# Chronische Nierenerkrankung, Dialyse und Nierentransplantation und männliche Fertilität und Spermienqualität

Quelle: https://bosslevel.eu/recherche/niere.html · Stand 22. Oktober 2026 · Redaktion: Bernd Peter (bosslevel.eu) · 67.251 Wörter, 219 Quellen

> Mit KI-Unterstützung aus Fachliteratur in zwölf Sprachräumen zusammengestellt. Zahlen stammen überwiegend aus Abstracts. Keine individuelle Diagnose, keine Therapieempfehlung.

## Kurzantwort

Bei Männern mit fortgeschrittener Nierenerkrankung und unter Dialyse sind Spermienzahl, Beweglichkeit und Morphologie in mehreren kleinen Studien niedriger als bei Vergleichsmännern, oft mit niedrigem Testosteron. Nach einer Transplantation bessern sich die Werte im Mittel, erreichen aber nicht das Niveau Gesunder. Die Datenlage ist alt, klein und methodisch schwach; randomisierte Studien mit Spermienendpunkt fehlen, die Gewissheit für das Ausmaß ist gering.

## Häufige Fragen

### Beeinträchtigt eine chronische Nierenerkrankung die Spermienqualität?

In mehreren kleinen Vergleichsstudien lagen Spermiendichte, Beweglichkeit und Anteil normal geformter Spermien bei Männern mit Urämie oder Dialyse unter denen der Kontrollen. Die Richtung ist ziemlich gesichert, das Ausmaß unsicher. Die Studien sind klein, teils alt und können Nierenkrankheit, Medikamente und Begleiterkrankungen nicht sauber trennen.

### Wird die Spermienqualität mit dem Stadium der Nierenerkrankung schlechter?

Bei 66 Männern mit chronischer Nierenerkrankung der Stadien 1 bis 5 zeigten Volumen, Beweglichkeit, Konzentration und Gesamtzahl einen negativen Trend mit dem Stadium. Eine weitere Studie fand eine negative Korrelation mit der Dialysedauer. Beides stammt aus Querschnittsstudien ohne Kontrollgruppe oder Adjustierung, das Alter ist eine mögliche Störgröße.

### Wie häufig ist niedriges Testosteron bei Nierenerkrankung und Dialyse?

Die Angaben schwanken stark: 56,7 Prozent Hypogonadismus gegenüber 13,3 Prozent bei Kontrollen in einer Fall-Kontroll-Studie, 66 Prozent bei 420 Hämodialysepatienten, aber nur 17 bis 21 Prozent bei 105 Männern vor der Dialyse. Grenzwerte, Messverfahren und Kollektive unterscheiden sich, daher ist keine einzelne Zahl verlässlich.

### Verbessert sich die Spermienqualität nach einer Nierentransplantation?

Eine Metaanalyse von fünf Studien fand nach Transplantation höhere Spermiendichte und Beweglichkeit als unter Dialyse, aber weiterhin niedrigere Werte als bei Gesunden. Die Testosteronachse erholt sich in den meisten Studien, mit Ausnahmen. Der Sertoli-Zell-Marker Inhibin B sank in zwei Kohorten zunächst. Vollständigkeit und Dauer der Erholung sind unsicher.

### Können Männer nach einer Nierentransplantation Vater werden?

Ja, das ist belegt. In einer französischen Befragung von 1332 Transplantierten hatten 17 Prozent nach der Transplantation ein Kind gezeugt, gut ein Viertel dieser Väter mit assistierter Reproduktion. Der Rücklauf lag bei 46 Prozent. Vaterschaftsraten hängen vom Kinderwunsch ab und messen die biologische Fruchtbarkeit nicht.

### Schädigen Immunsuppressiva nach der Transplantation die Spermien?

Am besten belegt ist das für mTOR-Inhibitoren wie Sirolimus und Everolimus: niedrigere Spermienzahl und weniger gezeugte Schwangerschaften in einer Beobachtungsstudie sowie Fallberichte mit Erholung nach dem Absetzen. Für Ciclosporin, Tacrolimus und Mycophenolat sind die Befunde beim Menschen widersprüchlich oder dünn. Die Studien sind nicht randomisiert.

### Verzögert Valganciclovir die Erholung der Spermien nach der Transplantation?

In einer prospektiven, nicht randomisierten Studie mit 59 Männern war der Anstieg der Spermienkonzentration bis zum Behandlungsende unter Valganciclovir geringer. Sechs Monate nach Behandlungsende bestand kein Unterschied mehr. Männer mit Azoospermie zu Beginn erholten sich dort nicht. Für Langzeitfolgen reicht die Datenlage nicht.

### Was sagen Leitlinien zu Fruchtbarkeit bei Nierenerkrankung?

Keine der drei geprüften internationalen Leitlinien (EAU, AUA/ASRM, ESHRE) enthält eine Aussage zur Fertilität bei chronischer Nierenerkrankung, Dialyse oder Transplantation. Eine AWMF-Leitlinie konnte nicht geprüft werden, weil das Register nicht abfragbar war. Die Studie gibt keine Therapieempfehlung und ersetzt keine ärztliche Beratung.

*Stand 4. Oktober 2026*

## Kurzfassung

Diese Studie trägt zusammen, was die medizinische Literatur über den Zusammenhang von chronischer Nierenerkrankung (CKD), Dialyse und Nierentransplantation mit der Fruchtbarkeit des Mannes und der Qualität seiner Spermien belegt. Grundlage sind 219 Veröffentlichungen aus den Jahren 1975 bis 2026, gesucht in acht Sprachräumen (Englisch, Chinesisch, Türkisch, Japanisch, Arabisch, Russisch, Französisch, Koreanisch). Die Zahlen stammen überwiegend aus Abstracts, nur für wenige Arbeiten wurde der Volltext gelesen. Das Fazit vorweg: Das Feld ist klein, alt und methodisch schwach. Es gibt keine randomisierte Studie mit Spermienendpunkt, die über Männer mit CKD oder Dialyse verlässlich Auskunft gäbe. Die Aussagen beruhen auf kleinen Querschnittsstudien, Vorher-nachher-Vergleichen, Fallberichten, Übersichten und Tierversuchen.

Innerhalb dieser Grenzen zeichnet sich ein einheitliches Bild. Bei Männern mit fortgeschrittener Nierenerkrankung und unter Dialyse sind Spermienzahl, Beweglichkeit und Morphologie in mehreren unabhängig berichteten Studien niedriger als bei Vergleichsmännern; die Beeinträchtigung wächst mit dem CKD-Stadium und der Dialysedauer [s113, s127, s135]. Hormonell findet sich häufig ein niedriges Testosteron bei erhöhten Gonadotropinen und erhöhtem Prolaktin. Wie oft das so ist, hängt stark von Grenzwert, Messverfahren und Kollektiv ab: von 56,7 % Hypogonadismus gegenüber 13,3 % bei Kontrollen in einer modernen Fall-Kontroll-Studie [s01] über 66 % bei 420 Hämodialysepatienten [s144] bis zu 17 bis 21 % bei 105 Männern vor der Dialyse [s71].

Nach einer Nierentransplantation erholt sich die Testosteronachse in den meisten Studien rasch, und die Spermienparameter bessern sich im Vergleich zu Dialysepatienten, bleiben aber im Mittel unter denen gesunder Männer; die Metaanalyse von fünf Studien findet standardisierte Mittelwertdifferenzen von minus 0,75 (Dichte) und minus 0,50 (Beweglichkeit) gegenüber Gesunden [s69]. Auffällig ist, dass der Sertoli-Zell-Marker Inhibin B nach der Transplantation in zwei Kohorten zunächst sinkt [s01, s116]. Eine französische Befragung von 1332 transplantierten Männern ergab eine Vaterschaftsrate nach der Transplantation von 17 %; gut ein Viertel dieser Väter brauchte assistierte Reproduktion [s72].

Bei den Medikamenten ist die Befundlage ungleich. Am besten belegt ist eine spermienschädigende Wirkung der mTOR-Inhibitoren Sirolimus und Everolimus: niedrigere Spermienzahl und deutlich weniger gezeugte Schwangerschaften in einer Beobachtungsstudie [s157] sowie Fallserien und Fallberichte mit Erholung nach dem Absetzen [s141, s161, s118]. Valganciclovir verzögert die Spermienerholung nach der Transplantation vorübergehend [s78]. Für Ciclosporin, Tacrolimus und Mycophenolat sind die Befunde beim Menschen widersprüchlich oder dünn; Studien zu Kindern transplantierter Väter zeigen keine auffällige Häufung von Fehlbildungen, enthalten aber keine Spermiendaten [s72, s62].

Erbkrankheiten wie die polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD), die Cystinose und der Morbus Fabry betreffen Niere und Fortpflanzungsorgane gemeinsam und verzerren Auswertungen, wenn man sie nicht trennt. Keine der drei geprüften internationalen Leitlinien (EAU, AUA/ASRM, ESHRE) enthält eine Aussage zur Fertilität bei CKD, Dialyse oder Transplantation [s25, s24, s13]. Nierenkrankheit und Medikation lassen sich in fast allen Studien nicht voneinander trennen; ursächliche Aussagen sind deshalb nur eingeschränkt möglich. Diese Studie gibt keine Therapieempfehlung und ersetzt keine ärztliche Beratung.

## Das Wichtigste in Kürze

Zu jedem Kernbefund stehen zwei getrennte Einschätzungen. Die Evidenzstärke beschreibt, wie tragfähig die vorhandenen Studien nach Design, Größe und Übereinstimmung sind (hoch, mäßig, niedrig, sehr niedrig). Die Gewissheit beschreibt, wie sicher die Aussage in der genannten Reichweite ist (hoch, mittel, gering). Beides sind Einschätzungen des Bearbeiters, keine formale Bewertung nach GRADE.

1. **Die Samenqualität ist bei urämischen und dialysepflichtigen Männern in den Vergleichsstudien vermindert.** In Studien mit 24 bis 74 Patienten lagen Dichte, Beweglichkeit und Normalformenrate unter denen der Kontrollen, im Fertilitätsindex 0,23 bei Urämie gegenüber 13,02 bei gesunden Männern [s152, s168, s135, s127]. Evidenzstärke: niedrig (kleine Querschnittsstudien, Kontrollgruppen schlecht beschrieben, die Hangzhou-Arbeiten überlappen vermutlich). Gewissheit: hoch für die Richtung, gering für das Ausmaß.

2. **Die Beeinträchtigung wächst mit CKD-Stadium und Dialysedauer.** Bei 66 Männern mit CKD-Stadium 1 bis 5 zeigten Volumen, Beweglichkeit, Konzentration und Gesamtzahl einen negativen Trend mit dem Stadium [s113]; die Dialysedauer korrelierte negativ mit Testosteron, Konzentration und Motilität [s127]. Evidenzstärke: sehr niedrig (Querschnitt ohne Kontrollgruppe beziehungsweise ohne Adjustierung, Alter als Störgröße). Gewissheit: gering bis mittel.

3. **Hormonell findet sich häufig niedriges Testosteron bei erhöhtem LH, teils FSH, und erhöhtem Prolaktin; die Häufigkeit schwankt stark.** Hypogonadismus bei 56,7 % der Männer mit CKD gegenüber 13,3 % der Kontrollen [s01]; Testosteronmangel bei 44 % von 260 [s137] und 66 % von 420 Dialysemännern [s144]; 17,1 bis 20,9 % bei 105 Männern vor der Dialyse [s71]; 18,6 % bei 118 Hämodialysepatienten [s91]. Evidenzstärke: niedrig bis mäßig (viele, aber uneinheitliche Studien). Gewissheit: hoch für das Muster, gering für jede einzelne Prävalenzzahl.

4. **Es gibt Hinweise auf eine Beteiligung der Sertoli-Zellen.** Inhibin B und das Verhältnis Inhibin B zu FSH waren bei CKD erniedrigt [s01]; das Anti-Müller-Hormon war bei 59 Patienten gegenüber 21 Gesunden erniedrigt [s90]. Evidenzstärke: niedrig. Gewissheit: gering (Korrelationen, keine Samenanalyse).

5. **Nach der Transplantation erholt sich in den meisten Studien die Testosteronachse, mit Ausnahmen.** Die systematische Übersicht (23 Studien, 738 Patienten) berichtet meist steigendes Testosteron und fallendes LH und Prolaktin [s03]; in einer Kohorte blieb das Testosteron nach sechs Monaten unverändert bei 398 ng/dl, und der Anteil Hypogonadaler lag bei 24,5 % [s116]. Evidenzstärke: niedrig bis mäßig. Gewissheit: mittel.

6. **Die Spermienparameter bessern sich nach der Transplantation, erreichen aber im Mittel nicht das Niveau gesunder Männer.** Metaanalyse von fünf Studien: Dichte SMD 1,58 und Beweglichkeit SMD 3,26 gegenüber Dialyse, aber minus 0,75 und minus 0,50 gegenüber Gesunden [s69]. Ein Inhibin-B-Abfall nach der Transplantation widerspricht der Besserung scheinbar [s01, s116]. Evidenzstärke: niedrig. Gewissheit: mittel für die Richtung, gering für Vollständigkeit und Dauer.

7. **Männer nach Nierentransplantation werden Väter, aber die Daten sagen wenig über die Fruchtbarkeit selbst.** In der französischen Befragung (1332 Antwortende, Rücklauf 46 %) hatten 17 % nach der Transplantation ein Kind gezeugt, 27 % dieser Väter mit assistierter Reproduktion [s72]; eine chinesische Befragung fand 53 Väter unter 62 Paaren mit Kinderwunsch [s155]; in Belarus wurden nur 2 von 252 Männern nach Nieren- oder Lebertransplantation Väter [s84]. Evidenzstärke: niedrig (Selbstangaben, unbekannter Kinderwunsch). Gewissheit: hoch dafür, dass Vaterschaft möglich ist; gering für jede Rate.

8. **mTOR-Inhibitoren sind die am besten belegte Medikamentengruppe mit Spermienschäden.** Unter Sirolimus Gesamtspermienzahl 28,6 gegenüber 292,2 Millionen und 5,9 gegenüber 92,9 gezeugte Schwangerschaften je 1000 Patientenjahre [s157]; Erholung bei vier von vier Männern nach dem Absetzen [s141]; Fallberichte [s161, s118]; Übersicht [s159]. Evidenzstärke: niedrig (nicht randomisiert, kleine Sirolimusgruppe). Gewissheit: mittel.

9. **Valganciclovir verzögert die Spermienerholung vorübergehend.** In der prospektiven nichtrandomisierten Studie (59 Männer) war der Konzentrationsanstieg unter Valganciclovir bis zum Behandlungsende um 43,82 Millionen/ml geringer; sechs Monate nach Behandlungsende bestand kein Unterschied mehr [s78]. Evidenzstärke: niedrig bis mäßig. Gewissheit: mittel für die vorübergehende Verzögerung, gering für Langzeitfolgen.

10. **Für Ciclosporin, Tacrolimus und Mycophenolat sind die Humanbefunde widersprüchlich oder dünn.** Kleine Serien sahen erhaltene Fertilität [s199], einen Zusammenhang des Ciclosporin-Talspiegels mit der Spermienbewegung [s185], günstigere Werte unter Tacrolimus [s163] oder kaum Dosiseffekte [s172]; für Mycophenolat fehlen Spermiendaten, die Väterstudien zeigen keine Fehlbildungshäufung [s72, s62]. Evidenzstärke: sehr niedrig. Gewissheit: gering.

11. **Erbkrankheiten sind eigene Ursachen und verzerren Auswertungen.** Bei ADPKD hatten 20 von 22 untersuchten Männern abnorme Spermienparameter [s154], bei Cystinose besteht überwiegend eine obstruktive Azoospermie [s64], bei Morbus Fabry hatten 14 von 17 Patienten mindestens eine abweichende Kategorie [s89]. Evidenzstärke: niedrig. Gewissheit: mittel für Cystinose, gering für ADPKD (widersprüchliche, selektierte Serien).

12. **Die Tierversuche stützen die biologische Plausibilität, sind aber nicht übertragbar.** Ratten und Mäuse mit experimentellem Nierenversagen zeigen niedriges Testosteron und verminderte Spermienfunktion [s187]; die Hodenhistologie ist uneinheitlich [s180, s67]. Evidenzstärke: niedrig. Gewissheit: gering für den Menschen.

13. **Leitlinien schweigen zum Thema.** EAU, AUA/ASRM und ESHRE enthalten keine Aussage zu CKD, Dialyse oder Transplantation [s25, s24, s13]; eine italienische Befragung von 29 Zentren zeigt ungleiche Beachtung [s06]. Evidenzstärke: nicht anwendbar. Gewissheit: hoch für die drei geprüften Leitlinien, offen für AWMF und Cochrane (nicht abrufbar).

## Aufbau und Methodik dieser Studie

### Fragestellung und Aufbau

Die Studie fragt, was über die Spermienqualität und die Fertilität von Männern mit chronischer Nierenerkrankung, unter Dialyse und nach Nierentransplantation bekannt ist, einschließlich der Wirkung von Immunsuppressiva, antiviralen Mitteln und Zytostatika sowie von Erbkrankheiten, die Niere und Fortpflanzungsorgane gemeinsam betreffen. Die Gesamtstudie gliedert sich in mehrere Kapitel; dieses erste Kapitel liefert Zusammenfassung, Kernbefunde, Methodik und Hintergrund. Die Einzelbefunde zu den Studiengruppen stehen in den folgenden Kapiteln.

### Wie recherchiert wurde

Die Recherche erfolgte am 4. Oktober 2026 in drei Sprachgruppen durch drei getrennte Teilrecherchen. Gruppe A deckte Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch ab, Gruppe B Chinesisch, Japanisch und Koreanisch, Gruppe C Russisch, Arabisch und Türkisch. Die PubMed-Webseite war nicht nutzbar (gesperrt, beziehungsweise ohne auslesbare Trefferliste). Hauptzugang war deshalb die REST-Schnittstelle von Europe PMC, die MEDLINE-Datensätze mit Abstract und, soweit frei verfügbar, Volltexte liefert. Gruppe A nutzte ausschließlich Europe PMC, dazu die Programmierschnittstellen von HAL (Frankreich) und Crossref sowie die Webfassungen der Leitlinien von EAU, AUA und ESHRE. Gruppen B und C setzten zusätzlich die E-utilities der NCBI (esummary, efetch) ein. Gruppe B fragte außerdem J-STAGE, CiNii Research und das koreanische KCI-Portal ab, Gruppe C die Schnittstellen von CyberLeninka (Russland), TR Dizin (Türkei) und den Katalog Ma'rifa (arabischer Raum).

Gesucht wurde mit Begriffen für Niereninsuffizienz, Dialyse, Hämodialyse, Peritonealdialyse und Nierentransplantation, kombiniert mit Spermiogramm, Spermatogenese, Hypogonadismus, Testosteron, Fertilität und Vaterschaft, ferner mit den Namen der Immunsuppressiva (Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus, Everolimus, Mycophenolat, Azathioprin), mit Valganciclovir und Cyclophosphamid, mit Tiermodellen (5/6-Nephrektomie, Adenin-Modell) und mit Erbkrankheiten (ADPKD, Cystinose, Morbus Fabry). Aufgenommen wurde nur, wovon mindestens ein Abstract tatsächlich abgerufen wurde. Die Teilrecherchen lieferten 101 (A), 76 (B) und 67 (C) Quellen. Nach Zusammenführung von Mehrfachfunden verbleiben 219 Quellen; jede trägt eine Kennung von s01 bis s219 und wird im gesamten Werk nur so zitiert.

### Zusammensetzung der Quellenliste

Die Veröffentlichungsjahre reichen von 1975 bis 2026: 16 Quellen vor 1990, je 27 aus den 1990er und den 2000er Jahren, 65 aus den 2010er Jahren und 84 aus den Jahren 2020 bis 2026. 35 Quellen haben keine PubMed-Kennung, darunter Beiträge aus Zeitschriften, die nur in regionalen Verzeichnissen geführt werden, sowie Leitlinien-Webseiten. Nach der Designangabe der Quellenliste, grob sortiert, sind etwa 38 Quellen Übersichtsarbeiten oder Metaanalysen, etwa 30 Fallberichte oder Fallserien, etwa 27 Tierversuche und 3 Leitlinien; die übrigen rund 120 sind Humanstudien (Querschnitt, Kohorte, Befragung, Interventionsbeobachtung). Die Sprachraum-Zuordnung ist mehrfach möglich und summiert sich deshalb auf mehr als 219: Englisch 159, Chinesisch 49, Türkisch 28, Japanisch 24, Arabisch 21, Russisch 18, Französisch 6, Koreanisch 3. Die Zuordnung folgt der Publikationssprache oder der Herkunft der Arbeitsgruppe; im arabischen Raum erschienen die gefundenen Arbeiten fast ausschließlich auf Englisch, in einem Fall auf Französisch.

Für Deutsch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch gibt es in der Quellenliste keine Studie mit abrufbarem Abstract. Als Titel fanden sich einzelne deutsch-, italienisch-, portugiesisch- und spanischsprachige Arbeiten (zum Beispiel aus den Jahren 1978, 1980 und 2015), die ohne Abstract nicht aufgenommen wurden; die Datenbanken SciELO, LILACS, Cairn und Dialnet lieferten Sperrseiten. Auch CNKI und Wanfang (China), DBpia (Korea), eLIBRARY.ru (Russland) und DergiPark (Türkei) waren nicht auswertbar, das Leitlinienregister der AWMF und die Cochrane Library nur als Skript-Gerüst ohne Suchergebnisse. Die Lücke bei diesen Sprachen ist deshalb zum Teil eine Folge der Zugriffssperren und kein Beleg für fehlende Literatur.

### Was gelesen wurde

Die meisten Zahlen dieser Studie stammen aus Abstracts. Den Volltext lasen die Teilrecherchen nur für wenige Arbeiten: in Gruppe A sechs (die französische Vaterschaftsbefragung [s72], die Hormonkohorten [s01, s116], die Valganciclovir-Studie [s78], die Arbeiten [s53] und [s08]) sowie die Webfassungen der Leitlinien von EAU und AUA [s25, s24]; in Gruppe C fünf russischsprachige Arbeiten bei CyberLeninka; in Gruppe B ältere japanische Berichte als eingescannte PDF-Dateien, deren Zahlen nur übernommen wurden, wenn sie lesbar waren. Fehlen Gruppengrößen, Effektgrößen oder Streuungsmaße im Abstract, ist das im jeweiligen Kapitel vermerkt und wurde nicht ergänzt. Zahlen werden so wiedergegeben, wie sie gedruckt sind, auch wenn Einheiten offensichtlich fehlerhaft sind; solche Stellen sind gekennzeichnet. Für dieses Kapitel wurden die zentralen Zahlen der Kurzfassung, soweit sie im Abstract stehen, erneut gegen Europe PMC geprüft (Sirolimus-Beobachtungsstudie [s157], französische Befragung [s72], Metaanalyse [s69], Valganciclovir-Studie [s78], systematische Übersicht [s03], Hormonkohorte [s01]). Zahlen, die nur im Volltext stehen, etwa der Anteil assistierter Reproduktion bei den Vätern [s72] und die Hypogonadismus-Prävalenz von 56,7 % [s01], stammen aus den Volltexten der Teilrecherche.

### Quellen außerhalb der Studienliste

Für die Definition der CKD und für die Referenzwerte der Samenanalyse zog das vorliegende Kapitel sechs Arbeiten heran, die nicht zur Studienliste gehören, weil sie nicht von Nierenkrankheit handeln: Levey et al. 2005 (PMID 15882252, Definition und Stadien der CKD), Campbell et al. 2021 (PMID 33528873, WHO-Referenzwerte 2021), Boitrelle et al. 2021 (PMID 34947899, Überblick über die sechste Auflage des WHO-Handbuchs), Paffoni et al. 2022 (PMID 35849333), Björndahl 2022 (PMID 35989166) und Levin et al. 2024 (PMID 38519239, Zusammenfassung der KDIGO-Leitlinie 2024 mit Geltungsbereich). Sie wurden am 4. Oktober 2026 über Europe PMC abgerufen und werden im Text mit Autor, Jahr und PMID genannt, nicht mit einer s-Kennung.

### Wie die Evidenz eingeschätzt wird

Studien werden nach Design, Fallzahl, Kontrollgruppe, Störgrößen und Übereinstimmung mit anderen Studien eingeordnet. Ein formales Verzerrungswerkzeug wurde nicht angewandt, und die Einschätzungen beruhen meist nur auf dem Abstract. Zwei Eigenheiten der Literatur sind zu beachten. Erstens sind nicht alle Studien voneinander unabhängig: Ein großer Teil der chinesischen Humandaten stammt aus einer Arbeitsgruppe in Hangzhou, deren Kollektive sich vermutlich teilweise überschneiden [s152, s155, s156, s135, s134, s119, s168, s172, s171]; die Moskauer Serie um Kukhtevich [s212, s204, s207, s193, s201, s188] umfasst kleine Gruppen derselben Arbeitsgruppe, und zwei Mitteilungen zu Männern mit Typ-1-Diabetes unter Hämodialyse betreffen dieselbe Kohorte [s149, s158]. Zweitens fußen die Übersichtsarbeiten weitgehend auf denselben Primärstudien und bestätigen sie nicht unabhängig. Hormon- und Erektionsstudien (Testosteron, IIEF) sind aufgenommen, soweit sie den Hintergrund erhellen; sie messen aber nicht die Spermienqualität. Studien der traditionellen chinesischen Medizin zur „Nierenschwäche“ wurden ausgeschlossen, weil dieser Begriff eine Funktionsgruppe und keine Nierenerkrankung bezeichnet. Ebenso wenig aufgenommen wurden rein weibliche Fertilitätsstudien und, in Gruppe C, Studien aus dem Iran, aus Israel, Pakistan und Rumänien, die nicht zu den beauftragten Sprachräumen gehörten.

### Grenzen

Die wichtigsten Grenzen: die Abstract-Basis, die Zugriffssperren, die geringe Zahl direkter Spermienstudien, ihr hohes Alter (viele aus der Zeit vor Erythropoetin und moderner Immunsuppression), die Überlappung von Kollektiven und die fehlende Trennung von Nierenkrankheit, Dialyse und Medikation. Die Studie gibt keine Therapieempfehlung. Wo Autoren Behandlungen prüfen oder empfehlen, wird das als deren Ergebnis oder Meinung berichtet.

## Hintergrund

### Warum die Frage gestellt wird

Eine Nierenerkrankung im Endstadium trifft viele Männer in einem Lebensabschnitt, in dem Familienplanung ansteht. Eine Übersicht fasst zusammen, die globale Krankheitslast der terminalen Niereninsuffizienz wachse schnell, und die Transplantation sei besonders für junge Erwachsene der Goldstandard für Lebensqualität und Lebensdauer; deshalb sei zu verstehen, wie Niereninsuffizienz und Transplantation die männliche Fertilität beeinflussen [s87]. Eine weitere Übersicht nennt die Beeinträchtigung der Fertilität eine der klinisch wichtigsten Begleiterkrankungen der CKD, die mit dem Grad der Nierenfunktionsstörung zunehme und im Stadium 5 am höchsten sei [s49]. In der Versorgung wird das Thema ungleich beachtet: In einer Befragung italienischer Transplantationszentren sprachen 20 % der antwortenden Zentren die Gonadenfunktion in der Anamnese nicht an [s06].

### Definitionen

**Chronische Nierenerkrankung (CKD).** Nach der Konsensdefinition von Levey et al. 2005 (PMID 15882252) ist CKD eine Nierenschädigung oder eine glomeruläre Filtrationsrate (GFR) unter 60 ml/min/1,73 m² über mindestens drei Monate, unabhängig von der Ursache. Eine Nierenschädigung lasse sich bei vielen Nierenkrankheiten an einer Albuminurie erkennen (Albumin-Kreatinin-Verhältnis über 30 mg/g in zwei von drei Spontanurinproben). Die GFR wird aus dem Serumkreatinin geschätzt, und der Schweregrad wird in fünf Stadien nach der GFR eingeteilt; Dialyse und Transplantation werden gesondert vermerkt. Die Leitlinie KDIGO 2024 betrifft ausdrücklich nicht Menschen unter Dialyse oder nach Nierentransplantation (Levin et al. 2024, PMID 38519239). Für die Frage dieser Studie ist das relevant, weil die einschlägigen Daten fast ausschließlich aus eben diesen Kollektiven stammen. Die Studien der Quellenliste verwenden die Begriffe nicht einheitlich: Sie sprechen von Urämie, terminalem Nierenversagen, Endstadium (ESRD) und CKD-Stadium 5, bilden Gruppen nach Stadien 1 bis 5 [s113] oder 3 bis 5 [s120] und mischen mitunter Patienten mit und ohne Dialyse [s79]. Wo es darauf ankommt, wird das in den Befundkapiteln benannt.

**Dialyse.** Gemeint sind die Hämodialyse (HD) und die Peritonealdialyse (PD), darunter die kontinuierliche ambulante Form CAPD [s176]. Studien vergleichen beide Verfahren selten; eine Querschnittsstudie mit 71 Männern unter HD und 24 unter PD fand unter PD höheres Gesamt- und freies Testosteron, räumt aber ein, dass die Wahl des Verfahrens vom Gesundheitszustand abhängt [s73].

**Nierentransplantation.** Die Studien unterscheiden Lebend- und Verstorbenenspende [s60, s150], und die Dialysedauer vor der Transplantation wird als Einflussgröße untersucht (längere Dauer bei Männern mit erektiler Dysfunktion) [s150]. Nach der Transplantation erhalten die Patienten dauerhaft Immunsuppressiva. In der Quellenliste treten folgende Gruppen auf: die Calcineurininhibitoren Ciclosporin und Tacrolimus, die mTOR-Inhibitoren Sirolimus und Everolimus, die Mycophenolsäure-Präparate (MMF/MPA), Azathioprin und Glukokortikoide [s72, s15]. Hinzu kommen Valganciclovir gegen die Zytomegalievirus-Infektion [s78] und, bei Nierenerkrankungen mit Immunbeteiligung wie nephrotischem Syndrom und Lupusnephritis, das Zytostatikum Cyclophosphamid [s112].

**Fertilität, Fekundität, Infertilität.** Infertilität wird als die Unfähigkeit definiert, innerhalb eines Jahres bei regelmäßigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr eine spontane Schwangerschaft zu erreichen (so zitiert bei Boitrelle et al. 2021, PMID 34947899). Die Studien der Liste messen etwas anderes: Samenparameter als Ersatzgröße für die Zeugungsfähigkeit, die Vaterschaftsrate nach der Transplantation [s72], die Zeit bis zur Schwangerschaft des Paares [s34] oder die Zahl gezeugter Schwangerschaften je 1000 Patientenjahre [s157]. Die Vaterschaftsrate hängt vom Kinderwunsch ab und ist deshalb kein Maß der biologischen Fruchtbarkeit [s72]. Samenbefunde werden mit den üblichen Begriffen beschrieben: Azoospermie (keine Spermien im Ejakulat), Oligozoospermie (zu geringe Konzentration), Asthenozoospermie (verminderte Beweglichkeit), Teratozoospermie (verminderter Anteil normal geformter Spermien) und Nekrozoospermie (abgestorbene Spermien) [s31, s154].

### Biologie: was die Quellen beschreiben

Die Studienliste unterscheidet zwei Funktionsbereiche des Hodens. Die Leydig-Zell-Funktion (Testosteron) wird über das Verhältnis von Testosteron zu LH angenähert, die Sertoli-Zell-Funktion über Inhibin B und das Verhältnis Inhibin B zu FSH [s01]; als weiterer Sertoli-Zell-Marker gilt das Anti-Müller-Hormon [s90]. Bei CKD sind beide Verhältnisse erniedrigt; die Autoren der größten modernen Hormonstudie deuten das als vorzeitige testikuläre Alterung [s01]. Hinzu kommen der Nebenhoden und die akzessorischen Drüsen: Mit höherem CKD-Stadium sanken Fruktose, Zink und α-Glukosidase im Ejakulat [s113]. Bei Cystinose weisen ein vergrößerter Nebenhodenkopf und niedrige Marker auf eine Obstruktion des Nebenhodens hin [s64]. Bei Männern mit ADPKD fanden sich Auffälligkeiten des Spermienflagellums (aufgerollte Flagellen, fehlende zentrale Mikrotubuli, unregelmäßige periphere Doppelstränge) [s44]. Der Anteil CFTR-positiver Spermien betrug bei urämischen Patienten 9 ± 5,9 %, bei Transplantierten 29 ± 14,3 % und bei gesunden Männern 51 ± 20,5 % [s134].

Als Ursachen der Störung nennen die Übersichten ein Bündel von Faktoren. Eine Übersicht beschreibt einen doppelten Schlag: zentrale Unterdrückung der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse und periphere Resistenz der Gonaden [s14]. Eine andere hält die Störungen der Gonaden bei urämischen Männern für ausgeprägt, die hypothalamisch-hypophysären Störungen für feiner, bei Frauen umgekehrt, und sagt, die Veränderungen ließen sich schon vor Beginn der Dialyse nachweisen [s100]. Eine russischsprachige Übersicht nennt den urämischen Hypogonadismus gemischt, teils sekundär, teils primär testikulär, und führt Urämietoxine, direkte Schädigung des Keimepithels und des Leydig-Gewebes, oxidativen Stress, Überaktivität des Sympathikus mit Ischämie, Endotheldysfunktion, renale Anämie und Hyperprolaktinämie an [s136]. Eine japanische Übersicht ergänzt Hyperparathyreoidismus, Zinkmangel, Gefäß- und Nervenveränderungen und psychische Faktoren [s182]. Aus dem Tierversuch stammt der Hinweis, dass der Prolaktinanstieg eher auf verminderter renaler Verstoffwechselung beruhe als auf gestörter hypophysärer Regulation [s192]; eine klinische Studie deutet verzögerte Ausscheidung von LH an [s210]. In einer Querschnittsstudie war das Serum-Kisspeptin bei 69 Hämodialysepatienten mit einem Median von 30,35 ng/ml gegenüber 9,02 ng/ml bei 20 Gesunden stark erhöht, und es sagte bei den Männern das Testosteron voraus; die Autoren sprechen von einer zentralen Desensibilisierung, die Studie ist aber explorativ [s04].

Körperliche Befunde passen dazu. Männer unter Dialyse hatten kleinere und steifere Hoden (Scherwellen-Elastografie, 28 Männer gegen 25 Gesunde) [s99]; bei 16 von 23 Hämodialysepatienten (70 %) waren die Nebenhoden verkalkt, deutlich häufiger als bei Kontrollen mit Typ-2-Diabetes [s174]. Eine japanische Zusammenfassung eigener Beobachtungen nennt Hodenatrophie, hyaline Entartung der Tubuli und schwere Spermatogenesestörung [s217]; eine andere fand, dass das mit dem Orchidometer gemessene Hodenvolumen bei Dialysepatienten kleiner war, das sonografisch gemessene aber mit der Dialysedauer zunahm, vermutlich durch Ödem und Bindegewebe [s205]. Das Hodenvolumen allein ist also kein verlässlicher Maßstab der Spermienbildung.

Nach der Transplantation kommen Medikamentenwirkungen hinzu. Für mTOR-Inhibitoren wird eine Hemmung eines von Stammzellfaktor und c-kit abhängigen Vorgangs in den Spermatogonien vermutet [s159]; im Mausmodell sanken unter Sirolimus und Everolimus die differenzierenden Spermatogonien, größtenteils reversibel [s77]. Für Tacrolimus wurde im Mausmodell ein Mechanismus über FKBP12.6 und die spermienspezifische Calcineurin-Form beschrieben [s22]. Ciclosporin ließ sich im Ejakulat von Transplantierten nachweisen (27 bis 165 ng/ml bei acht Patienten) [s203]. Alle diese Mechanismen sind Hypothesen aus Tier- und Laborversuchen.

Bei Kindern und Jugendlichen betrifft die Frage die Pubertät. Von 43 Jungen ab 13 Jahren nach Transplantation im Kindesalter erlebten 37 (86,0 %) die Spermarche [s23]; unter Hämodialyse waren Gesamt- und freies Testosteron bei Jungen erniedrigt und mit der Krankheitsdauer negativ verbunden [s54]. Die Spermarche markiert den Beginn der Samenbildung, nicht die spätere Fruchtbarkeit [s23].

### Messgrößen

**Samenanalyse.** Die Studien der Liste messen Ejakulatvolumen, Spermienkonzentration, Gesamtspermienzahl, Gesamt- und progressive Beweglichkeit, Vitalität und den Anteil normal geformter Spermien [s113, s127]. Ältere und manche chinesische Arbeiten benutzen einen Fertilitätsindex (FI), der Spermiendichte, Beweglichkeit und Normalformenrate verbindet [s135, s152]. Dessen Streuungsmaße sind in den Abstracts nicht bezeichnet und teils größer als die Mittelwerte, was auf schiefe Verteilungen hinweist. Computergestützte Spermienanalyse (CASA) liefert Bewegungsparameter wie die geradlinige Geschwindigkeit (VSL), die Linearität (LIN) und die mittlere Pfadgeschwindigkeit (VAP) [s185, s163]. Die DNA-Fragmentierung wurde nur als Nebenendpunkt untersucht [s78]. Als indirekte Maße dienen Hodenvolumen (Orchidometer oder Ultraschall) [s205], Hodensteifigkeit [s99] und der Sertoli-Zell-Marker Anti-Müller-Hormon [s90].

**Hormone.** Gemessen werden Gesamt-, freies und bioverfügbares Testosteron, LH, FSH, Prolaktin, Östradiol, SHBG sowie Inhibin B [s01, s116, s91]. Die Messmethode ist nicht gleichgültig: Die moderne Kohortenstudie bestimmte Testosteron mit Flüssigkeitschromatographie-Tandem-Massenspektrometrie [s01], eine große Dialysekohorte dagegen mit ELISA [s144]. Grenzwerte und Einheiten unterscheiden sich: Testosteronmangel wird häufig unter 10 nmol/l definiert, Insuffizienz zwischen 10 und 14 nmol/l [s137, s79], andere Arbeiten wählen 12 nmol/l [s158] oder unter 3 ng/ml [s73]. Mehrere Abstracts drucken Einheiten offensichtlich fehlerhaft: In einer ägyptischen Studie liegt das freie Testosteron zahlenmäßig über dem Gesamttestosteron [s56], und in einer NHANES-Auswertung ist die Größenordnung von „ng/ml“ nur als ng/dl plausibel [s32]. Der Messzeitpunkt zählt ebenfalls: Bei 60 Männern stieg das Gesamttestosteron durch eine Dialysesitzung von 3,13 auf 4,17 ng/ml, was die Autoren als Hämokonzentration deuten, nicht als Besserung der Gonadenfunktion [s20]. Testosteronwerte vor und nach Dialyse sind daher nicht vergleichbar, und die meisten Studien geben den Zeitpunkt nicht an.

**Sexualfunktion und klinische Endpunkte.** Ein großer Teil der Literatur misst die Erektionsfunktion mit dem Fragebogen IIEF [s124, s126, s150]. Das sagt nichts über Spermienzahl oder Zeugungsfähigkeit. Klinische Endpunkte sind die Vaterschaftsrate [s72], die Schwangerschaftsrate je 1000 Patientenjahre [s157], die Fekundität des Paares als Zeit bis zur Schwangerschaft [s34] und die Ergebnisse assistierter Reproduktion (ICSI, Präimplantationsdiagnostik) [s114, s51]. Als Effektmaße kommen standardisierte Mittelwertdifferenzen (SMD) [s69], Odds Ratios und Hazard Ratios vor; in Abstracts fehlen Konfidenzintervalle häufig.

### Referenzwerte der WHO 2021

Spermienbefunde werden meist an den Referenzwerten der WHO gemessen, deren Fassung sich 2021 geändert hat. Die sechste Auflage des WHO-Laborhandbuchs erschien im Juli 2021 [Boitrelle et al. 2021, PMID 34947899]. Campbell et al. 2021 (PMID 33528873) werteten für die Neufassung Daten von mehr als 3500 Männern aus zwölf Ländern und fünf Kontinenten aus und nennen als untere fünfte Perzentile eine Konzentration von 16 Millionen/ml, eine progressive Beweglichkeit von 30 % (Gesamtbeweglichkeit 42 %) und 4 % Normalformen. Boitrelle et al. 2021 beschreiben die Datengrundlage etwas anders: 3589 Männer, deren Partnerinnen innerhalb von höchstens zwölf Monaten schwanger wurden, aus 13 Ländern und sechs Kontinenten. Die folgende Tabelle gibt die dort mitgeteilten unteren fünften Perzentilen (95-%-Konfidenzintervall) für die fünfte und die sechste Auflage wieder; die Konzentration steht in dieser Tabelle nicht und wird aus Campbell et al. 2021 ergänzt.

| Messgröße | WHO 2010 (5. Auflage) | WHO 2021 (6. Auflage) |
|---|---|---|
| Ejakulatvolumen (ml) | 1,5 (1,4 bis 1,7) | 1,4 (1,3 bis 1,5) |
| Spermienkonzentration (Millionen/ml) | im abgerufenen Material nicht enthalten | 16 (Campbell et al. 2021) |
| Gesamtspermienzahl (Millionen je Ejakulat) | 39 (33 bis 46) | 39 (35 bis 40) |
| Gesamtbeweglichkeit (%) | 40 (38 bis 42) | 42 (40 bis 43) |
| Progressive Beweglichkeit (%) | 32 (31 bis 34) | 30 (29 bis 31) |
| Vitalität (%) | 58 (55 bis 63) | 54 (50 bis 56) |
| Normalformen (%) | 4 (3 bis 4) | 4 (3,9 bis 4) |

Drei Einschränkungen gehören zur Lektüre dieser Werte. Erstens sind es Verteilungswerte fruchtbarer Männer und keine Grenzen zwischen fruchtbar und unfruchtbar; Campbell et al. betonen das ausdrücklich, und Björndahl (2022, PMID 35989166) schreibt, die Bereiche seien fälschlich als scharfe Grenzen zwischen Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit gedeutet worden. Zweitens verzichtet die sechste Auflage nach Boitrelle et al. auf den Begriff Referenzgrenzwerte zugunsten von „Entscheidungsgrenzen“, ohne solche Grenzen für Basisparameter vorzuschlagen. Drittens bezweifeln Paffoni et al. 2022 (PMID 35849333) die statistische Tragfähigkeit der Bezugspopulation, weil die zusammengeführten Daten nicht aus derselben Population stammen dürften. Für diese Studie folgt daraus: Die Kollektive der Quellenliste sind nur zum Teil an der WHO-Fassung von 2021 gemessen. Viele Studien sind älter und nutzen frühere Fassungen oder eigene Kriterien; so gilt in der Valganciclovir-Studie eine Konzentration ab 20 Millionen/ml als normal [s78]. Zahlen aus verschiedenen Studien sind deshalb nur eingeschränkt vergleichbar.

### Geschichte der Forschungsfrage

Die frühesten Arbeiten der Studienliste stammen aus den 1970er Jahren, und sie betreffen Hormone: Bei 16 Dialysepatienten blieb das Testosteron auch nach Gabe von hCG unter dem gesunder Männer [s219], und bei fünf Männern mit Niereninsuffizienz stieg das Testosteron unter Clomifen [s218]. Ein 1974 erschienener Beitrag zu gestörter Spermatogenese bei Dauerhämodialyse wurde nur als Titel gefunden und nicht aufgenommen. Anfang der 1980er Jahre folgten die doppelblinde Zinkstudie mit 20 Dialysepatienten [s215], die japanische Verlaufsbeobachtung der Hormonachse [s216] und eine Zusammenfassung mit Hodenhistologie [s217]; 1984 zeigte eine Studie, dass eine Dialysesitzung das niedrige Testosteron nicht änderte [s213]. In den 1980er und frühen 1990er Jahren entstand in Moskau eine Serie kleiner Studien, die den urämischen Hypogonadismus mit Zink und Bromocriptin behandelte und dabei Spermiogramme erhob [s212, s207, s204, s201, s188]; sie umfassen jeweils nur wenige Männer.

Mit dem Erythropoetin kam ab 1991 eine zweite Welle, die vor allem Prolaktin und Sexualfunktion untersuchte [s200, s195, s197, s189, s176]. Zur selben Zeit begann die Debatte um die Wirkung der Immunsuppression: Eine Serie von neun Männern unter Ciclosporin zeigte meist normale Samenbefunde [s199], und eine Studie mit computergestützter Spermienanalyse korrelierte den Ciclosporin-Talspiegel mit der Spermienbewegung [s185]. Tierversuche mit 5/6-Nephrektomie und Adenin-Modell lieferten in den Jahren 1996 bis 1999 die ersten Daten zu Hodenfunktion und Befruchtungsfähigkeit [s187, s179, s180, s183, s184].

Die 2000er Jahre brachten zwei Linien. Aus China kamen Samenanalysen bei Urämie und nach Transplantation, vor allem aus einer Hangzhouer Arbeitsgruppe [s172, s168, s164, s163, s155]. Parallel entstand das Signal der mTOR-Inhibitoren: ein Fallbericht zur Azoospermie unter Sirolimus [s161], eine Übersicht [s159], die vergleichende Beobachtungsstudie mit deutlich weniger gezeugten Schwangerschaften [s157] und die Fallserie mit Erholung nach dem Absetzen [s141]. 2008 erschien eine prospektive Studie zu Zysten der Samenwege und Samenparametern bei 30 Männern mit ADPKD [s154]. Zwischen 2012 und 2015 kamen größere Humanstudien mit Samenanalyse hinzu: die Urämie-Studien mit 53 Patienten [s135] und mit CFTR-Messung [s134], der Vergleich von 74 Wartelistenpatienten mit 41 Kontrollen [s127], die Hormonkohorte mit Samenspendern als Kontrollen [s116] und die Stadienstudie mit 66 Männern [s113].

Seit 2020 stehen größere Befragungen und Beobachtungsstudien zur Verfügung. Die französische Befragung zur Vaterschaft [s72] und die spanische zu Mycophenolat [s62] richteten den Blick auf die Kinder. Eine prospektive Studie prüfte Valganciclovir [s78]. Zusammenfassungen speziell zur Spermienqualität nach Transplantation erschienen 2021 (Metaanalyse [s69]) und 2026 (systematische Übersicht [s03]); französischsprachige systematische Literaturübersichten zu Andrologie, Sexualität und Fertilität stammen von 2016 [s104, s105]. 2026 lieferte die Kohorte mit massenspektrometrischer Testosteronmessung ein genaueres Bild der Hormonachse, ohne Samenanalyse [s01]. Das Feld ist weiterhin klein. Der Anteil jüngerer Arbeiten an der Studienliste (84 von 219 seit 2020) bedeutet nicht, dass es entsprechend viele neue Samenstudien am Menschen gäbe. Auch die Versorgungsseite ist wenig entwickelt: Die geprüften Leitlinien von EAU, AUA/ASRM und ESHRE sagen nichts zum Thema [s25, s24, s13]. Persönliche Zugänge sind rar: Interviews mit sechs japanischen Männern, die erst nach der Geburt ihres Kindes transplantiert wurden, fordern Information über die Erholung der Fruchtbarkeit schon bei der Wahl des Nierenersatzverfahrens [s46].

## Studienlage: Metaanalysen und Übersichten

Dieser Abschnitt behandelt alle gefundenen Arbeiten, die Primärstudien zusammenfassen: quantitative Metaanalysen, systematische Übersichten mit Suchstrategie und erzählende (narrative) Übersichten. Die Ordnung folgt der Belastbarkeit der Methode, nicht dem Erscheinungsjahr. Vorab drei Befunde, die für alle folgenden Einzelbesprechungen wichtig sind.

Erstens gibt es keine Metaanalyse, die Spermienzahl, Beweglichkeit oder Morphologie bei Männern mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) oder unter Dialyse gegen nierengesunde Männer poolt. Die einzige quantitative Zusammenfassung mit Samenparametern vergleicht Transplantierte mit Dialysepatienten und mit Gesunden und beruht auf fünf Studien [s69]. Zweitens stützen sich die Übersichten weitgehend auf dieselben kleinen Primärstudien (zum Beispiel die Hangzhouer Arbeiten um Xu, Ciclosporin-Studien der 1990er Jahre, die Studie von Zuber zu Sirolimus). Mehrere gleichlautende Übersichten sind deshalb keine unabhängigen Bestätigungen. Drittens beantwortet ein großer Teil der zusammenfassenden Literatur andere Fragen als die nach der Samenqualität: Erektionsfunktion, Hormone und Überleben. Diese Arbeiten sind hier aufgenommen, weil sie die hormonelle und sexuelle Umgebung der Spermatogenese beschreiben; sie werden jeweils ausdrücklich so eingeordnet. Randomisierte Einzelstudien, Tierversuche, Einzelfallberichte und Leitlinien sind nicht Gegenstand dieses Kapitels und werden an anderer Stelle der Gesamtstudie behandelt. Die Cochrane-Übersicht zu Behandlungen der sexuellen Funktion bei CKD wird hier wegen ihres Übersichtscharakters dennoch besprochen.

### Quantitative Metaanalysen mit Samenparametern

**Zhang et al. 2021: Kidney transplantation improve semen quality in patients with dialysis: A systematic review and meta-analysis (Andrologia) [s69].** Es handelt sich um die einzige Metaanalyse im Material, die Spermienparameter nach Nierentransplantation quantitativ bündelt. Die Autoren durchsuchten MEDLINE, PubMed und Web of Science von Beginn der Datenbanken bis März 2021. Extrahiert wurden Stichprobengröße, Merkmale der Teilnehmer, Samenqualität und Hormonspiegel; als Effektmaß diente die standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD) mit 95-%-Konfidenzintervall. Eingeschlossen wurden fünf Studien. Die Ergebnisse im Einzelnen:

- Spermiendichte, Transplantierte gegenüber Dialysepatienten: SMD 1,58 (95-%-KI 0,02 bis 3,15).
- Beweglichkeit, Transplantierte gegenüber Dialysepatienten: SMD 3,26 (0,73 bis 5,79).
- Spermiendichte, Transplantierte gegenüber gesunden Männern: SMD −0,75 (−1,42 bis −0,07).
- Beweglichkeit, Transplantierte gegenüber gesunden Männern: SMD −0,50 (−0,80 bis −0,20).

Die Autoren folgern, die Transplantation verbessere die Samenqualität bei terminaler Niereninsuffizienz (Dichte und Beweglichkeit), die Samenqualität der Transplantierten bleibe aber hinter der gesunder Männer zurück. Stärken: Es ist die einzige gepoolte Aussage zum Thema, und sie enthält mit den Gesunden einen externen Bezugspunkt. Schwächen: Mit nur fünf Studien ist die Datengrundlage schmal. Die Konfidenzintervalle der Vergleiche mit Dialysepatienten sind sehr breit; die Untergrenze des ersten Intervalls liegt bei 0,02 und damit praktisch bei null. Standardisierte Mittelwertdifferenzen von über 3 für die Beweglichkeit sind für biologische Messgrößen ungewöhnlich groß und sprechen für erhebliche Unterschiede zwischen den Primärstudien. Angaben zur Heterogenität (I²), zur Verzerrungsbewertung und zur Prüfung auf Publikationsverzerrung stehen im abgerufenen Abstract nicht. Nach den Angaben im Abstract wurden keine chinesischen oder japanischen Datenbanken durchsucht, sodass ein Teil der dort veröffentlichten Arbeiten (siehe den Abschnitt zu Beobachtungsstudien) fehlen dürfte. Schwangerschaften oder Geburten sind kein Endpunkt. Einordnung: Die Richtung (Besserung nach Transplantation, aber keine Normalisierung) deckt sich mit den Einzelstudien; ihre Größe ist wegen der Unsicherheit nicht zuverlässig bezifferbar.

**Hazir et al. 2026: The effects of kidney transplantation on sex hormones, sperm parameters, and fertility rate in males: A systematic review [s03].** Diese Arbeit ist eine systematische Übersicht nach PRISMA ohne Metaanalyse im Abstract. Durchsucht wurden Web of Science, MEDLINE (über PubMed) und Embase (über Scopus) für den Zeitraum Januar 1975 bis Dezember 2024. Eingeschlossen waren nur englischsprachige begutachtete Arbeiten; ausgeschlossen wurden Übersichten, Leitartikel, Buchkapitel, Kongressabstracts, Fallberichte und Fallserien bis vier Patienten. Von 2939 Treffern erfüllten 23 Studien mit zusammen 738 Patienten die Kriterien. Ergebnisse laut Abstract: Die meisten Studien berichteten einen signifikanten Anstieg des Testosterons 3, 6 und 12 Monate nach der Transplantation; LH und Prolaktin verliefen gegenläufig. Das LH war nach 1 und 12 Monaten signifikant niedriger, das Prolaktin zu allen untersuchten Zeitpunkten von 1 bis 12 Monaten. Das FSH schwankte und war zu keinem Zeitpunkt signifikant verändert. Hodenbiopsiebefunde und alle Kategorien der Spermienparameter besserten sich. Die Autoren schließen, die Transplantation verbessere Sexualhormone, Spermienparameter und Sexualfunktion, und fordern eine internationale Datenbank mit prospektiv erhobenen Daten. Stärken: PRISMA-konformes Vorgehen, drei Datenbanken, langer Zeitraum. Schwächen: keine quantitative Bündelung, im Abstract keine Effektgrößen, Konfidenzintervalle oder Angaben zur Verzerrungsbewertung; die Beschränkung auf die englische Sprache schließt die chinesisch-, japanisch- und russischsprachige Literatur aus, die einen großen Teil der Spermiendaten stellt; die Autoren benennen selbst die uneinheitlichen Methoden und Endpunkte der Primärstudien. Die zusammenfassende Aussage, alle Kategorien der Spermienparameter besserten sich, ist durch die Metaanalyse von Zhang [s69] nur teilweise gedeckt, die für gesunde Männer weiterhin höhere Werte findet.

### Metaanalysen zu Sexualfunktion und Hormonen nach Transplantation

Die folgenden Arbeiten untersuchen nicht die Spermien. Sie sind für die Frage der Fertilität nur mittelbar bedeutsam, weil sie zeigen, wie sich Erektion und Hormonachse nach Transplantation ändern.

**Kang et al. 2020: Erectile function after kidney transplantation: a meta-analysis (Tianjin) [s76].** Gesucht wurde in PubMed, Embase, Cochrane Library und Web of Science bis 31. Mai 2019. Als Kontrollgruppe dienten altersgleiche Dialysepatienten oder Patienten vor der Transplantation. Eingeschlossen wurden neun Artikel. Hauptzielgrößen waren die Prävalenz erektiler Dysfunktion und die Bereichswerte des International Index of Erectile Function (IIEF). Die Transplantierten hatten eine niedrigere Prävalenz erektiler Dysfunktion (OR 0,49; 95-%-KI 0,28 bis 0,86) und höhere Werte für Erektionsfunktion (SMD 0,53; 0,12 bis 0,94) und sexuelles Verlangen (SMD 1,19; 0,11 bis 2,27). Keine signifikanten Unterschiede bestanden bei Orgasmusfunktion (SMD 0,27; −0,10 bis 0,63), Zufriedenheit mit dem Geschlechtsverkehr (SMD 0,26; −0,10 bis 0,61) und Gesamtzufriedenheit (SMD 0,17; −0,21 bis 0,56). Bei den Hormonen hatten Transplantierte ein höheres Testosteron (SMD 1,20; 0,86 bis 1,54), ein niedrigeres Prolaktin (SMD −1,46; −2,22 bis −0,69) und ein niedrigeres LH (SMD −0,97; −1,39 bis −0,55). Die Autoren sehen die Besserung der Erektionsfunktion durch die Korrektur der hormonellen Störungen erklärt; diese Deutung ist eine Hypothese, denn die Metaanalyse prüft keinen Vermittlungsweg. Schwächen: nur neun Artikel; durchsucht wurden ausschließlich westliche Datenbanken; die Konfidenzintervalle sind teils sehr breit (sexuelles Verlangen: Untergrenze 0,11); die Kontrollgruppen sind uneinheitlich (altersgleiche Dialysepatienten oder dieselben Patienten vor der Operation); und wer transplantiert wird, ist im Mittel gesünder als wer an der Dialyse bleibt. Diese Auswahl allein kann einen Teil der Unterschiede erklären.

**Miron et al. 2023: The impact of renal transplantation on sexual function in males with end-stage kidney disease: a systematic review and meta-analysis [s42].** Die Autoren durchsuchten MEDLINE (PubMed), Embase, Scopus, die Cochrane Library und clinicaltrials.gov bis August 2022 ohne Sprachbeschränkung. Eingeschlossen wurden nur Studien, die dieselben Patienten vor und nach der Transplantation mit dem IIEF untersuchten. Auswahl, Datenextraktion und Verzerrungsbewertung erfolgten durch Gutachter unabhängig und doppelt. Die Endanalyse umfasste 28 Kohortenstudien mit 2252 Teilnehmern; die Autoren berichten eine Besserung der erektilen Funktion nach Transplantation und „13 % Verbesserung“ der erektilen Dysfunktion. Welches Maß hinter dieser Prozentangabe steht und wie das Konfidenzintervall lautet, nennt der abgerufene Abstract nicht; sie sollte daher nicht als Risikoreduktion gelesen werden. Stärken: Vorher-Nachher-Design am selben Patienten, das den Auswahleffekt von Kang [s76] vermeidet; keine Sprachbeschränkung; doppelte Extraktion. Schwächen: nur der Abstract war verfügbar; Heterogenität, Nachbeobachtungsdauer und Wahl des Effektmaßes sind nicht bekannt; Fertilität wurde nicht untersucht.

**Liu et al. 2025: The prevalence and risk factors of erectile dysfunction in kidney transplant recipients: A systematic review and meta-analysis (Medicine) [s18].** Die Metaanalyse bündelt Prävalenzen erektiler Dysfunktion bei Nierentransplantierten; durchsucht wurden unter anderem die chinesischen Datenbanken CNKI, Wanfang, VIP und CBM. Aufgenommen wurden 28 Studien mit 3520 männlichen Transplantierten; eingeschlossen waren Studien, die validierte Instrumente wie den IIEF verwendeten. Im frei zugänglichen Volltext steht: Die Prävalenz schwankte in den Einzelstudien von 26,0 % bis 75,5 %; die gepoolte Prävalenz betrug 53,0 % (95-%-KI 48,0 bis 57,9) bei einer Heterogenität von I² = 91,5 % (P < 0,001), weshalb ein Modell mit zufälligen Effekten gewählt wurde. Das Trichterdiagramm war asymmetrisch, der Egger-Test deutete auf einen Kleinstudieneffekt (t = −3,81; P = 0,008); eine Trim-and-fill-Analyse ergab keinen Bedarf für das Entfernen von Studien, und das Ergebnis blieb unverändert. Als Risikofaktoren aus multivariablen Analysen ergaben sich Diabetes (OR 3,80; 95-%-KI 2,0700 bis 6,9717) und, bei einer Grenze von 50 Jahren, ein höheres Alter (OR 7,22; 95-%-KI 1,0273 bis 50,7553). Das zweite Intervall ist so breit, dass der Punktwert praktisch nichts aussagt. Der Methodenteil nennt widersprüchlich sowohl einen Egger-Test als auch einen Begg-Test mit einem Ergebnis ohne Hinweis auf Verzerrung; im Ergebnisteil überwiegt der signifikante Egger-Test. Einordnung: Bei I² über 90 % ist der gepoolte Wert von 53 % eine grobe Orientierung, keine feste Größe; er sagt nichts über die Fruchtbarkeit der Männer aus.

**Vecchio et al. 2010: Interventions for treating sexual dysfunction in patients with chronic kidney disease (Cochrane) [s147].** Die Übersicht durchsuchte im Oktober 2010 das Spezialregister der Cochrane Renal Group, CENTRAL, MEDLINE (ab 1966) und EMBASE (ab 1980) und schloss randomisierte und quasi-randomisierte Studien zu medikamentösen und nichtmedikamentösen Behandlungen sexueller Funktionsstörungen bei Männern und Frauen mit CKD ein (vor der Dialyse, unter Dialyse, nach Transplantation). Zwei Autoren wählten Studien aus, extrahierten Daten und bewerteten die Qualität unabhängig; Effekte wurden als Risk Ratio, Mittelwertdifferenz oder standardisierte Mittelwertdifferenz mit 95-%-KI im Modell mit zufälligen Effekten zusammengefasst. Eingeschlossen wurden 15 Studien (8 parallele, 7 Crossover-Studien) mit 352 Patienten, nur eine Studie mit Frauen. Geprüft wurden Phosphodiesterase-5-Hemmer, Zink, Vitamin E, Vitamin D und Bromocriptin gegen Placebo. Phosphodiesterase-5-Hemmer erhöhten den IIEF-5-Gesamtwert (2 Studien, 101 Patienten, MD 10,65; 95-%-KI 5,34 bis 15,96) sowie alle Bereichswerte und den vollständigen 15-Fragen-IIEF (1 Studie, 41 Patienten, MD 2,64; 1,32 bis 3,96). Zink im Dialysat erhöhte das Testosteron am Behandlungsende nicht signifikant (2 Studien, 22 Patienten, MD 0,21 ng/ml; −2,14 bis 2,55), orales Zink dagegen schon (1 Studie, 20 Patienten, SMD 1,62; 0,58 bis 2,66). Plasma-LH und -FSH unterschieden sich unter Zink nicht. Zu Vitamin E, Bromocriptin und Dihydroxycholecalciferol lagen nur spärliche Daten vor; zu Injektionen, mechanischen Hilfen oder psychosexueller Therapie gab es bei CKD keine Studien. Stärken: Cochrane-Methodik, nur randomisierte Studien. Schwächen: sehr kleine Studien mit meist ein bis zwei Studien pro Vergleich, ein breites Konfidenzintervall bei der Zinkstudie, 16 Jahre Abstand zur Gegenwart, und Spermienparameter oder Fertilität sind keine Endpunkte. Hier wird ein Ergebnis berichtet, keine Behandlung empfohlen.

### Metaanalyse zu Hormonen und Prognose bei CKD

**Li et al. 2022: Low Testosterone Level and Risk of Adverse Clinical Events among Male Patients with Chronic Kidney Disease: A Systematic Review and Meta-Analysis of Cohort Studies (Jiangsu) [s50].** Die Arbeit ist bei INPLASY (202250085) vorab registriert. Gesucht wurde bis 1. Mai 2022 in PubMed, Web of Science und Embase; 461 Treffer ergaben nach Entfernen von Doppelungen 226 Datensätze, 19 Volltexte wurden geprüft, 9 Kohortenstudien mit 5331 Patienten gingen ein. Die Qualität wurde mit der Newcastle-Ottawa-Skala bewertet. Je Abnahme des Gesamttestosterons um eine Standardabweichung stiegen die Gesamtmortalität (HR 1,27; 95-%-KI 1,16 bis 1,38), die kardiovaskuläre Mortalität (HR 2,00; 1,39 bis 2,86), kardiovaskuläre Ereignisse (HR 1,20; 1,04 bis 1,39) und Infektionsereignisse (HR 1,41; 1,08 bis 1,84). Für das freie Testosteron stieg das Risiko aller unerwünschten Ereignisse um 66 % (HR 1,66; 1,34 bis 2,05; I² = 0,0 %). Die Heterogenität war außer bei den Infektionsereignissen (nur eine Studie, daher I² = 100 % ohne Aussagekraft) gering (I² unter 50 %), und es wurden Modelle mit festen Effekten verwendet. Die Aussage zum freien Testosteron beruht nur auf drei Datenpunkten aus zwei Studien. Einordnung: Die Arbeit betrifft Prognose, nicht Fertilität. Bei Beobachtungsdaten lassen sich Ursache und Wirkung nicht trennen, denn ein niedriges Testosteron kann Ausdruck der Krankheitsschwere sein. Für die Frage dieser Studie ist sie vor allem ein Hinweis, dass niedriges Testosteron bei CKD häufig und klinisch bedeutsam ist.

### Systematische Übersichten ohne quantitative Bündelung

**Neuzillet et al. 2016: Andrologic consequences of chronic renal failure (Progrès en Urologie, französisch) [s105].** Titel übersetzt: Andrologische Folgen des chronischen Nierenversagens. Die Übersicht gehört zum jährlichen wissenschaftlichen Bericht der französischen Urologengesellschaft. Gesucht wurde in Medline und Embase mit Stichworten wie chronische Nierenerkrankung, Hypogonadismus, Nierentransplantation, testikuläre Dysfunktion und Testosteron. Berücksichtigt wurden Arbeiten der letzten zehn Jahre in englischer oder französischer Sprache. Von 383 Artikeln gingen 51 in den Text ein. Ergebnis: Die Prävalenz des Hypogonadismus bei CKD liege zwischen 24 % und 66 % und sinke nach der Transplantation nur teilweise. Als Ursachen werden ein primärer testikulärer Defekt, eine hypothalamisch-hypophysäre Dysregulation und eine Hyperprolaktinämie genannt; die Folgen seien nicht nur sexuell, sondern beträfen auch Anämie, Sarkopenie und Atherosklerose, und Hypogonadismus sei ein unabhängiger Risikofaktor für Mortalität. Die Korrektur des Hypogonadismus sei nur im Rahmen der Behandlung erektiler Dysfunktion validiert. Schwächen: Es gibt keine Bewertung der Studienqualität und keine Zusammenfassung von Effekten; die Spermienseite (Samenanalyse, Fertilität) kommt im Abstract nicht vor; und die Bezeichnung „hypogonadotroper Hypogonadismus“ steht im Gegensatz zu den meisten Primärstudien, die erhöhte Gonadotropine fanden [s127, s116]; auch Oueslati [s79] fand die Gonadotropine überwiegend normal. Der Begriff ist hier uneinheitlich benutzt.

**Kleinclauss et al. 2016: Sexuality, fertility and pregnancy after kidney transplantation (Progrès en Urologie, französisch) [s104].** Titel übersetzt: Sexualität, Fertilität und Schwangerschaft nach Nierentransplantation. Auch diese Übersicht stammt aus dem Jahresbericht der französischen Urologengesellschaft. Gesucht wurde in Medline und Embase mit Stichworten wie erektile Dysfunktion, Impotenz, Sexualität, Schwangerschaft, Fertilität und Nierentransplantation. Es ergaben sich 706 Artikel, davon wurden 76 aufgenommen. Ergebnis: Die Prävalenz erektiler Dysfunktion sei bei CKD hoch und die Ursache meist multifaktoriell; die Transplantation bessere in der Regel die Sexualität, und die Behandlung erektiler Dysfunktion sei bei Transplantierten wie in der Allgemeinbevölkerung. Der Abstract widmet sich überwiegend der Schwangerschaft von Frauen nach Transplantation (gute Ausgänge ohne Risikofaktoren wie Schwangerschaft innerhalb eines Jahres nach Transplantation, unkontrollierten Bluthochdruck und verminderte Transplantatfunktion; Anpassung der Immunsuppression gegen Teratogenität). Der Schlusssatz, die Nierentransplantation verbessere Sexualität und Fertilität bei Männern und Frauen, ist für Männer im Abstract nicht mit Spermiendaten belegt. Schwächen: keine Qualitätsbewertung; im Abstract keine Zahlen zur männlichen Fertilität; die Aussage stützt sich damit bei Männern auf Sexualfunktionsdaten.

**Jensen et al. 2021: A systematic overview of the spermatotoxic and genotoxic effects of methotrexate, ganciclovir and mycophenolate mofetil [s58].** Die Arbeit folgt PRISMA, durchsuchte MEDLINE und Embase und beschränkte sich auf englischsprachige Literatur, auf Tierstudien an Säugetieren in vivo und auf klinische Humanstudien. Gefunden wurden 102 Studien, davon 25 am Menschen und 77 am Tier. Ergebnisse: Für Methotrexat in immunsuppressiver Dosis zeigten Humanstudien vorübergehende Wirkungen auf die Samenqualität, die innerhalb von drei Monaten zu den Referenzwerten zurückkehrten; zur DNA-Schädigung der Spermien durch Methotrexat gibt es keine Humanstudien. Im Tier schädigen immunsuppressive und zytotoxische Dosen die Samenqualität und zeigen weit verbreitete genotoxische Schäden in verschiedenen Organen. Für Ganciclovir und Mycophenolatmofetil seien die Daten begrenzt und die Ergebnisse unbestimmt, weshalb spermatotoxische und genotoxische Wirkungen nicht ausgeschlossen werden könnten. Stärken: PRISMA, Tier und Mensch getrennt ausgewiesen, Genotoxizität (Erbgutschäden) als zweiter Endpunkt. Schwächen: Der Humananteil mit 25 Studien ist klein und umfasst Mischkollektive (Methotrexat wird bei rheumatischen und Hauterkrankungen gegeben); die Studien sind nicht auf Nierentransplantierte beschränkt; im Abstract fehlen Zahlen. Für die Nierenfrage ist der Befund zu Mycophenolat und Ganciclovir ein knappes ehrliches Fazit: nicht belegt, nicht ausgeschlossen.

### Narrative Übersichten zur Fertilität bei Nierenversagen und nach Transplantation

Die folgenden Arbeiten haben keine oder keine nachvollziehbare Suchstrategie, keine Bewertung der Studienqualität und keine quantitative Zusammenfassung. Sie fassen den Stand aus Sicht der Autoren zusammen. Weil von den meisten nur der Abstract abgerufen wurde, sind hier nur die dort genannten Aussagen wiedergegeben; fehlende Zahlen wurden nicht ergänzt.

**Lundy und Vij 2019 [s87].** Die Übersicht beschreibt Subfertilität und Infertilität bei Nierenversagen als Folge von Hypogonadismus, erektiler Dysfunktion und einer direkten Beeinträchtigung der Spermatogenese mit spätem Reifungsstopp. Die Transplantation behebe einen Teil dieser Defekte. Schwäche: keine Zahlen im Abstract, keine Angabe, welche Primärstudien den Reifungsstopp belegen.

**Kuczera et al. 2022 [s49].** Nach dieser Übersicht nimmt die Prävalenz gestörter Fertilität mit dem Grad der Nierenfunktionsstörung zu und ist im CKD-Stadium 5 am höchsten. Bereits entstandene morphologische Schäden der Gonaden seien durch die Transplantation nicht vollständig rückgängig zu machen. Schwäche: Der Abstract nennt keine Quellen für diese Aussagen; die Behauptung der unvollständigen Rückbildung deckt sich mit den Metaanalyse-Befunden bei Transplantierten [s69], ist aber ein Rückschluss aus Funktionsdaten, kein histologischer Beleg.

**Szymusik et al. 2020 [s80].** Die Autoren schätzen, dass etwa 20 % bis 30 % der Organtransplantierten im reproduktiven Alter sind und die Infertilitätsrate etwas höher ist als in der Allgemeinbevölkerung. Die Schätzung steht ohne Primärquelle im Abstract; sie umfasst Organtransplantierte allgemein, nicht nur Nierentransplantierte.

**Elahi et al. 2026 [s02].** Diese Übersicht (Reproductive Health After Kidney Transplantation: Insights Into Infertility and Assisted Technologies) hält Infertilität nach Transplantation für multifaktoriell. Daten zur assistierten Reproduktion stammten überwiegend aus Fallberichten. Das ist eine ehrliche Aussage über die Evidenzlage: Zur Wirksamkeit assistierter Verfahren bei Nierentransplantierten gibt es keine kontrollierten Daten.

**Delesalle et al. 2015 (Gynécologie Obstétrique et Fertilité, französisch) [s111].** Die Übersicht zur Fortpflanzung nach Nierentransplantation (frei verfügbar über HAL) berichtet, dass sich Spermienparameter und Hormonfunktion innerhalb von zwei Jahren besserten und Spermienveränderungen unter Immunsuppressiva bestehen bleiben könnten. Nur sieben Autoren hätten assistierte Reproduktion bei Nierentransplantierten beschrieben. Schwäche: nur der Abstract war verfügbar; welche Primärstudien die Zwei-Jahres-Aussage tragen, geht daraus nicht hervor.

**Atallah et al. 2015 (Journal Médical Libanais, französisch) [s108, s107].** Der Abstract nennt als Hyperprolaktinämie-Anteil 100 % bei chronischem Nierenversagen, 60 % unter Dialyse und 35 % nach Transplantation. Der Abstract betont die Frau (stärkere Wirkung bei Frauen wegen der Hyperprolaktinämie, mit Auswirkungen auf Zyklus, Libido und Wachstum). Dialyse und Transplantation stellten die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse wegen der verschiedenen Immunsuppressiva weniger sicher wieder her; bei guter Einstellung der Medikamente verbessere die Transplantation die Sexualfunktion deutlich. Die Quellenliste führt zwei Einträge (s108 und s107, jeweils mit identischen Prozentzahlen), die vermutlich dieselbe Arbeit betreffen; sicher bestimmt wurde das nicht. Schwächen: Die Prozentangaben stehen ohne Quelle und Kollektiv, und über Spermien enthält der Abstract keine Aussage.

**Palmer und Clegg 2017 [s100], Iglesias et al. 2012 [s130], Deebel et al. 2025 [s12], Gou et al. 2025 [s14], Bilha et al. 2023 [s39], Zitzmann 2024 [s36].** Diese sechs Übersichten behandeln die Hormonachse. Palmer und Clegg beschreiben hypothalamisch-hypophysäre Störungen schon vor Beginn der Dialyse. Iglesias et al. nennen einen Testosteronmangel bei 26 % bis 66 % der Männer mit CKD. Gou et al. beschreiben eine zentrale Suppression bei gleichzeitiger peripherer Gonadenresistenz. Bilha et al. halten fest, dass die Fertilität trotz rascher Hormonerholung nach Transplantation nicht vollständig wiederhergestellt sei. Deebel et al. und Zitzmann behandeln den Testosteronmangel bei CKD und Transplantation einschließlich der Testosterontherapie; dieser Teil wird hier nicht wiedergegeben, weil die Gesamtstudie keine Therapieempfehlung ausspricht. Gemeinsame Schwäche: wenig Spermiendaten, überwiegend Zusammenfassung derselben Hormonstudien.

**Huyghe et al. 2007: mTOR-Inhibitoren und männliche Gonadenfunktion [s159].** Die Übersicht durchsuchte PubMed für 1990 bis 2006. Unter mTOR-Inhibitoren sinke das Testosteron, das LH steige; die Spermatogenese erscheine gestört, das FSH steige. Als Mechanismus wird die Hemmung eines Stammzellfaktor/c-kit-abhängigen Prozesses in den Spermatogonien genannt. Die Autoren bewerten die Wirkung als vorläufig: schädlich für Hoden und Gonadenfunktion, deren Ausmaß aber unbekannt sei. Die Arbeit ist 19 Jahre alt; neuere Primärdaten im Material sind die Beobachtungsstudie von Zuber [s157] und die Fallserie von Boobes [s141].

**Gajjar et al. 2015: Cyclophosphamid und Fertilitätserhalt bei Nierenkrankheiten [s112].** Die Übersicht beschreibt, dass Cyclophosphamid beim nephrotischen Syndrom und bei der Lupusnephritis trotz Gonadotoxizität wichtig bleibt; behandelt werden Dosisgrenzen und Fertilitätserhalt (Spermienbanking, Kryokonservierung) mit Zugangshürden bei Kindern und Jugendlichen. Spermienzahlen enthält die Übersicht nicht, und die Recherche fand keine kontrollierte Studie zu Spermienparametern nach Cyclophosphamid bei Nierenkrankheit.

**Langman et al. 2024 [s29] und Reda, Veys und Besouw 2021 [s63]: Cystinose.** Reda et al. fassen zusammen, dass die Mehrzahl der männlichen Cystinosepatienten wegen Azoospermie infertil sei, Frauen dagegen fertil; früher habe ein primärer Hypogonadismus im Vordergrund gestanden, unter der Behandlung mit Cysteamin eher die Azoospermie. Langman et al. behandeln das Fertilitätsmanagement als klinische Perspektive. Beide Übersichten betreffen eine seltene Erbkrankheit mit Nierenbeteiligung und nicht die erworbene CKD; eine Übertragung ist nicht begründet.

**Cai, Shang und Huang 2015 [s110] und Shi und Xu 2018 [s96]: ADPKD und männliche Fortpflanzung (Zhonghua Nan Ke Xue, chinesisch).** Cai et al. berichten bei Männern mit autosomal-dominanter polyzystischer Nierenerkrankung (ADPKD) schwere Oligoasthenozoospermie, Nekrozoospermie, unbewegliche Spermien und Azoospermie sowie Zysten von Nebenhoden, Bläschendrüsen und Spritzkanälen als mögliche Ursachen; als Erklärungen werden Strukturanomalien der Spermien, ein Polycystin-Defekt, PKD-Genmutationen und Mikrodeletionen der AZF-Region genannt. Assistierte Reproduktion könne die Schwangerschaftschance erhöhen, die Gesundheit der Nachkommen sei zu bedenken. Shi und Xu halten fest, dass die meisten männlichen PKD-Patienten fertil, einige aber nicht seien; assoziiert seien Bläschendrüsenzysten, Asthenozoospermie, Nekrozoospermie, Strukturanomalien des Spermienflagellums und das Endstadium der Nierenerkrankung. Beide Übersichten enthalten keine Zahlen und keine Suchstrategie.

**Kinugasa, Tayama und Sato 1997 (Japan) [s182].** Diese japanische Übersicht hält fest, dass Infertilität, verminderte Libido und Potenz bei urämischen Männern häufig seien und sich oft trotz Hämodialyse verschlechterten. Das Hormonprofil zeige häufig einen hypergonadotropen Hypogonadismus als Hinweis auf eine primäre Leydig-Zell-Funktionsstörung; Hypotestosteronämie und Hyperprolaktinämie könnten teilweise beteiligt sein. Als Ursachen werden urämische Toxine, renale Anämie, Hyperparathyreoidismus, Zinkmangel, Gefäß- und Nervenveränderungen sowie psychische Faktoren genannt. Die Korrektur der Anämie mit Erythropoetin führe zuweilen zu besserer Potenz. Schwäche: erzählerische Übersicht ohne Zahlen und ohne beschriebene Suchstrategie.

**Ermolenko et al. 1987 (Terapevticheskij Archiv, russisch) [s208].** Titel sinngemäß: hormonelles Ungleichgewicht bei Urämie. Nach dem Abstract handelt es sich um eine Übersicht mit eigenen Daten zu Pathogenese, klinischen und Laborzeichen und Korrekturmöglichkeiten endokriner Komplikationen der chronischen Niereninsuffizienz, darunter des Hypogonadismus. Schwäche: Der Abstract enthält keine Zahlen und keine Angaben zu Hodenfunktion oder Spermien.

**Tjuzikov 2012 (Andrologija i Genital'naja Chirurgija, russisch) [s136].** Titel sinngemäß: Zusammenhänge zwischen Androgenmangel und Nierenerkrankungen. Die Literaturübersicht (Volltext gelesen) hält fest, dass bei chronischer Niereninsuffizienz Jugendlicher eine verzögerte Pubertät bestehe und bei Erwachsenen eine Hodenhypoplasie mit Abfall der Testosteronsynthese, Fruchtbarkeitsstörungen bis zur Azoospermie, Libidoverlust und Gynäkomastie. Als Mechanismen werden die Störung der hypothalamischen Regulation durch Urämietoxine, eine direkte toxische Wirkung auf das samenbildende Epithel und das Leydig-Gewebe, oxidativer Stress, sympathische Überaktivität mit Ischämie und Hypoxie im Hodengewebe, endotheliale Dysfunktion, renale Anämie und sekundäre Hyperprolaktinämie angeführt. Der urämische Hypogonadismus sei seiner Natur nach gemischt (sekundär hypothalamisch-hypophysär und primär testikulär); bis zu 47 % bis 67 % der Männer unter Hämodialyse hätten einen Hypogonadismus. Zitiert werden unter anderem 126 Männer unter Hämodialyse (Carrero 2009; Testosteron umgekehrt mit IL-6 und CRP verbunden; 65 Todesfälle, davon 58 % kardiovaskulär) und die türkische Studie an 239 Patienten (Yilmaz 2011), die die Übersicht als Patienten unter Hämodialyse bezeichnet. Das widerspricht dem Abstract der Originalarbeit [s140], in der es sich um Patienten ohne Dialyse handelt; Übersichten dieses Sprachraums geben Primärdaten also teils ungenau wieder. Schwächen: nicht systematisch, keine Suchstrategie, Zahlen aus Sekundärangaben.

**Markova et al. 2024 (Problemy Endokrinologii, Moskau) [s30].** Die Übersicht zu Hypophysenstörungen bei terminaler Niereninsuffizienz hält fest, dass die chronische Nierenerkrankung zu erhöhtem Prolaktin, LH und FSH führe, während Wachstumshormon, IGF-1, TSH, ACTH und Vasopressin normal oder erhöht bleiben könnten. Die Nierenersatztherapie senke Prolaktin, LH und FSH nicht, während Wachstumshormon, IGF-1 und TSH zur Normalisierung neigten; eine Nierentransplantation korrigiere hormonelle Störungen in den meisten Fällen. Die Korrektur könne das klinische Ergebnis verbessern (Meinung der Autoren). Schwächen: keine Suchstrategie, keine Zahlen im Abstract; die russische Fassung des Originals wurde nicht abgerufen.

**Güngör et al. 2017 (Seminars in Dialysis, Izmir) [s98].** Die Übersicht hält fest, dass Dialysepatienten häufig Störungen der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse mit veränderter Synthese und Clearance vieler Hormone zeigen und dass das hormonelle Ungleichgewicht, auch ohne Beschwerden, mit erhöhter Sterblichkeit verbunden sei. Fertilität ist nicht Gegenstand; im Abstract stehen keine Zahlen.

**Ateş 2010 (Gülhane Tıp Dergisi, türkisch) [s143].** Die Übersicht zu den Auswirkungen von Niereninsuffizienz, Dialyse und Transplantation auf Sexual- und Fortpflanzungsfunktionen berichtet bei urämischen Männern hohes FSH und LH und niedriges Testosteron; nach erfolgreicher Transplantation komme das Testosteron in den Normbereich; bei etwa der Hälfte der Hämodialysepatienten kämen spermatogene Anomalien und Libido- und Potenzverlust mit einem Defekt der Testosteronbiosynthese vor; Libido und Potenz kehrten nach Transplantation zurück. Schwächen: keine Quellen oder Zahlen im Abstract; die Angabe „etwa die Hälfte“ ist nicht belegt.

**İlbey et al. 2024 (Bezmiâlem Science, türkisch-englisch) [s35].** Die Übersicht zu Immunsuppression, männlicher Fertilität und väterlicher Exposition hält fest, dass nur begrenzte Information über mögliche nachteilige Wirkungen von Immunsuppressiva Nierentransplantierter auf die männliche Fertilität vorliege und Beobachtungsstudien nahelegten, dass auch väterliche Arzneimittelexposition zur Teratogenität beitragen könne. Die Autoren verlangen weitere Studien und raten bei Kinderwunsch und geplanter Immunsuppression, Möglichkeiten wie Spermabanking zu erwägen; das ist die Meinung der Autoren und hier nur zitiert. Schwäche: keine Zahlen im Abstract, und es wird nicht erkennbar, welche Studien die Aussagen tragen.

**Mahmoud und Borgi 2021 (Seminars in Nephrology, Beirut) [s61].** Die Übersicht zu Ernährung sowie Stoffwechsel- und endokrinen Störungen bei CKD nennt als häufigste endokrine Auffälligkeiten den Mangel an Erythropoetin, Calcitriol, Trijodthyronin, Testosteron und Östrogen sowie die Anhäufung von Adiponektin, Leptin, Triglyzeriden und Prolaktin; mögliche klinische Folgen seien unter anderem Infertilität. Schwächen: keine Zahlen und keine Spermienbefunde im Abstract; Fertilität wird nur als Folge genannt.

**El-Assmy 2012 (World Journal of Nephrology, Mansoura) [s129].** Die Übersicht zur erektilen Dysfunktion bei Hämodialyse nennt eine Prävalenz zwischen 20 % und 87,7 %. Die Ursachen seien multifaktoriell (Gefäßkrankheit, Neuropathie, hormonelle Störungen, Medikamente, psychische Belastung); nach Transplantation bleibe die Häufigkeit hoch. Die Übersicht nennt sich systematisch, im Abstract ist die Methodik aber nicht nachvollziehbar.

### Zusammenschau der Übersichten und Metaanalysen

Die Übersichtsliteratur lässt sich in vier Aussagen verdichten, die jeweils unterschiedlich gut belegt sind.

1. **Nach Transplantation bessern sich Hormone und Sexualfunktion.** Das ist die am besten belegte Aussage; sie steht in einer systematischen Übersicht über 23 Studien [s03], in zwei Metaanalysen zur Erektionsfunktion [s76, s42] und in vielen Primärstudien. Die Größe der Besserung ist nicht gesichert (Kang: Untergrenze des Konfidenzintervalls für das Verlangen bei 0,11; Miron: kein Maß im Abstract).
2. **Die Samenqualität bessert sich nach Transplantation, erreicht aber nicht das Niveau Gesunder.** Das trägt ausschließlich die Metaanalyse von Zhang mit fünf Studien und breiten Konfidenzintervallen [s69]; die Übersicht von Hazir [s03] ist weniger vorsichtig formuliert.
3. **Für Immunsuppressiva ist die Beweislage dünn.** Die einzige systematische Übersicht zu Mycophenolat und Ganciclovir kann Schäden weder belegen noch ausschließen [s58]; zu mTOR-Inhibitoren gibt es eine alte Übersicht mit Mechanismusvermutung [s159]. Die Primärdaten dazu stehen im Abschnitt zu Beobachtungsstudien.
4. **Niedriges Testosteron ist bei CKD häufig und mit schlechterer Prognose verbunden.** Das belegt die Metaanalyse von Li für Mortalität und Ereignisse [s50], nicht für Fertilität.

Nicht vorhanden sind: eine Metaanalyse der Samenparameter bei CKD oder Dialyse im Vergleich zu Nierengesunden, eine Metaanalyse der Vaterschaftsraten, eine Metaanalyse zu Immunsuppressiva und Spermien und eine Leitlinie, die diese Fragen behandelt. Die Übersichten bestätigen sich überdies nicht unabhängig, denn sie zitieren weitgehend dieselben kleinen Studien. Die Evidenz auf Übersichtsebene ist insgesamt niedrig.

## Studienlage: Beobachtungsstudien

Dieser Abschnitt bespricht jede gefundene Beobachtungsstudie am Menschen einzeln: Querschnitts- und Fall-Kontroll-Studien, Kohorten, Vorher-Nachher-Studien, Befragungen, Fallserien und unkontrollierte Behandlungsbeobachtungen. Die Gliederung folgt dem Krankheitsabschnitt (CKD ohne Dialyse, Dialyse, Transplantation) und innerhalb davon dem Endpunkt (Samenparameter, Hormone, Vaterschaft, Sexualfunktion). Randomisierte Studien, Tierversuche, Einzelfallberichte und Leitlinien stehen an anderer Stelle der Gesamtstudie.

Vorab die Lage in wenigen Sätzen. Das Feld ist klein, alt und überwiegend aus Einzelzentren: Die meisten Studien haben weniger als 150 Teilnehmer, viele weniger als 50. Studien mit direktem Spermienendpunkt sind selten; die größeren Datensätze betreffen Hormone, Sexualfunktion und Befragungen. Ein großer Teil der chinesischen Humandaten stammt aus einer einzigen Arbeitsgruppe in Hangzhou (Xu und Mitarbeiter, 2003 bis 2014) [s168, s172, s156, s152, s135, s134, s155, s119, s171]; diese Arbeiten beruhen sehr wahrscheinlich teilweise auf überlappenden Patientengruppen und zählen nicht als unabhängige Bestätigungen. Alle Studien haben dieselben ungelösten Störgrößen: Urämie, Dialyseverfahren, Immunsuppression, Anämie, Diabetes, Alter und Depression lassen sich in den kleinen Querschnittsstudien nicht trennen. Die meisten Zahlen stammen aus Abstracts; Volltexte wurden nur für wenige Studien gelesen (PATeRNAL [s72], David [s01], Hamdi [s116], McLeroth [s78], Parasher [s53], Sirisopana [s08], Devjaltovskaja [s84], Pavlov [s101]). Wo Abstracts Gruppengrößen, Streuungsmaße oder Konfidenzintervalle nicht nennen, steht das ausdrücklich im Text.

### Chronische Nierenerkrankung vor der Dialyse

**Lehtihet und Hylander 2015: Semen quality in men with chronic kidney disease and its correlation with chronic kidney disease stages [s113].** Querschnittsstudie an 66 Männern im Alter von 18 bis 50 Jahren mit CKD der Stadien 1 bis 5. Gemessen wurden Samenparameter, Marker der akzessorischen Drüsen und Hormone. Mit höherem CKD-Stadium zeigte sich ein signifikanter negativer linearer Trend für Samenvolumen (P < 0,05), progressive Beweglichkeit (P < 0,01), nichtprogressive Beweglichkeit (P < 0,001), Spermienkonzentration (P < 0,01), Gesamtspermienzahl (P < 0,01), zytoplasmatische Tröpfchen (P < 0,01), Teratozoospermie-Index (P < 0,05), α-Glukosidase (P < 0,05), Zink (P < 0,01) und Fruktose (P < 0,01). Der Body-Mass-Index hatte keinen signifikanten Einfluss auf Volumen, Spermienzahl, Konzentration und Morphologie; das Alter war mit niedrigerer Konzentration (P < 0,05), weniger Normalformen (P < 0,01) und niedrigerem Testosteron (P < 0,05) verbunden. Die Autoren folgern, das CKD-Stadium sei ein Faktor für die Zahl der im Nebenhoden verfügbaren Spermien, teilweise unabhängig vom altersbedingten Testosteronabfall. Stärken: Die Studie schließt die Stadien vor der Dialyse ein und misst Samenparameter direkt; sie ist die größte Spermienstudie zu CKD-Stadien im Material. Schwächen: keine Kontrollgruppe, kleine Zahl je Stadium, Querschnitt, daher keine zeitliche Aussage; die Trendtests geben die Richtung, aber keine Effektgrößen oder Konfidenzintervalle.

**Yılmaz et al. 2011 (Ankara) [s140].** Querschnitt mit Nachbeobachtung an 239 Männern mit CKD der Stadien 1 bis 5 (mittleres Alter 52 ± 12 Jahre), veröffentlicht im Clinical Journal of the American Society of Nephrology. Gesamt- und freies Testosteron fielen parallel zur abnehmenden Nierenfunktion; beide trugen unabhängig zur Erklärung der flussvermittelten Dilatation (Endothelfunktion) bei. Bei einem mittleren Follow-up von 31 Monaten (8 bis 35) traten 22 tödliche und 50 nichttödliche kardiovaskuläre Ereignisse auf; das Risiko sank um 22 % pro nmol/l Gesamttestosteron nach Adjustierung für Alter, Nierenfunktion, Diabetes, kardiovaskuläre Vorgeschichte, CRP, Albumin und Endothelfunktion; Gleiches gelte für freies Testosteron. Schwächen: kurzes Follow-up, wenige Ereignisse, im Abstract kein Konfidenzintervall, kein Fertilitätsbezug. Die Studie zeigt vor allem, dass der Testosteronabfall mit dem Nierenfunktionsverlust fortschreitet.

**Afşar 2013 (Konya) [s120].** Querschnitt an 109 Patienten mit CKD der Stadien 3 bis 5. Gesamttestosteron in den Stadien 3, 4 und 5: 8,32 ± 4,35, 6,71 ± 3,12 und 4,22 ± 1,28 ng/ml (p < 0,0001); die Unterschiede bestanden zwischen Stadium 3 und 5 sowie 4 und 5 (jeweils p < 0,0001), nicht zwischen 3 und 4 (p = 0,094). In der linearen Regression war Testosteron unabhängig mit dem Kognitionswert (b 0,170; 95-%-KI 0,047 bis 0,293; p = 0,008) und dem Depressionsscore (b −0,750; −1,283 bis −0,216; p = 0,006) verbunden, nicht mit dem Schlaf. Die Einheit ist im Abstract mit ng/ml angegeben und wird wie gedruckt wiedergegeben. Schwächen: Querschnitt, keine Fertilitätsdaten, das Geschlecht der Teilnehmer ist im Abstract nicht ausdrücklich genannt.

**Aydemir et al. 2020 (Konya) [s71].** Querschnitt an 105 Männern mit prädialytischer CKD (Stadium 3: 55 [52,4 %], Stadium 4: 33 [31,4 %], Stadium 5: 17 [16,2 %]). Nach dem Gesamttestosteron hatten 18 (17,1 %), nach dem freien Testosteron 22 (20,9 %) einen Hypogonadismus. Zwischen den Stadien gab es keinen Unterschied. Patienten mit Hypogonadismus hatten ein höheres CRP (nach Gesamttestosteron p = 0,004; nach freiem Testosteron p = 0,017) und, nach Gesamttestosteron, ein höheres HDL-Cholesterin (p = 0,005). Schwächen: kleine Stichprobe; das Fehlen eines Stadienunterschieds steht im Gegensatz zu Yılmaz [s140] und Afşar [s120]; die Autoren fordern größere Studien. Die Prävalenz von 17 % bis 21 % liegt weit unter den 66 % bei Hämodialyse in der Studie von Güngör [s144]; das kann auf einen Dialyse- oder Stadieneffekt hindeuten, wurde aber nicht direkt verglichen.

**Oueslati et al. 2020 (Tunesien, La Tunisie Médicale) [s79].** Querschnitt an 48 Männern mit chronischer Niereninsuffizienz (mittleres Alter 53,31 ± 10,22 Jahre; Nierenfunktion mild bei 9, mäßig bei 14, schwer bei 4, Endstadium bei 21; 19 mit extrarenalem Reinigungsverfahren). Hypogonadismus (Testosteron unter 10 nmol/l oder 10 bis 14 nmol/l) fand sich bei 22 Patienten (46 %); in dieser Gruppe waren die Gonadotropine in 21 Fällen normal und nur in einem erhöht, eine Hyperprolaktinämie bestand bei 6. Typ-2-Diabetes (OR 3,96; P = 0,02) und diabetische Nephropathie (OR 4,26; P = 0,01) waren die einzigen Risikofaktoren. Stärken: Einbezug aller Stadien, Risikofaktoranalyse. Schwächen: keine Kontrollgruppe, kleine Zahl, Konfidenzintervalle der Odds Ratios im Abstract nicht angegeben. Die Studie widerspricht dem Bild erhöhter Gonadotropine bei Hypogonadismus (das typisch für einen primären Hodendefekt wäre) und passt eher zu einer zentralen Komponente; Diabetes als Störgröße erschwert die Deutung.

**Parasher und Ranjan 2022 (Leserbrief) [s53].** 50 CKD-Patienten, davon 28 Männer (mittleres Alter 52,27 ± 14,56 Jahre). Bei 24 der 28 Männer lag das Testosteron unter der Norm. Männer mit CKD-Stadium 3/4 gegenüber Stadium 5: Testosteron 94,45 ± 44,23 gegenüber 72,86 ± 13,90 ng/dl (P < 0,001), LH 7,56 ± 1,42 gegenüber 17,16 ± 3,57 mIU/ml (P = 0,01), FSH 15,87 ± 6,65 gegenüber 26,45 ± 8,62 mIU/ml (P = 0,04). Gonadale Dysfunktion nahm laut Autoren mit dem Stadium zu (34 von 50 betroffen; P = 0,02). Schwächen: Die Absolutwerte des Testosterons liegen weit unter denen anderer Studien, und die Messmethode ist nicht beschrieben; die Altersgruppen der Stadien unterscheiden sich stark (40,37 gegenüber 63,34 Jahre; P = 0,02), was die Stadienvergleiche überlagert; ein Leserbrief ist nicht in demselben Maß geprüft wie eine Originalarbeit.

**Abdel Hamid et al. 2018: Anti-Müller-Hormon und 25-Hydroxy-Vitamin-D (Kairo, Andrologia) [s90].** Querschnitt an 59 männlichen CKD-Patienten verschiedener Stadien und 21 gesunden Teilnehmern. Anti-Müller-Hormon (AMH) und 25-Hydroxy-Vitamin-D waren bei den Patienten signifikant erniedrigt. AMH korrelierte positiv mit der geschätzten glomerulären Filtrationsrate, dem Testosteron und dem 25-Hydroxy-Vitamin-D und negativ mit Alter, Harnstoff, Kreatinin, FSH, LH und Prolaktin. Vitamin D und LH erklärten in einem multiplen linearen Modell 65,9 % der Variabilität von AMH. Die Autoren deuten dies als möglichen Hinweis auf eine Funktionsstörung der Sertoli-Zellen. Stärken: AMH ist ein Marker der Sertoli-Zellen und damit näher an der Spermatogenese als das Testosteron. Schwächen: Querschnitt, kleine Gruppen, keine Samenanalyse, im Abstract keine Effektgrößen; AMH korreliert im selben Datensatz auch mit Alter, Harnstoff und Kreatinin, sodass die Zuordnung zur Hodenfunktion nicht eindeutig ist.

**Tjuzikov und Martov 2012 (Urologija, Russland): solitäre Niere bei Männern [s132].** Pilotstudie im Querschnitt. Laut Abstract besteht bei Männern eine hohe Prävalenz von Erkrankungen der solitären Niere (82,7 %); diese gehen oft mit systemischen Stoffwechselstörungen (Adipositas, Dyslipidämie, Androgenmangel) einher, und die glomeruläre Filtrationsrate der Männer mit solitärer Niere hängt vom Gesamttestosteron im Blut ab. Schwächen: Stichprobengröße im Abstract nicht genannt, Pilotcharakter, keine Konfidenzintervalle, die Richtung des Zusammenhangs bleibt offen.

**Xuan et al. 2024: Kreatinin des Mannes und Paar-Fekundität (China, Human Reproduction) [s34].** Bevölkerungsbasierte Kohorte aus dem chinesischen nationalen kostenlosen Vorsorgeprojekt: 4 023 204 Paare, die zwischen 2015 und 2017 eine Schwangerschaft planten und alle drei Monate bis zur Schwangerschaft oder bis zu einem Jahr nachverfolgt wurden. 2 756 538 Paare (68,52 %) konzipierten. Das mediane Serumkreatinin der Männer betrug 81,50 µmol/l. Gegenüber der Referenzgruppe (78,00 bis 81,49 µmol/l) war die Fekundität im ersten Dezil (höchstens 64,89 µmol/l) um 8 % (adjustiertes HR 0,92; 95-%-KI 0,91 bis 0,92), im zweiten (64,90 bis 69,99) um 5 % (0,95; 0,95 bis 0,96), im dritten (70,00 bis 73,99) um 2 % (0,98; 0,97 bis 0,99) und im zehnten Dezil (mindestens 101,00) um 1 % (0,99; 0,98 bis 0,99) vermindert. Es zeigte sich ein umgekehrt U-förmiger Zusammenhang; keine Unterlegenheit bestand im Bereich 81,66 bis 104,90 µmol/l (P für Nichtlinearität < 0,001). Bei Männern über 40 Jahren war der Effekt ausgeprägter. Stärken: sehr große Stichprobe. Schwächen (von den Autoren genannt): Die Zeit der Schwangerschaftsvorbereitung vor Einschluss wurde nicht erfasst, es gibt keine Daten zu Samenqualität, Sexualhäufigkeit und psychischen Faktoren, und es fehlen direkte Maße für Muskelmasse oder Nierenfunktion. Zu ergänzen ist, dass es sich nicht um Nierenkranke handelt, die Effekte sehr klein sind und das niedrigste Kreatinin-Dezil den stärksten Effekt zeigt, was eher für Muskelmasse und allgemeine Gesundheit als für die Nierenfunktion spricht. Die Studie belegt daher keinen Fertilitätseffekt der Niereninsuffizienz.

### Dialyse: Samenparameter und Hodenbefunde

**Xu et al. 2004: Veränderungen der Samenqualität bei Urämiepatienten (Zhonghua Nan Ke Xue) [s168].** Querschnittsvergleich von 24 Männern mit Urämie vor Nierentransplantation mit 12 gesunden Freiwilligen. Bei den Urämiepatienten betrugen das Ejakulatvolumen (2,5 ± 0,4) ml, die Beweglichkeit (13,4 ± 3,9) %, die Überlebensrate (25,4 ± 5,6) %, die Dichte (20,6 ± 4,5) × 10^6/ml und der Anteil morphologisch normaler Spermien (16,8 ± 2,1) %. Alle Werte lagen laut Abstract signifikant unter der Kontrollgruppe (P < 0,01); die Kontrollwerte selbst nennt der Abstract nicht. Die Autoren schließen auf deutlich verminderte Samenqualität und schwer beeinträchtigte Spermatogenese. Stärken: Vergleichsgruppe, mehrere Parameter. Schwächen: kleine Zahlen; Kontrollwerte und Alter nicht angegeben; Auswahl der Kontrollen unklar; keine Adjustierung für Alter, Komorbidität, Diabetes und Medikamente.

**Xu et al. 2012: Urämie, Samenqualität und Reproduktionsfunktion (Cell Biochemistry and Biophysics) [s135].** 53 Männer im Endstadium der Urämie gaben Samenproben durch Masturbation ab; verglichen wurde mit fertilen und infertilen Männern über einen Fertilitätsindex (FI = Spermiendichte × Beweglichkeit × Normalformenrate, je in 10 000). Drei Patienten konnten keine Probe abgeben, in vier Proben fanden sich keine Spermien. Bei den übrigen 46 Patienten waren Beweglichkeit, Überlebensrate, Dichte und Normalformenrate signifikant niedriger als bei den Kontrollen. Der FI betrug bei Urämie 0,68 (2,08), bei fertilen Männern 7,7 (13,51) und bei infertilen Männern 4,13 (5,77). Die Klammerwerte sind im Abstract nicht erläutert, das Streuungsmaß bleibt unbestimmt. Die Autoren schließen, Urämie verursache einen deutlichen Rückgang von Spermienqualität und Reproduktionsfunktion. Schwächen: Größe und Rekrutierung der Kontrollgruppen sind nicht angegeben; die Auswahl der Patienten ist nicht näher beschrieben; keine Angaben zu Dialyseform und Dauer; keine Kontrolle von Störgrößen; mögliche Überlappung mit [s168] und [s152]; ausschließlich Querschnittsdaten. Bemerkenswert ist, dass der FI der Urämiepatienten sogar unter dem der infertilen Männer lag.

**Zachoval et al. 2013: Dynamics of fertility in patients on waiting list for kidney transplantation (Bratislavske lekarske listy) [s127].** 74 Männer auf der Transplantationswarteliste (Hämodialyse) und 41 Kontrollen. Die Patienten hatten ein niedrigeres mittleres Testosteron und signifikant höhere Werte für SHBG, LH, FSH und Prolaktin sowie ein signifikant niedrigeres Ejakulatvolumen, eine niedrigere Gesamtspermienzahl, Konzentration, Gesamt- und progressive Beweglichkeit und Morphologie als die Kontrollen. Testosteron korrelierte positiv mit Gesamtbeweglichkeit und Morphologie und negativ mit Prolaktin; die Dialysedauer korrelierte negativ mit Testosteron, Spermienkonzentration, Gesamt- und progressiver Beweglichkeit und Morphologie. Stärken: Samenanalyse und Hormone am selben Kollektiv, Kontrollgruppe. Schwächen: Der Abstract nennt keine Effektgrößen oder P-Werte der einzelnen Vergleiche; Auswahl der Kontrollen, Alter und Komorbidität sind nicht beschrieben.

**Xu HM et al. 2012: CFTR-Protein in Spermien urämischer Männer (Human Reproduction) [s134].** Querschnittsvergleich von 21 urämischen Patienten, 15 Nierentransplantierten, 32 gesunden und 33 infertilen Männern; Samenanalyse, FSH, LH und Testosteron per Radioimmunoassay, Anteil CFTR-positiver Spermien. Nur (9 ± 5,9) % der Spermien urämischer Patienten exprimierten CFTR, weniger als bei Transplantierten ((29 ± 14,3) %; P < 0,001), infertilen Männern ((42 ± 20,7) %; P < 0,001) und gesunden Männern ((51 ± 20,5) %; P < 0,001). Transplantierte hatten signifikant weniger CFTR-positive Spermien als infertile (P < 0,05) und gesunde Männer (P < 0,01). Das LH der Urämiepatienten lag über dem aller anderen Gruppen, das FSH nur über dem der infertilen und gesunden Männer; im Testosteron bestand kein signifikanter Unterschied zwischen den vier Gruppen. Die Autoren deuten die CFTR-Expression als umkehrbaren Befund und möglichen Marker der Fertilität urämischer Männer. Stärken: vier Vergleichsgruppen, Hormonmessung, Veröffentlichung in einer reichweitenstarken Fachzeitschrift. Schwächen: kleine Gruppen; Querschnitt (die Umkehrbarkeit wird aus dem Vergleich verschiedener Männer abgeleitet, nicht aus Verlaufsdaten); der Marker ist nicht an Schwangerschaftsraten geprüft; mögliche Überlappung mit der Gruppe um Xu.

**Yamamoto, Tachibana und Tazaki 1989: Zink und Fertilität bei Hämodialyse (Japan, Tagungszusammenfassung) [s206].** Originaltitel: 慢性血液透析患者の妊孕性におよぼす血清中および精漿中亜鉛濃度の検討 (Untersuchung der Zinkkonzentration in Serum und Seminalplasma und der Fertilität chronischer Hämodialysepatienten). Es handelt sich um eine Kurzzusammenfassung in einem Sammelband der Japanischen Urologischen Gesellschaft. 24 männliche Hämodialysepatienten (24 bis 49 Jahre, Dialysedauer 10 Monate bis 12 Jahre 1 Monat) wurden mit 23 gesunden Kontrollen verglichen. In der Dialysegruppe fanden sich verminderte Ejakulatmenge, verminderte Spermienkonzentration bis hin zur Azoospermie, geringere Beweglichkeit und eine höhere Rate fehlgebildeter Spermien. Das Serumzink war signifikant niedriger, die Rate fehlgebildeter Spermien korrelierte negativ mit dem Serumzink, das Seminalplasma-Zink unterschied sich nicht von den Kontrollen. Ein Zusammenhang zwischen Spermienkonzentration und Dialysedauer wird erwähnt; die Art der Korrelation ist im abgerufenen Text nicht lesbar. Schwächen: nur Zusammenfassung ohne Zahlen zu Effektgrößen oder p-Werten, kein begutachteter Volltext.

**Sawanishi und Ohsako 1982: Sexualfunktionsstörung männlicher Dialysepatienten (Kyoto) [s217].** Originaltitel: 腎不全患者の内分泌異常特に男子透析患者の性機能障害 (Endokrine Anomalien bei Niereninsuffizienz, insbesondere Sexualfunktionsstörung männlicher Dialysepatienten). Es ist die Zusammenfassung eigener Beobachtungen über 1968 bis 1981. Fragebogenerhebungen (viermal durchgeführt) ergaben: 36,9 % ohne Interesse an Sexualaktivität, 72,9 % mit vermindertem sexuellem Verlangen nach Beginn der Dialyse, 28,4 % mit erhaltenem Sexualleben; als Ursache des Libidoverlusts nannten 32 % Impotenz, 67 % verminderte Potenz. Histologisch fanden sich Hodenatrophie, hyaline Entartung der Tubuli, Verdickung der Basalmembran, schwere Spermatogenesestörung, vermehrtes interstitielles Bindegewebe und eine scheinbare Leydig-Zell-Hyperplasie, die die Autoren eher als Teilbild einer chronisch zehrenden Erkrankung denn als nierenspezifisch ansehen. In der Samenanalyse überwogen Azoo- bis Oligozoospermie; je länger die konservative Phase vor der Dialyse, desto ausgeprägter. Endokrin fielen Hyperprolaktinämie, niedriges LH und niedriges Testosteron auf; das Prolaktin betrug in der Gruppe mit normalem Prolaktin 23,7 ± 7,34 mIE/ml gegenüber 91,6 ± 24,5 mIE/ml in der Hyperprolaktin-Gruppe, das Testosteron 286 ± 86 ng/dl gegenüber 227 ± 87 ng/dl (so im japanischen Abstract; einzelne weitere Zahlen im abgerufenen Text sind durch die Texterkennung entstellt und werden nicht wiedergegeben). Die Autoren empfehlen einen frühen Dialysebeginn bei jungen Männern; das ist ihre Schlussfolgerung und keine Empfehlung dieser Studie. Stärken: seltene Verbindung von Histologie, Samenanalyse, Hormonen und Befragung. Schwächen: Fallzahlen im Abstract nicht angegeben, deskriptiv, unkontrolliert, historische Dialysebedingungen.

**Güvel et al. 2004: Verkalkungen von Nebenhoden und Tunica albuginea unter Hämodialyse (Adana, Journal of Andrology) [s166].** Querschnitt mit Kontrollgruppe: 23 Männer mit Nierenversagen im Endstadium unter Hämodialyse (mittleres Alter 51,4 ± 12,1 Jahre) und 22 Kontrollen mit Typ-2-Diabetes und normaler Nierenfunktion. Eine Verkalkung der Tunica albuginea der Schwellkörper fand sich bei 15 (65 %), des Nebenhodens bei 16 (70 %; 14 beidseitig, 2 einseitig); Nebenhoden und/oder Tunica waren bei 20 (87 %), beide Strukturen bei 10 (43 %) verkalkt. Die Raten unterschieden sich signifikant von den Kontrollen (p < 0,001 für beide). Es bestand kein Zusammenhang mit Alter, Dialysedauer, erhöhtem Phosphat, erhöhtem Parathormon, erhöhtem Kalzium-Phosphat-Produkt oder erektiler Dysfunktion (jeweils p > 0,05). Stärken: Die Kontrollgruppe mit Diabetes bildet die Gefäßerkrankung der Patienten nach. Schwächen: kleine Stichprobe; es wurde keine Samenanalyse durchgeführt, sodass die Bedeutung der Nebenhodenverkalkung für Spermientransport und Fruchtbarkeit offen bleibt.

**Hekimoğlu et al. 2017: Scherwellen-Elastografie der Hoden bei Hämodialyse (Ankara, Eurasian Journal of Medicine) [s99].** Fall-Kontroll-Querschnitt mit 28 Männern unter Dialyse dreimal pro Woche und 25 gesunden Freiwilligen. Die Dialysegruppe hatte kleinere rechte, linke und mittlere Hodenvolumina (p < 0,001) und eine höhere Steifigkeit des Hodenparenchyms rechts, links und im Mittel (p < 0,001). Schwächen: keine Mittelwerte im Abstract, keine Hormon- oder Samendaten; Hodengröße und Steifigkeit sind nur indirekte Zeichen der Hodenfunktion. Der Befund passt zu einer Schädigung des Hodengewebes, belegt sie aber nicht für die Spermienbildung. Die Studie liegt auch als TR-Dizin-Datensatz vor und wird nur einmal gezählt.

**Yajima et al. 1989: Hodenvolumen und Sexualhormone bei männlichen Hämodialysepatienten (Showa-Universität) [s205].** Originaltitel: 男子慢性血液透析患者における性ホルモン環境と睾丸容量の変化について. 15 männliche Hämodialysepatienten wurden mit 23 Kontrollen mit normalem Harnstoff-Stickstoff und Kreatinin verglichen. LH und FSH waren signifikant höher, Testosteron und das mit dem Orchidometer gemessene Hodenvolumen signifikant niedriger. Mit der Dialysedauer stiegen LH und FSH, das Testosteron fiel; das sonografisch gemessene Hodenvolumen nahm dagegen mit der Dauer zu. Die Autoren deuten dies als Zunahme interstitiellen Ödems und Bindegewebes bei klarer Verminderung der Hodenfunktion. Die ungewöhnliche Beobachtung beruht nur auf 15 Patienten; sie zeigt, dass das Hodenvolumen allein bei Dialysepatienten kein verlässlicher Maßstab der Spermatogenese ist.

### Dialyse: Hormonachse

Die Studien dieses Abschnitts messen keine Spermien. Sie sind aufgenommen, weil Testosteron, LH, FSH und Prolaktin die Spermatogenese steuern und weil sie den größten Teil der Daten stellen. Eine Aussage zur Fertilität lässt sich nur indirekt ableiten. Methodisch fällt auf, dass die Prävalenz des Testosteronmangels je nach Grenzwert, Messmethode (Immunoassay oder Massenspektrometrie), Alter, Diabetes und Messzeitpunkt zwischen 17 % und 66 % schwankt.

**Carrero et al. 2011: Testosteronmangel bei terminalem Nierenversagen [s137].** 260 Männer mit terminalem Nierenversagen (Median 59 Jahre), Beobachtung über 36 Monate. Ein Testosteronmangel (unter 10 nmol/l) bestand bei 44 %, eine Insuffizienz (10 bis 14 nmol/l) bei 33 %, ein normaler Wert (über 14 nmol/l) nur bei 23 %. Testosteron korrelierte invers mit CRP, IL-6 und Fibrinogen, auch nach Korrektur für Alter und SHBG. Der Testosteronmangel war unabhängig mit kardiovaskulärer Komorbidität (OR 2,51; 95-%-KI 1,32 bis 4,76) und mit Tod (OR 2,00; 95-%-KI 1,01 bis 3,97) verbunden. Stärken: große Fallzahl für das Feld, Ereignisdaten. Schwächen: Der Endpunkt ist Mortalität, nicht Fertilität; der Zusammenhang kann durch Krankheitsschwere erklärt sein (umgekehrte Kausalität). Die Studie ist die Grundlage der Aussage, nur etwa jeder vierte Mann im Endstadium habe ein normales Testosteron.

**Güngör et al. 2010: Testosteron und Sterblichkeit bei männlichen Hämodialysepatienten (Izmir, Clinical Journal of the American Society of Nephrology) [s144].** Prospektive Kohorte von 420 männlichen Hämodialysepatienten (Stichprobe März 2005); das Gesamttestosteron wurde per ELISA bestimmt. Das mittlere Testosteron betrug 8,69 ± 4,10 nmol/l (Spanne 0,17 bis 27,40); 66 % hatten einen Testosteronmangel (unter 10 nmol/l). Bei 32 Monaten Nachbeobachtung starben im Mittel 104 (24,8 %). Die Überlebensrate lag im niedrigsten Testosterondrittel (unter 6,8 nmol/l) bei 64 % gegenüber 81 % im höchsten Drittel (über 10,1 nmol/l; p = 0,004). Pro 1 nmol/l höherem Testosteron war die Sterblichkeit um 7 % niedriger (HR 0,93; 95-%-KI 0,89 bis 0,98; p = 0,01), abhängig von Alter und anderen Risikofaktoren in adjustierten Analysen. Stärken: große Stichprobe, Nachbeobachtung, Konfidenzintervall. Schwächen: ein Messzeitpunkt; ELISA statt Massenspektrometrie; die Verbindung zum Überleben ist weitgehend altersabhängig; für die Fertilität nur als Prävalenzangabe des Mangels nutzbar.

**Sobki et al. 2004: Alter und hypophysär-gonadale Antwort bei Hämodialyse (Riad, Saudi Journal of Kidney Diseases and Transplantation) [s167].** Querschnitt mit Vergleich nach Altersgruppen: 24 Männer unter 45 Jahren und 50 Männer über 45 Jahren unter regelmäßiger Hämodialyse sowie altersgleiche Gesunde. Gesamt- und freies Testosteron waren bei Patienten über 45 Jahren signifikant niedriger als bei den jüngeren; FSH und LH waren in beiden Gruppen gegenüber altersgleichen Kontrollen signifikant erhöht; FSH, LH und SHBG unterschieden sich zwischen den beiden Patientengruppen nicht signifikant. Die Autoren schließen, die Störungen seien bei Männern über 45 Jahren möglicherweise stärker. Schwächen: keine Zahlenwerte im Abstract, ungleiche Gruppengrößen, der Altersunterschied überlagert den Dialyseeffekt.

**Ati et al. 2023: Hypogonadismus unter Hämodialyse (Tunesien, Pan African Medical Journal) [s37].** Querschnitt mit Daten von Januar bis Dezember 2017 an männlichen Hämodialysepatienten; der Abstract gibt die Zahl missverständlich als „one hundred and ten: 55 male hemodialysis patients“ an, sodass unklar ist, ob 55 Patienten oder 110 Personen untersucht wurden. FSH, LH und Prolaktin waren in der Dialysegruppe hoch, Testosteron niedrig; Hypogonadismus war mit höherem Alter, Anämie und fehlender Erythropoetin-Behandlung verbunden; erektile Dysfunktion war häufig, der Erektionsscore niedrig, und das Testosteron war bei Patienten mit erektiler Dysfunktion signifikant niedriger. Stärken: erste Prävalenzdaten dieser Art aus Tunesien. Schwächen: Der Abstract nennt keine Zahlen, die Stichprobengröße ist unklar.

**Ahmed et al. 2018: Erektionsfunktion und Gonadenhormone nach Hämodialysedauer (Kairo, Andrologia) [s91].** Querschnitt an 118 Männern mit Nierenversagen im Endstadium unter chronischer Hämodialyse (mittleres Alter 48,97 ± 14,68 Jahre, mittlere Dialysedauer 4,58 ± 3,03 Jahre). Die Prävalenz erektiler Dysfunktion betrug 78,8 % (davon 31,2 % schwer); sie war in den Kategorien der Dialysedauer vergleichbar (bis 5 Jahre 79,7 %, 5 bis 10 Jahre 76,5 %, über 10 Jahre 80,0 %). Abnorm waren FSH bei 5,1 %, LH bei 1,6 %, Testosteron bei 18,6 %, Prolaktin bei 90,7 % und Östradiol bei 0,0 %. Es gab keinen Zusammenhang zwischen Dialysedauer und IIEF-5 oder Hormonspiegeln (der Abstract nennt dazu „p < 0,05“, offensichtlich ein Schreibfehler für p > 0,05). Stärken: Hormonprofil in einer Stichprobe von über 100 Männern. Schwächen: Querschnitt, keine Kontrollgruppe; der Befund eines nur bei 18,6 % abnormen Testosterons bei zugleich 90,7 % abnormem Prolaktin unterscheidet sich von anderen Reihen.

**Elbardisi et al. 2021: Endokrine Beiträge zur Sexualstörung bei fortgeschrittener CKD (Doha, Andrologia) [s57].** Prospektive Studie mit Behandlungsbeobachtung an 102 Patienten (75 unter Hämodialyse [73,53 %], 13 unter Peritonealdialyse [12,75 %], 14 [13,73 %] nur medikamentös behandelt). 90 (88,24 %) hatten vorzeitigen Samenerguss, 85 (83,33 %) erektile Dysfunktion jeden Grades; die Häufigkeit von Hypogonadismus und Hyperprolaktinämie betrug zusammen 34,4 %. Bei den mit Cabergolin (0,5 mg einmal pro Woche über 6 Monate) behandelten Patienten (n = 26) stieg das LH signifikant (p = 0,003) und das Prolaktin sank (p = 0,003); Testosteron sowie erektile Dysfunktion und vorzeitiger Samenerguss besserten sich nicht signifikant. Die Autoren folgern, die Behandlung der Hyperprolaktinämie sei zur Korrektur des Prolaktins wirksam, bessere aber die erektile Dysfunktion nicht. Hier wird ein Ergebnis berichtet, keine Behandlung empfohlen. Stärken: Prüfung einer hormonellen Intervention mit negativem Ergebnis; vorzeitiger Samenerguss wurde erhoben. Schwächen: keine Kontrollgruppe, 26 behandelte Patienten, keine Spermienparameter; die Zahl 34,4 % fasst zwei Zustände zusammen.

**Tokgöz et al. 2001: Erythropoetin und Hypothalamus-Hypophysen-Hoden-Achse bei CAPD (Kayseri, Peritoneal Dialysis International) [s176].** Prospektive Einzelzentrumsstudie an 10 anämischen Männern mit chronischer Niereninsuffizienz unter CAPD und 11 gesunden altersgleichen Kontrollen. Methodik: basale Hormone, LH-RH-Stimulationstest (100 µg) und hCG-Test (2000 IE, zweimal im Abstand von 48 Stunden) vor und nach Erythropoetin. Das FSH war leicht höher als bei Gesunden, ohne Signifikanz (p = 0,85 vor, p = 0,70 nach Erythropoetin). Das basale LH war vor der Behandlung signifikant höher als bei Kontrollen (p < 0,001) und sank unter Erythropoetin (p < 0,05); die Flächen unter der LH-Kurve waren vor und nach Behandlung höher als bei Kontrollen (p < 0,05). Das Wachstumshormon war erhöht (p < 0,001) mit paradoxer Reaktion. Das freie Testosteron stieg unter Erythropoetin signifikant (p < 0,05). Die Autoren schließen, anämische urämische Männer unter CAPD hätten normale Testosteronspiegel mit normaler Reaktion auf hCG, aber erhöhtes basales LH mit überschießender Reaktion auf LH-RH, was auf einen Defekt auf Ebene von Hypothalamus und Hypophyse hinweise; die Besserung der Anämie stelle einige Auffälligkeiten teilweise wieder her. Stärken: dynamische Tests, die über Einzelwerte hinausgehen. Schwächen: 10 Patienten; das normale Testosteron steht im Kontrast zu den meisten anderen Studien; der Abstract nennt keine absoluten Werte.

**Gök Oğuz et al. 2020: Dialyseverfahren und Sexualhormone (Türkei, Journal of Health Sciences and Medicine) [s73].** Querschnitt an 95 erwachsenen Männern, 71 unter Hämodialyse und 24 unter Peritonealdialyse, mit ähnlichem Alter und ähnlicher Dialysedauer. Gesamt- und freies Testosteron waren in der Peritonealdialysegruppe höher (p = 0,01 beziehungsweise p = 0,05). SHBG, FSH, LH und Prolaktin unterschieden sich nicht (p = 0,353, 0,858, 0,410 und 0,410; die zweimalige Angabe von 0,410 steht so im Abstract). Mehr Patienten der Peritonealdialysegruppe (p = 0,033) und mit normalem Testosteron (p = 0,027) konnten die Aktivitäten des täglichen Lebens selbständig ausführen. In der binären Regression war die Peritonealdialyse mit günstigeren Testosteronwerten verbunden (OR 4,659; 95-%-KI 1,477 bis 14,704). Ein niedriges Gesamttestosteron war als unter 3 ng/ml definiert. Stärken: Regressionsanalyse mit Konfidenzintervall. Schwächen: 71 gegen 24 Patienten, Querschnitt; die Dialyseform wird nach klinischen Faktoren gewählt, sodass Gesundheitszustand eine Störgröße ist; das sehr weite Konfidenzintervall zeigt die Unsicherheit; die Autoren führen den Unterschied auch auf das körperliche und geistige Wohlbefinden unter Peritonealdialyse zurück. Der Befund ist der einzige direkte Vergleich der beiden Dialyseformen im Material und kein Beleg, dass eine Form die Spermatogenese verbessert.

**Lepetukhin et al. 2008 [s158] und 2010 [s149] (Sacharnyj Diabet, russischsprachig): Androgenmangel bei Typ-1-Diabetes unter Hämodialyse.** Prospektive Studie über 6 Monate mit Behandlungs- und Kontrollgruppen; die Mitteilung von 2008 ist die frühere Veröffentlichung derselben Kohorte und daher nicht unabhängig. Population: 43 Männer mit Typ-1-Diabetes und diabetischer Nephropathie unter programmierter Hämodialyse; Gruppe 1 (n = 20) jünger als 40 Jahre (34,0 ± 3,9 Jahre), Gruppe 2 (n = 23) 40 Jahre und älter (47,3 ± 3,5 Jahre). Das Gesamttestosteron betrug in Gruppe 1 21,2 ± 6,6 nmol/l und in Gruppe 2 9,8 ± 3,9 nmol/l. Ein Androgenmangel (Testosteron unter 12 nmol/l, nach der Mitteilung von 2008) wurde in der Gesamtgruppe bei 48,8 % (21 von 43) festgestellt, in Gruppe 1 bei 5,0 %, in Gruppe 2 bei 86,9 %. Der Testosteronabfall ging nicht mit einem signifikanten Anstieg des LH über die Norm einher (p > 0,05); das Testosteron fiel also ohne deutliche LH-Antwort. Das glykierte Hämoglobin änderte sich in 6 Monaten nicht. Unter kombinierter Behandlung mit Epoetin beta und einer Testosteron-Estermischung stieg das Hämoglobin in der älteren Behandlungsgruppe auf 113,5 ± 6,3 g/l (p = 0,009), in der jüngeren blieb es bei 118,2 ± 6,7 g/l (p = 0,79); der Bedarf an Epoetin sank in den Behandlungsgruppen um 32,1 % (p = 0,007) und 41,1 % (p = 0,001). Die Autoren schließen, der Testosteronabfall sei altersabhängig und ein unabhängiger Risikofaktor für Anämie. Stärken: Altersstratifizierung, getrennte Behandlungs- und Kontrollgruppen. Schwächen: nur 43 Männer, Untergruppen mit 6 bis 14 Männern, Mischung von Diabetes und Nierenversagen, Zielgröße ist die Anämie, nicht die Fertilität. Ein Widerspruch in der Veröffentlichung von 2010: Der russische Text nennt die Gabe einmal alle drei Wochen, der englische „thrice weekly“.

**Chernyshova et al. 1991: diabetische Nephropathie und gonadale Funktion (Urologija i Nefrologija, russisch) [s198].** Querschnitt an 160 Männern mit Diabetes Typ 1 und 2. Häufigkeit und Schwere der Sexualstörung korrelierten nicht mit Alter, Diabetestyp oder Dauer, wohl aber mit dem Schweregrad der diabetischen Mikroangiopathie (r = +0,48) und dem Stand der Stoffwechselkompensation (r = +0,36). Entstehung und Fortschreiten der diabetischen Nephropathie gingen mit einem Anstieg von LH und FSH, einem Abfall des Testosterons und einem Östrogen-Androgen-Ungleichgewicht einher. Schwächen: Nierenfunktion und Diabetesfolgen sind nicht zu trennen; keine Spermienangaben im Abstract; keine Konfidenzintervalle.

**Mustafa et al. 2025: Testosteron vor und nach Dialyse (Nablus, Palästina, International Urology and Nephrology) [s20].** Vorher-Nachher-Studie an einer Dialysesitzung mit 60 männlichen Patienten mit Nierenversagen im Endstadium (mittleres Alter 54,02 ± 13,40 Jahre) unter Hochflussdialyse (dreimal pro Woche, vier Stunden). Das Gesamttestosteron stieg nach der Dialyse von 3,13 ± 1,44 auf 4,17 ± 2,04 ng/ml (r = 0,78; p = 0,001), der Hämatokrit von 32,31 ± 3,90 auf 35,27 ± 4,89 % (r = 0,754; p = 0,001); die prozentuale Änderung betrug 35 ± 0,33 % beziehungsweise 9 ± 0,1 %, mit Korrelation der Änderungen (r = 0,277; p = 0,032). Die Autoren schließen, die Hochflussmembran filtere Testosteron nicht, der Anstieg sei wahrscheinlich eine Hämokonzentration; viele Patienten hätten niedrige oder grenzwertige Werte, sodass eine Androgenergänzung nützlich sein könne (Meinung der Autoren, hier nur zitiert). Stärken: methodisch einfach, klare Fragestellung zur Messung. Schwächen: ein einziger Messzeitpunkt vor und nach der Sitzung. Da Hämokonzentration die plausible Erklärung ist, sind Testosteronwerte vor und nach Dialyse nicht vergleichbar; in der Mehrzahl der anderen Studien ist der Messzeitpunkt nicht angegeben.

**de Vries, Gooren und Oe 1984: Testosteron bei Hämodialyse [s213].** Plasma-Testosteron, Dihydrotestosteron und Speichel-Testosteron waren bei Hämodialysepatienten signifikant niedriger als bei Kontrollen; der 5α-DHT/T-Quotient war erniedrigt, das SHBG normal. Vor und nach einer sechsstündigen Dialyse unterschieden sich die Messwerte nicht. Die Autoren schließen, die Hämodialyse sei für die Gonadenfunktion nicht erkennbar von Nutzen. Eine Gruppengröße nennt der Abstract nicht. Der Befund steht im Gegensatz zu Mustafa [s20], die einen Anstieg fanden; die Autoren der jüngeren Studie deuten ihn als Hämokonzentration. Ein niederländischer Leserbrief mit dem Titel „Hemodialysis does not lower circulating testosterone concentrations“ (Hendriks et al. 2024) war nur als Titel erfassbar und fließt nicht ein.

**Lan et al. 2026: Hyperkisspeptinemia and hypothalamic-pituitary-gonadal axis uncoupling in hemodialysis patients (Shanghai) [s04].** Querschnitt an 69 Patienten unter Erhaltungshämodialyse und 20 altersgleichen gesunden Kontrollen; Patienten mit aktiver Entzündung oder primärer Gonadenerkrankung wurden ausgeschlossen. Das Serum-Kisspeptin war massiv erhöht (Median 30,35 gegenüber 9,02 ng/ml; P < 0,001). Bei urämischen Frauen blieben trotz ausgeprägtem Östrogenmangel die kompensatorischen Gonadotropin-Anstiege aus (FSH P = 0,138; LH P = 0,149). Bei urämischen Männern sagte Kisspeptin nach Adjustierung für Alter, CRP und Diabetes ein niedrigeres Testosteron voraus (β = −0,045; P = 0,046). Eine Mediationsanalyse zeigte ein Muster mit testosteronvermitteltem Effekt auf die Erektionsfunktion (indirekter Effekt P = 0,046; direkter Effekt P = 0,081); Kisspeptin sagte mäßige bis schwere erektile Dysfunktion mit einer Fläche unter der Kurve von 0,734 (95-%-KI 0,596 bis 0,872) voraus. Die Autoren sprechen von einer klinisch nahegelegten zentralen Desensibilisierung. Schwächen: Querschnitt, daher keine Kausalität; die Mediationsaussage beruht auf einem p-Wert knapp unter 0,05 (0,046) und einem nicht signifikanten direkten Effekt (0,081); die gemischtgeschlechtliche Teilanalyse betrifft für Männer nur einen Teil der 69 Patienten; die Studie ist ein exploratorischer Befund ohne Spermiendaten.

**Soliman et al. 2022: sexuelle Reife von Kindern unter Hämodialyse (Ägypten und Saudi-Arabien, Medicine) [s54].** Multizentrischer Querschnitt an 56 Kindern mit CKD Stadium 5 unter Hämodialyse (dreimal pro Woche, 4 Stunden) und 60 gesunden Kindern. Gewicht und Größe der Patienten waren deutlich niedriger; freies und Gesamt-Testosteron bei Jungen waren signifikant erniedrigt, ebenso das Östradiol bei Mädchen. Tanner-Stadien und Testosteron beziehungsweise Östradiol zeigten positive Zusammenhänge; die Hormonspiegel waren negativ mit Krankheits- und Dialysedauer assoziiert. Die Autoren bringen die niedrigen Spiegel mit der verzögerten Pubertät in Verbindung. Schwächen: keine Zahlenwerte im Abstract; Geschlechter nur teilweise getrennt dargestellt; kein Spermienendpunkt, doch ist die Pubertätsentwicklung die Voraussetzung für spätere Fertilität.

### Dialyse: historische japanische Hormonstudien (1982 bis 1998)

Die Studien dieses Abschnitts stammen aus der Zeit vor der routinemäßigen Erythropoetinbehandlung, vor moderner Dialyseeffizienz und vor heutiger Immunsuppression; ihre Zahlen sind historische Befunde. Meist umfassen sie 8 bis 25 Patienten.

**Nonomura 1982: Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse bei Urämie und nach Transplantation (Hokkaido-Universität) [s216].** Originaltitel: 慢性腎不全及び腎移植後における男子性腺機能の検討, englischer Abstract: „The hypothalamo-pituitary-gonadal axis in male uremic patients on chronic hemodialysis and after renal transplantation“. Von 20 Hämodialysepatienten (25 bis 45 Jahre) hatten zehn eine verminderte Libido, keiner war impotent, nur einer zeugte während der regelmäßigen Hämodialyse ein Kind. Bei weiteren 20 Hämodialysepatienten (20 bis 39 Jahre) waren FSH und LH signifikant höher (p < 0,05) und Testosteron signifikant niedriger (p < 0,005) als bei gesunden Männern (20 bis 49 Jahre); einzelne Patienten wichen vom Muster ab (sehr niedriges Testosteron ohne erhöhtes LH). Bei drei Patienten blieb die Gonadotropin-Antwort auf synthetisches LH-RH verlängert erhöht. Die Autoren deuten dies als primäres Hodenversagen plus hypothalamisch-hypophysäre Störung. Bei 8 Transplantierten (17 bis 34 Jahre) fiel das LH innerhalb von drei Monaten deutlich ab, während das FSH auf ein Vielfaches des Vorwertes stieg (in der Phase unter Prednisolon 25 bis 35 mg/Tag); das Testosteron fiel im ersten Monat und normalisierte sich allmählich. Bei zwei Nephritis-Patienten mit normaler Nierenfunktion unter 60 mg/Tag Prednisolon veränderte das Prednisolon die Gonadotropine. Schwächen: sehr kleine Gruppen, unterschiedliche Teilkollektive, keine Samenanalyse; die FSH-Spitze nach Transplantation bleibt nach Angabe der Autoren unerklärt (Prednisolon, Operationsstress oder Erholung der Achse).

**Kawanishi und Imagawa 1984: Penile Tumeszenz und Hypophysen-Gonaden-Funktion [s214].** Originaltitel: 透析患者のsexual potencyと下垂体・性腺機能. Acht männliche Hämodialysepatienten (25 bis 64 Jahre) wurden mit audiovisueller sexueller Stimulation und Messung der Tumeszenz untersucht. Zwei zeigten eine normale, drei eine geringe, drei keine Reaktion; die Tumeszenz korrelierte nicht mit Testosteron, LH, FSH, Prolaktin, Serotonin oder Zink. Bei n = 8 sind fehlende Korrelationen nicht aussagekräftig.

**Fujisawa et al. 1985: Gonadenfunktion bei Beginn der Dialyse im Kindesalter [s210].** Originaltitel: 小児期に透析導入された慢性腎不全患者の性腺機能. Acht Patienten (16 bis 21 Jahre), die als Kinder an die Hämodialyse kamen. Niedriges Testosteron, hohes LH und eine verminderte Antwort im hCG-Test sprechen für Gonadendysfunktion; eine verzögerte und verlängerte Antwort im LH-RH-Test deutet auf eine verminderte metabolische Clearance von LH; bei zwei Patienten mit niedrigem Testosteron und hohem LH wurde eine hypothalamische Funktionsstörung vermutet; die Hypophysenfunktion war normal; der LH-Mittelwert der weiblichen Patienten war höher als der der männlichen. Alle Patienten zeigten klinische Zeichen der Pubertät trotz der Hormonstörung. Schwächen: acht Patienten, beide Geschlechter gemischt, keine Kontrollgruppe im Abstract.

**Hasegawa et al. 1985: DHT, Testosteron, Androstendion und Zink [s211].** Originaltitel: 男性慢性血液透析患者における性腺機能障害. Bei 25 männlichen Hämodialysepatienten waren Testosteron und Dihydrotestosteron signifikant niedriger und Androstendion höher als bei Gesunden. LH und FSH stiegen mit der Dialysedauer; das Testosteron besserte sich mit der Dauer, während das DHT weiter abfiel. Zink zeigte keine Beziehung zur Testosteron-Umwandlung. Die Autoren sehen neben dem Testosteron auch das DHT beteiligt und vermuten eine Störung der Umwandlung von Androstendion zu Testosteron. Schwächen: Querschnitt, Gruppengröße der Kontrollen nicht angegeben, Hormonmessung mit damaligen Radioimmunoassays.

**Kawanishi et al. 1987: Erektionsfunktion und Hodenfunktion [s209].** Originaltitel: 透析患者の勃起機能と精巣機能. Das Serum-Testosteron der Dialysepatienten war signifikant niedrig, das Speicheltestosteron zeigte eine große Streuung und eine Tendenz zu höheren Werten als bei Kontrollen; LH und FSH waren erhöht; Prolaktin lag bei unter 50-Jährigen signifikant (p < 0,05) höher, aber im Normbereich; das Hodenvolumen war signifikant (p < 0,01) niedriger. Das Sexualhormon-bindende Globulin lag im Normbereich und stand in linearer Beziehung zum Gesamttestosteron (y = 13,0x − 30,8). Die Autoren schließen, das biologisch aktive freie Testosteron sei nicht niedriger als bei Kontrollen, und sehen keinen Beleg, die Erektionsstörung einer Hodenfunktionsstörung zuzuschreiben. Schwächen: Fallzahl im Abstract nicht genannt; freies Testosteron nur indirekt über Speichel und SHBG erschlossen.

**Kuwahara et al. 1995: Erythropoetin, Erektion und Hypophysen-Gonaden-Funktion (Fujisaki-Krankenhaus) [s189].** Originaltitel: 男子血液透析患者の勃起機能障害に対するエリスロポエチン(rHuEPO)投与の有効性並びに下垂体性腺機能に及ぼす影響について. 18 männliche Hämodialysepatienten (22 bis 58 Jahre, Mittel 45,3), 16 mit chronischer Glomerulonephritis, 2 mit diabetischer Nephropathie; rHuEPO 1500 E dreimal wöchentlich bis zu einem Hämatokrit von mindestens 25 %. Eine subjektive Besserung der Erektion berichteten 13 (72 %), eine objektive Besserung in der nächtlichen Tumeszenzmessung zeigten 10 (56 %). Das Prolaktin sank, FSH, LH, Zink und HS-PTH blieben unverändert. Unkontrollierte Beobachtung, daher nicht kausal interpretierbar; kein Fertilitätsendpunkt.

**Kokot et al. 1991: Erythropoetin und endokrine Funktion (Terapevticheskij Archiv; Autoren aus Polen) [s200].** Vorher-Nachher-Vergleich an 11 Hämodialysepatienten mit Urämie unter dreimonatiger Erythropoetin-Behandlung. Die Ausgangswerte von Somatotropin, Prolaktin, FSH und LH sanken; Testosteron stieg nicht signifikant. Schwächen: 11 Patienten, keine Kontrolle, keine Werte im Abstract, Geschlecht nicht aufgeschlüsselt. Die Ergebnisse stehen im Einklang mit Tokgöz [s176] und Yeksan [s197].

**Yeksan et al. 1992: Erythropoetin und Hormone bei Hämodialyse (Konya, International Journal of Artificial Organs) [s197].** Vorher-Nachher-Vergleich mit Kontrollgruppe an 24 Hämodialysepatienten beider Geschlechter und 20 Dialysepatienten als Kontrollen. Nach 4 Monaten sank das Prolaktin bei Männern von 36,8 ± 7,8 auf 22,9 ± 6,3 ng/ml und bei Frauen von 78,3 ± 13,3 auf 37,4 ± 10,4 ng/ml; FT3 und FT4 stiegen; bei 8 Männern besserte sich die Sexualfunktion, bei 4 Frauen setzte die Menstruation wieder ein; in der Kontrollgruppe gab es keine Änderung. Der gedruckte FT4-Wert „0,084 ng/dl“ ist offensichtlich ein Druckfehler und wird nicht weiter verwendet. Schwächen: Männer und Frauen vermischt; FSH, LH und freies Testosteron werden im Abstract nur genannt, Werte fehlen.

**Sobh et al. 1992: Erythropoetin bei männlichen Dialysepatienten (Mansoura) [s195].** Sechs männliche Dialysepatienten, 5 schlossen ab. Erythropoetin hob den Hämatokrit in 3 Monaten von 19,3 ± 4,5 auf 31,2 ± 5,5 und die Verkehrshäufigkeit von 1,3 ± 0,5 auf 2,3 ± 0,8 pro Monat (p = 0,014); der Penis-Arm-Index und die Wirkung von Papaverin änderten sich nicht signifikant. Schwächen: nur 5 auswertbare Patienten, keine Kontrolle; das Ergebnis betrifft die Sexualfunktion, nicht die Spermien.

**Inoue-Studie und weitere randomisierte Arbeiten.** Die randomisierte Pilotstudie zu Testosteron bei Hämodialysepatienten [s95] sowie die randomisierten Studien zu Zink, Vitamin E und Vitamin D [s215, s196, s40] sind Interventionsstudien und werden an anderer Stelle der Gesamtstudie besprochen.

### Dialyse: Sexualfunktion und erektile Dysfunktion (Randbereich)

Die folgenden Studien erfassen Erektion, Verlangen oder Zufriedenheit. Sie sagen nichts über Spermienzahl, Beweglichkeit oder Zeugungsfähigkeit. Aufgenommen sind sie, weil sie in der Literatur den größten Anteil ausmachen und teils Hormonwerte mitliefern. Maße werden wie gedruckt berichtet.

**Arslan et al. 2002 (Izmir, International Journal of Impotence Research) [s174].** 187 männliche Hämodialysepatienten; erektile Dysfunktion jeden Grades bei 80,7 % (unter 50 Jahren 74,5 %, ab 50 Jahren 86,6 %); 130 (69,5 %) hatten in den letzten vier Wochen 1 bis 2 Verkehrsversuche; nur 1 % hatte das Problem zuvor angesprochen. Schwäche: Querschnitt, Selbstauskunft, keine Hormone im Abstract.

**Gorsane et al. 2016 (Tunesien) [s103].** 30 Hämodialysepatienten (mittleres Alter 49,1 Jahre); Prävalenz erektiler Dysfunktion 80 %, davon 33,3 % schwer; LH und FSH lagen im Normbereich bis auf einen Patienten mit erhöhtem LH, das Prolaktin war bei 4 erhöht; bei 8,4 % bestand die Störung vor dem Nierenversagen, bei 91,6 % zu Dialysebeginn. Das Thema wird im Abstract als Tabu bezeichnet. Schwäche: sehr kleine Stichprobe.

**Nassir 2010 (Dschidda, Saudi-Arabien) [s146].** 52 Patienten bei Dialysebeginn (25 Hämodialyse, 27 Peritonealdialyse); nur 17,3 % waren potent, von den übrigen 71 % hatten eine schwere Störung; einziger signifikanter Risikofaktor war höheres Alter; 66,6 % wünschten eine Behandlung, keiner hatte sie bekommen. Schwächen: sehr kleine Stichprobe, Selbstauskunft, keine Hormone im Abstract.

**Mekki et al. 2013 (Khartum, Sudan) [s124].** 146 Männer (106 unter Hämodialyse, 40 Transplantierte) beantworteten eine arabische IIEF-Fassung: Die Prävalenz betrug 83 % unter Hämodialyse und 67,5 % nach Transplantation; 43,7 % und 54,5 % der Angesprochenen antworteten nicht; eine frühere Erektionsstörung war der einzige gesicherte Zusammenhang. Schwäche: hohe Nichtantwortquote, daher Verzerrung durch Selbstauswahl wahrscheinlich.

**Abdelaal et al. 2021 (Kairo) [s56].** 100 Hämodialysepatienten (48,77 ± 9,66 Jahre); der mittlere IIEF-Erektionsindex betrug 7,10 ± 4,62; freies und Gesamttestosteron 10,07 ± 7,69 und 2,93 ± 1,4 ng/dl; 67 % hatten abnorme Hormonwerte; eine arteriogene Störung bestand bei 71 %, eine venöse bei 19 %; der Index war niedriger bei Hypertonie (p = 0,002), Rauchen (p < 0,001) und abnormen Hormonwerten (p = 0,03). Freies Testosteron kann nicht höher sein als Gesamttestosteron; die Einheiten im Abstract sind offensichtlich fehlerhaft wiedergegeben.

**Fu et al. 2024 (China) [s28].** 72 chinesische CKD-Patienten; erektile Dysfunktion bei 56,9 %, vorzeitiger Samenerguss bei 29,2 %. Schwäche: kleine Stichprobe, Einzelzentrum.

**Suzuki und Kumamoto 1995, Fragebogen (Japan) [s191].** 205 Hämodialysepatienten (ohne Diabetes und schwere Anämie) wurden mit 3462 gesunden Männern verglichen. Eine verminderte Libido bestand bei 33,7 %, eine verminderte Potenz bei 44,4 %; ohne Geschlechtsverkehr waren in den Altersgruppen 30 bis 39, 40 bis 49, 50 bis 59 und 60 bis 69 Jahre 12,9 % gegenüber 3,5 %, 22,4 % gegenüber 3,0 %, 52,2 % gegenüber 7,5 % und 89,3 % gegenüber 18,0 % (Dialyse gegen Gesunde). Stärke: große Kontrollgruppe. Schwächen: Fragebogen; im Abstract keine Konfidenzintervalle und keine nähere Beschreibung der Gesunden.

**Suzuki und Kumamoto 1995, Ursachenanalyse (Japan) [s190].** 32,2 % hatten eine schwere penile Neuropathie; das freie Testosteron war signifikant niedriger als bei Gesunden und korrelierte mit der nächtlichen Tumeszenz (r = 0,328), der Penisblutdruckindex ebenfalls (r = 0,387), das Prolaktin nicht. Die Varianzaufklärung der Tumeszenz betrug 30,7 % für die neurologische, 11,6 % für die endokrine und 4,2 % für die vaskuläre Störung. Die endokrine Ursache erklärt demnach im Vergleich zur Neuropathie nur einen kleineren Teil der Erektionsstörung.

**Koreanische Fragebogenstudien (KCI, koreanische Originaltexte) [s74, s138, s175].** Park et al. 2002 (Universitätsklinikum Chonnam [s175]): 48 Hämodialysepatienten (Alter 57,9 ± 11,9 Jahre), alle mit erektiler Dysfunktion nach IIEF-5, schwer bei 54,2 %; unabhängig mit der schweren Form verbunden waren nur das Alter (OR 12,254; 95-%-KI 2,02 bis 74,32; p = 0,006) und die Gabe von Nitraten (OR 11,85; 1,06 bis 132,5; p = 0,045), beides mit sehr breiten Intervallen. Kim 2011 [s138]: 57 Hämodialysepatienten; Erektionsstörung bei 86,0 %, Störung des Verlangens bei 96,5 %, gestörte Gesamtzufriedenheit bei 96,5 %; in der multivariaten Analyse war nur die Depression unabhängig mit sexueller Aktivität verbunden. Han und Park 2020 [s74]: 134 Hämodialysepatienten; geringere Gesamtzufriedenheit ging mit höherem Depressionsgrad einher (r = −0,19; p = 0,028), höhere Depression mit schlechterer Schlafqualität (r = 0,60; p < 0,001). Gemeinsam sind kleine Einzelzentrum-Stichproben, Selbstauskunft, Fragebögen statt Samenanalyse und keine nierengesunde Kontrollgruppe. Es wurde keine koreanische Studie zu Spermien bei Nierenerkrankung gefunden; das ist ein Suchergebnis, kein Beleg für das Fehlen.

**Kokado et al. 1998: Sexualfunktion und Hormone bei männlichen Nierentransplantierten (Osaka) [s181].** Befragung von 57 Transplantierten; bei 42 wurden zusätzlich LH, FSH, Prolaktin, Testosteron und freies Testosteron bestimmt. Die Koitusfrequenz war bei Hämodialysepatienten niedriger als bei Gesunden und besserte sich nach der Transplantation nicht signifikant, obwohl sich die Hormonprofile der Transplantierten denen Gesunder stark annäherten (LH 6,2 ± 3,8 mIE/ml, FSH 9,9 ± 6,6 mIE/ml, Prolaktin 5,9 ± 2,9 ng/ml, Testosteron 390 ± 110 ng/dl, freies Testosteron 16,5 ± 5,3 pg/ml). Zwischen Patienten mit und ohne Besserung der Sexualfunktion fanden sich keine Unterschiede in Kreatinin, Immunsuppressiva, Dialysedauer und Hormonen. Von neun impotenten Fällen wurden sechs, die vor dem 40. Lebensjahr transplantiert worden waren, nach der Transplantation potent. Die Autoren folgern, Faktoren jenseits der Hormone seien wichtig, und deuten an, eine Transplantation in jüngerem Alter sei bedeutsam. Schwächen: kleine Zahl; die Vergleichsgruppe der Hämodialysepatienten ist nicht beschrieben; 6 von 9 ist eine sehr kleine Basis. Der Befund einer normalen Hormonlage ohne Besserung der Koitusfrequenz zeigt, dass Hormonwerte allein die Sexualfunktion nicht erklären.

### Nierentransplantation: Hormonachse

**David et al. 2026: Case-Control and Longitudinal Study of Sex Steroids in Male Patients with CKD Before and After Kidney Transplantation (Kidney International Reports) [s01].** Fall-Kontroll-Studie mit Längsschnittteil. 120 Männer mit CKD der Stadien 1 bis 5 (Alter 65 Jahre, BMI 26,8) wurden 1:1 mit 120 nierengesunden Kontrollen gleichen Alters und BMI verglichen; zusätzlich wurden 50 Männer (Alter 60 Jahre) von der Transplantation bis 12 Monate danach beobachtet. Testosteron wurde mit Flüssigkeitschromatographie-Tandem-Massenspektrometrie gemessen, LH, FSH und Inhibin B mit Immunoassay; T/LH galt als Näherung der Leydig-Zell-Funktion, Inhibin B/FSH als Näherung der Sertoli-Zell-Funktion. Ergebnisse (Mediane, CKD gegenüber Kontrollen): Gesamt-Testosteron 426,00 gegenüber 541,00 ng/dl, Inhibin B 112,70 gegenüber 181,10 pg/ml, LH 9,10 gegenüber 5,35 IU/l, FSH 7,80 gegenüber 5,60 IU/l, T/LH 1,75 gegenüber 3,99 nmol/IU, Inhibin B/FSH 14,40 gegenüber 32,24 ng/IU (jeweils P < 0,0001, FSH P = 0,0003; Prolaktin und SHBG ohne Unterschied). Ein Hypogonadismus (alle Kategorien) bestand bei 56,7 % (n = 68) der CKD-Patienten gegenüber 13,3 % (n = 16) der Kontrollen. In den Stadien 4 und 5 waren nur 27,8 % (n = 15) eugonadal, bei den passenden Kontrollen 79,6 % (n = 43). Nach Transplantation stieg das freie Testosteron (Median 6,17 vor, 7,33 nach 3 und 8,43 ng/dl nach 12 Monaten; P < 0,0001), das Gesamt-Testosteron nur grenzwertig (421,20 ± 144,50; 439,70 ± 121,00; 470,10 ± 135,60 ng/dl; P = 0,0514), LH fiel (9,30; 7,50; 7,60 IU/l; P = 0,0002), und der Anteil Eugonadaler stieg von 42 % (n = 21) auf 62 % (n = 31) nach 3 und 72 % (n = 36) nach 12 Monaten. Inhibin B dagegen fiel von 190,10 auf 83,72 pg/ml nach 3 Monaten mit teilweiser Erholung auf 133,00 pg/ml nach 12 Monaten (P < 0,0001); das Inhibin-B/FSH-Verhältnis sank von 28,82 auf 7,10 und stieg auf 16,30 ng/IU. Die Autoren bezeichnen die männliche CKD als Zustand vorzeitiger testikulärer Alterung; die Leydig-Zell-Funktion erholte sich rasch, die Sertoli-Zell-Funktion verschlechterte sich vor allem früh nach der Transplantation. Stärken: moderne Testosteronmessung, Matching, Verlauf über 12 Monate, größte Hormonkohorte mit Sertoli-Zell-Markern. Schwächen: ältere Population (65 und 60 Jahre), also nur begrenzt auf Männer im fortpflanzungsfähigen Alter übertragbar; keine Samenanalyse; Mediane mit Interquartilbereich statt Konfidenzintervall; der Einfluss der Immunsuppression ist nicht getrennt ausgewiesen. Die Studie ist der deutlichste Beleg für das Nebeneinander von erholender Leydig-Zell- und sich verschlechternder Sertoli-Zell-Funktion nach Transplantation.

**Hamdi et al. 2014: Dialyse und Transplantation, Hormone und Inhibin B [s116].** Prospektive Einzelzentrumsstudie an 53 Männern (mittleres Alter 37 Jahre) unter Dialyse und 6 Monate nach Transplantation, verglichen mit 46 fertilen Samenspendern (37 Jahre). Unter Dialyse waren LH (8,9 gegenüber 3,3 IU/l; P < 0,001) und FSH (7,7 gegenüber 3,7 IU/l; P = 0,001) erhöht, Testosteron (447 gegenüber 512 ng/dl; P = 0,12) und Inhibin B (145 gegenüber 149 pg/ml; P = 0,48) nicht unterschiedlich; 22,6 % der Patienten gegenüber 5,2 % der Spender waren hypogonadal. Sechs Monate nach Transplantation fiel LH auf 6,7 IU/l (P < 0,001; weiter über den Spendern), FSH stieg auf 11,3 IU/l (P < 0,001; 65,4 % über dem Grenzwert), Testosteron blieb bei 398 ng/dl (P = 0,12, aber signifikant unter den Spendern; hypogonadal 24,5 %), und Inhibin B sank signifikant auf im Mittel 93,6 pg/ml (P < 0,001), bei fast der Hälfte unter 80 pg/ml. Die Vor-Transplantations-Spiegel von Testosteron und Inhibin B waren nicht miteinander korreliert; 60 % blieben eugonadal, 9 % hypogonadal, 15,5 % verschlechterten und 15,5 % verbesserten sich im Testosteron, während 33,3 % im Inhibin B von normal auf niedrig fielen und nur ein Patient sich erholte. Die Kombination Tacrolimus plus Mycophenolsäure senkte das Inhibin B nach der Transplantation signifikant; ein niedriges Inhibin B vor der Transplantation sagte ein niedriges Inhibin B danach voraus (Sensitivität 77 %, Spezifität 92 %). Stärken: junges Kollektiv, Samenspender als Kontrolle, Hormonpaare. Schwächen: Einzelzentrum, nur 6 Monate Verlauf, keine Samenanalyse, der Immunsuppressionsvergleich ist explorativ. Den Befund fallenden Inhibin B bei bleibendem Testosteron bestätigt unabhängig die Studie von David [s01].

**Sirisopana et al. 2026: Impact of kidney transplantation on sex hormone level and sexual function in end stage renal disease (Thailand) [s08].** Prospektive Kohorte (im thailändischen Studienregister registriert) mit 28 Männern (mittleres Alter 43,5 Jahre) vor Lebendspende-Transplantation sowie nach 1, 6 und 12 Monaten. Der IIEF-5 verbesserte sich nach 6 Monaten (18,5 ± 5,6 vor, 21,1 ± 4,5 nach 6 Monaten; p = 0,006) und blieb nach 12 Monaten bei 21,7 ± 4,2 (p = 0,001); eine Verbesserung zeigte sich vor allem bei einer Dialysedauer von ein bis drei Jahren (p = 0,019). Das biologisch verfügbare Testosteron stieg, das LH fiel; die Autoren deuten dies als Wiederherstellung der testikulären Funktion. Schwächen: kleines Kollektiv, Einzelzentrum, Endpunkt Sexualfunktion und Hormone statt Spermien.

**El Hennawy et al. 2024 (Saudi-Arabien) [s27].** Nichtkonkurrente Kohorte mit 100 Männern mit erektiler Dysfunktion: 50 unter Hämodialyse oder Peritonealdialyse, 50 nach Transplantation. Nach Transplantation war das mittlere Testosteron höher (13,64 ± 3,21 gegenüber 10,26 ± 3,26 nmol/l); die Gruppen waren bis auf mehr Komorbidität in der Transplantiertengruppe vergleichbar (mittleres Alter 47,3 ± 7,01 gegenüber 56,8 ± 9,6 Jahre). Schwächen: nichtkonkurrentes Design, die Gruppen sind verschiedene Personen und unterscheiden sich im Alter um fast zehn Jahre.

**Kazemeini et al. 2021 [s60].** 45 Patienten (24 Lebendspende, 21 Leichenspende): Das Testosteron stieg in der Lebendspendegruppe von 347,1 ± 64,9 auf 413,1 ± 25,9 und in der Leichenspendegruppe von 306 ± 56,2 auf 355,3 ± 56,9 sechs Monate nach der Transplantation (die Einheit nennt der Abstract nicht). Der IIEF-5 stieg von 17,2 ± 4,5 auf 24,6 ± 3,3 beziehungsweise von 10,8 ± 2,4 auf 13,9 % ± 4,1 % (so im Abstract; die Prozentangabe ist unplausibel für einen Punktwert). Die Verbesserung hing laut Autoren nicht von der Spenderart ab.

**Teng et al. 2011: Improved erectile function and sex hormone profiles in male Chinese recipients of kidney transplantation (Clinical Transplantation) [s139].** 24 chinesische Patienten: Eine erektile Dysfunktion bestand bei 21 (87,5 %) vor und bei 11 (45,9 %) nach der Transplantation (Angaben so im Abstract; 11 von 24 entsprechen 45,8 %). Das Prolaktin fiel von 24,35 ± 11,62 auf 13,93 ± 7,16 ng/ml (p = 0,027), das Östradiol von 42,20 ± 15,04 auf 17,7 ± 7,15 pg/ml (p = 0,000), das Testosteron stieg von 3,07 ± 0,94 auf 6,54 ± 3,14 ng/ml (p = 0,004). Schwächen: 24 Patienten, kein Kontrollkollektiv.

**Park et al. 2013 [s125].** 129 Männer (25 Transplantierte, 37 mit CKD, 67 Kontrollen): Die Transplantierten hatten ein höheres Testosteron und weniger Testosteronmangelsyndrom als CKD-Patienten und unterschieden sich nicht von den Kontrollen in Testosteron, Fragebögen und Prävalenz der erektilen Dysfunktion. Schwächen: Gruppen verschiedener Personen, nur 25 Transplantierte.

**Balcázar-Hernández et al. 2023 (Jornal Brasileiro de Nefrologia) [s38].** 25 Transplantierte (53 % Männer, mittleres Alter 30,6 ± 7,7 Jahre): Der Hypogonadismus betrug 36 % nach einem Monat gegenüber 8 % nach 12 Monaten (p = 0,001), bei allen Männern bildete er sich zurück; der Insulinresistenz-Index HOMA-IR war nach einem Monat negativ mit Testosteron korreliert (r = −0,709; p = 0,049). Schwächen: sehr kleine Gruppe, die Männer machen nur etwas über die Hälfte aus.

**Szypulska-Koziarska et al. 2021 [s66].** 121 Transplantierte mit stabiler Funktion: Unter Tacrolimus-Schemata fanden sich bei Männern ein höheres Testosteron (4,04 ng/ml) und FSH (6,9 mIU/ml); Vergleichsgruppen und Gruppengrößen nennt der Abstract nicht.

**Gürlek Demirci et al. 2018: Handgriffkraft und Testosteron (Ankara, Experimental and Clinical Transplantation) [s93].** Querschnitt an 144 stabilen männlichen Nierentransplantierten. Das mittlere Testosteron betrug 588,0 (55,5) ng/dl; es korrelierte positiv mit der Handgriffkraft (r = 0,445; p = 0,033) und dem Albumin (r = 0,399; p = 0,05) und negativ mit CRP (r = −0,454; p = 0,05) und Alter; zwischen Testosteron und Transplantatfunktion bestand kein signifikanter Zusammenhang. Das mittlere Testosteron liegt im üblichen Normbereich. Schwächen: Das Streuungsmaß (55,5) ist für 144 Personen auffallend klein und möglicherweise ein Standardfehler; die Einheit der Handgriffkraft („mm²“) ist im Abstract unplausibel; die p-Werte von 0,05 liegen an der Grenze; nur Männer mit stabilem Transplantat.

**Naga et al. 2023: Testosteron und Knochendichte (Alexandria, BMC Nephrology) [s43].** Querschnitt an 60 männlichen Nierentransplantierten (mittleres Alter 45,55 ± 13,58 Jahre). Gesamt- und freies Testosteron lagen bei 5,17 ± 1,4 ng/ml und 95,46 ± 28,24 pg/ml, alle Werte im Normbereich. Osteoporose und Osteopenie fanden sich lumbal bei 9 (15 %) und 30 (50 %), an der Hüfte bei 3 (5 %) und 36 (60 %), am Unterarm bei 21 (35 %) und 33 (55 %). Die lumbale Knochendichte korrelierte positiv mit freiem Testosteron, die Hüft-Knochendichte negativ mit Gesamttestosteron. Relevanz für die Fragestellung: normale Testosteronspiegel nach Transplantation, wie bei Gürlek Demirci [s93]. Schwächen: Querschnitt, Fokus Knochen, keine Samendaten.

**Wang et al. 2010: Hormone, Samenanalyse und Vaterschaft (Shanghai) [s148].** Prospektive Verlaufsstudie in drei Teilen: Hormone vor und nach Transplantation bei 78 Patienten im Endstadium der Nierenerkrankung und 30 Gesunden; Samenproben vor und nach Transplantation bei 46 männlichen Empfängern und 15 männlichen Kontrollen; zusätzlich Nachbeobachtung von 100 verheirateten Transplantierten ohne Kinder über 3 Jahre. Prolaktin, LH, Testosteron und Östradiol kehrten schrittweise in den Normbereich zurück; Spermiendichte, Beweglichkeit, Vitalität und Morphologie besserten sich vier Monate nach erfolgreicher Transplantation signifikant (P < 0,05). Berichtet werden zudem 33 männliche Empfänger (55,93 %) mit wiedererlangter normaler Erektionsfunktion und 49 Empfänger (61,25 %), die innerhalb von drei Jahren Kinder hatten. Die Prozentangaben implizieren Nenner von 59 beziehungsweise 80, die im Abstract nicht erklärt werden. Stärken: Verlaufsdaten, Hormone, Samen und ein klinischer Endpunkt in einer Arbeit. Schwächen: keine Kontrollgruppe ohne Transplantation für die Vaterschaftsrate, unklare Nenner, kein Bericht über Verluste in der Nachbeobachtung; eine Teilüberlappung mit der Arbeitsgruppe um Xu ist nicht auszuschließen (ein Autor ist identisch).

**Wang XL und Feng 2012 [s133] und Wang ZH et al. 2022 [s55] (China).** Wang und Feng verglichen 35 Transplantierte mit 30 Hämodialysepatienten: erektile Dysfunktion 51,4 % gegenüber 73,3 % (P < 0,05); Testosteron 4,32 ± 1,37 gegenüber 2,53 ± 1,12 ng/ml, Östradiol 19,57 ± 2,29 gegenüber 43,38 ± 5,58 pg/ml, Prolaktin 8,59 ± 1,19 gegenüber 17,22 ± 3,31 mIE/ml (jeweils P < 0,05 zugunsten der Transplantierten). Wang ZH et al. verglichen je 80 Männer (25 bis 45 Jahre) unter Hämodialyse und nach Transplantation: Testosteron 17,75 ± 7,32 gegenüber 7,45 ± 3,54 nmol/l (P < 0,01), Östradiol 94,17 ± 40,79 gegenüber 151,37 ± 20,89 pmol/l (P < 0,01), FSH und LH ohne Unterschied, schwere erektile Dysfunktion 3,75 % gegenüber 16,25 % (P < 0,05). Schwächen beider: nicht randomisierte Zuteilung; wer transplantiert wird, ist oft gesünder.

**Pan et al. 2024: Erektionsfunktion in vier Zeitabschnitten (China) [s33].** Beobachtungsstudie an 230 Transplantierten, die vier Zeitabschnitte erfasste. Der Anteil normaler Erektionsfunktion betrug 17,0 % in der Phase des Nierenversagens im Endstadium, 38,2 % früh nach Transplantation, 34,3 % vor und 23,0 % nach COVID-19. Schwäche: Der Abstract nennt keine Konfidenzintervalle.

### Nierentransplantation: Sexualfunktion

**Esen et al. 2009 (Türk Üroloji Dergisi) [s150].** 46 Männer nach Transplantation (43,0 ± 8,5 Jahre): selbstberichtete erektile Dysfunktion 34,8 %, vorzeitiger Samenerguss 54,4 %; mittlerer IIEF 24,4 ± 5,8; nach IIEF bestand eine erektile Dysfunktion bei 47,8 %; die Hämodialysedauer vor der Transplantation war bei Betroffenen länger (19,9 ± 5,5 gegen 13,8 ± 2,6 Monate; p < 0,05); kein Unterschied zwischen Lebend- und Verstorbenenspende (42,9 % gegen 55,6 %; p > 0,05); verminderte Libido bei 8,7 %, gesteigerte bei 17,4 %.

**Yavuz et al. 2013 (Ankara) [s126].** 100 Patienten (53 Transplantierte, 47 unter Hämodialyse) und 50 gesunde Männer: IIEF-5 19,5 ± 4,5, 16,4 ± 5,9 und 22,5 ± 3,4; erektile Dysfunktion (IIEF ≤ 21) bei 28 (52,8 %), 29 (61,7 %) und 12 (24 %); in der logistischen Regression war sie nicht mit dem Nierenersatzverfahren verbunden (OR 1,46; 95-%-KI 0,60 bis 3,57), wohl aber mit Alter (OR 1,1; 1,05 bis 1,2) und Depressionsscore (OR 1,1; 1,01 bis 1,13). Das Ergebnis widerspricht der Annahme, das Verfahren allein bestimme die Erektionsfunktion.

**Kaya et al. 2021 (Adana) [s59].** 57 Hämodialysepatienten und 52 Transplantierte: Keine erektile Dysfunktion hatten 5 (8,8 %) der Hämodialysepatienten und 27 (51,9 %) der Transplantierten; die Transplantation war mit einem geringeren Risiko verbunden (OR 0,09; 95-%-KI 0,02 bis 0,30; p < 0,001). Schwäche: Selektion der Transplantierten.

**Tekkarismaz et al. 2020 (Adana) [s81].** 51 Patienten (31 Hämodialyse, 20 Peritonealdialyse): IIEF 55 gegen 40 (p = 0,058), sexuelle Dysfunktion 12,9 % gegen 30 % (p = 0,163). Der Abstract schreibt dennoch, sexuelle Dysfunktion sei unter Peritonealdialyse häufiger, obwohl die Unterschiede nicht signifikant sind.

**El Hennawy et al. 2022 (Saudi-Arabien) [s48].** 68 Patienten vor und ein Jahr nach Transplantation: 63 (92,6 %) hatten vorher eine erektile Dysfunktion; der IIEF-15 stieg von 46,8 ± 12,7 auf 55,5 ± 13 (p < 0,001); 46 (67,6 %) berichteten eine Besserung, 22 (32,4 %) keine Änderung, keiner eine Verschlechterung; bei unter 50-Jährigen sank die Häufigkeit von 83,8 % auf 22,6 %, bei Älteren von 100 % auf 86,5 %. Das Alter bestimmt demnach stark, ob sich die Erektionsfunktion erholt.

**Jabali et al. 2020 (Duhok, Irak) [s75].** 59 Männer nach Transplantation (49,41 Jahre): Bei der Mehrzahl besserte sich die Erektionsfunktion (Teilwerte p = 0,015, 0,011, 0,023; Gesamtverbesserung p < 0,031; keine signifikante Änderung bei Selbstvertrauen und Zufriedenheit, p = 0,113 und 0,121); 1 Patient (1,7 %) verschlechterte sich schwer. Der Abstract nennt keine Messung vor der Transplantation außer dem IIEF; Erinnerungsverzerrung ist möglich.

**Tian et al. 2007 (China) [s162].** 250 verheiratete Transplantierte (84,8 % Rücklauf): Erektile Dysfunktion vor und nach Transplantation 53,8 % gegenüber 44,3 % (P > 0,05); nach IIEF besserte sich die Erektionsfunktion bei 43,9 %, blieb bei 42,9 % gleich und verschlechterte sich bei 13,2 %; unabhängige Einflussfaktoren waren Alter (relatives Risiko 3,01), Hämoglobin (2,01), Diabetes (3,15), periphere Neuropathie (3,89) und Mehrfachtransplantation (2,67; Reihenfolge nach dem Abstract). Die Zuordnung der Zahlen zu den Faktoren ist im Abstract nicht ausdrücklich.

**Xu et al. 2003 [s171], Wang SL et al. 2003 [s170], Zhang WD et al. 2003 [s173] (China).** Xu: 86 Männer in drei Altersgruppen; potent nach Erkrankungsbeginn 28,6 %, 13,8 % und 9,1 % (jung, mittel, älter), potent nach Transplantation 88,6 %, 75,9 % und 63,6 %; retrospektive Befragung, Erinnerungsfehler möglich. Wang: 60 verheiratete Männer; Verschlechterung der Sexualfunktion nach dem Nierenversagen, Besserung nach Transplantation ohne vollständige Normalisierung. Zhang: Querschnitt in sechs Kliniken in Sichuan; Dialysierte (Hämodialyse wie Peritonealdialyse) unterschieden sich nicht, unbehandelte Patienten hatten mehr Libidoverlust und Leistungsangst, Transplantierte weniger erektile Dysfunktion als Unbehandelte und Dialysierte; die Fallzahl nennt der Abstract nicht.

**Yoshikawa et al. 2023: Erleben von Schwangerschaft und Geburt durch männliche Transplantierte (Osaka) [s46].** Qualitative Interviewstudie mit sechs japanischen Männern (Alter bei Datenerhebung 40,3 ± 4,7 Jahre, bei Transplantation 34,7 ± 5,8 Jahre), die erst nach der Geburt eines Kindes ihrer Partnerin eine Nierentransplantation erhielten; Auswertung mit der KJ-Methode, sieben Symbole. Die Männer litten vor dem Eingriff unter der schweren Nierenerkrankung und waren unentschlossen, ob sie sich transplantieren lassen sollten; das Leben veränderte sich durch Transplantation und Kinder. Die verbesserte Sexualfunktion beeinflusste die Entscheidung zu heiraten. Die Autoren fordern, bei der Wahl des Nierenersatzverfahrens über die Erholung der Fruchtbarkeit zu informieren. Schwäche: sechs Teilnehmende, alle erst nach der Geburt transplantiert; die Studie sagt also nichts über Zeugung nach Transplantation.

### Nierentransplantation: Samenparameter

**Xu et al. 2009: Fertilitätsindex bei Urämie und nach Transplantation (Andrologia) [s152].** Querschnittsvergleich mit 40 Urämiepatienten, 40 Nierentransplantierten und 40 gesunden fertilen Männern; die Transplantierten wurden nach dem Intervall seit der Operation in Gruppe A (22 Männer, höchstens 2 Jahre) und Gruppe B (18 Männer, mehr als 2 Jahre) geteilt. Zielgröße war der Fertilitätsindex (FI) aus Spermiendichte, Beweglichkeit und Morphologie. Die Kontrollen erreichten 13,02 (14,26), Gruppe A 5,53 (8,30), Gruppe B 9,27 (22,49) und die Urämiepatienten 0,23 (0,76); die Angaben in Klammern sind im Abstract nicht näher bezeichnet. Beide Transplantiertengruppen lagen über der Urämiegruppe (P < 0,01); Gruppe A blieb unter den Kontrollen (P < 0,01), Gruppe B unterschied sich nicht von ihnen (P > 0,05). Die Autoren folgern, der FI erreiche zwei Jahre nach Transplantation annähernd das Niveau gesunder Männer. Schwächen: Querschnitt statt Verlauf an denselben Männern; die breiten Streuungen (Gruppe B: 22,49 bei Mittel 9,27) sprechen für schiefe Verteilungen, wodurch Mittelwerte nur eingeschränkt aussagekräftig sind; der Nicht-Unterschied von Gruppe B zu den Kontrollen kann bei n = 18 auch fehlende Teststärke sein.

**Yu, Xu und Zhang 2005: Nierentransplantation verbessert die spermatogene Funktion bei Urämiepatienten (Shanghai, Zhonghua Nan Ke Xue) [s164].** Vorher-Nachher-Studie an 30 männlichen Urämiepatienten mit Samenanalyse und Ultrastruktur der Spermien vor und nach der Transplantation. Nach der Operation lagen Vitalität, Beweglichkeit und Geschwindigkeit höher als davor: Vitalität 70,08 ± 2,86 gegenüber 36,04 ± 8,01, Beweglichkeit (76,15 ± 3,75) % gegenüber (39,27 ± 4,14) %, Geschwindigkeit (16,80 ± 1,11) µm/s gegenüber (8,43 ± 2,01) µm/s, jeweils P < 0,01 (die Einheit der Vitalität ist im Abstract nicht angegeben). Sertoli-Zellen, Akrosom und Mitochondrien nahmen eine normalere Struktur an. Stärken: Vorher-Nachher-Design am selben Kollektiv, Ultrastruktur. Schwächen: Zeitpunkt der Nachuntersuchung und Immunsuppression im Abstract nicht genannt; keine Kontrollgruppe, daher lässt sich ein Behandlungs- oder Zeiteffekt nicht von einer Erholung durch andere Ursachen trennen.

**Xu et al. 2003: Wirkung verschiedener Ciclosporin-A-Dosen auf die Samenparameter nierentransplantierter Patienten (Hangzhou) [s172].** 18 Transplantierte unter zwei Dosisbereichen (1,5 bis 3,0 und 3,1 bis 5,5 mg/kg/Tag) wurden mit 12 gesunden Freiwilligen verglichen. Die Hauptparameter unterschieden sich nicht signifikant von den Freiwilligen (P > 0,05), wohl aber der Anteil normaler Spermienmorphologie zwischen den beiden Dosisgruppen (P < 0,05). Die Autoren schließen, Ciclosporin beeinflusse die meisten Samenparameter nicht, wohl aber die Morphologie. Schwächen: wenige Patienten je Gruppe (nicht angegeben), Zeit seit Transplantation und Begleitmedikation im Abstract nicht beschrieben, keine Zahlenwerte im Abstract.

**Cao et al. 2006: Wirkung verschiedener Immunsuppressiva auf die Spermienparameter von Nierentransplantierten (Hefei) [s163].** 15 gesunde fertile Männer und 37 Transplantierte, davon 20 unter Tacrolimus (FK506), Mycophenolatmofetil und Prednison und 17 unter Ciclosporin, Azathioprin und Prednison; computergestützte Spermienanalyse (CASA). Vitalität ((81,7 ± 5,7) %, (79,4 ± 6,8) % und (83,8 ± 6,0) % in der Reihenfolge Tacrolimus, Ciclosporin, Kontrolle), VCL und VAP unterschieden sich nicht (P > 0,05). Die Anomalierate war unter Tacrolimus niedriger ((67,8 ± 5,7) % gegenüber (80,1 ± 5,6) % unter Ciclosporin), die progressive Beweglichkeit höher ((46,4 ± 8,1) % gegenüber (33,3 ± 6,4) %), ebenso die geradlinige Geschwindigkeit VSL (15,4 ± 4,6 gegenüber 10,2 ± 2,4), jeweils P < 0,05. Die Autoren folgern, die Tacrolimus-Kombination könne Beweglichkeit und Morphologie verbessern. Schwächen: Zuteilung der Schemata nicht als randomisiert beschrieben; Unterschiede in Zeit seit Transplantation und Nierenfunktion nicht beschrieben; die Einheiten von VCL und VAP sind im Abstract mit Prozent angegeben, was für Geschwindigkeiten nicht plausibel ist (Fehler der Quelle); beide Gruppen hatten sehr hohe Anomalieraten (über 65 %). Das Ergebnis ist ein Hinweis, kein Beleg, dass Tacrolimus-Schemata die Spermien weniger beeinträchtigen als Ciclosporin-Schemata.

**Xu et al. 2008: Zeitpunkt einer Zeugung bei männlichen Nierentransplantierten (Hangzhou) [s156].** 26 Transplantierte in drei Gruppen nach Zeit und Ciclosporin-Dosis: A (7 Männer, unter 6 Monate, 4,1 bis 6 mg/kg/Tag), B (11 Männer, 6 bis 24 Monate, 2,1 bis 4 mg/kg/Tag), C (8 Männer, über 24 Monate, 1,3 bis 2 mg/kg/Tag), verglichen mit 12 gesunden Freiwilligen. Beweglichkeit und Kopfdeformität der Spermien unterschieden sich signifikant zwischen A und C (P < 0,05), nicht aber pH, Volumen, Vitalität und Konzentration (P > 0,05). Die Autoren halten zwei Jahre oder länger nach der Transplantation für den geeignetsten Zeitpunkt einer Zeugung; das ist ihre Schlussfolgerung. Wichtig: Zeit und Dosis sind in der Gruppeneinteilung vermischt (die Dosis fällt mit der Zeit), sodass die Wirkung der Dosis nicht von der Erholungszeit getrennt werden kann; die Gruppen sind winzig.

**De Celis und Pedrón-Nuevo 1999: Hormone und Samenparameter nach Transplantation [s178].** Querschnitt an 55 Männern, 1 bis 10 Jahre nach Transplantation (zuvor Peritonealdialyse). Die mittleren Hormonwerte betrugen LH 3,2 ± 2, FSH 6,3 ± 1,7 mIU/ml, Prolaktin 11,7 ± 1,5 ng/ml, Testosteron 23 ± 1,4 pg/ml (Einheit so gedruckt, wohl nicht dieselbe Messgröße wie in anderen Studien). Eine Libidoabnahme bestand bei 88 % innerhalb von 8 Monaten nach Transplantation. Normozoospermie fand sich bei 47,3 %, Asthenozoospermie bei 18,2 %, Oligozoospermie bei 14,5 %, der Rest hatte kombinierte Formen oder eine Azoospermie. 26 Patienten zeugten nach der Transplantation ein oder mehrere Kinder; 36,6 % dieser Kinder waren Frühgeburten, aber gesund. Dialysedauer, FSH, Spermienzahl, Morphologie und Beweglichkeit unterschieden sich zwischen später fertilen und infertilen Patienten. Stärken: Samenanalyse und Vaterschaftsdaten. Schwächen: keine Kontrollgruppe, nur Querschnitt, keine Dosisdaten zur Immunsuppression im Abstract.

**Haberman et al. 1991: Fallserie unter Ciclosporin A [s199].** 9 junge Männer unter Ciclosporin A nach Nierentransplantation: Die Samenanalyse war bei 8 weitgehend normal, die Testosteronfunktion normal; von 4 Männern, die einen Kinderwunsch verfolgten, hatten 3 Erfolg. Sehr kleine Zahl, daher keine belastbare Aussage zur Sicherheit.

**Eid et al. 1996: Spermienbewegung bei infertilen Nierentransplantierten (Mansoura, International Journal of Andrology) [s185].** Fall-Kontroll-Studie mit 65 Personen: 34 Nierentransplantierte (18 infertil, 16 fertil) und 31 Nichttransplantierte (15 infertil, 16 fertil). Methodik: Klinik, Gesamttestosteron, FSH, Ciclosporin-Talspiegel im Vollblut, Kreatinin, Hämoglobin, computergestützte Spermienanalyse (CASA) und Hodenultraschall. Bei infertilen gegenüber fertilen Transplantierten waren Spermienkonzentration, Anteil beweglicher Spermien, Geschwindigkeit der geraden Linie (VSL), Linearität (LIN) und mittlere Pfadgeschwindigkeit (VAP) signifikant niedriger (p < 0,05); Testosteron, FSH und Hodengröße unterschieden sich nicht (p > 0,05). Spermienkonzentration und VSL waren umgekehrt mit dem Ciclosporin-Talspiegel korreliert (p < 0,05); die Hämodialysezeit war umgekehrt mit dem Anteil beweglicher Spermien und der lateralen Kopfauslenkung korreliert (p < 0,05). Die Autoren nehmen an, dass ein Ciclosporin-Talspiegel im Zielbereich und die Korrektur einer Anämie die Fertilität verbessern könnten; das ist Vermutung der Autoren. Stärken: objektive Bewegungsanalyse, Vergleich mit Nichttransplantierten, Messung der Talspiegel. Schwächen: kleine Gruppen; Querschnitt, daher keine Aussage über den zeitlichen Verlauf; Hämodialysezeit, Ciclosporinspiegel und Anämie können sich überlagern; im Abstract keine absoluten Spermienwerte und keine Effektgrößen.

**Bozzini et al. 2013: früh dialysierte, später transplantierte Männer (Andrologia) [s121].** 22 früher dialysierte Männer, transplantiert im Median mit 19 Jahren (Bereich 9 bis 30). Bei 17 fanden sich Nebenhodenverkalkungen (bei zwei zusätzlich Hodenverkalkungen), bei weiteren drei isolierte Hodenverkalkungen. Von 13 untersuchten Samenproben zeigten 12 Auffälligkeiten (5 Azoospermie, 7 Oligozoospermie, mit morphologischen Anomalien). Die Autoren raten zu Spermiogramm und Kryokonservierung vor Eintritt der terminalen Niereninsuffizienz (Empfehlung der Autoren). Schwächen: nur 13 Samenproben, Auswahl nicht beschrieben, keine Kontrollgruppe, der Abstract nennt keine Immunsuppression.

**Koyun et al. 2009: Fortpflanzungsfunktion jugendlicher Männer nach Nierentransplantation (Antalya, Pediatric Transplantation) [s151].** Querschnitt, kleine Fallserie an 8 postpubertären Männern, die als Kinder Nierenversagen im Endstadium hatten und peripubertär transplantiert wurden; Gruppe I Transplantation vor dem 14. Lebensjahr, Gruppe II danach. LH, FSH und Testosteron waren bei allen bis auf einen normal. Das mittlere Alter bei Diagnose der CKD betrug 6 (Gruppe I) beziehungsweise 13 Jahre (Gruppe II), bei Transplantation 12 beziehungsweise 17,8 Jahre. Gruppe I hatte länger Prednison, Ciclosporin A und Azathioprin erhalten. Die Spermienzahl lag in Gruppe I bei 15,5 ± 15,7, in Gruppe II bei 82,3 ± 64,2 Millionen/ml, die Beweglichkeit bei 37,8 ± 30,9 gegenüber 57,8 ± 22,1 %. Nur ein Patient in Gruppe II hatte normale Spermaparameter; ein Patient aus Gruppe I hatte eine Azoospermie. Die Autoren schließen, je früher der Beginn und je länger die Urämie, desto stärker die Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfunktion, und die Dauer der Exposition gegenüber Kortikosteroiden oder Ciclosporin mit Azathioprin trage zur Spermiendysfunktion bei. Stärken: einzige Spermiendaten bei Jugendlichen nach Transplantation im Material; normale Hormonwerte bei gleichzeitig gestörter Spermienqualität zeigen, dass Hormone allein die Spermienqualität nicht abbilden. Schwächen: nur 8 Patienten, Gruppengrößen im Abstract nicht genannt, keine Kontrolle, kein statistischer Test; Alter bei Transplantation, Urämiedauer und Medikamentendauer sind miteinander verbunden; die Schlussfolgerung zur Ursache geht über die Daten hinaus; der Abstract bezeichnet die Streuungsmaße (Zeichen ±) nicht näher.

**Pak et al. 1990: Ciclosporin im Ejakulat von Nierentransplantierten (Shiga) [s203].** Originaltitel: 腎移植患者の精液中のCiclosporin濃度の検討. Messstudie mit 12 Samenproben von 8 Empfängern (mittleres Alter 35, SD 9), die morgens vor der Einnahme nach mehr als fünf Tagen Karenz gewonnen und bei −80 °C eingefroren wurden; Ciclosporin wurde per HPLC in Vollblut und Ejakulat gemessen. Die Dosis betrug 3,7 bis 5,0 mg/kg, das Serumkreatinin 1,1 bis 2,9 mg/dl. Im Ejakulat wurden 27 bis 165 ng/ml gemessen, im Vollblut 51 bis 133 ng/ml; beide Werte waren linear verbunden (r = 0,68; p < 0,05). Die Autoren vermuten, Ciclosporin im Ejakulat könne eine ungünstige Umgebung für Spermien schaffen; Daten zu dieser Wirkung lagen nicht vor. Stärke: erste Messung dieser Art. Schwächen: nur 8 Patienten, 12 Proben von teils denselben Männern (nicht unabhängig), keine Samenqualitätsparameter erhoben.

### Immunsuppressiva, antivirale Mittel und Zytostatika: Beobachtungsstudien

**Zuber et al. 2008: Sirolimus und Spermien (Beobachtungsstudie bei männlichen Transplantierten) [s157].** Vergleichende Beobachtungsstudie an Männern von 20 bis 40 Jahren, transplantiert zwischen 1995 und 2005. Vollständige Angaben lagen von 95 der 116 Empfänger vor (Fragebogen per Post, Spermaanalyse angeboten). Patienten, die den gesamten Zeitraum nach der Transplantation Sirolimus erhielten, hatten eine deutlich niedrigere Gesamtspermienzahl (28,6 ± 31,2 × 10^6 gegenüber 292,2 ± 271,2 × 10^6; p = 0,006) und einen niedrigeren Anteil beweglicher Spermien (22,2 ± 12,3 % gegenüber 41,0 ± 14,5 %; p = 0,01). Die Rate gezeugter Schwangerschaften (pro 1000 Patientenjahre) betrug 5,9 (95-%-KI 0,8 bis 42,1) unter sirolimushaltigen und 92,9 (66,4 bis 130,0) unter sirolimusfreien Schemata (p = 0,007). Bei sechs Patienten, deren Sirolimus beendet wurde, besserten sich die Spermienparameter nur bei dreien deutlich. Stärken: Endpunkte Spermienzahl und gezeugte Schwangerschaften, Poisson-Modell für die Raten. Schwächen: nicht randomisierte Zuteilung (Sirolimus wird aus klinischen Gründen vergeben, sodass die Gruppen sich in der Grunderkrankung und Vorgeschichte unterscheiden können); Fragebogen; sehr kleine Sirolimusgruppe (das Konfidenzintervall der Rate reicht von 0,8 bis 42,1); Störgrößen im Abstract nicht ausgewiesen; die Streuung der Spermienzahl ist groß (Standardabweichung etwa so groß wie der Mittelwert), daher sind Mittelwertvergleiche mit Vorsicht zu lesen. Einordnung: Es ist die wichtigste Humanstudie zu mTOR-Inhibitoren im Material; ihre Richtung stimmt mit der Fallserie von Boobes [s141] und den Fallberichten überein.

**Boobes et al. 2010: Sirolimus-assoziierte Infertilität (Fallserie, ein Zentrum) [s141].** Von 170 Transplantierten erhielten 9 (5,3 %; 6 Männer, 3 Frauen) Sirolimus. Die vier verheirateten Männer, die vor der Transplantation Kinder gezeugt hatten, entwickelten 5 bis 12 Monate nach der Transplantation eine Oligo- oder Azoospermie mit Infertilität; nach Absetzen von Sirolimus erholten sich alle vier und wurden wieder fertil. Beide verheirateten Frauen entwickelten eine Amenorrhoe. Nach Aussage der Autoren ist Sirolimus-bedingte Infertilität unterdiagnostiziert. Sehr kleine Zahl, aber ein Absetz-Wiederholungs-Muster, das für Kausalität spricht; ein Zufall oder die Wirkung anderer gleichzeitiger Faktoren sind bei n = 4 nicht auszuschließen.

**McLeroth et al. 2020: Valganciclovir und Spermienparameter bei männlichen Nierentransplantierten [s78].** Prospektive multizentrische offene nichtrandomisierte Studie bei männlichen Nierentransplantierten; die Zuordnung erfolgte nach dem Bedarf einer Prophylaxe gegen Zytomegalievirus: Kohorte A (Valganciclovir) n = 38, Kohorte B (ohne) n = 21. Zu Beginn hatten in A 20 % (6 von 30) und in B 10 % (2 von 20) eine Azoospermie, eine normale Konzentration (mindestens 20 × 10^6/ml) 30 % beziehungsweise 40 %, eine Oligozoospermie je 50 %; die Dialysedauer vor der Transplantation betrug im Mittel 39,3 gegenüber 24,1 Monate. Die mittlere Dauer der Valganciclovir-Exposition betrug 118 ± 63 Tage. Modellbasiert war die Änderung der Konzentration vom Beginn bis zum Behandlungsende in A um 43,82 × 10^6/ml niedriger als in B (95-%-KI −72,48 bis −15,16; P = 0,0038): −11,13 (−29,79 bis 7,53) in A gegenüber +32,69 (9,67 bis 55,71) in B. Bis zum Ende der Nachbeobachtung (6 Monate nach Behandlung) betrug die Differenz −2,09 (−44,18 bis 40,00; P = 0,9193). Die Gesamtbeweglichkeit war zum Behandlungsende in A um 23,03 Prozentpunkte weniger gebessert (KI −44,02 bis −2,04; P = 0,0325), am Ende der Nachbeobachtung bestand kein Unterschied (−3,48; −22,03 bis 15,08). Von den Patienten mit normaler Ausgangskonzentration hatte keiner am Ende eine abweichende; 6 von 24 (25 %) in A und 1 von 14 (7 %) in B wechselten bis zum Behandlungsende von normal zu abweichend, alle erholten sich bis zum Ende der Nachbeobachtung. Von den acht Patienten mit Azoospermie zu Beginn erholte sich keiner zu normalen Werten, soweit Proben vorlagen. Samenvolumen, Morphologie, DNA-Fragmentierung und Hormone waren am Ende vergleichbar. Stärken: prospektiv, Modell mit Korrektur für Ausgangsunterschiede, Verlauf mit zwei Zeitpunkten, Konfidenzintervalle. Schwächen: nicht randomisiert; Kohorte A mit längerer Dialyse und mehr Azoospermie; wechselnde Fallzahlen je Zeitpunkt (n = 24 bis 9); kurze Exposition (18 Patienten unter 100 Tagen); die Autoren warnen selbst, dass rohe Mittelwerte keine Schlüsse erlauben. Einordnung: Valganciclovir verzögert die Verbesserung der Spermienkonzentration nach Transplantation vorübergehend; eine bleibende Schädigung zeigt die Studie nicht, ihre Dauer ist dafür aber kurz.

**Kukhtevich et al. 1991: Pathospermie unter Immunsuppressiva bei Glomerulonephritis und rheumatoider Arthritis (Terapevticheskij Archiv) [s201].** Vergleichsstudie mit zwei kleinen Gruppen und Behandlungsverlauf bei Patienten im Alter von 16,5 bis 31 Jahren mit Pathospermie unter Immunsuppressiva, Gruppe I wegen Glomerulonephritis, Gruppe II wegen rheumatoider Arthritis. Bei 5 von 6 Patienten der Gruppe I und bei allen Patienten der Gruppe II bestand eine Azoospermie. Unter Zink (30 bis 90 mg elementares Zink pro Tag) und Parlodel (2,5 mg/Tag) über 2 bis 23 Monate besserte sich die Spermatogenese oder normalisierte sich bei 2 Patienten der Gruppe I und 2 Patienten der Gruppe II. Von den 8 nicht ansprechenden Patienten hatten 7 Glukokortikoide und Zytostatika erhalten, unter den Ansprechenden nur 2 von 4 Zytostatika; die Autoren diskutieren die gonadotoxische Dosis der Zytostatika. Stärken: Vergleich zweier Grunderkrankungen mit ähnlicher Immunsuppression, der die Frage nach der Rolle des Nierenleidens gegenüber der Medikation aufwirft. Schwächen: Gruppengrößen im Abstract nicht vollständig genannt (in Gruppe I mindestens 6, insgesamt anscheinend 12 Patienten), keine statistischen Tests, keine unbehandelte Kontrollgruppe, Zytostatika als Störgröße.

**Kukhtevich und Kirpatovskij 1995: Azoospermie unter langjähriger Immunsuppression (Urologija i Nefrologija) [s188].** Fallserie mit Vorher-Nachher-Vergleich ohne Kontrollgruppe an 10 unfruchtbaren Männern im reproduktiven Alter, die zuvor wegen Nierenerkrankungen mit Immunsuppressiva behandelt worden waren. Die Azoospermie wurde mit Zinksulfat (30 bis 90 mg/Tag, 2 bis 12 Monate) behandelt, bei 6 Patienten danach durch Clomifencitrat (100 mg/Tag, 2 bis 6,6 Monate) ersetzt. Ein Ansprechen wurde nur bei einem Mann festgestellt; Zink löste eine subnormale Spermatogenese aus, die unter Clomifen weiter besser wurde, und der Patient wurde Vater. Bei den übrigen besserte sich die Azoospermie nicht. Die Hodenbiopsie bei 3 Patienten zeigte das Fehlen von Zellen des spermatogenen Epithels. Die Autoren leiten aus dem fehlenden Ansprechen eine schlechte Prognose der Azoospermie bei Patienten mit Nierenkrankheit unter Immunsuppressiva ab. Schwächen: nur 10 Männer; keine Kontrolle; im Abstract werden weder die Wirkstoffe der Immunsuppression noch die Nierenfunktion oder die Nierendiagnosen genannt; keine p-Werte, keine Konfidenzintervalle. Eine Zuordnung zur Nierenkrankheit oder zur Immunsuppression ist nicht möglich.

**Weitere Befunde zu Immunsuppressiva.** Ciclosporin im Ejakulat [s203], Ciclosporin-Dosis [s172], Tacrolimus gegen Ciclosporin [s163] und Talspiegel-Korrelation [s185] sind bei den Samenparametern besprochen. Die Kombination Tacrolimus plus Mycophenolsäure war bei Hamdi [s116] mit einem stärkeren Abfall des Inhibin B nach Transplantation verbunden. Szypulska-Koziarska [s66] fand unter Tacrolimus-Schemata bei Männern höhere Testosteron- und FSH-Werte.

### Vaterschaft, Nachkommen und Befragungen

**Boyer et al. 2020: PATeRNAL, nationale Befragung männlicher Transplantierter in Frankreich [s72].** Befragung in 13 französischen Transplantationszentren: 1332 männliche Transplantierte über 18 Jahre antworteten (Antwortrate 46 %; von 3321 in Frage kommenden hatten 413 keine Adresse, 2908 erhielten den Fragebogen). 232 Teilnehmer hatten nach der Transplantation mindestens ein Kind: Vaterschaftsrate 17 % (95-%-KI 15 bis 20). 62 von ihnen (27 %; KI 21 bis 33) hatten Fertilitätsprobleme, die mit assistierter Reproduktion gelöst wurden. 330 (25 %) hatten nie ein Kind, davon gaben 55 (17 %; KI 13 bis 21) Infertilität an (33 Spermatogenesestörungen = 10 %, 5 erektile Dysfunktion = 1 %); 105 (32 %) wollten nicht. Es gab 404 Schwangerschaften und 349 Kinder: 37 Spontanaborte (9 %; KI 7 bis 12), 12 therapeutische Aborte (3 %; KI 2 bis 5), 2 Totgeburten (0,5 %; KI 0,1 bis 1), 13 Fehlbildungen (4 %; KI 2 bis 6); Frühgeburten 30 (9 %); medianes Geburtsgewicht 3,4 kg. Zur Zeit der Zeugung bezogen sich die Medikationsangaben auf die 404 Schwangerschaften: MMF/MPA 77 %, Tacrolimus 63 %, Ciclosporin 38 %, Azathioprin 15 %, Sirolimus 2 %, Everolimus 1 %. Im Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung gab es keinen Unterschied bei Fehlbildungen und ungewollten Ausgängen, unabhängig von der Exposition des Vaters. Stärke: sehr große Befragung. Schwächen: Antwortrate 46 % mit möglicher Verzerrung durch Selbstauswahl; Selbstangaben ohne Aktenabgleich; keine Spermiendaten; die Vaterschaftsrate hängt vom Kinderwunsch ab, nicht nur von der Fertilität; der Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung ist nur grob, weil Alter und Kinderwunsch der Befragten sehr unterschiedlich sind (Median 55 Jahre). Der Anteil von 27 % mit assistierter Reproduktion unter den Vätern ist der deutlichste Hinweis aus einer großen Erhebung, dass die Zeugung nach Transplantation nicht in allen Fällen unbeeinträchtigt ist.

**Martín-Moreno et al. 2021: EMVARON, Nachkommen von Vätern unter Mycophenolsäure (Spanien) [s62].** Retrospektive nationale Studie in 15 spanischen Zentren: 151 Männer mit 239 Nachkommen, 225 unter Mycophenolsäure (MPA), 14 ohne. Die Fehlgeburten in der MPA-Gruppe betrugen 9,8 %, die Fehlbildungen 4 %; die typische MPA-Embryopathie wurde nicht gefunden. Die Autoren fordern die Behörden auf, die Verhütungsempfehlung für Männer zu überdenken (Wertung der Autoren). Stärke: landesweite Erhebung. Schwächen: nur 14 Nachkommen ohne MPA, daher kaum Vergleich; Fehlbildungen von 4 % ohne Kontrollgruppe; retrospektiv. Die Studie betrifft Nachkommen, nicht die Spermienqualität selbst.

**Xu et al. 2008: Familienstand und Fertilität von 185 männlichen Transplantierten (Hangzhou, Journal of Andrology) [s155].** Befragung und Nachbeobachtung. Aus 2007 Transplantationen wurden 243 Männer ausgewählt, die vor der Transplantation im fortpflanzungsfähigen Alter und ledig waren; 185 antworteten. 69 heirateten zwischen 12 und 88 Monaten (Mittel 32,19 ± 14,30 Monate) nach der Transplantation; bei 62 dieser 69 Paare bestand aktiver Kinderwunsch. 53 Männer zeugten 54 Kinder (darunter ein Zwillingspaar), 9 bis 72 Monate (Mittel 25,81 ± 15,33) nach der Heirat; das Geburtsgewicht lag bei 2500 bis 4600 g (Mittel 3395 ± 456,80 g). Neun Männer wurden nicht Vater, bei dreien davon wegen Unfruchtbarkeit der Frau; sieben verhüteten. Drei Empfänger mussten 2 bis 11 Jahre nach der Geburt wieder an die Hämodialyse, zwei starben (eine Transplantatinsuffizienz neun Jahre nach der Geburt, ein Unfall). Die Autoren folgern, die Fertilität liege ähnlich wie in der Allgemeinbevölkerung. Stärke: patientennaher Endpunkt (Geburten). Schwächen: Vergleichsdaten der Allgemeinbevölkerung werden im Abstract nicht gezeigt; 58 von 243 Angeschriebenen (24 %) fehlen; Auswahlverzerrung (nur zuvor ledige Männer); Antworten per Fragebogen und Telefon; der Nenner „aktiv versucht“ ist selbstberichtet; mögliche Überlappung mit den übrigen Hangzhouer Arbeiten. Ein Brief derselben Gruppe (Transplantation 2008) mit dem Titel „A report of 212 male renal transplant recipients who fathered 216 offspring after transplantation“ war nur als Titel erfassbar und ist nicht ausgewertet.

**Xu et al. 2014: Gesundheit der Kinder von Transplantierten (Hangzhou, Cell Biochemistry and Biophysics) [s119].** Beobachtungsstudie zu 252 Kindern (129 Jungen, 123 Mädchen) von 248 Empfängern, mit körperlicher Untersuchung, Routinelabor und Intelligenztests, bei einem Teil Röntgen-Thorax und Immunindizes. 219 männliche Empfänger zeugten 223 Kinder (Geburtsgewicht im Mittel 3255 ± 374 g); 29 Empfängerinnen gebaren 29 Kinder (2923 ± 551 g). Aufgefallen waren je ein Fall von weicher Doppelzehe und von verkürztem Zungenbändchen, fünf Fälle grenzwertiger geistiger Behinderung, drei Fälle mit Proteinurie, sechs mit mikroskopischer Hämaturie, 15 mit niedrigem Hämoglobin und 21 mit wiederholten Atemwegsinfekten. Die Autoren schließen, die Transplantation habe keinen bedeutsamen Einfluss auf Wachstum, Entwicklung, Gesundheit und Intelligenz der Nachkommen. Schwächen: keine Kontrollgruppe und keine Vergleichsraten, daher lässt sich aus einer rein deskriptiven Reihe kein „kein Einfluss“ ableiten; Selektion (nur vorgestellte Kinder); der Abstract stellt die Verteilung der Befunde nach Vater oder Mutter nicht getrennt dar.

**Mondal et al. 2022: Fertilität und Sexualfunktion bei 135 Transplantierten [s52].** Querschnitt an 135 Transplantierten (Alter bei Transplantation 40,9 ± 9,9 Jahre, Hämodialysedauer 13,6 ± 7,43 Monate). 63 (46,67 %) wollten Kinder, 49 gelang es. Die Sexualfunktion besserte sich bei 85, verschlechterte sich bei 15 und blieb bei 35 unverändert; alle fünf IIEF-Bereiche verbesserten sich signifikant. Die Fertilitätsrate sei vergleichbar mit der Allgemeinbevölkerung (Aussage der Autoren), die Kinder hatten keine Entwicklungsanomalie. Schwächen: Einzelzentrum, Fragebogen, keine Samenanalyse; die Fertilitätsrate steht ohne Referenzzahl im Abstract.

**Devjaltovskaja et al. 2020: Vaterschaft nach Organtransplantation (Belarus, Meditsinskie Novosti) [s84].** Befragung mit halbstrukturiertem Interview im Querschnitt, Volltext gelesen. 252 Männer im fertilen Alter (18 bis 56 Jahre) mit Nieren- oder Lebertransplantat. 66,7 % (168) zeigten Interesse am Interview. 75,0 % (189) waren verheiratet, 16,7 % (42) nie verheiratet, 8,3 % (21) geschieden. 34,1 % (86) hatten Kinder, die vor der Transplantation geboren wurden; nur 2 Männer (0,79 %) wurden nach der Transplantation (nach Wiederholungstransplantation der Niere) Vater; 65,1 % (164) hatten nie Kinder. 62,1 % (110) planten keine Kinder, 30,5 % (54) wollten Kinder, 7,3 % (13) konnten nicht antworten. 21,4 % (54) der unter 40-Jährigen waren kinderlos, verheiratet und planten Nachwuchs. Die emotionale Wahrnehmung der Vaterrolle war bei 28,6 % (72) hoch, bei 50 % (126) mittel, bei 21,4 % (54) niedrig. Die Autoren sehen in Organverlust und Transplantation eine psychologische Barriere für die Verwirklichung der Fortpflanzungsfunktion. Stärke: ungewöhnlich große Stichprobe für diese Frage. Schwächen: Nieren- und Lebertransplantierte werden gemeinsam betrachtet; der Fragebogen wurde von den Autoren selbst entwickelt; es gibt keine Spermiogramme, keine Kontrollgruppe und keine Angabe, wie viele der Männer überhaupt versuchten, Kinder zu zeugen; die Prozentwerte der Tabelle sind im Volltext teilweise vermischt, die genannten Hauptzahlen stehen im Text ausdrücklich. Der Befund ist ein Hinweis auf geringe Nachkommenschaft nach Transplantation, aber kein Beleg für eine biologische Ursache; der Gegensatz zu den 17 % der französischen Erhebung [s72] zeigt, wie stark die Zahlen von Land, Befragungsweise und Altersstruktur abhängen.

**Pellegrini et al. 2026: Awareness of post-transplant endocrine disorders among kidney transplant clinicians (Italien) [s06].** Befragung italienischer Transplantationszentren; 29 von 41 antworteten (70,7 %). 20 % sprachen die Gonadenfunktion in der Anamnese nicht an, 35 % kannten die Häufigkeit von Menstruationsstörungen oder erektiler Dysfunktion bei ihren Empfängern nicht. Die Befragung ist keine Fertilitätsstudie, aber ein Hinweis auf ungleiche Beachtung des Themas in der Nachsorge. Schwäche: Befragung von Ärzten, nicht von Patienten; Antworten geben Wissen und Gewohnheit wieder, nicht Befunde.

**Yoshikawa et al. 2023 [s46]** ist als qualitative Interviewstudie im Abschnitt zur Sexualfunktion nach Transplantation besprochen.

### Kinder und Jugendliche mit CKD

**Yu et al. 2025: Pubertät nach Transplantation im Kindesalter (Shanghai) [s23].** Einzelzentrum-Kohorte mit 101 pädiatrischen Transplantierten. Die Größe-für-Alter-Z-Wertung stieg von −2,27 ± 1,64 bei der Transplantation auf −0,76 ± 1,13; das Transplantatüberleben betrug 100 % und 93,4 % nach 5 und 10 Jahren; das mittlere Kreatinin betrug 83,85 ± 38,34 µmol/l, die eGFR 79,49 ± 27,25 ml/min/1,73 m². Von den männlichen Jugendlichen (13 Jahre und älter, n = 43) erlebten 37 (86,0 %) die Spermarche, im Mittel mit 14,5 Jahren bei präpubertär Transplantierten. Bei den weiblichen Jugendlichen lag das mittlere Menarchealter bei 12,5 gegenüber 13,2 Jahren (P > 0,05). Die Spermarche ist ein Marker für den Beginn der Samenbildung, kein Beleg für spätere Fruchtbarkeit; die Studie hat keine Kontrollgruppe und keine Samenanalyse.

**Soliman et al. 2022 [s54]** und **Fujisawa et al. 1985 [s210]** (siehe Hormonachse unter Dialyse) sowie **Koyun et al. 2009 [s151]** (siehe Samenparameter nach Transplantation) ergänzen dies: Bei Kindern unter Dialyse sind die Geschlechtshormone erniedrigt (bei Soliman mit verzögerter Pubertät, bei Fujisawa trotz Hormonstörung mit klinischen Pubertätszeichen); nach peripubertärer Transplantation lagen die Hormone bei 7 von 8 Männern im Normbereich, die Spermien jedoch nicht.

**Korovina et al. 1990: hypophysär-gonadales System bei Glomerulonephritis im Kindesalter (Pediatrija, russisch) [s202].** Vergleichsstudie im Querschnitt: 28 Kinder mit verschiedenen Formen der Glomerulonephritis, 45 Kontrollkinder; gemessen wurden FSH, LH, Prolaktin, Östradiol, Progesteron und Testosteron. In der aktivsten Krankheitsphase waren die Veränderungen der Hypophysen- und Gonadenhormone am größten; bei der gemischten Form der Glomerulonephritis waren die Gonadenhormone am stärksten verändert; die Ausprägung der Störung folgte dem Schweregrad der Erkrankung. Schwächen: keine Zahlenwerte im Abstract; Geschlechts- und Pubertätsstufen nicht aufgeschlüsselt; kein Spermienendpunkt.

**Kukhtevich et al. 1989: Zink und Parlodel bei Jugendlichen mit Nephropathie (Terapevticheskij Archiv) [s204].** Kleine Fallserie mit Behandlung an 10 Jugendlichen (10 bis 18 Jahre) mit Wachstums- oder Entwicklungsverzögerung bei Nephropathie, 8 davon mit Immunsuppressiva vorbehandelt. Das Knochenalter wich um 0 bis 3 Jahre vom Lebensalter ab. Im Spermiogramm zeigten 3 von 4 untersuchten Patienten eine Pathospermie. Prolaktin und Gonadotropine waren normal, Testosteron und Plasmazink erniedrigt. Nach Behandlung mit Parlodel und/oder Zinkacetat (1,5 bis 23 Monate) nahmen bei 9 von 10 Körpergröße und Gewicht zu, und es entwickelten sich sekundäre Geschlechtsmerkmale; die Spermiogramme besserten sich bei 3 von 4 untersuchten Patienten. In der Gesamtgruppe sank das Prolaktin, Testosteron und Zink stiegen, die Gonadotropine blieben unverändert. Schwächen: 10 Patienten, Spermiogramme nur bei 4, Reifeentwicklung und spontane Pubertät als Störgrößen, keine Kontrollgruppe.

### Unkontrollierte Behandlungsbeobachtungen mit Hormon- oder Spermienendpunkt

Die folgenden Arbeiten sind keine Wirksamkeitsstudien im engeren Sinn, sondern Beobachtungen ohne Kontrollgruppe. Ergebnisse werden berichtet, nicht bewertet im Sinne einer Handlungsanweisung. Nur Lim und Fang [s218] sowie die russischen Serien enthalten Spermiendaten.

**Lim und Fang 1976: Clomifen bei Niereninsuffizienz [s218].** Bei fünf Männern mit Niereninsuffizienz und Androgenmangelsymptomen stieg unter Clomifen (100 mg/Tag über 5 bis 12 Monate) das Testosteron von im Mittel 223 ± 164 auf 879 ± 171 ng/dl; der Effekt auf die Spermatogenese war nach den Autoren nicht eindeutig (Verbesserung oder Verschlechterung). Schwächen: fünf Männer, keine Kontrolle, 50 Jahre alte Methodik.

**Martin-Malo et al. 1993: Clomifen bei Dialyse und Transplantation (Nephron) [s194].** 34 Hämodialysepatienten, 8 Transplantierte und 9 Gesunde erhielten eine Woche Clomifen; FSH, LH und Testosteron stiegen in allen Gruppen (P < 0,05), bei Dialysepatienten wurde das Testosteron normal. Schwächen: nur eine Woche Beobachtung, keine Spermiendaten, Geschlechter und Einzelwerte im Abstract nicht aufgeführt.

**Jalali et al. 2010: Zinksulfat bei Hämodialyse [s145].** 100 Hämodialysepatienten erhielten Zinksulfat 250 mg/Tag über 6 Wochen ohne Kontrollgruppe: Testosteron, LH und Zink stiegen signifikant, FSH und Prolaktin blieben unverändert. Schwächen: keine Kontrollgruppe, kurze Dauer, keine Spermiendaten.

**Rager et al. 1975: hCG-Test bei Dialysepatienten [s219].** Bei 16 Dialysepatienten lag das Testosteron vor und nach hCG (186 und 456 ng/100 ml) signifikant unter dem gesunder Männer. Schwächen: Alter der Methode, keine Spermiendaten.

**Canguven et al. 2010: Testosterongel bei Hypogonadismus unter Hämodialyse (Istanbul, International Journal of Impotence Research) [s142].** Pilotstudie, Kohorte mit sechsmonatiger Behandlungsbeobachtung. In einer Kohorte von 96 Männern mit Nierenversagen im Endstadium korrelierte der IIEF mit dem biologisch verfügbaren Testosteron (p < 0,01); 9 Männer mit erektiler Dysfunktion und Hypogonadismus (biologisch verfügbares Testosteron unter 3,82 nmol/l) erhielten täglich 5 g Testosterongel (1 %). Das Testosteron stieg in den Normbereich; der Erektionsbereich im IIEF stieg von 7,6 ± 8,0 auf 12,8 ± 7,8, die Zufriedenheit mit dem Geschlechtsverkehr von 3,4 ± 4,5 auf 4,8 ± 3,1, das sexuelle Verlangen von 3,4 ± 2,9 auf 4,4 ± 0,6, die Gesamtzufriedenheit von 2,6 ± 1,3 auf 3,8 ± 1,0; die wöchentliche Zahl des Geschlechtsverkehrs stieg von 0,4 ± 0,4 auf 1,1 ± 0,8 (p < 0,05); es wurden keine Nebenwirkungen berichtet. Auffällig: Der Abstract nennt als Orgasmusfunktion einen Rückgang von 4,8 ± 3,1 auf 3,4 ± 2,9, obwohl er von Verbesserungen aller Bereiche spricht (Zahlen wie gedruckt, mögliche Verwechslung). Die IIEF-Werte normalisierten sich nicht. Schwächen: 9 Männer, keine Kontrollgruppe, keine Verblindung, keine Spermienendpunkte. Berichtet als Ergebnis, nicht als Empfehlung. Wichtig für die Fertilitätsfrage: Eine Gabe von Testosteron kann die Spermatogenese hemmen; die Studie hat dazu keine Daten.

**Pavlov et al. 2017: Androgenmangel bei CKD im Stadium V (Meditsinskij Vestnik Baschkortostana) [s101].** Prospektive Studie mit eingebundenem Übersichtsteil; Volltext aus CyberLeninka (OCR teilweise mit anderen Artikeln vermischt). 54 Patienten unter programmierter Hämodialyse (mittleres Alter 37,2 ± 2,5 Jahre) und 84 mit funktionierendem Transplantat, aufgeteilt nach Gefäßanastomose (38 mit End-zu-End-Anastomose an der inneren Beckenarterie, 36,3 ± 2,1 Jahre; 46 mit End-zu-Seit-Anastomose an der äußeren Beckenarterie, 35,3 ± 1,8 Jahre). Alle hatten als Ursache eine chronische Glomerulonephritis. Die Autoren nennen für Androgenmangel bei Stadium V eine Häufigkeit von 24 bis 66 % unter Hämodialyse, teilweise rückläufig nach Transplantation (Literaturangabe). Eine verminderte Libido bestand bei 92 % der Hämodialysepatienten, 58 % der Gruppe II und 49 % der Gruppe III. Ein Testosteron unter 8,0 nmol/l fand sich nach 6 Monaten Behandlung noch bei 5 (9,3 %) Hämodialysepatienten; der Anteil mit normalem Testosteron stieg von 8 (14,8 %) auf 29 (53,7 %). Nach der Transplantation war das Testosteron im frühen postoperativen Verlauf bei der Hälfte der Patienten beider Transplantatgruppen erniedrigt. Zwölf Monate nach Behandlungsbeginn hatten in der Hämodialysegruppe 23 (42,59 %) eine leichte, 22 (40,74 %) eine mittelgradige und 9 (16,67 %) eine schwere erektile Dysfunktion; in der Gruppe II hatten ein Jahr nach der Transplantation 8 (21,05 %) eine normale Erektionsfunktion, 19 (50 %) eine leichte, 11 (28,94 %) eine mittelgradige und keiner eine schwere Störung. Behandelt wurde mit Tadalafil täglich sowie bei Testosteron unter 8,0 nmol/l mit Testosterongel (50 mg, 1 %) über 3 Monate. Schwächen: Vorher-Nachher-Vergleich ohne unbehandelte Kontrolle; Zielgrößen sind Libido und Erektion, nicht Spermien; die Methodenbeschreibung (Einschluss von Männern mit erhaltener Erektionsfunktion) widerspricht dem Behandlungsziel; durch den vermischten OCR-Text sind einzelne Zuordnungen zu Gruppen nicht sicher. Der Hinweis der Autoren auf Infertilität und Oligospermie als Folgen des Androgenmangels ist eine Literaturangabe, kein eigener Befund.

**Kukhtevich et al. 1985: urämischer Hypogonadismus und Parlodel (Terapevticheskij Archiv) [s212].** Vergleichsstudie (Patienten gegen Gesunde) mit nachfolgender Behandlung an 12 Männern und 9 Frauen mit chronischer Niereninsuffizienz unterschiedlicher Stadien und 20 gesunden Kontrollen. Im Vergleich zu den Gesunden fanden sich Zeichen des Hypogonadismus und ein erhöhter Prolaktinspiegel. Parlodel (2,5 bis 7,5 mg/Tag für 1 bis 6,5 Monate) hob bei 10 Männern die Potenz und brachte bei 5 Männern die Spermienzusammensetzung (so der Abstract) zur Normalisierung; bei Frauen sistierte die dysfunktionelle Blutung bei 4, bei 3 kehrte der Zyklus zurück, bei 2 war kein Effekt erkennbar. Der Prolaktinspiegel sank bei allen Patienten signifikant. Schwächen: keine Zahlenwerte für Spermien oder Hormone im Abstract, keine p-Werte außer der Aussage „signifikant“, keine Kontrollgruppe für die Behandlung, Männer und Frauen gemeinsam ausgewertet; Normalisierung bei 5 von 12 Männern ist ein kleiner, unkontrollierter Befund.

**Kukhtevich et al. 1988: Zink bei Hypogonadismus (Terapevticheskij Archiv) [s207].** Querschnitt- und Behandlungsstudie an 31 urämischen Männern (16 unter Hämodialyse, 10 unter eiweißarmer Diät, 5 mit Nierentransplantat). Untersucht wurde der Zusammenhang der Hypogonadismus-Symptome mit dem Serumzink; die Autoren schließen, dass der Serumzinkspiegel bei Nierenleiden den Zinkgehalt des Körpers nicht immer widerspiegelt, dass aber die Gabe von Zinkacetat beim Hypogonadismus und bei verzögerter körperlicher und sexueller Entwicklung Jugendlicher mit Nephropathien wirksam sei. Schwächen: keine Zahlenwerte im Abstract, keine Kontrollgruppe, die Wirksamkeit ist nicht quantifiziert.

**Kukhtevich et al. 1994: Lupusnephritis bei Männern (Terapevticheskij Archiv) [s193].** Kleine Vergleichsstudie an 8 Männern im reproduktiven Alter mit Lupusnephritis (normale Nierenfunktion bei 5, Funktionsminderung bei 3), verglichen mit 13 Männern mit urämischem Hypogonadismus und 10 Männern mit zytostatikainduzierter Azoospermie. Methodik: sekundäre Geschlechtsmerkmale, Hypophysen- und Sexualhormonprofil, sexologische Fragebögen, Spermiogramme. Die Männer mit Lupus unterschieden sich nicht bedeutsam von den Nierenpatienten ohne Lupus mit Hypogonadismus; die Veränderungen können nach Ansicht der Autoren Folge der Urämie und der immunsuppressiven Therapie sein; bei 5 Patienten wurden die Auffälligkeiten durch Parlodel und Zinksulfat korrigiert. Die Autoren schließen, dass eine Feminisierung bei Männern mit Lupusnephritis nicht die Regel ist. Schwächen: 8 Männer, keine Zahlenwerte im Abstract, Vermischung von Urämie und Medikation.

### Erbliche Nierenerkrankungen mit männlicher Fortpflanzungsstörung

Dieser Block betrifft Krankheiten, die Niere und Fortpflanzungsorgane gemeinsam betreffen, nicht die Folgen erworbener Niereninsuffizienz. Er ist wichtig, weil Befunde bei Kollektiven mit ADPKD oder Cystinose nicht der Nierenfunktion allein zugeschrieben werden dürfen; sie sind auf Dialyse oder Transplantation nicht übertragbar. Die chinesischen Arbeiten stammen überwiegend aus Fortpflanzungszentren, was zu einer Auswahl infertiler Männer führt.

**Torra et al. 2008: Männer mit ADPKD (prospektive Studie) [s154].** Prospektive Studie an 30 erwachsenen Männern mit ADPKD; 22 gaben eine Samenprobe, 28 ließen eine transrektale Ultraschalluntersuchung machen. Zysten im Samenweg fanden sich bei 10 von 28 (43,47 %). 20 von 22 Patienten hatten abnorme Spermienparameter, am häufigsten eine Asthenozoospermie. Ultraschallbefund und Spermienauffälligkeit waren nicht korreliert. Die Autoren führen die Asthenozoospermie auf die gestörte Funktion der Polyzystine zurück und raten, Fortpflanzungsfragen früh zu klären, bevor die Zeugungsfähigkeit durch Urämie weiter leidet (Empfehlung der Autoren). Schwächen: nur 22 Samenproben, keine Kontrollgruppe, Nierenfunktion als Störgröße im Abstract nicht ausgewiesen.

**Kırış et al. 2015: Spermaparameter bei polyzystischer Nierenkrankheit (Türk Nefroloji Diyaliz ve Transplantasyon Dergisi) [s106].** Querschnitt mit Vergleichsgruppe: 27 Männer (18 bis 60 Jahre) mit ADPKD und Kreatinin-Clearance über 60 ml/min/1,73 m², 17 gesunde Kontrollen. Methodik: Magnetresonanztomografie von Harnwegen und Becken, Skrotal-Doppler, Spermaanalyse. Samenblasenzysten fanden sich bei 4 (15 %), Prostatazysten bei 6 (22 %) Patienten. Von 23 verheirateten Patienten waren 5 (21 %) infertil; das war häufiger als in der Kontrollgruppe (p = 0,044). Der Anteil normal geformter und progressiv beweglicher Spermien war niedriger, die Raten von Hypospermie, Oligozoospermie, Azoospermie, Asthenozoospermie und Teratozoospermie waren in der Patientengruppe höher. Zwischen Patienten mit und ohne urogenitale Zysten gab es keinen signifikanten Unterschied bei den Spermapathologien. Die Autoren vermuten, dass Defekte der Spermatogenese und Spermienbeweglichkeit mit Zysten, aber auch mit Pathologien der Zilien zusammenhängen. Stärken: erhaltene Nierenfunktion, damit weitgehend frei vom Einfluss von Urämie und Dialyse; die Studie trennt Zysten von Zilienstörung. Schwächen: 27 Patienten und 17 Kontrollen; im Abstract nur ein p-Wert und keine Spermienzahlen; Infertilitätsdefinition unklar. Der Befund ist von der Urämie unabhängig und deshalb für die Frage nach der Ursache besonders bedeutsam.

**Su et al. 2015: Einfluss der ADPKD auf die ICSI-Ergebnisse infertiler Männer (Zhonghua Nan Ke Xue) [s114].** Titel übersetzt aus dem bracketierten englischen Titel: Impact of autosomal dominant polycystic kidney disease on the outcomes of intracytoplasmic sperm injection in infertile males. Retrospektiver Vergleich von 21 Fällen ADPKD-bedingter Infertilität, 15 davon mit ICSI (Gruppe A), gegen 164 eng gepaarte Fälle angeborener beidseitiger Samenleiter-Aplasie (CBAVD, Gruppe B). Nach 28 ICSI-Zyklen erreichten 10 der 15 ADPKD-Paare eine klinische Schwangerschaft (7 Lebendgeburten, 1 Fehlgeburt, 2 laufende Schwangerschaften). Ohne signifikanten Unterschied waren Alter, Eizellzahl und transferierte Embryonen sowie, jeweils Gruppe A gegen B, Befruchtungsrate (72,64 % gegen 76,17 %), transferierbare Embryonen (51,28 % gegen 63,24 %), Embryonen guter Qualität (38,46 % gegen 49,83 %), Implantation (17,64 % gegen 38,50 %), Fehlgeburt (0 gegen 9,23 %), Einlinge (50 % gegen 81,54 %) und Zwillinge (50 % gegen 18,46 %). Signifikant niedriger lagen die klinische Schwangerschaft (13,33 % gegen 42,68 %; P = 0,023) und die biochemische Schwangerschaft (13,33 % gegen 39,63 %; P = 0,032) im ersten Zyklus. Die Autoren folgern, ICSI sei bei beiden Gruppen wirksam, bei ADPKD aber pro Zyklus weniger erfolgreich, und fordern genetische Beratung. Stärken: eng gepaarte Kontrollen, viele Endpunkte. Schwächen: nur 15 behandelte ADPKD-Paare (bei Raten wie 13,33 % entspricht ein Paar einem Sprung von rund 7 Prozentpunkten); keine Adjustierung für das Alter der Partnerin im Abstract belegt; der Gruppenvergleich sagt nichts über die Spermienqualität selbst. Die Gesamtzahl der Schwangerschaften (10 von 15 Paaren nach 28 Zyklen) und die Rate im ersten Zyklus (13,33 %) sind nicht dasselbe Maß; der Abstract vergleicht die Gruppen im ersten Zyklus.

**He et al. 2018: PKD-Gene bei Paaren mit Kinderwunsch (Hunan) [s94].** Mutationsanalyse bei 90 ADPKD-Familien, Samenqualität bei 46 Männern. 76 Mutationen (davon 38 neu) in 77 Familien (72 in PKD1, 4 in PKD2), Nachweisrate 85,6 %; keine GANAB-Mutation. 37 Patienten hatten eine niedrige Samenqualität und waren wahrscheinlich infertil. Kein Zusammenhang zwischen Mutationstyp und Samenqualität; Männer mit pathogener Mutation im Ig-ähnlichen Repeat-Bereich von PKD1 hatten ein hohes Infertilitätsrisiko. Schwächen: Einschluss von Paaren, die Fortpflanzungsmedizin suchten (Auswahl zugunsten Infertiler); die Aussage zur Domäne beruht auf kleinen Untergruppen.

**Li W et al. 2022: Genetik, Sonografie und PGT bei ADPKD (Hunan, CITIC-Xiangya) [s51].** Querschnitt mit 24 Männern mit ADPKD (2019 bis 2020). 24 Varianten bei 22 Patienten (23 in PKD1, 1 in PKD2, keine in GANAB). Zysten des Genitaltrakts und der akzessorischen Drüsen waren signifikante Einflussgrößen männlicher Infertilität. In der PGT-Kohorte konnte bei 87,04 % (94/108) der Embryonen ADPKD diagnostiziert werden und bei 51,85 % (56/108) PGT-A; die klinische Schwangerschaftsrate betrug 72,73 % pro Embryotransfer und 84,21 % pro Patient. Die Autoren halten fest, dass Zysten die Fertilität stark beeinflussen, aber geringe klinische Folgen für die Schwangerschaft durch ICSI und PGT hätten. Schwächen: kleine Zahl; die hohen Schwangerschaftsraten gelten für ausgewählte Paare in einem spezialisierten Zentrum und nicht für alle ADPKD-Männer.

**Lin T et al. 2023: neues Diagnoseverfahren und PGT-Ergebnisse (Chongqing) [s41].** 35 ADPKD-Familien mit 26 PKD1- und 5 PKD2-Varianten, davon 13 neu. Bei 68,2 % der betroffenen Männer fanden sich eine abnorme Spermienkonzentration und/oder Beweglichkeit, ohne eindeutige Genotyp-Phänotyp-Beziehung; die Befruchtungsrate war bei männlichem Partner mit ADPKD niedriger als bei betroffener Partnerin. ADPKD-Patienten mit PGT erreichten meist hohe Lebendgeburtenraten. Frauen mit ADPKD hätten keine spezifischen Infertilitätsfaktoren. Schwäche: Zahlen pro Gruppe im Abstract nicht angegeben.

**Yang et al. 2018: Präimplantationsdiagnostik bei infertilen Männern mit ADPKD (Nanjing) [s97].** Retrospektiv, 7 Männer (6 mit Oligoasthenozoospermie, 1 mit obstruktiver Azoospermie), alle mit heterozygoter PKD1-Mutation, ICSI und Blastomerenbiopsie. Ein PGD-Zyklus je Patient; 26 Blastozysten, davon 12 nicht betroffen und diploid; 6 klinische Schwangerschaften nach 7 Transfers gefrorener Embryonen, davon 5 Lebendgeburten und 1 Fehlgeburt. Die Autoren sehen PGD als wirksam. Schwächen: n = 7, keine Kontrollen.

**Shi WH et al. 2023: Flagellum-Anomalien und Hippo-Signalweg bei ADPKD (Frontiers in Endocrinology) [s44].** Dreizehn infertile Männer mit ADPKD, gezielte Sequenzierung auf PKD1-Varianten, Spermienmorphologie mit Immunfärbung und Transmissionselektronenmikroskopie, Beweglichkeit per CASA, Zellversuche. Die Patienten waren infertil, ihre Spermienflagellen zeigten Auffälligkeiten (eingerollte Flagellen, fehlende zentrale Mikrotubuli, unregelmäßige periphere Doppeltubuli); die Länge der Flagellen war bei den Patienten kürzer als bei Kontrollen. In vitro war die Ziliogenese in Pkd1-depletierten Maus-Nierentubuluszellen gestört; das Fehlen von PC1 senkte MST1 und LATS1, führte zur nuklearen Anhäufung von YAP/TAZ und erhöhte die Transkription von Aurka. Die Autoren schließen, ein gestörter Hippo-Signalweg trage zu Zilien- und möglicherweise Flagellum-Defekten bei. Stärke: strukturelle Befunde direkt an Patienten-Spermien. Schwächen: 13 Patienten; Kontrollgruppe und Messwerte im Abstract nicht beziffert; der mechanistische Teil beruht auf Zellkulturen von Mäusen, ob die Zellbefunde die Spermien der Patienten erklären, bleibt Hypothese.

**Papaxanthos-Roche et al. 2019: FERTIFABRY, Morbus Fabry [s89].** Multizentrische prospektive Querschnittsstudie bei erwachsenen Patienten (18 bis 65 Jahre). 14 Patienten (82,4 %; 95-%-KI 56,6 bis 96,2) hatten mindestens eine abnorme Kategorie in der Samenanalyse nach WHO. Von 16 Fragebogenantworten waren 11 Patienten als fertil klassifiziert, 9 dieser 11 hatten mindestens eine abnorme Kategorie; es bestand kein Zusammenhang zwischen Infertilität und Samenabweichung (p = 1,0000). Alter (OR 1,19; 0,98 bis 1,45; p = 0,0854) und Dauer der Enzymersatztherapie (OR 1,28; 0,96 bis 1,65; p = 0,1263) waren mit Samenabweichungen verbunden, ohne Signifikanz. 11 von 16 hatten ein normales Hormonprofil; bei 12 Patienten fand sich eine Ultraschallauffälligkeit im Genitaltrakt. Die Autoren schließen, die Reproduktionsfunktion sei nur leicht gemindert. Schwächen: sehr kleine Fallzahl (das Konfidenzintervall der Prävalenz ist breit), keine Kontrollgruppe; die Rolle der Niereninsuffizienz bei den Teilnehmern wird im Abstract nicht beziffert. Dass 9 von 11 als fertil eingestuften Männern abnorme Samenwerte hatten, zeigt, dass abnorme Werte und tatsächliche Fruchtbarkeit nicht übereinstimmen müssen.

**Reda et al. 2021: Cystinose, Humandaten und Mausmodell [s64].** Der Humananteil dieser kombinierten Arbeit: Azoospermie war bei der Mehrzahl der Patienten mit infantiler Cystinose vorhanden; die Spermatogenese war erhalten, aber ein vergrößerter Nebenhodenkopf sowie niedrige Marker (neutrale α-Glukosidase, ECM1) wiesen auf eine Nebenhodenobstruktion hin. Die Blut-Hoden-Schranke war gestört (ZO-1). Die Autoren schließen auf eine obstruktive Azoospermie bei infantiler Cystinose, unabhängig von einem sich entwickelnden primären Hypogonadismus. Der Mausanteil wird an anderer Stelle der Gesamtstudie besprochen. Schwäche: Fallzahlen des Humananteils im Abstract nicht angegeben.

**Weitere Fallberichte.** Zwei Kleinserien zu ADPKD mit Nekrospermie und Samenbläschenerweiterung [s31, s131] sowie Einzelfälle zu Cystinose, NPHP4 und weiteren Erbkrankheiten [s10, s115, s21, s109] sind Fallberichte und werden an anderer Stelle behandelt. Der Widerspruch zwischen Torra (20 von 22 mit abnormen Parametern) und der Aussage von Kanagarajah [s131], die Mehrzahl der Männer mit ADPKD bleibe fertil, beruht auf unterschiedlichen Auswahlkriterien und kleinen Fallzahlen.

### Hoden-Bildgebung und Verkalkungen

Die Befunde von Güvel [s166], Hekimoğlu [s99], Bozzini [s121] und Yajima [s205] sind oben bei den jeweiligen Kollektiven beschrieben. Zusammen zeigen sie für Männer unter Dialyse kleinere und steifere Hoden und häufige Nebenhodenverkalkungen; Samenanalysen fehlen in den bildgebenden Studien, sodass der Zusammenhang mit der Spermienproduktion offen bleibt.

### Bevölkerungsstudien und genetische Epidemiologie

**Pan et al. 2024: NHANES, Testosteron und CKD (Anhui) [s32].** Kohorte auf Grundlage des National Health and Nutrition Examination Survey: Von 71 163 Personen wurden 28 663 eingeschlossen; Testosteron wurde in sechs Erhebungszyklen (1999 bis 2004 und 2011 bis 2016) erhoben. Männer mit CKD hatten ein um 28,423 ng/ml (95-%-KI 24,762 bis 32,083) niedrigeres Testosteron als Männer ohne CKD (multiple Imputation: β = 27,700; 95-%-KI 23,427 bis 31,974); die Kaplan-Meier-Kurven zeigten ein geringeres Überleben bei CKD mit niedrigem Testosteron (p < 0,0001). Die Einheit ng/ml ist im Abstract so angegeben, die Größenordnung entspricht eher ng/dl und ist bei der Weitergabe zu prüfen. Stärken: sehr große repräsentative Stichprobe. Schwächen: überwiegend Querschnittsdaten (von den Autoren genannt), keine Kausalbelege; die Aussage im Abstract, eine zeitgerechte Korrektur habe vorbeugende und therapeutische Effekte, geht über die Daten hinaus; keine Fertilitätsdaten.

**Zhao und Schooling 2020 und 2021: Mendelsche Randomisierung (Hongkong) [s83, s70].** In der UK Biobank (179 916 Männer mit 6016 CKD-Fällen, 212 079 Frauen mit 5958 Fällen) war genetisch vorhergesagtes bioverfügbares Testosteron bei Männern mit CKD assoziiert (OR 1,17 pro SD; 95-%-KI 1,03 bis 1,33; 125 Varianten), bei Frauen nicht (OR 1,02; 0,92 bis 1,14); die genetisch vorhergesagte eGFR beeinflusste das Testosteron nicht [s83]. Genetisch höheres SHBG war bei Männern mit niedrigerem CKD-Risiko verbunden (OR 0,78 pro SD; 0,65 bis 0,93; mit Testosteron-Adjustierung 0,61; 0,45 bis 0,82), nicht bei Frauen [s70]. Diese Arbeiten prüfen die Richtung Testosteron/SHBG zu CKD, nicht CKD zu Fertilität; der Abstract von [s83] verneint zudem einen Effekt der Nierenfunktion auf Testosteron, was sich vermutlich nicht auf Dialysepatienten oder Urämie übertragen lässt, da die Daten eine Allgemeinbevölkerung überwiegend weißer Briten betreffen.

**Xuan et al. 2024 [s34]** ist im Abschnitt zu CKD vor der Dialyse besprochen.

### Zusammenschau der Beobachtungsstudien

**Was mehrere unabhängige Studien übereinstimmend zeigen.**

1. *Samenqualität unter Dialyse.* Spermienzahl, Beweglichkeit und Morphologie sind bei Männern im Endstadium im Vergleich zu Kontrollen vermindert [s135, s127, s152, s168, s206, s113]; das Ausmaß wächst mit dem CKD-Stadium [s113] und der Dialysedauer [s127, s185]. Bei Xu konnten drei von 53 Patienten keine Probe abgeben, und in vier Proben fanden sich keine Spermien [s135]; der Fertilitätsindex lag bei 0,23 gegenüber 13,02 bei Kontrollen (Streuungsmaß unbenannt) [s152]. Die Studien sind klein, die Hangzhouer Arbeiten nicht unabhängig, und keine adjustiert für Alter, Diabetes oder Medikamente.
2. *Hormonelles Muster.* Bei Niereninsuffizienz zeigt sich meist ein Muster aus erniedrigtem Testosteron, erhöhtem LH und teils FSH und erhöhtem Prolaktin [s127, s01, s116, s37, s53, s216, s205]. In der modernen, massenspektrometrisch gemessenen Studie lag die Prävalenz des Hypogonadismus bei 56,7 % gegenüber 13,3 % bei Kontrollen [s01]. Andere Studien finden deutlich niedrigere Raten abweichender Hormonwerte (Testosteron 18,6 % [s91], 17,1 % bis 20,9 % vor der Dialyse [s71], Gonadotropine meist normal [s79]); Grenzwerte, Messmethoden, Alter, Diabetes und Kollektive unterscheiden sich stark. Die Spanne von 17 % bis 66 % ist daher keine Unsicherheit über ein einheitliches Maß, sondern das Ergebnis verschiedener Fragestellungen.
3. *Nach Transplantation erholt sich die Leydig-Zell-Achse.* Testosteron, LH, Prolaktin und Sexualfunktion bessern sich in den meisten Studien [s01, s116, s08, s60, s139, s38, s148, s133, s55, s101], und die Testosteronwerte Transplantierter liegen im Normbereich [s93, s43]. Die Spermienparameter bessern sich im Vergleich zu Dialysepatienten [s152, s164, s148], bleiben aber hinter denen Gesunder zurück, wie die Metaanalyse zeigt [s69].
4. *Vaterschaft nach Transplantation ist häufig möglich, aber nicht immer ohne Hilfe.* Von 1332 Befragten hatten 17 % nach der Transplantation ein Kind, von diesen brauchten 27 % assistierte Reproduktion [s72]; in China zeugten 53 von 62 Männern mit aktivem Kinderwunsch nach Heirat ein Kind [s155]; in Belarus wurden nur 2 von 252 Männern nach der Transplantation Vater, bei fehlenden Angaben zum Kinderwunsch [s84]. Die Zahlen sind wegen der unterschiedlichen Bezugsgrößen nicht vergleichbar.
5. *Immunsuppressiva.* Unter mTOR-Inhibitoren sind niedrigere Spermienzahlen und Schwangerschaftsraten beobachtet [s157], dazu eine Fallserie mit Erholung nach dem Absetzen [s141]; unter Valganciclovir verzögert sich die Verbesserung der Spermienkonzentration vorübergehend [s78]. Für Ciclosporin und Tacrolimus sind die Humanbefunde widersprüchlich [s199, s185, s163, s172]. Zu Mycophenolat gibt es Daten zur Vaterschaft ohne erkennbare Häufung von Fehlbildungen [s72, s62], aber keine kontrollierten Spermiendaten.
6. *Erbliche Nierenerkrankungen.* Bei ADPKD sind abnorme Samenparameter häufig, auch bei erhaltener Nierenfunktion [s154, s106, s41, s94]; Zysten des Genitaltrakts und Flagellum-Anomalien sind beschrieben [s51, s44].

**Wo die Befunde auseinandergehen.**

- *Testosteron nach Transplantation.* Bei Hamdi blieb das Gesamt-Testosteron nach sechs Monaten bei 398 ng/dl und der Anteil Hypogonadaler bei 24,5 % [s116], während andere Studien einen Anstieg berichten [s08, s60, s139]. Die jüngste große Kohorte sieht einen grenzwertigen Anstieg des Gesamt-Testosterons (P = 0,0514) bei klar steigendem freiem Testosteron [s01]. Das spricht dafür, dass das gemessene Maß (gesamt oder frei) und das Kollektiv (Alter 37 gegenüber 60 Jahre) das Ergebnis mitbestimmen.
- *Sertoli-Zell-Marker.* Das Inhibin B fällt nach Transplantation in zwei unabhängigen Kohorten [s01, s116], während die Spermienparameter in Querschnittsvergleichen besser werden [s152, s164]. Der Widerspruch ist ungeklärt; denkbar ist, dass die Querschnittsvergleiche verschiedene Männer betrachten und der Verlauf am selben Mann etwas anderes zeigt, und beide Kohorten nennen Immunsuppressiva als mögliche Ursache (Tacrolimus plus Mycophenolsäure bei Hamdi). Das ist eine Beobachtung, kein Nachweis.
- *Gonadotropine.* Bei Hypogonadismus sind LH und FSH meist erhöht [s127, s01], bei Oueslati dagegen in 21 von 22 Fällen normal [s79], und bei Tokgöz zeigte sich ein normales Testosteron mit erhöhtem basalem LH [s176]. Das stützt eine Mischung aus testikulärer und zentraler Komponente [s136].
- *Dialyseform.* Die einzige Studie mit direktem Vergleich fand unter Peritonealdialyse höheres Testosteron [s73]; ein Beleg für einen Vorteil der Verfahren fehlt, und andere Studien fanden keinen Unterschied der Sexualfunktion zwischen den Verfahren [s173, s81].
- *ADPKD.* 20 von 22 Männern mit abnormen Samenparametern [s154] stehen Aussagen gegenüber, die Mehrzahl bleibe fertil [s131, s96]; beides sind Auswahlstichproben.
- *Zeitverlauf der Erholung.* Der Fertilitätsindex erreichte bei Xu zwei Jahre nach Transplantation annähernd den Wert gesunder Männer [s152, s156], während die Metaanalyse einen bleibenden Abstand findet [s69] und Delesalle von Veränderungen berichtet, die unter Immunsuppression bestehen bleiben könnten [s111].

**Stärke der Evidenz (Einschätzung).** Insgesamt niedrig. Es gibt keine Studie mit hoher Fallzahl, Randomisierung und Spermienendpunkten bei CKD oder Dialyse; die größte Spermienstudie zu CKD-Stadien umfasst 66 Männer [s113], die größten Spermienstudien bei Dialysepatienten 53 und 74 Männer [s135, s127]. Die größten Datensätze sind Befragungen [s72, s62] und Bevölkerungsstudien [s34, s32] ohne Spermiendaten. Die Gründe für die geringe Aussagekraft sind überall dieselben: Querschnitt statt Verlauf, fehlende Kontrollgruppen, kleine Gruppen, Zusammenfallen von Urämie, Dialyse, Medikamenten, Anämie, Diabetes und Alter, uneinheitliche Messmethoden, Selektion und die weitgehende Beschränkung auf Abstracts als Informationsquelle. Für die Frage der Dialyseform und des Dialysezeitpunkts gibt es keinen Beleg zugunsten eines Verfahrens; eine Studie fand keine Änderung des Testosterons durch eine Dialysesitzung [s213] und eine weitere einen Anstieg, den die Autoren als Hämokonzentration deuten [s20].

**Lücken der Literatur.**

- Keine Studie mit Spermienendpunkten und hoher Fallzahl bei Männern mit CKD vor der Dialyse.
- Kein Vergleich von Hämodialyse und Peritonealdialyse für Spermienparameter; der einzige Vergleich betrifft Hormone [s73].
- Nach Transplantation keine Studie, die Spermienparameter und Immunsuppressionsschemata prospektiv und mit ausreichender Fallzahl vergleicht.
- Keine Studie zur DNA-Fragmentierung oder Epigenetik der Spermien bei CKD außer als Nebenendpunkt bei McLeroth [s78].
- Keine Kohortenstudie zu Kindern von Vätern mit CKD vor der Transplantation oder unter Dialyse; zu Transplantierten gibt es nur Befragungen und beschreibende Reihen [s72, s62, s155, s119].
- Keine Daten zu Lebendnierenspendern im Material.
- Keine in arabischer Schrift veröffentlichte Studie, keine koreanische Spermienstudie und keine deutschsprachige Originalstudie mit abrufbarem Abstract gefunden; das ist ein Suchergebnis unter den genannten Zugangsgrenzen (gesperrte oder nicht auswertbare Datenbanken wie SciELO, LILACS, Cairn, CNKI und Wanfang), kein Beleg für das Fehlen solcher Arbeiten.

**Grenzen dieses Abschnitts.** Zahlen stammen überwiegend aus Abstracts; was dort fehlt (Gruppengrößen, Effektgrößen, Störgrößen), ist im Text als fehlend gekennzeichnet und wurde nicht ergänzt. Die Einschätzungen zu Stärken und Schwächen beruhen auf Studiendesign und Abstract; sie sind keine formale Qualitätsbewertung mit einem Bias-Werkzeug. Einheiten und Streuungsmaße sind in mehreren Abstracts offensichtlich fehlerhaft oder unbezeichnet (zum Beispiel [s56], [s151], [s93], [s163]) und werden wie gedruckt wiedergegeben. Ein Abgleich mit den Primärtexten könnte einzelne Angaben korrigieren.

## Studienlage: Klinische Studien, Leitlinien und Tierversuche

### Wie dieses Kapitel zu lesen ist

Die Literatur zur männlichen Fruchtbarkeit bei chronischer Nierenerkrankung (CKD), unter Dialyse und nach Nierentransplantation ist klein, überwiegend alt und methodisch schwach. Die Mehrzahl der Humanstudien sind Querschnittsvergleiche mit weniger als 100 Teilnehmern; kontrollierte Interventionsstudien mit Spermienendpunkt gibt es praktisch nicht. Die größten Datensätze betreffen Hormone, Sexualfunktion und Befragungen zur Vaterschaft, nicht die Samenanalyse. Dieses Kapitel stellt die Arbeiten deshalb einzeln dar und benennt bei jeder, was sie messen und was nicht. Zahlen stammen, soweit nicht anders vermerkt, aus den Abstracts; Volltexte wurden nur bei wenigen Arbeiten gelesen (PATeRNAL [s72], David et al. [s01], Hamdi et al. [s116], McLeroth et al. [s78], Parasher und Ranjan [s53], Sirisopana et al. [s08], die russischen Arbeiten [s101] bis [s84] sowie die Webfassungen der EAU- und AUA-Leitlinien [s25, s24]). Eine formale Qualitätsbewertung mit einem Bias-Werkzeug wurde nicht vorgenommen; die Einschätzungen zu Stärken und Schwächen beruhen auf Studiendesign und Abstract.

Zwei Vorbehalte gelten durchgehend. Erstens lassen sich in fast allen Studien die Einflüsse der Urämie, der Dialyse, der Grunderkrankung, des Alters, des Diabetes, der Anämie und der Medikamente nicht trennen. Zweitens stammt ein großer Teil der chinesischen Humandaten zur Samenqualität aus einer einzigen Arbeitsgruppe in Hangzhou [s168, s172, s156, s152, s135, s134, s155, s119]; diese Arbeiten aus den Jahren 2003 bis 2014 beruhen vermutlich teilweise auf überlappenden Patientenkollektiven und sind keine unabhängigen Bestätigungen füreinander. Dieses Kapitel gibt keine Therapieempfehlung. Wo Studien Behandlungen prüfen oder Autoren Empfehlungen aussprechen, wird das als Ergebnis beziehungsweise als Meinung der Autoren berichtet.

### Leitlinien

**EAU-Leitlinie Sexual and Reproductive Health, Kapitel 11 „Male Infertility“ [s25].** Die Webfassung (nach Angabe der Seite die auf dem EAU-Kongress Paris 2024 vorgestellte Edition) wurde am 4. Oktober 2026 im Volltext auf die Begriffe Niere, Nierenversagen, Dialyse und Transplantation durchsucht. Das Kapitel enthält keine Aussage zu CKD, Dialyse oder Nierentransplantation. Treffer betreffen nur Nierenanomalien bei einseitiger oder beidseitiger Samenleiterabwesenheit; dort werden ein Abdomen-Ultraschall und die Prüfung auf CFTR-Mutationen empfohlen. In Tabelle 11.1 (Ursachen männlicher Infertilität) erscheint „General/systemic disease“ mit 2,2 % bei den unselektierten und 0,5 % bei den azoospermen Patienten; die Tabelle ist mit „10,469 patients“ überschrieben, die Spaltenköpfe nennen jedoch n = 12 945 und n = 1446, eine Inkonsistenz in der Quelle. Die Anamnese solle Komorbiditäten einschließlich systemischer Erkrankungen (Beispiele der Leitlinie: Bluthochdruck, Diabetes, Adipositas, metabolisches Syndrom) und gonadotoxische Medikamente erfassen. Immunsuppressiva, Sirolimus, Cyclophosphamid, Mycophenolat und Ganciclovir kommen im Kapitel nicht vor. In den Nachbarkapiteln derselben Leitlinie sind chronisches Nierenversagen und CKD als Risiko- und Begleitfaktoren der erektilen Dysfunktion aufgeführt, ebenso die Nierentransplantation als Anlass für eine penile Duplexsonographie; im Kapitel Hypogonadismus erscheint die Dialyse nur als Messverfahren für freies Testosteron, die Niere nur als Nierenschädigung, die als Nebenwirkung in einer Studie zur Testosterontherapie vorkam.

**AUA/ASRM-Leitlinie Diagnosis and Treatment of Infertility in Men (2020, Aktualisierung 2024) [s24].** Die Webfassung (abgerufen am 4. Oktober 2026) enthält keine Aussage zu CKD, Dialyse oder Nierentransplantation; die Wörter Dialyse und Immunsuppressiva kommen im Text nicht vor. Einziger Berührungspunkt ist Empfehlung 25 (Expertenmeinung): Bei Vasaagenesie solle eine Nieren-Sonographie zur Erkennung renaler Anomalien erfolgen. Im Literaturverzeichnis erscheint eine Studie zur Samenqualität bei jungen Krebs- und Systemerkrankten.

**ESHRE [s13].** Die Leitlinienübersicht der ESHRE (abgerufen am 4. Oktober 2026) listet unter anderem Ovarian Stimulation 2025, Fertility preservation in boys 2025, Unexplained infertility 2023, MAR & viral disease 2021 und Female Fertility preservation 2020. Eine ESHRE-Leitlinie zur männlichen Infertilität oder zu Nierenerkrankungen ist nicht aufgeführt, und die Seite enthält die Wörter kidney, renal, dialysis und transplant nicht. Berührungspunkt ist die ESHRE-Empfehlung zur Fertilitätsprotektion durch Hodengewebe-Kryokonservierung bei Kindern unter gonadotoxischer Therapie (Mitchell et al. 2025, 44 Empfehlungen); der Abstract nennt Nierenkrankheiten nicht.

**AWMF und Cochrane.** Das Leitlinienregister der AWMF lieferte per Abruf nur das Gerüst einer Einzelseitenanwendung ohne Suchergebnisse; ob eine AWMF-Leitlinie zum Thema existiert, konnte weder festgestellt noch ausgeschlossen werden. Die Cochrane Library lieferte nur eine JavaScript-Hülle. Über Europe PMC fand sich keine Cochrane-Übersicht zur männlichen Fertilität bei Nierenkrankheit; die einzige einschlägige ist die Übersicht zu Interventionen bei sexueller Dysfunktion bei CKD (Vecchio et al. 2010 [s147]), die Sexualfunktion und nicht Fertilität betrifft (Einzelheiten im Abschnitt zu Interventionen).

**Weitere Hinweise.** Aus dem russischen, türkischen, arabischen, chinesischen, japanischen und koreanischen Sprachraum wurde in den Recherchen keine Leitlinie zum Thema gefunden. Eine Befragung italienischer Transplantationszentren (Pellegrini et al. 2026 [a100]; 29 von 41 Zentren antworteten, 70,7 %) ergab, dass 20 % die Gonadenfunktion in der Anamnese nicht ansprachen und 35 % die Häufigkeit von Menstruationsstörungen oder erektiler Dysfunktion bei ihren Empfängern nicht kannten; die Autoren beschreiben die aktuellen Leitlinien als vage in den Empfehlungen zur endokrinen Nachsorge Nierentransplantierter. Das ist keine Fertilitätsstudie, aber ein Hinweis auf ungleiche Beachtung des Themas. **Fazit:** Keine der drei geprüften internationalen Leitlinien (EAU, AUA/ASRM, ESHRE) enthält eine Aussage zur Fertilität bei CKD, Dialyse oder Nierentransplantation; die Leitlinienlücke ist selbst ein Befund.

### Systematische Übersichten und Metaanalysen

**Zhang et al. 2021 [s69].** Systematische Übersicht mit Metaanalyse (MEDLINE, PubMed, Web of Science bis März 2021), fünf Studien. Die Spermiendichte war nach Transplantation höher als unter Dialyse (standardisierte Mittelwertdifferenz, SMD, 1,58; 95-%-Konfidenzintervall 0,02 bis 3,15), ebenso die Beweglichkeit (SMD 3,26; 0,73 bis 5,79). Gegenüber gesunden Männern lagen Dichte (SMD −0,75; −1,42 bis −0,07) und Beweglichkeit (SMD −0,50; −0,80 bis −0,20) der Transplantierten niedriger. Die Autoren schließen, die Transplantation verbessere die Samenqualität, die jedoch unter der Gesunder bleibe. Schwächen: nur fünf Studien, sehr breite Konfidenzintervalle (die Untergrenze des ersten reicht fast bis null), SMD über 3 sprechen für erhebliche Heterogenität (im Abstract nicht berichtet), die Suche umfasste nach Angabe des Abstracts keine chinesischen oder japanischen Datenbanken, und es gibt keine Aussage zu Schwangerschaften.

**Hazir et al. 2026 [s03].** Systematische Übersichtsarbeit nach PRISMA, Web of Science, MEDLINE und Embase für 1975 bis Dezember 2024, nur englischsprachig, Ausschluss von Übersichten, Fallberichten und Serien bis vier Patienten. Von 2939 Treffern wurden 23 Studien mit 738 Patienten eingeschlossen. Die meisten Studien berichteten einen signifikanten Testosteronanstieg nach 3, 6 und 12 Monaten; LH und Prolaktin folgten parallel. LH fiel signifikant nach 1 und 12 Monaten, Prolaktin zu allen Zeitpunkten von 1 bis 12 Monaten; FSH schwankte und war zu keinem Zeitpunkt signifikant verändert. Hodenbiopsiebefunde und alle Gruppen von Spermienparametern besserten sich. Die Autoren fordern eine internationale prospektive Datenbank. Schwächen: keine Metaanalyse im Abstract, uneinheitliche Methoden (von den Autoren genannt), keine Effektgrößen im Abstract.

**Jensen et al. 2021 [s58].** Systematischer Überblick (PRISMA, englischsprachig) zu immunsuppressiven Wirkstoffen und Spermien: 102 Studien (25 am Menschen, 77 im Tier). Für Methotrexat in immunsuppressiver Dosis zeigten Humanstudien vorübergehende Effekte, die innerhalb von 3 Monaten zu Referenzwerten zurückkehrten; für Ganciclovir und Mycophenolatmofetil seien die Daten begrenzt und uneindeutig, spermatotoxische und genotoxische Wirkungen könnten nicht ausgeschlossen werden.

**Vecchio et al. 2010, Cochrane-Übersicht [s147].** 15 Studien mit 352 Patienten zu Interventionen bei sexueller Dysfunktion in der CKD (nur eine Studie mit Frauen). PDE-5-Hemmer erhöhten den IIEF-5-Gesamtwert (2 Studien, 101 Patienten, mittlere Differenz 10,65; 95-%-KI 5,34 bis 15,96). Zink im Dialysat erhöhte das Testosteron nicht signifikant (2 Studien, 22 Patienten, MD 0,21 ng/ml; KI −2,14 bis 2,55), orales Zink dagegen schon (1 Studie, 20 Patienten, SMD 1,62; KI 0,58 bis 2,66); LH und FSH unterschieden sich unter Zink nicht. Zu Vitamin E, Bromocriptin und Dihydroxycholecalciferol gab es nur spärliche Daten. Die Übersicht betrifft Sexualfunktion, nicht Fertilität.

**Metaanalysen zu Sexualfunktion und Hormonen (Randbereich).** Kang et al. 2020 [s76] (neun Artikel; Transplantierte gegen Dialysepatienten oder Patienten vor der Transplantation): Prävalenz der erektilen Dysfunktion OR 0,49 (0,28 bis 0,86), Erektionsfunktion SMD 0,53 (0,12 bis 0,94), sexuelles Verlangen SMD 1,19 (0,11 bis 2,27); Testosteron SMD 1,20 (0,86 bis 1,54), Prolaktin −1,46 (−2,22 bis −0,69), LH −0,97 (−1,39 bis −0,55). Die Suche umfasste vier westliche Datenbanken ohne chinesische. Miron et al. 2023 [a101]: 28 Kohortenstudien, 2252 Teilnehmer, „13 % Verbesserung“ der erektilen Dysfunktion nach Transplantation (Maß und Konfidenzintervall im Abstract nicht genannt); Fertilität wurde nicht untersucht. Liu et al. 2025 [s18]: 28 Studien, 3520 Transplantierte, Suche auch in CNKI, Wanfang, VIP und CBM; gepoolte Prävalenz erektiler Dysfunktion 53,0 % (48,0 bis 57,9), Diabetes OR 3,80, Alter über 50 Jahre OR 7,22 mit extrem breitem Intervall (1,0273 bis 50,7553). Li et al. 2022 [s50]: neun Kohortenstudien, 5331 CKD-Patienten; pro 1-SD-Abnahme des Gesamttestosterons stiegen Gesamtmortalität (HR 1,27; 1,16 bis 1,38), kardiovaskuläre Mortalität (HR 2,00; 1,39 bis 2,86), kardiovaskuläre Ereignisse (HR 1,20; 1,04 bis 1,39) und Infektionsereignisse (HR 1,41; 1,08 bis 1,84). Das betrifft die Prognose, nicht die Fertilität.

**Narrative und systematisch angelegte Übersichten.** Neuzillet et al. 2016 [s105] (französischsprachig; Medline und Embase, 383 Artikel gefunden, 51 eingeschlossen): Die Prävalenz des Hypogonadismus bei CKD wird mit 24 % bis 66 % angegeben und sinke nach Transplantation nur teilweise; Hypogonadismus sei ein unabhängiger Risikofaktor für Mortalität. Der Abstract nennt den Befund „hypogonadotrop“, während die Primärstudien meist erhöhte Gonadotropine zeigen [s127, s116], die Begriffsverwendung ist uneinheitlich. Kleinclauss et al. 2016 [s104] (französischsprachig; 706 Treffer, 76 Artikel): Erektile Dysfunktion sei bei CKD häufig, die Transplantation bessere in der Regel Sexualität und Fertilität. Lundy und Vij 2019 [s87]: Subfertilität oder Infertilität im Nierenversagen durch Hypogonadismus, erektile Dysfunktion und direkte Beeinträchtigung der Spermatogenese mit spätem Reifungsstopp; die Transplantation behebe einen Teil der Defekte. Kuczera et al. 2022 [s49]: Die Prävalenz gestörter Fertilität nehme mit dem Grad der Nierenfunktionsstörung zu und sei im CKD-Stadium 5 am höchsten; bereits entstandene morphologische Gonadenschäden seien durch die Transplantation nicht ganz rückgängig zu machen. Szymusik et al. 2020 [s80]: etwa 20 % bis 30 % der Organtransplantierten seien im reproduktiven Alter, die geschätzte Infertilitätsrate sei etwas höher als in der Allgemeinbevölkerung. Elahi et al. 2026 [s02]: Infertilität nach Transplantation sei multifaktoriell, Daten zur assistierten Reproduktion stammten überwiegend aus Fallberichten. Delesalle et al. 2015 [s111] (französischsprachig): Spermienparameter und Hormonfunktion besserten sich innerhalb von 2 Jahren, Spermienveränderungen könnten unter Immunsuppressiva bestehen bleiben; nur 7 Autoren hätten assistierte Reproduktion bei Nierentransplantierten beschrieben. Atallah et al. 2015 [s108, s107] (französischsprachig, Libanon): Hyperprolaktinämie bei 100 % bei chronischem Nierenversagen, 60 % unter Dialyse, 35 % nach Transplantation, ohne Quelle und Kollektiv. Zu Hormonen und Mechanismen äußern sich Palmer und Clegg 2017 [s100] (hypothalamisch-hypophysäre Störungen schon vor der Dialyse), Iglesias et al. 2012 [s130] (Testosteronmangel bei 26 % bis 66 %), Deebel et al. 2025 [s12], Gou et al. 2025 [s14] (zentrale Suppression und periphere Gonadenresistenz), Bilha et al. 2023 [s39] (Fertilität trotz rascher Hormonerholung nicht vollständig wiederhergestellt) und Zitzmann 2024 [s36]; sie liefern wenig Spermiendaten, ihre Aussagen zur Testosterontherapie werden hier nicht wiedergegeben. Aus dem türkischen, russischen und arabischen Raum stammen weitere narrative Übersichten ohne Zahlen: Ateş 2010 [s143] (nach Transplantation komme Testosteron in den Normbereich, bei etwa der Hälfte der Hämodialysepatienten kämen spermatogene Anomalien vor, ohne Beleg), İlbey et al. 2024 [s35] (nur begrenzte Information zur Wirkung der Immunsuppressiva auf die männliche Fertilität), Tjuzikov 2012 [s136] (Hypogonadismus bei 47 bis 67 % der Hämodialysepatienten; die Übersicht gibt die türkische Kohorte von Yilmaz et al. abweichend vom Originalabstract wieder), Markova et al. 2024 [s30], Güngör et al. 2017 [s98], Mahmoud und Borgi 2021 [s61], Ermolenko et al. 1987 [s208] und El-Assmy 2012 [s129] (Prävalenz erektiler Dysfunktion unter Hämodialyse 20 bis 87,7 %); Kinugasa et al. 1997 [s182] (japanisch, Übersicht zum hypergonadotropen Hypogonadismus). Die Übersichten stützen sich weitgehend auf dieselben Primärstudien und sind keine unabhängige Bestätigung.

### CKD und Dialyse: Samenanalysen beim Menschen

**Lehtihet und Hylander 2015 [s113].** Querschnitt an 66 Männern (18 bis 50 Jahre) mit CKD-Stadium 1 bis 5; Samenparameter, Marker akzessorischer Drüsen und Hormone. Mit höherem Stadium fand sich ein signifikanter negativer linearer Trend für Samenvolumen (P < 0,05), progressive Motilität (P < 0,01), nichtprogressive Motilität (P < 0,001), Spermienkonzentration (P < 0,01), Gesamtspermienzahl (P < 0,01), zytoplasmatische Tröpfchen (P < 0,01), Teratozoospermie-Index (P < 0,05), α-Glukosidase (P < 0,05), Zink (P < 0,01) und Fruktose (P < 0,01). Der Body-Mass-Index hatte keinen signifikanten Einfluss auf Volumen, Zahl, Konzentration und Morphologie; das Alter war mit niedrigerer Konzentration (P < 0,05), weniger Normalformen (P < 0,01) und niedrigerem Testosteron (P < 0,05) verbunden. Stärke: Die Studie bezieht die Stadien vor der Dialyse ein und misst Samenparameter direkt. Schwächen: keine Kontrollgruppe, kleine Zahl pro Stadium, Querschnitt. Die Autoren folgern, das CKD-Stadium sei ein Faktor für die Zahl der im Nebenhoden verfügbaren Spermien, teilweise unabhängig vom altersbedingten Testosteronabfall.

**Zachoval et al. 2013 [s127].** 74 Männer auf der Transplantationswarteliste (Hämodialyse) und 41 Kontrollen. Die Patienten hatten niedrigeres mittleres Testosteron und signifikant höhere Werte für SHBG, LH, FSH und Prolaktin sowie signifikant niedrigeres Ejakulatvolumen, niedrigere Gesamtspermienzahl, Konzentration, Gesamt- und progressive Motilität und Morphologie. Testosteron korrelierte positiv mit Gesamtmotilität und Morphologie und negativ mit Prolaktin; die Dialysedauer korrelierte negativ mit Testosteron, Konzentration, Gesamt- und progressiver Motilität und Morphologie. Schwächen: Der Abstract nennt keine Effektgrößen oder P-Werte der einzelnen Vergleiche; Auswahl der Kontrollen und Störgrößen sind nicht beschrieben.

**Xu et al. 2004 [s168]** („[Changes of semen quality in uremia patients]“, Veränderungen der Samenqualität bei Urämiepatienten; Zhonghua nan ke xue). 24 Männer mit Urämie vor Nierentransplantation gegen 12 gesunde Freiwillige. Bei den Urämiepatienten: Ejakulatvolumen (2,5 ± 0,4) ml, Beweglichkeit (13,4 ± 3,9) %, Überlebensrate (25,4 ± 5,6) %, Dichte (20,6 ± 4,5) × 10^6/ml, normale Morphologie (16,8 ± 2,1) %. Alle Werte lagen laut Abstract signifikant unter der Kontrollgruppe (P < 0,01); die Kontrollwerte selbst nennt der Abstract nicht. Schwächen: kleine Zahlen, Alter und Auswahl der Kontrollen unklar, keine Adjustierung.

**Xu et al. 2012 [s135]** (Cell Biochemistry and Biophysics). 53 Männer im Endstadium der Urämie, Samenproben durch Masturbation; Vergleich mit fertilen und infertilen Männern über einen Fertilitätsindex (FI = Spermiendichte × Motilität × Normalformenrate, je 10 000). Drei Patienten konnten keine Probe abgeben, in vier Proben fanden sich keine Spermien. Bei den übrigen 46 waren Motilität, Überlebensrate, Dichte und Normalformenrate signifikant niedriger als bei den Kontrollen. FI der Urämiker 0,68 (2,08), fertile Männer 7,7 (13,51), infertile 4,13 (5,77); die Klammerwerte sind im Abstract nicht erläutert. Schwächen: Größe und Rekrutierung der Kontrollen nicht angegeben, mögliche Überlappung mit [s168] und [s152], keine Angaben zu Dialyseform und Dauer.

**Xu et al. 2009 [s152]** (Andrologia). 40 Urämiepatienten, 40 Nierentransplantierte (Gruppe A höchstens 2 Jahre nach Transplantation, n = 22; Gruppe B mehr als 2 Jahre, n = 18) und 40 gesunde fertile Männer. FI der Kontrollen 13,02 (14,26), Gruppe A 5,53 (8,30), Gruppe B 9,27 (22,49), Urämiepatienten 0,23 (0,76). Beide Transplantiertengruppen lagen signifikant über den Urämiepatienten (P < 0,01); Gruppe A lag unter den Kontrollen (P < 0,01), Gruppe B nicht signifikant (P > 0,05). Die Autoren schließen, der FI sei zwei Jahre nach Transplantation nahe an den gesunder Männer zurückgekehrt. Schwächen: Querschnittsvergleich verschiedener Personen statt Längsschnitt, sehr große Streuung (Klammerwerte übersteigen teils die Mittelwerte, das Streuungsmaß ist nicht benannt), der Nicht-Unterschied von Gruppe B kann bei n = 18 auch fehlende Teststärke sein.

**Xu HM et al. 2012 [s134]** (Human Reproduction; CFTR-Protein in Spermien). 21 urämische Patienten, 15 Nierentransplantierte, 32 gesunde und 33 infertile Männer; Samenanalyse, FSH, LH und Testosteron per Radioimmunoassay, Anteil CFTR-positiver Spermien. Nur (9 ± 5,9) % der Spermien urämischer Patienten exprimierten CFTR, weniger als bei Transplantierten ((29 ± 14,3) %), infertilen Männern ((42 ± 20,7) %) und gesunden Männern ((51 ± 20,5) %; jeweils P < 0,001). Transplantierte hatten signifikant weniger CFTR-positive Spermien als infertile (P < 0,05) und gesunde Männer (P < 0,01). Das LH der Urämiepatienten lag über dem aller anderen Gruppen, das FSH nur über dem der infertilen und gesunden; im Testosteron gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den vier Gruppen. Die Autoren deuten die CFTR-Expression als umkehrbaren Befund und möglichen Marker der Fertilität urämischer Männer. Schwächen: kleine Gruppen, Querschnitt (die Umkehrbarkeit wird aus dem Vergleich verschiedener Männer abgeleitet), Marker nicht an Schwangerschaftsraten validiert.

**Yamamoto, Tachibana, Tazaki 1989 [s206]** (Tagungszusammenfassung, Japan; „慢性血液透析患者の妊孕性におよぼす血清中および精漿中亜鉛濃度の検討“, Untersuchung der Zinkkonzentration in Serum und Seminalplasma und der Fertilität chronischer Hämodialysepatienten). 24 männliche Hämodialysepatienten (24 bis 49 Jahre, Dialysedauer 10 Monate bis 12 Jahre 1 Monat) gegen 23 gesunde Kontrollen. In der Dialysegruppe fanden sich verminderte Ejakulatmenge, verminderte Spermienkonzentration bis hin zur Azoospermie, geringere Beweglichkeit und höhere Rate fehlgebildeter Spermien. Das Serumzink war signifikant niedriger, die Rate fehlgebildeter Spermien korrelierte negativ mit dem Serumzink; das Seminalplasma-Zink unterschied sich nicht von den Kontrollen. Nur Kurzzusammenfassung ohne Effektgrößen.

**Sawanishi und Ohsako 1982 [s217]** (Kyoto; „腎不全患者の内分泌異常特に男子透析患者の性機能障害“, Endokrine Anomalien bei Niereninsuffizienz, insbesondere Sexualfunktionsstörung männlicher Dialysepatienten). Zusammenfassung eigener Beobachtungen über 1968 bis 1981. Fragebögen (viermal): 36,9 % ohne Interesse an Sexualaktivität, 72,9 % mit vermindertem sexuellem Verlangen nach Dialysebeginn, 28,4 % mit erhaltenem Sexualleben. Histologisch fanden sich Hodenatrophie, hyaline Entartung der Tubuli, Verdickung der Basalmembran, schwere Spermatogenesestörung, vermehrtes interstitielles Bindegewebe und scheinbare Leydig-Zell-Hyperplasie, die die Autoren eher als Teilbild einer chronisch zehrenden Erkrankung denn als nierenspezifisch ansehen. In der Samenanalyse überwogen Azoo- bis Oligozoospermie; je länger die konservative Phase vor der Dialyse, desto ausgeprägter. Endokrin fielen Hyperprolaktinämie, niedriges LH und niedriges Testosteron auf. Schwächen: Fallzahlen im Abstract nicht angegeben, deskriptiv, unkontrolliert, historische Dialysebedingungen.

**Kukhtevich und Kollegen, Moskau (1985 bis 1995) [s188, s212, s193, s201, s204, s207].** Eine russische Serie kleiner Studien einer Arbeitsgruppe, zum Teil ohne Kontrollgruppe und ohne Statistik im Abstract. Kukhtevich et al. 1985 [s212]: 12 Männer und 9 Frauen mit CKD verschiedener Stadien, 20 gesunde Kontrollen; Zeichen des Hypogonadismus und erhöhtes Prolaktin; unter Parlodel (2,5 bis 7,5 mg/Tag für 1 bis 6,5 Monate) hob sich bei 10 Männern die Potenz, bei 5 Männern normalisierte sich die Spermienzusammensetzung, das Prolaktin sank. Kukhtevich et al. 1994 [s193]: 8 Männer mit Lupusnephritis, verglichen mit 13 Männern mit urämischem Hypogonadismus und 10 Männern mit zytostatikainduzierter Azoospermie; kein bedeutsamer Unterschied zwischen Männern mit und ohne Lupus, bei 5 Patienten wurden die Auffälligkeiten durch Parlodel und Zinksulfat korrigiert. Kukhtevich et al. 1989 [s204]: 10 Jugendliche (10 bis 18 Jahre) mit Nephropathie und Entwicklungsverzögerung, 8 davon mit Immunsuppressiva vorbehandelt; im Spermiogramm hatten 3 von 4 untersuchten Patienten eine Pathospermie, nach Parlodel und/oder Zinkacetat über 1,5 bis 23 Monate besserten sich die Spermiogramme bei 3 von 4. Kukhtevich et al. 1988 [s207]: 31 urämische Männer (16 Hämodialyse, 10 eiweißarme Diät, 5 Transplantat); die Autoren schließen, Zinkacetat sei bei Hypogonadismus Jugendlicher mit Nephropathien wirksam, ohne Zahlen im Abstract. Zu den beiden Serien mit Immunsuppression siehe den Abschnitt zu Arzneimitteln. Gemeinsame Schwächen: Gruppen von 8 bis 12 Männern, Vermischung von Urämie und Medikation, keine Kontrolle für die Behandlung.

**Bozzini et al. 2013 [s121].** 22 früher dialysierte Männer, im Median mit 19 Jahren (Bereich 9 bis 30) transplantiert. Bei 17 fanden sich Nebenhodenverkalkungen (bei zwei zusätzlich Hodenverkalkungen), bei weiteren drei isolierte Hodenverkalkungen. Von 13 untersuchten Samenproben zeigten 12 Auffälligkeiten (5 Azoospermie, 7 Oligozoospermie, mit morphologischen Anomalien). Die Autoren raten zu Spermiogramm und Kryokonservierung vor Eintritt der terminalen Niereninsuffizienz. Schwächen: nur 13 Samenproben, Auswahl nicht beschrieben, keine Kontrollgruppe.

**Fallberichte zur Nierenfunktion als Ursache oder Folge.** Eldar et al. 2008 [s153]: hochgonadotrope Azoospermie bei akutem obstruktivem Nierenversagen durch beidseitige Nierensteine; vier Monate nach Normalisierung der Nierenfunktion kehrte die Azoospermie um. Kaiyal et al. 2025 [s17]: 29-jähriger Mann mit nichtobstruktiver Azoospermie, bei dem erst erhöhtes Kreatinin zur Diagnose eines terminalen Nierenversagens (fokal-segmentale Glomerulosklerose) führte; nach Hämodialyse und Transplantation Kryptozoospermie. Nguyen et al. 2025 [s21]: 32-jähriger Mann mit CKD durch chronische Glomerulonephritis und nichtobstruktiver Azoospermie (zwei Samenanalysen), der sich für eine Transplantation statt sofortiger chirurgischer Spermiengewinnung entschied; drei Monate danach normalisierte Nierenfunktion, teilweise Erholung der Hormone, die Samenanalyse bestätigte wieder Spermienbildung, eine Spontanschwangerschaft endete in der siebten Woche mit einer Fehlgeburt. Liu et al. 2019 [s86]: Ein Mann im Endstadium zeugte nach ICSI ein Kind; die Autoren diskutieren Fortpflanzungsrecht und ethische Fragen. Yağcı et al. 2016 [s102]: 28-jähriger infertiler Hämodialysepatient mit zufällig gefundener Verkalkung des Nebenhodenkopfes, Oligo- und Asthenospermie; die Autoren diskutieren eine Verbindung über den Kalzium-Phosphat-Stoffwechsel. Alle Fälle sind hypothesengenerierend und belegen weder Häufigkeit noch Kausalität.

### Hoden, Nebenhoden und Sertoli-Zell-Marker bei Nierenversagen

**Hekimoğlu et al. 2017 [s99].** Scherwellen-Elastografie: 28 Männer unter Dialyse dreimal pro Woche und 25 gesunde Freiwillige. Die Dialysegruppe hatte kleinere Hodenvolumina (rechts, links, Mittel; p < 0,001) und eine höhere Steifigkeit des Parenchyms (p < 0,001). Keine Hormon- oder Spermadaten; der Befund passt zu einer Gewebeschädigung, belegt sie aber nicht für die Spermienbildung.

**Güvel et al. 2004 [s166].** 23 Männer unter Hämodialyse (mittleres Alter 51,4 ± 12,1 Jahre) und 22 Kontrollen mit Typ-2-Diabetes und normaler Nierenfunktion. Kalzifikation der Tunica albuginea der Schwellkörper bei 15 (65 %), des Nebenhodens bei 16 (70 %; 14 beidseitig); Verkalkung von Nebenhoden und/oder Tunica bei 20 (87 %), beider Strukturen bei 10 (43 %); beide Raten unterschieden sich signifikant von den Kontrollen (p < 0,001). Kein Zusammenhang mit Alter, Dialysedauer, Phosphat, Parathormon, Kalzium-Phosphat-Produkt oder erektiler Dysfunktion. Es wurde keine Spermaanalyse durchgeführt; die Bedeutung der Nebenhodenverkalkung für Spermientransport und Fruchtbarkeit bleibt offen.

**Yajima et al. 1989 [s205]** (Showa-Universität; „男子慢性血液透析患者における性ホルモン環境と睾丸容量の変化について“, Veränderungen von Sexualhormonmilieu und Hodenvolumen bei männlichen chronischen Hämodialysepatienten). 15 Hämodialysepatienten gegen 23 Kontrollen: LH und FSH signifikant höher, Testosteron und das mit dem Orchidometer gemessene Hodenvolumen signifikant niedriger. Mit der Dialysedauer stiegen LH und FSH und das Testosteron fiel; das sonographisch gemessene Hodenvolumen nahm dagegen mit der Dauer zu, was die Autoren als Zunahme interstitiellen Ödems und Bindegewebes deuten. Hodenvolumen allein ist demnach bei Dialysepatienten kein verlässlicher Maßstab der Spermatogenese (n = 15).

**Kawanishi et al. 1987 [s209]** (japanisch; „透析患者の勃起機能と精巣機能“, Erektionsfunktion und Hodenfunktion von Dialysepatienten). Serum-Testosteron signifikant niedrig, Speicheltestosteron mit großer Streuung und Tendenz zu höheren Werten als bei Kontrollen; LH und FSH erhöht; Prolaktin bei unter 50-Jährigen signifikant (p < 0,05) höher, aber im Normbereich; Hodenvolumen signifikant niedriger (p < 0,01); SHBG im Normbereich. Die Autoren schließen, das freie Testosteron sei nicht niedriger als bei Kontrollen, und sehen keinen Beleg, die Erektionsstörung einer Hodenfunktionsstörung zuzuschreiben. Fallzahl im Abstract nicht genannt.

**Abdel Hamid et al. 2018 [s90].** 59 männliche CKD-Patienten verschiedener Stadien und 21 gesunde Teilnehmer. Anti-Müller-Hormon (AMH, ein Sertoli-Zell-Marker) und 25-Hydroxy-Vitamin-D waren bei den Patienten signifikant erniedrigt. AMH korrelierte positiv mit der geschätzten glomerulären Filtrationsrate, Testosteron und 25-Hydroxy-Vitamin-D und negativ mit Alter, Harnstoff, Kreatinin, FSH, LH und Prolaktin; Vitamin D und LH erklärten 65,9 % der Variabilität von AMH. Die Autoren deuten dies als möglichen Hinweis auf eine Sertoli-Zell-Funktionsstörung. Einschränkung: AMH korreliert im selben Datensatz auch mit Alter, Harnstoff und Kreatinin, die Zuordnung zur Hodenfunktion ist nicht eindeutig; keine Samenanalyse.

### Hormonachse bei CKD und Dialyse

Diese Studien messen keine Spermien. Sie sind aufgenommen, weil Testosteron, LH und FSH die Spermatogenese steuern und weil sie den größten Teil der Daten stellen. Eine Aussage zur Fertilität lässt sich nur indirekt ableiten.

**David et al. 2026 [s01].** Fall-Kontroll-Studie mit Längsschnittteil. 120 Männer mit CKD-Stadium 1 bis 5 (Alter 65 Jahre, BMI 26,8) wurden 1:1 mit 120 nierengesunden Kontrollen gleichen Alters und BMI verglichen. Testosteron wurde mit Flüssigkeitschromatographie-Tandem-Massenspektrometrie gemessen, LH, FSH und Inhibin B mit Immunoassay; T/LH galt als Näherung der Leydig-, Inhibin B/FSH als Näherung der Sertoli-Zellfunktion. Mediane CKD gegenüber Kontrollen: Gesamt-Testosteron 426,00 gegenüber 541,00 ng/dl, Inhibin B 112,70 gegenüber 181,10 pg/ml, LH 9,10 gegenüber 5,35 IU/l, FSH 7,80 gegenüber 5,60 IU/l, T/LH 1,75 gegenüber 3,99 nmol/IU, Inhibin B/FSH 14,40 gegenüber 32,24 ng/IU (jeweils P < 0,0001, FSH P = 0,0003; Prolaktin und SHBG ohne Unterschied). Hypogonadismus (alle Kategorien) bei 56,7 % (n = 68) der CKD-Patienten gegenüber 13,3 % (n = 16) der Kontrollen; in den Stadien 4 und 5 waren nur 27,8 % (n = 15) eugonadal, bei den passenden Kontrollen 79,6 % (n = 43). Die Autoren bezeichnen die männliche CKD als Zustand vorzeitiger testikulärer Alterung. Stärken: moderne Testosteronmessung, Matching. Schwächen: ältere Population, keine Samenanalyse, Medianwerte mit Interquartilbereich. Der Längsschnittteil folgt unten.

**Carrero et al. 2011 [s137].** 260 Männer mit terminalem Nierenversagen (Median 59 Jahre), Beobachtung über 36 Monate. Testosteronmangel (< 10 nmol/l) bei 44 %, Insuffizienz (10 bis 14 nmol/l) bei 33 %, normal (> 14 nmol/l) bei nur 23 %. Testosteron korrelierte invers mit CRP, IL-6 und Fibrinogen, auch nach Korrektur für Alter und SHBG. Testosteronmangel war unabhängig mit kardiovaskulärer Komorbidität (OR 2,51; 95-%-KI 1,32 bis 4,76) und Tod (OR 2,00; 1,01 bis 3,97) assoziiert. Der Endpunkt ist Mortalität, nicht Fertilität; der Zusammenhang kann durch Krankheitsschwere erklärt sein.

**Güngör et al. 2010 [s144].** 420 männliche Hämodialysepatienten, Gesamttestosteron per ELISA: Mittelwert 8,69 ± 4,10 nmol/l (0,17 bis 27,40); 66 % hatten einen Testosteronmangel (unter 10 nmol/l). Von den Patienten starben bei 32 Monaten Nachbeobachtung 104 (24,8 %). Überlebensrate im niedrigsten Testosterondrittel (unter 6,8 nmol/l) 64 % gegenüber 81 % im höchsten Drittel (über 10,1 nmol/l; p = 0,004); pro 1 nmol/l höherem Testosteron lag die Sterblichkeit um 7 % niedriger (HR 0,93; 0,89 bis 0,98). Für die Fertilität nur als Prävalenzangabe nutzbar.

**Yılmaz et al. 2011 [s140], Afşar 2013 [s120], Aydemir et al. 2020 [s71].** Drei türkische Querschnitte zu Patienten ohne Dialyse. Yılmaz et al.: 239 Männer mit CKD-Stadium 1 bis 5 (52 ± 12 Jahre); Gesamt- und freies Testosteron fielen parallel zur abnehmenden Nierenfunktion; bei 31 Monaten Nachbeobachtung traten 22 tödliche und 50 nichttödliche kardiovaskuläre Ereignisse auf, das Risiko sank um 22 % pro nmol/l Gesamttestosteron. Afşar: 109 Patienten der Stadien 3 bis 5; Gesamttestosteron in Stadium 3, 4 und 5: 8,32 ± 4,35, 6,71 ± 3,12 und 4,22 ± 1,28 ng/ml (p < 0,0001; Stadium 3 gegen 5 und 4 gegen 5 jeweils p < 0,0001, 3 gegen 4 p = 0,094; Einheit wie im Abstract gedruckt, Geschlecht im Abstract nicht ausdrücklich genannt). Aydemir et al.: 105 Männer (Stadium 3: 55, Stadium 4: 33, Stadium 5: 17); Hypogonadismus nach Gesamttestosteron bei 18 (17,1 %), nach freiem Testosteron bei 22 (20,9 %), kein Unterschied zwischen den Stadien; Patienten mit Hypogonadismus hatten höheres CRP. Das Fehlen eines Stadienunterschieds bei Aydemir steht im Gegensatz zu Yılmaz und Afşar.

**Oueslati et al. 2020 [s79].** 48 Männer mit CKD (53,31 ± 10,22 Jahre; Nierenfunktion mild bei 9, mäßig bei 14, schwer bei 4, Endstadium bei 21). Hypogonadismus (Testosteron < 10 nmol/l oder 10 bis 14 nmol/l) bei 22 (46 %); in dieser Gruppe waren die Gonadotropine in 21 Fällen normal und nur in einem erhöht, Hyperprolaktinämie bei 6. Typ-2-Diabetes (OR 3,96; P = 0,02) und diabetische Nephropathie (OR 4,26; P = 0,01) waren die einzigen Risikofaktoren.

**Parasher und Ranjan 2022 [s53].** Leserbrief, 50 CKD-Patienten (28 Männer; 52,27 ± 14,56 Jahre); bei 24 der 28 Männer lag das Testosteron unter der Norm. Männer mit CKD-Stadium 3/4 gegenüber Stadium 5: Testosteron 94,45 ± 44,23 gegenüber 72,86 ± 13,90 ng/dl (P < 0,001), LH 7,56 ± 1,42 gegenüber 17,16 ± 3,57 mIU/ml (P = 0,01), FSH 15,87 ± 6,65 gegenüber 26,45 ± 8,62 mIU/ml (P = 0,04). Die Absolutwerte des Testosterons liegen weit unter denen anderer Studien, die Messmethode ist nicht beschrieben; die Altersgruppen der Stadien unterscheiden sich stark (40,37 gegenüber 63,34 Jahre), was die Stadienvergleiche konfundiert.

**Ahmed et al. 2018 [s91].** 118 Männer unter Hämodialyse (48,97 ± 14,68 Jahre, Dialysedauer 4,58 ± 3,03 Jahre). Erektile Dysfunktion bei 78,8 % (31,2 % schwer), vergleichbar in allen Dialysedauer-Kategorien (bis 5 Jahre 79,7 %, 5 bis 10 Jahre 76,5 %, über 10 Jahre 80,0 %). Abnorm waren FSH bei 5,1 %, LH bei 1,6 %, Testosteron bei 18,6 %, Prolaktin bei 90,7 % und Östradiol bei 0,0 %; kein Zusammenhang zwischen Dialysedauer und IIEF-5 oder Hormonen. Ati et al. 2023 [s37]: Querschnitt an männlichen Hämodialysepatienten in Tunesien (die Fallzahl ist im Abstract uneindeutig, „one hundred and ten: 55“); FSH, LH und Prolaktin erhöht, Testosteron erniedrigt, Hypogonadismus mit höherem Alter, Anämie und fehlender Erythropoetinbehandlung verbunden.

**Lan et al. 2026 [s04].** 69 Hämodialysepatienten und 20 altersgleiche Kontrollen. Kisspeptin im Serum war stark erhöht (Median 30,35 gegenüber 9,02 ng/ml; P < 0,001). Bei urämischen Männern sagte Kisspeptin das Testosteron nach Adjustierung für Alter, CRP und Diabetes voraus (β = −0,045; P = 0,046). Eine Mediationsanalyse stützte, dass der Zusammenhang mit erektiler Dysfunktion über Testosteron läuft (indirekter Effekt P = 0,046, direkter Effekt P = 0,081); die Fläche unter der Kurve für mittelschwere bis schwere erektile Dysfunktion war 0,734 (0,596 bis 0,872). Exploratorisch, Querschnitt, p-Werte knapp unter 0,05.

**Dialyseform, Dialysesitzung und Alter.** Gök Oğuz et al. 2020 [s73]: 95 Männer, 71 unter Hämodialyse und 24 unter Peritonealdialyse; Gesamt- und freies Testosteron waren in der PD-Gruppe höher (p = 0,01 beziehungsweise 0,05), SHBG, FSH, LH und Prolaktin unterschieden sich nicht; in der Regression war PD mit günstigeren Testosteronwerten verbunden (OR 4,659; 95-%-KI 1,477 bis 14,704). Die Wahl der Dialyseform erfolgt nach klinischen Faktoren (Selektionsverzerrung), das Konfidenzintervall ist weit. Sobki et al. 2004 [s167]: 24 Männer unter 45 und 50 über 45 Jahren unter Hämodialyse; Gesamt- und freies Testosteron waren bei den über 45-Jährigen signifikant niedriger als bei den jüngeren, FSH und LH in beiden Gruppen gegenüber altersgleichen Kontrollen erhöht. de Vries et al. 1984 [s213]: Plasma-Testosteron, Dihydrotestosteron und Speichel-Testosteron waren unter Hämodialyse signifikant niedriger als bei Kontrollen, SHBG normal, vor und nach einer sechsstündigen Dialyse unterschieden sich die Werte nicht. Mustafa et al. 2025 [s20]: 60 männliche Hämodialysepatienten (54,02 ± 13,40 Jahre); das Gesamttestosteron stieg nach der Sitzung von 3,13 ± 1,44 auf 4,17 ± 2,04 ng/ml (r = 0,78; p = 0,001), der Hämatokrit von 32,31 ± 3,90 auf 35,27 ± 4,89 %; die Autoren deuten dies als Hämokonzentration, da die Hochflussmembran Testosteron nicht filtere. Das ist ein Messartefakt-Hinweis, kein Beleg für eine Besserung der Gonadenfunktion. Gürlek Demirci et al. 2018 [s93] fanden bei 144 stabilen männlichen Nierentransplantierten ein mittleres Testosteron von 588,0 (55,5) ng/dl; das Streuungsmaß ist für 144 Personen auffallend klein und möglicherweise ein Standardfehler.

**Dynamische Tests und Kinder.** Tokgöz et al. 2001 [s176]: 10 anämische Männer unter CAPD und 11 Kontrollen; das basale LH war vor Behandlung signifikant höher als bei Kontrollen (p < 0,001), freies Testosteron stieg unter Erythropoetin (p < 0,05); die Autoren schließen auf normale Testosteronspiegel mit erhöhtem basalem LH und überschießender Reaktion auf LH-RH, also einen Defekt auf Ebene von Hypothalamus und Hypophyse. Nonomura 1982 [s216]: 20 Hämodialysepatienten (25 bis 45 Jahre) mit verminderter Libido bei zehn, nur einer zeugte während der Hämodialyse ein Kind; bei weiteren 20 waren FSH und LH signifikant höher (p < 0,05) und Testosteron signifikant niedriger (p < 0,005) als bei Gesunden; die Autoren deuten ein primäres Hodenversagen plus hypothalamisch-hypophysäre Störung. Fujisawa et al. 1985 [s210]: acht Patienten (16 bis 21 Jahre), die als Kinder an die Hämodialyse kamen: niedriges Testosteron, hohes LH, verminderte Antwort im hCG-Test, alle zeigten klinische Pubertätszeichen. Hasegawa et al. 1985 [s211]: 25 Hämodialysepatienten, Testosteron und Dihydrotestosteron niedriger, Androstendion höher als bei Gesunden. Soliman et al. 2022 [s54]: 56 Kinder unter Hämodialyse und 60 gesunde Kinder; freies und Gesamt-Testosteron bei Jungen signifikant erniedrigt, negativ mit Krankheits- und Dialysedauer assoziiert. Yu et al. 2025 [s23]: 101 pädiatrische Transplantierte; von 43 männlichen Jugendlichen (13 Jahre und älter) erlebten 37 (86,0 %) die Spermarche, bei präpubertär Transplantierten im Mittel mit 14,5 Jahren. Die Spermarche ist ein Marker für den Beginn der Samenbildung, kein Beleg für spätere Fruchtbarkeit. Korovina et al. 1990 [s202]: 28 Kinder mit Glomerulonephritis und 45 Kontrollkinder; die Veränderungen der Hypophysen- und Gonadenhormone folgten dem Schweregrad der Erkrankung. Chernyshova et al. 1991 [s198]: 160 Männer mit Diabetes; die Sexualstörung korrelierte mit der diabetischen Mikroangiopathie (r = +0,48), Entstehen und Fortschreiten der diabetischen Nephropathie gingen mit Anstieg von LH und FSH und Abfall des Testosterons einher. Lepetukhin et al. 2008 und 2010 [s158, s149]: 43 Männer mit Typ-1-Diabetes unter Hämodialyse; Gesamttestosteron in der jüngeren Gruppe (unter 40 Jahren, n = 20) 21,2 ± 6,6, in der älteren (n = 23) 9,8 ± 3,9 nmol/l; Androgenmangel (Testosteron < 12 nmol/l) bei 48,8 % insgesamt, 5,0 % in der jüngeren und 86,9 % in der älteren Gruppe; der Testosteronabfall ging nicht mit einem signifikanten LH-Anstieg über die Norm einher. [s158] ist die frühere Mitteilung derselben Kohorte, nicht unabhängig.

**Weitere japanische Hormon- und Sexualstudien.** Kawanishi und Imagawa 1984 [s214] (acht Hämodialysepatienten, keine Korrelation der Tumeszenz mit Hormonen; bei n = 8 nicht aussagekräftig); Kokado et al. 1998 [s181] (57 Transplantierte, bei 42 Hormone; Hormonprofile der Transplantierten näherten sich denen Gesunder stark an (Testosteron 390 ± 110 ng/dl), die Koitusfrequenz besserte sich dennoch nicht signifikant; von neun impotenten Fällen wurden sechs, die vor dem 40. Lebensjahr transplantiert worden waren, nach der Transplantation potent); Suzuki et al. 1995 [s191, s190] (205 Hämodialysepatienten gegen 3462 gesunde Männer: verminderte Libido bei 33,7 %, verminderte Potenz bei 44,4 %; ohne Geschlechtsverkehr in den Altersgruppen 30 bis 39, 40 bis 49, 50 bis 59 und 60 bis 69 Jahre 12,9 % gegenüber 3,5 %, 22,4 % gegenüber 3,0 %, 52,2 % gegenüber 7,5 % und 89,3 % gegenüber 18,0 %; als Ursachen der Tumeszenzstörung entfielen 30,7 % der Varianz auf die neurologische, 11,6 % auf die endokrine und 4,2 % auf die vaskuläre Störung). Sexualfunktionsfragebögen aus China, Korea und den arabischen Ländern (u. a. [s171, s170, s173, s162, s133, s55, s28, s33, s74, s138, s175, s174, s126, s59, s81, s150, s124, s48, s146, s103, s75, s56]) messen Erektion und Zufriedenheit, nicht Spermien; die Prävalenz erektiler Dysfunktion unter Hämodialyse liegt darin in den Einzelstudien zwischen 73,3 % und 86,0 % (zum Beispiel 80,7 % bei 187 Männern [s174], 83 % bei 106 Hämodialysepatienten gegenüber 67,5 % bei 40 Transplantierten [s124]; die Übersicht [s129] nennt eine Spanne von 20 bis 87,7 %), nach Transplantation je nach Studie zwischen 34,8 % und 67,5 %. Ein Zusammenhang mit der Fertilität lässt sich daraus nicht ableiten.

### Nierentransplantation: Hormone im Verlauf

**David et al. 2026 [s01], Längsschnitt.** 50 Männer (Alter 60 Jahre) von der Transplantation bis 12 Monate danach. Das freie Testosteron stieg (Median 6,17 vor, 7,33 nach 3 und 8,43 ng/dl nach 12 Monaten; P < 0,0001), das Gesamt-Testosteron nur grenzwertig (421,20 ± 144,50; 439,70 ± 121,00; 470,10 ± 135,60 ng/dl; P = 0,0514), LH fiel (9,30; 7,50; 7,60 IU/l; P = 0,0002), der Anteil Eugonadaler stieg von 42 % (n = 21) auf 62 % (n = 31) nach 3 und 72 % (n = 36) nach 12 Monaten. Inhibin B fiel dagegen von 190,10 auf 83,72 pg/ml nach 3 Monaten mit teilweiser Erholung auf 133,00 pg/ml nach 12 Monaten (P < 0,0001); das Inhibin-B/FSH-Verhältnis sank von 28,82 auf 7,10 und stieg auf 16,30 ng/IU. Die Leydig-Zellfunktion erholte sich also rasch, die Sertoli-Zellfunktion verschlechterte sich vor allem früh nach der Transplantation. Der Einfluss der Immunsuppression wurde nicht getrennt ausgewiesen.

**Hamdi et al. 2014 [s116].** Prospektive Einzelzentrumsstudie, 53 Männer (37 Jahre) unter Dialyse und 6 Monate nach Transplantation, 46 fertile Samenspender (37 Jahre) als Kontrolle. Unter Dialyse waren LH (8,9 gegenüber 3,3 IU/l; P < 0,001) und FSH (7,7 gegenüber 3,7 IU/l; P = 0,001) erhöht, Testosteron (447 gegenüber 512 ng/dl; P = 0,12) und Inhibin B (145 gegenüber 149 pg/ml; P = 0,48) nicht unterschiedlich; 22,6 % der Patienten gegenüber 5,2 % der Spender waren hypogonadal. Sechs Monate nach Transplantation fiel LH auf 6,7 IU/l (P < 0,001; weiter über den Spendern), FSH stieg auf 11,3 IU/l (P < 0,001; 65,4 % über dem Grenzwert), Testosteron blieb bei 398 ng/dl (P = 0,12, aber signifikant unter den Spendern; hypogonadal 24,5 %), und Inhibin B sank signifikant auf im Mittel 93,6 pg/ml (P < 0,001), bei fast der Hälfte unter 80 pg/ml. Die Prätransplant-Spiegel von Testosteron und Inhibin B waren nicht korreliert; 33,3 % fielen im Inhibin B von normal auf niedrig, nur ein Patient erholte sich. Die Kombination Tacrolimus plus Mycophenolsäure senkte das Inhibin B nach der Transplantation signifikant; ein niedriges Inhibin B vor der Transplantation sagte ein niedriges Inhibin B danach voraus (Sensitivität 77 %, Spezifität 92 %). Schwächen: Einzelzentrum, nur 6 Monate, keine Samenanalyse, Immunsuppressionsvergleich explorativ.

**Sirisopana et al. 2026 [s08].** Prospektive Kohorte, 28 Männer (43,5 Jahre) vor Lebendspende-Transplantation sowie nach 1, 6 und 12 Monaten. IIEF-5 18,5 ± 5,6 vor, 21,1 ± 4,5 nach 6 Monaten (p = 0,006) und 21,7 ± 4,2 nach 12 Monaten (p = 0,001); Verbesserung vor allem bei Dialysedauer von ein bis drei Jahren (p = 0,019). Das biologisch verfügbare Testosteron stieg, LH fiel.

**El Hennawy et al. 2024 [s27, s26].** Nichtkonkurrente Kohorte aus Saudi-Arabien: 100 Männer mit erektiler Dysfunktion, 50 unter Dialyse, 50 nach Transplantation; mittleres Testosteron nach Transplantation 13,64 ± 3,21 gegenüber 10,26 ± 3,26 nmol/l. Die Gruppen sind verschiedene Personen und unterscheiden sich im Alter um fast zehn Jahre (47,3 ± 7,01 gegenüber 56,8 ± 9,6 Jahre).

**Weitere Studien.** Kazemeini et al. 2021 [s60] (45 Patienten, Lebend- und Leichenspende; Testosteron stieg in beiden Gruppen sechs Monate nach der Transplantation, Einheit im Abstract nicht genannt, die Verbesserung hing nicht von der Spenderart ab); Teng et al. 2011 [s139] (24 chinesische Patienten; erektile Dysfunktion bei 21 (87,5 %) vor und 11 nach der Transplantation; Prolaktin fiel von 24,35 ± 11,62 auf 13,93 ± 7,16 ng/ml, Estradiol von 42,20 ± 15,04 auf 17,7 ± 7,15 pg/ml, Testosteron stieg von 3,07 ± 0,94 auf 6,54 ± 3,14 ng/ml); Park et al. 2013 [s125] (129 Männer: 25 Transplantierte, 37 CKD, 67 Kontrollen; Transplantierte hatten höheres Testosteron als CKD-Patienten und unterschieden sich nicht von Kontrollen); Balcázar-Hernández et al. 2023 [s38] (25 Transplantierte, 53 % Männer, 30,6 ± 7,7 Jahre; Hypogonadismus 36 % nach einem Monat gegenüber 8 % nach 12 Monaten, bei allen Männern Rückbildung); Szypulska-Koziarska et al. 2021 [s66] (121 Transplantierte; unter Tacrolimus-Schemata höheres Testosteron und FSH bei Männern, Vergleichsgruppen im Abstract nicht genannt); Nonomura 1982 [s216] (acht Transplantierte, LH fiel innerhalb von drei Monaten, FSH stieg auf ein Vielfaches in der Phase unter 25 bis 35 mg/Tag Prednisolon, Testosteron fiel im ersten Monat und normalisierte sich allmählich); Wang et al. 2010 [s148]; Wang et al. 2022 [s55] (je 80 Männer unter Hämodialyse oder Transplantation; Testosteron 17,75 ± 7,32 gegenüber 7,45 ± 3,54 nmol/l, P < 0,01); Wang und Feng 2012 [s133] (35 Transplantierte gegen 30 Hämodialysepatienten; Testosteron 4,32 ± 1,37 gegenüber 2,53 ± 1,12 ng/ml); Naga et al. 2023 [s43] (60 männliche Transplantierte, Testosteron 5,17 ± 1,4 ng/ml, Normbereich). Alle sind klein und beobachtend; sie belegen die rasche Erholung der Leydig-Zellachse und ihre Grenzen, nicht die Spermatogenese.

### Nierentransplantation: Samenparameter, Hodenbefunde und Zeit seit der Transplantation

**Yu, Xu, Zhang 2005 [s164]** („[Kidney transplantation improves spermatogenic function in patients with uremia]“, Nierentransplantation verbessert die spermatogene Funktion bei Urämiepatienten; Shanghai). 30 männliche Urämiepatienten, Samenanalysen und Spermien-Ultrastruktur vor und nach der Transplantation. Danach lagen Vitalität (70,08 ± 2,86 gegenüber 36,04 ± 8,01; die Einheit ist im Abstract nicht angegeben), Beweglichkeit ((76,15 ± 3,75) % gegenüber (39,27 ± 4,14) %) und Geschwindigkeit ((16,80 ± 1,11) gegenüber (8,43 ± 2,01) µm/s) höher als davor (jeweils P < 0,01); Sertoli-Zellen, Akrosom und Mitochondrien nahmen eine normalere Struktur an. Stärke: Vorher-nachher-Design am selben Kollektiv. Schwächen: Zeitpunkt der Nachuntersuchung und Immunsuppression im Abstract nicht genannt, keine Kontrollgruppe.

**Wang et al. 2010 [s148]** (Shanghai). Prospektive Verlaufsstudie in drei Teilen: Hormone vor und nach Transplantation bei 78 Patienten im Endstadium und 30 Gesunden; Samenproben vor und nach Transplantation bei 46 männlichen Empfängern und 15 Kontrollen; Nachbeobachtung von 100 verheirateten Transplantierten ohne Kinder über 3 Jahre. Prolaktin, LH und Testosteron beziehungsweise Estradiol kehrten schrittweise in den Normbereich zurück; Spermiendichte, Beweglichkeit, Vitalität und Morphologie besserten sich vier Monate nach erfolgreicher Transplantation signifikant (P < 0,05). 33 Empfänger (55,93 %) hatten wieder eine normale Erektionsfunktion, 49 Empfänger (61,25 %) hatten innerhalb von drei Jahren Kinder; die Prozentangaben implizieren Nenner von 59 beziehungsweise 80, die im Abstract nicht erklärt werden. Schwächen: keine Kontrollgruppe ohne Transplantation für die Vaterschaftsrate, Verlust bei der Nachbeobachtung nicht dargestellt, Teilüberlappung mit der Gruppe um Xu nicht auszuschließen.

**Koyun et al. 2009 [s151]** (Pediatric Transplantation, Antalya). 8 postpubertäre Männer, die als Kinder Nierenversagen im Endstadium hatten und peripubertär transplantiert wurden; Gruppe I Transplantation vor dem 14. Lebensjahr, Gruppe II danach. LH, FSH und Testosteron waren bei allen bis auf einen normal. Alter bei Diagnose 6 (Gruppe I) beziehungsweise 13 Jahre (Gruppe II), bei Transplantation 12 beziehungsweise 17,8 Jahre; Gruppe I hatte länger Prednison, Ciclosporin A und Azathioprin erhalten. Die Spermienzahl lag in Gruppe I bei 15,5 ± 15,7, in Gruppe II bei 82,3 ± 64,2 Millionen/ml, die Beweglichkeit bei 37,8 ± 30,9 gegenüber 57,8 ± 22,1 %. Nur ein Patient in Gruppe II hatte normale Spermaparameter, ein Patient aus Gruppe I eine Azoospermie. Die Autoren schließen, je früher der Beginn und je länger die Urämie, desto stärker die Beeinträchtigung, und die Dauer der Exposition gegenüber Kortikosteroiden oder Ciclosporin mit Azathioprin trage zur Spermiendysfunktion bei. Schwächen: nur 8 Patienten, Gruppengrößen im Abstract nicht genannt, keine Kontrolle, kein statistischer Test; Alter bei Transplantation, Urämiedauer und Medikamentendauer sind miteinander verbunden, die Schlussfolgerung zur Ursache geht über die Daten hinaus. Das Streuungsmaß (±) ist im Abstract nicht bezeichnet. Normale Hormone bei gestörter Spermienqualität zeigen, dass die Hormone allein die Spermienqualität nicht abbilden.

**De Celis und Pedrón-Nuevo 1999 [s178].** 55 Männer, 1 bis 10 Jahre nach Transplantation (zuvor Peritonealdialyse). Mittlere Hormonwerte LH 3,2 ± 2, FSH 6,3 ± 1,7 mIU/ml, Prolaktin 11,7 ± 1,5 ng/ml, Testosteron 23 ± 1,4 pg/ml (Einheit so gedruckt). Libidoabnahme bei 88 % innerhalb von 8 Monaten nach Transplantation. Normozoospermie bei 47,3 %, Asthenozoospermie 18,2 %, Oligozoospermie 14,5 %, der Rest kombinierte Formen oder Azoospermie. 26 Patienten zeugten nach der Transplantation ein oder mehrere Kinder; 36,6 % dieser Kinder waren Frühgeburten, aber gesund. Dialysedauer, FSH, Spermienzahl, Morphologie und Motilität unterschieden sich zwischen später fertilen und infertilen Patienten. Keine Kontrollgruppe, nur Querschnitt.

**Eid et al. 1996 [s185]** (International Journal of Andrology, Mansoura). 34 Transplantierte (18 infertil, 16 fertil) und 31 Nichttransplantierte (15 infertil, 16 fertil); computergestützte Spermienanalyse (CASA). Bei infertilen gegenüber fertilen Transplantierten waren Konzentration, Anteil beweglicher Spermien, VSL, LIN und VAP signifikant niedriger (p < 0,05); Testosteron, FSH und Hodengröße unterschieden sich nicht. Spermienkonzentration und VSL korrelierten invers mit dem Ciclosporin-Talspiegel (p < 0,05), die Hämodialysezeit invers mit dem Anteil beweglicher Spermien und der lateralen Kopfauslenkung (p < 0,05). Die Autoren nehmen an, dass ein Ciclosporin-Talspiegel im Zielbereich und die Korrektur einer Anämie die Fertilität verbessern könnten (Vermutung der Autoren). Querschnitt, kleine Gruppen; Hämodialysezeit, Ciclosporinspiegel und Anämie können sich überlagern.

**Haberman et al. 1991 [s199].** Fallserie, 9 junge Männer unter Ciclosporin A nach Nierentransplantation: Samenanalyse bei 8 weitgehend normal, Testosteronfunktion normal; von 4 Männern mit Kinderwunsch hatten 3 Erfolg. Zu klein für eine belastbare Aussage zur Sicherheit.

**Xu et al. 2003 [s172]** (Hangzhou). 18 Transplantierte unter zwei Ciclosporin-Dosisbereichen (1,5 bis 3,0 und 3,1 bis 5,5 mg/kg/Tag) und 12 Freiwillige: Die Hauptparameter unterschieden sich nicht von den Freiwilligen (P > 0,05), nur der Anteil normaler Morphologie unterschied sich zwischen den Dosisgruppen (P < 0,05). Ohne Zahlenwerte im Abstract.

**Xu et al. 2008 [s156]** (Hangzhou; „[Impregnate occasion for male renal transplant recipients]“, Zeitpunkt einer Zeugung bei männlichen Nierentransplantierten). 26 Transplantierte in drei Gruppen nach Zeit und Ciclosporin-Dosis: A (7 Männer, unter 6 Monate, 4,1 bis 6 mg/kg/Tag), B (11 Männer, 6 bis 24 Monate, 2,1 bis 4 mg/kg/Tag), C (8 Männer, über 24 Monate, 1,3 bis 2 mg/kg/Tag), gegen 12 gesunde Freiwillige. Beweglichkeit und Kopfdeformität der Spermien unterschieden sich signifikant zwischen A und C (P < 0,05), nicht aber pH, Volumen, Vitalität und Konzentration. Die Autoren halten „zwei Jahre oder länger nach der Transplantation“ für den geeignetsten Zeitpunkt einer Zeugung (Schlussfolgerung der Autoren, keine Empfehlung dieses Kapitels). Zeit und Dosis sind in der Gruppeneinteilung vermischt, die Gruppen sind winzig.

**Cao et al. 2006 [s163]** (Hefei; „[Effects of different immunodepressants on the sperm parameters of kidney transplant recipients]“, Wirkung verschiedener Immunsuppressiva auf die Spermienparameter von Nierentransplantierten). 15 gesunde fertile Männer, 37 Transplantierte, davon 20 unter Tacrolimus (FK506) mit Mycophenolatmofetil und Prednison und 17 unter Ciclosporin mit Azathioprin und Prednison; CASA. Vitalität ((81,7 ± 5,7) %, (79,4 ± 6,8) %, (83,8 ± 6,0) % für FK506, Ciclosporin, Kontrolle), VCL und VAP unterschieden sich nicht. Die Anomalierate war unter FK506 niedriger ((67,8 ± 5,7) % gegenüber (80,1 ± 5,6) %), die progressive Beweglichkeit höher ((46,4 ± 8,1) % gegenüber (33,3 ± 6,4) %), ebenso VSL (15,4 ± 4,6 gegenüber 10,2 ± 2,4; jeweils P < 0,05). Die Autoren folgern, die FK506-Kombination könne Beweglichkeit und Morphologie verbessern. Schwächen: Zuteilung nicht als randomisiert beschrieben, Einheiten von VCL und VAP im Abstract fälschlich mit „%“ angegeben, beide Gruppen mit sehr hohen Anomalieraten (über 65 %).

**Pak et al. 1990 [s203]** (Shiga; „腎移植患者の精液中のCiclosporin濃度の検討“, Ciclosporin-Konzentration im Ejakulat von Nierentransplantierten). 12 Samenproben von 8 Empfängern (mittleres Alter 35); Ciclosporin per HPLC in Vollblut und Ejakulat. Dosis 3,7 bis 5,0 mg/kg; im Ejakulat wurden 27 bis 165 ng/ml gemessen, im Vollblut 51 bis 133 ng/ml, beide Werte waren linear verbunden (r = 0,68; p < 0,05). Die Autoren vermuten, Ciclosporin im Ejakulat könne eine ungünstige Umgebung für Spermien schaffen; Daten zu dieser Wirkung lagen nicht vor. Keine Samenqualitätsparameter erhoben.

**Dialameh et al. 2023 [s40].** Randomisierte doppelblinde Studie an 70 Männern (21 bis 48 Jahre), Kandidaten für eine Transplantation: Vitamin D (50 000 Einheiten wöchentlich bis 3 Monate) gegenüber keiner Intervention. Der Vitamin-D-Spiegel war in der Interventionsgruppe höher (p < 0,01), alle anderen Größen einschließlich Spermienzahl, Morphologie, Volumen und Motilität unterschieden sich nicht (p > 0,05), ebenso LH, FSH und Testosteron. Negatives Ergebnis; die Bezeichnung „doppelblind“ bei einer Gruppe ohne Intervention ist im Abstract nicht erklärt.

**Hodenbiopsie und Ultraschall.** Hazir et al. 2026 [s03] (siehe oben) berichten für Hodenbiopsiebefunde nach Transplantation eine Besserung. Kukhtevich und Kirpatovskij 1995 [s188] fanden in einer Hodenbiopsie bei drei Patienten (Männer, zuvor wegen Nierenerkrankungen mit Immunsuppressiva behandelt) das Fehlen von Zellen des spermatogenen Epithels. Bozzini et al. 2013 [s121] fanden Verkalkungen bei früher dialysierten Männern (siehe oben).

### Vaterschaft, Schwangerschaftsausgänge und Nachkommen

**Boyer et al. 2020, PATeRNAL [s72].** Nationale Befragung in 13 französischen Zentren: 1332 männliche Transplantierte über 18 Jahre antworteten (Antwortrate 46 %; von 3321 in Frage kommenden hatten 413 keine Adresse, 2908 erhielten den Fragebogen). 232 Teilnehmer hatten nach der Transplantation mindestens ein Kind: Vaterschaftsrate 17 % (95-%-KI 15 bis 20). 62 von ihnen (27 %; KI 21 bis 33) hatten Fertilitätsprobleme, die mit assistierter Reproduktion gelöst wurden. 330 (25 %) hatten nie ein Kind, davon gaben 55 (17 %; KI 13 bis 21) Infertilität an (33 Spermatogenesestörungen = 10 %, 5 erektile Dysfunktion = 1 %); 105 (32 %) wollten nicht. Es gab 404 Schwangerschaften und 349 Kinder: 37 Spontanaborte (9 %; KI 7 bis 12), 12 therapeutische Aborte (3 %; KI 2 bis 5), 2 Totgeburten (0,5 %; KI 0,1 bis 1), 13 Fehlbildungen (4 %; KI 2 bis 6); Frühgeburten 30 (9 %); medianes Geburtsgewicht 3,4 kg. Zur Zeit der Zeugung (bezogen auf die 404 Schwangerschaften): MMF/MPA 77 %, Tacrolimus 63 %, Ciclosporin 38 %, Azathioprin 15 %, Sirolimus 2 %, Everolimus 1 %. Im Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung gab es keinen Unterschied bei Fehlbildungen und ungewollten Ausgängen, unabhängig von der Exposition des Vaters. Stärke: sehr große Befragung. Schwächen: Antwortrate 46 % mit möglicher Selbstauswahl, Selbstangaben ohne Aktenabgleich, keine Spermadaten; die Vaterschaftsrate hängt vom Kinderwunsch ab und nicht allein von der Fertilität, der Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung ist grob (Alter und Kinderwunsch sehr unterschiedlich, Median 55 Jahre).

**Martín-Moreno et al. 2021, EMVARON [s62].** Retrospektive nationale Studie in 15 spanischen Zentren: 151 Männer mit 239 Nachkommen, 225 unter Mycophenolsäure (MPA), 14 ohne. Fehlgeburten in der MPA-Gruppe 9,8 %, Fehlbildungen 4 %; die typische MPA-Embryopathie wurde nicht gefunden. Die Autoren fordern die Behörden auf, die Verhütungsempfehlung für Männer zu überdenken (Wertung der Autoren). Schwächen: nur 14 Nachkommen ohne MPA, Fehlbildungsrate ohne Kontrollgruppe, retrospektiv. Betrifft Nachkommen, nicht die Spermienqualität.

**Xu et al. 2008 [s155]** (Journal of Andrology). Aus 2007 Transplantationen wurden 243 Männer ausgewählt, die vor der Transplantation im fortpflanzungsfähigen Alter und ledig waren; 185 antworteten. 69 heirateten 12 bis 88 Monate (Mittel 32,19 ± 14,30) nach der Transplantation, bei 62 der 69 Paare bestand aktiver Kinderwunsch. 53 Männer zeugten 54 Kinder (darunter ein Zwillingspaar), 9 bis 72 Monate (Mittel 25,81 ± 15,33) nach der Heirat; Geburtsgewicht im Mittel 3395 ± 456,80 g. Neun Männer wurden nicht Vater, bei dreien davon wegen Unfruchtbarkeit der Frau; sieben verhüteten. Die Autoren folgern, die Fertilität liege ähnlich wie in der Allgemeinbevölkerung. Schwächen: Vergleichsdaten werden im Abstract nicht gezeigt, 58 von 243 Angeschriebenen (24 %) fehlen, Auswahlverzerrung (nur zuvor Unverheiratete), Selbstangaben.

**Xu et al. 2014 [s119]** (Hangzhou). 252 Kinder (129 Jungen, 123 Mädchen) von 248 Empfängern, mit körperlicher Untersuchung, Routinelabor und Intelligenztests. 219 männliche Empfänger zeugten 223 Kinder (Geburtsgewicht im Mittel 3255 ± 374 g). Aufgefallen waren je ein Fall von weicher Doppelzehe und verkürztem Zungenbändchen, fünf Fälle grenzwertiger geistiger Behinderung, drei mit Proteinurie, sechs mit mikroskopischer Hämaturie, 15 mit niedrigem Hämoglobin und 21 mit wiederholten Atemwegsinfekten. Die Autoren schließen, die Transplantation habe keinen bedeutsamen Einfluss auf Wachstum, Entwicklung, Gesundheit und Intelligenz der Nachkommen; aus einer rein deskriptiven Reihe ohne Kontrollgruppe lässt sich „kein Einfluss“ nicht ableiten.

**Mondal et al. 2022 [s52].** Querschnitt an 135 Transplantierten (Alter bei Transplantation 40,9 ± 9,9 Jahre, Hämodialysedauer 13,6 ± 7,43 Monate). 63 (46,67 %) wollten Kinder, 49 gelang es. Die Sexualfunktion besserte sich bei 85, verschlechterte sich bei 15 und blieb bei 35 unverändert. Die Fertilitätsrate sei vergleichbar mit der Allgemeinbevölkerung (Aussage der Autoren, ohne Referenzzahl im Abstract); die Kinder hatten keine Entwicklungsanomalie.

**Devjaltovskaja et al. 2020 [s84]** (Belarus; Volltext gelesen). 252 Männer im fertilen Alter (18 bis 56 Jahre) mit Nieren- oder Lebertransplantat, halbstrukturiertes Interview. 66,7 % (168) zeigten Interesse am Interview. 34,1 % (86) hatten Kinder, die vor der Transplantation geboren wurden; nur 2 Männer (0,79 %) wurden nach der Transplantation (nach Wiederholungstransplantation der Niere) Vater; 65,1 % (164) hatten nie Kinder. 62,1 % (110) planten keine Kinder, 30,5 % (54) wollten Kinder. Die Autoren sehen in Organverlust und Transplantation eine psychologische Barriere. Nieren- und Lebertransplantierte werden gemeinsam betrachtet, es gibt keine Spermiogramme und keine Angabe, wie viele überhaupt versuchten, Kinder zu zeugen; der Befund ist ein Hinweis auf geringe Nachkommenschaft, kein Beleg für eine biologische Ursache.

**Yoshikawa et al. 2023 [s46]** (Osaka). Qualitative Interviews mit sechs japanischen Männern, die erst nach der Geburt eines Kindes ihrer Partnerin transplantiert wurden; die verbesserte Sexualfunktion beeinflusste die Entscheidung zu heiraten; die Autoren fordern Information über die Erholung der Fruchtbarkeit bei der Wahl des Nierenersatzverfahrens. Sechs Teilnehmende; die Studie sagt nichts über Zeugung nach Transplantation.

**Fallberichte zur assistierten Reproduktion.** Zeyneloglu et al. 2005 [s165] (Ankara; drei Fälle ICSI). Fall 1: Ehemann 33 Jahre, Asthenoteratospermie, ein Jahr nach Transplantation; gesunde Zwillinge in der 36. Woche. Fall 2: 34 Jahre, 2 Jahre nach Transplantation, schwere Oligoasthenoteratozoospermie, Schwangerschaft mit einem Einling in der 20. Woche. Fall 3: 41 Jahre, 16 Jahre nach Transplantation, aktuell Nierenversagen unter CAPD, Oligoasthenoteratozoospermie; keine Schwangerschaft. Balmori et al. 2015 [s109]: Schwangerschaft nach ICSI mit Spermien eines azoospermen Mannes mit Nierentransplantat bei primärer Hyperoxalurie Typ 1, nach Angaben der Autoren der erste Fall mit histopathologischen Hodenbefunden bei dieser Kombination.

### Immunsuppressiva, antivirale Mittel und Zytostatika beim Menschen

**Sirolimus: Zuber et al. 2008 [s157].** „Sirolimus may reduce fertility in male renal transplant recipients.“ Beobachtungsstudie an Männern von 20 bis 40 Jahren, transplantiert zwischen 1995 und 2005; vollständige Angaben von 95 der 116 Empfänger (Fragebogen per Post, Spermaanalyse angeboten). Patienten, die den gesamten Zeitraum nach der Transplantation Sirolimus erhielten, hatten eine niedrigere Gesamtspermienzahl (28,6 ± 31,2 × 10^6 gegenüber 292,2 ± 271,2 × 10^6; p = 0,006) und einen niedrigeren Anteil beweglicher Spermien (22,2 ± 12,3 % gegenüber 41,0 ± 14,5 %; p = 0,01). Gezeugte Schwangerschaften je 1000 Patientenjahre: 5,9 (95-%-KI 0,8 bis 42,1) unter sirolimushaltigen und 92,9 (66,4 bis 130,0) unter sirolimusfreien Schemata (p = 0,007). Bei sechs Patienten, deren Sirolimus beendet wurde, besserten sich die Spermienparameter nur bei dreien deutlich. Schwächen: nicht randomisiert (Sirolimus wird nach klinischen Gründen vergeben), Fragebogen, sehr kleine Sirolimusgruppe, Störgrößen im Abstract nicht ausgewiesen, Standardabweichung etwa so groß wie der Mittelwert.

**Boobes et al. 2010 [s141].** Fallserie aus einem Zentrum: von 170 Transplantierten erhielten 9 (5,3 %; 6 Männer, 3 Frauen) Sirolimus. Die vier verheirateten Männer, die vor der Transplantation Kinder gezeugt hatten, entwickelten 5 bis 12 Monate nach der Transplantation eine Oligo- oder Azoospermie mit Infertilität; nach Absetzen von Sirolimus erholten sich alle vier und wurden wieder fertil. Sehr kleine Zahl, aber ein Absetz-Muster, das für Kausalität spricht.

**Fallberichte und Übersicht zu mTOR-Inhibitoren.** Skrzypek und Krause 2007 [s161]: Azoospermie unter Sirolimus nach Nierentransplantation, nach Wechsel auf Tacrolimus fünf Monate später Spermienkonzentration 8 × 10^6/ml. Wetzstein et al. 2014 [s118] (französischsprachig): Azoospermie unter Everolimus bei einem 30-jährigen Nierentransplantierten. Huyghe et al. 2007 [s159]: Übersicht (PubMed 1990 bis 2006); unter mTOR-Inhibitoren sinke das Testosteron, LH und FSH stiegen, die Spermatogenese scheine gestört; genannt wird die Hemmung eines Stammzellfaktor/c-kit-abhängigen Prozesses in Spermatogonien; die Autoren bewerten das Ausmaß als unbekannt.

**Valganciclovir: McLeroth et al. 2020 [s78].** „Effects of valganciclovir on spermatogenesis in renal transplant patients - results of a multicenter prospective nonrandomized study.“ Männliche Nierentransplantierte, Zuordnung nach Bedarf einer CMV-Prophylaxe: Kohorte A (Valganciclovir) n = 38, Kohorte B (ohne) n = 21. Zu Beginn hatten in A 20 % (6 von 30) und in B 10 % (2 von 20) eine Azoospermie; normale Konzentration (mindestens 20 × 10^6/ml) 30 % beziehungsweise 40 %; die Dialysedauer vor der Transplantation betrug im Mittel 39,3 gegenüber 24,1 Monate. Modellbasiert war die Änderung der Konzentration vom Beginn bis Behandlungsende in A um 43,82 × 10^6/ml niedriger als in B (95-%-KI −72,48 bis −15,16; P = 0,0038): −11,13 (−29,79 bis 7,53) in A gegenüber +32,69 (9,67 bis 55,71) in B. Bis zum Ende der Nachbeobachtung (6 Monate nach Behandlung) war die Differenz −2,09 (−44,18 bis 40,00; P = 0,9193). Die Gesamtbeweglichkeit war zum Behandlungsende in A um 23,03 Prozentpunkte weniger gebessert (KI −44,02 bis −2,04; P = 0,0325), am Ende der Nachbeobachtung kein Unterschied (−3,48; −22,03 bis 15,08). Von den Patienten mit normaler Ausgangskonzentration hatte am Ende keiner eine abweichende; 6 von 24 (25 %) in A und 1 von 14 (7 %) in B wechselten bis zum Behandlungsende von normal zu abweichend, alle erholten sich bis zum Ende der Nachbeobachtung. Von acht Patienten mit Azoospermie zu Beginn erholte sich keiner zu normalen Werten, soweit Proben vorlagen. Samenvolumen, Morphologie, DNA-Fragmentierung und Hormone waren am Ende vergleichbar. Die mittlere Valganciclovir-Expositionsdauer betrug 118 ± 63 Tage (Volltext); der Abstract nennt als mittlere Zeit bis Behandlungsende 164 Tage in Kohorte A und 211 Tage in Kohorte B. Stärken: prospektiv, Modell mit Korrektur für Ausgangsunterschiede, zwei Zeitpunkte, Konfidenzintervalle. Schwächen: nicht randomisiert, Kohorte A mit längerer Dialyse und mehr Azoospermie, wechselnde Fallzahlen je Zeitpunkt (n = 24 bis 9), kurze Exposition (18 Patienten unter 100 Tagen), rohe Mittelwerte erlauben nach den Autoren keine Schlüsse.

**Valganciclovir: Fallberichte.** Mieda et al. 2025 [s19]: 30-jähriger Mann nach Lebendspende-Nierentransplantation; zwei Monate nach Ende der Valganciclovir-Therapie Azoospermie, neun Monate später Konzentration 43,3 × 10^6/ml, danach Konzeption der Partnerin; die Wirkung der Transplantation und anderer Medikamente lässt sich nicht abtrennen. Michenaud et al. 2026 [s05] (Lebertransplantation, nicht Niere): azoospermer Mann unter Tacrolimus, Mycophenolatmofetil und Valganciclovir; 12 Wochen nach Absetzen wenige bewegliche Spermien, weitere 14 Wochen später 10,1 und nach 24 Wochen 70 Millionen/ml, danach ICSI mit Lebendgeburt; die Autoren nennen Fieber und Infektionen als Alternativerklärungen. Der Fall betrifft kein Nierenkollektiv und wird nur wegen des Wirkstoffs aufgeführt.

**Immunsuppression bei Glomerulonephritis und anderen Nierenleiden (Moskau).** Kukhtevich und Kirpatovskij 1995 [s188]: Fallserie mit 10 unfruchtbaren Männern im reproduktiven Alter, die zuvor wegen Nierenerkrankungen mit Immunsuppressiva behandelt worden waren. Die Azoospermie wurde mit Zinksulfat (30 bis 90 mg/Tag, 2 bis 12 Monate) behandelt, bei 6 Patienten danach durch Clomifencitrat (100 mg/Tag, 2 bis 6,6 Monate) ersetzt. Ein Ansprechen gab es nur bei einem Mann, der Vater wurde; bei den übrigen besserte sich die Azoospermie nicht, die Autoren leiten daraus eine schlechte Prognose ab. Im Abstract werden weder die Wirkstoffe noch die Nierenfunktion oder Nierendiagnosen genannt, eine Zuordnung zur Nierenkrankheit oder zur Immunsuppression ist nicht möglich. Kukhtevich et al. 1991 [s201]: Patienten von 16,5 bis 31 Jahren mit Pathospermie unter Immunsuppressiva, Gruppe I wegen Glomerulonephritis, Gruppe II wegen rheumatoider Arthritis; bei 5 von 6 Patienten der Gruppe I und bei allen der Gruppe II bestand eine Azoospermie. Unter Zink (30 bis 90 mg elementares Zink/Tag) und Parlodel (2,5 mg/Tag) über 2 bis 23 Monate besserte sich die Spermatogenese oder normalisierte sich bei 2 Patienten der Gruppe I und 2 der Gruppe II. Von den 8 nicht ansprechenden Patienten hatten 7 Glukokortikoide und Zytostatika erhalten, unter den Ansprechenden nur 2 von 4 Zytostatika. Das Design wirft die Frage nach der Rolle des Nierenleidens gegenüber der Medikation auf, kann sie aber bei zwei sehr kleinen Gruppen nicht beantworten.

**Cyclophosphamid.** Gajjar et al. 2015 [s112]: Übersicht; Cyclophosphamid bleibe bei nephrotischem Syndrom und Lupusnephritis wichtig, trotz Gonadotoxizität; beschrieben werden Dosisgrenzen und Fertilitätserhalt (Spermienbanking, Kryokonservierung) mit Zugangsbarrieren bei Kindern und Jugendlichen. Die Übersicht liefert keine Spermienzahlen. Eine Suche in Europe PMC fand keine kontrollierte Studie zu Spermienparametern nach Cyclophosphamid bei Nierenkrankheit; entsprechende Suchen in den ostasiatischen Datenbanken blieben ebenfalls ohne passende Treffer.

### Erbkrankheiten mit Nierenbeteiligung

Hier geht es nicht um Folgen der Niereninsuffizienz, sondern um Krankheiten, die Niere und Fortpflanzungsorgane gemeinsam betreffen. Die Befunde sind nicht auf Dialyse oder Transplantation übertragbar.

**Autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD).** Torra et al. 2008 [s154]: „Prevalence of cysts in seminal tract and abnormal semen parameters in patients with autosomal dominant polycystic kidney disease.“ Prospektive Studie an 30 Männern; 22 gaben eine Samenprobe, 28 ließen eine transrektale Ultraschalluntersuchung machen. Zysten im Samenweg bei 10 von 28 (43,47 %); 20 von 22 hatten abnorme Spermienparameter, am häufigsten Asthenozoospermie; Ultraschallbefund und Spermienauffälligkeit waren nicht korreliert. Die Autoren führen die Asthenozoospermie auf die gestörte Funktion der Polyzystine zurück. Nur 22 Samenproben, keine Kontrollgruppe. Kırış et al. 2015 [s106]: 27 Männer mit ADPKD und Kreatinin-Clearance über 60 ml/min/1,73 m² und 17 Kontrollen; Samenblasenzysten bei 4 (15 %), Prostatazysten bei 6 (22 %); von 23 verheirateten Patienten waren 5 (21 %) infertil, häufiger als bei den Kontrollen (p = 0,044); Anteil normal geformter und progressiv beweglicher Spermien niedriger, Raten von Oligo-, Astheno-, Terato- und Azoospermie höher; kein signifikanter Unterschied zwischen Patienten mit und ohne Zysten. Der Befund ist von der Urämie unabhängig (erhaltene Nierenfunktion). Shi et al. 2023 [s44]: 13 infertile Männer mit ADPKD (PKD1-Varianten); Elektronenmikroskopie und Immunfärbung zeigten Auffälligkeiten des Spermienflagellums (aufgerollte Flagellen, fehlende zentrale Mikrotubuli, unregelmäßige periphere Doppelstränge), die Flagellenlänge war kürzer als bei Kontrollen. In vitro war die Ziliogenese in Pkd1-depletierten Mäusenierenzellen gestört; Verlust von PC1 führte zu weniger MST1 und LATS1, nukleärer Anreicherung von YAP/TAZ und vermehrter Transkription von Aurka. Die Autoren vermuten, dass der Hippo-Signalweg zu Flagellendefekten beiträgt; der Mechanismus ist nur in Zellkultur gezeigt. Nakano et al. 2024 [s31]: zwei Patienten mit sekundärer Infertilität durch Nekrospermie und deutlich erweiterten Samenbläschen. Kanagarajah et al. 2012 [s131]: zwei Patienten mit gegensätzlichen Samenparametern; die meisten Männer mit ADPKD blieben nach der Literatur fertil, die Wirkung von Samenbläschenzysten sei umstritten. Der Widerspruch zu Torra (20 von 22 mit abnormen Parametern) beruht auf Auswahlkriterien und kleinen Fallzahlen.

Su et al. 2015 [s114] („[Impact of autosomal dominant polycystic kidney disease on the outcomes of intracytoplasmic sperm injection in infertile males]“, Einfluss der ADPKD auf die ICSI-Ergebnisse infertiler Männer): 21 ADPKD-Fälle (15 mit ICSI) gegen 164 gepaarte CBAVD-Fälle; nach 28 ICSI-Zyklen erreichten 10 der 15 ADPKD-Paare eine klinische Schwangerschaft (7 Lebendgeburten); Befruchtungsrate 72,64 % gegenüber 76,17 %, Implantation 17,64 % gegenüber 38,50 %; klinische Schwangerschaftsrate im ersten Zyklus 13,33 % gegenüber 42,68 % (P = 0,023), biochemische 13,33 % gegenüber 39,63 % (P = 0,032). Die Gesamtzahl der Schwangerschaften und die Raten des ersten Zyklus sind nicht dasselbe Maß; bei 15 Paaren entspricht ein Paar rund 7 Prozentpunkten. Cai et al. 2015 [s110] und Shi und Xu 2018 [s96]: narrative Übersichten (schwere Oligoasthenozoospermie, Nekrospermie, Azoospermie, Zysten der Samenwege, mögliche Rolle von Polyzystindefekten, PKD-Mutationen und AZF-Mikrodeletionen); die meisten männlichen PKD-Patienten seien fertil, einige nicht. He et al. 2018 [s94]: 90 ADPKD-Familien, Samenqualität bei 46 Männern; 37 Patienten hatten niedrige Samenqualität und waren wahrscheinlich infertil; Männer mit pathogener Mutation im Ig-ähnlichen Repeat-Bereich von PKD1 hatten ein hohes Infertilitätsrisiko; Einschluss von Paaren in Fortpflanzungsmedizin (Selektion). Li et al. 2022 [s51]: 24 Männer, Zysten des Genitaltrakts und der akzessorischen Drüsen waren signifikante Einflussgrößen männlicher Infertilität; in der PGT-Kohorte klinische Schwangerschaftsrate 72,73 % pro Embryotransfer und 84,21 % pro Patient (ausgewählte Paare eines Spezialzentrums). Lin et al. 2023 [s41]: 35 Familien; bei 68,2 % der betroffenen Männer abnorme Spermienkonzentration und/oder Beweglichkeit, ohne eindeutige Genotyp-Phänotyp-Beziehung. Yang et al. 2018 [s97]: sieben Männer, ICSI mit Blastomerenbiopsie, 6 klinische Schwangerschaften nach 7 Transfers (5 Lebendgeburten). Weitere Methodenberichte und Fälle: Deng et al. 2022 [s47], Shi et al. 2021 [s65], Wang et al. 2021 [s68], Feng et al. 2018 [s92], Meng et al. 2019 [s88] (33-jähriger Mann mit Azoospermie im Ejakulat, aber zahlreichen reifen beweglichen Spermien in der Hodenbiopsie; vermutet wurde eine Obstruktion durch Nebenhoden- und Bläschendrüsenzysten).

**Cystinose.** Reda et al. 2021 [s64] (Humandaten und Mausmodell): Azoospermie war bei der Mehrzahl der Patienten mit infantiler Cystinose vorhanden; die Spermatogenese war erhalten, aber ein vergrößerter Nebenhodenkopf sowie niedrige Marker (neutrale α-Glukosidase, ECM1) wiesen auf eine Nebenhodenobstruktion hin; die Blut-Hoden-Schranke war gestört (ZO-1). Cysteamin beeinträchtigte die Fertilität im Mausmodell nicht, verminderte aber die Cystinspeicherung im Hoden kaum. Schluss der Autoren: obstruktive Azoospermie, unabhängig von einem sich entwickelnden primären Hypogonadismus. Besouw et al. 2012 [s128]: Mausmodell ohne Histologie- oder Spermienauffälligkeit (Wurfgröße 6,6 ± 1,4 gegenüber 6,3 ± 2,6; Hodencystin 26,6 ± 1,22 gegenüber 0,1 ± 0,01 nmol/mg Protein); nur 2 bis 6 Tiere je Messgröße. Reda et al. 2021 [s63] und Langman et al. 2024 [s29]: Übersichten (die Mehrzahl der männlichen Patienten sei infertil wegen Azoospermie, Frauen seien fertil). Wald 2026 [s10]: Mann in den Dreißigern mit Cystinose und Azoospermie, normales Testosteron, deutlich erhöhte Gonadotropine, normaler Karyotyp, keine Y-Mikrodeletion; die testikuläre Spermienextraktion gewann lebende reife Spermien, nach IVF wurde ein gesunder Junge geboren.

**Morbus Fabry.** Papaxanthos-Roche et al. 2019, FERTIFABRY [s89]: multizentrische prospektive Querschnittsstudie bei Erwachsenen (18 bis 65 Jahre); 14 Patienten (82,4 %; 95-%-KI 56,6 bis 96,2) hatten mindestens eine abnorme Kategorie der Samenanalyse nach WHO. Von 16 Fragebogenantworten waren 11 als fertil klassifiziert, 9 dieser 11 hatten mindestens eine abnorme Kategorie; kein Zusammenhang zwischen Infertilität und Samenabweichung (p = 1,0000). Alter (OR 1,19; KI 0,98 bis 1,45) und Dauer der Enzymersatztherapie (OR 1,28; 0,96 bis 1,65) waren nicht signifikant mit Samenabweichungen verbunden. 11 von 16 hatten ein normales Hormonprofil; bei 12 fand sich eine Ultraschallauffälligkeit im Genitaltrakt. Die Autoren sehen die Reproduktionsfunktion nur leicht gemindert; sehr kleine Fallzahl, keine Kontrollgruppe.

**Nephronophthise und Fehlbildungen des Wolff-Gang-Systems.** Alazami et al. 2014 [s115] (Clinical Genetics, Riad): Indexpatient mit Nephronophthise, okulomotorischer Apraxie und zerebellären Anomalien; ein Onkel hatte frühzeitig terminales Nierenversagen und war infertil. Die Spermaanalyse zeigte eine deutlich verminderte Zahl beweglicher Spermien und multiple Anomalien an Kopf und Flagellum. Eine homozygote verkürzende Mutation in NPHP4 wurde gefunden; nach Angabe der Autoren der erste Bericht eines Infertilitätsphänotyps bei Menschen mit NPHP4 oder einem anderen Nephrocystin, gestützt durch ein Mausmodell. Ein Indexpatient, Spermaparameter nicht quantifiziert. Turna et al. 2013 [s122] und Uğraş et al. 2007 [s160]: Fallberichte mit angeborenem Fehlen der Samenleiter und Samenblasenagenesie mit Beckenniere beziehungsweise einseitiger Nierenagenesie; Anomalien von Niere und Samenwegen können gemeinsam auftreten, betreffen aber nicht die CKD im Sinne der Fragestellung. Tjuzikov und Martov 2012 [s132]: Pilotstudie zur solitären Niere bei Männern (Stichprobengröße im Abstract nicht genannt); Erkrankungen der solitären Niere bei 82,7 %, die GFR hänge vom Gesamttestosteron ab, die Richtung ist offen.

### Interventionsstudien (Ergebnisse, keine Behandlungsempfehlung)

Alle Studien dieses Abschnitts sind klein, überwiegend alt und nur zum geringen Teil kontrolliert; nur wenige berichten Spermiendaten.

**Zink.** Mahajan et al. 1982 [s215]: doppelblinde Studie mit 20 Hämodialysepatienten (je 10 Zink oder Placebo über 6 Monate); unter Zink stiegen Plasmazink (75 ± 2 auf 100 ± 2 µg/dl; P < 0,001), Testosteron (2,8 ± 0,3 auf 5,2 ± 0,5; die Einheiten sind im Abstract uneinheitlich gedruckt, vermutlich ein Druckfehler) und Spermienzahl (30 ± 3 auf 63 ± 5 Millionen/ml; P < 0,001); LH fiel (92 ± 10 auf 49 ± 26 mIU/ml; P < 0,005), FSH fiel (45 ± 9 auf 25 ± 7 mIU/ml; P < 0,05); in der Placebogruppe änderte sich nichts Signifikantes. Jalali et al. 2010 [s145]: 100 Hämodialysepatienten, Zinksulfat 250 mg/Tag über 6 Wochen ohne Kontrollgruppe; Testosteron, LH und Zink stiegen signifikant, FSH und Prolaktin blieben unverändert. Zu den russischen Studien mit Zink und Parlodel siehe oben [s188, s201, s204].

**Clomifen und hCG.** Lim und Fang 1976 [s218]: fünf Männer mit Niereninsuffizienz und Androgenmangelsymptomen; unter Clomifen (100 mg/Tag über 5 bis 12 Monate) stieg das Testosteron von im Mittel 223 ± 164 auf 879 ± 171 ng/dl; der Effekt auf die Spermatogenese war nach den Autoren nicht eindeutig. Martin-Malo et al. 1993 [s194]: 34 Hämodialysepatienten, 8 Transplantierte und 9 Gesunde erhielten eine Woche Clomifen; FSH, LH und Testosteron stiegen in allen Gruppen (P < 0,05), bei Dialysepatienten wurde das Testosteron normal. Rager et al. 1975 [s219]: bei 16 Dialysepatienten lag das Testosteron vor und nach hCG (186 und 456 ng/100 ml) signifikant unter dem gesunder Männer.

**Prolaktin senkende Mittel, Erythropoetin, Vitamin E.** Elbardisi et al. 2021 [s57] (Katar): 102 Patienten (75 Hämodialyse, 13 Peritonealdialyse, 14 nur medikamentös); vorzeitiger Samenerguss bei 90 (88,24 %), erektile Dysfunktion bei 85 (83,33 %), Hypogonadismus und Hyperprolaktinämie zusammen bei 34,4 %. Unter Cabergolin (0,5 mg einmal pro Woche über 6 Monate; n = 26) stieg das LH (p = 0,003) und das Prolaktin sank (p = 0,003); Testosteron sowie erektile Dysfunktion und vorzeitiger Samenerguss besserten sich nicht signifikant. Yeksan et al. 1992 [s196]: randomisierte, placebokontrollierte Studie, 24 Hämodialysepatienten in zwei Gruppen zu je 12 (Vitamin E 300 mg/Tag über 8 Wochen gegen Placebo) und 12 Kontrollen; das Prolaktin sank signifikant (50,8 gegen 15,4 ng/ml, p < 0,01), FSH, LH und freies Testosteron blieben unbeeinflusst. Yeksan et al. 1992 [s197]: 24 Hämodialysepatienten beider Geschlechter, 20 Dialysepatienten als Kontrollen; unter Erythropoetin sank nach 4 Monaten das Prolaktin bei Männern von 36,8 ± 7,8 auf 22,9 ± 6,3 ng/ml, bei 8 Männern besserte sich die Sexualfunktion. Kokot et al. 1991 [s200]: 11 Hämodialysepatienten, dreimonatige Erythropoetin-Behandlung; Somatotropin, Prolaktin, FSH und LH sanken, Testosteron stieg nicht signifikant. Kuwahara et al. 1995 [s189]: 18 männliche Hämodialysepatienten, rHuEPO 1500 E dreimal wöchentlich; subjektive Besserung der Erektion bei 13 (72 %), objektive bei 10 (56 %); das Prolaktin sank, FSH, LH und Zink blieben unverändert. Sobh et al. 1992 [s195]: sechs männliche Dialysepatienten, Erythropoetin hob den Hämatokrit und die Verkehrshäufigkeit (1,3 ± 0,5 auf 2,3 ± 0,8 pro Monat; p = 0,014).

**Testosteron und PDE-5-Hemmer (keine Spermienendpunkte).** Inoue et al. 2018 [s95]: randomisierte placebokontrollierte Pilotstudie, 24 Hämodialysepatienten mit spätem Hypogonadismus; über 6 Monate alle zwei Wochen 250 mg Testosteron-Enantat-Laktam-Säureester oder Placebo (13 und 11 beendeten die Studie); der Gesamt-AMS-Wert verbesserte sich in der Behandlungsgruppe stärker (p = 0,049); Endpunkt war die Symptomskala, nicht Samenqualität oder Fertilität. Canguven et al. 2010 [s142]: neun Männer mit erektiler Dysfunktion und Hypogonadismus unter Hämodialyse erhielten 6 Monate Testosterongel; das Testosteron stieg in den Normbereich, der IIEF-Erektionsbereich von 7,6 ± 8,0 auf 12,8 ± 7,8; keine Kontrollgruppe. Pavlov et al. 2017 [s101]: 54 Hämodialysepatienten und 84 mit Transplantat; behandelt wurde mit Tadalafil und bei Testosteron unter 8,0 nmol/l mit Testosterongel über 3 Monate; der Anteil mit normalem Testosteron stieg unter Hämodialyse von 8 (14,8 %) auf 29 (53,7 %); verminderte Libido bei 92 % der Hämodialysepatienten, 58 % der Gruppe II und 49 % der Gruppe III; Vorher-Nachher-Vergleich ohne unbehandelte Kontrolle. El Hennawy et al. 2024 [s26]: Sildenafil; der IIEF stieg bei Dialysepatienten von 11,1 ± 5,99 auf 12,5 ± 6,41 (p = 0,458), bei Patienten mit anhaltender Erektionsstörung nach Transplantation von 11,82 ± 7,534 auf 21,91 ± 5,700 (p = 0,002). Die Cochrane-Übersicht [s147] ist im Abschnitt zu den Übersichten dargestellt.

### Bevölkerungsbasierte und genetische Studien

**Xuan et al. 2024 [s34].** Bevölkerungsbasierte Kohorte des chinesischen nationalen kostenlosen Vorsorgeprojekts: 4 023 204 Paare, die zwischen 2015 und 2017 eine Schwangerschaft planten, Nachbeobachtung alle drei Monate bis zur Schwangerschaft oder bis zu einem Jahr. 2 756 538 Paare (68,52 %) konzipierten. Das mediane Serumkreatinin der Männer betrug 81,50 µmol/l. Gegenüber der Referenzgruppe (78,00 bis 81,49 µmol/l) war die Fekundität im ersten Dezil (höchstens 64,89 µmol/l) um 8 % vermindert (adjustiertes HR 0,92; 95-%-KI 0,91 bis 0,92), im zweiten um 5 % (0,95; 0,95 bis 0,96), im dritten um 2 % (0,98; 0,97 bis 0,99) und im zehnten (mindestens 101,00) um 1 % (0,99; 0,98 bis 0,99). Der Zusammenhang war umgekehrt U-förmig; „keine Unterlegenheit“ bestand im Bereich 81,66 bis 104,90 µmol/l. Bei Männern über 40 Jahren war der Effekt ausgeprägter. Die Studie betrifft keine Nierenkranken, die Effekte sind sehr klein, und das niedrigste Kreatinin-Dezil zeigt den stärksten Effekt, was eher für Muskelmasse und allgemeine Gesundheit als für Nierenfunktion spricht; sie belegt daher keinen Fertilitätseffekt der Niereninsuffizienz. Samenqualität und Sexualhäufigkeit wurden nicht erhoben.

**Mendelsche Randomisierung und NHANES.** Zhao und Schooling 2020 [s83] und 2021 [s70]: In der UK Biobank (179 916 Männer mit 6016 CKD-Fällen) war genetisch vorhergesagtes bioverfügbares Testosteron bei Männern mit CKD assoziiert (OR 1,17 pro SD; 1,03 bis 1,33), bei Frauen nicht; die genetisch vorhergesagte eGFR beeinflusste das Testosteron nicht; genetisch höheres SHBG war bei Männern mit niedrigerem CKD-Risiko verbunden (OR 0,78 pro SD; 0,65 bis 0,93). Diese Arbeiten prüfen die Richtung Testosteron zu CKD, nicht CKD zu Fertilität; die Übertragbarkeit auf Dialysepatienten ist fraglich. Pan et al. 2024 [s32]: NHANES, 28 663 eingeschlossene Personen; Männer mit CKD hatten ein niedrigeres Testosteron als Männer ohne CKD (Differenz 28,423 ng/ml, 24,762 bis 32,083; die Einheit entspricht eher ng/dl und ist im Abstract so angegeben); Querschnittsdaten ohne Kausalbelege.

### Tierversuche

Tiermodelle der Niereninsuffizienz (5/6-Nephrektomie, Adenin-Diät, Glycerin-Modell) und der Immunsuppression liefern die einzigen Daten zur Hodenhistologie und zu Mechanismen. Nagetiere haben andere Spermatogenesezyklen, die Modelle erzeugen eine Urämie in Wochen statt in Jahren, viele Abstracts nennen keine Gruppengrößen, und die Übertragung auf den Menschen ist begrenzt.

**Experimentelle Niereninsuffizienz bei der Ratte.** Yamamoto, Sofikitis, Miyagawa 1996 [s187]: chronisches Nierenversagen durch 5/6-Nephrektomie bei Wistar-Ratten, Prüfung 7 bis 10 Wochen später; basales Serum-Testosteron und Testosteronantwort auf hCG waren niedriger, basale Gonadotropine erhöht, die Antwort auf GnRH unverändert, Prolaktin reagierte normal; androgenbindendes Protein, Nebenhoden-Spermiengehalt, Beweglichkeit und Fertilitätspotenzial waren signifikant niedriger. Yamamoto et al. 1997 [s184]: bei 48 Ratten mit zweizeitiger 5/6-Nephrektomie (6 Schein-operierte als Kontrolle) wurden nach sieben Wochen vier Gruppen gebildet (Kochsalz, Erythropoetin, Bromocriptin, Hydralazin); 17 Wochen nach der ersten Operation waren Zahl fertiler Ratten, Nebenhoden-Spermiengehalt und Beweglichkeit, In-vitro-Fertilisation, Testosteron und hCG-Antwort bei den Kontrollen und den mit Erythropoetin oder Bromocriptin behandelten Tieren signifikant höher (P < 0,05) als bei Kochsalz- und Hydralazin-Tieren; Prolaktin war in allen nephrektomierten Gruppen höher. Yamamoto et al. 1995 [s192] (Tagungszusammenfassung): 15 Ratten mit Nierenversagen gegen 10 Scheinoperierte; nach 8 Wochen waren Harnstoff, Kreatinin und Prolaktin erhöht, Stimulations- und Suppressionstests normal; Gewicht von Hoden, Nebenhoden, Samenbläschen und Prostata, Serum-Testosteron, Spermienzahl und Beweglichkeit waren signifikant niedriger; die Autoren leiten den Prolaktinanstieg aus verminderter renaler Metabolisierung ab. Yamamoto et al. 1996 [s186] (Tagungszusammenfassung): Nierenversagen bei 8 Wochen alten Wistar-Ratten (n = 12) gegen Scheinoperierte (n = 8); Nebenhodenspermien wurden zur In-vitro-Fertilisation mit je 10 reifen Eizellen verwendet; nach 18 Stunden zeigten 23 % gegen 82 % der Eizellen zwei Vorkerne, nach 36 Stunden wurden bei 13 % gegen 65 % Teilungsstadien gefunden. Das ist der einzige gefundene Funktionstest der Spermien im Nierenversagensmodell.

**Steroidsynthese und Histologie.** Adachi et al. 1998 [s179]: Adenin-Modell, 22 Ratten gegen 22 Kontrollen; an Tag 60 FSH höher, Testosteron erniedrigt, LH und relatives Hodengewicht unverändert; 17α-OH-Progesteron und Androstendion an Tag 30 erhöht, an Tag 60 nicht; der Abstract deutet auf eine Hemmung der 17β-Hydroxysteroid-Oxidoreduktase hin. Sasagawa et al. 1997 [s183]: bei zweizeitiger 5/6-Nephrektomie war bei einem Tag Abstand das LH signifikant erniedrigt und FSH erhöht, das Testosteron war bei allen stufenweise nephrektomierten Tieren signifikant niedriger. Adachi und Nakada 1999 [s177]: normotensive Tiere mit hohem 17α-OH-Progesteron und Androstendion bei niedrigem Testosteron, hypertensive Tiere mit aktiviertem Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, verminderter Hodendurchblutung und niedrigem Testosteron. Adachi et al. 1998 [s180]: bei stufenweise nephrektomierten und Adenin-behandelten Ratten waren Harnstoff und Kreatinin signifikant erhöht, aber Tubulusdurchmesser und Zellzahlen der Spermatogenese (A-Spermatogonien, präleptotäne und pachytäne Spermatozyten, Spermatiden pro 100 Sertoli-Zellen) unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht; die Autoren schließen, die Hodenhistologie werde im Rattenmodell nicht beeinflusst. Seval-Celik et al. 2014 [s117]: Resektion von mehr als 85 % der Nierenmasse; Hodenstruktur nicht verändert, VEGF-Färbung ähnlich, TGF-α in der CRF-Gruppe schwächer angefärbt, rein immunhistochemisch. Köksal et al. 2003 [s169]: fünf Gruppen männlicher Wistar-Ratten, Peritonealdialyse über 8 Wochen; der 5-Hydroxymethyl-2-furaldehyd-Gehalt (Maß für Glykationsendprodukte) war in den Gruppen 2 bis 5 gegenüber der Kontrolle signifikant erhöht, iNOS fand sich vor allem in Leydig-Zellen; 5-HMF und iNOS korrelierten (r = 0,698; p = 0,001); der Abstract widerspricht sich bei der Gewebeangabe („penis samples“). Tilavov und Khasanova 2026 [s09]: 140 Ratten (3, 6 und 9 Monate alt; Kontrolle n = 40, Nierenversagen nach der Glycerinmethode n = 50, Nierenversagen plus Wurzelaufguss von Ferula moschata n = 50); der Tubulusdurchmesser fiel von 178,1 ± 1,04 auf 151,62 ± 1,84 µm (6 Monate) und von 163,2 ± 1,1 auf 140,34 ± 2,19 µm (9 Monate); das Keimepithel war nach 3, 6 und 9 Monaten um 8,1 %, 25,5 % und etwa 30 % dünner; Ki-67 lag in den Kontrollen bei 35,9 %, 44,23 % und 23,2 % und sank unter Nierenversagen auf 18,1 %, 10,74 % und 2,94 %; der Pflanzenaufguss führte zu teilweiser Wiederherstellung (zum Beispiel Kanälchendurchmesser nach 6 Monaten 160,29 ± 2,24 µm). Das Glycerinmodell erzeugt eine akute toxische Nierenschädigung, die vom menschlichen chronischen Verlauf abweicht. Akarca Dizakar et al. 2026 [s07]: Kalorienrestriktion bei alternden Ratten, kein Nierenversagensmodell; nur eine Hypothese der Autoren verbindet oxidativen Stress in Niere und Hoden.

**Mausmodelle der CKD.** Tsao et al. 2020 [s82]: 66 C57BL/6-Mäuse in vier Gruppen (Schein plus normale Kost n = 14, CKD plus normale Kost n = 16, Schein plus Hochphosphat n = 16, CKD plus Hochphosphat n = 20; 0,6 % gegenüber 2 % Phosphor); die Autoren berichten, die beeinträchtigte Hodenfunktion und Samenqualität im CKD-Modell könnten aus erhöhtem oxidativem Stress mit Apoptose und Entzündung herrühren und die Hochphosphat-Kost verstärke die Hodenschäden; Zahlenwerte stehen nicht im Abstract. Tsao et al. 2021 [s67]: 36 Mäuse (Schein n = 18, CKD n = 18), über 8 Wochen Coenzym Q10 (10 mg/kg) oder Maisöl; Coenzym Q10 besserte die schlechte Samenqualität, steigerte Testosteron und die Enzyme der Testosteron-Biosynthese und milderte die Abnahme der antioxidativen Aktivität; ebenfalls ohne Zahlenwerte. Huang et al. 2025 [s16]: Adenin-CKD-Mausmodell mit einem Präparat der traditionellen chinesischen Medizin; keine Spermiendaten im Abstract, nur wegen des Modells aufgenommen.

**Immunsuppressiva im Tiermodell.** Grabowska et al. 2025 [s15]: männliche Wistar-Ratten über 6 Monate mit Schemata aus Ciclosporin A, Tacrolimus, Sirolimus, Mycophenolatmofetil und Prednison; in allen Gruppen Störungen im Aufbau des Keimepithels, kleinerer Tubulusdurchmesser und weniger Ki67-positive Keimzellen, mehr TUNEL-positive Keimzellen unter Ciclosporin- und Tacrolimusschema; die Umstellung auf Sirolimus senkte Tubulusgröße und Epithelhöhe zusätzlich, verminderte aber Ki67- und TUNEL-positive Zellen. Chen et al. 2013 [s123] (einseitig nephrektomierte Ratten): Ciclosporin und Sirolimus beeinträchtigten Hodenentwicklung und Achse mit tiefgreifenden histologischen Veränderungen, die Spermatogenese war schwer gestört; Tacrolimus verursachte nur eine leichte Minderung der Spermienzahl ohne histologischen Hodenschaden; Zahlenwerte stehen nicht im Abstract. Lin et al. 2019 [s85]: sieben Gruppen; Hodenkoeffizient, Spermienzahl und Beweglichkeit waren in den Behandlungsgruppen (außer Tacrolimus allein) niedriger als in Kontrolle und Nephrektomiegruppe (p < 0,05), am niedrigsten bei Ciclosporin plus Diltiazem, danach Ciclosporin allein; Diltiazem erhöhte die Blutspiegel von Ciclosporin und Tacrolimus. Alharbi et al. 2025 [s11]: Wistar-Ratten, 14 Tage; Agmatin erhöhte Testosteron und LH und milderte tacrolimusinduzierte histopathologische und oxidative Veränderungen; die Studie belegt vor allem, dass Tacrolimus im Rattenhoden oxidativen Stress und Entzündung erzeugte. Xiao et al. 2025 [s22]: Mausstudie; die Störung von FKBP12.6 milderte die FK506-induzierte männliche Infertilität durch Wiederherstellung von Beweglichkeit und mitochondrialer Funktion unreifer Spermien; der FK506-FKBP12.6-Komplex band bevorzugt an die spermienspezifische Calcineurin-Form (PPP3CC und PPP3R2); reine Grundlagenforschung ohne eigene Daten an Nierentransplantierten. Siervo et al. 2023 [s45]: Mäuse, niedrige Ciclosporindosis (10 mg/kg), 10 und 50 Tage; Kurzzeitbehandlung beeinträchtigte teilweise Spermienparameter und Trächtigkeitsrate, Langzeitbehandlung verminderte Spermienzahl, hyperaktivierte Beweglichkeit und Akrosomintegrität und senkte das Plasma-Testosteron, ohne die Reproduktionsergebnisse bei Verpaarung zu beeinträchtigen; alles kehrte 50 Tage nach Ende zurück. Kirsanov et al. 2020 [s77]: juvenile (P20) und adulte Mäuse erhielten 30 Tage Sirolimus oder Everolimus; Hoden-, Körper- und Samenbläschengewicht und Nebenhoden-Spermienzahl sanken, differenzierende Spermatogonien nahmen ab; eine Dosis, etwa sechsfach unter der klinischen Dosis für Krebspatienten, senkte nur Hodengewicht, Hoden/Körper-Verhältnis und Tubulusdurchmesser; nach der Erholungsphase war die Rückkehr zu Kontrollwerten je nach Parameter unterschiedlich, und alle Gruppen konnten Nachwuchs zeugen. Tiermodelle der Cystinose und ADPKD-Zellmodelle sind oben bei den Erbkrankheiten beschrieben [s64, s128, s44].

### Was in der Studienlage fehlt

Keine Studie kombiniert Randomisierung, hohe Fallzahl und Spermienendpunkte bei CKD oder Dialyse; die größte Spermienstudie zu CKD-Stadien umfasst 66 Männer [s113]. Es fehlt ein Vergleich von Hämodialyse und Peritonealdialyse für Spermienparameter (die einzige Dialyseform-Studie misst Hormone [s73]). Es gibt keine Studie, die Spermienparameter und Immunsuppressionsschemata nach Transplantation prospektiv mit ausreichender Fallzahl vergleicht; die Humanevidenz zu Mycophenolat, Ciclosporin und Tacrolimus ist widersprüchlich oder fehlt, die zu Mycophenolat betrifft Nachkommen, nicht Spermien [s72, s62, s58]. Es gibt keine Daten zu Lebendnierenspendern, keine Kohortenstudie zu Kindern von Vätern unter Dialyse und keine Studie zur DNA-Fragmentierung oder Epigenetik der Spermien bei CKD außer als Nebenendpunkt [s78]. Aus Korea liegt keine Studie zu Spermien bei Nierenerkrankung vor (nur Fragebögen zur Sexualfunktion [s74, s138, s175]), aus dem arabischen Sprachraum keine in arabischer Schrift veröffentlichte Studie; aus dem deutschsprachigen Raum kam keine Studie mit abrufbarem Abstract, die aufgenommen werden konnte. Mehrere Titel (zum Beispiel Kreusser et al. 1978, Bererhi et al. 2003 zu Rapamycin-induzierter Oligospermie, Seethalakshmi et al. 1989 zu Ciclosporin und Hodenfunktion, Kheradmand und Javadneia 2003) waren nur als Titel erfasst; ohne Abstract wurden keine Inhalte übernommen. Die Zugangssperren bei SciELO, LILACS, Cairn, Dialnet, CNKI, Wanfang und DBpia bedeuten, dass portugiesische, spanische und chinesische Literatur vermutlich unterrepräsentiert ist.

## Mechanismen und biologische Plausibilität

### Einteilung der Evidenzstufen

In diesem Abschnitt wird jeder Mechanismus einer von drei Stufen zugeordnet. Die Einteilung ist eine Einschätzung des Bearbeiters, gestützt auf die oben dargestellten Studien; sie ist keine formale Bewertung.

- **Bewiesen** heißt hier: Der Befund wurde in mehreren voneinander unabhängigen Humanstudien direkt gemessen oder durch eine Gegenprobe (Rückbildung nach Wegfall der Ursache) gestützt. Auch diese Stufe bedeutet bei der gegebenen Literatur keine hohe Evidenzqualität, sondern nur, dass die Beobachtung selbst als gesichert gelten kann; die Ursache-Wirkungs-Kette dahinter ist damit nicht notwendig bewiesen.
- **Plausibel** heißt: Es gibt Humanbefunde, die zum Mechanismus passen, oder Tierversuche und Zellmodelle mit konkretem Mechanismus, aber keine Gegenprobe am Menschen.
- **Spekulativ** heißt: Der Mechanismus wird von Autoren vermutet, stützt sich auf Einzelfälle, Korrelationen oder auf Studien ohne Nierenbezug, oder die Quellen widersprechen sich.

### Überblick in Tabellenform

| Mechanismus oder Befund | Stufe | Wichtigste Belege | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Hormonelles Muster bei Urämie: Testosteron niedrig, LH und teils FSH sowie Prolaktin erhöht | bewiesen (Beobachtung); Ursache gemischt | [s127, s01, s116, s37, s53, s216, s205, s144, s167]; massenspektrometrisch 56,7 % gegenüber 13,3 % Hypogonadismus [s01] | Prävalenz stark schwankend (17,1 % bis 66 %), Grenzwerte und Kollektive verschieden; Abweichler [s79, s199, s71] |
| Rasche Erholung der Leydig-Zellachse (Testosteron, LH, Prolaktin) nach Transplantation | bewiesen (Beobachtung) | [s03, s01, s116, s08, s139, s38, s148, s55, s133] | Gesamt-Testosteron teils nur grenzwertig [s01], teils unverändert [s116]; keine Kontrollgruppe ohne Transplantation |
| Beeinträchtigte Sertoli-Zellfunktion bei CKD und früh nach Transplantation | plausibel | Inhibin B und Inhibin B/FSH erniedrigt [s01]; Inhibin B fällt nach Transplantation [s01, s116]; AMH erniedrigt [s90] | Marker, keine Spermiendaten; Inhibin-B-Abfall steht neben verbesserten Spermienparametern [s03, s69] |
| Direkte Schädigung des Keimepithels und Hodengewebes durch Urämie | plausibel | Histologie [s217]; kleinere, steifere Hoden [s99]; Tierversuche [s187, s192, s09]; Ki-67-Abfall [s09] | Histologie im Rattenmodell auch unverändert [s180, s117]; Hodenvolumen bei Dialyse nicht verlässlich [s205] |
| mTOR-Hemmung (Sirolimus, Everolimus) stört die Spermatogenese | plausibel (stärkste Kandidatin unter den Arzneimitteln) | Beobachtungsstudie [s157], Fallserie mit Erholung nach Absetzen [s141], Fälle [s161, s118], Tiere [s77, s123, s15] | nicht randomisiert, sehr kleine Gruppen, Mechanismus nur über Übersicht [s159] |
| Valganciclovir verzögert die Erholung der Spermienkonzentration vorübergehend | bewiesen für die Verzögerung (nicht randomisiert); Mechanismus plausibel | [s78]; Fälle [s19, s05] | 25 % gegenüber 7 % mit Übergang von normal zu abweichend; Azoospermie erholte sich bei keinem von 8 |
| Calcineurinhemmer (Ciclosporin, Tacrolimus) mit Wirkung auf Spermien | plausibel, widersprüchlich | Talspiegel und Spermien invers [s185]; Tacrolimus besser als Ciclosporin [s163]; im Tier Histologieschäden [s15, s123, s85] und reversible Veränderungen [s45]; FKBP12.6/Calcineurin-Form [s22] | Humanbefunde gegenläufig [s199, s172]; Ciclosporin im Ejakulat nachweisbar [s203], Wirkung unbekannt |
| Oxidativer Stress und Entzündung | plausibel | CRP, IL-6 und Fibrinogen invers mit Testosteron [s137]; Tierversuche [s82, s11, s169] | Korrelationen beim Menschen, keine Spermiendaten |
| Zilien-, Polyzystin- und Flagellum-Defekte (ADPKD, NPHP4) | plausibel für diese Erbkrankheiten | [s44, s154, s106, s115] | nicht auf erworbene CKD übertragbar; Mechanismus in Zellkultur |
| Obstruktion der Samenwege und Nebenhodenverkalkung | plausibel | Nebenhodenverkalkung [s166, s121, s102]; Cystinose [s64]; Zysten bei ADPKD [s154, s31] | Zusammenhang mit Spermiendaten fehlt oder ist negativ [s154, s166] |
| Zinkmangel, Vitamin-D-Mangel, Anämie, Hyperparathyreoidismus als Zwischenglieder | spekulativ | [s215, s206, s90, s185, s182] | Interventionsstudien klein und uneinheitlich; Vitamin D ohne Effekt [s40] |
| Zentrale Desensibilisierung (Kisspeptin) | spekulativ | [s04] | Querschnitt, p-Werte 0,046 und 0,081 |
| „Vorzeitige testikuläre Alterung“ | spekulativ | [s01] | Deutung der Autoren, ältere Population |
| Psychologische Barriere für die Familienplanung | plausibel für die niedrige Vaterschaftsrate | [s84, s46] | kein biologischer Befund |

### Hormonachse

Mehrere unabhängige Studien beschreiben bei Männern mit fortgeschrittener CKD und Dialyse erniedrigtes Testosteron, erhöhtes LH und teils FSH sowie erhöhtes Prolaktin [s127, s01, s116, s37, s53, s216, s211, s205, s167]. Die Interpretation ist uneinheitlich. Nach Nonomura [s216] spricht das Muster für ein primäres Hodenversagen plus eine hypothalamisch-hypophysäre Störung; nach Tjuzikov [s136] ist der urämische Hypogonadismus seiner Natur nach gemischt (sekundär hypothalamisch-hypophysär und primär testikulär). Dynamische Tests liefern Hinweise auf beide Ebenen: Eine ausbleibende LH-Antwort auf den Testosteronabfall [s149, s79], eine überschießende LH-Antwort auf LH-RH bei normalem Testosteron und normaler hCG-Antwort [s176], eine verminderte Antwort im hCG-Test bei Jugendlichen mit Dialysebeginn im Kindesalter [s210] und eine verminderte metabolische Clearance von LH [s210] kommen nebeneinander vor. Im Rattenmodell waren basale Gonadotropine erhöht, die Antwort auf GnRH unverändert und die Testosteronantwort auf hCG vermindert [s187]; der Prolaktinanstieg wurde dort eher mit verminderter renaler Metabolisierung als mit einer hypophysären Störung erklärt [s192]. Dazu passt, dass die Prolaktinantwort angemessen war [s187]. Kisspeptin war bei 69 Hämodialysepatienten stark erhöht und sagte bei Männern ein niedrigeres Testosteron voraus [s04]; die Autoren sprechen von einer zentralen Desensibilisierung, die Datenbasis ist exploratorisch.

Auf der Ebene der Steroidsynthese zeigen Rattenversuche mit Adenin-Diät oder Nephrektomie hohe Spiegel von 17α-Hydroxyprogesteron und Androstendion bei niedrigem Testosteron, was auf eine Hemmung der 17β-Hydroxysteroid-Oxidoreduktase hindeutet [s179, s177]; bei hypertensiven Tieren kam ein aktiviertes Renin-Angiotensin-Aldosteron-System mit verminderter Hodendurchblutung hinzu [s177]. Beim Menschen fanden japanische Studien bei Dialysepatienten ein niedriges Dihydrotestosteron bei erhöhtem Androstendion und vermuteten eine Störung der Umwandlung von Androstendion zu Testosteron [s211]; dieser Befund stammt aus Radioimmunoassays von 1985. Beim 5/6-Nephrektomie-Modell war das Testosteron bei stufenweiser Operation in allen Gruppen signifikant erniedrigt, während LH bei einem Tag Abstand erniedrigt und FSH erhöht war [s183]. Das stützt, dass bereits der Zeitverlauf des Nierenausfalls das hormonelle Bild verändert, ist aber ein Tierbefund.

Der Messzeitpunkt beeinflusst die Hormonwerte: Nach einer Hochfluss-Dialysesitzung stieg das Gesamttestosteron von 3,13 auf 4,17 ng/ml, was die Autoren als Hämokonzentration deuten [s20]; frühere Studien fanden keinen Unterschied vor und nach sechs Stunden Dialyse [s213]. Wegen des Messartefakts sind Testosteronwerte vor und nach Dialyse nicht vergleichbar, und die meisten Studien nennen den Zeitpunkt nicht [s20]. Beim Messverfahren gilt Ähnliches: Mit Massenspektrometrie war das freie Testosteron nach Transplantation klar angestiegen, das Gesamttestosteron nur grenzwertig [s01].

### Sertoli-Zellen, Keimepithel und Hodengewebe

Die Spermatogenese hängt von den Sertoli-Zellen ab, deren Marker Inhibin B und Anti-Müller-Hormon sind. Bei CKD waren Inhibin B und Inhibin B/FSH gegenüber Kontrollen erniedrigt [s01], während Hamdi et al. bei Dialysepatienten vor Transplantation keinen Unterschied im Inhibin B fanden [s116] (145 gegenüber 149 pg/ml). Nach Transplantation fiel Inhibin B in beiden Kohorten [s01, s116], in der einen mit teilweiser Erholung nach zwölf Monaten [s01]. Das steht in Spannung zu den verbesserten Spermienparametern in Metaanalysen [s03, s69]; die Autoren nennen Immunsuppressiva als mögliche Ursache (Tacrolimus plus Mycophenolsäure [s116]). Die Gleichzeitigkeit ist ungeklärt; es handelt sich um eine Beobachtung, keinen Nachweis. AMH war bei 59 Männern mit CKD gegenüber 21 Gesunden erniedrigt [s90]; weil AMH im selben Datensatz auch mit Alter, Harnstoff und Kreatinin korrelierte, ist die Zuordnung zur Hodenfunktion nicht eindeutig.

Direkte Befunde am Gewebe sind alt und selten. Sawanishi und Ohsako beschreiben Hodenatrophie, hyaline Entartung der Tubuli, Verdickung der Basalmembran und schwere Spermatogenesestörung, sehen die scheinbare Leydig-Zell-Hyperplasie aber eher als Teilbild einer chronisch zehrenden Erkrankung [s217]. Die Elastografie zeigt kleinere und steifere Hoden unter Dialyse [s99]. Das sonographische Hodenvolumen nahm in einer japanischen Reihe mit der Dialysedauer zu, was als interstitielles Ödem und Bindegewebe gedeutet wurde [s205]; Hodenvolumen ist daher kein verlässlicher Maßstab. Im Tier stehen Befunde mit Schäden (Tubulusdurchmesser und Keimepithel [s09], Ki-67 [s09], Keimepithelaufbau [s15]) neben Befunden ohne Histologieänderung [s180, s117]; mögliche Gründe sind Modell, Dauer und Altersgruppe, die die Abstracts nicht klären. Die Mausmodelle führen die Schäden auf oxidativen Stress mit Apoptose und Entzündung zurück, verstärkt durch eine Hochphosphat-Kost [s82]; Coenzym Q10 besserte dort Samenqualität und Testosteron [s67]. Beim Menschen passen dazu die inversen Korrelationen von Testosteron mit CRP, IL-6 und Fibrinogen [s137] und der höhere CRP-Wert bei Hypogonadismus [s71], die aber nichts über die Spermien aussagen. Bei Peritonealdialyse-Ratten waren Glykationsendprodukte und iNOS in Leydig-Zellen erhöht [s169]; die Autoren schreiben glukosehaltigen Dialyselösungen einen Beitrag zu, der Abstract widerspricht sich aber in der Gewebeangabe.

### Nebenhoden, Samenwege und Spermienfunktion

Nebenhodenverkalkungen fanden sich bei 70 % der Hämodialysepatienten gegenüber den Kontrollen mit Diabetes (p < 0,001), ohne Zusammenhang mit Phosphat, Parathormon oder Dialysedauer [s166], und bei 17 von 22 früher dialysierten Männern [s121]; ob sie den Spermientransport behindern, ist offen, da in [s166] keine Samenanalyse erfolgte. In einem Fallbericht wurde eine Mikrolithiasis über den Kalzium-Phosphat-Stoffwechsel erklärt [s102]. Bei der Cystinose sprechen vergrößerter Nebenhodenkopf, niedrige Marker der Nebenhodenfunktion und eine gestörte Blut-Hoden-Schranke für eine obstruktive Azoospermie bei erhaltener Spermatogenese [s64]. Bei ADPKD fanden sich Zysten im Samenweg bei 43,47 % [s154], ohne Korrelation zu den Spermienauffälligkeiten; bei Männern mit erhaltener Nierenfunktion waren Samenblasenzysten bei 15 % und Prostatazysten bei 22 % vorhanden, aber Patienten mit und ohne Zysten unterschieden sich nicht in den Spermapathologien [s106]. Das stützt, dass die Zysten allein die Spermienstörung nicht erklären.

Zur Spermienfunktion: Im Tierversuch war die Befruchtungsfähigkeit von Spermien urämischer Ratten vermindert (23 % gegenüber 82 % Zweivorkernstadien nach 18 Stunden) [s186]. Beim Menschen exprimierten nur (9 ± 5,9) % der Spermien urämischer Patienten CFTR, nach Transplantation (29 ± 14,3) %, bei Gesunden (51 ± 20,5) % [s134]; die Autoren deuten dies als umkehrbar, belegt ist es nur im Querschnitt. Ciclosporin wurde im Ejakulat gemessen (27 bis 165 ng/ml) und korreliert mit dem Vollblutspiegel [s203]; ob es dort wirkt, ist unbekannt.

### Zilien, Polyzystine und das Flagellum

Bei ADPKD, Nephronophthise und Cystinose sind Niere und Fortpflanzungsorgane über gemeinsame Gene, Proteine oder Strukturen betroffen. Bei ADPKD wurden strukturelle Auffälligkeiten des Flagellums direkt an Patientenspermien gezeigt (aufgerollte Flagellen, fehlende zentrale Mikrotubuli, kürzere Länge) und in Mäusenierenzellen ein gestörter Hippo-Signalweg beschrieben [s44]; die Übertragung der Zellbefunde auf die Spermien der Patienten bleibt Hypothese. Das passt zu Asthenozoospermie und Nekrospermie bei ADPKD [s154, s31] und zum Befund eines Infertilitätsphänotyps mit Kopf- und Flagellum-Anomalien bei NPHP4-Mutation, gestützt durch ein Mausmodell [s115]. Die Kırış-Studie fand bei erhaltener Nierenfunktion mehr Infertilität [s106] und stützt, dass dieser Weg von der Urämie unabhängig ist. Für die erworbene CKD gilt dieser Mechanismus nicht.

### Arzneimittel

**mTOR-Inhibitoren.** Die Hemmung eines Stammzellfaktor/c-kit-abhängigen Prozesses in Spermatogonien wird in einer Übersicht als Mechanismus genannt [s159]. Im Mausversuch sanken Hoden-, Körper- und Samenbläschengewicht und Nebenhoden-Spermienzahl, und differenzierende Spermatogonien nahmen ab [s77]; Ciclosporin und Sirolimus verursachten in der Ratte tiefgreifende histologische Veränderungen [s123]. Beim Menschen sind die Befunde konsistent mit einer Wirkung, aber nicht randomisiert [s157, s141]. Dass die Umstellung auf Sirolimus im Rattenversuch zusätzlich Tubulusgröße und Epithelhöhe senkte, aber Ki67- und TUNEL-positive Zellen verminderte [s15], zeigt, dass die Wirkung nicht einfach in einer Richtung verläuft.

**Calcineurinhemmer.** Der FK506-FKBP12.6-Komplex band bevorzugt an die spermienspezifische Calcineurin-Form (PPP3CC und PPP3R2); die Störung von FKBP12.6 stellte Beweglichkeit und mitochondriale Funktion unreifer Spermien in der Maus wieder her [s22]. Tacrolimus erzeugte im Rattenhoden oxidativen Stress und Entzündung (Malondialdehyd, iNOS, NF-κB, Caspase-3) [s11]. Beim Menschen sind die Befunde gegenläufig: In der Ciclosporin-Dosisstudie unterschieden sich die Hauptparameter nicht von Freiwilligen [s172], in einer anderen Studie korrelierten Konzentration und VSL invers mit dem Talspiegel [s185], und unter Tacrolimus war das Spermienprofil günstiger als unter Ciclosporin [s163]. Diltiazem steigerte im Rattenversuch die Hodentoxizität über höhere Blutspiegel [s85]; das ist kein Humanbefund.

**Valganciclovir und andere.** Ganciclovir hemmt die Spermatogenese in präklinischen Studien (Aussage des Abstracts von [s78]); beim Menschen verzögerte Valganciclovir die Erholung der Spermienkonzentration, die sechs Monate nach Behandlungsende vergleichbar war [s78]. Für Mycophenolatmofetil sind die Daten laut Überblick begrenzt und uneindeutig [s58]. Die Aussage zu Prednisolon beruht auf acht Transplantierten ohne Kontrolle, bei denen der FSH-Anstieg nach Transplantation unerklärt blieb [s216]. Methotrexat zeigte in immunsuppressiver Dosis vorübergehende Effekte, die innerhalb von drei Monaten zurückkehrten [s58].

### Weitere Zwischenglieder (spekulativ)

Zink war bei Dialysepatienten erniedrigt und korrelierte negativ mit der Rate fehlgebildeter Spermien, während das Seminalplasma-Zink nicht abwich [s206]; in einer kleinen Doppelblindstudie stiegen unter Zink Spermienzahl und Testosteron [s215], in der Cochrane-Übersicht erhöhte orales Zink das Testosteron, Zink im Dialysat nicht [s147]. Vitamin D war bei CKD erniedrigt und mit AMH assoziiert [s90], aber eine randomisierte Gabe veränderte die Spermienparameter nicht [s40]. Anämie und Hypogonadismus hängen zusammen (Hypogonadismus war mit Anämie und fehlender Erythropoetinbehandlung verbunden [s37]; ein Testosteronabfall galt als unabhängiger Risikofaktor für Anämie [s158, s149]); unter Erythropoetin sanken Prolaktin und LH und besserte sich teils die Sexualfunktion [s200, s176, s197, s189], bei Ratten verbesserten Erythropoetin und Bromocriptin die Fertilitätsmaße [s184]. Diese Befunde sind klein, unkontrolliert oder betreffen nicht das Spermium. Die Kausalrichtung ist zudem bei Testosteron und Nierenfunktion unklar: Die Mendelsche Randomisierung fand einen Zusammenhang von genetisch vorhergesagtem Testosteron mit CKD bei Männern, aber keinen Einfluss der Nierenfunktion auf das Testosteron [s83], was sich vermutlich nicht auf Urämie übertragen lässt.

### Was die Studienlage nicht trennen kann

Die menschlichen Studien können Urämie, Dialyseform, Grunderkrankung, Alter, Diabetes, Anämie und Medikamente nicht auseinanderhalten. Beispiele: Die Transplantation verbessert die Samenqualität, aber die Verbesserung wird zugleich mit Immunsuppressiva belastet [s69, s116]; in zwei kleinen russischen Gruppen mit Immunsuppression wegen Glomerulonephritis beziehungsweise rheumatoider Arthritis bestand bei den meisten eine Azoospermie [s201], was auf die Medikation hindeutet, aber die Nierenkrankheit nicht ausschließt; bei jugendlichen Transplantierten sind Alter bei Transplantation, Urämiedauer und Medikamentenexposition verbunden [s151]. Eine Aussage zur Rangfolge der Mechanismen ist daher mit der vorliegenden Literatur nicht möglich.

## Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität

### Was sich überhaupt als Dosis-Wirkung auswerten lässt

Echte Dosis-Wirkungs-Beziehungen im pharmakologischen Sinn gibt es in dieser Literatur kaum. Für die Nierenfunktion als „Dosis“ der Schädigung liegen nur Stadienvergleiche vor (eine Studie mit Samenanalyse [s113]), für die Dialyse nur Korrelationen mit der Dialysedauer, und für Immunsuppressiva beruhen die Aussagen auf zwei Ciclosporin-Dosisgruppen [s172, s156], Korrelationen mit Talspiegeln [s185] und einzelnen Tierversuchen. Die folgenden Tabellen stellen zusammen, was berichtet wurde; sie ersetzen keine Metaanalyse, und die Werte sind nicht zwischen Studien vergleichbar (verschiedene Labore, Einheiten und Grenzwerte).

### Nierenfunktion und CKD-Stadium

| Studie | Kollektiv | Befund nach Stadium oder Nierenfunktion | Einschränkung |
|---|---|---|---|
| Lehtihet und Hylander 2015 [s113] | 66 Männer, Stadium 1 bis 5, 18 bis 50 Jahre | negativer linearer Trend mit höherem Stadium für Volumen (P < 0,05), progressive Motilität (P < 0,01), Konzentration (P < 0,01), Gesamtzahl (P < 0,01), Zink (P < 0,01), Fruktose (P < 0,01) | keine Kontrollen, Querschnitt, kleine Zahl je Stadium |
| Afşar 2013 [s120] | 109 Patienten, Stadium 3 bis 5 | Gesamttestosteron 8,32 ± 4,35 (Stadium 3), 6,71 ± 3,12 (4), 4,22 ± 1,28 (5) ng/ml; 3 gegen 5 und 4 gegen 5 p < 0,0001, 3 gegen 4 p = 0,094 | Einheit wie im Abstract gedruckt; Geschlecht nicht ausdrücklich genannt |
| Aydemir et al. 2020 [s71] | 105 Männer, Stadium 3 (n = 55), 4 (n = 33), 5 (n = 17) | Hypogonadismus 17,1 % (Gesamttestosteron) beziehungsweise 20,9 % (freies Testosteron), kein Unterschied zwischen den Stadien | kleine Stichprobe; widerspricht [s140, s120] |
| Yılmaz et al. 2011 [s140] | 239 Männer, Stadium 1 bis 5 | Gesamt- und freies Testosteron fielen parallel zur abnehmenden Nierenfunktion | kein Fertilitätsbezug |
| David et al. 2026 [s01] | 120 Männer, Stadium 1 bis 5, 65 Jahre | in Stadium 4 und 5 nur 27,8 % eugonadal gegenüber 79,6 % bei passenden Kontrollen; insgesamt 56,7 % Hypogonadismus gegenüber 13,3 % | ältere Population, keine Samenanalyse |
| Parasher und Ranjan 2022 [s53] | 28 Männer, Stadium 3/4 gegenüber 5 | Testosteron 94,45 ± 44,23 gegenüber 72,86 ± 13,90 ng/dl (P < 0,001); LH 7,56 gegenüber 17,16 mIU/ml; FSH 15,87 gegenüber 26,45 mIU/ml | Alter 40,37 gegenüber 63,34 Jahre; Absolutwerte weit unter denen anderer Studien |
| Oueslati et al. 2020 [s79] | 48 Männer, mild bis Endstadium | Hypogonadismus bei 22 (46 %); Gonadotropine meist normal | kein Stadienvergleich im Abstract |
| Abdel Hamid et al. 2018 [s90] | 59 Männer mit CKD, 21 Kontrollen | AMH positiv mit eGFR korreliert; AMH und Vitamin D bei Patienten erniedrigt | auch Korrelation mit Alter, Harnstoff, Kreatinin |

Für den Zusammenhang zwischen Nierenfunktion und Spermienqualität steht damit nur [s113] mit Samenanalysen über mehrere Stadien zur Verfügung; die Hormonstudien sind uneinheitlich (Abfall mit dem Stadium in [s140, s120, s53], kein Stadienunterschied in [s71]). Die große Bevölkerungskohorte zum Kreatinin gesunder Männer zeigt keinen Dosis-Wirkungs-Verlauf im Sinne einer Nierenkrankheit, sondern eine umgekehrt U-förmige Kurve:

| Serumkreatinin des Mannes (Dezil) | Adjustiertes HR der Fekundität (95-%-KI) | Anmerkung |
|---|---|---|
| 1. Dezil (höchstens 64,89 µmol/l) | 0,92 (0,91 bis 0,92) | um 8 % vermindert |
| 2. Dezil (64,90 bis 69,99) | 0,95 (0,95 bis 0,96) | um 5 % vermindert |
| 3. Dezil (70,00 bis 73,99) | 0,98 (0,97 bis 0,99) | um 2 % vermindert |
| Referenz (78,00 bis 81,49) | 1 | |
| 10. Dezil (mindestens 101,00) | 0,99 (0,98 bis 0,99) | um 1 % vermindert |

Die Daten stammen von 4 023 204 Paaren, ohne Nierenkranke und ohne Samenanalyse; „keine Unterlegenheit“ bestand für Kreatinin zwischen 81,66 und 104,90 µmol/l, bei Männern über 40 Jahren war der Effekt ausgeprägter [s34]. Die Effekte sind sehr klein, und das niedrigste Dezil ist am stärksten betroffen; die Studie sagt nichts über Dialyse oder Transplantation.

### Dialysedauer und Zeit vor der Transplantation

| Studie | Kollektiv | Zusammenhang mit der Dauer |
|---|---|---|
| Zachoval et al. 2013 [s127] | 74 Männer (Hämodialyse), 41 Kontrollen | Dialysedauer negativ korreliert mit Testosteron, Konzentration, Gesamt- und progressiver Motilität und Morphologie |
| Eid et al. 1996 [s185] | 34 Transplantierte, 31 Nichttransplantierte | Hämodialysezeit invers mit Anteil beweglicher Spermien und ALH (p < 0,05) |
| Sawanishi und Ohsako 1982 [s217] | Beobachtungen 1968 bis 1981 | je länger die konservative Phase vor der Dialyse, desto ausgeprägter Azoo- bis Oligozoospermie |
| Yajima et al. 1989 [s205] | 15 Männer unter Hämodialyse | LH und FSH stiegen mit der Dauer, Testosteron fiel; sonographisches Hodenvolumen nahm zu |
| Hasegawa et al. 1985 [s211] | 25 Männer unter Hämodialyse | LH und FSH stiegen mit der Dauer; Testosteron besserte sich mit der Dauer, DHT fiel weiter |
| Ahmed et al. 2018 [s91] | 118 Männer unter Hämodialyse (4,58 ± 3,03 Jahre) | kein Zusammenhang zwischen Dauer und IIEF-5 oder Hormonspiegeln; erektile Dysfunktion 79,7 % (bis 5 Jahre), 76,5 % (5 bis 10 Jahre), 80,0 % (über 10 Jahre) [s91] |
| Soliman et al. 2022 [s54] | 56 Kinder unter Hämodialyse | Hormonspiegel negativ mit Krankheits- und Dialysedauer assoziiert |
| Sirisopana et al. 2026 [s08] | 28 Männer vor Lebendspende | Verbesserung des IIEF-5 vor allem bei Dialysedauer von ein bis drei Jahren (p = 0,019) |
| Esen et al. 2009 [s150] | 46 Männer nach Transplantation | Hämodialysedauer vor Transplantation bei erektiler Dysfunktion 19,9 ± 5,5 gegenüber 13,8 ± 2,6 Monate (p < 0,05) |
| De Celis und Pedrón-Nuevo 1999 [s178] | 55 Männer nach Transplantation | Dialysedauer unterschied später fertile von infertilen Patienten |

Die Befunde sind gegenläufig: Mehrere Studien finden Verschlechterungen mit der Dauer [s127, s185, s217, s205], eine große hormonelle Reihe findet keinen Zusammenhang [s91], und die Abnahme des Testosterons kann mit dem Alter überlagert sein [s113].

### Zeit seit der Transplantation: Erholung

| Zeitpunkt | Befund | Studie |
|---|---|---|
| 1 Monat | Hypogonadismus 36 % (25 Transplantierte, 53 % Männer) | Balcázar-Hernández et al. [s38] |
| 1 Monat | Testosteron fiel im ersten Monat (acht Transplantierte, unter Prednisolon 25 bis 35 mg/Tag), normalisierte sich allmählich | Nonomura [s216] |
| 3 Monate | freies Testosteron 7,33 ng/dl; Anteil Eugonadaler 62 %; Inhibin B 83,72 pg/ml (Tiefpunkt) | David et al. [s01] |
| 4 Monate | Spermiendichte, Beweglichkeit, Vitalität und Morphologie signifikant verbessert (P < 0,05) | Wang et al. [s148] |
| 6 Monate | IIEF-5 21,1 ± 4,5; bioverfügbares Testosteron höher, LH niedriger | Sirisopana et al. [s08] |
| 6 Monate | LH 6,7 IU/l (weiter über Spendern), FSH 11,3 IU/l, Testosteron 398 ng/dl (unter Spendern), Inhibin B 93,6 pg/ml, bei fast der Hälfte unter 80 pg/ml | Hamdi et al. [s116] |
| 12 Monate | freies Testosteron 8,43 ng/dl; Anteil Eugonadaler 72 %; Inhibin B 133,00 pg/ml (teilweise Erholung) | David et al. [s01] |
| 12 Monate | Hypogonadismus 8 %; Rückbildung bei allen Männern | Balcázar-Hernández et al. [s38] |
| bis 2 Jahre | Fertilitätsindex 5,53 (8,30) gegenüber 13,02 (14,26) bei Gesunden (P < 0,01) | Xu et al., Gruppe A [s152] |
| über 2 Jahre | Fertilitätsindex 9,27 (22,49), nicht signifikant unter Gesunden (P > 0,05) | Xu et al., Gruppe B [s152] |
| 1 bis 10 Jahre | Normozoospermie bei 47,3 %; 26 von 55 zeugten Kinder | De Celis und Pedrón-Nuevo [s178] |

Die Metaanalyse fasst zusammen: Gegenüber Dialyse höhere Dichte (SMD 1,58; 0,02 bis 3,15) und Beweglichkeit (SMD 3,26; 0,73 bis 5,79), aber weiterhin niedriger als bei Gesunden (Dichte SMD −0,75; −1,42 bis −0,07; Beweglichkeit SMD −0,50; −0,80 bis −0,20) [s69]. Die Sertoli-Marker erholen sich dagegen langsamer: Inhibin B war nach zwölf Monaten noch unter dem Ausgangswert vor der Transplantation von 190,10 pg/ml [s01]. Bei den Hangzhou-Daten ist zu beachten, dass die Gruppen nach Zeit und Ciclosporin-Dosis eingeteilt wurden (Dosis 4,1 bis 6, 2,1 bis 4 und 1,3 bis 2 mg/kg/Tag bei unter 6, 6 bis 24 und über 24 Monaten), sodass Erholungszeit und Dosis nicht zu trennen sind [s156]; dort unterschieden sich Beweglichkeit und Kopfdeformität nur zwischen der frühesten und der spätesten Gruppe (P < 0,05).

### Arzneimittel: Dosis, Dauer, Befund, Rückbildung

| Wirkstoff | Dosis und Dauer (soweit berichtet) | Befund | Rückbildung | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Sirolimus | gesamter Zeitraum nach Transplantation (Männer 20 bis 40 Jahre) | Gesamtzahl 28,6 ± 31,2 gegenüber 292,2 ± 271,2 × 10^6; bewegliche Spermien 22,2 % gegenüber 41,0 %; gezeugte Schwangerschaften 5,9 gegenüber 92,9 je 1000 Patientenjahre | bei 6 beendeten Fällen nur 3 deutlich gebessert | [s157] |
| Sirolimus | 5 bis 12 Monate bis zur Oligo- oder Azoospermie (4 Männer) | Infertilität | alle vier erholten sich nach Absetzen und wurden fertil | [s141] |
| Sirolimus | Fallbericht | Azoospermie | 5 Monate nach Wechsel auf Tacrolimus 8 × 10^6/ml | [s161] |
| Sirolimus, Everolimus (Maus) | 30 Tage; Dosis etwa sechsfach unter klinischer Krebsdosis senkte nur Hodengewicht, Hoden/Körper-Verhältnis und Tubulusdurchmesser | Abnahme von Hoden-, Körper- und Samenbläschengewicht, Nebenhoden-Spermienzahl, differenzierender Spermatogonien | je nach Parameter unterschiedlich, alle Gruppen konnten Nachwuchs zeugen | [s77] |
| Valganciclovir | mittlere Expositionsdauer 118 ± 63 Tage; Zeit bis Behandlungsende 164 Tage (Kohorte A) | Differenz der Konzentrationsänderung 43,82 × 10^6/ml (−72,48 bis −15,16); 25 % gegenüber 7 % von normal zu abweichend; 18 Patienten unter 100 Tagen | nach 6 Monaten Differenz −2,09 (−44,18 bis 40,00); die von normal abweichenden erholten sich alle; Azoospermie bei keinem von 8 erholt | [s78] |
| Valganciclovir | Fallbericht | Azoospermie 2 Monate nach Ende | Konzentration 43,3 × 10^6/ml nach weiteren 9 Monaten | [s19] |
| Valganciclovir, Tacrolimus, Mycophenolat | Fallbericht (Lebertransplantation) | Azoospermie | 12 Wochen wenige bewegliche, nach weiteren 14 Wochen 10,1, nach 24 Wochen 70 Millionen/ml | [s05] |
| Ciclosporin | 1,5 bis 3,0 gegenüber 3,1 bis 5,5 mg/kg/Tag | Hauptparameter nicht verschieden von Freiwilligen; nur normale Morphologie zwischen Dosisgruppen verschieden (P < 0,05) | nicht untersucht | [s172] |
| Ciclosporin | Talspiegel | Konzentration und VSL invers mit Talspiegel (p < 0,05) | nicht untersucht | [s185] |
| Ciclosporin (Maus) | 10 mg/kg, 10 und 50 Tage | Spermienzahl, Hyperaktivierung, Akrosomintegrität und Testosteron vermindert, ohne Verlust der Fertilität bei Verpaarung | alles kehrte 50 Tage nach Ende zurück | [s45] |
| Ciclosporin (Ejakulat) | Dosis 3,7 bis 5,0 mg/kg | Ejakulat 27 bis 165 ng/ml, Vollblut 51 bis 133 ng/ml, r = 0,68 | keine Spermienqualitätsdaten | [s203] |
| Tacrolimus gegenüber Ciclosporin | Schemata mit Mycophenolatmofetil beziehungsweise Azathioprin, je mit Prednison | Anomalierate 67,8 % gegenüber 80,1 %; progressive Beweglichkeit 46,4 % gegenüber 33,3 % | nicht untersucht | [s163] |
| Tacrolimus plus Mycophenolsäure | Inhibin B sank nach Transplantation | signifikant niedrigeres Inhibin B | teilweise Erholung nur in [s01] | [s116] |
| Mycophenolat (Vaterschaft) | bei 77 % der 404 Schwangerschaften zur Zeugung | keine Häufung von Fehlbildungen gegenüber der Allgemeinbevölkerung | nicht anwendbar | [s72] |
| Mycophenolat (Vaterschaft) | 225 Nachkommen unter MPA, 14 ohne | Fehlgeburten 9,8 %, Fehlbildungen 4 %, keine MPA-Embryopathie | nicht anwendbar | [s62] |
| Methotrexat | immunsuppressive Dosis | vorübergehende Effekte | Rückkehr zu Referenzwerten innerhalb von 3 Monaten | [s58] |
| Prednisolon | 25 bis 35 mg/Tag, 8 Transplantierte | LH fiel, FSH stieg auf ein Vielfaches | Ursache der FSH-Spitze unerklärt | [s216] |
| Ciclosporin, Sirolimus, Tacrolimus (Ratte) | Langzeitgabe in therapeutisch äquivalenten Dosen | Ciclosporin und Sirolimus: schwere Spermatogenesestörung; Tacrolimus: leichte Minderung der Spermienzahl ohne Histologieschaden | nicht untersucht | [s123] |
| Calcineurinhemmer plus Diltiazem (Ratte) | Diltiazem erhöhte die Blutspiegel | niedrigste Spermienzahl bei Ciclosporin plus Diltiazem | nicht untersucht | [s85] |
| Hochphosphat-Kost (Maus) | 2 % gegenüber 0,6 % Phosphor | Verstärkung der Hodenschäden im CKD-Modell | nicht untersucht | [s82] |

Eine echte Dosis-Wirkungs-Kurve beim Menschen liegt für keinen dieser Wirkstoffe vor. Am nächsten kommen die Ciclosporin-Talspiegel-Korrelation [s185], die zwei Dosisgruppen [s172], die Expositionsdauer unter Valganciclovir (18 Patienten unter 100 Tagen, mittlere Dauer 118 ± 63 Tage [s78]) und das Maus-Ergebnis, dass eine Sirolimus- oder Everolimus-Dosis weit unter der Krebsdosis bereits Hodengewicht und Tubulusdurchmesser senkte [s77].

### Subgruppen

| Subgruppe | Befund | Quelle | Einschränkung |
|---|---|---|---|
| **Alter** | Testosteron bei über 45-Jährigen unter Hämodialyse signifikant niedriger als bei jüngeren | [s167] | ungleiche Gruppengrößen (24 gegenüber 50) |
| | Androgenmangel bei Männern mit Typ-1-Diabetes unter Hämodialyse: unter 40 Jahren 5,0 %, ab 40 Jahren 86,9 % | [s149, s158] | 43 Männer, Diabetes und Nierenversagen vermischt |
| | Hypogonadismus mit höherem Alter verbunden | [s37] | Abstract ohne Zahlen |
| | Potenz nach Transplantation 88,6 %, 75,9 %, 63,6 % (jung, mittel, älter); potent nach Erkrankungsbeginn 28,6 %, 13,8 %, 9,1 % | [s171] | retrospektive Befragung, 86 Männer |
| | von neun impotenten Fällen wurden sechs, die vor dem 40. Lebensjahr transplantiert worden waren, potent | [s181] | kleine Basis |
| | erektile Dysfunktion bei unter 50-Jährigen von 83,8 % auf 22,6 % nach Transplantation, bei Älteren von 100 % auf 86,5 % | [s48] | 68 Patienten, Sexualfunktion |
| | Fekundität: Effekt bei Männern über 40 Jahren ausgeprägter (Kreatinin) | [s34] | Allgemeinbevölkerung |
| **Alter bei Transplantation** | Transplantation vor dem 14. Lebensjahr: Spermienzahl 15,5 ± 15,7 gegenüber 82,3 ± 64,2 Millionen/ml bei Transplantation danach | [s151] | 8 Männer, mit Urämiedauer und Medikamentendauer verbunden |
| **Diabetes** | Typ-2-Diabetes OR 3,96 (P = 0,02) und diabetische Nephropathie OR 4,26 (P = 0,01) als Risikofaktoren des Hypogonadismus | [s79] | 48 Männer |
| | Diabetes OR 3,80 für erektile Dysfunktion nach Transplantation | [s18] | Sexualfunktion |
| | Sexualstörung korreliert mit diabetischer Mikroangiopathie (r = +0,48) | [s198] | 160 Männer mit Diabetes |
| **Dialyseform** | Gesamt- und freies Testosteron unter Peritonealdialyse höher (p = 0,01, p = 0,05), OR 4,659 (1,477 bis 14,704) | [s73] | 71 gegenüber 24 Patienten, Selektion |
| | Hämodialyse und Peritonealdialyse nicht unterschieden | [s173] | Sexualfunktion, Fallzahl nicht genannt |
| | IIEF 55 gegenüber 40 (p = 0,058), nicht signifikant | [s81] | 31 gegenüber 20 |
| **Spenderart** | Verbesserung nicht abhängig von Lebend- oder Leichenspende | [s60] | 45 Patienten |
| | erektile Dysfunktion 42,9 % gegenüber 55,6 % (Lebend gegen Verstorbene), nicht signifikant | [s150] | 46 Männer |
| **Immunsuppression** | Sirolimus: Spermien und Vaterschaft vermindert; Tacrolimus gegenüber Ciclosporin günstiger | [s157, s163] | siehe Arzneimitteltabelle |
| **Grunderkrankung** | ADPKD: 20 von 22 mit abnormen Spermienparametern [s154], 68,2 % [s41], 37 von 46 mit niedriger Samenqualität [s94], 5 von 23 verheirateten Männern infertil [s106] | | Selektion, kleine Gruppen |
| | Cystinose: Azoospermie bei der Mehrzahl, obstruktiv | [s64] | Mausmodell widersprüchlich [s128] |
| | Fabry: 82,4 % mit mindestens einer abnormen Kategorie | [s89] | 17 Teilnehmer |
| | Lupusnephritis: kein bedeutsamer Unterschied zu Nierenpatienten ohne Lupus | [s193] | 8 Männer |
| **Kinder und Jugendliche** | Testosteron bei Jungen unter Hämodialyse signifikant erniedrigt | [s54] | 56 Kinder |
| | 37 von 43 männlichen Jugendlichen (86,0 %) erlebten nach Transplantation die Spermarche | [s23] | keine Samenanalyse |
| | als Kinder dialysiert: niedriges Testosteron, hohes LH, alle mit Pubertätszeichen | [s210] | 8 Patienten |
| **Geschlecht** | CKD-Risiko bei genetisch höherem bioverfügbarem Testosteron nur bei Männern | [s83] | Mendelsche Randomisierung, Richtung Testosteron zu CKD |

### Reversibilität

| Auslöser oder Zustand | Beobachtung | Quelle | Gewicht |
|---|---|---|---|
| Urämie bei Transplantation | Spermiendichte und Beweglichkeit steigen (SMD 1,58; 3,26), bleiben aber unter Gesunden (−0,75; −0,50) | [s69] | Metaanalyse, 5 Studien, heterogen |
| | Fertilitätsindex nach über 2 Jahren nicht mehr signifikant unter Gesunden (P > 0,05) | [s152] | Querschnitt, n = 18 |
| | Beweglichkeit 76,15 % gegenüber 39,27 % vor der Transplantation | [s164] | 30 Männer, ohne Kontrolle |
| | CFTR-positive Spermien 9 % (Urämie), 29 % (Transplantierte), 51 % (Gesunde) | [s134] | Querschnitt verschiedener Männer |
| | Leydig-Achse erholt sich rasch, Sertoli-Marker Inhibin B erst nach Absinken teilweise | [s01, s116] | zwei Kohorten |
| | bei Transplantation vor dem 14. Lebensjahr nur ein Mann mit normalen Parametern in Gruppe II, einer mit Azoospermie in Gruppe I | [s151] | 8 Männer |
| | Bereits entstandene morphologische Gonadenschäden durch Transplantation nicht ganz rückgängig zu machen | [s49] | narrative Übersicht |
| Akutes obstruktives Nierenversagen | Umkehr der Azoospermie 4 Monate nach Normalisierung der Nierenfunktion | [s153] | Fallbericht |
| CKD mit Azoospermie | 3 Monate nach Transplantation wieder Spermienbildung | [s21] | Fallbericht |
| Sirolimus | 4 von 4 erholten sich nach Absetzen [s141]; nur 3 von 6 deutlich gebessert [s157] | [s157, s141] | widersprüchliche Beobachtungsdaten |
| Valganciclovir | Erholung 6 Monate nach Behandlungsende bei den von normal abweichenden; keine bei den Azoospermen | [s78] | nicht randomisiert |
| Ciclosporin (Maus) | alles 50 Tage nach Ende zurück | [s45] | Tier |
| Methotrexat | Rückkehr innerhalb von 3 Monaten | [s58] | Überblick |
| Hypogonadismus nach Transplantation | 36 % nach 1 Monat, 8 % nach 12 Monaten | [s38] | 25 Patienten |
| ADPKD, Cystinose, NPHP4 | genetisch bedingt; Behandlung der Infertilität über ICSI und Spermiengewinnung beschrieben | [s114, s10, s51] | keine Rückbildung der Anlage |
| Schwangerschaft nach Transplantation | 17 % Vaterschaftsrate; 27 % der Väter mit assistierter Reproduktion | [s72] | Befragung |
| | 53 von 62 versuchenden Paaren (Männer zeugten 54 Kinder) | [s155] | zuvor Unverheiratete |

Als Gesamteindruck lässt sich nur sagen: Die Leydig-Zellachse und die Sexualfunktion erholen sich nach Transplantation in den meisten Studien rasch; die Samenparameter bessern sich im Vergleich zur Dialyse, erreichen aber in der Metaanalyse das Niveau Gesunder nicht; die Sertoli-Marker verhalten sich uneinheitlich; für Sirolimus und Valganciclovir gibt es Berichte mit Rückbildung, aber auch Fälle ohne vollständige Erholung. Eine Gewissheit über das Ausmaß und die Dauer der Rückbildung ist mit der vorliegenden Literatur nicht möglich.

### Grenzen der Auswertung

Alle Tabellen fassen Studien mit unterschiedlichen Methoden zusammen. Hormonwerte stammen aus Immunoassays, Radioimmunoassays und Massenspektrometrie mit verschiedenen Grenzwerten (zum Beispiel Testosteronmangel unter 10 nmol/l [s137, s144], unter 12 nmol/l [s158], unter 8,0 nmol/l [s101]); die Einheiten sind in einigen Abstracts offensichtlich fehlerhaft gedruckt ([s215], [s178], [s56], [s32]). Mittelwerte mit Standardabweichung bei Spermienzahlen sind bei schiefen Verteilungen nur begrenzt aussagekräftig; in mehreren Studien ist das Streuungsmaß im Abstract nicht bezeichnet ([s152], [s135], [s151]). Die Hangzhou-Arbeiten sind nicht unabhängig voneinander [s168, s172, s156, s152, s135, s134, s155, s119]. Kontrollierte Interventionsstudien mit Spermienendpunkt fehlen bis auf [s215] und [s40]. Dieses Kapitel gibt keine Therapieempfehlung; die berichteten Behandlungsergebnisse sind Ergebnisse der jeweiligen Studien.

## Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Dieses Kapitel beschreibt nicht die Ergebnisse der Studien (dafür sind die vorangehenden Kapitel zuständig), sondern die Landkarte der Literatur: Wer hat in welcher Sprache und aus welcher Region zu Nierenerkrankung, Dialyse, Transplantation und männlicher Fertilität veröffentlicht, in welchen Zeitschriften, mit welchen Kohorten, gibt es Register oder Leitlinien, und wo reichen die Recherchewege nicht hin? Das Quellenregister der Studie umfasst 219 Arbeiten. Nach dem Feld „Sprachraum“ im Register verteilen sie sich (Mehrfachzuordnung möglich) auf Englisch 159, Chinesisch 49, Türkisch 28, Japanisch 24, Arabisch 21, Russisch 18, Französisch 6 und Koreanisch 3 Arbeiten. Deutsche, italienische, portugiesische und spanische Arbeiten mit abrufbarem Abstract enthält das Register nicht.

**Zuordnungsregel.** Die drei Rechercheteile haben das Feld „Sprachraum“ nicht ganz gleich gebraucht: In Teil A bedeutet es die in Europe PMC verzeichnete Erscheinungssprache, in den Teilen B und C zusätzlich die Herkunft der Arbeitsgruppe (zum Beispiel Belarus, Usbekistan oder arabische Länder bei englischsprachigen Veröffentlichungen). Für dieses Kapitel gilt deshalb eine einheitliche Regel. Ein Sprachraum umfasst erstens die Arbeiten, die in dieser Sprache erschienen sind, und zweitens englischsprachige Arbeiten, deren erstgenannte Autorengruppe nach der Affiliation in Europe PMC (am 04.10.2026 abgerufen) in einem Land dieses Sprachraums sitzt. Die Erstautoren-Affiliation ist ein grobes Maß; sie sagt nichts über das Herkunftsland der Teilnehmenden. Wo eine Arbeit in zwei Räume fällt, wird sie nur an einer Stelle ausführlich besprochen und an der anderen mit einem Halbsatz erwähnt. Länder, die zu keinem der zwölf Sprachräume gehören (Iran, Israel, Pakistan, Indien, Rumänien, Polen und andere), werden nicht in einen Raum eingerechnet; sie stehen im Englischen als „übrige englischsprachige Herkunft“ oder bleiben unerwähnt.

**Gemeinsamer Befund vorweg.** In keinem der zwölf Räume wurde ein Register gefunden, das Fertilität oder Samenqualität bei Nierenkranken systematisch erfasst. Keine der geprüften Leitlinien (EAU, AUA/ASRM, ESHRE) enthält eine Aussage zur Fertilität bei chronischer Nierenerkrankung, Dialyse oder Nierentransplantation [s24, s25, s13]. Die Literatur besteht überall aus kleinen Einzelzentrumsstudien. Die Lücken, die sich in einem Raum zeigen, sind teils Lücken der Medizin, teils Lücken des Zugangs: Mehrere regionale Datenbanken waren für die Recherche gesperrt (siehe je Abschnitt).

### Englisch

**Was dieser Raum trägt.** Der englischsprachige Raum ist der quantitative Kern des gesamten Feldes. Das Register führt 159 Arbeiten mit der Kennung Englisch, davon 71 ausschließlich englisch, die übrigen zugleich einem anderen Raum zugeordnet. Hier liegen alle Metaanalysen zum Thema [s03, s69, s147], die Mehrzahl der Fallberichte, nahezu alle Tierversuche zur Wirkung der Immunsuppressiva und die drei internationalen Leitlinien. Auch die beiden großen Befragungen zur Vaterschaft nach Transplantation sind englisch erschienen [s72, s62], ebenso die modernste Hormonstudie mit massenspektrometrischer Testosteronmessung [s01].

**Herkunft der englischsprachigen Arbeiten.** Englisch ist als Wissenschaftssprache kein regionaler Raum; die Erstautoren-Affiliationen verteilen sich über viele Länder. Aus Westeuropa und Nordamerika stammen unter anderem die belgische Kohorte aus Leuven [s01], die französischen Zentren Toulouse, Caen, Paris-Necker und Lyon [s116, s159, s72, s157, s05], die schwedischen Arbeiten aus dem Karolinska-Umfeld [s113, s137, s63], die dänische Übersicht aus Aarhus [s58] und amerikanische Übersichten und Einzelfälle [s100, s112, s87, s12, s29, s10, s131, s199, s78]. Aus Polen kommen Arbeiten aus Katowice, Warschau und Szczecin [s49, s80, s15, s66], aus Rumänien Arbeiten aus Iasi [s39, s42], aus Indien zwei Querschnittsstudien [s52, s53], aus Iran drei Arbeiten [s40, s60, s145], aus Israel zwei Fallberichte [s17, s153], aus Pakistan eine Übersicht [s02], aus Thailand und Vietnam je eine Arbeit [s08, s21]. Diese Länder stehen in diesem Kapitel in keinem eigenen Abschnitt, weil sie keinem der zwölf Sprachräume zugeordnet sind; die Zählung in diesem Absatz ist zudem unvollständig, weil nicht für alle Registereinträge eine Affiliation abrufbar war (etwa bei Tagungsbeiträgen, Leitlinien und älteren Einträgen).

**Eigene Kohorten.** Die größten Kohorten des Feldes sind selten Samenstudien. Samenanalysen stammen meist aus Einzelzentren mit 20 bis 150 Teilnehmenden: 66 Männer mit CKD-Stadium 1 bis 5 in einer Querschnittsstudie aus Schweden [s113], 74 Männer auf der Warteliste mit 41 Kontrollen [s127], 59 Männer mit Valganciclovir-Beobachtung [s78] und 53 Dialysepatienten, die 6 Monate nach Transplantation nachuntersucht und mit 46 Samenspendern verglichen wurden [s116]. Größere Datensätze sind Befragungen: Die französische PATeRNAL-Studie erreichte 1332 männliche Transplantierte aus 13 Zentren mit einer Antwortrate von 46 % [s72], die spanische EMVARON-Erhebung erfasste 151 Männer mit 239 Nachkommen in 15 Zentren [s62]. Hormonell am größten ist eine Kohorte von 420 männlichen Hämodialysepatienten aus der Türkei mit Testosteron und Sterblichkeit als Endpunkt [s144], die im türkischen Abschnitt eingeordnet wird. Bevölkerungsbasierte Datensätze ohne Nierenkranke als Zielgruppe stammen aus den USA (NHANES, 28 663 eingeschlossene Teilnehmende [s32]) und aus Großbritannien (UK Biobank, 179 916 Männer mit 6016 CKD-Fällen in zwei Mendelschen Randomisierungen aus Hongkong [s83, s70]); sie betreffen Testosteron und Nierenfunktion, nicht Fertilität.

**Register.** Ein Register für Fertilität bei Nierenerkrankung wurde nicht gefunden. Die Autoren der systematischen Übersicht aus Lübeck fordern ausdrücklich eine internationale prospektive Datenbank [s03]. Ein Teil der englischen Primärstudien ist als Studie registriert (Beispiel: die thailändische Kohorte [s08], die im thailändischen Studienregister geführt wird); das ist keine Fertilitätsdatenbank. Nationale Transplantationsregister wurden für diese Frage weder in den Rechercheberichten noch in diesem Kapitel ausgewertet; ob sie Vaterschaftsdaten enthalten, ist offen.

**Leitlinien.** Drei internationale Leitlinien wurden im Volltext oder auf der Übersichtsseite geprüft und enthalten keine Aussage zu CKD, Dialyse oder Transplantation und männlicher Fertilität:

- EAU-Leitlinie Sexual and Reproductive Health, Kapitel 11 „Male Infertility“ (Webfassung, am 04.10.2026 abgerufen) [s25]: Treffer zur Niere betreffen nur Nierenanomalien bei Samenleiterabwesenheit. In der Ursachentabelle erscheint „General/systemic disease“ mit 2,2 % bei den unselektierten und 0,5 % bei den azoospermen Patienten (die Tabelle trägt in der Quelle widersprüchliche Fallzahlangaben). Immunsuppressiva, Sirolimus, Cyclophosphamid, Mycophenolat und Ganciclovir kommen im Kapitel nicht vor. In den Kapiteln zu erektiler Dysfunktion und Hypogonadismus werden chronische Nierenerkrankung und Nierentransplantation als Begleitfaktoren oder Untersuchungsanlass genannt.
- AUA/ASRM-Leitlinie zur Diagnose und Behandlung der Infertilität beim Mann, 2020 mit Aktualisierung 2024 [s24]: keine Aussage zu CKD, Dialyse oder Transplantation; Empfehlung 25 verlangt bei Vasaagenesie eine Nieren-Sonographie.
- ESHRE: Die Leitlinienübersicht führt keine Leitlinie zur männlichen Infertilität oder zu Nierenerkrankungen. Der einzige Berührungspunkt ist die Empfehlung zur Fertilitätsprotektion durch Hodengewebe-Kryokonservierung bei Jungen unter gonadotoxischer Behandlung (44 Empfehlungen) [s13]; der Abstract nennt Nierenkrankheiten nicht.

Auch die Cochrane-Datenbank enthält über Europe PMC keine Übersicht zu männlicher Fertilität bei Nierenkrankheit; die einzige einschlägige Cochrane-Übersicht betrifft Interventionen bei sexueller Dysfunktion (15 Studien, 352 Patienten) und nicht die Fertilität [s147]. Eine Umfrage unter 41 italienischen Transplantationszentren (29 Antworten) legt nahe, dass die Gonadenfunktion in der Nachsorge ungleich beachtet wird: 20 % sprachen sie in der Anamnese nicht an [s06].

**Fachzeitschriften.** Im Register stehen 17 Beiträge in „Andrologia“ und je mehrere in „Transplantation Proceedings“ (5), „Basic and Clinical Andrology“, „International Journal of Impotence Research“, „Human Reproduction“, „International Urology and Nephrology“ und „Translational Andrology and Urology“ (je 3). Das Bild ist das einer Nische: Die Arbeiten erscheinen in andrologischen und transplantationsmedizinischen Spezialzeitschriften, selten in den großen nephrologischen Zeitschriften. Für Fallberichte dienen Zeitschriften wie „Cureus“, „Urology Case Reports“, „IJU Case Reports“ und „CEN Case Reports“ [s10, s17, s19, s31].

**Regionale Besonderheiten.** Zwei Merkmale prägen die englischsprachige Literatur. Erstens ist sie in ihrer Evidenz alt und klein: Zwischen den Hormonstudien der 1970er- und frühen 1980er-Jahre [s218, s219, s215] und den neueren Kohorten liegen Jahrzehnte, in denen sich Dialyse und Immunsuppression stark verändert haben. Zweitens ist sie sprachlich selektiv: Mehrere Übersichten haben nach eigenen Angaben ausschließlich in westlichen Datenbanken oder nur englischsprachig gesucht. Die systematische Übersicht aus Lübeck schloss nur englische Arbeiten ein (Suche in Web of Science, MEDLINE und Embase, 2939 Treffer, 23 Studien mit 738 Patienten) [s03]. Die Metaanalyse zur Samenqualität nach Transplantation (5 Studien) durchsuchte MEDLINE, PubMed und Web of Science [s69], die Metaanalyse zur Erektionsfunktion (9 Artikel) vier westliche Datenbanken [s76]. Eine Ausnahme ist die Metaanalyse zur erektilen Dysfunktion bei Transplantierten aus Shenyang, die auch CNKI, Wanfang, VIP und CBM durchsuchte (28 Studien, 3520 Transplantierte) [s18]. Die chinesischen Samenstudien (siehe Abschnitt Chinesisch) fehlen deshalb in den westlichen Zusammenfassungen zumindest teilweise.

**Erreichbarkeit der Datenbanken.** Europe PMC (REST-Schnittstelle) war die Hauptquelle und vollständig erreichbar; sie indexiert MEDLINE-Datensätze mit Abstract und, soweit frei verfügbar, Volltext. Die NCBI-E-utilities waren erreichbar. Die PubMed-Webseite lieferte laut Teil B zwar eine Seite, aber keine Trefferliste im statischen HTML und wurde nicht genutzt. Die Leitlinienseiten der EAU (uroweb.org) und der AUA (auanet.org) waren im Volltext erreichbar, die der ESHRE nur als Leitlinienliste. Von den 219 Registereinträgen haben 184 eine PubMed-Kennung (PMID); für 35 Einträge fehlt sie. Das sind die beiden Leitlinienwebseiten und vor allem Beiträge aus Zeitschriften, die nicht in MEDLINE indexiert sind: türkische Zeitschriften (TR Dizin), koreanische und japanische Fachzeitschriften und Tagungsberichte sowie russischsprachige Beiträge aus CyberLeninka. Wer das Feld nur über PubMed absucht, übersieht diese Teile der Literatur systematisch.

**Ehrliche Einordnung.** Die englischsprachige Literatur ist die dichteste, aber nicht die unabhängigste: Ein erheblicher Teil der Übersichten stützt sich auf dieselben wenigen Primärstudien. Randomisierte Studien mit Spermienendpunkt fehlen auch hier; die wenigen kontrollierten Studien betreffen Zink (20 Patienten, 1982) [s215] und Vitamin D bei 70 Männern auf der Transplantationsliste, ohne Effekt auf Spermienparameter [s40].

### Deutsch

**Eigene Literatur.** Das Register enthält keine deutschsprachige Arbeit mit abrufbarem Abstract. Gefunden wurde nur ein Titel von 1978 (Kreusser et al., Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin; Titel in Europe PMC in englischer Klammerform: „Hypergonadotropic hypogonadism in kidney failure – a consequence of disorders of testicular cyclic AMP formation“, sinngemäß deutsch: Hypergonadotroper Hypogonadismus bei Nierenversagen – Folge einer Störung der testikulären cAMP-Bildung; der deutsche Originaltitel wurde nicht abgerufen). Dieser Beitrag hat weder Abstract noch Volltext und floss in keine Auswertung ein. Eine eigene Europe-PMC-Suche am 04.10.2026 mit Sprachfilter Deutsch, mit Spermien-, Fertilitäts- und Hormonbegriffen in Kombination mit Dialyse, Nierentransplantation und Niereninsuffizienz lieferte 134 Treffer. Nach den Titeln der ersten 40 Treffer handelte es sich fast ausnahmslos um Themen ohne Bezug zur Frage (Lupus, Diabetes-Leitlinien, Osteoporose, Gefahrstoff-Begründungen, Kongressabstracts). Einen einschlägigen deutschsprachigen Originalbeitrag zur männlichen Fertilität bei Nierenkranken enthielten diese 40 Treffer nicht; die übrigen Treffer wurden nicht einzeln durchgesehen.

**Deutsche Einrichtungen in englischsprachigen Arbeiten.** Drei Registereinträge haben nach der Erstautoren-Affiliation einen deutschen Ursprung. Die systematische Übersicht zu Sexualhormonen, Spermienparametern und Fertilität nach Nierentransplantation bei Männern (Hazir et al. 2026, „Andrology“) nennt als erste Affiliation das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck [s03]; sie wertete 23 Studien mit 738 Patienten aus und schloss nur englischsprachige Arbeiten ein. Die narrative Übersicht zu Testosteronmangel und chronischer Nierenerkrankung von Zitzmann (2024) stammt aus dem Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie der Universität Münster [s36]; sie liefert nach Teil A wenig Spermiendaten. Einen Fallbericht zur Azoospermie unter Sirolimus bei einem Nierentransplantierten veröffentlichten Skrzypek und Krause 2007 aus Marburg; die Spermatogenese erholte sich nach dem Wechsel auf Tacrolimus [s161]. Das sind drei Beiträge in einem Register von 219; sie bilden keine deutsche Kohorte.

**Register, Kohorten, Leitlinien.** Eine deutsche Kohorte mit Samenanalysen bei Nierenkranken, ein deutsches Register mit Fertilitäts- oder Vaterschaftsdaten und eine deutschsprachige Leitlinie zum Thema wurden nicht gefunden. Das Leitlinienregister der AWMF (register.awmf.org) war per Abruf nicht auswertbar: Es lieferte nur das Gerüst einer Einzelseitenanwendung von etwa 7 KB ohne Suchergebnisse und ließ sich nicht über eine Schnittstelle abfragen. Ob eine AWMF-Leitlinie das Thema berührt, konnte weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Die geprüften internationalen Leitlinien, die auch die deutsche Praxis prägen, enthalten die Frage nicht [s25, s24].

**Fachzeitschriften und regionale Besonderheiten.** Als deutschsprachige Fachzeitschriften mit Nähe zum Thema traten in der eigenen Suche „Aktuelle Urologie“, „Der Urologe“, „Der Nephrologe“ und die „Wiener Klinische Wochenschrift“ auf, jedoch nur mit Beiträgen zu anderen Fragen (nach den Titeln). Das Fehlen deutschsprachiger Studien ist kein Beleg dafür, dass es in Deutschland, Österreich oder der Schweiz keine Forschung gibt: Deutschsprachige Zentren veröffentlichen in der Regel auf Englisch. Aus dem Material lässt sich nur sagen, dass kein deutschsprachiger Beitrag mit Abstract auffindbar war.

**Erreichbarkeit.** Europe PMC war erreichbar und erlaubt den Sprachfilter; die PubMed-Webseite war gesperrt. Das AWMF-Register war nicht auswertbar (siehe oben). Eine Suche in Katalogen deutschsprachiger Fachgesellschaften wurde nicht durchgeführt.

### Französisch

**Eigene Literatur.** Das Register führt sechs Arbeiten mit der Kennung Französisch, fünf davon ausschließlich französisch. Es sind zwei systematisch angelegte Übersichten in „Progrès en Urologie“ (dem Organ der französischen urologischen Gesellschaften), eine narrative Übersicht in „Gynécologie Obstétrique & Fertilité“, ein Beitrag im „Journal médical libanais“ und ein Fallbericht in „Néphrologie & Thérapeutique“ [s104, s105, s111, s108, s118]; ein weiterer Eintrag derselben libanesischen Zeitschrift ist zugleich dem Arabischen zugeordnet [s107].

- Kleinclauss et al. 2016, „[Sexuality, fertility and pregnancy after kidney transplantation]“ (Sexualität, Fertilität und Schwangerschaft nach Nierentransplantation; französischer Originaltitel nicht abgerufen), Erstautor Besançon: systematische Literaturübersicht, 76 von 706 Artikeln eingeschlossen [s104].
- Neuzillet et al. 2016, „[Andrologic consequences of chronic renal failure: State of the art for the yearly scientific report of the French National Association of Urology]“ (Andrologische Folgen der chronischen Niereninsuffizienz: Stand des Wissens), Erstautor Suresnes (Hôpital Foch): systematische Übersicht, 51 von 383 Artikeln eingeschlossen; die Prävalenz des Hypogonadismus bei chronischer Nierenerkrankung wird dort mit 24 % bis 66 % angegeben [s105].
- Delesalle et al. 2015, „Impact de l'insuffisance rénale chronique et de la greffe rénale sur la fonction reproductive“ (Auswirkungen des Nierenversagens im Endstadium und der Nierentransplantation auf das Fortpflanzungssystem), Erstautor Lille: Nach der Übersicht besserten sich Spermienparameter und Hormonfunktion innerhalb von zwei Jahren; nur sieben Autoren hätten assistierte Reproduktion bei Nierentransplantierten beschrieben [s111].
- Wetzstein et al. 2014, „[Everolimus and azoospermia, a causal relationship? About one case in a renal transplant patient]“ (Everolimus und Azoospermie, ein ursächlicher Zusammenhang? Zu einem Fall bei einem Nierentransplantierten), Amiens: Einzelfall [s118].
- Atallah et al. 2015 („[Infertility and kidney transplantation]“) und Ata Allah et al. 2015 („Infertilité et greffe rénale“, Infertilität und Nierentransplantation) aus dem Libanon: Beide Registereinträge tragen dieselbe Aussage (Hyperprolaktinämie bei 100 % bei chronischem Nierenversagen, 60 % unter Dialyse, 35 % nach Transplantation, ohne genannte Quellen) und sind wahrscheinlich derselbe Beitrag, der als zwei Einträge geführt wird [s108, s107]. Diese Einschätzung folgt aus Titel, Jahr, Zeitschrift und Inhalt und ist nicht durch eine gemeinsame Kennung belegt.

**Französische Einrichtungen in englischsprachigen Arbeiten.** Der gewichtigste Beitrag des Raums ist englischsprachig: die nationale Befragung PATeRNAL (Caen, 13 französische Zentren), die 1332 männliche Transplantierte erreichte (Antwortrate 46 %). 232 Teilnehmer wurden nach der Transplantation Väter (17 %; 95-%-Konfidenzintervall 15 bis 20), 62 von ihnen (27 %) hatten Fertilitätsprobleme, die mit assistierter Reproduktion gelöst wurden. Bei den Schwangerschaften lagen Mycophenolat bei 77 % und Tacrolimus bei 63 % der Medikationen zur Zeit der Zeugung [s72]. Aus Toulouse stammen die prospektive Hormonstudie mit 53 Dialysepatienten und 46 Samenspendern als Kontrolle (Inhibin B fiel nach Transplantation) [s116] und die Übersicht zu mTOR-Inhibitoren [s159], aus dem Pariser Necker-Krankenhaus die Beobachtungsstudie zu Sirolimus mit 95 auswertbaren von 116 Transplantierten [s157], aus Bordeaux die Fabry-Studie FERTIFABRY, deren Erstautoren-Affiliation ein CECOS-Labor für Reproduktionsbiologie nennt [s89], und aus Lyon ein Fallbericht zu Valganciclovir nach Lebertransplantation [s05]. Die Befragung PATeRNAL und die Toulouser Kohorte sind damit die „eigenen Kohorten“ des Raums.

**Register und Leitlinien.** Ein französisches Register mit Fertilitätsdaten bei Nierenkranken wurde nicht gefunden; PATeRNAL ist eine einmalige Befragung, kein fortlaufendes Register [s72]. Eine französische Leitlinie zum Thema wurde nicht gefunden. Die beiden französischsprachigen systematischen Übersichten sind Expertenberichte [s104, s105], keine Leitlinien.

**Französischsprachiges Afrika.** In der eigenen Europe-PMC-Suche mit Sprachfilter Französisch (169 Treffer, die ersten 40 durchgesehen) fielen überwiegend Arbeiten zu Schwangerschaft bei Dialyse oder nach Transplantation, zu Krebs und Fertilitätsprotektion und zu Zystinose auf, die nicht die männliche Fertilität betreffen. Ein einschlägiger Treffer aus dem Raum: Yattara et al. 2020 aus Bamako, Mali, zur erektilen Dysfunktion bei chronischen Hämodialysepatienten (PMID 37978749; Titel in Europe PMC nur in englischer Klammerform; nicht im Quellenregister, am 04.10.2026 über Europe PMC abgerufen): 65 Hämodialysepatienten, Prävalenz der erektilen Dysfunktion 70,8 %, das Testosteron war bei 83,1 % normal. Es ist eine Arbeit zur Sexualfunktion ohne Samenanalyse.

**Fachzeitschriften und regionale Besonderheiten.** Französische Nephrologie, Urologie und Fortpflanzungsmedizin veröffentlichen zum Thema vor allem in „Progrès en Urologie“, „Néphrologie & Thérapeutique“ und „Gynécologie Obstétrique & Fertilité“. Auffällig ist, dass eine der Übersichten die Frage als gemeinsames Kapitel „Sexualität, Fertilität und Schwangerschaft“ behandelt und nicht als Teilgebiet der Andrologie [s104]. Zwei der Übersichten sind über das Archiv HAL erreichbar [s105, s111].

**Erreichbarkeit.** HAL (API archives-ouvertes.fr) war erreichbar: Eine kombinierte französische Suche ergab zwei einschlägige Treffer (hal-02315243 und hal-01824044), beide mit PubMed-Gegenstück; die übrigen 72 Treffer der englischen HAL-Suche betrafen Pflanzenextrakte, Schwangerschaft bei Dialyse oder Tacrolimusspiegel. Cairn war nicht erreichbar (HTTP 403, Schutzseite). Die Lücke im Französischen ist deshalb zum Teil Folge des Zugangs.

### Italienisch

**Eigene Literatur.** Das Register enthält keine italienischsprachige Arbeit mit Abstract. Die Suche mit italienischen Titelbegriffen in Europe PMC ergab in Teil A genau einen einschlägigen Treffer ohne Abstract: Galdiero et al. 2015 im „Giornale italiano di nefrologia“, in Europe PMC als „[Chronic kidney disease: fertility and sexuality]“ geführt (Chronische Nierenerkrankung: Fertilität und Sexualität; PMID 26480265); er wurde nicht ausgewertet. Die eigene Sprachfilter-Suche am 04.10.2026 (Italienisch, 38 Treffer) ergab, abgesehen von diesem Beitrag, überwiegend Themen ohne Bezug (Impfstoff-Bewertungen, Kongressbände, Schwangerschaft bei Dialyse). Zwei ältere Arbeiten mit Hormonbezug ließen sich mit Abstract abrufen, stehen aber nicht im Quellenregister und werden hier nur zur Kennzeichnung des Raums angeführt (Titel in Europe PMC in englischer Klammerform; die italienischen Originaltitel wurden nicht abgerufen):

- Coppola und Cuomo 1990, „[Pituitary-testicular evaluation in patients with chronic renal insufficiency in hemodialysis treatment]“ (Hypophysär-testikuläre Untersuchung bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz unter Hämodialyse; „Minerva Medica“, PMID 2113639): 10 Männer unter Hämodialyse mit verminderter Libido, bei 8 von ihnen Hormonmessungen vor und nach der Dialyse; niedriges Testosteron, deutlich erhöhtes LH, nahezu fehlendes Ansprechen von Testosteron und Estradiol auf hCG; die Autoren schließen auf einen primären Hypogonadismus.
- Odone et al. 1991, „[Evaluation of the reproductive endocrine system in a population of hemodialyzed adult males]“ (Beurteilung des reproduktiven Hormonsystems bei erwachsenen Hämodialysepatienten; Alessandria, PMID 1817349): 19 Männer, leicht erhöhte Spiegel von Prolaktin und Gonadotropinen bei normalem Gesamt- und freiem Testosteron und verlangsamtem Ansprechen im Stimulationstest.

Beide Arbeiten sind klein, enthalten keine Samenanalyse und widersprechen sich im Testosteron; sie zeigen, wie uneinheitlich die frühe Hormonliteratur war. Zwei weitere Titel von Orsoni et al. 1981 (Hormone vor und nach Nierentransplantation; PMID 7021293 und 6793944) haben keinen Abstract und wurden nicht ausgewertet.

**Italienische Einrichtungen in englischsprachigen Arbeiten.** Drei Registereinträge haben italienische Erstautoren-Affiliationen: die Serie von 22 früher dialysierten jungen Transplantierten mit Ultraschall und Samenanalyse aus Mailand (San Donato), bei der 17 Männer Nebenhodenverkalkungen hatten und 12 von 13 Samenproben auffällig waren [s121], die Cochrane-Übersicht zu Interventionen bei sexueller Dysfunktion bei CKD aus dem Konsortium Mario Negri Sud (15 Studien, 352 Patienten) [s147] und die Befragung italienischer Transplantationszentren (29 von 41 Zentren) aus Kalabrien [s06]. Eine Kohortenstudie, deren Daten aus Saudi-Arabien stammen, erschien im „Archivio italiano di urologia, andrologia“ [s27]; sie zeigt, dass die Zeitschrift nicht das Herkunftsland anzeigt.

**Register, Leitlinien, Fachgesellschaften.** Ein italienisches Register zur Fertilität bei Nierenkranken wurde nicht gefunden. Nach der Befragung der Transplantationszentren geben die aktuellen Leitlinien nur vage Empfehlungen zur endokrinen Nachsorge Nierentransplantierter [s06]. Die Website der Società Italiana di Andrologia (andrologiaitaliana.it) war erreichbar, enthielt aber nach Suche nach „dialisi“, „trapianto renale“ und „insufficienza renale“ keine Treffer und keine Literaturdatenbank; zwei weitere Adressen waren nicht erreichbar oder gehörten zu einem anderen Fachgebiet.

**Fachzeitschriften.** Zeitschriften des Raums mit Bezug zum Thema sind das „Giornale italiano di nefrologia“, „Minerva Urologica e Nefrologica“, „Minerva Medica“ und das „Archivio italiano di urologia, andrologia“. Italienischsprachige Studien aus der Zeit nach 2000 zur Fertilität bei Nierenkranken ließen sich nicht finden; ob sie nicht existieren oder nicht indexiert sind, bleibt offen.

### Portugiesisch

**Eigene Literatur.** Das Register enthält keine portugiesischsprachige Arbeit. Gefunden wurde nur der Titel einer Studie von 1980: Pecoraro et al. in „AMB Revista da Associação Médica Brasileira“, in Europe PMC englisch als „[Spermatogenesis before and after renal transplantation (author's transl)]“ geführt (Spermatogenese vor und nach Nierentransplantation; PMID 7001566; der portugiesische Originaltitel wurde nicht abgerufen). Europe PMC verzeichnet den Beitrag, liefert aber keinen Abstract; er wurde nicht ausgewertet. Die eigene Sprachfilter-Suche (Portugiesisch, 21 Treffer) enthielt neben diesem Titel Beiträge zu Schwangerschaft nach Nierentransplantation bei Frauen, Kardiologie-Positionspapieren und weiteren fachfremden Themen; einen weiteren einschlägigen Beitrag mit Abstract erbrachte sie nicht. Ein Titel von 2012 in „Arquivos Brasileiros de Endocrinologia e Metabologia“ (englische Klammerform: „Falsely elevated testosterone in a type 1 diabetes patient with acne and chronic renal failure on dialysis“, falsch erhöhtes Testosteron bei Typ-1-Diabetes, Akne und dialysepflichtiger Niereninsuffizienz; PMID 22911285) berührt die Messung von Testosteron, wurde aber nur als Titel gesehen.

**Portugiesischer Sprachraum in englischsprachigen Arbeiten.** Zwei Registereinträge hängen mit Brasilien zusammen, aber unterschiedlich. Die Arbeit von Balcázar-Hernández et al. 2023 erschien im „Jornal Brasileiro de Nefrologia“ mit englischem Abstract, stammt aber nach der Erstautoren-Affiliation aus Mexiko-Stadt (Instituto Mexicano del Seguro Social, Centro Médico Nacional Siglo XXI) und gehört damit nach unserer Regel nicht in den portugiesischen, sondern in den spanischen Raum [s38]. Nach Brasilien weist dagegen die Mausstudie zu niedrig dosiertem Ciclosporin A von Siervo et al. 2023 (Staatliche Universität Londrina, Paraná); sie fand reversible Veränderungen von Spermienparametern und Testosteron [s45]. Eine brasilianische oder portugiesische Humankohorte mit Samenanalysen bei Nierenkranken fehlt im Register.

**Register, Leitlinien.** Ein Register und eine Leitlinie zum Thema wurden in diesem Raum nicht gefunden.

**Erreichbarkeit.** Gerade hier ist die Lücke zum Teil technisch bedingt: SciELO (search.scielo.org) und das LILACS/BVS-Portal (pesquisa.bvsalud.org) lieferten HTTP 403 mit einer Schutzseite; scielo.br und lilacs.bvsalud.org zeigten nur die Startseite ohne Suche. Der Umweg über Crossref mit dem DOI-Präfix 10.1590, das SciELO-Zeitschriften vergeben, ergab keinen einschlägigen Treffer. Eine Browserautomatisierung, die die Schutzseiten eventuell hätte überwinden können, wurde nicht eingesetzt. Das Fehlen portugiesischsprachiger Literatur im Register ist deshalb kein Beleg dafür, dass es sie nicht gibt.

### Spanisch

**Eigene Literatur.** Auch für das Spanische enthält das Register keine Arbeit in der Landessprache. Ein Treffer in der Datenbank Dialnet bei der ersten Anfrage („Fertilidad masculina con pacientes en programa de hemodiálisis crónica“, Männliche Fertilität bei Patienten im chronischen Hämodialyseprogramm; Dialnet-Kennung 6887648) wurde nur als Titel erfasst; weitere Abfragen und die Artikelseite lieferten eine Sperrseite. Zwei spanischsprachige Arbeiten mit Abstract ließen sich über Europe PMC abrufen (am 04.10.2026), stehen aber nicht im Quellenregister (Titel in Europe PMC in englischer Klammerform, die spanischen Originaltitel wurden nicht abgerufen):

- Chisvert León und Valderrábano Quintana 1991, „[Alterations of the hypophyseal-gonadal axis in chronic renal insufficiency and after renal transplantation]“ (Veränderungen der Hypophysen-Gonaden-Achse bei chronischer Niereninsuffizienz und nach Nierentransplantation; Madrid, PMID 1782312): 92 Hämodialysepatienten und 14 Nierentransplantierte; ein typisches Muster der Hormonstörung oder eines je Grunderkrankung ließ sich nicht erkennen, Dialysefaktoren hatten keinen erkennbaren Einfluss, nach der Transplantation verschwanden die Hormonstörungen.
- Lledó García und Jara Rascón 2013, „[Testosterone deficit syndrome in the chronic renal failure patient]“ (Testosteronmangelsyndrom beim Patienten mit chronischem Nierenversagen; „Archivos Españoles de Urología“, Hospital General Universitario Gregorio Marañón, Madrid, PMID 24047630): narrative Übersicht, wonach Hypogonadismus bis zu 70 % der Patienten mit chronischem Nierenversagen betreffen könne; keine Samendaten im Abstract.

Die eigene Sprachfilter-Suche (Spanisch, 82 Treffer) enthielt darüber hinaus überwiegend Beiträge ohne Bezug (Impfempfehlungen, Kardiologie, Infektionskrankheiten).

**Spanische Einrichtungen in englischsprachigen Arbeiten.** Fünf Registereinträge haben spanische Erstautoren-Affiliationen. Die Studie EMVARON (Pamplona) erfasste in 15 spanischen Zentren 151 Männer mit 239 Nachkommen, davon 225 unter Mycophenolsäure: Fehlgeburten in der Mycophenolatgruppe 9,8 %, Fehlbildungen 4 %, keine typische Mycophenolat-Embryopathie; nur 14 Nachkommen ohne Mycophenolat dienten als Vergleich [s62]. Aus Madrid stammen die Übersicht zu gonadaler Dysfunktion bei Männern mit CKD (Hospital Ramón y Cajal; Testosteronmangel bei 26 % bis 66 %) [s130] und der Fallbericht zu einer ICSI bei einem azoospermen Transplantierten mit primärer Hyperoxalurie Typ 1 (IVI Madrid) [s109]. Aus Barcelona (Fundació Puigvert) stammt die prospektive Studie zu 30 Männern mit polyzystischer Nierenerkrankung, von denen 22 eine Samenprobe abgaben: Bei 10 von 28 sonographisch Untersuchten fanden sich Zysten im Samenweg, 20 von 22 hatten abnorme Spermienparameter [s154]. Aus Córdoba stammt die Clomifen-Studie bei 34 Hämodialysepatienten, 8 Transplantierten und 9 Gesunden von 1993 [s194]. Zum spanischsprachigen Raum gehört nach unserer Regel auch Mexiko: die Querschnittsstudie an 55 Transplantierten 1 bis 10 Jahre nach der Operation aus Mexiko-Stadt (Normozoospermie bei 47,3 %) [s178] und die genannte Hormonstudie aus dem Centro Médico Nacional [s38].

**Register und Leitlinien.** Die Studie EMVARON ist eine einmalige retrospektive Erhebung [s62]. Ein Register zur Fertilität bei Nierenkranken und eine spanischsprachige Leitlinie wurden nicht gefunden.

**Erreichbarkeit.** Dialnet war nur bei der ersten Anfrage nutzbar, danach lieferte es eine kleine Sperrseite mit JavaScript-Prüfung (etwa 3 KB). SciELO und LILACS waren gesperrt (siehe Portugiesisch); der spanischsprachige Raum ist damit wie der portugiesische vermutlich unterrepräsentiert.

### Chinesisch

**Umfang und Zusammensetzung.** Der chinesische Raum ist nach dem Englischen der größte: 49 Registereinträge tragen die Kennung Chinesisch. Davon sind 18 rein chinesischsprachig, nahezu alle in der „Zhonghua nan ke xue“ (National Journal of Andrology) erschienen, die für ihre chinesischen Beiträge in PubMed einen englischen Abstract und einen englischen Titel in Klammern führt. Die übrigen 31 sind englischsprachig und stammen aus der Volksrepublik China, aus Hongkong oder aus Taiwan. Insgesamt trägt die „Zhonghua nan ke xue“ 17 Einträge des Registers. Die Literatur lässt sich in vier Gruppen gliedern: Transplantationszentren mit Samenanalysen, Fortpflanzungszentren mit Genetik und Präimplantationsdiagnostik bei polyzystischer Nierenerkrankung, Tierversuche, und bevölkerungsbezogene oder Metaanalyse-Arbeiten zu Hormonen und Sexualfunktion.

**Eigene Kohorten: die Transplantationszentren, vor allem Hangzhou.** Ein großer Teil der chinesischen Humandaten zu Samenqualität und Vaterschaft stammt aus einer einzigen Arbeitsgruppe um Xu Longgen in Hangzhou (zunächst 117. Hospital der Volksbefreiungsarmee, später Jiulisong-Krankenhaus): Zu ihr gehören neun Registereinträge zwischen 2003 und 2014 [s172, s171, s168, s156, s155, s152, s135, s134, s119]. Sie umfassen Samenanalysen bei Urämie und nach Transplantation (24 Urämiepatienten gegen 12 Freiwillige [s168]; 40 Urämiepatienten, 40 Transplantierte und 40 Gesunde mit einem Fertilitätsindex [s152]; 53 Urämiepatienten [s135]; ein Vergleich mit CFTR-Expression der Spermien [s134]), eine Fragebogenstudie zu Familienstand und Fertilität bei 185 von 243 angeschriebenen männlichen Transplantierten [s155] und eine Beobachtung von 252 Kindern von 248 Transplantierten [s119]. Teil B hält fest, dass diese Arbeiten sehr wahrscheinlich teilweise an überlappenden Patientenkollektiven gewonnen wurden und nicht als unabhängige Bestätigungen gezählt werden dürfen; ob alle Arbeiten wirklich aus einer Gruppe stammen, ergibt sich aus den Abstracts nicht sicher. Auch die 100 verheirateten Transplantierten ohne Kinder, die in Shanghai drei Jahre nachbeobachtet wurden [s148], teilen mindestens einen Autor mit dieser Gruppe. Weitere Zentren veröffentlichten kleinere Studien: Shanghai (Vorher-nachher-Vergleich bei 30 Urämiepatienten [s164]), Hefei (37 Transplantierte unter Tacrolimus- oder Ciclosporin-Schema und 15 Kontrollen [s163]), Xi'an (Befragung von 250 verheirateten Transplantierten [s162]), Chongqing (60 verheiratete Männer [s170]), Chengdu (Querschnitt in sechs Kliniken in Sichuan [s173]), Jinan (35 Transplantierte gegen 30 Hämodialysepatienten [s133]), Nanjing (je 80 Männer unter Hämodialyse oder nach Transplantation [s55]) und Guangzhou (24 Patienten [s139]). Fast alle dieser Studien sind Querschnitte mit weniger als 100 Teilnehmenden; eine randomisierte oder kontrollierte Verlaufsstudie zur Samenqualität gibt es nicht. Die beiden Verlaufsstudien [s164, s148] haben keine Kontrollgruppe ohne Transplantation.

**Fortpflanzungszentren: polyzystische Nierenerkrankung und Präimplantationsdiagnostik.** Der aktivste Block der chinesischen Literatur seit 2015 stammt aus Reproduktionszentren und betrifft die erbliche polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD), nicht die erworbene Niereninsuffizienz. Zu ihm gehören eine retrospektive Studie zur ICSI (21 ADPKD-bedingte Infertilitätsfälle, 15 mit ICSI, gegen 164 Fälle angeborener Samenleiter-Aplasie [s114]), Fallserien zur Präimplantationsdiagnostik aus Nanjing (7 Männer [s97]), Changsha in Hunan (Mutationsanalyse bei 90 Familien, Samenqualität bei 46 Männern [s94]; 24 Männer [s51]), Chongqing (35 Familien [s41]), Zhengzhou [s65, s92], Peking [s68] und Shenzhen [s47], die Elektronenmikroskopie der Spermien von 13 infertilen Männern mit ADPKD (Fudan-Universität Shanghai), die Flagellum-Anomalien zeigte [s44], ein Fallbericht aus Hefei [s88], zwei Übersichten [s96, s110] und ein Fallbericht aus Jinan zur ICSI bei einem Mann im Endstadium der Nierenerkrankung [s86]. Die Zahlen pro Studie sind klein (zum Beispiel 15 behandelte Paare in [s114], sodass ein einzelnes Paar die Rate um rund 7 Prozentpunkte verschiebt), die Kollektive sind selektiert, weil sie aus Fortpflanzungszentren kommen. Befunde zu Zysten der Samenwege, Flagellum-Defekten und Genvarianten dürfen nicht auf Dialyse oder Transplantation übertragen werden.

**Tierversuche und Mechanismusarbeiten.** Aus Taiwan (Tri-Service General Hospital, Taipei) stammen zwei Studien an Mäusen mit 5/6-Nephrektomie: zu einer phosphatreichen Kost (66 Mäuse in vier Gruppen) [s82] und zu Coenzym Q10 (36 Mäuse) [s67]; beide aus derselben Gruppe. Aus Guangzhou kommen zwei Untersuchungen zu Immunsuppressiva an einseitig nephrektomierten Ratten [s123, s85], aus Nanchang eine Mechanismusstudie zu FK506 an Mäusen [s22], aus Hangzhou eine Studie zu einem Präparat der traditionellen chinesischen Medizin am Adenin-CKD-Mausmodell [s16]. Die Abstracts nennen oft keine Gruppengrößen oder Zahlenwerte.

**Register und bevölkerungsbezogene Daten.** Ein Register für Fertilität bei Nierenkranken wurde nicht gefunden. Die größte Datenbasis ist ein Nebenprodukt eines staatlichen Programms: Die Auswertung des chinesischen nationalen kostenlosen Vorsorgeprojekts für Paare mit Kinderwunsch umfasst 4 023 204 Paare; 2 756 538 (68,52 %) konzipierten innerhalb der Beobachtung, und das Serumkreatinin der Männer zeigte einen umgekehrt U-förmigen Zusammenhang mit der Fekundität [s34]. Die Studie betrifft Gesunde im üblichen Kreatininbereich, nicht Nierenkranke, und belegt keinen Fertilitätseffekt der Niereninsuffizienz. Aus Hongkong stammen die beiden Mendelschen Randomisierungen mit UK-Biobank-Daten (Richtung Testosteron zu CKD, nicht umgekehrt) [s83, s70]. Aus Anhui kommen die NHANES-Auswertung [s32] und eine Beobachtungsstudie bei 230 Transplantierten mit vier Zeitabschnitten einschließlich der COVID-19-Pandemie [s33]. Weitere Arbeiten sind die Metaanalyse zum Testosteron bei CKD (9 Kohortenstudien, 5331 Patienten) [s50], zwei Metaanalysen zur Erektionsfunktion nach Transplantation [s76, s18], eine Querschnittsstudie an 72 chinesischen CKD-Patienten [s28], eine Kohorte zur Pubertät nach Transplantation im Kindesalter aus Shanghai (101 Kinder, 43 Jungen ab 13 Jahren) [s23] und die Studie zu Kisspeptin bei 69 Hämodialysepatienten [s04], die auch im englischen Raum geführt wird.

**Leitlinien.** Eine chinesische Leitlinie zur Fertilität bei Nierenkranken wurde im Rahmen der Recherche nicht gefunden; eine gezielte Suche in den Veröffentlichungen chinesischer Fachgesellschaften ist nicht dokumentiert.

**Regionale Besonderheiten.** Eine sprachspezifische Falle ist der Begriff „Niere“ in der traditionellen chinesischen Medizin („Nieren-Yang-Mangel“, „Nieren-Essenz“): Er bezeichnet eine Funktionsgruppe und nicht die Nierenerkrankung. Die Suche lieferte mehrere Dutzend Arbeiten zu „Nieren stärkenden“ Rezepturen bei männlicher Infertilität; sie wurden ausgeschlossen, weil sie nichts über Nierenerkrankung und Fertilität aussagen. Als einzige Randfigur wurde die Studie zum Präparat der chinesischen Medizin am Adenin-CKD-Mausmodell aufgenommen und als solche gekennzeichnet [s16]. Eine weitere Besonderheit betrifft die Übersichtsarbeiten: Die westlichen Metaanalysen haben die chinesischen Datenbanken überwiegend nicht durchsucht (siehe Englisch), sodass gerade die in Hangzhou, Shanghai und Hefei erhobenen Samenstudien in ihnen teilweise fehlen dürften; die Metaanalyse zur Samenqualität nach Transplantation [s69] stammt selbst aus Hefei, durchsuchte nach ihrem Abstract aber MEDLINE, PubMed und Web of Science.

**Erreichbarkeit.** PubMed-indexierte chinesische Beiträge waren über Europe PMC und die NCBI-E-utilities zugänglich. CNKI war nicht erreichbar: Die TLS-Zertifikatsprüfung scheiterte, und mit abgeschalteter Prüfung kam HTTP 418 ohne Inhalt. Wanfang lieferte HTTP 200, aber nur eine per Skript gefüllte Seite ohne auslesbare Treffer. CQVIP war nur als Startseite erreichbar und wurde nicht abgefragt. Nicht in PubMed indizierte Volltexte, chinesische Dissertationen und Kurzmitteilungen konnten deshalb nicht durchsucht werden; es ist wahrscheinlich, dass weitere Arbeiten existieren.

### Japanisch

**Umfang und zwei Schichten.** 24 Registereinträge tragen die Kennung Japanisch, davon 16 mit japanischem Originaltext (überwiegend aus J-STAGE) und 8 englischsprachige. Die japanische Literatur besteht aus zwei Schichten.

**Die ältere Schicht (1982 bis 1998).** Sie besteht aus Beiträgen in japanischen Fachzeitschriften: „Nihon Hinyokika Gakkai Zasshi“ (Japanese Journal of Urology; 8 Registereinträge einschließlich einer Variante der Schreibweise), der Zeitschrift der Japanischen Gesellschaft für Dialysetherapie („透析会誌“; 4 Einträge) und weiteren Zeitschriften der nephrologischen und der Dialysegesellschaften [s216, s217, s214, s210, s211, s209, s205, s206, s203, s189, s190, s191, s192, s186, s181, s182]. Sie sind auf J-STAGE als gescannte Zeitschriften- und Tagungsberichte verfügbar und hormonell sowie klinisch ausgerichtet (Testosteron, LH, FSH, Prolaktin, Zink, Hodenvolumen); Samenanalysen sind selten. Die Gruppen sind klein, meist 8 bis 25 Patienten (zum Beispiel 20 Hämodialysepatienten bei Nonomura 1982 [s216], 25 bei Hasegawa et al. 1985 [s211], 15 gegen 23 Kontrollen bei Yajima et al. 1989 [s205], 18 bei Kuwahara et al. 1995 [s189]). Eine Ausnahme ist die Fragebogenstudie von Suzuki und Kumamoto 1995 mit 205 Hämodialysepatienten und 3462 gesunden Männern als Vergleich [s191]. Mehrere Beiträge sind Kurzzusammenfassungen von Tagungen der Japanischen Urologischen Gesellschaft ohne Streuungsmaße [s206, s192, s186]. Diese Studien stammen aus der Zeit vor der routinemäßigen Erythropoetin-Behandlung, vor der heutigen Dialyseeffizienz und vor der heutigen Immunsuppression; ihre Zahlen sind historische Befunde.

**Die jüngere Schicht (ab 1996, meist englisch).** Sie besteht erstens aus Tierversuchen der Universitäten Yamagata (Abteilung für Urologie; Adachi und Mitarbeiter) und Tottori (Yonago; Yamamoto, Sofikitis, Miyagawa) [s177, s179, s180, s183, s184, s187], von denen die Yamagata-Arbeiten Steroidsynthese und Hodenhistologie betreffen (die Hodenhistologie blieb im Rattenmodell unverändert [s180]), während die Tottori-Arbeiten Fertilitätspotenzial und Spermienfunktion bei urämischen Ratten herabgesetzt fanden [s187, s186]. Die Tottori-Gruppe verweist in ihren Abstracts auf frühere Arbeiten in „Journal of Andrology“ 1992 und „Fertility and Sterility“ 1991, die nicht abgerufen wurden. Zweitens stehen dort wenige Einzelfälle und Befragungen: zwei Männer mit ADPKD und Nekrospermie aus einer Tokioter Klinik [s31], ein Fallbericht zu Valganciclovir und vorübergehender Azoospermie nach Lebendspende-Transplantation aus Nara [s19], eine qualitative Interviewstudie mit sechs japanischen männlichen Transplantierten aus Osaka, die erst nach der Geburt ihres Kindes transplantiert wurden [s46], und eine randomisierte placebokontrollierte Pilotstudie zu Testosteron bei 24 Hämodialysepatienten aus Saitama mit einem Symptomfragebogen als Endpunkt, nicht mit Samenqualität [s95].

**Auffälligkeiten und Lücken.** Auffällig ist das Fehlen moderner japanischer Samenanalysen bei Nierenkranken: Zwischen den Studien der 1980er- und 1990er-Jahre und den Fallberichten der 2020er-Jahre gibt es im Register keine japanische Kohorte mit Spermiogramm. Ein japanisches Register zur Fertilität bei Nierenkranken und eine japanische Leitlinie zum Thema wurden nicht gefunden. Ohne Abstract blieben unter anderem eine Arbeit zur testikulären Spermiengewinnung bei Hämodialysepatienten mit Anejakulation (Osaka, 2024) und eine Übersicht zur männlichen Unfruchtbarkeit in der Zeitschrift „Jin to Toseki“ (2024), außerdem mehrere Workshopbeiträge zur Sexualfunktion von Dialysepatienten; sie wurden nicht ausgewertet.

**Erreichbarkeit.** J-STAGE (Such-Schnittstelle als Atom-Feed, Artikelseiten, Volltext-PDF) war erreichbar und die japanische Hauptquelle. Ältere PDFs enthalten gescannte Seiten mit speziellen Zeichencodierungen, die nur mit passendem Textextraktor lesbar waren; Zahlen wurden nur übernommen, wo sie lesbar waren. CiNii Research (OpenSearch, JSON) war erreichbar und lieferte meist nur Bibliographiedaten ohne Abstract; die ältere Webseite ci.nii.ac.jp zeigte nur ein per Skript erzeugtes Suchformular. Die englischsprachigen Beiträge wurden über Europe PMC gefunden.

### Koreanisch

**Eigene Literatur.** Das Register enthält drei koreanischsprachige Arbeiten, alle Fragebogenstudien an männlichen Hämodialysepatienten zur Sexualfunktion, keine mit Samenanalyse oder Fertilitätsendpunkt: Park et al. 2002 (Chonnam, 48 Patienten, alle mit erektiler Dysfunktion nach IIEF-5, schwer bei 54,2 %) [s175], Kim 2011 (57 Patienten) [s138] und Han und Park 2020 (134 Patienten, Zusammenhang zwischen Depression, Schlafqualität und sexueller Zufriedenheit) [s74]. Sie erschienen in „Kidney Research and Clinical Practice“ (2002 und 2011) und im „Journal of the Korea Academia-Industrial cooperation Society“ (2020) und liegen mit zweisprachigem Abstract im KCI-Portal. Gemeinsam sind ihnen kleine Einzelzentrum-Stichproben, Selbstauskunft und das Fehlen einer nierengesunden Kontrollgruppe.

**Koreanische Einrichtungen in englischsprachiger Literatur.** Ein Registereintrag mit Hormonendpunkt kommt aus Korea, ist aber nur als Englisch geführt: Park et al. 2013 aus dem Seoul Paik Hospital der Inje-Universität, eine Querschnittsstudie an 129 Männern (25 Transplantierte, 37 mit CKD, 67 Kontrollen) in „Transplantation Proceedings“; Transplantierte hatten höheres Testosteron und weniger Testosteronmangelsyndrom als CKD-Patienten und unterschieden sich nicht von den Kontrollen [s125]. Dieser Eintrag zeigt, dass die Aussage aus Teil B, in koreanischen Quellen gebe es keine Studie zu Hormonen oder Samen bei Nierenerkrankung, nur für koreanischsprachige Quellen gilt. Eine koreanische Studie mit Samenanalyse bei Nierenkranken wurde auch in englischer Sprache nicht gefunden.

**Register, Leitlinien.** Ein koreanisches Register oder eine Leitlinie zur Fertilität bei Nierenkranken wurde nicht gefunden.

**Erreichbarkeit.** Das KCI-Portal (Korea Citation Index) war per POST-Suche erreichbar, Artikelseiten mit zweisprachigem Abstract waren abrufbar; die Treffer waren unscharf, die Suche ergab auch Beiträge zur Pflegewissenschaft, zur Elektrodialyse in der Technik und zur Transplantation im Allgemeinen. KoreaMed war zunächst erreichbar (zum Beispiel 20 Treffer bei „sperm kidney“), meldete bei Wiederholung aber „Unusually high traffic“ mit 0 Treffern; Einzeltreffer waren nicht verwertbar. DBpia war nicht erreichbar (Verbindungsaufbau scheiterte), RISS nur als Startseite, ohne Abfrage. Das Fehlen koreanischer Samenstudien ist deshalb ein Suchergebnis, kein Beleg für ihre Nichtexistenz.

### Russisch

**Umfang.** 18 Registereinträge tragen die Kennung Russisch, 17 davon ausschließlich. Gemeint sind russischsprachige Veröffentlichungen und Zeitschriften des russischsprachigen Raums einschließlich der Nachfolgestaaten (Belarus, Usbekistan). Die Titel der russischen Beiträge stehen in PubMed als vom Dienst gebildete englische Übersetzungen in Klammern; die russischen Originaltitel wurden nach Teil C bei den PubMed-Datensätzen nicht abgerufen.

**Eigene Literatur: die Moskauer Serie 1983 bis 1995.** Die russischsprachige Literatur zum Kern der Frage, Spermien und Fertilität, ist alt und konzentriert sich auf eine Moskauer Arbeitsgruppe um Kukhtevich, Ermolenko und Dedov (Endokrinologisches Zentrum), die den „urämischen Hypogonadismus“ mit Prolaktinsenkung (Parlodel) und Zink behandelte und dabei Spermiogramme erhob. Fünf kleine Studien dieser Gruppe haben einen Spermienendpunkt: Azoospermie unter langjähriger Immunsuppression bei 10 Männern, von denen nur einer auf Zink und Clomifen ansprach und Vater wurde (Hodenbiopsie bei 3 Männern ohne Zellen des spermatogenen Epithels) [s188]; Pathospermie unter Immunsuppressiva bei Glomerulonephritis und rheumatoider Arthritis [s201]; urämischer Hypogonadismus unter Parlodel mit 12 Männern und 9 Frauen und 20 gesunden Kontrollen [s212]; acht Männer mit Lupusnephritis im Vergleich mit 13 Männern mit urämischem Hypogonadismus [s193]; zehn Jugendliche mit Nephropathie unter Zink und Parlodel, Spermiogramm bei vier [s204]. Dazu kommen hormonelle Arbeiten [s207, s208, s200, s202, s198]. Eine davon (Kokot et al. 1991) hat polnische Autoren und erschien in einer russischen Zeitschrift [s200]. Die Gruppengrößen liegen bei 8 bis 12 Männern, meist ohne Kontrollgruppe und ohne Statistik im Abstract; der Raum ist damit historisch bedeutsam (Beobachtungen zu Zink und Prolaktin), nach heutigen Maßstäben aber kaum belastbar. Aus mehreren weiteren Datensätzen derselben Gruppe sind über PubMed und Europe PMC nur Titel abrufbar (Teil C nennt zehn Kennungen); auch ein Abruf über die NCBI-Schnittstelle ergab keine Abstracts, sodass sie nicht aufgenommen wurden.

**Neuere Arbeiten aus den 2000er- und 2010er-Jahren.** Kurze Artikel aus Moskau, Ufa und Belarus behandeln Androgenmangel und erektile Dysfunktion und nennen Spermien meist nur als Folge des Androgenmangels. Dazu gehören die Studie aus Ufa (Baschkortostan) mit 54 Hämodialysepatienten und 84 Patienten mit Nierentransplantat, die Libido, Testosteron und Erektionsfunktion nach Behandlung erfasste [s101], zwei Mitteilungen zu 43 Männern mit Typ-1-Diabetes unter Hämodialyse (die frühere von beiden ist dieselbe Kohorte und nicht unabhängig) [s149, s158], eine Pilotstudie zur solitären Niere [s132], zwei Übersichten [s136, s30] und die Befragung aus Belarus. Letztere ist die einzige russischsprachige Studie mit Daten zur Vaterschaft nach Transplantation: Von 252 Männern im fertilen Alter nach Nieren- oder Lebertransplantation hatten nur 2 (0,79 %) nach der Transplantation ein Kind gezeugt, 34,1 % hatten Kinder aus der Zeit davor, 65,1 % hatten nie Kinder. Ausgewertet wurde ein selbst entwickelter Fragebogen; Nieren- und Lebertransplantierte wurden gemeinsam betrachtet, und Kinderwunsch und Partnerstatus sind nicht berücksichtigt [s84]. Eine neuere empirische russischsprachige Studie mit Spermiogramm bei Nierenkranken fand die Recherche nicht.

**Nachfolgestaaten.** Die Rattenstudie aus Bukhara (Usbekistan) mit 140 Tieren im Glycerin-Modell des Nierenversagens und einem pflanzlichen Aufguss als Intervention erschien auf Englisch in „Tissue & Cell“; sie wird nach der Regel von Teil C dem russischsprachigen Raum einschließlich der Nachfolgestaaten zugeordnet [s09]. Die Rattenstudie zu Kalorienrestriktion und alterndem Hoden [s07] gehört dagegen in den türkischen Raum.

**Verlässlichkeit der Übersichten.** Eine russische Übersicht (Tjuzikov 2012) gibt die türkische Kohorte mit 239 Patienten abweichend vom Originalabstract als Kohorte unter Hämodialyse wieder, während es im Original Patienten ohne Dialyse im Stadium 1 bis 5 sind [s136, s140]. Das ist ein Hinweis darauf, dass Übersichten dieses Raums Primärdaten ungenau wiedergeben können.

**Register und Leitlinien.** Ein russisches Register oder eine Leitlinie zur Fertilität bei Nierenkranken wurde nicht gefunden.

**Erreichbarkeit.** Europe PMC mit Sprachfilter Russisch lieferte mehrere hundert Treffer, viele ohne Abstract. CyberLeninka (cyberleninka.ru) zeigte in der Suchoberfläche keine Ergebnisliste, die Programmierschnittstelle (POST an /api/search) war aber erreichbar und lieferte Titel, Autoren, Jahr, Zeitschrift und Kurz-Abstract; die Artikelseiten enthalten Volltext (OCR) und wurden für zwei Arbeiten gelesen [s101, s84]. eLIBRARY.ru war nicht erreichbar (Fehlerseite beim Aufruf des Suchformulars, Ursache ungeklärt). Mehrere in CyberLeninka gefundene Arbeiten aus Ufa und Moskau zur erektilen Dysfunktion nach Nierentransplantation (Gefäßanastomose, Doppler; 2006 bis 2018) wurden nur über Kurz-Abstracts gesehen und nicht aufgenommen. Die Lücke bei neueren russischen Daten ist deshalb auch eine Zugangslücke.

### Arabisch

**Umfang und Zuordnung.** 21 Registereinträge tragen die Kennung Arabisch. Keine dieser Arbeiten ist in arabischer Schrift veröffentlicht: Die Europe-PMC-Suche mit Sprachfilter Arabisch ergab für die Kombination aus Nierenkrankheit und Fertilitäts- oder Hormonbegriffen keinen Treffer. Die arabische Literatur erscheint auf Englisch und in einem Fall auf Französisch (Libanon). Nach der Zuordnungsregel dieses Kapitels zählt der Raum englischsprachige Arbeiten mit Erstautoren-Einrichtungen in arabischsprachigen Ländern; Iran, Israel und Pakistan gehören nicht dazu.

**Eigene Kohorten nach Land.** Ägypten: Mansoura (Studie zur computergestützten Spermaanalyse bei 34 Transplantierten und 31 Nichttransplantierten, 1996 [s185]; Erythropoetin und Potenz bei 6 Dialysepatienten, 1992 [s195]; systematische Übersicht zur erektilen Dysfunktion bei Hämodialyse [s129]), Kairo und Al-Azhar (118 Hämodialysepatienten [s91]; 100 Hämodialysepatienten [s56]), Ain Shams (59 Patienten mit CKD und 21 Gesunde, Anti-Müller-Hormon und Vitamin D [s90]), Alexandria (60 männliche Transplantierte, Testosteron und Knochendichte [s43]), Benha (Pubertät bei 56 Kindern unter Hämodialyse [s54]) sowie eine Rattenstudie zu Tacrolimus aus Mansoura [s11]. Saudi-Arabien: Khamis Mushayt (drei Beiträge derselben Einrichtung mit Erstautor El Hennawy zu Hormonen und Sexualfunktion nach Transplantation: 100 Patienten [s27], 68 Patienten [s48], 24 und 13 Patienten unter Sildenafil [s26]; ob die Kollektive überlappen, wurde nicht geprüft), Riad (Hämodialysepatienten nach Altersgruppen [s167]; Fallbericht NPHP4 mit männlicher Infertilität [s115]) und Dschidda (52 Patienten bei Dialysebeginn [s146]). Tunesien: Mahdia (Hypogonadismus unter Hämodialyse [s37]), Tunis (30 Hämodialysepatienten [s103]) und eine Querschnittsstudie an 48 Männern in „La Tunisie médicale“ [s79]. Weitere Länder: Katar (102 Patienten mit fortgeschrittener CKD [s57]), Palästina (60 Patienten vor und nach einer Dialysesitzung [s20]), Sudan (146 Männer, davon 106 unter Hämodialyse und 40 Transplantierte [s124]), Irak/Kurdistan (59 Transplantierte [s75]), Libanon (zwei Übersichten, davon eine französisch [s61, s107]) und die Vereinigten Arabischen Emirate (Al Ain; Fallserie mit 170 Transplantierten, 9 davon unter Sirolimus, bei der die vier verheirateten Männer, die zuvor Kinder gezeugt hatten, nach Absetzen von Sirolimus wieder fertil wurden [s141]). Der letzte Eintrag ist im Register nur als Englisch geführt und gehört nach der Affiliation in diesen Raum.

**Was fehlt.** Direkte Samenbefunde stammen aus einer einzigen Studie aus Mansoura [s185]; hinzu kommen der Fallbericht zu NPHP4 [s115] und die Sirolimus-Serie [s141]. Die übrigen Arbeiten behandeln Hormonspiegel und erektile Dysfunktion. Ein Register, eine Metaanalyse und eine Leitlinie aus dem Raum zur Fertilität bei Nierenkranken wurden nicht gefunden.

**Regionale Besonderheiten.** Mehrere Studien verwenden Fragebögen in arabischer Übersetzung (arabische IIEF-Fassung bei [s124], arabisch übersetzter IIEF bei [s26]). Die Befragung im Sudan meldet Nichtbeantwortung von 43,7 % und 54,5 % in den beiden Gruppen [s124], und die Studie aus Tunis nennt das Thema im Abstract ein Tabu („taboo subject“) [s103]. In Dschidda gaben 66,6 % der Patienten bei Dialysebeginn an, eine Behandlung zu wünschen, und keiner hatte sie bekommen [s146]. Die Stichproben sind klein (die größte Hormonkohorte hat 118 Männer [s91]). Eine regionale Zeitschrift, das „Saudi Journal of Kidney Diseases and Transplantation“, trägt vier Registereinträge (darunter Arbeiten aus dem Sudan, Tunesien und Iran) [s124, s103, s167, s60]. Die Arbeit [s37] nennt ihre Stichprobe im Abstract uneindeutig („one hundred and ten: 55 male hemodialysis patients“).

**Erreichbarkeit.** Europe PMC war die Hauptquelle. Im Katalog Ma'rifa (Mandumah, search.emarefa.net) waren Suchseite und Detailseiten erreichbar, Titel und Abstract sichtbar, der Volltext nur für Abonnenten; daraus stammt ein Eintrag [s107]. Arab World Research Source (EBSCO) war nicht erreichbar (kostenpflichtig), ebenso ASJP (Algerien), IASJ (Irak) und die Egyptian Knowledge Bank (Verbindung fehlgeschlagen oder nicht erreichbar). OpenAlex war nicht nutzbar, weil das Tageskontingent ohne Schlüssel erschöpft war. Die Lücke in der arabischsprachigen Literatur ist deshalb auch ein Zugangsproblem: In arabischer Schrift erschienene Zeitschriftenbeiträge wären über die erreichbaren Wege nicht sichtbar.

### Türkisch

**Umfang.** 28 Registereinträge tragen die Kennung Türkisch. Nach Teil C sind 19 davon in englischsprachigen internationalen Zeitschriften erschienen und über Europe PMC erreichbar; 9 stammen aus türkischen Zeitschriften, die TR Dizin mit zweisprachigen Abstracts führt. Die türkischen Zeitschriften sind das „Türk Nefroloji Diyaliz ve Transplantasyon Dergisi“ (Kırış 2015 zu ADPKD und Samenparametern, Yağcı 2016 zu Nebenhoden-Mikrolithiasis [s106, s102]), das „Türk Üroloji Dergisi“ (Esen 2009 zur Sexualfunktion nach Transplantation, Uğraş 2007 zu Fehlbildungen [s150, s160]), das „Gülhane Tıp Dergisi“ [s143], das „Journal of Health Sciences and Medicine“ [s73], die Zeitschrift der Süleyman-Demirel-Universität [s122], „Bezmiâlem Science“ [s35] und das „Gazi Medical Journal“ [s07].

**Eigene Kohorten.** Der Raum liefert die größte Hormonkohorte des gesamten Registers: 420 männliche Hämodialysepatienten aus Izmir, mit Testosteron und Sterblichkeit als Endpunkt (66 % mit Testosteronmangel, mittlere Beobachtung 32 Monate) [s144]. Weitere türkische Kohorten betreffen Patienten ohne Dialyse (239 Männer mit CKD-Stadium 1 bis 5 aus Ankara [s140]; 109 Patienten in Konya [s120]; 105 Männer in Konya [s71]) und Transplantierte (144 stabile männliche Transplantierte aus Ankara [s93]). Spermienbezogene Arbeiten sind klein: 27 Männer mit ADPKD und erhaltener Nierenfunktion gegen 17 Kontrollen, von 23 verheirateten Patienten waren 5 infertil (p = 0,044) [s106]; acht postpubertäre Männer nach Transplantation im Kindesalter aus Antalya [s151]; drei Paare mit ICSI nach Transplantation aus Ankara [s165]. Hinzu kommen Ultraschallstudien (Nebenhoden- und Tunica-Verkalkungen bei 23 Hämodialysepatienten und 22 Kontrollen mit Typ-2-Diabetes [s166]; Scherwellen-Elastografie der Hoden bei 28 Dialysepatienten und 25 Gesunden [s99]), mehrere Fallberichte [s102, s122, s160] und zwei Rattenstudien (fünf Gruppen mit Peritonealdialyse-Lösungen aus Antalya [s169]; 28 Ratten zu Alterung und Kalorienrestriktion, kein Nierenversagensmodell [s07]).

**Schwerpunkte.** Drei Schwerpunkte fallen auf. Erstens die Hormonachse unter Erythropoetin und Vitamin E in den Jahren 1992 bis 2001 (Konya, Kayseri) [s197, s196, s176]; die randomisierte, placebokontrollierte Vitamin-E-Studie mit je 12 Patienten pro Arm senkte nur das Prolaktin [s196]. Zweitens Testosteron als Risikomarker seit 2010 [s144, s140, s120, s71, s93]. Drittens die Sexualfunktion nach Dialyseform und Transplantation: 187 Hämodialysepatienten in Izmir [s174], 100 Patienten (53 Transplantierte, 47 unter Hämodialyse) und 50 Gesunde in Ankara [s126], 57 Hämodialysepatienten gegen 52 Transplantierte in Adana [s59], Hämodialyse gegen Peritonealdialyse in Adana (51 Patienten [s81]) und in einer türkischen Zeitschrift (95 Männer, 71 unter Hämodialyse und 24 unter Peritonealdialyse; der Studienort ist im Bericht nicht genannt [s73]). Der Vergleich der Dialyseformen im Hormonbefund stützt sich damit auf wenige kleine Querschnitte.

**Register und Leitlinien.** Ein türkisches Register oder eine Leitlinie zur Fertilität bei Nierenkranken wurde nicht gefunden. Die türkischen Übersichten [s98, s35, s143] sind narrativ und ohne Zahlen im Abstract; eine empfiehlt, bei Kinderwunsch und geplanter Immunsuppression Optionen wie Spermabanking zu erwägen, was im Kapitel nur als Meinung der Autoren zitiert wird [s35].

**Regionale Besonderheiten.** Türkische Arbeitsgruppen veröffentlichen überwiegend in englischsprachigen internationalen Zeitschriften; wer nur türkischsprachige Quellen suchte, fände den kleineren Teil. Lokale Zeitschriften enthalten dagegen mehrere Fallberichte [s102, s122, s160]: Zwei betreffen angeborene Fehlbildungen von Niere und Samenwegen und damit keine chronische Nierenkrankheit im Sinne der Frage [s160, s122], einer die Nebenhoden-Mikrolithiasis bei einem infertilen Hämodialysepatienten [s102]. Einige Abstracts haben Druck- oder Einheitenfehler (Beispiele in Teil C: [s93] mit unplausibler Einheit der Handgriffkraft, [s151] mit unbezeichnetem Streuungsmaß).

**Erreichbarkeit.** TR Dizin (search.trdizin.gov.tr) war über die Programmierschnittstelle erreichbar und lieferte zweisprachige Abstracts, Autoren, Zeitschrift und Jahr; es war die Hauptquelle für türkische Zeitschriften. DergiPark leitete auf eine Verifikationsseite um (Bot-Schutz) und war nicht auswertbar. Die Europe-PMC-Suche mit Sprachfilter Türkisch ergab nur 9 Treffer; die Mehrzahl der türkischen Arbeiten fand sich also über Affiliationsfilter und TR Dizin, nicht über den Sprachfilter.

## Widersprüche und ihre mögliche Erklärung

Die Literatur zu chronischer Nierenerkrankung (CKD), Dialyse, Nierentransplantation und männlicher Fertilität besteht überwiegend aus kleinen Einzelstudien. Dass sich solche Studien widersprechen, ist zu erwarten. Dieser Abschnitt stellt die wichtigsten Widersprüche nebeneinander und prüft, ob Unterschiede in Kollektiv, Messmethode, Grenzwert, Zeitpunkt oder Design sie erklären können. Wo die Quellen keine Erklärung hergeben, steht das ausdrücklich dabei. Alle Erklärungen sind Deutungen der Bearbeitung auf Grundlage der berichteten Studienmerkmale; die Primärstudien haben sie in aller Regel nicht geprüft.

### Wie häufig ist ein Testosteronmangel bei CKD und Dialyse?

Die berichteten Häufigkeiten liegen weit auseinander. In der Fall-Kontroll-Studie mit massenspektrometrischer Testosteronmessung hatten 56,7 % der 120 CKD-Patienten einen Hypogonadismus (alle Kategorien) gegenüber 13,3 % der 120 Kontrollen [s01]. Bei 420 männlichen Hämodialysepatienten lag das Gesamttestosteron bei 66 % unter 10 nmol/l [s144]; bei 260 Männern mit terminalem Nierenversagen waren es 44 %, weitere 33 % lagen im Grenzbereich von 10 bis 14 nmol/l [s137]. Bei 48 Männern mit chronischer Niereninsuffizienz fanden sich 46 % [s79]. Dagegen hatten nur 18,6 % von 118 Hämodialysepatienten ein abweichendes Testosteron [s91], und bei 105 Männern mit prädialytischer CKD waren es 17,1 % (Gesamttestosteron) beziehungsweise 20,9 % (freies Testosteron) [s71]. Eine Übersicht nennt eine Spanne von 24 % bis 66 % [s105].

Mögliche Erklärungen, soweit aus den Studien ersichtlich: Erstens unterscheiden sich die Grenzwerte (unter 10 nmol/l, unter 12 nmol/l, unter 3 ng/ml, Kategorien einschließlich eines Grenzbereichs) [s137, s144, s158, s73]. Zweitens unterscheiden sich die Kollektive stark in Alter, Diabetesanteil und Stadium: In einer Studie an Männern mit Typ-1-Diabetes unter Hämodialyse lag der Mangel bei 5,0 % der unter 40-Jährigen, aber bei 86,9 % der ab 40-Jährigen [s149]; in der tunesischen Reihe waren Typ-2-Diabetes und diabetische Nephropathie die einzigen Risikofaktoren [s79]. Drittens war die Messmethode verschieden (Massenspektrometrie in [s01], ELISA in [s144]). Viertens kann der Messzeitpunkt relativ zur Dialysesitzung eine Rolle spielen (siehe unten). Ein Studienvergleich, der diese Faktoren auseinanderhielte, liegt nicht vor.

### Sind die Gonadotropine erhöht, normal oder erniedrigt?

Die Mehrheit der Studien beschreibt erhöhtes LH und teils erhöhtes FSH bei erniedrigtem Testosteron, also ein hypergonadotropes Muster: bei 74 Männern auf der Warteliste im Vergleich zu 41 Kontrollen [s127], bei 53 Dialysepatienten gegenüber Samenspendern [s116] und in mehreren kleinen japanischen Studien der Jahre 1982 bis 1989 [s216, s211, s205]. Dem stehen Befunde gegenüber, in denen die Gonadotropine überwiegend normal waren: In der tunesischen Reihe waren sie bei 21 von 22 Männern mit Hypogonadismus normal [s79], bei 118 Hämodialysepatienten war LH nur bei 1,6 % und FSH bei 5,1 % abweichend [s91], und bei 30 Hämodialysepatienten war LH bis auf einen Patienten normal [s103]. Eine systematische französischsprachige Übersicht bezeichnet den Befund als „hypogonadotrop“, obwohl die Primärstudien meist erhöhte Gonadotropine zeigen [s105].

Mögliche Erklärung: Der urämische Hypogonadismus gilt in einer russischsprachigen Übersicht als gemischt, also teils zentral (hypothalamisch-hypophysär), teils primär testikulär [s136]. Neuere Mechanismusarbeiten sprechen für eine zentrale Komponente: stark erhöhtes Kisspeptin bei Hämodialyse mit Hinweis auf eine zentrale Desensibilisierung [s04] sowie zentrale Suppression bei gleichzeitiger peripherer Gonadenresistenz [s14]. Dynamische Tests bei zehn Dialysepatienten fanden in einer Studie ein erhöhtes basales LH mit überschießender Antwort auf LH-RH bei normalem Testosteron, was auf einen Defekt auf Ebene von Hypothalamus und Hypophyse hinweise [s176]. Ob ein einzelner Patient eher das eine oder das andere Muster zeigt, hängt nach diesen Befunden möglicherweise von Stadium, Diabetes, Alter und Medikation ab; aus den Querschnittsstudien lässt sich das nicht ableiten.

### Steigt das Testosteron nach der Transplantation?

Die Mehrzahl der Studien findet nach der Transplantation einen Anstieg des Testosterons und einen Abfall von LH und Prolaktin [s03, s01, s08, s60, s139, s38]. Eine systematische Übersicht aus 23 Studien mit 738 Patienten beschreibt einen signifikanten Testosteronanstieg nach 3, 6 und 12 Monaten [s03]. Eine Kohorte mit 53 Männern (mittleres Alter 37 Jahre) fand dagegen sechs Monate nach der Transplantation keine signifikante Veränderung des Gesamttestosterons (447 vor, 398 ng/dl nach der Transplantation; P = 0,12) und weiterhin 24,5 % hypogonadale Männer [s116]. Auch in der jüngsten großen Kohorte stieg das Gesamttestosteron nur grenzwertig (P = 0,0514), während das freie Testosteron deutlich anstieg [s01]. In einer Querschnittsstudie an 144 Transplantierten lag das mittlere Testosteron mit 588 ng/dl im üblichen Normbereich [s93].

Mögliche Erklärungen: Das gemessene Maß (gesamt oder frei) bestimmt das Ergebnis mit [s01]. Das Alter der Kollektive reicht von 37 bis 65 Jahren [s116, s01]. Die frühe Phase nach der Transplantation ist hormonell unruhig: Schon 1982 wurde bei acht Transplantierten ein Abfall des Testosterons im ersten Monat mit anschließender Normalisierung und ein FSH-Anstieg unter hoch dosiertem Prednisolon beschrieben [s216]; in einer Kohorte jüngerer Transplantierter fiel der Anteil mit Hypogonadismus von 36 % nach einem Monat auf 8 % nach zwölf Monaten [s38]. Querschnitts- und Vorher-Nachher-Vergleiche aus verschiedenen Zeitfenstern sind daher nicht direkt vergleichbar. Der Vergleich von Dialyse- und Transplantiertengruppen verschiedener Personen leidet zudem an Selektion: Wer transplantiert wird, ist oft gesünder [s55]; in einer Kohorte unterschieden sich die Gruppen im Alter um fast zehn Jahre [s27].

### Verbessert sich die Samenqualität, obwohl der Sertoli-Zell-Marker Inhibin B fällt?

Eine Metaanalyse von fünf Studien findet nach Transplantation eine höhere Spermiendichte (SMD 1,58; 95-%-KI 0,02 bis 3,15) und Beweglichkeit (SMD 3,26; 0,73 bis 5,79) als unter Dialyse, aber weiterhin niedrigere Werte als bei Gesunden (Dichte SMD −0,75; −1,42 bis −0,07; Beweglichkeit −0,50; −0,80 bis −0,20) [s69]. Auch die systematische Übersicht beschreibt eine Besserung aller Gruppen von Spermienparametern [s03]. Gleichzeitig fiel das Inhibin B nach der Transplantation in zwei unabhängigen Kohorten: von 190,10 auf 83,72 pg/ml nach drei Monaten mit teilweiser Erholung auf 133,00 pg/ml nach zwölf Monaten [s01] sowie im Mittel auf 93,6 pg/ml nach sechs Monaten, bei fast der Hälfte unter 80 pg/ml [s116]. Hinzu kommt, dass CFTR-positive Spermien nach Transplantation häufiger sind als bei Urämie, aber seltener als bei Gesunden [s134], und dass das Anti-Müller-Hormon bei CKD erniedrigt ist [s90].

Mögliche Erklärungen: Die beiden Befundgruppen messen Verschiedenes zu verschiedenen Zeitpunkten. Die Spermienstudien vergleichen überwiegend verschiedene Männer im Querschnitt (Fertilitätsindex bei Urämie 0,23, bis zu zwei Jahre nach Transplantation 5,53, danach 9,27) [s152]; die Inhibin-B-Studien verfolgen dieselben Männer, aber ohne Samenanalyse [s01, s116]. Beide Hormonstudien nennen Immunsuppressiva als mögliche Ursache des frühen Inhibin-B-Abfalls; in [s116] war die Kombination Tacrolimus plus Mycophenolsäure mit einem signifikant niedrigeren Inhibin B verbunden. Ob der Inhibin-B-Abfall später in schlechtere Samenqualität mündet, ist nicht untersucht. Eine direkte Verknüpfung von Samenanalyse und Verlaufshormonen am selben Mann fehlt in den vorliegenden Quellen.

### Verändert die Dialysesitzung das Testosteron?

Eine ältere Studie fand bei Hämodialysepatienten vor und nach einer sechsstündigen Dialyse keinen Unterschied der Messwerte [s213]. Bei 60 Männern stieg das Gesamttestosteron dagegen von 3,13 auf 4,17 ng/ml (r = 0,78) bei gleichzeitigem Anstieg des Hämatokrits von 32,31 % auf 35,27 % [s20]. Die Autoren deuten dies als Hämokonzentration, da die Hochflussmembran Testosteron nicht filtere. Die beiden Studien liegen 41 Jahre auseinander, unterscheiden sich in Membran und Verfahren, und die ältere nennt keine Gruppengröße [s213]. Für die Auswertung von Hormonstudien folgt daraus nur, dass der Messzeitpunkt zur Sitzung angegeben werden müsste; in der Mehrzahl der Studien ist er nicht angegeben [s20].

### Ciclosporin und Tacrolimus: schädlich, unschädlich oder sogar günstiger?

Beim Menschen sind die Befunde uneinheitlich. Eine Serie von neun jungen Männern unter Ciclosporin fand bei acht eine weitgehend normale Samenanalyse und bei drei von vier Männern mit Kinderwunsch Erfolg [s199]. In einer anderen Studie korrelierten Spermienkonzentration und Geschwindigkeit der geraden Linie (VSL) invers mit dem Ciclosporin-Talspiegel [s185]. In einer chinesischen Studie mit 18 Transplantierten und zwei Dosisbereichen unterschieden sich die Hauptparameter nicht von denen gesunder Freiwilliger [s172]. Im Vergleich Tacrolimus gegen Ciclosporin waren unter Tacrolimus die vorwärts gerichtete Beweglichkeit höher (46,4 % gegenüber 33,3 %) und die Anomalienrate niedriger (67,8 % gegenüber 80,1 %) [s163]. Bei der Ratte verursachte Tacrolimus nur eine leichte Minderung der Spermienzahl ohne Hodenschaden, während Ciclosporin und Sirolimus tiefgreifende histologische Veränderungen auslösten [s123]; andere Rattenarbeiten sehen auch unter Calcineurininhibitoren Störungen des Keimepithels [s15] und unter Tacrolimus oxidativen Stress im Hoden [s11]. Bei Mäusen bindet der FK506-FKBP12.6-Komplex an eine spermienspezifische Calcineurin-Form [s22], und niedrig dosiertes Ciclosporin verändert Spermienparameter und Testosteron zeit- und größtenteils reversibel, ohne die Verpaarungsergebnisse zu beeinträchtigen [s45].

Mögliche Erklärungen: Die Humanstudien haben Gruppengrößen von 9 bis 37 Personen, keine Randomisierung, andere Begleitmedikation (Mycophenolat, Azathioprin, Prednison) und unterschiedliche Zeit seit der Transplantation. In der Dosisstudie fiel die Dosis mit der Zeit seit der Transplantation, sodass Dosis und Erholungszeit vermischt sind [s156]. Die Tierstudien verwenden unterschiedliche Dosen, Dauern und Modelle (zum Beispiel einseitige Nephrektomie, 14 Tage oder sechs Monate) [s15, s11, s123]. Für eine saubere Aussage über den Beitrag einzelner Calcineurininhibitoren zur Subfertilität beim Menschen reichen die Daten nicht.

### mTOR-Inhibitoren: der am besten belegte Befund mit eigenen Unsicherheiten

Für Sirolimus und Everolimus sind die Befunde gleichgerichtet, aber dünn: niedrigere Gesamtspermienzahl (28,6 gegenüber 292,2 Millionen) und geringerer Anteil beweglicher Spermien (22,2 % gegenüber 41,0 %) sowie 5,9 gegenüber 92,9 gezeugte Schwangerschaften je 1000 Patientenjahre unter sirolimushaltigen gegenüber sirolimusfreien Schemata [s157]; Oligo- oder Azoospermie bei den vier Männern einer Fallserie mit Erholung nach Absetzen [s141]; Einzelberichte [s161, s118]; eine Übersicht [s159]; Mausversuche mit dosisabhängiger, weitgehend reversibler Hemmung [s77]. Widersprüchlich ist die Erholung nach dem Absetzen: Bei vier Männern erholten sich alle [s141], in der Vergleichsstudie besserten sich bei sechs Patienten mit beendetem Sirolimus die Spermienparameter nur bei dreien deutlich [s157]. In einem Rattenversuch senkte die Umstellung auf Sirolimus die Tubulusgröße weiter, verminderte aber Ki-67- und TUNEL-positive Zellen, was die Autoren als nachteilig, aber antiapoptotisch beschreiben [s15].

Mögliche Erklärungen: Die Sirolimusgruppe der Vergleichsstudie war sehr klein (Konfidenzintervall der Rate 0,8 bis 42,1), die Zuteilung nicht randomisiert und die Streuung der Spermienzahl so groß wie der Mittelwert [s157]. Unterschiedliche Expositionsdauer, Dosis, Alter und die Frage, ob die Männer schon vorher eingeschränkt fertil waren, können die uneinheitliche Erholung erklären; die Quellen weisen dies nicht aus. Die Vergleichsstudie betrifft Transplantationen der Jahre 1995 bis 2005, die nicht notwendig den heutigen Schemata entsprechen [s157].

### Valganciclovir: vorübergehende Wirkung, aber unvollständige Erholung?

In der prospektiven Studie lag die modellbasierte Änderung der Spermienkonzentration bis zum Behandlungsende in der Valganciclovir-Kohorte um 43,82 Millionen/ml niedriger als in der Vergleichskohorte (95-%-KI −72,48 bis −15,16); bis zum Ende der Nachbeobachtung war kein Unterschied mehr nachweisbar (−2,09; −44,18 bis 40,00) [s78]. Von den Männern mit normaler Ausgangskonzentration hatte keiner am Ende eine abweichende, und 6 von 24 (25 %) gegenüber 1 von 14 (7 %) wechselten bis zum Behandlungsende von normal zu abweichend; alle erholten sich bis zum Ende der Nachbeobachtung [s78]. Von den acht Männern mit Azoospermie zu Beginn erholte sich dagegen keiner zu normalen Werten, soweit Proben vorlagen [s78]. Zwei Fallberichte beschreiben eine Azoospermie nach dem Ende der Valganciclovir-Therapie mit Normalisierung nach etwa neun Monaten beziehungsweise nach mehreren Monaten mit anschließender Lebendgeburt; im zweiten Fall (Lebertransplantation) werden Fieber und Infektionen als Alternativerklärung genannt [s19, s05]. Ein systematischer Überblick bewertet die Daten zu Ganciclovir als begrenzt und uneindeutig [s58].

Mögliche Erklärung: Die Studie war nicht randomisiert, die Valganciclovir-Kohorte hatte längere Dialysezeiten vor der Transplantation (39,3 gegenüber 24,1 Monate) und mehr Azoospermie zu Beginn, die Expositionsdauer war kurz (im Mittel 118 Tage, 18 Patienten unter 100 Tagen), und die Fallzahlen je Zeitpunkt schwankten zwischen 24 und 9 [s78]. Die Autoren warnen selbst, dass rohe Mittelwerte keine Schlüsse erlauben [s78]. Der scheinbare Widerspruch zwischen „vorübergehend“ und „unvollständig“ kann schlicht an der kleinen Zahl von Männern mit Ausgangs-Azoospermie liegen.

### Hodenhistologie im Tiermodell: geschädigt oder unverändert?

Rattenstudien mit 5/6-Nephrektomie fanden niedrigeres Testosteron, erniedrigten Nebenhodenspermiengehalt, schlechtere Beweglichkeit und ein vermindertes Fertilitätspotenzial [s187, s184]; bei der In-vitro-Fertilisation zeigten Spermien urämischer Ratten bei 23 % gegenüber 82 % der Eizellen zwei Vorkerne nach 18 Stunden [s186]. Mäuse mit 5/6-Nephrektomie zeigten Hoden- und Samenschäden mit oxidativem Stress [s82]. In einem Glycerin-Modell sank der Tubulusdurchmesser altersabhängig, und die Ki-67-Proliferation fiel [s09]. Dagegen fanden japanische Autoren bei stufenweise nephrektomierten und adeninbehandelten Ratten keinen Unterschied von Tubulusdurchmesser und Keimzellzahlen pro 100 Sertoli-Zellen [s180], und eine weitere Rattenarbeit sah die Hodenstruktur unverändert bei veränderter Expression eines Wachstumsfaktors [s117].

Mögliche Erklärungen: Die Modelle (Nephrektomie, Adenin, Glycerin) erzeugen eine Urämie in Wochen statt Jahren; Beobachtungsdauer, Alter der Tiere (in einer Arbeit mit 3, 6 und 9 Monaten zunehmende Schäden [s09]) und Art der Messung (Histologie gegenüber Funktion wie Fertilisation) unterscheiden sich. Funktionelle Defekte können ohne histologisch sichtbaren Schaden vorliegen; die Autoren der Histologie-Studie erklären den Unterschied nicht [s180]. Viele Abstracts nennen keine Gruppengrößen.

### Autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD): Mehrzahl subfertil oder Mehrzahl fertil?

Bei 30 Männern mit ADPKD hatten 20 von 22 Samenproben abnorme Parameter, am häufigsten eine Asthenozoospermie [s154]; bei 35 Familien waren es 68,2 % der betroffenen Männer [s41]; bei 46 Männern mit Samenanalyse hatten 37 eine niedrige Samenqualität [s94]; bei 27 Männern mit erhaltener Nierenfunktion waren 5 von 23 verheirateten (21 %) infertil, häufiger als bei den Kontrollen (p = 0,044) [s106]. Eine Übersicht fasst dagegen zusammen, dass nach der Literatur die meisten Männer mit ADPKD fertil bleiben und die Wirkung von Samenbläschenzysten umstritten ist [s131, s96]. Auch bei den Zysten selbst gibt es Gegenläufiges: Zysten im Samenweg bei 43,47 % korrelierten nicht mit den Spermienbefunden [s154], und bei 27 Männern unterschieden sich Patienten mit und ohne urogenitale Zysten nicht [s106], während in einer chinesischen Querschnittsstudie Zysten des Genitaltrakts und der akzessorischen Drüsen signifikante Einflussgrößen männlicher Infertilität waren [s51].

Mögliche Erklärungen: Mehrere dieser Studien stammen aus Fortpflanzungszentren oder wurden bei Paaren mit Kinderwunsch erhoben, sodass infertile Männer überrepräsentiert sein dürften [s94, s51]. Eine direkte Zystenwirkung ist nicht die einzige vorgeschlagene Erklärung: Strukturdefekte des Spermienflagellums bei 13 infertilen Männern mit PKD1-Varianten [s44], ein gemeinsamer Zilienweg [s115, s106] und Nekrospermie durch Erweiterung der Samenbläschen [s31] stehen nebeneinander. Unterschiedliche Patientenauswahl und kleine Fallzahlen reichen, um die Widersprüche zu erklären; eine Zusammenführung der Daten liegt nicht vor.

### Cystinose: Obstruktion oder Hodenschaden?

Bei der infantilen Cystinose wird eine Azoospermie bei der Mehrzahl der Männer berichtet; Befunde an Mensch und Maus sprechen für eine Obstruktion im Nebenhoden bei erhaltener Spermatogenese und gestörter Blut-Hoden-Schranke [s64], während früher ein primärer Hypogonadismus im Vordergrund stand [s63]. Eine frühere Mausstudie mit nur 2 bis 6 Tieren je Messgröße fand keine Histologie- oder Spermienauffälligkeit und hielt das Modell für die Azoospermie für ungeeignet [s128]. Der Fallbericht eines Mannes mit Cystinose zeigt, dass testikuläre Spermienextraktion lebende reife Spermien liefern kann und eine Lebendgeburt nach IVF möglich war [s10]. Die Studien widersprechen sich nicht direkt; sie unterscheiden sich im Auflösungsgrad, und die Fallzahlen sind klein.

### Wie häufig sind Vaterschaften nach der Transplantation?

Die Zahlen reichen von 0,79 % bis 61 %. In der französischen Befragung hatten 17 % (95-%-KI 15 bis 20) von 1332 Transplantierten nach der Transplantation ein Kind gezeugt [s72]. In einer chinesischen Nachbefragung zeugten 53 der 62 Männer mit aktivem Kinderwunsch ein Kind [s155]. In einer anderen chinesischen Studie hatten 49 Empfänger (61,25 %) innerhalb von drei Jahren Kinder [s148]. In einer Einzelzentrumsstudie wollten 63 von 135 Männern Kinder, und 49 gelang es [s52]. In einer belarussischen Befragung von 252 Männern nach Nieren- oder Lebertransplantation wurden nur zwei (0,79 %) nach der Transplantation Vater [s84].

Mögliche Erklärung: Die Zahlen haben unterschiedliche Nenner. Die französische Rate bezieht sich auf alle befragten Transplantierten mit einem Median von 55 Jahren, von denen 25 % nie ein Kind hatten und 32 % dieser Gruppe keines wollten [s72]. Die chinesischen Raten beziehen sich auf zuvor unverheiratete Männer im fortpflanzungsfähigen Alter, die geheiratet hatten [s155], beziehungsweise auf verheiratete Männer ohne Kinder [s148]. Die belarussische Studie umfasst Nieren- und Lebertransplantierte, nennt nicht, wie viele es überhaupt versuchten, und stützt sich auf einen selbst entwickelten Fragebogen [s84]. Vaterschaftsraten hängen von Kinderwunsch, Alter und Partnerschaft ab und sind keine Messung der Zeugungsfähigkeit; ohne gemeinsamen Nenner lassen sie sich nicht gegeneinander stellen.

### Verbessert die Transplantation die Sexualfunktion, und wie stark?

Metaanalysen finden eine Besserung: Prävalenz der erektilen Dysfunktion OR 0,49 (95-%-KI 0,28 bis 0,86) bei Transplantierten gegenüber Dialysepatienten oder Patienten vor der Transplantation [s76]; in einer weiteren Metaanalyse mit 28 Kohortenstudien „13 % Verbesserung“ (Maß und Konfidenzintervall nicht genannt) [s42]. Einzelne Studien finden dagegen keinen Unterschied: Bei 250 Transplantierten lag die erektile Dysfunktion vor und nach der Transplantation bei 53,8 % gegenüber 44,3 % (P > 0,05) [s162]; in der multivariaten Analyse war das Nierenersatzverfahren nicht mit erektiler Dysfunktion assoziiert (OR 1,46; 95-%-KI 0,60 bis 3,57) [s126]; bei japanischen Transplantierten besserte sich die Koitusfrequenz trotz fast normaler Hormonprofile nicht signifikant [s181]. In einem anderen Vergleich war Transplantation mit viel geringerem Risiko verbunden (OR 0,09; 0,02 bis 0,30) [s59]. Die gepoolte Prävalenz erektiler Dysfunktion bei Transplantierten beträgt 53,0 % (95-%-KI 48,0 bis 57,9) [s18].

Mögliche Erklärungen: Alter, Depression, Diabetes, Neuropathie und Hämoglobin sind unabhängige Einflussgrößen [s162, s126, s18]; Querschnittsvergleiche verschiedener Männer, Vorher-Nachher-Studien mit Erinnerung und Vergleiche gegen dieselben Patienten vor der Operation haben unterschiedliche Verzerrungen [s76]. Dass Hormone allein die Sexualfunktion nicht erklären, betonen die japanischen Autoren ausdrücklich [s181]. Diese Frage betrifft die Erektion, nicht die Spermienqualität.

### Spielt die Zeit seit der Transplantation eine Rolle?

Eine Studie fand mehr als zwei Jahre nach der Transplantation einen Fertilitätsindex nahe dem gesunder Männer (9,27 gegenüber 13,02; nicht signifikant unterschieden), im ersten Zweijahreszeitraum dagegen 5,53 [s152]. Eine zweite Serie hält zwei Jahre oder länger für den geeignetsten Zeitpunkt einer Zeugung [s156]. Die Metaanalyse findet bei Transplantierten insgesamt weiterhin niedrigere Werte als bei Gesunden [s69]. Bei acht jugendlichen Transplantierten war die Spermienzahl bei früher Transplantation und längerer Immunsuppression niedriger (15,5 gegenüber 82,3 Millionen/ml), bei normalen Hormonen [s151]. Die Quellen widersprechen sich hier weniger, als dass sie sich nur eingeschränkt vergleichen lassen: Dass der Unterschied bei Gruppe B (n = 18) nicht signifikant war, kann auch fehlende Teststärke bedeuten [s152], Dosis und Zeit sind vermischt [s156], und bei den Jugendlichen sind Alter bei Transplantation, Urämiedauer und Medikamentendauer nicht trennbar [s151].

### Zink, Vitamin D, Vitamin E und Hormone: kleine Studien mit gemischten Ergebnissen

Diese Studien werden hier nur als Befunde wiedergegeben, nicht als Handlungsanweisung. In einer doppelblinden Studie mit 20 Hämodialysepatienten stiegen unter oralem Zink Testosteron und Spermienzahl (30 auf 63 Millionen/ml) [s215]; die Cochrane-Übersicht fand für Zink im Dialysat keinen signifikanten Testosteronanstieg, für orales Zink in einer Studie dagegen schon (SMD 1,62; 0,58 bis 2,66) [s147]. Eine unkontrollierte Studie mit 100 Patienten fand Anstiege von Testosteron und LH [s145]. Bei Männern mit Azoospermie unter Immunsuppression sprach nur einer von zehn auf Zink und Clomifen an [s188]. Eine randomisierte Studie mit Vitamin D bei 70 Transplantationskandidaten fand keine Änderung von Samenparametern und Hormonen [s40], und Vitamin E senkte in einer randomisierten Studie das Prolaktin, ohne FSH, LH und freies Testosteron zu verändern [s196]. Cabergolin senkte das Prolaktin ohne Besserung von Testosteron und erektiler Dysfunktion [s57]. Die Studien unterscheiden sich in Größe, Population (Dialyse gegenüber Immunsuppression nach Nierenerkrankung), Dauer und Endpunkt (Hormon gegenüber Spermien); sie sind nicht aufeinander übertragbar.

### Dialyseverfahren und Hormone

In einer Querschnittsstudie mit 95 Männern lagen Gesamt- und freies Testosteron unter Peritonealdialyse höher als unter Hämodialyse (p = 0,01 beziehungsweise 0,05) [s73]. Bei 51 Patienten fand sich zwischen den Verfahren kein signifikanter Unterschied der Sexualfunktion (p = 0,058 und 0,163), obwohl der Abstract einen Unterschied beschreibt [s81]. Mögliche Erklärung: Die Wahl des Verfahrens hängt von klinischen Faktoren ab; die Autoren der ersten Studie führen den Unterschied auch auf das allgemeine Wohlbefinden zurück [s73]. Ein Vergleich der Verfahren mit Spermienendpunkt liegt in den Quellen nicht vor.

### Kreatinin gesunder Männer und Paar-Fekundität

In der bevölkerungsbasierten Kohorte mit 4 023 204 Paaren war niedriges Kreatinin des Mannes (bis 64,89 µmol/l) mit einer um 8 % verminderten Fekundität verbunden (adjustiertes HR 0,92; 0,91 bis 0,92), hohes Kreatinin (ab 101,00 µmol/l) nur mit 1 % (0,99; 0,98 bis 0,99) [s34]. Der Zusammenhang war umgekehrt U-förmig. Dies widerspricht auf den ersten Blick der Erwartung, dass schlechtere Nierenfunktion die Fruchtbarkeit senkt. Mögliche Erklärung: Es handelt sich nicht um Nierenkranke, die Effekte sind sehr klein, und das niedrigste Dezil zeigt den stärksten Effekt, was eher für Muskelmasse und allgemeine Gesundheit als für Nierenfunktion spricht; die Autoren erfassten weder Samenqualität noch Sexualhäufigkeit [s34]. Die Studie belegt keinen Fertilitätseffekt der Niereninsuffizienz.

### Ungenaue Wiedergabe in Übersichten und Mehrfachzählung

Ein weiterer Widerspruch entsteht durch die Literatur selbst. Eine russischsprachige Übersicht beschreibt die türkische Kohorte mit 239 Männern als „unter Hämodialyse“, der Originalabstract betrifft aber Patienten ohne Dialyse in den Stadien 1 bis 5 [s136, s140]. Die Arbeiten der Hangzhou-Gruppe [s168, s172, s156, s152, s135, s134, s155, s119, s171] stützen sich sehr wahrscheinlich teilweise auf überlappende Kollektive, sodass übereinstimmende Befunde keine unabhängigen Bestätigungen sind. Zwei russische Veröffentlichungen betreffen dieselbe Kohorte von 43 Männern mit Typ-1-Diabetes [s149, s158]. Übersichtsarbeiten stützen sich weitgehend auf dieselben Primärstudien [s105, s104, s87, s49].

## Limitationen der Evidenz

Die Gesamtstudie stützt sich auf 219 Quellen. Davon erschienen 43 vor dem Jahr 2000, 27 zwischen 2000 und 2009, 65 zwischen 2010 und 2019 und 84 ab 2020; 35 Quellen haben keine PMID. Die Menge täuscht über die Tragfähigkeit hinweg: Der Teil der Literatur, der die Kernfrage (Spermienqualität und Zeugungsfähigkeit bei CKD, Dialyse und nach Transplantation) direkt beantwortet, ist klein. Die folgenden Einschränkungen gelten für das Gesamtbild.

### Studiendesign und Fallzahlen

- **Keine randomisierte Studie mit Spermienendpunkt bei CKD, Dialyse oder Transplantation.** Die einzigen randomisierten oder doppelblind kontrollierten Arbeiten im Material betreffen Vitamin D bei 70 Transplantationskandidaten [s40], Vitamin E bei 24 Hämodialysepatienten (Endpunkt Hormone) [s196], Testosteron bei 24 Hämodialysepatienten (Endpunkt Symptomskala) [s95] und eine doppelblinde Zinkstudie mit 20 Patienten aus dem Jahr 1982 [s215]. Spermienendpunkte haben nur die Vitamin-D-Studie und die Zinkstudie.
- **Kleine Kollektive.** Die zentralen Spermienstudien haben meist weniger als 100 Teilnehmende: 53 urämische Männer [s135], 40 Urämiepatienten und 40 Transplantierte [s152], 74 Männer auf der Warteliste [s127], 66 Männer über alle CKD-Stadien [s113], 8 Jugendliche nach Transplantation [s151]. Die Metaanalyse beruht auf nur fünf Studien [s69]. Die größten Datensätze sind Befragungen ohne Spermiendaten [s72] oder Studien zu Prognose und Testosteron [s144, s50, s32].
- **Überwiegend Querschnitt.** Vergleiche verschiedener Männer (Dialyse gegen Transplantation) sind durch Selektion verzerrt; echte Verlaufsdaten mit Samenanalyse am selben Mann sind selten und haben keine Kontrollgruppe [s164, s148].
- **Nicht randomisierte Vergleichsgruppen bei Medikamenten.** Sirolimus, Valganciclovir und die Calcineurininhibitoren werden nach klinischen Gründen verordnet; Indikation, Dialysedauer und Ausgangsfertilität unterscheiden sich zwischen den Gruppen (zum Beispiel längere Dialyse und mehr Azoospermie in der Valganciclovir-Kohorte [s78]).
- **Fallberichte und kleine Serien tragen viele Aussagen zu seltenen Ursachen** (Valganciclovir [s19, s05], Sirolimus [s141, s161], Everolimus [s118], Cystinose [s10], assistierte Reproduktion [s165, s109]). Sie belegen Möglichkeiten, aber weder Häufigkeit noch Ursache.

### Unabhängigkeit der Befunde

- **Überlappende Kollektive.** Ein großer Teil der chinesischen Humandaten stammt aus einer Arbeitsgruppe in Hangzhou und ist zwischen 2003 und 2014 vermutlich teilweise an überlappenden Patienten gewonnen worden [s168, s172, s156, s152, s135, s134, s155, s119, s171]. Übereinstimmung zwischen diesen Arbeiten ist keine unabhängige Bestätigung.
- **Doppelte Erfassung derselben Arbeit.** Mehrere Arbeiten wurden in verschiedenen Sprachgruppen der Recherche gefunden und sind in der Gesamtstudie nur einmal geführt (zum Beispiel die Metaanalyse von 2021 [s69], die Kisspeptin-Studie [s04], die Studie von Eid et al. [s185]).
- **Übersichten zählen nicht als zusätzliche Evidenz.** Narrative Übersichten stützen sich weitgehend auf dieselben Primärstudien [s105, s104, s87, s49]; zwei russische Mitteilungen betreffen dieselbe Kohorte [s149, s158].
- **Ungenaue Sekundärangaben.** Eine Übersicht gibt eine türkische Kohorte anders wieder als deren Originalabstract [s136, s140]. Zahlen aus Übersichten wurden deshalb nur übernommen, wenn die Primärstudie ebenfalls vorlag.

### Endpunkte

- **Die meisten Studien messen Hormone oder Erektion, nicht Spermien oder Schwangerschaften.** Das gilt für die Mehrzahl der türkischen, arabischen, koreanischen und japanischen Arbeiten [s174, s126, s59, s74, s138, s175, s191]. Hormone bilden die Samenqualität nur teilweise ab: Bei acht Jugendlichen waren die Hormone überwiegend normal, die Spermienzahl aber niedrig [s151].
- **Surrogatmarker sind nicht validiert.** Fertilitätsindex [s152], CFTR-positive Spermien [s134], Inhibin B [s01, s116], Anti-Müller-Hormon [s90] und Hodenelastografie [s99] sind nicht an Schwangerschaftsraten geprüft.
- **Vaterschaftsraten sind keine Fertilitätsmaße.** Sie hängen von Kinderwunsch, Alter und Partnerschaft ab [s72, s84]. Die Nenner sind in den Studien verschieden (siehe Abschnitt „Widersprüche“).
- **Kein Endpunkt zu Spermien-DNA oder Epigenetik** außer als Nebenendpunkt in einer Studie [s78].

### Störgrößen

Praktisch alle Studien können folgende Einflüsse nicht trennen: Urämie, Dialyseverfahren und -dauer, Immunsuppression, Anämie, Diabetes, Alter, Depression, Begleiterkrankungen und die zur Nierenerkrankung führende Grunderkrankung. Die Autoren selbst benennen dies mehrfach, zum Beispiel für die Wirkung von Zeit und Dosis [s156], für Alter, Urämiedauer und Medikamentendauer [s151] und für die Rolle des Nierenleidens gegenüber der Medikation [s201]. Zytostatika und Glukokortikoide sind bei Männern mit immunologischen Nierenerkrankungen eine eigene Störgröße [s201, s188].

### Messung und Berichtsqualität

- **Abstract-Basis.** Die meisten Zahlen der Gesamtstudie stammen aus Abstracts; fehlende Gruppengrößen, Effektgrößen und Störgrößen wurden nicht ergänzt, sondern als fehlend gekennzeichnet. Volltext wurde nur für wenige Arbeiten gelesen [s72, s01, s116, s78, s53, s08, s101, s84].
- **Einheiten- und Druckfehler in Quellen.** Beispiele sind Prozentzeichen bei Geschwindigkeitsmaßen [s163], nicht plausible Einheiten bei Testosteron und freiem Testosteron [s178, s56, s215] und die uneindeutige Fallzahl in einer tunesischen Studie [s37]. Zahlen wurden wie gedruckt wiedergegeben und der Mangel vermerkt.
- **Streuungsmaße.** Mittelwerte mit Standardabweichungen von der Größe des Mittelwerts (Spermienzahl, Fertilitätsindex) deuten auf schiefe Verteilungen hin, bei denen Mittelwertvergleiche nur eingeschränkt aussagekräftig sind [s157, s152].
- **Verschiedene Labormethoden und Referenzwerte** (Massenspektrometrie, ELISA, Radioimmunoassay, unterschiedliche Grenzwerte) erschweren den Vergleich der Hypogonadismus-Häufigkeiten [s01, s144, s211].
- **Messzeitpunkt zur Dialysesitzung** ist meist nicht angegeben, obwohl eine Studie einen Hämokonzentrationseffekt auf Testosteron beschreibt [s20].

### Zeitliche Übertragbarkeit

Ein Teil der Daten stammt aus den 1980er- und 1990er-Jahren, vor der routinemäßigen Anämiebehandlung mit Erythropoetin, vor heutiger Dialyseeffizienz und vor heutigen Immunsuppressionsschemata [s216, s211, s209, s205]; die Recherche bezeichnet die japanischen Hormonstudien der Jahre 1982 bis 1998 ausdrücklich als historische Befunde. Auch die Sirolimus-Vergleichsstudie bezieht sich auf Transplantationen von 1995 bis 2005 [s157]. Die neuere Hormonkohorte betrifft Männer im Alter von 60 bis 65 Jahren und ist nur begrenzt auf Männer im fortpflanzungsfähigen Alter übertragbar [s01].

### Selektion und Antwortverzerrung

Die französische Befragung hatte eine Antwortrate von 46 % [s72]; in der chinesischen Nachbefragung fehlten 58 von 243 Angeschriebenen und es wurden nur zuvor unverheiratete Männer eingeschlossen [s155]; in einer sudanesischen Befragung antworteten 43,7 % und 54,5 % der Angesprochenen nicht [s124]. Fortpflanzungszentren (ADPKD, assistierte Reproduktion) rekrutieren überproportional infertile Paare [s94, s51]. Bei Fallberichten besteht die Tendenz, Auffälliges zu berichten.

### Tiermodelle

Nager haben andere Spermatogenesezyklen, die Modelle erzeugen eine Urämie in Wochen statt Jahren, und viele Abstracts nennen keine Gruppengrößen oder Effektgrößen [s187, s180, s15, s11]. Das Glycerin-Modell erzeugt eine akute toxische Nierenschädigung, die vom menschlichen chronischen Verlauf abweicht [s09]; eine Studie betrifft Alterung, nicht Nierenversagen [s07]. Mechanismusarbeiten an Mäusen beschreiben mögliche Wege (zum Beispiel FKBP12.6 und Calcineurin [s22]), liefern aber keine Daten am Menschen. Interventionen im Tiermodell (Coenzym Q10 [s67], pflanzliche Aufgüsse [s09, s16], Agmatin [s11]) sind keine Aussage über Menschen.

### Sprachliche und zugangsbedingte Lücken

Die Recherche lief überwiegend über Europe PMC. Ohne Zugang blieben unter anderem SciELO, LILACS, Cairn, Dialnet, CNKI, Wanfang, DBpia und eLIBRARY.ru. Die Lücke bei portugiesischer, spanischer und teils französischer, chinesischer und russischer Literatur ist deshalb auch eine Folge von Zugriffssperren und nicht allein ein Hinweis auf fehlende Literatur. Für den arabischen Sprachraum fand sich keine in arabischer Schrift erschienene einschlägige Studie, für den koreanischen keine einzige Studie zu Spermien oder Samenanalyse bei Nierenerkrankungen [s74, s138, s175]. Deutschsprachige Studien mit abrufbarem Abstract wurden nicht gefunden. Mehrere Arbeiten waren nur als Titel erfassbar und sind nicht in die Auswertung eingegangen.

### Keine formale Qualitätsbewertung, Publikationsverzerrung unbekannt

Die Einschätzungen zu Stärken und Schwächen beruhen auf Design und Abstract; ein formales Bias-Werkzeug wurde nicht angewandt. Ob Studien mit unauffälligem Ergebnis seltener veröffentlicht wurden, lässt sich aus dem Material nicht beurteilen. Dass gerade die kleinen, positiven Berichte (Ansprechen auf Zink, Erythropoetin, Parlodel, Testosteron) aus einer Zeit ohne Studienregistrierung stammen, ist ein Hinweis zur Vorsicht, aber kein Beleg für Verzerrung [s215, s188, s212, s218].

### Leitlinien

Keine der geprüften internationalen Leitlinien (EAU, AUA/ASRM, ESHRE) enthält eine Aussage zur Fertilität bei CKD, Dialyse oder Nierentransplantation [s25, s24, s13]. Eine AWMF-Leitlinie konnte weder gefunden noch ausgeschlossen werden, weil das Register nicht abfragbar war. Das Fehlen von Leitlinienaussagen ist selbst ein Befund und bedeutet auch, dass es keine konsentierte Einordnung der oben beschriebenen Studien gibt. Eine Befragung italienischer Transplantationszentren zeigt, dass 20 % der antwortenden Zentren die Gonadenfunktion in der Anamnese nicht ansprachen [s06].

## Offene Forschungsfragen

Die folgenden Fragen ergeben sich unmittelbar aus den Lücken der vorliegenden Literatur. Sie sind keine Aussagen über bereits laufende Studien.

1. **Wie häufig sind Azoospermie und schwere Oligozoospermie bei Männern mit CKD vor der Dialyse?** Die größte Spermienstudie zu CKD-Stadien umfasst 66 Männer ohne Kontrollgruppe [s113]. Eine größere Studie mit Kontrollen, Stadieneinteilung, Alter, Diabetes und modernen Samenanalysen fehlt.
2. **Welche Rolle spielt das Dialyseverfahren?** Peritonealdialyse und Hämodialyse wurden nur anhand von Hormonen und Sexualfunktion verglichen [s73, s81]; ein Vergleich mit Spermienendpunkt fehlt, ebenso Studien zu intensivierten Verfahren bei Männern [s14].
3. **Wie verhalten sich Spermienqualität und Hormone nach Transplantation am selben Mann über die Zeit?** Es fehlen prospektive Studien, die Samenanalyse, Inhibin B, FSH, Testosteron und Immunsuppression gemeinsam verlaufsbezogen messen und mit Schwangerschaftsendpunkten verknüpfen [s01, s116]. Offen ist insbesondere, ob der frühe Inhibin-B-Abfall später die Samenqualität beeinflusst.
4. **Welchen Beitrag haben einzelne Immunsuppressiva?** Prospektive Vergleiche der Schemata mit ausreichender Fallzahl fehlen; für Ciclosporin, Tacrolimus und Mycophenolat sind die Humanbefunde widersprüchlich oder fehlen [s199, s185, s163, s172, s58]. Für mTOR-Inhibitoren ist offen, wie häufig und wie vollständig die Erholung nach dem Absetzen eintritt [s157, s141].
5. **Wie lange und wie vollständig erholt sich die Spermatogenese nach Valganciclovir?** Die prospektive Studie hatte kurze Expositionen, wechselnde Fallzahlen und wenige Männer mit Ausgangs-Azoospermie [s78]; insbesondere für Männer mit vorbestehender Azoospermie ist die Erholung offen.
6. **Sind Spermien von Männern mit CKD oder unter Immunsuppression genetisch oder epigenetisch verändert?** Außer als Nebenendpunkt (DNA-Fragmentierung, in der Valganciclovir-Studie vergleichbar) liegen keine Studien vor [s78]. Für Nachkommen gibt es nur Befragungen und deskriptive Reihen ohne Kontrollgruppe [s72, s62, s119].
7. **Wie sicher ist die väterliche Exposition gegenüber Mycophenolat?** Die spanische Studie fand keine typische Embryopathie, hatte aber nur 14 Nachkommen ohne Mycophenolsäure als Vergleich [s62]. Eine kontrollierte Studie mit Vergleichsgruppe fehlt.
8. **Wie fertil sind Männer mit ADPKD wirklich?** Die vorliegenden Zahlen stammen überwiegend aus Fortpflanzungszentren [s154, s94, s41]; populationsbezogene Daten mit Kontrollen und Nierenfunktion fehlen. Ob Zysten oder Zilien- beziehungsweise Flagellumdefekte den Hauptbeitrag leisten, ist offen [s44, s106, s115].
9. **Wie wirken Immunsuppressiva und Nierenersatz bei jungen Patienten, die vor oder in der Pubertät erkranken?** Es gibt Hinweise auf verzögerte Pubertät und niedrigere Spermienzahlen bei früher Erkrankung [s54, s151, s23], aber keine Studie mit Spermienendpunkt und Kontrollen im jungen Erwachsenenalter.
10. **Gibt es Daten zu Lebendnierenspendern, zu Cyclophosphamid bei Nierenerkrankung und zu Spermienbanking?** Die Recherche fand keine kontrollierte Studie zu Spermienparametern nach Cyclophosphamid bei Nierenkrankheit, keine Daten zu Lebendspendern und nur Übersichten zum Spermienbanking [s112].
11. **Wie lässt sich Testosteron in Studien vergleichbar messen?** Ein einheitlicher Grenzwert, die Wahl zwischen Gesamt- und freiem Testosteron, der Messzeitpunkt zur Dialysesitzung und die Methode (Massenspektrometrie gegen Immunoassay) müssten festgelegt werden [s01, s20, s144].
12. **Kann ein internationales Register die Evidenz verbessern?** Die systematische Übersicht fordert eine internationale prospektive Datenbank [s03]. Voraussetzung wären einheitliche Endpunkte (Samenanalyse nach festgelegten Standards, Schwangerschaften, Gesundheit der Nachkommen) und die getrennte Erfassung von Nierenersatzverfahren, Medikamenten und Zeit seit Transplantation.
13. **Wie wirken sich Fertilitätsprobleme auf die Entscheidung für ein Nierenersatzverfahren aus?** Eine qualitative Studie an sechs Männern fordert Information über die Erholung der Fruchtbarkeit bei dieser Entscheidung [s46]; systematische Daten dazu fehlen.

## Praktische Einordnung

Dieses Kapitel gibt keine Therapieempfehlung und ersetzt weder eine Diagnose noch eine ärztliche Beratung. Es beschreibt, was die vorliegende Literatur zeigt und was nicht, damit Leserinnen und Leser ihre Fragen gezielter mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten besprechen können.

**Was die Literatur stützt, in vorsichtiger Formulierung.** Mehrere kleine Studien finden bei Männern mit fortgeschrittener Nierenerkrankung und unter Dialyse niedrigere Spermienzahlen, geringere Beweglichkeit und schlechtere Morphologie als bei Gesunden [s113, s127, s152, s135]; Spermienzahl und Hormonlage bessern sich nach einer Transplantation im Mittel, erreichen aber im Durchschnitt nicht die Werte Gesunder [s69]. Zeugungen nach Transplantation kommen häufig vor (17 % der 1332 befragten Männer), und mehr als ein Viertel dieser Väter hatte Fertilitätsprobleme, die mit assistierter Reproduktion gelöst wurden [s72]. Für mTOR-Inhibitoren (Sirolimus, Everolimus) und für Valganciclovir gibt es Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Spermatogenese mit teils vollständiger, teils unvollständiger Erholung [s157, s141, s78]. Für Ciclosporin, Tacrolimus und Mycophenolat sind die Humandaten uneinheitlich oder fehlen [s199, s185, s163, s172, s58].

**Was die Literatur nicht hergibt.** Für den einzelnen Mann lässt sich aus diesen Studien keine Vorhersage ableiten. Die Streuung zwischen den Männern ist groß, die Studien sind klein, und Alter, Grunderkrankung, Dialysedauer, Medikation und Begleiterkrankungen wirken gleichzeitig. Hormonwerte im Normbereich schließen eine eingeschränkte Samenqualität nicht aus [s151]; umgekehrt sagt ein niedriges Testosteron nichts sicher über die Samenqualität. Die Studien zu Prognose und Testosteron betreffen Überleben und Herz-Kreislauf-Ereignisse, nicht die Fruchtbarkeit [s137, s144, s50]. Auch ein sogenanntes „normales“ Spermiogramm in einem einzelnen Befund ist in den Studien nicht auf seine Aussagekraft im zeitlichen Verlauf nach Transplantation geprüft.

**Was beim Lesen von Studien und Berichten zu beachten ist.**

- Prozentangaben zu „Fertilität“ oder „Vaterschaft“ haben je nach Studie verschiedene Nenner; sie sind nur innerhalb einer Studie vergleichbar.
- Studien aus Fortpflanzungszentren zeigen höhere Anteile Auffälliger als Studien aus anderen Settings.
- Ein statistisch signifikanter Unterschied in einer Studie mit 20 Männern ist weniger belastbar als in einer Studie mit mehreren Tausend; viele Studien dieses Feldes liegen am unteren Ende.
- Tierversuche und Zellversuche beschreiben Mechanismen, keine Wirkung beim Menschen.
- Wer Medikamente absetzt oder wechselt, gefährdet gegebenenfalls das Transplantat; dazu gibt dieses Kapitel keinen Rat, und die berichteten Fallverläufe sind keine Anleitung.

**Fragen, die sich für ein ärztliches Gespräch aus der Literatur ergeben können.** Die folgende Liste ist keine Handlungsempfehlung, sondern eine Übersicht der Themen, die die Studienautoren selbst als relevant nennen:

- Ob und wann eine Samenanalyse sinnvoll sein kann, falls ein Kinderwunsch besteht oder entstehen könnte; die Autoren einer Studie raten, die Fortpflanzungsfrage früh zu klären, bevor die Zeugungsfähigkeit durch Urämie weiter leidet [s154], und die einer weiteren, Spermiogramm und Kryokonservierung vor Eintritt der terminalen Niereninsuffizienz zu veranlassen [s121]. Diese Aussagen sind Meinungen der Autoren auf kleiner Datenbasis.
- Welche Medikamente zum Behandlungsschema gehören und ob bekannt ist, dass sie die Spermienbildung beeinflussen können; Hersteller- und Fachinformationen der jeweiligen Präparate sind dafür eine eigene Quelle, die in diesem Kapitel nicht ausgewertet wurde.
- Ob Hormonwerte (Testosteron, LH, FSH, Prolaktin) bestimmt wurden und zu welchem Zeitpunkt relativ zur Dialysesitzung; der Messzeitpunkt kann den Wert verändern [s20].
- Ob eine Beratung durch Urologie, Andrologie oder ein Zentrum für Reproduktionsmedizin sinnvoll ist, etwa bei erblichen Erkrankungen wie ADPKD, bei der die Vererbung eine eigene Frage ist [s114].
- Wie die Erektionsfunktion und das sexuelle Verlangen sind; Beschwerden sind bei Männern mit Nierenerkrankung häufig und werden selten von selbst angesprochen: In einer Studie hatte nur 1 % das Problem zuvor angesprochen [s174].

**Zeugung und Nachkommen.** Die Studien zu Kindern von Vätern nach Transplantation (französische Befragung, spanische EMVARON-Studie, chinesische Beobachtungsreihe) fanden keine auffällige Häufung von Fehlbildungen oder ungewollten Ausgängen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung beziehungsweise keine typische Mycophenolat-Embryopathie [s72, s62, s119]. Die Aussagekraft ist durch fehlende oder grobe Kontrollgruppen, Selbstangaben und kleine Vergleichsgruppen begrenzt; die Autoren der spanischen Studie fordern selbst, die Verhütungsempfehlung für Männer zu überdenken. Das ist deren Wertung, keine Handlungsempfehlung dieses Kapitels.

**Einordnung der Evidenzstärke.** Insgesamt ist die Evidenz niedrig: kleine, überwiegend beobachtende Studien, keine randomisierten Spermienstudien, keine Leitlinien. Wo sich Studien einig sind (eingeschränkte Samenqualität unter Urämie, teilweise Erholung nach Transplantation, Hinweise auf Wirkungen von mTOR-Inhibitoren), stützen sich die Befunde auf wenige, teils überlappende Kollektive.

## Glossar

**ADPKD (autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung):** Erbliche Erkrankung mit Zysten in beiden Nieren, meist durch Veränderungen in den Genen PKD1 oder PKD2; im Material auch mit Zysten im Bereich der Samenwege beschrieben.

**Akrosom:** Kappenartige Struktur am Spermienkopf, die bei der Befruchtung eine Rolle spielt (Akrosomreaktion).

**Anti-Müller-Hormon (AMH):** Hormon der Sertoli-Zellen; im Material als möglicher Marker der Sertoli-Zellfunktion bei CKD untersucht.

**Asthenozoospermie:** Verminderte Beweglichkeit der Spermien im Ejakulat.

**Azoospermie:** Keine Spermien im Ejakulat. Obstruktive Azoospermie: Spermien werden gebildet, gelangen aber wegen eines Verschlusses nicht ins Ejakulat. Nichtobstruktive Azoospermie: Spermienbildung ist gestört.

**CASA (computergestützte Spermaanalyse):** Automatische Messung von Spermienbewegung (zum Beispiel VCL, VSL, VAP, LIN, ALH).

**CBAVD (kongenitale beidseitige Aplasie der Samenleiter):** Angeborenes Fehlen beider Samenleiter; im Material Vergleichsgruppe für ICSI-Ergebnisse bei ADPKD.

**CFTR:** Protein, das mit Mukoviszidose in Verbindung steht; im Material als Marker in Spermien untersucht.

**CKD (chronische Nierenerkrankung):** Dauerhafte Einschränkung der Nierenfunktion, in Stadien eingeteilt; Stadium 5 entspricht dem Nierenversagen im Endstadium.

**Calcineurininhibitoren:** Gruppe von Immunsuppressiva, zu der Ciclosporin und Tacrolimus (FK506) gehören.

**CAPD (kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse):** Form der Peritonealdialyse.

**CMV (Zytomegalievirus):** Virus, gegen das nach Transplantation vorbeugend oder therapeutisch Valganciclovir gegeben werden kann.

**Cystinose:** Seltene Speicherkrankheit mit Cystinablagerung, die die Niere und andere Organe betrifft; bei Männern ist Azoospermie berichtet.

**Dialyse:** Blutreinigungsverfahren bei Nierenversagen, als Hämodialyse (HD) oder Peritonealdialyse (PD).

**eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate):** Rechnerischer Maßstab der Nierenfunktion.

**Erektile Dysfunktion (ED):** Anhaltende Schwierigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen; häufig mit dem Fragebogen IIEF erfasst.

**ESRD (Nierenversagen im Endstadium, terminale Niereninsuffizienz):** Zustand, in dem Dialyse oder Transplantation erforderlich ist.

**Fertilitätsindex (FI) der Hangzhou-Arbeiten:** Produkt aus Spermiendichte, Beweglichkeit und Anteil normaler Formen; Streuungsmaße der Quelle sind nicht bezeichnet.

**Flagellum:** Der Bewegungsfaden der Spermie (Geißel); sein Aufbau ist für die Beweglichkeit wesentlich. Defekte des Flagellums können die Beweglichkeit mindern.

**FSH und LH:** Gonadotropine der Hirnanhangdrüse; steuern Spermienbildung (FSH) und Testosteronproduktion (LH) im Hoden.

**Hämokonzentration:** Eindickung des Blutes, zum Beispiel durch Flüssigkeitsentzug bei der Dialyse; erhöht Konzentrationen im Blut, ohne dass mehr Substanz gebildet wurde.

**Hypogonadismus:** Unterfunktion der Keimdrüsen mit niedrigem Testosteron. Hypergonadotrop: Gonadotropine erhöht. Hypogonadotrop: Gonadotropine niedrig oder unangemessen normal.

**ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion):** Verfahren der assistierten Reproduktion, bei dem ein einzelnes Spermium in die Eizelle eingebracht wird.

**IIEF (International Index of Erectile Function):** Fragebogen zur Erektionsfunktion; IIEF-5 ist die Kurzform.

**Inhibin B:** Hormon der Sertoli-Zellen; wird als Marker der Spermatogenese-Umgebung untersucht.

**Kisspeptin:** Signalstoff im Gehirn, der die Hormonachse zu den Keimdrüsen mitsteuert.

**Konfidenzintervall (KI):** Bereich, in dem der wahre Wert mit der angegebenen Sicherheit (hier meist 95 %) liegt.

**Leydig-Zellen:** Zellen im Hoden, die Testosteron bilden.

**Mendelsche Randomisierung:** Methode, die genetische Varianten als natürliche Zuteilung nutzt, um Ursache und Wirkung besser zu trennen.

**Mycophenolat (Mycophenolsäure, MPA; Mycophenolatmofetil, MMF):** Immunsuppressivum.

**mTOR-Inhibitoren:** Gruppe von Immunsuppressiva mit Sirolimus und Everolimus.

**Nekrospermie (Nekrozoospermie):** Überwiegend abgestorbene Spermien im Ejakulat.

**Odds Ratio (OR), Hazard Ratio (HR), SMD (standardisierte Mittelwertdifferenz):** Statistische Effektmaße; OR und HR unter 1 bedeuten ein geringeres Risiko, die SMD gibt Unterschiede in Standardabweichungen an.

**Oligozoospermie:** Verminderte Spermienkonzentration.

**PGT (Präimplantationsdiagnostik, PGD):** Genetische Untersuchung von Embryonen vor dem Transfer; PGT-M betrifft einzelne erbliche Erkrankungen.

**Prolaktin:** Hormon der Hirnanhangdrüse, bei Nierenerkrankung häufig erhöht.

**SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin):** Transporteiweiß im Blut, das die Menge freien Testosterons mitbestimmt.

**Sertoli-Zellen:** Stützzellen im Hoden, die die Spermienbildung unterstützen.

**Spermarche:** Erstes Auftreten von Spermien im Urin oder Ejakulat in der Pubertät; Marker für den Beginn der Samenbildung.

**Teratozoospermie:** Erhöhter Anteil fehlgeformter Spermien.

**Transplantation (Nierentransplantation):** Übertragung einer Spenderniere, als Lebendspende oder Verstorbenenspende.

**Urämie:** Krankheitsbild bei stark eingeschränkter Nierenfunktion mit Anhäufung von Stoffwechselprodukten im Blut.

**Valganciclovir:** Virostatikum gegen das Zytomegalievirus.

**WHO-Kategorien der Samenanalyse:** Referenzbereiche der Weltgesundheitsorganisation für Samenparameter; in einer Studie zur Fabry-Krankheit als Maßstab genutzt [s89].

## Quellenverzeichnis

Vollständige Liste aller 219 Quellen der Gesamtstudie (Kennungen wie in synthese.json). Angegeben sind Autoren (Jahr): Titel. Zeitschrift. PMID oder DOI. Titel in anderen Sprachen als Englisch oder Deutsch stehen im Original, die deutsche Übersetzung folgt in Klammern. Eine Aufnahme in die Liste bedeutet nicht, dass die Quelle in diesem Kapitel zitiert wird.

[s01] David K, Narinx N, Meijers B, Antonio L, de Loor H, Claessens F, Vanderschueren D, Kuypers D, Naesens M, Decallonne B, Evenepoel P (2026): Case-Control and Longitudinal Study of Sex Steroids in Male Patients with CKD Before and After Kidney Transplantation. Kidney international reports. PMID 42064225; DOI 10.1016/j.ekir.2026.106498.

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| s190 | Suzuki N, Kumamoto Y | 1995 | 男性透析患者の性機能の研究 勃起障害の原因分析 (Study of sexual function in male hemodialysis patients: analysis of the cause of erectile dysfunction) (deutsch: Studie zur Sexualfunktion männlicher Dialysepatienten: Ursachenanalyse der Erektionsstörung) | 日本泌尿器科学会雑誌 (The Japanese Journal of Urology) | DOI 10.5980/jpnjurol1989.86.1098 |
| s191 | Suzuki N, Kumamoto Y | 1995 | 男性透析患者の性機能の研究 質問紙法による性機能調査 (Study of sexual function in male hemodialysis patients: a sexual function survey using a questionnaire) (deutsch: Studie zur Sexualfunktion männlicher Dialysepatienten: Fragebogenerhebung) | 日本泌尿器科学会雑誌 (The Japanese Journal of Urology) | DOI 10.5980/jpnjurol1989.86.1088 |
| s192 | Yamamoto Y, Ono T, Sofikitis N, Miyagawa I | 1995 | 慢性腎不全ラットにおける精巣機能とプロラクチン分泌調節機能に関する検討 (Tagungszusammenfassung im Bericht zu Nihon Hinyokika Gakkai Zasshi 86(3)) (deutsch: Hodenfunktion und Regulation der Prolaktinsekretion bei Ratten mit chronischem Nierenversagen) | 日本泌尿器科学会雑誌 (The Japanese Journal of Urology) | DOI 10.5980/jpnjurol.86.772_1 |
| s193 | Kukhtevich AV, Ianushkevich TN, Adnoral SA, Gitel' EP. | 1994 | The endocrine status of men with lupus nephritis (deutsch: Der endokrine Status von Männern mit Lupusnephritis) | Terapevticheskii arkhiv | PMID 7863443 |
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| s197 | Yeksan M, Tamer N, Cirit M, Türk S, Akhan G, Akkus I, Erkul I. | 1992 | Effect of recombinant human erythropoietin (r-HuEPO) therapy on plasma FT3, FT4, TSH, FSH, LH, free testosterone and prolactin levels in hemodialysis patients | The International journal of artificial organs | PMID 1428205 |
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| s202 | Korovina NA, Gavriushova LP, Ametov AS, Tvorogova TM, Mumladze EB, Toritsina LK. | 1990 | The function of the hypophyseal-gonadal system in different variants of glomerulonephritis in children (deutsch: Die Funktion des hypophysär-gonadalen Systems bei verschiedenen Formen der Glomerulonephritis im Kindesalter) | Pediatriia | PMID 2259596 |
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| s209 | Kawanishi Y, Imagawa A, Hiraishi K, Kurokawa K | 1987 | 透析患者の勃起機能と精巣機能 (Erectile function and testicular function in chronic hemodialysis patients) (deutsch: Erektionsfunktion und Hodenfunktion bei chronischen Hämodialysepatienten) | 透析会誌 (Journal of the Japanese Society for Dialysis Therapy) | DOI 10.4009/jsdt1985.20.851 |
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