ADPKD (autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung): Erbliche Erkrankung mit Zysten in beiden Nieren, meist durch Veränderungen in den Genen PKD1 oder PKD2; im Material auch mit Zysten im Bereich der Samenwege beschrieben.
Akrosom: Kappenartige Struktur am Spermienkopf, die bei der Befruchtung eine Rolle spielt (Akrosomreaktion).
Anti-Müller-Hormon (AMH): Hormon der Sertoli-Zellen; im Material als möglicher Marker der Sertoli-Zellfunktion bei CKD untersucht.
Asthenozoospermie: Verminderte Beweglichkeit der Spermien im Ejakulat.
Azoospermie: Keine Spermien im Ejakulat. Obstruktive Azoospermie: Spermien werden gebildet, gelangen aber wegen eines Verschlusses nicht ins Ejakulat. Nichtobstruktive Azoospermie: Spermienbildung ist gestört.
CASA (computergestützte Spermaanalyse): Automatische Messung von Spermienbewegung (zum Beispiel VCL, VSL, VAP, LIN, ALH).
CBAVD (kongenitale beidseitige Aplasie der Samenleiter): Angeborenes Fehlen beider Samenleiter; im Material Vergleichsgruppe für ICSI-Ergebnisse bei ADPKD.
CFTR: Protein, das mit Mukoviszidose in Verbindung steht; im Material als Marker in Spermien untersucht.
CKD (chronische Nierenerkrankung): Dauerhafte Einschränkung der Nierenfunktion, in Stadien eingeteilt; Stadium 5 entspricht dem Nierenversagen im Endstadium.
Calcineurininhibitoren: Gruppe von Immunsuppressiva, zu der Ciclosporin und Tacrolimus (FK506) gehören.
CAPD (kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse): Form der Peritonealdialyse.
CMV (Zytomegalievirus): Virus, gegen das nach Transplantation vorbeugend oder therapeutisch Valganciclovir gegeben werden kann.
Cystinose: Seltene Speicherkrankheit mit Cystinablagerung, die die Niere und andere Organe betrifft; bei Männern ist Azoospermie berichtet.
Dialyse: Blutreinigungsverfahren bei Nierenversagen, als Hämodialyse (HD) oder Peritonealdialyse (PD).
eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate): Rechnerischer Maßstab der Nierenfunktion.
Erektile Dysfunktion (ED): Anhaltende Schwierigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen; häufig mit dem Fragebogen IIEF erfasst.
ESRD (Nierenversagen im Endstadium, terminale Niereninsuffizienz): Zustand, in dem Dialyse oder Transplantation erforderlich ist.
Fertilitätsindex (FI) der Hangzhou-Arbeiten: Produkt aus Spermiendichte, Beweglichkeit und Anteil normaler Formen; Streuungsmaße der Quelle sind nicht bezeichnet.
Flagellum: Der Bewegungsfaden der Spermie (Geißel); sein Aufbau ist für die Beweglichkeit wesentlich. Defekte des Flagellums können die Beweglichkeit mindern.
FSH und LH: Gonadotropine der Hirnanhangdrüse; steuern Spermienbildung (FSH) und Testosteronproduktion (LH) im Hoden.
Hämokonzentration: Eindickung des Blutes, zum Beispiel durch Flüssigkeitsentzug bei der Dialyse; erhöht Konzentrationen im Blut, ohne dass mehr Substanz gebildet wurde.
Hypogonadismus: Unterfunktion der Keimdrüsen mit niedrigem Testosteron. Hypergonadotrop: Gonadotropine erhöht. Hypogonadotrop: Gonadotropine niedrig oder unangemessen normal.
ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion): Verfahren der assistierten Reproduktion, bei dem ein einzelnes Spermium in die Eizelle eingebracht wird.
IIEF (International Index of Erectile Function): Fragebogen zur Erektionsfunktion; IIEF-5 ist die Kurzform.
Inhibin B: Hormon der Sertoli-Zellen; wird als Marker der Spermatogenese-Umgebung untersucht.
Kisspeptin: Signalstoff im Gehirn, der die Hormonachse zu den Keimdrüsen mitsteuert.
Konfidenzintervall (KI): Bereich, in dem der wahre Wert mit der angegebenen Sicherheit (hier meist 95 %) liegt.
Leydig-Zellen: Zellen im Hoden, die Testosteron bilden.
Mendelsche Randomisierung: Methode, die genetische Varianten als natürliche Zuteilung nutzt, um Ursache und Wirkung besser zu trennen.
Mycophenolat (Mycophenolsäure, MPA; Mycophenolatmofetil, MMF): Immunsuppressivum.
mTOR-Inhibitoren: Gruppe von Immunsuppressiva mit Sirolimus und Everolimus.
Nekrospermie (Nekrozoospermie): Überwiegend abgestorbene Spermien im Ejakulat.
Odds Ratio (OR), Hazard Ratio (HR), SMD (standardisierte Mittelwertdifferenz): Statistische Effektmaße; OR und HR unter 1 bedeuten ein geringeres Risiko, die SMD gibt Unterschiede in Standardabweichungen an.
Oligozoospermie: Verminderte Spermienkonzentration.
PGT (Präimplantationsdiagnostik, PGD): Genetische Untersuchung von Embryonen vor dem Transfer; PGT-M betrifft einzelne erbliche Erkrankungen.
Prolaktin: Hormon der Hirnanhangdrüse, bei Nierenerkrankung häufig erhöht.
SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin): Transporteiweiß im Blut, das die Menge freien Testosterons mitbestimmt.
Sertoli-Zellen: Stützzellen im Hoden, die die Spermienbildung unterstützen.
Spermarche: Erstes Auftreten von Spermien im Urin oder Ejakulat in der Pubertät; Marker für den Beginn der Samenbildung.
Teratozoospermie: Erhöhter Anteil fehlgeformter Spermien.
Transplantation (Nierentransplantation): Übertragung einer Spenderniere, als Lebendspende oder Verstorbenenspende.
Urämie: Krankheitsbild bei stark eingeschränkter Nierenfunktion mit Anhäufung von Stoffwechselprodukten im Blut.
Valganciclovir: Virostatikum gegen das Zytomegalievirus.
WHO-Kategorien der Samenanalyse: Referenzbereiche der Weltgesundheitsorganisation für Samenparameter; in einer Studie zur Fabry-Krankheit als Maßstab genutzt [s89].