Chronische Nierenerkrankung, Dialyse und Nierentransplantation · Kapitel 19 von 21

Glossar

ADPKD (autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung): Erbliche Erkrankung mit Zysten in beiden Nieren, meist durch Veränderungen in den Genen PKD1 oder PKD2; im Material auch mit Zysten im Bereich der Samenwege beschrieben.

Akrosom: Kappenartige Struktur am Spermienkopf, die bei der Befruchtung eine Rolle spielt (Akrosomreaktion).

Anti-Müller-Hormon (AMH): Hormon der Sertoli-Zellen; im Material als möglicher Marker der Sertoli-Zellfunktion bei CKD untersucht.

Asthenozoospermie: Verminderte Beweglichkeit der Spermien im Ejakulat.

Azoospermie: Keine Spermien im Ejakulat. Obstruktive Azoospermie: Spermien werden gebildet, gelangen aber wegen eines Verschlusses nicht ins Ejakulat. Nichtobstruktive Azoospermie: Spermienbildung ist gestört.

CASA (computergestützte Spermaanalyse): Automatische Messung von Spermienbewegung (zum Beispiel VCL, VSL, VAP, LIN, ALH).

CBAVD (kongenitale beidseitige Aplasie der Samenleiter): Angeborenes Fehlen beider Samenleiter; im Material Vergleichsgruppe für ICSI-Ergebnisse bei ADPKD.

CFTR: Protein, das mit Mukoviszidose in Verbindung steht; im Material als Marker in Spermien untersucht.

CKD (chronische Nierenerkrankung): Dauerhafte Einschränkung der Nierenfunktion, in Stadien eingeteilt; Stadium 5 entspricht dem Nierenversagen im Endstadium.

Calcineurininhibitoren: Gruppe von Immunsuppressiva, zu der Ciclosporin und Tacrolimus (FK506) gehören.

CAPD (kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse): Form der Peritonealdialyse.

CMV (Zytomegalievirus): Virus, gegen das nach Transplantation vorbeugend oder therapeutisch Valganciclovir gegeben werden kann.

Cystinose: Seltene Speicherkrankheit mit Cystinablagerung, die die Niere und andere Organe betrifft; bei Männern ist Azoospermie berichtet.

Dialyse: Blutreinigungsverfahren bei Nierenversagen, als Hämodialyse (HD) oder Peritonealdialyse (PD).

eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate): Rechnerischer Maßstab der Nierenfunktion.

Erektile Dysfunktion (ED): Anhaltende Schwierigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen; häufig mit dem Fragebogen IIEF erfasst.

ESRD (Nierenversagen im Endstadium, terminale Niereninsuffizienz): Zustand, in dem Dialyse oder Transplantation erforderlich ist.

Fertilitätsindex (FI) der Hangzhou-Arbeiten: Produkt aus Spermiendichte, Beweglichkeit und Anteil normaler Formen; Streuungsmaße der Quelle sind nicht bezeichnet.

Flagellum: Der Bewegungsfaden der Spermie (Geißel); sein Aufbau ist für die Beweglichkeit wesentlich. Defekte des Flagellums können die Beweglichkeit mindern.

FSH und LH: Gonadotropine der Hirnanhangdrüse; steuern Spermienbildung (FSH) und Testosteronproduktion (LH) im Hoden.

Hämokonzentration: Eindickung des Blutes, zum Beispiel durch Flüssigkeitsentzug bei der Dialyse; erhöht Konzentrationen im Blut, ohne dass mehr Substanz gebildet wurde.

Hypogonadismus: Unterfunktion der Keimdrüsen mit niedrigem Testosteron. Hypergonadotrop: Gonadotropine erhöht. Hypogonadotrop: Gonadotropine niedrig oder unangemessen normal.

ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion): Verfahren der assistierten Reproduktion, bei dem ein einzelnes Spermium in die Eizelle eingebracht wird.

IIEF (International Index of Erectile Function): Fragebogen zur Erektionsfunktion; IIEF-5 ist die Kurzform.

Inhibin B: Hormon der Sertoli-Zellen; wird als Marker der Spermatogenese-Umgebung untersucht.

Kisspeptin: Signalstoff im Gehirn, der die Hormonachse zu den Keimdrüsen mitsteuert.

Konfidenzintervall (KI): Bereich, in dem der wahre Wert mit der angegebenen Sicherheit (hier meist 95 %) liegt.

Leydig-Zellen: Zellen im Hoden, die Testosteron bilden.

Mendelsche Randomisierung: Methode, die genetische Varianten als natürliche Zuteilung nutzt, um Ursache und Wirkung besser zu trennen.

Mycophenolat (Mycophenolsäure, MPA; Mycophenolatmofetil, MMF): Immunsuppressivum.

mTOR-Inhibitoren: Gruppe von Immunsuppressiva mit Sirolimus und Everolimus.

Nekrospermie (Nekrozoospermie): Überwiegend abgestorbene Spermien im Ejakulat.

Odds Ratio (OR), Hazard Ratio (HR), SMD (standardisierte Mittelwertdifferenz): Statistische Effektmaße; OR und HR unter 1 bedeuten ein geringeres Risiko, die SMD gibt Unterschiede in Standardabweichungen an.

Oligozoospermie: Verminderte Spermienkonzentration.

PGT (Präimplantationsdiagnostik, PGD): Genetische Untersuchung von Embryonen vor dem Transfer; PGT-M betrifft einzelne erbliche Erkrankungen.

Prolaktin: Hormon der Hirnanhangdrüse, bei Nierenerkrankung häufig erhöht.

SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin): Transporteiweiß im Blut, das die Menge freien Testosterons mitbestimmt.

Sertoli-Zellen: Stützzellen im Hoden, die die Spermienbildung unterstützen.

Spermarche: Erstes Auftreten von Spermien im Urin oder Ejakulat in der Pubertät; Marker für den Beginn der Samenbildung.

Teratozoospermie: Erhöhter Anteil fehlgeformter Spermien.

Transplantation (Nierentransplantation): Übertragung einer Spenderniere, als Lebendspende oder Verstorbenenspende.

Urämie: Krankheitsbild bei stark eingeschränkter Nierenfunktion mit Anhäufung von Stoffwechselprodukten im Blut.

Valganciclovir: Virostatikum gegen das Zytomegalievirus.

WHO-Kategorien der Samenanalyse: Referenzbereiche der Weltgesundheitsorganisation für Samenparameter; in einer Studie zur Fabry-Krankheit als Maßstab genutzt [s89].

Alle Kapitel und Anhänge (25)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. Chronische Nierenerkrankung vor der Dialyse bis Dialyse: historische japanische Hormonstudien (1982 bis 1998)
  6. Dialyse: Sexualfunktion und erektile Dysfunktion (Randbereich) bis Immunsuppressiva, antivirale Mittel und Zytostatika: Beobachtungsstudien
  7. Vaterschaft, Nachkommen und Befragungen bis Zusammenschau der Beobachtungsstudien
  8. Wie dieses Kapitel zu lesen ist bis Hormonachse bei CKD und Dialyse
  9. Nierentransplantation: Hormone im Verlauf bis Bevölkerungsbasierte und genetische Studien
  10. Tierversuche und Was in der Studienlage fehlt
  11. Mechanismen und biologische Plausibilität
  12. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  13. Englisch bis Koreanisch
  14. Russisch bis Türkisch
  15. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  16. Limitationen der Evidenz
  17. Offene Forschungsfragen
  18. Praktische Einordnung
  19. Glossar
  20. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 2)
  21. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 2)
  22. Diagramme
  23. Quellen s01–s114
  24. Quellen s115–s219
  25. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle