Ejakulationshäufigkeit, Gleitmittel und Sexualverhalten · Kapitel 18 von 21

Offene Forschungsfragen

Die folgenden Fragen ergeben sich aus den Lücken des Materials. Sie sind keine Handlungsempfehlungen und keine Anleitung für Studien, sondern benennen, was die vorliegenden Daten nicht beantworten.

  1. Natürliche Empfängnis. Wie hängen Ejakulationshäufigkeit, Karenz und Samenqualität bei denselben Paaren mit der Zeit bis zur Schwangerschaft zusammen? Bisher gibt es keine Studie, die Verkehrsfrequenz, Samenparameter und natürliche Empfängnis verknüpft [s06, s85, s26].
  2. Randomisierte Studien mit Lebendgeburt. Bringt eine Karenz von einem Tag, von drei bis vier Tagen und von fünf bis sieben Tagen unterschiedliche Lebendgeburtenraten? Die beiden randomisierten Studien mit Schwangerschaftsendpunkt sind klein (120 und 90 Teilnehmer) und widersprechen sich nicht, weil sie verschiedene Spannen vergleichen [s77, s82].
  3. Häufigkeit gegenüber Karenz. Lässt sich der Effekt der Zahl der Ejakulationen vom Effekt der Zeit seit der letzten Ejakulation in einem Längsschnitt trennen? Die einzige Studie, die das versucht, ist ein Querschnitt [s26]; die vorletzte Karenz wurde nur einmal untersucht [s35].
  4. Sehr kurze Abstände. Verbessert eine zweite Probe nach ein bis vier Stunden klinische Ergebnisse, wenn Reihenfolge, Gewöhnung und Regression zur Mitte kontrolliert werden? Vorhanden sind einarmige Vorher-nachher-Studien [s47, s74, s07]; die klinischen Endpunkte waren nicht signifikant [s49, s34, s02].
  5. Wechselwirkung mit dem Befund. Warum unterscheiden sich Männer mit normalem und auffälligem Befund in der Richtung des Karenzeffekts? Gesucht sind prospektive, nach Befund geschichtete Untersuchungen, die auch Altersgruppen prüfen [s104, s23, s08, s14].
  6. Morphologie. Welche der beschriebenen Verläufe (kein Effekt, fallend, steigend, U-förmig) spiegelt eine Wirkung wider und welche die Messunsicherheit? [s42, s08, s23]
  7. Messung der DNA-Integrität. Wie vergleichbar sind Fragmentierungstests untereinander und im Verlauf nach kurzer Karenz? Die Studie aus Polen sah bei Fragmentierung eine Änderung, bei Chromatinfarbtests nicht [s07]; die indische Studie fand mehr Chromatinunreife nach einem Tag und eine starke Zunahme der Fragmentierung nach Inkubation [s112].
  8. Gleitmittel in vivo. Wie verhalten sich Produkte im Zervikalschleim bei realistischer Verdünnung, und gibt es Produkte, deren Laborbefund und Empfängnisdaten übereinstimmen? Gebraucht werden Studien mit Schwangerschaftsendpunkt und genauer Angabe von Rezeptur und Anwendungszeitpunkt [s33, s39, s135, s101]. Offen ist auch, warum ein und dasselbe Produkt in verschiedenen Studien verschieden abschneidet [s79, s21, s54].
  9. Zeitpunkt im Zyklus und Mann. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Samenqualität und der Bedeutung des Verkehrszeitpunkts, etwa bei Subfertilität des Mannes? Dazu liegt keine Studie vor [s163, s154, s129, s68].
  10. Tageszeit und Erregung. Sind die Befunde zur Tageszeit [s61, s87] und zur Erregungsdauer [s15, s65, s45] reproduzierbar, wenn Karenz und Reihenfolge der Proben kontrolliert sind?
  11. Alter. Verändert das Alter des Mannes die Wirkung der Karenz? Guangzhou sah einen Unterschied [s14], Tai'an keine signifikante Wechselwirkung [s08].
  12. Mechanismen. Welche der vorgeschlagenen Mechanismen (Lagerung im Nebenhoden [s86], Seminalplasma-Metaboliten [s71], Zytokine und Bakterien [s55], Transfer-RNA-Fragmente [s18]) lassen sich bei größeren Stichproben bestätigen? Die Sequenzierungsgruppe in [s18] hatte nur fünf Männer, die Metabolomik [s71] 31.
  13. Beteiligung von Frau und Paar. Welche Rolle spielen sexuelle Not, Funktionsstörungen und die Belastung durch zeitgesteuerten Verkehr für Häufigkeit und Empfängnis? In der Kohorte mit 2.500 Frauen war sexuelle Not mit geringerer Fecundability verbunden (Fecundability Ratio 0,82; 0,69 bis 0,98), eine Funktionsstörung nach Grenzwert nicht (1,00; 0,890 bis 1,13) [s16].
  14. Fehlende Sprachräume. Welche Daten liegen in chinesischen, koreanischen, arabischen, russischen, portugiesischen und türkischen Datenbanken, die hier nicht erreichbar waren? Gesucht ist auch eine Auswertung der Datenbanken CNKI, Wanfang, KCI, SciELO und eLIBRARY.
  15. Einheitliche Berichterstattung. Wie ließen sich Karenzdefinition, Vorzeichen, Einheiten und Testverfahren so vereinheitlichen, dass Studien zusammengeführt werden können? Die Unterschiede in den Abgrenzungen und Vorzeichen sind in diesem Kapitel selbst mehrfach als Quelle scheinbarer Widersprüche aufgetreten [s32, s38, s27].
Alle Kapitel und Anhänge (24)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. Überblick und Gliederung und Große Auswertungen von Samenbefunden nach Karenz (Europa, Amerika, Afrika, Indien, Vietnam)
  6. Karenz und Samenqualität in China, Japan und Hongkong und Ejakulationshäufigkeit, tägliche Ejakulation und wiederholte Ejakulate
  7. Zweite Probe nach sehr kurzer Karenz (Stunden): Vorher-nachher-Studien ohne Kontrollgruppe bis Erregung, Tageszeit und Dauer der Probengewinnung
  8. Häufigkeit und Zeitpunkt des Verkehrs, Sexualfunktion bis Gesamteinordnung der Beobachtungsstudien
  9. Gesamtbild der Evidenz in Kürze bis Ejakulationshäufigkeit, tägliche und wiederholte Ejakulation beim Menschen
  10. Zweite Probe nach sehr kurzer Karenz (Stunden) bis Sprachräume und Zugang
  11. Mechanismen und biologische Plausibilität
  12. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  13. Englisch bis Spanisch
  14. Chinesisch bis Türkisch
  15. Ein Querschnittsproblem vorweg: Vorzeichen, Grenzen und Begriffe bis Widerspruch 10: Tierstudien, gegensätzliche Richtungen
  16. Übersicht der Widersprüche
  17. Limitationen der Evidenz
  18. Offene Forschungsfragen
  19. Praktische Einordnung
  20. Glossar
  21. Quellenverzeichnis
  22. Diagramme
  23. Quellen
  24. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle