Chinesisch
Umfang und Herkunft. Mit 25 der 178 Quellen stellt der chinesische Raum nach dem englischen den größten Anteil, und er ist der einzige nicht englische Raum mit einer nennenswerten eigenen Kohortenforschung. Es sind überwiegend Einzelzentrumsstudien kinderwunschmedizinischer Abteilungen und Spermabanken, mit Fallzahlen von mehreren Hundert bis zu mehreren Zehntausend (Spanne im Material: 328 Männer in Hongkong bis 49.819 Männer in Shanghai) [s50, s102]. Die Spermabanken liefern zusätzlich Daten gesunder Spender [s61, s76]. Wichtig ist eine Einschränkung: Fast alle abgerufenen Arbeiten sind englischsprachig veröffentlicht. Chinesischsprachige Originalartikel aus CNKI und Wanfang konnten nicht abgerufen werden. Den einzigen mittelbaren Einblick in die chinesischsprachige Literatur liefert die Dosis-Wirkungs-Metaanalyse von Du et al., die vier chinesische Datenbanken durchsucht hat (China National Knowledge Infrastructure, Chinese Scientific Journals Database, WanFang, Chinese Biomedical Literature Database); ohne Zugriff auf die Einzelstudien lässt sich nicht beurteilen, welche Fallzahlen oder Designs diese hatten [s32].
Karenz: die großen Querschnittsstudien. Die Karenzstudien aus China sind zahlreich und gleichsinnig. Yao et al. (Nanyang, Henan; 3.052 Männer in der Fruchtbarkeitsdiagnostik) unterschieden eine kurze (0 bis 1 Tag, n = 141), eine empfohlene (2 bis 7 Tage, n = 2.639) und eine lange Karenz (über 7 Tage, n = 272). Die Mediane stiegen von kurz über empfohlen zu lang beim Volumen von 2,3 über 3,1 auf 3,9 ml, bei der Konzentration von 37,4 über 60,3 auf 92,2 × 10^6/ml und beim DNA-Fragmentierungsindex (DFI) von 11,5 über 13,1 auf 16,8 %, während die Progressivbeweglichkeit von 38,4 über 37,6 auf 33,0 % sank. Die Morphologie unterschied sich nicht (je 6,0 % Median). Lange Karenz ging mit einer Odds Ratio von 2,8 (1,7 bis 4,6) für einen DFI über 30 % einher, kurze Karenz mit einer Odds Ratio von 3,1 (2,0 bis 4,7) für ein Volumen unter 1,5 ml. Die kurze Gruppe ist klein, und der DFI lag nur für eine Teilmenge vor [s27]. Chen et al. (Fuzhou, 2.952 Männer, Karenz 2 bis 7 Tage) zeigten den schrittweisen Verlauf: Das Volumen stieg von 2,6 auf 3,8 ml und der DFI von 12,9 auf 16,1 % zwischen Tag 2 und Tag 7; zudem sank das Volumen mit dem Alter von 3,6 auf 2,6 ml und die Progressivbeweglichkeit von 41,2 auf 28,5 %, während der DFI von 12,3 auf 17,4 % stieg. Alter und Karenz wurden jedoch nicht multivariabel getrennt [s59]. Wang et al. (Guangzhou, Männer vor Spermakryokonservierung, Karenzgruppen 0 bis 2, 3 bis 5, 6 bis 7 und über 7 Tage mit n = 85, 673, 159 und 25) fanden einen Median-DFI von 11,8, 15,8, 18,1 und 26,7 %; bei Männern ab 40 Jahren war die Qualität nach 0 bis 2 Tagen am besten, bei jüngeren nach 3 bis 5 Tagen [s14]. Liu-Qing und Jing (Tai'an, 1.262 Männer, 2 bis 7 Tage) beschrieben einen U-förmigen Zusammenhang mit dem Anteil normaler Spermienformen (Wendepunkt bei 4,62 Tagen, Tiefpunkt 3,01 % am fünften Tag), allerdings war die Wechselwirkung Alter und Karenz nicht signifikant (p = 0,878); der Befund steht im Gegensatz zu den Studien aus Nanyang und Fuzhou, die keinen Morphologieeffekt fanden [s08, s27, s59]. Jiang et al. (Changchun, 1.503 Männer) führten die „vorletzte“ Karenz ein, die Zeit zwischen vorletzter und letzter Ejakulation: Im obersten Quartil (über 9 Tage) war nach Adjustierung (auch für die letzte Karenz) das Risiko eines DFI über 30 % erhöht (bereinigtes Odds Ratio 4,25; 2,37 bis 7,62), ebenso das für Asthenozoospermie (1,45; 1,07 bis 1,96) [s35]. Aus demselben Fragebogen stammen Verhaltensdaten: 81,4 % der Paare wussten nicht, dass die Karenz die Samenqualität beeinflusst, und 44,6 % hatten den Verkehr zeitlich auf die Ovulationsphase abgestimmt [s35].
Neue Messgrößen. Chinesische Gruppen haben in jüngster Zeit differenzierte Verhaltensgrößen eingeführt: die Ejakulationshäufigkeit je Woche [s26], die vorletzte Karenz [s35], die Dauer der Probengewinnung [s45], die Karenz von ein bis drei Stunden [s18] und das zweite Ejakulat [s49]. Das erklärt sich teilweise durch die starke Nutzung der Samenanalyse im Rahmen der Kinderwunschbehandlung. Fast alle chinesischen Karenzstudien berichten den DNA-Fragmentierungsindex, und der Befund „längere Karenz, höherer DFI“ ist in sechs Studien gleichsinnig [s14, s27, s35, s59, s94, s100].
Ejakulationshäufigkeit. Die einzige im Material gefundene Studie, die die Häufigkeit getrennt von der Karenz untersucht, stammt aus Changchun: Xi et al. (1.349 Männer, vorab bei ClinicalTrials.gov registriert, NCT06127875) erfragten rückblickend die Ejakulationen der letzten vier Wochen (unter 1, 1 bis unter 2, mindestens 2 je Woche). Mit steigender Häufigkeit sanken DFI (Gruppenmittel 18,1, 14,3 und 12,3 %), Volumen, Konzentration und Gesamtzahl, die Vitalität stieg, und die Progressivbeweglichkeit blieb unverändert. Die adjustierte Odds Ratio für einen DFI über 30 % lag bei 0,24 (0,15 bis 0,38) in der mittleren und bei 0,21 (0,10 bis 0,48) in der häufigsten Gruppe; ein erhöhtes Risiko für Oligo- oder Asthenozoospermie ergab sich nicht [s26]. Die Autoren selbst grenzen die Häufigkeit von der Karenz ab. Einschränkend sind Selbstbericht, Querschnittsdesign (Umkehr der Ursache denkbar) und die kleine häufigste Gruppe (205 Männer) zu nennen. Bemerkenswert ist der Widerspruch zwischen sinkenden Konzentrationen und Gesamtzahlen einerseits und besserem DFI andererseits; die Studie prüft das nicht [s26]. Diese Studie und die Studie zur vorletzten Karenz stammen vermutlich aus demselben Patientenkollektiv (gleiches Zentrum, gleicher Zeitraum von November 2023 bis Juli 2024, gleiche mittlere Karenz von 4,2 ± 1,2 Tagen) und sind nicht unabhängig voneinander [s26, s35]. Zur Masturbationshäufigkeit liegen nur Randbefunde vor: Huang et al. (Spenderkandidaten in Hunan) berichteten eine negative Korrelation der Masturbationshäufigkeit mit der Konzentration (p = 0,013) bei zirkulärem Eignungskriterium [s76]; Cui et al. (568 Studierende in Chongqing) fanden, dass früher Beginn der Pornografienutzung mit niedrigerer Spermienkonzentration und Gesamtspermienzahl einherging, während die Abstinenzdauer vor der Probe und die Masturbationshäufigkeit als eigene Größe im Abstract nicht ausgewertet sind [s73].
Sehr kurze Karenz und zweites Ejakulat. Ji et al. (Changsha, 101 Männer mit normaler und 53 mit eingeschränkter Spermienzahl oder -beweglichkeit) fanden nach ein bis drei Stunden eine bessere Beweglichkeit und einen niedrigeren DFI und beschrieben 245 unterschiedlich exprimierte tRNA-abgeleitete Fragmente, wobei die Sequenzierung nur fünf Männer umfasste; das ist eine Hypothese zum Mechanismus und kein klinischer Beleg [s18]. Li et al. (Nanning) untersuchten in einer Geschwister-Oozyten-Studie bei Oligoasthenozoospermie 786 Oozyten aus 67 ICSI-Zyklen: Das zweite Ejakulat zeigte bessere Beweglichkeit, Normalform und DNA-Integrität, die hochwertige Blastozystenrate lag bei 24,79 gegenüber 14,67 % (p < 0,05), klinische Schwangerschaft (59,09 gegenüber 47,37 %), Einnistung und Lebendgeburt (40,91 gegenüber 31,58 %) waren jedoch nicht signifikant unterschiedlich [s49].
Zeitpunkt. Liu et al. (Chongqing) werteten 33.430 Proben einer Spermabank aus, die zwischen 8 und 17 Uhr gewonnen wurden; Gesamtspermienzahl, Konzentration, Volumen und Beweglichkeit schwankten mit der Tageszeit, und jede Stunde früher oder später als 11 Uhr war mit einem 1,14-fachen Risiko der Nichteignung verbunden. In einem Laborteil mit sechs Freiwilligen (36 Proben, kontrollierte Karenz) lagen die günstigsten Werte meist zwischen 11 und 15 Uhr [s61]. Bai et al. (Hefei, 746 Männer) fanden, dass eine längere Dauer der Probengewinnung (Median 7,0 Minuten) mit schlechterer Samenqualität einherging, mit einer Odds Ratio von 2,06 (1,31 bis 3,25) für Asthenozoospermie im dritten Quartil gegenüber dem ersten [s45]. Zur Frage, ob der Zeitpunkt des Verkehrs im Zyklus mit der Samenqualität zusammenhängt, wurde keine chinesische Studie gefunden. Es gibt aber Verhaltensbefunde der Paare: Bei Yu et al. praktizierten 28,2 % (44/156) der Männer mit leichter bis mäßiger und 25,7 % (17/66) mit schwerer bekannter Störung zeitgesteuerten Verkehr gegenüber 11,8 % (20/170) in der Gruppe ohne frühere Untersuchung und 16,2 % bei Normozoospermie (p < 0,001); die Autoren deuten das als Folge langer erfolgloser Versuche [s68].
Verkehr, Sexualfunktion und Begleitgrößen. Yu et al. (426 Männer aus Paaren mit Schwangerschaftsverlust, Changchun) fanden, dass 50,6 % der Gruppe mit hohem DFI seltener als einmal pro Woche Verkehr hatten, gegenüber 23,2 % der normozoospermen Gruppe, bei häufigerer erektiler Dysfunktion; das Querschnittsdesign lässt beide Richtungen zu [s69]. Wang et al. (Beijing, fertile Männer) berichteten eine sehr schwache Korrelation der Koitushäufigkeit mit einem zusammengesetzten Samenqualitätswert (r = 0,067; p = 0,03) [s67]. Dai et al. (Hefei, 2.668 Partner infertiler Paare) fanden Koitus mehr als zweimal pro Woche mit einer Ureaplasma-Infektion assoziiert (OR 1,41; 1,04 bis 1,91), während die Infektion selbst nicht mit schlechter Samenqualität zusammenhing; ein direkter Zusammenhang zwischen Koitushäufigkeit und Samenqualität wurde nicht berichtet [s05].
Gleitmittel. Zu Gleitmitteln wurde im chinesischen Raum keine einschlägige Studie zur Samenqualität gefunden. Es gibt eine Entwicklungsarbeit zu einem Kontrazeptionsgel mit Gossypol, Tenofovir und Nitroglycerin, das ein absichtlich spermienschädigendes Spermizid ist und an sechs Rattenpaaren getestet wurde; sie sagt nichts über herkömmliche Gleitmittel aus [s81].
Fachzeitschriften, Leitlinien und Erreichbarkeit. Neben internationalen Zeitschriften (Frontiers, Asian Journal of Andrology, Reproductive Biology and Endocrinology) erscheinen Arbeiten in der Zhonghua nan ke xue (National Journal of Andrology): Shuai et al. (Zhengzhou, 9.694 Samenproben) fanden eine schwache Korrelation des DFI mit der Karenz (r = 0,10; p < 0,01), und Tang et al. (Guangzhou, 1.152 Männer mit Zeit bis zur Schwangerschaft von höchstens 12 Monaten) fanden bei 5 bis 7 Tagen Karenz höhere Konzentration, Gesamtzahl und Gesamtzahl progressiv beweglicher Spermien [s94, s131]. Die Datenbanken führen dafür englische Titel und Abstracts, die chinesischen Originalartikel wurden nicht abgerufen. Weitere Kohorten sind Zou et al. (1.194 Militärangehörige aus sechs Regionen Chinas; Jahreszeit, Höhenlage und Karenz waren mit der Samenqualität assoziiert), Shi et al. (Hongkong, 328 Männer) und Lu et al. (Nanjing, 1.010 subfertile Männer) [s100, s102, s140]. Eine ostasiatische Leitlinie zur Karenzdauer oder zu Gleitmitteln wurde nicht gefunden; die WHO-Empfehlung von 2 bis 7 Tagen erscheint nur als zitierte Referenz in den Studien [s27, s59, s99]. CNKI war nicht erreichbar (Weiterleitung ohne Inhalt, Verbindungsfehler bei der Suchadresse), Wanfang lieferte nur eine per JavaScript aufgebaute Hülle ohne Trefferliste im Quelltext. Suchbegriffe in chinesischen Schriftzeichen lieferten in Europe PMC keine eigenständigen Treffer außerhalb der englischen Indexierung. Das chinesische Schrifttum ist daher vermutlich deutlich unvollständig erfasst, und nur die Metaanalyse von Du et al. gibt mittelbar Auskunft [s32].
Methodische Hinweise. Alle Befunde sind Assoziationen in selbst ausgewählten klinischen Populationen; Männer ohne Kinderwunsch sind kaum vertreten (Ausnahmen: Studierende, Militärangehörige, fertile Männer, Spenderkandidaten) [s61, s67, s73, s76, s131, s140]. Die Karenz beruht meist auf Selbstangabe und ist oft auf 2 bis 7 Tage begrenzt, sodass Kurzzeit- und Langzeitwirkungen außerhalb dieses Bereichs nur in wenigen Studien sichtbar werden [s14, s18, s27, s32].
Japanisch
Eigene Literatur. Aus Japan stammen im Material wenige, kleine Studien: drei Humanstudien, zwei arbeitsmedizinische Arbeiten und zwei Tierstudien, mit Fallzahlen von 36 bis 402 [s43, s48, s87, s137, s148, s152, s158]. Eine eigene japanische Kohorte zu Samenqualität und Verhaltensgrößen im großen Maßstab gibt es im Material nicht.
Tageszeit. Shimomura et al. (Saitama, 20 fertile und 20 infertile Männer) knüpfen an die in Japan übliche Samengewinnung am frühen Morgen für Inseminationen an. Bei einer festgelegten Karenz von drei Tagen wurde je eine Probe am frühen Morgen und eine am Abend abgegeben. Bei fertilen Männern waren die Gesamtzahl beweglicher Spermien (TMSC) und die Gesamtspermienzahl am Abend signifikant höher, bei infertilen Männern nur die TMSC. Das Abstract nennt keine Effektgrößen oder p-Werte, die Reihenfolge war nicht als randomisiert beschrieben, und die Aussage, eine Insemination könne mit Abendproben leichter gelingen, ist eine Vermutung ohne Schwangerschaftsdaten. Der Befund (Abend besser) steht im Kontrast zum chinesischen Optimum von 11 bis 15 Uhr [s61, s87]. Es ist die einzige Arbeit zur Tageszeit im Sinne der Praxis des Landes.
Karenz als Nebenbefund. Yoshiakwa-Terada et al. (Mie, 359 Patienten) fanden den DFI (TUNEL, Durchflusszytometrie) mit dem Alter, der sexuellen Karenzzeit und computergestützten Spermienmaßen korreliert; Korrelationskoeffizienten nennt das Abstract nicht [s43]. Komiya et al. (Chiba, 402 männliche Partner mit auffälligem Erstbefund) berichteten nach Lebensstilberatung verbesserte Samenparameter und DNA-Fragmentierung, jedoch keine Verbesserung unter anderem bei Männern mit Karenz über drei Tage; die Studie hat keine Kontrollgruppe, die Untergruppenvergleiche sind explorativ [s48]. Konishi et al. verfolgten in Japan prospektiv 80 Frauen, die ihr erstes Kind erwarteten: 44 % (35) empfingen natürlich, in 18 % (58 von 319) der Zyklen gab es keinen Verkehr in der fruchtbaren Phase, und höhere Koitusfrequenz war mit höherer Empfängniswahrscheinlichkeit verbunden (Odds Ratio 1,23; 1,02 bis 1,47) [s85].
Arbeitsmedizin. Kamijima und Mitarbeiter verglichen 18 Insektizid-Sprüher mit 18 Kontrollen in zwei Jahreszeiten; die Wechselwirkung von Gruppe und Karenz war nur in der Sommeruntersuchung für den Anteil normal geformter Spermien signifikant, die Karenz ist dort Kovariate [s152]. Kamijima nennt in einer japanischen Methodenübersicht (Nippon Eiseigaku Zasshi, 2005) die Kontrolle der Karenzzeit und der Vorerkrankungen als notwendig, ohne eigene Zahlen [s148]. Diese Arbeiten zeigen eine Besonderheit des Landes: Die Karenz wird als Störgröße bei Berufsstudien benannt.
Tierversuche. Kawakami et al. (Hunde, 8 Rüden mit gleichzeitiger Asthenozoospermie und Teratozoospermie) fanden bei 12-Stunden-Entnahmeintervall einen Anstieg der Beweglichkeit von rund 65 auf etwa 80 % und ein Absinken des Anteils von Spermien mit abnormem Flagellum von 30 auf 15 %; die Verbesserung durch häufige Entnahme war nach Aussage der Autoren vorübergehend [s158]. Oba et al. (5 Kater, vier aufeinanderfolgende Ejakulate) fanden dagegen eine Abnahme von Spermienzahl, Beweglichkeit und Vitalität; die Spermienzahl der ersten Probe machte 55,0 % der Gesamtzahl aus [s137]. Die gegensätzlichen Richtungen sprechen gegen eine einfache Übertragung auf den Menschen.
Ältere japanische Literatur, Datenbanken und Leitlinien. Über die Datenbank CiNii wurden drei bibliografische Datensätze zu Karenz und Samen identifiziert, die ohne Abstract vorliegen und deshalb nicht bewertet werden: ein Beitrag von 村上旭 zu „禁欲期間と精液所見について“ (Karenzdauer und Samenbefunde) in der Nihon Funin Gakkai Zasshi von 1961, ein Beitrag von 岩本晃明 zur Karenzdauer als Störgröße für die Spermienzahl in internationalen Vergleichen (Endocrine Disrupter News Letter, 2003) und ein Beitrag von 田部井徹 und 広井正彦 zu „禁欲期間と精子の運動性“ (Karenzdauer und Spermienbeweglichkeit) in der Zeitschrift 臨床婦人科産科 von 1988. Inhalte wurden nicht abgerufen. J-STAGE war erreichbar (Such-Schnittstelle und Artikelseiten), die Treffer zu „潤滑剤 精子“ betrafen aber technische Schmierstoffe oder Tierfortpflanzung und nicht den Menschen; zu Gleitmitteln wurde keine einschlägige japanische Studie gefunden. CiNii lieferte Metadaten, aber keine Abstracts. Eine japanische Leitlinie zur Karenz oder zu Gleitmitteln wurde nicht gefunden.
Koreanisch
Eigene Literatur. Aus Korea liegen im Material vier Quellen vor, alle auf Englisch veröffentlicht, in internationalen oder englischsprachigen koreanischen Zeitschriften. Koreanischsprachige Originalartikel aus KCI, KoreaMed oder DBpia konnten nicht abgerufen werden. Eine koreanische Studie zur Wirkung der Karenz auf die Rohsamenparameter wurde nicht gefunden. Die Arbeiten betreffen klinische Endpunkte, die Stabilität wiederholter Messungen, das Verhalten bei zeitgesteuertem Verkehr und die Verträglichkeit eines Vaginalprodukts.
Klinische Endpunkte. Lee et al. (Seoul, 449 erste ICSI-Zyklen) verglichen 2 bis 7 Tage mit mindestens 8 Tagen Karenz, getrennt nach Alter der Frau (unter 38 und ab 38 Jahre). Befruchtung, Embryoqualität, biochemische, klinische und fortlaufende Schwangerschaft, Fehlgeburt und Einnistung unterschieden sich nicht, und die Autoren regen eine Überprüfung des WHO-Kriteriums an. Das Abstract nennt keine Gruppengrößen je Stratum oder Effektschätzer, und die Spermien wurden vor der ICSI mit Swim-up aufbereitet; kein Nachweis von Unterschieden ist kein Nachweis von Gleichheit [s99]. Ahn et al. (Südkorea, 285 Frauen, 854 Zyklen) beschrieben bei zeitgesteuertem Verkehr eine klinische Schwangerschaftsrate von 28,1 % je Paar und 9,4 % je Zyklus, wobei eine Subfertilität von mindestens 24 Monaten (Odds Ratio 0,193; 0,043 bis 0,859) und Endometriose (0,282; 0,106 bis 0,746) ungünstig waren; das Design dient der Prognose und nicht der Frage der Samenqualität [s70].
Wiederholte Ejakulate. Kim et al. (Seongnam, 81 Männer mit Krebserkrankungen) gewannen vor der Behandlung an bis zu drei aufeinanderfolgenden Tagen Samen zur Kryokonservierung (im Mittel 2,6 ± 0,8 Proben je Patient). Das Volumen der Proben von Tag 2 und Tag 3 war signifikant niedriger als das von Tag 1; der Intraklassenkorrelationskoeffizient war für den DFI (0,68; 0,45 bis 0,84) und das Volumen (0,67; 0,45 bis 0,84) am höchsten, das heißt die Schwankung innerhalb der Person war gering im Verhältnis zu der zwischen Personen. Im ostasiatischen Material ist dies die einzige Studie mit Proben an aufeinanderfolgenden Tagen; sie betrifft jedoch Krebspatienten und zielt auf die Stabilität der Messwerte [s60].
Verhalten und Sexualfunktion. Bak et al. (Seoul, 439 Männer, drei Jahre) beobachteten, dass bei 188 Männern (42,8 %) neu eine erektile Dysfunktion auftrat und 47 Männer (10,7 %) außereheliche Kontakte hatten; mit der Zahl der Episoden zeitgesteuerten Verkehrs stieg die Zahl der Männer mit erektiler Dysfunktion (p < 0,0001). Die Studie betrifft das Verhalten und die Sexualfunktion, nicht die Samenqualität, und hat kein Vergleichskollektiv ohne zeitgesteuerten Verkehr [s133].
Gleitmittel. Park et al. (Seoul, 20 Samenproben infertiler Männer) inkubierten gewaschene Spermien 30 Minuten mit zehn Prozent des Vaginalreinigers Inclear und fanden keinen signifikanten Unterschied zur Kontrolle; die Autoren empfehlen das Produkt auch als Gleitmittel. Das geht über die Daten hinaus: Es wurde ein Reinigungsprodukt und kein Gleitmittel untersucht, mit geringer Teststärke, sodass die Studie nicht als Beleg für Unbedenklichkeit gewertet wird [s124].
Leitlinien, Taiwan und Erreichbarkeit. Eine koreanische Leitlinie wurde nicht gefunden; aus Taiwan fand sich keine einschlägige Studie. KCI war erreichbar, die Suchadresse lieferte aber eine Fehlerseite (404). KoreaMed lieferte nur das Suchformular ohne auswertbare Trefferliste, DBpia antwortete nicht (Verbindungsfehler). Eine Suche in koreanischer Schrift (etwa 사정 빈도, 금욕 기간) in Europe PMC lieferte keine eigenständigen Treffer. Das koreanische Schrifttum in koreanischer Sprache ist damit nicht beurteilbar.
Russisch
Eigene Literatur. In russischer Sprache fand sich keine Primärstudie, die Karenzdauer, Ejakulationshäufigkeit oder Gleitmittel unmittelbar mit der Samenqualität verknüpft. Weder über die PubMed-Indexierung russischer Zeitschriften (etwa Urologiia) noch über CyberLeninka ließen sich solche Studien finden. Die erreichbaren russischsprachigen Quellen sind methodische Fachbeiträge und Expertendiskussionen, eine Laborberichts-Analyse, zwei sibirische Kohorten mit Karenzvorgabe und eine Tierstudie. Sie dokumentieren vor allem, wie die Karenz in der russischen Praxis standardisiert wird.
Standardisierung in Fachbeiträgen. Das „Протокол проведения спермиологического исследования“ (Protokoll zur Durchführung der spermiologischen Untersuchung) von Bragina (2014, Андрология и генитальная хирургия) fasst das WHO-Handbuch von 2010 mit eigenen Anmerkungen zusammen. Die Karenz betrage 2 bis 7 Tage, für maximale Standardisierung seien 3 bis 4 Tage optimal. Die Probe werde durch Masturbation in einem nichttoxischen Gefäß gewonnen; ein Kondom sei nur bei speziellen, nicht spermizid wirkenden Kondomen zulässig. Der Patient solle vor der Abgabe über die Karenzzeit, fehlende Wärmeanwendungen, Antibiotikaeinnahme und große Alkoholmengen unterrichtet werden. Ein erhöhter Anteil von Spermien mit zytoplasmatischem Tropfen könne bei kurzer Karenz und häufigen Ejakulationen vorkommen. Der Beitrag enthält keine eigenen Daten und hat einen Meinungsanteil der Autorin [s126]. Die Wiedergabe einer Diskussion beim XIII. Kongress der Russischen Urologengesellschaft (Moskau, 6. bis 8. November 2013) mit sechs Fachleuten und einem Moderator, „Методы сбора эякулята: преимущества, недостатки и влияние на показатели спермограммы“ (Methoden der Ejakulatgewinnung: Vorteile, Nachteile und Einfluss auf die Spermiogrammwerte; Андрология и генитальная хирургия 2014, Heft 3), enthält Expertenmeinungen und keine Daten. Genannt wird, dass ein Spermiogramm keine Fertilitätsprognose, sondern eine Momentaufnahme sei und die Standardkarenz den Vergleich mit Normwerten erlaube. Ein Teilnehmer nahm bei täglicher Ejakulation eine relative Oligozoospermie an und empfahl in den ein bis zwei Wochen vor der Abgabe jeweils zwei bis drei Tage Karenz; ein anderer meinte, täglicher Geschlechtsverkehr könne die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit senken, was im Text ohne Beleg steht. Zum Vergleich: Die direkt messende Studie zur täglichen Ejakulation über 14 Tage fand einen Rückgang von Volumen, Gesamtzahl beweglicher Spermien und Konzentration mit Plateau ab Tag 3 und keine Veränderung der DNA-Integrität; Schwangerschaften wurden dort nicht erfasst [s113, s121]. Der russische Text gibt damit die damalige Fachmeinung wieder, keine Evidenz.
Laborpraxis. Apolichin und Mitarbeiter („Первый анализ приверженности лабораторий в Российской Федерации Шестому изданию Лабораторного Руководства ВОЗ по исследованию и обработке эякулята человека“, Erste Analyse der Befolgung der sechsten Auflage des WHO-Laborhandbuchs durch Laboratorien in der Russischen Föderation; Экспериментальная и клиническая урология 2025) werteten Spermiogramm-Befunde aus 72 Laboratorien in 19 Subjekten der Russischen Föderation (September 2021 bis September 2024) aus. Nur 37 von 72 Berichten (51,4 %) nennen eine WHO-Auflage; Referenzwerte der 6. Auflage fanden sich in 3 Berichten (4,2 %), der 5. Auflage in 58 (80,5 %). Die Karenzzeit war in 48 Berichten (66,7 %) angegeben, die Zeit zwischen Abgabe und Untersuchungsbeginn in 3 (4,2 %). Wo die Karenz fehlt, lässt sich ein Spermiogramm nicht mit den karenzabhängigen Befunden dieses Kapitels in Beziehung setzen. Einschränkend wurden die Berichte von Patienten vorgelegt und nicht zufällig aus den Laboren gezogen [s28].
Sibirische Kohorten. Osadtschuk et al. (Kemerowo, „Исследование показателей сперматогенеза и гормонального статуса у молодых мужчин западной Сибири“, Untersuchung der Spermatogenese-Kennwerte und des Hormonstatus bei jungen Männern Westsibiriens; Экспериментальная и клиническая урология 2016) untersuchten 111 Freiwillige im Alter von 18 bis 25 Jahren, die in den zwei bis drei Tagen vor der Untersuchung auf Geschlechtsverkehr und Alkohol verzichten sollten. Die mittlere Karenz der Gesamtgruppe betrug 3,9 ± 0,3 Tage. Der abgerufene Seitentext enthält keine Auswertung nach Karenz, sie ist hier nur Rahmenbedingung [s115]. In einer weiteren Querschnittsstudie mit Osadchuk als Erstautor an 133 jungen Männern (Urologiia 2017, Titel in PubMed mit englischer Übersetzung in eckigen Klammern) hatten Rauchen und Alkohol keinen Einfluss auf die Spermatogenese; Rauchen von mehr als zehn Zigaretten täglich und mäßiger Alkoholkonsum gingen mit höherem Serumtestosteron und mit „häufigeren Sexualkontakten“ einher. Zahlen zur Kontakthäufigkeit stehen nicht im Abstract, und die Kontakthäufigkeit wird nicht direkt zur Samenqualität in Beziehung gesetzt [s105]. Eine Tierstudie von 1997 an jungen Silberfüchsen („Sexual activity and anomalous spermatogenesis“) fand den Anteil morphologisch defekter Spermien bei sexuell inaktiven Männchen signifikant niedriger als bei aktiven; die Zahlenwerte im Abstract sind durch Formatverlust unleserlich und werden nicht wiedergegeben [s161].
Leitlinien und Erreichbarkeit. Eine russischsprachige Leitlinie wurde nicht gefunden. In Europe PMC lieferten Suchwörter in kyrillischer Schrift 0 Treffer; der Sprachfilter fand dagegen 1.637 Datensätze mit russischer Sprachmarkierung und englischen Titelübersetzungen. CyberLeninka war erreichbar: Die Suchseite lieferte keine Ergebnisliste im HTML, die JSON-Schnittstelle funktionierte aber, und Volltexte der Artikelseiten waren abrufbar; vier Artikel wurden darüber ausgewertet [s28, s115, s121, s126]. eLIBRARY.ru lieferte nur eine sehr kurze Seite (714 Byte), eine Suche wurde nicht ausgeführt. Neuere russische Daten zur Ejakulationshäufigkeit wurden nicht gefunden. Die Zahlen mancher russischer Abstracts sind unleserlich, was die Auswertung zusätzlich begrenzt [s161]. Die Lücke ist daher teilweise eine Lücke des Zugangs.
Arabisch
Eigene Literatur. Aus dem arabischen Raum fand sich keine in arabischer Sprache veröffentlichte Humanstudie und keine Humanstudie mit Erstautor-Sitz in einem arabischen Land zu Karenz, Ejakulationshäufigkeit oder Gleitmitteln. Arabischsprachige Suchbegriffe lieferten in Europe PMC keine Treffer; der Sprachfilter für Arabisch fand 0 Datensätze. Es gibt für diesen Raum nur Tierstudien und Arbeiten internationaler Gruppen mit arabischer Beteiligung.
Tierstudien. Al-Bulushi et al. (Oman, 2018) untersuchten 7 Dromedarhengste über 8 Wochen mit einer oder zwei Samensammlungen je Woche. Bei einmaliger Sammlung war die Konzentration höher (403 ± 16 gegenüber 261 ± 18 × 10^6 Spermien/ml; p < 0,001), der Anteil verwertbarer Ejakulate betrug 100 % gegenüber 69 % bei zweimaliger Sammlung, und bei zweimaliger Sammlung sanken Progressivbeweglichkeit und Geschwindigkeitsmaße (p < 0,001). Nur 7 Tiere, andere Art, Hochsaison [s95]. Najjar et al. (Tunesien, 2025) bewerteten bei 13 Araberhengsten (49 Ejakulate) die Erregung auf einer vierstufigen Skala: Niedrige Erregung verbesserte die Spermienbeweglichkeit in frischem und gefrorenem Samen (p < 0,01), die rossige Stute verbesserte Beweglichkeit und Konzentration des frischen Samens (p < 0,05). Der Befund (geringere Erregung, bessere Beweglichkeit) steht im Kontrast zu den türkischen Humanbefunden zu längerer Erregung; Arten und Messbedingungen sind nicht vergleichbar [s15, s19]. Boulbina et al. (Algerien, 2026) hielten je 14 Rammler zweier Kaninchenrassen und gewannen wöchentlich zwei aufeinanderfolgende Ejakulate; lokale algerische Tiere hatten höhere Konzentration (p = 0,01), Vitalität (p = 0,02) und Membranintegrität (p = 0,04). Ziel der Studie war der Rassenvergleich, nicht die Ejakulationshäufigkeit, und ein Ergebnis zur Reihenfolge der Ejakulate nennt das Abstract nicht [s03].
Humanarbeiten mit arabischer Beteiligung. Drei Humanarbeiten mit arabischen Koautoren haben ihren Erstautor-Sitz außerhalb der Region und werden deshalb als internationale Referenz behandelt: die Studie von Agarwal et al. (Cleveland) zum zeitlichen Verlauf der Karenz bei Normozoospermie (Proben nach 1, 2, 5, 7, 9 und 11 Tagen; 1 und 2 Tage Karenz hatten die geringste Fragmentierung), die Metaanalyse von Lo Giudice et al. (Catania) und die Analyse von Russo et al. (Catania, mit Koautoren aus Riad) [s23, s38, s108].
Nachbarraum Iran (persischsprachig, englisch publiziert). Der Iran gehört nicht zu den angefragten Sprachräumen, wird aber wegen der regionalen Nähe hier aufgeführt. Vahidi et al. (Yazd, 65 Männer mit erhöhter DNA-Schädigung) fanden, dass kurze Karenz den TUNEL-Wert von 20,64 auf 17,38 % senkte (p = 0,028); stratifiziert sank er bei Ausgangswerten über 20 % von 27,85 auf 19,14 %, stieg aber bei Ausgangswerten unter 20 % von 11,89 auf 15,17 %. Beide Maßnahmen (Antioxidanzien und kurze Karenz) wurden an denselben Patienten geprüft, und die Stratifizierung am Ausgangswert ist anfällig für Regression zur Mitte [s80]. Azizi et al. (Teheran, 1.003 frische ICSI-Zyklen) fanden, dass Volumen und Gesamtzahl mit der Karenz stiegen, aber Karenz und Spermaparameter keinen Einfluss auf die Schwangerschaftsraten hatten [s57]. Hosseini et al. (Isfahan, 50 Männer mit Oligo-Astheno-Teratozoospermie) fanden in der zweiten Probe 1 bis 2 Stunden nach der ersten eine höhere Progressivbeweglichkeit und eine niedrigere DNA-Fragmentierung (p < 0,05); die Einheiten fehlen im Abstract [s17]. Rafaee et al. (Teheran, 45 Personen) fanden für das parabenfreie Gleitgel BabyDance weder in vitro (20 Patienten) noch bei 25 Anwendern eine Änderung von pH, Vitalität oder Beweglichkeit; Zweck war die Eignung für die Samengewinnung in der Klinik [s64].
Leitlinien und Erreichbarkeit. Eine arabischsprachige Leitlinie wurde nicht gefunden. Für Arabisch gibt es keinen einzigen auswertbaren Zugang: Arab World Research Source (EBSCO) leitete auf eine Anmeldeseite weiter (HTTP 302), Mandumah leitete ohne Inhalt weiter, die algerische Plattform ASJP hatte keine Verbindung, und die Egyptian Knowledge Bank lief nach rund 21 Sekunden in eine Zeitüberschreitung. Ob in diesen Datenbanken einschlägige arabischsprachige Arbeiten liegen, konnte nicht geprüft werden. Die Aussage lautet deshalb: Es gibt im zugänglichen Material keine arabischsprachige Literatur zu diesem Thema, und die Lücke ist zu einem unbekannten Teil eine Lücke des Zugangs.
Türkisch
Eigene Literatur. Die Türkei liefert unter den drei zuletzt behandelten Sprachräumen die meisten eigenen Daten. Es gibt zwei randomisierte Studien zur Karenz mit Schwangerschaft als Endpunkt, zwei Studien zur sexuellen Erregung bei der Probengewinnung, eine ältere Studie zu zwei aufeinanderfolgenden Ejakulaten, drei Arbeiten aus dem Verzeichnis TR Dizin in türkischer Sprache und eine Studie zur Jahreszeit.
Randomisierte Studien. Degirmenci et al. (Gazi-Universität Ankara, 2020) randomisierten 90 Patienten, die für eine intrauterine Insemination mit Ovarialstimulation vorgesehen waren, in drei Karenzgruppen (0 bis 2, 3 bis 4, über 4 Tage). Der Nitroblau-Tetrazolium-Test auf reaktive Sauerstoffspezies war bei über 4 Tagen in 70 % der Proben stärker gefärbt gegenüber 43,3 und 50 % (p = 0,013 und 0,014), die Schwangerschaftsraten lagen bei 26,7, 16,7 und 6,7 % (p = 0,039). Die Gruppen sind klein (rechnerisch 30 Patienten je Gruppe, eine Rückrechnung aus den Prozentwerten), und es wird kein Konfidenzintervall berichtet [s82]. Kabukçu et al. (Pamukkale-Universität Denizli, 2021) randomisierten 120 Paare mit unerklärter Infertilität auf 1 oder 3 Tage Karenz: Schwangerschaftsrate 17,3 gegenüber 18,5 % (p = 0,803), DNA-Fragmentierung 20,71 ± 11,01 gegenüber 23,78 ± 12,64 (p = 0,187). Die Registrierung im Studienregister (NCT04361292) erfolgte erst nachträglich (27. April 2020), und die Teststärke für kleine Unterschiede fehlt [s77]. Die beiden Studien widersprechen sich nicht: Die zweite betrifft nur den Kurzbereich von 1 bis 3 Tagen.
Sexuelle Erregung bei der Probengewinnung. Sertkaya et al. (Istanbul, 2022, 100 Patienten im Alter von 18 bis 45 Jahren) ließen die Männer in der dreitägigen Karenz täglich ein 20-minütiges Video ansehen. Normale Spermienform, Konzentration, Gesamt- und Progressivbeweglichkeit blieben unverändert, signifikant verändert waren nur das Volumen und die Gesamtzahl beweglicher Spermien (p < 0,001), wobei das Abstract die Richtung nicht nennt. Es gab keine Kontrollgruppe [s65]. Beyatlı et al. (Istanbul, 2025, 205 infertile Männer, zwei Proben im Abstand von etwa vier Wochen) verlängerten in der zweiten Sitzung die Dauer des erotischen Videos von median 8 auf 15 Minuten; die Konzentration stieg von 19 auf 24 × 10^6/ml, die Gesamtbeweglichkeit von 43 auf 46 % und die Progressivbeweglichkeit von 33 auf 37 % (je p < 0,001), die Morphologie blieb unverändert. Die Korrelationen der Änderungen waren schwach (ρ = 0,21 bis 0,27), und Verbesserungen zeigten sich bei Nichtrauchern, nicht bei Rauchern. Die Reihenfolge der Sitzungen war nicht umgekehrt, sodass Lern- und Gewöhnungseffekte denkbar sind; die Studie betrifft das Sexualverhalten und nicht die Karenz [s15].
Zwei Ejakulate im Abstand von 60 Minuten. Gülmez et al. (Kayseri, 1991, Andrologia) ließen 37 infertile Männer zwei Ejakulate im Abstand von 60 Minuten abgeben, was 33 gelang. Im zweiten Ejakulat blieb die Spermiendichte unverändert, das Volumen sank signifikant (p < 0,01), die Beweglichkeit stieg signifikant (p < 0,05). Die anschließende Behandlung mit Prazosin und Terbutalin ist für das Thema nicht relevant; das alte Abstract nennt keine Mittelwerte [s167].
Türkischsprachige Arbeiten (TR Dizin). Direk und Mitarbeiter („Cinsel perhiz süresi ve semen parametreleri arasındaki ilişki“, Zusammenhang zwischen der Dauer der sexuellen Enthaltsamkeit und den Spermaparametern; Androloji Bülteni 2018) werteten retrospektiv 170 Patienten mit normalem Spermiogramm aus (0 bis 1 Tag: 30; 2 bis 5 Tage: 90; 6 bis 7 Tage: 50). Mit längerer Karenz stiegen Volumen, Konzentration und der Anteil unbeweglicher Spermien signifikant, Gesamt- und Progressivbeweglichkeit sanken signifikant; Effektgrößen und p-Werte nennt das Abstract nicht [s97]. Turgut und Özgür („Mastürbasyon Sıklığı Sperm Parametrelerini Etkiler mi?“, Beeinflusst die Masturbationshäufigkeit die Spermaparameter?; Journal of Urological Surgery 2020) verglichen bei 48 Männern mit primärer Infertilität die monatliche Masturbationshäufigkeit zwischen Männern, bei denen operativ Spermien gefunden wurden (Mittelwert 4,0 ± 1,3), und solchen ohne lebende Zellen (1,9 ± 0,9; p < 0,001). Die Gruppengrößen fehlen im Abstract, die Häufigkeit beruht auf Selbstangabe, und die Gefahr der umgekehrten Kausalität ist hoch; die Autoren schreiben selbst, der Zusammenhang sei wissenschaftlich nicht erklärt [s84]. Das ist die einzige türkische Arbeit, die die Häufigkeit eines Verhaltens als Hauptgröße untersucht. Özkavukcu, Doğan und Baysal („Sigara İçen Bireylerde Cinsel Perhiz Süresinin Sperm Parametrelerine Etkisi“, Einfluss der Dauer der sexuellen Enthaltsamkeit auf die Spermaparameter bei Rauchern; TÜBİTAK-Projekt 220S052, 2022) verglichen bei normozoospermen Starkrauchern und Nichtrauchern Proben nach 7 und nach 1 Tag. In allen Gruppen stiegen Volumen und Gesamtspermienzahl mit der Karenz, die übrigen Parameter einschließlich DNA-Fragmentierung änderten sich nicht signifikant; nach langer Karenz war das Seminalplasma-Malondialdehyd bei Nichtrauchern höher. Fallzahlen und p-Werte stehen nicht im Abstract, und es handelt sich um einen Projektbericht, keinen Zeitschriftenartikel [s66].
Jahreszeit. Demir et al. (Kars, 2016, 80 Männer, 20 bis 35 Jahre) maßen im Winter und im Sommer Hormone und den IIEF-Fragebogen und erfragten die Zahl der Ejakulationen je Woche. Es gab signifikante Unterschiede zwischen Winter und Sommer bei IIEF, Häufigkeit der sexuellen Gedanken und der Ejakulationen sowie bei Testosteron und FSH, Zahlenwerte stehen nicht im Abstract. Die Studie untersucht keine Samenqualität, belegt aber, dass die selbst berichtete Ejakulationshäufigkeit jahreszeitlich schwankt, was bei Querschnittsstudien zur Ejakulationshäufigkeit als Störgröße in Frage kommt; das ist eine Schlussfolgerung der Recherche und nicht der Studie [s109].
Leitlinien, Zeitschriften und Erreichbarkeit. Eine türkische Leitlinie wurde nicht gefunden. Eine einzige türkische Arbeit mit dem Begriff „timed intercourse“ im Titel (Ankara, 2019, Vergleich Insemination gegenüber zeitgesteuertem Verkehr bei PCOS) hat keine Samenqualität als Ergebnis und wurde nicht aufgenommen. Zu Gleitmitteln gibt es keine türkische Studie in der Landessprache. Die Zeitschriften Androloji Bülteni und Journal of Urological Surgery liefern Abstracts auf Türkisch und Englisch; Volltexte liegen teils nur als PDF in TR Dizin vor und wurden nicht ausgewertet. TR Dizin war über die JSON-Schnittstelle erreichbar und lieferte Treffer mit Abstracts. DergiPark leitete die Suche auf eine Verifikationsseite weiter („bitte bestätigen Sie, dass Sie ein Mensch sind“), es wurden keine Treffer abgerufen; dessen Inhalte sind teilweise über TR Dizin sichtbar. Türkische Suchbegriffe lieferten in Europe PMC höchstens fünf Treffer je Anfrage, der Sprachfilter fand 7 Datensätze. Der Schwerpunkt der türkischen Forschung liegt auf der Samengewinnung (Erregung, Video, zweite Probe) und auf Oxidations- und DNA-Maßen [s15, s65, s66, s82, s167].
Kapitel 05: Widersprüche, Grenzen, offene Fragen und Einordnung
Dieses Kapitel schließt die Gesamtstudie zur Frage ab, wie Ejakulationshäufigkeit, Karenzzeit, Gleitmittel und das Sexualverhalten (Häufigkeit und Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs) mit der Samenqualität zusammenhängen. Es stellt die Befunde nebeneinander, die sich auf den ersten Blick widersprechen, und prüft, welche Erklärungen die Quellen selbst anbieten und welche nur naheliegen. Zahlen stammen ausschließlich aus den Rechercheberichten und aus der Quellenliste der Studie; wo eine Zahl zusätzlich im Original abgerufen wurde, steht das ausdrücklich dort. Zitiert wird mit den Kennungen [sNN] aus dem Quellenverzeichnis am Ende des Kapitels. Aussagen, die eine Deutung der jeweiligen Autoren oder eine Einschätzung dieses Kapitels sind, sind als solche gekennzeichnet; sie sind keine gesicherten Befunde. Das Kapitel enthält keine Therapieempfehlung und ersetzt keine Diagnose.