Dieses Kapitel beschreibt nicht die Ergebnisse der Studien (dafür sind die vorangehenden Kapitel zuständig), sondern die Landkarte der Literatur: Wer hat in welcher Sprache und aus welcher Region zu Nierenerkrankung, Dialyse, Transplantation und männlicher Fertilität veröffentlicht, in welchen Zeitschriften, mit welchen Kohorten, gibt es Register oder Leitlinien, und wo reichen die Recherchewege nicht hin? Das Quellenregister der Studie umfasst 219 Arbeiten. Nach dem Feld „Sprachraum“ im Register verteilen sie sich (Mehrfachzuordnung möglich) auf Englisch 159, Chinesisch 49, Türkisch 28, Japanisch 24, Arabisch 21, Russisch 18, Französisch 6 und Koreanisch 3 Arbeiten. Deutsche, italienische, portugiesische und spanische Arbeiten mit abrufbarem Abstract enthält das Register nicht.
Zuordnungsregel. Die drei Rechercheteile haben das Feld „Sprachraum“ nicht ganz gleich gebraucht: In Teil A bedeutet es die in Europe PMC verzeichnete Erscheinungssprache, in den Teilen B und C zusätzlich die Herkunft der Arbeitsgruppe (zum Beispiel Belarus, Usbekistan oder arabische Länder bei englischsprachigen Veröffentlichungen). Für dieses Kapitel gilt deshalb eine einheitliche Regel. Ein Sprachraum umfasst erstens die Arbeiten, die in dieser Sprache erschienen sind, und zweitens englischsprachige Arbeiten, deren erstgenannte Autorengruppe nach der Affiliation in Europe PMC (am 04.10.2026 abgerufen) in einem Land dieses Sprachraums sitzt. Die Erstautoren-Affiliation ist ein grobes Maß; sie sagt nichts über das Herkunftsland der Teilnehmenden. Wo eine Arbeit in zwei Räume fällt, wird sie nur an einer Stelle ausführlich besprochen und an der anderen mit einem Halbsatz erwähnt. Länder, die zu keinem der zwölf Sprachräume gehören (Iran, Israel, Pakistan, Indien, Rumänien, Polen und andere), werden nicht in einen Raum eingerechnet; sie stehen im Englischen als „übrige englischsprachige Herkunft“ oder bleiben unerwähnt.
Gemeinsamer Befund vorweg. In keinem der zwölf Räume wurde ein Register gefunden, das Fertilität oder Samenqualität bei Nierenkranken systematisch erfasst. Keine der geprüften Leitlinien (EAU, AUA/ASRM, ESHRE) enthält eine Aussage zur Fertilität bei chronischer Nierenerkrankung, Dialyse oder Nierentransplantation [s24, s25, s13]. Die Literatur besteht überall aus kleinen Einzelzentrumsstudien. Die Lücken, die sich in einem Raum zeigen, sind teils Lücken der Medizin, teils Lücken des Zugangs: Mehrere regionale Datenbanken waren für die Recherche gesperrt (siehe je Abschnitt).
Englisch
Was dieser Raum trägt. Der englischsprachige Raum ist der quantitative Kern des gesamten Feldes. Das Register führt 159 Arbeiten mit der Kennung Englisch, davon 71 ausschließlich englisch, die übrigen zugleich einem anderen Raum zugeordnet. Hier liegen alle Metaanalysen zum Thema [s03, s69, s147], die Mehrzahl der Fallberichte, nahezu alle Tierversuche zur Wirkung der Immunsuppressiva und die drei internationalen Leitlinien. Auch die beiden großen Befragungen zur Vaterschaft nach Transplantation sind englisch erschienen [s72, s62], ebenso die modernste Hormonstudie mit massenspektrometrischer Testosteronmessung [s01].
Herkunft der englischsprachigen Arbeiten. Englisch ist als Wissenschaftssprache kein regionaler Raum; die Erstautoren-Affiliationen verteilen sich über viele Länder. Aus Westeuropa und Nordamerika stammen unter anderem die belgische Kohorte aus Leuven [s01], die französischen Zentren Toulouse, Caen, Paris-Necker und Lyon [s116, s159, s72, s157, s05], die schwedischen Arbeiten aus dem Karolinska-Umfeld [s113, s137, s63], die dänische Übersicht aus Aarhus [s58] und amerikanische Übersichten und Einzelfälle [s100, s112, s87, s12, s29, s10, s131, s199, s78]. Aus Polen kommen Arbeiten aus Katowice, Warschau und Szczecin [s49, s80, s15, s66], aus Rumänien Arbeiten aus Iasi [s39, s42], aus Indien zwei Querschnittsstudien [s52, s53], aus Iran drei Arbeiten [s40, s60, s145], aus Israel zwei Fallberichte [s17, s153], aus Pakistan eine Übersicht [s02], aus Thailand und Vietnam je eine Arbeit [s08, s21]. Diese Länder stehen in diesem Kapitel in keinem eigenen Abschnitt, weil sie keinem der zwölf Sprachräume zugeordnet sind; die Zählung in diesem Absatz ist zudem unvollständig, weil nicht für alle Registereinträge eine Affiliation abrufbar war (etwa bei Tagungsbeiträgen, Leitlinien und älteren Einträgen).
Eigene Kohorten. Die größten Kohorten des Feldes sind selten Samenstudien. Samenanalysen stammen meist aus Einzelzentren mit 20 bis 150 Teilnehmenden: 66 Männer mit CKD-Stadium 1 bis 5 in einer Querschnittsstudie aus Schweden [s113], 74 Männer auf der Warteliste mit 41 Kontrollen [s127], 59 Männer mit Valganciclovir-Beobachtung [s78] und 53 Dialysepatienten, die 6 Monate nach Transplantation nachuntersucht und mit 46 Samenspendern verglichen wurden [s116]. Größere Datensätze sind Befragungen: Die französische PATeRNAL-Studie erreichte 1332 männliche Transplantierte aus 13 Zentren mit einer Antwortrate von 46 % [s72], die spanische EMVARON-Erhebung erfasste 151 Männer mit 239 Nachkommen in 15 Zentren [s62]. Hormonell am größten ist eine Kohorte von 420 männlichen Hämodialysepatienten aus der Türkei mit Testosteron und Sterblichkeit als Endpunkt [s144], die im türkischen Abschnitt eingeordnet wird. Bevölkerungsbasierte Datensätze ohne Nierenkranke als Zielgruppe stammen aus den USA (NHANES, 28 663 eingeschlossene Teilnehmende [s32]) und aus Großbritannien (UK Biobank, 179 916 Männer mit 6016 CKD-Fällen in zwei Mendelschen Randomisierungen aus Hongkong [s83, s70]); sie betreffen Testosteron und Nierenfunktion, nicht Fertilität.
Register. Ein Register für Fertilität bei Nierenerkrankung wurde nicht gefunden. Die Autoren der systematischen Übersicht aus Lübeck fordern ausdrücklich eine internationale prospektive Datenbank [s03]. Ein Teil der englischen Primärstudien ist als Studie registriert (Beispiel: die thailändische Kohorte [s08], die im thailändischen Studienregister geführt wird); das ist keine Fertilitätsdatenbank. Nationale Transplantationsregister wurden für diese Frage weder in den Rechercheberichten noch in diesem Kapitel ausgewertet; ob sie Vaterschaftsdaten enthalten, ist offen.
Leitlinien. Drei internationale Leitlinien wurden im Volltext oder auf der Übersichtsseite geprüft und enthalten keine Aussage zu CKD, Dialyse oder Transplantation und männlicher Fertilität:
- EAU-Leitlinie Sexual and Reproductive Health, Kapitel 11 „Male Infertility“ (Webfassung, am 04.10.2026 abgerufen) [s25]: Treffer zur Niere betreffen nur Nierenanomalien bei Samenleiterabwesenheit. In der Ursachentabelle erscheint „General/systemic disease“ mit 2,2 % bei den unselektierten und 0,5 % bei den azoospermen Patienten (die Tabelle trägt in der Quelle widersprüchliche Fallzahlangaben). Immunsuppressiva, Sirolimus, Cyclophosphamid, Mycophenolat und Ganciclovir kommen im Kapitel nicht vor. In den Kapiteln zu erektiler Dysfunktion und Hypogonadismus werden chronische Nierenerkrankung und Nierentransplantation als Begleitfaktoren oder Untersuchungsanlass genannt.
- AUA/ASRM-Leitlinie zur Diagnose und Behandlung der Infertilität beim Mann, 2020 mit Aktualisierung 2024 [s24]: keine Aussage zu CKD, Dialyse oder Transplantation; Empfehlung 25 verlangt bei Vasaagenesie eine Nieren-Sonographie.
- ESHRE: Die Leitlinienübersicht führt keine Leitlinie zur männlichen Infertilität oder zu Nierenerkrankungen. Der einzige Berührungspunkt ist die Empfehlung zur Fertilitätsprotektion durch Hodengewebe-Kryokonservierung bei Jungen unter gonadotoxischer Behandlung (44 Empfehlungen) [s13]; der Abstract nennt Nierenkrankheiten nicht.
Auch die Cochrane-Datenbank enthält über Europe PMC keine Übersicht zu männlicher Fertilität bei Nierenkrankheit; die einzige einschlägige Cochrane-Übersicht betrifft Interventionen bei sexueller Dysfunktion (15 Studien, 352 Patienten) und nicht die Fertilität [s147]. Eine Umfrage unter 41 italienischen Transplantationszentren (29 Antworten) legt nahe, dass die Gonadenfunktion in der Nachsorge ungleich beachtet wird: 20 % sprachen sie in der Anamnese nicht an [s06].
Fachzeitschriften. Im Register stehen 17 Beiträge in „Andrologia“ und je mehrere in „Transplantation Proceedings“ (5), „Basic and Clinical Andrology“, „International Journal of Impotence Research“, „Human Reproduction“, „International Urology and Nephrology“ und „Translational Andrology and Urology“ (je 3). Das Bild ist das einer Nische: Die Arbeiten erscheinen in andrologischen und transplantationsmedizinischen Spezialzeitschriften, selten in den großen nephrologischen Zeitschriften. Für Fallberichte dienen Zeitschriften wie „Cureus“, „Urology Case Reports“, „IJU Case Reports“ und „CEN Case Reports“ [s10, s17, s19, s31].
Regionale Besonderheiten. Zwei Merkmale prägen die englischsprachige Literatur. Erstens ist sie in ihrer Evidenz alt und klein: Zwischen den Hormonstudien der 1970er- und frühen 1980er-Jahre [s218, s219, s215] und den neueren Kohorten liegen Jahrzehnte, in denen sich Dialyse und Immunsuppression stark verändert haben. Zweitens ist sie sprachlich selektiv: Mehrere Übersichten haben nach eigenen Angaben ausschließlich in westlichen Datenbanken oder nur englischsprachig gesucht. Die systematische Übersicht aus Lübeck schloss nur englische Arbeiten ein (Suche in Web of Science, MEDLINE und Embase, 2939 Treffer, 23 Studien mit 738 Patienten) [s03]. Die Metaanalyse zur Samenqualität nach Transplantation (5 Studien) durchsuchte MEDLINE, PubMed und Web of Science [s69], die Metaanalyse zur Erektionsfunktion (9 Artikel) vier westliche Datenbanken [s76]. Eine Ausnahme ist die Metaanalyse zur erektilen Dysfunktion bei Transplantierten aus Shenyang, die auch CNKI, Wanfang, VIP und CBM durchsuchte (28 Studien, 3520 Transplantierte) [s18]. Die chinesischen Samenstudien (siehe Abschnitt Chinesisch) fehlen deshalb in den westlichen Zusammenfassungen zumindest teilweise.
Erreichbarkeit der Datenbanken. Europe PMC (REST-Schnittstelle) war die Hauptquelle und vollständig erreichbar; sie indexiert MEDLINE-Datensätze mit Abstract und, soweit frei verfügbar, Volltext. Die NCBI-E-utilities waren erreichbar. Die PubMed-Webseite lieferte laut Teil B zwar eine Seite, aber keine Trefferliste im statischen HTML und wurde nicht genutzt. Die Leitlinienseiten der EAU (uroweb.org) und der AUA (auanet.org) waren im Volltext erreichbar, die der ESHRE nur als Leitlinienliste. Von den 219 Registereinträgen haben 184 eine PubMed-Kennung (PMID); für 35 Einträge fehlt sie. Das sind die beiden Leitlinienwebseiten und vor allem Beiträge aus Zeitschriften, die nicht in MEDLINE indexiert sind: türkische Zeitschriften (TR Dizin), koreanische und japanische Fachzeitschriften und Tagungsberichte sowie russischsprachige Beiträge aus CyberLeninka. Wer das Feld nur über PubMed absucht, übersieht diese Teile der Literatur systematisch.
Ehrliche Einordnung. Die englischsprachige Literatur ist die dichteste, aber nicht die unabhängigste: Ein erheblicher Teil der Übersichten stützt sich auf dieselben wenigen Primärstudien. Randomisierte Studien mit Spermienendpunkt fehlen auch hier; die wenigen kontrollierten Studien betreffen Zink (20 Patienten, 1982) [s215] und Vitamin D bei 70 Männern auf der Transplantationsliste, ohne Effekt auf Spermienparameter [s40].
Deutsch
Eigene Literatur. Das Register enthält keine deutschsprachige Arbeit mit abrufbarem Abstract. Gefunden wurde nur ein Titel von 1978 (Kreusser et al., Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin; Titel in Europe PMC in englischer Klammerform: „Hypergonadotropic hypogonadism in kidney failure – a consequence of disorders of testicular cyclic AMP formation“, sinngemäß deutsch: Hypergonadotroper Hypogonadismus bei Nierenversagen – Folge einer Störung der testikulären cAMP-Bildung; der deutsche Originaltitel wurde nicht abgerufen). Dieser Beitrag hat weder Abstract noch Volltext und floss in keine Auswertung ein. Eine eigene Europe-PMC-Suche am 04.10.2026 mit Sprachfilter Deutsch, mit Spermien-, Fertilitäts- und Hormonbegriffen in Kombination mit Dialyse, Nierentransplantation und Niereninsuffizienz lieferte 134 Treffer. Nach den Titeln der ersten 40 Treffer handelte es sich fast ausnahmslos um Themen ohne Bezug zur Frage (Lupus, Diabetes-Leitlinien, Osteoporose, Gefahrstoff-Begründungen, Kongressabstracts). Einen einschlägigen deutschsprachigen Originalbeitrag zur männlichen Fertilität bei Nierenkranken enthielten diese 40 Treffer nicht; die übrigen Treffer wurden nicht einzeln durchgesehen.
Deutsche Einrichtungen in englischsprachigen Arbeiten. Drei Registereinträge haben nach der Erstautoren-Affiliation einen deutschen Ursprung. Die systematische Übersicht zu Sexualhormonen, Spermienparametern und Fertilität nach Nierentransplantation bei Männern (Hazir et al. 2026, „Andrology“) nennt als erste Affiliation das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck [s03]; sie wertete 23 Studien mit 738 Patienten aus und schloss nur englischsprachige Arbeiten ein. Die narrative Übersicht zu Testosteronmangel und chronischer Nierenerkrankung von Zitzmann (2024) stammt aus dem Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie der Universität Münster [s36]; sie liefert nach Teil A wenig Spermiendaten. Einen Fallbericht zur Azoospermie unter Sirolimus bei einem Nierentransplantierten veröffentlichten Skrzypek und Krause 2007 aus Marburg; die Spermatogenese erholte sich nach dem Wechsel auf Tacrolimus [s161]. Das sind drei Beiträge in einem Register von 219; sie bilden keine deutsche Kohorte.
Register, Kohorten, Leitlinien. Eine deutsche Kohorte mit Samenanalysen bei Nierenkranken, ein deutsches Register mit Fertilitäts- oder Vaterschaftsdaten und eine deutschsprachige Leitlinie zum Thema wurden nicht gefunden. Das Leitlinienregister der AWMF (register.awmf.org) war per Abruf nicht auswertbar: Es lieferte nur das Gerüst einer Einzelseitenanwendung von etwa 7 KB ohne Suchergebnisse und ließ sich nicht über eine Schnittstelle abfragen. Ob eine AWMF-Leitlinie das Thema berührt, konnte weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Die geprüften internationalen Leitlinien, die auch die deutsche Praxis prägen, enthalten die Frage nicht [s25, s24].
Fachzeitschriften und regionale Besonderheiten. Als deutschsprachige Fachzeitschriften mit Nähe zum Thema traten in der eigenen Suche „Aktuelle Urologie“, „Der Urologe“, „Der Nephrologe“ und die „Wiener Klinische Wochenschrift“ auf, jedoch nur mit Beiträgen zu anderen Fragen (nach den Titeln). Das Fehlen deutschsprachiger Studien ist kein Beleg dafür, dass es in Deutschland, Österreich oder der Schweiz keine Forschung gibt: Deutschsprachige Zentren veröffentlichen in der Regel auf Englisch. Aus dem Material lässt sich nur sagen, dass kein deutschsprachiger Beitrag mit Abstract auffindbar war.
Erreichbarkeit. Europe PMC war erreichbar und erlaubt den Sprachfilter; die PubMed-Webseite war gesperrt. Das AWMF-Register war nicht auswertbar (siehe oben). Eine Suche in Katalogen deutschsprachiger Fachgesellschaften wurde nicht durchgeführt.
Französisch
Eigene Literatur. Das Register führt sechs Arbeiten mit der Kennung Französisch, fünf davon ausschließlich französisch. Es sind zwei systematisch angelegte Übersichten in „Progrès en Urologie“ (dem Organ der französischen urologischen Gesellschaften), eine narrative Übersicht in „Gynécologie Obstétrique & Fertilité“, ein Beitrag im „Journal médical libanais“ und ein Fallbericht in „Néphrologie & Thérapeutique“ [s104, s105, s111, s108, s118]; ein weiterer Eintrag derselben libanesischen Zeitschrift ist zugleich dem Arabischen zugeordnet [s107].
- Kleinclauss et al. 2016, „[Sexuality, fertility and pregnancy after kidney transplantation]“ (Sexualität, Fertilität und Schwangerschaft nach Nierentransplantation; französischer Originaltitel nicht abgerufen), Erstautor Besançon: systematische Literaturübersicht, 76 von 706 Artikeln eingeschlossen [s104].
- Neuzillet et al. 2016, „[Andrologic consequences of chronic renal failure: State of the art for the yearly scientific report of the French National Association of Urology]“ (Andrologische Folgen der chronischen Niereninsuffizienz: Stand des Wissens), Erstautor Suresnes (Hôpital Foch): systematische Übersicht, 51 von 383 Artikeln eingeschlossen; die Prävalenz des Hypogonadismus bei chronischer Nierenerkrankung wird dort mit 24 % bis 66 % angegeben [s105].
- Delesalle et al. 2015, „Impact de l'insuffisance rénale chronique et de la greffe rénale sur la fonction reproductive“ (Auswirkungen des Nierenversagens im Endstadium und der Nierentransplantation auf das Fortpflanzungssystem), Erstautor Lille: Nach der Übersicht besserten sich Spermienparameter und Hormonfunktion innerhalb von zwei Jahren; nur sieben Autoren hätten assistierte Reproduktion bei Nierentransplantierten beschrieben [s111].
- Wetzstein et al. 2014, „[Everolimus and azoospermia, a causal relationship? About one case in a renal transplant patient]“ (Everolimus und Azoospermie, ein ursächlicher Zusammenhang? Zu einem Fall bei einem Nierentransplantierten), Amiens: Einzelfall [s118].
- Atallah et al. 2015 („[Infertility and kidney transplantation]“) und Ata Allah et al. 2015 („Infertilité et greffe rénale“, Infertilität und Nierentransplantation) aus dem Libanon: Beide Registereinträge tragen dieselbe Aussage (Hyperprolaktinämie bei 100 % bei chronischem Nierenversagen, 60 % unter Dialyse, 35 % nach Transplantation, ohne genannte Quellen) und sind wahrscheinlich derselbe Beitrag, der als zwei Einträge geführt wird [s108, s107]. Diese Einschätzung folgt aus Titel, Jahr, Zeitschrift und Inhalt und ist nicht durch eine gemeinsame Kennung belegt.
Französische Einrichtungen in englischsprachigen Arbeiten. Der gewichtigste Beitrag des Raums ist englischsprachig: die nationale Befragung PATeRNAL (Caen, 13 französische Zentren), die 1332 männliche Transplantierte erreichte (Antwortrate 46 %). 232 Teilnehmer wurden nach der Transplantation Väter (17 %; 95-%-Konfidenzintervall 15 bis 20), 62 von ihnen (27 %) hatten Fertilitätsprobleme, die mit assistierter Reproduktion gelöst wurden. Bei den Schwangerschaften lagen Mycophenolat bei 77 % und Tacrolimus bei 63 % der Medikationen zur Zeit der Zeugung [s72]. Aus Toulouse stammen die prospektive Hormonstudie mit 53 Dialysepatienten und 46 Samenspendern als Kontrolle (Inhibin B fiel nach Transplantation) [s116] und die Übersicht zu mTOR-Inhibitoren [s159], aus dem Pariser Necker-Krankenhaus die Beobachtungsstudie zu Sirolimus mit 95 auswertbaren von 116 Transplantierten [s157], aus Bordeaux die Fabry-Studie FERTIFABRY, deren Erstautoren-Affiliation ein CECOS-Labor für Reproduktionsbiologie nennt [s89], und aus Lyon ein Fallbericht zu Valganciclovir nach Lebertransplantation [s05]. Die Befragung PATeRNAL und die Toulouser Kohorte sind damit die „eigenen Kohorten“ des Raums.
Register und Leitlinien. Ein französisches Register mit Fertilitätsdaten bei Nierenkranken wurde nicht gefunden; PATeRNAL ist eine einmalige Befragung, kein fortlaufendes Register [s72]. Eine französische Leitlinie zum Thema wurde nicht gefunden. Die beiden französischsprachigen systematischen Übersichten sind Expertenberichte [s104, s105], keine Leitlinien.
Französischsprachiges Afrika. In der eigenen Europe-PMC-Suche mit Sprachfilter Französisch (169 Treffer, die ersten 40 durchgesehen) fielen überwiegend Arbeiten zu Schwangerschaft bei Dialyse oder nach Transplantation, zu Krebs und Fertilitätsprotektion und zu Zystinose auf, die nicht die männliche Fertilität betreffen. Ein einschlägiger Treffer aus dem Raum: Yattara et al. 2020 aus Bamako, Mali, zur erektilen Dysfunktion bei chronischen Hämodialysepatienten (PMID 37978749; Titel in Europe PMC nur in englischer Klammerform; nicht im Quellenregister, am 04.10.2026 über Europe PMC abgerufen): 65 Hämodialysepatienten, Prävalenz der erektilen Dysfunktion 70,8 %, das Testosteron war bei 83,1 % normal. Es ist eine Arbeit zur Sexualfunktion ohne Samenanalyse.
Fachzeitschriften und regionale Besonderheiten. Französische Nephrologie, Urologie und Fortpflanzungsmedizin veröffentlichen zum Thema vor allem in „Progrès en Urologie“, „Néphrologie & Thérapeutique“ und „Gynécologie Obstétrique & Fertilité“. Auffällig ist, dass eine der Übersichten die Frage als gemeinsames Kapitel „Sexualität, Fertilität und Schwangerschaft“ behandelt und nicht als Teilgebiet der Andrologie [s104]. Zwei der Übersichten sind über das Archiv HAL erreichbar [s105, s111].
Erreichbarkeit. HAL (API archives-ouvertes.fr) war erreichbar: Eine kombinierte französische Suche ergab zwei einschlägige Treffer (hal-02315243 und hal-01824044), beide mit PubMed-Gegenstück; die übrigen 72 Treffer der englischen HAL-Suche betrafen Pflanzenextrakte, Schwangerschaft bei Dialyse oder Tacrolimusspiegel. Cairn war nicht erreichbar (HTTP 403, Schutzseite). Die Lücke im Französischen ist deshalb zum Teil Folge des Zugangs.
Italienisch
Eigene Literatur. Das Register enthält keine italienischsprachige Arbeit mit Abstract. Die Suche mit italienischen Titelbegriffen in Europe PMC ergab in Teil A genau einen einschlägigen Treffer ohne Abstract: Galdiero et al. 2015 im „Giornale italiano di nefrologia“, in Europe PMC als „[Chronic kidney disease: fertility and sexuality]“ geführt (Chronische Nierenerkrankung: Fertilität und Sexualität; PMID 26480265); er wurde nicht ausgewertet. Die eigene Sprachfilter-Suche am 04.10.2026 (Italienisch, 38 Treffer) ergab, abgesehen von diesem Beitrag, überwiegend Themen ohne Bezug (Impfstoff-Bewertungen, Kongressbände, Schwangerschaft bei Dialyse). Zwei ältere Arbeiten mit Hormonbezug ließen sich mit Abstract abrufen, stehen aber nicht im Quellenregister und werden hier nur zur Kennzeichnung des Raums angeführt (Titel in Europe PMC in englischer Klammerform; die italienischen Originaltitel wurden nicht abgerufen):
- Coppola und Cuomo 1990, „[Pituitary-testicular evaluation in patients with chronic renal insufficiency in hemodialysis treatment]“ (Hypophysär-testikuläre Untersuchung bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz unter Hämodialyse; „Minerva Medica“, PMID 2113639): 10 Männer unter Hämodialyse mit verminderter Libido, bei 8 von ihnen Hormonmessungen vor und nach der Dialyse; niedriges Testosteron, deutlich erhöhtes LH, nahezu fehlendes Ansprechen von Testosteron und Estradiol auf hCG; die Autoren schließen auf einen primären Hypogonadismus.
- Odone et al. 1991, „[Evaluation of the reproductive endocrine system in a population of hemodialyzed adult males]“ (Beurteilung des reproduktiven Hormonsystems bei erwachsenen Hämodialysepatienten; Alessandria, PMID 1817349): 19 Männer, leicht erhöhte Spiegel von Prolaktin und Gonadotropinen bei normalem Gesamt- und freiem Testosteron und verlangsamtem Ansprechen im Stimulationstest.
Beide Arbeiten sind klein, enthalten keine Samenanalyse und widersprechen sich im Testosteron; sie zeigen, wie uneinheitlich die frühe Hormonliteratur war. Zwei weitere Titel von Orsoni et al. 1981 (Hormone vor und nach Nierentransplantation; PMID 7021293 und 6793944) haben keinen Abstract und wurden nicht ausgewertet.
Italienische Einrichtungen in englischsprachigen Arbeiten. Drei Registereinträge haben italienische Erstautoren-Affiliationen: die Serie von 22 früher dialysierten jungen Transplantierten mit Ultraschall und Samenanalyse aus Mailand (San Donato), bei der 17 Männer Nebenhodenverkalkungen hatten und 12 von 13 Samenproben auffällig waren [s121], die Cochrane-Übersicht zu Interventionen bei sexueller Dysfunktion bei CKD aus dem Konsortium Mario Negri Sud (15 Studien, 352 Patienten) [s147] und die Befragung italienischer Transplantationszentren (29 von 41 Zentren) aus Kalabrien [s06]. Eine Kohortenstudie, deren Daten aus Saudi-Arabien stammen, erschien im „Archivio italiano di urologia, andrologia“ [s27]; sie zeigt, dass die Zeitschrift nicht das Herkunftsland anzeigt.
Register, Leitlinien, Fachgesellschaften. Ein italienisches Register zur Fertilität bei Nierenkranken wurde nicht gefunden. Nach der Befragung der Transplantationszentren geben die aktuellen Leitlinien nur vage Empfehlungen zur endokrinen Nachsorge Nierentransplantierter [s06]. Die Website der Società Italiana di Andrologia (andrologiaitaliana.it) war erreichbar, enthielt aber nach Suche nach „dialisi“, „trapianto renale“ und „insufficienza renale“ keine Treffer und keine Literaturdatenbank; zwei weitere Adressen waren nicht erreichbar oder gehörten zu einem anderen Fachgebiet.
Fachzeitschriften. Zeitschriften des Raums mit Bezug zum Thema sind das „Giornale italiano di nefrologia“, „Minerva Urologica e Nefrologica“, „Minerva Medica“ und das „Archivio italiano di urologia, andrologia“. Italienischsprachige Studien aus der Zeit nach 2000 zur Fertilität bei Nierenkranken ließen sich nicht finden; ob sie nicht existieren oder nicht indexiert sind, bleibt offen.
Portugiesisch
Eigene Literatur. Das Register enthält keine portugiesischsprachige Arbeit. Gefunden wurde nur der Titel einer Studie von 1980: Pecoraro et al. in „AMB Revista da Associação Médica Brasileira“, in Europe PMC englisch als „[Spermatogenesis before and after renal transplantation (author's transl)]“ geführt (Spermatogenese vor und nach Nierentransplantation; PMID 7001566; der portugiesische Originaltitel wurde nicht abgerufen). Europe PMC verzeichnet den Beitrag, liefert aber keinen Abstract; er wurde nicht ausgewertet. Die eigene Sprachfilter-Suche (Portugiesisch, 21 Treffer) enthielt neben diesem Titel Beiträge zu Schwangerschaft nach Nierentransplantation bei Frauen, Kardiologie-Positionspapieren und weiteren fachfremden Themen; einen weiteren einschlägigen Beitrag mit Abstract erbrachte sie nicht. Ein Titel von 2012 in „Arquivos Brasileiros de Endocrinologia e Metabologia“ (englische Klammerform: „Falsely elevated testosterone in a type 1 diabetes patient with acne and chronic renal failure on dialysis“, falsch erhöhtes Testosteron bei Typ-1-Diabetes, Akne und dialysepflichtiger Niereninsuffizienz; PMID 22911285) berührt die Messung von Testosteron, wurde aber nur als Titel gesehen.
Portugiesischer Sprachraum in englischsprachigen Arbeiten. Zwei Registereinträge hängen mit Brasilien zusammen, aber unterschiedlich. Die Arbeit von Balcázar-Hernández et al. 2023 erschien im „Jornal Brasileiro de Nefrologia“ mit englischem Abstract, stammt aber nach der Erstautoren-Affiliation aus Mexiko-Stadt (Instituto Mexicano del Seguro Social, Centro Médico Nacional Siglo XXI) und gehört damit nach unserer Regel nicht in den portugiesischen, sondern in den spanischen Raum [s38]. Nach Brasilien weist dagegen die Mausstudie zu niedrig dosiertem Ciclosporin A von Siervo et al. 2023 (Staatliche Universität Londrina, Paraná); sie fand reversible Veränderungen von Spermienparametern und Testosteron [s45]. Eine brasilianische oder portugiesische Humankohorte mit Samenanalysen bei Nierenkranken fehlt im Register.
Register, Leitlinien. Ein Register und eine Leitlinie zum Thema wurden in diesem Raum nicht gefunden.
Erreichbarkeit. Gerade hier ist die Lücke zum Teil technisch bedingt: SciELO (search.scielo.org) und das LILACS/BVS-Portal (pesquisa.bvsalud.org) lieferten HTTP 403 mit einer Schutzseite; scielo.br und lilacs.bvsalud.org zeigten nur die Startseite ohne Suche. Der Umweg über Crossref mit dem DOI-Präfix 10.1590, das SciELO-Zeitschriften vergeben, ergab keinen einschlägigen Treffer. Eine Browserautomatisierung, die die Schutzseiten eventuell hätte überwinden können, wurde nicht eingesetzt. Das Fehlen portugiesischsprachiger Literatur im Register ist deshalb kein Beleg dafür, dass es sie nicht gibt.
Spanisch
Eigene Literatur. Auch für das Spanische enthält das Register keine Arbeit in der Landessprache. Ein Treffer in der Datenbank Dialnet bei der ersten Anfrage („Fertilidad masculina con pacientes en programa de hemodiálisis crónica“, Männliche Fertilität bei Patienten im chronischen Hämodialyseprogramm; Dialnet-Kennung 6887648) wurde nur als Titel erfasst; weitere Abfragen und die Artikelseite lieferten eine Sperrseite. Zwei spanischsprachige Arbeiten mit Abstract ließen sich über Europe PMC abrufen (am 04.10.2026), stehen aber nicht im Quellenregister (Titel in Europe PMC in englischer Klammerform, die spanischen Originaltitel wurden nicht abgerufen):
- Chisvert León und Valderrábano Quintana 1991, „[Alterations of the hypophyseal-gonadal axis in chronic renal insufficiency and after renal transplantation]“ (Veränderungen der Hypophysen-Gonaden-Achse bei chronischer Niereninsuffizienz und nach Nierentransplantation; Madrid, PMID 1782312): 92 Hämodialysepatienten und 14 Nierentransplantierte; ein typisches Muster der Hormonstörung oder eines je Grunderkrankung ließ sich nicht erkennen, Dialysefaktoren hatten keinen erkennbaren Einfluss, nach der Transplantation verschwanden die Hormonstörungen.
- Lledó García und Jara Rascón 2013, „[Testosterone deficit syndrome in the chronic renal failure patient]“ (Testosteronmangelsyndrom beim Patienten mit chronischem Nierenversagen; „Archivos Españoles de Urología“, Hospital General Universitario Gregorio Marañón, Madrid, PMID 24047630): narrative Übersicht, wonach Hypogonadismus bis zu 70 % der Patienten mit chronischem Nierenversagen betreffen könne; keine Samendaten im Abstract.
Die eigene Sprachfilter-Suche (Spanisch, 82 Treffer) enthielt darüber hinaus überwiegend Beiträge ohne Bezug (Impfempfehlungen, Kardiologie, Infektionskrankheiten).
Spanische Einrichtungen in englischsprachigen Arbeiten. Fünf Registereinträge haben spanische Erstautoren-Affiliationen. Die Studie EMVARON (Pamplona) erfasste in 15 spanischen Zentren 151 Männer mit 239 Nachkommen, davon 225 unter Mycophenolsäure: Fehlgeburten in der Mycophenolatgruppe 9,8 %, Fehlbildungen 4 %, keine typische Mycophenolat-Embryopathie; nur 14 Nachkommen ohne Mycophenolat dienten als Vergleich [s62]. Aus Madrid stammen die Übersicht zu gonadaler Dysfunktion bei Männern mit CKD (Hospital Ramón y Cajal; Testosteronmangel bei 26 % bis 66 %) [s130] und der Fallbericht zu einer ICSI bei einem azoospermen Transplantierten mit primärer Hyperoxalurie Typ 1 (IVI Madrid) [s109]. Aus Barcelona (Fundació Puigvert) stammt die prospektive Studie zu 30 Männern mit polyzystischer Nierenerkrankung, von denen 22 eine Samenprobe abgaben: Bei 10 von 28 sonographisch Untersuchten fanden sich Zysten im Samenweg, 20 von 22 hatten abnorme Spermienparameter [s154]. Aus Córdoba stammt die Clomifen-Studie bei 34 Hämodialysepatienten, 8 Transplantierten und 9 Gesunden von 1993 [s194]. Zum spanischsprachigen Raum gehört nach unserer Regel auch Mexiko: die Querschnittsstudie an 55 Transplantierten 1 bis 10 Jahre nach der Operation aus Mexiko-Stadt (Normozoospermie bei 47,3 %) [s178] und die genannte Hormonstudie aus dem Centro Médico Nacional [s38].
Register und Leitlinien. Die Studie EMVARON ist eine einmalige retrospektive Erhebung [s62]. Ein Register zur Fertilität bei Nierenkranken und eine spanischsprachige Leitlinie wurden nicht gefunden.
Erreichbarkeit. Dialnet war nur bei der ersten Anfrage nutzbar, danach lieferte es eine kleine Sperrseite mit JavaScript-Prüfung (etwa 3 KB). SciELO und LILACS waren gesperrt (siehe Portugiesisch); der spanischsprachige Raum ist damit wie der portugiesische vermutlich unterrepräsentiert.
Chinesisch
Umfang und Zusammensetzung. Der chinesische Raum ist nach dem Englischen der größte: 49 Registereinträge tragen die Kennung Chinesisch. Davon sind 18 rein chinesischsprachig, nahezu alle in der „Zhonghua nan ke xue“ (National Journal of Andrology) erschienen, die für ihre chinesischen Beiträge in PubMed einen englischen Abstract und einen englischen Titel in Klammern führt. Die übrigen 31 sind englischsprachig und stammen aus der Volksrepublik China, aus Hongkong oder aus Taiwan. Insgesamt trägt die „Zhonghua nan ke xue“ 17 Einträge des Registers. Die Literatur lässt sich in vier Gruppen gliedern: Transplantationszentren mit Samenanalysen, Fortpflanzungszentren mit Genetik und Präimplantationsdiagnostik bei polyzystischer Nierenerkrankung, Tierversuche, und bevölkerungsbezogene oder Metaanalyse-Arbeiten zu Hormonen und Sexualfunktion.
Eigene Kohorten: die Transplantationszentren, vor allem Hangzhou. Ein großer Teil der chinesischen Humandaten zu Samenqualität und Vaterschaft stammt aus einer einzigen Arbeitsgruppe um Xu Longgen in Hangzhou (zunächst 117. Hospital der Volksbefreiungsarmee, später Jiulisong-Krankenhaus): Zu ihr gehören neun Registereinträge zwischen 2003 und 2014 [s172, s171, s168, s156, s155, s152, s135, s134, s119]. Sie umfassen Samenanalysen bei Urämie und nach Transplantation (24 Urämiepatienten gegen 12 Freiwillige [s168]; 40 Urämiepatienten, 40 Transplantierte und 40 Gesunde mit einem Fertilitätsindex [s152]; 53 Urämiepatienten [s135]; ein Vergleich mit CFTR-Expression der Spermien [s134]), eine Fragebogenstudie zu Familienstand und Fertilität bei 185 von 243 angeschriebenen männlichen Transplantierten [s155] und eine Beobachtung von 252 Kindern von 248 Transplantierten [s119]. Teil B hält fest, dass diese Arbeiten sehr wahrscheinlich teilweise an überlappenden Patientenkollektiven gewonnen wurden und nicht als unabhängige Bestätigungen gezählt werden dürfen; ob alle Arbeiten wirklich aus einer Gruppe stammen, ergibt sich aus den Abstracts nicht sicher. Auch die 100 verheirateten Transplantierten ohne Kinder, die in Shanghai drei Jahre nachbeobachtet wurden [s148], teilen mindestens einen Autor mit dieser Gruppe. Weitere Zentren veröffentlichten kleinere Studien: Shanghai (Vorher-nachher-Vergleich bei 30 Urämiepatienten [s164]), Hefei (37 Transplantierte unter Tacrolimus- oder Ciclosporin-Schema und 15 Kontrollen [s163]), Xi'an (Befragung von 250 verheirateten Transplantierten [s162]), Chongqing (60 verheiratete Männer [s170]), Chengdu (Querschnitt in sechs Kliniken in Sichuan [s173]), Jinan (35 Transplantierte gegen 30 Hämodialysepatienten [s133]), Nanjing (je 80 Männer unter Hämodialyse oder nach Transplantation [s55]) und Guangzhou (24 Patienten [s139]). Fast alle dieser Studien sind Querschnitte mit weniger als 100 Teilnehmenden; eine randomisierte oder kontrollierte Verlaufsstudie zur Samenqualität gibt es nicht. Die beiden Verlaufsstudien [s164, s148] haben keine Kontrollgruppe ohne Transplantation.
Fortpflanzungszentren: polyzystische Nierenerkrankung und Präimplantationsdiagnostik. Der aktivste Block der chinesischen Literatur seit 2015 stammt aus Reproduktionszentren und betrifft die erbliche polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD), nicht die erworbene Niereninsuffizienz. Zu ihm gehören eine retrospektive Studie zur ICSI (21 ADPKD-bedingte Infertilitätsfälle, 15 mit ICSI, gegen 164 Fälle angeborener Samenleiter-Aplasie [s114]), Fallserien zur Präimplantationsdiagnostik aus Nanjing (7 Männer [s97]), Changsha in Hunan (Mutationsanalyse bei 90 Familien, Samenqualität bei 46 Männern [s94]; 24 Männer [s51]), Chongqing (35 Familien [s41]), Zhengzhou [s65, s92], Peking [s68] und Shenzhen [s47], die Elektronenmikroskopie der Spermien von 13 infertilen Männern mit ADPKD (Fudan-Universität Shanghai), die Flagellum-Anomalien zeigte [s44], ein Fallbericht aus Hefei [s88], zwei Übersichten [s96, s110] und ein Fallbericht aus Jinan zur ICSI bei einem Mann im Endstadium der Nierenerkrankung [s86]. Die Zahlen pro Studie sind klein (zum Beispiel 15 behandelte Paare in [s114], sodass ein einzelnes Paar die Rate um rund 7 Prozentpunkte verschiebt), die Kollektive sind selektiert, weil sie aus Fortpflanzungszentren kommen. Befunde zu Zysten der Samenwege, Flagellum-Defekten und Genvarianten dürfen nicht auf Dialyse oder Transplantation übertragen werden.
Tierversuche und Mechanismusarbeiten. Aus Taiwan (Tri-Service General Hospital, Taipei) stammen zwei Studien an Mäusen mit 5/6-Nephrektomie: zu einer phosphatreichen Kost (66 Mäuse in vier Gruppen) [s82] und zu Coenzym Q10 (36 Mäuse) [s67]; beide aus derselben Gruppe. Aus Guangzhou kommen zwei Untersuchungen zu Immunsuppressiva an einseitig nephrektomierten Ratten [s123, s85], aus Nanchang eine Mechanismusstudie zu FK506 an Mäusen [s22], aus Hangzhou eine Studie zu einem Präparat der traditionellen chinesischen Medizin am Adenin-CKD-Mausmodell [s16]. Die Abstracts nennen oft keine Gruppengrößen oder Zahlenwerte.
Register und bevölkerungsbezogene Daten. Ein Register für Fertilität bei Nierenkranken wurde nicht gefunden. Die größte Datenbasis ist ein Nebenprodukt eines staatlichen Programms: Die Auswertung des chinesischen nationalen kostenlosen Vorsorgeprojekts für Paare mit Kinderwunsch umfasst 4 023 204 Paare; 2 756 538 (68,52 %) konzipierten innerhalb der Beobachtung, und das Serumkreatinin der Männer zeigte einen umgekehrt U-förmigen Zusammenhang mit der Fekundität [s34]. Die Studie betrifft Gesunde im üblichen Kreatininbereich, nicht Nierenkranke, und belegt keinen Fertilitätseffekt der Niereninsuffizienz. Aus Hongkong stammen die beiden Mendelschen Randomisierungen mit UK-Biobank-Daten (Richtung Testosteron zu CKD, nicht umgekehrt) [s83, s70]. Aus Anhui kommen die NHANES-Auswertung [s32] und eine Beobachtungsstudie bei 230 Transplantierten mit vier Zeitabschnitten einschließlich der COVID-19-Pandemie [s33]. Weitere Arbeiten sind die Metaanalyse zum Testosteron bei CKD (9 Kohortenstudien, 5331 Patienten) [s50], zwei Metaanalysen zur Erektionsfunktion nach Transplantation [s76, s18], eine Querschnittsstudie an 72 chinesischen CKD-Patienten [s28], eine Kohorte zur Pubertät nach Transplantation im Kindesalter aus Shanghai (101 Kinder, 43 Jungen ab 13 Jahren) [s23] und die Studie zu Kisspeptin bei 69 Hämodialysepatienten [s04], die auch im englischen Raum geführt wird.
Leitlinien. Eine chinesische Leitlinie zur Fertilität bei Nierenkranken wurde im Rahmen der Recherche nicht gefunden; eine gezielte Suche in den Veröffentlichungen chinesischer Fachgesellschaften ist nicht dokumentiert.
Regionale Besonderheiten. Eine sprachspezifische Falle ist der Begriff „Niere“ in der traditionellen chinesischen Medizin („Nieren-Yang-Mangel“, „Nieren-Essenz“): Er bezeichnet eine Funktionsgruppe und nicht die Nierenerkrankung. Die Suche lieferte mehrere Dutzend Arbeiten zu „Nieren stärkenden“ Rezepturen bei männlicher Infertilität; sie wurden ausgeschlossen, weil sie nichts über Nierenerkrankung und Fertilität aussagen. Als einzige Randfigur wurde die Studie zum Präparat der chinesischen Medizin am Adenin-CKD-Mausmodell aufgenommen und als solche gekennzeichnet [s16]. Eine weitere Besonderheit betrifft die Übersichtsarbeiten: Die westlichen Metaanalysen haben die chinesischen Datenbanken überwiegend nicht durchsucht (siehe Englisch), sodass gerade die in Hangzhou, Shanghai und Hefei erhobenen Samenstudien in ihnen teilweise fehlen dürften; die Metaanalyse zur Samenqualität nach Transplantation [s69] stammt selbst aus Hefei, durchsuchte nach ihrem Abstract aber MEDLINE, PubMed und Web of Science.
Erreichbarkeit. PubMed-indexierte chinesische Beiträge waren über Europe PMC und die NCBI-E-utilities zugänglich. CNKI war nicht erreichbar: Die TLS-Zertifikatsprüfung scheiterte, und mit abgeschalteter Prüfung kam HTTP 418 ohne Inhalt. Wanfang lieferte HTTP 200, aber nur eine per Skript gefüllte Seite ohne auslesbare Treffer. CQVIP war nur als Startseite erreichbar und wurde nicht abgefragt. Nicht in PubMed indizierte Volltexte, chinesische Dissertationen und Kurzmitteilungen konnten deshalb nicht durchsucht werden; es ist wahrscheinlich, dass weitere Arbeiten existieren.
Japanisch
Umfang und zwei Schichten. 24 Registereinträge tragen die Kennung Japanisch, davon 16 mit japanischem Originaltext (überwiegend aus J-STAGE) und 8 englischsprachige. Die japanische Literatur besteht aus zwei Schichten.
Die ältere Schicht (1982 bis 1998). Sie besteht aus Beiträgen in japanischen Fachzeitschriften: „Nihon Hinyokika Gakkai Zasshi“ (Japanese Journal of Urology; 8 Registereinträge einschließlich einer Variante der Schreibweise), der Zeitschrift der Japanischen Gesellschaft für Dialysetherapie („透析会誌“; 4 Einträge) und weiteren Zeitschriften der nephrologischen und der Dialysegesellschaften [s216, s217, s214, s210, s211, s209, s205, s206, s203, s189, s190, s191, s192, s186, s181, s182]. Sie sind auf J-STAGE als gescannte Zeitschriften- und Tagungsberichte verfügbar und hormonell sowie klinisch ausgerichtet (Testosteron, LH, FSH, Prolaktin, Zink, Hodenvolumen); Samenanalysen sind selten. Die Gruppen sind klein, meist 8 bis 25 Patienten (zum Beispiel 20 Hämodialysepatienten bei Nonomura 1982 [s216], 25 bei Hasegawa et al. 1985 [s211], 15 gegen 23 Kontrollen bei Yajima et al. 1989 [s205], 18 bei Kuwahara et al. 1995 [s189]). Eine Ausnahme ist die Fragebogenstudie von Suzuki und Kumamoto 1995 mit 205 Hämodialysepatienten und 3462 gesunden Männern als Vergleich [s191]. Mehrere Beiträge sind Kurzzusammenfassungen von Tagungen der Japanischen Urologischen Gesellschaft ohne Streuungsmaße [s206, s192, s186]. Diese Studien stammen aus der Zeit vor der routinemäßigen Erythropoetin-Behandlung, vor der heutigen Dialyseeffizienz und vor der heutigen Immunsuppression; ihre Zahlen sind historische Befunde.
Die jüngere Schicht (ab 1996, meist englisch). Sie besteht erstens aus Tierversuchen der Universitäten Yamagata (Abteilung für Urologie; Adachi und Mitarbeiter) und Tottori (Yonago; Yamamoto, Sofikitis, Miyagawa) [s177, s179, s180, s183, s184, s187], von denen die Yamagata-Arbeiten Steroidsynthese und Hodenhistologie betreffen (die Hodenhistologie blieb im Rattenmodell unverändert [s180]), während die Tottori-Arbeiten Fertilitätspotenzial und Spermienfunktion bei urämischen Ratten herabgesetzt fanden [s187, s186]. Die Tottori-Gruppe verweist in ihren Abstracts auf frühere Arbeiten in „Journal of Andrology“ 1992 und „Fertility and Sterility“ 1991, die nicht abgerufen wurden. Zweitens stehen dort wenige Einzelfälle und Befragungen: zwei Männer mit ADPKD und Nekrospermie aus einer Tokioter Klinik [s31], ein Fallbericht zu Valganciclovir und vorübergehender Azoospermie nach Lebendspende-Transplantation aus Nara [s19], eine qualitative Interviewstudie mit sechs japanischen männlichen Transplantierten aus Osaka, die erst nach der Geburt ihres Kindes transplantiert wurden [s46], und eine randomisierte placebokontrollierte Pilotstudie zu Testosteron bei 24 Hämodialysepatienten aus Saitama mit einem Symptomfragebogen als Endpunkt, nicht mit Samenqualität [s95].
Auffälligkeiten und Lücken. Auffällig ist das Fehlen moderner japanischer Samenanalysen bei Nierenkranken: Zwischen den Studien der 1980er- und 1990er-Jahre und den Fallberichten der 2020er-Jahre gibt es im Register keine japanische Kohorte mit Spermiogramm. Ein japanisches Register zur Fertilität bei Nierenkranken und eine japanische Leitlinie zum Thema wurden nicht gefunden. Ohne Abstract blieben unter anderem eine Arbeit zur testikulären Spermiengewinnung bei Hämodialysepatienten mit Anejakulation (Osaka, 2024) und eine Übersicht zur männlichen Unfruchtbarkeit in der Zeitschrift „Jin to Toseki“ (2024), außerdem mehrere Workshopbeiträge zur Sexualfunktion von Dialysepatienten; sie wurden nicht ausgewertet.
Erreichbarkeit. J-STAGE (Such-Schnittstelle als Atom-Feed, Artikelseiten, Volltext-PDF) war erreichbar und die japanische Hauptquelle. Ältere PDFs enthalten gescannte Seiten mit speziellen Zeichencodierungen, die nur mit passendem Textextraktor lesbar waren; Zahlen wurden nur übernommen, wo sie lesbar waren. CiNii Research (OpenSearch, JSON) war erreichbar und lieferte meist nur Bibliographiedaten ohne Abstract; die ältere Webseite ci.nii.ac.jp zeigte nur ein per Skript erzeugtes Suchformular. Die englischsprachigen Beiträge wurden über Europe PMC gefunden.
Koreanisch
Eigene Literatur. Das Register enthält drei koreanischsprachige Arbeiten, alle Fragebogenstudien an männlichen Hämodialysepatienten zur Sexualfunktion, keine mit Samenanalyse oder Fertilitätsendpunkt: Park et al. 2002 (Chonnam, 48 Patienten, alle mit erektiler Dysfunktion nach IIEF-5, schwer bei 54,2 %) [s175], Kim 2011 (57 Patienten) [s138] und Han und Park 2020 (134 Patienten, Zusammenhang zwischen Depression, Schlafqualität und sexueller Zufriedenheit) [s74]. Sie erschienen in „Kidney Research and Clinical Practice“ (2002 und 2011) und im „Journal of the Korea Academia-Industrial cooperation Society“ (2020) und liegen mit zweisprachigem Abstract im KCI-Portal. Gemeinsam sind ihnen kleine Einzelzentrum-Stichproben, Selbstauskunft und das Fehlen einer nierengesunden Kontrollgruppe.
Koreanische Einrichtungen in englischsprachiger Literatur. Ein Registereintrag mit Hormonendpunkt kommt aus Korea, ist aber nur als Englisch geführt: Park et al. 2013 aus dem Seoul Paik Hospital der Inje-Universität, eine Querschnittsstudie an 129 Männern (25 Transplantierte, 37 mit CKD, 67 Kontrollen) in „Transplantation Proceedings“; Transplantierte hatten höheres Testosteron und weniger Testosteronmangelsyndrom als CKD-Patienten und unterschieden sich nicht von den Kontrollen [s125]. Dieser Eintrag zeigt, dass die Aussage aus Teil B, in koreanischen Quellen gebe es keine Studie zu Hormonen oder Samen bei Nierenerkrankung, nur für koreanischsprachige Quellen gilt. Eine koreanische Studie mit Samenanalyse bei Nierenkranken wurde auch in englischer Sprache nicht gefunden.
Register, Leitlinien. Ein koreanisches Register oder eine Leitlinie zur Fertilität bei Nierenkranken wurde nicht gefunden.
Erreichbarkeit. Das KCI-Portal (Korea Citation Index) war per POST-Suche erreichbar, Artikelseiten mit zweisprachigem Abstract waren abrufbar; die Treffer waren unscharf, die Suche ergab auch Beiträge zur Pflegewissenschaft, zur Elektrodialyse in der Technik und zur Transplantation im Allgemeinen. KoreaMed war zunächst erreichbar (zum Beispiel 20 Treffer bei „sperm kidney“), meldete bei Wiederholung aber „Unusually high traffic“ mit 0 Treffern; Einzeltreffer waren nicht verwertbar. DBpia war nicht erreichbar (Verbindungsaufbau scheiterte), RISS nur als Startseite, ohne Abfrage. Das Fehlen koreanischer Samenstudien ist deshalb ein Suchergebnis, kein Beleg für ihre Nichtexistenz.