Abstinenzzeit. Zeitraum ohne Samenerguss vor der Samenprobe. Sie beeinflusst Volumen, Konzentration, Vitalität und Beweglichkeit und muss bei Vergleichen berücksichtigt werden [s78].
Akrosom, Akrosomreaktion. Kappenartiges Bläschen am Spermienkopf; die Akrosomreaktion ist ein Schritt der Befruchtungsfähigkeit [s45].
Antispermien-Antikörper (ASA). Antikörper gegen Spermien, die an Spermien im Samen oder im Blut nachweisbar sein können. Sie sind der Hauptgrund, warum Glukokortikoide bei männlicher Infertilität geprüft wurden [s73, s132].
Apoptose, Apoptoseindex. Programmierter Zelltod; der Apoptoseindex gibt den Anteil absterbender Zellen an, zum Beispiel unter den Keimzellen im Hoden [s110].
Asthenozoospermie. Verminderter Anteil beweglicher Spermien im Ejakulat [s125].
Azoospermie. Fehlen von Spermien im Ejakulat. Bei der nichtobstruktiven Form ist die Spermienbildung im Hoden gestört [s26].
Blut-Hoden-Schranke. Struktur zwischen Sertoli-Zellen, die das Keimepithel vom Blut abschirmt; ihre Proteine (zum Beispiel Connexin-43) wurden in Tierstudien untersucht [s12, s43].
Calcineurin-Inhibitor. Immunsuppressiva wie Tacrolimus und Ciclosporin, die nach einer Transplantation gegeben werden [s123].
Cimetidin, Ranitidin, Famotidin, Nizatidin. Wirkstoffe der H2-Blocker, die die Magensäure vermindern; sie gelten pharmakologisch ebenfalls als Antihistaminika, sind aber nicht die Mittel gegen Allergie [s99].
Crossover-Studie. Studie, in der jede Person nacheinander beide Behandlungen (zum Beispiel Wirkstoff und Placebo) erhält. Voraussetzung ist, dass die Wirkung zwischen den Phasen abklingt [s154].
Dechallenge, Rechallenge. In der Pharmakovigilanz das Verschwinden einer Meldung nach Absetzen beziehungsweise ihr Wiederauftreten bei erneuter Gabe [s08].
EudraVigilance. Europäische Datenbank für Verdachtsmeldungen zu Nebenwirkungen [s08].
FAERS. Das Meldesystem für unerwünschte Arzneimittelwirkungen der US-Arzneimittelbehörde FDA (FDA Adverse Event Reporting System). Es enthält Spontanmeldungen ohne Nenner [s02].
Flagellum. Die Geißel (das Bewegungsorgan) der Spermien; Brüche oder Anomalien des Flagellums wurden in Tierstudien beschrieben [s151, s80].
FSH, LH. Follikelstimulierendes und luteinisierendes Hormon aus der Hirnanhangdrüse; LH regt die Testosteronbildung der Leydig-Zellen an, FSH wirkt auf die Sertoli-Zellen [s04].
Glukokortikoid. Wirkstoffgruppe, zu der Kortison, Hydrocortison, Prednison, Prednisolon, Methylprednisolon und Dexamethason gehören. Die Arzneimittel ahmen das körpereigene Cortisol nach [s33].
Glukokortikoidrezeptor (GR, NR3C1). Bindungsstelle der Glukokortikoide in Zellen, auch in Hodenzellen und Spermien [s95, s45].
H1- und H2-Rezeptor-Antagonist. H1-Blocker (zum Beispiel Cetirizin, Loratadin, Fexofenadin) gelten als Allergiemittel; H2-Blocker hemmen die Magensäure [s125, s99].
Hodenbiopsie, Hodenhistologie. Gewebeuntersuchung des Hodens, die zeigt, ob Spermatogenese stattfindet [s26, s20].
Hyalinisierung. Narbenähnliche Gewebeveränderung der Samenkanälchen, in der Histologie bei Transfrauen beschrieben [s74].
ICSI, IVF, IUI. Verfahren der assistierten Reproduktion: Injektion eines einzelnen Spermiums in die Eizelle (ICSI), Befruchtung im Labor (IVF) und Einbringen aufbereiteter Spermien in die Gebärmutter (intrauterine Insemination, IUI) [s122].
Isotretinoin. 13-cis-Retinsäure, ein Vitamin-A-Abkömmling zur Behandlung schwerer Akne [s14].
Johnsen-Score. Punktesystem, das die Reife der Spermienbildung in einem Hodenschnitt beurteilt [s38].
Kapazitation. Reifungsschritt der Spermien im weiblichen Genitaltrakt, der die Befruchtungsfähigkeit herstellt [s45].
Konfidenzintervall (KI). Bereich, in dem der wahre Wert mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit liegt, meist 95 %. Ein breites Intervall zeigt eine unsichere Schätzung an [s56].
Leydig-Zellen. Zellen im Hoden, die Testosteron bilden [s84].
Mastzellen. Immunzellen, die Histamin speichern und freisetzen; sie kommen auch im Hoden und Nebenhoden vor [s31, s127].
Mendelsche Randomisierung. Statistisches Verfahren, das genetische Varianten als Zufallsinstrument nutzt, um Ursache und Wirkung zwischen einer Veranlagung und einem Ergebnis abzuschätzen [s17, s36].
MAR-Test. Gemischte Antiglobulinreaktion, ein Test auf Antikörper an Spermien; ein hoher Wert bedeutet einen hohen Anteil antikörperbeladener Spermien [s122].
Morphologie (normale Formen). Anteil der Spermien mit normaler Form. Der Anteil normal geformter Spermien lag in der Studie [s51] bei rund 9 %.
Oligozoospermie, Oligoasthenozoospermie. Verminderte Spermienkonzentration beziehungsweise verminderte Konzentration und Beweglichkeit zugleich [s89].
Pharmakovigilanz. Überwachung der Arzneimittelsicherheit durch Auswertung von Nebenwirkungsmeldungen [s08].
PRR, ROR. Proportional Reporting Ratio und Reporting Odds Ratio, Maße für die Disproportionalität in Meldedatenbanken. Sie vergleichen den Anteil eines Ereignisses bei einem Arzneimittel mit dem Anteil bei allen anderen Meldungen; sie sind keine Risikozahlen [s02, s27].
Preprint. Wissenschaftliche Arbeit vor der Begutachtung durch Fachleute (Peer-Review) [s04].
Regression zur Mitte. Statistischer Effekt: Extrem niedrige oder hohe Messwerte liegen bei der Wiederholung im Mittel näher am Durchschnitt, auch ohne Behandlung. Er kann Besserungen in unkontrollierten Studien vortäuschen [s89, s75].
Retinsäure. Wirksame Form des Vitamins A; sie ist für Differenzierung der Spermatogonien und Beginn der Meiose notwendig [s14, s49].
Sertoli-Zellen. Stützzellen im Hoden, die die Keimzellen ernähren und die Blut-Hoden-Schranke bilden [s68, s30].
Spermatogenese. Gesamter Vorgang der Spermienbildung im Hoden [s20].
Spironolacton. Aldosteronantagonist mit antiandrogener Wirkung (Blockade des Androgenrezeptors), der unter anderem bei Herzerkrankungen und in der Dermatologie eingesetzt wird [s180, s27].
Surrogatparameter, Ersatzzielgröße. Messwert, der stellvertretend für das eigentliche Ziel steht, hier Samenparameter statt Schwangerschaft oder Geburt [s40].
Vitalität. Anteil lebender Spermien im Ejakulat, meist durch Färbung bestimmt [s51].
WHO-Referenzwerte. Von der Weltgesundheitsorganisation festgelegte Richtwerte für Samenparameter [s78].