Ejakulationshäufigkeit, Gleitmittel und Sexualverhalten · Kapitel 20 von 21

Glossar

Akrosom. Kappenartige Struktur am Kopf der Spermie, die für die Befruchtung bedeutsam ist; in manchen Studien als Akrosomenindex oder Akrosomintegrität gemessen.

Alpha-Glucosidase (neutrale). Enzym im Seminalplasma, das als Marker der Nebenhodenfunktion verwendet wird.

Asthenozoospermie. Befund mit verminderter Spermienbeweglichkeit.

Azoospermie. Befund ohne Spermien im Ejakulat.

Blastozyste. Frühes Embryonalstadium einige Tage nach der Befruchtung; in Studien zur assistierten Reproduktion Endpunkt der Embryonalentwicklung.

Cauda epididymidis. Unteres Ende des Nebenhodens, in dem reife Spermien gespeichert werden; wird in mehreren Studien als Ort der Alterung gespeicherter Spermien vermutet.

CASA. Computergestützte Spermienanalyse, die Beweglichkeit und Geschwindigkeitsmaße automatisch bestimmt.

Chromatinreife, Protamine. Grad der Verdichtung des Erbguts im Spermienkopf; unreifes Chromatin wird mit Farbtests (zum Beispiel Anilinblau, Toluidinblau, CMA3) erfasst.

Confounder, Störgröße. Einflussfaktor, der sowohl mit der untersuchten Ursache als auch mit dem Ergebnis zusammenhängt und einen Zusammenhang vortäuschen oder verdecken kann.

Cross-over-Studie. Studiendesign, in dem dieselben Teilnehmer nacheinander beide Bedingungen durchlaufen.

DNA-Fragmentierungsindex (DFI). Anteil der Spermien mit Brüchen im Erbgut; je nach Test (zum Beispiel TUNEL, Chromatindispersionstest, Halosperm) mit unterschiedlichen Werten und Grenzwerten.

Ejakulationshäufigkeit. Zahl der Ejakulationen je Zeiteinheit (zum Beispiel je Woche); zu unterscheiden von der Karenz.

Euploidie. Normale Chromosomenzahl eines Embryos; in der Präimplantationsdiagnostik (PGT-A) geprüft.

Fecundability, Fecundability Ratio. Wahrscheinlichkeit, in einem Zyklus schwanger zu werden; das Verhältnis vergleicht diese Wahrscheinlichkeit zwischen zwei Gruppen (Werte über 1 bedeuten höhere Wahrscheinlichkeit).

Flagellum. Geißelfaden der Spermie, der die Fortbewegung antreibt; in Morphologiebefunden werden Defekte des Flagellums, des Mittelstücks und des Kopfes beschrieben.

Fruchtbares Fenster. Die Tage des Zyklus, an denen Verkehr zur Empfängnis führen kann; nach den Studien sechs Tage bis zum Eisprung.

Hazard Ratio. Verhältnis der Ereignisraten in zwei Gruppen im zeitlichen Verlauf.

Hodenspermien. Spermien, die operativ aus dem Hoden gewonnen werden.

Insemination (IUI). Einbringen aufbereiteter Spermien in die Gebärmutter zum Zeitpunkt des Eisprungs.

ICSI. Injektion eines einzelnen Spermiums in die Eizelle im Labor.

IVF. Befruchtung von Eizellen mit Spermien im Labor; der Embryo wird anschließend übertragen.

Karenz, Abstinenz. Zeit seit der letzten Ejakulation vor der Samenprobe. Im Text werden beide Begriffe gleichbedeutend verwendet.

Karenz, vorletzte. Zeit zwischen der vorletzten und der letzten Ejakulation vor der Probe.

Konfidenzintervall. Bereich, in dem der wahre Wert mit der angegebenen Sicherheit (meist 95 Prozent) liegt; ein Intervall, das den Nullwert (bei Differenzen) oder den Wert 1 (bei Verhältnissen) einschließt, spricht gegen einen statistisch belegten Unterschied.

Lebendgeburtenrate. Anteil der Behandlungszyklen oder Paare mit einer Lebendgeburt.

Lipidperoxidation, oxidativer Stress, reaktive Sauerstoffspezies (ROS). Schädigung von Zellbestandteilen durch aggressive Sauerstoffverbindungen; wird als Mechanismus für Spermienschäden diskutiert.

Mittelwertdifferenz. Unterschied der Mittelwerte zweier Gruppen; das Vorzeichen hängt von der Berechnungsrichtung ab.

Morphologie. Anteil normal geformter Spermien nach festgelegten Kriterien.

Nekrozoospermie. Befund mit überwiegend toten Spermien.

Normozoospermie. Befund, bei dem die Messwerte im Referenzbereich liegen.

Oligozoospermie, Oligo-Astheno-Teratozoospermie (OAT). Verminderte Spermienkonzentration; OAT bezeichnet die Kombination mit verminderter Beweglichkeit und auffälliger Form.

Odds Ratio. Verhältnis der Chancen für ein Ereignis in zwei Gruppen; Werte über 1 bedeuten höhere Chancen in der ersten Gruppe.

Osmolalität. Konzentration gelöster Teilchen in einer Flüssigkeit; bei Gleitmitteln als Einflussgröße auf Spermien genannt.

PGT-A. Chromosomentest an Embryonen vor der Übertragung.

Progressive Beweglichkeit. Anteil der Spermien, die sich zielgerichtet vorwärtsbewegen.

Regression zur Mitte. Statistischer Effekt: Extreme Messwerte fallen bei Wiederholung im Mittel weniger extrem aus, auch ohne Eingriff.

Risk Ratio. Verhältnis der Ereigniswahrscheinlichkeiten in zwei Gruppen.

Seminalplasma. Flüssiger Anteil des Ejakulats, in dem die Spermien schwimmen.

Spermiogramm. Laboruntersuchung des Ejakulats auf Volumen, Konzentration, Beweglichkeit, Form und weitere Merkmale.

Swim-up, Dichtegradient. Verfahren zur Aufbereitung von Samenproben, bei dem bewegliche Spermien angereichert werden.

Teratozoospermie. Befund mit überwiegend auffällig geformten Spermien.

TMSC. Gesamtzahl beweglicher Spermien im Ejakulat.

Timed intercourse, zeitgesteuerter Verkehr. Verkehr, der auf den vorhergesagten Eisprung abgestimmt wird, etwa mit Ovulationstests im Urin.

TUNEL. Test, der DNA-Strangbrüche in Spermien anfärbt.

Zweikernige und dreikernige Zygoten (2PN, 3PN). Befruchtete Eizellen mit zwei beziehungsweise drei Vorkernen; drei Vorkerne gelten als auffällig.

Zweites Ejakulat. Probe, die wenige Stunden nach einer ersten Probe abgegeben wird; in den Studien meist 1 bis 4 Stunden danach.

Alle Kapitel und Anhänge (24)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. Überblick und Gliederung und Große Auswertungen von Samenbefunden nach Karenz (Europa, Amerika, Afrika, Indien, Vietnam)
  6. Karenz und Samenqualität in China, Japan und Hongkong und Ejakulationshäufigkeit, tägliche Ejakulation und wiederholte Ejakulate
  7. Zweite Probe nach sehr kurzer Karenz (Stunden): Vorher-nachher-Studien ohne Kontrollgruppe bis Erregung, Tageszeit und Dauer der Probengewinnung
  8. Häufigkeit und Zeitpunkt des Verkehrs, Sexualfunktion bis Gesamteinordnung der Beobachtungsstudien
  9. Gesamtbild der Evidenz in Kürze bis Ejakulationshäufigkeit, tägliche und wiederholte Ejakulation beim Menschen
  10. Zweite Probe nach sehr kurzer Karenz (Stunden) bis Sprachräume und Zugang
  11. Mechanismen und biologische Plausibilität
  12. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  13. Englisch bis Spanisch
  14. Chinesisch bis Türkisch
  15. Ein Querschnittsproblem vorweg: Vorzeichen, Grenzen und Begriffe bis Widerspruch 10: Tierstudien, gegensätzliche Richtungen
  16. Übersicht der Widersprüche
  17. Limitationen der Evidenz
  18. Offene Forschungsfragen
  19. Praktische Einordnung
  20. Glossar
  21. Quellenverzeichnis
  22. Diagramme
  23. Quellen
  24. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle