Fragestellung und Aufbau
Die Studie fragt, was über die Spermienqualität und die Fertilität von Männern mit chronischer Nierenerkrankung, unter Dialyse und nach Nierentransplantation bekannt ist, einschließlich der Wirkung von Immunsuppressiva, antiviralen Mitteln und Zytostatika sowie von Erbkrankheiten, die Niere und Fortpflanzungsorgane gemeinsam betreffen. Die Gesamtstudie gliedert sich in mehrere Kapitel; dieses erste Kapitel liefert Zusammenfassung, Kernbefunde, Methodik und Hintergrund. Die Einzelbefunde zu den Studiengruppen stehen in den folgenden Kapiteln.
Wie recherchiert wurde
Die Recherche erfolgte am 4. Oktober 2026 in drei Sprachgruppen durch drei getrennte Teilrecherchen. Gruppe A deckte Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch ab, Gruppe B Chinesisch, Japanisch und Koreanisch, Gruppe C Russisch, Arabisch und Türkisch. Die PubMed-Webseite war nicht nutzbar (gesperrt, beziehungsweise ohne auslesbare Trefferliste). Hauptzugang war deshalb die REST-Schnittstelle von Europe PMC, die MEDLINE-Datensätze mit Abstract und, soweit frei verfügbar, Volltexte liefert. Gruppe A nutzte ausschließlich Europe PMC, dazu die Programmierschnittstellen von HAL (Frankreich) und Crossref sowie die Webfassungen der Leitlinien von EAU, AUA und ESHRE. Gruppen B und C setzten zusätzlich die E-utilities der NCBI (esummary, efetch) ein. Gruppe B fragte außerdem J-STAGE, CiNii Research und das koreanische KCI-Portal ab, Gruppe C die Schnittstellen von CyberLeninka (Russland), TR Dizin (Türkei) und den Katalog Ma'rifa (arabischer Raum).
Gesucht wurde mit Begriffen für Niereninsuffizienz, Dialyse, Hämodialyse, Peritonealdialyse und Nierentransplantation, kombiniert mit Spermiogramm, Spermatogenese, Hypogonadismus, Testosteron, Fertilität und Vaterschaft, ferner mit den Namen der Immunsuppressiva (Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus, Everolimus, Mycophenolat, Azathioprin), mit Valganciclovir und Cyclophosphamid, mit Tiermodellen (5/6-Nephrektomie, Adenin-Modell) und mit Erbkrankheiten (ADPKD, Cystinose, Morbus Fabry). Aufgenommen wurde nur, wovon mindestens ein Abstract tatsächlich abgerufen wurde. Die Teilrecherchen lieferten 101 (A), 76 (B) und 67 (C) Quellen. Nach Zusammenführung von Mehrfachfunden verbleiben 219 Quellen; jede trägt eine Kennung von s01 bis s219 und wird im gesamten Werk nur so zitiert.
Zusammensetzung der Quellenliste
Die Veröffentlichungsjahre reichen von 1975 bis 2026: 16 Quellen vor 1990, je 27 aus den 1990er und den 2000er Jahren, 65 aus den 2010er Jahren und 84 aus den Jahren 2020 bis 2026. 35 Quellen haben keine PubMed-Kennung, darunter Beiträge aus Zeitschriften, die nur in regionalen Verzeichnissen geführt werden, sowie Leitlinien-Webseiten. Nach der Designangabe der Quellenliste, grob sortiert, sind etwa 38 Quellen Übersichtsarbeiten oder Metaanalysen, etwa 30 Fallberichte oder Fallserien, etwa 27 Tierversuche und 3 Leitlinien; die übrigen rund 120 sind Humanstudien (Querschnitt, Kohorte, Befragung, Interventionsbeobachtung). Die Sprachraum-Zuordnung ist mehrfach möglich und summiert sich deshalb auf mehr als 219: Englisch 159, Chinesisch 49, Türkisch 28, Japanisch 24, Arabisch 21, Russisch 18, Französisch 6, Koreanisch 3. Die Zuordnung folgt der Publikationssprache oder der Herkunft der Arbeitsgruppe; im arabischen Raum erschienen die gefundenen Arbeiten fast ausschließlich auf Englisch, in einem Fall auf Französisch.
Für Deutsch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch gibt es in der Quellenliste keine Studie mit abrufbarem Abstract. Als Titel fanden sich einzelne deutsch-, italienisch-, portugiesisch- und spanischsprachige Arbeiten (zum Beispiel aus den Jahren 1978, 1980 und 2015), die ohne Abstract nicht aufgenommen wurden; die Datenbanken SciELO, LILACS, Cairn und Dialnet lieferten Sperrseiten. Auch CNKI und Wanfang (China), DBpia (Korea), eLIBRARY.ru (Russland) und DergiPark (Türkei) waren nicht auswertbar, das Leitlinienregister der AWMF und die Cochrane Library nur als Skript-Gerüst ohne Suchergebnisse. Die Lücke bei diesen Sprachen ist deshalb zum Teil eine Folge der Zugriffssperren und kein Beleg für fehlende Literatur.
Was gelesen wurde
Die meisten Zahlen dieser Studie stammen aus Abstracts. Den Volltext lasen die Teilrecherchen nur für wenige Arbeiten: in Gruppe A sechs (die französische Vaterschaftsbefragung [s72], die Hormonkohorten [s01, s116], die Valganciclovir-Studie [s78], die Arbeiten [s53] und [s08]) sowie die Webfassungen der Leitlinien von EAU und AUA [s25, s24]; in Gruppe C fünf russischsprachige Arbeiten bei CyberLeninka; in Gruppe B ältere japanische Berichte als eingescannte PDF-Dateien, deren Zahlen nur übernommen wurden, wenn sie lesbar waren. Fehlen Gruppengrößen, Effektgrößen oder Streuungsmaße im Abstract, ist das im jeweiligen Kapitel vermerkt und wurde nicht ergänzt. Zahlen werden so wiedergegeben, wie sie gedruckt sind, auch wenn Einheiten offensichtlich fehlerhaft sind; solche Stellen sind gekennzeichnet. Für dieses Kapitel wurden die zentralen Zahlen der Kurzfassung, soweit sie im Abstract stehen, erneut gegen Europe PMC geprüft (Sirolimus-Beobachtungsstudie [s157], französische Befragung [s72], Metaanalyse [s69], Valganciclovir-Studie [s78], systematische Übersicht [s03], Hormonkohorte [s01]). Zahlen, die nur im Volltext stehen, etwa der Anteil assistierter Reproduktion bei den Vätern [s72] und die Hypogonadismus-Prävalenz von 56,7 % [s01], stammen aus den Volltexten der Teilrecherche.
Quellen außerhalb der Studienliste
Für die Definition der CKD und für die Referenzwerte der Samenanalyse zog das vorliegende Kapitel sechs Arbeiten heran, die nicht zur Studienliste gehören, weil sie nicht von Nierenkrankheit handeln: Levey et al. 2005 (PMID 15882252, Definition und Stadien der CKD), Campbell et al. 2021 (PMID 33528873, WHO-Referenzwerte 2021), Boitrelle et al. 2021 (PMID 34947899, Überblick über die sechste Auflage des WHO-Handbuchs), Paffoni et al. 2022 (PMID 35849333), Björndahl 2022 (PMID 35989166) und Levin et al. 2024 (PMID 38519239, Zusammenfassung der KDIGO-Leitlinie 2024 mit Geltungsbereich). Sie wurden am 4. Oktober 2026 über Europe PMC abgerufen und werden im Text mit Autor, Jahr und PMID genannt, nicht mit einer s-Kennung.
Wie die Evidenz eingeschätzt wird
Studien werden nach Design, Fallzahl, Kontrollgruppe, Störgrößen und Übereinstimmung mit anderen Studien eingeordnet. Ein formales Verzerrungswerkzeug wurde nicht angewandt, und die Einschätzungen beruhen meist nur auf dem Abstract. Zwei Eigenheiten der Literatur sind zu beachten. Erstens sind nicht alle Studien voneinander unabhängig: Ein großer Teil der chinesischen Humandaten stammt aus einer Arbeitsgruppe in Hangzhou, deren Kollektive sich vermutlich teilweise überschneiden [s152, s155, s156, s135, s134, s119, s168, s172, s171]; die Moskauer Serie um Kukhtevich [s212, s204, s207, s193, s201, s188] umfasst kleine Gruppen derselben Arbeitsgruppe, und zwei Mitteilungen zu Männern mit Typ-1-Diabetes unter Hämodialyse betreffen dieselbe Kohorte [s149, s158]. Zweitens fußen die Übersichtsarbeiten weitgehend auf denselben Primärstudien und bestätigen sie nicht unabhängig. Hormon- und Erektionsstudien (Testosteron, IIEF) sind aufgenommen, soweit sie den Hintergrund erhellen; sie messen aber nicht die Spermienqualität. Studien der traditionellen chinesischen Medizin zur „Nierenschwäche“ wurden ausgeschlossen, weil dieser Begriff eine Funktionsgruppe und keine Nierenerkrankung bezeichnet. Ebenso wenig aufgenommen wurden rein weibliche Fertilitätsstudien und, in Gruppe C, Studien aus dem Iran, aus Israel, Pakistan und Rumänien, die nicht zu den beauftragten Sprachräumen gehörten.
Grenzen
Die wichtigsten Grenzen: die Abstract-Basis, die Zugriffssperren, die geringe Zahl direkter Spermienstudien, ihr hohes Alter (viele aus der Zeit vor Erythropoetin und moderner Immunsuppression), die Überlappung von Kollektiven und die fehlende Trennung von Nierenkrankheit, Dialyse und Medikation. Die Studie gibt keine Therapieempfehlung. Wo Autoren Behandlungen prüfen oder empfehlen, wird das als deren Ergebnis oder Meinung berichtet.