Was sich überhaupt als Dosis-Wirkung auswerten lässt
Echte Dosis-Wirkungs-Beziehungen im pharmakologischen Sinn gibt es in dieser Literatur kaum. Für die Nierenfunktion als „Dosis“ der Schädigung liegen nur Stadienvergleiche vor (eine Studie mit Samenanalyse [s113]), für die Dialyse nur Korrelationen mit der Dialysedauer, und für Immunsuppressiva beruhen die Aussagen auf zwei Ciclosporin-Dosisgruppen [s172, s156], Korrelationen mit Talspiegeln [s185] und einzelnen Tierversuchen. Die folgenden Tabellen stellen zusammen, was berichtet wurde; sie ersetzen keine Metaanalyse, und die Werte sind nicht zwischen Studien vergleichbar (verschiedene Labore, Einheiten und Grenzwerte).
Nierenfunktion und CKD-Stadium
| Studie | Kollektiv | Befund nach Stadium oder Nierenfunktion | Einschränkung |
|---|---|---|---|
| Lehtihet und Hylander 2015 [s113] | 66 Männer, Stadium 1 bis 5, 18 bis 50 Jahre | negativer linearer Trend mit höherem Stadium für Volumen (P < 0,05), progressive Motilität (P < 0,01), Konzentration (P < 0,01), Gesamtzahl (P < 0,01), Zink (P < 0,01), Fruktose (P < 0,01) | keine Kontrollen, Querschnitt, kleine Zahl je Stadium |
| Afşar 2013 [s120] | 109 Patienten, Stadium 3 bis 5 | Gesamttestosteron 8,32 ± 4,35 (Stadium 3), 6,71 ± 3,12 (4), 4,22 ± 1,28 (5) ng/ml; 3 gegen 5 und 4 gegen 5 p < 0,0001, 3 gegen 4 p = 0,094 | Einheit wie im Abstract gedruckt; Geschlecht nicht ausdrücklich genannt |
| Aydemir et al. 2020 [s71] | 105 Männer, Stadium 3 (n = 55), 4 (n = 33), 5 (n = 17) | Hypogonadismus 17,1 % (Gesamttestosteron) beziehungsweise 20,9 % (freies Testosteron), kein Unterschied zwischen den Stadien | kleine Stichprobe; widerspricht [s140, s120] |
| Yılmaz et al. 2011 [s140] | 239 Männer, Stadium 1 bis 5 | Gesamt- und freies Testosteron fielen parallel zur abnehmenden Nierenfunktion | kein Fertilitätsbezug |
| David et al. 2026 [s01] | 120 Männer, Stadium 1 bis 5, 65 Jahre | in Stadium 4 und 5 nur 27,8 % eugonadal gegenüber 79,6 % bei passenden Kontrollen; insgesamt 56,7 % Hypogonadismus gegenüber 13,3 % | ältere Population, keine Samenanalyse |
| Parasher und Ranjan 2022 [s53] | 28 Männer, Stadium 3/4 gegenüber 5 | Testosteron 94,45 ± 44,23 gegenüber 72,86 ± 13,90 ng/dl (P < 0,001); LH 7,56 gegenüber 17,16 mIU/ml; FSH 15,87 gegenüber 26,45 mIU/ml | Alter 40,37 gegenüber 63,34 Jahre; Absolutwerte weit unter denen anderer Studien |
| Oueslati et al. 2020 [s79] | 48 Männer, mild bis Endstadium | Hypogonadismus bei 22 (46 %); Gonadotropine meist normal | kein Stadienvergleich im Abstract |
| Abdel Hamid et al. 2018 [s90] | 59 Männer mit CKD, 21 Kontrollen | AMH positiv mit eGFR korreliert; AMH und Vitamin D bei Patienten erniedrigt | auch Korrelation mit Alter, Harnstoff, Kreatinin |
Für den Zusammenhang zwischen Nierenfunktion und Spermienqualität steht damit nur [s113] mit Samenanalysen über mehrere Stadien zur Verfügung; die Hormonstudien sind uneinheitlich (Abfall mit dem Stadium in [s140, s120, s53], kein Stadienunterschied in [s71]). Die große Bevölkerungskohorte zum Kreatinin gesunder Männer zeigt keinen Dosis-Wirkungs-Verlauf im Sinne einer Nierenkrankheit, sondern eine umgekehrt U-förmige Kurve:
| Serumkreatinin des Mannes (Dezil) | Adjustiertes HR der Fekundität (95-%-KI) | Anmerkung |
|---|---|---|
| 1. Dezil (höchstens 64,89 µmol/l) | 0,92 (0,91 bis 0,92) | um 8 % vermindert |
| 2. Dezil (64,90 bis 69,99) | 0,95 (0,95 bis 0,96) | um 5 % vermindert |
| 3. Dezil (70,00 bis 73,99) | 0,98 (0,97 bis 0,99) | um 2 % vermindert |
| Referenz (78,00 bis 81,49) | 1 | |
| 10. Dezil (mindestens 101,00) | 0,99 (0,98 bis 0,99) | um 1 % vermindert |
Die Daten stammen von 4 023 204 Paaren, ohne Nierenkranke und ohne Samenanalyse; „keine Unterlegenheit“ bestand für Kreatinin zwischen 81,66 und 104,90 µmol/l, bei Männern über 40 Jahren war der Effekt ausgeprägter [s34]. Die Effekte sind sehr klein, und das niedrigste Dezil ist am stärksten betroffen; die Studie sagt nichts über Dialyse oder Transplantation.
Dialysedauer und Zeit vor der Transplantation
| Studie | Kollektiv | Zusammenhang mit der Dauer |
|---|---|---|
| Zachoval et al. 2013 [s127] | 74 Männer (Hämodialyse), 41 Kontrollen | Dialysedauer negativ korreliert mit Testosteron, Konzentration, Gesamt- und progressiver Motilität und Morphologie |
| Eid et al. 1996 [s185] | 34 Transplantierte, 31 Nichttransplantierte | Hämodialysezeit invers mit Anteil beweglicher Spermien und ALH (p < 0,05) |
| Sawanishi und Ohsako 1982 [s217] | Beobachtungen 1968 bis 1981 | je länger die konservative Phase vor der Dialyse, desto ausgeprägter Azoo- bis Oligozoospermie |
| Yajima et al. 1989 [s205] | 15 Männer unter Hämodialyse | LH und FSH stiegen mit der Dauer, Testosteron fiel; sonographisches Hodenvolumen nahm zu |
| Hasegawa et al. 1985 [s211] | 25 Männer unter Hämodialyse | LH und FSH stiegen mit der Dauer; Testosteron besserte sich mit der Dauer, DHT fiel weiter |
| Ahmed et al. 2018 [s91] | 118 Männer unter Hämodialyse (4,58 ± 3,03 Jahre) | kein Zusammenhang zwischen Dauer und IIEF-5 oder Hormonspiegeln; erektile Dysfunktion 79,7 % (bis 5 Jahre), 76,5 % (5 bis 10 Jahre), 80,0 % (über 10 Jahre) [s91] |
| Soliman et al. 2022 [s54] | 56 Kinder unter Hämodialyse | Hormonspiegel negativ mit Krankheits- und Dialysedauer assoziiert |
| Sirisopana et al. 2026 [s08] | 28 Männer vor Lebendspende | Verbesserung des IIEF-5 vor allem bei Dialysedauer von ein bis drei Jahren (p = 0,019) |
| Esen et al. 2009 [s150] | 46 Männer nach Transplantation | Hämodialysedauer vor Transplantation bei erektiler Dysfunktion 19,9 ± 5,5 gegenüber 13,8 ± 2,6 Monate (p < 0,05) |
| De Celis und Pedrón-Nuevo 1999 [s178] | 55 Männer nach Transplantation | Dialysedauer unterschied später fertile von infertilen Patienten |
Die Befunde sind gegenläufig: Mehrere Studien finden Verschlechterungen mit der Dauer [s127, s185, s217, s205], eine große hormonelle Reihe findet keinen Zusammenhang [s91], und die Abnahme des Testosterons kann mit dem Alter überlagert sein [s113].
Zeit seit der Transplantation: Erholung
| Zeitpunkt | Befund | Studie |
|---|---|---|
| 1 Monat | Hypogonadismus 36 % (25 Transplantierte, 53 % Männer) | Balcázar-Hernández et al. [s38] |
| 1 Monat | Testosteron fiel im ersten Monat (acht Transplantierte, unter Prednisolon 25 bis 35 mg/Tag), normalisierte sich allmählich | Nonomura [s216] |
| 3 Monate | freies Testosteron 7,33 ng/dl; Anteil Eugonadaler 62 %; Inhibin B 83,72 pg/ml (Tiefpunkt) | David et al. [s01] |
| 4 Monate | Spermiendichte, Beweglichkeit, Vitalität und Morphologie signifikant verbessert (P < 0,05) | Wang et al. [s148] |
| 6 Monate | IIEF-5 21,1 ± 4,5; bioverfügbares Testosteron höher, LH niedriger | Sirisopana et al. [s08] |
| 6 Monate | LH 6,7 IU/l (weiter über Spendern), FSH 11,3 IU/l, Testosteron 398 ng/dl (unter Spendern), Inhibin B 93,6 pg/ml, bei fast der Hälfte unter 80 pg/ml | Hamdi et al. [s116] |
| 12 Monate | freies Testosteron 8,43 ng/dl; Anteil Eugonadaler 72 %; Inhibin B 133,00 pg/ml (teilweise Erholung) | David et al. [s01] |
| 12 Monate | Hypogonadismus 8 %; Rückbildung bei allen Männern | Balcázar-Hernández et al. [s38] |
| bis 2 Jahre | Fertilitätsindex 5,53 (8,30) gegenüber 13,02 (14,26) bei Gesunden (P < 0,01) | Xu et al., Gruppe A [s152] |
| über 2 Jahre | Fertilitätsindex 9,27 (22,49), nicht signifikant unter Gesunden (P > 0,05) | Xu et al., Gruppe B [s152] |
| 1 bis 10 Jahre | Normozoospermie bei 47,3 %; 26 von 55 zeugten Kinder | De Celis und Pedrón-Nuevo [s178] |
Die Metaanalyse fasst zusammen: Gegenüber Dialyse höhere Dichte (SMD 1,58; 0,02 bis 3,15) und Beweglichkeit (SMD 3,26; 0,73 bis 5,79), aber weiterhin niedriger als bei Gesunden (Dichte SMD −0,75; −1,42 bis −0,07; Beweglichkeit SMD −0,50; −0,80 bis −0,20) [s69]. Die Sertoli-Marker erholen sich dagegen langsamer: Inhibin B war nach zwölf Monaten noch unter dem Ausgangswert vor der Transplantation von 190,10 pg/ml [s01]. Bei den Hangzhou-Daten ist zu beachten, dass die Gruppen nach Zeit und Ciclosporin-Dosis eingeteilt wurden (Dosis 4,1 bis 6, 2,1 bis 4 und 1,3 bis 2 mg/kg/Tag bei unter 6, 6 bis 24 und über 24 Monaten), sodass Erholungszeit und Dosis nicht zu trennen sind [s156]; dort unterschieden sich Beweglichkeit und Kopfdeformität nur zwischen der frühesten und der spätesten Gruppe (P < 0,05).
Arzneimittel: Dosis, Dauer, Befund, Rückbildung
| Wirkstoff | Dosis und Dauer (soweit berichtet) | Befund | Rückbildung | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Sirolimus | gesamter Zeitraum nach Transplantation (Männer 20 bis 40 Jahre) | Gesamtzahl 28,6 ± 31,2 gegenüber 292,2 ± 271,2 × 10^6; bewegliche Spermien 22,2 % gegenüber 41,0 %; gezeugte Schwangerschaften 5,9 gegenüber 92,9 je 1000 Patientenjahre | bei 6 beendeten Fällen nur 3 deutlich gebessert | [s157] |
| Sirolimus | 5 bis 12 Monate bis zur Oligo- oder Azoospermie (4 Männer) | Infertilität | alle vier erholten sich nach Absetzen und wurden fertil | [s141] |
| Sirolimus | Fallbericht | Azoospermie | 5 Monate nach Wechsel auf Tacrolimus 8 × 10^6/ml | [s161] |
| Sirolimus, Everolimus (Maus) | 30 Tage; Dosis etwa sechsfach unter klinischer Krebsdosis senkte nur Hodengewicht, Hoden/Körper-Verhältnis und Tubulusdurchmesser | Abnahme von Hoden-, Körper- und Samenbläschengewicht, Nebenhoden-Spermienzahl, differenzierender Spermatogonien | je nach Parameter unterschiedlich, alle Gruppen konnten Nachwuchs zeugen | [s77] |
| Valganciclovir | mittlere Expositionsdauer 118 ± 63 Tage; Zeit bis Behandlungsende 164 Tage (Kohorte A) | Differenz der Konzentrationsänderung 43,82 × 10^6/ml (−72,48 bis −15,16); 25 % gegenüber 7 % von normal zu abweichend; 18 Patienten unter 100 Tagen | nach 6 Monaten Differenz −2,09 (−44,18 bis 40,00); die von normal abweichenden erholten sich alle; Azoospermie bei keinem von 8 erholt | [s78] |
| Valganciclovir | Fallbericht | Azoospermie 2 Monate nach Ende | Konzentration 43,3 × 10^6/ml nach weiteren 9 Monaten | [s19] |
| Valganciclovir, Tacrolimus, Mycophenolat | Fallbericht (Lebertransplantation) | Azoospermie | 12 Wochen wenige bewegliche, nach weiteren 14 Wochen 10,1, nach 24 Wochen 70 Millionen/ml | [s05] |
| Ciclosporin | 1,5 bis 3,0 gegenüber 3,1 bis 5,5 mg/kg/Tag | Hauptparameter nicht verschieden von Freiwilligen; nur normale Morphologie zwischen Dosisgruppen verschieden (P < 0,05) | nicht untersucht | [s172] |
| Ciclosporin | Talspiegel | Konzentration und VSL invers mit Talspiegel (p < 0,05) | nicht untersucht | [s185] |
| Ciclosporin (Maus) | 10 mg/kg, 10 und 50 Tage | Spermienzahl, Hyperaktivierung, Akrosomintegrität und Testosteron vermindert, ohne Verlust der Fertilität bei Verpaarung | alles kehrte 50 Tage nach Ende zurück | [s45] |
| Ciclosporin (Ejakulat) | Dosis 3,7 bis 5,0 mg/kg | Ejakulat 27 bis 165 ng/ml, Vollblut 51 bis 133 ng/ml, r = 0,68 | keine Spermienqualitätsdaten | [s203] |
| Tacrolimus gegenüber Ciclosporin | Schemata mit Mycophenolatmofetil beziehungsweise Azathioprin, je mit Prednison | Anomalierate 67,8 % gegenüber 80,1 %; progressive Beweglichkeit 46,4 % gegenüber 33,3 % | nicht untersucht | [s163] |
| Tacrolimus plus Mycophenolsäure | Inhibin B sank nach Transplantation | signifikant niedrigeres Inhibin B | teilweise Erholung nur in [s01] | [s116] |
| Mycophenolat (Vaterschaft) | bei 77 % der 404 Schwangerschaften zur Zeugung | keine Häufung von Fehlbildungen gegenüber der Allgemeinbevölkerung | nicht anwendbar | [s72] |
| Mycophenolat (Vaterschaft) | 225 Nachkommen unter MPA, 14 ohne | Fehlgeburten 9,8 %, Fehlbildungen 4 %, keine MPA-Embryopathie | nicht anwendbar | [s62] |
| Methotrexat | immunsuppressive Dosis | vorübergehende Effekte | Rückkehr zu Referenzwerten innerhalb von 3 Monaten | [s58] |
| Prednisolon | 25 bis 35 mg/Tag, 8 Transplantierte | LH fiel, FSH stieg auf ein Vielfaches | Ursache der FSH-Spitze unerklärt | [s216] |
| Ciclosporin, Sirolimus, Tacrolimus (Ratte) | Langzeitgabe in therapeutisch äquivalenten Dosen | Ciclosporin und Sirolimus: schwere Spermatogenesestörung; Tacrolimus: leichte Minderung der Spermienzahl ohne Histologieschaden | nicht untersucht | [s123] |
| Calcineurinhemmer plus Diltiazem (Ratte) | Diltiazem erhöhte die Blutspiegel | niedrigste Spermienzahl bei Ciclosporin plus Diltiazem | nicht untersucht | [s85] |
| Hochphosphat-Kost (Maus) | 2 % gegenüber 0,6 % Phosphor | Verstärkung der Hodenschäden im CKD-Modell | nicht untersucht | [s82] |
Eine echte Dosis-Wirkungs-Kurve beim Menschen liegt für keinen dieser Wirkstoffe vor. Am nächsten kommen die Ciclosporin-Talspiegel-Korrelation [s185], die zwei Dosisgruppen [s172], die Expositionsdauer unter Valganciclovir (18 Patienten unter 100 Tagen, mittlere Dauer 118 ± 63 Tage [s78]) und das Maus-Ergebnis, dass eine Sirolimus- oder Everolimus-Dosis weit unter der Krebsdosis bereits Hodengewicht und Tubulusdurchmesser senkte [s77].
Subgruppen
| Subgruppe | Befund | Quelle | Einschränkung |
|---|---|---|---|
| Alter | Testosteron bei über 45-Jährigen unter Hämodialyse signifikant niedriger als bei jüngeren | [s167] | ungleiche Gruppengrößen (24 gegenüber 50) |
| Androgenmangel bei Männern mit Typ-1-Diabetes unter Hämodialyse: unter 40 Jahren 5,0 %, ab 40 Jahren 86,9 % | [s149, s158] | 43 Männer, Diabetes und Nierenversagen vermischt | |
| Hypogonadismus mit höherem Alter verbunden | [s37] | Abstract ohne Zahlen | |
| Potenz nach Transplantation 88,6 %, 75,9 %, 63,6 % (jung, mittel, älter); potent nach Erkrankungsbeginn 28,6 %, 13,8 %, 9,1 % | [s171] | retrospektive Befragung, 86 Männer | |
| von neun impotenten Fällen wurden sechs, die vor dem 40. Lebensjahr transplantiert worden waren, potent | [s181] | kleine Basis | |
| erektile Dysfunktion bei unter 50-Jährigen von 83,8 % auf 22,6 % nach Transplantation, bei Älteren von 100 % auf 86,5 % | [s48] | 68 Patienten, Sexualfunktion | |
| Fekundität: Effekt bei Männern über 40 Jahren ausgeprägter (Kreatinin) | [s34] | Allgemeinbevölkerung | |
| Alter bei Transplantation | Transplantation vor dem 14. Lebensjahr: Spermienzahl 15,5 ± 15,7 gegenüber 82,3 ± 64,2 Millionen/ml bei Transplantation danach | [s151] | 8 Männer, mit Urämiedauer und Medikamentendauer verbunden |
| Diabetes | Typ-2-Diabetes OR 3,96 (P = 0,02) und diabetische Nephropathie OR 4,26 (P = 0,01) als Risikofaktoren des Hypogonadismus | [s79] | 48 Männer |
| Diabetes OR 3,80 für erektile Dysfunktion nach Transplantation | [s18] | Sexualfunktion | |
| Sexualstörung korreliert mit diabetischer Mikroangiopathie (r = +0,48) | [s198] | 160 Männer mit Diabetes | |
| Dialyseform | Gesamt- und freies Testosteron unter Peritonealdialyse höher (p = 0,01, p = 0,05), OR 4,659 (1,477 bis 14,704) | [s73] | 71 gegenüber 24 Patienten, Selektion |
| Hämodialyse und Peritonealdialyse nicht unterschieden | [s173] | Sexualfunktion, Fallzahl nicht genannt | |
| IIEF 55 gegenüber 40 (p = 0,058), nicht signifikant | [s81] | 31 gegenüber 20 | |
| Spenderart | Verbesserung nicht abhängig von Lebend- oder Leichenspende | [s60] | 45 Patienten |
| erektile Dysfunktion 42,9 % gegenüber 55,6 % (Lebend gegen Verstorbene), nicht signifikant | [s150] | 46 Männer | |
| Immunsuppression | Sirolimus: Spermien und Vaterschaft vermindert; Tacrolimus gegenüber Ciclosporin günstiger | [s157, s163] | siehe Arzneimitteltabelle |
| Grunderkrankung | ADPKD: 20 von 22 mit abnormen Spermienparametern [s154], 68,2 % [s41], 37 von 46 mit niedriger Samenqualität [s94], 5 von 23 verheirateten Männern infertil [s106] | Selektion, kleine Gruppen | |
| Cystinose: Azoospermie bei der Mehrzahl, obstruktiv | [s64] | Mausmodell widersprüchlich [s128] | |
| Fabry: 82,4 % mit mindestens einer abnormen Kategorie | [s89] | 17 Teilnehmer | |
| Lupusnephritis: kein bedeutsamer Unterschied zu Nierenpatienten ohne Lupus | [s193] | 8 Männer | |
| Kinder und Jugendliche | Testosteron bei Jungen unter Hämodialyse signifikant erniedrigt | [s54] | 56 Kinder |
| 37 von 43 männlichen Jugendlichen (86,0 %) erlebten nach Transplantation die Spermarche | [s23] | keine Samenanalyse | |
| als Kinder dialysiert: niedriges Testosteron, hohes LH, alle mit Pubertätszeichen | [s210] | 8 Patienten | |
| Geschlecht | CKD-Risiko bei genetisch höherem bioverfügbarem Testosteron nur bei Männern | [s83] | Mendelsche Randomisierung, Richtung Testosteron zu CKD |
Reversibilität
| Auslöser oder Zustand | Beobachtung | Quelle | Gewicht |
|---|---|---|---|
| Urämie bei Transplantation | Spermiendichte und Beweglichkeit steigen (SMD 1,58; 3,26), bleiben aber unter Gesunden (−0,75; −0,50) | [s69] | Metaanalyse, 5 Studien, heterogen |
| Fertilitätsindex nach über 2 Jahren nicht mehr signifikant unter Gesunden (P > 0,05) | [s152] | Querschnitt, n = 18 | |
| Beweglichkeit 76,15 % gegenüber 39,27 % vor der Transplantation | [s164] | 30 Männer, ohne Kontrolle | |
| CFTR-positive Spermien 9 % (Urämie), 29 % (Transplantierte), 51 % (Gesunde) | [s134] | Querschnitt verschiedener Männer | |
| Leydig-Achse erholt sich rasch, Sertoli-Marker Inhibin B erst nach Absinken teilweise | [s01, s116] | zwei Kohorten | |
| bei Transplantation vor dem 14. Lebensjahr nur ein Mann mit normalen Parametern in Gruppe II, einer mit Azoospermie in Gruppe I | [s151] | 8 Männer | |
| Bereits entstandene morphologische Gonadenschäden durch Transplantation nicht ganz rückgängig zu machen | [s49] | narrative Übersicht | |
| Akutes obstruktives Nierenversagen | Umkehr der Azoospermie 4 Monate nach Normalisierung der Nierenfunktion | [s153] | Fallbericht |
| CKD mit Azoospermie | 3 Monate nach Transplantation wieder Spermienbildung | [s21] | Fallbericht |
| Sirolimus | 4 von 4 erholten sich nach Absetzen [s141]; nur 3 von 6 deutlich gebessert [s157] | [s157, s141] | widersprüchliche Beobachtungsdaten |
| Valganciclovir | Erholung 6 Monate nach Behandlungsende bei den von normal abweichenden; keine bei den Azoospermen | [s78] | nicht randomisiert |
| Ciclosporin (Maus) | alles 50 Tage nach Ende zurück | [s45] | Tier |
| Methotrexat | Rückkehr innerhalb von 3 Monaten | [s58] | Überblick |
| Hypogonadismus nach Transplantation | 36 % nach 1 Monat, 8 % nach 12 Monaten | [s38] | 25 Patienten |
| ADPKD, Cystinose, NPHP4 | genetisch bedingt; Behandlung der Infertilität über ICSI und Spermiengewinnung beschrieben | [s114, s10, s51] | keine Rückbildung der Anlage |
| Schwangerschaft nach Transplantation | 17 % Vaterschaftsrate; 27 % der Väter mit assistierter Reproduktion | [s72] | Befragung |
| 53 von 62 versuchenden Paaren (Männer zeugten 54 Kinder) | [s155] | zuvor Unverheiratete |
Als Gesamteindruck lässt sich nur sagen: Die Leydig-Zellachse und die Sexualfunktion erholen sich nach Transplantation in den meisten Studien rasch; die Samenparameter bessern sich im Vergleich zur Dialyse, erreichen aber in der Metaanalyse das Niveau Gesunder nicht; die Sertoli-Marker verhalten sich uneinheitlich; für Sirolimus und Valganciclovir gibt es Berichte mit Rückbildung, aber auch Fälle ohne vollständige Erholung. Eine Gewissheit über das Ausmaß und die Dauer der Rückbildung ist mit der vorliegenden Literatur nicht möglich.
Grenzen der Auswertung
Alle Tabellen fassen Studien mit unterschiedlichen Methoden zusammen. Hormonwerte stammen aus Immunoassays, Radioimmunoassays und Massenspektrometrie mit verschiedenen Grenzwerten (zum Beispiel Testosteronmangel unter 10 nmol/l [s137, s144], unter 12 nmol/l [s158], unter 8,0 nmol/l [s101]); die Einheiten sind in einigen Abstracts offensichtlich fehlerhaft gedruckt ([s215], [s178], [s56], [s32]). Mittelwerte mit Standardabweichung bei Spermienzahlen sind bei schiefen Verteilungen nur begrenzt aussagekräftig; in mehreren Studien ist das Streuungsmaß im Abstract nicht bezeichnet ([s152], [s135], [s151]). Die Hangzhou-Arbeiten sind nicht unabhängig voneinander [s168, s172, s156, s152, s135, s134, s155, s119]. Kontrollierte Interventionsstudien mit Spermienendpunkt fehlen bis auf [s215] und [s40]. Dieses Kapitel gibt keine Therapieempfehlung; die berichteten Behandlungsergebnisse sind Ergebnisse der jeweiligen Studien.