# Ejakulationshäufigkeit, Gleitmittel und Sexualverhalten (Häufigkeit, Zeitpunkt) und die Samenqualität

Quelle: https://bosslevel.eu/recherche/sexualverhalten.html · Stand 22. Oktober 2026 · Redaktion: Bernd Peter (bosslevel.eu) · 73.506 Wörter, 178 Quellen

> Mit KI-Unterstützung aus Fachliteratur in zwölf Sprachräumen zusammengestellt. Zahlen stammen überwiegend aus Abstracts. Keine individuelle Diagnose, keine Therapieempfehlung.

## Kurzantwort

Längere Karenz geht sehr konsistent mit mehr Volumen, höherer Konzentration und höherer Gesamtzahl einher. Bei Beweglichkeit und DNA-Fragmentierung ist das Bild uneinheitlich. Zur Ejakulationshäufigkeit als eigener Größe gibt es wenig Daten. Gleitmittel schwächen Spermien im Labor je nach Produkt, in zwei Kohorten zur natürlichen Empfängnis fand sich keine geringere Empfängniswahrscheinlichkeit. Die Studienlage beruht überwiegend auf Beobachtungsdaten und ist bei klinischen Endpunkten unsicher.

## Häufige Fragen

### Beeinflusst die Zeit seit dem letzten Samenerguss die Spermienqualität?

Ja, vor allem die Menge. Längere Karenz geht in praktisch allen Studien mit größerem Volumen, höherer Konzentration und höherer Gesamtzahl einher. Beweglichkeit und DNA-Integrität verschlechtern sich in vielen, aber nicht allen Studien mit der Karenz. Die Befunde stammen überwiegend aus Beobachtungsstudien, und die Karenz beruht meist auf Selbstangaben der Männer.

### Verbessert häufiges Ejakulieren die Spermienqualität?

Das ist schwach belegt. Eine Querschnittsstudie mit 1.349 Männern fand bei häufigerer Ejakulation weniger DNA-Fragmentierung und bessere Vitalität, aber geringere Konzentration und Gesamtzahl. Zwei kleine Studien mit täglicher Ejakulation über zwei Wochen zeigten sinkendes Volumen und sinkende Gesamtzahl bei sonst weitgehend stabilen Werten. Eine umgekehrte Verursachung ist möglich.

### Wirkt sich eine kurze Karenz von wenigen Stunden günstig aus?

Bei Abständen von Stunden sinken Volumen und Gesamtzahl, während die DNA-Fragmentierung in kleinen Vorher-nachher-Studien häufig niedriger ausfällt. Diesen Befund kann man wegen der Regression zur Mitte nicht sicher von einem echten Effekt trennen. Ein Beleg, dass wenige Stunden Karenz zu besseren Lebendgeburtenraten führen als ein bis drei Tage, liegt nicht vor.

### Schaden Gleitmittel den Spermien?

Im Labor beeinträchtigen Gleitmittel die Spermienbeweglichkeit je nach Produkt stark oder kaum. Diese Versuche arbeiten meist mit hohen Gelanteilen von 10 Prozent in der Probe. Eine systematische Übersicht hält mangels Schwangerschaftsdaten eine evidenzbasierte Leitlinie derzeit für nicht möglich. Die Übertragung auf den Geschlechtsverkehr ist daher unsicher.

### Senken Gleitmittel die Chance auf eine natürliche Schwangerschaft?

Zwei Kohortenstudien zur natürlichen Empfängnis fanden keine verminderte Empfängniswahrscheinlichkeit bei Gleitmittelgebrauch. Beide beruhen auf Selbstangaben der Frauen und messen die Samenqualität nicht. Das Konfidenzintervall der kleineren Studie mit 296 Frauen ist breit. Die Gewissheit ist daher niedrig, ein Schaden ist weder belegt noch sicher ausgeschlossen.

### In welchen Tagen des Zyklus ist eine Empfängnis möglich?

Das fruchtbare Fenster umfasst sechs Tage bis zum Eisprungtag und gilt als gut belegt. Die Wahrscheinlichkeit lag in einer Kohorte zwischen 0,10 fünf Tage vor dem Eisprung und 0,33 am Eisprungtag. Eine Cochrane-Übersicht bewertet Urin-Ovulationstests mit moderater Sicherheit als wahrscheinlich nützlich für die Lebendgeburt.

### Erhöht häufiger Geschlechtsverkehr die Empfängniswahrscheinlichkeit?

In einer norwegischen Kohorte mit 64.193 Frauen war Verkehr mehr als viermal je Woche mit einer höheren Empfängniswahrscheinlichkeit verbunden als ein- bis zweimal. Die Angaben sind rückblickend, und eine Umkehr der Ursache ist möglich. Studien, die die Verkehrshäufigkeit mit der Samenqualität desselben Mannes verknüpfen, fehlen.

### Wie verlässlich ist eine einzelne Samenanalyse?

Eine einzelne Probe schwankt stark. Bei 19 gesunden Freiwilligen lag der Variationskoeffizient innerhalb einer Person bei 74,5 Prozent für die Gesamtzahl und 65,6 Prozent für die Konzentration. Die Autoren folgern, dass eine einzelne Probe zur Fehldiagnose führen kann. Die Studie ersetzt keine ärztliche Diagnose.

*Stand 4. Oktober 2026*

## Kurzfassung

Diese Studie fragt, was die veröffentlichte Forschung über drei Verhaltensgrößen und die Qualität der Samenflüssigkeit weiß: erstens die Zeit seit dem letzten Samenerguss (Karenz, Abstinenz) und die Ejakulationshäufigkeit, zweitens den Gebrauch von Gleitmitteln, drittens Häufigkeit und Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs im Zyklus der Partnerin. Ausgewertet wurden 178 Arbeiten aus den Jahren 1967 bis 2026, gesucht in zwölf Sprachen, ausgewertet überwiegend anhand von Abstracts. Das vorliegende Kapitel fasst den Gesamtbefund zusammen und legt Methodik und Hintergrund dar. Es gibt keine Therapie- und keine Verhaltensempfehlung.

Die Karenz ist die am besten untersuchte Größe. Längere Karenz geht in praktisch allen Studien mit größerem Volumen, höherer Konzentration und höherer Gesamtspermienzahl einher. In der Dosis-Wirkungs-Metaanalyse mit 85 Studien lag bei gesunden Männern das Volumen nach kurzer Karenz im Mittel um 0,95 ml niedriger, die Gesamtspermienzahl um 102,45 Millionen und der DNA-Fragmentierungsindex um 2,37 Prozentpunkte [s32]. Beweglichkeit und DNA-Integrität verschlechtern sich in vielen, aber nicht allen Studien mit längerer Karenz; der Effekt ist bei Männern mit auffälligem Befund meist größer als bei Männern mit unauffälligem Befund [s32, s23, s63]. Bei sehr kurzen Abständen von Stunden sinken Volumen und Gesamtzahl, während die DNA-Fragmentierung in kleinen Vorher-nachher-Studien häufig niedriger ausfällt [s47, s74, s07]. Dieser Befund ist durch die Regression zur Mitte nicht sicher von einem echten Effekt zu trennen.

Für klinische Endpunkte ist die Lage uneinheitlich. Zwei randomisierte Studien mit Insemination kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Bei 120 Paaren lagen die Schwangerschaftsraten nach einem und nach drei Tagen Karenz bei 17,3 und 18,5 Prozent [s77], bei 90 Patienten sanken sie von 26,7 über 16,7 auf 6,7 Prozent mit zunehmender Karenz [s82]. Beobachtungsstudien zu Reagenzglasbefruchtung und ICSI sehen teils Nachteile langer Karenz [s106, s13, s88, s75], teils keinen Zusammenhang [s99, s31, s57]. Kein Befund belegt, dass eine Karenz von wenigen Stunden bessere Lebendgeburtenraten ergibt als ein bis drei Tage.

Die Ejakulationshäufigkeit als eigene Größe ist dünn belegt. Eine registrierte Querschnittsstudie mit 1.349 Männern fand bei häufigerer Ejakulation weniger DNA-Fragmentierung und bessere Vitalität, aber geringere Konzentration und Gesamtzahl [s26]. Zwei kleine Interventionsstudien mit täglicher Ejakulation über zwei Wochen zeigten sinkendes Volumen und sinkende Gesamtzahl bei sonst weitgehend stabilen Werten [s113, s118].

Zu Gleitmitteln liegen überwiegend In-vitro-Studien vor. Je nach Produkt beeinträchtigen sie die Spermienbeweglichkeit stark oder kaum; eine systematische Übersicht hält mangels Schwangerschaftsdaten eine evidenzbasierte Leitlinie derzeit für nicht möglich [s33]. Zwei Kohortenstudien zur natürlichen Empfängnis fanden keine verminderte Empfängniswahrscheinlichkeit [s101, s135]. Beide beruhen auf Selbstangaben und messen die Samenqualität nicht.

Beim Zeitpunkt des Verkehrs ist das fruchtbare Fenster von sechs Tagen gut belegt [s163, s157, s154]. Die Cochrane-Übersicht bewertet den Nutzen von Urin-Ovulationstests für die Lebendgeburt als wahrscheinlich, mit moderater Sicherheit der Evidenz [s46]. Eine hohe Verkehrshäufigkeit war in einer norwegischen Kohorte mit 64.193 Frauen mit höherer Empfängniswahrscheinlichkeit verbunden [s06]. Studien, die Zeitpunkt oder Häufigkeit des Verkehrs unmittelbar mit der Samenqualität desselben Mannes verknüpfen, fehlen.

Die nicht englischsprachige Literatur bestätigt die Grundbefunde und fügt keinen abweichenden hinzu. Die Lücken liegen im Zugang: Arabische, portugiesische und die meisten ostasiatischen Originaldatenbanken waren nicht abrufbar. Fast alle Studien sind Beobachtungsstudien an Männern in der Kinderwunschabklärung, die Karenz beruht meist auf Selbstangaben, und Ergebnisse aus Behandlungszyklen lassen sich nicht ohne Weiteres auf natürliche Empfängnis übertragen.

## Das Wichtigste in Kürze

Zur Lesart: Die Evidenzstärke beschreibt Art und Umfang der Studien hinter dem Befund (Metaanalysen, randomisierte Studien, Beobachtungsstudien, In-vitro-Versuche, Tierstudien). Die Gewissheit ist die Einschätzung dieser Studie, wie belastbar die Aussage für den Menschen ist. Sie ist keine formale GRADE-Bewertung. Wo eine Originalarbeit selbst nach GRADE bewertet hat, ist das ausdrücklich gesagt. Die Stufen lauten hoch, mäßig, niedrig und sehr niedrig. Alle Zahlen stammen aus den Abstracts beziehungsweise, wo das vermerkt ist, aus den frei zugänglichen Volltexten.

1. **Längere Karenz bedeutet mehr Volumen, höhere Konzentration und höhere Gesamtzahl.** Das ist der konsistenteste Befund des gesamten Feldes. Er findet sich in drei Metaanalysen [s32, s22, s38] und in großen Kohorten wie 11.782 Untersuchungen bei 10.095 Patienten [s104], 23.527 Proben [s23] und 11.297 Untersuchungen bei 9.595 Männern, dort auch innerhalb derselben Männer [s20]. Evidenzstärke: mehrere Metaanalysen und Kohorten mit insgesamt weit über 100.000 Proben, überwiegend Beobachtungsdaten. Gewissheit: hoch für die Richtung, mäßig für die Größe, weil Grenzen für kurz und lang zwischen den Studien nicht einheitlich sind.

2. **Die Beweglichkeit ist bei längerer Karenz in vielen Studien niedriger, der Befund ist aber nicht einheitlich.** Die Metaanalyse randomisierter Studien fand bei längerer Karenz eine um 1,83 niedrigere progressive Beweglichkeit [s38], die Metaanalyse zu kurzer Karenz eine um 2,18 höhere [s22]. Bei normozoospermen Männern fanden Russo et al. keinen Unterschied (50,0 gegenüber 48,0 Prozent, p = 0,43), bei Männern mit auffälligem Befund fiel der Anteil von 28,0 auf 21,0 Prozent [s23]. Innerhalb derselben Männer zeigte sich in einer großen Analyse kein Zusammenhang [s20]. Evidenzstärke: Metaanalysen und Kohorten, uneinheitliche Richtung bei Normalbefund. Gewissheit: mäßig.

3. **Die DNA-Fragmentierung nimmt in der Mehrzahl der Studien mit der Karenz zu, bei gesunden Männern ist der Effekt klein.** Metaanalytisch betrug die Differenz zwischen kurzer und langer Karenz bei gesunden Männern 2,37 Prozentpunkte, das Konfidenzintervall reichte von 4,73 bis 0,01 und berührte damit fast den Nullwert, bei Männern mit unerklärter Infertilität 5,63 Prozentpunkte [s32]. In Einzelstudien stieg der Index von 12,9 Prozent am zweiten auf 16,1 Prozent am siebten Tag [s59], die Mediane lagen bei 11,5, 13,1 und 16,8 Prozent in drei Karenzgruppen [s27]. Die randomisierte Studie mit 120 Paaren fand keinen signifikanten Unterschied zwischen einem und drei Tagen (p = 0,187) [s77]. Evidenzstärke: Metaanalysen und große Querschnittsstudien, eine kleine Randomisierung. Gewissheit: mäßig, wegen Messmethodenvielfalt und Störgrößen.

4. **Zur Morphologie ist der Befund widersprüchlich.** Keine Veränderung berichteten mehrere große Studien [s27, s59, s14]. Eine U-förmige Beziehung mit Wendepunkt bei 4,62 Tagen fanden Liu-Qing und Jing [s08], eine Zunahme der Normalformen von 6 auf 12,5 Prozent zwischen Tag 1 und Tag 7 Russo et al. [s23]. Evidenzstärke: Kohorten, gegenläufig. Gewissheit: niedrig.

5. **Männer mit auffälligem Befund reagieren anders als Männer mit Normalbefund.** Bei Oligozoospermie stieg die Konzentration mit längerer Karenz seltener [s104, s42, s44]; die Dosis-Wirkungs-Analyse sah einen Knickpunkt der Gesamtzahl um den vierten bis fünften Tag [s32]. Evidenzstärke: Metaanalyse und Kohorten. Gewissheit: mäßig.

6. **Ob das Alter die Wirkung der Karenz verändert, ist offen.** Bei Männern ab 40 Jahren war die Qualität vor der Kryokonservierung nach 0 bis 2 Tagen am besten, bei jüngeren nach 3 bis 5 Tagen [s14]. In einer anderen Auswertung war die Wechselwirkung von Alter und Karenz nicht signifikant (p = 0,878) [s08]. Evidenzstärke: zwei retrospektive Einzelzentrumsstudien. Gewissheit: niedrig.

7. **Sehr kurze Abstände von Stunden senken Volumen und Gesamtzahl und verbessern in kleinen Studien häufig die DNA-Integrität.** Der Fragmentierungsindex sank in einer zweiten Probe nach drei bis vier Stunden von 38,9 auf 35,1 Prozent [s47], nach drei Stunden von 34,6 auf 23,7 Prozent [s74], nach einer Stunde im Median von 19,0 auf 16,5 Prozent [s07]. Bei Männern mit niedrigem Ausgangswert stieg er in einer iranischen Studie dagegen [s80]. Eine Beobachtungsstudie mit Geschwister-Eizellen fand nach einer Stunde 43,6 statt 27,5 Prozent euploide Blastozysten (106 Blastozysten) [s92]. Einen Gegenbefund liefert die Beobachtung, dass Spermien nach einem Tag Karenz bei langer Inkubation viel stärker fragmentierten [s112]. Evidenzstärke: kleine einarmige Vorher-nachher-Studien, eine Metaanalyse sehr kurzer Karenz [s58]. Gewissheit: niedrig bis sehr niedrig, auch wegen der Regression zur Mitte; kontrollierte Studien fehlen.

8. **Bei Behandlungsergebnissen ist die Lage uneinheitlich.** Zwei randomisierte Insemination-Studien widersprechen sich: 17,3 gegenüber 18,5 Prozent Schwangerschaften bei einem und drei Tagen [s77], aber 26,7, 16,7 und 6,7 Prozent bei steigender Karenz [s82]. Beobachtungsstudien sehen Nachteile langer Karenz [s106, s13, s88, s75, s147], andere keinen Zusammenhang [s99, s31, s57]. Systematische Übersichten fassen dies als „kürzer ist mit besseren Raten verbunden“ mit dem Vorbehalt der Heterogenität zusammen [s53, s98]. Evidenzstärke: zwei kleine RCT, viele retrospektive Studien. Gewissheit: niedrig.

9. **Die Ejakulationshäufigkeit als eigene Größe ist schwach belegt.** Eine registrierte Querschnittsstudie mit 1.349 Männern fand bei mindestens zwei Ejakulationen je Woche gegenüber weniger als einer ein niedrigeres Risiko für einen Fragmentierungsindex über 30 Prozent (Odds Ratio 0,21; 95-%-Konfidenzintervall 0,10 bis 0,48), aber niedrigere Konzentration und Gesamtzahl [s26]. Zwei kleine Studien mit täglicher Ejakulation über zwei Wochen zeigten sinkendes Volumen und sinkende Gesamtzahl, sonst weitgehend stabile Werte [s113, s118]; eine dritte Studie über zehn Tage berichtet nur, die Samenqualität habe sich verbessert, ohne Zahlen oder benannten Parameter [s132]. Evidenzstärke: eine Querschnittsstudie, drei kleine Interventionsstudien. Gewissheit: niedrig; umgekehrte Verursachung ist möglich.

10. **In Tierversuchen sinkt die Spermienzahl je Ejakulat bei rascher Wiederholung.** Das gilt für Hengste [s174], Esel [s159], Schimpansen [s168], Widder [s176] und Dromedare [s95]. Bei der Beweglichkeit fehlt ein einheitliches Bild, sie stieg bei Rüden [s158] und sank bei Katern [s137]. Evidenzstärke: 18 Tierstudien mit meist wenigen Tieren. Gewissheit: hoch für den Mechanismus der Entleerung von Reserven, niedrig für die Übertragung auf den Menschen.

11. **Gleitmittel beeinträchtigen die Spermienbeweglichkeit in vitro je nach Produkt sehr unterschiedlich.** Die Vitalität lag in einer Untersuchung zwischen 92 Prozent unter dem besten und 28 Prozent unter dem schlechtesten Produkt [s123], die Progressivbeweglichkeit nach 60 Minuten bei 47 Prozent in der Kontrolle und 11 und 15 Prozent unter zwei Produkten [s54]. Ein parabenfreies Gel änderte nichts [s64]. Die Ergebnisse widersprechen sich teils zwischen Studien [s79, s21, s54]. Evidenzstärke: zwei systematische Übersichten [s33, s39] über überwiegend In-vitro-Studien mit 10 bis 60 Proben. Gewissheit: mäßig für die Aussage „produktabhängig“, niedrig für jede Übertragung auf den Geschlechtsverkehr.

12. **In Kohorten zur natürlichen Empfängnis war Gleitmittelgebrauch nicht mit verminderter Empfängniswahrscheinlichkeit verbunden.** Die Fekundabilitätsquotienten lagen bei 1,02 (0,93 bis 1,11) für wasserbasierte Mittel und bis 1,27 (0,93 bis 1,73) für silikonbasierte [s101] sowie bei 1,05 (0,59 bis 1,85) in einer kleineren Kohorte [s135]. Evidenzstärke: zwei prospektive Kohorten mit Selbstangaben, 6.467 und 296 Frauen. Gewissheit: niedrig, die Samenqualität wurde nicht gemessen.

13. **Das fruchtbare Fenster umfasst sechs Tage.** Empfängnis trat nur bei Verkehr in einem sechstägigen Zeitraum bis zum Eisprungtag ein, die Wahrscheinlichkeit lag zwischen 0,10 fünf Tage davor und 0,33 am Eisprungtag [s163]. Eine Reanalyse zweier Kohorten und eine Kohorte mit 782 Paaren bestätigen das Muster [s157, s154]. Die Cochrane-Übersicht fand für Urin-Ovulationstests ein Risikoverhältnis von 1,36 (1,02 bis 1,81) für die Lebendgeburt, aus einer Studie mit 844 Teilnehmerinnen, Sicherheit der Evidenz moderat [s46]. Evidenzstärke: prospektive Kohorten und Cochrane-Übersicht. Gewissheit: hoch für das Fenster, mäßig für den Nutzen der Ovulationstests.

14. **Häufigerer Verkehr hing mit höherer Empfängniswahrscheinlichkeit zusammen.** In der norwegischen Kohorte mit 64.193 Frauen lag der Fekundabilitätsquotient bei mehr als viermal je Woche gegenüber ein- bis zweimal bei 1,16 (1,14 bis 1,19); die mittlere Zeit bis zur Schwangerschaft sank von 4,8 auf 3,7 Monate [s06]. Eine kleine japanische Kohorte fand eine Odds Ratio von 1,23 (1,02 bis 1,47) [s85]. Evidenzstärke: eine sehr große und eine kleine Kohorte, rückblickende Selbstangaben. Gewissheit: mäßig, Umkehr der Ursache ist nicht auszuschließen.

15. **Erregung, Dauer der Probengewinnung und Tageszeit sind mit Messwerten verknüpft, die Studien sind klein und unsystematisch.** Bei 205 infertilen Männern lag die Konzentration nach verlängerter Videodauer (Median 15 gegenüber 8 Minuten) bei 24 statt 19 Millionen je Milliliter, die Reihenfolge der Sitzungen war aber nicht gewechselt [s15]. Längere Gewinnungsdauer ging mit schlechterer Beweglichkeit einher [s45]. Die Tageszeit änderte Messwerte in 33.430 Proben [s61], während Morgen- und Abendproben in einer anderen Studie das Gegenteil nahelegten [s87]. Evidenzstärke: Beobachtungsstudien. Gewissheit: niedrig.

16. **Eine einzelne Samenanalyse schwankt stark.** Bei 19 Freiwilligen lag der Variationskoeffizient innerhalb einer Person bei 74,5 Prozent für die Gesamtzahl und 65,6 Prozent für die Konzentration [s110]. Bei Krebspatienten waren die Intraklassenkorrelationen für den Fragmentierungsindex 0,68 [s60]. Evidenzstärke: zwei kleine Messreihen. Gewissheit: mäßig für die Aussage, dass Einzelmessungen unsicher sind.

17. **Leitlinien äußern sich zu den drei Größen kaum.** Der abgerufene Text der AUA/ASRM-Leitlinie erwähnt Karenz nur an zwei Stellen im Fließtext und enthält weder zu Gleitmitteln noch zum Zeitpunkt des Verkehrs eine Empfehlung [s29]. Das AUA-Amendment 2024 nennt die Themen nicht [s30], und das Abstract des Vergleichs der WHO-Leitlinie 2025 mit anderen Leitlinien enthält keine Aussage dazu [s01]. Meinungsbeiträge nennen die Standardkarenz einen unbelegten Mythos [s41] oder leiten ein Ejakulationsintervall von einem bis zwei Tagen ab [s04]; das sind Schlussfolgerungen der jeweiligen Autoren, nicht Ergebnisse dieser Studie. Evidenzstärke: Konsens und Expertenmeinung. Gewissheit: niedrig.

18. **Ein Randthema, das hier nur am Rande erscheint:** Eine höhere Ejakulationshäufigkeit war in zwei Auswertungen derselben US-Kohorte mit einem niedrigeren Prostatakrebsrisiko verbunden (Hazard Ratio 0,81 bei mindestens 21 gegenüber 4 bis 7 Ejakulationen je Monat im Alter von 20 bis 29 Jahren) [s153, s111], in einer spanischen Fall-Kontroll-Studie ebenfalls [s51]. Das betrifft nicht die Samenqualität. Evidenzstärke: Kohorten und Fall-Kontroll-Studie mit rückblickender Selbstangabe. Gewissheit: niedrig bis mäßig.

## Aufbau und Methodik dieser Studie

### Fragestellung und Gliederung

Die Gesamtstudie untersucht drei Verhaltensbereiche in ihrer Beziehung zur Samenqualität. Der erste Bereich umfasst die Karenzzeit, also die Zeit seit der letzten Ejakulation, und die Ejakulationshäufigkeit, also die Zahl der Samenergüsse je Zeitraum. Der zweite Bereich betrifft den Gebrauch von Gleitmitteln beim Geschlechtsverkehr oder bei der Gewinnung der Probe. Der dritte Bereich ist das Sexualverhalten des Paares, also Häufigkeit und Zeitpunkt des Verkehrs im Zyklus. Dieser dritte Bereich berührt die Samenqualität nur mittelbar: Er entscheidet nicht darüber, wie gut die Spermien sind, sondern darüber, ob vorhandene Spermien auf eine Eizelle treffen. Er wird deshalb getrennt behandelt. Das vorliegende Kapitel 01 ist die Einführung. Es enthält die Kurzfassung des Gesamtbefunds, die Kernbefunde mit Evidenzstärke, diese Methodik und den Hintergrund. Die weiteren Kapitel vertiefen die Einzelfragen.

### Recherche in drei Teilen

Die Recherche wurde am 4. Oktober 2026 in drei Teilen durchgeführt, geordnet nach Sprachgruppen. Teil A umfasste Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch, Teil B Chinesisch, Japanisch und Koreanisch, Teil C Russisch, Arabisch und Türkisch, dazu als Nachbarraum persischsprachige Arbeiten und eine internationale Referenzschicht, die zur Einordnung der regionalen Befunde diente. Die Suchbegriffe wurden in der jeweiligen Sprache und zusätzlich auf Englisch formuliert, zum Beispiel Karenzzeit, Spermiogramm und Gleitmittel, délai d'abstinence, spermogramme und lubrifiant, astinenza und lubrificanti, abstinência und lubrificante, abstinencia und lubricante sowie die chinesischen, japanischen und koreanischen Begriffe für Abstinenzdauer und Ejakulationshäufigkeit.

Die Teile lieferten 130, 36 und 50 Einträge, zusammen 216. Viele Arbeiten wurden von mehreren Teilen gefunden. Nach Zusammenführung dieser Dubletten blieben 178 Quellen übrig, die in der Quellenliste der Gesamtstudie mit den Kennungen s01 bis s178 geführt werden. Zitiert wird in dieser Studie ausschließlich mit diesen Kennungen in eckigen Klammern. Die Quellen stammen aus den Jahren 1967 bis 2026. Davon erschienen 87 seit 2020, 54 zwischen 2010 und 2019, 15 zwischen 2000 und 2009, 11 zwischen 1990 und 1999 und 11 vor 1990. Das Feld ist also jung: Knapp die Hälfte der erfassten Arbeiten ist in den letzten sieben Jahren erschienen.

### Welche Datenbanken erreichbar waren

Hauptquelle war die REST-Schnittstelle von Europe PMC. Sie enthält die MEDLINE-Einträge, Cochrane-Übersichten und ausgewählte Fachzeitschriften und liefert Titel, Abstracts und Herkunftsangaben der Autoren als Daten. Ergänzend wurden die NCBI-E-utilities für Kontrollabfragen genutzt. Die PubMed-Webseite war für diese Recherche gesperrt und wurde nicht ausgewertet. Außerdem waren erreichbar und wurden genutzt: Dialnet für spanischsprachige Arbeiten [s127, s110, s132, s156], TR Dizin für türkischsprachige Arbeiten [s97, s84, s66], CyberLeninka für russischsprachige Fachbeiträge [s126, s121, s28, s115], J-STAGE für japanische Zeitschriften, CiNii für japanische Metadaten, die Programmierschnittstelle von HAL [s93] und Crossref. Die Webseiten der Leitlinienträger AUA und EAU wurden gelesen; die EAU-Seite enthielt zu Karenz, Gleitmitteln und Verkehrszeitpunkt keine Aussage, die ESHRE-Seite war nur ein Verzeichnis.

Nicht erreichbar oder nicht auswertbar waren CNKI, Wanfang (nur eine Hülle ohne Trefferliste), die Suche von KCI, KoreaMed, DBpia, Cairn, SciELO, LILACS, das Leitlinienregister der AWMF (leere skriptgesteuerte Seite), die Seite der Società Italiana di Andrologia, eLIBRARY.ru, DergiPark (Verifikationsabfrage), Mandumah, Arab World Research Source, die algerische Plattform ASJP und die Egyptian Knowledge Bank. Google Scholar war durch Roboterschutz gesperrt, und das Tageskontingent von OpenAlex war erschöpft. Daraus folgt: Die Literatur in chinesischer, koreanischer, arabischer, portugiesischer und teils russischer Sprache ist vermutlich deutlich unvollständig erfasst. Einen mittelbaren Einblick in die chinesischsprachige Literatur gibt nur die Dosis-Wirkungs-Metaanalyse, die vier chinesische Datenbanken durchsucht hat [s32]. Dass in einer Sprache nichts gefunden wurde, belegt nicht, dass es dort nichts gibt.

### Sprachräume im Überblick

Nach den Sprachraum-Angaben in der Quellenliste, die sich auf Herkunft der Einrichtung und Sprache beziehen und Mehrfachnennungen erlauben, entfallen 142 Quellen auf den englischsprachigen Raum, 25 auf China, 7 auf Japan, 6 auf Russland, 5 auf den spanischsprachigen Raum, 4 auf Korea, 3 auf die Türkei und je eine auf den französischen und den deutschen Sprachraum. Fast alle chinesischen, japanischen und koreanischen Arbeiten sind englisch veröffentlicht. Das ist zugleich ein Befund über den Zugang: Die Forschung dieser Länder ist im englischsprachigen Indexierungssystem gut sichtbar, die Originalliteratur in Landessprache nicht.

Für den deutschen Sprachraum fand sich eine einschlägige Studie, die von Sievers 1987 mit 1.063 Patienten [s170]. Deutschsprachige Übersichten zur Spermaanalyse behandeln Karenz, Häufigkeit oder Gleitmittel in ihren Abstracts nicht. Für den französischen Sprachraum ergab die Recherche keine Studie, die Karenz, Häufigkeit oder Gleitmittel unmittelbar untersucht; verwertbar war nur eine Zeitreihe von 101.404 Spermiogrammen, in der die Karenz als erhobene Variable vorkam [s138]. Aus dem Italienischen, Portugiesischen und Arabischen wurde keine Arbeit in der jeweiligen Landessprache abgerufen. Italienische, brasilianische und arabische Gruppen erscheinen in den erfassten Arbeiten mit englischsprachigen Veröffentlichungen. Aus dem arabischen Raum stammen nur Tierstudien [s95, s19, s03]. Russische Quellen sind überwiegend Methodenbeiträge und Expertendiskussionen, die zeigen, wie die Abstinenz in der Praxis standardisiert wird [s126, s121, s28]. Türkische Quellen umfassen zwei randomisierte Studien [s82, s77], zwei Arbeiten zur sexuellen Erregung bei der Probengewinnung [s65, s15] und Arbeiten aus TR Dizin [s97, s84, s66].

### Was gelesen wurde: überwiegend Abstracts

Die wichtigste Einschränkung ist die Textgrundlage. Für die ganz überwiegende Zahl der Quellen wurde das Abstract gelesen, nicht der Volltext. Für fünf zentrale chinesische Studien wurden zusätzlich Ergebnisteil und Tabellen frei zugänglicher Volltexte ausgewertet [s14, s26, s27, s35, s59], für drei weitere einzelne Passagen [s67, s05, s60]. Bei den Leitlinien der AUA wurde der Webtext gelesen [s29]. Aus dieser Textgrundlage folgt, dass methodische Einzelheiten wie Störgrößenkontrolle, Fallzahlplanung, genaue Karenzdefinition und Registrierung für viele Studien nicht überprüft werden konnten. Mehrere Abstracts nennen keine Zahlen [s141, s122, s78, s53], bei einem ist der Datenbanktext nach 250 Wörtern abgeschnitten [s171]. Wo ein Abstract einen Wert nicht nennt, steht das in dieser Studie ausdrücklich. Formale Verzerrungsbewertungen der Einzelstudien, eine eigene Metaanalyse oder eine Prüfung auf Veröffentlichungsverzerrung wurden nicht vorgenommen. Die Einordnung der Studien nach Evidenzstärke und Gewissheit ist daher eine qualitative Einschätzung dieser Studie.

### Umgang mit Zahlen und Zweifelsfällen

Jede Zahl in dieser Studie steht in den Recherchedateien, die ihrerseits aus abgerufenen Abstracts oder Seitentexten stammen. Zahlen aus der eigenen Erinnerung wurden nicht ergänzt. Wo Abstracts Auffälligkeiten enthalten, werden sie benannt und nicht aufgelöst. Beispiele: Die Metaanalyse randomisierter Studien nennt für die progressive und die Gesamtbeweglichkeit denselben Wert von minus 1,83 mit unterschiedlichen p-Werten [s38]; die Studie aus Neu-Delhi heißt im Titel retrospektiv und in der Methodik prospektiv [s75]; die Trendanalyse aus Shanghai führt im Titel 49.189 und im Abstract 49.819 Männer [s50]; ein Abstract meldet eine perfekte Korrelation von 1,0 bei 30 Fällen, die ohne Rohdaten nicht beurteilbar ist [s11]; ein weiteres enthält in seiner Einleitung Aussagen zu einem anderen Thema als Fragestellung und Methode [s93]. Zeichen von Mittelwertdifferenzen sind nicht einheitlich: Die Metaanalyse in [s32] rechnet kurze minus lange Karenz, die in [s38] lange minus kurze. Einheiten werden aus den Quellen übernommen, auch wo sie wie bei Koeffiziententabellen fehlen [s26].

Die Quellen sind nicht immer voneinander unabhängig. Vier Arbeiten stammen aus Changchun [s26, s35, s68, s69]. Zwei davon, [s26] und [s35], stammen aus dem Reproduktionszentrum des First Hospital of Jilin University und vermutlich aus demselben Patientenkollektiv mit gleichem Zentrum und gleichem Zeitraum von November 2023 bis Juli 2024. Die Befunde dürfen daher nicht als zwei unabhängige Bestätigungen gezählt werden. Ebenso wurden ältere Daten mehrfach ausgewertet, zum Beispiel in den Auswertungen derselben US-Kohorte zum Prostatakrebs [s153, s111] und in den beiden Fassungen der Cochrane-Übersicht [s117, s46].

### Drei zusätzlich abgerufene Quellen für den Hintergrund

Für den Abschnitt Hintergrund wurden drei Arbeiten gesondert über Europe PMC abgerufen, die nicht in der Quellenliste der Gesamtstudie stehen und deshalb keine s-Kennung tragen. Sie werden im Text mit Autor, Jahr und Kennung genannt. Es sind erstens Campbell et al. 2021, Distribution of semen examination results 2020, Andrology (PMID 33528873), nur Abstract; zweitens Boitrelle et al. 2021, The Sixth Edition of the WHO Manual for Human Semen Analysis: A Critical Review and SWOT Analysis, Life (PMID 34947899, PMC8706130), Volltext; drittens Wang et al. 2022, Evolution of the WHO Semen processing manual from the first (1980) to the sixth edition (2021), Fertility and Sterility (PMID 34996596, PMC8842884), Volltext. Sie dienen allein den Referenzwerten und der Geschichte des WHO-Handbuchs. Die Karenzvorgabe der sechsten Auflage selbst konnte in diesen Texten nicht gefunden werden; sie wird in dieser Studie nur so wiedergegeben, wie die Quellen der Liste sie zitieren.

### Aufnahmekriterien und Ausschlüsse

Aufgenommen wurden Arbeiten, von denen mindestens ein Abstract oder bei einer Leitlinie der Webtext tatsächlich abgerufen wurde. Nicht aufgenommen wurden Einträge ohne Abstract, darunter eine italienische Arbeit von 1974, eine französische von 1979 und drei japanische Titel aus den Jahren 1961, 1988 und 2003, die nur als bibliografische Angabe vorlagen, ferner Pressemeldungen. Arbeiten, in denen die Karenz nur als Störgröße zur Adjustierung diente und kein eigener Befund berichtet wurde, wurden in der ostasiatischen Teilrecherche ausgeschlossen; einige Arbeiten mit Karenz als Nebenbefund sind dagegen aufgenommen und als solche gekennzeichnet [s76, s91, s102, s100, s94, s131, s140, s67, s50, s43]. Aufgenommen sind auch 18 Tierstudien, weil sie den Mechanismus der Entleerung von Spermienreserven zeigen, und die Literatur zur Ejakulationshäufigkeit und zum Prostatakrebs [s153, s111, s51, s36], obwohl sie die Samenqualität nicht betrifft.

### Grenzen der Aussage

Fast alle Studien sind Beobachtungsstudien an Männern, die zur Abklärung eines unerfüllten Kinderwunsches oder zur Kryokonservierung kamen. Die Karenz wird in praktisch allen Studien vom Mann angegeben und nicht überprüft. Männer mit langer Karenz unterscheiden sich oft nach Alter, Befund und Anlass der Probe von Männern mit kurzer. Randomisierte Studien mit klinischem Endpunkt sind selten [s77, s82]. Es gibt in dem Material keine Studie, die Ejakulationshäufigkeit, Samenqualität und natürliche Empfängnis bei denselben Paaren verknüpft. Die Schwangerschaftsdaten stammen aus Behandlungszyklen, in denen Spermien aufbereitet und gezielt eingebracht werden, und lassen sich nicht ohne Weiteres auf natürliche Empfängnis übertragen. Gleitmittelstudien arbeiten meist mit Lösungen von 10 Prozent in Laborversuchen. Diese Studie leitet aus alldem keine Therapie- und keine Verhaltensempfehlung ab. Wo Autoren Empfehlungen aussprechen, werden sie als deren Schlussfolgerung berichtet.

Hinweis zur Schreibweise: Originaltitel bleiben im Original. Bei Titeln in anderen Sprachen als Englisch und Deutsch steht eine deutsche Übersetzung in Klammern.

## Hintergrund

### Biologie: was die Quellen über Speicherung und Nachlieferung sagen

Dieser Abschnitt beschreibt nur, was in den ausgewerteten Quellen steht. Zeiten der Spermienbildung und der Nebenhodenpassage beim Menschen werden hier nicht rekonstruiert, weil keine der ausgewerteten Quellen sie nennt. Das Ejakulat besteht aus den Spermien und aus den Sekreten von Nebenhoden und akzessorischen Geschlechtsdrüsen. Dass die Karenz beides verändert, zeigen biochemische Marker im Seminalplasma. Bei 422 Männern aus der Infertilitätsabklärung lag die neutrale Alpha-Glucosidase, ein Nebenhodenmarker, nach zwei bis drei Tagen Karenz bei 23 mU je Ejakulat gegenüber 34 mU nach vier bis fünf und nach sechs bis sieben Tagen, das Zink bei 6 gegenüber 8 µmol je Ejakulat [s146]. Bei 16 gesunden Männern sanken nach vier Stunden gegenüber vier Tagen Karenz Zitronensäure, Alpha-Glucosidase und Fruktose im Seminalplasma, ebenso die Fruktose je Spermium [s89]. Die Autoren deuten dies als Hinweis auf eine Anpassung des Stoffwechsels und auf einen Einfluss der Drüsensekrete auf die Beweglichkeit.

Wie groß die Vorräte außerhalb des Hodens sind, zeigt ein Tierversuch an Hengsten. Die extragonadalen Reserven betrugen 89 mal 10^9 Spermien bei sexuell geschonten 5- bis 16-jährigen und 60 mal 10^9 bei 2- bis 4-jährigen Tieren, davon 62 Prozent im unteren Nebenhodenabschnitt (Cauda epididymidis) und 7 Prozent im Samenleiter. Fünf aufeinanderfolgende Ejakulate entfernten 40 bis 60 Prozent der verfügbaren Spermien, und Ejakulation an jedem zweiten Tag senkte die potenziell verfügbare Zahl um 27 Prozent [s174]. Beim Menschen entspricht dem die Beobachtung, dass sieben Freiwillige nach Samenabgaben alle acht Stunden über zwei Tage sinkende Konzentration und Gesamtzahl zeigten, die nach drei Tagen Karenz wieder zu steigen begannen [s173]. Bei Männern mit niedrigen Normalzahlen erhöhten Mehrfachejakulate nach zehn Tagen Karenz die Gesamtzahl im Mittel um 230 Prozent, die Zahl normal geformter Spermien um 370 Prozent und die Zahl beweglicher um 520 Prozent [s165]. Das Volumen sinkt nach den frühen Messungen im Gleichgewicht linear mit steigender Ejakulationshäufigkeit [s175]; bei 64 normozoospermen Männern fiel es bei einem Abstand von einem Tag von 2,3 auf 1,6 Milliliter [s171].

Warum eine kürzere Karenz die Spermienfunktion verbessern könnte, ist in den Quellen als Hypothese formuliert, nicht als gesichertes Wissen. Genannt werden die Lagerung in der Cauda epididymidis mit längerer Verweildauer der Spermien [s86], oxidativer Stress mit erhöhten reaktiven Sauerstoffspezies, Lipidperoxidation, Entzündungsbotenstoffen und höherer Bakterienlast nach zwei Tagen gegenüber zwei Stunden [s55], eine häufigere positive Färbung im ROS-Test nach mehr als vier Tagen (70 Prozent gegenüber 43,3 und 50 Prozent) [s82], Unterschiede im Stoffwechselprofil des Seminalplasmas, etwa bei Pyruvat und Taurin [s71], und Veränderungen kleiner RNA-Fragmente [s18]. Gegenläufig zeigt eine Studie, dass Spermien nach nur einem Tag Karenz mehr Chromatinunreife aufwiesen als nach drei Tagen (p < 0,05) und fünf Tagen (p < 0,01) [s112]. Ein russischer Methodenbeitrag erwähnt, dass ein erhöhter Anteil von Spermien mit zytoplasmatischem Tropfen bei kurzer Karenz und häufigen Ejakulationen vorkommen könne [s126]; bei Widdern sank der Anteil normaler Spermien im zweiten Ejakulat desselben Tages vor allem durch Zytoplasmatropfen und Mittelstückanomalien [s24]. Der Vorteil kurzer Karenz ist damit nicht in jeder Hinsicht gesichert.

Für das Sexualverhalten betrifft die Biologie zwei weitere Fragen. Die erste ist die Lebensspanne der Spermien im weiblichen Genitaltrakt: In der Kohorte von Wilcox et al. waren nur 6 Prozent der Schwangerschaften eindeutig Spermien zuzuordnen, die drei Tage oder älter waren [s163]. Die Schleimqualität im fruchtbaren Intervall erklärte in einer Kohorte mit 782 Frauen das Muster der Tageswahrscheinlichkeiten [s151], und die Fruchtbarkeit der Frau sinkt mit dem Alter: Bei 19- bis 26-Jährigen war die Tageswahrscheinlichkeit doppelt so hoch wie bei 35- bis 39-Jährigen, und bei Männern über 35 Jahren war die Fruchtbarkeit nach Adjustierung für das Alter der Frau verringert [s154]. Die zweite Frage ist die Sexualfunktion selbst. Bei 120 gesunden Männern war eine geringere Ejakulationshäufigkeit mit einer schlechteren Ejakulationskontrolle verbunden [s134], und erektile Störungen waren bei bekannter Beeinträchtigung der Samenqualität häufiger [s68]. Solche Zusammenhänge können in beide Richtungen wirken und erschweren die Deutung von Verkehrshäufigkeiten.

### Begriffe und Definitionen

**Karenz, Abstinenz.** Beide Begriffe bezeichnen die Zeit seit der letzten Ejakulation vor der Gewinnung der Probe. Die Angabe stammt in praktisch allen Studien vom Mann. Gruppengrenzen unterscheiden sich stark: Zwei Tage trennen kurz und lang in der Metaanalyse randomisierter Studien [s38], null bis ein Tag, zwei bis sieben Tage und mehr als sieben Tage sind die Gruppen in einer chinesischen Querschnittsstudie [s27]. Als **sehr kurze Karenz** gelten Abstände von Stunden, meist in Form einer zweiten Probe nach einer bis vier Stunden [s58, s47, s74]. Eine **aufeinanderfolgende Ejakulation** liegt vor, wenn zwei Proben unmittelbar hintereinander abgegeben werden, etwa im Abstand von 60 Minuten [s167, s34]. Die **vorletzte Karenz** ist das Intervall zwischen der vorletzten und der letzten Ejakulation vor der Probe und berücksichtigt damit die Ejakulationsfolge [s35].

**Ejakulationshäufigkeit.** Sie bezeichnet die Zahl der Samenergüsse je Zeitraum und ist von der Karenz zu unterscheiden. In der einzigen Studie, die beides getrennt untersuchte, wurde die Häufigkeit der letzten vier Wochen erfragt und in drei Gruppen eingeteilt: weniger als einmal, ein- bis unter zweimal und mindestens zweimal je Woche [s26]. In der Literatur zum Prostatakrebs zählt man Ejakulationen je Monat [s153]. Die Häufigkeit schließt Verkehr, Masturbation und andere Formen ein; die Studien trennen sie selten.

**Koitusfrequenz, Verkehrszeitpunkt, zeitgesteuerter Verkehr.** Die Koitusfrequenz ist die berichtete Verkehrshäufigkeit des Paares, bei Perlis et al. im Median sieben Mal im Monat [s129]. Der Verkehrszeitpunkt bezieht sich auf die Lage des Verkehrs zum Eisprung. Zeitgesteuerter Verkehr (timed intercourse) bedeutet, dass das Paar den Verkehr auf die fruchtbaren Tage legt, etwa mit Ovulationstests [s46]. Er ist in den Studien auch ein Marker der Belastung: In Changchun übten ihn 11,8 Prozent der Männer ohne bekannte Samenuntersuchung aus, aber 28,2 Prozent bei bekannter leichter bis mäßiger Beeinträchtigung [s68].

**Empfängnis, Fekundabilität.** Die Fekundabilität ist die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis je Zyklus. Der Fekundabilitätsquotient (Fecundability Ratio) vergleicht sie zwischen Gruppen; ein Wert über 1 bedeutet eine höhere Wahrscheinlichkeit [s101, s06]. Die Weltgesundheitsorganisation definiert Infertilität nach Boitrelle et al. 2021 (Life, PMID 34947899) als die Unfähigkeit, innerhalb eines Jahres bei regelmäßigem ungeschütztem Verkehr eine spontane Schwangerschaft zu erreichen; ein männlicher Faktor sei allein in 20 Prozent und beitragend in weiteren 30 Prozent der Fälle beteiligt, so die dort zitierte Angabe.

**Gleitmittel.** Gemeint sind rezeptfreie Vaginalgleitmittel unterschiedlicher Grundlage, wasser-, öl- oder silikonbasiert [s101], außerdem Produkte mit der Werbeaussage „fruchtbarkeitsfreundlich“ oder „spermienfreundlich“ [s62], Ultraschallgele [s79, s139] und in Laborversuchen auch Speiseöle wie Raps-, Sesam- und Senföl [s125, s162]. Zwei Kenngrößen gelten als zentral: der pH-Wert und die Osmolalität; viele Handelsprodukte überschritten die WHO-Empfehlung von 380 mOsm je Kilogramm [s39].

**Befundgruppen.** Studien teilen Männer üblicherweise nach dem Samenbefund ein: normozoosperm, oligozoosperm (niedrige Konzentration), asthenozoosperm (geringe Beweglichkeit), teratozoosperm (hoher Anteil abweichender Formen), nekrozoosperm (geringe Vitalität) und kombiniert als Oligo-Astheno-Teratozoospermie. Boitrelle et al. berichten, dass die sechste Auflage des WHO-Handbuchs diese Begriffe im gesamten Text nicht mehr verwendet, weil Grenzwerte allein keine Diagnose erlaubten. Die Studien dieser Studie benutzen sie weiter; sie werden hier so wiedergegeben.

### Messgrößen

**Grundparameter.** Volumen in Milliliter, Konzentration in Millionen je Milliliter, Gesamtzahl in Millionen je Ejakulat, Gesamtbeweglichkeit und progressive Beweglichkeit in Prozent, Vitalität in Prozent, Anteil normal geformter Spermien in Prozent. Häufig wird daraus die Gesamtzahl beweglicher Spermien (total motile sperm count) gebildet [s27, s104]. Der pH-Wert wird gelegentlich berichtet und sank in einer Analyse von 8,1 auf 7,9 [s23]. Die Morphologie wird mit strengen Kriterien (Tygerberg) beurteilt [s65], weshalb die berichteten Anteile niedrig ausfallen, im Median zum Beispiel 6,0 Prozent [s27].

**Erweiterte Parameter.** Die DNA-Fragmentierung wird mit dem TUNEL-Test [s43, s80], dem Halosperm-Test [s74, s60], dem Chromatindispersionstest [s07] oder Verfahren der Durchflusszytometrie gemessen. Nach Boitrelle et al. beschreibt die sechste Auflage TUNEL, Chromatindispersion, Comet-Test und Akridinorange-Durchflusszytometrie, nennt aber keine Grenzwerte und empfiehlt, dass jedes Labor eigene Referenzbereiche aufstellt. Die Zahlen verschiedener Tests sind daher nicht vergleichbar [s77, s17]. Weitere Maße sind der Chromatinreifegrad (CMA3, Anilinblau, Toluidinblau [s80, s07]), reaktive Sauerstoffspezies mit dem Nitroblau-Tetrazolium-Test [s82] oder durchflusszytometrisch [s66], Malondialdehyd als Marker der Lipidperoxidation [s66, s72], der Akrosomenindex [s145] und der Anteil von Spermien mit Flagellumdefekten [s146]. Die computergestützte Spermienanalyse (CASA) liefert Geschwindigkeitsmaße wie die Kurvengeschwindigkeit; sie sanken bei langer Karenz [s27]. Ein Spermienbeweglichkeitsindex mit dem Grenzwert 0,75 dient der Toxizitätsprüfung von Gleitmitteln [s79].

**Klinische Endpunkte.** Schwangerschaft (biochemisch, klinisch, fortlaufend), Lebendgeburt, Einnistung und Fehlgeburt, bei assistierter Reproduktion außerdem Befruchtungs-, Blastozysten- und Euploidierate [s92, s63]. Sie stammen aus Behandlungszyklen mit aufbereiteten Spermien: Intrauterine Insemination [s77, s82, s147], Reagenzglasbefruchtung (IVF) [s13] und intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) [s88, s106, s31].

**Streuung und Reproduzierbarkeit.** Die Einzelprobe ist ein unsicheres Maß. Bei 19 gesunden Freiwilligen mit Proben im Abstand von vier bis sechs Wochen betrug der Variationskoeffizient innerhalb einer Person 74,5 Prozent für die Gesamtzahl, 65,6 Prozent für die Konzentration, 41,2 Prozent für die Morphologie, 30,1 Prozent für das Volumen und 14,6 Prozent für die Beweglichkeit; die Autoren folgern, eine einzelne Probe könne zur Fehldiagnose führen [s110]. Bei Krebspatienten mit Proben an aufeinanderfolgenden Tagen lag die Intraklassenkorrelation für den Fragmentierungsindex bei 0,68 [s60]. Eine große Analyse mit zwei Untersuchungen innerhalb eines Monats bei 1.702 Männern fand, dass die Schwankung kleiner ausfiel, wenn die Karenz bei beiden Proben um höchstens einen Tag differierte [s20]. Studien mit Messungen innerhalb derselben Männer sind deshalb aussagekräftiger für den Einfluss der Karenz als Vergleiche zwischen Männern.

### WHO-Referenzwerte 2021

Das Laborhandbuch der Weltgesundheitsorganisation zur Untersuchung und Aufbereitung des menschlichen Samens liegt seit 2021 in der sechsten Auflage vor. Die Referenzwerte beruhen auf dem 5. Perzentil von Männern, deren Partnerinnen innerhalb von zwölf Monaten schwanger wurden. Campbell et al. 2021 (Andrology, PMID 33528873) werteten dafür Daten von mehr als 3.500 Männern aus zwölf Ländern auf fünf Kontinenten aus; Boitrelle et al. nennen für die sechste Auflage 3.589 Männer und für die fünfte in ihrer Tabelle 1.953 Männer (im Text steht für die fünfte Auflage 1.959). Die folgende Tabelle gibt die unteren 5. Perzentile mit 95-%-Konfidenzintervall nach der Tabelle 2 von Boitrelle et al. 2021 (Life, PMID 34947899) wieder:

| Parameter | WHO 2010 (5. Auflage) | WHO 2021 (6. Auflage) |
|---|---|---|
| Ejakulatvolumen (ml) | 1,5 (1,4 bis 1,7) | 1,4 (1,3 bis 1,5) |
| Gesamtspermienzahl (10^6 je Ejakulat) | 39 (33 bis 46) | 39 (35 bis 40) |
| Gesamtbeweglichkeit (%) | 40 (38 bis 42) | 42 (40 bis 43) |
| Progressive Beweglichkeit (%) | 32 (31 bis 34) | 30 (29 bis 31) |
| Vitalität (%) | 58 (55 bis 63) | 54 (50 bis 56) |
| Normal geformte Spermien (%) | 4 (3 bis 4) | 4 (3,9 bis 4) |

Die Konzentration ist in dieser Tabelle nicht enthalten; Campbell et al. nennen als 5. Perzentil 16 Millionen je Milliliter, dazu 30 Prozent progressive Beweglichkeit, 42 Prozent Gesamtbeweglichkeit und 4 Prozent normale Formen. Beide Quellen betonen, dass diese Werte keine Grenze zwischen fertilen und subfertilen Männern darstellen. Nach Boitrelle et al. ist die wichtigste Neuerung der sechsten Auflage, dass sie Referenzgrenzen als alleiniges Kriterium aufgibt: Die 5. Perzentile seien nur eine Möglichkeit der Interpretation, ein Wert allein reiche nicht für die Diagnose männlicher Infertilität, und es würden „Entscheidungsgrenzen“ empfohlen, für die aber weder für die Grundparameter noch für erweiterte Parameter Werte genannt seien.

Für die Karenz gibt die Literatur dieser Studie folgendes Bild. Die fünfte Auflage forderte zwei bis sieben Tage [s78]; ein Methodenbeitrag zur Zusammenfassung der Auflage von 2010 nennt zwei bis sieben Tage und hält drei bis vier Tage für maximale Standardisierung am besten [s126]. Als drei bis vier Tage werden die Empfehlungen von ESHRE und der Nordic Association for Andrology in einer Kohortenstudie zitiert, deren Originaltexte nicht abgerufen wurden [s13]. Der Wortlaut der sechsten Auflage zur Karenz konnte in den für diese Studie abgerufenen Texten nicht geprüft werden. Eine Kritik besagt, die Vorgabe beruhe auf Standardisierung und nicht auf Fruchtbarkeitsdaten [s78, s41]. Die Vorgabe wird in der Praxis unterschiedlich befolgt: In Russland nannten 48 von 72 Laborberichten (66,7 Prozent) die Karenz, und nur 3 Berichte (4,2 Prozent) verwendeten die Referenzwerte der sechsten Auflage, 58 (80,5 Prozent) die der fünften und 9 (12,5 Prozent) die von 1999 [s28]. In einer Querschnittsstudie mit 1.194 Militärangehörigen hatten 88,3 Prozent mindestens einen Parameter unter dem Referenzwert von 1999 und 62,5 Prozent unter dem von 2010 [s140]; bei 500 fertilen Männern vor einer Vasektomie lag der Anteil normal geformter Spermien in 87,2 Prozent unterhalb des WHO-Werts [s150]. Solche Befunde mahnen, Referenzwerte als Orientierung und nicht als Grenze zwischen fruchtbar und unfruchtbar zu lesen.

### Geschichte der Forschungsfrage

Die Frage, wie oft und wann ejakuliert werden sollte, ist so alt wie die Samenanalyse selbst, und ihre Behandlung hat sich in fünf Abschnitten gewandelt. Die Geschichte des WHO-Handbuchs bildet den Rahmen. Nach Wang et al. 2022 (Fertility and Sterility, PMID 34996596) erschien es erstmals 1980 mit 43 Seiten, dann 1987 mit 67, 1992 mit 107, 1999 mit 128, 2010 mit 271 Seiten und 2021 als sechste Auflage. Die zweite Auflage von 1987 schlug vor, normale Werte an Männern zu bestimmen, die innerhalb von zwölf Monaten eine Schwangerschaft erreicht hatten. Das Handbuch dient seit seiner ersten Fassung der Standardisierung der Untersuchung; die Karenzvorgabe ist Teil dieser Standardisierung.

**Erster Abschnitt: Modelle und Tierversuche (bis 1989).** Die frühesten Arbeiten sind mathematische Modelle zum Zusammenhang von Verkehrshäufigkeit und Zeitpunkt mit der Empfängniswahrscheinlichkeit, mit fünf bis zwölf Verkehrsakten je Zyklus oder zufällig verteilter Aktzahl [s178, s177]. Die Mechanik der Entleerung von Spermienreserven wurde an Tieren geklärt: an Widdern 1976 [s176], Hengsten 1979 [s174], Kaninchen 1986 [s172], Hengsten und Ponys 1987 [s169] und Schimpansen 1989 [s168]. Am Menschen untersuchte Dunn 1977 die Verflüssigung des Samens in Abhängigkeit von der Ejakulationshäufigkeit [s175], Oldereid 1984 Samenabgaben alle acht Stunden [s173], Frank 1986 zwei aufeinanderfolgende Proben bei 64 normozoospermen und 19 oligozoospermen Männern [s171]. Sievers 1987 fand bei 1.063 Patienten, dass Karenz mit größerem Volumen und höherer Dichte einherging und, so seine Folgerung, die Spermienqualität besonders bei Oligospermie verbessere, ein Befund, der im Gegensatz zu späteren Studien steht und als historisch einzuordnen ist [s170].

**Zweiter Abschnitt: Konzepte der 1990er Jahre.** Die Arbeiten dieser Zeit stellen die Fragen, die bis heute offen sind. Gülmez et al. verglichen 1991 zwei Ejakulate im Abstand von 60 Minuten bei 33 infertilen Männern [s167]. Cooper et al. entleerten 1993 die Reserven durch mehrere Ejakulate an einem Tag [s165]. Frishman et al. prüften 1992 ein neues Gleitmittel auf seine Wirkung auf Spermien [s166], Miller et al. 1994 ein chirurgisches Gleitmittel in vivo am Zervikalschleim [s164], Kutteh et al. 1996 vier Gleitmittel und zwei Pflanzenöle [s162]. Wilcox et al. legten 1995 mit Hormonmessungen im Urin das sechstägige fruchtbare Fenster dar [s163], Hilsenrath et al. 1997 prüften den Anteil X-tragender Spermien in Abhängigkeit von der Karenz [s160], Dunson et al. 1999 korrigierten den Fehler der Eisprungbestimmung [s157].

**Dritter Abschnitt: große Datensätze und Gleitmittel (2000 bis 2010).** Die Fallzahlen wuchsen: Levitas et al. werteten 2005 9.489 Proben von 6.008 Patienten aus [s149], Elzanaty et al. 422 Männer [s146], Sobreiro et al. 500 fertile Männer vor Vasektomie [s150]. Dunson et al. beschrieben 2002 an 782 Paaren die Altersabhängigkeit der Fruchtbarkeit [s154], Bigelow et al. 2004 die Rolle der Schleimqualität [s151], Stanford und Dunson 2007 zeigten per Simulation den Einfluss des Verkehrsmusters auf Studienergebnisse [s144]. Agarwal et al. untersuchten 2008 Gleitmittel auf Beweglichkeit und Chromatinqualität [s143]. Jurema et al. 2005 und Marshburn et al. 2010 untersuchten Karenz und Ergebnis der intrauterinen Insemination [s147, s141]. Leitzmann et al. begannen 2004 die Auswertung zur Ejakulationshäufigkeit und zum Prostatakrebs [s153].

**Vierter Abschnitt: sehr kurze Karenz und Kohorten zur Empfängnis (2011 bis 2019).** Gosálvez et al. 2011 und Pons et al. 2013 führten die Idee ein, bei hoher DNA-Fragmentierung mit sehr kurzer Karenz zu arbeiten [s136, s130]. Vargas et al. 2011 zeigten, dass auch „nicht spermizide“ Gleitmittel und Ultraschallgele die Spermien schädigen können [s139], Mowat et al. und Sandhu et al. verglichen 2014 neun Gleitmittel und Öle [s123, s125]. Die beiden prospektiven Kohorten zur Anwendung bei natürlicher Empfängnis erschienen 2012 und 2018 [s135, s101]. Welliver et al. führten 2016 die erste Untersuchung beim Menschen mit täglicher Ejakulation über 14 Tage durch [s113], Mayorga-Torres et al. 2015 eine ähnliche [s118]. Hanson et al. 2018 und Ayad et al. 2018 fassten die Studien systematisch zusammen; Hanson et al. kamen zum Schluss, dass keine klaren Empfehlungen möglich seien [s98, s96]. Borges et al. 2019 verknüpften an 818 ICSI-Patienten die Karenz mit Embryo- und Schwangerschaftsergebnissen [s88], Scarselli et al. 2019 fanden nach einer Stunde mehr euploide Blastozysten [s92].

**Fünfter Abschnitt: Randomisierung, Metaanalysen und neue Messgrößen (seit 2020).** Es entstanden die beiden randomisierten Insemination-Studien [s82, s77], Metaanalysen zur sehr kurzen Karenz [s58], zu randomisierten Studien [s38] und mit Dosis-Wirkung bei 85 Studien [s32], und die Cochrane-Übersicht zum zeitgesteuerten Verkehr wurde 2023 aktualisiert [s46]. Neue Messgrößen kamen hinzu, die vorletzte Karenz [s35], die Ejakulationshäufigkeit als eigene Größe [s26], die Dauer der Probengewinnung [s45] und die Erregungsdauer [s15]. Seit 2024 erscheinen vermehrt Standpunkte, die die Karenzvorgabe selbst infrage stellen [s41, s04]. Die Zahl der Arbeiten ist erheblich: 87 der 178 Quellen erschienen seit 2020, 43 allein 2024 bis 2026. Zugleich hat sich der geografische Schwerpunkt verschoben, hin zu Kinderwunschzentren in China [s26, s27, s35], Vietnam [s20], Thailand [s52], Indonesien [s34], Iran [s57, s17] und Indien [s75, s106].

Die Entwicklung läuft von der Standardisierung zur Evidenzfrage. Die Vorgabe von zwei bis sieben Tagen war ursprünglich eine Regel, um Proben vergleichbar zu machen. Erst später wurde geprüft, ob sie die Fruchtbarkeit abbildet. Dabei zeigte sich, dass Volumen und Zahl mit der Karenz zunehmen, Beweglichkeit und DNA-Integrität in vielen Studien gegenläufig reagieren, und dass die Befunde bei Männern mit auffälligem Befund anders ausfallen. Ob sich daraus für die natürliche Empfängnis etwas ergibt, ist mit dem vorhandenen Material nicht zu entscheiden. Das ist der Ausgangspunkt der folgenden Kapitel.

# Kapitel 02: Studienlage zu Metaanalysen, Übersichten und Beobachtungsstudien

**Lesehinweis.** Dieses Kapitel stellt die Arbeiten der Gesamtstudie einzeln vor, die keine randomisierten Eingriffe, keine Laborversuche an Zellen und keine Tierversuche sind. Es hat zwei Teile. Der erste Teil behandelt die zusammenfassenden Arbeiten: Metaanalysen, systematische und narrative Übersichten, die beiden Cochrane-Fassungen sowie einzelne Meinungs- und Methodenbeiträge. Der zweite Teil behandelt die Beobachtungsstudien am Menschen: Querschnitts- und Kohortenstudien, retrospektive Auswertungen von Laborbefunden, prospektive Vorher-nachher-Studien ohne Kontrollgruppe, Fall-Kontroll-Studien und Registerauswertungen. Nicht in diesem Kapitel stehen die randomisierten Studien [s77, s82, s128, s134, s164], die Laborstudien mit Spermien in Gleitmittellösungen, die Tierversuche, die Leitlinien [s29, s30, s12] und die mathematischen Modelle [s144, s177, s178]; sie sind Gegenstand anderer Kapitel. Wo ein Befund dort mitbesprochen wird, steht hier nur ein Verweis in einem Satz.

Alle Zahlen stammen aus den Abstracts beziehungsweise aus den Ergebnisteilen der frei zugänglichen Volltexte, die für die Gesamtstudie abgerufen wurden, und wurden mit der Quellenliste abgeglichen. Für die meisten Übersichtsarbeiten (die Metaanalysen, die systematischen Übersichten zu Karenz und zu Gleitmitteln, die narrativen Beiträge zur Häufigkeit und zur Karenz) wurden die Abstracts bei Europe PMC zusätzlich erneut abgerufen und mit den Angaben der Rechercheberichte verglichen; es gab keine Abweichungen. Wo ein Abstract einen Wert nicht nennt, steht das ausdrücklich da. Das gilt besonders für Konfidenzintervalle: Wenn nur p-Werte vorliegen, heißt es, dass das Abstract keine Konfidenzintervalle nennt. Die Vorzeichen von Mittelwertdifferenzen sind nicht einheitlich; sie werden bei jeder Arbeit angegeben. Dieses Kapitel gibt keine Therapie- und keine Verhaltensempfehlung. Wo Autoren Empfehlungen aussprechen, werden sie als deren Schlussfolgerung berichtet und nicht bewertet.

Der Begriff Karenz bezeichnet hier die Zeit seit der letzten Ejakulation, in den Quellen auch Abstinenz genannt. Die Ejakulationshäufigkeit ist die Zahl der Ejakulationen je Zeitraum. Beide Größen sind verwandt, aber nicht identisch; wo eine Arbeit sie getrennt misst, wird das hervorgehoben.

## Studienlage: Metaanalysen und Übersichten

### Überblick über die zusammenfassenden Arbeiten

Zur Karenz liegen vier quantitative Metaanalysen vor [s32, s22, s38, s58] sowie eine Metaanalyse, die kurze Karenz mit Hodenspermien vergleicht [s37]. Hinzu kommen fünf systematische Übersichten ohne Metaanalyse [s98, s96, s78, s53, s127], eine narrative Übersicht zur Ejakulationshäufigkeit [s04] und ein Meinungsbeitrag [s41]. Zu Gleitmitteln gibt es zwei systematische Übersichten [s33, s39] und einen Praxisleitfaden [s25]. Zum Zeitpunkt des Verkehrs liegen die zwei Fassungen der Cochrane-Übersicht [s117, s46] und eine Übersicht von 2002 [s155] vor. Zur Ejakulationshäufigkeit und zum Prostatakrebs gibt es eine narrative Übersicht [s36]. Methodisch einzuordnen sind außerdem zwei Beiträge zur Praxis der Samenanalyse [s126, s148], eine Expertendiskussion [s121] und ein Vergleich von Leitlinien [s01].

Zwei Merkmale prägen die gesamte Gruppe. Erstens beruhen alle Karenz-Metaanalysen auf Beobachtungsdaten oder auf kleinen Studien, die ihrerseits keine einheitlichen Grenzen für kurze und lange Karenz verwenden. Zweitens überschneiden sich die eingeschlossenen Arbeiten stark. Die Ergebnisse der Übersichten sind daher keine unabhängigen Bestätigungen voneinander. Das Vorzeichen von Mittelwertdifferenzen ist uneinheitlich: Die Dosis-Wirkungs-Metaanalyse [s32] rechnet kurze minus lange Karenz, die Metaanalyse in [s38] lange minus kurze.

### Quantitative Metaanalysen zur Karenz

**Du et al. 2024: Systematische Übersicht mit klassischer und Dosis-Wirkungs-Metaanalyse [s32].**
Die Arbeit aus Chengdu (China) ist die größte Evidenzbasis der Gesamtstudie. Die Autoren durchsuchten PubMed, Embase und das Cochrane-Zentralregister sowie vier chinesische Datenbanken (China National Knowledge Infrastructure, Chinese Scientific Journals Database, WanFang und Chinese Biomedical Literature Database) für den Zeitraum von 2000 bis August 2023 und schlossen 85 Studien ein. Verglichen wurde kurze gegen lange Karenz bei gesunden Erwachsenen und bei verschiedenen Gruppen infertiler Männer. Neben der klassischen Metaanalyse der Gruppenvergleiche wurde eine „One-stage“-Dosis-Wirkungs-Analyse gerechnet, die den Verlauf über die Karenztage abbildet. Die Mittelwertdifferenzen sind als kurze minus lange Karenz angegeben; ein negatives Vorzeichen bedeutet also niedrigere Werte nach kurzer Karenz.

Bei gesunden Männern lagen die Differenzen für das Volumen bei minus 0,95 ml (95-%-Konfidenzintervall minus 1,16 bis minus 0,74), für die Gesamtspermienzahl bei minus 102,45 Millionen (minus 117,98 bis minus 86,91 Millionen), für die Konzentration bei minus 11,88 Millionen je ml (minus 18,96 bis minus 4,80) und für den DNA-Fragmentierungsindex bei minus 2,37 Prozentpunkten (minus 4,73 bis minus 0,01). Das Konfidenzintervall des Fragmentierungsindex reicht bis knapp an den Nullwert; der Befund ist formal signifikant, aber nicht deutlich vom Nullwert getrennt. Bei infertilen Männern war das Volumen in verschiedenen Untergruppen niedriger (Spanne der Differenzen minus 0,73 bis minus 1,17 ml, jeweils p < 0,01). In der Untergruppe mit unerklärter Infertilität lagen die Differenzen für die Gesamtspermienzahl bei minus 61,93 Millionen (minus 88,84 bis minus 35,01), für die Konzentration bei minus 5,39 Millionen je ml (minus 9,97 bis minus 0,81) und für den Fragmentierungsindex bei minus 5,63 Prozentpunkten (minus 10,19 bis minus 1,06); die Vitalität lag nach kurzer Karenz um 6,14 Prozentpunkte höher (3,61 bis 8,68).

Die Dosis-Wirkungs-Analyse ergab bei Männern mit Oligozoospermie einen nichtlinearen Anstieg der Gesamtspermienzahl mit einem Knickpunkt um den vierten bis fünften Karenztag (Koeffizienten von 3,38 bis minus 5,76; p-Werte von 0,02 bis 0,22). Bei Asthenozoospermie sank der Anteil progressiv beweglicher Spermien (Koeffizient minus 2,39; 95-%-KI minus 4,28 bis minus 0,50). Für Ergebnisse der assistierten Reproduktion zeigte nur die klinische Schwangerschaftsrate in der Untergruppe Intrauterine Insemination einen signifikanten Rückgang um den dritten Tag (Koeffizient 0,85; 0,75 bis 0,97).

Die Autoren schließen, kurze Karenz sei bei gesunden Männern mit begrenzten Verbesserungen verbunden und könne bei infertilen Männern vorteilhafter sein, besonders innerhalb der ersten vier Tage. Sie mahnen zugleich zur Vorsicht bei Aussagen zur Kausalität wegen Störgrößen und Wechselwirkungen.

*Stärken:* die breiteste Basis aller Übersichten, der Einbezug chinesischer Datenbanken und damit von Literatur, die auf Englisch kaum sichtbar ist, die getrennte Auswertung nach Befundgruppen und die Dosis-Wirkungs-Analyse statt eines bloßen Zweigruppenvergleichs. *Schwächen:* Das Abstract nennt weder Heterogenitätsmaße noch das Verzerrungsrisiko der Einzelstudien. Die Einzelstudien sind überwiegend beobachtend, und die Grenzen für kurz und lang sind im Abstract nicht einheitlich dargestellt. Die Effekte auf das Volumen sind erwartbar und sagen wenig über die Fruchtbarkeit; die Aussagen zu Schwangerschaftsraten stützen sich auf wenige Studien. *Einordnung:* Die Arbeit liefert die Zahlengrundlage für den Zielkonflikt zwischen Menge (Volumen, Gesamtzahl, Konzentration) und Funktion (Fragmentierung, Vitalität, Beweglichkeit), der in den Einzelstudien dieses Kapitels immer wieder auftaucht.

**Lo Giudice et al. 2024: Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien [s38].**
Die Arbeit aus Catania (Italien) ist bei PROSPERO registriert (CRD42023472124). Gesucht wurde in PubMed und in Scopus. Eingeschlossen wurden 13 Studien aus den Jahren 2013 bis 2022 mit zusammen 2.315 Patienten; die Kohorten umfassten 6 bis 836 Teilnehmer. Als Grenze zwischen kurzer und langer Karenz wurde ein Zeitraum von zwei Tagen festgelegt. Das Vorzeichen ist hier umgekehrt zu [s32]: lange minus kurze Karenz.

Längere Karenz ging mit höherer Konzentration (Mittelwertdifferenz 8,19; p < 0,01), größerem Volumen (0,96; p < 0,01) und höherer DNA-Fragmentierung (3,46; p < 0,01), aber mit geringerer progressiver Beweglichkeit (minus 1,83; p < 0,01) einher. Für die Gesamtbeweglichkeit nennt das Abstract ebenfalls minus 1,83, hier mit p = 0,06, also ohne Signifikanz. Dass derselbe Zahlenwert zweimal steht, ist wahrscheinlich ein Fehler im Abstract; er wird hier nur berichtet und nicht aufgelöst. In der Meta-Regression stieg die Konzentration um 3,74 je Karenztag (p < 0,01) und die Fragmentierung um 0,65 je Karenztag (p = 0,044). Konfidenzintervalle und Heterogenitätsmaße nennt das Abstract nicht. Die Autoren folgern, dass kurze Karenz mit besserer Spermienqualität verbunden sei, mit höherem Anteil progressiv beweglicher Spermien und geringerer Fragmentierung; die lange Karenz gehe mit höherer Konzentration einher.

*Stärken:* Registrierung, ausschließlich Studien mit Vergleichsgruppen, Meta-Regression über die Karenztage. *Schwächen:* Die Suche beschränkte sich auf zwei Datenbanken. Der Titel nennt randomisierte Studien, das Abstract macht zum Randomisierungsstatus der einzelnen Studien aber keine Angaben und beschreibt Kohorten. Die Spannweite von 6 bis 836 Teilnehmern je Kohorte deutet auf sehr ungleiche Gewichte. *Einordnung:* Die Richtung der Befunde entspricht [s32]: größere Mengen bei langer Karenz, bessere Beweglichkeit und geringere Fragmentierung bei kurzer.

**Raditya et al. 2025: Systematische Übersicht mit Metaanalyse zu kürzerer Karenz [s22].**
Die Arbeit aus Jakarta (Indonesien; World Journal of Men's Health) durchsuchte fünf Datenbanken (PubMed, Embase, ProQuest, Scopus und Wiley Online Library) nach dem PICO-Schema und mit PRISMA-Flussdiagramm; das Verzerrungsrisiko wurde mit der Newcastle-Ottawa-Skala geprüft. Eingeschlossen wurden 22 Studien mit 31.640 Proben. Als kurze Karenz galten Zeiträume unter zwei Tagen.

Kurze Karenz senkte das Volumen (Mittelwertdifferenz minus 0,83; p < 0,01), die Konzentration (minus 8,39; p < 0,01) und die DNA-Fragmentierung (minus 3,82; p < 0,01). Die Gesamtbeweglichkeit (2,30; p < 0,05) und die progressive Beweglichkeit (2,18; p < 0,01) stiegen. Die Morphologie unterschied sich insgesamt nicht. In der Untergruppe mit Oligozoospermie stieg der Anteil normal geformter Spermien (1,64; p < 0,01) bei geringerer Fragmentierung (minus 3,30; p < 0,05); die übrigen Parameter änderten sich dort nicht signifikant. Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht, ebenso keine Heterogenitätsmaße. Die Autoren sehen in einer kürzeren Karenz einen möglichen Vorteil für Beweglichkeit und Fragmentierung und halten ihre Ergebnisse für künftige Leitlinien für aufschlussreich; die Formulierung zu Leitlinien ist deren Schlussfolgerung.

*Stärken:* hohe Probenzahl, mehrere Datenbanken, standardisierte Bewertung der Verzerrung. *Schwächen:* keine Konfidenzintervalle im Abstract, die Heterogenität ist nicht beziffert, Beobachtungsdaten, uneinheitliche Definition der Vergleichsgruppen. *Einordnung:* Die Zahlen stimmen in der Richtung mit [s32] und [s38] überein, bei der Beweglichkeit und der Fragmentierung allerdings mit kleineren Effekten, als die Größe der Stichprobe vermuten lässt. Die Arbeit bezieht Studien ein, die auch in [s32] stehen können, und ist insofern keine unabhängige Wiederholung.

**Barbagallo et al. 2022: Metaanalyse zur sehr kurzen Karenz [s58].**
Die Arbeit aus Catania (Journal of Clinical Medicine) fragt, wie sich eine zweite Probe im Abstand von höchstens vier Stunden zur ersten verhält. Gesucht wurde in Scopus und PubMed nach den PRISMA-P-Vorgaben und dem PICOS-Modell; die Qualität der Einzelstudien wurde mit den Cambridge Quality Checklists bewertet, als Effektmaß diente die standardisierte Mittelwertdifferenz, die Heterogenität wurde mit Cochran-Q und I-Quadrat geprüft. Von 1.334 gesichteten Abstracts gingen 19 Studien ein, fünf davon mit Messung der DNA-Fragmentierung.

Das Volumen sank im zweiten Ejakulat bei normozoospermen Männern und bei Männern mit Oligozoospermie, Asthenozoospermie oder Teratozoospermie (einzeln oder kombiniert) signifikant. Bei Männern mit der kombinierten Störung (Oligo-Astheno-Teratozoospermie) stiegen im zweiten Ejakulat Konzentration sowie Gesamt- und progressive Beweglichkeit signifikant, und die DNA-Fragmentierung sank signifikant. Standardisierte Mittelwertdifferenzen, Konfidenzintervalle und I-Quadrat-Werte nennt das Abstract nicht. Die Autoren sehen in einer zweiten, rasch folgenden Probe eine einfache und nützliche Möglichkeit, bessere Spermien zu erhalten, vor allem bei auffälligen Befunden; das ist ihre Schlussfolgerung.

*Stärken:* erste Metaanalyse zu dieser Frage nach Angaben der Autoren, Bewertung der Studienqualität, Prüfung der Heterogenität. *Schwächen:* Für die Fragmentierung gingen nur fünf Studien ein, sämtliche eingeschlossenen Arbeiten sind kleine Vorher-nachher-Vergleiche derselben Männer, und die Effektgrößen sind im Abstract nicht berichtet. *Einordnung:* Die Metaanalyse fasst genau die Studiengruppe zusammen, die im Beobachtungsteil dieses Kapitels unter dem Stichwort „zweite Probe nach sehr kurzer Karenz“ einzeln vorgestellt wird [s47, s74, s07, s52, s55, s86, s89, s17].

**Kugelman et al. 2024: Metaanalyse Hodenspermien gegen kurze Karenz [s37].**
Die Arbeit aus Montreal (Kanada; Archives of Gynecology and Obstetrics) stellt die Frage, ob eine Karenz von weniger als zwei Tagen die DNA-Fragmentierung ebenso senken kann wie die operative Gewinnung von Hodenspermien. Nach den MOOSE-Vorgaben wurden Cochrane Library, Web of Science, Embase, MEDLINE und PubMed bis zum 16. November 2023 durchsucht. Eingeschlossen wurden 16 randomisierte und prospektive Beobachtungsstudien: vier zu Hodenspermien (TESA oder TESE) und zwölf zu Ejakulaten nach kurzer Karenz von 1 bis 48 Stunden. Zusammen gingen 641 Patienten ein, 120 mit Hodenspermien und 521 mit Ejakulat nach kurzer Karenz. Das mittlere Alter war in beiden Gruppen vergleichbar (38,15 ± 5,48 gegen 37,7 ± 6,0 Jahre bei 93 beziehungsweise 444 Patienten mit Altersangabe; p = 0,544). Die Fragmentierung wurde mit verschiedenen Tests gemessen (TUNEL, SCD, SCSA, Halosperm). Die Analyse lief mit RevMan; die Studienqualität wurde mit der Newcastle-Ottawa-Skala, die Gesamtevidenz nach GRADE bewertet.

Die Fragmentierung war bei Hodenspermien niedriger als nach kurzer Karenz (Mittelwertdifferenz minus 9,48; 95-%-KI minus 12,45 bis minus 6,52; p < 0,001). Die Heterogenität war hoch (I-Quadrat 85 %). Die Evidenzsicherheit nach GRADE wurde als niedrig eingestuft. Die Autoren schließen, Hodenspermien könnten bei Infertilität besser zur Senkung der Fragmentierung geeignet sein als Ejakulat, und fordern direkte Vergleiche, bevor man kurze Karenz für weniger wirksam hält.

*Stärken:* klare Fragestellung mit klinischem Bezug, Angabe von Konfidenzintervall und Heterogenität, GRADE-Bewertung. *Schwächen:* Die beiden Gruppen wurden in keiner Studie direkt miteinander verglichen. Um das Verhältnis der Gruppengrößen anzugleichen, wurde jede Hodenspermien-Studie dreifach eingerechnet und die Teilnehmerzahl durch drei geteilt; das ist methodisch ungewöhnlich und macht das Ergebnis zu einem indirekten Vergleich. Nicht alle Patienten hatten zu Beginn eine erhöhte Fragmentierung, einige Studien machten unvollständige Angaben zu Alter und weiteren Merkmalen, und die Fragmentierungstests unterscheiden sich. *Einordnung:* Die Arbeit sagt nichts darüber, ob Hodenspermien die Behandlungsergebnisse verbessern; sie vergleicht nur Messwerte.

### Systematische Übersichten ohne Metaanalyse zur Karenz

**Hanson et al. 2018: Systematische Übersicht mit 28 Publikationen [s98].**
Die Übersicht wertete Arbeiten seit dem Jahr 2000 aus. Zielgrößen waren Volumen, Spermienzahl, Beweglichkeit, Morphologie, pH-Wert, DNA-Fragmentierung, Vitalität sowie Schwangerschafts- und Befruchtungsraten nach assistierter Reproduktion. Von den 28 Arbeiten zeigte eine Mehrheit, dass längere Karenz mit größerem Volumen und höherer Spermienzahl einhergeht. Zu Beweglichkeit, Morphologie und Fragmentierung seien die Studien widersprüchlich und nicht schlüssig, mit einer Tendenz zu besseren Werten bei kürzerer Karenz. Der pH-Wert blieb unbeeinflusst. Beim Anteil lebender Spermien fanden die meisten Studien keinen Unterschied, die Gesamtzahl lebender Spermien nahm jedoch mit der Karenz zu. Einige Studien zu Insemination, ICSI und Reagenzglasbefruchtung zeigten Vorteile kurzer Karenz. Die Autoren schließen, dass wegen der widersprüchlichen Evidenz keine klaren Empfehlungen zur idealen Karenz möglich seien.

*Stärken:* klare Zielgrößen, Einschluss klinischer Endpunkte, vorsichtige Schlussfolgerung. *Schwächen:* keine quantitative Zusammenfassung; das Abstract nennt weder Zahlen noch Konfidenzintervalle noch eine Bewertung des Verzerrungsrisikos; die Auswahl beschränkt sich auf Arbeiten seit 2000. *Einordnung:* Die Übersicht beschreibt denselben Zielkonflikt wie die späteren Metaanalysen, ohne ihn zu beziffern.

**Ayad et al. 2018: Systematische Übersicht mit 30 Arbeiten [s96].**
Die Autoren durchsuchten PubMed, MEDLINE und Google Scholar und schlossen 30 englischsprachige Arbeiten aus den Jahren 1979 bis 2016 ein. Alle Daten zu Karenz und Samenparametern wurden neu ausgewertet, um die Angaben anzugleichen. Nach dem Gewicht der Belege gehe der Rückgang von Volumen und Konzentration bei kürzerer Karenz mit einer deutlichen Verbesserung der Beweglichkeit einher, vor allem der progressiven Beweglichkeit und der Geschwindigkeit. Für erweiterte Parameter (reaktive Sauerstoffspezies, DNA-Fragmentierung, antioxidative Kapazität des Seminalplasmas) und für Schwangerschaftsraten reichten die Daten nicht für sichere Schlüsse. Die Autoren halten eine Verkürzung der Karenz für möglicherweise vorteilhaft für die Spermienqualität und empfehlen, die geltenden Vorgaben zu überprüfen; das ist ihre Schlussfolgerung.

*Stärken:* langer Betrachtungszeitraum, Neuberechnung zur Vereinheitlichung der Angaben, ausdrückliche Trennung von Basisparametern und erweiterten Parametern. *Schwächen:* Das Abstract nennt keine Zahlen, keine Heterogenitätsmaße und keine Bewertung der Einzelstudien; die Suche ist auf englischsprachige Arbeiten bis 2016 begrenzt. *Einordnung:* Die Aussage zur Beweglichkeit ist stärker formuliert als in [s98]; beide Übersichten stützen sich weitgehend auf dieselbe Literatur, sodass sich ihre Unterschiede aus der Gewichtung erklären dürften (Einschätzung dieser Studie).

**Sokol et al. 2021: Systematische Übersicht zu Karenzintervall und Ergebnis der assistierten Reproduktion [s78].**
Die Arbeit (Barcelona, Journal of Clinical Medicine) geht von der Standardkarenz von zwei bis sieben Tagen der fünften Auflage des WHO-Handbuchs aus. Sie wertete Studien aus, die die Karenz mit klinischen Ergebnissen der assistierten Reproduktion und mit Spermaparametern nach den Referenzwerten der jüngsten WHO-Auflage in verschiedenen Männergruppen verbinden. Nach dem Abstract fehlen belastbare Belege für die Standardkarenz; kürzere Karenz scheine mit besserer DNA-Fragmentierung, besserer Progressivbeweglichkeit oder besserer Morphologie verbunden zu sein, und es gebe Hinweise auf höhere Euploidie- und Schwangerschaftsraten. Das Abstract nennt keine Zahlen, keine Fallzahlen und keine Konfidenzintervalle.

*Stärken:* Bezug auf die aktuellen Referenzwerte, Einbeziehung klinischer Endpunkte. *Schwächen:* In den Einzelstudien unterscheiden sich Endpunkte, Patientengruppen, WHO-Auflagen und Karenzintervalle; das Abstract benennt diese Heterogenität ausdrücklich. Ohne Zahlen lässt sich die Stärke der Aussage nicht beurteilen. *Einordnung:* Die Arbeit ist in ihrer Aussage vorsichtiger formuliert als der Titel von [s41] („unsubstantiated myth“).

**Sørensen et al. 2023: Systematische Übersicht zu Schwangerschaftsrate, Lebendgeburtenrate und Fragmentierung [s53].**
Die Übersicht ist bei PROSPERO registriert (CRD42022379039) und folgt den PRISMA-Vorgaben. Durchsucht wurden PubMed, Embase und Cochrane; das Verzerrungsrisiko wurde mit dem Schema des Scottish Intercollegiate Guidelines Network bewertet. Eingeschlossen wurden 24 Studien. Nach dem Abstract bestätigen die Studien, dass kürzere Karenz mit höheren Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten nach assistierter Reproduktion verbunden ist, bei unterschiedlichen Schwellenwerten, und dass der DNA-Fragmentierungsindex nach kurzer Karenz niedriger war. Wegen der Heterogenität lasse sich kein idealer Zeitraum ableiten; alle Ergebnisse hätten sich aber mit kürzerer Karenz verbessert. Zahlen nennt das Abstract nicht.

*Stärken:* Registrierung, klinische Endpunkte, formale Bewertung der Verzerrung. *Schwächen:* keine Zahlen und keine Konfidenzintervalle im Abstract, keine Metaanalyse, uneinheitliche Grenzwerte, überwiegend Beobachtungsdaten. Die Aussage „alle Ergebnisse verbesserten sich“ steht im Abstract ohne Beleg im Einzelnen und ist durch die einzeln vorgestellten Kohorten nicht vollständig gedeckt: Mehrere fanden keinen Zusammenhang mit der Schwangerschaft [s99, s31, s57]. *Einordnung:* Die Übersicht ist die klinisch am weitesten gehende Zusammenfassung zugunsten kurzer Karenz; die einzelnen Studien dazu stehen unten im Abschnitt über klinische Endpunkte.

**Acuña et al. 2013: Systematische Übersicht aus Chile [s127].**
Die Arbeit erschien in der Revista chilena de obstetricia y ginecología unter dem Titel „Influencia de la abstinencia eyaculatoria en las características del espermiograma: Revisión sistemática“ (Einfluss der Ejakulationskarenz auf die Merkmale des Spermiogramms: systematische Übersicht). Es wurden MEDLINE und PubMed durchsucht, nur vier Arbeiten erfüllten die Kriterien. Volumen und Konzentration änderten sich mit der Karenz, Beweglichkeit und Anteil normaler Formen dagegen nicht signifikant. Die Autoren fanden keine Evidenz für die geltende Karenzvorgabe vor dem Spermiogramm. Zahlen und Konfidenzintervalle nennt der abgerufene Abstract nicht.

*Stärken:* früher Hinweis auf das Fehlen einer Begründung der Vorgabe; spanischsprachige Quelle. *Schwächen:* sehr kleine Zahl eingeschlossener Arbeiten, Suche nur in zwei Datenbanken, der Kenntnisstand ist durch spätere Arbeiten überholt. *Einordnung:* Sie ist eine der wenigen Arbeiten aus dem spanischsprachigen Raum im Material und bestätigt die Grundbefunde zu Volumen und Konzentration.

### Narrative Übersichten, Meinungs- und Methodenbeiträge zur Karenz

**Clay et al. 2026: Narrative Übersicht zur Ejakulationshäufigkeit und männlichen Fruchtbarkeit [s04].**
Die Autoren suchten in PubMed und Google Scholar und ordneten die Studien thematisch in vier Bereiche: Volumen und Zahl, Beweglichkeit und Vitalität, DNA-Fragmentierung sowie Fruchtbarkeitsergebnisse (Schwangerschaft und Lebendgeburt). Eingeschlossen wurden Studien an Männern im fortpflanzungsfähigen Alter, die verschiedene Ejakulationshäufigkeiten oder Karenzintervalle verglichen. Die Übersicht fasst zusammen: Karenz von vier bis sieben Tagen und mehr erhöhe Volumen und Spermienzahl, sei aber mit geringerer Beweglichkeit und höherer Fragmentierung verbunden; eine Karenz bis zwei Tage, einschließlich täglicher Ejakulation, liefere frischere Spermien mit besserer Beweglichkeit und DNA-Integrität, besonders bei subfertilen Männern. Klinische Studien hätten gleiche oder bessere Schwangerschaftsraten bei kürzerer Karenz gezeigt, bei natürlicher Empfängnis, Insemination und IVF oder ICSI. Die Autoren leiten daraus ab, die aktuelle Evidenz stütze eine Ejakulation alle ein bis zwei Tage für Männer mit Kinderwunsch.

*Stärken:* Bezug auf die Ejakulationshäufigkeit statt nur auf die Karenz, strukturierte Gliederung. *Schwächen:* keine systematische Suche, keine quantitative Synthese, keine Bewertung der Verzerrung, Zahlen fehlen im Abstract. Die Aussage zur natürlichen Empfängnis ist im Abstract nicht belegt; in der Gesamtstudie gibt es keine Arbeit, die Ejakulationshäufigkeit, Samenqualität und natürliche Empfängnis bei denselben Paaren verknüpft. *Einordnung:* Die Empfehlung ist eine Schlussfolgerung der Autoren einer narrativen Übersicht. Sie wird hier berichtet, nicht bewertet und nicht übernommen.

**Schlegel 2024: Meinungsbeitrag „Abstinence for sperm sample collection and ART outcome: an unsubstantiated myth“ [s41].**
Der Beitrag in Current Opinion in Obstetrics and Gynecology fasst jüngere Übersichten zu kürzerer Karenz zusammen. Kurze Karenz wurde in einer Übersicht als eine Stunde bis ein Tag, in der anderen, einer systematischen Metaanalyse, als weniger als vier Stunden definiert. Der Autor schreibt, es fehle der Beleg, dass die WHO-Vorgabe die Spermienqualität optimiere, und nennt für Proben der assistierten Reproduktion als Zielwert eine Karenz von sicher weniger als einem Tag und vorzugsweise weniger als vier Stunden. Zahlen eigener Auswertungen enthält der Beitrag nicht.

*Stärken:* klare Positionierung, Verweis auf die Definition von „kurz“. *Schwächen:* Meinungsbeitrag ohne eigene Daten, ohne Suchstrategie und ohne Bewertung der zugrunde liegenden Studien. *Einordnung:* Die Aussage ist weiter gefasst als der Datenstand der Einzelstudien: Randomisierte Daten mit Schwangerschaft als Endpunkt gibt es nur für Karenz im Bereich von Tagen [s77, s82], nicht für Abstände im Stundenbereich.

**Bragina 2014: Protokoll der spermiologischen Untersuchung [s126].**
Der Beitrag in „Andrologija i genital'naja chirurgija“ trägt den Titel „Протокол проведения спермиологического исследования“ (Protokoll zur Durchführung der spermiologischen Untersuchung). Er fasst das WHO-Handbuch von 2010 zusammen und ergänzt es um „alternative Anmerkungen“ der Autorin. Zur Karenz nennt er zwei bis sieben Tage; für maximale Standardisierung seien drei bis vier Tage optimal. Gewonnen werden solle die Probe durch Masturbation in ein nicht giftiges Gefäß; ein Kondom sei nur als besonderes, nicht spermizides Kondom zulässig. Der Patient solle vor der Abgabe über die Karenz, fehlende Wärmeanwendungen, Antibiotika und größere Alkoholmengen aufgeklärt werden. Eine gelbliche Farbe des Ejakulats könne unter anderem bei langer Karenz vorkommen, ein erhöhter Anteil von Spermien mit Zytoplasmatropfen bei kurzer Karenz und häufigen Ejakulationen.

*Stärken:* zeigt die Praxis der russischen Labore. *Schwächen:* keine eigenen Daten, Meinungsanteil der Autorin. *Einordnung:* Die russische Praxis hebt die Spanne von drei bis vier Tagen hervor, enger als die der WHO.

**Diskussionsrunde 2014: Methoden der Ejakulatgewinnung [s121].**
Der Beitrag, ebenfalls in „Andrologija i genital'naja chirurgija“, gibt eine Diskussion beim XIII. Kongress der Russischen Urologengesellschaft (Moskau, 6. bis 8. November 2013) mit sechs Fachleuten und einem Moderator wieder; der Titel lautet „Методы сбора эякулята: преимущества, недостатки и влияние на показатели спермограммы“ (Methoden der Ejakulatgewinnung: Vorteile, Nachteile und Einfluss auf die Spermiogrammwerte). Die Teilnehmer äußern Meinungen, keine Daten. Eine Probe nach Masturbation in einem Raum nahe dem Labor könne eine niedrigere Qualität haben als eine in ein nicht spermizides Kondom beim Verkehr zu Hause gewonnene; die Dauer bis zur Ejakulation könne die Qualität beeinflussen. Auf die Frage, ob häufiger Verkehr mit anschließend dreitägiger Karenz ein falsch auffälliges Ergebnis erzeugen könne, antwortete ein Teilnehmer mit Nein. Ein anderer nahm bei täglicher Ejakulation eine relative Oligozoospermie an. Ein weiterer sagte, täglicher Verkehr könne die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit senken; dazu steht im Text kein Beleg.

*Stärken:* zeigt die Fachmeinung in Russland zu einer Zeit, als die Studienlage zur täglichen Ejakulation noch dünn war. *Schwächen:* reine Expertenmeinung ohne Daten, Quellenangaben nur im Fließtext. *Einordnung:* Die Aussage zum täglichen Verkehr wird in der internationalen Literatur des Materials nicht gestützt. Die einzige direkte Messung bei täglicher Ejakulation über 14 Tage fand einen Rückgang von Volumen, Gesamtzahl beweglicher Spermien und Konzentration mit Plateau ab Tag 3, aber keine Veränderung der DNA-Integrität; Schwangerschaften wurden dort nicht gemessen [s113].

**Kamijima 2005: Übersicht zu Samenstudien am Arbeitsplatz [s148].**
Die Arbeit in der Nihon Eiseigaku Zasshi (Japanese Journal of Hygiene) trägt in der Datenbank den Titel „[Considerations when conducting study of semen indices in workplaces]“ (Überlegungen bei Studien zur Samenqualität an Arbeitsplätzen). Sie schildert aus der Erfahrung des Autors, was bei Studien zur Samenqualität in japanischen Betrieben zu beachten ist: Studiendesign, Einwilligung von Arbeitgeber und Beschäftigten, Teilnahmequote, die Kontrolle von Störgrößen wie Karenz und Vorerkrankungen, die Standardisierung der Messung, die Deutung der Ergebnisse und Vorsichtsmaßnahmen bei der Mitteilung einer niedrigen Samenqualität. Eigene Zahlen enthält sie nicht. *Einordnung:* Sie ist methodisch relevant, weil sie die Karenz als zu kontrollierende Größe benennt.

**Achermann et al. 2026: Vergleich der Leitlinien [s01].**
Der Übersichtsartikel in Andrology vergleicht die männlichen Anteile der WHO-Leitlinie von 2025 mit den Empfehlungen von AUA/ASRM, EAU, ESHRE und NICE. Er hebt die zentrale Rolle der Samenanalyse hervor und benennt Lücken der Evidenzbasis. Das abgerufene Abstract enthält keine Aussage zu Karenz, Gleitmitteln oder Zeitpunkt des Verkehrs; die Leitlinien selbst werden in einem anderen Kapitel behandelt.

### Systematische Übersichten und Praxisleitfaden zu Gleitmitteln

**Gumerova et al. 2024: Systematische Übersicht „Do sperm and lubricants gel well with each other?“ [s33].**
Die Arbeit aus Schottland (Erstautor-Affiliation) durchsuchte PubMed und Scopus ohne zeitliche Beschränkung nach Arbeiten, die die Wirkung von Vaginalgleitmitteln auf menschliche Spermien untersuchten. Die Qualität der Studien wurde mit der Prüfliste von Björndahl und Mitarbeitern (2016) für die Samenanalyse bewertet. Es gingen 24 Artikel zu 35 rezeptfreien Gleitmitteln ein, davon 2 In-vivo-Studien und 22 In-vitro-Studien. Am häufigsten untersucht waren KY Jelly, Pre-Seed und Astroglide, meist mit der Beweglichkeit als Zielgröße. Wegen spärlicher Daten zu den meisten Produkten, methodischer Unterschiede und fehlender oder geringer Angaben zu Schwangerschaften sei eine evidenzbasierte Leitlinie noch nicht möglich. Zahlen zu einzelnen Produkten nennt das Abstract nicht.

*Stärken:* breiter Zeitraum, Prüfliste zur Qualität, ausdrückliche Benennung der Lücken. *Schwächen:* Es gibt kaum In-vivo-Daten, es fehlen Schwangerschaftsendpunkte, und die Studien sind methodisch nicht vergleichbar. *Einordnung:* Die Übersicht ist die Grundlage der Aussage, dass die Datenlage zu Gleitmitteln für eine Leitlinie nicht ausreicht.

**Molin et al. 2024: Systematische Übersicht „Lubricant use and sperm quality“ [s39].**
Die Arbeit aus Brasilien (Florianópolis) wertet 20 Studien zu synthetischen und zu natürlichen Gleitmitteln aus. Synthetische Gleitmittel (KY Jelly, Replens, Astroglide), die überwiegend Methylparaben und Glycerin enthalten, seien mit Nachteilen für Beweglichkeit und Chromatinintegrität verbunden. Osmolalität und pH-Wert seien zentral für das Verständnis; viele Handelsprodukte überschritten die Empfehlung der WHO von 380 mOsm/kg. Natürliche Mittel zeigten gemischte Ergebnisse: Olivenöl wirke ungünstig, Eiklar sei nicht toxisch und möglicherweise günstig; Pre-Seed zeige im Allgemeinen nur geringe Nachteile. Zahlen, Suchstrategie und Qualitätsbewertung nennt das Abstract nicht.

*Stärken:* Einbeziehung natürlicher Mittel, Benennung der physikalisch-chemischen Eigenschaften als Erklärungsansatz. *Schwächen:* keine Angaben zu Suche, Bewertung der Verzerrung und Zahlen im Abstract; der Hinweis „im Allgemeinen“ zu Pre-Seed verdeckt, dass die Einzelstudien in Konzentration und Methode weit auseinanderliegen. *Einordnung:* Die Übersicht stimmt in der Kernaussage mit [s33] überein, ist aber im Urteil über einzelne Produkte entschiedener.

**Vanderschee und Kostov 2025: Praxisleitfaden „Approach to lubricant use for sexual activity“ [s25].**
Der Beitrag bietet einen Leitfaden für den Gebrauch von Gleitmitteln bei sexueller Aktivität; die Suche reichte von 2003 bis 2024. Er betont den Nutzen bei Trockenheit, Schmerzen beim Verkehr und bei Kondomgebrauch. Die Verträglichkeit für Spermien ist nicht sein Schwerpunkt, Fruchtbarkeitsdaten gibt er nicht wieder. *Einordnung:* Für die Fragestellung dieser Studie ist er nur als Beleg für den Stand der allgemeinen Praxisliteratur von Belang.

### Übersichten zum Zeitpunkt des Verkehrs

**Gibbons et al. 2023: Cochrane-Übersicht „Timed intercourse for couples trying to conceive“ (Aktualisierung) [s46].**
Die Aktualisierung umfasst sieben randomisierte Studien mit 2.464 Frauen oder Paaren. Die Evidenzsicherheit reicht von moderat bis sehr niedrig. Urinäre Ovulationstests erhöhten gegenüber Verkehr ohne Vorhersage wahrscheinlich die Lebendgeburtenrate (Risk Ratio 1,36; 95-%-KI 1,02 bis 1,81; eine Studie, n = 844; moderate Sicherheit) und die klinische oder durch Urintest bestätigte Schwangerschaft (1,28; 1,09 bis 1,50; vier Studien, n = 2.202; moderat). Die klinische Schwangerschaft allein (1,09; 0,51 bis 2,31; n = 148; niedrig) und der Stress (Mittelwertdifferenz 1,98; minus 0,87 bis 4,83; n = 77; sehr niedrig) blieben unklar. Bei den Methoden der Fruchtbarkeitswahrnehmung lag die Lebendgeburtenrate bei 0,95 (0,76 bis 1,20; zwei Studien, n = 157; niedrig), die Zeit bis zur Schwangerschaft bei einem Hazard Ratio von 0,86 (0,53 bis 1,38; n = 140). Zur Ultraschallmethode fand sich keine Studie. Die Ergebnisse gelten für Frauen unter 40 Jahren mit weniger als zwölf Monaten Kinderwunsch.

*Stärken:* Cochrane-Methodik mit GRADE, Konfidenzintervalle für alle Endpunkte. *Schwächen:* wenige Studien je Vergleich, breite Konfidenzintervalle bei mehreren Endpunkten, begrenzte Gültigkeit auf die genannte Altersgruppe. *Einordnung:* Die Übersicht betrifft die Vorhersage des Eisprungs, nicht die Samenqualität.

**Manders et al. 2015: Cochrane-Übersicht, Erstfassung [s117].**
Die Erstfassung schloss fünf randomisierte Studien ein; vier davon (n = 1.387) gingen in die Metaanalyse. Die Schwangerschaftsrate (klinisch oder selbstberichtet) lag bei einem Risk Ratio von 1,35 (1,06 bis 1,71). Die Lebendgeburtenrate (0,75; 0,16 bis 3,41; n = 17) und die klinische Schwangerschaft (1,10; 0,57 bis 2,12) waren unklar. Die Evidenzsicherheit war niedrig bis sehr niedrig; eine große Studie (n = 1.453) lieferte keine Gruppendaten. *Einordnung:* Die Aktualisierung [s46] ersetzt die Erstfassung, übernimmt aber Teile derselben Studienbasis; beide dürfen nicht als zwei unabhängige Bestätigungen gezählt werden.

**Stanford et al. 2002: Übersicht „Timing intercourse to achieve pregnancy: current evidence“ [s155].**
Die Arbeit richtet sich an Ärzte, die vor einer Schwangerschaft beraten. Nach der damals verfügbaren Evidenz seien Methoden, die das Zeitfenster der Fruchtbarkeit vorausschauend erkennen, für den Zeitpunkt des Verkehrs wirksamer als Kalenderrechnung oder Basaltemperatur. Als aussichtsreich nennt sie das Führen von Aufzeichnungen über den Zervikalsekret-Befund und einen handelsüblichen Fruchtbarkeitsmonitor, die den Eisprung klinisch anzeigen und ein längeres Fenster erkennen lassen als die Urin-LH-Tests. Das vollständige Fenster zu erkennen könne zu höheren Empfängnisraten führen. *Schwächen:* Eine Übersicht aus dem Jahr 2002 ohne quantitative Synthese und ohne Zahlen im Abstract; ihr Stand ist durch die Cochrane-Fassungen überholt.

### Übersicht zu Ejakulationshäufigkeit und Prostatakrebs (Randthema)

**Kokori et al. 2024: Narrative Übersicht [s36].**
Die Übersicht bespricht elf Studien mit unterschiedlichen Methoden zur Frage, ob die Ejakulationshäufigkeit mit dem Prostatakrebsrisiko zusammenhängt. Einige Studien zeigten eine inverse Beziehung, was auf einen möglichen Schutz hindeute, andere widersprüchliche Ergebnisse. Alter, Gesundheit der Harnwege und Lebensstil müssten berücksichtigt werden. Die Autoren verweisen auf Fortschritte wie Modelle des maschinellen Lernens und genetische Marker und fordern mehr Forschung zu Konsistenz, Mechanismen und Lebensverlauf. Zahlen nennt das Abstract nicht. *Einordnung:* Die Arbeit betrifft die Samenqualität nicht; die zugrunde liegenden Kohorten stehen im Beobachtungsteil [s153, s111, s51].

### Gesamteinordnung der zusammenfassenden Arbeiten

Die Übersichten bilden ein einheitliches Bild mit einer wichtigen Einschränkung. Einheitlich ist die Richtung: Längere Karenz geht mit größerem Volumen, höherer Konzentration und höherer Gesamtzahl einher [s32, s38, s22, s98, s127]. Beweglichkeit und DNA-Fragmentierung sind nach kurzer Karenz in den Metaanalysen besser [s32, s38, s22], in den systematischen Übersichten ohne Zahlen mit Tendenz zugunsten kurzer Karenz [s98, s96, s78]. Die Einschränkung betrifft Größe und Verlässlichkeit der Effekte: Der Fragmentierungsindex lag bei gesunden Männern in [s32] nur um 2,37 Prozentpunkte niedriger, mit einem Konfidenzintervall bis nahe null; bei unerklärter Infertilität lag die Differenz bei 5,63 Prozentpunkten. Kein Abstract der Übersichten quantifiziert die Heterogenität außer [s37]. Der Vergleich kurzer Karenz mit Hodenspermien [s37] stützt sich auf Zahlen, die nach eigenen Angaben der Autoren aus einem indirekten Vergleich mit dreifacher Einrechnung entstanden sind.

Klinische Endpunkte sind weniger gut belegt. Die systematische Übersicht [s53] meldet bessere Raten bei kürzerer Karenz, die Metaanalyse [s32] fand nur für die klinische Schwangerschaftsrate nach Insemination um den dritten Tag einen Rückgang, und die Übersicht [s98] sah nur einige Studien mit Vorteilen. Zur Ejakulationshäufigkeit selbst, zu Gleitmitteln und zum Zeitpunkt des Verkehrs gibt es keine Metaanalyse; die Gleitmittelübersichten [s33, s39] halten die Datenlage für eine Leitlinie für unzureichend. Die Cochrane-Fassungen [s117, s46] betreffen die Vorhersage des Eisprungs und sprechen für einen Nutzen der Ovulationstests bei der Lebendgeburt mit moderater Sicherheit, ohne Aussage zur Samenqualität.

## Studienlage: Beobachtungsstudien

### Überblick und Gliederung

Die Beobachtungsstudien machen den größten Teil der Literatur aus. Sie lassen sich in sieben Gruppen ordnen, die im Folgenden nacheinander behandelt werden: erstens große retrospektive und prospektive Auswertungen von Samenbefunden nach Karenz (Europa, Amerika, Afrika, Indien und Vietnam), zweitens dieselbe Fragestellung in China, Japan und Hongkong, drittens Studien zur Ejakulationshäufigkeit und zu wiederholten Ejakulaten, viertens Studien mit einer zweiten Probe nach Stunden, fünftens Studien zu klinischen Endpunkten (Insemination, ICSI, IVF) und zu Erregung, Tageszeit und Dauer der Probengewinnung, sechstens Studien zu Häufigkeit und Zeitpunkt des Verkehrs sowie zur Sexualfunktion und siebtens die Kohorten zu Gleitmittelgebrauch und zum Prostatakrebs.

Gemeinsam ist fast allen Arbeiten, dass die Karenz von den Männern selbst angegeben und nicht überprüft wurde, dass die Männer zur Abklärung eines unerfüllten Kinderwunsches oder zur Kryokonservierung kamen und dass Männer mit unterschiedlicher Karenz sich auch in Alter, Befund und Anlass der Probe unterscheiden können. Die Studien zeigen Zusammenhänge und keine Ursachen. Wo Vorher-nachher-Studien ohne Kontrollgruppe vorgestellt werden, wird dies jeweils gesagt, weil bei ihnen die Regression zur Mitte (hohe Ausgangswerte sinken bei Wiederholung auch ohne Eingriff) eine Teilerklärung sein kann.

### Große Auswertungen von Samenbefunden nach Karenz (Europa, Amerika, Afrika, Indien, Vietnam)

**Levitas et al. 2005: Retrospektive Analyse von 9.489 Proben [s149].**
Die Autoren aus Israel (Affiliation) analysierten rückblickend 9.489 Samenproben von 6.008 Patienten nach dem WHO-Handbuch. Die Proben wurden nach Konzentration gruppiert (schwere, mäßige und leichte Oligozoospermie sowie Normozoospermie) und nach Karenztagen ausgewertet. Bei den 3.506 oligozoospermen Proben lag die höchste mittlere Beweglichkeit (30,3 %) nach einem Tag Karenz. Der Anteil normal geformter Spermien erreichte bei leichter bis mäßiger Oligozoospermie (n = 2.260) Spitzenwerte von 7,4 bis 8,6 % bei null bis zwei Tagen. Bei den 5.983 normozoospermen Proben sanken Beweglichkeit und Normalformen bis zu den Tagen 11 bis 14 auf 33,1 % und 7,0 %. Die Autoren folgern, bei Patienten mit männlichem Faktor sei eine Probe nach nur einem Tag günstig und bei Normalbefunden oder Spendern sei eine Karenz von höchstens zehn Tagen vertretbar; das ist ihre Schlussfolgerung. Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht.
*Stärken:* sehr große Probenzahl, Trennung nach Befundgruppen. *Schwächen:* Mehrfachproben desselben Mannes sind nicht unabhängig, keine Randomisierung, Karenz nach Selbstangabe. *Einordnung:* Die Arbeit gehört zu den frühen großen Auswertungen, die zeigten, dass das Muster der Karenz vom Ausgangsbefund abhängt.

**Levitas et al. 2006: Akrosomenindex bei Teratozoospermie [s145].**
Dieselbe Arbeitsgruppe wertete 1.800 Proben mit Teratozoospermie aus. Bei normozoospermen Proben (n = 1.264) sank der Akrosomenindex von 10,2 ± 3,6 % am zweiten Tag auf 8,5 ± 4,0 % am fünften Tag (p = 0,001). Bei oligozoospermen Proben (n = 536) sank er von 8,7 ± 3,5 % am ersten Tag auf 6,8 ± 3,7 % am fünften Tag (p = 0,04). Konfidenzintervalle fehlen. *Schwächen:* Es werden nur Zeitpunkte zwischen Tag 1 und Tag 5 verglichen; die Folgen für die Befruchtung wurden nicht untersucht. *Einordnung:* Ein selten betrachtetes Funktionsmerkmal (Akrosom) folgt derselben Richtung wie Beweglichkeit und Morphologie: günstigere Werte bei kürzerer Karenz.

**Keihani et al. 2017: Große Kohorte aus den USA [s104].**
Aus 15.623 Patienten einer Praxis (2002 bis 2013) gingen 11.782 Untersuchungen von 10.095 Patienten in die Auswertung ein (mittleres Alter 32,4 Jahre, mediane Karenz 4,0 Tage; 9.840 normozoosperme und 1.939 oligozoosperme Proben). Die Karenz wurde in vier Gruppen geteilt (bis 2 Tage, über 2 bis 5, über 5 bis 7 und über 7 Tage). Gemischte Modelle berücksichtigten das Alter und die Mehrfachproben. Bei normozoospermen Männern waren längere Karenzgruppen mit größerem Volumen, höherer Konzentration, höherer Gesamtspermienzahl und höherer Gesamtzahl beweglicher Spermien verbunden. Bei oligozoospermen Männern verbesserte sich außer dem Volumen kein Parameter mit längerer Karenz. Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht.
*Stärken:* große Zahl, Berücksichtigung der Mehrfachproben und des Alters, getrennte Auswertung nach Befund. *Schwächen:* retrospektiv, Selbstangabe der Karenz, nur Daten einer Praxis. *Einordnung:* Der Befund, dass bei Oligozoospermie längere Karenz seltener einen Zuwachs bringt, wird von weiteren Arbeiten bestätigt [s42, s44].

**Russo et al. 2025: 23.527 Samenproben aus Italien [s23].**
Retrospektive Analyse aus Catania (2013 bis 2024), Karenz zwei bis sieben Tage. Bei normozoospermen Patienten stieg von Tag 1 bis Tag 7 die Gesamtspermienzahl von 92,4 auf 191,1 Millionen (p < 0,01), die Konzentration von 44,5 auf 72,0 Millionen je ml (p < 0,01) und der Anteil normal geformter Spermien von 6 auf 12,5 % (p = 0,03). Die Beweglichkeit (Kategorien A und B) lag bei 50,0 gegen 48,0 % (p = 0,43). Bei Patienten mit auffälligem Befund stiegen Gesamtzahl (16,38 gegen 56,0; p < 0,01), Konzentration (8,0 gegen 18,0; p < 0,01) und Morphologie (3,0 gegen 5,0; p < 0,01), während die Beweglichkeit von 28,0 auf 21,0 % (p < 0,01) und der pH-Wert von 8,1 auf 7,9 sanken. Bei Asthenozoospermie fiel die Beweglichkeit von 11,8 auf 6,1 %, bei Teratozoospermie die Morphologie von 2,13 auf 1,26 % (jeweils p < 0,01). Die Autoren schließen auf je nach Befundtyp unterschiedliche Verläufe. Es sind Medianwerte und p-Werte genannt, Konfidenzintervalle fehlen. Koautoren stammen auch aus Riad.
*Stärken:* sehr große Fallzahl, getrennte Auswertung nach vier Befundtypen, Beweglichkeit und Morphologie getrennt betrachtet. *Schwächen:* retrospektiv, Selbstangabe der Karenz, ob Mehrfachproben desselben Mannes vorkommen, nennt das Abstract nicht, Einzelzentrum. *Einordnung:* Bei normozoospermen Männern ändert sich die Beweglichkeit über die Karenz kaum, bei auffälligem Befund sinkt sie: Dieselbe Karenzdauer wirkt in den Befundgruppen unterschiedlich [s63, s42].

**Nguyen et al. 2025: Querschnitt mit Intra-Individuen-Analyse aus Vietnam [s20].**
Die Arbeit aus Hanoi wertete 11.297 Untersuchungen von 9.595 Männern aus; 1.702 Männer hatten innerhalb eines Monats zwei Analysen. Dadurch ließen sich Unterschiede zwischen Personen von Unterschieden innerhalb derselben Person trennen. Die Karenz korrelierte positiv mit Volumen, Konzentration und Gesamtzahl beweglicher Spermien, und zwar sowohl zwischen als auch innerhalb der Männer. Eindeutige Gipfel bei Verlängerung der Karenz fanden sich nicht. Der Anteil beweglicher Spermien stieg zwischen den Personen leicht mit der Karenz (β = 0,16; p < 0,01), nicht aber innerhalb der Person. Mit der Geradeaus-Geschwindigkeit bestand kein Zusammenhang. Ein Unterschied der Karenz zwischen den zwei Proben von höchstens einem Tag verringerte die Schwankung der Werte. Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht.
*Stärken:* Die Intra-Individuen-Analyse nimmt Störgrößen heraus, die zwischen Personen bestehen (Alter, Befund); die Fallzahl ist sehr groß. *Schwächen:* Selbstangabe der Karenz, Männer in der Fertilitätsabklärung, zwei Proben nur bei einem Teil. *Einordnung:* Das ist eine der methodisch sorgfältigsten Beobachtungsstudien; die Beweglichkeit hängt innerhalb derselben Person nicht von der Karenz ab, ein Hinweis, dass Gruppenunterschiede teilweise auf Unterschiede zwischen Männern zurückgehen können.

**Meitei et al. 2022: Registerkohorte aus Indien [s63].**
Ausgewertet wurden 10.674 Ejakulate von 7.972 subfertilen Männern in vier Karenzintervallen über 0 bis 15 Tage, bereinigt für das Alter. Längere Karenz ging mit höherem Volumen, höherer Gesamtspermienzahl und (außer bei Oligozoospermie) höherer Konzentration einher (p < 0,05). Beweglichkeit (außer bei Asthenozoospermie) und Vitalität waren niedriger (p < 0,05); in der Gruppe mit abnormem Befund war die DNA-Fragmentierung höher (p < 0,01). Nach der Aufbereitung stiegen bei Normozoospermie Konzentration und Gesamtzahl beweglicher Spermien mit längerer Karenz (p < 0,05). Die Autoren folgern, eine allgemeine Empfehlung langer Karenz habe keinen klinischen Wert. Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht.
*Stärken:* große Zahl, Registerdaten, Alter berücksichtigt, Aufbereitung berücksichtigt. *Schwächen:* retrospektiv, Mehrfachproben, nur subfertile Männer. *Einordnung:* Die Arbeit zeigt, dass der Nachteil langer Karenz vor allem in der Gruppe mit abnormem Befund sichtbar wird.

**Xie et al. 2024: 4.423 Männer aus der Schweiz [s42].**
Retrospektive Auswertung aus Zürich mit 1.256 gesunden Proben und 3.167 Proben mit Oligo-, Astheno-, Terato- oder kombinierter Störung; die Karenz wurde je Tag sowie in den Gruppen 0 bis 2, 3 bis 7 und über 7 Tage betrachtet. Längere Karenz ging mit höherer Konzentration einher (p < 0,001; nicht bei Oligozoospermie) und mit geringerer Progressivbeweglichkeit bei normalen (p < 0,001) und teratozoospermen Proben (p < 0,001). Normal geformte Spermien waren bei Normalbefund nach kürzerer Karenz häufiger (p = 0,03), bei kombinierter Störung nach längerer (p = 0,013). Die Autoren nennen die Ergebnisse zur Morphologie unschlüssig. Konfidenzintervalle fehlen.
*Stärken:* Trennung nach Befundtyp, Betrachtung von Tagen und Gruppen. *Schwächen:* retrospektiv, Selbstangabe, gegenläufige Morphologiebefunde. *Einordnung:* Die gegenläufige Richtung der Morphologie bei Normalbefund und bei kombinierter Störung ist ein Beispiel dafür, dass „besser bei kürzerer Karenz“ nicht für jeden Parameter und jede Gruppe gilt.

**Akhigbe et al. 2022: 5.165 Proben aus Nigeria [s56].**
Retrospektive Auswertung (April 2015 bis April 2020) mit den Karenzgruppen unter 2, 2 bis 3 und 3 bis 7 Tage, getrennt nach normozoospermen und oligozoospermen Proben. Bei Normozoospermie waren Konzentration und Gesamtzahl bei längerer Karenz höher. Bei Oligozoospermie stieg das Volumen, während Konzentration, Gesamtzahl und Progressivbeweglichkeit sanken. Das Abstract nennt keine Zahlen und keine Konfidenzintervalle. *Stärken:* Daten aus einem Land Subsahara-Afrikas, die in der Literatur selten sind. *Schwächen:* keine Zahlen im Abstract, retrospektiv, enge Karenzgruppen bis höchstens sieben Tage. *Einordnung:* Die Verläufe entsprechen den Befunden aus Europa, Nordamerika und Asien.

**Dupesh et al. 2020: 2.037 Befunde aus Indien [s83].**
Retrospektive Auswertung bei tamilischen Männern (1.621 normozoosperm, 416 oligozoosperm) in sechs Karenzgruppen von unter 24 Stunden bis über 30 Tage. Konzentration, Progressivbeweglichkeit und Normalformen unterschieden sich nicht signifikant; nur das Volumen unterschied sich (p < 0,0001). Die Gruppe unter 24 Stunden hatte in beiden Befundgruppen die höchsten mittleren Anteile progressiv beweglicher und normal geformter Spermien. Die Autoren halten die starre Zwei-bis-sieben-Tage-Vorgabe für lockerbar; das ist ihre Schlussfolgerung. Konfidenzintervalle fehlen. *Schwächen:* Die Gruppen mit sehr langer Karenz sind klein, der Studientyp erlaubt keinen Kausalschluss, und höchste Mittelwerte in der Kurzgruppe sind ohne signifikanten Gruppenunterschied zurückhaltend zu lesen. *Einordnung:* Die Studie bildet den Bereich bis über 30 Tage ab, den die meisten Arbeiten nicht erfassen.

**Comar et al. 2017: Kohorte mit 2.458 Männern aus Brasilien [s103].**
Die Karenz hing positiv mit Konzentration, Volumen und Leukozytenzahl zusammen, negativ mit Beweglichkeit und Vitalität. DNA-Fragmentierung (TUNEL) und mitochondriale Schädigung nahmen mit der Karenz zu, der Anteil protaminierter Spermien ebenfalls. Die Gruppen waren unter 2, 2 bis 5 und über 5 Tage. Das Abstract nennt keine Effektgrößen und keine Konfidenzintervalle. *Stärken:* Funktionsmaße (Mitochondrien, Chromatin) neben den Standardwerten. *Schwächen:* keine Effektgrößen im Abstract, Selbstangabe der Karenz. *Einordnung:* Eine der wenigen großen Studien mit Funktionsmessung auf Zellebene.

**Badreddine et al. 2023: 3.469 Proben aus Heimversand-Tests (USA) [s44].**
Retrospektive Auswertung von 3.469 Proben (2.609 normozoosperme, 860 oligozoosperme Männer), die per Post an ein Labor geschickt wurden. Bei Normozoospermie gingen längere Karenzzeiten mit höherer Konzentration, Gesamtzahl und Gesamtzahl beweglicher Spermien, aber geringerer Gesamt- und Progressivbeweglichkeit einher. Bei Oligozoospermie fielen die Zahl beweglicher Spermien und die Beweglichkeit rasch. Die Morphologie zeigte keinen Zusammenhang. Die Verläufe entsprachen denen der Praxisanalysen. Konfidenzintervalle fehlen im Abstract. *Schwächen:* Transport per Post kann die Beweglichkeit beeinflussen, Selbstangaben, Selbstselektion. *Einordnung:* Die Studie zeigt, dass die Muster auch in einer Gruppe auftreten, die nicht in einer Praxis, sondern zu Hause Proben abgibt.

**Sievers 1987: Studie an 1.063 Patienten (deutschsprachige Zeitschrift) [s170].**
Die Arbeit in der Zeitschrift für Hautkrankheiten untersuchte 1.063 Patienten (mittleres Alter 32 Jahre) in zwei Untersuchungen (1981 bis 1984) und wertete sowohl zwischen den Probanden (n = 1.001) als auch innerhalb der Probanden aus (kurze Karenz von 1 bis 4 Tagen gegen längere als 4 Tage). Volumen und Dichte stiegen mit der Karenz (innerhalb der Probanden p < 0,001). Der pH-Wert und die Fruktose blieben unbeeinflusst. Zwischen den Probanden nahm der Anteil beweglicher und normal geformter Spermien mit der Karenz ab, innerhalb der Probanden gab es keinen Einfluss. Die Arbeit folgert, Karenz bewirke eine Verbesserung der Spermienqualität, besonders bei Oligospermie; weitere Zahlen nennt das Abstract nicht.
*Stärken:* Trennung von Zwischen- und Innersubjektvergleich lange vor ähnlichen Arbeiten, frühe große Stichprobe. *Schwächen:* Die Folgerung steht im Gegensatz zu späteren Studien und ist als historisch einzuordnen; die Fallzahl der Innersubjektauswertung ist nicht genannt. *Einordnung:* Die Beobachtung, dass der Unterschied der Beweglichkeit nur zwischen, nicht innerhalb der Männer auftritt, stimmt mit der Beobachtung in [s20] überein.

**Elzanaty et al. 2005: Karenz und Nebenhodenmarker aus Schweden [s146].**
Untersucht wurden die Ejakulate von 422 Männern zur Abklärung einer Infertilität in den Gruppen G2-3, G4-5 und G6-7 (Karenztage). Der Anteil progressiv beweglicher Spermien war in G4-5 am höchsten (Mediane 55 gegen 47 und 42 %; p = 0,039 und p < 0,001). Spermien mit Flagellumdefekten waren in G6-7 häufiger (Mediane 14 gegen 10 und 10 %; p = 0,011 und p = 0,002). Die neutrale Alpha-Glucosidase als Nebenhodenmarker war in G2-3 niedriger als in G4-5 und G6-7 (23 gegen 34 und 34 mU je Ejakulat), ebenso Zink (6 gegen 8 und 8 µmol je Ejakulat). Konfidenzintervalle fehlen. *Stärken:* gleichzeitige Messung der Drüsensekrete, enge Karenzstufen innerhalb der WHO-Spanne. *Schwächen:* Männer in der Fertilitätsabklärung, Selbstangabe, Medianwerte ohne Streuungsmaße im Abstract. *Einordnung:* Der Befund, dass die Beweglichkeit in der mittleren Gruppe (vier bis fünf Tage) am höchsten war, widerspricht der Annahme eines einfachen Verlaufs (je kürzer, desto besser).

**Sobreiro et al. 2005: 500 fertile Männer vor Vasektomie aus Brasilien [s150].**
Die prospektive Studie untersuchte 500 fertile Männer, die sich für eine Vasektomie entschieden hatten. Ab fünf Tagen Karenz war die Beweglichkeit reduziert. Hinzu kamen Zusammenhänge mit einem Alter über 45 Jahren, der Jahreszeit (niedrigste Werte im Sommer) und dem Kaffeekonsum; 87,2 % hatten Normalformen unterhalb des WHO-Werts. Konfidenzintervalle und genaue Effektgrößen nennt das Abstract nicht. *Stärken:* fertile Männer ohne Fertilitätsabklärung, prospektives Vorgehen. *Schwächen:* Referenzbezug auf die damals geltenden Normwerte, keine Effektgrößen im Abstract, Selbstselektion durch den Entschluss zur Vasektomie. *Einordnung:* Die Studie ist eine der wenigen, die nicht an Männern mit Fertilitätsproblemen erhoben wurde.

**Sheybaee Moghaddam et al. 2019: Querschnitt an 100 Patienten einer urologischen Klinik [s93].**
Die im französischen Archiv HAL geführte Arbeit stammt aus dem Ali-Ibn-Abitaleb-Hospital. Karenzgruppen waren unter 2, 2 bis 9 und über 9 Tage. Die Korrelationsanalysen zeigten positive Beziehungen zwischen Karenz und Gesamtzahl, Konzentration, Volumen, DNA-Fragmentierung, reaktiven Sauerstoffspezies und pH-Wert sowie inverse Beziehungen zu Beweglichkeit und Morphologie. Das Abstract nennt keine Koeffizienten. Auffällig ist, dass die Einleitung des Abstracts vom vorzeitigen Samenerguss handelt, während Fragestellung und Methode die Karenz betreffen. *Schwächen:* keine Koeffizienten, Fallzahl klein, Unstimmigkeit im Abstract. *Einordnung:* Die Richtung der Befunde entspricht den großen Studien; wegen der Mängel des Abstracts hat die Arbeit wenig Gewicht.

**Direk et al. 2018: Retrospektive Auswertung bei 170 Patienten mit Normalbefund (Türkei) [s97].**
Die Arbeit in der Androloji Bülteni trägt den Titel „Cinsel perhiz süresi ve semen parametreleri arasındaki ilişki“ (Zusammenhang zwischen der Dauer der sexuellen Enthaltsamkeit und den Spermaparametern). Ausgewertet wurden 170 Patienten mit normalem Spermiogramm (Januar 2015 bis Juni 2017) in den Karenzgruppen 0 bis 1 Tag (30 Patienten), 2 bis 5 Tage (90) und 6 bis 7 Tage (50); das mittlere Alter war 31,06 ± 6,08 Jahre ohne Gruppenunterschied. Mit längerer Karenz stiegen Volumen, Konzentration und der Anteil unbeweglicher Spermien signifikant, während Gesamt- und Progressivbeweglichkeit signifikant sanken. pH-Wert und nicht-progressive Beweglichkeit unterschieden sich nicht. Effektgrößen, p-Werte und Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht. *Stärken:* einheitlicher Ausgangsbefund. *Schwächen:* retrospektiv, ausschließlich Normalbefunde, Karenz vermutlich nach Selbstangabe, kleine Kurzgruppe. *Einordnung:* Die türkische Arbeit bestätigt für Normozoospermie ein Absinken der Beweglichkeit mit längerer Karenz; andere Studien an Normozoospermie sehen das nicht [s23].

**Agarwal et al. 2016: Verlauf über 1 bis 11 Tage bei Normozoospermie (Cleveland, USA) [s108].**
Normozoosperme Männer gaben Proben nach 1, 2, 5, 7, 9 und 11 Tagen Karenz ab. Volumen, Konzentration und Gesamtzahl stiegen mit der Karenz (jeweils p < 0,001). Die DNA-Fragmentierung hing mit der Dauer zusammen (p < 0,001); ein und zwei Tage Karenz hatten die geringste Fragmentierung. Kurze Karenz hatte keinen schädlichen Einfluss, gemessen an den WHO-Grenzen von 2010. Die Fallzahl nennt das Abstract nicht. *Stärken:* enge Abstufung der Tage, vorgegebene Karenz. *Schwächen:* Fallzahl und Effektgrößen im Abstract nicht genannt. *Einordnung:* Die Studie ist die wichtigste Grundlage dafür, dass bei Normozoospermie auch ein oder zwei Tage Karenz die WHO-Grenzen nicht unterschreiten; Wirkungen auf die Fruchtbarkeit wurden nicht gemessen.

**Weitere Arbeiten zu Karenz und besonderen Messgrößen.**
*Hilsenrath et al. 1997 [s160]:* Bei zehn normozoospermen Männern lagen die Anteile X-tragender Spermien nach 1,0 bis 1,5 Tagen Karenz bei 47,6 ± 1,7 % und nach 7 bis 10 Tagen bei 49,6 ± 2,1 % (Verhältnis X zu Y von 0,905 auf 0,981; 40.273 Spermien analysiert). Die Autoren sehen die Grenzwertigkeit des Unterschieds und kaum Einfluss auf das Geschlechterverhältnis der Geburten. Sehr kleine Gruppe, Konfidenzintervalle fehlen. *Dunn und Picologlou 1977 [s175]:* Verflüssigungszeit und Volumen des Samens hängen von der Ejakulationshäufigkeit ab; das Volumen nimmt im Gleichgewicht linear mit steigender Ejakulationshäufigkeit ab (Viskosität im verflüssigten Zustand im Mittel 3,37 Centipoise). Das Abstract nennt keine Fallzahl. *Peña et al. 2001 [s156]:* Die chilenische Laborstudie (spanischer Originaltitel „Efecto de enzimas proteolíticas y de la abstinencia sexual en la cuantificación bioquímica de alfa-glucosidasa en plasma seminal humano“; Wirkung proteolytischer Enzyme und sexueller Karenz auf die biochemische Bestimmung der Alpha-Glucosidase im menschlichen Seminalplasma) bestimmte die Normwerte der Alpha-Glucosidase bei 50 Spendern mit normalem Spermiogramm (14,52 bis 25,69 µU/ml). Bei Serienproben von neun Patienten blieben die Werte im Bereich des Einzelnen; eine Untergruppe zeigte einen deutlichen Abfall der Aktivität bei kürzerer Karenz (im Abstract als „40 %“ ohne nähere Angabe). Das Thema ist der Nebenhodenmarker, nicht die Samenqualität im engeren Sinn. *Pérez Palazón et al. 2016 [s110]:* Die einjährige Verlaufsstudie aus Spanien (Titel „Factores asociados a la variabilidad de la calidad seminal: un estudio de seguimiento“; Faktoren, die mit der Variabilität der Samenqualität zusammenhängen: eine Verlaufsstudie) verfolgte 19 gesunde Freiwillige mit Proben alle vier bis sechs Wochen. Der höchste Variationskoeffizient innerhalb einer Person lag bei 74,5 % für die Gesamtzahl und 65,6 % für die Konzentration, gefolgt von 41,2 % für die Morphologie und 30,1 % für das Volumen; der niedrigste lag bei 14,6 % für die Beweglichkeit. Die Schwankungen waren bei Teilnehmern mit leichter bis mäßiger sportlicher Betätigung oder ohne regelmäßigen Konsum von Wein, Bier oder Kaffee geringer. Die Autoren folgern, eine einzelne Probe könne zur Fehldiagnose führen. Karenz und Ejakulationshäufigkeit sind als Einflussgrößen genannt, Zahlen dazu fehlen im Abstract; kleine Stichprobe. *Alipour et al. 2021 [s71]:* Eine Pilotstudie aus Aalborg (Dänemark) mit 31 normozoospermen Männern verglich per NMR-Metabolomik das Seminalplasma nach 2 Stunden und nach 4 bis 7 Tagen Karenz. Von 30 identifizierten Metaboliten waren je Million Spermien Pyruvat (1,92 [1,12 bis 3,87] gegen 1,29 [0,83 bis 2,62] ng; p < 0,001) und Taurin (0,58 [0,36 bis 0,92] gegen 0,43 [0,28 bis 0,95] ng; p < 0,05) nach kurzer Karenz höher; zugleich war der Anteil progressiv beweglicher Spermien nach kurzer Karenz höher. Die Streuungsangaben in Klammern stehen so im Abstract; ihre Art wird im Abstract nicht erläutert. Die Rolle von Pyruvat und Taurin für die Beweglichkeit ist eine Hypothese der Autoren; es ist eine Pilotstudie. *Sinan et al. 2022 [s66]:* Der Projektbericht „Sigara İçen Bireylerde Cinsel Perhiz Süresinin Sperm Parametrelerine Etkisi“ (Einfluss der Dauer der sexuellen Enthaltsamkeit auf die Spermaparameter bei Rauchern; Projekt 220S052 der Forschungsbehörde TÜBİTAK, Eintrag im türkischen Zeitschriftenverzeichnis TR Dizin) verglich normozoosperme Starkraucher und Nichtraucher nach 7 Tagen und nach 1 Tag Karenz (der Grenzwert der Zigarettenzahl ist im Abstract typografisch beschädigt als „?20“, vermutlich 20 oder mehr; das ist eine Vermutung). Gemessen wurden Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie, persistierende Histone, Vitalität, DNA-Fragmentierung und intrazelluläre reaktive Sauerstoffspezies, im Seminalplasma Malondialdehyd. In allen Gruppen stiegen Volumen und Gesamtzahl signifikant mit der Karenz. Raucher und Nichtraucher unterschieden sich bei den übrigen Parametern nicht signifikant, und die Karenzdauer veränderte diese Parameter nicht signifikant; nach langer Karenz war das Malondialdehyd bei Nichtrauchern signifikant höher. Fallzahlen und p-Werte stehen nicht im Abstract. Es handelt sich um einen Projektbericht, nicht um einen begutachteten Zeitschriftenartikel; die Autoren fordern selbst die Wiederholung bei Männern mit abnormen Befunden. Abweichend von Studien an Männern mit auffälligem Befund fand sich hier keine Änderung der DNA-Fragmentierung durch kurze Karenz.

### Karenz und Samenqualität in China, Japan und Hongkong

Die ostasiatischen Studien sind fast alle englischsprachig veröffentlicht; chinesische, japanische und koreanische Originalartikel aus den Datenbanken des jeweiligen Landes waren für die Gesamtstudie nicht abrufbar. Für fünf zentrale chinesische Studien wurden zusätzlich Ergebnisteil und Tabellen frei zugänglicher Volltexte ausgewertet [s14, s26, s27, s35, s59]. Mehrere Arbeiten stammen aus demselben Zentrum und sind nicht voneinander unabhängig.

**Yao et al. 2025: 3.052 Männer in der Fruchtbarkeitsdiagnostik, Nanyang (Henan) [s27].**
Querschnittsstudie an 3.052 Männern (mittleres Alter 30,9 ± 5,0 Jahre, mittlerer Körpermasseindex 24,7 ± 3,6; 42,3 % Raucher, 50,2 % tranken Alkohol). Die Karenz wurde in drei Gruppen geteilt: kurz (0 bis 1 Tag, n = 141), empfohlen (2 bis 7 Tage, n = 2.639) und lang (über 7 Tage, n = 272). Zwischen den Gruppen bestanden keine signifikanten Unterschiede bei Alter, Körpermasseindex, Rauchen, Alkohol, Bildung, chronischen Erkrankungen, Harnwegsinfektionen und Varikozele. Mediane (Interquartilsabstand) für kurz, empfohlen und lang: Volumen 2,3 (1,5 bis 2,8), 3,1 (2,2 bis 4,2) und 3,9 (2,7 bis 5,0) ml; Konzentration 37,4 (18,5 bis 64,0), 60,3 (30,7 bis 109,9) und 92,2 (47,7 bis 165,5) Millionen je ml; progressive Beweglichkeit 38,4, 37,6 und 33,0 %; Gesamtbeweglichkeit 42,8, 42,3 und 37,3 %; Gesamtzahl beweglicher Spermien 29,7, 75,0 und 123,4 Millionen; DNA-Fragmentierungsindex 11,5 (8,7 bis 16,2), 13,1 (8,5 bis 20,3) und 16,8 % (11,8 bis 28,7). Die Fragmentierung lag nur für eine Teilmenge vor (55, 1.040 und 112 Männer in den drei Gruppen). Die normale Morphologie (Median je 6,0 %) unterschied sich nicht (p = 0,38).

Odds Ratios gegen die empfohlene Gruppe (die bereinigten Werte lagen laut Text in gleicher Richtung): Kurze Karenz und Volumen unter 1,5 ml: OR 3,1 (95-%-KI 2,0 bis 4,7; p < 0,001); Konzentration unter 15 Millionen je ml: OR 1,7 (1,1 bis 2,6; p = 0,02); Gesamtzahl beweglicher Spermien unter 9 Millionen: OR 2,0 (1,3 bis 3,1; p < 0,001). Lange Karenz: Konzentration unter 15 Millionen je ml: OR 0,5 (0,3 bis 0,8; p = 0,007); progressive Beweglichkeit unter 32 %: OR 1,5 (1,2 bis 1,9; p = 0,002); Gesamtbeweglichkeit unter 40 %: OR 1,4 (1,1 bis 1,8; p = 0,007); Fragmentierungsindex über 30 %: OR 2,8 (1,7 bis 4,6; p < 0,001). Für die Morphologie fanden sich keine signifikanten Zusammenhänge. Kubische Splines zeigten nichtlineare Beziehungen zu Volumen (p für Nichtlinearität < 0,001), Konzentration (p = 0,039) und Gesamtzahl beweglicher Spermien (p < 0,001). Bei langer Karenz sanken die Geschwindigkeitsparameter (VCL, VSL, VAP, BCF, MAD; p < 0,001 beziehungsweise 0,001), während ALH, LIN, WOB und STR zunahmen (p 0,03 bis 0,04).
*Stärken:* große Stichprobe, drei klar abgegrenzte Gruppen, Bereinigung, Spline-Modelle, Bewegungsparameter. *Schwächen:* Die Kurzgruppe ist klein (n = 141), die Fragmentierung ist nur bei einem Teil der Männer gemessen, Querschnitt mit je einer Probe, Männer der Fruchtbarkeitsdiagnostik, Karenz nach Selbstangabe. *Einordnung:* Die Autoren sehen sowohl kurze als auch lange Karenz mit geringerer Qualität in je anderen Merkmalen verbunden: Kurze Karenz geht mit weniger Menge, lange mit geringerer Beweglichkeit und höherer Fragmentierung einher.

**Chen et al. 2022: 2.952 Männer, Alter und Karenz, Fuzhou (Fujian) [s59].**
Retrospektive Studie am Fujian Maternity and Child Health Hospital (Juni 2018 bis Juli 2020). Die Proben wurden nach zwei bis sieben Tagen Karenz durch Masturbation gewonnen. Gruppiert wurde nach Alter (bis 25, 26 bis 30, 31 bis 35, 36 bis 40, 41 bis 45, über 45 Jahre) und nach dem Karenztag (2 bis 7 Tage); die Statistik umfasste Varianzanalyse und Pearson-Korrelation. Gesamtkohorte: Alter 32,3 ± 5,0 Jahre, Karenz 4,2 ± 1,2 Tage, Volumen 3,3 ± 1,3 ml, Konzentration 45,3 ± 29,3 Millionen je ml, progressive Beweglichkeit 38,3 ± 16,5 %, normale Morphologie 7,5 ± 4,3 %, Fragmentierungsindex 14,0 ± 8,0 %. Nach Karenztag (Tage 2, 3, 4, 5, 6, 7 mit n = 157, 810, 836, 689, 256, 204): Volumen 2,6 ± 1,1, 3,0 ± 1,2, 3,3 ± 1,3, 3,4 ± 1,3, 3,5 ± 1,4 und 3,8 ± 1,7 ml; Fragmentierungsindex 12,9 ± 7,9, 13,3 ± 7,7, 13,6 ± 7,8, 14,7 ± 8,2, 15,1 ± 8,3 und 16,1 ± 8,1 %; progressive Beweglichkeit 37,7 ± 16,9 % am Tag 2, 39,5 ± 16,5 % am Tag 4 und 34,7 ± 15,7 % am Tag 7. Signifikante Unterschiede zwischen den Tagen: Volumen p < 0,001, Konzentration p < 0,001, progressive Beweglichkeit p = 0,012, Fragmentierung p < 0,001; keine Unterschiede bei den Morphologiemaßen (alle p > 0,05). Die Konzentration am Tag 7 lag mit 46,7 ± 30,0 Millionen je ml nicht über der am Tag 2 (48,6 ± 33,7), der Verlauf ist also nicht einfach monoton. Nach Alter sank das Volumen von 3,6 ± 1,5 ml (bis 25 Jahre) auf 2,6 ± 1,3 ml (über 45 Jahre), die progressive Beweglichkeit von 41,2 ± 15,7 auf 28,5 ± 17,3 %, und der Fragmentierungsindex stieg von 12,3 ± 6,4 auf 17,4 ± 8,4 % (jeweils p < 0,001). Die Autoren sehen Bewegungsparameter und Fragmentierung linear mit Alter und Karenz verknüpft, ausgenommen die Morphologie.
*Stärken:* große Zahl, enge Tagesstufen, Alter und Karenz parallel ausgewertet, Teilmaße der Morphologie. *Schwächen:* Univariate Vergleiche und Korrelationen ohne gemeinsame multivariable Bereinigung, sodass Alter und Karenz nicht getrennt sind; nur Karenz von zwei bis sieben Tagen, also keine Aussage zu sehr kurzer oder sehr langer Karenz; Konfidenzintervalle fehlen. *Einordnung:* Die Fragmentierung steigt auch innerhalb der WHO-Spanne schrittweise (12,9 auf 16,1 %), allerdings gemeinsam mit dem Alter in einer Querschnittsauswertung.

**Wang et al. 2026: Alter und Karenz vor Spermakryokonservierung, Guangzhou [s14].**
Retrospektive Analyse am Guangdong Provincial Reproductive Hospital (Januar 2023 bis Dezember 2024). Karenzgruppen 0 bis 2, 3 bis 5, 6 bis 7 und über 7 Tage (n = 85, 673, 159, 25; zusammen 942), Altersstrata unter 40 und ab 40 Jahre. Mediane in der Reihenfolge der Gruppen: Fragmentierungsindex 11,8, 15,8, 18,1 und 26,7 %; progressive Beweglichkeit 39,5, 30,0, 31,3 und 22,0 %; Volumen 2,7, 3,4, 3,5 und 4,1 ml; Konzentration 53,3, 54,6, 86,1 und 118,2 Millionen je ml; Gesamtzahl progressiv beweglicher Spermien 51,0, 52,2, 86,2 und 91,0 Millionen. Die Normalform unterschied sich nicht (Kruskal-Wallis p = 0,967); die übrigen Größen waren signifikant verschieden (p < 0,001 bis < 0,0001). Bei Männern ab 40 Jahren war die Qualität nach 0 bis 2 Tagen am besten, trotz geringeren Volumens und geringerer Konzentration; bei Männern unter 40 Jahren war sie nach 3 bis 5 Tagen am besten. Bei den Älteren stieg die Fragmentierung mit längerer Karenz deutlicher; bei 0 bis 2 Tagen unterschied sie sich zwischen den Altersgruppen nicht signifikant. 104 Patienten erhielten anschließend eine Behandlung der assistierten Reproduktion (48 unter 40, 56 ab 40 Jahre; mittleres Alter 38,96 Jahre); die Karenz unterschied sich zwischen den Altersgruppen nicht (Median 4 Tage; p = 0,64), Unterschiede bestanden bei Alter der Partnerin, Embryonen an Tag 3, Blastozysten und Lebendgeburt (p < 0,05).
*Stärken:* Altersstratifizierung, Berücksichtigung der Nichtlinearität, klinisch relevante Population der Kryokonservierung. *Schwächen:* sehr kleine Gruppen bei über 7 Tagen (n = 25) und 0 bis 2 Tagen (n = 85); Einzelzentrum; die Wechselwirkung von Alter und Karenz ist nicht als formaler Test ausgewiesen; die Auswertung der assistierten Reproduktion umfasst nur 104 Fälle, und das Alter der Partnerin ist ein starker Störfaktor; die Einleitung des Volltexts nennt „Patienten mit pre-ejaculatory fluid emission“, was nicht dem üblichen Kryokonservierungskollektiv entspricht und die Übertragbarkeit offenlässt. *Einordnung:* Die Studie ist ein Hinweis auf eine Wechselwirkung mit dem Alter, die in [s08] nicht bestätigt wurde.

**Liu-Qing und Jing 2026: U-förmiger Verlauf der Normalform, Tai'an (Shandong) [s08].**
Retrospektive Analyse an 1.262 Männern (2023 bis 2024) mit zwei bis sieben Tagen Karenz; quadratische Regression; Altersstrata bis 35 Jahre (n = 996) und über 35 Jahre (n = 266). Insgesamt bestand ein U-förmiger Zusammenhang zwischen Karenz und Anteil normaler Spermienformen (quadratischer Term p = 0,002) mit einem Wendepunkt bei 4,62 Tagen (Tiefpunkt 3,01 % am fünften Tag). Er war signifikant bei bis zu 35 Jahren (p = 0,013; Wendepunkt 4,60 Tage), nicht bei über 35 Jahren (p = 0,075). Die Wechselwirkung von Alter und Karenz war nicht signifikant (p = 0,878); die Autoren mahnen deshalb zur Vorsicht bei der Deutung von Altersunterschieden. Mit der Beweglichkeit (progressiv und gesamt) bestand weder ein U-förmiger noch ein linearer Zusammenhang. Es wurde nur das Abstract abgerufen; Konfidenzintervalle nennt es nicht.
*Stärken:* ausdrücklich nichtlineares Modell, berechneter Wendepunkt, offen berichtete nicht signifikante Wechselwirkung. *Schwächen:* Ein Tiefpunkt von rund 3 % Normalform liegt in einem Bereich, in dem schon kleine Beurteilungsunterschiede ins Gewicht fallen können (Einschätzung dieser Studie); Einzelzentrum; retrospektiv. *Einordnung:* Der Befund steht im Gegensatz zu [s27], [s14] und [s59], die keinen Morphologieeffekt fanden.

**Jiang et al. 2024: Vorletzte Karenz, Changchun (Jilin) [s35].**
Querschnittsstudie an 1.503 Männern des Reproduktionszentrums des First Hospital of Jilin University (November 2023 bis Juli 2024) mit Untersuchung, Fragebogen und Samenprobe. Neu ist die „vorletzte Ejakulationskarenz“ (Zeit vor der vorletzten Ejakulation, englisch penultimate ejaculatory abstinence). Quartile: Q1 1 bis 3 Tage (n = 382), Q2 4 bis 5 (n = 396), Q3 6 bis 9 (n = 376), Q4 über 9 Tage (n = 349); bereinigt unter anderem für die aktuelle Karenz. Laut Fragebogen wussten 81,4 % der Paare nicht, dass die Karenz die Samenqualität beeinflusst; 44,6 % hatten den Verkehr zeitlich auf die Ovulationsphase abgestimmt, nur 12,6 % hatten dabei ein- bis zweimal in dieser Phase und kaum außerhalb Verkehr (so die Formulierung des Volltexts). Korrelationen der vorletzten Karenz (r mit 95-%-KI): Fragmentierung 0,22 (0,17 bis 0,27); Volumen 0,07 (0,02 bis 0,12); Konzentration 0,07 (0,02 bis 0,12); Gesamtzahl 0,11 (0,06 bis 0,16); progressive Beweglichkeit minus 0,06 (minus 0,11 bis 0,00; p = 0,033); Vitalität minus 0,11 (minus 0,16 bis minus 0,06); Morphologie minus 0,04 (p = 0,144). Bereinigte Regressionskoeffizienten (Referenz Q1): Fragmentierung Q2 1,47 (0,22 bis 2,73; p = 0,022), Q3 2,00 (0,72 bis 3,28; p = 0,002), Q4 5,38 (4,07 bis 6,69; p < 0,001); Volumen Q4 0,39 ml (0,18 bis 0,60); Gesamtzahl Q4 47,15 Millionen (26,45 bis 67,85); progressive Beweglichkeit Q4 minus 3,67 (p = 0,002); Vitalität Q4 minus 3,91 (p < 0,001). Bereinigte Odds Ratios (Referenz Q1): Fragmentierung über 15 %: Q2 1,5 (1,10 bis 2,04), Q3 1,51 (1,10 bis 2,06), Q4 2,42 (1,76 bis 3,33); Fragmentierung über 30 % in Q4: 4,25 (2,37 bis 7,62); Asthenozoospermie in Q4: 1,45 (1,07 bis 1,96); Nekrozoospermie in Q4: 1,99 (1,07 bis 3,69). Zugleich waren Konzentration (p = 0,025), Gesamtzahl (p < 0,001) und Vitalität (p < 0,001) im oberen Quartil höher, wie im Abstract berichtet.
*Stärken:* neue, vorher kaum untersuchte Größe, große Zahl, Bereinigung für die aktuelle Karenz, Fragen zu Wissen und Verhalten der Paare. *Schwächen:* rückblickend selbst berichtete Karenzzeiten (Erinnerungsfehler möglich), Querschnitt, ein Zentrum, gemischte Gruppen (gesunde, infertile und Paare mit Schwangerschaftsverlust); die aktuelle Karenz zeigt über die Quartile kein einheitliches Muster, die Bereinigung kann daher unvollständig sein. *Einordnung:* Die Studie zeigt, dass nicht nur das letzte Intervall, sondern auch die Abfolge der Ejakulationen davor mit der Fragmentierung zusammenhängt; die Stichprobe überschneidet sich vermutlich mit [s26], beide dürfen nicht als zwei unabhängige Bestätigungen gelten.

**Yoshiakwa-Terada et al. 2024: Prädiktoren der DNA-Fragmentierung, Mie (Japan) [s43].**
Retrospektive Beobachtungsstudie an 359 Patienten (Reproductive Medicine and Biology). Der Fragmentierungsindex (TUNEL, Durchflusszytometrie) war mit Alter, Karenzdauer und computergestützten Spermienmaßen korreliert; geringere Beweglichkeit und abweichende Kopfmaße gingen mit höherer Fragmentierung einher. Das Abstract nennt keine Korrelationskoeffizienten und keine Konfidenzintervalle. *Schwächen:* Die Karenz ist hier ein Nebenbefund eines Faktorenmodells; Effektgrößen fehlen. *Einordnung:* Die Arbeit stützt, dass Alter, Beweglichkeit und Karenz zusammen mit der Fragmentierung verknüpft sind, ohne ihren Beitrag zu beziffern.

**Shuai et al. 2019: 9.694 Proben, Zhengzhou [s94].**
Die Arbeit in der Zhonghua nan ke xue trägt in der Datenbank den Titel „[Correlation of sperm DNA fragmentation index with semen parameters]“ (Zusammenhang des DNA-Fragmentierungsindex mit den Samenparametern); der chinesische Originaltitel wurde nicht abgerufen. Der Index korrelierte positiv mit Alter (r = 0,15), Karenz (r = 0,10; p < 0,01), Volumen (r = 0,05) und HDS (r = 0,15) und negativ mit Konzentration (r = minus 0,27), Gesamtbeweglichkeit (r = minus 0,53), progressiver Beweglichkeit (r = minus 0,52) und Normalform (r = minus 0,16). In der multiplen Regression gehörte die Karenz zu fünf unabhängigen Einflussgrößen (Gesamtbeweglichkeit, Konzentration, Alter, Karenz, pH-Wert). *Stärken:* große Zahl, multiple Regression. *Schwächen:* Die Korrelation mit der Karenz ist mit r = 0,10 schwach; Konfidenzintervalle fehlen. *Einordnung:* Die Karenz erklärt von der Fragmentierung nur einen kleinen Teil; die Beweglichkeit hängt deutlich stärker mit ihr zusammen.

**Lu et al. 2018: 1.010 subfertile Männer, Nanjing [s100].**
Prospektive Korrelationsstudie (Reproductive Biology and Endocrinology). Der Fragmentierungsindex war positiv mit Alter und Karenz korreliert (p < 0,001). In der multivariaten Regression blieben laut Abstract Alter, Volumen, Konzentration, progressive Beweglichkeit, TNPMS und Akrosomintaktheit unabhängig mit dem Index verknüpft; die Karenz wird dort nicht unter den unabhängigen Größen genannt. *Schwächen:* Die Karenz ist ein Nebenbefund; Effektgrößen fehlen im Abstract. *Einordnung:* Die einfache Korrelation mit der Karenz verschwindet in dieser Arbeit offenbar nach Bereinigung, im Gegensatz zu [s94].

**Shi et al. 2018: Lebensstil und demografische Faktoren, Hongkong [s102].**
Querschnittsstudie an 328 Männern (Systems Biology in Reproductive Medicine). Mit der Karenz waren Gesamtspermienzahl (p = 0,001), Konzentration (p = 0,011), Gesamtzahl beweglicher Spermien (p = 0,009) und Fragmentierungsindex (p = 0,032) assoziiert; das Alter hatte nach Angabe der Autoren mehr Einfluss auf die Samenparameter als die übrigen Merkmale. Verallgemeinerte additive Modelle erlaubten nichtlineare Verläufe. *Schwächen:* kleine Fallzahl, Konfidenzintervalle fehlen. *Einordnung:* Hier erscheint die Karenz als eine unter mehreren Einflussgrößen.

**Pokhrel et al. 2019: Junge Männer, Wuhan [s91].**
Querschnittsstudie (Andrologia). Volumen (p < 0,0001), Gesamtspermienzahl (p < 0,0001) und Konzentration (p < 0,033 laut Abstract) waren bei Karenz über fünf Tagen höher. Zu Alter, Kaffee, Alkohol, körperlicher Aktivität, Schlafdauer und Handynutzung fand sich kein Zusammenhang. Die Fallzahl nennt das Abstract nicht. *Schwächen:* Fallzahl nicht angegeben, Effektgrößen fehlen. *Einordnung:* Nebenbefund zur Karenz bei einer Studie über Lebensstilfaktoren.

**Tang et al. 2013: Fertile Männer, Guangzhou [s131].**
Die Arbeit in der Zhonghua nan ke xue trägt den Titel „[Semen quality of normal fertile men]“ (Samenqualität normal fertiler Männer). Ausgewertet wurden 1.152 Männer, deren Partnerinnen innerhalb von höchstens zwölf Monaten schwanger geworden waren. Männer mit fünf bis sieben Tagen Karenz hatten deutlich höhere Konzentration, Gesamtzahl und Gesamtzahl progressiv beweglicher Spermien als die übrigen (p < 0,01). Die Zeit bis zur Schwangerschaft war mit Konzentration, Gesamtzahl und Zahl progressiv beweglicher Spermien negativ korreliert (p < 0,01). *Stärken:* Männer mit nachgewiesener Fruchtbarkeit. *Schwächen:* Keine Effektgrößen im Abstract; Karenz nur als Gruppenmerkmal. *Einordnung:* Die Arbeit setzt Samenparameter mit der Zeit bis zur Schwangerschaft in Beziehung; Verhaltensgrößen wurden nicht manipuliert.

**Zou et al. 2011: Militärangehörige aus sechs Regionen Chinas [s140].**
Querschnittsstudie an 1.194 Männern im Alter von 18 bis 35 Jahren (Fertility and Sterility). Jahreszeit, mittlere Höhenlage und Dauer der sexuellen Karenz waren jeweils statistisch signifikant mit der Samenqualität assoziiert; 88,3 % hatten mindestens einen Parameter unter dem WHO-Referenzwert von 1999, 62,5 % nach WHO 2010. *Stärken:* große Gruppe junger Männer aus verschiedenen Regionen. *Schwächen:* Das Abstract nennt keine Effektgrößen der Karenz. *Einordnung:* Die Karenz ist eine von mehreren Einflussgrößen neben Jahreszeit und Höhenlage.

**Wang et al. 2022: Fertile Männer, Beijing (Faktorenanalyse) [s67].**
Mit einer Faktorenanalyse wurde ein zusammengesetzter Samenqualitätswert gebildet (Fallzahl im Abstract nicht angegeben; Frontiers in Physiology). In der Gesamtgruppe waren Samenqualität und Karenz (r = 0,068; p = 0,029), Alter beim ersten Samenerguss, im Abstract als „first spermatorrhea“ bezeichnet und nicht erläutert (r = 0,087; p = 0,005), und Koitushäufigkeit (r = 0,067; p = 0,03) korreliert. In der Gruppe mit mittlerer Samenqualität zeigte nur die Karenz einen Zusammenhang. *Schwächen:* Die Korrelationen sind sehr schwach, die Kodierung der Skala „Frequency of intercourse“ ist nicht erläutert. *Einordnung:* Der Zusammenhang der Koitushäufigkeit mit einem zusammengesetzten Wert ist so klein, dass er für eine Aussage kaum trägt.

**Li et al. 2023: Zeittrends bei 49.819 Männern, Shanghai [s50].**
Retrospektive Trendanalyse mit computergestützter Spermienanalyse von 2015 bis 2021; der Titel nennt 49.189 Männer, das Abstract 49.819, ein Unterschied, der hier nicht aufgelöst wird. Nach Bereinigung für Alter und Karenz fielen Volumen, Spermienzahl, Konzentration und Beweglichkeit über die Jahre (zum Beispiel Volumen β = minus 0,162; KI minus 0,172 bis minus 0,152). Die Geschwindigkeitsparameter (VCL, VSL, VAP) sanken zudem mit Alter und Karenz. *Schwächen:* Die Karenz ist Störgröße, kein Hauptbefund. *Einordnung:* Die Arbeit zeigt, dass die Karenz bei Trendstudien bereinigt werden muss.

**Huang et al. 2021: Spenderkandidaten, Hunan [s76].**
Befragung gesunder Männer, die sich von März bis Dezember 2019 an der Spermabank der Provinz Hunan als Spender meldeten (Fragebogen mit elf Punkten, von Interviewern gestützt). Die Eignung als Spender hing stark von der Karenz ab (p = 0,002); der Anteil geeigneter Spender stieg mit der Zahl der Karenztage. Das Volumen stieg mit der Karenz (p = 0,000 laut Abstract); Karenz (p = 0,000) und Sportfrequenz (p = 0,025) waren mit der Konzentration positiv, die Masturbationshäufigkeit mit der Konzentration negativ korreliert (p = 0,013); die Progressivbeweglichkeit hing von Karenz (p = 0,000) und Schlafenszeit (p = 0,047) ab. Die Stichprobengröße nennt das Abstract nicht. *Stärken:* gesunde Spenderkandidaten, Verhaltensfragen. *Schwächen:* Fragebogen, Korrelationen ohne Effektgrößen, das Eignungskriterium hängt selbst von Konzentration und damit von der Karenz ab (teilweise zirkulär). *Einordnung:* Die Arbeit erfasst die Masturbationshäufigkeit als Einflussgröße; der negative Zusammenhang mit der Konzentration ist ohne Effektgröße berichtet.

**Kamijima et al. 2004: Insektizid-Sprüher, Japan [s152].**
Beobachtungsstudie zu Samenwerten bei 18 Insektizid-Sprühern und 18 Kontrollpersonen in zwei Jahreszeiten (Journal of Occupational Health). Die Wechselwirkung von Gruppe und Karenz war nur bei der Sommeruntersuchung für den Anteil normal geformter Spermien und für Kopfdeformationen signifikant. Die Autoren schließen aus den saisonalen Unterschieden auf einen Zusammenhang mit der Sprühtätigkeit und räumen mögliche Unterschiede zwischen den Gruppen ein. *Schwächen:* sehr kleine Gruppen, die Karenz dient hier nur als Kovariate. *Einordnung:* Für die Karenz selbst kaum Aussagekraft.

**Komiya et al. 2023: Lebensstilberatung bei 402 Männern, Chiba (Japan) [s48].**
Interventionsstudie ohne Kontrollgruppe an 402 männlichen Partnern mit auffälligem ersten Befund (Heliyon). Nach Lebensstilberatung verbesserten sich Samenparameter und DNA-Fragmentierung insgesamt signifikant. Keine Verbesserung zeigte sich unter anderem bei Männern mit Karenz über drei Tagen, Nachtschicht, erektiler Dysfunktion, Bluthochdruck, Adipositas, Zinkmangel oder Diabetes. *Schwächen:* keine Kontrollgruppe, daher auch Regression zur Mitte und Messvariabilität möglich; die Untergruppenunterschiede sind explorativ; das Abstract nennt keine Zahlen zur Karenz. *Einordnung:* Die Karenz über drei Tage taucht hier als Merkmal einer Gruppe auf, in der die Beratung nichts bewirkte; eine Aussage zur Ursache ist nicht möglich.

**Osadchuk et al. 2017 und 2016: junge Männer in Westsibirien [s105, s115].**
Die Studie von 2017 in der Urologiia (Titel in der Datenbank „[Effects of smoking and alcohol consumption on reproductive and metabolic indicators in young men in western Siberia]“, Effekte von Rauchen und Alkoholkonsum auf reproduktive und metabolische Kennwerte junger Männer in Westsibirien) ist ein Querschnitt an 133 Freiwilligen (mittleres Alter 21,1 ± 0,3 Jahre) mit Messung von Spermienkonzentration, Anteil beweglicher und normaler Spermien, Serumhormonen und Stoffwechselwerten. Rauchen und Alkohol hatten keinen Einfluss auf die Spermatogenese. Rauchen von mehr als 10 Zigaretten täglich und mäßiger Alkoholkonsum (bis einmal wöchentlich) gingen mit höherem Serumtestosteron und mit „häufigeren Sexualkontakten“ einher; Zahlen zur Kontakthäufigkeit stehen nicht im Abstract. Die Studie von 2016 (Titel „Исследование показателей сперматогенеза и гормонального статуса у молодых мужчин западной Сибири“, Untersuchung der Spermatogenese-Kennwerte und des Hormonstatus bei jungen Männern Westsibiriens) untersuchte 111 Freiwillige im Alter von 18 bis 25 Jahren aus Kemerowo, zugelassen nur bei Verzicht auf Geschlechtsverkehr und Alkohol in den zwei bis drei Tagen vor der Untersuchung; die mittlere Karenz der Gesamtgruppe betrug 3,9 ± 0,3 Tage. Ergebnisse zur Karenz selbst enthält der abgerufene Seitentext nicht. *Einordnung:* Die Studien zeigen, dass in Russland Karenzvorgaben von zwei bis drei Tagen gesetzt werden und tatsächlich im Mittel überschritten werden; sie setzen die Kontakthäufigkeit nicht direkt zur Samenqualität in Beziehung.

**Prisant et al. 2011: 101.404 Spermiogramme aus Frankreich (Zeitreihe) [s138].**
Retrospektive Zeitreihe aus einem Labor (2000 bis 2009); die Karenzdauer gehörte zu den erhobenen Variablen, eine Beziehung zu den Parametern berichtet das Abstract aber nicht. Das Patientenalter stieg von 36,5 auf 37,2 Jahre, die Konzentration lag bei 63,5 Millionen je ml im Jahr 2000 und 63,6 Millionen je ml 2009, die Vitalität stieg von 67,8 auf 73,5 %, die Gesamtbeweglichkeit von 37,7 auf 39,2 %, die Progressivbeweglichkeit von 34,6 auf 36,2 %, der Anteil morphologisch abnormer Spermien von 64,5 auf 84,2 % (r = 0,43; p < 0,001). *Einordnung:* Für das Thema der Karenz ist die Arbeit nur als Beleg für die Erhebung der Variable relevant; sie ist der einzige verwertbare Treffer aus dem französischsprachigen Raum.

### Ejakulationshäufigkeit, tägliche Ejakulation und wiederholte Ejakulate

Die Ejakulationshäufigkeit als eigene Größe ist deutlich dünner belegt als die Karenz. Im Material finden sich eine große Querschnittsstudie mit selbst berichteter Häufigkeit [s26], vier prospektive Studien mit täglicher oder mehrfacher Ejakulation bei insgesamt wenigen Dutzend Männern [s113, s118, s132, s173], zwei Studien mit zwei aufeinanderfolgenden Proben im Abstand von Tagen [s171] und mit Mehrfachejakulaten nach langer Karenz [s165] sowie drei Arbeiten, in denen Masturbation, Pornografie oder Koitus berichtet werden [s84, s73, s05].

**Xi et al. 2025: Ejakulationshäufigkeit pro Woche, Changchun [s26].**
Querschnittsstudie, vorab bei ClinicalTrials.gov registriert (NCT06127875), an 1.349 Männern des Reproduktionszentrums der First Hospital of Jilin University (November 2023 bis Juli 2024): 567 gesunde Männer, 342 infertile Männer und 440 Männer aus Paaren mit Schwangerschaftsverlust. Mittleres Alter 32,3 ± 4,0 Jahre, Körpermasseindex 26,2 ± 4,1, Karenz im Mittel 4,2 ± 1,2 Tage. Die Ejakulationshäufigkeit wurde rückblickend für die letzten vier Wochen erfragt und in drei Gruppen geteilt: EF1 unter einmal je Woche (n = 444), EF2 mindestens ein- und weniger als zweimal je Woche (n = 700) und EF3 mindestens zweimal je Woche (n = 205). Die Autoren grenzen die Häufigkeit ausdrücklich von der Karenz ab.

Gruppenmittel (unbereinigt; EF1, EF2, EF3): Fragmentierungsindex 18,1 ± 11,8, 14,3 ± 7,7 und 12,3 ± 7,0 %; Volumen 3,9 ± 1,6, 3,7 ± 1,4 und 3,5 ± 1,3 ml; Konzentration 70,2 ± 41,1, 66,4 ± 39,9 und 55,6 ± 36,4 Millionen je ml; Vitalität 72,2, 74,8 und 75,6 %; Gesamtzahl 262,6 ± 171,6, 230,5 ± 136,7 und 185,3 ± 120,3 Millionen; progressive Beweglichkeit 32,6, 33,0 und 32,3 % (p = 0,317). Der Anteil gesunder Männer stieg von 33,3 % (EF1) über 44,9 % (EF2) auf 51,2 % (EF3); Alter und Dauer des Zusammenlebens sanken mit steigender Häufigkeit (beide p < 0,001). Bereinigte Koeffizienten (Referenz EF1; bereinigt für Alter, Körpermasseindex, Rauchen, Alkohol, Bildung, Karenz, Dauer des Zusammenlebens, Zahl der Schwangerschaften und Schwangerschaftsverluste): EF3 gegen EF1: Volumen minus 0,45 ml (95-%-KI minus 0,70 bis minus 0,21); Konzentration minus 12,66 Millionen je ml (minus 19,32 bis minus 6,00); Gesamtzahl minus 72,78 Millionen (minus 96,96 bis minus 48,60); Gesamtzahl progressiv beweglicher Spermien minus 18,02 Millionen (minus 28,46 bis minus 7,57); Fragmentierung minus 0,05 (minus 0,07 bis minus 0,04; die Einheit ist in der Tabelle nicht ausgewiesen); Vitalität plus 0,03 (0,01 bis 0,05; ebenfalls ohne Einheit). Die progressive Beweglichkeit blieb unverändert (EF3 minus 0,01; p = 0,551). EF2 gegen EF1: Fragmentierung minus 0,04 (minus 0,05 bis minus 0,02), Volumen minus 0,17 ml (minus 0,34 bis 0,01; p = 0,060), Gesamtzahl minus 28,09 Millionen (minus 45,13 bis minus 11,05). Bereinigte Odds Ratios (Referenz EF1): Fragmentierung über 15 %: EF2 0,69 (0,54 bis 0,89), EF3 0,41 (0,28 bis 0,59); Fragmentierung über 30 %: EF2 0,24 (0,15 bis 0,38), EF3 0,21 (0,10 bis 0,48); Nekrozoospermie: EF2 0,48 (0,28 bis 0,72), EF3 0,45 (0,21 bis 0,95). Kein erhöhtes Risiko für Oligozoospermie oder Asthenozoospermie bei höherer Häufigkeit.
*Stärken:* Es ist die einzige gefundene Studie, die die Häufigkeit getrennt von der Karenz untersucht; vorab registriert, große Stichprobe, abgestufte Auswertung, Bereinigung auch für die aktuelle Karenz. *Schwächen:* Selbstbericht über vier Wochen; Querschnitt, daher Umkehr der Ursache möglich (gesündere, jüngere Männer haben möglicherweise häufiger Verkehr); die Gruppe EF3 ist mit 205 Männern klein; die Teilnehmer sind Paare mit Kinderwunsch, deren Verkehrshäufigkeit durch den Kinderwunsch beeinflusst sein kann; Fragmentierung und Vitalität stehen in der Koeffiziententabelle ohne Einheit, während die Gruppenmittel sie in Prozent zeigen. *Einordnung:* Auffällig ist der Gegensatz zwischen sinkender Konzentration und Gesamtzahl einerseits und besserer Fragmentierung und Vitalität andererseits. Er könnte eine Verdünnung durch häufigere Entleerung abbilden, die Studie prüft das aber nicht. Die Stichprobe überschneidet sich vermutlich mit [s35].

**Welliver et al. 2016: Tägliche Ejakulation über 14 Tage, USA [s113].**
Prospektive Interventionsstudie: Zwanzig gesunde Männer (mittleres Alter 25 Jahre, Spanne 23 bis 33) ejakulierten nach drei bis fünf Tagen Karenz 14 Tage lang täglich; Proben wurden an Tag 1, 3, 7 und 14 untersucht, neben der Standardanalyse auch Marker der DNA-Qualität. Volumen, Gesamtzahl beweglicher Spermien und Konzentration sanken signifikant, ohne signifikante Änderung von Beweglichkeit und Morphologie. Der größte Abfall lag am Anfang, nach dem dritten Tag blieben die Werte auf einem Plateau. Die DNA-Integrität änderte sich nicht in statistisch oder klinisch bedeutsamer Weise. Die Autoren sehen darin Unterstützung für eine kurze Karenz mit anschließendem täglichem Verkehr um den Eisprung; das ist ihre Deutung. Zahlenwerte und Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht.
*Stärken:* Erste so umfassende Untersuchung der täglichen Ejakulation beim Menschen nach Angabe der Autoren, Wiederholungsmessungen, DNA-Maße. *Schwächen:* nur 20 junge Männer, keine Kontrollgruppe, keine Schwangerschaftsendpunkte; ob die Männer die Vorgabe einhielten, ist im Abstract nicht beschrieben. *Einordnung:* Die Arbeit zeigt, dass Menge und Gesamtzahl bei täglicher Ejakulation rasch sinken und dann stabil bleiben; sie sagt nichts über die Wirkung auf die Empfängnis.

**Mayorga-Torres et al. 2015: Zwei Wochen tägliche Ejakulation, Kolumbien [s118].**
Prospektive Studie: zwei Wochen lang täglich eine Probe, jede zweite wurde nach WHO-Vorgaben ausgewertet, ergänzt durch Durchflusszytometrie (Mitochondrienfunktion, reaktive Sauerstoffspezies, DNA-Fragmentierung). Gesamtzahl und Volumen je Ejakulat fielen und blieben niedrig. Konzentration, Beweglichkeit, Progressivbeweglichkeit, Morphologie, Vitalität, Membranintegrität, mitochondriales Membranpotenzial und Fragmentierung änderten sich nicht signifikant; die Mittelwerte der Grundparameter blieben über den WHO-Referenzwerten von 2010. Der intrazelluläre Wert der reaktiven Sauerstoffspezies zeigte einen nicht signifikanten Abwärtstrend. Die Teilnehmerzahl und Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht. *Stärken:* breites Spektrum an Funktionsmaßen. *Schwächen:* unbekannte Teilnehmerzahl, keine Kontrollgruppe. *Einordnung:* Das Ergebnis stimmt mit [s113] überein: Menge sinkt, Funktion bleibt gleich.

**Valsa et al. 2013: Tägliche Ejakulation über 10 Tage [s132].**
Die Studie (Revista Internacional de Andrología; Abstract bei Dialnet spanisch, Artikel englisch) untersuchte 21 gesunde, sexuell aktive Männer, die nach drei bis fünf Tagen Karenz zehn Tage lang täglich ejakulierten (elf Proben). Die Autoren geben an, die Samenqualität habe sich mit täglicher Ejakulation verbessert; Calcium und Magnesium im Seminalplasma und in den Spermien blieben statistisch unverändert. Das Abstract nennt keine Zahlen zu einzelnen Parametern. *Schwächen:* keine Zahlen, kein Parameter benannt, keine Kontrollgruppe. *Einordnung:* Die Aussage „verbessert“ ist mit den beiden anderen Studien zur täglichen Ejakulation [s113, s118] nicht deckungsgleich: Dort sinken Volumen und Gesamtzahl; hier fehlt die Angabe, welcher Parameter gemeint ist.

**Oldereid et al. 1984: Ejakulation alle acht Stunden über zwei Tage [s173].**
Sieben Freiwillige gaben zwei Tage lang alle acht Stunden Samen ab. Konzentration und Gesamtzahl sanken und begannen nach drei Tagen Karenz wieder zu steigen. Unreife Zellen nahmen lichtmikroskopisch nicht zu; die Adenylatzyklase je Zelle stieg signifikant (löslicher Anteil), DNA und Kernproteine zeigten keine einheitliche Änderung. *Stärken:* Erholung wurde beobachtet. *Schwächen:* sieben Teilnehmer, keine Kontrollgruppe, nur das Abstract, keine Konfidenzintervalle. *Einordnung:* Sie zeigt, dass Konzentration und Gesamtzahl während häufiger Ejakulation sinken und nach drei Tagen Karenz wieder zu steigen beginnen.

**Frank et al. 1986: Zwei aufeinanderfolgende Proben im Abstand von 1, 2 und 3 Tagen [s171].**
Zwei Proben bei 64 normozoospermen und 19 oligozoospermen Männern im Abstand von einem, zwei und drei Tagen (die erste Probe nach drei Tagen Karenz). Bei Normozoospermen fiel das Volumen von 2,3 ± 1,0 auf 1,6 ± 1,0 ml (ein Tag), von 2,6 ± 1,0 auf 2,0 ± 0,9 ml (zwei Tage) und von 2,1 ± 0,9 auf 1,9 ± 1,0 ml (drei Tage); die Konzentration von 65 ± 54 auf 55 ± 34, von 83 ± 57 auf 69 ± 47 und von 97 ± 51 auf 81 ± 46 Millionen je ml. Bei Oligozoospermen sanken die Werte bei Abständen von einem und zwei Tagen, stiegen aber beim Abstand von drei Tagen (Konzentration von 3,8 ± 0,6 auf 5,7 ± 2,1 Millionen je ml). Der Datenbanktext des Abstracts ist nach 250 Wörtern abgeschnitten, die Beweglichkeitsdaten sind unvollständig. *Stärken:* Trennung nach Befund, drei Abstände. *Schwächen:* abgeschnittenes Abstract, keine Kontrollgruppe, kleine Gruppe von Oligozoospermen. *Einordnung:* Bei normozoospermen Männern fällt die Menge bei jedem Abstand, bei oligozoospermen Männern erst ab drei Tagen steigend; die Zahl der Beobachtungen ist klein.

**Cooper et al. 1993: Mehrfachejakulate nach langer Karenz, Deutschland [s165].**
Vier Spender gaben an einem Tag drei Ejakulate ab, um die Reserven zu entleeren, und danach nach 1, 2, 4, 7, 10 und 14 Tagen Karenz. Der Anteil normal geformter, progressiv beweglicher und im hypoosmotischen Medium schwellender Spermien blieb unverändert, die Gesamtzahl lebender Spermien stieg bis zu zehn Tagen. Bei sieben Spendern und sechs oligozoospermen Männern erhöhten Mehrfachejakulate nach zehn Tagen Karenz bei Patienten mit niedrigen Normalzahlen die Gesamtzahl um im Mittel 230 %, die Zahl normaler Spermien um 370 % und die Zahl beweglicher Spermien um 520 %. *Stärken:* gleichzeitige Messung der Drüsensekrete, Entleerungsversuch. *Schwächen:* sehr kleine Fallzahl, keine Konfidenzintervalle. *Einordnung:* Die Arbeit betrifft die Zahl der Spermien, die nach Entleerung der Reserven in Mehrfachejakulaten verfügbar sind; Schwangerschaften wurden nicht untersucht.

**Turgut und Özgür 2020: Masturbationshäufigkeit und Spermiengewinnung bei Azoospermie, Türkei [s84].**
Die Arbeit im Journal of Urological Surgery („Mastürbasyon Sıklığı Sperm Parametrelerini Etkiler mi?“, Beeinflusst die Häufigkeit der Masturbation die Spermaparameter?) untersuchte 48 Männer im Alter von 22 bis 44 Jahren mit primärer Infertilität. Das Spermiogramm wurde nach drei bis sieben Tagen Karenz angefordert. Bei Männern ohne Spermien im Ejakulat wurde Material operativ gewonnen und die Hodenhistologie beurteilt. Gruppe 1: Spermien operativ gefunden; Gruppe 2: keine lebenden Zellen gefunden. Monatliche Masturbationshäufigkeit: Gruppe 1 4,0 ± 1,3, Gruppe 2 1,9 ± 0,9 (p < 0,001); kein Altersunterschied (p = 0,81). Gruppengrößen nennt das Abstract nicht. *Stärken:* seltener direkter Bezug auf eine Verhaltensgröße in der türkischen Literatur. *Schwächen:* fehlende Gruppengrößen, Selbstangabe, kleine Stichprobe, keine Bereinigung, keine Konfidenzintervalle; die Umkehr der Ursache liegt nahe (Männer mit schwerer Spermatogenesestörung masturbieren möglicherweise aus anderen Gründen seltener, etwa wegen Libido oder Hormonlage). Die Autoren schreiben selbst, der Zusammenhang sei wissenschaftlich nicht erklärt. *Einordnung:* Die Studie betrifft die Spermiengewinnung bei Azoospermie und nicht die Samenqualität bei Männern mit Spermien im Ejakulat.

**Demir et al. 2016: Jahreszeit und berichtete Ejakulationen pro Woche, Kars [s109].**
Prospektive klinische Studie an 80 Männern im Alter von 20 bis 35 Jahren, zweimal gemessen: Januar und Februar (mittlere kälteste Tage minus 15,9 und minus 14,6 Grad Celsius) und Juli und August (25,4 und 26,1 Grad). Blutentnahme (Testosteron, FSH, LH, Prolaktin) vor 10 Uhr, Fragebogen zur Erektionsfunktion (IIEF), berichtet wurden Häufigkeit sexueller Gedanken und die Zahl der Ejakulationen je Woche. Signifikante Unterschiede zwischen Winter und Sommer bestanden bei IIEF, Häufigkeit sexueller Gedanken und Ejakulationen, Körpermasseindex sowie Testosteron und FSH; keine bei Prolaktin und LH. Testosteron lag in beiden Jahreszeiten im Normbereich, im Winter aber niedriger. Zahlenwerte stehen nicht im Abstract. *Schwächen:* keine Samenanalyse, Selbstangabe, keine Zahlen im Abstract. *Einordnung:* Die Studie untersucht keine Samenqualität, belegt aber, dass die selbst berichtete Ejakulationshäufigkeit jahreszeitlich schwankt; das kann bei Querschnittsstudien zur Häufigkeit als Störgröße in Frage kommen (Einschätzung dieser Studie).

**Cui et al. 2021: Pornografienutzung und Masturbation bei Studenten, Chongqing [s73].**
Querschnittsstudie (Teil der MARHCS-Studie) an 568 männlichen Studierenden mit Fragebogen, Hormonspiegeln und Samenparametern. Fast alle, bis auf einen, hatten Pornografie genutzt; 94,2 % begannen vor dem Studium; 95,9 % berichteten Masturbation bei der Nutzung. Früher Beginn, häufige Nutzung, hoher Zeitaufwand und häufige Masturbation bei der Nutzung korrelierten mit Suchttendenzen. Früherer Beginn ging mit niedrigerem Prolaktin, FSH und Progesteron sowie niedrigerer Spermienkonzentration und Gesamtspermienzahl einher; häufigere Nutzung mit niedrigerem Östradiol. Die Karenz vor der Probe und die Masturbationshäufigkeit als eigene Größe sind im Abstract nicht ausgewertet; Zahlenwerte und Konfidenzintervalle fehlen dort. *Stärken:* junge Männer, Hormone und Samenparameter gemeinsam. *Schwächen:* Selbstbericht über ein heikles Thema, Querschnitt, Verwechslung mit dem Alter bei Beginn und der Gesamtdauer möglich. *Einordnung:* Das Alter bei Beginn der Nutzung steht in Verbindung mit niedrigerer Konzentration; eine Ursache lässt sich daraus nicht ableiten.

**Dai et al. 2026: Koitushäufigkeit und Ureaplasma-Infektion, Hefei (Anhui) [s05].**
Retrospektive Querschnittsstudie an 2.668 männlichen Partnern infertiler Paare (First Affiliated Hospital of USTC, April 2020 bis März 2023). Ureaplasma urealyticum war bei 659 Männern (24,7 %) nachweisbar. Koitus mehr als zweimal je Woche war in der positiven Gruppe häufiger; nach Bereinigung blieb er mit der Infektion assoziiert (OR 1,41; 95-%-KI 1,04 bis 1,91; p = 0,03), ebenso Rauchen (OR 1,23; 1,02 bis 1,49; p = 0,03). Das Ejakulatvolumen war in der Gruppe mit Infektion niedriger (p = 0,002); der Anteil abnormer Samenparameter unterschied sich nicht, und Regression und Spline-Analyse zeigten keine Assoziation zwischen schlechter Samenqualität und Infektion. *Stärken:* große Zahl, Bereinigung. *Schwächen:* retrospektiv, Selbstbericht, Infektionsnachweis nur bei Männern in Kinderwunschabklärung. *Einordnung:* Die Koitushäufigkeit ist mit der Infektion assoziiert, die Infektion nicht mit der Samenqualität; ein direkter Zusammenhang von Koitushäufigkeit und Samenqualität wurde nicht berichtet.

### Zweite Probe nach sehr kurzer Karenz (Stunden): Vorher-nachher-Studien ohne Kontrollgruppe

Diese Gruppe umfasst Studien, in denen dieselben Männer zwei Proben in kurzem Abstand abgeben, die zweite nach Minuten bis wenigen Stunden, oder in denen eine kurze Karenz von Stunden bis einem Tag mit einer längeren verglichen wird. Es sind überwiegend kleine, einarmige Vorher-nachher-Studien mit denselben Männern, ohne Verblindung und ohne Randomisierung der Reihenfolge, weil die zweite Probe naturgemäß der ersten folgt. Das Ergebnis lässt sich daher nicht von der Messvariabilität und von der Regression zur Mitte trennen: Hohe Ausgangswerte der DNA-Fragmentierung sinken bei Wiederholung auch ohne Eingriff, niedrige können steigen. Ein Teil der Studien vergleicht zwei Bedingungen innerhalb derselben Männer [s86, s89] oder nutzt Geschwister-Eizellen [s49, s92]; [s136] hat einen Vergleichswert unter üblicher Karenz; das wird jeweils gesagt. Die Metaanalyse zu dieser Gruppe [s58] ist im ersten Teil des Kapitels vorgestellt.

**Karavani et al. 2023: 52 infertile Männer, zwei Proben im Abstand von drei bis vier Stunden, Kanada [s47].**
Prospektive Kohorte (Translational Andrology and Urology); die erste Probe wurde nach zwei bis fünf Tagen Karenz abgegeben. Der Fragmentierungsindex sank von 38,9 ± 21,4 % auf 35,1 ± 21,6 % (p < 0,001); das Volumen sank von 2,3 ± 1,4 auf 1,5 ± 0,9 ml (p < 0,001), die übrigen Parameter blieben unverändert. Bei 40 von 52 Männern (76,9 %) verbesserte sich der Index (im Mittel um 6,0 ± 4,0 Prozentpunkte), bei 22 von 52 (42,3 %) um mehr als 5 und bei 7 von 52 (13,5 %) um mehr als 10 Prozentpunkte. Bei Männern mit einem Ausgangswert von 30 bis 40 % fiel er bei 7 von 11 (64 %) unter 30 %. Nur der erste Wert war mit dem Abfall unter 30 % verknüpft (Odds Ratio 0,62; 95-%-KI 0,39 bis 0,98; p = 0,04). Die Autoren fordern kontrollierte Studien.
*Stärken:* klinisch relevante Frage, Angabe des Anteils der Verbesserer, Konfidenzintervall für den Prädiktor. *Schwächen:* einarmig, keine Kontrollgruppe; die Streuung der Veränderung ist groß, und der Befund, dass nur der Ausgangswert den Abfall vorhersagt, passt auch zur Regression zur Mitte. *Einordnung:* Der Rückgang hoher Ausgangswerte kann teilweise Regression zur Mitte sein; ein Gegenbefund im Sinne eines Anstiegs ist bei niedrigen Ausgangswerten in [s80] berichtet.

**Dahan et al. 2021: 112 Männer, drei Stunden gegen drei Tage Karenz, Kanada [s74].**
Prospektive Kohorte an 112 Männern zur Erstabklärung (Journal of Assisted Reproduction and Genetics): Probe nach drei Tagen Karenz und eine zweite drei Stunden nach der ersten; Halotest, ausgewertet von zwei verblindeten Technikern. Die Fragmentierung fiel von 34,6 ± 19,4 % auf 23,7 ± 16,0 % (p = 0,0001); bei Ausgangswerten über 35 % kam es in 55 % der Fälle zu einer Normalisierung. Das Volumen (3,1 ± 3,3 gegen 1,9 ± 0,8 ml; p < 0,01) und die Konzentration (41 ± 39 gegen 32 ± 31 Millionen je ml; p = 0,01) sanken, die Progressivbeweglichkeit stieg tendenziell. 58 Männer hatten eine Verbesserung um mindestens 30 %. Jüngeres Alter und Antioxidanzien waren mit der Verbesserung verknüpft.
*Stärken:* größere Fallzahl, verblindete Auswertung. *Schwächen:* einarmig; Antioxidanzien sind Störgröße; Konfidenzintervalle fehlen. *Einordnung:* Der mittlere Abfall (rechnerisch aus den beiden Mittelwerten 34,6 und 23,7 %: 10,9 Prozentpunkte) ist größer als der in [s47] und [s07] berichtete; zugleich kann hier die Regression zur Mitte eine Rolle spielen, weil die Auswertung auf Männer mit hohen Ausgangswerten abhebt (Einschätzung dieser Studie).

**Pons et al. 2013: Ein-Tag-Karenz-Protokoll, Spanien [s130].**
Prospektive, beschreibende Studie (Journal of Assisted Reproduction and Genetics). Von 416 Patienten aus Risikogruppen (zum Beispiel Alter über 44 Jahre, Rauchen, Übergewicht, Varikozele) hatten 46 Proben (11,1 %) eine erhöhte Fragmentierung (mindestens 30 %). Von 35 Männern, die ein Ein-Tag-Karenz-Protokoll abschlossen, erreichten 91,4 % in mindestens einem von bis zu drei Versuchen normale Werte (81,3 % im ersten, 12,5 % im zweiten und 6,3 % im dritten Versuch). *Stärken:* wiederholte Versuche, klare Schwelle. *Schwächen:* keine Kontrollgruppe; es wurden nur die 35 Männer ausgewertet, die das Protokoll abschlossen, von den 46 Proben mit erhöhtem Wert; die Angabe „90 %“ im Titel bezieht sich auf diese ausgewählte Gruppe. *Einordnung:* Wiederholte Messungen bei Männern mit erhöhtem Ausgangswert führen auch durch Regression zur Mitte zu normalen Werten.

**Gosálvez et al. 2011: Zwei normozoosperme Kohorten, Spanien [s136].**
Prospektive Studie mit 21 Männern und 12 Spendern. Nach 24 Stunden Karenz mit täglicher Ejakulation und nach drei Stunden Karenz mit Spermienselektion lag die Fragmentierung niedriger als nach der üblichen Karenz, am stärksten nach rascher wiederholter Ejakulation (Halosperm-Test). Die Autoren schlagen vor, die Rolle der Karenz in der Behandlung zu überdenken. *Stärken:* zwei Kohorten, ein Vergleichswert unter üblicher Karenz. *Schwächen:* sehr kleine Fallzahl, nur Normozoospermie, Zahlen nennt das Abstract nur teilweise. *Einordnung:* Ein früher Beleg dafür, dass kurze Karenz auch bei normalen Befunden mit niedrigerer Fragmentierung einhergehen kann.

**Uppangala et al. 2016: Chromatinreife nach 1 bis 7 Tagen, Indien [s112].**
Experimentelle prospektive Studie mit 76 Ejakulaten von 19 Freiwilligen nach 1, 3, 5 und 7 Tagen Karenz. Spermien nach einem Tag zeigten mehr Chromatinunreife als nach drei Tagen (p < 0,05) und fünf Tagen (p < 0,01). Die Methylierung unterschied sich nicht. Nach sechs und 24 Stunden In-vitro-Inkubation stieg der Anteil fragmentierter Spermien aus dem aufbereiteten Ejakulat nach einem Tag Karenz auf das etwa 20- und 40-Fache (p < 0,01 bis 0,001). Die Autoren sehen in kurzer Karenz einen Vorteil für die DNA-Qualität, warnen aber vor langer Inkubation. *Stärken:* Messung der Chromatinreife und der zeitlichen Entwicklung in vitro. *Schwächen:* 19 Freiwillige, Konfidenzintervalle fehlen. *Einordnung:* Das ist der wichtigste Gegenbefund zur Vorstellung, kurze Karenz sei in jeder Hinsicht vorteilhaft; die Zahlen deuten darauf, dass Spermien nach sehr kurzer Karenz unreifer sind und in vitro schneller Schäden zeigen.

**Gill et al. 2026: 95 Männer, zwei Proben am selben Tag, Polen [s07].**
Vorstudie bei 95 Männern aus Paaren mit Fortpflanzungsstörung: zwei Proben am selben Tag (nach zwei bis sieben Tagen Karenz, dann nach einer Stunde), Auswertung nach WHO 2021. Nach einer Stunde sanken Volumen (Median 3,50 gegen 1,50 ml) und Gesamtzahl (78,30 gegen 29,00 Millionen), ebenso der Fragmentierungsindex im SCD-Test (19,00 gegen 16,50 %) und der Anteil mit Index über 20 % (44,18 gegen 24,46 %; Odds Ratio 0,4568). Anilin- und Toluidinblau zeigten keine Unterschiede. Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht. *Stärken:* WHO-Standard, mehrere Chromatintests. *Schwächen:* einarmig, Vorstudie, Konfidenzintervalle fehlen. *Einordnung:* Der Median der Fragmentierung sank nur von 19,00 auf 16,50 %, also rechnerisch um 2,5 Prozentpunkte; der Anteil über 20 % änderte sich stärker.

**Poopaibool et al. 2023: 34 oligozoosperme Männer, Karenz zwei bis sieben Tage gegen vier Stunden, Thailand [s52].**
Prospektive Studie mit Proben nach zwei bis sieben Tagen und binnen vier Stunden. Volumen, Konzentration und Gesamtzahl waren nach vier Stunden niedriger (Mediandifferenzen 1,2 ml; 2 Millionen je ml; 9,6 Millionen je Ejakulat; p < 0,001, 0,011 und < 0,001), ebenso die Gesamtzahl beweglicher Spermien (4,24 Millionen je Ejakulat; p < 0,001). Beweglichkeit, Fragmentierung und Normalformen unterschieden sich nicht. *Stärken:* Auswertung bei oligozoospermen Männern. *Schwächen:* 34 Männer, einarmig. *Einordnung:* Anders als in den Metaanalysen [s58] zeigte sich hier bei Oligozoospermie kein Vorteil bei Beweglichkeit oder Fragmentierung.

**Tvrdá et al. 2023: 51 normozoosperme Männer, zwei und zwei Stunden, Slowakei [s55].**
Prospektive Studie, zwei aufeinanderfolgende Proben nach zwei Tagen und zwei Stunden. Nach zwei Stunden waren Beweglichkeit, Membranintegrität, mitochondriales Potenzial (jeweils p < 0,05) und DNA-Integrität (p < 0,0001) höher. Nach zwei Tagen waren reaktive Sauerstoffspezies (p < 0,001), Proteinoxidation (p < 0,001), Lipidperoxidation (p < 0,01) sowie TNF-alpha (p < 0,05), Interleukin-6 (p < 0,01) und Interferon-gamma (p < 0,05) höher. Das Samenbakterienprofil zeigte nach zwei Tagen höhere Last und Vielfalt, darunter Escherichia coli, Staphylococcus aureus und Enterococcus faecalis; nach zwei Stunden blieben nur Staphylokokken und E. coli. Alle Proben erfüllten WHO-Kriterien. *Stärken:* Ergänzung der Standardparameter um Zytokine, oxidative Marker und Bakterienprofil. *Schwächen:* einarmig, Konfidenzintervalle fehlen. *Einordnung:* Die Studie zeigt einen Weg, wie Karenz mit oxidativem Stress und Keimlast zusammenhängen kann; ein ursächlicher Beleg ist sie nicht.

**Okada et al. 2020: 65 Männer, ein Tag gegen vier Tage, Brasilien [s86].**
Prospektive Studie, je Mann zwei Proben nach einem und nach vier Tagen. Nach einem Tag waren Volumen und Gesamtzahl niedriger, Beweglichkeit, Akrosomintegrität, Mitochondrienaktivität und Kern-DNA-Integrität besser, die oxidative Aktivität niedriger; die Nebenhodenfunktion unterschied sich nicht. Die Autoren deuten dies als Folge der Lagerung in der Cauda epididymidis. Das Abstract nennt keine p-Werte und keine Konfidenzintervalle. *Stärken:* beide Intervalle bei jedem Mann, Funktionsmessung. *Schwächen:* keine p-Werte im Abstract, Reihenfolge der Proben nicht beschrieben. *Einordnung:* Die Deutung der Autoren ist eine Hypothese.

**Goss et al. 2019: 16 gesunde Männer, vier Tage gegen vier Stunden, Südafrika [s89].**
Prospektive Studie mit 16 gesunden normozoospermen Männern. Nach vier Stunden sanken Gesamtzahl (p < 0,001), Konzentration und Volumen (je p < 0,05), während Gesamt- (p < 0,05) und Progressivbeweglichkeit (p < 0,01) stiegen. Zitronensäure (p < 0,05), Alpha-Glucosidase (p < 0,01) und Fruktose (p < 0,01) im Seminalplasma sanken; Fruktose je Spermium ebenfalls (p < 0,05), was die Autoren als Hinweis auf eine stoffwechselbezogene Anpassung deuten. *Stärken:* Messung der Drüsensekrete. *Schwächen:* 16 Männer, Konfidenzintervalle fehlen. *Einordnung:* Der Mechanismus wird auf Drüsensekrete bezogen, nicht auf die Spermien selbst; das ist eine Deutung der Autoren.

**Sachdeva et al. 2026: 30 Patienten mit suboptimalem Befund, Indien [s11].**
Prospektive Beobachtungsstudie, Proben nach zwei bis sieben Tagen (Kontrolle) und nach vier Stunden. Nach zwei bis sieben Tagen waren Volumen und Gesamtzahl höher, nach vier Stunden die Beweglichkeit. Der Test auf reaktive Sauerstoffspezies war in 33,33 % der Vier-Stunden-Proben normal gegenüber 16,66 %, nicht signifikant. Die berichtete Korrelation zwischen diesem Test und dem Fragmentierungsindex (r = 1,0; p = 0,0) ist statistisch auffällig, denn eine perfekte Korrelation bei 30 Fällen ist ohne Rohdaten nicht beurteilbar. *Schwächen:* 30 Patienten, auffällige Statistik, Konfidenzintervalle fehlen. *Einordnung:* Die Arbeit ist wegen dieser Unstimmigkeit nur eingeschränkt verwertbar.

**Ji et al. 2025: Zwei Proben im Abstand von ein bis drei Stunden und tRNA-Fragmente, Changsha [s18].**
Prospektive Messreihe (Asian Journal of Andrology): 101 Männer mit normaler Spermienzahl und 53 Männer mit niedriger Beweglichkeit oder Konzentration gaben nach drei bis sieben Tagen und danach nach ein bis drei Stunden eine Probe ab. Bei fünf Männern mit normaler Zahl wurden die aus Transfer-RNA abgeleiteten Fragmente (tRFs) per Tiefensequenzierung untersucht. Nach ein bis drei Stunden verbesserten sich die Beweglichkeit deutlich und der Fragmentierungsindex sank. Es fanden sich 245 unterschiedlich exprimierte tRFs; der MAPK-Signalweg war am stärksten angereichert; tRF-Lys-TTT und das Zielgen MAP2K2 veränderten sich signifikant. Das Abstract nennt keine Effektgrößen, Konfidenzintervalle oder p-Werte. *Stärken:* zwei Befundgruppen, molekularer Ansatz. *Schwächen:* einarmig; die Sequenzierung stützt sich auf nur fünf Männer mit normaler Samenqualität. *Einordnung:* Die Studie liefert eine Hypothese zum Mechanismus, keinen Beleg für einen Nutzen bei eingeschränkter Samenqualität.

**Lehavi et al. 2014: 24 Stunden Karenz, Israel [s122].**
Der abgerufene Abstract-Text umfasst nur die Schlussfolgerung (Andrologia): Bei Männern mit abnormen Basisparametern, vor allem niedriger Konzentration, werde am Folgetag eine Verbesserung erwartet, und mit der Zahl abnormer Parameter wachse die Verbesserung; bei normalen oder wenig abnormen Parametern zeige sich nach 24 Stunden ein Rückgang. Fallzahlen und Zahlen fehlen im abgerufenen Text. *Einordnung:* Der Befund deutet auf Abhängigkeit vom Ausgangsbefund, wie bei [s149]; ohne Zahlen lässt sich nichts bewerten.

**Halim et al. 2024: Aufeinanderfolgendes Ejakulat vor ICSI, Indonesien [s34].**
Prospektive Studie an Männern mit schwerer Oligoasthenozoospermie vor ICSI: Ein zweites Ejakulat wurde binnen einer Stunde abgegeben. Die Gesamtbeweglichkeit stieg von 22,52 ± 8,85 % auf 31,53 ± 11,73 % (p < 0,001). Befruchtungsrate (61,41 ± 28,04 gegen 55,45 ± 31,76 %; p = 0,081) und Teilungsrate (88,10 ± 28,63 gegen 81,07 ± 36,34 %; p = 0,262) waren höher, aber nicht signifikant. Die Zahl der Männer nennt das Abstract nicht. *Stärken:* klinisch relevante Frage, klinische Zwischenendpunkte. *Schwächen:* unbekannte Teilnehmerzahl, nicht signifikante Behandlungsergebnisse, einarmig. *Einordnung:* Die Verbesserung der Beweglichkeit war deutlich, die Wirkung auf Befruchtung und Teilung nicht nachgewiesen.

**Scarselli et al. 2019: Erstes und zweites Ejakulat nach einer Stunde, PGT-A, Italien [s92].**
Prospektive Geschwister-Eizellen-Studie mit 22 Zyklen bei Oligoasthenoteratozoospermie: Das erste Ejakulat folgte nach mehreren Tagen, das zweite eine Stunde später; Geschwister-Eizellen wurden injiziert (121 gegen 144). Das Volumen war im zweiten Ejakulat niedriger; Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie waren ähnlich. Von 106 biopsierten Blastozysten waren im zweiten Ejakulat 43,6 % euploid gegenüber 27,5 %; der Anteil reifen Chromatins war höher. Konfidenzintervalle und p-Werte nennt das Abstract nicht. *Stärken:* Geschwister-Eizellen kontrollieren für die Eizelle, genetische Untersuchung der Embryonen. *Schwächen:* 22 Zyklen, 106 Blastozysten, unterschiedliche Eizellzahlen je Arm, keine p-Werte im Abstract. *Einordnung:* Die Euploidie wurde als Endpunkt gewählt; Lebendgeburten wurden nicht untersucht.

**Bahadur et al. 2026: 596 Inseminationszyklen mit und ohne aufeinanderfolgendes Ejakulat, Großbritannien [s02].**
Retrospektive Kohortenstudie bei 263 nulliparen Frauen über 35 Jahren: 230 Zyklen mit und 366 ohne aufeinanderfolgendes Ejakulat (98 Frauen mit, 165 ohne). Lebendgeburtenrate je Zyklus 11,3 % (mit) gegen 13,1 % (ohne; p = 0,52), je Frau 26,5 gegen 29,1 % (p = 0,65). Mehr Follikel und eine höhere Zahl beweglicher Spermien (über 10 Millionen) waren günstig. Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht. *Stärken:* Lebendgeburt als Endpunkt, große Zahl von Zyklen, Vergleichsgruppe. *Schwächen:* retrospektiv, Frauen über 35 Jahre, Auswahl der Zyklen mit zweitem Ejakulat nicht randomisiert. *Einordnung:* In dieser Gruppe zeigte das zweite Ejakulat keinen Vorteil bei der Lebendgeburt;.

**Li et al. 2023: Zweites Ejakulat bei Oligoasthenozoospermie, ICSI, Nanning [s49].**
Geschwister-Oozyten-Studie (Frontiers in Endocrinology): Am Tag der Eizellentnahme gaben die Männer ein zweites Ejakulat in kurzem Abstand ab; 786 Geschwister-Oozyten (Metaphase II) aus 67 Zyklen wurden je zur Hälfte mit Spermien aus dem ersten oder zweiten Ejakulat befruchtet. Das zweite Ejakulat zeigte bessere Beweglichkeit, Normalform und DNA-Integrität, vor und nach Swim-up (signifikant). Hochwertige Blastozystenrate 24,79 % gegen 14,67 %, nutzbare Blastozystenrate 57,56 % gegen 48,44 %, Eizellnutzungsrate 52,93 % gegen 45,29 % (jeweils p < 0,05). Klinische Schwangerschaftsrate 59,09 % gegen 47,37 %, Einnistungsrate 42,11 % gegen 32,35 %, Lebendgeburtenrate 40,91 % gegen 31,58 % (jeweils p > 0,05). Zeitraffer-Parameter nach dem Sieben-Zell-Stadium waren früher, nicht signifikant. *Stärken:* Innerhalb-Paar-Design durch Geschwister-Eizellen, Zeitrafferbeobachtung. *Schwächen:* Die zweite Probe folgt der ersten, die Reihenfolge ist nicht randomisiert; Verblindung im Abstract nicht beschrieben; klinische Endpunkte nicht signifikant bei 67 Zyklen; nur Männer mit Oligoasthenozoospermie. *Einordnung:* Die Laborergebnisse sind besser, die klinischen Ergebnisse unterscheiden sich nicht nachweisbar.

**Hosseini et al. 2025: 50 Männer mit Oligo-Astheno-Teratozoospermie, zwei Proben im Abstand von ein bis zwei Stunden, Isfahan (Iran) [s17].**
Intra-Subjekt-Vergleich (Zygote): eine Probe nach üblicher Karenz von zwei bis sieben Tagen, die zweite ein bis zwei Stunden nach der ersten. Höher in der ersten Probe: Konzentration (10,40 gegen 8,76), Gesamtzahl (28,53 gegen 12,24), Volumen (2,69 gegen 1,40). Höher in der zweiten Probe: progressive Beweglichkeit (20,52 gegen 13,32), nicht progressive Beweglichkeit (53,46 gegen 48,86), Morphologie (2,46 gegen 1,46) und Vitalität (83,90 gegen 77,96), p < 0,05; weniger unbewegliche Spermien (26,82 gegen 38,02) und weniger Fragmentierung (19,5 gegen 26,96), p < 0,05. Die Einheiten fehlen im Abstract, und die Reihenfolge der Zahlen innerhalb der Paare ist dort nicht einheitlich; die hier genannte Zuordnung folgt dem Text („höher in der zweiten“) und ist eine Interpretation. *Stärken:* intraindividueller Vergleich, Funktionsmessung. *Schwächen:* kleine Gruppe, Reihenfolge nicht randomisierbar, Einheiten und Streuungen fehlen. *Einordnung:* Die Autoren schreiben, die geltenden Karenzleitlinien müssten bei schweren männlichen Faktoren möglicherweise überprüft werden.

**Kim et al. 2022: Ejakulate an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei Krebspatienten, Seongnam (Korea) [s60].**
Prospektive Studie an 81 Männern mit Krebserkrankungen, die vor Behandlungsbeginn an drei aufeinanderfolgenden Tagen Samen zur Kryokonservierung abgaben (im Mittel 2,6 ± 0,8 Proben je Patient, höchstens fünf Tage; mittleres Alter 27,5 ± 7,5 Jahre; Halosperm-Test; Intraklassenkorrelationskoeffizienten). Das Volumen der Proben von Tag 2 und Tag 3 war signifikant niedriger als das von Tag 1. Die meisten Parameter hatten hohe Intraklassenkorrelationen, am höchsten für den Fragmentierungsindex (0,68; 95-%-KI 0,45 bis 0,84) und das Volumen (0,67; 0,45 bis 0,84). Wiederholte Ejakulate zeigten stabile Fragmentierung. *Stärken:* aufeinanderfolgende Tage, Konfidenzintervalle. *Schwächen:* Krebspatienten mit häufig eingeschränkter Samenqualität; die Studie zielt auf die Stabilität der Messwerte, nicht auf einen Nutzen; eine feste Karenz zwischen den Proben ist im Abstract nicht angegeben. *Einordnung:* Die einzige Studie im ostasiatischen Material mit Proben an aufeinanderfolgenden Tagen.

**Gülmez et al. 1991: Zwei Ejakulate im Abstand von 60 Minuten bei 37 infertilen Männern, Türkei [s167].**
Von 37 infertilen Männern konnten 33 zwei Ejakulate im Abstand von 60 Minuten abgeben. Anschließend folgte eine siebentägige Behandlung mit Prazosin (Alpha-1-Blocker) und Terbutalin; danach gelang dieselbe Doppelabgabe nur noch bei 27 Männern. Im zweiten Ejakulat blieb die Spermiendichte ohne signifikante Änderung, das Volumen sank signifikant (p < 0,01), die Beweglichkeit stieg signifikant (p < 0,05). Nach der Behandlung waren die Änderungen zwischen Vor- und Nachbehandlung nicht signifikant. *Stärken:* früher Nachweis des Effekts eines zweiten Ejakulats nach kurzer Pause. *Schwächen:* älteres Abstract ohne Mittelwerte, kleine Gruppe; die Medikamentenkomponente ist für das Thema nicht relevant und senkte die Zahl der Männer, die ein zweites Ejakulat abgeben konnten. *Einordnung:* Die Richtung entspricht den späteren Studien: weniger Volumen, bessere Beweglichkeit.

**Vahidi et al. 2021: Kurze Karenz bei hoher DNA-Schädigung, Yazd (Iran) [s80].**
Prospektive Studie an 65 Männern mit erhöhter DNA-Schädigung der Spermien und anamnestisch wiederholten Schwangerschaftsverlusten oder gescheiterten Behandlungen der assistierten Reproduktion. Beurteilt wurden die Wirkung einer antioxidativen Therapie und einer kurzen Karenz (TUNEL, CMA3). Mit Antioxidanzien lag die mittlere Konzentration bei 67,51 ± 44,40 Millionen je ml vor und 56,09 ± 37,85 nach Behandlung (p = 0,005), der TUNEL-Wert bei 24,56 ± 9,49 gegen 20,64 ± 10,28 % (p = 0,013). Mit kurzer Karenz sank TUNEL von 20,64 ± 10,28 auf 17,38 ± 8,59 % (p = 0,028) und CMA3 von 47,79 ± 20,78 auf 41,92 ± 18,49 % (p = 0,019). Stratifiziert nach einem TUNEL-Grenzwert von 20 %: Bei TUNEL über 20 % sank der Mittelwert von 27,85 ± 8,32 auf 19,14 ± 8,90 % (p = 0,001); bei TUNEL unter 20 % stieg er von 11,89 ± 3,21 auf 15,17 ± 7,79 % (p = 0,045). *Stärken:* zwei Funktionsmaße, Stratifizierung, die eine Umkehr bei niedrigem Ausgangswert aufdeckt. *Schwächen:* Beide Maßnahmen wurden nach dem Abstract an denselben Patienten geprüft, sodass sich die Effekte schlecht trennen lassen; keine Kontrollgruppe; die Stratifizierung am Ausgangswert ist anfällig für Regression zur Mitte (hohe Werte sinken, niedrige steigen; Einschätzung dieser Studie, die Autoren sprechen von „paradoxen“ Effekten); der p-Wert 0,045 liegt knapp an der Signifikanzgrenze. *Einordnung:* Die Befunde gleichen dem Muster, das bei Wiederholungsmessungen ohne Eingriff zu erwarten wäre; sie beweisen die Wirkung der Karenz nicht.

#### Zusammenfassung der Gruppe

Die Studien zur zweiten Probe zeigen durchgehend einen Zielkonflikt: weniger Volumen und Gesamtzahl, häufig geringere Fragmentierung, bei Oligoasthenozoospermie häufig bessere Beweglichkeit [s47, s74, s07, s17, s34, s49, s167]. Gegenbefunde sind der Anstieg der Chromatinunreife bei kurzer Karenz [s112], die fehlende Verbesserung von Beweglichkeit und Fragmentierung bei 34 oligozoospermen Männern [s52] und die nicht signifikante Wirkung auf Befruchtung und Teilung [s34] sowie auf Schwangerschaft und Lebendgeburt [s49, s02]. Randomisierte Daten mit Schwangerschaft als Endpunkt gibt es im Material nur für Karenz im Bereich von Tagen [s77, s82], nicht für Abstände im Stundenbereich. Alle Aussagen dieser Gruppe stützen sich auf Abstracts.

### Karenz und klinische Ergebnisse (Insemination, ICSI, IVF): Beobachtungsstudien

Die klinischen Endpunkte stammen aus Behandlungszyklen, in denen Spermien aufbereitet und gezielt eingebracht werden. Sie lassen sich nicht ohne Weiteres auf natürliche Empfängnis übertragen. Die randomisierten Studien zur Karenz bei Insemination [s77, s82] stehen in einem anderen Kapitel; hier folgen die Beobachtungsstudien. Das Alter der Frau ist in allen diesen Studien ein starker Störfaktor, der je nach Studie unterschiedlich berücksichtigt wird.

**Jurema et al. 2005: 929 Inseminationszyklen, USA [s147].**
Retrospektive Analyse bei 417 Frauen mit 929 Zyklen (Clomifen, eine Insemination je Zyklus), mediane Karenz vier Tage (Spanne 0 bis 30), Gesamtschwangerschaftsrate 12 % je Zyklus. Die Karenz korrelierte positiv mit der Zahl der Spermien im Inseminat und negativ mit der Beweglichkeit. Die höchste Rate lag bei höchstens drei Tagen (14 %), die niedrigste bei mindestens zehn Tagen (3 %). Die Schwangerschaftsrate hing von der Karenz unabhängig von den Inseminatparametern ab. Die Autoren vermuten Spermienalterung und Funktionsschäden, die die Standardanalyse nicht erfasst; das ist eine Hypothese. Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht. *Stärken:* einheitliche Behandlung (Clomifen, eine Insemination), große Zahl von Zyklen, Prüfung der Unabhängigkeit von den Inseminatparametern. *Schwächen:* retrospektiv, Karenz nach Angabe, Mehrfachzyklen derselben Frau, keine Konfidenzintervalle. *Einordnung:* Die Karenz über zehn Tage ist der auffällige Bereich, nicht der Bereich unter zwei Tagen.

**Marshburn et al. 2010: Karenz vor Insemination, USA [s141].**
Im abgerufenen Abstract steht nur das Ergebnis: Eine Karenz von höchstens zwei Tagen vor einer intrauterinen Insemination ergab die höchste Schwangerschaftsrate je Zyklus, trotz geringerer Gesamtzahl beweglicher Spermien. Zahlen und Fallzahl liegen nicht vor. *Schwächen:* Ohne Zahlen ist die Aussage nicht überprüfbar. *Einordnung:* Die Richtung deckt sich mit [s147].

**Kably-Ambe et al. 2015: 3.123 Paare, Insemination, Mexiko [s116].**
Die retrospektive Querschnittsstudie erschien in der spanischsprachigen Zeitschrift Ginecología y Obstetricia de México; in der Datenbank steht nur der englische Titel (Effect of sexual abstinence on pregnancy rates after an intrauterine insemination; Wirkung sexueller Karenz auf die Schwangerschaftsraten nach intrauteriner Insemination). Die Erfolgsrate nach Insemination war bei weniger als sieben Tagen Karenz höher, die Spermiengewinnungsrate verhielt sich umgekehrt proportional zu den Karenztagen. Das Abstract nennt keine Zahlen. *Stärken:* große Fallzahl. *Schwächen:* keine Zahlen im Abstract, retrospektiv, Querschnitt. *Einordnung:* Die Grenze von sieben Tagen ist deutlich weiter als bei den übrigen Studien.

**Borges et al. 2019: 818 ICSI-Patienten, Brasilien [s88].**
Prospektive Kohorte: Die Karenz war positiv mit Volumen, Konzentration, Gesamtzahl, Gesamtzahl beweglicher Spermien und Fragmentierungsindex verknüpft, negativ mit Befruchtung, Blastozystenbildung, Einnistung und Schwangerschaft. Die mittlere Karenz lag in der Schwangerschaftsgruppe bei 3,14 ± 1,64 Tagen und in der Gruppe ohne Schwangerschaft bei 4,83 ± 3,66 Tagen; als Trennwert wurden vier Tage gewählt. Bei höchstens vier Tagen waren die Fragmentierung niedriger und Befruchtung, Embryoqualität am Tag 3, Blastozystenentwicklung, Einnistung und Schwangerschaft höher. Ein Tag Karenz erhöhte die Einnistungsrate gegenüber zwei bis vier Tagen. Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht. *Stärken:* prospektiv, mehrere Zwischenendpunkte. *Schwächen:* Der Trennwert wurde aus denselben Daten abgeleitet, was zu optimistischen Ergebnissen führen kann; Störgrößen sind im Abstract nicht aufgeführt. *Einordnung:* Die Arbeit ist die am deutlichsten für kürzere Karenz sprechende ICSI-Kohorte und steht im Gegensatz zu [s99], [s31] und [s57].

**Periyasamy et al. 2017: 1.030 ART-Zyklen, Indien [s106].**
Retrospektive Kohortenstudie: Karenz zwei bis sieben Tage (Gruppe I) gegen über sieben Tage (Gruppe II). Lebendgeburtenrate 34,1 % gegen 24,1 % (Odds Ratio 1,6; 95-%-KI 1,1 bis 2,4), klinische Schwangerschaft 44,4 % gegen 32,7 % (1,6; 1,1 bis 2,3), Einnistung 26,4 % gegen 18,2 %. Bereinigt: Lebendgeburt 1,6 (1,1 bis 2,5), Schwangerschaft 1,7 (1,2 bis 2,5). In der Untergruppe zwei bis vier Tage lag die Lebendgeburtenrate bei 36,1 % gegen 24,1 %. Befruchtung und Fehlgeburtenrate unterschieden sich nicht. *Stärken:* Lebendgeburt als Endpunkt, Konfidenzintervalle, bereinigte Werte. *Schwächen:* retrospektiv, ein Zentrum, Selbstangabe der Karenz. *Einordnung:* Der problematische Bereich ist hier die Karenz über sieben Tage, nicht die kurze Karenz.

**Lee et al. 2018: 449 erste ICSI-Zyklen, Seoul [s99].**
Retrospektive Studie in einer Kinderwunschklinik mit normaler Ovarialantwort: zwei bis sieben Tage gegen mindestens acht Tage Karenz, getrennt nach Alter der Frau (unter 38 und ab 38 Jahre). Befruchtung, Embryoqualität, biochemische, klinische und fortlaufende Schwangerschaft, Fehlgeburt und Einnistung unterschieden sich in keiner Altersgruppe signifikant. Die Autoren schließen, Karenz über die WHO-Empfehlung hinaus sei nicht mit schlechterer Befruchtung oder Schwangerschaft verbunden, und regen eine Überprüfung des WHO-Kriteriums an. Das Abstract nennt weder Gruppengrößen je Stratum noch Effektschätzer oder Konfidenzintervalle. *Stärken:* klinische Endpunkte, Stratifizierung nach dem Alter der Frau. *Schwächen:* retrospektiv; fehlende Nachweise eines Unterschieds sind kein Nachweis von Gleichheit; die Spermien wurden vor der ICSI mit Swim-up aufbereitet, was Unterschiede der Rohprobe teilweise ausgleicht. *Einordnung:* Die Studie widerspricht [s106], [s88] und [s75].

**Gupta et al. 2021: 1.691 ICSI-Zyklen, Neu-Delhi [s75].**
Analyse in vier Karenzgruppen (1 Tag, 2 bis 5, 6 bis 7 und mindestens 8 Tage). Die Karenz korrelierte positiv mit Volumen, Gesamtzahl und Gesamtzahl beweglicher Spermien. Die Gruppe mit einem Tag hatte höhere Einnistung und höhere biochemische Schwangerschaftsrate je Embryotransfer, die klinische Schwangerschaftsrate lag bei 30,0 % gegen 25,4 % in den Gruppen mit längerer Karenz; die Fehlgeburtenrate war bei kürzerer Karenz niedriger. Das Abstract bezeichnet die Studie im Titel als retrospektiv, in der Methodik als prospektiv. Konfidenzintervalle nennt es nicht. *Stärken:* große Zahl, vier Gruppen. *Schwächen:* widersprüchliche Angabe der Studienart, kein Konfidenzintervall, Störgrößen nicht beschrieben. *Einordnung:* Der Unterschied bei der klinischen Schwangerschaft (rechnerisch 4,6 Prozentpunkte) liegt im Bereich, der durch Störgrößen verzerrt sein kann.

**Cermisoni et al. 2024: 6.919 ICSI-Zyklen, Italien [s31].**
Retrospektive Beobachtungsstudie (2013 bis 2022). Die Karenz war positiv mit Volumen, Konzentration und Gesamtzahl beweglicher Spermien verknüpft (je p < 0,001). Je zusätzlichem Karenztag sank die Wahrscheinlichkeit für zweikernige (2PN) Zygoten um 3 % (bereinigtes Odds Ratio 0,97; 95-%-KI 0,94 bis 0,99), die Wahrscheinlichkeit für dreikernige (3PN) Zygoten stieg um 14 % (1,14; 1,07 bis 1,22). Blastulation, kumulative Schwangerschaft und Fehlgeburt zeigten keinen signifikanten Zusammenhang. *Stärken:* die größte ICSI-Studie, bereinigte Odds Ratios mit Konfidenzintervall. *Schwächen:* retrospektiv, ein Zentrum; die Zygotenmerkmale sind Zwischenendpunkte. *Einordnung:* Die Karenz hängt mit der Befruchtungsqualität zusammen, nicht mit der Schwangerschaft.

**Azizi et al. 2022: 1.003 ICSI-Zyklen, Teheran [s57].**
Retrospektive Kohorte (JBRA Assisted Reproduction), sechs Karenzgruppen (1 Tag, 2, 3, 4, 5 und 6 bis 10 Tage). Volumen (p = 0,0001) und Gesamtzahl (p = 0,005) stiegen mit der Karenz, andere Parameter nicht signifikant. Der Anteil progressiv beweglicher Spermien war mit der Befruchtung assoziiert (p = 0,007), die Morphologie mit der Embryozahl im Teilungsstadium (p = 0,036). Kein Einfluss von Karenz oder Samenparametern auf die Schwangerschaften. Das Abstract nennt keine Effektgrößen. *Stärken:* große Zahl, feine Abstufung. *Schwächen:* Bei ICSI wird ein einzelnes, ausgewähltes Spermium injiziert, sodass die Samenqualität im Ejakulat nur abgeschwächt wirkt (so argumentieren die Autoren sinngemäß selbst); keine Effektgrößen. *Einordnung:* Die Studie stützt [s99] und [s31].

**Tighe et al. 2026: 2.899 Paare, 3.873 IVF-Zyklen, Großbritannien [s13].**
Retrospektive Kohortenstudie (2013 bis 2022). Mit längerer Karenz waren Gesamtzahl, Konzentration, Gesamtzahl beweglicher Spermien und Volumen höher; die Blastulationsraten blieben unbeeinflusst. Längere Karenz hing mit niedrigerer Schwangerschaftsrate zusammen (bereinigtes Odds Ratio 0,786; 95-%-KI 0,685 bis 0,903; p < 0,001). Fehlgeburten zeigten keinen Zusammenhang; die Lebendgeburtenrate fiel, aber nicht signifikant (0,886; 0,769 bis 1,020; p = 0,0921). Das Abstract nennt das Schwellenniveau für die Fehlgeburt mit „p > 0,001“, vermutlich ein Druckfehler. *Stärken:* große Zahl, bereinigte Odds Ratios mit Konfidenzintervall. *Schwächen:* retrospektiv, Konfidenzintervall der Lebendgeburt schließt 1 ein, Auffälligkeit im Abstract. *Einordnung:* Der Schwangerschaftsvorteil kürzerer Karenz zeigt sich bei IVF, nicht bei der Lebendgeburt.

**Ahn et al. 2021: Zeitgesteuerter Verkehr bei Subfertilität, Südkorea [s70].**
Retrospektive Kohortenstudie an 285 Frauen mit 854 Zyklen, die zeitgesteuerten Verkehr nutzten. Die klinische Schwangerschaftsrate betrug 28,1 % je Paar und 9,4 % je Zyklus. Subfertilität von mindestens 24 Monaten (gegen unter 12 Monate: Odds Ratio 0,193; 95-%-KI 0,043 bis 0,859) und Endometriose (0,282; 0,106 bis 0,746) waren ungünstig; die kumulative Rate stieg bis zum sechsten Zyklus signifikant, die Lebendgeburten bis zum vierten Zyklus. *Stärken:* Bereinigung mit Konfidenzintervall. *Schwächen:* retrospektiv, Prognosemodell, keine Samenparameter als Zielgröße. *Einordnung:* Die Arbeit dient der Prognose und betrifft die Samenqualität nicht.

**Pakpahan et al. 2024: Verkehr vor Embryotransfer, 132 Teilnehmerinnen [s40].**
Retrospektive Kohortenstudie (Archivio Italiano di Urologia e Andrologia). Verkehr vor dem Embryotransfer änderte die Schwangerschaftsrate nicht signifikant; mit Orgasmus lagen die biochemischen (p = 0,009) und klinischen Schwangerschaften (p = 0,027) höher. *Stärken:* ungewöhnliche Fragestellung. *Schwächen:* kleine Fallzahl, retrospektiv, Zusammenhang nicht kausal gesichert, keine Konfidenzintervalle. *Einordnung:* Die Studie betrifft die Frau, nicht die Samenqualität.

#### Zusammenfassung der Gruppe

Nachteile langer Karenz (über vier bis sieben Tage) für Schwangerschaft zeigen Beobachtungsstudien zu Insemination, ICSI und IVF [s147, s88, s106, s75, s13]; keinen Zusammenhang fanden mehrere Kohorten [s99, s31, s57]. Kein Befund belegt, dass eine Karenz von wenigen Stunden bessere Lebendgeburtenraten ergibt als ein bis drei Tage. Gemeinsame Schwächen sind die retrospektive Anlage, die Selbstangabe der Karenz und die Tatsache, dass die Frau und das Behandlungsverfahren die Rate stärker bestimmen als die Samenparameter.

### Erregung, Tageszeit und Dauer der Probengewinnung

**Beyatlı et al. 2025: Verlängerte Erregung, 205 infertile Männer, Istanbul [s15].**
Prospektive Studie mit Innersubjektvergleich: zwei Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen. In der zweiten Sitzung wurde die Dauer des erotischen Videos von median 8 (Interquartilsabstand 5 bis 10) auf 15 Minuten (11 bis 20) verlängert (p < 0,001). Die Konzentration stieg von 19 auf 24 Millionen je ml, die Gesamtbeweglichkeit von 43 auf 46 %, die Progressivbeweglichkeit von 33 auf 37 % (jeweils p < 0,001); die Morphologie blieb unverändert (p = 0,053). Die Zunahme der Erregungsdauer korrelierte schwach mit den Änderungen von Konzentration (ρ = 0,21; p = 0,003), Gesamtbeweglichkeit (ρ = 0,27; p < 0,001) und Progressivbeweglichkeit (ρ = 0,22; p = 0,002). Verbesserungen zeigten sich bei Nichtrauchern, nicht bei Rauchern. *Stärken:* größte türkische Stichprobe zum Thema, intraindividueller Vergleich, Messung nach WHO 2021. *Schwächen:* feste Reihenfolge (erst kurz, dann lang) ohne Randomisierung oder Gegengewichtung, sodass Reihenfolge-, Lern- und Regressionseffekte möglich sind; die Karenz vor den beiden Proben wird im Abstract nicht angegeben; die Korrelationen sind schwach; nur infertile Männer. *Einordnung:* Die Studie berührt das Sexualverhalten bei der Probengewinnung, nicht die Karenz; ein Beleg für eine ursächliche Wirkung ist sie nicht.

**Sertkaya et al. 2022: Sexuelle Erregung während der Karenz, 100 Patienten, Istanbul [s65].**
Prospektive Vorher-nachher-Studie an 100 Patienten im Alter von 18 bis 45 Jahren: Alle Analysen erfolgten nach drei Tagen Karenz; in der Karenzzeit sollten die Patienten täglich einmal ein 20-minütiges Video ansehen; nach drei Tagen wurde erneut untersucht. Normale Spermienform (strenge Kriterien), Konzentration sowie Gesamt- und Progressivbeweglichkeit blieben unverändert. Signifikant verändert waren nur das Volumen und die Gesamtzahl beweglicher Spermien (p < 0,001); die Richtung nennt das Abstract nicht. *Stärken:* ziemlich große Stichprobe, standardisierter Karenzzeitraum. *Schwächen:* keine Kontrollgruppe ohne Video, zwei Messungen derselben Männer ohne Randomisierung, daher sind Messvariabilität und Lerneffekte nicht trennbar; Konfidenzintervalle und die Richtung der Änderung fehlen. Die Autoren fordern selbst Studien mit mehr Patienten und längerer Nachbeobachtung. *Einordnung:* Die Studie trägt für die Wirkung von Erregung wenig bei, weil die Richtung der Veränderung im Abstract fehlt.

**Liu et al. 2022: Tageszeitliche Schwankung, 33.430 Proben, Chongqing [s61].**
Der erste Teil wertete Akten einer Spermabank einer Provinz aus: 33.430 Proben, gewonnen zwischen 8 und 17 Uhr (1. März 2010 bis 8. Juli 2015). Der zweite Teil war eine Laborstudie mit sechs Freiwilligen und 36 Proben zu sechs Zeitpunkten im identischen Abstand von zwei Tagen plus vier Stunden (6. Juni bis 8. Juli 2019) unter streng kontrollierter Karenz. Gemessen wurden Gesamtzahl, Konzentration, Volumen, progressive und Gesamtbeweglichkeit (computergestützt) sowie im Laborteil DNA-Fragmentierung, HDS (Chromatinstruktur) und Vitalität (Durchflusszytometrie). In den Spermabankdaten schwankten Gesamtzahl, Konzentration, Volumen, progressive und Gesamtbeweglichkeit zwischen 8 und 17 Uhr (jeweils p < 0,001). Die Eignung der Proben nach den Kriterien der Bank änderte sich mit der Tageszeit: Jede Stunde früher oder später als 11 Uhr war mit einem 1,14-fachen Risiko der Nichteignung verbunden. Auch bei den 36 Laborproben zeigte sich eine tageszeitliche Schwingung; bei kontrollierter Karenz erreichten die meisten Parameter ihren günstigsten Wert zwischen 11 und 15 Uhr. *Stärken:* sehr große Datenbasis, Laborteil mit kontrollierter Karenz, der das Problem adressiert, dass in der Spermabank Karenz und Tageszeit zusammenhängen könnten. *Schwächen:* Der Laborteil hat nur sechs Personen; Störgrößen wie Energiezufuhr sind nicht bereinigt; die Studie bezieht sich auf einen bestimmten Ort, Zeitraum und eine Spenderpopulation, und die Autoren warnen im Abstract vor einer Übertragung. *Einordnung:* Der Befund eines Optimums zwischen 11 und 15 Uhr steht im Kontrast zu [s87], wo Abendproben besser waren.

**Shimomura et al. 2020: Morgen gegen Abend, 40 Männer, Saitama (Japan) [s87].**
Vergleichende Studie innerhalb derselben Person am Dokkyo Medical University Saitama Medical Center. In Japan wird Samen für Inseminationen meist am frühen Morgen gewonnen. 20 fertile und 20 infertile Männer mit auffälligem Spermiogramm gaben bei drei Tagen festgelegter Karenz je eine Probe früh am Morgen und eine am Abend ab (Wilcoxon-Test, CASA). Primäres Ergebnismaß war die Gesamtzahl beweglicher Spermien. Bei fertilen Männern waren Gesamtzahl beweglicher Spermien und Gesamtspermienzahl am Abend signifikant höher; bei infertilen Männern unterschied sich die Gesamtspermienzahl nicht, die Gesamtzahl beweglicher Spermien war am Abend aber signifikant höher. Die Autoren folgern, eine Insemination könne mit Abendproben leichter gelingen. *Stärken:* intraindividueller Vergleich, festgelegte Karenz, klinisch relevante Frage. *Schwächen:* 40 Männer; das Abstract nennt keine Effektgrößen, Konfidenzintervalle oder p-Werte; die Reihenfolge Morgen und Abend ist nicht als randomisiert beschrieben; die Aussage zur Insemination ist eine Vermutung, es wurden keine Schwangerschaften untersucht. *Einordnung:* Der Befund steht im Gegensatz zu [s61].

**Bai et al. 2023: Dauer der Probengewinnung, 746 Männer, Hefei [s45].**
Beobachtungsstudie an 746 subfertilen oder gesunden Männern, Probe durch Masturbation. Die mediane Dauer der Probengewinnung betrug 7,0 Minuten (Interquartilsabstand 5,0 bis 11,0), bei gesunden Männern 6,0, bei subfertilen 7,0 Minuten. Längere Dauer ging mit schlechterer Samenqualität einher: Das oberste Quartil war mit geringerem Volumen und niedrigerer Konzentration assoziiert, das dritte und vierte Quartil mit niedrigerer progressiver und Gesamtbeweglichkeit; es bestand ein negativer linearer Zusammenhang mit der Morphologie. Bereinigte Odds Ratios im dritten gegen das erste Quartil: Asthenozoospermie 2,06 (1,31 bis 3,25; p = 0,002), Teratozoospermie 1,98 (1,10 bis 3,55; p = 0,02). Bei Paaren mit assistierter Reproduktion war die Fehlgeburtsrate positiv mit der Gewinnungsdauer korreliert. *Stärken:* große Zahl, Konfidenzintervalle, Bereinigung. *Schwächen:* Das Abstract liefert keine Deutung (zum Beispiel Anspannung, Vorerkrankung); der Zusammenhang kann Folge schlechter Samenqualität oder Begleiterscheinung einer Erektionsstörung sein (Einschätzung dieser Studie). *Einordnung:* Dieser Befund steht im Gegensatz zu [s15], wonach längere Erregung mit besserer Samenqualität einherging; die Konstellationen sind nicht vergleichbar, weil in [s15] die Erregungsdauer verlängert und in [s45] die natürliche Dauer beobachtet wurde.

### Häufigkeit und Zeitpunkt des Verkehrs, Sexualfunktion

Dieser Bereich berührt die Samenqualität nur mittelbar: Er entscheidet nicht darüber, wie gut die Spermien sind, sondern darüber, ob vorhandene Spermien auf eine Eizelle treffen. Die Studien messen die Empfängnis oder das Verhalten der Paare, nicht die Samenparameter. Im Material findet sich keine Studie, die Verkehrshäufigkeit, Samenqualität und natürliche Empfängnis bei denselben Paaren verknüpft.

**Dreiås et al. 2026: Verkehrshäufigkeit und Empfängnis, norwegische MoBa-Kohorte [s06].**
Prospektive Kohortenstudie an 64.193 Frauen mit geplanter natürlicher Schwangerschaft. Die mittlere Zeit bis zur Schwangerschaft sank von 4,8 Monaten bei weniger als einmal je Woche auf 3,7 Monate bei mehr als viermal je Woche (Trend p < 0,0001). Gegenüber ein- bis zweimal je Woche war die Empfängniswahrscheinlichkeit je Zyklus bei mehr als viermal je Woche um 16 % höher (Fecundability Ratio 1,16; 95-%-KI 1,14 bis 1,19); zwischen weniger als einmal, ein- bis zweimal und drei- bis viermal je Woche gab es keine klaren Unterschiede. *Stärken:* Größe der Stichprobe, Konfidenzintervall, Maß je Zyklus. *Schwächen:* Die Häufigkeit wurde selbst für die vier Wochen vor der Empfängnis berichtet, rückblickend; die Umkehr der Ursache (fruchtbare Paare haben möglicherweise häufiger Verkehr) ist nicht ausschließbar. *Einordnung:* Ein Vorteil zeigt sich erst bei mehr als viermal je Woche; unterhalb dieser Schwelle unterscheiden sich die Gruppen nicht klar.

**Konishi et al. 2020: Koitusfrequenz und Empfängnis, Japan [s85].**
Prospektive Kohortenstudie an 80 Frauen, die ihr erstes Kind erwarteten, über bis zu 24 Wochen. 44 % (35) empfingen natürlich; in 18 % (58 von 319) der Zyklen gab es keinen Verkehr in der fruchtbaren Phase; höhere Koitusfrequenz war mit höherer Wahrscheinlichkeit der Empfängnis verbunden (Odds Ratio 1,23; 95-%-KI 1,02 bis 1,47). *Stärken:* prospektive Erfassung, Konfidenzintervall. *Schwächen:* 80 Frauen, kurzer Beobachtungszeitraum. *Einordnung:* Die Studie zeigt, dass in knapp einem Fünftel der Zyklen in der fruchtbaren Phase kein Verkehr stattfand.

**Bond et al. 2025: Sexuelle Funktion und Not der Frau und Zeit bis zur Schwangerschaft [s16].**
Prospektive Kohortenstudie mit 2.500 Teilnehmerinnen vor der Empfängnis. Sexuelle Not war mit geringerer Fecundability verbunden (Fecundability Ratio 0,82; 95-%-KI 0,69 bis 0,98); keine Verbindung bestand für Funktionsstörung nach Grenzwert (1,00; 0,890 bis 1,13); häufige Schmerzen beim Verkehr: 0,81 (0,62 bis 1,06). *Stärken:* große prospektive Kohorte, Konfidenzintervalle. *Schwächen:* Selbstangaben, das Konfidenzintervall für Schmerzen schließt 1 ein. *Einordnung:* Die Studie betrifft die Sexualfunktion der Frau.

**Wilcox et al. 1995: Verkehrszeitpunkt und Empfängnis, USA [s163].**
Prospektive Kohorte an 221 gesunden Frauen mit Kinderwunsch, tägliche Urinproben (Östrogen- und Progesteronmetaboliten) und Tagebuch. In 625 Zyklen mit schätzbarem Eisprung entstanden 192 Schwangerschaften, zwei Drittel (129) endeten mit Lebendgeburt. Empfängnis trat nur bei Verkehr in einem sechstägigen Zeitraum bis zum Eisprungtag ein; die Wahrscheinlichkeit lag zwischen 0,10 (fünf Tage vor) und 0,33 (am Eisprungtag). Nur 6 % der Schwangerschaften waren eindeutig Spermien zuzuordnen, die drei Tage oder älter waren; ein Zusammenhang zwischen Alter der Spermien und Lebensfähigkeit der Schwangerschaft war nicht erkennbar; das Geschlecht des Kindes hing nicht erkennbar mit dem Zeitpunkt zusammen. *Stärken:* hormonelle Bestimmung des Eisprungs, tägliche Daten. *Schwächen:* gesunde Frauen mit Kinderwunsch, Konfidenzintervalle im Abstract nicht genannt. *Einordnung:* Die Arbeit ist die Grundlage der Vorstellung eines sechstägigen fruchtbaren Fensters.

**Dunson et al. 1999 und 2002, Bigelow et al. 2004: Fruchtbares Fenster und Alter [s157, s154, s151].**
Dunson et al. 1999 [s157] korrigierten den Fehler der Eisprungbestimmung in zwei Datensätzen (Basaltemperatur, London; Urinhormone, North Carolina) und fanden in beiden das gleiche sechstägige fruchtbare Fenster mit höchster Wahrscheinlichkeit am Tag vor dem Eisprung und Werten nahe null danach. Dunson et al. 2002 [s154] (782 Paare, 5.860 Zyklen) fanden fast alle Schwangerschaften im sechstägigen Fenster; die Tageswahrscheinlichkeit sank bei Frauen ab Ende der Zwanziger und war bei 19- bis 26-Jährigen doppelt so hoch wie bei 35- bis 39-Jährigen; bei Männern über 35 Jahren war die Fruchtbarkeit nach Bereinigung für das Alter der Frau signifikant verringert. Bigelow et al. 2004 [s151] (782 Frauen, 7.288 Zyklen) fanden, dass die Schleimqualität das Muster der Tageswahrscheinlichkeiten erklärte; nach Bereinigung war die Variabilität über das fruchtbare Intervall begrenzt. *Stärken:* Daten aus Kohorten der natürlichen Familienplanung mit Zervikalschleim-Beobachtung. *Schwächen:* Die Abstracts nennen keine Konfidenzintervalle; die Kohorten [s154] und [s151] überschneiden sich vermutlich (gleiche Kohorte der natürlichen Familienplanung, 782 Frauen beziehungsweise Paare), die Zyklenzahlen (5.860 und 7.288) unterscheiden sich; sie sind deshalb nicht als unabhängige Bestätigungen zu zählen. *Einordnung:* Diese Arbeiten bilden die Datengrundlage für die Kernaussage zum Zeitpunkt: Empfängnis ist an ein Fenster von etwa sechs Tagen gebunden.

**Perlis et al. 2013: Koitusfrequenz bei infertilen Männern, Kanada [s129].**
Querschnittsstudie an 1.298 infertilen Männern: Der Median des monatlichen Verkehrs lag bei 7 (Interquartilsabstand 5 bis 10; Spanne 0 bis 40); 24 % der Paare hatten höchstens viermal monatlich Verkehr. Je Lebensjahr erhöhte sich die Chance seltenen Verkehrs (Odds Ratio 1,05; 95-%-KI 1,03 bis 1,08); auch die Erektionsfunktion im Fragebogen hing mit seltenem Verkehr zusammen (Odds Ratio 1,12 je Punkt; 1,09 bis 1,18; die Richtung der Skala ist im Abstract nicht erläutert). Die Autoren schließen, die Koitusfrequenz solle in Fertilitätsabklärungen berücksichtigt werden. *Stärken:* große Stichprobe, Konfidenzintervalle. *Schwächen:* Selbstangabe, nur infertile Männer, die Skalenrichtung des zweiten Odds Ratio ist nicht erläutert. *Einordnung:* Seltener Verkehr hängt mit höherem Alter und mit der Erektionsfunktion zusammen; ein Samenparameter wurde nicht ausgewertet.

**Yu et al. 2022: Zeitgesteuerter Verkehr nach bekannter Samenqualitätsstörung, Changchun [s68].**
Querschnittsstudie an 509 Männern (Juni bis Oktober 2021). Gruppe A: nie oder höchstens vor sechs Monaten untersucht; Gruppe B: Samenanalyse mindestens sechs Monate zuvor, weiter unterteilt in schwer, leicht bis mäßig und normozoosperm. Erektile Dysfunktion war häufiger in Gruppe B leicht bis mäßig (Odds Ratio 1,86; 95-%-KI 1,07 bis 3,24; p = 0,027) und B schwer (5,312; 2,69 bis 10,49; p < 0,001), nicht in B normozoosperm. Zeitgesteuerten Verkehr praktizierten 11,8 % (20 von 170) in Gruppe A und 16,2 % (19 von 117) in B normozoosperm, aber 28,2 % (44 von 156) in B leicht bis mäßig und 25,7 % (17 von 66) in B schwer (p < 0,001). Die Autoren deuten dies als Folge langer erfolgloser Versuche, nicht als direkte Wirkung der Samenqualität. *Stärken:* klare Gruppendefinition. *Schwächen:* Querschnitt, Selbstbericht; Gruppe B unterscheidet sich vermutlich auch in der Dauer des Kinderwunsches (im Abstract nicht ausgewiesen). *Einordnung:* Das Verhalten folgt hier der Kenntnis des Befunds und ist keine Ursache der Samenqualität.

**Yu et al. 2022: Sexualfunktion und Koitusfrequenz bei erhöhter DNA-Fragmentierung, Changchun [s69].**
Querschnittsstudie an 426 Männern aus Paaren mit Schwangerschaftsverlust (normale Samenqualität n = 161, hoher Fragmentierungsindex n = 87, isolierte Asthenozoospermie n = 45, isolierte Teratozoospermie n = 44, mindestens zwei abnorme Parameter n = 89; Scientific Reports). Erektile Dysfunktion (IIEF-5) war bei hohem Index (OR 2,75; 1,49 bis 5,09; p = 0,001) und isolierter Teratozoospermie (OR 2,44; 1,22 bis 5,31; p = 0,024) häufiger, nicht bei isolierter Asthenozoospermie (20,0 % gegen 18,0 %; OR 1,24; 0,52 bis 2,97). Verkehr seltener als einmal je Woche berichteten 50,6 % der Gruppe mit hohem Index gegenüber 23,2 % der normozoospermen Gruppe (p < 0,05), in den Gruppen mit isolierter Teratozoospermie 44,4 % und mit mehreren Anomalien 46,1 %. Die Angstwerte (GAD-7) waren leicht erhöht. *Stärken:* Konfidenzintervalle, mehrere Befundgruppen. *Schwächen:* Der Befund ist querschnittlich und kann beide Richtungen bedeuten: seltener Verkehr durch Sexualstörung bei hohem Index oder seltener Verkehr als Mitursache eines höheren Index. *Einordnung:* Die Ursache bleibt offen.

**Bak et al. 2012: Zeitgesteuerter Verkehr und Sexualfunktion, Seoul [s133].**
Prospektive Studie an 439 Männern über drei Jahre (Juli 2008 bis Juni 2011), Zaii Medical Center. Bei 188 Männern (42,8 %) trat neu eine erektile Dysfunktion auf, 47 Männer (10,7 %) hatten außereheliche Kontakte; mit der Zahl der Episoden des zeitgesteuerten Verkehrs stieg die Zahl der Männer mit erektiler Dysfunktion und mit außerehelichem Verkehr (jeweils p < 0,0001). Männer, die Softdrinks tranken, hatten ein geringeres Ejakulatvolumen (p = 0,0363). LH, Testosteron und Östradiol waren bei erektiler Dysfunktion niedriger (jeweils p < 0,05), FSH höher. *Stärken:* dreijährige Beobachtung. *Schwächen:* kein Vergleichskollektiv ohne zeitgesteuerten Verkehr; die Samenparameter wurden erhoben, im Abstract aber nur zum Softdrink-Befund berichtet. *Einordnung:* Die Studie betrifft Verhalten und Sexualfunktion, nicht die Samenqualität im Mittelpunkt.

### Gleitmittel in Kohorten und gemischte Studien

Die Laborstudien mit Spermien in Gleitmittellösungen sind Gegenstand eines anderen Kapitels. Hier stehen zwei Kohorten mit Empfängnis und zwei Arbeiten mit gemischtem Design.

**Steiner et al. 2012: Gleitmittel und natürliche Fruchtbarkeit, 296 Frauen [s135].**
Prospektive Kohorte mit Tagebuch bei Frauen im Alter von 30 bis 44 Jahren. 25 % nannten im Ausgangsfragebogen Gleitmittelgebrauch; nach dem Tagebuch benutzten 57 % nie, 29 % gelegentlich, 14 % häufig. Gebrauch im fruchtbaren Fenster war nicht mit geänderter Fruchtbarkeit verbunden (Fecundability Ratio 1,05; 95-%-KI 0,59 bis 1,85). *Stärken:* Tagebuch, Konfidenzintervall. *Schwächen:* Das Konfidenzintervall ist breit, sodass auch eine deutliche Verminderung oder Erhöhung nicht ausgeschlossen ist; Selbstangaben; die Abstracts nennen keine Messung von Samenparametern. *Einordnung:* Die Studie sagt etwas über die Empfängnis, nichts über die Samenqualität.

**McInerney et al. 2018: Gleitmittel und Zeit bis zur Schwangerschaft, 6.467 Frauen [s101].**
Prospektive Kohortenstudie bei Frauen aus Dänemark und Nordamerika. Gebrauch bei 17,5 %. Fecundability Ratio gegenüber Nichtgebrauch: 1,02 (0,93 bis 1,11) für wasserbasierte nicht pH-abgestimmte, 1,01 (0,86 bis 1,18) für wasserbasierte pH-abgestimmte „fruchtbarkeitsfreundliche“, 1,23 (0,94 bis 1,61) für ölbasierte und 1,27 (0,93 bis 1,73) für silikonbasierte Mittel. Der Zusammenhang mit Ölen war über Untergruppen nicht einheitlich. *Stärken:* sehr große Kohorte, Unterteilung nach Produktart, Konfidenzintervalle. *Schwächen:* Selbstangaben, keine Messung von Samenparametern, breite Intervalle bei Öl und Silikon, die die 1 einschließen. *Einordnung:* Beide Kohorten [s135, s101] fanden keine Verringerung der Empfängniswahrscheinlichkeit; in-vitro-Befunde mit Spermien in zehnprozentigen Lösungen weisen scheinbar in die andere Richtung. Die Abstracts erklären das nicht; mögliche Gründe wie Verdünnung im Zervikalschleim oder Gebrauchszeitpunkt sind Vermutungen, die in den abgerufenen Texten nicht geprüft wurden.

**Rafaee et al. 2022: Gleitgel BabyDance, Teheran [s64].**
Prospektive In-vitro- und Anwendungsstudie mit 45 Teilnehmern: In Phase 1 wurden Samenproben von 20 Patienten mit verschiedenen Konzentrationen des parabenfreien Gels inkubiert, in Phase 2 verwendeten 25 Männer das Gel bei einem neuen Spermiogramm. In vitro zeigte sich keine Wirkung auf pH-Wert, Farbe, Vitalität sowie Gesamt-, progressive und nicht progressive Beweglichkeit bei jeder Konzentration; in Phase 2 gab es keinen Unterschied mit und ohne Gel. Alle 25 Teilnehmer der zweiten Phase waren zufrieden. *Stärken:* Kombination aus Labor und Anwendung. *Schwächen:* kleine Zahlen, Konzentrationen im Abstract nicht genannt; der Zweck war die Eignung für die Samengewinnung in der Klinik, nicht die Wirkung beim Verkehr mit dem Ziel der Zeugung. *Einordnung:* gemischtes Design, in diesem Kapitel nur der Vollständigkeit halber.

**Mackenzie und Gellatly 2019: Befragung von Fachpersonen und In-vitro-Test, Schottland [s90].**
Befragung von 32 Fachpersonen der Fertilitätsversorgung und In-vitro-Test: Die Empfehlungen waren uneinheitlich, das Wissen über Spermientoxizität gering. Aquagel, das einzige verschriebene Mittel, senkte die Progressivbeweglichkeit nach zehn Minuten auf 49 % der Kontrolle, schon bei 5 % Konzentration (ohne Zelltod laut Vitalitätstest); ein als „spermiensicher“ geltendes Produkt (Pré) beeinflusste die gemessenen Parameter nicht signifikant. *Schwächen:* kleine Befragung, Laborversuch. *Einordnung:* Der Befragungsteil gehört zu den Beobachtungsstudien, der Laborteil in das Kapitel zu den In-vitro-Studien.

### Ejakulationshäufigkeit und Prostatakrebs (Randthema)

Diese Studien betreffen die Samenqualität nicht, gehören aber zur Literatur über Ejakulationshäufigkeit.

**Leitzmann et al. 2004: Prospektive Kohorte mit 29.342 Männern, USA [s153].**
Männer im Alter von 46 bis 81 Jahren, Follow-up 1992 bis 2000, 1.449 Prostatakrebsfälle (953 organbegrenzt, 147 fortgeschritten). Relatives Risiko bei mindestens 21 gegen 4 bis 7 Ejakulationen je Monat: 0,89 (95-%-KI 0,73 bis 1,10) im Alter von 20 bis 29, 0,68 (0,53 bis 0,86) im Alter von 40 bis 49, 0,49 (0,27 bis 0,88) im letzten Jahr und 0,67 (0,51 bis 0,89) über das Leben gemittelt. Kein signifikanter Zusammenhang mit fortgeschrittenem Krebs. Die Autoren schließen, dass die Ejakulationshäufigkeit nicht mit erhöhtem Risiko zusammenhänge. *Stärken:* große prospektive Kohorte, Konfidenzintervalle. *Schwächen:* Selbstangabe der Häufigkeit, rückblickend für frühere Lebensabschnitte. *Einordnung:* Die Zusammenhänge im mittleren Alter sind signifikant, nicht im Alter von 20 bis 29 Jahren.

**Rider et al. 2016: Dieselbe Kohorte mit zehn Jahren mehr Follow-up [s111].**
31.925 Männer, 3.839 Fälle in 480.831 Personenjahren. Hazard Ratio bei mindestens 21 gegen 4 bis 7 Ejakulationen je Monat: 0,81 (0,72 bis 0,92; p für Trend < 0,0001) im Alter von 20 bis 29 und 0,78 (0,69 bis 0,89) im Alter von 40 bis 49. Der Zusammenhang wurde von Tumoren mit niedrigem Risiko getragen und war bei PSA-gescreenten Männern ähnlich. *Schwächen:* Die Erhebung der Häufigkeit erfolgte rückblickend und per Selbstangabe; die Auswertung betrifft dieselben Männer wie [s153] und ist keine unabhängige Bestätigung. *Einordnung:* Mit längerem Follow-up wurde der Zusammenhang im frühen Erwachsenenalter signifikant (0,89 gegen 0,81).

**Lozano-Lorca et al. 2023: Fall-Kontroll-Studie CAPLIFE, Spanien [s51].**
456 Fälle und 427 Kontrollen im Alter von 40 bis 80 Jahren. Ein Jahr vor dem Interview ejakulierten Fälle seltener als Kontrollen. Bereinigtes Odds Ratio gegenüber mehr als vier Ejakulationen je Monat: 1,64 (95-%-KI 1,03 bis 2,61) bei vier und 2,38 (1,57 bis 3,60) bei null bis drei je Monat; bei ISUP-Gruppe 3 bis 5 2,76 (1,34 bis 5,67) bei null bis drei je Monat; bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Tumor 4,70 (1,55 bis 14,29). *Stärken:* Konfidenzintervalle, Unterteilung nach Tumorstadium. *Schwächen:* Erinnerungsverzerrung und umgekehrte Verursachung sind möglich (Krankheit mindert die Häufigkeit); breites Intervall bei fortgeschrittenem Tumor. *Einordnung:* Der Zusammenhang beschreibt die Häufigkeit im letzten Jahr vor der Befragung.

### Beobachtungsstudie zur Berichtspraxis der Laboratorien

**Apolichin et al. 2025: Laborberichte in der Russischen Föderation [s28].**
Querschnittsanalyse von Spermiogramm-Befunden, die Patienten aus 72 Laboratorien in 19 Regionen der Russischen Föderation zwischen September 2021 und September 2024 vorlegten, nach einer eigenen Prüfliste im Vergleich zum Musterbericht der sechsten Auflage des WHO-Laborhandbuchs. Der Titel lautet „Первый анализ приверженности лабораторий в Российской Федерации Шестому изданию Лабораторного Руководства ВОЗ по исследованию и обработке эякулята человека“ (Erste Analyse der Befolgung der sechsten Auflage des WHO-Laborhandbuchs durch Laboratorien in der Russischen Föderation). Nur 37 von 72 Berichten (51,4 %) nennen eine WHO-Auflage. Referenzwerte der sechsten Auflage fanden sich in 3 Berichten (4,2 %), der fünften in 58 (80,5 %), der vierten von 1999 in 9 (12,5 %), keine Referenzwerte in 2 (2,7 %). Die Vollständigkeit der Probe war in 5 Berichten (6,9 %) angegeben. Die Karenz war in 48 Berichten (66,7 %) angegeben, die Zeit zwischen Abgabe und Untersuchungsbeginn in 3 (4,2 %). *Stärken:* erste systematische russische Erhebung, klare Prüfliste. *Schwächen:* Die Berichte wurden von Patienten vorgelegt (mögliche Auswahl) und nicht zufällig aus den Laboren gezogen. *Einordnung:* Ein Drittel der Berichte nennt die Karenz nicht; wo sie fehlt, lässt sich ein Spermiogramm nicht mit den karenzabhängigen Befunden dieses Kapitels in Beziehung setzen.

### Gesamteinordnung der Beobachtungsstudien

**Was die Beobachtungsstudien gemeinsam zeigen.** In fast allen großen Auswertungen steigen Volumen, Konzentration und Gesamtzahl mit der Karenz [s104, s23, s20, s63, s56, s27, s59, s14, s35, s146, s170]. Für die Beweglichkeit und die DNA-Fragmentierung ist das Bild weniger einheitlich: Längere Karenz geht in vielen Studien mit geringerer Beweglichkeit und höherer Fragmentierung einher [s27, s14, s35, s59, s63, s42, s44, s103], bei normozoospermen Männern fehlt der Beweglichkeitseffekt in einzelnen Studien [s23, s20, s83]. Bei Männern mit auffälligem Befund sind die Effekte meist größer, und bei Oligozoospermie bringt längere Karenz seltener einen Zuwachs der Zahl [s104, s42, s44]. Die Morphologie ist uneinheitlich [s08, s42, s23, s27, s59, s14].

**Grenzen der Zusammenhänge.** Die Zusammenhänge sind klein bis mäßig. Beispiele: Die Korrelation von Karenz und Fragmentierung beträgt bei 9.694 Proben nur r = 0,10 [s94]; die Fragmentierung steigt innerhalb der WHO-Spanne von 12,9 auf 16,1 % [s59]; in der Intra-Individuen-Analyse hing die Beweglichkeit innerhalb derselben Person nicht von der Karenz ab [s20, s170]. Die Querschnittsdaten sind durch Alter, Befund und Anlass der Probe verzerrbar, die Vorher-nachher-Studien durch Regression zur Mitte, die klinischen Kohorten durch das Alter der Frau und die Wahl des Verfahrens. Nur die Studien mit Intra-Individuen-Analyse [s20, s170] trennen Unterschiede zwischen Männern von solchen innerhalb eines Mannes.

**Klinische Endpunkte.** Die Beobachtungsstudien zu Insemination, ICSI und IVF sind gespalten: Nachteile langer Karenz [s147, s88, s106, s75, s13] stehen Kohorten ohne Zusammenhang gegenüber [s99, s31, s57]. Kein Befund belegt Vorteile einer Karenz von Stunden bei den Lebendgeburtenraten [s34, s49, s02].

**Ejakulationshäufigkeit, Verkehr, Gleitmittel.** Zur Ejakulationshäufigkeit liegen nur eine große Querschnittsstudie [s26] und kleine Studien zu täglicher Ejakulation vor [s113, s118, s132, s173]. Zum Zeitpunkt des Verkehrs sind die Tageswahrscheinlichkeiten der Empfängnis gut belegt, mit einem Fenster von etwa sechs Tagen [s163, s157, s154, s151]; die Häufigkeit zeigt in der größten Kohorte erst oberhalb von viermal je Woche einen Vorteil [s06]. Die beiden Kohorten zu Gleitmitteln fanden keine Verringerung der Empfängniswahrscheinlichkeit, mit breiten Konfidenzintervallen [s135, s101].

**Abhängigkeiten zwischen den Studien.** Mehrere Arbeiten stammen aus demselben Zentrum oder derselben Kohorte: die Studien aus Changchun [s26, s35, s68, s69], die Prostatakrebs-Kohorten [s153, s111], die Kohorten der natürlichen Familienplanung [s154, s151] und die beiden Cochrane-Fassungen [s117, s46]. Sie sind nicht als unabhängige Bestätigungen zu zählen. Alle Aussagen dieses Kapitels beruhen auf Abstracts, bei einzelnen chinesischen Studien auf frei zugänglichen Volltexten; eine formale Bewertung des Verzerrungsrisikos der Einzelstudien wurde nicht vorgenommen.

# Kapitel 03: Studienlage, Mechanismen und Dosis-Wirkung

**Lesehinweis.** Dieses Kapitel behandelt drei Verhaltensgrößen und ihre Beziehung zur Samenqualität: erstens die Zeit seit der letzten Ejakulation (Karenz, in vielen Arbeiten auch Abstinenzdauer genannt) und die Ejakulationshäufigkeit, zweitens den Gebrauch von Gleitmitteln, drittens Häufigkeit und Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs im Zyklus der Partnerin. Die dritte Größe berührt die Samenqualität nur mittelbar: Sie entscheidet, ob vorhandene Spermien auf eine Eizelle treffen. Sie wird deshalb getrennt geführt. Alle Zahlen stammen aus den Abstracts beziehungsweise Webtexten, die für die Studie abgerufen wurden. Volltexte wurden nur für einzelne Arbeiten gelesen. Wo ein Abstract einen Wert nicht nennt, steht das ausdrücklich da. Das Kapitel gibt keine Therapie- und keine Verhaltensempfehlung. Wo Autoren selbst Empfehlungen aussprechen, werden diese als Aussage der Autoren berichtet und nicht übernommen. Zur Lesart der Zahlen: Mediane mit Interquartilsabstand sind keine Konfidenzintervalle, und die Vorzeichen der Differenzen unterscheiden sich zwischen den Arbeiten (kurze minus lange Karenz in [s32] und [s22], lange minus kurze Karenz in [s38]); die Richtung wird deshalb bei jeder Zahl benannt.

## Studienlage: Klinische Studien, Leitlinien und Tierversuche

### Gesamtbild der Evidenz in Kürze

Die Karenz ist der am dichtesten untersuchte Faktor. Längere Karenz geht in nahezu allen Studien mit größerem Volumen, höherer Konzentration und höherer Gesamtspermienzahl einher. Beweglichkeit, DNA-Fragmentierung und Vitalität verschlechtern sich dagegen in vielen, aber nicht allen Studien mit längerer Karenz [s32, s38, s98, s96, s63, s104]. Bei klinischen Endpunkten (Schwangerschaft, Lebendgeburt nach Insemination oder Reagenzglasbefruchtung) zeigen mehrere Beobachtungsstudien und eine systematische Übersicht Vorteile kürzerer Karenz [s53, s147, s88, s106, s75, s13]. Zwei randomisierte Studien mit Schwangerschaft als Endpunkt widersprechen einander: Eine fand keinen Unterschied zwischen 1 und 3 Tagen, die andere bei mehr als 4 Tagen mehr oxidativen Stress und weniger Schwangerschaften [s77, s82]. Mehrere Kohorten fanden keinen Zusammenhang zwischen Karenz und Schwangerschaft [s99, s31, s57]. Zu Gleitmitteln liegen überwiegend In-vitro-Studien mit deutlichen, produktabhängigen Beeinträchtigungen der Beweglichkeit vor, während zwei Kohortenstudien mit natürlicher Empfängnis keine Verringerung der Empfängniswahrscheinlichkeit fanden [s33, s39, s135, s101]. Zum Zeitpunkt des Verkehrs sind die Tageswahrscheinlichkeiten der Empfängnis gut belegt (sechstägiges fruchtbares Fenster) [s163, s157, s154].

Es gibt in dem gesamten Material keine Studie, die Ejakulationshäufigkeit, Samenqualität und natürliche Empfängnis bei denselben Paaren verknüpft. Die Verkehrsfrequenz-Studien messen die Empfängnis, nicht die Samenqualität [s06, s85]. Die Karenzstudien messen Samenparameter oder Behandlungsergebnisse [s147, s88, s106].

| Evidenzebene | Was vorliegt | Was fehlt |
|---|---|---|
| Leitlinien | AUA/ASRM mit zwei Randbemerkungen zur Karenz [s29]; ICSM-Konsens mit einer Erwähnung „fertilitätssicherer Gleitmittel“ [s12] | Eigene Aussagen zu Ejakulationshäufigkeit, Gleitmitteln und Verkehrszeitpunkt in den gelesenen Texten |
| Systematische Übersichten und Metaanalysen | Karenz: mindestens 12 Arbeiten [s32, s22, s38, s58, s37, s98, s96, s78, s53, s127]; Gleitmittel: zwei [s33, s39]; Verkehrszeitpunkt: zwei Cochrane-Übersichten [s46, s117] | Kontrollierte Daten zur Ejakulationshäufigkeit |
| Randomisierte Studien | Karenz: zwei mit Schwangerschaft als Endpunkt [s77, s82]; eine Cross-over-Studie zu einem Gleitmittel bei der Probengewinnung [s128]; eine randomisierte Studie zur Ejakulationslatenz [s134]; sieben RCT zur Ovulationsvorhersage [s46] | Randomisierte Daten zu Karenz im Stundenbereich mit Lebendgeburt, zu Gleitmitteln mit Empfängnis |
| Beobachtungsstudien | Dutzende Kohorten und Querschnitte zur Karenz, zwei Kohorten zu Gleitmitteln, mehrere Kohorten zur Verkehrshäufigkeit | Kausale Zuordnung, Objektivierung der Karenz (fast immer Selbstangabe) |
| Tierversuche | Neunzehn Arbeiten an dreizehn Tierarten (dazu eine Rattenstudie zu einem Spermizid), überwiegend zur Entleerung der Spermienreserven | Übertragbarkeit auf den Menschen |

### Leitlinien und Konsensdokumente

**AUA/ASRM-Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung der Infertilität beim Mann [s29]** (Webtext, veröffentlicht 2020, geändert 2024). Der Volltext der Leitlinienseite wurde für diese Studie gelesen. Karenz kommt im Fließtext an zwei Stellen vor. Im Kommentar zur DNA-Fragmentierung heißt es, sehr hohe Fragmentierungswerte könnten sich stärker auf Schwangerschaftsergebnisse bei der Reagenzglasbefruchtung und auf das Risiko eines Schwangerschaftsverlusts auswirken; Studien hätten auch nahegelegt, dass verkürzte Karenz eine Maßnahme zur Begrenzung des DNA-Schadens sein könne. Zugleich benennt der Text selbst die Grenzen der DNA-Fragmentierungs-Messung: uneinheitliche Grenzwerte, nicht standardisierte Protokolle, verschiedene Testverfahren und fehlende randomisierte Studien. Bei der Aussage, Kliniker könnten bei nicht azoospermen Männern mit erhöhtem DNA-Fragmentierungsindex Hodenspermien in Betracht ziehen (Klinischer Grundsatz), steht im Kommentar, dass bei erhöhtem Index trotz kurzer Karenz (unter 2 Tagen) Expertenkonsens bestehe, Hodenspermien zu erwägen. Die Qualität der Studiendaten zu Hodenspermien stuft der Text selbst als niedrig ein. Zur Samenanalyse heißt es, Samenparameter seien hochvariable biologische Messgrößen; deshalb seien mindestens zwei Analysen im Abstand von einem Monat zu erwägen, vor allem wenn die erste auffällig ist. Zur Insemination heißt es, Samenparameter seien in der Regel nicht prädiktiv für eine natürliche Schwangerschaft oder eine Schwangerschaft mit assistierter Reproduktion, außer bei schweren Auffälligkeiten; allerdings gebe es übereinstimmende Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Schwangerschaft nach Insemination und Gesamtzahl beweglicher Spermien, und Männer mit weniger als 5 Millionen beweglichen Spermien nach Aufbereitung hätten erwartbar niedrigere Schwangerschaftsraten. Die Leitlinie fordert eine Fortpflanzungsanamnese (Klinischer Grundsatz) und mindestens eine Samenanalyse (starke Empfehlung, Evidenzgrad B). Eine eigene Aussage zu Ejakulationshäufigkeit, zu Gleitmitteln oder zum Zeitpunkt des Verkehrs enthält der abgerufene Text nicht; das englische Wort „lubricant“ kommt nicht vor.

**AUA/ASRM-Amendment 2024 [s30].** Das Abstract (Brannigan et al.) nennt als Neuerungen veränderte Schwellen für Y-Chromosom-Mikrodeletionstests, Beckenbildgebung und die Verwendung von Hodenspermien bei nicht azoospermen Männern. Die aktualisierte Literatursuche ergab 4.093 neue Abstracts, 125 geeignete Studien und 22 Studien in der endgültigen Evidenzbasis. Karenz, Gleitmittel und Verkehrszeitpunkt sind nicht genannt.

**WHO-Leitlinie 2025 im Vergleich [s01].** Der Übersichtsartikel (Achermann et al.) vergleicht die männlichen Anteile der WHO-Leitlinie mit AUA/ASRM, EAU, ESHRE und NICE. Das Abstract hebt die zentrale Rolle der Samenanalyse, die neutrale Haltung der WHO zu Antioxidanzien und spezifische Aussagen zur Varikozele hervor und nennt Lücken in der Evidenzbasis. Aussagen zu Karenz, Gleitmitteln oder Verkehrszeitpunkt enthält das Abstract nicht. Die Karenzvorgabe von 2 bis 7 Tagen der WHO und die 3 bis 4 Tage von ESHRE und der Nordic Association for Andrology werden in einer Kohortenarbeit zitiert [s13]; die Originaltexte wurden nicht abgerufen.

**ICSM-Konsens 2024 zu Sexualfunktionsstörungen bei infertilen Männern [s12]** (Shin et al., 2026, Fifth International Consultation for Sexual Medicine, Bewertung nach GRADE). Das Abstract fordert eine ausführliche Sexualanamnese bei der Erstabklärung; Erektionsstörungen, Ejakulationsstörungen, niedrige Libido und Hypogonadismus werden behandelt. Als Teil der Lebensstil- und Paarmaßnahmen werden „fertilitätssichere Gleitmittel“ erwähnt, ohne dass das Abstract Produkte, Zahlen oder Studien nennt. Karenz und Verkehrshäufigkeit sind nicht Gegenstand des Abstracts.

**EAU, ESHRE, AWMF, Società Italiana di Andrologia.** Die abgerufene EAU-Seite (Sexual and Reproductive Health) enthält keine Aussage zu Karenz, Gleitmitteln oder Verkehrszeitpunkt. Die ESHRE-Seite ist nur ein Verzeichnis. Das AWMF-Register lieferte ohne Browser nur eine leere Hülle, die deutsche Leitlinie zur männlichen Infertilität konnte deshalb nicht gelesen werden. Die Seite der italienischen Gesellschaft lieferte nur eine Willkommensseite. Für diese Träger liegt kein Leitlinientext vor; das ist eine Lücke des Zugangs und kein Beleg, dass die Leitlinien schweigen.

**Russischsprachige Fachtexte [s126, s121, s28].** Bragina (2014) fasst das WHO-Handbuch von 2010 mit eigenen Anmerkungen zusammen [s126] (Протокол проведения спермиологического исследования; Protokoll zur Durchführung der spermiologischen Untersuchung). Die Karenz betrage 2 bis 7 Tage; für maximale Standardisierung seien 3 bis 4 Tage optimal. Die Gewinnung erfolge durch Masturbation in ein nichttoxisches Gefäß, ein Kondom sei nur bei speziellen, nicht spermizid wirkenden Kondomen zulässig. Eine gelbliche Ejakulatfarbe könne unter anderem bei langer Karenz auftreten, ein erhöhter Anteil von Spermien mit zytoplasmatischem Tropfen bei kurzer Karenz und häufigen Ejakulationen. Das ist eine Expertendarstellung ohne eigene Daten. Eine Kongressdiskussion von 2013 [s121] (Методы сбора эякулята: преимущества, недостатки и влияние на показатели спермограммы; Methoden der Ejakulatgewinnung: Vorteile, Nachteile und Einfluss auf die Spermiogrammwerte) gibt Expertenmeinungen wieder: Ein Teilnehmer erwartete bei täglicher Ejakulation eine relative Oligozoospermie, ein anderer meinte, täglicher Verkehr könne die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit senken. Beides steht im Text ohne Beleg und ist Meinung, keine Evidenz; die gemessenen Daten zur täglichen Ejakulation [s113] zeigen einen Rückgang von Volumen, Gesamtzahl beweglicher Spermien und Konzentration mit Plateau und unveränderter DNA-Integrität, ohne Schwangerschaftsendpunkt. Eine Analyse von 72 Laborberichten aus 19 russischen Regionen (2021 bis 2024) [s28] (Первый анализ приверженности лабораторий в Российской Федерации Шестому изданию Лабораторного Руководства ВОЗ; Erste Analyse der Befolgung der sechsten Auflage des WHO-Laborhandbuchs) fand: 37 von 72 Berichten (51,4 %) nennen eine WHO-Auflage, 58 (80,5 %) verwenden Referenzwerte der 5. Auflage, 3 (4,2 %) der 6. Auflage, 48 (66,7 %) nennen die Karenzzeit. Ein Drittel der Berichte lässt die Karenzzeit also weg, und ohne sie lässt sich ein Spermiogramm nicht mit den karenzabhängigen Befunden dieses Kapitels in Beziehung setzen.

**Meinungs- und Übersichtsbeiträge mit eigener Empfehlung [s41, s04].** Schlegel 2024 [s41] nennt die Karenzvorgabe für Samenproben der assistierten Reproduktion einen „unsubstantiated myth“ (unbelegten Mythos); eine Evidenz, dass die WHO-Vorgaben die Spermienleistung optimieren, fehle. Kürzere Karenz sei in einer Übersicht als 1 Stunde bis 1 Tag, in einer anderen systematischen Metaanalyse als unter 4 Stunden definiert worden. Der Autor schließt auf eine optimale Spermienqualität bei „certainly <1 day, and preferably <4 h“ für Proben der assistierten Reproduktion. Clay et al. 2026 [s04] fassen narrativ zusammen, Karenz von 4 bis 7 Tagen und mehr erhöhe Volumen und Spermienzahl, verringere aber Beweglichkeit und erhöhe die DNA-Fragmentierung, und leiten ein Ejakulationsintervall von 1 bis 2 Tagen für Männer mit Kinderwunsch ab. Beide Aussagen sind Schlussfolgerungen der Autoren aus nicht systematisch ausgewerteten Studien; sie werden hier berichtet, nicht bewertet und nicht übernommen. Eine japanische Methodenübersicht [s148] (Kamijima 2005; Titel in der Datenbank nur als englische Übersetzung in Klammern: Considerations when conducting study of semen indices in workplaces) nennt die Kontrolle der Karenzzeit als notwendig für Samenstudien am Arbeitsplatz, ohne eigene Zahlen.

### Systematische Übersichten und Metaanalysen zur Karenz

**Du et al. 2024 [s32]**, systematische Übersicht mit klassischer und Dosis-Wirkungs-Metaanalyse. Eingeschlossen wurden 85 Studien (drei englischsprachige und vier chinesische Datenbanken, 2000 bis August 2023). Verglichen wurde kurze gegen lange Karenz; negative Differenzen bedeuten niedrigere Werte nach kurzer Karenz. Bei gesunden Männern: Volumen -0,95 ml (95-%-Konfidenzintervall -1,16 bis -0,74), Gesamtspermienzahl -102,45 Millionen (-117,98 bis -86,91), Konzentration -11,88 Millionen/ml (-18,96 bis -4,80), DNA-Fragmentierungsindex -2,37 Prozentpunkte (-4,73 bis -0,01; das Intervall reicht fast bis null). Bei infertilen Männern war das Volumen in allen Untergruppen niedriger (Differenzen -0,73 bis -1,17 ml). Bei unerklärter Infertilität: Gesamtzahl -61,93 Millionen (-88,84 bis -35,01), Konzentration -5,39 Millionen/ml (-9,97 bis -0,81), Fragmentierungsindex -5,63 (-10,19 bis -1,06), Vitalität +6,14 Prozentpunkte (3,61 bis 8,68). Dosis-Wirkung: Bei Oligozoospermie stieg die Gesamtzahl nichtlinear mit einem Knickpunkt um den vierten bis fünften Karenztag; bei Asthenozoospermie sank der Anteil progressiv beweglicher Spermien (Koeffizient -2,39; -4,28 bis -0,50). Bei den Ergebnissen der assistierten Reproduktion zeigte nur die klinische Schwangerschaftsrate nach Insemination einen Rückgang um den dritten Tag (Koeffizient 0,85; 0,75 bis 0,97). Die Autoren mahnen zur Vorsicht bei Kausalaussagen wegen Störgrößen und Wechselwirkungen. Stärken: breite Basis, Dosis-Wirkung, Einbezug chinesischer Datenbanken. Schwächen: Beobachtungsdaten, Heterogenität im Abstract nicht quantifiziert, Definition von kurz und lang nicht einheitlich dargestellt.

**Raditya et al. 2025 [s22]**, Metaanalyse mit 22 Studien und 31.640 Proben (Verzerrungsbewertung mit der Newcastle-Ottawa-Skala). Kurze Karenz (unter 2 Tagen) senkte das Volumen (Mittelwertdifferenz -0,83; p < 0,01), die Konzentration (-8,39; p < 0,01) und die DNA-Fragmentierung (-3,82; p < 0,01) und erhöhte die Gesamtbeweglichkeit (+2,30; p < 0,05) und die progressive Beweglichkeit (+2,18; p < 0,01). Die Morphologie unterschied sich insgesamt nicht. In der Untergruppe mit Oligozoospermie stieg der Anteil normal geformter Spermien (+1,64; p < 0,01) bei geringerer Fragmentierung (-3,30; p < 0,05). Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht.

**Lo Giudice et al. 2024 [s38]**, Metaanalyse von 13 Studien (2013 bis 2022) mit 2.315 Patienten, registriert bei PROSPERO, Grenze zwischen kurz und lang bei zwei Tagen. Hier ist das Vorzeichen umgekehrt (lang minus kurz): Längere Karenz ging mit höherer Konzentration (Mittelwertdifferenz 8,19; p < 0,01), größerem Volumen (0,96; p < 0,01) und höherer DNA-Fragmentierung (3,46; p < 0,01) einher, aber mit geringerer progressiver Beweglichkeit (-1,83; p < 0,01). Für die Gesamtbeweglichkeit nennt das Abstract denselben Wert -1,83 mit p = 0,06; die Doppelnennung ist wahrscheinlich ein Abstract-Fehler und wird nur berichtet. In der Meta-Regression stieg die Konzentration um 3,74 je Karenztag (p < 0,01) und die DNA-Fragmentierung um 0,65 (p = 0,044). Der Titel nennt randomisierte Studien, das Abstract gibt Kohortengrößen von 6 bis 836 Teilnehmern an und äußert sich zur Randomisierung der Einzelstudien nicht weiter.

**Barbagallo et al. 2022 [s58]**, Metaanalyse zur sehr kurzen Karenz (bis 4 Stunden): 19 Studien aus 1.334 gesichteten Abstracts, fünf davon mit DNA-Fragmentierung. Im zweiten Ejakulat sank das Volumen signifikant bei Normozoospermie und bei Oligo-, Astheno- und Teratozoospermie. Bei Männern mit kombinierter Störung stiegen Konzentration sowie Gesamt- und Progressivbeweglichkeit, die Fragmentierung sank. Effektgrößen nennt das Abstract nicht.

**Kugelman et al. 2024 [s37]**, Metaanalyse Hodenspermien gegen kurze Karenz: 16 Studien (4 zu Hodenspermien, 12 zu 1 bis 48 Stunden Karenz), 641 Patienten (120 mit Hodenspermien, 521 mit Ejakulat). Die DNA-Fragmentierung war bei Hodenspermien niedriger (Mittelwertdifferenz -9,48; 95-%-KI -12,45 bis -6,52; p < 0,001; I-Quadrat 85 %); die Evidenzsicherheit wurde nach GRADE als niedrig eingestuft. Methodisch ungewöhnlich: Die Studien zu Hodenspermien wurden dreifach eingerechnet und die Teilnehmerzahl durch drei geteilt, um das Verhältnis 1:3 anzugleichen; die Gruppen wurden in keiner Studie direkt miteinander verglichen. Der Befund ist ein indirekter Vergleich.

**Hanson et al. 2018 [s98]** (28 Publikationen seit 2000): Längere Karenz ging mit größerem Volumen und höherer Spermienzahl einher; zu Beweglichkeit, Morphologie und DNA-Fragmentierung sei die Lage widersprüchlich mit Tendenz zugunsten kürzerer Karenz; pH und meist auch der Vitalitätsanteil blieben unbeeinflusst, die Zahl lebender Spermien stieg. Einige Studien zu Insemination, ICSI und IVF zeigten Vorteile kurzer Karenz. Schluss der Autoren: Klare Empfehlungen seien nicht möglich. **Ayad et al. 2018 [s96]** (30 Arbeiten, 1979 bis 2016): Der Rückgang von Volumen und Konzentration bei kürzerer Karenz gehe mit deutlich besserer Beweglichkeit einher; zu ROS, DNA-Fragmentierung, antioxidativer Kapazität und Schwangerschaftsraten reichten die Daten nicht für sichere Schlüsse. **Sokol et al. 2021 [s78]**: Die Standardkarenz von 2 bis 7 Tagen sei nicht durch belastbare Belege gestützt, kürzere Karenz scheine mit besserer Fragmentierung, Progressivbeweglichkeit oder Morphologie und möglicherweise höheren Euploidie- und Schwangerschaftsraten verbunden; Zahlen nennt das Abstract nicht. **Sørensen et al. 2023 [s53]** (24 Studien, registriert bei PROSPERO, Verzerrungsbewertung nach SIGN): Kürzere Karenz war mit höheren Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten nach assistierter Reproduktion und niedrigerer Fragmentierung verbunden; wegen Heterogenität lasse sich kein idealer Zeitraum ableiten. **Acuña et al. 2013 [s127]** (Revista chilena de obstetricia y ginecología; Einfluss der Ejakulationskarenz auf die Merkmale des Spermiogramms: systematische Übersicht): vier Arbeiten; nur Volumen und Konzentration änderten sich mit der Karenz, Beweglichkeit und Normalformen nicht signifikant. Der Umfang ist klein, die Aussage zeitlich überholt.

### Randomisierte und kontrollierte Studien zur Karenz

**Kabukçu et al. 2021 [s77]**, Pamukkale-Universität Denizli. 120 Paare mit unerklärter Infertilität wurden am zweiten Zyklustag auf 1 Tag oder 3 Tage Karenz randomisiert (Gonadotropin-Stimulation, Insemination). Schwangerschaftsrate 17,3 % gegen 18,5 % (p = 0,803); DNA-Fragmentierung 20,71 ± 11,01 gegen 23,78 ± 12,64 (p = 0,187). Die Registrierung im Studienregister erfolgte nachträglich (27. April 2020); mit je rund 60 Paaren fehlt die Teststärke für kleine Unterschiede, und längere Karenzzeiten wurden nicht verglichen.

**Degirmenci et al. 2020 [s82]**, Gazi-Universität Ankara. 90 Patienten, drei Karenzgruppen (0 bis 2, 3 bis 4, über 4 Tage), Insemination mit Ovarialstimulation. Der Nitroblau-Tetrazolium-Test auf reaktive Sauerstoffspezies war bei über 4 Tagen häufiger stärker gefärbt (70 % gegen 43,3 % und 50 %; p = 0,013 und 0,014). Die Schwangerschaftsraten sanken mit der Karenz (26,7 %, 16,7 %, 6,7 %; p = 0,039). Die meisten progressiv beweglichen Spermien nach Aufbereitung gab es bei 3 bis 4 Tagen. Die Gruppen sind klein (aus den Prozentwerten ergeben sich rechnerisch 30 je Gruppe; das steht so nicht im Abstract), ein Konfidenzintervall fehlt, der Test ist halbquantitativ. Beide Studien widersprechen einander nicht: [s77] betrifft nur den Kurzbereich, [s82] auch den Bereich über 4 Tage.

**Agarwal et al. 2016 [s108]**, Cleveland. Normozoosperme Männer gaben Proben nach 1, 2, 5, 7, 9 und 11 Tagen ab. Volumen, Konzentration und Gesamtzahl stiegen mit der Karenz (je p < 0,001), die DNA-Fragmentierung hing mit der Dauer zusammen (p < 0,001), 1 und 2 Tage hatten die geringste Fragmentierung. Kurze Karenz hatte, gemessen an den WHO-Grenzwerten von 2010, keinen schädlichen Einfluss. Die Fallzahl nennt das Abstract nicht.

**Vahidi et al. 2021 [s80]**, Yazd. 65 Männer mit erhöhter DNA-Schädigung und wiederholten Schwangerschaftsverlusten oder gescheiterten Behandlungen. Nach kurzer Karenz sank der TUNEL-Wert von 20,64 % ± 10,28 auf 17,38 % ± 8,59 (p = 0,028), der CMA3-Wert von 47,79 % auf 41,92 % (p = 0,019). Geschichtet nach einem Ausgangswert von 20 %: Bei TUNEL über 20 % sank der Mittelwert von 27,85 % auf 19,14 % (p = 0,001), bei TUNEL unter 20 % stieg er von 11,89 % auf 15,17 % (p = 0,045). Beide Maßnahmen (Antioxidanzien und kurze Karenz) wurden laut Abstract an denselben Patienten geprüft, eine Kontrollgruppe gibt es nicht. Die Schichtung am Ausgangswert ist für Regression zur Mitte anfällig (methodische Anmerkung der Berichterstattung; die Autoren sprechen von „paradoxen“ Effekten).

**Palmieri et al. 2012 [s134]**, randomisiert, 120 gesunde Männer: Gruppe A hatte drei Monate lang nach 10 Tagen Karenz Verkehr, Gruppe B zweimal wöchentlich. Am Ende war die intravaginale Ejakulationslatenz in Gruppe A niedriger als am Beginn, der Fragebogen zeigte schlechtere Ejakulationskontrolle. Das ist ein Befund zur Ejakulationsfunktion, nicht zur Samenqualität.

### Große Beobachtungsstudien zur Karenz

Die folgenden Studien stammen überwiegend aus Fertilitätsambulanzen. Die Karenz ist meist eine Selbstangabe, Männer mit längerer Karenz unterscheiden sich oft in Alter, Befund und Anlass der Probe.

**Nordamerika, Europa, Afrika, Südamerika.**
**Levitas et al. 2005 [s149]**: 9.489 Proben von 6.008 Patienten, nach Konzentration gruppiert. Bei 3.506 oligozoospermen Proben lag die höchste mittlere Beweglichkeit (30,3 %) nach 1 Tag Karenz, der Anteil normal geformter Spermien bei leichter bis mäßiger Oligozoospermie (n = 2.260) erreichte Spitzenwerte von 7,4 bis 8,6 % bei 0 bis 2 Tagen. Bei 5.983 normozoospermen Proben sanken Beweglichkeit und Normalformen bis zu den Tagen 11 bis 14 auf 33,1 % und 7,0 %. Mehrfachproben desselben Mannes, keine Randomisierung. Die Empfehlungen der Autoren (eine Probe nach einem Tag bei männlichem Faktor, höchstens 10 Tage bei Normalbefund) werden nur berichtet. **Levitas et al. 2006 [s145]**: Bei 1.800 Proben mit Teratozoospermie sank bei Normozoospermie (n = 1.264) der Akrosomenindex von 10,2 ± 3,6 % am Tag 2 auf 8,5 ± 4,0 % am Tag 5 (p = 0,001), bei Oligozoospermie (n = 536) von 8,7 ± 3,5 % am Tag 1 auf 6,8 ± 3,7 % am Tag 5 (p = 0,04). **Keihani et al. 2017 [s104]** (USA): 11.782 Untersuchungen von 10.095 Patienten (mittlere Karenz 4,0 Tage, 9.840 normozoosperme und 1.939 oligozoosperme Proben). Bei Normozoospermie waren längere Karenzgruppen mit größerem Volumen, höherer Konzentration, Gesamtzahl und Gesamtzahl beweglicher Spermien verbunden; bei Oligozoospermie verbesserte sich außer dem Volumen kein Parameter. **Russo et al. 2025 [s23]** (Italien): 23.527 Proben. Bei Normozoospermie stieg von Tag 1 bis Tag 7 die Gesamtzahl von 92,4 auf 191,1 Millionen (p < 0,01), die Konzentration von 44,5 auf 72,0 Millionen/ml (p < 0,01), die Morphologie von 6 auf 12,5 % (p = 0,03), die Beweglichkeit (A+B) blieb mit 50,0 gegen 48,0 % unverändert (p = 0,43). Bei auffälligem Befund stiegen Gesamtzahl (16,38 gegen 56,0), Konzentration (8,0 gegen 18,0) und Morphologie (3,0 gegen 5,0; je p < 0,01), die Beweglichkeit sank von 28,0 auf 21,0 % (p < 0,01), der pH von 8,1 auf 7,9. Bei Asthenozoospermie fiel die Beweglichkeit von 11,8 auf 6,1 %, bei Teratozoospermie die Morphologie von 2,13 auf 1,26 % (je p < 0,01). **Badreddine et al. 2023 [s44]** (USA, per Post versandte Heimtests): 3.469 Proben (2.609 normozoosperme, 860 oligozoosperme Männer). Bei Normozoospermie gingen längere Karenzzeiten mit höherer Konzentration, Gesamtzahl und Gesamtzahl beweglicher Spermien, aber geringerer Gesamt- und Progressivbeweglichkeit einher; bei Oligozoospermie fielen Zahl beweglicher Spermien und Beweglichkeit rasch; Morphologie ohne Zusammenhang. **Xie et al. 2024 [s42]** (Schweiz): 4.423 Männer (1.256 gesunde Proben, 3.167 mit Störung). Längere Karenz ging mit höherer Konzentration einher (p < 0,001; nicht bei Oligozoospermie), mit geringerer Progressivbeweglichkeit bei normalen (p < 0,001) und teratozoospermen Proben (p < 0,001); die Normalformen waren bei Normalbefund nach kürzerer Karenz häufiger (p = 0,03), bei kombinierter Störung nach längerer (p = 0,013). **Akhigbe et al. 2022 [s56]** (Nigeria): 5.165 Proben; bei Normozoospermie waren Konzentration und Gesamtzahl bei längerer Karenz höher, bei Oligozoospermie stiegen das Volumen, während Konzentration, Gesamtzahl und Progressivbeweglichkeit sanken; Zahlen nennt das Abstract nicht. **Comar et al. 2017 [s103]** (Brasilien): 2.458 Männer; Karenz positiv mit Konzentration, Volumen und Leukozytenzahl, negativ mit Beweglichkeit und Vitalität verbunden; DNA-Fragmentierung (TUNEL), mitochondriale Schädigung und der Anteil protaminierter Spermien nahmen mit der Karenz zu; Effektgrößen fehlen im Abstract. **Sobreiro et al. 2005 [s150]** (Brasilien): 500 fertile Männer vor einer Vasektomie; ab 5 Tagen Karenz war die Beweglichkeit reduziert, außerdem bestanden Zusammenhänge mit Alter über 45 Jahren, Jahreszeit und Kaffeekonsum. **Elzanaty et al. 2005 [s146]** (Schweden): 422 Männer; der Anteil progressiv beweglicher Spermien war in der Gruppe mit 4 bis 5 Tagen am höchsten (Mediane 55 gegen 47 % bei 2 bis 3 Tagen und 42 % bei 6 bis 7 Tagen; p = 0,039 und p < 0,001), Spermien mit Flagellumdefekten waren bei 6 bis 7 Tagen häufiger (Mediane 14 gegen 10 und 10 %). Die neutrale Alpha-Glucosidase lag bei 2 bis 3 Tagen niedriger (23 gegen 34 und 34 mU je Ejakulat), ebenso Zink (6 gegen 8 und 8 µmol je Ejakulat). **Sievers 1987 [s170]** (deutschsprachige Zeitschrift; Wirkung der Dauer der sexuellen Karenz auf die Qualität menschlicher Spermien bei andrologischen Patienten): 1.063 Patienten; innerhalb von Probanden stiegen Volumen und Dichte mit der Karenz (p < 0,001), pH und Fruktose blieben unbeeinflusst; zwischen Probanden nahmen Beweglichkeit und Normalformen mit der Karenz ab, innerhalb von Probanden gab es keinen Einfluss. Der Autor folgert, Karenz bewirke eine Verbesserung der Spermienqualität, besonders bei Oligospermie; die Arbeit ist historisch einzuordnen. **Prisant et al. 2011 [s138]** (französischsprachige Zeitschrift; Teratozoospermie, Mythos oder Realität?): 101.404 Spermiogramme (2000 bis 2009); die Karenzdauer war erhobene Variable, das Abstract berichtet aber keinen Zusammenhang mit den Samenparametern, nur Zeittrends (etwa Anteil morphologisch abnormer Spermien von 64,5 auf 84,2 %).

**Asien und Vorderer Orient.**
**Nguyen et al. 2025 [s20]** (Vietnam): 11.297 Untersuchungen von 9.595 Männern, 1.702 Männer mit zwei Analysen binnen eines Monats. Karenz korrelierte positiv mit Volumen, Konzentration und Gesamtzahl beweglicher Spermien, zwischen wie innerhalb von Personen; klare Gipfel gab es nicht. Der Anteil beweglicher Spermien stieg zwischen Personen leicht mit der Karenz (β = 0,16; p < 0,01), nicht innerhalb. Je geringer die Karenzabweichung zwischen zwei Proben (höchstens ein Tag), desto kleiner die Schwankung der Werte. **Meitei et al. 2022 [s63]** (Indien): 10.674 Ejakulate von 7.972 subfertilen Männern, vier Karenzintervalle über 0 bis 15 Tage, altersadjustiert. Längere Karenz ging mit höherem Volumen, höherer Gesamtzahl, (außer bei Oligozoospermie) höherer Konzentration, niedrigerer Beweglichkeit (außer bei Asthenozoospermie) und Vitalität (p < 0,05) und bei abnormem Befund mit stärkerer Fragmentierung (p < 0,01) einher. Die Autoren halten eine allgemeine Empfehlung für lange Karenz klinisch für wertlos. **Dupesh et al. 2020 [s83]** (Indien): 2.037 Befunde in sechs Gruppen (unter 24 Stunden bis über 30 Tage); nur das Volumen unterschied sich signifikant (p < 0,0001); die Gruppe unter 24 Stunden hatte in beiden Befundgruppen die höchsten Mittelwerte für Progressivbeweglichkeit und Normalformen. **Sheybaee Moghaddam et al. 2019 [s93]** (Iran, über HAL gefunden): 100 Patienten; positive Beziehungen der Karenz zu Gesamtzahl, Konzentration, Volumen, DNA-Fragmentierung, ROS und pH, inverse zu Beweglichkeit und Morphologie, ohne Koeffizienten im Abstract. **Direk et al. 2018 [s97]** (Androloji Bülteni; Zusammenhang zwischen der Dauer der sexuellen Enthaltsamkeit und den Spermaparametern): 170 Männer mit normalem Spermiogramm in drei Gruppen (0 bis 1 Tag: 30; 2 bis 5 Tage: 90; 6 bis 7 Tage: 50); mit längerer Karenz stiegen Volumen, Konzentration und der Anteil unbeweglicher Spermien, Gesamt- und Progressivbeweglichkeit sanken, Effektgrößen fehlen im Abstract. **Özkavukcu et al. 2022 [s66]** (Projektbericht TÜBİTAK 220S052; Einfluss der Dauer der sexuellen Enthaltsamkeit auf die Spermaparameter bei Rauchern): normozoosperme Freiwillige, Proben nach 7 und nach 1 Tag. In allen Gruppen stiegen Volumen und Gesamtzahl mit der Karenz; die Karenz veränderte Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie, Vitalität, DNA-Fragmentierung und ROS nicht signifikant, auch nicht zwischen Rauchern und Nichtrauchern; das Malondialdehyd im Seminalplasma war nach langer Karenz bei Nichtrauchern höher. Fallzahlen und p-Werte stehen nicht im Abstract.

**Chinesische Zentren (häufig mit eigener Verhaltensgröße).**
**Yao et al. 2025 [s27]** (Nanyang, Henan): 3.052 Männer in drei Gruppen: kurz (0 bis 1 Tag, n = 141), empfohlen (2 bis 7 Tage, n = 2.639), lang (über 7 Tage, n = 272); mittleres Alter 30,9 Jahre, 42,3 % Raucher. Mediane kurz / empfohlen / lang: Volumen 2,3 / 3,1 / 3,9 ml, Konzentration 37,4 / 60,3 / 92,2 Millionen/ml, progressive Motilität 38,4 / 37,6 / 33,0 %, DNA-Fragmentierungsindex 11,5 / 13,1 / 16,8 % (nur bei einer Teilmenge gemessen: 55, 1.040 und 112 Männer); die Normalform unterschied sich nicht (je 6,0 %, p = 0,38). Odds Ratios gegen die empfohlene Gruppe (unadjustiert): kurze Karenz und Volumen unter 1,5 ml 3,1 (95-%-KI 2,0 bis 4,7), Konzentration unter 15 Millionen/ml 1,7 (1,1 bis 2,6), Gesamtzahl beweglicher Spermien unter 9 Millionen 2,0 (1,3 bis 3,1); lange Karenz und Konzentration unter 15 Millionen/ml 0,5 (0,3 bis 0,8), progressive Motilität unter 32 % 1,5 (1,2 bis 1,9), Gesamtmotilität unter 40 % 1,4 (1,1 bis 1,8), Fragmentierungsindex über 30 % 2,8 (1,7 bis 4,6). Spline-Modelle zeigten nichtlineare Beziehungen für Volumen, Konzentration und Gesamtzahl beweglicher Spermien. Bei langer Karenz sanken VCL, VSL, VAP, BCF und MAD. **Chen et al. 2022 [s59]** (Fuzhou, Fujian): 2.952 Männer, Karenz 2 bis 7 Tage. Nach Tag (2 bis 7; n = 157, 810, 836, 689, 256, 204) stieg das Volumen von 2,6 auf 3,8 ml, der Fragmentierungsindex von 12,9 auf 16,1 %; die progressive Motilität lag bei 37,7 % (Tag 2), 39,5 % (Tag 4) und 34,7 % (Tag 7); die Konzentration an Tag 7 (46,7) lag unter der an Tag 2 (48,6 Millionen/ml), also kein monotoner Verlauf. Nach Alter fiel das Volumen von 3,6 (bis 25 Jahre) auf 2,6 ml (über 45 Jahre), die progressive Motilität von 41,2 auf 28,5 %, und der Fragmentierungsindex stieg von 12,3 auf 17,4 %. Alter und Karenz wurden nicht gemeinsam adjustiert. **Wang et al. 2026 [s14]** (Guangzhou, Kryokonservierung): 942 Männer in vier Gruppen (0 bis 2, 3 bis 5, 6 bis 7, über 7 Tage; n = 85, 673, 159, 25). Mediane: Fragmentierungsindex 11,8 / 15,8 / 18,1 / 26,7 %, progressive Motilität 39,5 / 30,0 / 31,3 / 22,0 %, Volumen 2,7 / 3,4 / 3,5 / 4,1 ml, Konzentration 53,3 / 54,6 / 86,1 / 118,2 Millionen/ml; die Normalform unterschied sich nicht (p = 0,967). Bei Männern ab 40 Jahren war die Qualität nach 0 bis 2 Tagen am besten, bei jüngeren nach 3 bis 5 Tagen; ein formaler Test der Wechselwirkung ist nicht ausgewiesen. Von 104 Patienten mit anschließender assistierter Reproduktion unterschied sich die Karenz zwischen den Altersgruppen nicht (Median 4 Tage). **Liu-Qing und Jing 2026 [s08]** (Tai'an, Shandong): 1.262 Männer, Karenz 2 bis 7 Tage; U-förmiger Zusammenhang mit dem Anteil normal geformter Spermien (quadratischer Term p = 0,002; Wendepunkt 4,62 Tage; Tiefpunkt 3,01 % am Tag 5); signifikant bei bis 35 Jahren (n = 996; p = 0,013), nicht bei über 35 Jahren (n = 266; p = 0,075), die Wechselwirkung Alter und Karenz war nicht signifikant (p = 0,878). Kein Zusammenhang mit der Beweglichkeit. Der Befund steht im Gegensatz zu [s27] und [s59], die keine Morphologiewirkung fanden. **Jiang et al. 2024 [s35]** (Changchun): 1.503 Männer; neu ist die vorletzte Karenz (Zeit vor der vorletzten Ejakulation) in Quartilen (1 bis 3, 4 bis 5, 6 bis 9, über 9 Tage; n = 382, 396, 376, 349). Nach Adjustierung (auch für die letzte Karenz) stieg der Fragmentierungsindex im oberen Quartil um 5,38 Prozentpunkte (4,07 bis 6,69) gegenüber dem untersten; Odds Ratios im oberen Quartil: Index über 30 % 4,25 (2,37 bis 7,62), Asthenozoospermie 1,45 (1,07 bis 1,96), Nekrozoospermie 1,99 (1,07 bis 3,69); zugleich waren Konzentration, Gesamtzahl und Vitalität höher. 81,4 % der Paare wussten nicht, dass die Karenz die Samenqualität beeinflusst, und 44,6 % hatten den Verkehr zeitlich auf die Ovulation abgestimmt. Die Karenzen sind rückblickend selbst berichtet. **Shi et al. 2018 [s102]** (Hongkong, n = 328): Gesamtzahl, Konzentration, Gesamtzahl beweglicher Spermien und Fragmentierungsindex waren mit der Karenz assoziiert; das Alter hatte nach den Autoren mehr Einfluss. **Lu et al. 2018 [s100]** (Nanjing, 1.010 subfertile Männer): Der Fragmentierungsindex korrelierte positiv mit Alter und Karenz (p < 0,001); in der multivariaten Regression wird die Karenz nicht unter den unabhängigen Größen genannt. **Shuai et al. 2019 [s94]** (Zhengzhou, 9.694 Proben; Zhonghua nan ke xue; nur der englische Titel in eckigen Klammern wurde abgerufen): Fragmentierungsindex und Karenz r = 0,10 (p < 0,01), also schwach; in der Mehrfachregression gehörte die Karenz zu fünf unabhängigen Einflussgrößen. **Tang et al. 2013 [s131]** (Guangzhou, 1.152 fertile Männer): Männer mit 5 bis 7 Tagen Karenz hatten höhere Konzentration, Gesamtzahl und Gesamtzahl progressiv beweglicher Spermien (p < 0,01); die Zeit bis zur Schwangerschaft war mit diesen Größen negativ korreliert. **Zou et al. 2011 [s140]** (1.194 Militärangehörige, 6 Regionen): Jahreszeit, Höhenlage und Karenz waren jeweils mit der Samenqualität assoziiert. **Pokhrel et al. 2019 [s91]** (Wuhan): Volumen, Gesamtzahl und Konzentration bei Karenz über 5 Tagen höher; die Fallzahl nennt das Abstract nicht. **Huang et al. 2021 [s76]** (Spenderkandidaten, Hunan): Die Eignung als Spender stieg mit den Karenztagen; die Masturbationshäufigkeit war mit der Konzentration negativ korreliert (p = 0,013); Stichprobengröße und Effektgrößen fehlen im Abstract, das Eignungskriterium hängt selbst von der Konzentration ab. **Wang et al. 2022 [s67]** (Peking, fertile Männer, Faktorenanalyse): schwache Korrelationen des Samenqualitäts-Scores mit Karenz (r = 0,068) und Koitushäufigkeit (r = 0,067). **Li et al. 2023 [s50]** (Shanghai, 49.819 Männer laut Abstract, der Titel nennt 49.189): Zeittrends nach Adjustierung für Alter und Karenz; die Geschwindigkeitsparameter sanken mit Alter und Karenz; Karenz ist hier Störgröße. **Yoshiakwa-Terada et al. 2024 [s43]** (Japan, 359 Patienten): Der Fragmentierungsindex korrelierte mit Alter, Karenzdauer und computergestützten Spermienmaßen; Koeffizienten fehlen im Abstract. **Kamijima et al. 2004 [s152]** (Japan): 18 Insektizid-Sprüher gegen 18 Kontrollen; die Karenz ist Kovariate. **Pérez Palazón et al. 2016 [s110]** (Revista internacional de Andrología; Faktoren, die mit der Variabilität der Samenqualität zusammenhängen: eine Verlaufsstudie): 19 gesunde Freiwillige über ein Jahr; die höchsten Variationskoeffizienten innerhalb der Person lagen bei 74,5 % für die Gesamtzahl und 65,6 % für die Konzentration, der niedrigste bei 14,6 % für die Beweglichkeit; die Autoren folgern, eine einzelne Probe könne zur Fehldiagnose führen. **Peña et al. 2001 [s156]** (Revista medica de Chile; Wirkung proteolytischer Enzyme und sexueller Karenz auf die biochemische Bestimmung der Alpha-Glucosidase im Seminalplasma): Laborstudie zum Nebenhodenmarker bei 50 Spendern; bei Serienproben von neun Patienten zeigte eine Untergruppe bei kürzerer Karenz einen Abfall der Aktivität (das Abstract nennt „40 %“ ohne nähere Angabe). **Kably-Ambe et al. 2015 [s116]**, siehe unten bei den klinischen Endpunkten.

**Zu beachten.** Mehrere Arbeiten derselben Gruppe in Changchun [s26, s35, s68, s69] sind nicht voneinander unabhängig; [s26] und [s35] stammen vermutlich aus demselben Kollektiv (gleiches Zentrum, gleicher Zeitraum November 2023 bis Juli 2024, gleiche mittlere Karenz 4,2 ± 1,2 Tage; Fallzahlen 1.349 und 1.503). Auch die Metaanalysen [s32, s22, s38] überlappen in ihren Einzelstudien in unbekanntem Ausmaß.

### Ejakulationshäufigkeit, tägliche und wiederholte Ejakulation beim Menschen

Streng zu trennen sind die Karenz (Zeit seit der letzten Ejakulation) und die Ejakulationshäufigkeit (Zahl der Ejakulationen pro Zeit). Direkte Studien zur Häufigkeit sind selten.

**Xi et al. 2025 [s26]**, Changchun, Querschnitt, vorab registriert (NCT06127875). 1.349 Männer (567 gesunde, 342 infertile, 440 aus Paaren mit Schwangerschaftsverlust), mittleres Alter 32,3 Jahre; die Häufigkeit der letzten vier Wochen wurde rückblickend erfragt: unter 1 je Woche (n = 444), 1 bis unter 2 (n = 700), mindestens 2 je Woche (n = 205). Unadjustierte Gruppenmittel (in dieser Reihenfolge): Fragmentierungsindex 18,1 / 14,3 / 12,3 %, Volumen 3,9 / 3,7 / 3,5 ml, Konzentration 70,2 / 66,4 / 55,6 Millionen/ml, Gesamtzahl 262,6 / 230,5 / 185,3 Millionen, Vitalität 72,2 / 74,8 / 75,6 %, progressive Beweglichkeit 32,6 / 33,0 / 32,3 % (p = 0,317). Adjustiert (unter anderem für Alter, Körpermasseindex, Rauchen, Alkohol, Karenz, Dauer des Zusammenlebens, Schwangerschaften): mindestens 2 gegen unter 1 je Woche Volumen -0,45 ml (95-%-KI -0,70 bis -0,21), Konzentration -12,66 Millionen/ml (-19,32 bis -6,00), Gesamtzahl -72,78 Millionen (-96,96 bis -48,60), Gesamtzahl progressiv beweglicher Spermien -18,02 Millionen (-28,46 bis -7,57); der Koeffizient des Fragmentierungsindex (-0,05) und der Vitalität (+0,03) ist in der Tabelle ohne Einheit angegeben. Odds Ratios (Referenz unter 1 je Woche): Fragmentierungsindex über 15 %: 0,69 (0,54 bis 0,89) bei 1 bis unter 2 und 0,41 (0,28 bis 0,59) bei mindestens 2 je Woche; Index über 30 %: 0,24 (0,15 bis 0,38) und 0,21 (0,10 bis 0,48); Nekrozoospermie 0,48 (0,28 bis 0,72) und 0,45 (0,21 bis 0,95); kein erhöhtes Risiko für Oligo- oder Asthenozoospermie. Stärken: einzige gefundene Studie, die die Häufigkeit getrennt von der Karenz untersucht; Registrierung; Adjustierung für die aktuelle Karenz. Schwächen: Selbstbericht über vier Wochen, Querschnitt (Umkehr der Ursache denkbar: jüngere und gesündere Männer haben häufiger Verkehr), kleine Gruppe der Häufigsten, Kinderwunsch beeinflusst die Häufigkeit. Der Widerspruch zwischen sinkender Konzentration und Gesamtzahl einerseits und besserem Fragmentierungsindex und besserer Vitalität andererseits könnte eine Verdünnung durch häufigere Entleerung abbilden; die Studie prüft das nicht.

**Welliver et al. 2016 [s113]**, USA. 20 gesunde Männer (mittleres Alter 25 Jahre, 23 bis 33) ejakulierten 14 Tage lang täglich, beginnend nach 3 bis 5 Tagen Karenz; Proben an Tag 1, 3, 7 und 14. Volumen, Gesamtzahl beweglicher Spermien und Konzentration sanken signifikant, mit dem größten Abfall am Anfang und einem Plateau nach Tag 3; Beweglichkeit und Morphologie blieben unverändert; die DNA-Integritätsmaße änderten sich nicht in statistisch oder klinisch bedeutsamer Weise. Die Autoren sehen darin Unterstützung für kurze Karenz gefolgt von täglichem Verkehr um den Eisprung (Deutung der Autoren; kein Schwangerschaftsendpunkt, nur 20 junge Männer, keine Kontrollgruppe).

**Mayorga-Torres et al. 2015 [s118]**, Kolumbien. Zwei Wochen lang täglich eine Probe, jede zweite wurde nach WHO ausgewertet, zusätzlich Durchflusszytometrie. Gesamtzahl und Volumen je Ejakulat fielen und blieben niedrig; Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie, Vitalität, Membranintegrität, mitochondriales Potenzial und Fragmentierung änderten sich nicht signifikant; die Mittelwerte blieben über den WHO-Referenzwerten von 2010; der intrazelluläre ROS-Wert zeigte einen nicht signifikanten Abwärtstrend. Die Teilnehmerzahl nennt das Abstract nicht.

**Valsa et al. 2013 [s132]**, Revista internacional de Andrología (Abstract spanisch, Artikel englisch). 21 gesunde Männer, tägliche Ejakulation über 10 Tage nach 3 bis 5 Tagen Karenz. Die Autoren geben an, die Samenqualität habe sich verbessert, Calcium und Magnesium blieben unverändert; das Abstract nennt keine Zahlen und keinen Parameter. Das Ergebnis ist mit [s113] und [s118] nicht deckungsgleich, dort sinken Volumen und Gesamtzahl.

**Oldereid et al. 1984 [s173]**: Sieben Freiwillige gaben zwei Tage lang alle 8 Stunden Samen ab; Konzentration und Gesamtzahl sanken und begannen nach drei Tagen Karenz wieder zu steigen; die Adenylatzyklase pro Zelle stieg signifikant, DNA und Kernproteine zeigten keine einheitliche Änderung. **Cooper et al. 1993 [s165]**: Vier Spender gaben an einem Tag drei Ejakulate ab und danach nach 1, 2, 4, 7, 10 und 14 Tagen Karenz; Anteil normal geformter, progressiv beweglicher und im hypoosmotischen Medium schwellender Spermien blieb unverändert, die Gesamtzahl lebender Spermien stieg bis zehn Tage. Bei sieben Spendern und sechs oligozoospermen Männern erhöhten Mehrfachejakulate nach zehn Tagen Karenz bei Patienten mit niedrigen Normalzahlen die Gesamtzahl um im Mittel 230 %, die Zahl normaler Spermien um 370 % und die Zahl beweglicher um 520 %. **Frank et al. 1986 [s171]**: Zwei aufeinanderfolgende Proben bei 64 normozoospermen und 19 oligozoospermen Männern im Abstand von 1, 2 und 3 Tagen (erste Probe nach 3 Tagen Karenz). Bei Normozoospermen fiel das Volumen von 2,3 auf 1,6 ml (1 Tag), von 2,6 auf 2,0 (2 Tage) und von 2,1 auf 1,9 ml (3 Tage), die Konzentration von 65 auf 55, von 83 auf 69 und von 97 auf 81 Millionen/ml; bei Oligozoospermen sanken die Werte beim 1- und 2-Tage-Abstand, stiegen aber beim 3-Tage-Abstand (Konzentration von 3,8 auf 5,7 Millionen/ml). Das Abstract ist im Datenbankeintrag nach 250 Wörtern abgeschnitten. **Hilsenrath et al. 1997 [s160]**: Bei zehn normozoospermen Männern fanden sich nach 1,0 bis 1,5 Tagen 47,6 ± 1,7 % X-tragende Spermien, nach 7 bis 10 Tagen 49,6 ± 2,1 %; die Autoren sehen kaum Einfluss auf das Geschlechterverhältnis der Geburten. **Dunn und Picologlou 1977 [s175]**: Verflüssigungszeit und Volumen des Samens hängen von der Ejakulationshäufigkeit ab, das Volumen nimmt im Gleichgewicht linear mit steigender Häufigkeit ab. **Pérez Palazón et al. 2016 [s110]** untersuchten auch die Ejakulationshäufigkeit als Einflussgröße der Variabilität, ohne Zahlen im Abstract. **Demir et al. 2016 [s109]** (Kars, 80 Männer, Winter gegen Sommer): Die selbst berichteten Ejakulationen je Woche, die Häufigkeit sexueller Gedanken, Testosteron und FSH unterschieden sich zwischen den Jahreszeiten; Samenparameter wurden nicht gemessen. Das ist ein Hinweis auf jahreszeitliche Schwankung der Selbstangabe, die in Querschnitten als Störgröße in Frage kommt. **Turgut und Özgür 2020 [s84]** (Journal of Urological Surgery; Beeinflusst die Häufigkeit der Masturbation die Spermaparameter?): 48 Männer mit primärer Infertilität; bei Männern, bei denen operativ Spermien gefunden wurden, lag die monatliche Masturbationshäufigkeit bei 4,0 ± 1,3, bei Männern ohne lebende Zellen bei 1,9 ± 0,9 (p < 0,001); Gruppengrößen fehlen im Abstract, die Umkehr der Ursache ist naheliegend (schwere Spermatogenesestörung könnte die Häufigkeit senken), die Autoren selbst nennen den Zusammenhang wissenschaftlich nicht erklärt.

### Zweite Probe nach sehr kurzer Karenz (Stunden)

Alle Studien dieser Gruppe zeigen denselben Zielkonflikt: weniger Volumen und Gesamtzahl, häufig geringere DNA-Fragmentierung, bei Oligoasthenozoospermie häufig bessere Beweglichkeit. Es sind überwiegend kleine, einarmige Vorher-nachher-Studien an denselben Männern. Die zweite Probe folgt der ersten notwendigerweise; eine Randomisierung der Reihenfolge ist nicht möglich.

**Karavani et al. 2023 [s47]**, Kanada: 52 infertile Männer, zwei Proben im Abstand von 3 bis 4 Stunden (erste nach 2 bis 5 Tagen). Fragmentierungsindex 38,9 ± 21,4 % auf 35,1 ± 21,6 % (p < 0,001), Volumen 2,3 auf 1,5 ml (p < 0,001); bei 40 von 52 Männern (76,9 %) verbesserte sich der Index (im Mittel um 6,0 Prozentpunkte), bei 22 (42,3 %) um mehr als 5, bei 7 (13,5 %) um mehr als 10 Punkte. Bei Ausgangswerten von 30 bis 40 % fiel er bei 7 von 11 unter 30 %; nur der Ausgangswert war mit dem Abfall verknüpft (Odds Ratio 0,62; 0,39 bis 0,98). Eine Kontrollgruppe nennt das Abstract nicht; der Rückgang hoher Ausgangswerte kann teilweise Regression zur Mitte sein. **Dahan et al. 2021 [s74]**, Kanada: 112 Männer zur Erstabklärung, Probe nach 3 Tagen und eine zweite 3 Stunden später (Halotest, verblindete Techniker). Fragmentierung 34,6 ± 19,4 % auf 23,7 ± 16,0 % (p = 0,0001); bei Ausgangswerten über 35 % normalisierte sie sich in 55 %. Volumen 3,1 auf 1,9 ml, Konzentration 41 auf 32 Millionen/ml; 58 Männer verbesserten sich um mindestens 30 %; jüngeres Alter und Antioxidanzien waren mit der Verbesserung verknüpft. **Gill et al. 2026 [s07]**, Polen (Vorstudie): 95 Männer, zwei Proben am selben Tag (nach 2 bis 7 Tagen, dann nach einer Stunde). Mediane: Volumen 3,50 gegen 1,50 ml, Gesamtzahl 78,30 gegen 29,00 Millionen, Fragmentierungsindex im SCD-Test 19,00 gegen 16,50 %, Anteil mit Index über 20 % 44,18 gegen 24,46 % (Odds Ratio 0,4568); Anilin- und Toluidinblau zeigten keine Unterschiede. **Poopaibool et al. 2023 [s52]**, Thailand: 34 oligozoosperme Männer, Proben nach 2 bis 7 Tagen und binnen 4 Stunden; Volumen, Konzentration und Gesamtzahl waren nach 4 Stunden niedriger (Mediandifferenzen 1,2 ml, 2 Millionen/ml, 9,6 Millionen), Beweglichkeit, Fragmentierung und Normalformen unterschieden sich nicht. **Hosseini et al. 2025 [s17]**, Isfahan: 50 Männer mit Oligoasthenoteratozoospermie, zweite Probe 1 bis 2 Stunden nach der ersten; im zweiten Ejakulat waren progressive Beweglichkeit (20,52 gegen 13,32), Morphologie (2,46 gegen 1,46) und Vitalität (83,90 gegen 77,96) höher und die Fragmentierung niedriger (19,5 gegen 26,96; p < 0,05); die Einheiten fehlen im Abstract, die Zuordnung der Zahlenpaare folgt dem Text und ist eine Interpretation. **Tvrdá et al. 2023 [s55]**, Slowakei: 51 normozoosperme Männer, zwei Proben nach 2 Tagen und 2 Stunden. Nach 2 Stunden waren Beweglichkeit, Membranintegrität, mitochondriales Potenzial (je p < 0,05) und DNA-Integrität (p < 0,0001) höher; nach 2 Tagen waren ROS (p < 0,001), Proteinoxidation (p < 0,001), Lipidperoxidation (p < 0,01), TNF-alpha (p < 0,05), Interleukin-6 (p < 0,01) und Interferon-gamma (p < 0,05) höher, und das Samenbakterienprofil zeigte höhere Last und Vielfalt (darunter Escherichia coli, Staphylococcus aureus, Enterococcus faecalis). **Okada et al. 2020 [s86]**, Brasilien: 65 Männer, je zwei Proben nach 1 und 4 Tagen; nach 1 Tag waren Volumen und Gesamtzahl niedriger, Beweglichkeit, Akrosomintegrität, Mitochondrienaktivität und Kern-DNA-Integrität besser und die oxidative Aktivität niedriger; die Autoren deuten dies als Folge der Lagerung in der Cauda epididymidis (Deutung, nicht Messung); p-Werte fehlen im Abstract. **Goss et al. 2019 [s89]**, Südafrika: 16 gesunde Männer, Proben nach 4 Tagen und 4 Stunden; nach 4 Stunden sanken Gesamtzahl (p < 0,001), Konzentration und Volumen (je p < 0,05), während Gesamt- (p < 0,05) und Progressivbeweglichkeit (p < 0,01) stiegen; Zitronensäure, Alpha-Glucosidase und Fruktose im Seminalplasma sanken. **Sachdeva et al. 2026 [s11]**, Indien: 30 Patienten, Proben nach 2 bis 7 Tagen und nach 4 Stunden; die Beweglichkeit war nach 4 Stunden höher; der ROS-Test war in 33,33 % der 4-Stunden-Proben normal gegenüber 16,66 % (nicht signifikant); die gemeldete Korrelation zwischen ROS-Test und Fragmentierungsindex von r = 1,0 ist bei 30 Fällen auffällig und ohne Rohdaten nicht beurteilbar. **Ji et al. 2025 [s18]**, Changsha: 101 normozoosperme und 53 Männer mit niedriger Beweglichkeit oder Konzentration, Proben nach 3 bis 7 Tagen und dann nach 1 bis 3 Stunden; die Beweglichkeit verbesserte sich, der Fragmentierungsindex sank; bei fünf Männern fanden sich 245 unterschiedlich exprimierte tRNA-abgeleitete Fragmente, am stärksten angereichert im MAPK-Signalweg; Effektgrößen fehlen im Abstract. **Lehavi et al. 2014 [s122]**, Israel (nur die Schlussfolgerung abgerufen): Bei abnormen Basisparametern, vor allem niedriger Konzentration, werde am Folgetag eine Verbesserung erwartet, bei normalen oder wenig abnormen Parametern zeige sich nach 24 Stunden ein Rückgang. **Halim et al. 2024 [s34]**, Indonesien: Männer mit schwerer Oligoasthenozoospermie vor ICSI, aufeinanderfolgendes Ejakulat binnen einer Stunde; Gesamtbeweglichkeit 22,52 ± 8,85 % auf 31,53 ± 11,73 % (p < 0,001); Befruchtungs- (61,41 gegen 55,45 %; p = 0,081) und Teilungsrate (88,10 gegen 81,07 %; p = 0,262) höher, aber nicht signifikant; die Zahl der Männer nennt das Abstract nicht. **Gülmez et al. 1991 [s167]**, Kayseri: 33 von 37 infertilen Männern konnten zwei Ejakulate im Abstand von 60 Minuten abgeben; im zweiten sank das Volumen (p < 0,01), die Beweglichkeit stieg (p < 0,05), die Dichte änderte sich nicht signifikant; die anschließende Arzneibehandlung ist für das Thema nicht relevant. **Pons et al. 2013 [s130]**, Spanien: Von 416 Patienten aus Risikogruppen hatten 46 (11,1 %) einen Fragmentierungsindex von mindestens 30 %; von 35 Männern, die ein Ein-Tag-Karenz-Protokoll vollendeten, erreichten 91,4 % in mindestens einem von bis zu drei Versuchen normale Werte (81,3 % im ersten); ohne Kontrollgruppe. **Gosálvez et al. 2011 [s136]**, Spanien: Zwei normozoosperme Kohorten (21 Männer, 12 Spender); nach 24 Stunden Karenz mit täglicher Ejakulation und nach 3 Stunden Karenz mit Spermienselektion lag die Fragmentierung niedriger als nach üblicher Karenz, am stärksten nach rascher Wiederholung (Halosperm-Test, kleine Fallzahl). **Uppangala et al. 2016 [s112]**, Indien: 76 Ejakulate von 19 Freiwilligen nach 1, 3, 5 und 7 Tagen. Spermien nach 1 Tag zeigten mehr Chromatinunreife als nach 3 Tagen (p < 0,05) und 5 Tagen (p < 0,01), die Methylierung unterschied sich nicht. Nach 6 und 24 Stunden In-vitro-Inkubation stieg der Anteil fragmentierter Spermien aus dem aufbereiteten Ejakulat nach 1 Tag Karenz auf das etwa 20- und 40-Fache (p < 0,01 bis 0,001). Das ist der wichtigste Gegenbefund zur Vorstellung, kurze Karenz sei in jeder Hinsicht vorteilhaft. **Alipour et al. 2021 [s71]**, Aalborg (Pilotstudie, 31 normozoosperme Männer): Im Seminalplasma lagen nach 2 Stunden gegenüber 4 bis 7 Tagen Pyruvat (1,92 gegen 1,29 ng je Million Spermien; p < 0,001) und Taurin (0,58 gegen 0,43 ng; p < 0,05) höher, zugleich war der Anteil progressiv beweglicher Spermien höher; die Rolle der beiden Stoffe für die Beweglichkeit ist Hypothese der Autoren.

### Karenz und klinische Ergebnisse (Insemination, ICSI, IVF)

**Intrauterine Insemination.** **Jurema et al. 2005 [s147]**, USA: 417 Frauen, 929 Zyklen (Clomifen, eine Insemination je Zyklus), mediane Karenz 4 Tage (0 bis 30), Schwangerschaftsrate insgesamt 12 % je Zyklus; höchste Rate bei höchstens 3 Tagen (14 %), niedrigste bei mindestens 10 Tagen (3 %); die Rate hing von der Karenz unabhängig von den Inseminatparametern ab (Vermutung der Autoren: Spermienalterung und Funktionsschäden, die die Standardanalyse nicht erfasst). **Marshburn et al. 2010 [s141]**: Eine Karenz von höchstens 2 Tagen ergab die höchste Schwangerschaftsrate je Zyklus, trotz geringerer Gesamtzahl beweglicher Spermien; nur das Ergebnis liegt im abgerufenen Abstract vor. **Kably-Ambe et al. 2015 [s116]** (Ginecologia y obstetricia de Mexico; Wirkung sexueller Karenz auf die Schwangerschaftsraten nach intrauteriner Insemination): 3.123 Paare; höhere Erfolgsrate bei weniger als sieben Tagen Karenz, die Spermiengewinnungsrate verhielt sich umgekehrt proportional zu den Karenztagen; keine Zahlen im Abstract. **Bahadur et al. 2026 [s02]**: 596 Inseminationszyklen bei 263 nulliparen Frauen über 35 Jahren (230 Zyklen mit und 366 ohne aufeinanderfolgendes Ejakulat); Lebendgeburtenrate je Zyklus 11,3 % gegen 13,1 % (p = 0,52), je Frau 26,5 gegen 29,1 % (p = 0,65). Zu den randomisierten Studien [s77, s82] siehe oben.

**ICSI, IVF und weitere Verfahren.** **Borges et al. 2019 [s88]**, Brasilien: 818 ICSI-Patienten; Karenz war positiv mit Volumen, Konzentration, Gesamtzahl, Gesamtzahl beweglicher Spermien und Fragmentierungsindex verknüpft, negativ mit Befruchtung, Blastozystenbildung, Einnistung und Schwangerschaft; mittlere Karenz bei Schwangerschaft 3,14 ± 1,64, ohne Schwangerschaft 4,83 ± 3,66 Tage; als Trennwert wurden 4 Tage gewählt; der Trennwert wurde aus denselben Daten abgeleitet, was optimistische Ergebnisse begünstigen kann. **Periyasamy et al. 2017 [s106]**, Indien: 1.030 Zyklen; Karenz 2 bis 7 Tage gegen über 7 Tage: Lebendgeburtenrate 34,1 % gegen 24,1 % (Odds Ratio 1,6; 1,1 bis 2,4), klinische Schwangerschaft 44,4 % gegen 32,7 % (1,6; 1,1 bis 2,3), Einnistung 26,4 % gegen 18,2 %; bereinigt Lebendgeburt 1,6 (1,1 bis 2,5), Schwangerschaft 1,7 (1,2 bis 2,5); Befruchtung und Fehlgeburtenrate unterschieden sich nicht. Der problematische Bereich ist hier die Karenz über 7 Tage, nicht der Bereich unter 2 Tagen. **Lee et al. 2018 [s99]**, Seoul: 449 erste ICSI-Zyklen, 2 bis 7 gegen mindestens 8 Tage, getrennt nach Alter der Frau (unter und ab 38 Jahre); Befruchtung, Embryoqualität, Schwangerschaft, Fehlgeburt und Einnistung unterschieden sich nicht; das Abstract nennt keine Gruppengrößen und keine Effektschätzer (kein Nachweis von Unterschieden ist kein Nachweis von Gleichheit), die Spermien wurden vor der ICSI aufbereitet. **Gupta et al. 2021 [s75]**, Neu-Delhi: 1.691 ICSI-Zyklen in vier Gruppen (1 Tag, 2 bis 5, 6 bis 7, mindestens 8 Tage); die Gruppe mit 1 Tag hatte höhere Einnistung und biochemische Schwangerschaftsrate, klinische Schwangerschaftsrate 30,0 % gegen 25,4 % in den längeren Gruppen, niedrigere Fehlgeburtenrate; die Studie ist im Titel retrospektiv, in der Methodik prospektiv bezeichnet. **Cermisoni et al. 2024 [s31]**, Italien: 6.919 ICSI-Zyklen; je zusätzlichem Karenztag sank die Wahrscheinlichkeit zweikerniger Zygoten um 3 % (bereinigtes Odds Ratio 0,97; 0,94 bis 0,99), die Wahrscheinlichkeit dreikerniger stieg um 14 % (1,14; 1,07 bis 1,22); Blastulation, kumulative Schwangerschaft und Fehlgeburt zeigten keinen Zusammenhang. **Azizi et al. 2022 [s57]**, Teheran: 1.003 ICSI-Zyklen in sechs Gruppen; Volumen (p = 0,0001) und Gesamtzahl (p = 0,005) stiegen mit der Karenz, andere Parameter nicht; kein Einfluss von Karenz oder Samenparametern auf Schwangerschaften; bei ICSI wird ein einzelnes ausgewähltes Spermium injiziert, was die Wirkung der Ejakulatqualität abschwächt (Argument der Autoren). **Tighe et al. 2026 [s13]**, Großbritannien: 2.899 Paare, 3.873 IVF-Zyklen; längere Karenz hing mit niedrigerer Schwangerschaftsrate zusammen (bereinigtes Odds Ratio 0,786; 0,685 bis 0,903; p < 0,001); Blastulationsraten und Fehlgeburten blieben unbeeinflusst; die Lebendgeburtenrate fiel, aber nicht signifikant (0,886; 0,769 bis 1,020; p = 0,0921). **Scarselli et al. 2019 [s92]**, Italien: 22 Zyklen mit präimplantationsgenetischer Untersuchung bei Oligoasthenoteratozoospermie; erstes Ejakulat nach mehreren Tagen, zweites eine Stunde später, Geschwister-Eizellen (121 gegen 144); von 106 biopsierten Blastozysten waren 43,6 % (zweites Ejakulat) gegenüber 27,5 % euploid. **Li et al. 2023 [s49]**, Nanning: 67 Zyklen, 786 Geschwister-Eizellen; Beweglichkeit, Normalform und DNA-Integrität des zweiten Ejakulats besser; hochwertige Blastozystenrate 24,79 % gegen 14,67 % (p < 0,05); klinische Schwangerschaft 59,09 % gegen 47,37 %, Einnistung 42,11 % gegen 32,35 %, Lebendgeburt 40,91 % gegen 31,58 % (jeweils nicht signifikant); Verblindung nicht beschrieben, nur Männer mit Oligoasthenozoospermie. **Wang et al. 2026 [s14]** (ART-Teilgruppe, 104 Patienten) siehe oben. **Ahn et al. 2021 [s70]** (Südkorea, 285 Frauen, 854 Zyklen, zeitgesteuerter Verkehr in Behandlung) betrifft Prognosefaktoren, nicht die Samenqualität.

**Gesamtbild.** Nachteile langer Karenz (über 4 bis 7 Tage) zeigen Studien in Insemination, ICSI und IVF [s147, s82, s88, s106, s75, s13]; keinen Zusammenhang fanden [s77, s99, s31, s57]. Kein Befund belegt, dass eine Karenz von wenigen Stunden bessere Lebendgeburtenraten ergibt als 1 bis 3 Tage; der einzige Beleg einer klinischen Besserung bei Stundenabstand [s49] ist nicht signifikant und gilt nur für Männer mit Oligoasthenozoospermie.

### Sexuelle Erregung, Tageszeit und Dauer der Probengewinnung

**Beyatlı et al. 2025 [s15]**, Istanbul: 205 infertile Männer, zwei Sitzungen im Abstand von rund vier Wochen; in der zweiten wurde die Dauer des erotischen Videos von median 8 (Interquartilsabstand 5 bis 10) auf 15 Minuten (11 bis 20) verlängert. Konzentration 19 auf 24 Millionen/ml, Gesamtbeweglichkeit 43 auf 46 %, Progressivbeweglichkeit 33 auf 37 % (je p < 0,001), Morphologie unverändert (p = 0,053); die Korrelationen der Veränderungen sind schwach (ρ = 0,21; 0,27; 0,22); Verbesserungen bei Nichtrauchern, nicht bei Rauchern. Die Reihenfolge der Sitzungen war nicht umgekehrt, ein Lern- oder Gewöhnungseffekt ist denkbar; die Karenz vor den Proben nennt das Abstract nicht. **Sertkaya et al. 2022 [s65]**, Istanbul: 100 Patienten, alle Analysen nach 3 Tagen Karenz, dazwischen täglich ein 20-minütiges Video; Morphologie, Konzentration, Gesamt- und Progressivbeweglichkeit unverändert, signifikant verändert waren Volumen und Gesamtzahl beweglicher Spermien (p < 0,001); die Richtung nennt das Abstract nicht; keine Kontrollgruppe. **Bai et al. 2023 [s45]**, Hefei: 746 Männer; mediane Dauer der Probengewinnung 7,0 Minuten (5,0 bis 11,0); das oberste Quartil war mit geringerem Volumen und niedrigerer Konzentration assoziiert, die Quartile 3 und 4 mit niedrigerer Beweglichkeit; adjustierte Odds Ratios in Quartil 3 gegen 1: Asthenozoospermie 2,06 (1,31 bis 3,25), Teratozoospermie 1,98 (1,10 bis 3,55); bei Paaren mit assistierter Reproduktion war die Fehlgeburtsrate mit der Gewinnungsdauer positiv korreliert. Das Abstract liefert keine Deutung; der Zusammenhang kann Folge schlechter Samenqualität oder Begleiterscheinung einer Erektionsstörung sein (Einschätzung der Berichterstattung). **Liu et al. 2022 [s61]**, Chongqing: 33.430 Proben einer Spermabank (8 bis 17 Uhr) und eine Laborstudie mit sechs Freiwilligen (36 Proben, identischer Abstand von zwei Tagen plus vier Stunden). Gesamtzahl, Konzentration, Volumen und Beweglichkeit schwankten über den Tag (je p < 0,001); jede Stunde früher oder später als 11 Uhr war mit einem 1,14-fachen Risiko der Nichteignung der Probe nach den Kriterien der Bank verbunden; im Laborteil lag der günstigste Wert der meisten Parameter zwischen 11 und 15 Uhr. **Shimomura et al. 2020 [s87]**, Saitama: 20 fertile und 20 infertile Männer, 3 Tage festgelegte Karenz, je eine Probe früh am Morgen und am Abend; bei fertilen Männern waren Gesamtzahl beweglicher Spermien und Gesamtzahl am Abend höher, bei infertilen nur die Gesamtzahl beweglicher Spermien; die Aussage der Autoren zur Insemination ist eine Vermutung (kein Schwangerschaftsendpunkt, keine p-Werte im Abstract); der Befund (Abend besser) steht im Kontrast zu [s61] (Optimum 11 bis 15 Uhr). **Najjar et al. 2025 [s19]** (13 Araberhengste, Tunesien): Niedrige Erregung verbesserte die Beweglichkeit (p < 0,01) – ein Befund, der der Richtung der Humanstudie [s15] entgegensteht; Arten und Messbedingungen sind nicht vergleichbar.

### Gleitmittel

**Übersichten.** **Gumerova et al. 2024 [s33]** werteten in PubMed und Scopus 24 Artikel zu 35 rezeptfreien Vaginalgleitmitteln aus (2 In-vivo-, 22 In-vitro-Studien; am häufigsten KY Jelly, Pre-Seed und Astroglide, Zielgröße meist Beweglichkeit); wegen spärlicher Daten, methodischer Unterschiede und fehlender Schwangerschaftsendpunkte sei eine evidenzbasierte Leitlinie noch nicht möglich. **Molin et al. 2024 [s39]** fassten 20 Studien zusammen: Synthetische Gleitmittel (KY Jelly, Replens, Astroglide, mit Methylparaben und Glycerin) seien mit Nachteilen für Beweglichkeit und Chromatinintegrität verknüpft, Osmolalität und pH seien zentral, viele Handelsprodukte überschritten die WHO-Osmolalitätsempfehlung von 380 mOsm/kg; Olivenöl wirke ungünstig, Eiklar sei nicht toxisch, Pre-Seed zeige meist nur geringe Nachteile. **Vanderschee und Kostov 2025 [s25]** bieten einen Praxisleitfaden zum Gleitmittelgebrauch (Suche 2003 bis 2024), betonen den Nutzen bei Trockenheit, Schmerz und Kondomgebrauch und geben keine Fertilitätsdaten wieder.

**In-vitro-Studien.** **Frishman et al. 1992 [s166]**: Astroglide und KY Jelly beeinträchtigten die Beweglichkeit konzentrations-, nicht zeitabhängig. **Kutteh et al. 1996 [s162]**: Vier Gleitmittel (KY Jelly, Astroglide, Replens, Touch) und zwei Pflanzenöle wurden mit Spermien gemischt; die Handelsgleitmittel hemmten die Beweglichkeit nach 60 Minuten um 60 bis 100 %; unter Replens oder Astroglide waren die Spermien nach 60 Minuten unbeweglich und nicht lebensfähig wie bei der spermiziden Kontrolle; Rapsöl zeigte keine Schädigung. **Agarwal et al. 2008 [s143]** (13 Spender): Die Beweglichkeit nach 30 Minuten war mit Pre-Seed nicht von der Kontrolle verschieden, mit FemGlide, Replens und Astroglide deutlich geringer; FemGlide und KY Jelly verschlechterten die Chromatinqualität. **Vargas et al. 2011 [s139]**: Im 24-Stunden-Überlebenstest erwiesen sich drei „nicht spermizide“ Gele (Felis, Replens, Aquasonic Gel, Letzteres ein Ultraschallgel) als spermientoxisch, Pre-Seed nicht. **Sandhu et al. 2014 [s125]** (22 Spender, 10 % Konzentration): Unter Pre-Seed sank die Progressivbeweglichkeit nach 30 Minuten leicht (rund 4 %, signifikant), unter Astroglide, den KY-Produkten und Sesamöl deutlich; Rapsöl und Babyöl senkten sie anfangs, dann blieb sie hoch; Senföl löste anhaltende Hyperaktivierung aus. **Mowat et al. 2014 [s123]** (10 Proben, neun Gleitmittel): höchste Vitalität unter Pre-Seed (92 %), niedrigste unter Forelife (28 %); Progressivbeweglichkeit 86 % unter Pre-Seed gegen 31 % unter Sylk; kein signifikanter Einfluss auf die DNA-Integrität. **Abadie und Lambert 2014 [s120]**: 20 Proben mit und ohne Gleitmittel ohne Unterschiede von Beweglichkeit, Vorwärtsbewegung oder Morphologie. **Park et al. 2014 [s124]** (Seoul, 20 gewaschene Proben, 30 Minuten, 10 % Inclear): Kein signifikanter Unterschied zur Kontrolle; es handelt sich um einen Vaginalreiniger und kein Gleitmittel, die Empfehlung der Autoren geht über die Daten hinaus. **Wilson et al. 2017 [s107]** (Durban, 20 Proben): Der ölbasierte Stoff hielt die progressive Beweglichkeit nach 60 Minuten im Normbereich (Minimum 32 %), der silikonbasierte fiel innerhalb von 60 Minuten darunter, das „Fruchtbarkeitsgel“ erreichte zu keinem der drei Zeitpunkte den Normbereich, das wasserbasierte immobilisierte alle Spermien binnen 5 Minuten und tötete im Mittel 95,23 % innerhalb von 60 Minuten. **Mackenzie und Gellatly 2019 [s90]**: 32 Fachpersonen in Schottland gaben uneinheitliche Empfehlungen, das Wissen über Spermientoxizität war gering; Aquagel (das einzige verschriebene Mittel) senkte die Progressivbeweglichkeit nach 10 Minuten auf 49 % der Kontrolle, schon bei 5 % Konzentration, ohne Zelltod laut Vitalitätstest; das als spermiensicher geltende Produkt Pré beeinflusste die Parameter nicht signifikant. **Soriano et al. 2021 [s79]** (Spanien): Spermienbeweglichkeitsindex (Werte unter 0,75 gelten als toxisch): Nur Durex zeigte keine schädliche Wirkung, Vaginesil war bei allen Konzentrationen toxisch (Index unter 0,12), KY Jelly bei 10 % ab 1 Stunde, die Ultraschallgele Aquasonic nach 0,5 Stunden (0,70 ± 0,15) und Kefus nach 2 Stunden (0,69 ± 0,07). Das widerspricht [s21], wo Durex am schlechtesten abschnitt; Produktfamilie, Konzentration und Methodik kommen als Ursachen in Frage, die Abstracts klären es nicht. **Markram et al. 2022 [s62]** (60 Proben): Außer Eiklar verminderten Optilube, Pre-Seed, Yes Baby und Olivenöl die Vorwärtsbeweglichkeit signifikant (p < 0,001) bis 24 Stunden; die Werbeaussage „spermienfreundlich“ sei für Pre-Seed nicht bestätigt. **Tomlinson et al. 2023 [s54]** (12 Spender, 10 %, computergestützte Analyse): Alle Gele senkten Beweglichkeit und Geschwindigkeit nach 1 und 2 Stunden signifikant (p < 0,01), am stärksten zwei Durex-Produkte (11 % und 15 % gegen 47 % Progressivbeweglichkeit der Kontrolle nach 60 Minuten), aber besser als Speichel; FertilSafe Plus verlor am wenigsten (24 % gegen 47 %). **Pradit et al. 2025 [s21]** (20 Spender, 10 % in Vaginalflüssigkeitssimulat): Die Beweglichkeit sank unmittelbar bei allen Gleitmitteln; Pre-Seed entsprach der Kontrolle; KY Jelly, Vaseline und Babyöl senkten die Progressivbeweglichkeit zeitweise, Durex deutlich und die Vitalität nach 60 Minuten. **Rafaee et al. 2022 [s64]**: Ein parabenfreies Gel (BabyDance) änderte weder in vitro (20 Patienten) noch bei 25 Anwendern pH, Vitalität und Beweglichkeit; der Zweck war die Eignung für die Samengewinnung in der Klinik. **Miller et al. 1994 [s164]**: Randomisierte In-vivo-Studie zu einem chirurgischen Gleitmittel und der Spermienpenetration des Zervikalschleims; das Abstract nennt keine Zahlen, schließt aber auf mögliche Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit mancher Paare und betont selbst, Schwangerschaft sei kein Endpunkt gewesen. **Xie et al. 2021 [s81]**: Ein Kontrazeptionsgel mit Gossypol, Tenofovir und Nitroglycerin (Spermizid, pH 4,5) verhinderte bei sechs Rattenpaaren alle Schwangerschaften; die Arbeit betrifft ein absichtlich spermienschädigendes Produkt und sagt nichts über herkömmliche Gleitmittel.

**Gleitmittel bei der Probengewinnung.** **Agarwal et al. 2013 [s128]**, randomisierte Cross-over-Studie, 22 gesunde Männer: Mit Pre-Seed bevorzugten 73 % den Vorgang, 55 % empfahlen es für den Alltag; Beweglichkeit, Vitalität, Membranintegrität, ROS, antioxidative Kapazität und DNA-Schaden waren unverändert.

**Gleitmittel und Empfängnis in Kohorten.** **Steiner et al. 2012 [s135]** (296 Frauen, 30 bis 44 Jahre, Tagebuch): 25 % nannten im Ausgangsfragebogen Gleitmittelgebrauch, nach Tagebuch benutzten 57 % nie, 29 % gelegentlich, 14 % häufig; Gebrauch im fruchtbaren Fenster war nicht mit geänderter Fruchtbarkeit verbunden (Fecundability Ratio 1,05; 95-%-KI 0,59 bis 1,85; breites Intervall). **McInerney et al. 2018 [s101]** (6.467 Frauen aus Dänemark und Nordamerika): Gebrauch bei 17,5 %; Fecundability Ratio gegen Nichtgebrauch 1,02 (0,93 bis 1,11) für wasserbasierte nicht pH-abgestimmte, 1,01 (0,86 bis 1,18) für wasserbasierte pH-abgestimmte „fruchtbarkeitsfreundliche“, 1,23 (0,94 bis 1,61) für ölbasierte und 1,27 (0,93 bis 1,73) für silikonbasierte Mittel; der Zusammenhang mit Ölen war über Untergruppen nicht einheitlich. Beide Kohorten beruhen auf Selbstangaben der Frauen und messen keine Samenparameter; sie sagen etwas über die Empfängnis bei Frauen ohne Infertilitätsvorgeschichte, nicht über die Samenqualität.

**Einordnung.** In-vitro-Daten (Spermien in 10-%-Lösung, meist gewaschene oder rohe Proben) und Kohortendaten (Empfängnis) widersprechen sich scheinbar. Die Abstracts erklären das nicht; Verdünnung im Zervikalschleim oder der Zeitpunkt des Gebrauchs sind Vermutungen, die in den abgerufenen Texten nicht geprüft wurden. In keinem der ostasiatischen, russischen, arabischen oder türkischen Sprachräume wurde eine Gleitmittelstudie in der Landessprache gefunden.

### Häufigkeit und Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs

**Zeitpunkt im Zyklus.** **Wilcox et al. 1995 [s163]** (USA): 221 gesunde Frauen mit Kinderwunsch, tägliche Urinproben und Tagebuch; in 625 Zyklen mit schätzbarem Eisprung entstanden 192 Schwangerschaften, 129 endeten mit Lebendgeburt. Empfängnis trat nur bei Verkehr in einem sechstägigen Zeitraum bis zum Eisprungtag ein; die Wahrscheinlichkeit lag zwischen 0,10 (fünf Tage vor) und 0,33 (am Eisprungtag). Nur 6 % der Schwangerschaften waren eindeutig Spermien zuzuordnen, die drei Tage oder älter waren; ein Zusammenhang zwischen Alter der Spermien und Lebensfähigkeit der Schwangerschaft war nicht erkennbar. **Dunson et al. 1999 [s157]** korrigierten den Fehler der Eisprungbestimmung in zwei Datensätzen und fanden das gleiche sechstägige Fenster mit höchster Wahrscheinlichkeit am Tag vor dem Eisprung. **Dunson et al. 2002 [s154]** (782 Paare, 5.860 Zyklen): fast alle Schwangerschaften im sechstägigen Fenster; die Tageswahrscheinlichkeit sank bei Frauen ab Ende der Zwanziger und war bei 19- bis 26-Jährigen doppelt so hoch wie bei 35- bis 39-Jährigen; bei Männern über 35 Jahren war die Fruchtbarkeit nach Adjustierung für das Alter der Frau signifikant verringert. **Bigelow et al. 2004 [s151]** (782 Frauen, 7.288 Zyklen): Die Schleimqualität erklärte das Muster der Tageswahrscheinlichkeiten. **Stanford et al. 2002 [s155]** halten Methoden, die das Fenster vorausschauend erkennen, für wirksamer als Kalenderrechnung oder Basaltemperatur. **Stanford und Dunson 2007 [s144]** zeigen mit Simulationen, dass Verkehrsmuster Zeit bis zur Schwangerschaft und Fecundability Ratios stark beeinflussen können, vor allem bei niedriger Verkehrsfrequenz oder geringer Fruchtbarkeit. **Lachenbruch 1967 [s178]** und **Glasser und Lachenbruch 1968 [s177]** sind rein theoretische Modelle von Verkehrsmustern.

**Häufigkeit des Verkehrs.** **Dreiås et al. 2026 [s06]** (Norwegen, MoBa, 64.193 Frauen mit geplanter Schwangerschaft): Die mittlere Zeit bis zur Schwangerschaft sank von 4,8 Monaten bei weniger als einmal je Woche auf 3,7 Monate bei mehr als viermal je Woche (Trend p < 0,0001); gegenüber 1 bis 2 Mal je Woche war die Empfängniswahrscheinlichkeit je Zyklus bei mehr als viermal je Woche um 16 % höher (Fecundability Ratio 1,16; 1,14 bis 1,19); zwischen weniger als einmal, 1 bis 2 und 3 bis 4 Mal je Woche gab es keine klaren Unterschiede. Selbstberichtete Häufigkeit in den vier Wochen vor der Empfängnis, rückblickend; Umkehr der Ursache nicht ausschließbar. **Konishi et al. 2020 [s85]** (Japan, 80 Frauen, bis 24 Wochen): 44 % (35) empfingen natürlich; in 18 % (58/319) der Zyklen gab es keinen Verkehr in der fruchtbaren Phase; höhere Koitusfrequenz war mit höherer Empfängniswahrscheinlichkeit verbunden (Odds Ratio 1,23; 1,02 bis 1,47). **Bond et al. 2025 [s16]** (2.500 Frauen): Sexuelle Not war mit geringerer Fecundability verbunden (0,82; 0,69 bis 0,98), Funktionsstörung nach Grenzwert nicht (1,00; 0,890 bis 1,13), häufige Schmerzen beim Verkehr 0,81 (0,62 bis 1,06). **Pakpahan et al. 2024 [s40]** (132 Teilnehmerinnen): Verkehr vor Embryotransfer änderte die Schwangerschaftsrate nicht signifikant, mit Orgasmus lagen biochemische (p = 0,009) und klinische Schwangerschaften (p = 0,027) höher; kleine retrospektive Studie.

**Cochrane-Übersichten zu zeitgesteuertem Verkehr.** **Gibbons et al. 2023 [s46]**: sieben RCT mit 2.464 Frauen oder Paaren, Evidenzsicherheit moderat bis sehr niedrig. Urinäre Ovulationstests erhöhen gegenüber Verkehr ohne Vorhersage wahrscheinlich die Lebendgeburt (Risk Ratio 1,36; 1,02 bis 1,81; 1 RCT, n = 844; moderat) und die klinische oder positive Urinschwangerschaft (1,28; 1,09 bis 1,50; 4 RCT, n = 2.202; moderat); klinische Schwangerschaft allein (1,09; 0,51 bis 2,31; n = 148) und Stress (Mittelwertdifferenz 1,98; -0,87 bis 4,83; n = 77) blieben unklar. Methoden der Fruchtbarkeitswahrnehmung: Lebendgeburt 0,95 (0,76 bis 1,20; 2 RCT, n = 157), Zeit bis zur Schwangerschaft Hazard Ratio 0,86 (0,53 bis 1,38). Keine Studie zur Ultraschallmethode; die Ergebnisse gelten für Frauen unter 40 Jahren mit weniger als 12 Monaten Kinderwunsch. **Manders et al. 2015 [s117]** (Vorgängerfassung): vier RCT (n = 1.387) in der Metaanalyse; Schwangerschaftsrate Risk Ratio 1,35 (1,06 bis 1,71); Lebendgeburt 0,75 (0,16 bis 3,41; n = 17); Evidenz niedrig bis sehr niedrig. Beide Übersichten betreffen die Vorhersage des Eisprungs, nicht die Samenqualität.

**Verkehrsverhalten bei bekannter oder vermuteter Subfertilität.** **Perlis et al. 2013 [s129]** (Kanada, 1.298 infertile Männer): mediane Verkehrshäufigkeit 7 je Monat (Interquartilsabstand 5 bis 10; 0 bis 40), 24 % der Paare höchstens viermal monatlich; je Lebensjahr stieg die Chance seltenen Verkehrs (Odds Ratio 1,05; 1,03 bis 1,08), je Punkt im Fragebogen zur Erektionsfunktion sank sie (1,12; 1,09 bis 1,18). **Yu et al. 2022 [s68]** (Changchun, 509 Männer): Zeitgesteuerten Verkehr praktizierten 11,8 % (20/170) der Gruppe A und 16,2 % (19/117) der normozoospermen Gruppe B, aber 28,2 % (44/156) und 25,7 % (17/66) bei mäßiger beziehungsweise schwerer Beeinträchtigung (p < 0,001); Erektionsstörungen waren bei bekannter Einschränkung häufiger (Odds Ratio 1,86 und 5,312). Das Verhalten folgt hier der Kenntnis des Befunds. **Yu et al. 2022 [s69]** (Changchun, 426 Männer aus Paaren mit Schwangerschaftsverlust): Verkehr seltener als einmal pro Woche berichteten 50,6 % der Gruppe mit hohem Fragmentierungsindex gegenüber 23,2 % der Gruppe mit normaler Samenqualität (p < 0,05), 44,4 % bei isolierter Teratozoospermie und 46,1 % bei mehreren Anomalien; Erektionsstörungen waren bei hohem Index häufiger (Odds Ratio 2,75; 1,49 bis 5,09). Querschnittlich: seltener Verkehr durch Sexualstörung oder seltener Verkehr als Mitursache sind beide denkbar. **Bak et al. 2012 [s133]** (Seoul, 439 Männer über drei Jahre): Mit der Zahl der Episoden zeitgesteuerten Verkehrs stieg die Zahl der Männer mit erektiler Dysfunktion (p < 0,0001); die Samenparameter wurden im Abstract nur zu Softdrinks berichtet. **Dai et al. 2026 [s05]** (Hefei, 2.668 Männer): Koitushäufigkeit mehr als zweimal pro Woche war mit einer Ureaplasma-Infektion assoziiert (adjustiertes Odds Ratio 1,41; 1,04 bis 1,91); die Infektion selbst war nicht mit schlechter Samenqualität assoziiert; ein direkter Zusammenhang zwischen Koitushäufigkeit und Samenqualität wurde nicht berichtet. **Cui et al. 2021 [s73]** (Chongqing, 568 Studierende): Früher Beginn der Pornografienutzung ging mit niedrigerer Spermienkonzentration und Gesamtzahl einher; Karenz und Masturbationshäufigkeit sind im Abstract nicht ausgewertet. **Komiya et al. 2023 [s48]** (Chiba, 402 Männer, Lebensstilberatung ohne Kontrollgruppe): Keine Verbesserung zeigte sich unter anderem bei Männern mit Karenz über drei Tage; explorative Untergruppen. **Osadchuk et al. 2017 [s105]** (Nowosibirsk, 133 Freiwillige): Rauchen und Alkohol hatten keinen Einfluss auf die Spermatogenese und gingen mit häufigeren Sexualkontakten einher; Zahlen fehlen. **Osadchuk et al. 2016 [s115]** (Kemerowo, 111 Freiwillige; Untersuchung der Spermatogenese-Kennwerte und des Hormonstatus bei jungen Männern Westsibiriens): Vorgabe von 2 bis 3 Tagen Verzicht auf Verkehr, tatsächliche mittlere Karenz 3,9 ± 0,3 Tage; keine Auswertung nach Karenz. In keinem Sprachraum wurde eine Studie gefunden, die den Zeitpunkt des Verkehrs im Zyklus direkt mit der Samenqualität des Mannes verglich.

### Ejakulationshäufigkeit und Prostatakrebs (Randthema)

Diese Studien betreffen nicht die Samenqualität, gehören aber zur Literatur über Ejakulationshäufigkeit. **Leitzmann et al. 2004 [s153]** (USA, 29.342 Männer, 1.449 Prostatakrebsfälle): relatives Risiko bei mindestens 21 gegen 4 bis 7 Ejakulationen je Monat 0,89 (0,73 bis 1,10) im Alter von 20 bis 29, 0,68 (0,53 bis 0,86) im Alter 40 bis 49, 0,49 (0,27 bis 0,88) im letzten Jahr, 0,67 (0,51 bis 0,89) über das Leben gemittelt; kein signifikanter Zusammenhang mit fortgeschrittenem Krebs. **Rider et al. 2016 [s111]** (gleiche Kohorte, zehn Jahre länger, 31.925 Männer, 3.839 Fälle): Hazard Ratio 0,81 (0,72 bis 0,92) im Alter 20 bis 29 und 0,78 (0,69 bis 0,89) im Alter 40 bis 49; die Assoziation wurde von Tumoren mit niedrigem Risiko getragen; Erhebung rückblickend, Selbstangabe. **Lozano-Lorca et al. 2023 [s51]** (Fall-Kontroll-Studie, 456 Fälle, 427 Kontrollen): bereinigtes Odds Ratio gegenüber mehr als 4 Ejakulationen je Monat 1,64 (1,03 bis 2,61) bei 4 und 2,38 (1,57 bis 3,60) bei 0 bis 3 je Monat; Erinnerungsverzerrung und umgekehrte Verursachung sind möglich. **Kokori et al. 2024 [s36]** (narrative Übersicht, 11 Studien): teils inverse, teils widersprüchliche Ergebnisse. Mit der Samenqualität haben diese Arbeiten nichts zu tun.

### Tierversuche

Tierstudien liefern die Mechanik: Wiederholte Ejakulation entleert die extragonadalen Reserven, und die tägliche Spermienproduktion begrenzt die Nachlieferung. Übertragbar sind sie nur eingeschränkt (Hodengröße, Nebenhodenkapazität, Paarungssystem, Gewinnung mit künstlicher Scheide oder Elektroejakulation).

**Hengste und Ponys.** **Amann et al. 1979 [s174]**: Die extragonadalen Reserven betrugen 89 Milliarden Spermien bei sexuell geschonten 5- bis 16-jährigen und 60 Milliarden bei 2- bis 4-jährigen Hengsten, 62 % in der Cauda epididymidis, 7 % im Samenleiter. Fünf aufeinanderfolgende Ejakulate entfernten 40 bis 60 % der verfügbaren Spermien; Ejakulation jeden zweiten Tag senkte die potenziell verfügbare Zahl um 27 % (p < 0,05). Die tägliche Produktion (6,4 und 4,2 Milliarden) erlaube Nutzung ein- oder zweimal täglich in Frühjahr und Sommer. **Magistrini et al. 1987 [s169]**: Bei sechs Hengsten und Ponys (dreimal wöchentlich gegen täglich im Wochenwechsel über ein Jahr) führte die hohe Frequenz zu geringerem Volumen und geringerer Konzentration und etwas besserer Beweglichkeit; die Qualität des aufgetauten Samens hing nicht von der Frequenz ab. **Najjar et al. 2025 [s19]**, Araberhengste: siehe oben (Erregung).

**Widder.** **Jennings und McWeeney 1976 [s176]**: 16 Suffolk-Widder wurden acht Stunden lang wiederholt ejakuliert; Volumen, Dichte und Spermienzahl fielen signifikant, Beweglichkeit und Anteil abnormer Spermien blieben unverändert; nach dem achten Ejakulat könne die Zahl unter die zur Befruchtung nötige fallen. **Seymour et al. 2025 [s24]**: Bei drei Widdern, acht Wochen lang dreimal wöchentlich zweimal täglich Samengewinnung; nur 10,4 % der Ejakulate lagen innerhalb von ±5 % des eigenen Mittelwerts des Anteils normaler Spermien; innerhalb eines Tages sank der Anteil normaler Spermien beim zweiten Ejakulat signifikant, vor allem durch Zytoplasmatropfen und Mittelstückanomalien.

**Esel, Schimpansen, Kaninchen.** **Gastal et al. 1997 [s159]**: Bei sechs Eselhengsten (Ejakulate im Abstand von 4 Stunden) war die Gesamtspermienzahl im zweiten Ejakulat niedriger (Gruppe A 10,6 gegen 5,8 Milliarden; Gruppe B 13,3 gegen 9,6 Milliarden; p < 0,05), Beweglichkeit und Morphologie wichen nicht wesentlich ab. **Marson et al. 1989 [s168]**: Bei sechs Schimpansen stieg bei stündlicher Wiederholung über 5 Stunden das Volumen von 2,6 ± 0,7 auf 4,7 ± 0,6 ml, die Gesamtspermienzahl fiel von 1.278 ± 872 Millionen auf 587 ± 329 Millionen (erstes bis sechstes Ejakulat); die sechs Ejakulate ergaben insgesamt 20,2 ± 7,6 ml und 4.278 ± 2.884 Millionen Spermien. **Oshio et al. 1986 [s172]**: Beim Kaninchen sanken bei häufiger Ejakulation Volumen, Konzentration, Beweglichkeit und der Fertilitätsindex nach Farris und erholten sich nach 24 Tagen Karenz auf die Ausgangswerte. **Boulbina et al. 2026 [s03]** (je 14 algerische und Neuseeländer Rammler, wöchentlich zwei aufeinanderfolgende Ejakulate): Ziel war der Rassenvergleich (lokale Tiere mit höherer Konzentration, p = 0,01), ein Ergebnis zur Reihenfolge der Ejakulate nennt das Abstract nicht.

**Rinder, Büffel, Strauße, Eber, Fledermäuse.** **Reddy et al. 2026 [s10]**: Die Verlängerung des Abstands zwischen Ejakulaten von 30 Minuten auf 24 Stunden bei Murrah-Büffeln und Ongole-Rindern (12 Bullen, 1.829 Ejakulate) erhöhte bei Murrah das Volumen um 17 % (p = 0,004), bei Ongole die Konzentration um 21,5 % (p = 0,021) und die Gesamtzahl um 23 %, die Beweglichkeit verbesserte sich in beiden Rassen, Morphologie und Akrosomintegrität blieben unverändert. **Muvhali et al. 2026 [s09]**: Bei fünf Straußen beeinflusste die Entnahmehäufigkeit weder Seminalplasmaprotein noch Plasmavolumen. **Alyethodi et al. 2021 [s72]**: Bei Bullen führte wiederholte Entnahme in kurzen Abständen nicht zu signifikanter Änderung von Volumen, Beweglichkeit und Konzentration und könne mit höherer antioxidativer Kapazität und weniger Lipidperoxidation einhergehen. **Audet et al. 2009 [s142]**: Bei 39 Ebern war die Entnahmehäufigkeit (dreimal je zwei Wochen gegen dreimal je Woche) mit wenigen hormonellen Unterschieden verbunden (FSH vor der Ejakulation 0,436 gegen 0,266 ng/ml; p < 0,05). **Wesseling et al. 2016 [s114]**: Bei der Fledermaus Carollia perspicillata verbesserte sich die Spermienqualität der Haremsmännchen nach zeitweiser Entfernung aus der Kolonie, nicht aber die der Außenseitermännchen; die Dauer reichte nicht, um oxidativen Schaden zu erzeugen. **Singh et al. 2015 [s119]**: Bei Sahiwal-Bullen (63 Ejakulate von sechs Bullen) hing das Sexualverhalten mit Ejakulatmerkmalen zusammen.

**Hunde, Katzen, Dromedare, Silberfüchse.** **Kawakami et al. 1998 [s158]**: Bei acht Rüden mit gleichzeitiger Asthenozoospermie und Teratozoospermie stieg bei kürzerem Entnahmeintervall der Anteil beweglicher Spermien und sank der Anteil abnormer; beim 12-Stunden-Intervall stieg die Beweglichkeit von rund 65 auf etwa 80 %, und der Anteil von Spermien mit abnormem Flagellum sank von 30 auf 15 %; Hyperaktivierung und Zona-Bindung waren an Tag 5 höher als an Tag 1 (p < 0,05); die Autoren sprechen von vorübergehender Verbesserung. **Oba et al. 2011 [s137]**: Bei fünf Katern, viermal nacheinander Samen: Volumen, Anteil abnormer und unreifer Spermien änderten sich nicht signifikant, Spermienzahl, Beweglichkeit und Vitalität nahmen mit den Wiederholungen ab; die Zahl der ersten Probe machte 55,0 % der Gesamtzahl aller vier Ejakulate aus. **Al-Bulushi et al. 2018 [s95]**: Sieben Dromedarhengste über 8 Wochen; einmal wöchentliche Sammlung gegenüber zweimaliger: höhere Konzentration (403 ± 16 gegen 261 ± 18 Millionen/ml; p < 0,001), höhere grobe Aktivität, Anteil verwertbarer Ejakulate 100 % gegen 69 %; progressive Beweglichkeit und Geschwindigkeit sanken bei zweimaliger Sammlung (p < 0,001). **Osadchuk 1997 [s161]** (Rossiiskii fiziologicheskii zhurnal; Sexuelle Aktivität und anomale Spermatogenese bei jungen männlichen Silberfüchsen): Der Anteil morphologisch defekter Spermien war bei sexuell inaktiven Männchen signifikant niedriger als bei aktiven; die Zahlenwerte im Abstract sind durch Formatverlust unleserlich.

**Zusammenfassung der Tierstudien.** In allen Arten sinkt die Spermienzahl je Ejakulat bei rascher Wiederholung. Bei Beweglichkeit und Morphologie fehlt ein einheitliches Bild; mehrere Studien sehen unveränderte oder etwas bessere Beweglichkeit bei häufiger Ejakulation [s169, s176, s159, s158], andere eine sinkende [s137, s95]. Das passt zur humanen Befundlage zur Gesamtzahl, belegt aber nichts zur Fruchtbarkeit des Menschen. Die Befunde an Hunden und Katzen [s158, s137] zeigen gegensätzliche Richtungen und sprechen gegen eine einfache Übertragung.

### Sprachräume und Zugang

Die englischsprachige Literatur trägt praktisch alle Metaanalysen, alle Studien mit klinischen Endpunkten und alle Gleitmittelstudien; das Gewicht von Fertilitätskliniken in Asien hat 2024 bis 2026 stark zugenommen [s32, s23, s20, s42, s27, s35, s26]. Deutsch: Gefunden wurde eine einschlägige Arbeit [s170]; eine deutschsprachige Leitlinie (AWMF) war nicht lesbar, ein deutschsprachiger Gleitmittelbeitrag wurde nicht gefunden. Französisch: kein französischsprachiger Primärbefund zur Karenz [s138]. Italienisch und Portugiesisch: keine Studie mit Abstract in der Landessprache; Cairn, SciELO und LILACS waren nicht abrufbar. Spanisch: fünf Funde [s127, s110, s132, s156, s116]. Chinesisch, Japanisch, Koreanisch: CNKI, Wanfang, KCI und DBpia waren nicht abrufbar; nur die Metaanalyse [s32] gibt mittelbar Einblick in die chinesischsprachige Literatur. Russisch, Arabisch, Türkisch: In russischer Sprache keine Primärstudie zum Thema, nur Methodenbeiträge [s126, s121, s28] und Kohorten mit Karenzvorgabe [s115, s105]; in arabischer Sprache keine Humanstudie; Türkisch mit mehreren Studien [s77, s82, s65, s15, s97, s84, s66]. Das Fehlen einer Studie in einer Sprache belegt nicht, dass es sie nicht gibt; die Nachweisbarkeit hängt von der Verfügbarkeit der Datenbanken ab. Die nicht englischsprachigen Studien bestätigen die Grundbefunde und fügen keinen abweichenden Befund hinzu.

## Mechanismen und biologische Plausibilität

Die Einstufung in „bewiesen“, „plausibel“ und „spekulativ“ ist eine Bewertung dieser Studie und folgt einer einfachen Regel. Als bewiesen gilt, was in mehreren unabhängigen Studien direkt gemessen wurde und in Richtung und Größenordnung übereinstimmt. Als plausibel gilt, was in mindestens einer Studie gemessen wurde und zu einem bekannten Mechanismus passt, aber nicht unabhängig bestätigt ist oder durch Gegenbefunde eingeschränkt wird. Als spekulativ gilt, was nur als Deutung der Autoren, aus kleinen Gruppen oder ohne Messung des vermuteten Zwischenglieds vorliegt. Von den Studien selbst gemessen wurden fast immer Zusammenhänge; die Mechanismen sind in der Regel Deutungen. Das gilt auch für Tierstudien.

### Übersicht

| Mechanismus | Einstufung | Wichtigste Belege | Grenze |
|---|---|---|---|
| Volumen, Gesamtzahl und Konzentration steigen mit der Karenz | bewiesen | Metaanalysen [s32, s22, s38], große Kohorten [s104, s23, s20, s27, s59, s14] | Zusammenhang gemessen; wie viel davon Speicherung und wie viel Sekretvolumen ist, trennt keine der Studien |
| Wiederholte Ejakulation entleert Reserven, die Nachlieferung ist begrenzt | bewiesen (Tier und Mensch, qualitativ) | Hengst: Reserven 89 Milliarden, 62 % in der Cauda, fünf Ejakulate entfernen 40 bis 60 % [s174]; Schimpanse, Esel, Widder [s168, s159, s176]; Mensch: zweite Probe [s171, s47, s74, s07, s52, s89], tägliche Ejakulation [s113, s118] | Beim Menschen sind Reserven nie direkt gemessen worden; die Menge „vorrätiger“ Spermien wird aus Probenzahlen erschlossen |
| Tageswahrscheinlichkeit der Empfängnis im sechstägigen Fenster bis zum Eisprung | bewiesen | [s163, s157, s154, s151] | Betrifft das Paar, nicht die Spermien allein |
| Bestimmte Gleitmittel hemmen die Beweglichkeit in vitro | bewiesen (in vitro, produktabhängig) | [s162, s143, s125, s123, s54, s21, s79, s62, s107] | Hohe Gelanteile (häufig 10 %), meist aufbereitete Spermien; Produkte widersprechen sich zwischen Studien |
| Spermien in längerer Speicherung stehen unter höherem oxidativem Stress | plausibel | ROS-Test häufiger positiv bei über 4 Tagen [s82]; ROS, Protein- und Lipidoxidation nach 2 Tagen höher [s55]; oxidative Aktivität nach 1 Tag niedriger [s86]; ROS und Karenz positiv verbunden [s93] | Gegenbefunde: kein Karenzeffekt auf DNA-Fragmentierung und ROS bei Normozoospermie [s66]; ROS-Abwärtstrend bei täglicher Ejakulation nicht signifikant [s118] |
| Längere Karenz erhöht die DNA-Fragmentierung | plausibel | Metaanalysen [s32, s22, s38], Kohorten [s27, s14, s35, s59, s100, s94, s103] | Effekt bei gesunden Männern klein (-2,37 Prozentpunkte, Intervall bis -0,01 [s32]); Heterogenität; unterschiedliche Testverfahren |
| Sekrete der Anhangsdrüsen und Nebenhoden ändern sich mit der Karenz | plausibel | Neutrale Alpha-Glucosidase und Zink bei 2 bis 3 Tagen niedriger [s146]; Zitronensäure, Alpha-Glucosidase, Fruktose nach 4 Stunden niedriger [s89]; Alpha-Glucosidase-Abfall bei kürzerer Karenz in einer Untergruppe [s156]; Pyruvat und Taurin nach 2 Stunden höher [s71] | Kleine Studien (16 bis 31 Männer); ob die Marker die Beweglichkeit bestimmen, ist nicht gezeigt |
| Nebenhoden-Lagerung als Ort der Alterung | plausibel | Deutung der Autoren zu besserer Beweglichkeit und DNA-Integrität nach 1 Tag [s86]; Lagerungsort im Tiermodell [s174] | Nebenhodenfunktion selbst unterschied sich nicht [s86] |
| Entzündung und Keimlast wachsen mit der Karenz | plausibel | TNF-alpha, Interleukin-6, Interferon-gamma und Bakterienlast nach 2 Tagen höher [s55] | Eine Studie mit 51 Männern; Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit nicht geprüft |
| Osmolalität, pH und Hilfsstoffe der Gleitmittel schädigen Spermien | plausibel | Zusammenfassende Deutung [s39, s33]; Aquagel hemmt schon bei 5 % ohne Zelltod [s90]; Senföl löst Hyperaktivierung aus [s125] | Ursache (Toxizität, Viskosität, pH, Osmolalität) wird in den Studien offen gelassen [s54]; Rezepturen fehlen in den Abstracts |
| Hohe Schwankung der Einzelprobe | plausibel (gut belegt, aber kein Mechanismus) | Variationskoeffizient innerhalb der Person bis 74,5 % für die Gesamtzahl [s110]; Intraklassenkorrelation für Fragmentierung 0,68 bei Krebspatienten [s60]; Aussage der AUA-Leitlinie [s29] | Beide Studien klein; ein Teil der Unterschiede zwischen Proben kann bloße Messstreuung sein |
| Regression zur Mitte erklärt Teile der Verbesserung bei kurzer Karenz | plausibel (Messartefakt) | Nur der Ausgangswert sagt den Abfall unter 30 % voraus [s47]; bei niedrigem Ausgangswert steigt die Fragmentierung [s80]; einarmige Designs [s47, s74] | Keine Studie dieser Gruppe hat eine Kontrollgruppe mit gleichem Abstand und gleichem Ausgangswert |
| Sehr kurze Karenz schadet der Chromatinreife | spekulativ (isolierter Befund) | Mehr Chromatinunreife nach 1 Tag als nach 3 und 5 Tagen; nach 24 Stunden Inkubation das 40-Fache fragmentierter Spermien [s112] | Einzelstudie mit 19 Freiwilligen; Deutung der Autoren |
| Transfer-RNA-Fragmente und MAPK-Signalweg vermitteln den Effekt kurzer Karenz | spekulativ | 245 unterschiedlich exprimierte Fragmente bei fünf Männern [s18] | Fünf Männer, keine Effektgrößen im Abstract |
| Vorletzte Ejakulation prägt die Probe zusätzlich | spekulativ | Anstieg des Fragmentierungsindex um 5,38 Prozentpunkte im oberen Quartil [s35] | Eine Studie; selbst berichtet; Adjustierung für die aktuelle Karenz unvollständig |
| Wechselwirkung von Alter und Karenz | spekulativ | Beste Qualität bei Männern ab 40 Jahren nach 0 bis 2 Tagen [s14]; Wechselwirkung nicht signifikant (p = 0,878) [s08] | Kein formaler Test in [s14] |
| Sexuelle Erregung und Dauer bis zur Ejakulation beeinflussen die Samenqualität | spekulativ | Längere Erregung, bessere Konzentration und Beweglichkeit [s15]; Veränderung von Volumen und Gesamtzahl beweglicher Spermien [s65]; Dauer der Gewinnung und Asthenozoospermie [s45]; Hengste: niedrige Erregung, bessere Beweglichkeit [s19] | Feste Reihenfolge der Sitzungen [s15]; Richtung bei [s65] unbekannt; widersprüchlich zwischen Arten |
| Verdünnung durch häufigere Entleerung erklärt, warum Konzentration sinkt, die Fragmentierung aber auch | spekulativ | Muster in [s26] | Die Studie prüft es nicht |
| Verdünnung der Gleitmittel im Zervikalschleim erklärt die Diskrepanz zwischen In-vitro- und Kohortenbefund | spekulativ | Kein Beleg; Kohorten [s135, s101] zeigen keine Verringerung der Empfängnis | In den abgerufenen Texten nicht geprüft |
| Seltener Verkehr verursacht schlechtere Samenqualität | spekulativ | Verkehr seltener als einmal pro Woche bei 50,6 % mit hohem Fragmentierungsindex gegen 23,2 % [s69] | Querschnitt; Umkehr der Ursache (Erektionsstörung, Kenntnis des Befunds) ebenso möglich [s68, s129] |

### Erläuterungen

**Reserven und Nachlieferung.** Der am besten gesicherte Mechanismus ist rein mengenbezogen. Beim Hengst lagen 62 % der extragonadalen Reserve in der Cauda epididymidis und 7 % im Samenleiter, fünf aufeinanderfolgende Ejakulate entfernten 40 bis 60 % der verfügbaren Spermien, und die tägliche Produktion (6,4 und 4,2 Milliarden) begrenzte die Nachlieferung [s174]. Bei Schimpansen fiel die Gesamtzahl über sechs stündliche Ejakulate von 1.278 auf 587 Millionen, während das Volumen stieg [s168]; bei Eselhengsten war die Gesamtzahl im zweiten Ejakulat niedriger [s159]; beim Widder sank sie über acht Stunden signifikant [s176]; beim Kaninchen erholten sich Volumen, Konzentration, Beweglichkeit und der Fertilitätsindex nach 24 Tagen Karenz [s172]. Beim Menschen folgt auf eine zweite Probe nach 1 bis 4 Stunden ein Volumen- und Zahlenabfall in allen Studien dieser Gruppe [s171, s47, s74, s07, s52, s89, s17, s167]. Für den Menschen fehlt die direkte Messung der Reserve; die Studien messen nur, was ausgestoßen wird.

**Warum Qualität und Menge auseinanderlaufen können.** Dass Beweglichkeit und DNA-Integrität in vielen Studien bei kürzerer Karenz besser sind, während Volumen und Zahl sinken, wird in den Arbeiten unterschiedlich gedeutet. Eine Deutung ist die Alterung in der Speicherung: Spermien, die länger im Nebenhoden verbleiben, sind länger oxidativem Stress ausgesetzt [s86, s82, s55]. Eine andere sind Sekrete der Anhangsdrüsen, die sich mit der Karenz ändern [s146, s89, s71]. Eine dritte ist ein reiner Messartefakt, bei dem hohe Ausgangswerte bei Wiederholung auch ohne Eingriff sinken [s47, s80]. Keine Studie in diesem Material trennt diese Deutungen. Ein deutlicher Gegenbefund ist die höhere Chromatinunreife nach nur einem Tag [s112]; ebenso fand die Studie an Rauchern und Nichtrauchern bei Normozoospermie keinen Karenzeffekt auf Fragmentierung und ROS [s66] und die Studie bei täglicher Ejakulation keine Verschlechterung der DNA-Integrität, aber auch keine Verbesserung [s113, s118].

**Warum die Effekte bei Normozoospermie und Befundstörung unterschiedlich ausfallen.** Bei Normozoospermie steigen mit der Karenz Zahl und Konzentration weiter, bei Oligozoospermie dagegen nicht (außer dem Volumen) [s104, s42, s44], und bei Oligozoospermie liegt der Knickpunkt der Gesamtzahl um den vierten bis fünften Tag [s32]. Die Studien liefern dafür keine Erklärung; der Unterschied ist nur beschrieben. Auch der Befund, dass bei Männern mit abnormen Basisparametern am Folgetag eine Verbesserung erwartet wird, bei normalen dagegen ein Rückgang [s122], ist eine Beschreibung ohne Mechanismus.

**Gleitmittel.** Als Ursachen der Beweglichkeitshemmung werden Osmolalität, pH, Viskosität und Hilfsstoffe (Parabene, Glycerin) diskutiert [s39, s54]. Die Osmolalität vieler Handelsprodukte überschritt in der Übersicht die WHO-Empfehlung von 380 mOsm/kg [s39]. Dass die Hemmung nicht immer mit Zelltod einhergeht, zeigt die Vitalitätsmessung bei Aquagel [s90]; dass die Wirkung produktabhängig ist, zeigt der Widerspruch zwischen den Studien zu Durex [s79 gegenüber s21, s54]. Warum In-vitro-Hemmung nicht in einer verringerten Empfängnis in Kohorten sichtbar wird [s135, s101], ist offen.

**Verkehrszeitpunkt.** Hier liegt der Mechanismus auf Seiten des Zyklus: Empfängnis trat nur bei Verkehr in den sechs Tagen bis zum Eisprung ein [s163], und die Schleimqualität erklärte das Muster der Tageswahrscheinlichkeiten [s151]. Nur 6 % der Schwangerschaften waren eindeutig Spermien zuzuordnen, die drei Tage oder älter waren, und ein Zusammenhang zwischen dem Alter der Spermien und der Lebensfähigkeit der Schwangerschaft war nicht erkennbar [s163]. Damit ist die in einer Inseminationsstudie geäußerte Vermutung, alte Spermien führten zu weniger Schwangerschaften [s147], für natürliche Empfängnis in diesem Material nicht bestätigt, aber auch nicht widerlegt.

**Verhalten als Folge statt Ursache.** Mehrere Verhaltensbefunde sind in beide Richtungen deutbar: Männer mit höherem Fragmentierungsindex berichten seltener Verkehr [s69]; Männer mit bekannter Befundstörung praktizieren mehr zeitgesteuerten Verkehr [s68]; Männer ohne Spermiennachweis berichten weniger Masturbationen [s84]; Verkehrshäufigkeit hängt mit Alter und Erektionsfunktion zusammen [s129]. In diesen Fällen ist die Samenqualität vermutlich auch Ursache des Verhaltens und nicht nur Folge.

## Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität

### Dosis-Wirkung der Karenz

**Tabelle 1: Zusammenfassende Arbeiten (Effektschätzer)**

| Arbeit | Vergleich | Richtung der Differenz | Volumen | Konzentration | Gesamtzahl | Beweglichkeit | DNA-Fragmentierung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Du 2024, gesunde Männer [s32] | kurz gegen lang | kurz minus lang | -0,95 ml (-1,16 bis -0,74) | -11,88 Mio./ml (-18,96 bis -4,80) | -102,45 Mio. (-117,98 bis -86,91) | nicht angegeben | -2,37 Punkte (-4,73 bis -0,01) |
| Du 2024, unerklärte Infertilität [s32] | kurz gegen lang | kurz minus lang | nicht einzeln genannt (alle infertilen Untergruppen -0,73 bis -1,17 ml) | -5,39 Mio./ml (-9,97 bis -0,81) | -61,93 Mio. (-88,84 bis -35,01) | Vitalität +6,14 Punkte (3,61 bis 8,68) | -5,63 Punkte (-10,19 bis -1,06) |
| Raditya 2025 [s22] | unter 2 Tage gegen länger | kurz minus lang | -0,83 (p < 0,01) | -8,39 (p < 0,01) | nicht angegeben | gesamt +2,30 (p < 0,05); progressiv +2,18 (p < 0,01) | -3,82 (p < 0,01) |
| Lo Giudice 2024 [s38] | Grenze 2 Tage | lang minus kurz | +0,96 (p < 0,01) | +8,19 (p < 0,01); +3,74 je Tag | nicht angegeben | progressiv -1,83 (p < 0,01) | +3,46 (p < 0,01); +0,65 je Tag (p = 0,044) |
| Kugelman 2024 [s37] | Hodenspermien gegen kurze Karenz 1 bis 48 Stunden | Hodenspermien minus Ejakulat | nicht angegeben | nicht angegeben | nicht angegeben | nicht angegeben | -9,48 (-12,45 bis -6,52); I-Quadrat 85 % |
| Barbagallo 2022 [s58] | Zweites Ejakulat bis 4 Stunden | zweites minus erstes (qualitativ) | sinkt | bei kombinierter Störung steigend | nicht angegeben | bei kombinierter Störung steigend (gesamt und progressiv) | bei kombinierter Störung sinkend; keine Effektgrößen im Abstract |

Die Zahlen von [s32] und [s22] sind nicht direkt mit [s38] zu vergleichen, weil Vorzeichen und Einheiten der Differenzen sich unterscheiden und die Konfidenzintervalle in [s22] und [s38] im Abstract fehlen. Alle drei kommen zum selben qualitativen Muster: Mit kürzerer Karenz fallen Volumen und Konzentration, Beweglichkeit und Fragmentierung sind besser.

**Tabelle 2: Verlauf über die Karenztage in großen Einzelstudien (Mittelwerte beziehungsweise Mediane; keine Konfidenzintervalle)**

| Studie | Gruppe (Karenz) | Volumen (ml) | Konzentration (Mio./ml) | Progressive Motilität (%) | DNA-Fragmentierungsindex (%) |
|---|---|---|---|---|---|
| Fuzhou, Mittelwerte [s59] | 2 Tage (n = 157) | 2,6 | 48,6 | 37,7 | 12,9 |
| | 3 Tage (n = 810) | 3,0 | nicht einzeln genannt | nicht einzeln genannt | 13,3 |
| | 4 Tage (n = 836) | 3,3 | nicht einzeln genannt | 39,5 | 13,6 |
| | 5 Tage (n = 689) | 3,4 | nicht einzeln genannt | nicht einzeln genannt | 14,7 |
| | 6 Tage (n = 256) | 3,5 | nicht einzeln genannt | nicht einzeln genannt | 15,1 |
| | 7 Tage (n = 204) | 3,8 | 46,7 | 34,7 | 16,1 |
| Nanyang, Mediane [s27] | 0 bis 1 Tag (n = 141) | 2,3 | 37,4 | 38,4 | 11,5 |
| | 2 bis 7 Tage (n = 2.639) | 3,1 | 60,3 | 37,6 | 13,1 |
| | über 7 Tage (n = 272) | 3,9 | 92,2 | 33,0 | 16,8 |
| Guangzhou, Mediane [s14] | 0 bis 2 Tage (n = 85) | 2,7 | 53,3 | 39,5 | 11,8 |
| | 3 bis 5 Tage (n = 673) | 3,4 | 54,6 | 30,0 | 15,8 |
| | 6 bis 7 Tage (n = 159) | 3,5 | 86,1 | 31,3 | 18,1 |
| | über 7 Tage (n = 25) | 4,1 | 118,2 | 22,0 | 26,7 |

Die Verläufe von Volumen und Fragmentierungsindex sind in allen drei Zentren gleichsinnig. Bei der progressiven Motilität und der Konzentration gibt es Abweichungen: In Fuzhou liegt die Konzentration an Tag 7 (46,7) unter der an Tag 2 (48,6), also kein monotoner Verlauf, und die progressive Motilität war an Tag 4 am höchsten [s59]; in Guangzhou lag sie bei 0 bis 2 Tagen am höchsten und bei 6 bis 7 Tagen leicht über der Gruppe 3 bis 5 Tage [s14]. Die Zentren sind nicht miteinander vergleichbar (Grenzwerte, Zielpopulation: Kryokonservierung in [s14], Fruchtbarkeitsabklärung in [s27], enge Karenz 2 bis 7 Tage in [s59]). Der Fuzhou-Datensatz enthält keine Gruppe unter 2 oder über 7 Tagen.

**Tabelle 3: Weitere Dosisabstufungen**

| Studie | Abstufung | Befund |
|---|---|---|
| Russo 2025, Normozoospermie [s23] | Tag 1 gegen Tag 7 | Gesamtzahl 92,4 gegen 191,1 Mio.; Konzentration 44,5 gegen 72,0 Mio./ml; Beweglichkeit (A+B) 50,0 gegen 48,0 % (p = 0,43) |
| Russo 2025, auffälliger Befund [s23] | Tag 1 gegen Tag 7 | Gesamtzahl 16,38 gegen 56,0 Mio.; Konzentration 8,0 gegen 18,0 Mio./ml; Beweglichkeit (A+B) 28,0 gegen 21,0 % (p < 0,01) |
| Elzanaty 2005 [s146] | 2 bis 3, 4 bis 5, 6 bis 7 Tage | Progressive Beweglichkeit (Median) 47, 55, 42 %; Flagellumdefekte 10, 10, 14 % |
| Jiang 2024, vorletzte Karenz [s35] | 1 bis 3, 4 bis 5, 6 bis 9, über 9 Tage | Fragmentierungsindex, Koeffizient gegen Q1: 1,47 (0,22 bis 2,73), 2,00 (0,72 bis 3,28), 5,38 (4,07 bis 6,69); Odds Ratio Index über 15 %: 1,50, 1,51, 2,42 |
| Yao 2025 [s27], Odds Ratios gegen 2 bis 7 Tage | 0 bis 1 Tag | Volumen unter 1,5 ml 3,1 (2,0 bis 4,7); Konzentration unter 15 Mio./ml 1,7 (1,1 bis 2,6); Gesamtzahl beweglicher Spermien unter 9 Mio. 2,0 (1,3 bis 3,1) |
| | über 7 Tage | Konzentration unter 15 Mio./ml 0,5 (0,3 bis 0,8); progressive Motilität unter 32 % 1,5 (1,2 bis 1,9); Index über 30 % 2,8 (1,7 bis 4,6) |
| Liu-Qing 2026 [s08] | 2 bis 7 Tage, quadratisches Modell | Normalform: Wendepunkt 4,62 Tage, Tiefpunkt 3,01 % am Tag 5 (quadratischer Term p = 0,002) |
| Du 2024, Dosis-Wirkung [s32] | Oligozoospermie | Gesamtzahl nichtlinear, Knickpunkt um den 4. bis 5. Tag |
| Du 2024, Dosis-Wirkung [s32] | Asthenozoospermie | progressive Beweglichkeit, Koeffizient -2,39 (-4,28 bis -0,50) |
| Du 2024, Dosis-Wirkung [s32] | Insemination | klinische Schwangerschaft, Rückgang um den 3. Tag, Koeffizient 0,85 (0,75 bis 0,97) |
| Meitei 2022 [s63] | vier Intervalle, 0 bis 15 Tage | Volumen, Gesamtzahl, Konzentration steigen; Beweglichkeit und Vitalität sinken; bei abnormem Befund steigt die Fragmentierung (p < 0,01) |
| Levitas 2005, Normozoospermie [s149] | bis Tag 11 bis 14 | Beweglichkeit 33,1 %, Normalform 7,0 % |
| Levitas 2006 [s145] | Tag 1/2 gegen Tag 5 | Akrosomenindex 10,2 auf 8,5 % (normozoosperm), 8,7 auf 6,8 % (oligozoosperm) |
| Nguyen 2025 [s20] | Karenz als stetige Größe | Positive Korrelation mit Volumen, Konzentration und Zahl beweglicher Spermien, kein klarer Gipfel |

Zusammenfassend ist die Beziehung für Volumen, Gesamtzahl und Konzentration eindeutig steigend. Für Beweglichkeit und Fragmentierung ergibt sich keine einheitliche Schwelle: Als günstigster Bereich erscheinen 0 bis 2 Tage bei Männern ab 40 Jahren und 3 bis 5 Tage bei jüngeren [s14], 4 Tage für die progressive Motilität in Fuzhou [s59], 4 bis 5 Tage in Schweden [s146], ein Wendepunkt der Normalform bei 4,62 Tagen [s08] und ein Knickpunkt der Gesamtzahl um Tag 4 bis 5 bei Oligozoospermie [s32]. Bei Quantilsvergleichen ist zu beachten, dass die Gruppen häufig ungleich groß sind (zum Beispiel 25 Männer bei über 7 Tagen in [s14]).

### Dosis-Wirkung der Ejakulationshäufigkeit und sehr kurzer Abstände

**Tabelle 4: Häufigkeit je Woche (Changchun, Querschnitt, 1.349 Männer [s26])**

| Gruppe | n | Fragmentierungsindex (%) | Volumen (ml) | Konzentration (Mio./ml) | Gesamtzahl (Mio.) | Odds Ratio Index über 30 % (adjustiert) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| unter 1 je Woche | 444 | 18,1 | 3,9 | 70,2 | 262,6 | Referenz |
| 1 bis unter 2 je Woche | 700 | 14,3 | 3,7 | 66,4 | 230,5 | 0,24 (0,15 bis 0,38) |
| mindestens 2 je Woche | 205 | 12,3 | 3,5 | 55,6 | 185,3 | 0,21 (0,10 bis 0,48) |

Die Häufigkeit ist die einzige Verhaltensgröße, für die eine Dosisabstufung vorliegt, und sie stammt aus genau einer Studie [s26]. Das Gefälle zeigt eine Abstufung (weniger Fragmentierung bei höherer Häufigkeit, gleichzeitig weniger Volumen, Konzentration und Gesamtzahl), aber kein Schwellenwert ist belegt, und die Umkehr der Ursache ist nicht auszuschließen. Eine zweite Studie zur Häufigkeit mit Samenparametern fehlt; die türkische Arbeit [s84] vergleicht Männer mit und ohne Spermiennachweis (4,0 gegen 1,9 Masturbationen je Monat), nicht Männer mit abgestufter Häufigkeit.

**Tabelle 5: Wiederholte Ejakulation beim Menschen**

| Studie | Abstand und Dauer | n | Volumen, Zahl, Konzentration | Beweglichkeit, Morphologie | DNA-Integrität |
|---|---|---|---|---|---|
| Welliver 2016 [s113] | täglich über 14 Tage | 20 | sinken, Plateau nach Tag 3 | unverändert | unverändert |
| Mayorga-Torres 2015 [s118] | täglich über 2 Wochen | nicht genannt | Gesamtzahl und Volumen fallen und bleiben niedrig; Konzentration unverändert | unverändert | unverändert |
| Valsa 2013 [s132] | täglich über 10 Tage | 21 | nicht angegeben | „verbessert“ ohne Zahlen | nicht angegeben |
| Oldereid 1984 [s173] | alle 8 Stunden über 2 Tage | 7 | Konzentration und Gesamtzahl sinken, steigen nach 3 Tagen wieder | nicht angegeben | uneinheitlich |
| Frank 1986 [s171] | zwei Proben im Abstand von 1, 2, 3 Tagen | 64 + 19 | Volumen 2,3 auf 1,6 (1 Tag), 2,6 auf 2,0 (2 Tage), 2,1 auf 1,9 ml (3 Tage); Konzentration sinkt entsprechend | nicht vollständig wiedergegeben | nicht angegeben |
| Cooper 1993 [s165] | drei Ejakulate an einem Tag, dann 1 bis 14 Tage | 4, später 7 + 6 | Zahl lebender Spermien steigt bis 10 Tage | Anteil unverändert | nicht angegeben |
| Kim 2022 [s60] | an drei aufeinanderfolgenden Tagen | 81 Krebspatienten | Volumen an Tag 2 und 3 niedriger als an Tag 1 | nicht angegeben | ICC 0,68 (0,45 bis 0,84) |

**Tabelle 6: Zweite Probe nach Stunden**

| Studie | Abstand | n | Volumen | Beweglichkeit | DNA-Fragmentierung | Klinisches |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Karavani 2023 [s47] | 3 bis 4 Stunden | 52 | 2,3 auf 1,5 ml | unverändert | 38,9 auf 35,1 % (Mittel) | keines |
| Dahan 2021 [s74] | 3 Stunden | 112 | 3,1 auf 1,9 ml | tendenziell höher | 34,6 auf 23,7 % (Mittel) | keines |
| Gill 2026 [s07] | 1 Stunde | 95 | 3,50 auf 1,50 ml (Median) | nicht angegeben | 19,00 auf 16,50 % (Median) | keines |
| Poopaibool 2023 [s52] | bis 4 Stunden | 34 | Differenz 1,2 ml | unverändert | unverändert | keines |
| Hosseini 2025 [s17] | 1 bis 2 Stunden | 50 | 2,69 auf 1,40 | progressiv 13,32 auf 20,52 | 26,96 auf 19,5 | keines |
| Scarselli 2019 [s92] | 1 Stunde | 22 Zyklen | niedriger | ähnlich | nicht angegeben | Euploidie 27,5 auf 43,6 % (106 Blastozysten) |
| Li 2023 [s49] | kurzer Abstand | 67 Zyklen | nicht angegeben | besser | besser | Lebendgeburt 31,58 auf 40,91 % (nicht signifikant) |
| Halim 2024 [s34] | innerhalb 1 Stunde | nicht genannt | nicht angegeben | 22,52 auf 31,53 % | nicht angegeben | Befruchtung 55,45 auf 61,41 % (p = 0,081) |
| Bahadur 2026 [s02] | aufeinanderfolgendes Ejakulat bei Insemination | 263 Frauen | nicht angegeben | nicht angegeben | nicht angegeben | Lebendgeburt je Zyklus 13,1 gegen 11,3 % (p = 0,52) |

Der gemeinsame Befund ist ein Zielkonflikt, der sich nicht in eine Zahl auflösen lässt: Die Gesamtzahl sinkt in allen Studien, die sie berichten, die DNA-Fragmentierung sinkt in vier Studien der Tabelle (einarmig) und blieb in einer unverändert [s52]. In allen Studien der Gruppe folgt die zweite Probe der ersten; ein Reihenfolgeeffekt ist nicht auszuschließen.

### Klinische Endpunkte nach Karenz

**Tabelle 7: Schwangerschaft und Lebendgeburt nach Karenz (Behandlungszyklen)**

| Studie | Verfahren, Design | Vergleich | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Degirmenci 2020 [s82] | Insemination, randomisiert, 90 | 0 bis 2, 3 bis 4, über 4 Tage | Schwangerschaft 26,7, 16,7, 6,7 % (p = 0,039) |
| Kabukçu 2021 [s77] | Insemination, randomisiert, 120 Paare | 1 gegen 3 Tage | 17,3 gegen 18,5 % (p = 0,803) |
| Jurema 2005 [s147] | Insemination, retrospektiv, 929 Zyklen | höchstens 3 Tage gegen mindestens 10 Tage | 14 gegen 3 % je Zyklus (gesamt 12 %) |
| Marshburn 2010 [s141] | Insemination, retrospektiv | höchstens 2 Tage | höchste Rate (Zahlen nicht abgerufen) |
| Kably-Ambe 2015 [s116] | Insemination, retrospektiv, 3.123 Paare | unter 7 Tage | höhere Erfolgsrate (Zahlen nicht abgerufen) |
| Periyasamy 2017 [s106] | ART, retrospektiv, 1.030 Zyklen | 2 bis 7 gegen über 7 Tage | Lebendgeburt 34,1 gegen 24,1 % (Odds Ratio 1,6; 1,1 bis 2,4) |
| Borges 2019 [s88] | ICSI, prospektiv, 818 | höchstens 4 Tage | höhere Schwangerschaft, Einnistung, Befruchtung (Trennwert aus denselben Daten) |
| Gupta 2021 [s75] | ICSI, 1.691 Zyklen | 1 Tag gegen längere | klinische Schwangerschaft 30,0 gegen 25,4 % |
| Tighe 2026 [s13] | IVF, retrospektiv, 3.873 Zyklen | je längere Karenz | Schwangerschaft Odds Ratio 0,786 (0,685 bis 0,903); Lebendgeburt 0,886 (0,769 bis 1,020; p = 0,0921) |
| Lee 2018 [s99] | ICSI, retrospektiv, 449 | 2 bis 7 gegen mindestens 8 Tage | keine Unterschiede |
| Cermisoni 2024 [s31] | ICSI, retrospektiv, 6.919 | je Karenztag | zweikernige Zygoten Odds Ratio 0,97 (0,94 bis 0,99); dreikernige 1,14 (1,07 bis 1,22); Schwangerschaft ohne Zusammenhang |
| Azizi 2022 [s57] | ICSI, retrospektiv, 1.003 | 1 bis 6 bis 10 Tage | kein Einfluss auf Schwangerschaft |
| Du 2024 [s32] | Metaanalyse | Insemination | Rückgang der klinischen Schwangerschaft um den 3. Tag (Koeffizient 0,85) |
| Sørensen 2023 [s53] | systematische Übersicht, 24 Studien | kürzere Karenz | höhere Schwangerschafts- und Lebendgeburtenrate (keine Zahlen im Abstract) |

Die Verfahren sind nicht gleichwertig: Bei ICSI wird ein einzelnes ausgewähltes Spermium injiziert, bei Insemination werden aufbereitete Spermien eingebracht. Die Studien betreffen deshalb Behandlungszyklen und nicht die natürliche Empfängnis. Die Nachteile betreffen in [s106] und [s82] vor allem lange Karenz (über 4 bis 7 Tage); in [s75] und [s88] schnitt dagegen auch die Gruppe mit 1 Tag besser ab als längere Gruppen, während [s77] zwischen 1 und 3 Tagen keinen Unterschied fand.

### Subgruppen

**Tabelle 8: Richtung des Karenzeffekts nach Subgruppe**

| Subgruppe | Befund | Belege |
|---|---|---|
| Normozoospermie | Zahl, Konzentration, Volumen steigen mit der Karenz; Beweglichkeit teils unverändert (Tag 1 gegen 7: 50,0 gegen 48,0 %), teils niedriger bei Verlängerung | [s104, s23, s44, s42, s149, s56] |
| Oligozoospermie | Außer dem Volumen verbessert sich kein Parameter mit längerer Karenz; die Beweglichkeit fällt rasch; Knickpunkt der Gesamtzahl um Tag 4 bis 5 | [s104, s42, s44, s56, s32, s149] |
| Asthenozoospermie | Progressive Beweglichkeit sinkt mit der Karenz (Koeffizient -2,39); Beweglichkeit fiel von 11,8 auf 6,1 % | [s32, s23] |
| Teratozoospermie | Normalform von 2,13 auf 1,26 % von Tag 1 bis 7; Akrosomenindex sinkt von Tag 2 auf 5 | [s23, s145] |
| Oligoasthenoteratozoospermie | Zweite Probe: bessere Beweglichkeit, Morphologie, Vitalität, weniger Fragmentierung, aber weniger Volumen und Zahl; Metaanalyse mit Zuwachs bei kombinierter Störung | [s17, s58, s49, s92, s34, s165] |
| Unerklärte Infertilität | Größerer Fragmentierungsunterschied kurz minus lang (-5,63 gegen -2,37) | [s32] |
| Hohe Ausgangsfragmentierung | Zweite Probe senkt den Index stärker, bei niedrigem Ausgangswert nicht; Regression zur Mitte möglich | [s47, s74, s80, s130] |
| Alter des Mannes | Bei Männern ab 40 Jahren beste Qualität nach 0 bis 2 Tagen; Wechselwirkung in [s08] nicht signifikant; Volumen und Beweglichkeit fallen, Fragmentierung steigt mit dem Alter | [s14, s08, s59, s74] |
| Alter der Partnerin | ICSI getrennt unter und ab 38 Jahren: keine Unterschiede; Insemination bei Frauen über 35 Jahren: zweites Ejakulat ohne Vorteil | [s99, s02] |
| Rauchen | Verbesserung durch verlängerte Erregung nur bei Nichtrauchern; kein Karenzeffekt bei Rauchern und Nichtrauchern bei Normozoospermie; Malondialdehyd nach langer Karenz bei Nichtrauchern höher | [s15, s66] |
| Fertile Männer ohne Abklärung | Beweglichkeit ab 5 Tagen reduziert; 5 bis 7 Tage mit höherer Zahl | [s150, s131] |
| Krebspatienten | Fragmentierung über wiederholte Ejakulate stabil (Intraklassenkorrelation 0,68) | [s60] |

Die Subgruppenbefunde sind, mit Ausnahme der Befundtypen (Normozoospermie gegen Oligozoospermie), überwiegend aus einzelnen Studien. Subgruppenanalysen sind explorativ; die Studien führen meist keinen formalen Wechselwirkungstest durch, und wo einer berichtet wird, war er nicht signifikant [s08].

### Gleitmittel: Dosis und Zeit

Die Hemmung ist in vitro von Konzentration und Zeit abhängig, aber nicht in allen Studien in gleicher Weise. Frishman et al. fanden bei Astroglide und KY Jelly eine konzentrations-, nicht zeitabhängige Hemmung [s166]; bei Aquagel genügten 5 % Konzentration und 10 Minuten (49 % der Kontrolle) [s90]; bei KY Jelly trat Toxizität bei 10 % ab 1 Stunde auf [s79]; Sandhu et al. sahen bei Pre-Seed einen geringen, aber signifikanten Rückgang (rund 4 %) nach 30 Minuten [s125].

**Tabelle 9: Gleitmittel in vitro (Auswahl, Abstracts)**

| Studie | Produkte | Befund |
|---|---|---|
| Kutteh 1996 [s162] | KY Jelly, Astroglide, Replens, Touch; Raps- und weiteres Pflanzenöl | Handelsgleitmittel hemmten die Beweglichkeit nach 60 Minuten um 60 bis 100 %; Rapsöl ohne Schädigung |
| Agarwal 2008 [s143] | Pre-Seed, FemGlide, Replens, Astroglide, KY Jelly | Pre-Seed ohne Unterschied zur Kontrolle; FemGlide, Replens, Astroglide mit deutlich geringerer Beweglichkeit nach 30 Minuten |
| Vargas 2011 [s139] | Felis, Replens, Aquasonic Gel; Pre-Seed | drei „nicht spermizide“ Gele spermientoxisch, Pre-Seed nicht |
| Sandhu 2014 [s125] | 22 Spender, 10 % | Pre-Seed rund 4 % Rückgang; Astroglide, KY-Produkte, Sesamöl deutlich; Senföl Hyperaktivierung |
| Mowat 2014 [s123] | neun Gleitmittel, 10 Proben | Vitalität 92 % (Pre-Seed) gegen 28 % (Forelife); progressiv beweglich 86 % (Pre-Seed) gegen 31 % (Sylk) |
| Markram 2022 [s62] | Optilube, Pre-Seed, Yes Baby, Olivenöl, Eiklar | Außer Eiklar verminderten alle die Vorwärtsbeweglichkeit (p < 0,001) bis 24 Stunden |
| Tomlinson 2023 [s54] | Gele, 12 Spender, 10 % | Progressivbeweglichkeit nach 60 Minuten: Kontrolle 47 %, Durex 11 und 15 %, FertilSafe Plus 24 % |
| Pradit 2025 [s21] | 20 Spender, Vaginalflüssigkeitssimulat | Pre-Seed wie Kontrolle; KY Jelly, Vaseline, Babyöl zeitweise gesenkt; Durex deutlich |
| Soriano 2021 [s79] | fünf Gleitmittel, zwei Ultraschallgele | nur Durex ohne Schaden; Vaginesil bei allen Konzentrationen toxisch (Index unter 0,12) |
| Wilson 2017 [s107] | ölbasiert, silikonbasiert, „Fruchtbarkeitsgel“, wasserbasiert | wasserbasiertes immobilisierte alle Spermien binnen 5 Minuten, 95,23 % getötet nach 60 Minuten |
| Rafaee 2022 [s64] | BabyDance (parabenfrei) | keine Änderung von pH, Vitalität, Beweglichkeit in vitro (20) und bei 25 Anwendern |
| Abadie 2014 [s120] | 20 Proben | keine Unterschiede |

Die Produkte widersprechen einander zwischen Studien (Durex in [s79] unauffällig, in [s21] und [s54] am schlechtesten), und Pre-Seed ist in den meisten, aber nicht allen Studien mit geringer Beeinträchtigung verbunden [s143, s139, s125, s123, s21, s62]. Eine Dosis-Wirkungs-Kurve, die In-vitro-Anteile in Beziehung zum Gebrauch beim Verkehr setzt, gibt es nicht. Die beiden Kohortenstudien mit Empfängnis liefern folgende Fecundability Ratios (Referenz: kein Gleitmittel): wasserbasiert nicht pH-abgestimmt 1,02 (0,93 bis 1,11), wasserbasiert pH-abgestimmt 1,01 (0,86 bis 1,18), ölbasiert 1,23 (0,94 bis 1,61), silikonbasiert 1,27 (0,93 bis 1,73) [s101]; Gebrauch im fruchtbaren Fenster 1,05 (0,59 bis 1,85) [s135]. Alle Intervalle schließen 1 ein; das sagt nicht, dass kein Effekt besteht, sondern dass er mit diesen Daten nicht nachweisbar war.

### Häufigkeit und Zeitpunkt des Verkehrs

**Tabelle 10: Empfängnis nach Zeitpunkt und Häufigkeit**

| Studie | Größe | Befund |
|---|---|---|
| Wilcox 1995 [s163] | Zeitpunkt relativ zum Eisprung | Empfängnis nur im sechstägigen Fenster; Wahrscheinlichkeit 0,10 (fünf Tage vor) bis 0,33 (Eisprungtag) |
| Dunson 1999 [s157], 2002 [s154] | Zeitpunkt | gleiches Fenster, höchste Wahrscheinlichkeit am Tag vor dem Eisprung; Rückgang mit dem Alter der Frau |
| Dreiås 2026 [s06] | Verkehrshäufigkeit je Woche | mittlere Zeit bis zur Schwangerschaft 4,8 Monate (unter 1 je Woche) gegen 3,7 Monate (über 4 je Woche); Fecundability Ratio 1,16 (1,14 bis 1,19) für über 4 gegen 1 bis 2 je Woche |
| Konishi 2020 [s85] | Koitusfrequenz | Odds Ratio 1,23 (1,02 bis 1,47) für Empfängnis bis 24 Wochen |
| Gibbons 2023 [s46] | Urinäre Ovulationstests | Lebendgeburt Risk Ratio 1,36 (1,02 bis 1,81; n = 844; moderat) |
| Gibbons 2023 [s46] | Fruchtbarkeitswahrnehmung | Lebendgeburt 0,95 (0,76 bis 1,20; n = 157; niedrig) |
| Manders 2015 [s117] | Ovulationsvorhersage | Schwangerschaft Risk Ratio 1,35 (1,06 bis 1,71) |

Zwischen weniger als einmal, 1 bis 2 und 3 bis 4 Mal je Woche waren in [s06] keine klaren Unterschiede erkennbar; der Vorteil zeigte sich erst oberhalb von vier Mal je Woche. Das ist eine Stufe, keine stetige Kurve. Weil die Häufigkeit selbst berichtet und rückblickend erhoben wurde, kann die Ursache auch umgekehrt wirken.

### Reversibilität

Dass Veränderungen nach Ejakulation oder Karenz sich zurückbilden oder wieder auffüllen, ist beim Menschen nur in kurzen Zeiträumen untersucht. Von Wochen- oder Monatsverläufen gibt es nur Tier- und Teilbefunde.

**Tabelle 11: Zeitverlauf und Rückbildung**

| Studie | Art | Befund |
|---|---|---|
| Welliver 2016 [s113] | Mensch, 14 Tage täglich | Abfall von Volumen, Zahl beweglicher Spermien und Konzentration mit Plateau nach Tag 3; kein Verlauf nach Ende der Serie berichtet |
| Oldereid 1984 [s173] | Mensch, 2 Tage alle 8 Stunden | Konzentration und Gesamtzahl begannen nach 3 Tagen Karenz wieder zu steigen |
| Cooper 1993 [s165] | Mensch, drei Ejakulate an einem Tag | Gesamtzahl lebender Spermien stieg über 1 bis 10 Tage Karenz; Mehrfachejakulate nach 10 Tagen erhöhten bei Patienten mit niedrigen Normalzahlen die Gesamtzahl im Mittel um 230 % |
| Frank 1986 [s171] | Mensch, zwei Proben im Abstand von 1 bis 3 Tagen | Der Abfall von Volumen und Konzentration fiel mit größerem Abstand geringer aus; bei Oligozoospermen stieg beim 3-Tage-Abstand die Konzentration (3,8 auf 5,7 Mio./ml) |
| Nguyen 2025 [s20] | Mensch, zwei Proben binnen eines Monats | Je geringer die Karenzabweichung zwischen zwei Proben (höchstens 1 Tag), desto kleiner die Schwankung |
| Kim 2022 [s60] | Mensch, drei Tage nacheinander | Fragmentierung stabil (Intraklassenkorrelation 0,68); Volumen an Tag 2 und 3 niedriger |
| Oshio 1986 [s172] | Kaninchen | Volumen, Konzentration, Beweglichkeit und Fertilitätsindex sanken und erholten sich nach 24 Tagen Karenz auf die Ausgangswerte |
| Kawakami 1998 [s158] | Hund, Entnahme im Abstand von 12 bis 48 Stunden | Verbesserung der Beweglichkeit und Rückgang abnormer Spermien „vorübergehend“ |
| Al-Bulushi 2018 [s95] | Dromedar, 8 Wochen | Bei zweimaliger Sammlung hatten die ersten 3 Wochen höhere Konzentration als ab Woche 4 (p < 0,001); Beweglichkeit sank bei zweimaliger Sammlung |
| Wesseling 2016 [s114] | Fledermaus | Nach zeitweiser Entfernung aus der Kolonie verbesserte sich die Spermienqualität der Haremsmännchen |
| Seymour 2025 [s24] | Widder, 8 Wochen | Hohe Eigenvariabilität: nur 10,4 % der Ejakulate innerhalb von ±5 % des eigenen Mittelwerts |
| Magistrini 1987 [s169] | Hengste und Ponys, ein Jahr | Frequenz hing nicht mit der Qualität des aufgetauten Samens zusammen |
| Pérez Palazón 2016 [s110] | Mensch, ein Jahr, 19 Freiwillige | Variationskoeffizient innerhalb der Person bis 74,5 % (Gesamtzahl) |

Aus diesen Daten lässt sich nur Folgendes ableiten: Der Abfall von Volumen, Zahl und Konzentration nach Mehrfachejakulation ist beim Menschen und bei mehreren Tierarten innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen messbar, und wo die Wiederauffüllung gemessen wurde, steigen die Werte mit zunehmender Karenz wieder [s173, s165, s172]. Beweise für eine dauerhafte Schädigung oder Verbesserung der Samenqualität durch Ejakulationshäufigkeit liegen in diesem Material nicht vor; ebenso fehlt jede Studie, die beim Menschen nach Wochen oder Monaten hoher Ejakulationshäufigkeit die Rückkehr zum Ausgangswert gemessen hätte. Die Einzelprobe schwankt zudem so stark [s110, s24], dass ein Teil der in den Studien gesehenen „Reversibilität“ Messstreuung sein kann.

### Wo die Daten zur Dosis-Wirkung dünn sind

- **Ejakulationshäufigkeit je Woche:** genau eine Querschnittsstudie mit Samenparametern [s26].
- **Tägliche Ejakulation:** drei kleine Studien an 20 und 21 Männern beziehungsweise ohne Teilnehmerzahl [s113, s118, s132], ohne Schwangerschaftsendpunkt.
- **Karenz im Stundenbereich mit Lebendgeburt:** nur einzelne, nicht signifikante Befunde [s49, s34, s02].
- **Gleitmittel und Empfängnis:** zwei Kohorten mit Selbstangaben [s135, s101]; keine Studie verbindet In-vitro-Hemmung, Gebrauch und Samenqualität am selben Paar.
- **Verkehrshäufigkeit und Samenqualität im Paar:** keine Studie verknüpft Verkehrshäufigkeit, Samenparameter und Empfängnis; die Verkehrsstudien messen die Empfängnis [s06, s85], die Samenstudien die Parameter [s26].
- **Zeitpunkt des Verkehrs im Zyklus und Samenqualität des Mannes:** keine Studie in den untersuchten Sprachräumen.
- **Randomisierung mit klinischem Endpunkt:** zwei Studien an 90 und 120 Paaren [s82, s77].

### Grenzen des gesamten Materials

Fast alle Befunde sind Assoziationen aus Beobachtungsstudien an Männern, die zur Abklärung eines Kinderwunsches kamen; die Karenz beruht meist auf Selbstangabe und ist auf den WHO-Bereich von 2 bis 7 Tagen begrenzt, sodass Kurz- und Langzeitwirkungen außerhalb dieses Bereichs nur in wenigen Studien sichtbar werden [s27, s14, s32, s18]. Die klinischen Endpunkte stammen aus Behandlungszyklen, in denen Spermien aufbereitet und direkt eingebracht werden; die Übertragung auf natürliche Empfängnis ist nicht belegt. Die meisten Studien liegen nur als Abstract vor; methodische Einzelheiten (Störgrößenkontrolle, Fallzahlberechnung, genaue Karenzdefinition) sind deshalb oft nicht überprüft. Die Studienlage ist insgesamt dicht, aber nicht eindeutig. Gesichert ist der Zielkonflikt zwischen Menge und Funktion der Spermien in Abhängigkeit von der Karenz. Ob dieser Zielkonflikt für die Empfängnis ohne Behandlung eine Rolle spielt, ist mit dem Material nicht zu entscheiden. Bei Gleitmitteln ist die In-vitro-Datenlage deutlich, die Empfängnisdatenlage unauffällig, die Verbindung beider offen.

# Kapitel 04: Sprachräume und Herkunft der Literatur

## Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Die Frage, ob und wie Ejakulationshäufigkeit, Karenzzeit, Gleitmittel und der Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs mit der Samenqualität zusammenhängen, wird nicht in allen Sprachräumen gleich intensiv untersucht, und sie ist nicht überall gleich gut auffindbar. Dieses Kapitel ordnet die für die Studie ausgewerteten Quellen nach Sprachräumen. Maßgeblich ist dabei nicht allein die Sprache der Veröffentlichung, sondern auch die Herkunft der Einrichtung, denn ein großer Teil der nicht englischsprachigen Forschung erscheint auf Englisch. Von den 178 Quellen der Studie sind 142 dem englischen Sprachraum zugeordnet, 25 dem chinesischen, 7 dem japanischen, 6 dem russischen, 5 dem spanischen, 4 dem koreanischen, 3 dem türkischen und je eine dem französischen und dem deutschen. Für Italienisch, Portugiesisch und Arabisch ist keine Quelle zugeordnet. Mehrfachzuordnungen kommen vor, etwa bei Arbeiten aus chinesischen Einrichtungen mit englischem Text.

Zwei Vorbehalte gelten für das ganze Kapitel. Erstens beruhen die Befunde fast durchweg auf Abstracts und nur ausnahmsweise auf Volltexten. Methodische Einzelheiten wie Störgrößenkontrolle oder genaue Karenzdefinition sind deshalb für viele Studien nicht geprüft. Zweitens belegt das Fehlen einer Studie in einer Sprache nicht, dass es sie nicht gibt: Mehrere nationale Datenbanken waren ohne Konto oder Browser nicht abfragbar. Wo es kaum eigene Literatur gibt, wird das im jeweiligen Abschnitt offen gesagt. Eine Therapie- oder Verhaltensempfehlung folgt aus diesem Kapitel nicht.

Das Muster der Befunde ist über die Sprachräume hinweg ähnlich. Volumen, Konzentration und Gesamtspermienzahl steigen mit der Karenzzeit. Beweglichkeit und DNA-Fragmentierung verschlechtern sich in vielen, aber nicht allen Studien bei längerer Karenz, und die Effekte sind bei Männern mit auffälligem Befund meist größer als bei Männern mit unauffälligem Befund. Die nicht englischsprachigen Studien bestätigen diese Grundbefunde und fügen keinen abweichenden hinzu. Die Unterschiede zwischen den Sprachräumen liegen in der Menge, in den Studientypen und im Zugang zu den Daten.

### Englisch

**Gewicht und Herkunft.** Praktisch alle Metaanalysen, alle Studien mit klinischen Endpunkten (Schwangerschaft, Lebendgeburt) und fast alle Gleitmittelstudien liegen auf Englisch vor. Die englischsprachige Literatur ist dabei international. Die Einrichtungen der Erstautoren liegen in Nordamerika, Europa, dem Nahen Osten, Süd- und Ostasien, Brasilien, Südafrika, Nigeria und Australien. Das Gewicht der Kinderwunschzentren in Asien (China, Indien, Iran, Indonesien, Vietnam, Thailand) hat in den Jahren 2024 bis 2026 stark zugenommen [s20, s22, s26, s27, s34, s35, s52, s57, s63]. Die Zeitschriften sind überwiegend andrologische und reproduktionsmedizinische Fachblätter: Fertility and Sterility, Human Reproduction, Andrology, Andrologia, Urology, Translational Andrology and Urology, Asian Journal of Andrology, JBRA Assisted Reproduction, Frontiers in Endocrinology, Journal of Clinical Medicine und The World Journal of Men's Health, dazu die Cochrane Database of Systematic Reviews und für die Tierarbeiten Theriogenology, Animal Reproduction Science und Reproduction in Domestic Animals.

**Zusammenfassende Arbeiten zur Karenz.** Die Dosis-Wirkungs-Metaanalyse von Du et al. 2024 wertete 85 Studien aus drei englischsprachigen und vier chinesischen Datenbanken aus (2000 bis August 2023). Bei gesunden Männern lagen die Mittelwertdifferenzen (kurze minus lange Karenz) für das Volumen bei −0,95 ml (95-%-Konfidenzintervall −1,16 bis −0,74), für die Gesamtspermienzahl bei −102,45 × 10^6 (−117,98 bis −86,91), für die Konzentration bei −11,88 × 10^6/ml (−18,96 bis −4,80) und für den DNA-Fragmentierungsindex bei −2,37 Prozentpunkten (−4,73 bis −0,01). Bei unerklärter Infertilität ergaben sich eine um 5,63 Prozentpunkte niedrigere DNA-Fragmentierung (−10,19 bis −1,06) und eine um 6,14 Prozentpunkte höhere Vitalität nach kurzer Karenz. Die Dosis-Wirkungs-Analyse sah bei Oligozoospermie einen nichtlinearen Anstieg der Gesamtzahl mit Knickpunkt um den vierten bis fünften Tag, die Autoren mahnen selbst zur Vorsicht bei kausalen Schlüssen [s32]. Raditya et al. 2025 (22 Studien, 31.640 Proben) fanden bei Karenz unter zwei Tagen ein geringeres Volumen (Mittelwertdifferenz −0,83), eine niedrigere Konzentration (−8,39) und eine geringere DNA-Fragmentierung (−3,82) sowie eine höhere Gesamt- und Progressivbeweglichkeit (2,30 und 2,18); Konfidenzintervalle nennt das Abstract nicht [s22]. Lo Giudice et al. 2024 (13 Studien, 2.315 Patienten, Grenze bei zwei Tagen) fanden bei längerer Karenz eine höhere Konzentration (8,19), ein größeres Volumen (0,96) und eine höhere DNA-Fragmentierung (3,46) bei geringerer Progressivbeweglichkeit (−1,83); je Karenztag stieg die Konzentration um 3,74 [s38]. Zu beachten ist, dass die Vorzeichen zwischen den Arbeiten wechseln, weil einmal kurz minus lang und einmal lang minus kurz gerechnet wird. Barbagallo et al. 2022 (19 Studien) untersuchten die sehr kurze Karenz bis vier Stunden; im zweiten Ejakulat sank das Volumen, bei kombinierter Befundstörung stiegen Konzentration und Beweglichkeit, und die DNA-Fragmentierung sank [s58]. Kugelman et al. 2024 (16 Studien, 641 Patienten) fanden bei Hodenspermien eine um 9,48 niedrigere DNA-Fragmentierung als im Ejakulat nach kurzer Karenz von 1 bis 48 Stunden (95-%-Konfidenzintervall −12,45 bis −6,52; I-Quadrat 85 %); die Evidenzsicherheit wurde nach GRADE als niedrig eingestuft, und die Gruppen wurden nie direkt in derselben Studie verglichen [s37]. Die systematischen Übersichten von Hanson et al. 2018 (28 Publikationen), Ayad et al. 2018 (30 Arbeiten), Sokol et al. 2021 und Sørensen et al. 2023 (24 Studien) kommen zu einem gemeinsamen, vorsichtigen Bild: längere Karenz mehr Volumen und Spermien, kürzere Karenz häufig bessere Beweglichkeit und DNA-Integrität, aber wegen der Heterogenität keine klaren Empfehlungen [s98, s96, s78, s53].

**Große Kohorten und Register.** Die größten englischsprachigen Datensätze stammen aus Kliniken und Laboren. Keihani et al. (USA) werteten 11.782 Untersuchungen von 10.095 Patienten aus; bei normozoospermen Männern stiegen Volumen, Konzentration, Gesamtzahl und Gesamtzahl beweglicher Spermien mit der Karenz, bei oligozoospermen Männern verbesserte sich außer dem Volumen kein Parameter [s104]. Russo et al. (Italien) werteten 23.527 Proben aus: Bei Normozoospermie stieg die Gesamtzahl von 92,4 auf 191,1 Millionen zwischen Tag 1 und Tag 7, die Beweglichkeit blieb unverändert, bei auffälligem Befund sank sie von 28,0 auf 21,0 % [s23]. Nguyen et al. (Vietnam) nutzten 11.297 Untersuchungen von 9.595 Männern und konnten bei 1.702 Männern zwei Analysen innerhalb eines Monats vergleichen; der Zusammenhang von Karenz mit Volumen, Konzentration und Gesamtzahl beweglicher Spermien zeigte sich zwischen und innerhalb der Männer [s20]. Meitei et al. (Indien) legten eine Registerkohorte von 10.674 Ejakulaten von 7.972 subfertilen Männern vor und folgerten, eine allgemeine Empfehlung für lange Karenz habe keinen klinischen Wert [s63]. Weitere Kohorten sind Akhigbe et al. (Nigeria, 5.165 Proben), Dupesh et al. (Indien, 2.037 Befunde), Comar et al. (Brasilien, 2.458 Männer) und Badreddine et al. (USA, 3.469 per Post eingesandte Proben) [s56, s83, s103, s44]. Ein Sonderfall ist die Kohorte von Sobreiro et al. (Brasilien) mit 500 fertilen Männern vor einer Vasektomie, bei der ab fünf Tagen Karenz die Beweglichkeit verringert war [s150]. Als Gegenpol zur Datenfülle aus Kinderwunschambulanzen ist sie eine der wenigen Arbeiten an Männern ohne Fertilitätsabklärung.

**Sehr kurze Abstände und wiederholte Ejakulation.** Eine eigene Gruppe bilden Studien mit einer zweiten Probe nach Stunden. Karavani et al. (Kanada, 52 infertile Männer) fanden bei Proben im Abstand von drei bis vier Stunden einen Rückgang des DNA-Fragmentierungsindex von 38,9 auf 35,1 % und des Volumens von 2,3 auf 1,5 ml [s47]. Dahan et al. (112 Männer, drei Stunden) sahen einen Rückgang von 34,6 auf 23,7 % [s74]. Gill et al. (Polen, 95 Männer) berichteten nach einer Stunde einen Rückgang von Volumen und Gesamtzahl und einen niedrigeren Fragmentierungsindex im SCD-Test [s07]. Scarselli et al. (Italien) fanden bei Geschwister-Eizellen nach PGT-A in 106 biopsierten Blastozysten 43,6 % euploide nach dem zweiten Ejakulat gegenüber 27,5 % nach dem ersten [s92]. Tvrdá et al. (Slowakei) fanden bei 51 normozoospermen Männern nach zwei Stunden eine bessere DNA-Integrität und nach zwei Tagen höhere oxidative Marker und eine höhere Bakterienlast im Samen [s55]. Alle diese Studien sind kleine Vorher-nachher-Studien mit denselben Männern, meist ohne Kontrollgruppe; bei hohen Ausgangswerten ist Regression zur Mitte nicht auszuschließen [s47]. Als wichtiger Gegenbefund gilt Uppangala et al. (Indien): Spermien nach einem Tag Karenz zeigten mehr Chromatinunreife, und nach 6 und 24 Stunden In-vitro-Inkubation stieg der Anteil fragmentierter Spermien aus dem aufbereiteten Ejakulat nach einem Tag Karenz auf das etwa 20- und 40-Fache [s112]. Zur täglichen Ejakulation über zwei Wochen gibt es nur wenige Studien: Welliver et al. (USA, 20 Männer, 14 Tage) fanden sinkende Werte für Volumen, Gesamtzahl beweglicher Spermien und Konzentration mit einem Plateau ab Tag 3, aber keine Änderung von Beweglichkeit, Morphologie und DNA-Integrität; Mayorga-Torres et al. (Kolumbien) fanden bei täglicher Ejakulation über zwei Wochen ebenfalls sinkende Gesamtzahl und sinkendes Volumen bei sonst stabilen Parametern [s113, s118]. Zur Ejakulationshäufigkeit als eigener Größe außerhalb der Karenz liegt aus dem englischsprachigen Material kaum etwas vor; die einzige größere Studie, Xi et al. mit 1.349 Männern aus Changchun, steht im chinesischen Abschnitt [s26].

**Klinische Endpunkte.** Die englischsprachige Literatur liefert die Studien zu Insemination, ICSI und IVF. Periyasamy et al. (Indien, 1.030 Zyklen) fanden bei Karenz von 2 bis 7 Tagen eine Lebendgeburtenrate von 34,1 % gegenüber 24,1 % bei über 7 Tagen (Odds Ratio 1,6; 1,1 bis 2,4) [s106]. Borges et al. (Brasilien, 818 Patienten) fanden bei höchstens vier Tagen niedrigere Fragmentierung und höhere Befruchtung, Einnistung und Schwangerschaft; der Trennwert wurde allerdings aus denselben Daten abgeleitet [s88]. Tighe et al. (Großbritannien, 3.873 IVF-Zyklen) fanden bei längerer Karenz eine niedrigere Schwangerschaftsrate (bereinigtes Odds Ratio 0,786; 0,685 bis 0,903), die Lebendgeburtenrate fiel nicht signifikant [s13]. Keinen Zusammenhang fanden Cermisoni et al. (Italien, 6.919 ICSI-Zyklen) für Blastulation, kumulative Schwangerschaft und Fehlgeburt, wohl aber ein Absinken zweikerniger Zygoten um 3 % je Karenztag, und Azizi et al. (Iran, 1.003 ICSI-Zyklen) für Schwangerschaften [s31, s57]. Randomisierte Studien sind selten: Kabukçu et al. (120 Paare, 1 gegen 3 Tage) fanden Schwangerschaftsraten von 17,3 gegen 18,5 % (p = 0,803), Degirmenci et al. (90 Patienten) fanden bei über vier Tagen mehr oxidativen Stress und sinkende Schwangerschaftsraten (26,7, 16,7 und 6,7 %) [s77, s82]. Kein Befund belegt, dass eine Karenz von wenigen Stunden bessere Lebendgeburtenraten ergibt als ein bis drei Tage. Die Cochrane-Übersicht zum zeitgesteuerten Verkehr betrifft die Vorhersage des Eisprungs und nicht die Samenqualität; sie fand für urinäre Ovulationstests wahrscheinlich eine höhere Lebendgeburtenrate (Risk Ratio 1,36; 1,02 bis 1,81; ein RCT mit 844 Teilnehmerinnen; moderate Evidenzsicherheit) [s46].

**Gleitmittel.** Fast die gesamte Gleitmittelliteratur ist englischsprachig. Sie besteht überwiegend aus In-vitro-Studien mit Spermien in meist zehnprozentiger Gleitmittellösung. Die systematische Übersicht von Gumerova et al. (Schottland) wertete 24 Artikel zu 35 rezeptfreien Vaginalgleitmitteln aus, davon 22 In-vitro- und 2 In-vivo-Studien, und hält wegen spärlicher Daten und fehlender Schwangerschaftsendpunkte eine evidenzbasierte Leitlinie noch nicht für möglich [s33]. Molin et al. (Brasilien, 20 Studien) nennen Osmolalität und pH als zentral und berichten, viele Handelsprodukte überschritten die WHO-Empfehlung von 380 mOsm/kg [s39]. Die Einzelstudien widersprechen sich produktabhängig. Kutteh et al. 1996 sahen bei Handelsgleitmitteln eine Hemmung der Beweglichkeit nach 60 Minuten um 60 bis 100 %, während Rapsöl keine Schädigung zeigte [s162]. Agarwal et al. 2008 fanden für Pre-Seed keinen Unterschied zur Kontrolle, für andere Produkte eine deutlich geringere Beweglichkeit [s143]. Tomlinson et al. 2023 (Nottingham, 12 Spender) fanden, dass alle getesteten Gele Beweglichkeit und Geschwindigkeit nach ein und zwei Stunden signifikant senkten, am stärksten zwei Durex-Produkte (11 und 15 % Progressivbeweglichkeit gegenüber 47 % nach 60 Minuten) [s54]. Soriano et al. (Spanien) fanden dagegen, dass nur Durex keine schädliche Wirkung zeigte [s79]; die Abstracts erklären diesen Widerspruch nicht, und Unterschiede von Produktfamilie, Konzentration und Methodik sind nur Vermutungen. Mowat et al. fanden bei neun Gleitmitteln die höchste Vitalität unter Pre-Seed (92 %) und die niedrigste unter Forelife (28 %) [s123]. Die Kohortenstudien zur Empfängnis zeigen kein auffälliges Bild: Steiner et al. (296 Frauen) fanden keine geänderte Fruchtbarkeit bei Gebrauch im fruchtbaren Fenster (Fecundability Ratio 1,05; 0,59 bis 1,85), McInerney et al. (6.467 Frauen) fanden für wasserbasierte Mittel 1,02 (0,93 bis 1,11) [s135, s101]. Beide beruhen auf Selbstangaben und messen keine Samenparameter. Wie In-vitro-Befund und Kohortenbefund zusammenpassen, ist offen. Der Praxisleitfaden von Vanderschee und Kostov aus dem Canadian Family Physician betont den Nutzen bei Trockenheit, Schmerz und Kondomgebrauch und gibt keine Fertilitätsdaten wieder [s25].

**Häufigkeit und Zeitpunkt des Verkehrs.** Hier liegen die großen Kohorten. Wilcox et al. (USA, 221 Frauen, 625 Zyklen) fanden Empfängnis nur bei Verkehr in einem sechstägigen Zeitraum bis zum Eisprungtag, mit Wahrscheinlichkeiten von 0,10 (fünf Tage vorher) bis 0,33 (Eisprungtag) [s163]. Dunson et al. bestätigten das sechstägige Fenster in zwei Datensätzen und beschrieben in einer Kohorte mit 782 Paaren und 5.860 Zyklen den Rückgang der Tageswahrscheinlichkeit mit dem Alter der Frau und eine verringerte Fruchtbarkeit bei Männern über 35 Jahren [s157, s154]. Dreiås et al. (Norwegen, 64.193 Frauen mit geplanter Schwangerschaft) fanden eine Fecundability Ratio von 1,16 (1,14 bis 1,19) bei mehr als viermaligem Verkehr je Woche gegenüber ein bis zwei Mal; die Studie beruht auf rückblickenden Selbstangaben, eine Umkehr der Ursache ist nicht ausschließbar [s06]. Konishi et al. (Japan, 80 Frauen) fanden eine Odds Ratio von 1,23 (1,02 bis 1,47) für höhere Koitusfrequenz [s85]. Bond et al. (2.500 Frauen) sahen bei sexueller Belastung eine Fecundability Ratio von 0,82 (0,69 bis 0,98) [s16]. Keine Studie in diesem Material verknüpft Ejakulationshäufigkeit, Samenqualität und natürliche Empfängnis bei denselben Paaren. Perlis et al. (Kanada, 1.298 Männer) fanden, dass 24 % der Paare höchstens viermal monatlich Verkehr hatten, wobei höheres Alter und schlechtere Erektionsfunktion mit seltenem Verkehr einhergingen [s129].

**Prostatakrebs und weitere Randthemen.** Die großen Kohorten zur Ejakulationshäufigkeit betreffen nicht die Samenqualität, sondern das Prostatakrebsrisiko: Leitzmann et al. (29.342 Männer) fanden bei mindestens 21 gegenüber 4 bis 7 Ejakulationen je Monat ein niedrigeres Risiko, über das Leben gemittelt mit einem relativen Risiko von 0,67 (0,51 bis 0,89), und Rider et al. (31.925 Männer, ein Jahrzehnt längere Nachbeobachtung) eine Hazard Ratio von 0,81 (0,72 bis 0,92) für die Häufigkeit im Alter von 20 bis 29 Jahren, jeweils bei rückblickender Selbstangabe; die spanische Fall-Kontroll-Studie von Lozano-Lorca et al. fand bei 0 bis 3 Ejakulationen je Monat eine Odds Ratio von 2,38 (1,57 bis 3,60), wobei Erinnerungsverzerrung und umgekehrte Verursachung möglich sind [s153, s111, s51]. Kokori et al. fassten elf Studien erzählend zusammen [s36].

**Tierversuche.** Die Mechanik wurde an Tieren untersucht: Amann et al. beschrieben bei Hengsten extragonadale Reserven von 89 × 10^9 Spermien, von denen fünf aufeinanderfolgende Ejakulate 40 bis 60 % entfernten [s174]; weitere Arbeiten betreffen Widder, Esel, Schimpansen, Kaninchen, Bullen, Strauße, Eber, Fledermäuse und Dromedare. In allen Arten sinkt die Spermienzahl je Ejakulat bei rascher Wiederholung, bei Beweglichkeit und Morphologie ist das Bild uneinheitlich [s176, s159, s168, s172, s10, s09, s142, s114, s95]. Das stützt die Befundlage zur Gesamtzahl beim Menschen, belegt aber nichts zur Fruchtbarkeit des Menschen.

**Leitlinien.** Die englischsprachigen Leitlinien sind dünn, was Karenz, Gleitmittel und Verkehrszeitpunkt betrifft. Der abgerufene Volltext der AUA/ASRM-Leitlinie (veröffentlicht 2020, geändert 2024) erwähnt die Karenz im Fließtext nur an zwei Stellen: im Kommentar zur DNA-Fragmentierung, wonach eine verkürzte Karenz eine Maßnahme zur Begrenzung des DNA-Schadens sein könne, und bei der Aussage 32 zu Hodenspermien, bei der bei erhöhtem Index trotz kurzer Karenz (unter zwei Tagen) Expertenkonsens besteht, Hodenspermien in Betracht zu ziehen. Eine eigene Empfehlung zur Ejakulationshäufigkeit, zu Gleitmitteln oder zum Verkehrszeitpunkt enthält der abgerufene Text nicht [s29]. Das Amendment von 2024 (22 Studien in der Evidenzbasis) nennt Karenz und Gleitmittel nicht [s30]. Der Vergleichsartikel zur WHO-Leitlinie 2025 stellt die männlichen Anteile der WHO-Leitlinie neben AUA/ASRM, EAU, ESHRE und NICE, enthält im Abstract aber keine Aussage zu Karenz, Gleitmitteln oder Verkehrszeitpunkt [s01]. Die Karenzvorgabe der WHO von 2 bis 7 Tagen sowie die 3 bis 4 Tage der ESHRE und der Nordic Association for Andrology werden in einer der Kohortenstudien zitiert; die Originaltexte wurden nicht abgerufen [s13]. Die EAU-Seite zur Sexual and Reproductive Health enthielt keine einschlägige Aussage, und die ESHRE-Seite war nur ein Verzeichnis. Das Konsenspapier der Fifth International Consultation on Sexual Medicine (ICSM 2024) zu sexuellen Funktionsstörungen bei infertilen Männern erwähnt „fertilitätssichere Gleitmittel“ als Teil von Lebensstil- und Paarmaßnahmen, im Abstract ohne Produktdaten [s12]. Ein Teil der Übersichten spricht Schlussfolgerungen aus: Schlegel bezeichnet die Karenzvorgabe für Spermaproben der assistierten Reproduktion als „unsubstantiated myth“ [s41]; Clay et al. leiten aus einer narrativen Übersicht (Suche nur in PubMed und Google Scholar) ein Ejakulationsintervall von ein bis zwei Tagen ab [s04]. Das sind Schlussfolgerungen der jeweiligen Autoren und keine systematischen Auswertungen; sie werden hier berichtet, nicht übernommen.

**Erreichbarkeit der Datenbanken.** Hauptquelle war die Europe-PMC-Schnittstelle, die zeitweise den Fehler 503 meldete, wobei eine Wiederholung genügte. Die NCBI-E-utilities waren erreichbar (eine Beispielsuche „ejaculation frequency semen“ ergab 687 Treffer), die Abstracts wurden aber über Europe PMC bezogen. Für die PubMed-Webseite liegen widersprüchliche Beobachtungen vor: Ein Abruf der Suchseite lieferte HTTP 200, die Trefferzahl wird jedoch dynamisch nachgeladen, ein anderer Teil der Recherche meldete sie als gesperrt. Die Cochrane-Webseite lieferte für den Volltext HTTP 412, die zwei einschlägigen Cochrane-Übersichten wurden deshalb über Europe PMC abgerufen. OpenAlex war wegen erschöpften Tageskontingents (HTTP 429) nicht nutzbar.

**Regionale Besonderheiten und Grenzen.** Im Gleitmittelbereich sticht Schottland hervor: Dort entstanden die systematische Übersicht von Gumerova et al., die Befragung von 32 Fachpersonen der Fertilitätsversorgung durch Mackenzie und Gellatly sowie die Beobachtung, dass das Wissen über Spermientoxizität gering und die Empfehlungen uneinheitlich waren [s33, s90]. Das einzige verschriebene Mittel in dieser Untersuchung, Aquagel, senkte die Progressivbeweglichkeit nach 10 Minuten auf 49 % der Kontrolle [s90]. Insgesamt gilt: Fast alle Studien sind Beobachtungsstudien an Männern, die zur Fertilitätsabklärung kamen; die Karenzzeit wird meist vom Patienten berichtet und ist nicht verblindet; Männer mit längerer Karenz unterscheiden sich oft in Alter, Befund und Anlass der Probe; und die klinischen Endpunkte stammen aus Behandlungszyklen mit aufbereiteten Spermien, nicht aus natürlicher Empfängnis [s98, s53].

### Deutsch

**Eigene Literatur.** Im deutschen Sprachraum gibt es für dieses Thema nur sehr wenig eigene, auffindbare Literatur. In der Studie steht genau eine deutschsprachige Arbeit: Sievers 1987 in der Zeitschrift für Hautkrankheiten, „Effect of duration of sexual abstinence on the quality of human sperm in andrologic patients“ (Wirkung der Dauer der sexuellen Karenz auf die Qualität menschlicher Spermien bei andrologischen Patienten), mit englischem Abstract [s170]. Untersucht wurden 1.063 Patienten (mittleres Alter 32 Jahre), die zwischen 1981 und 1984 wegen ungewollter Kinderlosigkeit in zwei Untersuchungen erfasst wurden. Ausgewertet wurde zwischen Probanden (n = 1.001) und innerhalb von Probanden, wobei innerhalb der Probanden eine kurze Karenz von einem bis vier Tagen mit einer Karenz von mehr als vier Tagen verglichen wurde. Volumen und Spermiendichte nahmen mit der Karenz zu, was innerhalb der Probanden statistisch signifikant war (p kleiner als 0,001). Der pH-Wert und die Fruktosekonzentration blieben unbeeinflusst. Zwischen den Probanden nahm der Anteil beweglicher und normal geformter Spermien mit der Karenz ab, innerhalb der Probanden zeigte sich dagegen kein Einfluss. Die Arbeit folgert, Karenz bewirke eine Verbesserung der Spermienqualität, besonders bei Oligospermie, was dem Tenor späterer Arbeiten widerspricht und deshalb als historischer Befund einzuordnen ist [s170].

**Kohorten aus dem deutschsprachigen Raum, englisch veröffentlicht.** Mehrere Arbeiten mit Wurzeln im deutschsprachigen Raum erscheinen auf Englisch. Xie, Hämmerli und Leeners (Schweiz, 2024) werteten retrospektiv 4.423 Männer aus, davon 1.256 gesunde Proben und 3.167 mit Oligo-, Astheno-, Terato- oder kombinierter Störung. Längere Karenz ging mit höherer Konzentration einher (nicht bei Oligozoospermie) und mit geringerer Progressivbeweglichkeit bei normalen und teratozoospermen Proben. Bei der Morphologie war das Bild uneinheitlich: Bei Normalbefund waren Normalformen nach kürzerer Karenz häufiger (p = 0,03), bei kombinierter Störung nach längerer (p = 0,013) [s42]. Cooper et al. (Deutschland, 1993, Human Reproduction) führten ein Experiment mit Mehrfachejakulaten durch: Vier Spender gaben an einem Tag drei Ejakulate ab, um die Reserven zu entleeren, und danach nach 1, 2, 4, 7, 10 und 14 Tagen Karenz. Bei sieben Spendern und sechs oligozoospermen Männern erhöhten Mehrfachejakulate nach zehn Tagen Karenz bei Patienten mit niedrigen Normalzahlen die Gesamtzahl um im Mittel 230 %, die Zahl normaler Spermien um 370 % und die Zahl beweglicher Spermien um 520 %. Die Fallzahlen sind sehr klein [s165]. Beides sind Arbeiten, die ihre Herkunft in ihrer Affiliation tragen, aber keine deutschsprachige Literatur im engeren Sinn darstellen.

**Deutschsprachige Übersichten.** Die Europe-PMC-Suche mit deutscher Sprachmarkierung ergab 153 Treffer. Darunter fanden sich mehrere deutschsprachige Übersichten zur Spermaanalyse und Andrologie, etwa zur Spermaanalyse bei unerfülltem Kinderwunsch, zur andrologischen Diagnostik und zur Fertilitätserhaltung. Deren Abstracts behandeln Karenz, Ejakulationshäufigkeit oder Gleitmittel nicht. Ein Gleitmittelbeitrag in deutscher Sprache wurde nicht gefunden.

**Leitlinien.** Die Leitlinie zur männlichen Infertilität im AWMF-Leitlinienregister konnte nicht gelesen werden: Die Seite lieferte HTTP 200, aber nur eine skriptgesteuerte, leere Hülle, die ohne Browser keinen Text enthält. Zum Inhalt der deutschsprachigen Leitlinie kann hier deshalb nichts ausgesagt werden, weder zur Karenzvorgabe noch zu Gleitmitteln oder zum Verkehrszeitpunkt. Die internationalen Leitlinien (AUA/ASRM, EAU, ESHRE, NICE, WHO) sind im englischen Abschnitt behandelt [s01, s29].

**Erreichbarkeit.** Europe PMC erlaubt eine Sprachfilterung auf Deutsch, was die oben genannten 153 Treffer ergab. Die Arbeit von Sievers 1987 ist über ein englisches Abstract auffindbar. Ältere deutschsprachige Zeitschriftenartikel ohne Abstract sind in diesen Datenbanken kaum sichtbar, sodass die tatsächliche Lage älterer deutscher Literatur nicht beurteilt werden kann.

### Französisch

**Eigene Literatur.** Auch im französischen Sprachraum fand sich keine Studie, die Karenz, Ejakulationshäufigkeit oder Gleitmittel unmittelbar untersucht. Die Suche in Europe PMC mit französischer Sprachmarkierung (92 Treffer) und in der Archivschnittstelle HAL ergab dazu nichts Verwertbares. Der einzige verwertbare Treffer in einer französischsprachigen Zeitschrift ist Prisant et al. 2011 in Gynécologie, Obstétrique & Fertilité: „Teratozoospermia, myth or reality? A 10-years retrospective study on 101404 consecutive sperm samples“ (Teratozoospermie, Mythos oder Wirklichkeit? Eine zehnjährige retrospektive Studie an 101.404 aufeinanderfolgenden Samenproben; in Europe PMC mit englischer Titelübersetzung in eckigen Klammern geführt) [s138].

**Was die Arbeit zeigt.** Es handelt sich um eine retrospektive Zeitreihe aus einem andrologischen Labor (Januar 2000 bis Dezember 2009). Zu den erhobenen Variablen gehörte die Dauer der sexuellen Karenz neben Alter, Volumen, pH, Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie nach der David-Klassifikation. Im Abstract wird aber keine Beziehung zwischen Karenz und den Spermaparametern berichtet. Berichtet werden Trends über die Jahre: Das Patientenalter stieg von 36,5 auf 37,2 Jahre, die Konzentration lag bei 63,5 Millionen/ml im Jahr 2000 und 63,6 Millionen/ml im Jahr 2009, die Vitalität stieg von 67,8 auf 73,5 %, die Gesamtbeweglichkeit von 37,7 auf 39,2 %, die Progressivbeweglichkeit von 34,6 auf 36,2 %, und der Anteil morphologisch abnormer Spermien nahm von 64,5 auf 84,2 % zu (r = 0,43; p kleiner als 0,001). Für das Thema dieser Studie ist die Arbeit damit nur als Beleg dafür relevant, dass die Karenzdauer in großen Laborreihen miterhoben wird, nicht als Beleg für einen Zusammenhang [s138].

**Archive und weitere Funde.** HAL lieferte überwiegend Studien an Nutztieren, Abschlussarbeiten ohne einschlägigen Bezug und einen einzigen einschlägigen Eintrag in englischer Sprache, die Querschnittsstudie von Sheybaee Moghaddam et al. an 100 Patienten einer urologischen Klinik (Karenz unter 2, 2 bis 9, über 9 Tage), bei der die Korrelationsanalysen positive Beziehungen zwischen Karenz und Gesamtzahl, Konzentration, Volumen, DNA-Fragmentierung, ROS und pH sowie inverse Beziehungen zu Beweglichkeit und Morphologie zeigten; das Abstract nennt keine Koeffizienten, und seine Einleitung behandelt vorzeitigen Samenerguss, während Fragestellung und Methode die Karenz betreffen [s93]. Eine französische Pressemeldung über häufigere Ejakulationen und Samenqualität (Crossref-Eintrag, 2026) ist keine wissenschaftliche Quelle und wurde nicht verwertet. Eine französische Arbeit von 1979 zur Verkehrshäufigkeit und Fertilität hatte keinen abrufbaren Abstract und wurde nicht aufgenommen.

**Kanadische Kohorten.** Die in Kanada entstandenen Studien zur sehr kurzen Karenz (Montreal, Toronto) sind auf Englisch erschienen und im englischen Abschnitt behandelt [s47, s74].

**Leitlinien und Erreichbarkeit.** Eine französischsprachige Leitlinie wurde nicht gefunden. Cairn lieferte HTTP 403 und war nicht abrufbar; die HAL-Weboberfläche zeigte eine Bot-Prüfung, die Programmierschnittstelle war erreichbar, und Suchen mit Sonderzeichen mussten URL-kodiert werden, sonst kam Fehler 400. Die Lücke im französischen Sprachraum ist daher teilweise eine Lücke des Zugangs und nicht nur der Literatur.

### Italienisch

**Eigene Literatur.** Eigenständige italienischsprachige Literatur mit Abstract wurde nicht gefunden. Der älteste Titel zum Thema ist ein Beitrag von Natoli und Mitarbeitern von 1974 im Bollettino della Società Italiana di Biologia Sperimentale über die Verringerung der Verkehrshäufigkeit und den Samen bei Männern mit Spermieninsuffizienz; der Eintrag hat keinen Abstract und wurde deshalb nicht ausgewertet. Ein italienischsprachiger Übersichtstext zu männlichen Faktoren der Fertilitätsstörungen aus dem Jahr 2010 enthielt im abgerufenen Volltext keine Stelle zu Karenz oder Gleitmitteln.

**Italienische Forschung auf Englisch.** Die italienische Forschung ist im englischsprachigen Teil dagegen gut vertreten. Aus Catania stammen die Metaanalysen von Lo Giudice et al. (13 Studien, 2.315 Patienten, bei PROSPERO unter CRD42023472124 registriert) und von Barbagallo et al. zur sehr kurzen Karenz sowie die retrospektive Analyse von Russo et al. mit 23.527 Samenproben (2013 bis 2024) [s23, s38, s58]. Bei Russo et al. stieg bei Normozoospermie von Tag 1 bis Tag 7 die Gesamtzahl von 92,4 auf 191,1 Millionen (p kleiner als 0,01) und der Anteil normal geformter Spermien von 6 auf 12,5, nicht aber die Beweglichkeit (A+B 50,0 gegen 48,0 %); bei Patienten mit auffälligem Befund sank die Beweglichkeit von 28,0 auf 21,0 %, und bei Asthenozoospermie fiel sie von 11,8 auf 6,1 % [s23]. Die Autoren schließen auf je nach Befundtyp unterschiedliche Verläufe [s23]. Aus Italien stammt die ICSI-Auswertung von Cermisoni et al. mit 6.919 Zyklen (2013 bis 2022): Je zusätzlichem Karenztag sank die Wahrscheinlichkeit für zweikernige Zygoten um 3 % (bereinigtes Odds Ratio 0,97; 0,94 bis 0,99), die für dreikernige stieg um 14 % (1,14; 1,07 bis 1,22), Blastulation, kumulative Schwangerschaft und Fehlgeburt zeigten keinen signifikanten Zusammenhang [s31]. Scarselli et al. untersuchten in 22 PGT-A-Zyklen die Euploidie nach erstem und nach zweitem Ejakulat eine Stunde später (43,6 gegenüber 27,5 % in 106 biopsierten Blastozysten) [s92]. Palmieri et al. führten eine randomisierte Studie an 120 gesunden Männern durch: Eine Gruppe hatte drei Monate lang nach zehn Tagen Karenz Verkehr, die andere zweimal wöchentlich; in der ersten war die intravaginale Ejakulationslatenzzeit am Ende niedriger als am Beginn, und der Fragebogen zeigte schlechtere Ejakulationskontrolle; das ist ein Befund zur Ejakulationsfunktion und nicht zur Samenqualität [s134].

**Fachzeitschrift.** Die Studie von Pakpahan et al. zum Verkehr vor dem Embryotransfer erschien im Archivio Italiano di Urologia e Andrologia, dem Organ der Società Italiana di Ecografia Urologica e Nefrologica. In dieser Studie mit 132 Teilnehmerinnen änderte der Verkehr vor dem Embryotransfer die Schwangerschaftsrate nicht signifikant; mit Orgasmus lagen biochemische (p = 0,009) und klinische Schwangerschaften (p = 0,027) höher, allerdings bei kleiner, retrospektiver Studie ohne gesicherte Kausalität [s40].

**Leitlinien und Erreichbarkeit.** Die Seite der Società Italiana di Andrologia lieferte HTTP 200, aber nur eine Willkommensseite; die Suchfunktion lieferte dieselbe Seite. Eine italienische Leitlinie konnte somit nicht gelesen werden. Das Fehlen italienischsprachiger Studien kann deshalb auch ein Zugangsproblem sein.

### Portugiesisch

**Eigene Literatur.** Es wurde keine portugiesischsprachige Studie mit Abstract abgerufen. Brasilianische Gruppen veröffentlichen zum Thema auf Englisch. Die Lücke im portugiesischen Sprachraum ist daher sicher auch eine Lücke des Zugangs: SciELO lieferte HTTP 403 beziehungsweise eine Sicherheitsabfrage, LILACS und BVS lieferten HTTP 403, und Crossref-Suchen mit portugiesischen Begriffen ergaben keine einschlägige Arbeit. Ob es in diesen Datenbanken portugiesischsprachige Studien gibt, konnte nicht geprüft werden.

**Brasilianische Kohorten auf Englisch.** Comar et al. werteten eine Kohorte von 2.458 Männern aus: Die Karenz hing positiv mit Konzentration, Volumen und Leukozytenzahl zusammen, negativ mit Beweglichkeit und Vitalität; DNA-Fragmentierung (TUNEL) und mitochondriale Schädigung nahmen mit der Karenz zu (Gruppen: unter 2, 2 bis 5, über 5 Tage; Effektgrößen nennt das Abstract nicht) [s103]. Borges et al. untersuchten prospektiv 818 Patienten vor ICSI: Die mittlere Karenz lag in der Schwangerschaftsgruppe bei 3,14 ± 1,64 Tagen und in der Gruppe ohne Schwangerschaft bei 4,83 ± 3,66 Tagen; der Trennwert von vier Tagen wurde aus denselben Daten abgeleitet, was zu optimistischen Ergebnissen führen kann [s88]. Okada et al. verglichen bei 65 Männern je zwei Proben nach einem und nach vier Tagen: Nach einem Tag waren Volumen und Gesamtzahl niedriger, Beweglichkeit, Akrosomintegrität, Mitochondrienaktivität und Kern-DNA-Integrität besser; die Autoren deuten das als Folge der Lagerung in der Cauda epididymidis [s86]. Sobreiro et al. untersuchten in Brasilien prospektiv 500 fertile Männer vor einer Vasektomie: Ab fünf Tagen Karenz war die Beweglichkeit reduziert, und es zeigten sich Zusammenhänge mit Alter über 45 Jahren, Jahreszeit (niedrigste Werte im Sommer) und Kaffeekonsum; 87,2 % hatten Normalformen unterhalb des WHO-Werts. Die Arbeit erschien in der Revista Paulista de Medicina (São Paulo Medical Journal), und das Kollektiv ist besonders, weil es fertile Männer ohne Fertilitätsabklärung umfasst [s150]. Molin et al. (Florianópolis) fassten in einer systematischen Übersicht 20 Studien zu Gleitmitteln zusammen und nannten Osmolalität und pH als zentral; viele Handelsprodukte überschritten die WHO-Empfehlung von 380 mOsm/kg [s39]. Eine brasilianische Tierstudie an Eselhengsten ist ebenfalls englischsprachig [s159].

**Leitlinien.** Eine portugiesischsprachige Leitlinie wurde nicht gefunden.

### Spanisch

**Eigene Literatur.** Der spanische Sprachraum ist bei den abgerufenen Quellen der ergiebigste nicht englische Raum, vor allem wegen der offenen Zugänglichkeit des Portals Dialnet. Es gibt fünf Funde in spanischer Sprache mit Abstract, die in der Studie geführt werden, sie sind aber klein und teils veraltet.

- **Acuña et al. 2013** (Revista chilena de obstetricia y ginecología): „Influencia de la abstinencia eyaculatoria en las características del espermiograma: Revisión sistemática“ (Einfluss der Ejakulationskarenz auf die Merkmale des Spermiogramms: systematische Übersicht). Durchsucht wurden MEDLINE und PubMed, vier Arbeiten erfüllten die Kriterien. Volumen und Konzentration änderten sich mit der Karenzzeit, Beweglichkeit und Anteil normaler Formen dagegen nicht signifikant. Die Autoren fanden keine Evidenz für die geltende Karenzvorgabe vor dem Spermiogramm. Der Umfang (vier Arbeiten) ist klein, die Aussage zeitlich überholt [s127].
- **Pérez Palazón et al. 2016** (Revista Internacional de Andrología): „Factores asociados a la variabilidad de la calidad seminal: un estudio de seguimiento“ (Faktoren, die mit der Variabilität der Samenqualität zusammenhängen: eine Verlaufsstudie). Einjährige Verlaufsstudie mit 19 gesunden Freiwilligen, Proben etwa alle 4 bis 6 Wochen. Der höchste Variationskoeffizient innerhalb der Person lag bei 74,5 % für die Gesamtzahl und 65,6 % für die Konzentration, gefolgt von 41,2 % für die Morphologie und 30,1 % für das Volumen; der niedrigste bei 14,6 % für die Beweglichkeit. Karenz und Ejakulationshäufigkeit sind als Einflussgrößen genannt, Zahlen dazu nennt das Abstract nicht. Die Autoren folgern, eine einzelne Probe könne zur Fehldiagnose führen; die Stichprobe ist klein [s110].
- **Valsa et al. 2013** (Revista Internacional de Andrología, Dialnet; Abstract spanisch, Artikel englisch): „Effect of daily ejaculation on semen quality and calcium and magnesium in semen“. Einundzwanzig gesunde, sexuell aktive Männer ejakulierten zehn Tage lang täglich nach drei bis fünf Tagen Karenz (elf Proben). Die Autoren geben an, die Samenqualität habe sich verbessert, Calcium und Magnesium blieben unverändert; das Abstract nennt keine Zahlen zu den einzelnen Parametern. Das Ergebnis ist mit den beiden anderen Studien zur täglichen Ejakulation (Welliver, Mayorga-Torres) nicht deckungsgleich, weil dort Volumen und Gesamtzahl sinken [s113, s118, s132].
- **Peña et al. 2001** (Revista médica de Chile): Laborstudie zur biochemischen Bestimmung der Alpha-Glucosidase im Seminalplasma von 50 Spendern mit normalem Spermiogramm (Normwerte 14,52 bis 25,69 µU/ml). Bei Serienproben von neun Patienten zeigte eine Untergruppe einen deutlichen Abfall der Aktivität bei kürzerer Karenz. Das Thema ist der Nebenhodenmarker und nicht die Spermienqualität im engeren Sinn [s156].
- **Kably-Ambe et al. 2015** (Ginecología y Obstetricia de México; das Abstract wurde in spanischer Fassung abgerufen): „Effect of sexual abstinence on pregnancy rates after an intrauterine insemination“ (Wirkung der sexuellen Karenz auf die Schwangerschaftsraten nach einer intrauterinen Insemination; in der Datenbank mit englischem Titel geführt). Retrospektive Querschnittsstudie an 3.123 Paaren eines mexikanischen Kinderwunschzentrums mit höherer Erfolgsrate nach Insemination bei weniger als sieben Tagen Karenz; die Spermiengewinnungsrate verhielt sich umgekehrt proportional zu den Karenztagen. Das Abstract nennt keine Zahlen [s116].

**Spanische Forschung auf Englisch.** Auch hier erscheint ein Teil der Forschung auf Englisch: Gosálvez et al. (Spanien, 21 Männer und 12 Spender) fanden bei Karenz von 24 Stunden mit täglicher Ejakulation und von 3 Stunden mit Spermienselektion eine niedrigere DNA-Fragmentierung als nach der üblichen Karenz [s136]. Pons et al. (Spanien) fanden, dass von 35 Männern, die ein Ein-Tag-Karenz-Protokoll vollendeten, 91,4 % in mindestens einem von bis zu drei Versuchen normale Werte erreichten; die Studie ist beschreibend und ohne Kontrollgruppe [s130]. Sokol et al. (Barcelona) stellten in einer systematischen Übersicht fest, die Standardkarenz von 2 bis 7 Tagen der 5. WHO-Auflage sei nicht durch belastbare Belege gestützt [s78]. Soriano et al. (Valencia) entwickelten einen Spermienbeweglichkeitsindex (Werte unter 0,75 gelten als toxisch) und fanden, dass nur Durex keine schädliche Wirkung zeigte, während Vaginesil bei allen Konzentrationen toxisch war [s79]. Die spanische Fall-Kontroll-Studie CAPLIFE (456 Fälle, 427 Kontrollen) betrifft das Prostatakrebsrisiko und nicht die Samenqualität [s51].

**Leitlinien und Erreichbarkeit.** Dialnet war erreichbar, Suchergebnisse und Abstracts über Meta-Tags waren lesbar. SciELO und LILACS waren nicht abrufbar. Eine spanischsprachige Leitlinie wurde nicht gefunden. Inhaltlich thematisieren die spanischsprachigen Arbeiten die Variabilität einzelner Proben [s110] und die Kritik an der Standardkarenz [s127]. Ein Befund, der den Grundbefunden aus dem englischen Raum widerspricht, ist darunter nicht.

### Chinesisch

**Umfang und Herkunft.** Mit 25 der 178 Quellen stellt der chinesische Raum nach dem englischen den größten Anteil, und er ist der einzige nicht englische Raum mit einer nennenswerten eigenen Kohortenforschung. Es sind überwiegend Einzelzentrumsstudien kinderwunschmedizinischer Abteilungen und Spermabanken, mit Fallzahlen von mehreren Hundert bis zu mehreren Zehntausend (Spanne im Material: 328 Männer in Hongkong bis 49.819 Männer in Shanghai) [s50, s102]. Die Spermabanken liefern zusätzlich Daten gesunder Spender [s61, s76]. Wichtig ist eine Einschränkung: Fast alle abgerufenen Arbeiten sind englischsprachig veröffentlicht. Chinesischsprachige Originalartikel aus CNKI und Wanfang konnten nicht abgerufen werden. Den einzigen mittelbaren Einblick in die chinesischsprachige Literatur liefert die Dosis-Wirkungs-Metaanalyse von Du et al., die vier chinesische Datenbanken durchsucht hat (China National Knowledge Infrastructure, Chinese Scientific Journals Database, WanFang, Chinese Biomedical Literature Database); ohne Zugriff auf die Einzelstudien lässt sich nicht beurteilen, welche Fallzahlen oder Designs diese hatten [s32].

**Karenz: die großen Querschnittsstudien.** Die Karenzstudien aus China sind zahlreich und gleichsinnig. Yao et al. (Nanyang, Henan; 3.052 Männer in der Fruchtbarkeitsdiagnostik) unterschieden eine kurze (0 bis 1 Tag, n = 141), eine empfohlene (2 bis 7 Tage, n = 2.639) und eine lange Karenz (über 7 Tage, n = 272). Die Mediane stiegen von kurz über empfohlen zu lang beim Volumen von 2,3 über 3,1 auf 3,9 ml, bei der Konzentration von 37,4 über 60,3 auf 92,2 × 10^6/ml und beim DNA-Fragmentierungsindex (DFI) von 11,5 über 13,1 auf 16,8 %, während die Progressivbeweglichkeit von 38,4 über 37,6 auf 33,0 % sank. Die Morphologie unterschied sich nicht (je 6,0 % Median). Lange Karenz ging mit einer Odds Ratio von 2,8 (1,7 bis 4,6) für einen DFI über 30 % einher, kurze Karenz mit einer Odds Ratio von 3,1 (2,0 bis 4,7) für ein Volumen unter 1,5 ml. Die kurze Gruppe ist klein, und der DFI lag nur für eine Teilmenge vor [s27]. Chen et al. (Fuzhou, 2.952 Männer, Karenz 2 bis 7 Tage) zeigten den schrittweisen Verlauf: Das Volumen stieg von 2,6 auf 3,8 ml und der DFI von 12,9 auf 16,1 % zwischen Tag 2 und Tag 7; zudem sank das Volumen mit dem Alter von 3,6 auf 2,6 ml und die Progressivbeweglichkeit von 41,2 auf 28,5 %, während der DFI von 12,3 auf 17,4 % stieg. Alter und Karenz wurden jedoch nicht multivariabel getrennt [s59]. Wang et al. (Guangzhou, Männer vor Spermakryokonservierung, Karenzgruppen 0 bis 2, 3 bis 5, 6 bis 7 und über 7 Tage mit n = 85, 673, 159 und 25) fanden einen Median-DFI von 11,8, 15,8, 18,1 und 26,7 %; bei Männern ab 40 Jahren war die Qualität nach 0 bis 2 Tagen am besten, bei jüngeren nach 3 bis 5 Tagen [s14]. Liu-Qing und Jing (Tai'an, 1.262 Männer, 2 bis 7 Tage) beschrieben einen U-förmigen Zusammenhang mit dem Anteil normaler Spermienformen (Wendepunkt bei 4,62 Tagen, Tiefpunkt 3,01 % am fünften Tag), allerdings war die Wechselwirkung Alter und Karenz nicht signifikant (p = 0,878); der Befund steht im Gegensatz zu den Studien aus Nanyang und Fuzhou, die keinen Morphologieeffekt fanden [s08, s27, s59]. Jiang et al. (Changchun, 1.503 Männer) führten die „vorletzte“ Karenz ein, die Zeit zwischen vorletzter und letzter Ejakulation: Im obersten Quartil (über 9 Tage) war nach Adjustierung (auch für die letzte Karenz) das Risiko eines DFI über 30 % erhöht (bereinigtes Odds Ratio 4,25; 2,37 bis 7,62), ebenso das für Asthenozoospermie (1,45; 1,07 bis 1,96) [s35]. Aus demselben Fragebogen stammen Verhaltensdaten: 81,4 % der Paare wussten nicht, dass die Karenz die Samenqualität beeinflusst, und 44,6 % hatten den Verkehr zeitlich auf die Ovulationsphase abgestimmt [s35].

**Neue Messgrößen.** Chinesische Gruppen haben in jüngster Zeit differenzierte Verhaltensgrößen eingeführt: die Ejakulationshäufigkeit je Woche [s26], die vorletzte Karenz [s35], die Dauer der Probengewinnung [s45], die Karenz von ein bis drei Stunden [s18] und das zweite Ejakulat [s49]. Das erklärt sich teilweise durch die starke Nutzung der Samenanalyse im Rahmen der Kinderwunschbehandlung. Fast alle chinesischen Karenzstudien berichten den DNA-Fragmentierungsindex, und der Befund „längere Karenz, höherer DFI“ ist in sechs Studien gleichsinnig [s14, s27, s35, s59, s94, s100].

**Ejakulationshäufigkeit.** Die einzige im Material gefundene Studie, die die Häufigkeit getrennt von der Karenz untersucht, stammt aus Changchun: Xi et al. (1.349 Männer, vorab bei ClinicalTrials.gov registriert, NCT06127875) erfragten rückblickend die Ejakulationen der letzten vier Wochen (unter 1, 1 bis unter 2, mindestens 2 je Woche). Mit steigender Häufigkeit sanken DFI (Gruppenmittel 18,1, 14,3 und 12,3 %), Volumen, Konzentration und Gesamtzahl, die Vitalität stieg, und die Progressivbeweglichkeit blieb unverändert. Die adjustierte Odds Ratio für einen DFI über 30 % lag bei 0,24 (0,15 bis 0,38) in der mittleren und bei 0,21 (0,10 bis 0,48) in der häufigsten Gruppe; ein erhöhtes Risiko für Oligo- oder Asthenozoospermie ergab sich nicht [s26]. Die Autoren selbst grenzen die Häufigkeit von der Karenz ab. Einschränkend sind Selbstbericht, Querschnittsdesign (Umkehr der Ursache denkbar) und die kleine häufigste Gruppe (205 Männer) zu nennen. Bemerkenswert ist der Widerspruch zwischen sinkenden Konzentrationen und Gesamtzahlen einerseits und besserem DFI andererseits; die Studie prüft das nicht [s26]. Diese Studie und die Studie zur vorletzten Karenz stammen vermutlich aus demselben Patientenkollektiv (gleiches Zentrum, gleicher Zeitraum von November 2023 bis Juli 2024, gleiche mittlere Karenz von 4,2 ± 1,2 Tagen) und sind nicht unabhängig voneinander [s26, s35]. Zur Masturbationshäufigkeit liegen nur Randbefunde vor: Huang et al. (Spenderkandidaten in Hunan) berichteten eine negative Korrelation der Masturbationshäufigkeit mit der Konzentration (p = 0,013) bei zirkulärem Eignungskriterium [s76]; Cui et al. (568 Studierende in Chongqing) fanden, dass früher Beginn der Pornografienutzung mit niedrigerer Spermienkonzentration und Gesamtspermienzahl einherging, während die Abstinenzdauer vor der Probe und die Masturbationshäufigkeit als eigene Größe im Abstract nicht ausgewertet sind [s73].

**Sehr kurze Karenz und zweites Ejakulat.** Ji et al. (Changsha, 101 Männer mit normaler und 53 mit eingeschränkter Spermienzahl oder -beweglichkeit) fanden nach ein bis drei Stunden eine bessere Beweglichkeit und einen niedrigeren DFI und beschrieben 245 unterschiedlich exprimierte tRNA-abgeleitete Fragmente, wobei die Sequenzierung nur fünf Männer umfasste; das ist eine Hypothese zum Mechanismus und kein klinischer Beleg [s18]. Li et al. (Nanning) untersuchten in einer Geschwister-Oozyten-Studie bei Oligoasthenozoospermie 786 Oozyten aus 67 ICSI-Zyklen: Das zweite Ejakulat zeigte bessere Beweglichkeit, Normalform und DNA-Integrität, die hochwertige Blastozystenrate lag bei 24,79 gegenüber 14,67 % (p < 0,05), klinische Schwangerschaft (59,09 gegenüber 47,37 %), Einnistung und Lebendgeburt (40,91 gegenüber 31,58 %) waren jedoch nicht signifikant unterschiedlich [s49].

**Zeitpunkt.** Liu et al. (Chongqing) werteten 33.430 Proben einer Spermabank aus, die zwischen 8 und 17 Uhr gewonnen wurden; Gesamtspermienzahl, Konzentration, Volumen und Beweglichkeit schwankten mit der Tageszeit, und jede Stunde früher oder später als 11 Uhr war mit einem 1,14-fachen Risiko der Nichteignung verbunden. In einem Laborteil mit sechs Freiwilligen (36 Proben, kontrollierte Karenz) lagen die günstigsten Werte meist zwischen 11 und 15 Uhr [s61]. Bai et al. (Hefei, 746 Männer) fanden, dass eine längere Dauer der Probengewinnung (Median 7,0 Minuten) mit schlechterer Samenqualität einherging, mit einer Odds Ratio von 2,06 (1,31 bis 3,25) für Asthenozoospermie im dritten Quartil gegenüber dem ersten [s45]. Zur Frage, ob der Zeitpunkt des Verkehrs im Zyklus mit der Samenqualität zusammenhängt, wurde keine chinesische Studie gefunden. Es gibt aber Verhaltensbefunde der Paare: Bei Yu et al. praktizierten 28,2 % (44/156) der Männer mit leichter bis mäßiger und 25,7 % (17/66) mit schwerer bekannter Störung zeitgesteuerten Verkehr gegenüber 11,8 % (20/170) in der Gruppe ohne frühere Untersuchung und 16,2 % bei Normozoospermie (p < 0,001); die Autoren deuten das als Folge langer erfolgloser Versuche [s68].

**Verkehr, Sexualfunktion und Begleitgrößen.** Yu et al. (426 Männer aus Paaren mit Schwangerschaftsverlust, Changchun) fanden, dass 50,6 % der Gruppe mit hohem DFI seltener als einmal pro Woche Verkehr hatten, gegenüber 23,2 % der normozoospermen Gruppe, bei häufigerer erektiler Dysfunktion; das Querschnittsdesign lässt beide Richtungen zu [s69]. Wang et al. (Beijing, fertile Männer) berichteten eine sehr schwache Korrelation der Koitushäufigkeit mit einem zusammengesetzten Samenqualitätswert (r = 0,067; p = 0,03) [s67]. Dai et al. (Hefei, 2.668 Partner infertiler Paare) fanden Koitus mehr als zweimal pro Woche mit einer Ureaplasma-Infektion assoziiert (OR 1,41; 1,04 bis 1,91), während die Infektion selbst nicht mit schlechter Samenqualität zusammenhing; ein direkter Zusammenhang zwischen Koitushäufigkeit und Samenqualität wurde nicht berichtet [s05].

**Gleitmittel.** Zu Gleitmitteln wurde im chinesischen Raum keine einschlägige Studie zur Samenqualität gefunden. Es gibt eine Entwicklungsarbeit zu einem Kontrazeptionsgel mit Gossypol, Tenofovir und Nitroglycerin, das ein absichtlich spermienschädigendes Spermizid ist und an sechs Rattenpaaren getestet wurde; sie sagt nichts über herkömmliche Gleitmittel aus [s81].

**Fachzeitschriften, Leitlinien und Erreichbarkeit.** Neben internationalen Zeitschriften (Frontiers, Asian Journal of Andrology, Reproductive Biology and Endocrinology) erscheinen Arbeiten in der Zhonghua nan ke xue (National Journal of Andrology): Shuai et al. (Zhengzhou, 9.694 Samenproben) fanden eine schwache Korrelation des DFI mit der Karenz (r = 0,10; p < 0,01), und Tang et al. (Guangzhou, 1.152 Männer mit Zeit bis zur Schwangerschaft von höchstens 12 Monaten) fanden bei 5 bis 7 Tagen Karenz höhere Konzentration, Gesamtzahl und Gesamtzahl progressiv beweglicher Spermien [s94, s131]. Die Datenbanken führen dafür englische Titel und Abstracts, die chinesischen Originalartikel wurden nicht abgerufen. Weitere Kohorten sind Zou et al. (1.194 Militärangehörige aus sechs Regionen Chinas; Jahreszeit, Höhenlage und Karenz waren mit der Samenqualität assoziiert), Shi et al. (Hongkong, 328 Männer) und Lu et al. (Nanjing, 1.010 subfertile Männer) [s100, s102, s140]. Eine ostasiatische Leitlinie zur Karenzdauer oder zu Gleitmitteln wurde nicht gefunden; die WHO-Empfehlung von 2 bis 7 Tagen erscheint nur als zitierte Referenz in den Studien [s27, s59, s99]. CNKI war nicht erreichbar (Weiterleitung ohne Inhalt, Verbindungsfehler bei der Suchadresse), Wanfang lieferte nur eine per JavaScript aufgebaute Hülle ohne Trefferliste im Quelltext. Suchbegriffe in chinesischen Schriftzeichen lieferten in Europe PMC keine eigenständigen Treffer außerhalb der englischen Indexierung. Das chinesische Schrifttum ist daher vermutlich deutlich unvollständig erfasst, und nur die Metaanalyse von Du et al. gibt mittelbar Auskunft [s32].

**Methodische Hinweise.** Alle Befunde sind Assoziationen in selbst ausgewählten klinischen Populationen; Männer ohne Kinderwunsch sind kaum vertreten (Ausnahmen: Studierende, Militärangehörige, fertile Männer, Spenderkandidaten) [s61, s67, s73, s76, s131, s140]. Die Karenz beruht meist auf Selbstangabe und ist oft auf 2 bis 7 Tage begrenzt, sodass Kurzzeit- und Langzeitwirkungen außerhalb dieses Bereichs nur in wenigen Studien sichtbar werden [s14, s18, s27, s32].

### Japanisch

**Eigene Literatur.** Aus Japan stammen im Material wenige, kleine Studien: drei Humanstudien, zwei arbeitsmedizinische Arbeiten und zwei Tierstudien, mit Fallzahlen von 36 bis 402 [s43, s48, s87, s137, s148, s152, s158]. Eine eigene japanische Kohorte zu Samenqualität und Verhaltensgrößen im großen Maßstab gibt es im Material nicht.

**Tageszeit.** Shimomura et al. (Saitama, 20 fertile und 20 infertile Männer) knüpfen an die in Japan übliche Samengewinnung am frühen Morgen für Inseminationen an. Bei einer festgelegten Karenz von drei Tagen wurde je eine Probe am frühen Morgen und eine am Abend abgegeben. Bei fertilen Männern waren die Gesamtzahl beweglicher Spermien (TMSC) und die Gesamtspermienzahl am Abend signifikant höher, bei infertilen Männern nur die TMSC. Das Abstract nennt keine Effektgrößen oder p-Werte, die Reihenfolge war nicht als randomisiert beschrieben, und die Aussage, eine Insemination könne mit Abendproben leichter gelingen, ist eine Vermutung ohne Schwangerschaftsdaten. Der Befund (Abend besser) steht im Kontrast zum chinesischen Optimum von 11 bis 15 Uhr [s61, s87]. Es ist die einzige Arbeit zur Tageszeit im Sinne der Praxis des Landes.

**Karenz als Nebenbefund.** Yoshiakwa-Terada et al. (Mie, 359 Patienten) fanden den DFI (TUNEL, Durchflusszytometrie) mit dem Alter, der sexuellen Karenzzeit und computergestützten Spermienmaßen korreliert; Korrelationskoeffizienten nennt das Abstract nicht [s43]. Komiya et al. (Chiba, 402 männliche Partner mit auffälligem Erstbefund) berichteten nach Lebensstilberatung verbesserte Samenparameter und DNA-Fragmentierung, jedoch keine Verbesserung unter anderem bei Männern mit Karenz über drei Tage; die Studie hat keine Kontrollgruppe, die Untergruppenvergleiche sind explorativ [s48]. Konishi et al. verfolgten in Japan prospektiv 80 Frauen, die ihr erstes Kind erwarteten: 44 % (35) empfingen natürlich, in 18 % (58 von 319) der Zyklen gab es keinen Verkehr in der fruchtbaren Phase, und höhere Koitusfrequenz war mit höherer Empfängniswahrscheinlichkeit verbunden (Odds Ratio 1,23; 1,02 bis 1,47) [s85].

**Arbeitsmedizin.** Kamijima und Mitarbeiter verglichen 18 Insektizid-Sprüher mit 18 Kontrollen in zwei Jahreszeiten; die Wechselwirkung von Gruppe und Karenz war nur in der Sommeruntersuchung für den Anteil normal geformter Spermien signifikant, die Karenz ist dort Kovariate [s152]. Kamijima nennt in einer japanischen Methodenübersicht (Nippon Eiseigaku Zasshi, 2005) die Kontrolle der Karenzzeit und der Vorerkrankungen als notwendig, ohne eigene Zahlen [s148]. Diese Arbeiten zeigen eine Besonderheit des Landes: Die Karenz wird als Störgröße bei Berufsstudien benannt.

**Tierversuche.** Kawakami et al. (Hunde, 8 Rüden mit gleichzeitiger Asthenozoospermie und Teratozoospermie) fanden bei 12-Stunden-Entnahmeintervall einen Anstieg der Beweglichkeit von rund 65 auf etwa 80 % und ein Absinken des Anteils von Spermien mit abnormem Flagellum von 30 auf 15 %; die Verbesserung durch häufige Entnahme war nach Aussage der Autoren vorübergehend [s158]. Oba et al. (5 Kater, vier aufeinanderfolgende Ejakulate) fanden dagegen eine Abnahme von Spermienzahl, Beweglichkeit und Vitalität; die Spermienzahl der ersten Probe machte 55,0 % der Gesamtzahl aus [s137]. Die gegensätzlichen Richtungen sprechen gegen eine einfache Übertragung auf den Menschen.

**Ältere japanische Literatur, Datenbanken und Leitlinien.** Über die Datenbank CiNii wurden drei bibliografische Datensätze zu Karenz und Samen identifiziert, die ohne Abstract vorliegen und deshalb nicht bewertet werden: ein Beitrag von 村上旭 zu „禁欲期間と精液所見について“ (Karenzdauer und Samenbefunde) in der Nihon Funin Gakkai Zasshi von 1961, ein Beitrag von 岩本晃明 zur Karenzdauer als Störgröße für die Spermienzahl in internationalen Vergleichen (Endocrine Disrupter News Letter, 2003) und ein Beitrag von 田部井徹 und 広井正彦 zu „禁欲期間と精子の運動性“ (Karenzdauer und Spermienbeweglichkeit) in der Zeitschrift 臨床婦人科産科 von 1988. Inhalte wurden nicht abgerufen. J-STAGE war erreichbar (Such-Schnittstelle und Artikelseiten), die Treffer zu „潤滑剤 精子“ betrafen aber technische Schmierstoffe oder Tierfortpflanzung und nicht den Menschen; zu Gleitmitteln wurde keine einschlägige japanische Studie gefunden. CiNii lieferte Metadaten, aber keine Abstracts. Eine japanische Leitlinie zur Karenz oder zu Gleitmitteln wurde nicht gefunden.

### Koreanisch

**Eigene Literatur.** Aus Korea liegen im Material vier Quellen vor, alle auf Englisch veröffentlicht, in internationalen oder englischsprachigen koreanischen Zeitschriften. Koreanischsprachige Originalartikel aus KCI, KoreaMed oder DBpia konnten nicht abgerufen werden. Eine koreanische Studie zur Wirkung der Karenz auf die Rohsamenparameter wurde nicht gefunden. Die Arbeiten betreffen klinische Endpunkte, die Stabilität wiederholter Messungen, das Verhalten bei zeitgesteuertem Verkehr und die Verträglichkeit eines Vaginalprodukts.

**Klinische Endpunkte.** Lee et al. (Seoul, 449 erste ICSI-Zyklen) verglichen 2 bis 7 Tage mit mindestens 8 Tagen Karenz, getrennt nach Alter der Frau (unter 38 und ab 38 Jahre). Befruchtung, Embryoqualität, biochemische, klinische und fortlaufende Schwangerschaft, Fehlgeburt und Einnistung unterschieden sich nicht, und die Autoren regen eine Überprüfung des WHO-Kriteriums an. Das Abstract nennt keine Gruppengrößen je Stratum oder Effektschätzer, und die Spermien wurden vor der ICSI mit Swim-up aufbereitet; kein Nachweis von Unterschieden ist kein Nachweis von Gleichheit [s99]. Ahn et al. (Südkorea, 285 Frauen, 854 Zyklen) beschrieben bei zeitgesteuertem Verkehr eine klinische Schwangerschaftsrate von 28,1 % je Paar und 9,4 % je Zyklus, wobei eine Subfertilität von mindestens 24 Monaten (Odds Ratio 0,193; 0,043 bis 0,859) und Endometriose (0,282; 0,106 bis 0,746) ungünstig waren; das Design dient der Prognose und nicht der Frage der Samenqualität [s70].

**Wiederholte Ejakulate.** Kim et al. (Seongnam, 81 Männer mit Krebserkrankungen) gewannen vor der Behandlung an bis zu drei aufeinanderfolgenden Tagen Samen zur Kryokonservierung (im Mittel 2,6 ± 0,8 Proben je Patient). Das Volumen der Proben von Tag 2 und Tag 3 war signifikant niedriger als das von Tag 1; der Intraklassenkorrelationskoeffizient war für den DFI (0,68; 0,45 bis 0,84) und das Volumen (0,67; 0,45 bis 0,84) am höchsten, das heißt die Schwankung innerhalb der Person war gering im Verhältnis zu der zwischen Personen. Im ostasiatischen Material ist dies die einzige Studie mit Proben an aufeinanderfolgenden Tagen; sie betrifft jedoch Krebspatienten und zielt auf die Stabilität der Messwerte [s60].

**Verhalten und Sexualfunktion.** Bak et al. (Seoul, 439 Männer, drei Jahre) beobachteten, dass bei 188 Männern (42,8 %) neu eine erektile Dysfunktion auftrat und 47 Männer (10,7 %) außereheliche Kontakte hatten; mit der Zahl der Episoden zeitgesteuerten Verkehrs stieg die Zahl der Männer mit erektiler Dysfunktion (p < 0,0001). Die Studie betrifft das Verhalten und die Sexualfunktion, nicht die Samenqualität, und hat kein Vergleichskollektiv ohne zeitgesteuerten Verkehr [s133].

**Gleitmittel.** Park et al. (Seoul, 20 Samenproben infertiler Männer) inkubierten gewaschene Spermien 30 Minuten mit zehn Prozent des Vaginalreinigers Inclear und fanden keinen signifikanten Unterschied zur Kontrolle; die Autoren empfehlen das Produkt auch als Gleitmittel. Das geht über die Daten hinaus: Es wurde ein Reinigungsprodukt und kein Gleitmittel untersucht, mit geringer Teststärke, sodass die Studie nicht als Beleg für Unbedenklichkeit gewertet wird [s124].

**Leitlinien, Taiwan und Erreichbarkeit.** Eine koreanische Leitlinie wurde nicht gefunden; aus Taiwan fand sich keine einschlägige Studie. KCI war erreichbar, die Suchadresse lieferte aber eine Fehlerseite (404). KoreaMed lieferte nur das Suchformular ohne auswertbare Trefferliste, DBpia antwortete nicht (Verbindungsfehler). Eine Suche in koreanischer Schrift (etwa 사정 빈도, 금욕 기간) in Europe PMC lieferte keine eigenständigen Treffer. Das koreanische Schrifttum in koreanischer Sprache ist damit nicht beurteilbar.

### Russisch

**Eigene Literatur.** In russischer Sprache fand sich keine Primärstudie, die Karenzdauer, Ejakulationshäufigkeit oder Gleitmittel unmittelbar mit der Samenqualität verknüpft. Weder über die PubMed-Indexierung russischer Zeitschriften (etwa Urologiia) noch über CyberLeninka ließen sich solche Studien finden. Die erreichbaren russischsprachigen Quellen sind methodische Fachbeiträge und Expertendiskussionen, eine Laborberichts-Analyse, zwei sibirische Kohorten mit Karenzvorgabe und eine Tierstudie. Sie dokumentieren vor allem, wie die Karenz in der russischen Praxis standardisiert wird.

**Standardisierung in Fachbeiträgen.** Das „Протокол проведения спермиологического исследования“ (Protokoll zur Durchführung der spermiologischen Untersuchung) von Bragina (2014, Андрология и генитальная хирургия) fasst das WHO-Handbuch von 2010 mit eigenen Anmerkungen zusammen. Die Karenz betrage 2 bis 7 Tage, für maximale Standardisierung seien 3 bis 4 Tage optimal. Die Probe werde durch Masturbation in einem nichttoxischen Gefäß gewonnen; ein Kondom sei nur bei speziellen, nicht spermizid wirkenden Kondomen zulässig. Der Patient solle vor der Abgabe über die Karenzzeit, fehlende Wärmeanwendungen, Antibiotikaeinnahme und große Alkoholmengen unterrichtet werden. Ein erhöhter Anteil von Spermien mit zytoplasmatischem Tropfen könne bei kurzer Karenz und häufigen Ejakulationen vorkommen. Der Beitrag enthält keine eigenen Daten und hat einen Meinungsanteil der Autorin [s126]. Die Wiedergabe einer Diskussion beim XIII. Kongress der Russischen Urologengesellschaft (Moskau, 6. bis 8. November 2013) mit sechs Fachleuten und einem Moderator, „Методы сбора эякулята: преимущества, недостатки и влияние на показатели спермограммы“ (Methoden der Ejakulatgewinnung: Vorteile, Nachteile und Einfluss auf die Spermiogrammwerte; Андрология и генитальная хирургия 2014, Heft 3), enthält Expertenmeinungen und keine Daten. Genannt wird, dass ein Spermiogramm keine Fertilitätsprognose, sondern eine Momentaufnahme sei und die Standardkarenz den Vergleich mit Normwerten erlaube. Ein Teilnehmer nahm bei täglicher Ejakulation eine relative Oligozoospermie an und empfahl in den ein bis zwei Wochen vor der Abgabe jeweils zwei bis drei Tage Karenz; ein anderer meinte, täglicher Geschlechtsverkehr könne die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit senken, was im Text ohne Beleg steht. Zum Vergleich: Die direkt messende Studie zur täglichen Ejakulation über 14 Tage fand einen Rückgang von Volumen, Gesamtzahl beweglicher Spermien und Konzentration mit Plateau ab Tag 3 und keine Veränderung der DNA-Integrität; Schwangerschaften wurden dort nicht erfasst [s113, s121]. Der russische Text gibt damit die damalige Fachmeinung wieder, keine Evidenz.

**Laborpraxis.** Apolichin und Mitarbeiter („Первый анализ приверженности лабораторий в Российской Федерации Шестому изданию Лабораторного Руководства ВОЗ по исследованию и обработке эякулята человека“, Erste Analyse der Befolgung der sechsten Auflage des WHO-Laborhandbuchs durch Laboratorien in der Russischen Föderation; Экспериментальная и клиническая урология 2025) werteten Spermiogramm-Befunde aus 72 Laboratorien in 19 Subjekten der Russischen Föderation (September 2021 bis September 2024) aus. Nur 37 von 72 Berichten (51,4 %) nennen eine WHO-Auflage; Referenzwerte der 6. Auflage fanden sich in 3 Berichten (4,2 %), der 5. Auflage in 58 (80,5 %). Die Karenzzeit war in 48 Berichten (66,7 %) angegeben, die Zeit zwischen Abgabe und Untersuchungsbeginn in 3 (4,2 %). Wo die Karenz fehlt, lässt sich ein Spermiogramm nicht mit den karenzabhängigen Befunden dieses Kapitels in Beziehung setzen. Einschränkend wurden die Berichte von Patienten vorgelegt und nicht zufällig aus den Laboren gezogen [s28].

**Sibirische Kohorten.** Osadtschuk et al. (Kemerowo, „Исследование показателей сперматогенеза и гормонального статуса у молодых мужчин западной Сибири“, Untersuchung der Spermatogenese-Kennwerte und des Hormonstatus bei jungen Männern Westsibiriens; Экспериментальная и клиническая урология 2016) untersuchten 111 Freiwillige im Alter von 18 bis 25 Jahren, die in den zwei bis drei Tagen vor der Untersuchung auf Geschlechtsverkehr und Alkohol verzichten sollten. Die mittlere Karenz der Gesamtgruppe betrug 3,9 ± 0,3 Tage. Der abgerufene Seitentext enthält keine Auswertung nach Karenz, sie ist hier nur Rahmenbedingung [s115]. In einer weiteren Querschnittsstudie mit Osadchuk als Erstautor an 133 jungen Männern (Urologiia 2017, Titel in PubMed mit englischer Übersetzung in eckigen Klammern) hatten Rauchen und Alkohol keinen Einfluss auf die Spermatogenese; Rauchen von mehr als zehn Zigaretten täglich und mäßiger Alkoholkonsum gingen mit höherem Serumtestosteron und mit „häufigeren Sexualkontakten“ einher. Zahlen zur Kontakthäufigkeit stehen nicht im Abstract, und die Kontakthäufigkeit wird nicht direkt zur Samenqualität in Beziehung gesetzt [s105]. Eine Tierstudie von 1997 an jungen Silberfüchsen („Sexual activity and anomalous spermatogenesis“) fand den Anteil morphologisch defekter Spermien bei sexuell inaktiven Männchen signifikant niedriger als bei aktiven; die Zahlenwerte im Abstract sind durch Formatverlust unleserlich und werden nicht wiedergegeben [s161].

**Leitlinien und Erreichbarkeit.** Eine russischsprachige Leitlinie wurde nicht gefunden. In Europe PMC lieferten Suchwörter in kyrillischer Schrift 0 Treffer; der Sprachfilter fand dagegen 1.637 Datensätze mit russischer Sprachmarkierung und englischen Titelübersetzungen. CyberLeninka war erreichbar: Die Suchseite lieferte keine Ergebnisliste im HTML, die JSON-Schnittstelle funktionierte aber, und Volltexte der Artikelseiten waren abrufbar; vier Artikel wurden darüber ausgewertet [s28, s115, s121, s126]. eLIBRARY.ru lieferte nur eine sehr kurze Seite (714 Byte), eine Suche wurde nicht ausgeführt. Neuere russische Daten zur Ejakulationshäufigkeit wurden nicht gefunden. Die Zahlen mancher russischer Abstracts sind unleserlich, was die Auswertung zusätzlich begrenzt [s161]. Die Lücke ist daher teilweise eine Lücke des Zugangs.

### Arabisch

**Eigene Literatur.** Aus dem arabischen Raum fand sich keine in arabischer Sprache veröffentlichte Humanstudie und keine Humanstudie mit Erstautor-Sitz in einem arabischen Land zu Karenz, Ejakulationshäufigkeit oder Gleitmitteln. Arabischsprachige Suchbegriffe lieferten in Europe PMC keine Treffer; der Sprachfilter für Arabisch fand 0 Datensätze. Es gibt für diesen Raum nur Tierstudien und Arbeiten internationaler Gruppen mit arabischer Beteiligung.

**Tierstudien.** Al-Bulushi et al. (Oman, 2018) untersuchten 7 Dromedarhengste über 8 Wochen mit einer oder zwei Samensammlungen je Woche. Bei einmaliger Sammlung war die Konzentration höher (403 ± 16 gegenüber 261 ± 18 × 10^6 Spermien/ml; p < 0,001), der Anteil verwertbarer Ejakulate betrug 100 % gegenüber 69 % bei zweimaliger Sammlung, und bei zweimaliger Sammlung sanken Progressivbeweglichkeit und Geschwindigkeitsmaße (p < 0,001). Nur 7 Tiere, andere Art, Hochsaison [s95]. Najjar et al. (Tunesien, 2025) bewerteten bei 13 Araberhengsten (49 Ejakulate) die Erregung auf einer vierstufigen Skala: Niedrige Erregung verbesserte die Spermienbeweglichkeit in frischem und gefrorenem Samen (p < 0,01), die rossige Stute verbesserte Beweglichkeit und Konzentration des frischen Samens (p < 0,05). Der Befund (geringere Erregung, bessere Beweglichkeit) steht im Kontrast zu den türkischen Humanbefunden zu längerer Erregung; Arten und Messbedingungen sind nicht vergleichbar [s15, s19]. Boulbina et al. (Algerien, 2026) hielten je 14 Rammler zweier Kaninchenrassen und gewannen wöchentlich zwei aufeinanderfolgende Ejakulate; lokale algerische Tiere hatten höhere Konzentration (p = 0,01), Vitalität (p = 0,02) und Membranintegrität (p = 0,04). Ziel der Studie war der Rassenvergleich, nicht die Ejakulationshäufigkeit, und ein Ergebnis zur Reihenfolge der Ejakulate nennt das Abstract nicht [s03].

**Humanarbeiten mit arabischer Beteiligung.** Drei Humanarbeiten mit arabischen Koautoren haben ihren Erstautor-Sitz außerhalb der Region und werden deshalb als internationale Referenz behandelt: die Studie von Agarwal et al. (Cleveland) zum zeitlichen Verlauf der Karenz bei Normozoospermie (Proben nach 1, 2, 5, 7, 9 und 11 Tagen; 1 und 2 Tage Karenz hatten die geringste Fragmentierung), die Metaanalyse von Lo Giudice et al. (Catania) und die Analyse von Russo et al. (Catania, mit Koautoren aus Riad) [s23, s38, s108].

**Nachbarraum Iran (persischsprachig, englisch publiziert).** Der Iran gehört nicht zu den angefragten Sprachräumen, wird aber wegen der regionalen Nähe hier aufgeführt. Vahidi et al. (Yazd, 65 Männer mit erhöhter DNA-Schädigung) fanden, dass kurze Karenz den TUNEL-Wert von 20,64 auf 17,38 % senkte (p = 0,028); stratifiziert sank er bei Ausgangswerten über 20 % von 27,85 auf 19,14 %, stieg aber bei Ausgangswerten unter 20 % von 11,89 auf 15,17 %. Beide Maßnahmen (Antioxidanzien und kurze Karenz) wurden an denselben Patienten geprüft, und die Stratifizierung am Ausgangswert ist anfällig für Regression zur Mitte [s80]. Azizi et al. (Teheran, 1.003 frische ICSI-Zyklen) fanden, dass Volumen und Gesamtzahl mit der Karenz stiegen, aber Karenz und Spermaparameter keinen Einfluss auf die Schwangerschaftsraten hatten [s57]. Hosseini et al. (Isfahan, 50 Männer mit Oligo-Astheno-Teratozoospermie) fanden in der zweiten Probe 1 bis 2 Stunden nach der ersten eine höhere Progressivbeweglichkeit und eine niedrigere DNA-Fragmentierung (p < 0,05); die Einheiten fehlen im Abstract [s17]. Rafaee et al. (Teheran, 45 Personen) fanden für das parabenfreie Gleitgel BabyDance weder in vitro (20 Patienten) noch bei 25 Anwendern eine Änderung von pH, Vitalität oder Beweglichkeit; Zweck war die Eignung für die Samengewinnung in der Klinik [s64].

**Leitlinien und Erreichbarkeit.** Eine arabischsprachige Leitlinie wurde nicht gefunden. Für Arabisch gibt es keinen einzigen auswertbaren Zugang: Arab World Research Source (EBSCO) leitete auf eine Anmeldeseite weiter (HTTP 302), Mandumah leitete ohne Inhalt weiter, die algerische Plattform ASJP hatte keine Verbindung, und die Egyptian Knowledge Bank lief nach rund 21 Sekunden in eine Zeitüberschreitung. Ob in diesen Datenbanken einschlägige arabischsprachige Arbeiten liegen, konnte nicht geprüft werden. Die Aussage lautet deshalb: Es gibt im zugänglichen Material keine arabischsprachige Literatur zu diesem Thema, und die Lücke ist zu einem unbekannten Teil eine Lücke des Zugangs.

### Türkisch

**Eigene Literatur.** Die Türkei liefert unter den drei zuletzt behandelten Sprachräumen die meisten eigenen Daten. Es gibt zwei randomisierte Studien zur Karenz mit Schwangerschaft als Endpunkt, zwei Studien zur sexuellen Erregung bei der Probengewinnung, eine ältere Studie zu zwei aufeinanderfolgenden Ejakulaten, drei Arbeiten aus dem Verzeichnis TR Dizin in türkischer Sprache und eine Studie zur Jahreszeit.

**Randomisierte Studien.** Degirmenci et al. (Gazi-Universität Ankara, 2020) randomisierten 90 Patienten, die für eine intrauterine Insemination mit Ovarialstimulation vorgesehen waren, in drei Karenzgruppen (0 bis 2, 3 bis 4, über 4 Tage). Der Nitroblau-Tetrazolium-Test auf reaktive Sauerstoffspezies war bei über 4 Tagen in 70 % der Proben stärker gefärbt gegenüber 43,3 und 50 % (p = 0,013 und 0,014), die Schwangerschaftsraten lagen bei 26,7, 16,7 und 6,7 % (p = 0,039). Die Gruppen sind klein (rechnerisch 30 Patienten je Gruppe, eine Rückrechnung aus den Prozentwerten), und es wird kein Konfidenzintervall berichtet [s82]. Kabukçu et al. (Pamukkale-Universität Denizli, 2021) randomisierten 120 Paare mit unerklärter Infertilität auf 1 oder 3 Tage Karenz: Schwangerschaftsrate 17,3 gegenüber 18,5 % (p = 0,803), DNA-Fragmentierung 20,71 ± 11,01 gegenüber 23,78 ± 12,64 (p = 0,187). Die Registrierung im Studienregister (NCT04361292) erfolgte erst nachträglich (27. April 2020), und die Teststärke für kleine Unterschiede fehlt [s77]. Die beiden Studien widersprechen sich nicht: Die zweite betrifft nur den Kurzbereich von 1 bis 3 Tagen.

**Sexuelle Erregung bei der Probengewinnung.** Sertkaya et al. (Istanbul, 2022, 100 Patienten im Alter von 18 bis 45 Jahren) ließen die Männer in der dreitägigen Karenz täglich ein 20-minütiges Video ansehen. Normale Spermienform, Konzentration, Gesamt- und Progressivbeweglichkeit blieben unverändert, signifikant verändert waren nur das Volumen und die Gesamtzahl beweglicher Spermien (p < 0,001), wobei das Abstract die Richtung nicht nennt. Es gab keine Kontrollgruppe [s65]. Beyatlı et al. (Istanbul, 2025, 205 infertile Männer, zwei Proben im Abstand von etwa vier Wochen) verlängerten in der zweiten Sitzung die Dauer des erotischen Videos von median 8 auf 15 Minuten; die Konzentration stieg von 19 auf 24 × 10^6/ml, die Gesamtbeweglichkeit von 43 auf 46 % und die Progressivbeweglichkeit von 33 auf 37 % (je p < 0,001), die Morphologie blieb unverändert. Die Korrelationen der Änderungen waren schwach (ρ = 0,21 bis 0,27), und Verbesserungen zeigten sich bei Nichtrauchern, nicht bei Rauchern. Die Reihenfolge der Sitzungen war nicht umgekehrt, sodass Lern- und Gewöhnungseffekte denkbar sind; die Studie betrifft das Sexualverhalten und nicht die Karenz [s15].

**Zwei Ejakulate im Abstand von 60 Minuten.** Gülmez et al. (Kayseri, 1991, Andrologia) ließen 37 infertile Männer zwei Ejakulate im Abstand von 60 Minuten abgeben, was 33 gelang. Im zweiten Ejakulat blieb die Spermiendichte unverändert, das Volumen sank signifikant (p < 0,01), die Beweglichkeit stieg signifikant (p < 0,05). Die anschließende Behandlung mit Prazosin und Terbutalin ist für das Thema nicht relevant; das alte Abstract nennt keine Mittelwerte [s167].

**Türkischsprachige Arbeiten (TR Dizin).** Direk und Mitarbeiter („Cinsel perhiz süresi ve semen parametreleri arasındaki ilişki“, Zusammenhang zwischen der Dauer der sexuellen Enthaltsamkeit und den Spermaparametern; Androloji Bülteni 2018) werteten retrospektiv 170 Patienten mit normalem Spermiogramm aus (0 bis 1 Tag: 30; 2 bis 5 Tage: 90; 6 bis 7 Tage: 50). Mit längerer Karenz stiegen Volumen, Konzentration und der Anteil unbeweglicher Spermien signifikant, Gesamt- und Progressivbeweglichkeit sanken signifikant; Effektgrößen und p-Werte nennt das Abstract nicht [s97]. Turgut und Özgür („Mastürbasyon Sıklığı Sperm Parametrelerini Etkiler mi?“, Beeinflusst die Masturbationshäufigkeit die Spermaparameter?; Journal of Urological Surgery 2020) verglichen bei 48 Männern mit primärer Infertilität die monatliche Masturbationshäufigkeit zwischen Männern, bei denen operativ Spermien gefunden wurden (Mittelwert 4,0 ± 1,3), und solchen ohne lebende Zellen (1,9 ± 0,9; p < 0,001). Die Gruppengrößen fehlen im Abstract, die Häufigkeit beruht auf Selbstangabe, und die Gefahr der umgekehrten Kausalität ist hoch; die Autoren schreiben selbst, der Zusammenhang sei wissenschaftlich nicht erklärt [s84]. Das ist die einzige türkische Arbeit, die die Häufigkeit eines Verhaltens als Hauptgröße untersucht. Özkavukcu, Doğan und Baysal („Sigara İçen Bireylerde Cinsel Perhiz Süresinin Sperm Parametrelerine Etkisi“, Einfluss der Dauer der sexuellen Enthaltsamkeit auf die Spermaparameter bei Rauchern; TÜBİTAK-Projekt 220S052, 2022) verglichen bei normozoospermen Starkrauchern und Nichtrauchern Proben nach 7 und nach 1 Tag. In allen Gruppen stiegen Volumen und Gesamtspermienzahl mit der Karenz, die übrigen Parameter einschließlich DNA-Fragmentierung änderten sich nicht signifikant; nach langer Karenz war das Seminalplasma-Malondialdehyd bei Nichtrauchern höher. Fallzahlen und p-Werte stehen nicht im Abstract, und es handelt sich um einen Projektbericht, keinen Zeitschriftenartikel [s66].

**Jahreszeit.** Demir et al. (Kars, 2016, 80 Männer, 20 bis 35 Jahre) maßen im Winter und im Sommer Hormone und den IIEF-Fragebogen und erfragten die Zahl der Ejakulationen je Woche. Es gab signifikante Unterschiede zwischen Winter und Sommer bei IIEF, Häufigkeit der sexuellen Gedanken und der Ejakulationen sowie bei Testosteron und FSH, Zahlenwerte stehen nicht im Abstract. Die Studie untersucht keine Samenqualität, belegt aber, dass die selbst berichtete Ejakulationshäufigkeit jahreszeitlich schwankt, was bei Querschnittsstudien zur Ejakulationshäufigkeit als Störgröße in Frage kommt; das ist eine Schlussfolgerung der Recherche und nicht der Studie [s109].

**Leitlinien, Zeitschriften und Erreichbarkeit.** Eine türkische Leitlinie wurde nicht gefunden. Eine einzige türkische Arbeit mit dem Begriff „timed intercourse“ im Titel (Ankara, 2019, Vergleich Insemination gegenüber zeitgesteuertem Verkehr bei PCOS) hat keine Samenqualität als Ergebnis und wurde nicht aufgenommen. Zu Gleitmitteln gibt es keine türkische Studie in der Landessprache. Die Zeitschriften Androloji Bülteni und Journal of Urological Surgery liefern Abstracts auf Türkisch und Englisch; Volltexte liegen teils nur als PDF in TR Dizin vor und wurden nicht ausgewertet. TR Dizin war über die JSON-Schnittstelle erreichbar und lieferte Treffer mit Abstracts. DergiPark leitete die Suche auf eine Verifikationsseite weiter („bitte bestätigen Sie, dass Sie ein Mensch sind“), es wurden keine Treffer abgerufen; dessen Inhalte sind teilweise über TR Dizin sichtbar. Türkische Suchbegriffe lieferten in Europe PMC höchstens fünf Treffer je Anfrage, der Sprachfilter fand 7 Datensätze. Der Schwerpunkt der türkischen Forschung liegt auf der Samengewinnung (Erregung, Video, zweite Probe) und auf Oxidations- und DNA-Maßen [s15, s65, s66, s82, s167].

# Kapitel 05: Widersprüche, Grenzen, offene Fragen und Einordnung

Dieses Kapitel schließt die Gesamtstudie zur Frage ab, wie Ejakulationshäufigkeit, Karenzzeit, Gleitmittel und das Sexualverhalten (Häufigkeit und Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs) mit der Samenqualität zusammenhängen. Es stellt die Befunde nebeneinander, die sich auf den ersten Blick widersprechen, und prüft, welche Erklärungen die Quellen selbst anbieten und welche nur naheliegen. Zahlen stammen ausschließlich aus den Rechercheberichten und aus der Quellenliste der Studie; wo eine Zahl zusätzlich im Original abgerufen wurde, steht das ausdrücklich dort. Zitiert wird mit den Kennungen [sNN] aus dem Quellenverzeichnis am Ende des Kapitels. Aussagen, die eine Deutung der jeweiligen Autoren oder eine Einschätzung dieses Kapitels sind, sind als solche gekennzeichnet; sie sind keine gesicherten Befunde. Das Kapitel enthält keine Therapieempfehlung und ersetzt keine Diagnose.

## Widersprüche und ihre mögliche Erklärung

Die Literatur zum Thema ist umfangreich, aber nicht einheitlich. Einige scheinbare Widersprüche lösen sich auf, sobald man genau liest, was gemessen wurde: Eine Studie vergleicht eine Stunde mit mehreren Tagen, eine andere zwei mit sieben Tagen, eine dritte vergleicht Männer mit und ohne Befundstörung. Andere Widersprüche bleiben bestehen und sind mit dem vorliegenden Material nicht zu entscheiden. Beides wird im Folgenden getrennt benannt.

### Ein Querschnittsproblem vorweg: Vorzeichen, Grenzen und Begriffe

Bevor einzelne Befunde gegeneinandergestellt werden, sind drei Quellen scheinbarer Widersprüche zu nennen, die mit der Biologie nichts zu tun haben.

Erstens kehren Studien das Vorzeichen um. Die Dosis-Wirkungs-Metaanalyse von Du und Kollegen berechnet die Mittelwertdifferenz als kurze minus lange Karenz und findet bei gesunden Männern für das Volumen -0,95 ml (95-%-Konfidenzintervall -1,16 bis -0,74) [s32]. Die Metaanalyse von Lo Giudice und Kollegen rechnet dagegen lang minus kurz und berichtet ein um 0,96 größeres Volumen bei längerer Karenz [s38]. Beide Aussagen sind gleichsinnig; wer nur die Zahlen liest, könnte sie für gegensätzlich halten.

Zweitens ist „kurze“ und „lange“ Karenz nicht einheitlich definiert. In [s27] bedeutet kurz 0 bis 1 Tag, lang mehr als 7 Tage und die WHO-konforme Spanne 2 bis 7 Tage. In [s38] liegt die Grenze bei zwei Tagen, in [s22] ist kurz weniger als zwei Tage, in [s58] sehr kurz bis zu vier Stunden, in [s88] wird bei vier Tagen geteilt, und zwar mit einem Trennwert, der aus denselben Daten gewonnen wurde. Ein Ergebnis für „kurze Karenz“ ist deshalb ohne Blick auf die Definition nicht mit dem einer anderen Studie vergleichbar.

Drittens sind die Messverfahren verschieden. Die DNA-Fragmentierung wird je nach Studie mit dem Chromatindispersionstest (Halosperm), dem TUNEL-Test, der Durchflusszytometrie oder weiteren Verfahren bestimmt; Werte und Grenzwerte sind nicht direkt austauschbar. Die Diagrammunterlagen der Studie vermerken deshalb für zwei Arbeiten aus Denizli und Isfahan ausdrücklich, dass die Tests verschieden sind und die Werte nicht direkt vergleichbar [s77, s17]. Hinzu kommen unterschiedliche Auflagen des WHO-Laborhandbuchs: Eine russische Erhebung fand, dass nur 3 von 72 Laborberichten (4,2 %) Referenzwerte der sechsten Auflage nannten, 58 (80,5 %) dagegen solche der fünften [s28].

### Widerspruch 1: Mehr Menge, aber nicht mehr Funktion

**Was übereinstimmt.** Mit der Karenzzeit steigen Ejakulatvolumen, Spermienkonzentration und Gesamtspermienzahl. Dieser Befund steht in Metaanalysen [s32, s22, s38] ebenso wie in großen Einzelstudien [s104, s23, s20, s27, s59] und ist der konsistenteste der gesamten Literatur. In der chinesischen Studie aus Nanyang lagen die Mediane des Volumens bei kurzer, empfohlener und langer Karenz bei 2,3, 3,1 und 3,9 ml, die der Konzentration bei 37,4, 60,3 und 92,2 Millionen je ml [s27]. In der Studie aus Fuzhou stieg das Volumen von 2,6 ml am zweiten auf 3,8 ml am siebten Karenztag [s59].

**Was nicht übereinstimmt.** Bei Beweglichkeit, DNA-Fragmentierung, Vitalität und Morphologie gehen die Ergebnisse auseinander. Die Metaanalyse von Du fand bei gesunden Männern eine um 2,37 Prozentpunkte niedrigere DNA-Fragmentierung nach kurzer Karenz, mit einem Konfidenzintervall von -4,73 bis -0,01, dessen obere Grenze also fast bei null liegt; bei Männern mit unerklärter Infertilität war die Differenz -5,63 (-10,19 bis -1,06) [s32]. In Nanyang lagen die Mediane des Fragmentierungsindex bei 11,5, 13,1 und 16,8 Prozent [s27], in Guangzhou bei 11,8, 15,8, 18,1 und 26,7 Prozent über vier Karenzgruppen [s14], und in Fuzhou stieg der Mittelwert von 12,9 Prozent am zweiten auf 16,1 Prozent am siebten Tag [s59]. Die Studie von Dupesh in Indien (2.037 Befunde) fand dagegen für Konzentration, Progressivbeweglichkeit und Normalformen keine signifikanten Unterschiede zwischen sechs Karenzgruppen; nur das Volumen unterschied sich [s83]. Bei normozoospermen Männern der italienischen Serie mit 23.527 Proben stieg die Gesamtzahl von Tag 1 bis Tag 7 von 92,4 auf 191,1 Millionen, die Beweglichkeit (A+B) blieb aber mit 50,0 gegen 48,0 Prozent praktisch gleich (p = 0,43) [s23]. Die Metaanalyse der Studien mit Randomisierung berichtet eine geringere Progressivbeweglichkeit nach längerer Karenz (-1,83; p < 0,01), die Gesamtbeweglichkeit zeigte ohne Signifikanz denselben Wert (-1,83; p = 0,06) [s38]. Dass derselbe Wert zweimal erscheint, ist kein Fehler dieses Berichts: Der über Europe PMC abgerufene Datenbankeintrag enthält ihn so, wie eine Kontrollabfrage ergab. Ob es ein Fehler im Abstract ist, lässt sich ohne den Volltext nicht klären.

**Mögliche Erklärungen.**
- *Abgrenzung der Parameter.* Menge (Volumen, Zahl) hängt unmittelbar davon ab, wie lange sich Sekrete und Spermien ansammeln. Funktionsmaße wie Beweglichkeit und DNA-Integrität hängen von mehr Faktoren ab, darunter dem Alter. In Fuzhou fielen Volumen und Beweglichkeit mit dem Alter ab, der Fragmentierungsindex stieg von 12,3 auf 17,4 Prozent; Alter und Karenz wurden dort aber nur einzeln und nicht gemeinsam adjustiert ausgewertet [s59]. Ein Teil des Karenzeffekts auf Funktionsmaße könnte deshalb ein Alterseffekt sein (Einschätzung auf Grundlage des Studiendesigns).
- *Gespeicherte Spermien altern.* Mehrere Gruppen deuten die Befunde als Folge der Lagerung im Nebenhoden. Die brasilianische Arbeit [s86] fand nach einem Tag Karenz niedrigeres Volumen und niedrigere Gesamtzahl, aber bessere Beweglichkeit, Akrosomintegrität, Mitochondrienaktivität und Kern-DNA-Integrität sowie geringere oxidative Aktivität; die Autoren deuten dies als Folge der Lagerung in der Cauda epididymidis. In der slowakischen Studie waren nach zwei Tagen reaktive Sauerstoffspezies, Proteinoxidation, Lipidperoxidation und entzündungsbezogene Botenstoffe höher als nach zwei Stunden, ebenso die Bakterienlast des Samens [s55]. Beide Befunde sind Deutungen mit Hinweisen aus Laborwerten, kein Beleg für die Ursache der Unterschiede in klinischen Studien.
- *Drüsensekrete.* In der südafrikanischen Studie mit 16 gesunden Männern sanken nach vier Stunden gegenüber vier Tagen Zitronensäure, Alpha-Glucosidase und Fruktose im Seminalplasma, was die Autoren als Hinweis auf eine stoffwechselbezogene Anpassung deuten [s89]. Die schwedische Studie mit 422 Männern fand innerhalb des WHO-Zeitraums niedrigere Werte des Nebenhodenmarkers und von Zink bei kürzerer Karenz [s146]. Das stützt den Gedanken, dass Karenz nicht nur die Zahl, sondern auch die Zusammensetzung des Ejakulats verändert.
- *Gegenbefund.* Die indische Studie mit 19 Freiwilligen fand nach einem Tag Karenz mehr Chromatinunreife als nach drei Tagen (p < 0,05) und fünf Tagen (p < 0,01); nach 6 und 24 Stunden In-vitro-Inkubation stieg der Anteil fragmentierter Spermien aus aufbereitetem Ejakulat nach einem Tag Karenz auf das etwa 20- und 40-Fache [s112]. Das ist der deutlichste Hinweis darauf, dass kurze Karenz nicht in jeder Hinsicht vorteilhaft sein muss.

**Stand.** Der Widerspruch ist weitgehend ein Widerspruch zwischen Parametern, nicht zwischen Studien. Menge und Funktion verhalten sich gegenläufig; wie stark, hängt von Befund und Alter ab. Diese Gegenläufigkeit ist gut dokumentiert, ihre Ursachen im Menschen sind nicht geklärt.

### Widerspruch 2: Dieselbe Karenz, entgegengesetzte Richtung bei Männern mit und ohne Befundstörung

Die Richtung des Zusammenhangs hängt in vielen Studien vom Ausgangsbefund ab. Bei 11.782 Untersuchungen von 10.095 Patienten in den USA verbesserten sich bei normozoospermen Männern mit längerer Karenz Volumen, Konzentration, Gesamtzahl und Gesamtzahl beweglicher Spermien; bei oligozoospermen Männern verbesserte sich außer dem Volumen kein Parameter [s104]. Die italienische Serie fand bei auffälligem Befund zwar höhere Zahl und Konzentration nach sieben Tagen, aber eine Beweglichkeit (A+B), die von 28,0 auf 21,0 Prozent sank (p < 0,01); bei Asthenozoospermie fiel sie von 11,8 auf 6,1 Prozent, bei Teratozoospermie die Morphologie von 2,13 auf 1,26 Prozent [s23]. Die israelische Analyse von 9.489 Proben sah bei oligozoospermen Proben die höchste mittlere Beweglichkeit (30,3 Prozent) nach einem Tag, bei normozoospermen Proben sanken Beweglichkeit und Normalformen bis zu den Tagen 11 bis 14 auf 33,1 und 7,0 Prozent [s149]. In der Registerkohorte aus Indien (10.674 Ejakulate von 7.972 subfertilen Männern) nahm die DNA-Fragmentierung bei abnormem Befund mit längerer Karenz zu (p < 0,01) [s63]. Die Autoren dieser Studie schließen, dass eine allgemeine Empfehlung für lange Karenz keinen klinischen Wert habe.

**Der Widerspruch innerhalb einer Studie.** Die Schweizer Studie mit 4.423 Männern fand bei Normalbefund nach kürzerer Karenz mehr normal geformte Spermien (p = 0,03), bei kombinierter Störung dagegen nach längerer Karenz (p = 0,013) [s42]. Die Metaanalyse von Raditya sah in der Gesamtheit keinen Morphologieeffekt, in der Untergruppe der Oligozoospermie aber mehr Normalformen nach kurzer Karenz (1,64; p < 0,01) [s22]. Die Serie von Russo fand bei normozoospermen Männern mit längerer Karenz eher mehr Normalformen (6 gegen 12,5 von Tag 1 bis Tag 7; p = 0,03) [s23]. Die chinesischen Einzelstudien aus Nanyang, Fuzhou und Guangzhou fanden keinen Morphologieeffekt [s27, s59, s14], während die Analyse aus Tai'an von 1.262 Männern mit 2 bis 7 Tagen Karenz einen U-förmigen Verlauf beschreibt (Wendepunkt bei 4,62 Tagen, Tiefpunkt 3,01 Prozent am fünften Tag; quadratischer Term p = 0,002) [s08]. Für die Morphologie gibt es also je nach Studie keinen, einen fallenden, einen steigenden und einen U-förmigen Zusammenhang.

**Das Alter als weitere Ebene.** In Guangzhou war die Qualität bei Männern ab 40 Jahren nach 0 bis 2 Tagen am besten, bei jüngeren nach 3 bis 5 Tagen [s14]. Die Analyse aus Tai'an fand dagegen für die Wechselwirkung zwischen Alter und Karenz keinen signifikanten Wert (p = 0,878), obwohl der U-förmige Verlauf bei höchstens 35-Jährigen signifikant (p = 0,013), bei über 35-Jährigen nicht signifikant war (p = 0,075); die Autoren mahnen selbst zur Vorsicht bei der Deutung der Altersunterschiede [s08].

**Mögliche Erklärungen.**
- *Unterschiedliche Mechanismen.* Bei Männern mit niedriger Konzentration scheint eine längere Karenz weniger zusätzliche Spermien zu liefern, während die Alterung gespeicherter Spermien trotzdem wirkt. Die Dosis-Wirkungs-Analyse von Du zeigte bei Oligozoospermie einen nichtlinearen Anstieg der Gesamtzahl mit einem Knickpunkt um den vierten bis fünften Karenztag [s32]. Das ist eine statistische Beschreibung, keine Erklärung des Mechanismus.
- *Regression zur Mitte.* Bei Männern mit auffälligem Ausgangswert fällt ein zweiter Messwert im Mittel auch ohne Eingriff günstiger aus. Der iranische Befund passt dazu: Bei einem Ausgangswert der DNA-Fragmentierung (TUNEL) über 20 Prozent sank der Mittelwert nach kurzer Karenz von 27,85 auf 19,14 Prozent (p = 0,001), bei einem Ausgangswert unter 20 Prozent stieg er von 11,89 auf 15,17 Prozent (p = 0,045) [s80]. Die Autoren nennen das „paradox“; eine einfache Lesart ist Regression zur Mitte, die in der Studie nicht geprüft wurde (Einschätzung dieses Kapitels, nicht der Autoren). Dasselbe Argument gilt für die einarmigen Studien zur zweiten Probe [s47, s74].
- *Messunsicherheit der Morphologie.* Die Morphologiebewertung bewegt sich bei kleinen Werten: Der Tiefpunkt in Tai'an lag bei rund 3 Prozent Normalformen, und die Autoren der Schweizer Studie nennen ihre Morphologieergebnisse selbst unschlüssig [s08, s42]. Es ist plausibel, dass bei so kleinen Werten schon geringe Unterschiede der Beurteilung Gewicht bekommen (Einschätzung).
- *Auswahl.* Fast alle Daten stammen von Männern, die zur Abklärung kamen; die Karenz vor der Probe ist dort oft nicht zufällig, sondern vom Anlass bestimmt (Einschätzung).

**Stand.** Dass Karenzzeit und Befundtyp zusammenwirken, ist durch mehrere große Studien gestützt [s104, s23, s63, s149]. Aussagen zur Morphologie und zum Alterseffekt sind widersprüchlich und nicht belastbar.

### Widerspruch 3: Klinische Endpunkte, einmal Vorteil kürzerer Karenz, einmal kein Unterschied

Bei Schwangerschaft und Lebendgeburt nach Insemination oder Reagenzglasbefruchtung stehen sich Studien mit und ohne Zusammenhang gegenüber.

**Für einen Vorteil kürzerer Karenz sprechen** die amerikanische Inseminationsstudie (417 Frauen, 929 Zyklen; Schwangerschaftsrate je Zyklus 14 Prozent bei höchstens 3 Tagen gegen 3 Prozent bei mindestens 10 Tagen, bei insgesamt 12 Prozent) [s147], die randomisierte Studie aus Ankara (Schwangerschaftsraten 26,7, 16,7 und 6,7 Prozent bei 0 bis 2, 3 bis 4 und über 4 Tagen; p = 0,039) [s82], die brasilianische ICSI-Kohorte mit 818 Patienten (mittlere Karenz in der Schwangerschaftsgruppe 3,14 gegen 4,83 Tage) [s88], die indische Analyse von 1.030 Zyklen (Lebendgeburt 34,1 gegen 24,1 Prozent bei 2 bis 7 gegen über 7 Tagen; Odds Ratio 1,6; 95-%-Konfidenzintervall 1,1 bis 2,4) [s106], eine zweite indische Analyse mit 1.691 ICSI-Zyklen (klinische Schwangerschaft 30,0 gegen 25,4 Prozent) [s75] und die britische Studie mit 3.873 IVF-Zyklen (bereinigtes Odds Ratio für Schwangerschaft bei längerer Karenz 0,786; 0,685 bis 0,903; die Lebendgeburt fiel nicht signifikant: 0,886; 0,769 bis 1,020) [s13]. Die systematische Übersicht von Sørensen und Kollegen (24 Studien) fasst zusammen, kürzere Karenz sei mit höheren Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten nach assistierter Reproduktion verbunden; wegen der Heterogenität lasse sich aber kein idealer Zeitraum ableiten [s53].

**Dagegen** stehen die randomisierte Studie aus Denizli (120 Paare, 1 gegen 3 Tage Karenz; Schwangerschaftsrate 17,3 gegen 18,5 Prozent; p = 0,803) [s77], die koreanische Analyse von 449 ersten ICSI-Zyklen, die in keinem Endpunkt einen Unterschied zwischen 2 bis 7 und mindestens 8 Tagen fand [s99], die italienische Analyse von 6.919 ICSI-Zyklen (je zusätzlichem Karenztag sank die Wahrscheinlichkeit für zweikernige Zygoten um 3 Prozent, bereinigtes Odds Ratio 0,97; 0,94 bis 0,99; für Blastulation, kumulative Schwangerschaft und Fehlgeburt zeigte sich kein signifikanter Zusammenhang) [s31], die iranische Analyse von 1.003 ICSI-Zyklen (kein Einfluss von Karenz oder Samenparametern auf die Schwangerschaftsrate) [s57], die britische Studie zum aufeinanderfolgenden Ejakulat vor Insemination (Lebendgeburt je Zyklus 11,3 gegen 13,1 Prozent; p = 0,52) [s02] und die Studie zum zweiten Ejakulat bei ICSI mit Geschwister-Eizellen (hochwertige Blastozysten 24,79 gegen 14,67 Prozent signifikant; klinische Schwangerschaft 59,09 gegen 47,37 Prozent, Lebendgeburt 40,91 gegen 31,58 Prozent, jeweils nicht signifikant) [s49]. Die Metaanalyse von Du fand von allen Endpunkten der assistierten Reproduktion nur für die klinische Schwangerschaftsrate nach Insemination einen Rückgang um den dritten Tag (Koeffizient 0,85; 0,75 bis 0,97) [s32].

**Mögliche Erklärungen.**
- *Verfahren.* Bei der ICSI wird ein einzelnes, ausgewähltes Spermium injiziert; die Qualität des Ejakulats wirkt dadurch abgeschwächt (so argumentieren die Autoren von [s57] sinngemäß). Bei Insemination gelangen aufbereitete Spermien in größerer Zahl in die Gebärmutter; hier sind Zusammenhänge häufiger [s147, s82, s32]. Dieser Gedanke passt zum Muster, ist aber nicht in einer Studie geprüft, die beide Verfahren direkt vergleicht (Einschätzung).
- *Unterschiedliche Vergleiche.* Die Studien vergleichen verschiedene Karenzspannen: 1 gegen 3 Tage [s77], 2 bis 7 gegen über 7 Tage [s106], 2 bis 7 gegen mindestens 8 Tage [s99], bis 2 gegen über 4 Tage [s82]. Nachteile bei sehr langer Karenz (über 7 oder 8 Tage) und das Fehlen von Unterschieden im Bereich von 1 bis 3 Tagen schließen sich nicht aus. Die Autoren der indischen Analyse sehen die Karenz über 7 Tage als den problematischen Bereich, nicht den unter zwei Tagen [s106].
- *Fallzahl und Teststärke.* Die beiden randomisierten Studien haben 120 und 90 Teilnehmer [s77, s82]. Die Studie aus Denizli wurde nachträglich registriert (27. April 2020) und verglich nur 1 und 3 Tage; bei einer Fragmentierungsdifferenz von rund 3 Prozentpunkten (20,71 gegen 23,78; p = 0,187) fehlt die Stärke für kleine Unterschiede. „Kein signifikanter Unterschied“ ist hier nicht „kein Unterschied“.
- *Störgrößen.* In retrospektiven Analysen sind Alter der Frau, Zahl der gewonnenen Eizellen und Anlass der Behandlung mit der Karenz verwoben. In Guangzhou unterschieden sich bei 104 Behandlungsfällen Alter der Partnerin, Embryonenzahl und Lebendgeburt zwischen den Altersgruppen des Mannes [s14]. Ein aus denselben Daten abgeleiteter Trennwert (wie die 4 Tage in [s88]) kann zu optimistischen Ergebnissen führen (Anmerkung des Rechercheberichts).
- *Aufbereitung.* Spermien werden vor ICSI und Insemination aufbereitet (Swim-up oder Gradient). Dadurch können Unterschiede der Rohprobe teilweise ausgeglichen werden [s99].

**Stand.** Nachteile sehr langer Karenz bei Insemination und IVF sind wiederholt beobachtet, in den kontrollierten Studien aber nicht bestätigt worden. Ein Beleg, dass Karenz von wenigen Stunden zu besseren Lebendgeburtenraten führt als ein bis drei Tage, liegt im Material nicht vor. Dass kürzer und besser zusammengehören, ist damit eine Hypothese mit gemischter Stützung, kein gesicherter Befund.

### Widerspruch 4: Sehr kurze Abstände von Stunden

Bei der zweiten Probe wenige Stunden nach der ersten zeigen alle Studien niedrigeres Volumen, meist niedrigere Gesamtzahl und häufig niedrigere DNA-Fragmentierung. In Toronto sank der Index von 38,9 auf 35,1 Prozent (p < 0,001) bei 52 Männern; bei 40 von 52 (76,9 Prozent) verbesserte er sich [s47]. In Montreal fiel er bei 112 Männern von 34,6 auf 23,7 Prozent (p = 0,0001), bei Ausgangswerten über 35 Prozent kam es bei 55 Prozent zu einer Normalisierung [s74]. In Polen sank der Anteil mit Index über 20 Prozent von 44,18 auf 24,46 Prozent [s07]. Im Iran fand sich bei 50 Männern mit Oligo-Astheno-Teratozoospermie ein Fragmentierungswert von 19,5 gegenüber 26,96 bei besserer progressiver Beweglichkeit (20,52 gegen 13,32), wobei das Abstract keine Einheiten nennt [s17].

Dagegen unterschieden sich bei 34 oligozoospermen Männern in Thailand Beweglichkeit, DNA-Fragmentierung und Normalformen nach vier Stunden nicht [s52]. Bei schwerer Oligoasthenozoospermie vor ICSI stieg die Gesamtbeweglichkeit zwar (22,52 auf 31,53 Prozent; p < 0,001), Befruchtungs- (61,41 gegen 55,45 Prozent; p = 0,081) und Teilungsrate (88,10 gegen 81,07 Prozent; p = 0,262) waren aber nicht signifikant verschieden [s34]. Die Studie aus Polen sah bei Anilin- und Toluidinblau keine Unterschiede [s07]. Die Studie aus Indien berichtet 33,33 gegen 16,66 Prozent normale ROS-Tests nicht signifikant; die mitgeteilte Korrelation zwischen ROS-Test und Fragmentierungsindex von r = 1,0 bei 30 Fällen ist statistisch auffällig und ohne Rohdaten nicht zu beurteilen [s11]. Die Studie mit Geschwister-Eizellen und Chromosomentest fand im zweiten Ejakulat 43,6 gegenüber 27,5 Prozent euploide Blastozysten (106 biopsierte; 22 Zyklen) [s92].

**Mögliche Erklärungen.**
- *Studiendesign.* Fast alle Studien sind einarmige Vorher-nachher-Vergleiche derselben Männer. Die zweite Probe kommt zwangsläufig nach der ersten, es gibt keine Randomisierung der Reihenfolge und keine Kontrollgruppe. Regression zur Mitte, Gewöhnung an die Probengewinnung und Messvariabilität lassen sich nicht abtrennen (Einschätzung auf Grundlage des Designs; die Autoren von [s47] fordern selbst kontrollierte Studien).
- *Test und Population.* Die Studien benutzen verschiedene Tests (Halosperm, SCD, TUNEL, Anilinblau) bei verschiedenen Männern (infertil, normozoosperm, oligozoosperm, Krebspatienten). Dass die Fragmentierung sinkt, der Farbtest für Chromatinreife aber unverändert bleibt [s07], zeigt, dass „DNA-Qualität“ kein einheitliches Maß ist.
- *Zeit in vitro.* Die Gegenseite ist die indische Studie [s112] mit der starken Zunahme der Fragmentierung unter längerer Inkubation nach einem Tag Karenz. Nach zwei Stunden war in [s55] die DNA-Integrität dagegen höher. Aufbereitung und Wartezeit bis zum Einsatz könnten also über Nutzen oder Nachteil mitentscheiden; das ist eine Vermutung und nicht geprüft.

**Stand.** Der Befund „zweites Ejakulat: weniger Menge, oft weniger DNA-Schaden“ ist reproduziert, aber nur in kleinen, unkontrollierten Studien. Ob er klinische Ergebnisse verbessert, ist offen: Die Metaanalyse zur sehr kurzen Karenz berichtet bei kombinierter Störung bessere Konzentration, Beweglichkeit und geringere Fragmentierung, nennt aber im Abstract keine Effektgrößen [s58]; die klinischen Endpunkte sind in [s49, s34, s02] nicht signifikant.

### Widerspruch 5: Ejakulationshäufigkeit, tägliche Ejakulation und die Meinung der Fachwelt

Die Ejakulationshäufigkeit im engeren Sinn (Zahl der Ejakulationen je Zeit, getrennt von der Karenz vor der Probe) ist deutlich schlechter untersucht als die Karenz. Im Material liegen eine große Querschnittsstudie, drei Interventionsstudien mit täglicher Ejakulation und einzelne Randbefunde vor.

**Die Studien.** Die Querschnittsstudie aus Changchun (1.349 Männer, vorab registriert unter NCT06127875) erfasste die Ejakulationshäufigkeit der letzten vier Wochen nach Selbstangabe in drei Gruppen (unter einmal, einmal bis unter zweimal, mindestens zweimal je Woche). Nach Adjustierung unter anderem für Alter, Körpermasseindex, Rauchen, Alkohol und die aktuelle Karenz hatte die häufigste Gruppe gegenüber der seltensten ein um 0,45 ml niedrigeres Volumen (95-%-Konfidenzintervall -0,70 bis -0,21), eine um 12,66 Millionen je ml niedrigere Konzentration (-19,32 bis -6,00) und eine um 72,78 Millionen niedrigere Gesamtzahl (-96,96 bis -48,60); zugleich waren die Odds Ratios für einen Fragmentierungsindex über 15 Prozent 0,69 (0,54 bis 0,89) in der mittleren und 0,41 (0,28 bis 0,59) in der häufigsten Gruppe, für einen Index über 30 Prozent 0,24 und 0,21; die Vitalität stieg, die progressive Beweglichkeit änderte sich nicht [s26]. Eine Studie mit täglicher Ejakulation über 14 Tage bei 20 jungen Männern fand sinkende Werte für Volumen, Gesamtzahl beweglicher Spermien und Konzentration mit einem Plateau nach Tag 3, unveränderte Beweglichkeit und Morphologie und keine bedeutsame Änderung der DNA-Integrität [s113]. Eine kolumbianische Studie sah bei täglicher Ejakulation über zwei Wochen sinkende Gesamtzahl und sinkendes Volumen, während Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie, Vitalität und DNA-Fragmentierung sich nicht signifikant änderten [s118]. Eine indische Studie mit 21 Männern und täglicher Ejakulation über 10 Tage berichtet, die Samenqualität habe sich verbessert, nennt im Abstract aber weder den Parameter noch Zahlen [s132]. Bei Spenderkandidaten aus Hunan war die Masturbationshäufigkeit mit der Konzentration negativ korreliert (p = 0,013; die Stichprobengröße nennt das Abstract nicht) [s76].

**Wo es hakt.** In der Changchun-Studie sinken Konzentration und Gesamtzahl bei häufigerer Ejakulation, während die DNA-Fragmentierung niedriger ist. In den Interventionsstudien sinken Volumen und Zahl, die Fragmentierung bleibt unverändert. Eine Verbesserung der DNA-Integrität durch Häufigkeit zeigt also nur die Querschnittsstudie. Die Autoren der Interventionsstudien sehen in ihren Daten Unterstützung für kurze Karenz gefolgt von täglichem Verkehr um den Eisprung [s113]; das ist eine Deutung, die Studie hat keine Schwangerschaftsendpunkte und nur 20 Teilnehmer.

**Mögliche Erklärungen.**
- *Umkehr der Ursache.* In der Querschnittsstudie waren Männer mit höherer Häufigkeit jünger, hatten kürzer zusammengelebt, und der Anteil gesunder Männer stieg von 33,3 über 44,9 auf 51,2 Prozent [s26]. Dass bessere Gesundheit zu mehr Verkehr führt und nicht umgekehrt, kann das Design nicht ausschließen; das Rechercheprotokoll nennt das als Schwäche der Studie.
- *Verdünnung.* Das Zusammentreffen von sinkender Konzentration und sinkender Fragmentierung könnte eine Verdünnung durch häufigere Entleerung abbilden; die Studie prüft das nicht [s26].
- *Unterschiedliche Fragestellung.* Die Interventionsstudien messen Veränderung innerhalb weniger Tage bei jungen, gesunden Männern. Die Querschnittsstudie vergleicht Männer in Abklärung mit Kinderwunsch. Beides ist nicht übertragbar aufeinander (Einschätzung).

**Der Widerspruch zur Expertenmeinung.** In einer russischen Fachdiskussion von 2013 wird die Ansicht wiedergegeben, täglicher Geschlechtsverkehr könne die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft senken, und man solle das den Paaren sagen; ein anderer Diskutant empfahl, vor der Probe jeweils 2 bis 3 Tage Abstinenz einzuhalten, „um einen Spermienvorrat zu schaffen“. Beides steht ohne Beleg [s121]. Die einzige große Kohorte zur Verkehrshäufigkeit mit natürlicher Empfängnis, die norwegische Studie mit 64.193 Frauen, fand dagegen eine um 16 Prozent höhere Empfängniswahrscheinlichkeit je Zyklus bei mehr als viermal wöchentlichem Verkehr gegenüber ein- bis zweimal (Fecundability Ratio 1,16; 1,14 bis 1,19), und keine klaren Unterschiede zwischen weniger als einmal, ein- bis zweimal und drei- bis viermal wöchentlich [s06]. Die mittlere Zeit bis zur Schwangerschaft sank von 4,8 auf 3,7 Monate. Diese Studie beruht auf rückblickend berichteter Häufigkeit und kann die Umkehr der Ursache ebenfalls nicht ausschließen (fruchtbare Paare könnten häufiger Verkehr haben). Eine japanische Kohorte mit 80 Frauen fand einen Zusammenhang höherer Koitusfrequenz mit der Empfängnis (Odds Ratio 1,23; 1,02 bis 1,47) [s85]. Die Expertenmeinung wird durch diese Daten nicht gestützt, widerlegt ist sie damit aber nicht, denn keine dieser Studien verbindet Verkehrshäufigkeit mit der Samenqualität derselben Männer.

**Stand.** Ejakulationshäufigkeit und Samenqualität: eine große Querschnittsstudie mit gemischtem Bild, drei kleine Interventionsstudien über wenige Tage, kein Schwangerschaftsendpunkt. Verkehrshäufigkeit und Empfängnis: zwei Beobachtungsstudien, ein Zusammenhang erst bei sehr häufigem Verkehr. Die beiden Fragestellungen sind im Material nirgends verknüpft.

### Widerspruch 6: Gleitmittel, deutlicher Befund im Labor, unauffälliger Befund in Kohorten

**Labor.** Die In-vitro-Studien finden je nach Produkt deutliche Beeinträchtigungen. Handelsübliche Gleitmittel hemmten in einer Studie von 1996 die Beweglichkeit nach 60 Minuten um 60 bis 100 Prozent; unter zwei Produkten waren die Spermien nach 60 Minuten unbeweglich und nicht lebensfähig, wie bei der spermizid wirkenden Kontrolle; Rapsöl zeigte keine Schädigung [s162]. Spätere Studien bestätigen die Produktabhängigkeit: In einem Vergleich von neun Produkten an 10 Proben lag die Vitalität unter Pre-Seed bei 92 Prozent, unter dem schlechtesten Produkt bei 28 Prozent [s123]; in einer Studie mit 60 Proben verminderten alle Produkte außer Eiklar die Vorwärtsbeweglichkeit bis 24 Stunden signifikant (p < 0,001) [s62]; in Nottingham senkten bei 12 Spendern alle getesteten Gele Beweglichkeit und Geschwindigkeit signifikant (p < 0,01) [s54]. Zwei systematische Übersichten fassen zusammen: Die Daten seien spärlich, Schwangerschaftsendpunkte fehlten, eine evidenzbasierte Leitlinie sei noch nicht möglich [s33]; Osmolalität und pH seien zentral, viele Handelsprodukte überschritten die WHO-Osmolalitätsempfehlung von 380 mOsm/kg [s39].

**Kohorten.** Die beiden Kohortenstudien mit natürlicher Empfängnis fanden keine verringerte Empfängniswahrscheinlichkeit. In der amerikanischen Studie mit 296 Frauen war Gebrauch im fruchtbaren Fenster nicht mit geänderter Fruchtbarkeit verbunden (Fecundability Ratio 1,05; 95-%-Konfidenzintervall 0,59 bis 1,85) [s135]. In der Studie mit 6.467 Frauen aus Dänemark und Nordamerika lagen die Fecundability Ratios gegenüber Nichtgebrauch bei 1,02 (0,93 bis 1,11) für wasserbasierte, 1,01 (0,86 bis 1,18) für wasserbasierte pH-abgestimmte, 1,23 (0,94 bis 1,61) für ölbasierte und 1,27 (0,93 bis 1,73) für silikonbasierte Mittel [s101].

**Widersprüche im Labor selbst.** Ein und dasselbe Produkt wird je nach Studie unterschiedlich bewertet. Ein Durex-Produkt zeigte in Valencia als einziges keine schädliche Wirkung auf den Spermienbeweglichkeitsindex [s79], fiel dagegen in Chiang Mai [s21] und Nottingham [s54] durch (11 und 15 Prozent progressive Beweglichkeit gegenüber 47 Prozent in der Kontrolle nach 60 Minuten). Pre-Seed entsprach in Chiang Mai der Kontrolle [s21], senkte in einer Studie mit 22 Spendern aus dem Jahr 2014 die Progressivbeweglichkeit nach 30 Minuten aber leicht (rund 4 Prozent, signifikant) [s125], und die Autoren der Studie mit 60 Proben bestreiten die Werbeaussage „spermienfreundlich“ [s62]. Beim Vaginalreiniger aus Seoul fand sich kein Unterschied zur Kontrolle, doch war es kein Gleitmittel, und mit 20 Proben ist die Teststärke gering [s124].

**Mögliche Erklärungen.**
- *Konzentration und Dauer.* Fast alle Laborstudien setzen 10 Prozent Gelanteil in der Samenprobe ein und messen nach 30 bis 60 Minuten oder wenigen Stunden. Im Körper wird das Gel im Zervikalschleim und in der Vaginalflüssigkeit verdünnt, und die Spermien verlassen den Ort der Ablagerung innerhalb von Minuten. Diese Verhältnisse bilden die Versuche nur begrenzt ab (Einschätzung; die Abstracts erklären den Unterschied nicht, und die genannten Gründe sind in den Studien nicht geprüft).
- *Produktfamilien.* Die Abstracts nennen keine Rezepturen. Ob Unterschiede zwischen Produktlinien, Konzentrationen oder Messmethoden den Widerspruch bei Durex erklären, ist nicht erkennbar [s79, s21].
- *Selbstangaben in Kohorten.* Gebrauch und Zeitpunkt beruhen auf Angaben der Frauen. Das Konfidenzintervall der Studie von Steiner ist breit und lässt sowohl eine Halbierung als auch eine Beinahe-Verdopplung der Fruchtbarkeit zu [s135]. Die Studien messen keine Samenparameter und sagen deshalb über Samenqualität nichts, sondern über die Empfängnis bei Frauen ohne Infertilitätsvorgeschichte.
- *Gebrauchsgrund.* Wer Gleitmittel nutzt, tut dies unter Umständen wegen Trockenheit oder Schmerzen, was selbst mit der Fruchtbarkeit zusammenhängen kann (Einschätzung; die Praxisübersicht [s25] nennt Trockenheit, Schmerz und Kondomgebrauch als Anwendungsfelder, enthält aber keine Fertilitätsdaten).

**Stand.** Die Verbindung zwischen Laborbefund und Empfängnis ist offen. Im Labor sind viele Produkte spermienschädigend, und die Ergebnisse variieren stark; in den beiden Kohorten fand sich keine verringerte Fruchtbarkeit. Beides kann zugleich stimmen.

### Widerspruch 7: Zeitpunkt und Häufigkeit des Verkehrs, belegte Fenster, schwach belegte Verfahren

Die Verteilung der Empfängniswahrscheinlichkeit über den Zyklus ist gut belegt. Empfängnis trat in der amerikanischen Kohorte mit 221 Frauen (625 Zyklen) nur bei Verkehr in einem sechstägigen Zeitraum bis zum Eisprungtag ein; die Wahrscheinlichkeit lag zwischen 0,10 (fünf Tage vor dem Eisprung) und 0,33 (am Eisprungtag) [s163]. Eine Reanalyse zweier Datensätze fand dasselbe sechstägige Fenster mit der höchsten Wahrscheinlichkeit am Tag vor dem Eisprung [s157]; auch die Kohorte mit 782 Paaren sah fast alle Schwangerschaften in diesem Fenster [s154]. In der Kohorte mit 782 Paaren war die Tageswahrscheinlichkeit bei 19- bis 26-jährigen Frauen doppelt so hoch wie bei 35- bis 39-Jährigen; bei Männern über 35 Jahren war die Fruchtbarkeit nach Adjustierung für das Alter der Frau verringert [s154].

**Der Widerspruch.** Ob die gezielte Zeitwahl die Geburtenrate erhöht, ist weniger sicher. Die Cochrane-Übersicht von 2023 (sieben randomisierte Studien, 2.464 Frauen oder Paare) bewertet Ovulationstests im Urin mit moderater Evidenzsicherheit als wahrscheinlich nützlich für die Lebendgeburt (Risk Ratio 1,36; 95-%-Konfidenzintervall 1,02 bis 1,81; eine Studie, n = 844) und für die klinische oder Urin-Schwangerschaft (1,28; 1,09 bis 1,50; 4 Studien, n = 2.202); für Methoden der Fruchtbarkeitswahrnehmung fand sie bei niedriger Sicherheit keinen Unterschied der Lebendgeburt (0,95; 0,76 bis 1,20; n = 157) [s46]. Die Vorgängerfassung hatte bei einer sehr kleinen Gruppe für die Lebendgeburt 0,75 (0,16 bis 3,41; n = 17) berichtet, bei Schwangerschaft 1,35 (1,06 bis 1,71) [s117]. Die beiden Fassungen widersprechen sich nicht; sie unterscheiden sich in Studienzahl und Endpunkten, und die Aussage der aktuellen Fassung gilt für Frauen unter 40 Jahren mit weniger als 12 Monaten Kinderwunsch.

**Verhalten der Paare.** Das tatsächliche Verhalten weicht von der Theorie ab. In der japanischen Kohorte hatten Paare in 18 Prozent der Zyklen (58 von 319) keinen Verkehr in der fruchtbaren Phase [s85]. In Kanada lag die mediane Verkehrshäufigkeit infertiler Paare bei 7 im Monat, 24 Prozent hatten höchstens viermal im Monat Verkehr [s129]. In Changchun hatten 44,6 Prozent der Paare Verkehr auf die Ovulationsphase abgestimmt, 81,4 Prozent wussten nicht, dass die Karenz die Samenqualität beeinflusst [s35]. Zeitgesteuerter Verkehr wurde dort von 11,8 und 16,2 Prozent der Männer ohne bekannte Störung angegeben, aber von 28,2 und 25,7 Prozent der Männer mit bekannter leichter bis mäßiger beziehungsweise schwerer Störung (p < 0,001); die Autoren deuten das als Folge langer erfolgloser Versuche, nicht als direkte Wirkung der Samenqualität [s68]. In Korea stieg mit der Zahl der Episoden zeitgesteuerten Verkehrs die Zahl der Männer mit erektiler Dysfunktion (p < 0,0001) [s133]. Bei Männern mit hoher DNA-Fragmentierung berichteten 50,6 Prozent Verkehr seltener als einmal in der Woche, gegenüber 23,2 Prozent bei normozoospermen Männern (p < 0,05); die Richtung der Ursache ist offen [s69].

**Mögliche Erklärungen.** Der scheinbare Widerspruch zwischen „sechs Tage genügen“ und „Zeitwahl hilft nur mäßig“ ist teilweise ein Messproblem: Ovulationsvorhersage verlangt vom Paar zusätzliche Handlungen, die die Zahl der Verkehre ändern und Stress erzeugen können; die Cochrane-Übersicht nennt Stress als Endpunkt mit sehr niedriger Sicherheit (Mittelwertdifferenz 1,98; -0,87 bis 4,83; n = 77) [s46]. Außerdem bestimmt bei häufigem Verkehr der Zeitpunkt weniger über den Erfolg. Das ist eine plausible, aber nicht geprüfte Überlegung (Einschätzung; die Simulationen von Stanford und Dunson zeigen, dass der Einfluss der Verkehrsmuster vor allem bei niedriger Verkehrsfrequenz oder geringer Fruchtbarkeit groß ist [s144]).

**Stand.** Das fruchtbare Fenster ist gut belegt, der Nutzen von Verfahren zur Zeitwahl mit moderater Sicherheit nur für Ovulationstests im Urin. Zur Verbindung mit der Samenqualität des Mannes gibt es keine Studie: Weder in den englischsprachigen Quellen noch im chinesischen, türkischen und russischen Material wurde eine Arbeit gefunden, die den Zeitpunkt des Verkehrs im Zyklus mit der Samenqualität verknüpft.

### Widerspruch 8: Zeitpunkt der Probe und Erregung

**Tageszeit.** Die Studie aus Chongqing (33.430 Proben einer Spermabank, ein Laborteil mit 6 Freiwilligen und 36 Proben bei kontrollierter Karenz) fand ein Optimum zwischen 11 und 15 Uhr; jede Stunde früher oder später als 11 Uhr war mit einem 1,14-fachen Risiko der Nichteignung verbunden [s61]. Die japanische Studie mit 40 Männern fand bei festgelegten 3 Tagen Karenz dagegen höhere Gesamtzahl beweglicher Spermien am Abend als früh am Morgen, bei fertilen wie bei infertilen Männern [s87]. Die Studie nennt keine Effektgrößen und keine p-Werte im Abstract, und die Aussage zur Insemination ist eine Vermutung der Autoren. Mögliche Erklärungen: unterschiedliche Populationen (Spender gegen Fertile und Infertile), unterschiedliche Messzeitpunkte (8 bis 17 Uhr gegen früh und Abend) und kleine Fallzahlen; mehr lässt sich nicht sagen (Einschätzung).

**Erregung und Dauer.** Eine türkische Studie mit 205 infertilen Männern fand nach Verlängerung der Erregungsdauer von im Median 8 auf 15 Minuten höhere Konzentration (19 auf 24 Millionen je ml), Gesamtbeweglichkeit (43 auf 46 Prozent) und progressive Beweglichkeit (33 auf 37 Prozent), jeweils p < 0,001, bei schwachen Korrelationen (ρ 0,21 bis 0,27) [s15]. Die Reihenfolge der beiden Sitzungen war aber nicht vertauscht, ein Lern- oder Gewöhnungseffekt ist denkbar. Die Studie aus Hefei fand dagegen bei längerer Dauer der Probengewinnung schlechtere Samenqualität: im dritten Quartil ein adjustiertes Odds Ratio von 2,06 (1,31 bis 3,25) für Asthenozoospermie [s45]. Bei Araberhengsten war niedrige Erregung mit besserer Beweglichkeit verbunden (p < 0,01) [s19]. Eine weitere türkische Studie mit 100 Männern, die täglich ein Video sahen, fand Änderungen nur bei Volumen und Gesamtzahl beweglicher Spermien (p < 0,001), ohne dass das Abstract die Richtung nennt [s65].

**Mögliche Erklärungen.** Die Studien messen Verschiedenes: Dauer der Erregung bis zur Ejakulation bei vorgegebenem Material [s15], Gesamtdauer der Probengewinnung als Beobachtungsgröße [s45] und Erregungsintensität bei Tieren [s19]. Längere Probengewinnung kann Folge einer Erektionsstörung oder Anspannung sein (Einschätzung der Recherche), nicht Ursache schlechter Qualität. Die Befunde stehen deshalb nicht im Widerspruch zueinander, sondern beschreiben verschiedene Größen.

### Widerspruch 9: Verschiedene Empfehlungen aus denselben Daten

Auffällig ist, dass aus der Karenzliteratur sehr verschiedene Empfehlungen abgeleitet werden. Diese sind Aussagen der jeweiligen Autoren und Gremien, nicht Empfehlungen dieser Studie. Die WHO nennt als Vorgabe 2 bis 7 Tage; die ESHRE und die Nordic Association for Andrology nennen nach einer Angabe in [s13] 3 bis 4 Tage, wobei die Originaltexte nicht abgerufen wurden. In der russischen Praxis wird 3 bis 4 Tage als optimal bezeichnet, bei einer Spanne von 2 bis 7 Tagen [s126]. Schlegel nennt die Karenzvorgabe für Spermaproben einen „unsubstantiated myth“ und als Zielwert für Proben der assistierten Reproduktion unter einem Tag, möglichst unter 4 Stunden [s41]. Clay und Kollegen leiten aus einer narrativen Übersicht ein Ejakulationsintervall von 1 bis 2 Tagen für Männer mit Kinderwunsch ab [s04]. Dagegen halten Hanson und Kollegen in einer systematischen Übersicht mit 28 Publikationen keine klaren Empfehlungen für möglich [s98]; Sokol und Kollegen sehen die WHO-Spanne durch belastbare Belege nicht gestützt [s78]; die Autoren der Registerstudie aus Indien sehen in einer allgemeinen Empfehlung zu langer Karenz keinen klinischen Wert [s63]; die Autoren der Studie an tamilischen Männern halten die starre Zwei-bis-sieben-Tage-Vorgabe für liberalisierbar [s83]. Die Autoren der israelischen Analyse empfahlen für Patienten mit männlichem Faktor eine Probe nach nur einem Tag und für Normalbefunde oder Spender höchstens 10 Tage [s149]. Die deutschsprachige Arbeit von Sievers aus dem Jahr 1987 sah innerhalb von Probanden einen Zuwachs von Volumen und Dichte mit der Karenz, aber keinen Einfluss auf Beweglichkeit und Normalformen [s170].

**Mögliche Erklärungen.** Die Empfehlungen unterscheiden sich, weil sie verschiedene Ziele haben: Standardisierung des Laborbefunds (WHO, russische Praxis), Verbesserung einzelner Funktionsmaße (Schlegel, Clay) oder Aussage über Fruchtbarkeit insgesamt (Hanson, Sokol, Meitei). Die WHO-Spanne beruht nach den Referenzstudien auf Standardisierung und nicht auf Fertilitätsdaten [s78, s41]. Die Leitlinie von AUA und ASRM spricht Karenz im Fließtext nur an zwei Stellen an: als mögliche Maßnahme zur Begrenzung des DNA-Schadens und im Kommentar zu Hodenspermien bei erhöhtem Index trotz kurzer Karenz unter zwei Tagen (Expertenkonsens); eine eigene Empfehlung zu Häufigkeit, Gleitmitteln oder Verkehrszeitpunkt enthält der abgerufene Text nicht [s29]. Die abgerufene Webseite der EAU (nicht Teil der Quellenliste) enthielt nach dem Rechercheprotokoll keine einschlägige Aussage. Die Leitlinien schweigen also, wo die Übersichtsarbeiten empfehlen.

### Widerspruch 10: Tierstudien, gegensätzliche Richtungen

Die Tierstudien liefern die Mechanik: Wiederholte Ejakulation entleert die Reserven, die tägliche Produktion begrenzt die Nachlieferung. Bei Hengsten entfernten fünf aufeinanderfolgende Ejakulate 40 bis 60 Prozent der verfügbaren Spermien, Ejakulation jeden zweiten Tag senkte die potenziell verfügbare Zahl um 27 Prozent [s174]. Bei Schimpansen stieg bei stündlicher Wiederholung das Volumen von 2,6 auf 4,7 ml, die Gesamtzahl fiel vom ersten zum sechsten Ejakulat von 1.278 auf 587 Millionen [s168]. In allen Tierarten sinkt die Spermienzahl je Ejakulat bei rascher Wiederholung. Bei der Beweglichkeit gehen die Befunde auseinander: Bei Rüden mit Asthenozoospermie und Teratozoospermie stieg bei 12-Stunden-Intervall die Beweglichkeit von rund 65 auf etwa 80 Prozent, und der Anteil von Spermien mit abnormem Flagellum sank von 30 auf 15 Prozent [s158]; bei Katern nahmen Spermienzahl, Beweglichkeit und Vitalität bei vier aufeinanderfolgenden Ejakulaten ab [s137]; bei Dromedaren sanken Progressivbeweglichkeit und Geschwindigkeitsmaße bei zweimaliger gegenüber einmaliger Sammlung pro Woche (p < 0,001) [s95]; bei Bullen erhöhte der Übergang von 30 Minuten auf 24 Stunden Abstand zwischen den Ejakulaten die Beweglichkeit in beiden geprüften Rassen [s10]. Bei Widdern sank innerhalb eines Tages der Anteil normaler Spermien im zweiten Ejakulat signifikant, vor allem durch Zytoplasmatropfen und Mittelstückanomalien [s24]; bei Bullen führte wiederholte Entnahme in kurzen Abständen nicht zu signifikanten Änderungen von Volumen, Beweglichkeit und Konzentration [s72]. Die Erklärung liegt auf der Hand: Die Studien betrafen unterschiedliche Arten mit unterschiedlicher Hodengröße, Nebenhodenkapazität und Paarungssystem, unterschiedliche Sammelmethoden (künstliche Scheide, Elektroejakulation, Phantom) und teils Tiere mit vorbestehender Störung wie die Rüden. Übertragbar auf den Menschen sind die Befunde nur eingeschränkt; sie belegen nichts zur Fruchtbarkeit des Menschen.

### Übersicht der Widersprüche

| Nr. | Widerspruch | Wichtigste Quellen | Naheliegende Erklärung | Stand |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Menge steigt mit Karenz, Funktion fällt oder bleibt gleich | [s32, s104, s23, s27, s59, s112] | Menge ist Ansammlung, Funktion hängt von Alter, Alterung gespeicherter Spermien und Drüsensekreten ab | Gut belegt, Ursache offen |
| 2 | Richtung abhängig vom Ausgangsbefund; Morphologie uneinheitlich | [s104, s23, s42, s08, s80] | Regression zur Mitte, Auswahl, Messunsicherheit | Wechselwirkung belegt, Morphologie nicht belastbar |
| 3 | Klinische Endpunkte mit und ohne Zusammenhang | [s147, s82, s106, s13, s77, s99, s31] | Verfahren (IUI gegen ICSI), verschiedene Vergleiche, kleine Fallzahlen | Hypothese mit gemischter Stützung |
| 4 | Zweite Probe nach Stunden: weniger Menge, oft weniger DNA-Schaden | [s47, s74, s07, s52, s34, s112] | Einarmige Vorher-nachher-Studien, verschiedene Tests, Zeit in vitro | Reproduziert, nicht kontrolliert |
| 5 | Häufigkeit: Querschnitt gegen Interventionsstudien, Expertenmeinung gegen Kohorte | [s26, s113, s118, s06, s121] | Umkehr der Ursache, Verdünnung, verschiedene Populationen | Dünne Evidenz, nicht verknüpft |
| 6 | Gleitmittel: Labor gegen Kohorte, Produkt gegen Produkt | [s162, s123, s62, s54, s135, s101] | 10-Prozent-Lösung, Dauer, Selbstangaben | Verbindung offen |
| 7 | Fruchtbares Fenster belegt, Nutzen der Zeitwahl nur teilweise | [s163, s154, s46, s85] | Stress, Zahl der Verkehre, Verhalten der Paare | Fenster gut belegt, Samenbezug fehlt |
| 8 | Tageszeit und Erregung: gegensätzliche Befunde | [s61, s87, s15, s45] | Verschiedene Größen, Populationen, feste Reihenfolge | Schwach belegt |
| 9 | Empfehlungen der Autoren und Gremien widersprechen sich | [s04, s41, s98, s78, s126] | Verschiedene Ziele, Standardisierung gegen Fruchtbarkeit | Keine Leitlinie zu Häufigkeit oder Gleitmitteln |
| 10 | Tierstudien in verschiedene Richtungen | [s174, s158, s137, s95, s10] | Art, Methode, Vorerkrankung | Nur eingeschränkt übertragbar |

## Limitationen der Evidenz

Die Studienlage ist dicht, aber ihre Aussagekraft ist enger, als die Zahl der Quellen vermuten lässt. Die Quellenliste umfasst 178 Arbeiten. Nach den Design-Angaben in der Liste (eigene Zählung) sind 18 davon als Tierversuch bezeichnet (dazu eine Beobachtungsstudie an Bullen), etwa 18 als In-vitro- oder Laborstudie, 4 als Leitlinie oder Leitlinienvergleich, 3 als mathematisches Modell oder Simulation, 14 als systematische Übersicht, Metaanalyse oder Cochrane-Übersicht, und nur 5 sind als randomisierte Studien bezeichnet. Von diesen fünf hat nur ein Teil Schwangerschaft als Endpunkt: die Studien aus Denizli (120 Paare) und Ankara (90 Patienten) [s77, s82]. Aus den Jahren seit 2020 stammen 87 Arbeiten, 22 sind älter als das Jahr 2000. Der Schwerpunkt der Literatur liegt damit in den letzten Jahren, und sie ist vor allem in Fertilitätskliniken entstanden.

### Studiendesign und Kausalität

Fast alle Studien zur Karenz sind Beobachtungsstudien an Männern, die zur Abklärung eines unerfüllten Kinderwunsches kamen oder Samen zur Konservierung abgaben. Diese Männer sind keine Stichprobe der Bevölkerung. Beobachtungsdaten zeigen Zusammenhänge; ob eine kürzere oder längere Karenz die Samenqualität verändert, lässt sich aus ihnen nicht ableiten, weil Alter, Befund, Anlass der Probe und Verkehrsmuster mit der Karenz verwoben sein können. Die Autoren der größten Metaanalyse mahnen selbst zur Vorsicht bei kausalen Schlüssen wegen Störgrößen und Wechselwirkungen [s32]. Besonders anfällig sind Querschnittsstudien, in denen jede Person nur einmal untersucht wird, wie in Nanyang (3.052 Männer) [s27]. Studien, die dieselben Männer mehrfach untersuchen, trennen Unterschiede zwischen Personen von Veränderungen innerhalb einer Person. In der vietnamesischen Studie mit 11.297 Untersuchungen von 9.595 Männern stieg die Gesamtbeweglichkeit nur zwischen Personen mit der Karenz, nicht innerhalb von Personen (β = 0,16; p < 0,01) [s20]; in der deutschsprachigen Arbeit von 1987 nahm der Anteil beweglicher und normal geformter Spermien nur zwischen Probanden mit der Karenz ab, innerhalb von Probanden gab es keinen Einfluss [s170]. Ein Teil der berichteten Zusammenhänge mit der Beweglichkeit könnte demnach Unterschiede zwischen Männern abbilden und keine Wirkung der Karenz (Einschätzung).

### Messung der Karenz und der Häufigkeit

In praktisch allen Studien beruht die Karenzzeit auf Selbstangaben, rückblickend erhoben und nicht überprüft. Bei der Changchun-Studie hält das Rechercheprotokoll Erinnerungsfehler für möglich [s35]. Karenz und Ejakulationshäufigkeit sind verschiedene Größen, werden aber in vielen Arbeiten nicht getrennt. Nur die Studie aus Changchun trennt die Häufigkeit der letzten vier Wochen von der aktuellen Karenz und passt für beides an [s26]. Die vorletzte Karenz, also die Zeit zwischen der vorletzten und der letzten Ejakulation, wurde nur in einer Studie ausgewertet [s35]. Die Zahl der Männer mit sehr langer Karenz ist in vielen Studien klein, zum Beispiel 25 Männer mit mehr als 7 Tagen in Guangzhou [s14] oder 141 mit 0 bis 1 Tag in Nanyang [s27]. Viele Studien schließen ohnehin nur Proben mit 2 bis 7 Tagen Karenz ein, etwa die aus Fuzhou und Tai'an [s59, s08]; Aussagen zu sehr kurzer oder sehr langer Karenz sind dann nicht möglich. Die Verkehrshäufigkeit wird in den Kohortenstudien zur Empfängnis rückblickend für vier Wochen vor der Empfängnis erfragt [s06].

### Messung der Samenqualität

Eine einzelne Samenprobe ist ein unsicheres Maß. In der spanischen Verlaufsstudie mit 19 gesunden Freiwilligen über ein Jahr lag der Variationskoeffizient innerhalb der Person bei 74,5 Prozent für die Gesamtzahl, 65,6 Prozent für die Konzentration, 41,2 Prozent für die Morphologie, 30,1 Prozent für das Volumen und 14,6 Prozent für die Beweglichkeit; die Autoren folgern, eine einzelne Probe könne zur Fehldiagnose führen [s110]. Die koreanische Studie an 81 Krebspatienten fand dagegen an aufeinanderfolgenden Tagen stabile DNA-Fragmentierung (Intraklassenkorrelation 0,68; 95-%-Konfidenzintervall 0,45 bis 0,84) und ein signifikant niedrigeres Volumen an Tag 2 und Tag 3 [s60]. Beide Befunde zusammen bedeuten, dass die Messung der Fragmentierung stabiler ist als die der Zahl, dass aber auch sie nicht frei von Schwankung ist. Hinzu kommen verschiedene Tests, verschiedene WHO-Auflagen und verschiedene Einheiten. Mehrere Abstracts nennen keine Einheiten oder keine Streuungen [s17], und die Vergleichbarkeit von Studien mit Medianen und Interquartilsabständen mit solchen mit Mittelwerten und Konfidenzintervallen ist begrenzt.

### Populationen und Übertragbarkeit

Fast alle Befunde stammen aus klinischen Populationen mit Kinderwunsch. Männer ohne Kinderwunsch sind kaum vertreten; Ausnahmen sind Studierende [s73], Militärangehörige [s140], fertile Männer [s131, s67], Spenderkandidaten [s76, s61] und die Männer vor einer Vasektomie in Brasilien (500 fertile Männer, bei denen die Beweglichkeit ab 5 Tagen Karenz reduziert war) [s150]. Die jüngsten Interventionsstudien zur täglichen Ejakulation haben 20 und 21 Teilnehmer, alle gesund und überwiegend jung [s113, s132]. Die Ergebnisse gelten für die jeweilige Gruppe, nicht für alle Männer. Dazu kommen jahreszeitliche Einflüsse: In der brasilianischen Studie waren die Werte im Sommer am niedrigsten [s150], bei Militärangehörigen aus sechs Regionen Chinas waren Jahreszeit, mittlere Höhenlage und Dauer der Abstinenz jeweils mit der Samenqualität verbunden [s140], und in der türkischen Studie schwankte die berichtete Zahl der Ejakulationen pro Woche zwischen Winter und Sommer [s109]. Die jahreszeitliche Schwankung kann deshalb Querschnittsvergleiche zur Häufigkeit verzerren (Schlussfolgerung des Rechercheberichts).

### Endpunkte

Die klinischen Endpunkte (Schwangerschaft, Lebendgeburt) stammen ausschließlich aus Behandlungszyklen, in denen Spermien aufbereitet und gezielt eingebracht werden. Im gesamten Material, in allen neun Sprachgruppen der Quellenliste, findet sich keine Studie, die Karenz oder Ejakulationshäufigkeit mit Schwangerschaft oder Lebendgeburt bei natürlicher Zeugung und gleichzeitig gemessener Samenqualität verknüpft. Die Studien zur Verkehrshäufigkeit messen die Empfängnis bei den Frauen [s06, s85], die zur Karenz messen Samenparameter oder Behandlungsergebnisse [s147, s88, s106]. Die Verbindung wird in der Literatur vorausgesetzt, nicht gezeigt.

### Unabhängigkeit der Studien und Mehrfachzählung

Studien derselben Gruppe sind nicht unabhängig. Die Arbeiten aus Changchun [s26, s35, s69, s68] stammen aus demselben Zentrum; [s26] und [s35] stammen vermutlich aus demselben Patientenkollektiv (gleiches Zentrum, gleicher Zeitraum von November 2023 bis Juli 2024, gleiche mittlere Karenz von 4,2 ± 1,2 Tagen; 1.349 und 1.503 Männer) [s26, s35]. Die Studie von Du fließt als Metaanalyse in das Gesamtbild ein und wird zugleich als einzelne Studie gezählt; auch die Einzelstudien aus Nanyang, Changchun und Zürich könnten in der Metaanalyse enthalten sein oder nicht, soweit sich das aus den Abstracts beurteilen lässt, gibt es dafür keinen Hinweis. Viele Quellen tauchen in mehreren Sprachraum-Berichten auf; in der Quellenliste sind diese Dubletten zusammengeführt.

### Gleitmittel

Die Gleitmittelstudien sind überwiegend In-vitro-Versuche mit kleinen Probenzahlen (10 bis 60 Proben oder Spender) und einer Gelkonzentration von meist 10 Prozent [s125, s21, s62, s54, s123]. Die Messzeiträume reichen von 5 Minuten bis 24 Stunden. Welche Rezeptur ein Produkt zum Zeitpunkt der Studie hatte, geht aus den Abstracts nicht hervor. Für eine Übertragung auf den Geschlechtsverkehr fehlen Daten zur Verdünnung im Zervikalschleim, zur Verweildauer der Spermien und zur Interaktion mit Seminalplasma. Die einzige randomisierte In-vivo-Studie mit Zervikalschleim hat Schwangerschaft nicht als Endpunkt, und ihre Autoren betonen selbst, ihr Schluss sei inferentiell [s164]. Die beiden Kohortenstudien beruhen auf Selbstangaben und messen keine Samenparameter [s135, s101]. Die eine Studie zur Probengewinnung mit einem Gleitmittel (22 Männer, randomisiertes Cross-over) fand keine Änderung von Beweglichkeit, Vitalität, Membranintegrität, ROS, antioxidativer Kapazität und DNA-Schaden [s128]; sie betrifft die Probe im Labor, nicht den Geschlechtsverkehr. Aus dem ostasiatischen Raum liegt keine einschlägige Studie zur Wirkung eines Gleitmittels vor (nur eine Laborarbeit zu einem Vaginalreiniger [s124]), aus dem russischen, türkischen und arabischen Raum keine in der Landessprache.

### Zeitpunkt

Zur Tageszeit der Probe gibt es zwei gegensätzliche Studien mit sehr unterschiedlichen Populationen [s61, s87]. Zum Zeitpunkt des Verkehrs im Zyklus gibt es gut belegte Daten zur Empfängnis bei Frauen [s163, s157, s154], aber keine zur Samenqualität des Mannes. Die zeitgesteuerten Verfahren wurden nur in der Cochrane-Übersicht mit moderater bis sehr niedriger Sicherheit bewertet, und die Aussagen gelten für Frauen unter 40 Jahren mit weniger als 12 Monaten Kinderwunsch [s46].

### Tierstudien

Die Tierstudien (18 als Tierversuch bezeichnete Arbeiten, überwiegend mit 3 bis 16 Tieren; die größten Gruppen hatten 28 und 39 Tiere) sind nur eingeschränkt auf den Menschen übertragbar: Hodengröße, Nebenhodenkapazität, Paarungssystem und Gewinnungsmethode unterscheiden sich, und teils wurden Tiere mit vorbestehender Störung untersucht [s158]. Sie liefern Hinweise zur Mechanik, aber keinen Beleg für Fruchtbarkeit beim Menschen.

### Lesbarkeit und Qualität der Berichte

Die Recherche stützt sich überwiegend auf Abstracts. Volltexte wurden in der Regel nicht gelesen; Ausnahmen sind fünf zentrale Arbeiten aus dem ostasiatischen Material, bei denen Ergebnisteil und Tabellen vorlagen [s14, s26, s27, s35, s59]. Methodische Einzelheiten (Adjustierung, Fallzahlberechnung, genaue Karenzdefinition, Verblindung) sind daher für viele Studien nicht überprüft. Zur Kontrolle wurden die Datenbankeinträge von Lo Giudice, Dreiås, Manders und Gibbons über Europe PMC erneut abgerufen; die in diesem Kapitel genannten Zahlen dieser vier Arbeiten stimmen mit den Einträgen überein. Hinzu kommen Unstimmigkeiten in den Quellen selbst:
- Das Abstract von Frank und Kollegen ist im Datenbankeintrag nach 250 Wörtern abgeschnitten [s171]; zu Marshburn und zu Lehavi liegen nur Schlussfolgerungen ohne Zahlen vor [s141, s122]; bei Valsa fehlen Zahlen zu den einzelnen Parametern [s132]; bei Sachdeva steht eine Korrelation von r = 1,0 bei 30 Fällen [s11].
- Bei Gupta wird die Studie im Titel retrospektiv, im Methodenteil prospektiv genannt [s75]; bei Tighe steht ein Schwellenwert „p > 0,001“, vermutlich ein Druckfehler [s13]; bei Lo Giudice erscheint der Wert -1,83 für Progressiv- und Gesamtbeweglichkeit, wie auch der abgerufene Datenbankeintrag zeigt [s38].
- Bei Li und Kollegen nennt der Titel 49.189, das Abstract 49.819 Männer [s50]; bei Sheybaee Moghaddam behandelt die Einleitung des Abstracts den vorzeitigen Samenerguss, während Fragestellung und Methode die Karenz betreffen [s93]; bei der Studie aus Guangzhou nennt die Einleitung des Volltexts Patienten mit Samenaustritt vor dem Samenerguss, was nicht dem üblichen Kryokonservierungskollektiv entspricht [s14].
- Beim Fragmentierungsindex und der Vitalität fehlen in der Koeffiziententabelle von [s26] die Einheiten; im Abstract von [s17] fehlen sie ebenfalls; bei den Silberfüchsen sind die Zahlen des Abstracts durch Formatverlust unleserlich [s161].
- Die Korrelation zwischen Fragmentierungsindex und Karenz ist mit r = 0,10 in der Studie aus Zhengzhou (9.694 Proben) schwach [s94]; das gilt auch für die Korrelationen der Erregungsdauer (ρ = 0,21 bis 0,27) [s15].

### Sprachliche Lücken und Zugangslücken

Die Erfassung nicht englischsprachiger Literatur ist unvollständig, und zwar wegen des Zugangs, nicht nur wegen der Literatur. Nicht abrufbar oder nicht auswertbar waren CNKI und Wanfang (China), KCI, KoreaMed und DBpia (Korea), Cairn, SciELO und LILACS (Frankreich, Brasilien und Lateinamerika), Mandumah, die Egyptian Knowledge Bank, die algerische Plattform ASJP und die Arab World Research Source (arabischer Raum), eLIBRARY.ru (Russland), DergiPark (Türkei) und das AWMF-Leitlinienregister (Deutschland), dessen Leitlinie zur männlichen Infertilität nicht lesbar war. Das Chinesische ist deshalb vermutlich deutlich unvollständig erfasst; nur die Metaanalyse von Du, die vier chinesische Datenbanken durchsuchte, gibt mittelbar Auskunft [s32]. Aus dem arabischen Raum wurde keine Humanstudie gefunden, aus dem portugiesischen keine Studie in der Landessprache, aus Frankreich nur die Zeitreihe von Prisant (101.404 Samenproben), die im Abstract keine Beziehung zur Karenz berichtet [s138], und aus Deutschland nur die Arbeit von Sievers [s170]. Drei japanische Literaturnachweise zur Abstinenz (aus den Jahren 1961, 1988 und 2003) und je eine italienische (1974) und französische (1979) Arbeit lagen ohne Abstract vor und wurden nicht bewertet. Das Fehlen einer Studie in einer Sprache belegt nicht, dass es sie nicht gibt.

### Verzerrung der Literatur

Die Möglichkeit einer Publikationsverzerrung, bei der Studien mit Befund häufiger erscheinen als solche ohne, wurde in den Berichten nicht geprüft. Dass die Metaanalysen heterogen sind, wird in mehreren Arbeiten festgestellt; so lag die Heterogenität in der Metaanalyse von Kugelman bei I² = 85 Prozent [s37].

## Offene Forschungsfragen

Die folgenden Fragen ergeben sich aus den Lücken des Materials. Sie sind keine Handlungsempfehlungen und keine Anleitung für Studien, sondern benennen, was die vorliegenden Daten nicht beantworten.

1. **Natürliche Empfängnis.** Wie hängen Ejakulationshäufigkeit, Karenz und Samenqualität bei denselben Paaren mit der Zeit bis zur Schwangerschaft zusammen? Bisher gibt es keine Studie, die Verkehrsfrequenz, Samenparameter und natürliche Empfängnis verknüpft [s06, s85, s26].
2. **Randomisierte Studien mit Lebendgeburt.** Bringt eine Karenz von einem Tag, von drei bis vier Tagen und von fünf bis sieben Tagen unterschiedliche Lebendgeburtenraten? Die beiden randomisierten Studien mit Schwangerschaftsendpunkt sind klein (120 und 90 Teilnehmer) und widersprechen sich nicht, weil sie verschiedene Spannen vergleichen [s77, s82].
3. **Häufigkeit gegenüber Karenz.** Lässt sich der Effekt der Zahl der Ejakulationen vom Effekt der Zeit seit der letzten Ejakulation in einem Längsschnitt trennen? Die einzige Studie, die das versucht, ist ein Querschnitt [s26]; die vorletzte Karenz wurde nur einmal untersucht [s35].
4. **Sehr kurze Abstände.** Verbessert eine zweite Probe nach ein bis vier Stunden klinische Ergebnisse, wenn Reihenfolge, Gewöhnung und Regression zur Mitte kontrolliert werden? Vorhanden sind einarmige Vorher-nachher-Studien [s47, s74, s07]; die klinischen Endpunkte waren nicht signifikant [s49, s34, s02].
5. **Wechselwirkung mit dem Befund.** Warum unterscheiden sich Männer mit normalem und auffälligem Befund in der Richtung des Karenzeffekts? Gesucht sind prospektive, nach Befund geschichtete Untersuchungen, die auch Altersgruppen prüfen [s104, s23, s08, s14].
6. **Morphologie.** Welche der beschriebenen Verläufe (kein Effekt, fallend, steigend, U-förmig) spiegelt eine Wirkung wider und welche die Messunsicherheit? [s42, s08, s23]
7. **Messung der DNA-Integrität.** Wie vergleichbar sind Fragmentierungstests untereinander und im Verlauf nach kurzer Karenz? Die Studie aus Polen sah bei Fragmentierung eine Änderung, bei Chromatinfarbtests nicht [s07]; die indische Studie fand mehr Chromatinunreife nach einem Tag und eine starke Zunahme der Fragmentierung nach Inkubation [s112].
8. **Gleitmittel in vivo.** Wie verhalten sich Produkte im Zervikalschleim bei realistischer Verdünnung, und gibt es Produkte, deren Laborbefund und Empfängnisdaten übereinstimmen? Gebraucht werden Studien mit Schwangerschaftsendpunkt und genauer Angabe von Rezeptur und Anwendungszeitpunkt [s33, s39, s135, s101]. Offen ist auch, warum ein und dasselbe Produkt in verschiedenen Studien verschieden abschneidet [s79, s21, s54].
9. **Zeitpunkt im Zyklus und Mann.** Gibt es einen Zusammenhang zwischen Samenqualität und der Bedeutung des Verkehrszeitpunkts, etwa bei Subfertilität des Mannes? Dazu liegt keine Studie vor [s163, s154, s129, s68].
10. **Tageszeit und Erregung.** Sind die Befunde zur Tageszeit [s61, s87] und zur Erregungsdauer [s15, s65, s45] reproduzierbar, wenn Karenz und Reihenfolge der Proben kontrolliert sind?
11. **Alter.** Verändert das Alter des Mannes die Wirkung der Karenz? Guangzhou sah einen Unterschied [s14], Tai'an keine signifikante Wechselwirkung [s08].
12. **Mechanismen.** Welche der vorgeschlagenen Mechanismen (Lagerung im Nebenhoden [s86], Seminalplasma-Metaboliten [s71], Zytokine und Bakterien [s55], Transfer-RNA-Fragmente [s18]) lassen sich bei größeren Stichproben bestätigen? Die Sequenzierungsgruppe in [s18] hatte nur fünf Männer, die Metabolomik [s71] 31.
13. **Beteiligung von Frau und Paar.** Welche Rolle spielen sexuelle Not, Funktionsstörungen und die Belastung durch zeitgesteuerten Verkehr für Häufigkeit und Empfängnis? In der Kohorte mit 2.500 Frauen war sexuelle Not mit geringerer Fecundability verbunden (Fecundability Ratio 0,82; 0,69 bis 0,98), eine Funktionsstörung nach Grenzwert nicht (1,00; 0,890 bis 1,13) [s16].
14. **Fehlende Sprachräume.** Welche Daten liegen in chinesischen, koreanischen, arabischen, russischen, portugiesischen und türkischen Datenbanken, die hier nicht erreichbar waren? Gesucht ist auch eine Auswertung der Datenbanken CNKI, Wanfang, KCI, SciELO und eLIBRARY.
15. **Einheitliche Berichterstattung.** Wie ließen sich Karenzdefinition, Vorzeichen, Einheiten und Testverfahren so vereinheitlichen, dass Studien zusammengeführt werden können? Die Unterschiede in den Abgrenzungen und Vorzeichen sind in diesem Kapitel selbst mehrfach als Quelle scheinbarer Widersprüche aufgetreten [s32, s38, s27].

## Praktische Einordnung

Dieses Kapitel ist keine Therapieempfehlung, keine Verhaltensanweisung und kein Ersatz für eine Diagnose. Die folgenden Punkte ordnen ein, was die Studienlage über den Alltag eines Samenbefunds aussagt, und benennen, wo sie schweigt. Wer persönliche Fragen zu einem Befund, zu einem unerfüllten Kinderwunsch oder zur Probengewinnung hat, kann sie nur mit Fachleuten klären, etwa in der Urologie, Andrologie, Frauenheilkunde oder Reproduktionsmedizin; das Labor, das die Probe untersucht, legt seine Vorgaben für die Gewinnung selbst fest.

### Was ein Samenbefund ist und was nicht

Ein Spermiogramm ist nach der Aussage einer russischen Expertenrunde keine Fertilitätsprognose, sondern eine Momentaufnahme; die Standardkarenz erlaube den Vergleich mit Normwerten [s121]. Die Studien stützen diese Sicht in zwei Punkten. Erstens hängen Volumen, Konzentration und Gesamtzahl mit der Karenz zusammen, sodass eine Karenzangabe zum Befund gehört: In der russischen Erhebung fehlte sie bei einem Drittel der 72 Laborberichte (angegeben in 48, also 66,7 Prozent) [s28]. Wo sie fehlt, lässt sich ein Befund nicht mit den abstinenzabhängigen Befunden in Beziehung setzen. Zweitens schwankt eine einzelne Probe stark: Die Variationskoeffizienten innerhalb einer Person lagen bei Zahl und Konzentration bei 74,5 und 65,6 Prozent [s110]. Ein einzelner auffälliger Wert besagt deshalb für sich genommen wenig. Das ist eine Aussage über Messung, keine über den Einzelfall.

### Karenz und Ejakulationshäufigkeit

Die Studien zeigen einen Zielkonflikt: Mit längerer Karenz steigt die Menge, mit kürzerer verbessern sich in vielen, aber nicht allen Studien Beweglichkeit und DNA-Integrität. Wie groß der Effekt ist, hängt vom Befund ab. Bei gesunden Männern ist er klein, zum Beispiel -2,37 Prozentpunkte beim Fragmentierungsindex mit einem Konfidenzintervall von -4,73 bis -0,01 [s32]; bei Männern mit auffälligem Befund meist größer [s23, s63]. Aus Behandlungszyklen gibt es Beobachtungen, die einen Nachteil sehr langer Karenz (über 7 oder 8 Tage) nahelegen [s106, s13], und andere ohne Unterschied [s77, s99, s31, s57]. Zu Beweglichkeit, Morphologie und DNA-Fragmentierung ist die Lage nach einer systematischen Übersicht widersprüchlich, mit Tendenz zugunsten kürzerer Karenz [s98]; eine zweite sieht kürzere Karenz mit besseren Raten nach assistierter Reproduktion verbunden, ohne dass sich ein idealer Zeitraum ableiten ließe [s53]. Welche Karenz für eine bestimmte Probe oder einen bestimmten Zweck vorgesehen ist, legen die Labore und Behandelnden fest. Die Empfehlungen einzelner Autorengruppen (ein Ejakulationsintervall von ein bis zwei Tagen [s04], Proben für die assistierte Reproduktion unter einem Tag [s41]) sind Aussagen aus Übersichtsarbeiten oder Meinungsbeiträgen, nicht Ergebnisse kontrollierter Studien, und werden hier nur berichtet.

### Leitlinien

Die abgerufene Leitlinie von AUA und ASRM enthält keine eigene Empfehlung zur Ejakulationshäufigkeit, zu Gleitmitteln oder zum Verkehrszeitpunkt. Sie erwähnt, dass eine verkürzte Karenz eine Maßnahme zur Begrenzung des DNA-Schadens sein könne, und nennt Hodenspermien als Option bei erhöhtem Fragmentierungsindex trotz kurzer Karenz unter zwei Tagen als Expertenkonsens [s29]. Das Amendment von 2024 [s30] und der Leitlinienvergleich zur WHO-Leitlinie 2025 [s01] nennen Karenz, Gleitmittel und Verkehrszeitpunkt in den abgerufenen Abstracts nicht. Der Leitlinien-Konsens ICSM 2024 zu sexuellen Funktionsstörungen infertiler Männer erwähnt „fertilitätssichere Gleitmittel“ als Teil von Maßnahmen für Männer mit Funktionsstörungen, ohne Produktdaten im Abstract [s12]. Die Leitlinienlage ist damit dünner als die Übersichtsliteratur.

### Gleitmittel

Die Studien zu Gleitmitteln beantworten zwei verschiedene Fragen mit verschiedenem Ergebnis: Im Labor beeinträchtigen viele Produkte die Spermienbeweglichkeit, je nach Produkt, Konzentration und Dauer; in zwei Kohorten mit natürlicher Empfängnis ließ sich keine geringere Empfängniswahrscheinlichkeit feststellen [s162, s135, s101]. Die Autoren der systematischen Übersicht halten eine evidenzbasierte Leitlinie derzeit für nicht möglich [s33]. Die Praxisübersicht zu Gleitmitteln bei sexueller Aktivität betont deren Nutzen bei Trockenheit, Schmerz und Kondomgebrauch, behandelt die Verträglichkeit für Spermien aber nicht [s25]. Welche Produkte im Einzelfall geeignet sind, lässt sich aus den Studien nicht ableiten; die Autoren einzelner Studien sprechen Produktempfehlungen aus, die dieses Kapitel nicht übernimmt.

### Zeitpunkt und Häufigkeit des Verkehrs

Gut belegt ist, dass Empfängnis in einem Zeitraum von sechs Tagen bis zum Eisprung möglich ist, mit der höchsten Wahrscheinlichkeit am Tag vor dem Eisprung [s163, s157]. Die Cochrane-Übersicht bewertet Ovulationstests im Urin mit moderater Sicherheit als wahrscheinlich nützlich für die Lebendgeburt, bezogen auf Frauen unter 40 Jahren mit weniger als 12 Monaten Kinderwunsch [s46]. In einer großen norwegischen Kohorte war die Zeit bis zur Schwangerschaft bei mehr als viermal wöchentlichem Verkehr kürzer; die Autoren können die Umkehr der Ursache nicht ausschließen [s06]. Ein Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt des Verkehrs und der Samenqualität wurde nicht untersucht. Aus der Beobachtung, dass Paare mit bekannter Samenstörung häufiger zeitgesteuert Verkehr haben und häufiger Erektionsstörungen berichten [s68, s133], lässt sich nicht schließen, dass das Verfahren selbst belastet oder schadet; die Autoren deuten es als Folge langer erfolgloser Versuche [s68].

### Was nicht belegt ist

Die Quellen belegen nicht, dass tägliche Ejakulation die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit senkt. Die in einer russischen Fachdiskussion wiedergegebene Aussage steht ohne Beleg [s121]; die Interventionsstudien zur täglichen Ejakulation haben keine Schwangerschaftsendpunkte [s113, s118]. Ebenso wenig belegen sie, dass sehr kurze Abstände die Lebendgeburtenrate verbessern [s49, s34, s02]. Sie belegen auch nicht, dass ein Gleitmittel, das im Labor Spermien beeinträchtigt, die Empfängnis im Körper mindert, oder umgekehrt, dass die unauffälligen Kohortendaten ein Produkt als unbedenklich ausweisen. Die Aussagen sind jeweils offen.

### Randthema Prostatakrebs

Studien zur Ejakulationshäufigkeit und zum Prostatakrebs betreffen nicht die Samenqualität und sind nur der Vollständigkeit halber Teil der Literatur. In einer Kohorte mit 29.342 Männern war das relative Risiko bei mindestens 21 gegenüber 4 bis 7 Ejakulationen je Monat über das Leben gemittelt 0,67 (0,51 bis 0,89) [s153], in der Fortführung mit 31.925 Männern lag die Hazard Ratio im Alter von 20 bis 29 Jahren bei 0,81 (0,72 bis 0,92) [s111]; eine spanische Fall-Kontroll-Studie fand bei 0 bis 3 gegenüber mehr als 4 Ejakulationen je Monat ein Odds Ratio von 2,38 (1,57 bis 3,60), wobei Erinnerungsverzerrung und umgekehrte Verursachung möglich sind [s51]. Eine narrative Übersicht mit elf Studien fand teils inverse, teils widersprüchliche Beziehungen [s36]. Aus diesen Beobachtungsstudien lässt sich keine Handlungsanweisung ableiten, und sie erlauben keine Aussage zur Fruchtbarkeit.

### Zusammenfassende Einordnung

Gesichert ist der Zielkonflikt zwischen Menge und Funktion der Spermien in Abhängigkeit von der Karenz. Ob dieser Zielkonflikt für die Empfängnis ohne Behandlung eine Rolle spielt, ist mit dem Material nicht zu entscheiden. Bei Gleitmitteln ist die Laborlage deutlich, die Empfängnislage unauffällig und die Verbindung beider offen. Der Zeitpunkt des Verkehrs im Zyklus ist für die Empfängnis gut untersucht, für die Samenqualität nicht. Die Gesamtlage ist dicht, aber nicht eindeutig. Wer daraus eine persönliche Entscheidung ableiten möchte, braucht dazu eine fachliche Beratung, die den Einzelfall kennt.

## Glossar

**Akrosom.** Kappenartige Struktur am Kopf der Spermie, die für die Befruchtung bedeutsam ist; in manchen Studien als Akrosomenindex oder Akrosomintegrität gemessen.

**Alpha-Glucosidase (neutrale).** Enzym im Seminalplasma, das als Marker der Nebenhodenfunktion verwendet wird.

**Asthenozoospermie.** Befund mit verminderter Spermienbeweglichkeit.

**Azoospermie.** Befund ohne Spermien im Ejakulat.

**Blastozyste.** Frühes Embryonalstadium einige Tage nach der Befruchtung; in Studien zur assistierten Reproduktion Endpunkt der Embryonalentwicklung.

**Cauda epididymidis.** Unteres Ende des Nebenhodens, in dem reife Spermien gespeichert werden; wird in mehreren Studien als Ort der Alterung gespeicherter Spermien vermutet.

**CASA.** Computergestützte Spermienanalyse, die Beweglichkeit und Geschwindigkeitsmaße automatisch bestimmt.

**Chromatinreife, Protamine.** Grad der Verdichtung des Erbguts im Spermienkopf; unreifes Chromatin wird mit Farbtests (zum Beispiel Anilinblau, Toluidinblau, CMA3) erfasst.

**Confounder, Störgröße.** Einflussfaktor, der sowohl mit der untersuchten Ursache als auch mit dem Ergebnis zusammenhängt und einen Zusammenhang vortäuschen oder verdecken kann.

**Cross-over-Studie.** Studiendesign, in dem dieselben Teilnehmer nacheinander beide Bedingungen durchlaufen.

**DNA-Fragmentierungsindex (DFI).** Anteil der Spermien mit Brüchen im Erbgut; je nach Test (zum Beispiel TUNEL, Chromatindispersionstest, Halosperm) mit unterschiedlichen Werten und Grenzwerten.

**Ejakulationshäufigkeit.** Zahl der Ejakulationen je Zeiteinheit (zum Beispiel je Woche); zu unterscheiden von der Karenz.

**Euploidie.** Normale Chromosomenzahl eines Embryos; in der Präimplantationsdiagnostik (PGT-A) geprüft.

**Fecundability, Fecundability Ratio.** Wahrscheinlichkeit, in einem Zyklus schwanger zu werden; das Verhältnis vergleicht diese Wahrscheinlichkeit zwischen zwei Gruppen (Werte über 1 bedeuten höhere Wahrscheinlichkeit).

**Flagellum.** Geißelfaden der Spermie, der die Fortbewegung antreibt; in Morphologiebefunden werden Defekte des Flagellums, des Mittelstücks und des Kopfes beschrieben.

**Fruchtbares Fenster.** Die Tage des Zyklus, an denen Verkehr zur Empfängnis führen kann; nach den Studien sechs Tage bis zum Eisprung.

**Hazard Ratio.** Verhältnis der Ereignisraten in zwei Gruppen im zeitlichen Verlauf.

**Hodenspermien.** Spermien, die operativ aus dem Hoden gewonnen werden.

**Insemination (IUI).** Einbringen aufbereiteter Spermien in die Gebärmutter zum Zeitpunkt des Eisprungs.

**ICSI.** Injektion eines einzelnen Spermiums in die Eizelle im Labor.

**IVF.** Befruchtung von Eizellen mit Spermien im Labor; der Embryo wird anschließend übertragen.

**Karenz, Abstinenz.** Zeit seit der letzten Ejakulation vor der Samenprobe. Im Text werden beide Begriffe gleichbedeutend verwendet.

**Karenz, vorletzte.** Zeit zwischen der vorletzten und der letzten Ejakulation vor der Probe.

**Konfidenzintervall.** Bereich, in dem der wahre Wert mit der angegebenen Sicherheit (meist 95 Prozent) liegt; ein Intervall, das den Nullwert (bei Differenzen) oder den Wert 1 (bei Verhältnissen) einschließt, spricht gegen einen statistisch belegten Unterschied.

**Lebendgeburtenrate.** Anteil der Behandlungszyklen oder Paare mit einer Lebendgeburt.

**Lipidperoxidation, oxidativer Stress, reaktive Sauerstoffspezies (ROS).** Schädigung von Zellbestandteilen durch aggressive Sauerstoffverbindungen; wird als Mechanismus für Spermienschäden diskutiert.

**Mittelwertdifferenz.** Unterschied der Mittelwerte zweier Gruppen; das Vorzeichen hängt von der Berechnungsrichtung ab.

**Morphologie.** Anteil normal geformter Spermien nach festgelegten Kriterien.

**Nekrozoospermie.** Befund mit überwiegend toten Spermien.

**Normozoospermie.** Befund, bei dem die Messwerte im Referenzbereich liegen.

**Oligozoospermie, Oligo-Astheno-Teratozoospermie (OAT).** Verminderte Spermienkonzentration; OAT bezeichnet die Kombination mit verminderter Beweglichkeit und auffälliger Form.

**Odds Ratio.** Verhältnis der Chancen für ein Ereignis in zwei Gruppen; Werte über 1 bedeuten höhere Chancen in der ersten Gruppe.

**Osmolalität.** Konzentration gelöster Teilchen in einer Flüssigkeit; bei Gleitmitteln als Einflussgröße auf Spermien genannt.

**PGT-A.** Chromosomentest an Embryonen vor der Übertragung.

**Progressive Beweglichkeit.** Anteil der Spermien, die sich zielgerichtet vorwärtsbewegen.

**Regression zur Mitte.** Statistischer Effekt: Extreme Messwerte fallen bei Wiederholung im Mittel weniger extrem aus, auch ohne Eingriff.

**Risk Ratio.** Verhältnis der Ereigniswahrscheinlichkeiten in zwei Gruppen.

**Seminalplasma.** Flüssiger Anteil des Ejakulats, in dem die Spermien schwimmen.

**Spermiogramm.** Laboruntersuchung des Ejakulats auf Volumen, Konzentration, Beweglichkeit, Form und weitere Merkmale.

**Swim-up, Dichtegradient.** Verfahren zur Aufbereitung von Samenproben, bei dem bewegliche Spermien angereichert werden.

**Teratozoospermie.** Befund mit überwiegend auffällig geformten Spermien.

**TMSC.** Gesamtzahl beweglicher Spermien im Ejakulat.

**Timed intercourse, zeitgesteuerter Verkehr.** Verkehr, der auf den vorhergesagten Eisprung abgestimmt wird, etwa mit Ovulationstests im Urin.

**TUNEL.** Test, der DNA-Strangbrüche in Spermien anfärbt.

**Zweikernige und dreikernige Zygoten (2PN, 3PN).** Befruchtete Eizellen mit zwei beziehungsweise drei Vorkernen; drei Vorkerne gelten als auffällig.

**Zweites Ejakulat.** Probe, die wenige Stunden nach einer ersten Probe abgegeben wird; in den Studien meist 1 bis 4 Stunden danach.

## Quellenverzeichnis

Vollständige Liste aller 178 Quellen der Gesamtstudie in der Reihenfolge der Kennungen. Bei Titeln in nicht englischer oder deutscher Sprache steht die deutsche Übersetzung in Klammern; Titel in eckigen Klammern sind die englischen Wiedergaben der Datenbank für Originale in anderer Sprache. Fehlt eine PMID, ist keine vergeben.

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