Japanisch
Lage. Aus Japan stammen acht Arbeiten, überwiegend auf Englisch. Der klinisch wichtigste Beitrag ist ein Design, das in den anderen Räumen fehlt: Hayashi und Mitarbeiter am Saitama Medical Center untersuchten, ob sich eine arzneimittelbedingte Störung der Samenqualität bessert, wenn das Medikament abgesetzt oder gewechselt wird.
Antihistaminika. Hayashi und Mitarbeiter 2006 (Int J Urol) berichteten über zwei Männer mit Heuschnupfen, 44 und 35 Jahre alt, unter Fexofenadin beziehungsweise Cetirizin; die Ehefrauen waren unauffällig, beide Männer hatten eine Spermienbeweglichkeit unter 10 %. Nach dem Absetzen der Antihistaminika kam es zu einer vollständigen Umkehr der Störung. Die Aussagekraft ist die von zwei Fällen: Zufall, Jahreszeit, die Allergie selbst und Begleitumstände sind nicht auszuschließen [s125]. Hayashi, Miyata und Yamada 2008 (Hum Fertil) werteten 1768 infertile Männer aus: 201 nahmen Medikamente bei beeinträchtigter Samenqualität ohne Samenwegsverschluss, Spermatogenesestörung oder hypogonadotropen Hypogonadismus; bei 165 davon ohne Hodenvorgeschichte waren H1-Rezeptor-Antagonisten das häufigste Medikament, gefolgt von Antiepileptika und Antibiotika. In der Interventionsgruppe (73 Männer, Medikament abgesetzt oder gewechselt) lag die Besserungsrate der Samenqualität bei 93 % und die Konzeptionsrate bei 85 %, in der Kontrollgruppe (92 Männer, Medikament nicht absetzbar) bei 12 % und 10 %; bis zur Konzeption vergingen nach dem Wechsel 7,3 Monate. Die Zuteilung folgte der Möglichkeit, das Medikament abzusetzen, und nicht dem Zufall; wer absetzen konnte, unterscheidet sich vermutlich systematisch von dem, der es nicht konnte. Der Abstract nennt weder den Anteil der H1-Blocker je Gruppe noch Konfidenzintervalle, und die Grunderkrankung bleibt als Störgröße. Die Studie sagt, dass H1-Blocker in dieser Untergruppe zu den häufigsten Medikamenten zählten, nicht, wie oft sie die Ursache waren [s121]. Beide Arbeiten stammen aus derselben Abteilung und sind in den abgerufenen Quellen die einzigen menschlichen Daten zu modernen H1-Blockern; Replikation durch andere Gruppen fehlt.
Glukokortikoide. Tanaka und Mitarbeiter 2018 (Reprod Med Biol; Kobe) berichteten über zwei Patienten mit adrenogenitalem Syndrom und Hodentumoren aus Nebennierengewebe: Bei einem besserte sich das Spermiogramm unter oraler Glukokortikoid-Gabe von Oligoasthenozoospermie zu Normozoospermie, beim anderen, ursprünglich azoosperm, traten Spermien im Ejakulat auf; Zahlen nennt der Abstract nicht [s88]. Shibahara und Mitarbeiter 2005 (Reprod Med Biol; Jichi Medical School) ordnen die Behandlung bei Antispermien-Antikörpern ein: Bei auffälligem Hemizona-Index erscheine ICSI als primäre Behandlung vernünftig, bei normalem Index kämen zeitgesteuerter Verkehr oder intrauterine Insemination in Frage; der Abstract erwähnt Glukokortikoide nicht [s129]. Ein Projektbericht der Niigata University (KAKENHI 16K20178; Titel „ステイロド投与がNR3C1発現上昇無精子症の造精機能に与える影響", deutsch: Wirkung einer Steroidgabe auf die Spermatogenese bei Azoospermie mit erhöhter NR3C1-Expression) gab Mäusen Dexamethason 1 mg/kg von Tag 1 bis 5 und fand keinen Unterschied der Samenbefunde, der Blastozystenrate nach In-vitro-Fertilisation am Tag 60 und der Immunfärbung von NR3C1 und BCL2. Es ist ein Projektbericht und keine begutachtete Veröffentlichung; Gruppengrößen, Zahlen und Statistik fehlen im abgerufenen Text [s81]. Miyaso und Mitarbeiter 2022 gaben neugeborenen Mäusen vom 1. bis 10. Lebenstag Corticosteron (0,36, 3,6 und 36 mg/kg). Der Durchmesser der Samenkanälchen betrug am Lebenstag 10 bei Kontrolle, niedriger, mittlerer und hoher Dosis 91,76, 77,95, 94,31 und 79,81 µm; die Zahl der Sertoli-Zellen war bei niedriger und mittlerer, nicht aber bei hoher Dosis signifikant erniedrigt, am Tag 70 bei der niedrigen Dosis zusammen mit niedrigerer Spermienzahl (Zahlen nur in Abbildungen) [s68]. Die Folgestudie 2025 (0,36 mg/kg, mit dem Glukokortikoidrezeptor-Antagonisten RU 486) fand eine verminderte Sertoli-Zell-Zahl am Tag 10, die RU 486 aufhob; RU 486 allein verringerte unerwartet die Sertoli-Zell-Zahl [s30]. Die Neugeborenenphase der Maus entspricht nicht einer Therapie beim erwachsenen Mann, Corticosteron ist das körpereigene Glukokortikoid der Nager, und das nicht gleichsinnige Dosismuster erschwert die Deutung. Eine Übersicht zu Infertilität bei Männern mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung aus Saitama nennt Sulfasalazin als fertilitätsmindernd und die übrigen Medikamente nicht wesentlich beeinflussend; Glukokortikoide werden im Abstract nicht einzeln genannt [s101].
Isotretinoin und Spironolacton. Aus dem japanischen Raum wurde keine Studie zu Isotretinoin oder Spironolacton mit Spermienendpunkt gefunden.
Datenbanken. Die japanischen Datenbanken waren teilweise nutzbar. Die Suchseite von J-STAGE lieferte serverseitig erzeugte Trefferzahlen (zum Beispiel 1.888 für „ステロイド 精子", 52 für „副腎皮質ステロイド 造精機能", 16 für „抗ヒスタミン薬 男性不妊", 68 für „イソトレチノイン" und 135 für „スピロノラクトン 精子"); die Trefferlisten bestanden überwiegend aus Kongress- und Zeitschriftenverzeichnissen, und Artikelseiten alter Kongressabstracts enthielten nur Titel, Autoren und Schlagwörter. Die Web-Schnittstelle von J-STAGE antwortete mit dem Fehlercode ERR_001. CiNii Research war über eine offene Schnittstelle erreichbar, verknüpft Suchwörter aber streng mit UND, sodass Mehrwortabfragen oft null Treffer liefern; nur ein Treffer (der KAKEN-Projektbericht [s81]) hatte einen abrufbaren Ergebnistext. Die Nationalbibliothek-Suche (NDL Search) war nicht erreichbar. Nur als Titel abrufbar und deshalb nicht als Quelle geführt waren ein Kongressabstract von 2007 zur arzneimittelbedingten Spermatogenesestörung aus der Saitama-Gruppe, ein Kongressabstract von 2001 zum Einfluss von Dexamethason auf die Apoptose von Rattenkeimzellen und ein Fallbericht von 1980 („ステロイド療法により妊娠に成功した抗精子抗体保有不妊症男子の1例", deutsch: Ein Fall eines unfruchtbaren Mannes mit Antispermien-Antikörpern, bei dem eine Schwangerschaft durch Steroidtherapie gelang). Die frühe japanische Literatur von 1980 bis 2000 ist damit nur über Metadaten erschließbar.
Koreanisch
Sehr dünne Lage. Aus Korea wurden nur zwei Arbeiten aufgenommen, und keine untersucht eine der vier Wirkstoffgruppen am Menschen. Park und Kim 2020 (World J Mens Health; Haeundae Paik Hospital, Busan) ist eine Übersicht zu sexueller Dysfunktion und Fertilitätsproblemen bei Männern mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung; der Abstract hebt Sulfasalazin hervor, daneben Rauchen, Alkohol, Essgewohnheiten und die Proktokolektomie mit ileoanalem Pouch, und nennt Glukokortikoide nicht einzeln [s77]. Park und Mitarbeiter 2025 (Ecotoxicol Environ Saf; Chung-Ang University) untersuchten an Mäusen Bisphenol A, nicht Antihistaminika: Kontrolle, 5 mg/kg und 50 mg/kg über sechs Wochen, je 30 Tiere. In der höheren Gruppe stieg die von Mastzell-Tryptase vermittelte Rezeptoraktivierung, die Keimzellapoptose nahm zu, Spermienkonzentration und Beweglichkeit sanken; Bisphenol A führte zu übermäßiger Mastzellaktivierung und Histaminbildung mit geringerer Expression steroidogener Enzyme und niedrigerem Testosteron. Das zeigt lediglich, dass Histamin und Mastzellen im Hodengewebe biologisch relevant sein können; ein Rückschluss auf Antihistaminika ist nicht möglich [s31].
Zeitschriften. Zwei weitere Arbeiten der Studie erschienen in World J Mens Health (die Übersicht zu Antispermien-Antikörpern mit weltweiter Umfrage [s65]) und in Korean J Urol (ein Fallbericht, in dem eine sechsmonatige Kortikosteroidbehandlung bei Nebenhoden-Sarkoidose den Granulomherd auflöste und die Spermienzahl in den Normbereich stieg [s109]). Die Herkunft der Autoren dieser beiden Arbeiten ist aus den Quellendaten nicht belegt; sie werden hier nur als Publikationsorte genannt.
Datenbanken. Die koreanischen Datenbanken waren in dieser Recherche nicht abfragbar: Die Startseite von KCI antwortete, die Such-URL lieferte aber eine Liste ohne Bezug zum Suchwort; bei KoreaMed lieferten die Such-URL-Varianten keine Trefferliste; DBpia und KISTI Scholar waren nicht erreichbar, RISS leitete auf eine Anmeldung um. Die Lücke ist deshalb eine Recherchelücke und nicht der Beleg, dass nichts existiert. Eine eigenständige koreanische Evidenz zu den Fragestellungen konnte nicht gefunden werden.
Russisch
Lage. Aus dem russischsprachigen Raum wurden drei Arbeiten aufgenommen, alle mit englischem Abstract in PubMed beziehungsweise Europe PMC: zwei aus der Sowjetzeit (1989, 1991) und eine aus dem Jahr 2016. Alle drei betreffen Glukokortikoide oder Cortisol; zu Isotretinoin, Antihistaminika und Spironolacton wurde in russischen Quellen nichts gefunden. Die russischen Originaltitel und die Volltexte wurden nicht abgerufen; die Titel liegen in Europe PMC nur in englischer Übersetzung vor, die hier mit deutscher Übersetzung wiedergegeben wird. Hinzu kommt eine Übersicht aus Kasachstan und der Türkei [s48].
Die Arbeiten. Zagarskikh und Mitarbeiter 2016 (Klin Lab Diagn; Sankt Petersburg und Irkutsk; Titel „The application of glucocorticoid hormones for correction of spermatogenesis in males with endocrine-dependent forms of infertility", deutsch: Die Anwendung von Glukokortikoidhormonen zur Korrektur der Spermatogenese bei Männern mit endokrin bedingten Formen der Unfruchtbarkeit) beschreiben Dexamethason in Tagesdosen von 0,25 bis 1,5 mg, je nach Ausmaß der hormonellen Veränderungen, bei Männern in zwei Altersgruppen (21 bis 35 Jahre, n = 45; 36 bis 45 Jahre, n = 30). Bei Männern mit Hyperandrogenismus der Nebennieren habe die Glukokortikoid-Gabe Spermiogramm und Nebennierenhormone gebessert, ohne Nebenwirkungen. Der Abstract nennt weder eine Vergleichsgruppe noch Zahlen; die Aussage „keine Nebenwirkungen" ist ohne Messmethode und Nachbeobachtungsdauer wenig belastbar, und die Population hat eine spezielle Ursache [s103]. Kukhtevich und Mitarbeiter 1991 (Terapevticheskii arkhiv; Titel „Pathospermia in patients with glomerulonephritis and rheumatoid arthritis treated by immunodepressants: the possibilities of its correction with zinc and parlodel", deutsch: Pathospermie bei Patienten mit Glomerulonephritis und rheumatoider Arthritis unter Immunsuppressiva, Möglichkeiten der Korrektur mit Zink und Parlodel) untersuchten zwei Gruppen von Patienten (16,5 bis 31 Jahre) mit Pathospermie unter Immunsuppressiva. Fünf von sechs Patienten der Glomerulonephritis-Gruppe und alle der Rheuma-Gruppe waren azoosperm. Unter Zink (30 bis 90 mg täglich) und Parlodel (2,5 mg/Tag) über 2 bis 23 Monate besserte oder normalisierte sich die Spermatogenese bei je zwei Patienten pro Gruppe; von den acht Nichtansprechenden erhielten sieben Glukokortikoide und Zytostatika, von den vier Ansprechenden nur zwei Zytostatika. Die Studie trennt Glukokortikoid- und Zytostatika-Wirkung nicht und ist mit acht refraktären und vier ansprechenden Patienten ein sehr schwacher Hinweis [s152]. Mazo und Mitarbeiter 1989 (Urologiia i nefrologiia; Titel „The role of disorders of mineralocorticoid function of the adrenal glands in the development of infertility in patients with left-side varicocele", deutsch: Die Rolle von Störungen der Mineralokortikoid-Funktion der Nebennieren bei der Entstehung der Infertilität bei Patienten mit linksseitiger Varikozele) untersuchten 55 Patienten mit linksseitiger Varikozele; der Abstract berichtet eine Tendenz zur Hypersynthese von Aldosteron und Cortisol und eine Korrelation zwischen dem Cortisolspiegel im peripheren Blut und dem Anteil von Spermien mit abnormer Kopfstruktur; die Autoren folgern einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Nebennierenfunktionsstörung und Infertilität bei Varikozele. Es geht um körpereigenes Cortisol, nicht um Kortison als Medikament; Korrelationskoeffizienten und p-Werte stehen nicht im Abstract, und „ursächlich" ist aus einer Korrelation nicht ableitbar [s155]. Die Übersicht von Yessirkepov und Mitarbeitern 2024 (Rheumatol Int; Kasachstan und Türkei) zitiert für Männer mit rheumatoider Arthritis eine Studie, in der Patienten ohne Steroide normales Testosteron bei erhöhten FSH- und LH-Werten hatten und die Steroidgruppe zusätzlich erniedrigtes Testosteron; hochdosierte Kortikosteroide könnten die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse stören, es gebe jedoch nicht genug Daten für einen Einfluss auf die männliche Fertilität. Die Übersicht ist narrativ, ohne eigene Suchstrategie und ohne eigene Primärdaten [s48].
Muster. Die russische Beteiligung betrifft endokrine Pathogenese (Nebennierenandrogene, Cortisol), nicht Arzneimittelsicherheit bei gesunden Männern. Die Beobachtungen sind unkontrolliert und im Abstract ohne Zahlen [s103], die Gruppen sehr klein [s152]. Die russischsprachige Literatur zur männlichen Infertilität insgesamt ist groß: In der Suche nach russischsprachigen Arbeiten erschienen 126 Treffer, von den 50 eingesehenen Titeln betrafen die meisten Antioxidantien, Varikozele und Nahrungsergänzung; weitere Arbeiten zu den vier Wirkstoffen waren unter den eingesehenen Titeln nicht. Ein Treffer der kyrillischen Suche nach „Glukokortikoide" betraf Nebennieren-Steroidprofile bei sekundärer Amenorrhö und damit keine Spermien.
Datenbanken. Die muttersprachlichen Datenbanken waren nicht nutzbar. CyberLeninka antwortete, lieferte aber für jede Anfrage null Treffer, auch für allgemeine Begriffe wie „мужское бесплодие"; vermutlich blockiert die Seite automatisierte Abfragen, und die Ergebnisse wurden nicht verwendet. Bei eLIBRARY.ru erschien eine Fehlerseite („unzureichende Rechte oder abgelaufene Sitzung"); eine Anmeldung wurde nicht versucht. Europe PMC lieferte für russische Suchbegriffe praktisch keine Treffer; gefunden wurde nur über den Filter für russische Sprache und über englische Titel in eckigen Klammern. Es ist wahrscheinlich, dass in CyberLeninka und eLIBRARY.ru weitere einschlägige Arbeiten liegen; das ist eine Lücke der Recherche und kein Beleg für ihr Fehlen. Leitlinien oder Register des russischen Raums wurden nicht gefunden.
Arabisch
Lage. Aus dem arabischen Raum (Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien, Kuwait, Irak, Vereinigte Arabische Emirate) tragen 14 Arbeiten die Kennung. Sie sind durchweg auf Englisch erschienen; arabischsprachige Primärliteratur wurde nicht gefunden (arabische Suchbegriffe lieferten in Europe PMC keine Treffer, und der Filter für arabische Sprache fand nur einen Eintrag von 1959 ohne Bezug). Das Bild ist durch ein Muster geprägt: Das Medikament dient in den Tierversuchen als Schadensmodell, und getestet wird ein Gegenmittel, meist ein Pflanzenstoff.
Menschen. Aus Kuwait stammt die älteste Humanstudie zu niedrig dosiertem Prednisolon: Omu und Mitarbeiter 1996 gaben 40 Männern mit Antispermien-Antikörpern 3 bis 6 Monate lang täglich 5 mg Prednisolon, 37 Männer mit Antikörpern bildeten die Kontrollgruppe; die Motilität und der hypoosmotische Schwellungstest besserten sich, die Schwangerschaftsrate lag bei 20 % gegenüber 5 % (p < 0,01), Nebenwirkungen wurden nicht berichtet. Der Abstract beschreibt die Zuteilung nicht, die Signifikanzangabe zum Schwellungstest ist in sich widersprüchlich, Konfidenzintervalle fehlen, und die Studie sagt nichts über Männer ohne Antikörper [s142]. Die H2-Blocker-Frage hat ein jordanischer Autor mehrfach an menschlichem Ejakulat untersucht, in vitro: Ranitidin an Proben von 31 Männern (0,1 bis 1,2 µg/ml) verminderte bei 0,6 bis 1,2 µg/ml Gesamt- und progressive Motilität sowie Vitalität (p < 0,05) und erhöhte die Kreatinkinase-Aktivität [s63]; Famotidin an 49 Proben (0,1, 1 und 10 mM) hatte keinen signifikanten Effekt auf Motilität (gesamt p = 0,8420, progressiv p = 0,9594), Vitalität (p = 0,6471) oder DNA-Integrität [s79]; eine Mini-Übersicht kam zu dem Schluss, Cimetidin scheine die Samenqualität ungünstig zu beeinflussen, bei Ranitidin und Nizatidin seien die Befunde uneinheitlich, Famotidin scheine sie nicht zu ändern [s99]. Das sind In-vitro-Studien mit Einzelkonzentrationen; der Abstract vergleicht sie nicht mit tatsächlich erreichten Spiegeln. Zu den modernen H1-Blockern für Allergien gibt es aus dem arabischen Raum keine Studie, die ihre Wirkung auf die Spermienqualität selbst prüft.
Tierversuche mit Isotretinoin. Khalil und Mitarbeiter 2024 (Jordanien; Curr Drug Discov Technol) gaben Ratten sieben Tage lang Isotretinoin in wechselnden Dosen; Spermienmenge und -qualität waren deutlich beeinträchtigt, die Geschlechtshormone nicht wesentlich verändert [s42]. Al-Shahed und Mitarbeiter 2022 (Ägypten; J Cell Mol Med) gaben 30 Ratten 1,0 mg/kg/Tag, teils mit Omega-3: Testosteron 1,54 (Kontrolle), 0,6 (Isotretinoin) und 1,1 ng/ml (mit Omega-3); LH 2,77, 6,9 und 4,31 ng/ml; Malondialdehyd 8,15, 28,11 und 13,54 nmol/g. Histologisch fanden sich unter Isotretinoin unregelmäßige Tubuli und verminderte Keimepithelhöhe; Spermiogramm-Parameter wurden nicht erhoben, die Gruppen sind klein (n = 6 laut Tabelle) [s61].
Tierversuche mit Glukokortikoiden. Aziz und Mitarbeiter 2024 (Ägypten; Mol Biol Rep) setzten 40 Ratten in acht Gruppen mit Dexamethason (7 mg/kg subkutan dreimal wöchentlich über einen Monat) unter anderem mit Propolis und Ginseng zusammen: Testosteron 2,62 (Kontrolle) gegen 1,05 ng/ml, individuelle Beweglichkeit 84,60 gegen 55,60 %, Spermienkonzentration 14,20 gegen 4,40 Mio./ml, Spermienanomalien 10,00 gegen 30,80 %; das Endkörpergewicht fiel von 272,00 auf 176,00 g, sodass ein Teil des Effekts Folge der Allgemeinbelastung sein kann (Einschätzung) [s39]. El-Azzazi und Mitarbeiter 2026 (Ägypten; BMC Vet Res) gaben 16 Kaninchenböcken (4 Gruppen zu je 4) Dexamethason 1, 2 oder 3 mg/kg intramuskulär über sieben Tage: dosisabhängig verminderte Gewichtszunahme, Testosteron, Sexualverhalten und Samenqualität, nach zwei Wochen teilweise Erholung bei 1 mg/kg, nicht bei 2 und 3 mg/kg; die Studie versteht Dexamethason ausdrücklich als Stressmodell [s07]. Zaki und Mitarbeiter 2023 (Ägypten und Saudi-Arabien; Vet World) verglichen an 72 Ratten in einem Antispermien-Antikörper-Modell vier Therapien: Der Antikörper-Index sank unter Azathioprin in Woche 2 und 4 signifikant (p ≤ 0,001), unter Dexamethason (2,25 mg/kg intramuskulär zweimal wöchentlich über 3 Wochen) in keiner Woche; histologisch zeigten die Dexamethason-Tiere multifokale Rupturen und schwere Schäden in vielen Samenkanälchen. Ein Rückschluss auf die Humanstudie aus Kuwait ist wegen anderen Modells, anderer Substanz und anderer Dosis nicht möglich [s60]. Eine Studie aus dem Iran (Nachbarregion, außerhalb der drei Räume) gab 40 Mäusen Dexamethason 5 mg/kg über 7 Tage; der Anteil normaler Tubuli fiel auf 46,32 gegenüber 81,93 % bei Sham-Tieren und stieg mit Nigella-sativa-Öl auf 60,54 % (Tabelle im abgerufenen Text spaltenweise verschoben, Zuordnung nicht vollständig gesichert) [s38].
H1-Antihistaminika nur als Schutzsubstanz. Drei Arbeiten geben ein H1-Antihistaminikum gegen einen anderen Hodenschaden: Desloratadin gegen Vancomycin-bedingte Hodentoxizität bei Ratten (Mekka) [s01], Rupatadin gegen Ischämie und Reperfusion im Hodentorsionsmodell (Minia) [s37], Desloratadin (5 und 10 mg/kg über 10 Tage) gegen Cisplatin-bedingte Nieren- und Hodenschädigung (Mansoura) [s58]. Sie zeigen, dass der Wirkstoff in diesen Modellen entzündliche und oxidative Marker senkte; ob er bei gesunden Tieren neutral ist, geht aus den Abstracts nicht hervor, und Spermienwerte der Gruppe mit Desloratadin oder Rupatadin allein werden nicht beziffert.
H2-Blocker im Tierversuch. Cimetidin (50 mg/kg über 52 Tage, 24 Ratten) führte zu ausgeprägter Atrophie der Samenkanälchen und ultrastrukturell veränderten Sertoli-Zellen, Vitamin B12 schützte weitgehend [s85]; ein irakisches Mausmodell mit Cimetidin (20 mg/kg über 38 Tage, 64 Tiere) zeigte Hodenschäden, gemildert durch Zwiebel-Anthocyan [s09]. Beide geben für die Cimetidin-Gruppe allein keine Spermiogrammwerte im Abstract an.
Weitere Arbeiten aus der Region. In der Quellenliste steht eine Studie aus dem Irak, die nur dem englischen Raum zugeordnet ist: Taiyeb und Mitarbeiter 2017 behandelten 241 Männer mit Antispermien-Antikörpern in drei Zyklen mit oder ohne Prednisolon; Behandelte hatten bessere Motilität (p < 0,001), und bei konventioneller IVF waren Befruchtung (p = 0,04) und klinische Schwangerschaft (p = 0,04) höher, bei ICSI nicht; absolute Zahlen nennt der Abstract nicht [s97]. Zur Ranitidin-Frage liegen zwei Arbeiten vor: eine systematische Übersicht iranischer Studien mit 26.324 infertilen Männern, die Ranitidin und Cimetidin unter den Faktoren nennt [s71], und eine Fall-Kontroll-Studie (Turk J Med Sci) mit 161 fertilen und 108 infertilen Männern, die einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Ranitidin-Einnahme und männlicher Infertilität fand; ihre Herkunft ist in den Quellendaten nicht belegt [s107]. Beide beruhen auf Befragung beziehungsweise Sekundärdaten, die Indikation (Magenbeschwerden) ist eine mögliche Störgröße. Zwei randomisierte Studien aus dem Iran prüften Ketotifen bei Asthenozoospermie (40 Paare; Motilität von 16,7 auf 21,4 %, p < 0,001) [s113] und nach Varikozelenoperation (103 Männer; kumulative Schwangerschaftsrate nach neun Monaten 41,17 % gegen 21,15 %) [s117]; das sind Behandlungsstudien mit einem Mastzellblocker.
Datenbanken. Arabische Datenbanken waren nicht nutzbar: Arab World Research Source (Mandumah) leitete weiter, ohne Inhalt zu liefern, vermutlich wegen einer Anmeldung. Die muttersprachliche Literatur wurde daher nicht erfasst; Leitlinien oder Register des arabischen Raums wurden nicht gefunden.
Türkisch
Lage. 12 Arbeiten der Quellenliste tragen die Kennung Türkisch, fast alle auf Englisch in internationalen Zeitschriften. Isotretinoin ist der einzige Wirkstoff mit Humankohorten aus der Türkei; die Dermatologie ist der treibende Fachbereich. Bei den Glukokortikoiden dominieren Tierversuche, dazu kommt eine retrospektive Auswertung aus Izmir. Typisch ist, dass viele Arbeiten Schutzstoffe testen (Naringin, Glutathion, Traubenkern-Extrakt, INSL3) und das Medikament als Auslöser des Schadens verwenden.
Isotretinoin beim Menschen. Gurel und Mitarbeiter 2023 (Ann Med; Afyonkarahisar) führten eine prospektive Beobachtungsstudie bei Männern über 18 Jahre mit Akne durch (0,5 bis 1,0 mg/kg bis 120 mg/kg kumulativ). Ausgeschlossen waren unter anderem Männer mit Tabak- und Alkoholkonsum, systemischen Erkrankungen, früherer Hodenoperation oder diagnostizierter Infertilität; das Spermiogramm wurde vor und nach sechs Monaten von einer Person ausgewertet, die nicht wusste, ob die Probe vor oder nach der Therapie stammte. Teilnehmer laut Abstract und Tabelle: 46 Männer (mittleres Alter 22,76 Jahre); im Text werden zugleich 13 Abbrecher und ein Mann mit Azoospermie als ausgeschlossen genannt, wie sich das zur Zahl 46 verhält, ist nicht erklärt. Ergebnisse (vorher gegen nachher): Volumen 2,45 gegen 3,16 ml (p = 0,002), Konzentration 21,02 gegen 22,85 Mio./ml (p = 0,001), Gesamtzahl 51,45 gegen 73,87 Mio. (p < 0,001), progressive Motilität 35,67 gegen 38,46 % (p = 0,008), Vitalität 72,22 gegen 78,22 % (p = 0,003) und normale Morphologie 9,37 gegen 8,70 % (p < 0,001), also eine Verschlechterung. Bei den 12 Männern mit klinischer oder subklinischer Varikozele stieg die Konzentration stärker (20,00 auf 25,25 gegen 21,38 auf 22,00 Mio./ml, p < 0,001). Schwächen: ein Zentrum, keine Kontrollgruppe ohne Isotretinoin, hohe Abbruchzahl, unklare Fallzahl, kleine Varikozelen-Gruppe und ungewöhnlich kleine Standardabweichungen (zum Beispiel ± 2,10 bei einer Konzentration von 21,02 Mio./ml); die Autoren nennen selbst Einzelzentrum und geringe Fallzahl wegen der Pandemie [s51]. Çinar und Mitarbeiter 2016 (Cutan Ocul Toxicol; Ankara) behandelten 81 Männer mit schwerer oder therapieresistenter Akne sechs Monate lang mit einer Gesamtdosis von 120 mg/kg: Alle Spermiogramm-Parameter veränderten sich laut Abstract positiv (p < 0,05), die Hormone (Gesamt-Testosteron, FSH, LH) nicht signifikant; die Autoren schließen, der Effekt laufe nicht über die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse. Einzelwerte stehen im Abstract nicht; der Morphologie-Befund, den Gurel und Mitarbeiter dieser Arbeit zuschreiben, ist im Abstract nicht zu prüfen [s100]. Eine Hypothese der türkischen Autoren lautet, Isotretinoin könne oxidativen Stress im Hoden, etwa bei Varikozele, senken; die Arbeit belegt das nicht selbst. Zwischen diesen Humanstudien (neutral bis positive Spermiogramm-Veränderungen) und den Tierversuchen (überwiegend Schädigung) besteht ein offener Widerspruch, den die Abstracts nicht auflösen.
Isotretinoin: Meldedaten, Tierversuche, Randbefund. Altınöz Güney und Koç 2026 (Cutan Ocul Toxicol; Giresun, Afyonkarahisar) analysierten die US-Datenbank FAERS (2004 bis 2024): 53.017 Isotretinoin-Meldungen, davon 1300 zu Fortpflanzung und Sexualität (59,7 % betrafen Frauen) und 34 Ereignisse mit signifikantem Signal; erektile Dysfunktion PRR 4,47 (95-%-KI 3,88 bis 5,14), 195 Meldungen; verminderte Libido PRR 3,63 (2,89 bis 4,54), 76 Meldungen; Libidoverlust PRR 4,56 (3,57 bis 5,84), 64 Meldungen. Signifikant waren auch Infertilität, Varikozele, Hodenschmerz und die Meldung auffälliger Spermien. Die Autoren nennen Untererfassung, Berichtsverzerrung und fehlende Kausalität; die Studie betrifft Meldungen und keine gemessene Spermienqualität [s02]. Gencoglan und Tosun 2011 (Manisa; 42 Ratten, 1 und 2 mg/ml/Tag über 21 Tage) fanden in der höheren Gruppe signifikant weniger Cyclin-D1- und E2F-positive Zellen und in beiden Gruppen mehr p53-positive Zellen; die Dosis ist nicht pro Körpergewicht angegeben [s119]. Cirakoglu und Mitarbeiter 2023 (Samsun, Ordu; 24 Ratten, 7,5 oder 30 mg/kg/Tag über vier Wochen mit vier Wochen Nachbeobachtung) fanden verminderte Spermienzahl, Beweglichkeit, Vitalität, Tubulusdurchmesser und Keimepitheldicke, höheren Apoptoseindex und unveränderte Testosteronwerte [s50]. Ein Fallbericht aus Erzincan zu Dysurie unter Isotretinoin enthält keine Angaben zu Spermien oder Fertilität [s70].
Glukokortikoide. Aliyeva und Mitarbeiter 2007 (Türk Üroloji Dergisi, Izmir; Titel „Yüksek mikst antiglobulin reaksiyon değerinin infertil erkek hastaların tedavisinde kullanılan yardımcı üreme yöntemlerinin başarısı üzerine etkisi", deutsch: Der Einfluss eines hohen MAR-Wertes auf den Erfolg der assistierten Reproduktion bei infertilen Männern) werteten retrospektiv 69 infertile Männer mit hohem MAR-Wert aus: 87 Behandlungen (65 intrauterine Inseminationen, 18 ICSI, 4 IVF), 21 Männer (30,4 %) hatten vorher drei Monate Kortikosteroide erhalten. Schwangerschaften traten bei 15 Paaren ein (nach IUI 6,1 %, nach ICSI 50 %, nach IVF 25 %); die Kortikosteroid-Vorbehandlung beeinflusste das Ergebnis nicht (p > 0,05), der Anteil rauchender Männer war bei Paaren mit Schwangerschaft 53 % gegen 80 % ohne (p < 0,05). Die beiden Abstracts (türkisch, englisch) nennen leicht abweichende Prozentangaben (42,86 gegen 40 %; 53 gegen 53,3 %) und unterschiedliche Zeiträume; die Studie ist retrospektiv, ohne Angabe zu Dosis und Präparat, und sagt nichts über Männer ohne hohe Antikörperwerte [s122]. Die Tierversuche aus Adana, Aksaray und Balıkesir verwenden Glukokortikoide meist in hohen Dosen: Öztürk und Mitarbeiter 2026 (Aksaray; 35 Ratten, Dexamethason 7 mg/kg/Tag über 7 Tage) fanden verminderte Spermienbeweglichkeit, -konzentration und Kapazitation, niedrigeren Gesamt-Antioxidationsstatus und histopathologische Veränderungen in Niere und Hoden, gemildert durch Glutathion [s13]; Sur und Mitarbeiter 2023 (Balıkesir; 32 Ratten, Methylprednisolon 60 mg/kg als Einmalgabe) berichteten allgemeine Toxizität, wobei die Richtung der Spermienkonzentration im Abstract nicht angegeben ist [s59]. In den Rheuma-Modellen aus Adana mit Adjuvans-Arthritis führte die Erkrankung zu Hodendegeneration und niedrigerem Testosteron; Prednisolon senkte Entzündungsmarker, kehrte aber die strukturellen Hodenschäden nicht um (Mäuse; Prednisolon 10 mg/kg intraperitoneal) [s12], und bei Ratten brachte Prednisolon oder INSL3 allein eine teilweise, die Kombination eine breitere Besserung [s05]. Das Gewicht liegt dort auf der Erkrankung und dem Schutzstoff; der Effekt von Prednisolon bei gesunden Tieren wird nicht beziffert.
Antihistaminika. Aus der Türkei stammt die einzige Fexofenadin-Studie am Menschen: Cayan und Mitarbeiter 2002 (Asian J Androl) gaben 16 Männern mit idiopathischer Azoospermie oder Oligozoospermie Fexofenadin 180 mg/Tag über 4 bis 9 Monate; alle hatten eine Hodenbiopsie, 9 einen Mastzellindex von mindestens 1, 7 darunter. Es gab in keiner der beiden Gruppen einen signifikanten Unterschied der Gesamtzahl motiler Spermien vor und nach Behandlung und keine Spontanschwangerschaft [s135]. Das ist eine Behandlungsstudie mit einem Mastzellblocker und keine Sicherheitsstudie. Eine Suche in TR Dizin ergab keine einschlägige Arbeit zu Antihistaminika und Spermien („antihistaminik sperm": null Treffer). Zu Spironolacton wurde in türkischen Quellen keine Studie gefunden.
Datenbanken. Die Schnittstelle von TR Dizin (JSON) war erreichbar; Titel, Abstracts und Autoren waren abrufbar, Volltexte nicht. Die Suche nach „izotretinoin" ergab 157 Treffer, unter den eingesehenen Titeln keinen mit Bezug zu Spermien oder Fertilität; „izotretinoin sperm" ergab null Treffer. DergiPark verlangte eine Bestätigung „Sie sind ein Mensch" (Bot-Prüfung), die nicht umgangen wurde, und war nicht nutzbar. Es ist wahrscheinlich, dass dort weitere Arbeiten liegen; das ist eine Lücke der Recherche. Eine türkische Leitlinie oder ein Register zu den vier Wirkstoffgruppen wurde nicht gefunden.
Zum Abschluss, nicht nur für die Türkei: Über alle zwölf Räume hinweg zeigt sich dasselbe Bild: Die Literatur ist dünn, ungleich verteilt und überwiegend auf Englisch; eigene Kohorten und Register gibt es nur in wenigen Räumen (Dänemark, USA, Kanada, Japan, Türkei), und sie betreffen vor allem Isotretinoin. Für Glukokortikoide dominieren Tierversuche und kleine Behandlungsstudien bei Sonderindikationen; für Antihistaminika gibt es aus allen Räumen nur zwei berichtete Fälle und eine nicht randomisierte Studie zu modernen H1-Blockern, für Spironolacton keine kontrollierte Samenanalyse-Studie. Wo die muttersprachlichen Datenbanken (CNKI, Wanfang, KCI, KoreaMed, CyberLeninka, eLIBRARY.ru, DergiPark, Mandumah, SciELO, LILACS) nicht erreichbar waren, ist die Lücke eine Lücke der Recherche und kein Beleg dafür, dass nichts existiert.