodenkrebs [s143, s166] ist ein anderer Endpunkt, der nur über den Zusammenhang mit Fruchtbarkeitsstörungen in die Fragestellung gehört.

### Unabhängigkeit, Interessenkonflikte, Datenlage in den Sprachräumen

Die Kreatinliteratur zur Fruchtbarkeit stammt zu einem erheblichen Teil aus einer Arbeitsgruppe mit offengelegten Verbindungen zur Industrie [s23, s40, s39, s86]. Mehrere Arbeiten aus Shenyang beruhen auf annähernd denselben Fall-Kontroll-Gruppen (549 bis 552 Fälle, 581 bis 585 Kontrollen) und sind nicht voneinander unabhängig [s100, s82, s83]; wer „viele Studien" zählt, zählt dort dieselben Männer mehrfach. Interessenkonflikte sind bei Kleinstudien mit Markenprodukten häufig im Abstract nicht angegeben (zum Beispiel [s49]).

Die Recherche deckt die Sprachräume ungleich ab. Englischsprachige Quellen dominieren; für Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Deutsch fanden sich keine eigenen Primärstudien zu den Produktgruppen, aber französische [s70, s62] und deutsche [s87] Übersichten zu Lebensstil. Für Chinesisch, Japanisch und Koreanisch waren die nationalen Volltextdatenbanken (CNKI, Wanfang, KCI, DBpia) für automatisierte Abfragen nicht zugänglich; koreanischsprachige Originalliteratur wurde nicht erreicht. Für Russisch, Arabisch und Türkisch waren eLIBRARY.ru, Arab World Research Source, Mandumah, ASJP und DergiPark nicht zugänglich. Für die romanischen Sprachen waren SciELO, LILACS, Cairn und die Datenbank der Società Italiana di Andrologia nicht auswertbar, das AWMF-Register wurde nicht durchsucht. Europe-PMC-Suchen mit Feldfiltern scheiterten in einem Teil der Läufe an wiederholten 503-Fehlern, sodass die Suchabdeckung stärker auf PubMed beruht. Die Aussage „im Sprachraum nichts gefunden" bedeutet deshalb nur: nichts über die erreichbaren Wege. Ob eine Publikationsverzerrung (bevorzugte Veröffentlichung auffälliger Ergebnisse) vorliegt, lässt sich aus den Quellen nicht beurteilen.

Schließlich ist das Alter der Literatur zu beachten: Die Studie umfasst 49 Quellen aus den Jahren 2010 bis 2019, 9 aus 2000 bis 2009 und 3 aus der Zeit vor 2000 [s174, s172, s173]. Der Produktmarkt und die Zusammensetzung der Produkte haben sich seitdem möglicherweise verändert; die Quellen erlauben dazu keine Aussage.

## Offene Forschungsfragen

Die folgenden Fragen ergeben sich aus den Lücken, die in den vorangegangenen Abschnitten benannt sind. Sie beschreiben Forschungsbedarf. Sie sind keine Handlungsempfehlungen für einzelne Personen.

1. **Kreatin bei gesunden Männern.** Die einzige randomisierte Studie hat 15 Teilnehmer und einen nicht signifikanten primären Konzentrationsvergleich [s23]. Offen ist, ob Kreatinmonohydrat bei normozoospermen Männern die Samenparameter über Monate verändert. Eine ausreichend große, placebokontrollierte Studie mit vorab festgelegtem primärem Endpunkt, Samenanalyse nach Standardverfahren, definierter Karenzzeit, Mehrfachproben und Erfassung von Kreatin im Sperma wäre die direkte Antwort. Die Unabhängigkeit der Prüfung von der Kreatinindustrie wäre angesichts der offengelegten Verbindungen der bisherigen Arbeitsgruppe [s39] ein wichtiges Qualitätsmerkmal.
2. **Dihydrotestosteron unter Kreatin.** Der Anstieg von Dihydrotestosteron um 56 % bei 20 Rugbyspielern [s163] wurde nie mit Samenparametern verknüpft. Offen ist, ob er sich in anderen Populationen zeigt, ob er mit einer Veränderung der Spermienbildung einhergeht und ob er bei Dauereinnahme bestehen bleibt. Die Autoren der Studie nennen die langfristige klinische Sicherheit selbst als nicht gesichert.
3. **Proteinpulver mit Samenanalyse.** Es fehlen randomisierte Studien mit Whey. Offen sind insbesondere: Unterscheidet sich der Effekt nach Proteinquelle (Whey, Kasein, Soja, Pflanzenproteine)? Hängt er von Menge und Dauer ab? Wie verhält es sich bei Männern mit niedrigem Ausgangswert, bei denen die Pilotbeobachtung [s119] eine höhere Konzentration nach Absetzen zeigte? Eine Wiederholung der Querschnittsstudie [s113], zu der die Autoren selbst anregen, mit Angabe von Produktart, Dosis und Dauer, und eine Beobachtung mit Kontrollgruppe, die Regression zur Mitte und Saisonschwankung berücksichtigt, wären naheliegend.
4. **Energy-Drinks als eigene Exposition.** Beim Menschen fehlt jede kontrollierte Studie. Offen ist, ob Energy-Drinks sich von anderen zuckergesüßten Getränken unterscheiden und ob Koffein, Taurin oder Zucker für die berichteten Zusammenhänge verantwortlich sind. In den Kohorten mit Fragebogen [s95, s51] wäre eine getrennte Auswertung von Energy-Drinks möglich, wenn die Daten es hergeben; die Abstracts nennen sie nicht getrennt. Tierversuche mit einzelnen Inhaltsstoffen, Futter- und Wasseraufnahme, Hormonstatus und Hodenhistologie fehlen [s54].
5. **Koffein und Dosis.** Die Befunde reichen von günstig bis ungünstig [s148, s21, s48, s137, s104]. Offen ist die Dosis-Wirkungs-Beziehung über Quellen (Kaffee, Tee, Cola, Energy-Drink) hinweg, die Rolle des Schlafs als Mittler [s21] und ob Samenparameter und Behandlungserfolg [s136] verschieden reagieren. Prospektive Studien mit wiederholten Messungen von Koffeinzufuhr (etwa über Biomarker) fehlen in den Quellen.
6. **Verunreinigung von Produkten.** Der Anteil mit Steroiden verunreinigter Sportnahrung stammt aus Sekundärzitaten [s119, s143]. Offen ist, wie häufig dies heute in verschiedenen Märkten vorkommt, ob verunreinigte Produkte bei Nutzern messbare Hormon- und Samenveränderungen auslösen und ob Studien wie [s113] und [s143] dadurch verzerrt sind. Chemische Analysen der in Studien verwendeten Produkte und Hormonmessungen bei Nutzern wären nötig.
7. **Trennung von Training, Ernährung und Produkt.** Die Studien zu Sportnahrung können Produktnutzung und Training nur teilweise trennen. Offen ist, welche Rolle Trainingsart und -umfang [s117, s45, s35, s18] gegenüber dem Produkt spielen. Studien in Sportlerkohorten mit erfasster Supplementnutzung und gleichzeitiger Samenanalyse fehlen; die Umfrage unter Fitnessstudio-Nutzern [s56] belegt zudem ein geringes Bewusstsein für das Thema bei Männern, aber keine Wirkung.
8. **Fruchtbarkeit statt Ersatzmarker.** Die Mehrzahl der Studien misst Samenparameter oder Hormone. Offen ist, ob Veränderungen in dem berichteten Ausmaß die Zeit bis zur Schwangerschaft oder die Lebendgeburtenrate beeinflussen; dafür wären prospektive Paarkohorten mit Erfassung der Produktnutzung nötig. Bei den berichteten Unterschieden (zum Beispiel −13,2 Mio./mL in [s95]) ist die klinische Relevanz nicht geklärt.
9. **Erholung nach Anabolika bei gleichzeitiger Supplementnutzung.** Die Erholungsstudien [s98, s110, s15, s174] erfassen Anabolika, aber kaum die begleitende Nutzung von Proteinpulver, Kreatin oder Energy-Drinks. Offen ist, ob diese Begleitprodukte die Erholung beeinflussen, und wie lange die Nachbeobachtung sein muss, damit die Erholung der Spermienbildung vollständig erfasst wird; die Autoren von [s98] nennen die Nachbeobachtung als zu kurz.
10. **Mechanismen.** Offen ist, ob die an Mäusen gezeigte Rolle des Kreatins für die Blut-Hoden-Schranke [s53] beim Menschen besteht und ob erhöhte Zufuhr bei normaler Versorgung etwas ändert; in der Diabetes-Ratte stehen morphologische Besserung und gegenläufige Marker nebeneinander [s09]. Für Taurin und β-Alanin stehen Humaninterventionen vollständig aus [s66, s88].
11. **Ältere Männer, Frauen, Jugendliche.** Die Studien betreffen überwiegend junge Männer oder Männer in Kinderwunschkliniken. Jugendliche mit hoher Nutzung von Sportnahrung, ältere Männer und die Rolle väterlicher Faktoren für die Nachkommen (Tierdaten in [s81]) sind kaum untersucht.
12. **Nicht erreichte Literatur.** Offen ist, was in den nicht zugänglichen nationalen Datenbanken (chinesisch, koreanisch, russisch, arabisch, türkisch, lateinamerikanisch) steht. Der japanische Titel zu Kreatin und Ergothionein von 2023 wäre ein erster Prüfpunkt. Eine Suche mit institutionellem Zugang und mit Hilfe von Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern würde die Lücke schließen oder bestätigen.
13. **Berichtsqualität.** Mehrere Studien enthalten Unstimmigkeiten zwischen Abstract, Text und Tabellen. Registrierte Studienprotokolle, vollständige Berichte mit Rohdaten und die Angabe von Interessenkonflikten würden die Bewertung erleichtern.

## Praktische Einordnung

Dieser Abschnitt ordnet ein, was die Literatur für die Fragestellung hergibt und was nicht. Er ist keine Therapieempfehlung und kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose. Er gibt keine Handlungsanweisung für einzelne Personen. Ob bei einem Mann eine Einschränkung der Spermienqualität vorliegt, lässt sich nur durch eine Samenanalyse im Labor und eine ärztliche Beurteilung klären, die auch andere Ursachen berücksichtigt.

### Was die Studie über die einzelnen Produkte sagt

| Produktgruppe | Was beim Menschen vorliegt | Einordnung |
|---|---|---|
| Kreatin | Eine randomisierte Pilotstudie mit 15 Männern, gemischtes Ergebnis; eine Querschnittsstudie ohne Samenanalyse; Hormonstudie (Dihydrotestosteron) [s23, s39, s163] | Weder ein Nachweis einer Schädigung noch ein belastbarer Nachweis eines Nutzens; Datenlage zu dünn für eine Entscheidung in eine der Richtungen [s32] |
| Whey- und Proteinpulver | Eine Querschnittsstudie mit 778 jungen Männern ohne Zusammenhang; eine unkontrollierte Beobachtung an 20 subfertilen Männern mit höherer Konzentration nach Absetzen [s113, s119] | Keine gesicherte Aussage; die beiden Studien sind nicht vergleichbar, und die zweite lässt keine Aussage zur Wirkung zu |
| Energy-Drinks | Keine Studie mit Samenanalyse beim Menschen; Zusammenhänge bei hohem Konsum zuckergesüßter Getränke [s95, s51], nicht bei moderatem [s84] | Ein Zusammenhang für die Obergruppe der zuckergesüßten Getränke bei hohem Konsum ist in Beobachtungsstudien berichtet, Kausalität ist nicht belegt; für Energy-Drinks allein ist nichts bekannt |
| Koffein | Uneinheitlich [s137, s148, s21, s48, s104, s136] | Evidenz inkonsistent; die AUA/ASRM-Leitlinie führt Evidenz mittlerer Qualität für keinen Zusammenhang auf [s47] |
| Anabolika (keine Sportnahrung) | Mehrere Kohorten, Serien und Übersichten [s98, s71, s174, s167, s99] | Die Spermienbildung wird während der Einnahme unterdrückt; die Erholung ist bei der Mehrheit, aber nicht bei allen beobachtet und kann länger als ein Jahr dauern [s47, s175, s98, s57] |
| Verunreinigte Produkte | Sekundärangaben zu nicht deklarierten Steroiden [s119, s143, s43] | Plausibler Weg für ein Risiko, Häufigkeit aus der Studie nicht belastbar bezifferbar |

### Wie die Befunde zu lesen sind

- **Dünne Evidenz ist kein Beleg für Unbedenklichkeit und keiner für Schädlichkeit.** Dass in den abgerufenen Leitlinien Kreatin, Proteinpulver und Energy-Drinks nicht vorkommen [s47, s175], besagt, dass sie dort nicht behandelt werden. Es besagt nicht, dass sie geprüft und unauffällig wären.
- **Beobachtete Unterschiede in Studien sind Gruppenmittelwerte.** Ein niedrigerer Mittelwert in einer Konsumgruppe heißt nicht, dass jeder Mann betroffen ist, und der einzelne Messwert schwankt auch ohne Einflussfaktoren natürlich. Die Autoren der Pilotbeobachtung nennen natürliche und saisonale Schwankungen selbst [s119].
- **Das Bild ist durch Begleitumstände geprägt.** In der Literatur kommt das stärkste Signal für eine Beeinträchtigung der Spermienbildung im Umfeld von Sportnahrung von anabolen Steroiden, also von einem Stoff, der nicht zur Sportnahrung gehört, aber parallel verwendet wird oder in einzelnen Produkten enthalten sein kann [s43, s142]. Für die Studie ist das ein zentraler Hinweis: Eine Beeinträchtigung bei einem Nutzer von Sportnahrung muss nicht vom Produkt selbst kommen, aber die Studie kann diese Frage nicht klären.
- **Die Leitlinien beschreiben zu Anabolika.** Die AUA/ASRM-Leitlinie führt auf, dass die aktuelle Einnahme anaboler Steroide die Fruchtbarkeit und Spermatogenese stark beeinflusst und unterdrückt, bei Evidenz niedriger Qualität für keinen Einfluss auf eine dauerhafte Infertilität [s47]. Das EAU-Kapitel beschreibt, dass die Spermienzahl und -qualität sich üblicherweise innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach dem Absetzen bessern, und dass dies auf Fallberichten und klinischer Erfahrung beruht [s175]. Die Studien zeigen zugleich eine große Streuung des Verlaufs [s98, s99]. Das sind Inhaltsangaben der Quellen.
- **Zur Rolle von Nahrungsergänzung in Fruchtbarkeitsfragen.** Die AUA/ASRM-Leitlinie hält fest, dass der Nutzen von Supplementen wie Antioxidantien und Vitaminen für die Behandlung männlicher Infertilität von fraglichem klinischem Nutzen sei und die Datenlage keine Empfehlung für bestimmte Wirkstoffe erlaube [s47]; das Cochrane-Review bewertet die Evidenz als niedrig bis sehr niedrig [s80]. Auch dies betrifft Männer mit Fruchtbarkeitsproblemen und nicht Sportnahrung.
- **Kein Rückschluss auf Einzelfälle.** Ein auffälliger Befund in einer Studie berechtigt nicht, ein Produkt für einen bestimmten Zustand verantwortlich zu machen; ein unauffälliger Befund in einer Studie nicht, einen bestimmten Mann für unbetroffen zu halten.

### Wann die Studie auf ärztliche Abklärung verweist

Die Literatur zur männlichen Fruchtbarkeit verweist bei Kinderwunsch und auffälligen Befunden auf die ärztliche Abklärung, die eine Anamnese einschließlich Medikamenten, Anabolika und Supplementen, eine körperliche Untersuchung, Hormonwerte und eine Samenanalyse umfasst. Warum die Anamnese auch Anabolikagebrauch umfasst, zeigen die klinischen Serien: In der Serie aus Abu Dhabi kamen Männer nach einem Zyklus mit Libidoverlust, erektiler Dysfunktion und Gynäkomastie, 79 % mit auffälligem Ejakulat [s74]; eine Umfrage unter 151 Ärzten in den Emiraten zeigt, dass Behandelnde sich wegen fehlender Leitlinien oft nach persönlicher Erfahrung richten [s58]. Die vorliegende Studie liefert dafür keine Anleitung und ersetzt keine Beratung.

### Was die Studie nicht kann

Sie kann für keine Person sagen, ob ein Produkt verträglich ist oder nicht. Sie bildet nur ab, was bis zum Stand der Recherche am 4. Oktober 2026 über die erreichbaren Wege in den durchsuchten Sprachräumen publiziert und abrufbar war. Neue Studien, insbesondere größere randomisierte Studien zu Kreatin und Proteinpulver, können das Bild verändern.

## Glossar

**Akrosom:** Kappenartige Struktur am Spermienkopf, die Enzyme für die Befruchtung enthält.

**Androgene anabole Steroide (AAS, Anabolika):** Künstliche Abkömmlinge des Testosterons, die Muskelaufbau fördern; sie gehören nicht zur Sportnahrung, hemmen aber die körpereigene Hormonachse und damit die Spermienbildung.

**Anti-Müller-Hormon (AMH):** Hormon der Sertoli-Zellen im Hoden; wird in einer Studie als indirekter Marker der Hodenfunktion verwendet [s39].

**Asthenozoospermie:** Samenbefund mit vermindertem Anteil beweglicher Spermien.

**Azoospermie:** Keine Spermien im Ejakulat.

**β-Alanin:** Aminosäure, die in Sportnahrung vorkommt; in Mäusen verringert sie Taurin im Körper [s88].

**Blut-Hoden-Schranke:** Zellbarriere (Tight Junctions) zwischen Blut und Keimepithel im Hoden, die die Spermienbildung abschirmt [s53].

**Body-Mass-Index (BMI):** Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern.

**Coenzym Q10 (CoQ10, Ubiquinol):** Körpereigener Stoff der Zellatmung, als Supplement verwendet; Ubiquinol ist die reduzierte Form.

**Confounding (Störfaktor, Konfundierung):** Ein dritter Faktor, der mit Exposition und Ergebnis zusammenhängt und einen Zusammenhang vortäuschen oder verdecken kann.

**Dihydrotestosteron (DHT):** Stärker wirksames Umwandlungsprodukt des Testosterons.

**DNA-Fragmentierungsindex (DFI, SDF):** Anteil von Spermien mit geschädigter Erbsubstanz.

**Ejakulatvolumen:** Menge der Samenflüssigkeit pro Ejakulation.

**Fall-Kontroll-Studie:** Studie, die Personen mit einer Erkrankung mit Personen ohne vergleicht und rückblickend nach Expositionen fragt.

**Fekundabilität:** Wahrscheinlichkeit pro Zyklus, schwanger zu werden; wird oft als Zeit bis zur Schwangerschaft gemessen.

**Flagellum:** Der bewegliche Geißelfaden des Spermiums; Anomalien des Flagellums beeinträchtigen die Beweglichkeit [s107, s11].

**FSH, LH:** Von der Hirnanhangdrüse gebildete Hormone, die Hoden und Spermienbildung steuern (follikelstimulierendes beziehungsweise luteinisierendes Hormon).

**GRADE:** Verfahren zur Bewertung der Sicherheit (Vertrauenswürdigkeit) einer Evidenz, mit Stufen von hoch bis sehr niedrig.

**hCG:** Humanes Choriongonadotropin, ein LH-ähnliches Hormon; in den Anabolika-Studien als Begleitsubstanz oder Behandlung genannt [s167, s15].

**Hazard Index:** Rechengröße der Risikobewertung; Werte unter 1 gelten als kein erhöhtes Gesundheitsrisiko [s101].

**Inhibin B:** Von den Sertoli-Zellen gebildetes Hormon, das als Marker der Spermienbildung dient.

**Johnsen-Score:** Histologische Bewertung der Spermienbildung im Hodengewebe.

**Karenzzeit:** Zeitraum ohne Samenerguss vor der Samenprobe; beeinflusst Volumen und Zahl.

**Konfidenzintervall (KI):** Wertebereich, der die Unsicherheit einer Schätzung angibt; schließt es die 0 (bei Differenzen) oder die 1 (bei Verhältnissen) ein, ist der Befund nicht eindeutig.

**Kreatin, Kreatinmonohydrat:** Körpereigene, auch mit Fleisch aufgenommene Verbindung des Energiestoffwechsels; als Pulver weit verbreitetes Sportsupplement.

**Kreatinkinase (CK, CPK):** Enzym des Kreatinstoffwechsels, das auch im Samenplasma gemessen wird [s111].

**Mendelsche Randomisierung (MR):** Verfahren, das genetische Varianten als natürliche Zufallszuteilung nutzt, um Ursache und Wirkung besser zu trennen; abhängig von der Stärke der genetischen Instrumente [s48].

**Metaanalyse:** Statistische Zusammenfassung der Ergebnisse mehrerer Studien. **Umbrella-Review:** Übersicht über mehrere Metaanalysen.

**Morphologie:** Anteil normal geformter Spermien.

**Motilität (progressive, Gesamt-):** Anteil beweglicher beziehungsweise vorwärts beweglicher Spermien.

**NHANES:** Nationale Gesundheits- und Ernährungserhebung der USA [s39, s128].

**Odds Ratio (OR):** Verhältnis der Chancen für ein Ereignis in zwei Gruppen; 1 bedeutet kein Unterschied. **Risikoverhältnis (RR):** Verhältnis der Wahrscheinlichkeiten.

**Oligozoospermie:** Samenbefund mit niedriger Spermienkonzentration; die Grenzwerte hängen von der Auflage der WHO-Referenzwerte ab.

**Oligoasthenoteratozoospermie (OAT):** Kombination aus niedriger Zahl, verminderter Beweglichkeit und auffälliger Form.

**Oxidativer Stress, reaktive Sauerstoffspezies (ROS):** Ungleichgewicht zwischen aggressiven Sauerstoffverbindungen und antioxidativer Abwehr, das Spermien schädigen kann.

**Placebo, Crossover:** Scheinpräparat ohne Wirkstoff; beim Crossover-Design durchlaufen alle Teilnehmer beide Bedingungen nacheinander.

**Querschnittsstudie:** Untersuchung zu einem Zeitpunkt; zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen.

**Regression zur Mitte:** Statistisches Phänomen: Extremwerte liegen bei einer Wiederholungsmessung im Mittel näher am Durchschnitt, auch ohne Behandlung.

**Seminalplasma:** Flüssiger Anteil des Ejakulats ohne Spermien.

**Sertoli-Zellen, Leydig-Zellen:** Stütz- beziehungsweise Hormonbildungszellen im Hoden.

**SOD, MDA, NFκB:** Marker des oxidativen Stresses beziehungsweise der Entzündung (Superoxiddismutase, Malondialdehyd, Kernfaktor κB).

**Taurin:** Aminosäureähnliche Verbindung, Inhaltsstoff vieler Energy-Drinks; in Tiermodellen als Schutzstoff untersucht [s66].

**Teratozoospermie:** Samenbefund mit hohem Anteil fehlgeformter Spermien.

**WHO-Referenzwerte:** Von der Weltgesundheitsorganisation veröffentlichte Referenzwerte für Samenparameter, in mehreren Auflagen mit teils verschiedenen Grenzen.

**Zuckergesüßte Getränke (SSB):** Getränke mit zugesetztem Zucker, in den Studien einschließlich Limonaden, Energy-Drinks, Sportgetränken und teils Fruchtsäften [s51].

## Quellenverzeichnis

Vollständige Liste aller 175 Quellen der Gesamtstudie. Zitiert wird im Text mit der Kennung [sNN]. Nicht englische und nicht deutsche Titel stehen im Original, die deutsche Übersetzung folgt in Klammern. Angegeben sind PubMed-Kennung (PMID) und DOI, soweit vorhanden; wo beide fehlen, steht die Internetadresse.

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[s06] Dewangga MW, Nurhayati N, Erlan A, Siregar RN, Suryatma A, Rif'ati L, Saptarini I, Andarwati P, Andayasari L, Purwoko RY, Yulianto A, Raflizar R (2026): Moderate and excessive exercise affect sperm quality and oxidative stress differently in rats. Retos 83:737-749 (Dialnet). https://dialnet.unirioja.es/servlet/articulo?codigo=10908454

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